DI084 Wie Deutschland klimaneutral werden kann (Heinrich Strößenreuther, German Zero)

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Heinrich Strößenreuther war Bahn-Manager und Greenpeace-Kampagner. Mit German Zero hat er sein bisher größtes Projekt in Angriff genommen.


Deutschland soll bis 2035 klimaneutral werden, so das Ziel. Dafür hat German Zero alle Maßnahmen zusammengestellt und will die jetzt in ein Gesetz gießen, dass in zwei Jahren den Bundestag passieren soll – mit einer Zweidrittel-Mehrheit. Wie das gehen soll erklärt Strößenreuther im Gespräch mit Philip Banse.

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7 Kommentare

  1. Ich finde das Interview und auch die Initiative GermanZero super! Gerne hätte ich noch etwas detailliertere Fragen zum Thema Restbudget gehört, weil die Verteilung des globalen Restbudgets auf die Länder vermutlich ein Knackpunkt in zukünftigen Diskussionen sein wird. Hier einen Konsens zu haben ist m.E. der Schlüssel zu einem Konsens der gesamten Initiative.
    Insgesamt sehr schöner Podcast, gerne weiter so!

  2. 2. März 2020 um 10:20 Uhr
    Patrick Huesmann

    Hallo Philip,

    der MR Podcast ist super wichtig und verdient auch eine saubere Monetarisierung.
    Aber die Art und Weise, wie Werbeblöcke angekündigt werden und auf eine Küchenstudio-Paypal-Adresse verwiesen wird, wirkt aus Sicht eines Küchenstudio-Plus-Abonnenten nicht ganz zu Ende gedacht und wirft Fragen auf:

    – Unterstützt man mit dem Küchenstudio+ Abo auch das MR oder nur die LdN? (In dem Fall wäre es evtl. sinnvoll, es in LdN-Abo umzubenennen?)

    – Falls die Einnahmen aus dem Küchenstudio+ Abo auch in das MR eingehen, wird es dann auch ein werbefreies MR im Abonnenten-Bereich geben (analog zur LdN)?

    Besten Dank vorab für die Klärung dieser Fragen, und ich freue mich schon auf neue MR-Folgen!

    • Hi Patrick. Danke für die Frage. Ich gebe zu, das ist nicht ganz klar kommuniziert.

      De facto ist Kuechenstud.io/+ ein Lage-Plus-Abo. Das hat sich einfach so entwickelt. Wir sind gerade dabei, das sauber zu trennen.
      Deswegen: Wenn man die Lage werbefrei hören will und die Lage unterstützen möchte -> Kuechenstud.io/+
      Für das Medienradio wird es etwas ähnliches geben, aber es ist noch nicht fertig.
      Hilft das?

  3. Danke für die neue Folge!
    Was mir in der Diskussion zu CO2-Steuern — hier im Medienradio von beiden Personen, aber auch in der Lage und auch sonst im öffentlichen Diskurs — nicht gefällt, ist der Fokus auf die Frage, was mit den Steuereinnahmen passiert; bei Euch spezifisch ob und wie sie sozial gerecht verteilt werden sollen. Das ist, für sich genommen, natürlich eine relevante und wichtige Frage. Jedoch:
    1.) Es handelt sich um eine Lenkungssteuer. Dadurch, dass man die wahren CO2-Kosten (die bislang nicht eingepreist waren) klar macht, in dem man sie auf den Preis aufschlägt, kann und wird der/die Konsument/-in hin zu Produkten wechseln, die weniger CO2-Schäden anrichten (weil sie günstiger sind) und Hersteller werden zu CO2-besseren Herstellungsverfahren wechseln, weil sie nun alle Kosten (und nicht mehr nur einen Teil) berücksichtigen müssen.
    Und nur deshalb, weil reales Verhalten von KonsumentInnen und Herstellern sich ändert, funktioniert die Steuer, d.h. sie verbessert die CO2-Bilanz.
    Dieser Punkt — die Steuer soll das Verhalten ändern und nur dadurch, dass das Verhalten sich ändert, hat die Steuer überhaupt eine Wirkung und damit einen Sinn — fällt i.A. völlig hinten unter. Er ist aber immens wichtig für die Akzeptanz und das Verständnis.
    2.) Ich bin skeptisch, dass es so einfach ist, zu sagen: Jemand, der/die im Monat zukünftig insgesamt 100€ an CO2-Steuern bezahlt und der/die am Monatsende von einen pauschalen Scheck von mindestens 100€ bekommt, ist der Steuer positiv gesonnen, weil er finanziell keine Einbußen hat. Für den homo oeconomicus wäre das rational, aber die Forschung zeigt ja doch klare Abweichung davon in der Realität:
    – Verlustaversion [1]. Ein Mensch ärgert sich mehr über den Verlust eines Betrags x als er sich über den Fund desselben Betrags x freut; wenn jemand also am selben Tag x € auf der Straße findet und auch x € verliert, fühlt er sich schlechter, als wenn er an dem Tag weder etwas verloren noch gewonnen hätte… obwohl in beiden Szenarien sich ja das Vermögen nicht geändert hat.
    – Negativity Bias [2], als ein Verteter von den vielen cognitive biases des Menschen.: Negatives wird stärker wahrgenommen als Positives (des gleichen Ausmaßes). Wird z.B. als Grund angeführt, warum wir einem Menschen (z.B. dem Partner) eine negative Sache nicht nach einer positiven Sache verzeihen, sondern es mehr Positives braucht.
    – die zeitliche Dimension: die “Belohnung” (der Scheck am Monatsende) ist zeitlich sehr weit weg von dem Akt des Kaufens mit erhöhtem Preis während des Monats. Die Forschung dazu, wie man (positive) Gewohnheiten bildet (“habit formation”) zeigt, dass Belohnungen, die weit weg liegen — z.B. ich belohne mich am Wochenende, wenn ich die Woche über nicht prokrastiniert habe — nicht funktioniert, weil der unmittelbare Bezug nicht da ist, während das Leid (das Arbeitsleid in meinem Beispiel) aber ja sofort da ist, wenn man sich zum Arbeiten entscheidet.

