KR378 Mythos USA

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Ulf Buermeyer

Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin, hat ein Jahr Sabbatical genommen und an der Law School der Columbia University in New York noch einen Master of Laws (LL.M.) gemacht. Er dachte, die USA zu kennen. Ein Irrtum. DocPhil und OnkelAndi sprechen mit Ulf über seine Studien, seine Reisen mit Amtrak, das us-amerikanische Rechtssystem, die Kaputtheit der USA und das Selbstverständnis seiner Bewohner. Ulf hat das Land aber auch lieben gelernt. Auch das ist Thema.

30 Kommentare

  1. Sehr schöne Sendung – danke!

    PS: wenn Hoersuppe repräsentativ für das dt. Podcastangebot ist, dann muss ich Phillip recht geben. Es gibt leider zu wenige. Wer ähnliche Übersichten wie HS kennt – gerne hier posten.

  2. Pingback: Die letzten und nächsten 24h, Freitag, 08.08.2014 | die Hörsuppe

  3. Schöne Folge und gut zu hören das ihr weitermacht! Ich finde euer Format noch ziemlich einzigartig und obwohl ihr momentan so selten erscheint ist das KR immer noch mein Lieblingspodcast.

  4. 8. August 201418:15
    Herr Treibholz

    zu SF:
    Ich war nun mehrmals in SF, die Market Street bin ich nun Nachts auch öfters mal ohne große Probleme langgegangen, wohnte auch einige Zeit in Tenderloin. Was ich für kritischer halte und wo mir auch von Einheimischen gesagt wurde es Nachts zu meiden war das Viertel dessen Grenze die Market Street darstellt: Soma (South of Market).
    Die große Obdachlosenzahl kann ich bestätigen, gerade Leute die sehr fertig (psychisch) mit der Welt sind (ich fand auch es waren auffällig viele Vets darunter, obwohl diese ja nen “eigenes” Gesundheitssystem haben – was aber auch nicht gerade golden ist, die Daily Show hatte mal über deren eklatante Missstände berichtet). Wie oft stand ich schon an Ampel und neben mir stand einer der anfing mit sich selbst zu reden (nein er hatte KEIN Headset).
    Bin kein großer Urbanfreund aber SF konnte und kann auch mich begeistern, allein deren alte Cable Cars sind eine Reise wert (mich wundert das die beiden Amtrack/Bahnfreunde darüber kein Wort verloren haben. Ok, ist natürlich ÖPNV aber auch auf Schienen!!111 :-) ).

    Eine US-City die mir auch gut gefiel war Seattle.

    zur USA allgemein:
    diesen typischen Smalltalk hat man überall, selbst wenn die Verkäuferin gerade die gekauften Klamotten in die Tüte packt. Dort merkt man aber auch die Oberflächlichkeit, man redet miteinander um die Stille zu überbrücken, weniger weil man sich tatsächlich für die Herkunft oder die Reise des Gegenüber interessiert (die Verkäufern stellte exakt die gleichen Fragen 30 sekunden später dem nächsten Kunden, mit gleicher Reaktion “oh, that’s awesome”). Es ist nett, aber manchmal ging es mir auch etwas auf die Nerven (darum gibts wohl bei uns auch das wort “scheißfreundlich”).

    Und etwas was ich bis heute nicht verstehe ist folgendes: in nahezu jeder Bar sind zig Fernseher vorhanden die, wenns nicht gerade Sport ist, auch Serien zeigen. Aber ohne Ton. Beim Unterhalten kuckt man zwangsläufig drauf, ist man alleien hat man eh nix davon weil kein Ton da ist. Ich tippe es ist das gleiche wie oben beschreiben, man hasst dort den Leerlauf, die Stille, es muss immer irgendwas im Hintergrund passieren/abspielen (Wenn ich in D Leute besuche und der Fernseher ist an wird er abgestellt wenn man kommt, in den USA blieb er grundsätzlich an, auch wenn man sich direkt davor im Wohnzimmer/Küche/etc unterhalten hat – teilweise hatte so mancher Hausshalt mehr Fernseher als Bewohner).

