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Werberichtlinien der Lage der Nation

Version 1.0 – Stand: 20. Oktober 2018

 

Vorbemerkung

Ein Podcast wie die Lage der Nation (“Lage”) lässt sich nur mit viel Herzblut und erheblichem zeitlichen Aufwand betreiben. Gerade für Philip, dessen Zeit als freiberuflicher Journalist im Wortsinne Geld ist, muss sich die Lage auch finanziell tragen. Daher haben wir uns entschieden, die Lage über einen Mix verschiedener Einnahmequellen langfristig tragfähig zu finanzieren. Derzeit setzen wir dazu auf Abonnements, Spenden, Live-Shows (“Lage live”) und kurze Werbeintegrationen (maximal zwei pro Lage).

Die Werbung macht derzeit mehr als die Hälfte der Einnahmen der Lage aus. Sie ist daher für den Fortbestand des Podcasts von zentraler Bedeutung. Spenden und Abos geben uns aber die Freiheit, Werbung gegebenenfalls auch abzulehnen.

Zugleich sind wir uns bewusst, dass wir als einer der meistgehörten Podcasts in Deutschland große Verantwortung tragen. Außerdem betrachten wir die Lage als journalistisches Projekt und fühlen uns journalistischen Standards verpflichtet. Dazu gehört, dass wir Redaktion und Werbung trennen und unsere Leitlinien zum Umgang mit Werbung transparent machen. Daher haben wir uns entschieden, unsere Policy auf dieser Seite offenzulegen und zugleich zur Diskussion zu stellen.

Dies ist ein lebendiges Dokument, das wir im Laufe der Zeit fortschreiben möchten. Dabei möchten wir unsere Erfahrungen und das Feedback unserer Hörerinnen und Hörer einfließen lassen.

 

Richtlinien für den Umgang mit Werbung in der Lage der Nation

  1. Redaktion und Vermarktung von Werbung sind – wie bei professionellen Medien üblich – bei der Lage der Nation organisatorisch strikt getrennt. Die Vermarktung übernimmt ein selbstständig arbeitender Vermarkter. Derzeit ist dies der Vermarkter AS&S Radio, der sowohl öffentlich-rechtliche wie auch private Radiosender vermarktet.
  2.  

  3. Die Redaktion der Lage erfährt nicht, mit welchen potentiellen Kunden der Vermarkter gerade Gespräche über eine mögliche Werbung in der LdN führt. So vermeiden wir, dass Interessen möglicher Werbepartner die inhaltliche Gestaltung der Lage beeinflussen könnten. Die Redaktion wird erst über bereits fest gebuchte Werbespots informiert.
  4.  

  5. Die Werbung in der Lage der Nation wird von redaktionellen Inhalten eindeutig durch Audio-Markierungen (“Jingles”) vor und nach einem Werbeblock getrennt und ausdrücklich als Werbung gekennzeichnet.
  6.  

  7. Wir machen keine Werbung, sondern wir veröffentlichen Werbung zahlender Kunden. Mit der Einblendung einer Werbeintegration in die Lage der Nation ist keinerlei inhaltliche Positionierung der Redaktion verbunden, insbesondere keinerlei redaktionelle Empfehlung. Unsere Werbekunden bezahlen alleine dafür, über unseren Podcast eine bestimmte Anzahl an Hörerinnen und Hörern zu erreichen. Eine persönliche Identifikation der Redaktion mit beworbenen Produkten ist nicht Gegenstand der Vereinbarungen mit den Werbepartnern und kann aus der Einblendung in unseren Podcast nicht geschlossen werden.
  8.  

  9. Die Redaktion schließt jede inhaltliche Änderung am Podcast als Reaktion auf den für die jeweilige Folge gebuchten Werbeintegration aus. Sie führt über die Inhalte des Podcasts auch keinerlei Gespräche mit den Werbekunden. Der Podcast spricht insoweit für sich.
  10.  

  11. Die organisatorische Trennung von Werbevertrieb und Redaktion hat ihren Preis: Inhaltliche Überzeugungen der Redaktion können bei der Vermarktung der Werbung im Grundsatz keine Rolle spielen. Dies führt zu einem Dilemma: Die Lage der Nation erscheint in einer westlichen Industriegesellschaft, in der sich nahezu alle Produkte und Dienstleistungen aus der einen oder anderen Perspektive möglicherweise berechtigt kritisieren lassen. Ohne eine detaillierte inhaltliche Beschäftigung mit den zu bewerbenden Produkten ist es aber nicht möglich, eine verantwortliche Entscheidung darüber zu treffen, wie ein Produkt positioniert ist. Außerdem wäre eine solche Bewertung höchst subjektiv. Eine inhaltliche Prüfung beworbener Produkte und Dienstleistungen würde aber erfordern, dass wir den für uns wesentlichen Grundsatz der Trennung von Werbevertrieb und Redaktion aufgeben. Daher nehmen wir keine Prüfung beworbener Produkte und Dienstleistungen im Einzelfall vor. Im Ergebnis werden in der Lage der Nation möglicherweise auch Produkte beworben, die Mitglieder der Redaktion bedenklich finden. Nicht selten werden Spots auch in einem Spannungsverhältnis zu redaktionellen Inhalten stehen. Das ist notwendige Folge der Trennung zwischen Werbung und Redaktion und Ausdruck unserer redaktionellen Unabhängigkeit.
  12.  

  13. Das heißt aber nicht, dass wir jede Werbung akzeptieren. Die Redaktion vereinbart mit dem Vermarkter in Form von roten Linien den Rahmen für die Vermarktung von Werbeplätzen in der Lage der Nation, die festlegen, welche Produkte und Dienstleistungen prinzipiell nicht in der Lage der Nation beworben sollen. Diese roten Linien verfolgen im Kern zwei Ziele: Sie sollen zum einen bereits den Eindruck von Interessenkonflikten von vornherein vermeiden. Zum anderen definieren sie ethische Mindeststandards. Diese roten Linien bedeuten derzeit:

     

    • Wir nehmen keine Werbung für politische Inhalte, politische Parteien, Ministerien und Behörden an. Denn Berichterstattung über diese Institutionen macht das Kerngeschäft der Lage der Nation aus.
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    • Wir nehmen keine Werbung mit sexistischen, rechtsradikalen, antisemitischen oder antiislamischen Inhalten an und lehnen auch sonstige Werbung ab, die zum Hass gegen gesellschaftliche Gruppen aufruft oder Ressentiments schüren könnte.
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    • Wir veröffentlichen keine Aufrufe zu Straftaten oder sonstige Werbung, die zur Gewalt aufruft oder Gewalt verherrlicht.

     

    Wir gehen davon aus, dass wir diesen Katalog im Laufe der Zeit ergänzen werden, und freuen uns über Feedback an team (a) lagedernation org.

 

Philip Banse

Ulf Buermeyer