LdN180 Corona-Pandemie, Geflüchtete in GR, AfD-“Flügel” rechtsextrem, Putin forever, Trumps Gegner

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198 Kommentare

  1. Zum thema Flüchtlings”kriese” sagt ihr einerseits Flüchtlinge sollten weniger als Problem wahrgenommen werden, selbst benutzt ihr jedoch die Formulierung es wäre “eine Last”, die die Türkei da zu tragen muss.
    Ist vielleicht Meckern auf hohem Niveau, aber da bin ich bei euch glaube ich an der richtigen Stelle! ;-)

    Ich denke, dass es hier ein Beispiel von vielen Situationen ist, wo es zielführend ist positiv-Formulierungen zu benutzten. Daimt fühlen sich alle besser und sind eher bereit sich dafür auszusprechen / zu engagieren.

  2. Die von euch des Öfteren ins Feld geführte und ggf. zu recht stolz reklamierte redaktionelle “Transparenz” hat im Bereich Kommentarfilterung/-zensur m.E. einen “blinden Fleck“.

    Der hilfreich gemeinte Verweis für Interessierte zur Internetseite des von euch eingesetzten automatischen (insinuiert: Individualeingriffe sind auszuschließen) Spamreduktionstools “Akismet” konnte mir aktuell jedoch keine Info über dessen aktuelle Filterwirkungen auf den LdN-Kommentarteilinhalt liefern.

    So hatte es im Zeitraum von Donnerstagmittag, dem 19.3.20 bis Samstagmittag, den 22.3.20 kein einziger Beitrag bzw. Antwort darauf in den Kommentarteil „geschafft“.
    Das Tool war in dieser Zeit offenbar “off” und folglich dürfte alles, was dann heute Mittag (22.3.) rückwirkend „mit einem Schlag” aufgefüllt wurde, dann doch rein “händisch” erfolgt sein.

    Was mich jetzt sehr interessieren würde:
    – Wieviele „Denials“ haben den für diesen Zeitraum im Nachhinein erteilten 28 „Approvals“ gegenübergestanden?
    – Welche Auswahlkriterien kamen dabei konkret zur Anwendung?

    Ansonsten: Macht ruhig weiter so!

    • Wie ich schon xfach geschrieben habe betrachten wir alle Kommentare als Leserbriefe, d.h. wir veröffentlichen diejenigen, die uns hier inhaltlich weiterbringen und auch von der Sprache her ein gewisses Mindestniveau wahren. Ansonsten habe ich hier ja auch schon verschiedentlich kommentiert, welche Kriterien ich sonst noch anlege, zB keine Links auf FakeNews-Seiten. Ich führe keine Statistiken, aber ich denke, wir schalten circa 97% aller Kommentare frei.

  3. Lieber Philip,
    Lieber Ulf,

    neben den zahlreichen Erörterungen zu dem, was ist, wäre es vielleicht ebenfalls interessant einen Blick nach vorn zu richten. Wir haben im Lager einige Rechner und Server rumstehen, die für Veranstaltungen aktuell nicht benötigt werden.
    Darf ich euch kurz einen kleinen Hinweis auf das Projekt Folding@Home der Washington University School of Medicine in St. Louis in die Kommentarspalte schreiben?
    F@H ist ein verteiltes Computerprojekt für die Krankheitsforschung, das die Proteinfaltung und andere Arten von Molekulardynamik simuliert. Ursprünglich auf die Schwerpunkte Alzheimer, Huntington und verschiedene Krebserkrankungen fokussiert konzentriert sich die Forschungsgruppe jetzt auf Covid-19.
    Statt die Rechenleistung eines einzelnen Rechners zu nutzen, wird dabei eine komplexe Aufgabe in Teilaufgaben aufgeteilt, diese auf mehrere Rechner verteilt und deren Rechenleistungen zur Aufgabenbewältigung genutzt. Das Projekt nutzt im Rahmen des Volunteer-Computing die ungenutzten Verarbeitungsressourcen von Personalcomputern, auf denen die Software installiert ist und die so zur Erforschung von Krankheiten beitragen.

    In unserer Firma haben wir einige Laptops und Media Server, die aktuell für keine Veranstaltung benötigt werden. Auf diesen läuft gerade die Berechnung von Teilaufgaben für F@H.

