LdN181 Corona, Interview: Achim Truger (Ökonom, Regierungsberater), Geflüchtete

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Corona 

Geflüchtete: Gerald Knaus im Medienradio

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Hausmitteilung

102 Kommentare

  1. Es gibt eine große Community von Makern (~5000 innerhalb von 2 Wochen) mit 3D-Druckern und Lasercuttern, die größere Mengen an Schutzausrüstung (hauptsächlich Schilde) an Krankenhäuser und Praxen kostenlos verteilen. Erwähnt das doch mal im Podcast, teilweise fehlen noch Kontakte zu bedürftigen Krankenhäusern etc (zB in Hamburg).
    https://www.makervsvirus.org/de/

  2. Hallo Ulf, hallo Philip,
    ich höre euren Podcast schon seit einigen Jahren und glaube daher, eure Standpunkte inzwischen relativ gut einschätzen zu können. Daher war ich bisher umso überraschter, dass ihr ausgerechnet die massive Einschränkung von Grundrechten in der momentanen Situation zwar erwähnt und kommentiert, aber meinem Eindruck nach nicht mit der gewohnten Schärfe (- immerhin hattet ihr in euren letzten shownotes einen kritischen Beitrag von Sascha Lobo verlinkt). Ja, es handelt sich hier um eine Pandemie, aber dennoch erschreckt es mich wie plötzlich elementare Grundrechte ausgehebelt werden können, ohne dass sich allzu viel Widerstand regt. Anscheinend muss “nur” die Begründung hierfür nachvollziehbar sein und schon ist ein Großteil der Bevölkerung bereit, die massive Beschneidung von Freiheitsrechten in Kauf zu nehmen. DIE ZEIT bringt immerhin ab und an auch kritische Beiträge (vgl. https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-03/ausgangssperren-coronavirus-verweilverbote-kontaktverbot-pandemie-ueberwachung). Etwas schärfere Kritik von eurer Seite bezüglich der Verhältnismäßigkeit der (momentanen) Maßnahmen würde mich sehr freuen. Momentan drängt sich ja fast schon wieder der Eindruck auf, die Politik der Bundesregierung sei alternativlos.

    Liebe Grüße
    Christopher

  3. Zum Thema Rechtsstaatlichkeit in Krisen:
    Meiner Meinung nach ist es völlig okay, dass gewisse Freiheiten vorübergehend während eines Notstandes beschnitten werden. Doch das muss doch in einem rechtlichen Rahmen ablaufen. Daher finde ich es umso erschreckender, dass einige Politiker das anders zu sehen scheinen. Beispielsweise der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, der ausdrücklich die Frage nach Recht (und Unrecht?) nach Hinten rückt (Es ging in dem Beitrag um eine innerdeutsche Abgrenzung von MV ). Natürlich gibt es da juristische Kniffe das zu umgehen über das Verabschieden neuer Gesetze.
    Ich frage ganz ehrlich und offen: wo ist denn da Schluss? Bzw. welche Abwägungen sind zulässig?
    Ich erwarte jedenfalls, dass sich Politiker vorher dazu Gedanken und ihre Entscheidungen transparent machen.

    Quelle: Tagesthemen vom 29.03.2020, ab Minute 6:40. (Link: https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-7417.html ).

  4. Hallo Ihr beiden,

    Erst einmal vielen Dank für euren Podcast, gut reflektierte und belegte Informationen zu bekommen ist heutzutage garnicht mal mehr so einfach!
    Ich wollte euch einmal auf das Projekt “Folding @ home” hinweisen. Hierbei werden in der wissenschaft benötigte Berechnungen in kleine Teilberechnungen aufgeteilt und an private Rechner vergeben. Damit kann jeder, der einen PC bei sich zuhause hat, mit nur sehr wenig Aufwand einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Coronavirus und anderer Krankheiten leisten. Betrieben wird das ganze von der Stanford University.

    https://foldingathome.org/

    Es würde mich freuen, wenn ihr das Projekt vielleicht kurz in eurem Podcast erwähnt.

    Liebe Grüße,
    Lasse

  5. Hallo,
    Ich möchte noch ein Thema adressieren, das in der Debatte der Verhältnismäßigkeit der Ausgangsbeschränkungen noch nicht diskutiert wurde. In der aktuellen Situation sehe ich keine Alternative zu Sozial Distancing. Aber was ist wenn jemand schon die Krankheit bekommen hat (vielleicht auch ohne Symptome). Darf man dieser Person den Ausgang noch beschränken, bzw. verbieten sein Geschäft wieder aufzumachen? Gerade wenn die wirtschaftliche Situation kritisch ist. So eine Person ist ja weder selbst gefährdet noch gefährdet diese Person jemand anderen.
    Und daran gleich anschließend, wie läßt sich diese Situation noch kontrollieren. Sind wir dann wieder bei „Armbinden“

    • Wir werden sicherlich in Kürze eine Art von Survivor Badge bekommen … Corona, I did it oder so. Denn in der Tat lassen sich Beschränkungen gegenüber dieser Gruppe kaum rechtfertigen.

  6. Lieber Philip, Lieber Ulf,

    Ich höre sehr gerne die Lage der Nation und kam deswegen auf die Idee, Sie bezüglich einer Frage und gleichzeitig einer Bitte anzuschreiben.

    Wie Sie vermutlich selbst wissen, wurde gestern über den Abschlussbericht des BKA bezüglich des rechtsextremen Terroranschlags in Hanau berichtet. In diesem, so Recherchen der SZ, wird die These aufgestellt, dass der Täter nicht in erster Linie von einer rechtsextremen Gesinnung getrieben worden sei. Auch sei Rassismus nicht das Hauptmotiv gewesen.
    Nun bin ich keine Mitarbeiterin des BKA und „kenne auch die Aktenlage nicht“, dennoch halte ich das Signal, dass damit gerade in rechtsextreme Communities aber auch an alle Menschen mit Migrationshintergrund gesendet wird, für absolut falsch. Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die täglich rassistische Diskriminierung erfahren und die u.A. seit der Tat in Hanau täglich mit der Angst leben, ebenfalls Opfer einer solchen Tat werden zu können. Ich finde es eine Schande, diese These so stehen zu lassen.

    Meine Frage an Sie wäre folglich: Sollte es tatsächlich soweit kommen, dass der BKA-Abschlussbericht mit einer solchen Aussage veröffentlicht wird, gibt es dann eine Möglichkeit rechtlich dagegen vor zu gehen? Auf welcher Grundlage könnte dies geschehen? Wie ist der Begriff “rechtsextrem” definiert? Ich bin nun wirklich Laiin und kann mir das durch ein Semester öffentliches Recht nicht erklären. Kann ich mich als Einzelperson gegen diesen Ermittlungsbericht wehren? Kann ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet werden? Wie läuft so etwas überhaupt ab?

    Außerdem wäre meine Bitte, dass Sie und Philip Banse in ihrem Podcast darüber sprechen!!
    Auch wenn Corona, sowie der mutmaßliche Suizid des hessischen Finanzministers Schäfer, gerade aktuell und auch wichtig zu thematisieren sind, muss dieses Problem angesprochen werden.

    https://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-hanau-rechtsextremismus-abschlussbericht-bka-1.4859441

    https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/hanau-taeter-bka-101.html

  7. http://www.uni-mannheim.de/gip/corona-studie/

    Das GIP (German Internet Panel) enthält neuerdings auch eine Corona-Komponente und die Zusammensetzung der Befragten ist nicht schlecht hinsichtlich Repräsentativität. Jeden Tag wird (ein ein Teil der TeilnehmerInnen) gefragt, wie es aussieht mit u.a.
    – der Arbeitssituation (ca. 50% arbeiten weiter regulär vor Ort!)
    – der Zustimmung zur Arbeit der Regierung und zu den einschränkenden Maßnahmen
    – subjektives Gefühl der Ansteckung.

    Grafisch nett aufbereitet in den täglichen pdf-Berichten. (Automatisches Erstellen von Berichten rules! ;) )

    Liebe Grüße nach Berlin, danke für Eure Arbeit.

  8. Liebe Lage, ich habe ein interessantes Interview mit Dr. John Ioannidis, Medizinprofessor der Stanford University in Kalifornien, gesehen, der einen wissenschaftlich-kritischen Blick auf die Pandemie legt und sich damit doch ziemlich von dem unterscheidet, den ich bisher verfolgen konnte. Er bezieht sich vor allem kritisch auf die bisher weltweit sehr vage Datenlage über den Virus und warnt vor überhasteten Lock-Down-Strategien. Dabei auch fallen auch sehr erhellende Informationen über Italien und deren Krise.
    Wenn auch recht lange ist es doch sehr sehenswert in der aktuellen Debatte. Gleich vorweg: Auch ich gehe sehr vorsichtig mit jedem neuen Beitrag in diesem Kontext um, finde aber keine Anzeichen von fake news bei dieser Person.
    https://www.youtube.com/watch?v=d6MZy-2fcBw
    Viele Grüße

  9. Hallo ihr zwei,
    habt ihr das hier gesehen? Die deutsche Autolobby will anscheinend Corona nutzen, um Gesetze zum Klimaschutz aufzuschieben:

    https://twitter.com/kkklawitter/status/1243577651094265857

    Unfassbar, wenn das wahr ist.

  10. Sehr geehrter Herr Buermeyer, sehr geehrter Herr Banse,

    vorweg einmal möchte ich sagen, dass dieser Kommentar sich auf die Lage der Nation Ausgabe 180 bezieht. Da allerdings nach jeder Folge hunderte Kommentare geschrieben werden, war ich mir nicht sicher, ob Sie noch regelmäßig Kommentare von vorherigen LdN-Folgen lesen (können), daher habe ich mich entschieden meinen Kommentar unter dieser Folge zu veröffentlichen.

    Ich finde die Lage großartig, höre sie regelmäßig und werde dies auch weiterhin tun. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle aber zu den im Folgenden aufgeführten Äußerungen von Ihnen etwas mitteilen:

    “Das Finanzamt ist da normalerweise „brutal“ und die fangen „sofort“ mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen an.”
    “Das Finanzamt ist vermutlich der „aggressivste“ Schuldner vor Moskau-Inkasso.”
    „DIE sind wirklich richtig schlimm. Mit denen lässt sich normalerweise überhaupt nicht reden.”

    1. Sie sagen nur “das Finanzamt”. Das klingt so, als ob es sich um ein fiktives, nicht greifbares Gebilde handelt, in dem keine Menschen Arbeiten. Ich kann Ihnen aber versichern, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Es handelt sich um ganz normale Personen, die sich – wie in jedem anderen Beruf auch – in den Ämtern bewerben, eingestellt werden und dann – wie in jedem anderen Beruf auch -ganz normal Ihrer Arbeit nachgehen.
    Natürlich mag das jetzt spitzfindig klingen, aber vor allem wenn Aussagen getätigt werden, die eine gewisse Öffentlichkeitswirkung haben, sollte man es doch etwas genauer nehmen. So besteht die Gefahr, dass eine komplette Berufsgruppe verunglimpft wird (unmenschlich wirkt).
    Vor allem fand ich den Vergleich mit Moskau-Inkasso total daneben.

    2. Es ist falsch, dass “sofort” Zwangsmaßnahmen ergriffen werden.
    Zwangsmaßnahmen folgen erst nach mehreren Mahnungen. Bis dahin sind bereits viele Wochen ins Land gezogen, in denen man sich mit den entsprechenden Bearbeitern hätte in Verbindung setzen können, um eine entsprechende Lösung zu finden. Das nicht immer alles optimal/richtig läuft liegt in der Natur der Sache. Bei VW wird auch nicht jedes Auto so funktionieren wie es sollte und der Friseur um die Ecke wird auch mal versehentlich die Haare auf und nicht um 5mm kürzen.

    3. Auch die Aussage, dass sich mit den Kolleginnen und Kollegen in den Ämtern nicht reden lässt kann ich so nicht unterschreiben.
    Vor allem Sie als Jurist, Herr Buermeyer, sollten doch wissen, dass auch wir uns nur ans geltende Recht halten. Die Abgabenordnung, das Einkommensteuergesetz, etc. lassen uns oftmals keinen Handlungsspielraum. Wir können ja nicht willkürlich Entscheidungen treffen.
    An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass in den Finanzämtern KEINE Gesetze gemacht oder geändert werden. Dies passiert auf politischer Ebene!

    Ich hoffe Sie können meine Kritik nachvollziehen und werten es nicht als “Angriff”, denn so ist es definitiv nicht gemeint. Ich freue mich auf die nächste Folge. Bleiben Sie gesund!

    • Wenn sie den Beitrag zu Ende gehört haben, dann wissen Sie auch, dass wir diese Kritik an der relativ rigiden Praxis zugleich relativiert und in den Kontext gestellt haben.

      • Hallo Herr Buermeyer,

        vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.

        Dies habe ich so nicht empfunden. Sie sagen zwar noch einmal kurz warum Ihrer Meinung nach die Finanzämter – im Hinblick auf Insolvenzen – so “aggressiv” Steuern eintreiben, relativieren aber selbst das wieder.

