DI105 Werbung in Podcasts (Nikolai Longolius)

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Es gibt viele gute Gründe, Werbung in Podcasts abzulehnen. Werbung in Podcasts kann aber ein wichtiges und gutes Standbein für die Finanzierung von Podcasts sein – wenn die Werbung fair und sauber gemacht ist: für HörerInnen, MacherInnen und Werbetreibende gleichermaßen.

Nikolai Longolius und sein Team von der “Schnee von morgen Audio” haben (unter Mitwirkung und Beteiligung von mir und der “Lage der Nation”) dafür eine sehr flexible, mächtige und skalierbare Software geschrieben.

Mit ASAP können Podcast-ProduzentInnen dynamisch, also für jeden einzelnen Download, festlegen: Welche Werbung läuft an welcher Stelle? Publisher bekommen IAB-2.1-konforme Statistiken in Echtzeit, können die Software mit einem Klick deaktivieren und zahlen nur, wenn sie auch Geld verdienen.

Vermarkter und Agenturen können über die etablierten Werkzeuge per VAST Kampagnen buchen und in Echtzeit auswerten.

ASAP ist aber mehr als eine neuartige Dynamic Ad Insertion (DAI) Software: Da die Software Audio-Dateien bei Abruf erstellen kann, ähnlich wie Webseiten dynamisch, also erst bei Aufruf zusammengebaut werden, bieten sich perspektivisch auch unerforschte redaktionelle Möglichkeiten: Regionale Inhalte oder ein Audio, das nur aus den Kapitel der “Lage der Nation” zum Thema “Tempolimit” besteht.

Ich spreche mit Niko über das Projekt, unsere Zusammenarbeit, kostenlose Cross-Promos in der Community, den Werbemarkt allgemein – und wo sich Podcast-ProduzentInnen melden können, die ASAP nutzen wollen (kontakt@schneevonmorgen.com).

24 Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    vielen Dank für diese hochinformative und sehr spannende Podcast-Folge über dieses Projekt! Ich fand es auch wirklich sehr gut und interessant, dass ihr nochmal ein paar allgemeine Dinge zum Werbemarkt zusammengefasst habt!

    Zwei Rückfragen haben sich mir gestellt:

    1. Wie funktioniert das Zusammenspiel mit Kapitelmarken? Wenn ASAP irgendwo Werbung reinschneidet, stimmen für den nachfolgenden Podcast-Teil die im RSS definierten Zeitmarken für die Kapitel ja nicht mehr, oder wie läuft das?

    2. Ihr weist auf das Problem hin, dass Spotify die Episode nur einmal für alle Spotify-Hörer vom Host-Server herunterlädt und sagt schließlich, dass das aktuell kein Problem für ASAP ist. Aber warum ist das kein Problem? Das wird leider nicht erklärt oder habe ich das nur nicht verstanden?

    Nochmals vielen Dank für euer Engagement die Welt hier etwas besser zu machen und vor allem auch die Sichtweisen der freien und (platform-)unabhängigen Podcaster so stark zu berücksichtigen!

    Viele Grüße
    Tizian

    • Hey!

      zu 1.) Kapitelmarken werden bei Werbeintegration verschoben und stimmen immer.

      zu 2.) haben Deal mit Spotify, so dass jede Datei von unserem Server geladen wird.

    • Hey Tizian,

      Nikolai von der schnee von morgen hier. Sorry hatte dieses Forum gar nicht im Blick.

      1.) Genau das ist ein Problem. Deshalb verschieben wir bei Audioschnitten auch die damit zusammenhängenden Metadaten. Das ist im Detail recht komplex, aber im Ergebnis recht simpel: Die sollten dann stimmen.
      2.) Es gibt ein paar Unternehmen, die Caching-Strategien für Podcasts einsetzen. Teilweise (viele) für die Feeds – teilweise für die Mediendateien. Beides ist natürlich etwas “übergriffig” und lässt sich meist durch freundliche Gespräche lösen. Aber hier gibt es keine universelle Lösung, sondern man muss sich einmal mit jedem Partner auseinandersetzen.

      Lieber Gruß,
      Nikolai

      • Hallo,

        vielen Dank für die Antworten!