    Die Besuche/Aufenthalte in den USA hab ich nie bereut, ich empfehle es weiterhin. Nehme aber gerade etwas Abstand weil die Einreisebestimmungen (Voranmeldung), die TSA, diese daraus resultierende Dateschutzapokalypse und die stellenweise respektlose Behandlung durch Grenzbeamte als sei man TerrorAG-Vizevorsitzender, mir einfach zu viel sind.

  5. @Ulf: Was mir immer wieder auffällt ist, dass in amerikanischen politischen Debatten – vor allem der Tea Party – immer wieder leichtfertig und ohne Kontext der Begriff des Kommunismus oder Sozialismus benutzt wird. Für mich hört sich das – beispielsweise im Kontext der Gesundheitsversorgung – so an, als hätten sie kein tieferes Verständnis davon, was das eigentlich ist, sondern als sei dies eher ein Allgemeinplatz für alles böse auf der Welt. Hast du an dieser Stelle mal bei jemandem nachgehorcht, was er eigentlich meint, wenn er vom Sozialismus spricht, der angeblich auch in Europa grassiert?

    • Hi, stimmt, da hätte ich mal nachfragen sollen. Mein Eindruck ist, dass die tatsächlichen Kenntnisse über Sozialismus / Kommunismus eher begrenzt sind und die Begriffe quasi als Label benutzt werden für als exzessiv empfundene Umverteilung und sehr begrenzte persönliche, insbesondere ökonomische Freiheit. Mit anderen Worten: Wenn sich der Staat herausnimmt, in die Finanzen seiner Bürgerinnen und Bürger “hineinzureden”, ist es bis zu diesen Vorwürfen meist nicht mehr weit. Man sollte dabei im Hinterkopf behalten, dass es in den USA nahezu keine Medien mit Binnenpluralität gibt, d.h. die allermeisten haben eine gewisse politische Tendenz. Und wenn nun jmd. hauptsächlich konservative bzw. radikal-liberale Medien konsumiert, dann denkt er/sie vermutlich tatsächlich schnell, dass Umverteilung synonym sei mit Kommunismus / Sozialismus.

    • Meiner Beobachtung nach wurden die Begriffe im Rahmen des Wahlkampfes 2008 ziemlich stark durch das noch viel unspezifischere “unamerkanisch” ersetzt. Damit konnte man Obama ziemlich vor sich her treiben, was imho dazu geführt hat, dass Obama heute ist wie er ist. Zumindest ich (Background siehe unten) habe auch im Rahmen der Debatten um den Patient Protection and Affordable Care Act (aka Obamacare) mehrheitlich den Vorwurf von rechts vernommen, dass es “unamerikanisch” sei.

      Ich denke es war ein cleverer Griff der Rechten: Zum einen ist Kommunismus/Sozialismus kein ganz einfacher Begriff. Zum zweiten war Kommunismus lange Zeit ein Synonym für den jahrzentelangen Erzfeind – die Sowjetunion. Im Wesentlichen ist dieser ja weggefallen und taugt daher nicht mehr so als Kampfbegriff. Hinzu kommt, dass “unamerikanisch” sehr unspezifisch ist und sich dadurch wunderbar eignet, den politischen Gegner als unpatriotisch zu brandmarken – und das zieht in den USA immer noch unheimlich – selbst bei Menschen die ganz klar die Verlierer der amerikanischen Systems sind.

      Generell denke ich ist aber eben dieser individuelle Überlebenskampf, wie ihn Ulf so schön geschildert hat – oder positiv ausgedrückt “Jeder ist seines Glückes Schmied” – nach wie vor sehr, sehr tief in der amerikanischen Gesellschaft verankert. Damit einher geht eine starke Skepsis gegenüber jeder staatlichen Einmischung in das eigene Leben. Dass vieles, was eher von rechter Seite beführwortet wird (wie die von Ulf geschilderten Polizeimassnahmen in NY) nicht so ganz konsistent damit ist, das gehört wohl auch zu den USA.

  6. Pingback: Vom saftigen Grün zum matten Braun | Aachen. Kommentierte Infos.

  7. Spannend finde ich den CV von Ulf Buermeyer, der sehr amerikanisch geprägt ist. Was in Deutschland auch bei einem ohne Zweifel überragend qualifizierten Juristen arrogant wirkt, ist in den USA Standard, ansonsten wird man schlicht nicht ernst genommen.