    Natürlich ist es kein grandioser Beitrag, aber es besänftigt das eigen Gefühl, untätig und machtlos zu sein ein kleines bisschen. Und ganz nebenbei sieht es total nerdig aus, wenn sich ein animiertes Zellmodel auf dem heimischen Bildschirm entwickelt.

    Vielleicht hilft es Menschen aus eurer Community auch.

    Ganz herzlichen Dank für eure unermüdliche Arbeit!
    Grobi

    • Sehr guter Hinweis.
      Das könnte man auch aktuell (aber auch darüber hinaus) auf Rechnern in Schulen und Universitäten laufen lassen. Die haben oft viel Leerlaufzeit

  4. Liebe Lage, erst einmal vielen Dank ganz allgemein für euren Podcasst!!! Und zur aktuellen Corona-Situation: Könntet ihr vielleicht mal die Rolle Russlands unter eure sachliche Lupe nehmen? Mich interessiert, woran es liegt, dass lt. der Johns Hopkins Corona Landkarte die russische Bevölkerung ziemlich immun gegen das Virus zu sein scheint. Werden die Zahlen schlicht nicht veröffentlicht? Und auch die Vorwürfe der EU gegen Russland bezüglich der Falschinformationen, habt ihr da tiefere Einblicke, was da von wem im Netz verbreitet wird? – Vielen lieben Dank! Bleibt gesund! Susanne

  5. Sorry Leute, off topic. Kann sich jemand erinnern, in welcher Folge die „Unweltsau“ diskutiert wurde?
    Liebe Grüße Jens

  6. nur mal eine anfrage: könntet ihr demnächst irgendwann mal etwas zu diesen ausgangssperren sagen? besonders dazu, wer diese verhängen kann? soweit ich mitbekommen habe, scheint das ja irgendwie ländersache zu sein. aber ich hab auch was von gemeinden gehört. zumindest scheint der bund da nicht mitreden zu dürfen.

    für mich klingt das alles etwas konfus, insofern fände ich eine klärende analyse dazu von euch recht hilfreich.

  7. Also Entschuldigung, aber das Verwaltungsorgane weiterhin arbeiten müssen sollte doch selbstredend sein. Es gibt zum einen dringliche Entscheidungen und laufende Projekte, zum anderen Sozial- und Gehaltszahlungen die ausgelöst werden müssen. Im allgemeinen würde das Aussetzen der Verwaltungsorgane das Vertrauen in die staatliche Gewalt äußerst stark schwächen.

    Trotz aller Vorsicht und Angst vor dieser Corona Grippe, aber wenn das Vertrauen und die Wirtschaft zu sehr leiden dann können wir gar niemandem mehr helfen.

    Ich möchte euch daher dringlichst bitten solche Gedanken vorsichtiger und bedachter in den Raum zu stellen. Nicht jeder ist in der Lage solche Statements differenziert zu bewerten.

  8. Hallo,

    auch weil diese website in der letzten Sitzung Thema war, hätte ich einen Vorschlag für ein weiteres Diskussionsthema:

    https://www.focus.de/digital/internet/schaffen-es-nicht-inhalte-zu-pruefen-vergewaltigungs-und-missbrauchvorwuerfe-online-petition-fordert-abschaltung-von-pornhub_id_11759839.html

    https://www.change.org/p/shut-down-pornhub-and-hold-its-executives-accountable-for-aiding-trafficking

    Es würde mich interessieren, was Ihr dazu denkt.

    Herzliche Grüße und bleibt gesund.

  9. 20. März 2020 um 10:57 Uhr
    Raimar Lamprecht

    Hallo Ulf und Philipp,
    würdet ihr bitte die Idee juristisch bewerten, ob die Bundesregierung und der Bundestag durch ein Gesetz eine Beteiligung der Vermieter an den Gewerbeverlusten veranlassen könnte. Für jeden Monat könnte meines Erachtens die Gewerbemiete um ein Drittel gekürzt werden, wenn der Gewerbetreibende coronabedingt für mindestens 15 Tage seine gewerbliche Leistung nicht erbringen kann. Damit würde die Belastung auf gesellschaftlich breite Schulter gelegt werden.
    Danke und viele Grüße