        Verstehe ich das richtig, dass die korrekte Verschiebung der Kapitelmarken durch ASAP nur funktioniert, wenn diese auch als Metadaten in der Audiodatei selbst definiert sind (wobei ich mich frage, ob die ID3-Tags von mp3-Dateien Kapitelmarken überhaupt unterstützen)? Ich habe Kapitelmarken nämlich bisher immer nur in der RSS-Datei (über den psc:chapters-Tag, wie auch im Feed der Lage der Nation) definiert, aber nicht in der mp3-Datei selbst; und die RSS-Datei kann von ASAP ja unmöglich dynamisch modifiziert werden, oder? Die lädt der Podcatcher ja auch nicht zusammen mit der mp3-Datei runter, sondern ggf. schon lange vorher.

        Im übrigen ist in der RSS-Datei ja auch die Dauer (itunes:duration-Tag) und Audiodateigröße (enclosure-Tag) definiert, die sich durch das Reinschneiden von Werbung auch ändern. Auch diese in der RSS-Datei gepflegten Werte kann ASAP ja nicht dynamisch korrigieren – oder etwa doch?

        Sorry, dass ich nochmal nachfrage, ich finde das nur interessant … zur Not gebe ich mich schon auch mit “ist komplex, aber funktioniert” zufrieden 😉

        Viele Grüße
        Tizian

        • Hey! Ja, Du musst Kapitel in der Datei haben. Den Feed fasst ASAP aus den von Dir genannten Gründen nicht an. Dafür kommt ASAP aber mit allen gängigen Dateiformaten klar und kann die Kapitel korrekt verschieben und anpassen.

        • Hey Tizian,

          also a) ja, das klappt im Moment nur, wenn es in den Metadaten der Audiodatei (muss keine mp3 sein) drin steht. Das ist aber auch das, was die meisten Podcatcher laden. Was das Problem mit den RSS Feeds angeht hast du Recht. Da Feed und Audiodatei stateless und zeitverzögert geladen werden können die nicht den gleichen Zustand repräsentieren. Damit kommen die Podcatcher aber alle klar.
          Wir bauen das System auch gerade so, dass wir Feeds dynamisch umschreiben könnten … das hat aber erhebliche Datenschutzrechtliche Implikationen … dafür müsste man nämlich jeden Hörer eine individuelle Feed-URL abonnieren lassen und damit hat man sowas wie Cookies in Podcasts gebaut und egal wie freundlich die erste Intention dabei ist – ich bin mir fast sicher das würde mißbraucht werden.

          Grüße,
          Nikolai

  2. Spannende Technik.

    Frage die sich mir stellt: Wie funktioniert denn das bei Streaming abruf?

    Also wenn mein Podcatcher die Datei als vorher runterlädt ist klar, ich bekomme eine der Varianten und kann die dann hören wann ich will, aber bei Streaming mit Unterbrechungen sind das doch eigentlich mehrere Teil-Downloads. Bekomme ich da auch konsistent eine Variante? Wie wird mein spezifischer Podcast-Client da wiedererkannt?

    Was mich auch interessiert: Ihr sagt am Anfang dass das zählen von Downloads nicht ganz einfach ist, geht aber leider nicht darauf ein wie Ihr’s denn macht. Klar, ist etwas Off-topic, finde ich aber spannend.

    Ich verstehe dass da viel Potential drin ist und finde den Ansatz clever.

    Grüße,
    Florian

    • Hey Florian,

      ja du bekommst dann stabil eine Variante und ja das war nicht ganz trivial und hat in der Vergangenheit auch nicht immer geklappt. Es gab ein paar Zuschriften wegen “das Audio ist in der Mitte bei mir einmal gesprungen” und das waren Sessions wo das nicht geklappt hat.
      Im Kern identifizieren wir eine “Listening Session” und die soll dann stabil bleiben.
      Wegen dem Zählproblem. Das schaffe ich nicht in einem Satz hier weil das eher 1000 kleine als ein großes Problem sind. Aber soviel: Wenn du dir den IAB Standard dazu einmal ansiehst, dann bekommst du ein Gefühl dafür wie viele kleine Probleme die ansprechen müssen:
      https://iabtechlab.com/standards/podcast-measurement-guidelines/

  3. Pingback: Lage der Nation sagt Spotify den Kampf an - netzfeuilleton.de

  4. ein technisches Feedback: manchmal(*) wird beim Runterladen der Datei ein absurder (lange Folge zufälliger Zahlen/Buchstaben) Dateiname vorgeschlagen, den ich dann wieder von Hand in etwas sinnvolles ändern muss, obwohl der Link einen menschenlesbaren Namen enthält.