  11. Hallo Philip und Ulf.
    Danke dass ihr diesen Podcast macht. Ich finde ihn immer sehr erhellend und oft auch ermutigend.
    Ich bin freischaffende Illustratorin und habe viele kreative feischaffende Freunde und Bekannte. Nun kommen die ersten Meldungen rein wie man sich um die Hilfsgelder von Bund und Land bemühen kann und wie zu befürchten war, scheint das mit jedr Menge Bürokratie verbunden zu sein.
    https://www.sueddeutsche.de/kultur/corona-grundsicherung-kuenstler-1.4856790
    Gibt es irgendwo auf der Welt Beispiele wie sowas schon mal einigermaßen einfach und gerecht abgelaufen ist? Oder was könnten noch für Modelle aus der Idee des garantierten Grundeinkommens entwickelt werden? Welche Wissenschaft befasst sich eigentlich mit sowas und wird die Regierung dahingehend beraten?

    Liebe Grüße, bleibt gesund und macht weiter so

    Kerstin

    • Liebe Kerstin, lieber Ulf und Philip,

      Da es hier grade passt und auch Philip sich ja Feedback zu den Soforthilfen gewünscht hatte: ich bin Selbständige, unmittelbar vom Tourismus Schwarzwald, BW) abhängig, leide schon seit Anfang März finanziell unter Covid19 und habe gleich am Mittwoch Hilfe beantragt. Der Antrag ist überschaubar, verständlich und von jedem Unternehmer*in problemlos zu beantworten. Mittwochabend habe ich eingereicht, Freitag kam eine kurze Rückfrage der IHK und Samstag wurde der Antrag vollständig genehmigt. Ob das Geld reichen wird, kann ich noch nicht sagen, dass hängt davon ab, wie lange die Touristen ausbleiben werden, aber akut bin ich erstmal aus dem gröbsten raus und kann mir Gedanken über Alternativen für den Sommer machen.
      Ich kann natürlich nur für BW sprechen, aber ich finde es sehr sinnvoll, dass die Prüfung an die IHK ausgelagert wurde, denn die kennen die Gegebenheiten vor Ort und können die Situation wahrscheinlich am besten einschätzen. Ich hoffe, dass läuft überall so smooth.

      Viele Grüße Lara

  12. 27. März 2020 um 10:04 Uhr
    Tobias Valtinat

    Hallo zusammen,

    ich würde weiterhin gerne auf den folgenden Artikel hinweisen – der beschäftigt sich damit, wie es in der Corona Krise weitergehen sollte:
    https://medium.com/@tomaspueyo/coronavirus-the-hammer-and-the-dance-be9337092b56

    Ich nehme an, dass die Kollegen von der Lage diesen schon auf dem Schirm haben, insb. da Sie den Vorgängerartikel in einer früheren Lage schon diskutiert hatten.

    Viele Grüße
    Tobias

  13. Guten morgen und vielen Dank für die PC,
    nachdem wir langsam anfangen die Bewältigung der Corona-Krise im Griff zu bekommen, sollten wir langsam anfangen uns mit den Ursachen zu beschäftigen. Denn nach dem Virus ist sehr schnell vor dem Virus. Hierzu ein super interessantes Interview auf Französisch mit Frederic Keck, ‘dirty’ übersetzt auf Twitter von Dan Hicks.
    Original Fanzösisch: https://www.philomag.com/lactu/temoignages/frederic-keck-nous-navons-pas-limaginaire-pour-comprendre-ce-qui-nous-arrive-42834. Es ist leider auf Fanzösich
    Übersetzung Englisch: https://twitter.com/profdanhicks/status/1241523206944624640 (ich kann euch das auch per e-mail schicken, denn ich habe das komplett für meine Studierende von Twitter in ein Worddokument kopiert)
    Besten Gruss, Estrid

  14. Habt ihr auf dem Schirm was für ein Gesetz Bayern am 25.3. erlassen hat?

    https://www1.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP18/Drucksachen/Folgedrucksachen/0000005500/0000005503.pdf

    Art. 10 kommt mir da extrem weitreichend formuliert vor, heisst das, dass auspeitschen jetzt erlaubt ist, wenn die Regierung das anordnet? Oder wird das an anderer Stelle eingeschränkt?

  15. Hallo Ulf & Philip, liebe Community,
    Vielen Dank für die aktuelle Lage! Ein paar Dinge sind mir aufgefallen und vielleicht kann ich die durch die Perspektive einer Pflegeteamleitung in München ergänzen.
    Der Link zur Folge vom Podcast “Der Sprung ins kalte Wasser – Life Balance für neue Führungskräfte” ist: https://apple.co/3dq1aQj – gibt’s auch auf Youtube…
    1.
    Die Mundschutzlieferung, die für gestern kommen sollte, kam nie an, weil der LKW wohl überfallen wurde. Es gibt (außer mancher Wirtschaftszweige – ein Mundschutz kostet eine Klinik aktuell keine 80 Cent sondern 8 Euro und die Klinik von Franzi fängt jetzt an, selbst wieder welche zu nähen) tatsächlich Menschen, die sich in einer solchen Zeit persönlich bereichern.
    2.
    Da Ihr und auch ich sehr kritisch gegenüber Äußerungen seid, möchte ich auch ergänzen, dass der Kommentar von Franzi, dass die Kliniken sich aktuell Personal aus den Philippinen, Serbien und Italien holen NICHTS mit ausländerfeindlichen Gedanken zu tun hat.

    Die Podcastfolge bricht für das Personal, was den Laden Deutschland gerade am Laufen hält, eine Lanze.
    Die Situation in Bayern bzw. in München ist für uns denke ich ganz ok. Das Polizeiauto heute früh im Westpark hat mich dennoch irritiert. Für Biergarten und Party war es definitv zu kalt. Da die Wohnungen in München nicht unbedingt die größten sind, halte ich es auch für völlig hirnrissig, die Menschen tatsächlich wie in China einzusperren. Neben Lagerkoller und vorprogrammierten Konflikten ist es für das Immunsystem sicher nicht gut, keine frische Luft ab zu bekommen – und um Franzi zu zitieren: Der Virus hüpft nicht – außer man hat eine feuchte Aussprache :-)
    Er überträgt sich über Schmier- und Tröpfcheninfektion. D.h. ein Hallo mit einem Lächeln im Park steckt nicht an.

    Kommt gut durch diese verrückte Zeit und melde Dich gerne, wenn Ihr mehr wissen wollt oder die Folge nutzen wollt, um mal eine andere Perspektive zu beleuchten.
    viele Grüße,
    Katja

  16. Moin Lage-Team,
    Ich habe eine Frage zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise/bzw. zu generellen Folgen einer wirtschaftlichen Krise:
    Wenn vor einer solchen Krise alle (oder zumindest viele) Geld verdient haben und dadurch ja Geld zum Ausgeben besessen habe – wo ist das ganze Geld jetzt, wo keiner mehr Geld verdient/Geld besitzt?
    Mir ist klar, dass bei einem gewissen Wirtschaftskreislauf der Barista das Auto kauft und der Autohersteller wiederum den Kaffee, wodurch der Barista sich wieder ein neues Auto kauft (etwas überspitzt vlt). Aber vlt wäre es möglich auf die Frage in einer Folge mal genauer einzugehen. Ich würde mich freuen.
    Sonnige Grüße,
    Kio

  17. Liebes Lage-Team,

    danke für euren Beitrag und eure Einschätzungen – spannend für mich momentan vor allem das Verhältnis zwischen Einschränkungen der Freiheitsrechte und Angemessenheit der Verfügungen. Als Leipzigerin haben wir mit der sächsischen Allgemeinverfügung mit die striktesten Auflagen in Deutschland bekommen. Und leider geht es jetzt schon wieder einmal um Leipzig und ihre Polizei…

    Heute ließ mich ein Beitrag des MDR aufschrecken, in dem gezeigt wird, wie die Leipziger Polizei (in recht eindrucksvoller Präsenz) Menschen am Cospudener See (DAS Naherholungsgebiet aller Leipziger aus mindestens dem Süden und Westen, gehört allerdings zu Markkleeberg) kontrollierte und darauf hinwies, dass ‘Sport und Bewegung an der frischen Luft im Umfeld des Wohnbereiches’ innerhalb eins Radius von 5 km stattzufinden hätte. In der sächsischen Allgemeinverfügung ist dies allerdings mit keinerlei konkreten Angaben von km versehen.

    https://www.ardmediathek.de/mdr/player/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy8zYjdiYzQyNi01OGQ0LTQ5NjUtOWViNS1iYmY2MDk4Y2FlNjg/polizei-kontrolliert-spaziergaenger-am-cospudener-see

    https://www.coronavirus.sachsen.de/download/AllgV-Corona-Ausgangsbeschraenkungen_22032020.pdf

    In der Leipziger Internetzeitung wurden die Vorkommnissen von der Polizeidirektion Leipzig in einer kurzen Stellungnahme kommentiert, nach der die ‘5 km nicht gelten’ und sie sich für die ‘entstandenen Verwirrungen’ entschuldigen.

    https://www.l-iz.de/politik/sachsen/2020/03/Coronavirus-Wohnumfeld-als-5-Kilometer-Regel-Nicht-praktikabel-laut-Polizei-Leipzig-323518#comments-beginn

    Bei mir befeuert dies trotzdem die Sorge, dass die Krise polizeiliche Willkür fördern könnte bzw. die Polizei fragwürdige Aktionen und ‘eigene’ Auslegungen von (in diesem Fall zugegeben vage formulierten) Gesetzen und Verordnungen mit der Pandemie zu legitimieren versucht. Ich halte die Ausgangsbeschränkungen in den allermeisten Punkten für notwendig und sinnvoll – die Polizei soll Partys und Menschengruppen für eine begrenzte Zeit auflösen können, allerdings mit Augenmaß, Verhältnismäßigkeit und Aufklärung. Das Zurückschicken von Spaziergängern, die nicht direkt an diesem See/Park/Wald wohnen, aber allein/zu zweit unterwegs sind, gehört meiner Meinung nach nicht dazu, zumal es dann an anderen Orten in der Stadt noch voller wird.

    Vielleicht könnt ihr dies in einer der nächsten Folgen noch ein wenig vertiefen, wenn es ein paar mehr Erfahrungsberichte aus ganz Deutschland mit dem Umgang der Polizei mit den Beschränkungen gibt. Eure Einschätzungen würden mich sehr interessieren.

    Danke und bleibt gesund!

  18. Hallo ihr beiden!
    Riesen Lob für euren Podcast, auch wenn ihr das sicher schon x-mal gehört habt. Wie gründlich ihr Themen recherchiert, Gesagtes reflektiert und Sachverhalte von allen Blickwinkeln aufgreift und einordnet ist wirklich erstaunlich und hilft mir persönlich sehr, das Geschehene selbst auch einzuordnen und zu reflektieren.

    Mich würde eure Meinung/Analyse interessieren zu dem noch folgenden Finanzdefizit bzw. -disaster in Deutschland. Wenn die Corona-Krise weitesgehend überwunden ist und es daran geht, den riesigen Berg von Staatsschulden abzubauen – wie soll das funktionieren? Was aktuell an Geld in die Wirtschaft und Unternehmen gesteckt wird (sinnvoll oder nicht sei erstmal dahingestellt), sind das ja unvorstellbare Dimensionen, mit denen selbst ein wohlhabenes Land wie Deutschland echt zu kämpfen haben wird. Viele Bänder stehen still, Produktionen sind lahmgelegt, trotz Kurzarbeit wird sicher an Arbeitsplätzen gespart etc.

    “Verschwörerische” und populistische Zungen nennen dann gerne sowas haarsträubendes wie Zwangshypotheken auf Immobilien oder das komplette Enteignen von Sparkonten von Privatsparern, um damit Staatsschulden zu bedienen. So abwegig wie das klingt, frage ich mich dennoch, was wären denn *realistische* Maßnahmen, die der Staat ergreifen kann, um ein solches Finanzloch (oder eher -vakuum?) zu füllen?

    Vielen Dank!

    • Da gibt es doch sehr viele “harmlosere” Maßnahmen. Man könnte eine Vermögenssteuer einführen – gab es früher ja schließlich schon mal. Oder man erhöht generell die Steuern.

      Der Staat hat an der Stelle 2 große Vorteile:

      1. langer Atem: Der Staat kann die Schulden auch über die nächsten 20-50 Jahre abzahlen. Bis dahin wird sich die Wirtschaft längst von Corona erholt haben und kann dann in guten Zeiten das zurückzahlen, was der Staat ihr in schlechten Zeiten gegeben hat.

      2. Viele Standbeine. Manche Branchen sind von der Krise hart getroffen, andere schwächer, gar nicht oder profitieren sogar davon (z.B. Streaming, Versandhandel). Über Steuern auf Einkommen/Gewinne wird so Geld umverteilt von den “Starken” auf die “Schwachen.

      Letzter Punkt: Wenn man nichts tut, wird es vermutlich noch teurer. Wie soll der Staat diese Finanzlücke denn schließen?