  10. COVID-19 ist eine Herausforderung an die Solidarität: der wenig Gefährdeten (Jungen) mit denen aus der Risikogruppen (v.a. Ältere). Bzgl. Alter also genau umgekehrt wie beim Klimawandel, wo gilt: je jünger, desto stärker betroffen.
    Für die climate justice Bewegung muss die Hoffnung sein, dass genügend Junge jetzt Solidarität zeigen. und man dann später sagen kann: wir haben während der Coronakrise doch massive Einschränkungen akzeptiert, um “nur” Hunderttausenden das Leben zu retten — für die Klimawandelanpassung bitten wir Euch um relativ kleinere Einschränkungen, um Millionen zu helfen. Ich will aber *nicht* sagen: “Du sollst solidarisch sein, damit Dein jetztiges Verhalten Dir später als Faustpfand nützt”, sondern es ist nur eine Hoffnung, auf eine solidarische Gesellschaft — eine Gruppenbetrachtung.
    Zur Solidarität kann man sich auch Ulfs Medienradio 76 mit Heinz Bude anhören. [1]

    Nach Terroranschlägen gab es Leute, die sagen: “Wir lassen uns unsere Gesellschaft, Identität, Lebensgefühl und -freude nicht nehmen von Euch!”. Das fanden wir alle gut. Jetzt reagieren manche genauso auf die Bedrohung durch den Coronavirus, und verzichten auf “social distancing”. Dieselbe Reaktion — diesmal schädlich.

    [1] https://www.kuechenstud.io/medienradio/podcast/mr076-heinz-bude-solidaritaet-als-ausweg-aus-der-globalen-sinnkrise/ — MR076 Heinz Bude [Soziologe an der Uni Kassel]: Solidarität als Ausweg aus der globalen Sinnkrise

    Lieben Dank an Ulf für die Bearbeitung der Kommentare. Sie als Leserbriefe aufzufassen finde ich einen interessanten Ansatz! :)

  11. Lieber Ulf, ich möchte dir danken, dass auch mehrfach auf die Situation der öffentlichen Verwaltung hinweist. Gerade dort scheint das Virus so gar keine Relevanz zu haben, ich bin unfassbar besorgt über die Zustände in denen ein Familienmitglied mit hohen Risikofaktoren dort arbeiten muss. Danke für Eure tolle Antwort.

  12. Hallo, ich möchte euch nur eine Situation schildern, die ich als zutiefst ungerecht empfinde. Meine Mitbewohnerin ist im Zweitstudium und bekommt daher kein BAföG. Jetzt sind ihre Nebenjobs weggebrochen. Da sie allerdings Studentin ist bekommt sie auch keine Grundsicherung vom Staat. Ich frage mich wie das sein kann. Diese Lücke ist so groß, das betrifft doch sicher sehr viele Leute. Danke für die Aufmerksamkeit.

  13. 19. März 2020 um 20:49 Uhr
    Johannes Hasreiter

    Hi,
    zuerst ein großes Lob an Philip und Ulf für den großartigen Podcast. Vielen Dank dafür!

    Thema “Flatten the Curve”:
    Ich habe mich in der letzten Woche häufig gefragt, was es denn eigentlich bedeutet, wenn wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Wie lange dauert es, bis die oft angesprochenen 70% der Bevölkerung infiziert sind ohne das Gesundheitssystem zu überlasten? Wo stehen wir mit unseren aktuellen Zahlen? Wie lange könnten Quarantänemaßnahmen andauern?
    Ich habe zunächst ein bisschen herumgerechnet und bemerkt, dass es hier zu viele Stellschrauben für eine eindeutige Aussage gibt. Das war natürlich zu erwarten, da wir bis jetzt noch nie in so einer Situation gewesen sind. Da meine für diese Woche angesetzte Urlaubsreise natürlich ausgefallen ist, habe ich in den letzten Tagen ein kleines Simulations-Tool programmiert. Dieses möchte ich euch nicht vorenthalten, weil ich denke, dass möglicherweise ein paar Fragen beantwortet werden könnten. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr es euch gerne unter http://www.flatten-the-curve.info ansehen. Ich freue mich über Feedback und den nächsten Lagebericht!

    Viele Grüße
    Johannes

    • Guter Punkt … es sieht so aus, dass wir einige Wochen in einem sehr weitgehenden Shutdown verbleiben müssen, ehe wir die Maßnahmen etwas lockern können … um sie dann potentiell wieder anzuziehen, und so wird das Spiel immer weiter gehen, bis es irgendwann – vielleicht im nächsten Frühling – einen Impfstoff gibt. Parallel werden die Kapazitäten des Gesundheitswesens massiv ausgebaut, damit keine Katastrophe eintritt, wenn bei diesem Hoch- und Runterregeln einmal was schief geht und die Zahlen durch die Decke gehen.

