DI098 Was läuft schief bei der Energiewende? (Claudia Kemfert, Energie-Expertin, DIW)

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UPDATE, 16.4.2021, 13:00: In der ersten Audio-Version waren Spuren verrutscht, so dass das Interview fast unhörbar war. Ich habe das repariert und bitte um Entschuldigung.

Menschen, denen die Zukunft des Planeten nicht völlig egal ist, wissen: Wir müssen unser gesamtes Energiesystem auf erneuerbare umstellen. Die gesamte Energie, die wir brauchen – fürs Wohnen, Fahren, Reisen, für die Industrie – muss von der Sonne kommen.

Und dann hört man Sachen wie: Die Bundesregierung bremst den Ausbau erneuerbarer Energien. Kann das sein sein? Wie genau funktioniert das? Und wer macht das?

Darüber habe mich gesprochen mit Claudia Kemfert, Professorin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, dort Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt. Sie ist also Volkswirtin und vor allem eine Energie-Expertin.

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16 Kommentare

  1. Ich hätte so gerne ihre Argumente zu Ende gehört. Schade, dass sie oft so unterbrochen wurde. Ich musste das interview leider abbrechen.

    • Interessant, dass das offenbar mehrere von Euch so empfunden haben. Ich hatte eher das Gefühl, dass Frau Kemfert ganz schön viel Zeit für Antworten bekommen hat. Aber ich achte mal drauf. (Bisschen erschwerend kommt hinzu, dass wir sowas ja immer remote machen, diesmal auch ein ganz schöner Lag drin war. Aber ich achte mal drauf.)

  2. Lieber Philip,
    schon lange höre ich wöchentlich mit Spannung die Lage der Nation und bin ein echter Fan. Toll wie Ihr es immer wieder schafft die Lage wöchentlich so aufzuarbeiten, das ich immer wieder mit Spannung auf die nächste Folge warte. Das Interview ist ein Format, das ich erstmals mit Anne Will als Gesprächspartnerin angehört habe. Sehr spannend und in gewisser Weise lehrrecih, denn ich meine ein bisschen mehr zu verstehen wie das Talkformate von Frau Will funktioniert. Das Interview mit Frau Kemfert finde ich sehr spannend, weil es ein wichtiges Thema ist, das unsere Zukunft mitentscheidet. Richtig Toll, vielen Dank dafür.
    Ich habe allerdings auch einen Kritikpunkt der sich leider in dem Interview über eine lange Strecke des Stücks gezogen hat: Du unterbrichst die arme Frau in einer Tour, so das sie zeitweilig keinen Satz zuende sprechen kann. Ich habe irgendwann angefangen innerlich zu zucken, wenn Du ihr wieder über den Mund gefahren bist, um ihre Sätze zu beenden und ihr immer nur blieb mit den Worten “ganz genau” zu bestätigen, das Du ihren Satz richtig beendet hast? Das kann im Journalismus ein wichtiges Instrument sein, wenn man das Gefühl hat, das Gespräch schlägt eine falsche Richtung ein. Aber in diesem Interview habe ich das ehrlichgesagt überhaupt nicht verstanden. Man könnte sich an die unschöne Situation mit Frau Brinkmann zu Gast bei Markus Lanz erinnert fühlen. Das ist aber, soweit ich mir bisher ein Bild machen konnte eine Ausnahme gewesen. Es ist nichtsdestotrotz ein toller Podcast, den ich guten Gewissens weiterempfehle.

  3. Lieber Philip,
    ich da bei Wolfgang. Sowohl beim Lob, als auch bei der Kritik. Etwa ab Minute 17 geht es ganz schlimm los mit den Unterbrechungen.
    Unabhängig davon ein dickes Lob für diesen Podcast und für die Lage.
    Ich empfehle beide immer wieder und sehr gerne.

  4. Höre gerade die aktuell verfügbare Version auf Spotify, leider noch mit Unterbrechungen.
    Trotzdem sehr spannendes Interview.

  5. Alle Weichen waren zu viele Jahrzehnte lang, wider besseres Wissen, in die entgegengesetzte Richtung gestellt. Wir haben es vermasselt. Das sind keine Zukunftsprobleme mehr. Es sind Probleme der Vergangenheit. Homo sapiens wird daran elendig verrecken.