  19. Hallo, und danke für euren Podcast!
    Kurzes kritisches Feedback zu eurer Bezugnahme auf Wodarg, in zwei Aspekten:
    – Euer Umgang mit dem Begriff “Fake News”: Ich bin kein Fan oder Verfechter von Wodarg, und seinen Thesen wurde ja auch zu genüge und überzeugend von Fachleuten widersprochen. Aber nur weil er Unrecht hat und Thesen aufstellt, die so nicht stimmen, passt der Begriff “Fake News” nicht automatisch, denn: A) Ich denke man kann ihm nicht unterstellen, dass er nun wissentlich und einer ganz bestimmten Agenda folgend versucht, die Menschheit in die Irre zu führen. b) Außerdem ist die Thematik nun mal so komplex und seine Thesen ja nun auch nicht so blöd, dass man sie mit einem kurzen Quellen-Check überprüfen und dadurch als “Fake” identifizieren kann (ohne Stellungnahmen von Fachleuten würden wir ihm wohl alle gern glauben). Stattdessen ist es einfach ein Fachmann, der falsch liegt, sich vielleicht auch gern ein bisschen profilieren will; aber das muss unsere Medienwelt aushalten und das tut sie ja offenbar auch. Wenn man’s mal ganz hart sähe: Euer (Ulf) Gebrauch von “Fake News” ähnelte hier eher dem Trumps: um pauschal und ohne Argument jemanden als Feind abzustempeln, dessen Sichtweise ihr für falsch haltet.
    – Dass Wodarg ein “alter weißer Mann” ist, ist doch völlig unerheblich in diesem Punkt; irgendwie wird die Phrase etwas inflationär gebraucht und ich weiß nicht warum ihr (Ulf) hier in diese Kerbe hauen wolltet. Das kann man sich vielleicht auch besser für Fälle aufheben, in denen die Macht und privilegierte Position alter weißer Männer wirklich ungerecht gegen Schwächere (weniger privilegierte) ausgespielt wird.
    Aber genug genörgelt ; ) Ich höre euch gern. Aber solche Dinge stoßen mir immer wieder mal auf. Sie haben einen etwas selbst-diskreditierenden Effekt, den ihr ja garnicht verdient hättet, weil ihr euch ja eigentlich schon immer um eine sehr differenzierte Betrachtung bemüht.
    Viele Grüße und besten Dank! Malte

    • Hallo zurück,
      es ist ja fast eine Gleichschaltung der Medien zu beobachten aber auch die taz kritisiert das jetzt https://taz.de/Wirkung-des-Kontaktverbots/!5671162/ hinsichtlich des Mangels von Diskurs (ja, auch JETZT!).
      Ich finde wirklich, dass Ihr es Euch zu einfach gemacht habt, z.B. Wodarg zu pauschal zu kritisieren. Es gibt mittlerweile viele und das hier https://swprs.org/a-swiss-doctor-on-covid-19/#latest ist eine gute Sammlung, die ständig aktualisiert wird.
      Hier ist zudem ein Mediziner RICHTIG sauer (belegt AKTIVE Sterbehilfe im Elsass) https://www.youtube.com/watch?v=lebIK5bnYCw&pbjreload=10
      Ich denke, anstatt die tausendste Quelle FÜR die aktuellen Maßnahmen zu sein, solltet Ihr journalistischen Ansprüchen entsprechend kritische Fragen stellen (lassen) und zur Klarheit beitragen.
      Habe Euren podcast immer gern gehört, aktuell aber eindeutig zu eindimensional…
      LG und bleibt gesund!
      Wolfgang

      • Das im Video gezeigte Dokument zur aktiven Sterbehilfe in Frankreich ist hier https://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/200326-IfMK-243-Strassburg-Bericht.pdf ganz zu finden.
        Eine journalistische Einrodnung eurerseits wäre schön
        Danke und schönes Wochenende,
        Wolfgang

      • Wir sind immer offen für konkrete und nachvollziehbare Kritik an den Anti-Corona-Maßnahmen, aber ich habe bisher kein einziges Argument gehört, dass die Notwendigkeit von flatten the curve plausibel widerlegt. Aber falls es sowas gibt schick uns dazu gerne Texte, aus denen sich eine nachvollziehbare Argumentation ergibt.

        Wenn etwas allerdings nur auf YouTube zu finden ist, kann man praktisch sicher sein, dass es sich um Clickbait handelt. Das ist auch eine Frage der persönlichen Medienhygiene: keine Chance den Fake News, auf Qualität setzen.

  20. Liebes Lage-Team,
    ich bin passionierte Lage-Hörerin und möchte gerne auf etwas hinweisen, dass vielleicht und hoffentlich in der/einer nächsten Sendung Erwähnung finden kann. In der aktuellen Situation (soziale Isolation, unsichere berufliche und finanzielle Situation, Kurzarbeit, Überlastung durch Betreuung von Kindern, ggf. zunehmende häusliche Gewalt, Ängste etc.) ist es ungemein wichtig, dass Menschen, die ohnehin von psychischen oder seelischen Belastungen betroffene sind oder Menschen, die Gefahr laufen Symptome einer seelischen oder psychischen Erkrankung zu entwickeln, von der Möglichkeit erfahren, dass einer psychologischen Psychotherapie auch unter den aktuellen Umständen NICHTS im Wege steht. (Sprechstundentermine können entweder über die Terminservicestellen 116 117 vermittelt werden und PsychotherapeutInnen können selbst in deren telefonischen Sprechzeiten angerufen werden, um einen Sprechstundentermin zu vereinbaren). Es handelt sich hierbei um Arztbesuche, die unbedingt wahrgenommen werden sollten. Viele Menschen meinen, dass sie auf bereits vereinbarte Sitzungen verzichten müssten, weil sie so wenig wie möglich aus dem Haus gehen sollten oder keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und keine sozialen Kontakte pflegen sollten. Deswegen – so habe ich aus internen Kreisen gehört – werden momentan unheimlich viele Therapiesitzungen abgesagt, die eigentlich genau jetzt von großer Bedeutung für die betroffenen Menschen wären. Womöglich trauen sich manche Menschen aus denselben Gründen auch nicht, in der aktuellen Situation einen Termin für ein Erstgespräch auszumachen, auch wenn sie bei sich selbst Anzeichen für eine Depression oder Ähnlichem feststellen. Es wird ja immer darauf verwiesen, man solle nur aus “medizinisch dringenden” Fällen Arztpraxen aufsuchen – um die Risikogruppen zu schützen. Jedoch ist das Aufsuchen einer psychotherapeutischen Praxis mit Berücksichtigung der Hygiene- /Infektionsschutz- und Abstandsregeln durchaus möglich, genau wie es der Gang zum Supermarkt oder das Aufsuchen einer Apotheke oder des Hausarztes auch ist (z.B. mit dem Fahrrad statt mit der U-Bahn). Auch in den Psychotherapiepraxen müssen strengste Hygiene- und Infektionsschutzregeln eingehalten werden. Ein Aufsuchen solcher Praxen sollte demnach für einen selbst oder andere nicht „gefährlicher“ oder gefährdender sein als ein Hausarztbesuch oder der Gang zum Supermarkt.
    Ich bin selbst in psychotherapeutischer Behandlung und froh, weiterhin eine Anlaufstelle zu haben. Ich würde mich nicht als besonders labil bezeichnen, sondern eher als psychisch stabil. Dennoch merke ich, dass die Therapiesitzungen gerade jetzt sehr wertvoll und hilfreich sind, da auch ich nicht umhin komme, mir in dieser Zeit Sorgen zu machen. Die Corona-Krise ist für ALLE Menschen belastend und beängstigend. Bei psychisch Kranken kann sie schnell zu Rückkehr und/oder Verschlimmerung der Symptomatik, zu Panikattacken, schwerer Depression, Suizidgedanken und -versuchen sowie Suiziden führen.
    Ich schreibe dies alles, da in den Medien kaum oder gar nicht darauf verwiesen wird, dass PsychotherapeutInnen – auch und gerade in der jetzigen Zeit – eine wichtige Anlaufstelle sind oder sein können und dass sie weiterhin ihre Arbeit machen und Menschen vor langfristigen seelischen Krisen bewahren können. Mittlerweile werden Videosprechstunden als Alternative angeboten, manche scheuen sich aber vielleicht vor einem solchen Angebot, weil sie um ihren Datenschutz besorgt sind oder nicht die notwendige Hard- oder Software besitzen. Es sollte also langfristig und vor allem für infizierte Menschen mit seelischen Belastungen möglich sein, auch „einfache“ Telefonsprechstunden wahrzunehmen – ohne eine Videofunktion. Das ist derzeit – meines Wissens nach – noch nicht möglich.
    Es wird in den Medien (z.B. WDR FAQ) darauf verwiesen, dass man bei Anzeichen von Depressionen mit Nachbarn und Freunden reden oder sich an ein Hilfetelefon wenden soll, aber die konkrete Empfehlung, eine psychotherapeutische Praxis anzurufen oder aufzusuchen wird nicht gemacht. PsychotherapeutInnen zählen auch immer noch nicht offiziell zu den systemrelevanten Berufen. Die Arbeit von PsychotherapeutInnen ist jedoch nicht nur im Interesse der Betroffenen sondern auch im Interesse der Gesamtgesellschaft und des Gesundheitssystems, der Krankenkassen und der Wirtschaft.
    Ich schätze die Lage sehr und empfehle sie anderen Menschen immer wieder weiter, darum wende ich mich mit diesem Thema nun an Euch. Vielleicht könnt Ihr in Eurer kommenden Folge auf diese wichtige Thematik verweisen. Vielen Dank!

    Infos z.B. unter:
    https://www.bptk.de/patienten/einfuehrung/
    https://www.kvno.de/20patienten/40zip/index.html
    https://www.kvno.de/20patienten/10arztsuche/index.html

    • Hallo,
      und Danke jedes Mal wieder für die Lage.
      Zum ähnlichen Thema möchte ich mich melden – da sonst so genau auf die Wortwahl geachtet wird; klar wissen wir (hoffentlich) alle, was mit “social distancing” eigentlich gemeint ist – aber vielleicht wäre es doch besser, ein anderes Wort zu finden. Weil auf keinen Fall sozial auf Distanz gegangen werden sollte, eher andersherum: Genau hinschauen, wer jetzt hintenüberfällt. Diejenigen, die sich zurückziehen, sieht keiner.
      Ja, der Besuch bei Psychotherapeuten ist weiterhin erlaubt.
      Trotzdem: Ein paar Therapeuten gehen auf Sparflamme, versuchen bevorzugt Videotherapie anzubieten, deren Server durch die plötzliche Nachfrage manchmal überlastet sind – etwas ganz ganz anderes als der persönliche Kontakt. Telefonisch stehen manche trotz Abrechnungsschwierigkeiten zur Verfügung, um abzufedern: Gruppentherapien fallen aus, der Betrieb von Tageskliniken ist eingestellt – verständlich, aber im schlimmsten Fall lebensbedrohlich.
      Sicherlich, die Situation ist für alle belastend. Umso heftiger für diejenigen, die in irgendeiner Form (gesundheitlich/psychisch wie physisch, finanziell, (wenig/schwieriges) soziales/familiäres Umfeld) schon einen schlechteren Startpunkt hatten.
      Ein riesen Dank an diejenigen, die weiterhin in die Praxen kommen und Patienten sehen;
      ein Dankeschön an all die Menschen, die – bei aller Dringlichkeit von Corona – noch ein Auge für diejenigen haben, die nur indirekt, aber keinesfalls weniger heftig von der Situation betroffen sind.
      Lasst uns bitte aufeinander aufpassen. Lieber einmal bei jemanden anrufen, der sich nicht meldet; Aufmerksamkeit schenken für Leute, die plötzlich anders sind oder die man fast vergisst. (Nicht nur die) Psyche kann lähmen, und aus der Ohnmacht kommt man irgendwann nicht mehr alleine raus.
      Danke!

  21. Hi!
    Ich bin etwas spät dran mit meiner Frage die eigentlich zur Folge 179 passt.

    Wenn es um die Geflüchteten, vor allem jetzt in Griechenland aber auch generell, geht, wird meist nur von den Herausforderungen und Kosten gesprochen.
    Ich verstehe nicht ganz, warum nie die meiner Meinung nach offensichtlichen Chancen diskutiert werden.

    1. In Griechenland erleben wir seit Jahren einen riesen brain drain, Abwanderung von Fachkräften, was dazu führt dass Griechenland immer weniger konkurrenzfähig wird. Selbst diejenigen, die studieren oder sich im Land und auf Landeskosten zu Fachkräften ausbilden lassen, verlassen oft das Land um in diesen Berufen tätig zu werden. (wie z. B. mein Uni-Professor, der das Problem stark reflektiert)
    Wäre es nicht eine riesen Chance, wenn das Geld der EU nicht in die Türkei sondern nach Griechenland fließen würde, um die Menschen zu integrieren, auszubilden, eine Perspektive zu geben und das Land wieder konkurrenzfähig zu machen?

    2. Wir haben in Deutschland ein Rentensystem, dass so wie es ist, nicht funktionieren wird. Selbst wenn wir jetzt (vielleicht durch Corona 😅) einen baby-boom erleben würden, wären die Kinder nicht schnell genug im arbeitsfähigen Alter, um beispielsweise meine Rente zu zahlen. Wir brauchen im Prinzip Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter, die jetzt nach Deutschland kommen und arbeiten wollen. Warum verhindern wir mit aller Kraft, dass genau das gerade passiert?

    Ich denke es gibt bestimmt noch so einige Dinge, die hier auszuzählen wären. Übersehe ich etwas und denke zu einfach?
    Ich würde mich freuen, wenn ihr dieses Thema irgendwann mit aufnehmen würdet.

    Davon ab, ihr macht unglaublich geniale Arbei! Vielen Dank dafür!