    Ein Beispiel: diese Podcast-Episode hat als MP3 den
    Link https://dts.podtrac.com/redirect.mp3/kuechenstudio.cdn.svmaudio.com/podcasts/medienradio/DI105.mp3

    Wenn ich sie per Rechtsklick speichern möchte, wird der Dateiname “dmFyaWF0aW9uX3YtMDMwNjZkMWU4MDM1NGI1ZDVkMTkwZmMwMzBlMjM2MzgxZDNkZGEyYl8yMDIyMDUyNV8xMjUwMzYubXAzPzNmNDA0OTcwNDM5YWNmZDg4ODcxM2QyNjhiNzRjMjI2NGQ2MjA0YzUwMzA2NmQxZTgwMzU0YjVkNWQxOTBmYzAzMGUyMzYzODFkM2RkYTJi.mpga” vorgeschlagen.
    Ich vermute mal, dass das so keine Absicht ist 🙂

    (*) Dieses Verhalten tritt nicht immer auf und ist abhängig vom Dateityp (mp3/ogg/m4a), vom Browser (Firefox/Chromium) und auch vom Podcast (Das Interview/Lage Der Nation), also sehr inkonsistent. Anderenfalls wird der verlinkte Name vorgeschlagen. Allerdings ist es seit einigen Wochen bei Firefox, MP3, Lage Der Nation stets kaputt.

    • Hey! Ist kein wirkliches Problem, aber schön ist es auch nicht.
      Das ist der Podlove-Player, der beim Dateidownload den Namen des letzten Hop der Weiterleitung und nicht des ersten durchgibt. Die neu gerenderte Datei mit Werbung heißt intern so kryptisch, aber diesen Dateinamen sieht man normalerweise nicht … außer hier.

      Wir denken mal drüber nach – ist wahrscheinlich ein kleiner Patch im PodlovePlayer.

    • Grüße und danke fürs Feedback,

      das können wir fixen. Hat mit dem Podlove Player nichts zu tun. Machen wir im Sommer weg.

      Lieber Gruß,
      Nikolai

  5. 9. Juni 2022 um 07:43 Uhr
    Christian Weiske

    Bei allen technischen Innovationen hat es auch ASAP nicht geschafft, Kapitelmarken für den Werbebeginn und das -ende in die Episoden einzufügen. Traurig.

  6. Pingback: Comment to https://www.kuechenstud.io/medienradio/podcast/di105-werbung-in-podcasts-nikolai-longolius/

  7. Bei mir hat das automatische Einbinden nicht funktioniert.

    Ich hab noch ein paar Fragen:

    Ich nutze das Apple Ökosystem und die Standard Podcast Apps.
    Bei mir werden demnach alle Podcast die ich höre auf 3-4 Geräten heruntergeladen.
    Der Zeitpunkt wann das passiert ist jedesmal ein anderer für jedes Gerät.

    Wie passt das mit der Zählweise des Systems zusammen bin ich dann bis zu drei Kontakten?
    Kann es sein das auf jedem meiner Geräte eine andere Version der Folge liegt?
    Was passiert mit langen Backlog and Episodendie zwar heruntergeladen aber erst nach Wochen/Monaten gehört werden?

    Aus meiner Sicht sind die Livezahlen von denen hier gesprochen werden alles andere als genau.
    Den gerade Podcast werden doch ganz anders gehört als Live-Sendungen oder Streaming-Content.

  8. Eine Frage zum Datenschutz und der angesprochenen Pseudonymisierung der User (IP-Adressen?): Ihr erwähnt an einer Stelle, dass Eure Kunden im ASAP einstellen können, dass Hörende eine Werbung maximal 3 oder 5 oder 10 Mal eingespielt bekommen, um sie nicht zu nerven. Wie geht dies mit dem “sofortigen Wegschmeißen der IP-Adresse” zusammen? Ihr müsst ja eigentlichen eine Hörerin bei einem weiteren Download (auch aus einem anderen Feed) re-identifizieren können, um dann z.B. die 11. Ausspielung desselben Spots verhindern zu können. Werden da irgendwelche device-Merkmale verhasht? Die IP-Adresse ist ja auch kein guter Identifier, wenn ich mal mit einer Heim-IP, Arbeits-IP, LTE-IP oder Hotel-IP runterlade. Streng genommen müsst ihr dann im ASAP-Server schon eine (zwar vielleicht nicht-personenbezogene, aber doch riesige) Datenbank der Download-Endgeräte haben, wem welcher Werbeschnipsel ausgespielt wurde.