  6. 17. April 2021 um 18:23 Uhr
    Henriette Seeberger

    Hallo,
    ich habe eben den Podcast über Overcast gehört und ich muss sagen, auch mit der korrigierten Tonspur geht es mir wie den Vorkommendierenden; es wirkt immer noch so als würdest Du Frau Kemfert mehrfach unterbechen.

    Aber was die Positivkritik angeht, kann ich nur zustimmen. Tolle Gesprächspartnerin und tolle Themen!

  7. Lieber Philip,
    ich kann mich Wolfgang S. (16-04-21 10h) nur anschließen-> über das LOB für die
    “Lage der Nation” (LDN). Eine kompakte intensive Aufarbeitung, die viele Themen
    nochmals besser ausleuchtet und oft unbekanntere Hintergrundinformationen liefert,
    echt empfehlenswert.
    Gut, das die verrutschte Spur bei DI (Cl. Kemfert) rasch korrigiert wurde, obwohl
    ich den schon genannten Effekt (Ausreden lassen) auch nach der Korrektur noch so empfand.

    Frau Kemfert ist eine kompetente Person auf vielen Gebieten (speziell der Energiewirtschaft) und sie versuchte richtiger Weise darauf hin zu arbeiten, dass diese (vermeintlich) einfachen, eleganten, bequemen Lösungen (regenerative Energien, Elektromobilität, Wasserstoffwirtschaft, uvm. die unabdingbar sind und forciert werden müssen) VÖLLIG unzureichend sind.
    Sie hat recht, wenn sie bei der Mobilität darauf verweist, das eine Abkehr von der “Stehzeug” Autofixierten Politik überfällig ist. Der MiV (Motorisierter Individual Verkehr) gehört zumindest in Städten der Vergangenheit an. Die gehypte Elektromobilität spielt aber in der Öffentlichkeit dabei eine x-fach überhöhte Rolle. … leider habe ich bei vielen Politikern festgestellt, das sie glauben “Verbrennungsmotor durch E-Motor ersetzen” und alles ist OK.

    Aber zurück zur Energiewende, diese Thematik ist im Podcast BTO “beyond the obvious”
    #35+36 (August 2020) sehr gut erläutert und weitergehender analysiert.
    Vor allem die Begriffe Leistung und Arbeit sehe ich als ein typische “Problem” der Vereinfachung in der öffentlichen Wahrnehmung bzw. im Politiker-sprech.

    Ich bin selbst in der Energiewirtschaft tätig und befasse mich Primär mit der
    Optimierung eines Kraftwerksystems. Mein Diplomarbeitsthema (1997) war die Integration “kleiner” Energiespeicher in bestehende Energiesysteme und Strukturen.
    Kleine hieß dabei in Leistung/Energieinhalt GW/GWh (soll heißen für uns Ottonormalverbraucher unvorstellbar GROSS, kilo-> Mega-> Giga dazwischen jeweils Faktor 1000). In der ganzen Debatte wird ein wesentlicher Punkt geflissentlich unter den Tisch fallen gelassen.

    Der Skalenfaktor:
    unsere Gesellschaft ist an eine permanente Stromverfügbarkeit gewöhnt und diese Sicherheit wird mittlerweile als selbstverständlich hingenommen.
    Dabei wird bei allerlei energiesparenden Produkten und Produktlösungen vernachlässigt, das wir für einzelne Anwendungen zwar x-fach weniger Energie benötigen, aber auf der anderen Seite die Nutzung der gl. Anwendung ins mehrfache geht (Bsp. Anzahl Bildschirme am Arbeitsplatz, oder Mobiltelefone, Tabletts, Smart-TV, Streamingdienste, usw. )

    Der Wunsch die verschiedenen Sektoren mit Sektorenkopplung regenerativ versorgt zu wissen, klingt wie die in den 1970/80/90… Jahren angepriesene Kernfusionstechnologie. Die immer in einem zeitlichen Horizont von ~50 Jahren als Heilsbringer galt.