    Liebe Grüße und bleibt gesund!
    Jonte

  22. Hallo ihr beiden,
    ersteinmal vielen Dank für diese Folge. Auch wenn ich die ganze Sache rund um Corona ein wenig skeptisch betrachte (vor Allem die Gießkanneninstrumente zur Bekämpfung der Infektion), habt ihr in meinen Augen einen weitgehend differenzierten Beitrag zur Lagebetrachtung geleistet. Danke dafür!
    Ein wenig stutzig wurde ich dann jedoch während des Interviews mit Achim Truger. Zu erst einmal würde ich empfehlen, dass ihr diesen Experten zur Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Staatsfinfanzen auch nur zu eben jenen Themen befragt, die seinem ‘Ressort’ zuzuordnen sind. Zu vielen Fragen konnte er schlicht und ergreifend nicht mehr sagen, als viele andere Privatpersonen (hat er auch entsprechend kenntlich gemacht).
    Fast vom Stuhl gefallen bin ich jedoch bei der Aussage von Herrn Truger zum Thema Staatsverschuldung in Bezug auf deren Entwicklung seit der Finanzkrise. Wenn ich mich nicht entscheidend verhört habe hat Herr Truger (ab 1:09:30) davon gesprochen, dass die Finanzkrisenschulden bereits – nicht nur von der BRD – zurückgezahlt worden seien, und man entsprechend wieder viel Spielraum habe. Dazu die folgenden Links:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154798/umfrage/deutsche-staatsverschuldung-seit-2003/ (für Deutschland)
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167261/umfrage/staatsverschuldung-von-frankreich/ (Frankreich)
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167737/umfrage/staatsverschuldung-von-italien/ (Italien)
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167459/umfrage/staatsverschuldung-von-griechenland/ (Griechenland)
    In allen Fällen ist deutlich erkennbar, dass die Staatsschulden i.d.R. deutlich ansteigen. Eine kleine ‘Ausnahme’ bildet Griechenland, welches seine unmittelbar auf die Finanzkrise zurückzuführenden Schulden offenbar in den Begriff bekommen hat. Wir wissen ja zu welchem Preis (volle Durchprivatisierung). Kann man als ‘Wirtschaftsweiser’ mit solchen ‘Fake-News’ hausieren gehen? Oder habe ich etwas Entscheidendes nicht bedacht? Es wäre ja denkbar, dass die Finanzierung der Krisenschulden anders ausgewiesen wurde oder so etwas in der Art…

    PS: Sehr gut fand ich euren Einwand zum Thema Staatsanleihenkäufe der EZB. Ihr hättet meines Erachtens nach hier noch ein wenig mehr nachbohren können. Meines Wissens nach wird das Vorgehen teils scharf kritisiert, wurde vom EuGH jedoch als legal abgeurteilt.

    Beste Grüße aus der Quarantäne,
    Christian

    • Hi Christian,

      hab ebensfalls aufgehorcht an des Stelle. Vorallem, dass er die USA nochmal speziell nennt, als Land, dass die Schulden abezahlt hat, fand ich krass.
      Man muss sich eigentlich nur die Bilanz der US Notebank angucken (https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/bst_recenttrends.htm), um zu sehen, dass die Schulden einfach durch Geld-Drucken finanziert wurden und das Geld bis jetzt nicht aus dem Umlauf genommen werden konnte.
      Das ganz würde ich nicht als unbedenklich bezeichnen…

      LG, Tilman

  23. Zu Kurzarbeit und Krediten.

    Hallo liebes Lage der Nationen Team,

    ich muss sagen ich finde es schön und gut das wir in Deutschland Kurzarbeit und andere Dinge eingeführt haben. *Siehe in Spanien oder anderen Ländern wo es das nicht gibt.*

    Trotzdem wie soll das funktionieren? Unternehmen die am Rand der Pleite sind, sollen Kredite nehmen damit sie noch mehr Schulden ab bezahlen sollen? Wie soll denn ein Unternehmen das 90 Mio am Tag oder in der Woche Minus macht weil es schließen musste, das wieder ab bezahlen?

    Auch zur Kurzarbeit ich kenne viele in der Gastronomie, die 60 % bekommen. Natürlich ist es mehr als in anderen Ländern ja. Doch reicht es für viele nicht, da die Miete in Berlin teuer ist. Angenommen einer bekommt 800 Euro Netto. (Trinkgeld gibt es ja nicht mehr) Wie soll er davon leben? *Wenn die Corona Krise wirklich 6 Monate gehen sollte.

    Nächstes Problem. Die die 60% Kurzarbeitgehalt kriegen, weil die Betriebe geschlossen werden müssen. Möchten nebenbei arbeiten! Gerne! Helfen. Leider zieht einen der Staat wenn sie noch keinen Nebenjob vorher hatten die Hälfte des verdienten ab und rechnet das vom Kurzarbeiter Gehalt ab. *ich hoffe das wird noch geändert*

    Tja wie gesagt ich bin positiv das es viele Dinge in Deutschland gibt aber es wird einige hart treffen. Und so gerne die auch woanders arbeiten wollen, es ist aber leider gerade in der Gastro schwer umsetzbar im Moment. (Die wollen ja nicht nicht arbeiten)

    Liebe Grüße

    • “Angenommen einer bekommt 800 Euro Netto. (Trinkgeld gibt es ja nicht mehr) Wie soll er davon leben?”

      Sorry, wenn ich so blöd frage, aber du wie leben den H4-Empfänger mit <800€. Natürlich ist 60% netto Gehalt krass. Aber die Alternative ist eben die Kündigung und damit verbunden Arbeitslosigkeit.

      "Trotzdem wie soll das funktionieren? Unternehmen die am Rand der Pleite sind, sollen Kredite nehmen damit sie noch mehr Schulden ab bezahlen sollen?"

      Unternehmen die ohne Corona am Rand der Pleite waren, werden vermutlich Insolvenz anmelden müssen.

  24. Hallo liebes LdN-Team,

    mich würde eure Meinung dazu interessieren, das Deutschland, offensichtlich aus geopolitischen Erwägungen, Hilfe von China zur Bewältigung der Covid-19 Krise ausgeschlagen hat.

    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8224/

    Ich würde mich freuen, wenn ihr das in der Sendung diskutieren könnt, wenn das nicht zu viel verlangt ist.

    Darauf gestoßen bin ich übrigens über einen Artikel bei Telepolis (der meiner Meinung nach schon wieder zu kritisch ist allerdings auch gut Hintergrundinformationen zum Umgang mit der Krise in China liefert).
    https://www.heise.de/tp/features/Angst-vor-dem-Virus-Vertrauen-auf-den-Staat-4688810.html

  25. Ich finde man sollte es mit Soforthilfen und dergleichen nicht übertreiben. Selbständige und Unternehmer, die sich in den letzten Jahren/Jahrzehnten keinen Puffer aufgebaut haben, haben etwas falsch gemacht oder kein funktionierendes Business. Das Motto Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren sollte weder im Großen noch im Kleinen gelten.
    Eine Bereinigung von großen Zombifirmen ist überfällig und langfristig ganz sicher nicht schlecht für die Wirtschaft. Genauso müssen aber nun vielleicht auch kleine Selbständige einsehen, dass eine Rückkehr in ein Angestelltenverhältnis besser für sie ist.
    Es gibt sicher Ausnahmen, die man gezielt unterstüten sollte, bspw. soziale Berufe, bedingt auch Künstler, o.ä. Aber ein “Helikoptergeld” für die Privatwirtschaft verlagert das Problem nur in Zukunft.

  26. Ich hätte mir eine kritischere Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht, dass in die Polizei Maßnahmen durchsetzt, die so nicht in den Verordnungen stehen. Gerade bei solchen tiefgreifenden Einschränkungen, so gerechtfertigt sie im Moment auch sein mögen, darf die Polizei nicht willkürlich handeln.

    Außerdem würde ich mir eine Diskussion wünschen über die unterschiedliche Umsetzung des vereinbarten Kontaktverbot in den Ländern. Z.B. sind in NRW nur der Kontakt zwischen mehr als 2 Leuten in der Öffentlichkeit verboten [1, §12], sowie weitere bestimmte Handlungen, wie z.B. Picknicken im Park. Im Gegensatz dazu gibt es in Berlin ein allgemeines Verbot die Wohnung zu verlassen [2, §14]. Laut Tagesspiegel kann man nicht mal mehr allein im Park ein Buch lesen [3]. Die Polizei beruft sich darauf, dass nur “Bewegung” als Ausnahme erlaubt ist. Ich finde das unverhältnismäßig.

    Ansonsten macht weiter so, vielen Dank für eure Arbeit!

    [1] https://www.land.nrw/sites/default/files/asset/document/2020-03-22_coronaschvo_nrw.pdf

    [2] https://www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung/#headline_1_8

    [3] https://www.tagesspiegel.de/berlin/300-beamte-117-verstoesse-70-strafanzeigen-so-strikt-setzt-berlins-polizei-das-corona-kontaktverbot-durch/25678246.html

  27. Noch ein Nachtrag:
    Hier das Statement des Deutschen Hausärzteverbands von heute:
    https://www.hausaerzteverband.de/presse-medien/pressemitteilungen/nachrichten-detailansicht/news/rundbrief-des-bundesvorsitzenden-ulrich-weigeldt-am-24032020.html
    Das unsinnige unkontrollierte Testen muss aufhören.

  28. Hallo!

    Ich bin Hausärztin aus Hamburg und würde euch und eigentlich allen gerne die Stellungnahme des EBM Netzwerks nahelegen:
    https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/covid-19
    “NPIs erscheinen unter Abwägen der Pro und Contra-Argumente derzeit sinnvoll, aber sie sollten nicht ohne akribische Begleitforschung durchgeführt werden.”
    In meiner Praxis sehe ich momentan vor allem die “Nebenwirkungen” der Maßnahmen. Ihr habt im Podcast ja auch darauf hingewiesen: Zerstörte Existenzen, Triggern von psych. Erkrankungen, Sorge dass den Kindern in prekären Verhältnissen etwas passiert oder das sie hungern, Zunahme häuslicher Gewalt, usw.
    Ich will kein Leid hierarchisieren und ich unterstütze die getroffenen Maßnahmen auch, aus Mangel an Alternativen. Das unerträgliche an der momentanen Situation ist aber, dass es jetzt auch schon die Schwachen trifft. Man kann nur hoffen, dass sich ein Effekt zeigt!

  29. Hallo, vielen Dank für euren Podcast!

    Mich würden die gesundheitlichen Folgen der Maßhnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Viruses interessieren. Könnt ihr in der nächsten Sendung etwas dazu sagen? Vielleicht gibt es ja auch interessante Interview-Parter_innen dazu.

    Eine Freundin hat mir davon erzählt, dass die Lage für Menschen mit psychischen Erkrankungen teils sogar lebensgefährlich sein kann. Häufig haben zum Beipsiel Menschen, die bereits Suizidversuche hinter sich haben, einen Notfallplan um bei einem akuten Ausbruch nicht die Suizidgefahr abzubringen. In solchen Notfallplänen stehen aber leider Dinge wie Cafébesuche, Treffen mit Freunden oder eben auch ein Therapiebesuch (der teils physisch sein muss). Das alles geht gerade nicht so einfach.

    Hier ein Artikel und ein Interview zum Thema:
    https://www.nordbayern.de/region/psychisch-kranke-patienten-wegen-coronavirus-nach-hause-geschickt-1.9963716
    https://www.bptk.de/psychotherapeutische-versorgung-waehrend-der-corona-epidemie/

    Hierzu wurde auch eine Petition gestartet:
    https://weact.campact.de/petitions/denkt-uns-mit-menschen-mit-psychischen-erkrankungen-und-corona?share=7c4dbe70-b4b7-4dc8-abfb-8488b76e7957&source=email-share-button&utm_medium=recommendation&utm_source=email

  30. Ihr hattet gesagt (weiss jetzt nicht mehr ob Philip oder Ulf), dass die R0 Zahl klein gehalten muss. Das ist natürlich richtig, aber der Nachsatz (sinngemäß) unter 1 wird nicht zu schaffen sein, aber deutlich unter 2 muss sein, deutet auf ein mangelndes Verständniss von exponentiellen Funktionen. Solang die R0 Zahl über 1 ist, ist der Verlauf exponentiell. Die R0 Zahl muss erstmal sofort unter 1 gebracht werden. Wenn die Zahl der aktiven Ansteckungen gering ist, kann sie auch mal über 1 sein, solange im Mittel die 1 gehalten wird.

    Hier zum Vergleich f(x) = x^0.95, x^1.05 und x^1.15. Also eine jeweilige Differenz von 0.1 im Exponent. Die beiden Graphen mit Exponent größer als 1 steigen beide steil an. Der unter 1 fällt.

    https://www.google.com/search?q=0.95%5Ex%2C1.05%5Ex%2C1.15%5Ex&oq=0.95%5Ex%2C1.05%5Ex%2C1.15%5Ex

    • Sorry, kurze Korrektur zu den Begriffen. Ich meinte natürlich, dass die Differenz von 0,1 in der Basis ist, nicht im Exponenten. Der Exponent ist x. Der Link zeigt die Korrekten Graphen, aber mein Text war falsch. Ich meinte f(x) = 0,95^x, 1,05^x und 1.15^x.