    • vielen Dank für diese Einschätzung. Bezieht sie sich auf die deutsche oder die englische Fassung? In der Tat habe ich die deutsche Fassung nämlich im Hinblick auf die anderen Gewohnheiten hierzulande “entschärft”. Ggf. müsste ich vielleicht noch ein wenig tiefstapeln, denn arrogant soll die natürlich nicht rüberkommen.

      • Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, vermutlich hatte ich die englische Version gelesen. Heute jedenfalls wird mir unter http://buermeyer.de/wp/?page_id=66 die englische Version angezeigt.

        Im Rückblick erscheint mir mein Kommentar aber zu absolut formuliert. Aber ich glaube tatsächlich, dass man als jemand, der schon viel geleistet hat und das auch erwähnt, als arrogant wahrgenommen werden kann in Deutschland (oder überhaupt im deutschsprachigen Raum). Allerdings kann man dagegen nicht viel unternehmen, denn sollte man den eigenen Lebenslauf verleumden?

  8. Ganz tolle Folge, vielen Dank dafür. Was für ein interessanter Gesprächspartner, dem man sicher noch länger zuhören könnte. Startete Hr. Buermeyer einen Law Podcast… ich wäre sein erster Hörer!

  9. Man braucht nicht naiv sein, man kann sich dieses Themas von überall her nähern, z.B.
    http://www.peterrichter.tv/warm-duschen-sechs-feldpostkarten-aus-den-usa/

  10. This American Life ist meiner Ansicht nach ein schlechtes Beispiel für einen Podcast. Die Sendung ist ohne Zweifel absolut hervorragend. Allerdings ist die Sendung hauptsächlich eine Radiosendung und hatte vor ein paar Jahren sogar eine eigene Fernsehserie.

    Nach 6 Jahren in den USA (Palo Alto, SF und nun Portland), ist für mich klar, dass die USA einfach zu groß sind. Die Lebensrealität denen man hier in verschiedenen Teilen des Landes ausgesetzt sind, sind einfach zu groß um ein kohärentes Gesellschatfsbild und Wertsystem zu bewahren. Dadurch wird gegenseitiges Verständnis in politischen Debatten fast unmöglich. Hier wird zwar viel umgezogen, aber nur innerhalb bestimmter, nicht unbedingt geographisch verbundener Regionen. Etwa wird viel zwischen SF, LA und NYC umgezogen. Aber es gibt dennoch eine massive Kluft zwischen den beiden Küsten im Vergleich zum Landesinneren. Wenn wieder politische Entscheidung getroffen werden sollen, ohne die Hälfte des Landes zu verärgern, muss das Land einfach aufgeteilt werden.

  11. Ihr sprecht mir aus dem Herzen: “Podcasts in Deutschland heißt: Ein paar Männer (oder Frauen) reden über Technik”. Man könnte ergänzen: Oder wollen lustig sein. Zum Glück gibt’s Küchenradio! Was mir an euch gefällt, ist, dass ihr mit wenig Aufwand und ohne Budget viel sinnvollen, interessanten Inhalt erzeugt. DocPhils Reportage vom Teufelsberg zum Beispiel, oder einfach gute Talks mit Leuten, die was zu sagen haben. “ThisAmericanLife” ist sicherlich klasse, aber für mich ist das eher eine Radiosendung mit vorproduzierten Beiträgen von bezahlten Autoren und festangestellten Redakteuren – die als Podcast vertrieben wird. Eher ein Role Model für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk also (und wie schade, dass die so etwas nie versuchen).

      • 13. August 201408:21
        Stephan Fleischhauer

        “Podcasts in Deutschland heißt: Ein paar Männer (oder Frauen) reden über Technik”

        Mir fällt auf, dass das Wort “Männer” immer wieder in einemabfälligen Tonfall artikuliert wird – auch hier. Warum eigentlich?

        Oft auch in der Variante “weiße Männer” oder “heterosexuelle weiße Männer”.