    Ein simples Beispiel aus der Stromwirtschaft und der Problematik ist die Entkopplung der Gleichzeitigkeit von Erzeugung und Verbrauch (durch Stromspeicher), die bei vermehrter regenerativer Erzeugung unabdingbar ist.
    Eine sogenannte Dunkelflaute von 5 Tagen (sowas ist pro Jahr nicht unüblich/eher normal) müsste bei 100%iger regenerativer Energieerzeugung mit Energiespeichern überbrückt werden können. Als Speicher für eine solche Absicherung sind z.Zt. in solchen Dimensionen nur Pumpspeicher technologisch machbar. Aber leider würde Deutschland 10000 (in Worten Zehntausend, da ist keine Null zu viel) ZUSÄTZLICHE solcher Speicher in der Größenordnung benötigen, wie sie derzeit im Einsatz sind. Fun fact, das letzte dieser Art wurde 2003 in D gebaut, die Liste der aufgegebene Projekte ist lang.
    Auch die Alternative weitere Höchstspanungstrassen (deren Bau in D ja ebenfalls überall gebremst werden) würde das Problem des gleichzeitigen Verbrauches nicht lösen.

    … das Beste ist, dass diese bekannten Status quo Problematiken mit den günstigsten Regenrativen Varianten (Wind/Sonne) schon nicht zu handhaben sind. Dann soll aber noch die gesamte Mobilität und der Wärmesektor und die industriellen Wirtschaftsbereiche mit erneuerbarer Energie/Wasserstoff versorgt werden… gut da brauchen wir noch ein wenig Fantasie, kreative neue Techniken und noch mindesten 50 eher 100 Jahre, damit in der benötigten Größenordnung der Bedarf gedeckt werden kann. Die Zeit haben wir aber nicht, da die Auswirkungen viel zu schnell mehrere Points of no return oder noch besser Kippunkte überschreiten werden.

    Es bleibt noch der wichtigste Aspekt, den sich keiner mehr in der Öffentlichkeit zu sagen traut, seit die Grünen in den 90er Jahren 5 DM/l Benzin verlangten, weil das den politischen Tod bedeuten kann. (Vielleicht auch der Grund für Robert Habeck “rumgeschwurbel”)

    Sparen, Verzicht, reduzieren … oder noch treffender
    konsequente Anwendung des Verursacherprinzips.
    Schluss mit Externalisierung interner Kosten, sowie der
    Privatisierung der Gewinne und Sozialisierung der Verluste!
    Auch, wenn das zur Folge hat, dass sich “viele/s” nicht mehr geleistet werden kann.

    Zum Schluss nochmals vielen Dank für Eure klasse Themen, Aufbereitungen und Gäste.
    Durch LDN bin ich auf Das Interview- Format aufmerksam geworden und bin auch hier begeistert.
    BTW ist mir bei dem Anne Will Podcast aufgefallen, welche Sprachkultur bei Euch, Ulf und Philip, herrscht. Es ist wohltuend, wie ruhig Frau Will spricht und ich glaube in der ganzen Sendung kein einziges mal das hässliche Füllwort “äh” bemühen muss (eine kleine Pause anstelle dieses Gedanken/Lückenfüllers) vermittelt einen viel seriöseren Eindruck.
    Danke dafür und weiter so, viel Erfolg & VG

  8. Hallo Philip,

    vielen Dank für diese sehr spannende Folge, ich bin auch sonst schon treuer Lage-Hörer. Hier wurden so viele unheimliche wichtige Punkte angesprochen, die insbesondere auf der regulatorischen Seite unverzichtbar sind, um unseren Planeten noch halbwegs zu retten. Als passionierter Radler (aber auch Autofahrer) kann ich bestätigen, dass die Situation in Berlin schlicht desaströs ist, selbst brandneue “Radwege” sind einfach nur lebensgefährlich. Die Infrastruktur ist ein leider negativ herausragendes Beispiel für unseren verkrusteten Verwaltungsapparat.