  31. Hallo,
    ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr nochmal folgendes diskutiert: Es ist ja momentan so, dass jeder, der etwas im Restaurant abholt etc seine Daten angeben muss. Außerdem hat die Telekom Bewegungsprofile der Handnutzer an das Robert-Koch-Institut (offiziell “anonymisiert”) weitergegeben. Haltet Ihr es für möglich, dass das recht auf Privatsphäre beeinträchtigt wird? Wie würdet Ihr eine Ausbreitung solcher Maßnahmen, beispielsweise mit Kameras etc und weiteren Bewegungsprofilen bewerten?
    Im Podcast habt Ihr auf den Studentenjob hingewiesen, beim Robert-Koch-Institut. Dort soll man ja auch durch Telefonieren Kontaktprofile herausarbeiten. Findet Ihr das unbedenklich? Legitimiert die Krisensituation solche Handlungen?

    Freue mich auf die nächste Folge.
    Liebe Grüße

    • Ich habe vorher im Restaurant was zu essen abgeholt ohne meine Daten anzugeben. Zumindest in Bayern scheint das also noch nicht so zu sein.

      “Dort soll man ja auch durch Telefonieren Kontaktprofile herausarbeiten. Findet Ihr das unbedenklich? Legitimiert die Krisensituation solche Handlungen?”

      Natürlich ist das ein Eingriff in die Privatsphäre des Erkrankten und seiner Kontaktpersonen. Aber ich finde hier ist ein großer Unterschied zu vielen anderen Maßnahmen, die oft diskutiert werden: Der Eingriff ist auf einen kleinen Personenkreis (Herr Müller + seine Kontakte) eingeschränkt und auf einen engen Zeitraum (Erkrankung).

      Damit unterscheidet sich die Maßnahme sehr stark von einer anlasslosen Überwachung der gesamten Bevölkerung (wie z.B. bei der Vorratsdatenspeicherung) und ist deshalb auch deutlich weniger heikel.

  32. Zunächst zu mir. Ich bin als Krankenpfleger in Stuttgart tätig. Bisher sind alle meine Abstriche negativ. Ich fühl mich aber dennoch platt. Neben der Arbeit versuche ich meine Freundin bestmöglich zu unterstützen. Die kümmert sich um unseren 5 Wochen alten Sohn, und das ohne die Möglichkeit durch Freunde und Familie mal etwas Entlastung zu bekommen. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Und es zehrt an den Nerven.

    Meine Station ist jetzt mit 29 Betten vollbelegt. Noch keine Covid Fälle, aber alles andere aus der Chirurgie und zunehmend der Inneren um die Intensiv dort zu entlasten. Wir haben gerade so das Personal am Start um die Patienten hier zu versorgen. Viele davon müssten eigentlich in eine Reha Klinik, aber davon gibt es sowieso zu wenige. Außerdem haben einige bereits Aufnahmestops verhängt. Ganz schlechte Zeit um beispielsweise nach einem Schlaganfall wieder fit zu werden. Ich habe ja geschrieben das wir als letztes Covid Fälle aufnehmen sollen. Ich hoffe das dauert noch sehr, sehr lange, irgendwie müssen wir es schaffen die Trauma/Infarkt/Chirurgische Versorgung aufrecht erhalten. In Italien kann gerade schon eine Blinddarmentzündung zum Riesenproblem werden.

    Mittlerweile haben wir in der Klinik 3 Beatmete. 2 etwas leichtere Fälle, und der schwere Verlauf mit Anfang 50. Bei diesem Menschen steigt jetzt die Niere aus, und er muss dialysiert werden. Die Crux an dem ganzen ist ja die Verweildauer. Nur 3 Fälle, da denkt man “Ach, geht ja noch…” das der 50 jährige aber noch mindestens 3 Wochen auf Intensiv liegen wird darf man halt nicht vergessen.

    Riesen Lachnummer auch von der Stuttgarter Straßenbahn. Jetzt gilt der Sonntagsfahrplan. Morgens fährt jetzt nur noch alle 30 Minuten eine Bahn/Bus statt wie bisher alle 10 Minuten. Ein Kollege vom Frühdienst berichtete das er sich wie in einer Sardinendose gefühlt hat. Dicht an dicht, Face 2 Face mit vielen Menschen aus Systemrelevanten Berufen. Den für die will man den ÖPNV auf jeden Fall am laufen halten. Aussage SSB. Nachmittags gilt dann wieder der 10 Minuten Takt. Absolut Lächerlich, da fährt doch noch kaum jemand, jetzt wo alles geschlossen hat.

    Noch ein Aufreger. Ich habe Berichte gelesen das bereits die ersten privaten Klinikträger angekündigt haben ihren Mitarbeitern das Weihnachtsgeld oder sonstige Boni zu streichen. Wegen Verdienstausfällen aufgrund abgesagter OPs.

    Ich bin so unfassbar wütend im Moment. Der ganze Frust aus den letzten 11 Jahren potenziert sich in der aktuellen Krise. Ich habe gestern schon meine Kündigung geschrieben. Hat mir in dem Moment geholfen, um Dampf abzulassen. Die nächsten Wochen/Monate werden zeigen ob ich sie abgeben werde.

  33. 24. März 2020 um 15:57 Uhr
    Christoph Blume

    Hallo und vielen Dank für Eure guten Sendungen.
    Zum Thema Finanzhilfen / Konjunkturpakete der Regierung fand ich den Ansatz aus dem Podacst “Beyond the obvious” von Dr. Daniel Stelter sehr interessant. Vielleicht könnt Ihr dazu in der nächsten Folge eine Meinung abgeben.
    Ich hoffe wir bekommen die Krise bald in den Griff.
    Viele Grüße

  34. Ist Spazieren gehen ein “Zwingender Grund” Oh ja wenn man kleine Kinder hat! Ich fände es auch ein Fatales Signal wenn man mit den Hund Gassi gehe darf, aber kleine Kinder sollen den Ganzen Tag in der kleinen Wohnung bleiben. Es hat nun mal nicht jeder ein Haus oder Garten.
    Das führt mich noch zu einen andern Punkt: Was im Moment überall total untergeht ist die Enorme Belastung unter der Familien zur zeit zu leiden habe. Gerade im Osten sind ja oft beide Eltern Vollzeit berufstätig. Und vile haben auch kein riesiges Netzwerk von Möglichkeiten um die Kinderbetreuung abzusichern. Und die die Zeit habe, sollen nicht in Anspruch genommen werden: die Großeltern. Zum Glück soll ja im “Maßnahmenpakets zur Abfederung der Folgen der Coronakrise” auch eine Verdienstausfall Entschädigung kommen. Auch hier gäbe es einige Kritikpunkte, aber es ist auf jeden Fall in der Kurzen zeit eine Soforthilfe und zeigt das die Politik die Familien nicht alleine lässt und ich hoffe das das die Situation für viele Familien wenigstens etwas abfedert.
    Auch wir arbeiten beide Vollzeit und die letzte Woche war sehr “herausforderned” . ich kann mir kaum vorstellen das 4 oder gar 8 Wochen durchzuhalten. Insofern wäre die Verdienstausfall Entschädigung für uns auf jeden Fall eine Option die mal nutzen kann wenn es mal gar nicht anders geht, und gut das man darauf zurückgreifen kann. Ich fürchte das es auch viele Familien gibt die darauf angewiesen sein werden.

  35. Guten Tag,

    als österreichischer Hörer der Lage seit ca. 9 Monaten bin ich erstaunt wie sehr man Österreich als unmittelbaren und größten deutschsprachigen Nachbarn hier ignoriert.
    Mit ist klar, dass es sich um eine deutsche Lagebetrachtung handelt, aber da auch internationale Themen behandelt werden hat es mich schon im Jänner schwer verwundert, dass z.B. die ÖVP-Grüne-Regierung nicht einmal in einem Satz erwähnt wurde und auch bei den Themen Klima und Corona die durchgeführten bzw. geplanten Maßnahmen nicht betrachtet wurden.
    Schweiz, Dänemark und viele andere Länder werden immer wieder mal herangezogen.

    Woran liegt das? Oder überhöre ich das nur gezielt?

    Schöne Grüße aus dem bayrischen Sprachraum :-)

  36. Hallo Lage der Nation,

    ich muss mal hier die Frage stellen: Gibt es kein Ministerium der EU, was sich mit dem Thema Seuchen oder Viren bereits befasst hat auf europäischer Ebene und dementsprechend Vorschläge erarbeitet hat, was zu tun sei wenn es passiert?

    Ich frage deswegen, weil ich der Meinung bin, dass zur jetzigen Zeit zu sehen ist, wie schlecht ein föderalistischer Staat doch auch sein kann. Klar hat er auch seine Vorteile. Aber müssten wir nicht ALLE an einem Strang ziehen? Nein. Jedes Bundesland macht sein eigenes Ding. Zwischen Söder und Laschet gab es ein, in meinen Augen, kindischen Streit. Auch müssten doch die Länder insgesamt einfach mal richtig zusammen arbeiten. Das Ganze war in meinen Augen zu Beginn der Pandemie nicht der Fall.

    Warum ich auf die Frage zum Beginn meines Textes kam: Es gab glaube ich genügend Dokumentationen im TV, wo immer wieder berichtet worden war, wie Bereiche an verschiedenen Untergangsszenarien arbeiten. Mir war so, als sei neben dem Meteoriteneinschlag auch ein Virus dabei gewesen. Bitte nicht lachen, aber wir haben doch alle genügend Zombiefilme oder Seuchenfilme im allgemeinen gesehen, wo über die Ausbreitung spekuliert wurde. Und ich muss sagen, sie haben alle recht behalten. Warum finde ich aber keine Informationen darüber, dass ein Ministerium der EU sich mal mit diesem Thema beschäftigt hat und auch ggf. einen Plan erstellt hat, wie die Mitgliedsländer damit umgehen müssen? Das einzige, was ich als EU Ministerium dafür sehen würde, wäre die EEA, die europäische Umweltagentur. Habt ihr mehr Informationen?

  37. Kurze Korrektur aus Bayern:

    Die Ausgangssperren werden zwar so martialisch angekündigt, aber ich habe noch keinen Lautsprecherwagen fahren sehen und auch keine Strafandrohungen von Seiten der Polizei oder anderen Stellen.
    Und ich wohne nicht direkt im Hinterland mit 30 Zugminuten nach München ;)

    Grüße aus dem Homeoffice

  38. Hallo Team Lage,

    danke für die aktuelle Folge, ein wenig habe ich mich jedoch an ihr gestoßen.
    Ihr spracht in einem Nebensatz etwas abschätzig davon, dass die Baustellen weiterbetrieben werden, trotz der aktuellen Krisenlage. Das habt ihr dann mit Corona-Party gestempelt und mit dem Verweis weggelacht, dass Homeoffice in dem Fall schwierig ist. Dazu habt ihr leider die allseits, meist despektierlich herangezogenen, polnischen Arbeitskräfte bemüht.
    Das möchte ich wie folgt aufgreifen:
    Ich arbeite auch im Baugewerbe, zugegeben administrativ, aber wir haben Verantwortung zu tragen. Wir sind ein Unternehmen mit 45 Monteuren und 8 Büromitarbeitern, viele ausländischer Herkunft, aber alle Festangestellt – nur so verdient man sich den Respekt und Arbeitswillen der eigenen Mitarbeiter.
    Und ja, viele Baustellen laufen weiter, weil wir vertraglich gebunden sind.
    Dieser Tage arbeiten wir Baustellen ab, deren Verträge bereits lange geschlossen sind. Niemand hat ante Corona in diesen Verträgen eine Klausel bedacht, um im Seuchenfall die Arbeit präventiv ruhen lassen zu können.
    Da viele Baustellen über Generalunternehmer laufen, die Ihre Verträge rechtlich so dicht machen, dass – überspitzt – nur der Tod des Ausführenden dessen Vertragserfüllungspflicht aussetzt, ist die Lage für die ausführenden Unternehmen zusätzlich schwierig.
    Werden Verträge nicht erfüllt, drohen nicht selten empfindliche Konventionalstrafen und die Rechtslage für uns Unternehmen ist in dieser Sache die gleiche wie in Zeiten ohne Covid-19. Ganz abgesehen von massiven Einbehalten die GU tätigen, wenn die Verträge geschlossen und die Arbeiten begonnen werden.
    Die Regierung müsste auch in diesem Sektor nachlegen und bestimmten Vertragsformen für die Dauer dieser Ausnahmesituation so entgegensteuern, dass z. B. Konventionalstrafen, für Unternehmen die noch arbeitsfähig wären, ausgesetzt werden.
    Nicht nur freischaffende Künstler, sondern auch Betriebe wie unserer oder kleinere werden derzeit an den Rand der Existenz gedrängt. Natürlich wird da versucht die Einkünfte so lange aufrecht zu erhalten wie es geht.
    Es ist derzeit für alle ein Balanceakt das Richtige zu tun.

  39. Ich hätte eine Anmerkung zur Kommunikation der Polizei in Bayern:
    Den darin erweckten Eindruck, die Polizei würde etwas anderes leben als tatsächlich erlassen, teile ich für die Stadt Regensburg nicht. Gerade in der Innenstadt wird kontrolliert, aber nur ermahnt und appelliert. Als Besitzerin eines Pferde habe ich tatsächlich einen triftigen Grund regelmäßig das Haus zu verlassen. Weder meine Stallkolleginnen noch ich wurden bisher angehalten. Auch in die Arbeit kann man ohne ‘Passierschein’ oder ähnliches fahren. Negativer fällt mir hier die private Security bei Lidl und co. auf, die jeden kleinsten 2m-Verstoß dramatisch zu verhindern wissen, indem sie dir quasi ins Gesicht springen. Für mich klingt das eher nach einem Einzelfall mit Schaffnersyndrom…

    Viele Grüße aus Regensburg!