    Zu der Kapitelmarken-Diskussion (die mir in der schönen Sendung auch zu kurz kam) noch die Anmerkung: Es ist schön dass Ihr dran gedacht habt, die Kapitelmarken für jedes Download-Device anzupassen. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass ihr hiermit die alte und bisher für alle gleiche Wahrheit, wie lang eine Podcastepisode ist, aufbrecht und damit absolute Zeitreferenzen in Podcast-Folgen (“springe zu Minute 23:42”) nicht mehr für alle gleich sind. Kein Weltuntergang, aber IMHO erwähnenswert.

    • Moin Henning! Zum ersten Punkt kann Niko etwas sagen. Zum zweiten Aspekt: Ja, Zeitangaben sind nicht verlässlich, aber dafür kann man ja sekundengenaue Links verschicken und ganze Kapitel verlinken. Mir ist das bisher nicht als Problem aufgefallen.

    • Hey Henning.

      Die letzte Anmerkung zuerst: Das stimmt. Wenn das Audio dynamisch wird (und damit auch die Länge), dann ist die Sendelänge nicht mehr für alle gleich. Und damit gibt es auch keine absoluten Referenzen mehr.
      Wegen IP Adressen / Identifier. Wir bilden einen Hash auf eine “Listening Session” aus gekürzter IP und User Agent (Die volle IP werfen wir als allererstes weg) – den gibt es aber nur während des aktuellen Hörvorgangs.
      Die Aussagen zu “Ein Spot nur so oft” sind – wenn wir das so gesagt haben – nicht ganz richtig. Wir können verhindern, dass ein Spot zweimal in einer Folge läuft, aber wir wissen nichts über Hörvorgänge aus anderen Podcasts und auch nicht aus dem gleichen Feed. Also nur statistisch – aber nicht konkret auf den User bezogen.

  9. Mir sind gerade beim Hören noch zwei Unklarheiten aufgekommen.

    1. Am Anfang erklärt Ihr lang und breit, dass das Problem beim automatischen Bearbeiten das Entfernen der Werbung aus der Datei ist. Nur ist mir im Laufe der Folge nicht klar geworden, warum man die Werbung irgendwann wieder rausschneiden muss? Die Datei ohne Werbung liegt ja zu jedem Zeitpunkt vor.

    2. Als es um Zählen der Downloads zur Abrechenung der Werbung ging erklärtet Ihr irgendwas von einem Netzausfall zum Erkennen von Betrug. Das kann ja nur relevant sein, wenn ich den Podcast beim Hören live runterlade. Auf so eine Idee bin ich in den letzten 13 Jahren Podcasthören noch nie gekommen. Der Vorteil von Podcast ist ja gerade, dass ich die Folgen automatisiert nach Erscheinen nachts runterlade und dann Wochen später irgendwann offline höre. Ist der Anteil an Hörer*innen, die das nicht so handhaben wirklich relevant? Oder ist das eine Folge der Schädigung des Podcastsökosystems durch Spotify und Apple?

    • zu 1) Es gibt zum einen bei vielen Podcastern alte Folgen, die Werbung fix enthalten und die man so entfernen kann. Darüber hinaus kann man auch redaktionelle Inhalte so entfernen, wenn sie zB. falsch/unaktuell sind.
      zu 2) Die meisten machen es wie Du, aber wenn man so ein System baut, will man ja korrekt zählen und dazu zählen eben auch viele Edge-Cases – von denen es wirklich erstaunlich viele gibt. Einer ist: Leute hören die Lage im Browser im WLAN der Uni, drücken auf Pause, hören sie weiter im Browser über LTE und beenden den Podcast im heimischen WLAN. Dauernd gibt es neue IPs etc. Nicht trivial.

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