    Da ich kürzlich meine Ausbildung als Volljurist erfolgreich beendet habe und somit im Rahmen des Referendariats diverse Behörden inklusive BMWI von innen gesehen habe, kann ich bestätigen, dass es dort wie “im Mittelalter” abläuft. Alles was Veränderung mit sich bringt stößt dort instinktiv auf Widerstand, selbst in Anbetracht evidenter Nachteile der herrschenden Zustände. Die von ihnen beiden hier skizzierte behördengestützte Ausbremsung der Energiewende habe ich im Referat Bergbau live miterlebt. So hieß es bei einem Abteilungstreffen der Abteilung Industriepolitik von dem damaligen Abteilungsleiter Zitat: “Eine CO2-Steuer wird es mit uns nicht geben”, darauf brach entspanntes Gelächter aus. Im Übrigen sieht man ähnlich träge Verhaltensmuster auch bei der Bearbeitung von Bewerbungen. Wenn ich mich bei einer Anwaltskanzlei bewerbe, bekomme ich innerhalb von 2-3 Tagen eine Antwort samt Gesprächstermin. Bei Bewerbungen bei z.B. der berliner Senatsverwaltung oder Bundesministerien höre ich erstmal grds. 3 Monate lang gar nichts. Auch insbesondere die Pandemie fördert zutage, dass der deutsche Verwaltungsapparat organisatorisch und leider teilweise auch personell nicht für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerüstet ist. Stichwort: “ehernes Gesetz der Oligarchie”.

    Die unnatürlich enge Verstrickung der Politik mit der Wirtschaft ist da auch nicht gerade förderlich. Ein echtes Lobbyregister wird ja schon seit Jahren blockiert und letztlich ist es daher nur konsequent, dass die korrupteste Partei Deutschlands noch immer regiert – mit eher mäßigen Nutzen für die Gesamtbevölkerung und die Erde.

    Beste Grüße,
    Peer

  9. Hallo Philip,
    inhaltlich ist das Interview mit Claudia Kempfert hochinteressant und enorm wichtig. Danke dafür! In Bezug auf die Gesprächsführung, war es für mich phasenweise jedoch eine Zumutung. Die Art und Weise, in der du das Gespräch mit Unterbrechungen steuerst und damit leider einen fließenden Gesprächsablauf unterbindest, läuft, das fiel mir sofort ein, nicht zuletzt dem Titel des Podcasts entgegen. Aus dem, was ein Interview sein will, wird dann fast eine Art Verhör.
    Lass mich das stark überzeichnen, um den Punkt zu verdeutlichen: Man könnte den Eindruck gewinnen, deine Gesprächspartnerin spiele die Rolle einer Sprechpuppe, die durch Reißen an den Schnüren in die gewünschte Richtung gezogen wird. Aber sie ist halt doch ein Mensch, und Menschen führen ihre Gedanken gerne zum Ende. Zumal wenn sie nicht weitschweifig formulieren, wie im Falle von Frau Kempfert.
    Als jemand, der therapeutisch arbeitet, fiel mir auf, dass die Pausen von Frau Kempfert von Unterbrechung zu Unterbrechung länger werden. Sie scheint die Zeit zu brauchen, um sich zu sortieren und in ihre voll bezogenen Rolle zurückzukehren. Denn das kostet ja durchaus auch innere Kraft.
    Es zeichnet gute Interviews aus, dass die Gesprächsleitung das Gegenüber elegant einfängt, ohne ihn oder sie sprachlich zu rüde anzufassen. Zu hören bekommt man diese Qualität bei vielen der ZEIT-Podcasts und im SWR2-Forum. Die Interviewten sollten sich in der Situation so wohl fühlen, dass sie über sich hinauswachsen und voller Leidenschaft mehr sagen, als sie ursprünglich preisgeben wollten. Unterbrechungen wirken dem ganz klar entgegen, wie man aus der Kommunikationsforschung weiß.
    Letztlich sind das natürlich alles Geschmacksfragen, weshalb das, was mich zur Beschwerde motiviert, für eine große Zahl an Zuhörern den eigentlich Reiz des Podcasts ausmachen könnte. Alles ist möglich, wer weiß das schon.

    • Wie gesagt: Da war eine Spur verrutscht, so dass ich Frau Kemfert immer ins Wort gefallen bin. Die aktuelle Version ist gefixt. Sorry, wenn das nicht in allen Podcast Clients angekommen ist.

  10. Strom ist das zentrale Energietransportmedium, das ist richtig, aber Solarwärme kann einen erheblichen Teil der Wärmeversorgung übernehmen.

  11. Ging mir auch so. Die Unterbrechungen haben mir das Hörvergnügen genommen, sodass ich die Folge trotz großem Interesses nicht zuende hören konnte. Ich hätte gern die Antworten von Frau Kemfert in voller Länge ausgehört.

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