  40. Hallo an die Lage,

    mir hat in eurem Interview min. eine Nachfrage zum Klimaschutz gefehlt. Wenn die Staaten Milliarden und Billionen € für den Erhalt aufbringen, um die Wirtschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren, so darf das einfach nicht (wieder) unter völligem Ignorieren von klimapolitischen Aspekten geschehen. Das Coronavirus ist zwar eine aktuelle Katastrophe, der Klimawandel aber die kommende – und größere. Der finanzielle Spielraum für Investitionen in den Klimaschutz wird durch diese Krise wohl kaum größer. Nachdem die Milliarden bis Billionen ausgegeben worden sein werden, muss auch beim Klimaschutz ein größer Schritt gemacht worden sein. Die richtigen Werkzeuge dafür müssen sich die Ökonomen ausdenken – man darf zumindest fragen, ob jede Art von Unternehmen oder Investition gefördert werden soll oder vielleicht gerade in klimaschonende und zukunftsgerichtete Technologien und Unternehmen. Das letzte Konjunkturpaket war auch nicht auf die Zukunft gerichtet.

    Wir sehen gerade, welche Möglichkeiten die Staaten doch haben, wenn sie willens sind eine Katastrophe zu bekämpfen. Nur weil der Klimawandel gerade vergessen scheint, vergesst ihn hierbei bitte nicht auch.

    Vielen Dank für euren Podcast

  41. Obwohl Angehörige von Gesundheitsberufen natürlich versuchen in dieser Kriese zu helfen und dabei auch immer wieder an und über Ihre Grenzen gehen, ist es meiner Meinung nach nicht hinzunehmen, dass Ärzte und Pfleger jetzt zwangsverpflichtet werden können sollen und das dabei auch das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit explizit ausgesetzt werden soll.

    https://fragdenstaat.de/blog/2020/03/22/reaktion-auf-corona-krise-wir-veroffentlichen-entwurf-zur-anderung-des-infektionsschutzgesetzes/

    Es wird leider nicht spezifiziert, ob das wirklich für alle incl. Risikogruppen (Renter, Schwangere, stillende Mütter, Alleinerziehende von kleinen Kindern <3 Jahre, die noch nie in Betreuung waren) gilt. Können jetzt Krankenschwestern/Ärztinnen in Mutterschutz/Elternzeit von Ihren Kindern getrennt werden? Können 80 jährige Pfelger/Ärzte gezwungen werden sich den Gefahren auszusetzten?

    All dies ist besonders deswegen nicht zu verstehen, als dass es einfach gewesen wäre Masken und Desinfektionsmittel vorrätig zu halten und es wäre einfach gewesen die Möglichkeit zur Nachproduktion in Deutschland vorzuhalten. Es war klar, dass irgendwann eine Pandemie kommt. Alle die sich mit Gesundheitsvorsorge befasst haben wussten es. Es wirkt, als ob man sich über die Menschen, die im Gesundheitsbereich lustig macht, wenn man jetzt sagt "keiner konnte es wissen und deshalb zwingen wir euch, euch ohne Schutzausrüstung in Gefahr zu bringen". Das gleiche gilt für die Polizei, für Supermarktangestellte und alle anderen kritischen Arbeitsplätze. All diese Menschen helfen gerne, aber es sollte freiwillig bleiben, insbesondere wenn es dem Staat und dem Gesundheitssystem zu teuer war, Schutzkleidung vorrätig zu halten.

  42. Liebes Lage-Team,

    Ich bin bereits seit langer Zeit Lagehörerin, habe bisher aber nur passiv zugehört. Eure Folge und das Interview haben mir wie immer sehr gut gefallen, doch sehe ich mich diesmal wirklich dazu bewegt, euch einen Kommentar zu hinterlassen. Ich komme aus Bayern und war über euren Bericht über die Kommunikation der bayerischen Polizei doch einigermaßen verwundert. Ich muss dazu sagen, dass ich kein Mitglied der bayerischen Polizei und in der Regel eher Kritiker der bayerischen Landesregierung bin.
    Das Video, von dem Ulf erzählte, mag zwar existieren, aber ich finde eure Darstellung, die gesamte bayerische Polizei kommuniziere der Bevölkerung etwas falsches, etwas einseitig und unreflektiert – zumal sie doch auf einem einzigen Video basiert.
    Ich kann euch berichten, dass der Umgang der bayerischen Polizei mit der Ausgangsbeschränkung meiner Meinung nach sehr offen und ehrlich ist. Hier sei beispielsweise auf die Facebookseite der Polizei München verwiesen, die sich wirklich darum bemüht, die zahlreichen Fragen der Bürger zu beantworten. Auch auf Twitter informiert die Polizei offen über die Regelungen und kommuniziert aber auch klar, dass sich jeder überlegen sollte, ob es wirklich nötig ist, rauszugehen. Ich finde, dass dieser Umgang exakt dem entspricht, was von der Landesregierung beschlossen und auch kommuniziert wurde und würde mich freuen, wenn ihr das eventuell richtigstellen würdet. Auch bei mir hier in Ingolstadt fährt die Polizei nicht mit Lautsprechern durch die Gegend.
    Man kann an der bayerischen Polizei durchaus berechtigterweise Kritik üben – aber hier handelt sie meiner Meinung nach genau so, wie sie es sollte. Ausnahmen mag es geben.
    Wenn ich euch schon einmal einen Kommentar hinterlasse, wollte ich euch aber auch abschließend sagen, dass ich euren Podcast wirklich super finde und jede Woche auf die neuen Folgen warte. Ihr habt mir übrigens beim Lernen auf mein Politikwissenschaftsexamen letztes Jahr durch eure tagesaktuellen Zusammenstellungen und Analysen sehr weitergeholfen – danke dafür!
    Macht weiter so!

  43. Hallo liebes Lage-Team,

    Hinweis zum Thema Europa-Unterstützung: BaWü hat schon vor einigen Tagen Bereitschaft gezeigt, Intensivpatienten aus dem Elsass aufzunehmen. https://www.badische-zeitung.de/baden-wuerttemberg-nimmt-schwerstkranke-corona-patienten-aus-dem-elsass-auf–184226003.html

  44. Yeah, ein Interview mit einem Wirtschaftsweisen… *augenrollgeräusch*
    zur Einordnung:
    https://www.youtube.com/watch?v=skhJI8zH49w

    • Ich hab jetzt nicht den ganzen Sketch angeschaut, aber der ist von 2014 und der Interviewpartner wurde erst 2019 zum Wirtschwaftweisen ernannt… Außerdem kritisert der Sketch die neoliberale Agenda und der Interviewpartner wurde auf Vorschlag der Gewerkschaften berufen.

  45. Fande das interview mit Achim Truger sehr interessant. Die fuehrenden Makrooekonomen sind sich, unabhaengig von Theorieschule und politischer Affinitaet im Moment erstaunlich einig. Drei Beispiele:
    1. Greg Mankiw (neoklassicher Oekonom und George W Bush Berater http://gregmankiw.blogspot.com/2020/03/thoughts-on-pandemic.html)
    2. Jason Furman (Obama Berater https://www.vox.com/2020/3/13/21177850/coronavirus-covid-19-recession-stock-market-economy-jobs-stimulus )
    3. Paul Krugam (Keynisaner, linker Wirtschaftskollumnist, https://www.nytimes.com/2020/03/19/opinion/trump-coronavirus.html).

    Mankiw fasst den Konsens sehr knapp zusammen:
    “A recession is likely and perhaps optimal (not in the sense of desirable but in the sense of the best we can do under the circumstances).
    Mitigating the health crisis is the first priority. Give Dr. Fauci anything he asks for.
    Fiscal policymakers should focus not on aggregate demand but on social insurance. Financial planners tell people to have six months of living expenses in an emergency fund. Sadly, many people do not. Considering the difficulty of identifying the truly needy and the problems inherent in trying to do so, sending every American a $1000 check asap would be a good start. A payroll tax cut makes little sense in this circumstance, because it does nothing for those who can’t work.
    There are times to worry about the growing government debt. This is not one of them.
    Externalities abound. Helping people over their current economic difficulties may keep more people at home, reducing the spread of the virus. In other words, there are efficiency as well as equity arguments for social insurance.
    Monetary policy should focus on maintaining liquidity. The Fed’s role in setting interest rates is less important than its role as the lender of last resort. If the Fed thinks that its hands are excessively tied in this regard by Dodd-Frank rules, Congress should untie them quickly.
    President Trump should shut-the-hell-up. He should defer to those who know what they are talking about. Sadly, this is unlikely to occur.”

    Ein sehr ambitionierter Ansatz ist der in Daenemark: Man veruscht die Wirtschaft “ein zu frieren” das heisst der Staat zahlt Gehaelter waehrend der Krise weiter auch wenn nicht gearbeitet wird, damit die Leute nicht entlassen werden und Firmen nicht bankrott gehen. Das ist natuelrich fuer die oeffentlichen Kassen teuer, aber wenn es die hilft die Pandemie zu bekaempfen und die Wirtschaft hinterher erfolgreich “auf zu tauen” duerfte es das wert sein. Ein gutes interview zum Thema hier: https://www.theatlantic.com/ideas/archive/2020/03/denmark-freezing-its-economy-should-us/608533/

  46. Wirtschaftshilfe durch Elterngeld?

    Beim Spaziergang mit meiner 3 Monate alten Tochter kam mir grade eine Idee. Ich arbeite in einem Fachhandel mit ca. 15 Mitarbeitern. Elternzeit konnte ich, aus wirtschaftlichen Gründen nicht nehmen da meine Frau bereits voll zu Hause bleibt. Ich habe also, wie viele andere, noch Elternzeit “übrig”.

    Wäre es nicht eine große Hilfe, sowohl für die Betriebe als auch für die angestellten Eltern, einfach allen die Elternzeit nehmen können, derzeit auch das volle Elterngeld zu zahlen? Ich meine dies in Bezug auf Situation in den kommenden Monaten. Die Betriebe könnten einige Mitarbeiter, ohne Kurzarbeit oder ähnliches, komplett von der payroll halten. Die übrigen Mitarbeiter hätten dem entsprechend mehr zu tun und müssten evtl. auch nicht in Kurzarbeit gehen. Zudem müssten sich die Eltern weniger Sorgen um Verdienstausfälle, die Sicherheit des Jobs und die Kinserbetreuung ohne Kita und Schule machen.

    Ich halte dies, für die begrenzte Zeit während der Corona-Epidemie, für eine interessantes Gedankenspiel. Ich selbst würde solch ein Angebot sofort nutzen und mich über die Sicherheit dem Betrieb zu helfen und die Zeit mit meiner Familie freuen. Gefühlt dürfte dies die Staatskasse wohl auch nicht mehr belasten als Firmenpleiten und Arbeitslose, oder? Übersehe ich da einen Haken an der Idee?

  47. Hallo ihr beiden, danke mal wieder für eure Betrachtung der aktuellen Ereignisse.
    Ich bin seit 7 Monaten als Sprachassistentin für Deutsch in Jordanien und ich teile eure Einstellung zu Merkels Ansprache komplett. Jordanien reagiert sehr konsequent auf den Coronavirus: seit einer Woche keine Schul- oder Univeranstaltungen mehr, seit Dienstag ist der Flughafen dicht. Die Bevölkerung war angehalten zu Hause zu bleiben und nur für das Nötigste rauszugehen. Da dieser Aufforderung anscheinend nicht genügend Folge geleistet wurde gilt jetzt seit Samstagmorgen eine komplette Ausgangssperre: alle Läden haben zu und man riskiert eine einjährige Gefängnisstrafe, wenn man ohne valide Sondergenehmigung erwischt wird. Man konnte Freitag das letzte Mal einkaufen und seitdem warten wir darauf informiert zu werden, wann man seine Vorräte wie wieder auffrischen kann.
    Alles sehr effektiv, aber ich bin im Endeffekt doch dankbar zu wissen, dass das in Deutschland etwas vorsichtiger und transparenter abläuft als hier.
    Viele Grüße aus Amman und macht weiter so,
    Nicole

  48. in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft:
    https://www.daslandhilft.de/

    “In ganz Europa ist die Reisefreiheit eingeschränkt. Das führt dazu, dass unseren Landwirten bis zu 300.000 Arbeitskräfte fehlen.” Trage Deinen Bedarf an Arbeitskräften oder deine Hilfstätigkeit ein. Ist u.U. zur Zeit überlastet, da so viele Anfragen :)

  49. Hallo zusammen,
    wenn bereits von “Geflüchteten” gesprochen wird, klammert man dann nicht bereits die Möglichkeit aus, dass kein Asylgrund vorliegt? Laut Meldungen des griechischen Roten Kreuzes, ist die Zahl der Syrer an der Grenze bespielsweise nicht die Mehrheit.
    In der Berichterstattung ist man seit 2015 hier Inhaltlich anderswo sehr viel weiter gekommen. Nur ein Vorschlag.

    • Asyl ist nur einer von vielen Gründen, warum Menschen legal in D bleiben können – und nicht mal der häufigste, im Gegenteil: Seit Anfang der 90er die Regel mit den sicheren Drittstaaten eingeführt wurde bekommt kaum noch jemand Asyl im Sinne des Grundgesetzes. Legal dürfen trotzdem die meisten hier bleiben.