    Aber: nur weil ich skeptisch bin, dass es so einfach funktioniert, will ich nicht sagen, dass die Umverteilung eine schlechte Idee ist. Ich wollte nur warnen, dass es nicht bei jedem so einfach wirkt. Man kann natürlich auch immer hoffen, dass bei der Wahlentscheidung viele Leute doch sehr rational sind und sich sagen “egal, wie sichs anfühlt, ich weiß ja, wie es wirklich ist” und sich entsprechend entscheiden.

    [1] z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Verlustaversion . Von den Nobelpreisträgern Kahneman und Tversky bereits 1979 beschrieben.
    [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Negativity_bias

  4. Moin,

    Ich muss ja ehrlich sagen, dass ich kein Fan von dem GermanZero-Vorgehen bin. Tretet mal bitte ein Schritt zurück: Da wird ein Expertenrat(?) aus handverlesenen Vertretern aus der Industrie, Landwirtschaft etc. zusammengestellt, der dann ein Gesetzespaket erarbeitet, dass dann “der Politik den Rücken für die richtigen Entscheidungen stärkt.” (vgl. https://germanzero.de/fahrplan ) Ist dafür in einer repräsentativen Demokratie nicht schon ein Parlament da? Wozu gehe ich eigentlich wählen?

    • Wird ab ca. 1:06:30 gefragt von Philip, wenn auch dann vielleicht nicht so vollumfänglich beantwortet, wie es schön gewesen wäre.
      Meine persönliche Sicht ist das, was auch in der “LdN” schon öfter angesprochen wurde:
      1.) Lobbyismus hat teilweise einen sehr großen Einfluß auf die Politik und die Gesetzgebung.[1]
      2.) Die Zivilgesellschaft hat nahezu keine Lobby-Vertretung und darum einen immensen Nachteil, gegeben 1.). Das hat vielfältige Gründe.[2] z.B. German Zero könnte diese Lücke füllen.

      Man kann bedauern, dass es nötig ist, aber pragmatischerweise feststellen, dass es aktuell nicht anders geht.

      [1] Beispiel, aus Medienradio 82: Gesetzestext, der nahezu identisch ist mit der Vorlage eines Lobbyisten.
      [2] Beispiele: a) eine Firma kann Lobbyismus steuerlich als Kosten geltend machen, Privatpersonen nicht; b) es ist für 80 Mio. Menschen sehr schwer, sich zu koordinieren; c) manchmal lohnt es sich schon für ein einzelnes Unternehmen, Lobbyisten zu bezahlen (z.B. Bayer ist ja probemlos groß genug); im Zweifelsfall können sich aber ein halbes Dutzend Akteure in einer Branche leichter koordinieren als 80 Mio. Personen; d) der Schaden schlechter Gesetzgebung für jeden einzelnen ist nicht groß genug, dass er oder sie einen Lobbyisten bezahlen kann- im Aggregat der Gesamtgesellschaft kommt aber eine riesige Summe zusammen.

  5. Die zeitlichen Vorstellungen gehen an jeder Wirklichkeit vorbei.
    Solarstrom ist an normalen Winterabenden und nach 18. 00 nicht erzielbar, müsste also vom
    Windstrom zusätzlich mit aufgebracht werden oder die Speicherung wäre anwendungsmäßig
    praktisch vorhanden. Die Zusagen in Paris haben alle Teilnehmer ohne Kenntnis der tat-
    sächlichen Voraussetzungen gemacht. Im übrigen müssen die Anforderungen alle Staaten
    fast gleichzeitig erfüllen sonst ist da Vertrauen weg. Eine Vorreiterrolle wie manche Träumer
    meinen geht nicht.

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