      Das wird ein sehr, sehr heikles Unterfangen, für das es keine Blaupause gibt. Bisher finde ich, dass unser politisches System bemerkenswert gut damit klarkommt, insbesondere wenn man die Effizienzverluste durch den Föderalismus in Rechnung stellt. Hoffen wir, dass das so bleibt.

  14. Hallo ihr Lieben,

    Könntet ihr mir bitte ein wenig die Sorge um den Rechtsstaat nehmen? Ich bin Ärztin und habe in meinem Umfeld auch jede Menge Risikogruppen und sehe prinzipiell all die Maßnahmen auch vollkommen ein.
    Aber dennoch bereitet mir einiges Sorgen: mehrere aus meiner Familie und Freundeskreis arbeiten mit psychisch Kranken und zwar den chronifizierten schwer kranken und ich habe Sorge, dass für einige die Maßnahmen ein Todesurteil sind. Warum? Nun, auffallend war, dass die meisten plötzlich sehr regelmäßig zu ihrer Reha kamen bis diese in Bayern alle nun geschlossen wurden. Rezepte kriegt man jetzt leichter per Telefon… das regt Missbrauch an, noch dazu muss man die Patienten ja irgendwie stabilisieren, also werden sie auch ambulant eher Benzodiazepine bekommen. Die Suizidrate… usw. das Triggern der Paranoia… die Besuchsregeln! Das erhöht die Schwelle in die Klink zu gehen, wenn ich nicht weiß, wann ich meine Angehörigen wieder sehe!
    Dann dass jetzt die Überprüfung der Heime ausgesetzt wird und nicht mehr dokumentiert wird. Bei den stark eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten kann doch keiner mehr Auf Verfehlungen hinweisen!
    Dann bin ich gerade hoch schwanger, ich weiß nicht, ob mein Mann mit zur Entbindung darf, wie soll das funktionieren mit der Ausgangssperre. Wir haben bisher gehofft, dass er mit darf und meine Schwester passt auf das große Kind daheim auf, eben nicht die Großeltern. Darf sie dann in der Augsangssperre überhaupt herkommen? Und ich kann euch nur sagen, dieser erlebte Kontrollverlust erhöht das Risiko postpartaler Depressionen! (Mal abgesehen vom Bekannten Fachkräftemangel im Bereich der Geburtshilfe, wo das Personal ja auch froh ist, wenn ein Angehöriger bei der Patientin ist)
    Dann als Ärztin bekomme ich noch eine Elternzeit? Ich habe auch noch nicht so früh eine Fremdbetreuung organisiert. Und überhaupt es ist ja schön systemrelevant zu sein und dafür eine Bescheinigung zu bekommen, aber organisieren muss ich die Kinderbetreuung selbst und natürlich auch bezahlen. Ärzte aus dem Ruhestand holen? Die sind übrigens auch Risikogruppe. Ich weiß, dass viele das trotzdem gerne machen werden, aber wir sind da auch so ein Berufsstand, der sehr sozial geprägt ist und die Medizinstudenten, die rekrutiert werden bekommen auch kein Geld für ihren Dienst… da finde ich, bei aller Solidarität mit den Künstlern, aber hätten wir systemrelevanten (alle! Auch Kassierer…) nicht auch verdient, nicht prekär beschäftigt unseren solidarischen Dienst zu verrichten?
    Mir gefällt auch der Ton der Politik nicht. Erst gibt es zu viele Krankenhäuser und alle müssen wirtschaftlich arbeiten, jetzt wird von Beschlagnahmung gesprochen. Als ob die Plastiker ihre Geräte nicht zur Verfügung stellen, bevor man anfangen muss Zelte aufzubauen. Niemand muss uns zwingen mitzuhelfen.

    Wie gesagt, ich sehe die Einschränkungen und die Vorbereitungen vollkommen ein. Aber ich glaube, je mehr Verbote kommen, desto eher kommt es zu Widerstand und dann leiden zwar einige unter den Maßnahmen, während sich die anderen nicht dran halten, der Effekt nicht erreicht wird und die Risikogruppen nicht geschützt sind.