  50. Unter dem Vorwand der Pandemie hebelt Ungarn gerade die Demokratie aus:

    https://www.sueddeutsche.de/politik/orban-ungarn-corona-1.4853740

    Da jetzt alle EU Staaten beschäftigt sind werden sie damit wohl durchkommen. Es wird auch keiner auf die Straßen gehen zu demonstrieren.

  51. Zu den statistischen Entwicklungen der Infiziertenzahlen verfasst @HerrNaumann auf Twitter täglich eine recht umfangreiche Analyse inklusive Ländervergleich, sehr empfehlenswert!

  52. 23. März 2020 um 12:59 Uhr
    Gemeindepfarrer

    Hallo ihr lieben,
    ich liebe euer Format und nutze es, unter anderem, um mir eine eigene Meinung zu machen von dem was so in der Welt los ist.
    …ist momentan nur covid-19 los?
    Es ist momentan schwierig andere Nachrichten zu bekommen, als irgendwelche infizierten… aber das sind nicht die wichtigen.
    Klar aktiv mit dem Virus umzugehen ist für mich genauso selbstverständlich wie was gegen Nazis zu haben; ich kanns aber beides nicht mehr hören und schalte es weg; nicht vielleicht, weil es mich nicht interessiert, oder betrifft; es ist einfach zu viel und zu oft und zu omnipräsent.
    Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, vielleicht Verschwörungstheorie-Interessierter, und mich interessiert was so nebenher passiert; so wie die Abstimmungen im Bundestag während der Fußball-WM.
    Gehen durch die Berichtserstattung über Corona (die ich in keinster Weise klein reden möchte) nicht andere Dinge durch, die eigentlich Aufmerksamkeit bräuchten?

    • Ich höre euren Podcast schon seit ein paar Jahren immer sehr gerne!
      Ich fand es dieses Mal allerdings sehr schade, wie ihr dieses Mal kritisiert habt, dass andere wichtige Themen von Corona völlig überschattet werden, aber dann auch nichts dagegen getan habt. Gerade mit eurer Reichweite könntet ihr denke ich einigen Einfluss haben in den Köpfen der Menschen, was Bewusstsein über andere Probleme weltweit angeht. Denn ich finde es sehr traurig zu sehen, wie wir Probleme in anderen Teilen der Welt oder auch in Deutschland komplett aus den Augen verlieren angesichts der Lage – die natürlich dramatisch ist! Allerdings denke ich dass hier die täglichen Veränderungen wichtiger sind als ein Wochenrückblick, um die Lage zu verstehen. Außerdem sollten wir trotzdem nicht vergessen, über unseren Tellerrand zu schauen. Versteht mich nicht falsch, natürlich ist der Verlust eines jeden Menschenleben, das wegen covid-19 verloren geht, schrecklich. Aber im Großen und Ganzen ist die Situation in Deutschland im Moment noch überschaubar im Gegensatz zu anderen Gegenden.
      Ich hätte es zB sehr wichtig gefunden, auf die Lage in Flüchtlingscamps, Syrien oder Gaza hinzuweisen. Oder auf die im Iran, und zb die Frage zu beleuchten, wie die Handelssanktionen in die Lage dort mit hineinspielen.
      Wenn wir in Deutschland bleiben wollen, hätte ich mich gefreut wenn ihr über die Entwicklung von Rassismus in diesen Tagen berichtet hättet (siehe https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEyMTc2MjY/wie-afd-und-rechte-gruppen-corona-zur-hetze-gegen-fluechtlinge-nutzen oder https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-zentralrat-der-sinti-und-roma-warnt-in-der.1939.de.html?drn:news_id=1114193).
      Außerdem Deutschland: ich war überrascht, dass ihr das Verbot der „geeinten deutschen Völker und Stämme“ nicht erwähnt habt, vor allem weil ihr ja schon oft drüber berichtet habt, wie die Szene sich auf einen Angriff/Übernahme vorbereitet, sodass es gerade jetzt wichtig ist zu zeigen dass der Staat noch agiert, wie auch Seehofer gesagt hat (https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/innenminister-seehofer-verbietet-erstmals-reichsbuerger-gruppierung-a-25101b61-f44c-40b4-af92-1031f197c6e9).
      In der Guardian App gibt es eine Sektion „Headlines“ wenn man unter die Corona-News scrollt, das finde ich sehr nützlich, um einen Überblick zu bekommen, was sonst noch so abgeht (habe sie noch nicht in anderen Nachrichtenapps gefunden aber freue mich über Hinweise)
      Ich freue mich trotzdem schon auf die nächste Folge!
      Liebe Grüße, Rebecca

  53. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das von euch mehrfach zitierte (und kritisierte) Facebook-Video, in dem die bayerische Polizei per Lautsprecherdurchsage angeblich unzutreffende Informationen an die Bevölkerung übermittelt, aus dem Corona-Hotspot Mitterteich stammt. Ihr kritisiert ja, dass dort die Ausgangbeschränkungen deutich härter kommuniziert wurden, als sie eigentlich seien. Leider konnte ich das Video in den Links zur Episode nicht finden.

    Auch ich traue der bayerischen Regierung, der CSU und der bayerischen Polizei alles mögliche zu. Wenn das Video allerdings tatsächlich aus Mitterteich ist, dann hat dort die Polizei vermutlich eine völlig zutreffende Durchsage gemacht.

    Aus Berliner Perspektive ist es verständlich, dass man über die Geschehnisse in einer 6000-Seelen-Gemeinde nicht informiert ist, aber dieser Ort und später auch zwei Nachbargemeinden waren die ersten Orte Deutschlands, in denen Ausgangssperren/-beschränkungen galten. Tage bevor eine entsprechende bayernweite Regelung kam.

    Und diese waren durchaus härter formuliert als die vergleichsweise windelweiche bayernweite Regelung. Insofern muss ich also hier die Polizei tatsächlich in Schutz nehmen. Dass das noch einmal passiert, hätte ich auch kaum für möglich gehalten.

    Vgl. z. B. https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-03/mitterteich-ausgangssperre-coronavirus-quarantaene-ansteckungsgefahr-deutschland Dort findet sich auch ein Link zur lokalen Allgemeinverfügung. Die bayernweite Regelung war hier tatsächlich sogar eine Lockerung!

  54. Zum Thema “Europäische Solidarität” (1:29:30 der aktuellen Folge):

    Nicht zu Unrecht weist Philip auf die “Grenzschließungen” (bzw. hier wohl zutreffender Einreisebeschränkungen und verstärkte Kontrollen) u.a. an der Grenze Baden-Württembergs gegenüber dem Frankreich bzw. dem Elsass hin. Die Effektivität dieser Maßnahmen kann man – wie z.B. Virologe Martin Stürmer es getan hat (https://www.merkur.de/politik/coronavirus-deutschland-grenzen-geschlossen-virologe-zdf-heute-journal-kleber-kritik-mainz-zr-13601587.html) – sicherlich anzweifeln.

    Unabhängig davon muss beschränkter Grenzverkehr ja aber nicht unbedingt das Ende jeglicher binneneuropäischer Solidarität bedeuten. Beispielsweise haben Kliniken aus Freiburg, Heidelberg und Ulm kürzlich beschlossen, insgesamt sieben Corona-Patienten aus dem Elsass aufzunehmen (https://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/hilfe-fuer-das-elsass–184251333.html).

    Das mag zwar als Maßnahme von (noch) “relativ” (immerhin geht es um Menschenleben!) geringem Ausmaß betrachtet werden. Es weist aber m.E. in die richtige Richtung, nämlich gerade in Zeiten dieser Krise, gemeinsam mit den europäischen Partnern im gegenseitigen Austausch eine vernünftige Ausschöpfung der vorhandenen Kapazitäten zu erreichen, ohne natürlich zugleich die Belange der medizinischen, aber auch sonstigen Nahversorgung zu vernachlässigen. Dies erscheint mir zur Stärkung der europäischen Integration und aus unserer ethischen Verpflichtung gegenüber unseren Nachbarn heraus gerade in der derzeitigen Situation, in der bei uns offenbar noch ein Kapazitätsüberschuss gegeben ist, geboten. Sollte es außerdem je zu einem Abklingen der Infektionswelle in europäischen Nachbarstaaten früher als bei uns kommen, könnten wir uns über eine solche Form der Zusammenarbeit in umgekehrter Richtung glücklich schätzen.

    Da es nicht bei Einzelmaßnahmen bleiben sollte, sehe ich hier die Länder aber vor allem auch die Bundesregierung in der Pflicht, eine Verbesserung der Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten voranzutreiben.

  55. Mich würde Eure Meinung dazu auch sehr interessieren.
    Ein Zusammenbruch der Wirtschaft ist nicht unwahrscheinlich, oder? (Auch wenn dieser Beitrag sehr nach Verschwörungstheorie klingt):
    https://eingeschenkt.tv/ernst-wolff-corona-und-der-herbeigefuehrte-crash-coronavirus/

    Liebe Grüße, Kati
    Ich mag Euren Podcast sehr!

    • Liebe Kati, danke für den Link, aber mal ganz ehrlich: Wie sehenswert kann ein Video sein, dass eine Naturkatastrophe wie eben einen Virus als „Instrument“ bezeichnet?

      Ich glaube wir müssen alle ein bisschen mehr auf Hygiene bei unserem Medienkonsum achten. Das Leben ist kurz, wir sollten unsere Zeit nicht damit verbringen, Quatschköppen zuzuschauen, die unsere Gedanken vergiften. Jeder Vollpfosten kann schließlich seine Ideen ins Netz stellen.

      Wenn wir uns auf einem Gebiet nicht selbst gut auskennen, sodass wir wirklich einschätzen können was stimmt, sollten wir uns besser auf Medien verlassen, denen man vertrauen kann.

  56. Vielen Dank für eure mal wieder sehr informative und überlegte Sendung.
    Hier zwei Aspekte, die mich in letzter Zeit beschäftigen und zu denen ich mir irgendwo mehr Diskussion wünschen würde:

    (1)
    Mich würde es sehr freuen, wenn ihr noch etwas mehr zur Medikamenten- bzw. Impfstoffproduktion sagen würdet, die notwendigen Schritte umreißen – nicht so sehr von der Virologie aus, sondern von Politik und Wirtschaft.
    Ein Punkt, der da bislang in den Diskussionen nicht aufkam, der aber für die zeitnahe Bereitstellung vom Medikamenten oder Impfstoffen aber neben den Regularien entscheidend werden dürfte sind die Produktionskapazitäten und der Zeitbedarf für die Produktion.

    Ein ideal schneller Prozess für Medikamente und Impfstoffe würde ja mit möglichst viel Parallelisieren arbeiten. D.h. ein vielversprechender Impfstoff-Kandidat würde in die Testung mit Menschen gehen, und lange bevor dieser zeitintensive Prozess angeschlossen ist würde der Impfstoff schon massenweise produziert werden, damit er bei einem erfolgenden „OK“ sofort verfügbar ist, mindestens für die besonders betroffenen Personengruppen (weltweit). Sofern der noch zu findende Impfstoff hinreichend lagerfähig sein sollte.
    Ohne solch eine Parallelisieren verlieren wir ja sehr wertvolle Monate.

    Kein Land und keine Firma hat hier Kapazitäten auf Stand-By. Und alle bisher in den Pharma-Anlagen produzierten Medikamente und Impfstoffe werden ja weiterhin benötigt. Für die riesige Menge and Impfdosen bzw. Medikamenten wird es deswegen zusätzliche Produktionsanlagen brauchen, wenn wir nicht viele Monate dadurch verlieren wollen, weil wir nicht mit der Produktion hinterherkommen.

    Zugleich wird keine Pharmafirma von sich aus große Kapazitäten für Stand-By aufbauen, oder gar mit einer Produktion vor Ende der Validierung schonmal im großen Stil anfangen, das ist ja ein enormer finanzieller Aufwand. Ein solch vorausschauender Kapazitätsaufbau und gar solch ein vorausschauender Produktionsbeginn wäre also nur staatlich gelenkt/finanziert möglich. Auch wenn das große Kosten wären, erscheint das gegenüber den Kosten des aktuellen Lockdowns ja geradezu marginal.
    Es erscheint mir wirklich entscheidend, dass dieser Zusammenhang bei den politischen Planungsprozessen Berücksichtigung findet, und für die entsprechende Unterstützung einer größeren Öffentlichkeit bekannt ist.

    (2)
    Immunisierung von möglichen Überträgergruppen:
    Gibt es dazu irgendwelche seriösen Überlegungen?
    Da gerade junge Erwachsene ohne Vorerkrankungen gut mit dem Virus klarkommen aber zugleich die potenziell aktivste Überträgergruppe sind, könnten hier doch evtl mehrere Nutzen mit einem Schlag erreicht werden, wenn es hier zu einer kontrollierten Infektion und Ausheilung kommen könnte. Die “frei-getesteten” Personen könnten dann wieder am öffentlichen Leben teilnehmen und darüber hinaus auch wichtige Unterstützung bieten. Einkäufe, Altenheime, you name it.
    (s. auch: https://www.wired.com/story/coronavirus-interview-larry-brilliant-smallpox-epidemiologist/?bxid=5cec2544fc942d3ada0afc20&cndid=56630945&esrc=&source=EDT_WIR_NEWSLETTER_0_BACKCHANNEL_ZZ&utm_brand=wired&utm_campaign=aud-dev&utm_mailing=WIR_Backchannel_032220_TopClickers&utm_medium=email&utm_source=nl&utm_term=WIR_TopClickers_EXCLUDE_Backchannel )
    Vielleicht wäre da ja auch eine Art Nachweis hilfreich, aka “bin frei-getestet und garantiert nicht infektiös”.