        Klar, Podcast ist erst dann ein etabliertes Medium, wenn es gesellschaftlich in die Breite geht, wenn auch Frauen in großer Zahl vertreten sind (so wie etwa im Zeitschriftenmarkt).

        Aber so wird das ja nie gesagt. Stattdessen werden lieber Männer abgewertet.

        Das wirkt auch nicht gerade aufrichtig. Vor allem wenn es aus Männermund kommt. Es gäbe ja eine einfache Lösung: Philip, Andreas und Cindy nehmen sich mal zurück und überlassen den Frauen das Mikrofon.

        Mir gefällt diese Unaufrichtigkeit nicht.

        Was ist eigentlich der sachliche Kern der obigen Aussage? Sind Podcasts von Männern weniger erfolgreich? Behindern die Männer den Erfolg des Podcasts? (Haben sie das Medium Podcast nicht vorangetrieben?)

        • Die Aussage meint: Unter denen, die Podcasts machen, ist eine Bevölkerungsgruppe und sind bestimmte Inhalte überrepräsentiert. Das macht die Podcasts und Themen nicht schlecht oder unwichtig. Mir ist aber allgemein daran gelegen, auch im Medium Podcast eine größtmögliche Vielfalt zu haben – personell und thematisch. Denn einmal bildet sich unsere Welt so auch in Podcasts facettenreicher ab und darüber hinaus hätte ich gern, dass mehr Menschen Podcasts hören und das wird wahrscheinlicher, wenn die personelle und thematische Vielfalt zunimmt.

    • 14. August 201409:14
      Ich Ich Ich

      Ich wollte dazu auch noch anmerken, dass es mir bisher nicht gelungen ist, einen amerikanischen Podcast zu finden der mir gefällt, gerade weil die so überproduziert und überformatiert sind. Das schöne an den deutschen Podcasts ist gerade, dass die so entspannt und wenig formatiert sind.

  12. Die deutsche Version von “This American Life” ist “Einhundert” von DRadio Wissen.
    Kann ich Podcasthörern nur ans Herz legen: http://dradiowissen.de/einhundert

  13. Hallo,

    herzlichen Dank für die aktuelle Ausgabe. Als NewYork-Liebhaber interessiert mich das Thema ganz besonders.

    Thema Steuern:
    Es ging im Podcast um den Steuersatz der Reichen, der so bei 12% oder so nur liegen soll. Ich habe gerade heute einen Artikel gelesen, daß einige Unternehmen aber aus USA “fliehen” da für Unternehmen ein sehr hoher Steuersatz fällig sein soll, siehe diesen Artikel:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/warren-buffett-hilft-burger-king-bei-uebernahme-von-tim-hortons-a-988038.html

    Könnt Ihr dazu etwas sagen?

    Danke!

  14. Also nochmal zu TAL und Mike Daisey:
    Erstens mal ist TAL NICHT Journalismus. TAL sind Geschichtenerzähler. Das können sie sehr gut, keine Frage aber es ist trotzdem nicht Journalismus. Gerade bei der berühmten “Redacted”-Folge merkt man warum: erstens haben sie nicht Mike Daiseys Qellen gecheckt was man als guter Journalist zu machen hat. Dann hätten sie schonmal gemerkt, dass Daisey einige Figuren in seiner Show erfunden hat.
    Zweitens ist die Show von Mike Daisey inhaltlich immer noch richtig. Es ist nun mal so, dass Foxconn-Mitarbeiter in hoher Zahl Selbstmord begehen. Foxconn Netze um die Häuser spannt, damit die Selbstmörder nicht auf den Boden klatschen . Es ist nun mal so, dass die repetitiven Arbeiten und hohen Stundenzahlen schädlich für die Gesundheit sind, Foxconn und Apple das aber nicht interessiert, weil die billigen Arbeitskräfte vor Foxconn Schlange stehen…

    Das sind alles Punkte, die TAL nicht in der Härte rübergebracht hat wie Daisey. Meiner Meinung nach wollten sie nur ihren Arsch retten und haben Daisey einfach komplett diskreditiert. Das ist einfach nur feige, und auch gemein gegenüber den Arbeitern in China.