    Dafür müssten die entsprechenden Personen freilich für die Dauer von Inkubation und Krankheitsverlauf aus ihren restlichen Kontexten isoliert werden. (Bundeswehr)kasernen (die Soldaten dürften größtenteils zur beschrieben Niedrigrisiko-Kategorie gehören) und momentan leer stehende Schulen (vor allem Internate) könnten hierfür doch geeignete Orte sein. Ein paar Betten in leere Klassenzimmer zu stellen um den Großteil eines Abi-Jahrgangs ein paar Wochen betreut im Gebäude unterzubringen erscheint relativ betrachtet wie ein geringer Aufwand…
    Eine Gruppe (Freiwilligkeit stets vorausgesetzt!) wird gezielt infiziert und quartiert sich dort ein, wird medizinisch überwacht und die Personen können nach Ausheilung wieder zurück nach Hause. Bis dahin wird die Kaserne/Schule/… zur Quarantänezone.

    Herzliche Grüße,
    Georg

    • “Da gerade junge Erwachsene ohne Vorerkrankungen gut mit dem Virus klarkommen”

      Tut mir Leid, aber diese Denke ist einfach falsch und gefährlich. Auch junge Erwachsene sterben teilweise an dem Virus oder tragen dauerhafte Schäden davon.

      “Ein paar Betten in leere Klassenzimmer zu stellen um den Großteil eines Abi-Jahrgangs ein paar Wochen betreut im Gebäude unterzubringen erscheint relativ betrachtet wie ein geringer Aufwand…”

      Das funktioniert nicht, wenn man Beatmungsplätze braucht, die aktuell sowieso schon am Limit sind. In so einer Situation noch Leute (mit einer potenziell tödlichen Krankheit) anzustecken ist keine gute Idee…

  57. Lieber Philip, lieber Ulf, wunderbare Folge, ich danke euch. Beste Grüße

  58. Hey ihr zwei….
    nur ganz kurz… In meinem bayerischen Eck fahren keine shady Polizei oder Feuerwehr mit Lautsprecher rum… Auch die Helfer stehen unter Stress, evtl ging es da nur mit dem ein oder andere Beamten durch… Mich hat auch niemand beim joggen aufgehalten. Bitte projektiert nicht, dass das offizielle Weisungen an die Polizei war… Klang etwas 😑. Danke für die Sendung.
    Grüße

  59. “Alte weiße Männer” streuen Falschinformationen zu Corona….

    Könnt ihr bitte aufhören Gräben durch die Gesellschaft zu buddeln?

    Erstmal sind es nicht nur alte, weiße Männer, es gibt auch schwarze, und junge und auch Frauen, die Blödsinn auf Youtube verbreiten.
    Überhaupt sollten solche Kategorien wie Geschlecht, Glaube, Alter oder Hautfarbe bei der Beurteilung von Handlungen keine Rolle spielen.

    Finde ich ziemlich fragwürdig so generell über bestimmte Gruppen zu sprechen.
    Und nur, weil irgendwelche Menschen das früher über andere gemacht haben, ist es keine Rechtfertigung nun das selbe zu tun.

    Viele Grüße, jemand der nix für sein Geschlecht und seine Hautfarbe kann.
    Keine Ahnung ob ihr euch das vor eurer Geburt aussuchen konntet.

    • In diesem Fall tut es etwas zur Sache, weil Hintergrund dieser Show vermutlich der Geltungsdrang eines Polit-Rentners ist. Damit stehen andere alte weiße Männer ja nicht ebenfalls in der Kritik.

      • Das impliziert, dass ihr annehmt, “alte weiße Männer” würden generell einem anmaßenden Geltungsdrang unterliegen und, dass ihr hier wieder mal ein Beispiel dafür gefunden habt. Sonst wäre das keine Erwähung wert.

        Was der Geltungsdran eines Polit-Renterns mit seiner Hautfarbe oder seinem Geschlecht zu tun haben sollte erschließt sich mir ansonsten nicht.

        Man hätte auch sagen können, der xxx jährige ehemalige SPD abgeordnete hat auf youtube Fake News verbreitet.

      • Oh, ich hab Franz’ Kommentar jetzt erst gesehen. In einem Nebensatz habe ich weiter unten das gleiche kritisiert – aus etwas anderem Grund.

  60. Anmerkung zum scheinbaren Rückgang der Neuinfektionen am Sonntag:
    Dem ist zunächst auch der DLF aufgesessen, wahrscheinlich existiert er aber nicht. Am Wochenende melden schlicht und einfach nicht alle Behörden ihre Fälle weiter, so das RKI.
    Quelle: https://twitter.com/DLFNachrichten/status/1241673990156025856

    • Nichtsdestotrotz ist auch der bisherige Anstieg heute deutlich geringer als letzte Woche (Stand 14:00). Die nächsten Tage werden Klarheit bringen.

  61. Hallo Lage Team,

    ein Aspekt kam meiner Meinung nach noch nicht so wirklich raus, nämlich wie lange die Maßnahmen (der “Lockdown”) anhalten soll/muss. Am Anfang meinte Ulf die besprochene Studie spricht von fünf Monaten, später nanntet ihr “wenige” Wochen. Vielleicht meint ihr auch eher wenige “Monate”, aber ich finde man muss das schon sprachlich konkretisieren um den Leuten keine falschen Hoffnungen zu machen. Was ich in meinem Umfeld so mitbekomme herrscht bei vielen noch der Gedanke “nach den Osterferien” ist der Virus “weg” und alles läuft wieder normal.

    Daher noch ein paar Zusatzinfos meinerseits:
    – die Kommune in der ich lebe hat alle größeren Veranstaltungen bis in den Juni(!) hinein abgesagt
    – Die Bundesregierung hat eine Reisewarnung bis über die Osterferien bekanntgegeben (https://www.tagesschau.de/inland/reisewarnung-corona-101.html)
    – Ich persönlich habe mit zwei Lehrern, unabhängig voneinander, gesprochen, die sich darauf vorbereiten sollen dass der Unterricht bis zu den Sommerferien ausfällt(!) (gilt für Hessen)
    – Ganz aktuell: Herr Drosten sagte, bezogen auf Fußballspiele (das kann man natürlich auch auf alle anderen Großveranstaltungen beziehen), dass diese, bis ende des Jahres(!), wenn überhaupt nur ohne Zuschauer ausgetragen werden könnten (https://www.welt.de/sport/article206713667/Coronavirus-Christian-Drosten-nimmt-dem-Fussball-alle-Hoffnung.html)

    Von Einschränkungen von nur “wenigen” Wochen kann also keine Rede sein.

    • Ergänzung: Selbst wenn wir in Deutschland bis zum Sommer wieder einigermaßen normalität rein bekommen, wir sprechen ja von einer weltweiten Pandemie, mit unterschiedlichen Ausmaßen. Daher stellen sich auch für den Sommer für viele ganz praktische Fragen: Soll ich meinen bereits jetzt gebuchten Sommerurlaub stornieren?

      • Falls du bis dahin Corona überstanden hast kannst du natürlich entspannt reisen :)

        • Mit solchen Aussagen wäre ich zum aktuellen Standpunkt sehr vorsichtig. Wir wissen noch zu wenig über den Virus um sagen zu können, wie schnell dieser mutiert. Ich bin selbst Chemikerin und habe mich damit mit einigen Biologen und Biochemikern unterhalten. Natürlich sind wir nicht darauf spezialisiert. Allerdings ein konkretes Beispiel was jeder kennt:
          Die Grippe ist auch eine Viruserkrankung und mutiert ständig. Deswegen gibt es auch mindesten einmal pro Jahr einen neuen Grippeimpfstoff.
          Wie das für den Coronavirus im derzeitigen Ausmaß ist, je häufiger der Virus sich repliziert (vermehrt) desto größer ist die Mutationswahrscheinlichkeit, kann wahrscheinlich niemand genau sagen. Deswegen bleibt einfach abzuwarten und das beste zu hoffen.

    • Ich denke mann muss zwischen verschiedenen Arten von Einschränkungen differenzieren. Ein Lockdown des Landes wird nicht länger als einige Wochen nötig (Stand jetzt) oder auch möglich sein. Leicht umzusetzende Einschränkungen mit großer Wirkung werden wir vermutlich noch bis zur Verbreitung eines Impfstoffes haben, also z.B. keine Fußballspiele vor Publikum für bis zu einem Jahr. Wie die beiden in der Lage auch schon gesagt haben, wird kurz- bis mittelfristig durch die drastischen Maßnahmen Zeit gewonnen um Strukturen und Prozesse anzupassen, z.B. Server aufbauen für Teleunterricht, Schnelltestmöglichkeiten oder Kapazitäten in Krankenhäusern, sodass mittel- bis langfristig weniger drastische Maßnahmen notwendig sein werden, um erneute Wellen des Virus besser auffangen zu können.

  62. Zu dem Thema der scheinbar bereits fallenden Neuinfektionen in Deutschland: Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass wir in Deutschland weniger Zeitverzögerung sehen als in Italien.

    In Italien werden soweit ich weiß nur noch Personen getestet, die auf Grund eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dies zeigt sich üblicherweise erst in der zweiten Krankheitswoche. In Deutschland werden dagegen häufig noch Personen getestet, die erste Symptome zeigen. Somit werden Neuinfektionen in Deutschland eventuell früher erkannt.

    Natürlich kann es auch eine Verzerrung durch verzögerte Übermittlung am Wochenende sein, das werden wir dann in Kürze sehen.

  63. @Corona: (zu Förderungen und Unterstützungen von kleinen Betrieben)

    Im Bundesland Bremen gibt es bereits jetzt ein Förderprogramm für Kleinunternehmer und Selbstständige, das mit Zuschüssen und nicht mit Krediten funktioniert.

    Azszug von https://www.bremen-innovativ.de/corona-info-ticker-fuer-unternehmen/

    “Corona-Soforthilfe Programm

    Im Rahmen eines von der Senatorin für Wirtschaft neu aufgelegten Förderprogramms können Unternehmen in Bremen und Bremerhaven, die durch die Auswirkungen des Coronavirus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, Soforthilfen von bis zu 5.000 EUR im vereinfachten Verfahren und bei besonderem Bedarf bis 20.000 EUR erhalten.
    Den Zuschuss können Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und weniger als 2 Millionen Euro Jahresumsatz sowie Freiberufler in Bremen und Bremerhaven erhalten. Die Anträge können in Bremen bei der Task Force der BAB (Bremer Aufbaubank, Tel. 0421/9600-333) und in Bremerhaven bei der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (Tel. 0471/ 94646-640) gestellt werden. Die Antragsstellung ist ab Montag, 23. März 2020 möglich.”

    Interessante Nebeninfo: die beiden Senatorinnen (= Landesminister), die gerade an vorderster Front in dem kleinen Bundesland stehen, kommen beide aus der Linkspartei: Claudia Bernhard (Gesundheitssenatorin) und Kristina Vogt (Senatorin für Wirtschaft und Arbeit).

  64. Sprecht doch bitte Deutsch. Ich kann Euch nur teilweise folgen. Bin schon über 50 und kann nur englisch für Anfänger. Bitte einfache Sprache. 😘

    • Habe ich mir auch gedacht.
      Bin zwar erst Anfang 50 und habe in einem internationalen Unternehmen täglich mit den Begriffen zu tun, aber mir kommt da immer wieder der begriff “Bullshit Bingo” hoch.

  65. Die Welle der Solidarität ist wunderbar, auch in Köln gibt es nun die Veedelsretter – ein Community Hilfsprogramm für Köln.
    Unter dem Motto “Support your local Businesses” hat das Digitalunternehmen Railslove die Plattform Veedelsretter ins Leben gerufen. Damit sollen Lokale, Geschäfte, Kultureinrichtungen, Kleinstbetriebe und Solo-Selbstständige unterstützt werden
    Das Prinzip ist einfach: als Veedelsretter kaufen KölnerInnen jetzt Gutscheine und sorgen somit für die nötige Liquidität in der Krise bei Ihren Lieblingsorten im Veedel! Zudem gibt es den Veedelssoli – eine Unterstützung ohne direkte Gegenleistung.
    Das Geld geht ohne jegliche Abzüge direkt an die Unternehmen. 
    Zur Registrierung geht es hier https://www.veedelsretter.koeln.

  66. Immer wenn man neue Folgen direkt herunterlädt, fühle ich mich ins Pre-DSL Zeitalter zurückversetzt. Der Download dauerte bei dieser Folge mit weniger als 20KB/s ca. eine Stunde lang.
    Ich will natürlich keine Ansprüche. Vorfreude ist ja schließlich die schönste Freude.
    Wäre nicht vielleicht ein Podcast CND (z.B. Podseed) sinnvoll bei euch?

  67. Mich würde brennend eure Meinung zu diesem gestern erschienen Video von Ernst Wolff zum Thema “Corona und der herbeigeführte Crash” interessieren:
    https://www.youtube.com/watch?v=aYZ2gVs9U7o&t=92s
    Würde mich um eine Rückmeldung sehr freuen. Vielen Dank.
    PS: Ihr macht einen super Job. Weiter so!

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