    Falls ihr euch fragt warum ich so emotional darauf reagiere: ich habe Daisey in New York im Public Theater live gesehen. Eine der mitreißendsten Shows die ich je gesehen habe. Vielleicht habe ich mich auch blenden lassen, mag sein, aber sein Punkt, nämlich die Mißstände die hinter der hochglänzenden Fassade von Apple exisiteren ans Licht zu bringen, sollte man deshalb nicht vernachläßigen oder ignorieren (wie es in der Technik-Szene leider zu oft geschieht).

    • TAL hat schon einen journalistischen Anspruch. Sie haben meiner Erinnerung nach auch versucht, Daiseys Angaben zu überprüfen, haben das halt nicht gründlich genug getan. Dennoch muss Daiseys nicht schlecht oder falsch sein. Ist Unterhaltung/Show, da darf man das.

  15. Eine sehr schöne Folge :)

    Ein paar eigene USA-Eindrücke.

    Background: Deutscher. Ich war 1992 ein Jahr in der Highschool in Madison, WI, dann 1999 ein Jahr in Boston, MA als Student und lebe seit 2011 im Silicon Valley – als IT-Fritze natürlich.

    1. San Francisco: Die Market Street ist auch abends ziemlich ruhig und sicher. Ebenso die Union Square und auch Yerba Buena. SOMA (South of Market) geht auch noch. Nordwestlich (Ellis St. und Parallelstrassen) der Market hatte ich immer ein sehr ungutes Gefühl.

    2. Ich war schon zu den Zeiten der 2. Obama-Wahl hier und habe die Gesamtwahl mitbekommen (nicht nur auf Bundesebene) und war von der amerikanischen Demokratie durchaus beeindruckt. Es gab die paar Bundes-Kreuzchen, die man machen konnte. Dann war die Wahl in Californien – da aber nicht nur das Parlament, sondern auch rund ein Dutzend Propositions (Gesetztesvorschläge). Und dann ging es eben weiter zu County (Santa Clara) und Ort (Palo Alto). Da wird dann jeweils auch der Stadtrat bzw. der Counties gewählt. Aber auch etliche Propositions (z.B. wurde eine höhrere Einkommenssteuer zur besseren Finanzierung der Schulen beschlossen) waren dabei und – wie man es aus Filmen kennt – dann auch der Feuerwehrchef, der Polizeichef, der Schulrat etc. Insgesamt waren es dann rund 80 Kreuzchen, die es dort zu machen gab. Und die Leute sind dort durchaus engegierter als man es in der deutschen Lokalpolitik kennt. Ich denke auch wegen diese direkten Demokratie herrscht zum Teil diese Ablehnung von Washington. Ich finde das sehr Vergleichbar damit, wie man in Deutschland auf Brüssel blickt.
    Gleichzeitig ist Californien (das ja trotz unglaublicher wirtschaftlicher Stärke fast Pleite ist) ein Symbol für die politische Blokade, die die beiden Grossparteien verursachen.
    Einen Aspekt hat Ulf meiner Ansicht nach zu kurz gegriffen: Ein grosses Problem der amerikanischen Politik ist die Starke verbundenheit der Abgeordneten mit dem eigenen District (eben nicht nur die finanzielle). Das führt sehr oft dazu, dass die Abgeordneten Bundesinteressen weit hinten an Stellen, sondern nur die Interessen ihrer Region vertreten. Das macht aber die Mehrheitsbildungen/-findungen innherhalb der beiden Flügel unglaublich schwer.

    3. Ich lebe hier in einer Gegend, in der die meisten Bewohner wie ich bei den grossen IT-Konzernen arbeiten (andere müssen wegen der enormen Lebenshaltungskosten Pendeln: Entweder nach South SF, South San Diego oder die andere Seite der Bay). Dennoch auch hier bei den Topverdienern diese Überlebenskampf spürbar. Ich war am Anfang durchaus erschüttert wie viele meiner Kollegen selbst Schusswaffen besitzen – viele auch mehrere. Ich glaube selbst hier im County wäre ein generelles Schusswaffenverbot nicht mehrheitsfähig. Gleichzeitig führt das aber auch zu einem unheimlichen Unternehmergeist. Aber auch zu einer ziemlichen Verachtung von “Zwangssolidarität” in Form von Sozialsystemen.

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