  15. Hallo Philipp und Ulf. Wenn ihr es nicht schon vorgesehen habt, könnt ihr dann bitte das Thema Ausgangssperre und die Möglichkeit, die unser Grundgesetz dafür bietet in die nächste Folge aufnehmen?
    Darüber hinaus nehmt doch bitte Stellung zu dem Vorhaben, unsere Verfassung bezüglich der Beschlussfähigkeit des Bundestages zu ändern.
    Mich gruselt es etwas bei dem Gedanken, wenn Verfassungen geändert werden und die Bundeswehr auf einmal im Inneren eingesetzt wird.
    Liebe Grüße.

  16. KRIMANNEXION = UNFAIRER JOURNALISMUS?
    Danke für Euren tollen Podcast, ich höre euren Podcast sehr oft und empfehle ihn oft weiter.

    Trotzdem finde ich es unfair, wenn ihr die Krimabstpaltung als Annexion bezeichnet solange es kein Urteil von einem internationalen Gericht gibt, was diesen Vorgang auch so bezeichnen würde. Ja, viele Politiker und andere Journalisten machen machen das so wie ihr das schon oft getan habt, aber kenne mindestens einen dt. Völkerrechts Professor, der das anders und behauptet, dass in der Rechtswissenschaft dies sehr strittig diskutiert wird. Ja, es liegt ein Urteil vor, aber keiner der so stark wäre, um Russland zu beschuldigen die Krim annektiert zu haben. Der Unterschied ist deswegen so wichtig, da eine völkerrechtlich anerkannte Annexion völkerrechtlich eine militärische Intervention legitimiert. Dieser Eindruck soll aber auf keinen Fall voreilig im Volk entstehen. Das wäre nämlich nicht nur unfair sondern auch kriegsgefährlich.

    • Ehrlich gesagt brauche ich kein Urteil, um die Annexion der Krim als solche zu bezeichnen: Russland hat sich fremdes Staatsgebiet angeeignet. Was soll das sonst sein?

      Mich würde mal der “dt. Völkerrechts Professor” interessieren, der das anders sieht.

  17. Lieber Ulf, lieber Philip,
    danke für eure ausführlichen Beiträge zur Lage auf den griechischen
    Inseln und an der Landgrenze Griechenland – Türkei. Insbesondere Ulfs
    emotionaler Apell an die Werte der EU und der geäußerte Ärger über die
    Verbrechen (in der vorletzten Folge), die da begangen wurden, fand ich
    sehr passend. Denn Emotionen und Menschlichkeit scheinen in der
    EU-Kommission und Westeuropäischen Spitzenpolitik kommplett verloren
    gegangen zu sein. An die Stelle ist der pausenlos sich wieder und wieder
    wiederholende Ruf nach “2015 darf sich nicht wiederholen” getreten. Was
    werden Sie jubeln in den AfD Parteizentralen oder direkt vor Ort an der
    Grenze (https://twitter.com/IBDeutschland/status/1235174297368489989)
    und was weiß ich noch wo überall.

    Für mich ist es traurig. für die Menschen vor Ort ist es schlimm. Vor
    allem auch die Art und Weise mit der die EU und gerade auch die
    Deutschen wegschauen oder sogar die Abschottung bejubeln. Von der Leyens
    kaltschnäutziger Dank an diejenigen, die das Schutzschild Europas
    hochhalten, und an die griechische Zivilgesellschaft, während auf den
    Inseln schon der rechte Mob tobte, lässt mich leider für die Zukunft
    kein bissschen hoffen.
    Corona verdrängt nun alles. Ich freue mich dennoch sehr, wenn ihr
    weiterhin auch die Lage in an der Grenze und auf den Inseln in die Lage
    aufnehmt. Es wird ja immer noch nur schlimmer, wie der Brand in Moria
    oder die ersten Coronainfizierten zeigen…
    Es soll nicht übertrieben klingen. Aber zumindest darüber zu sprechen
    und die Machenschaften der EU auch hierzulande immer wieder zu
    thematisieren, ja mindestens das schulden wir den Leuten, die wir da in
    der Hölle schmoren lassen.

    Ich freue mich auf die nächste Folge!

    Liebe Grüße und bleibt gesund,

    Moritz

  18. Ich habe diesen Artikel zugeschickt bekommen, der die These aufstellt, dass Social Distancing und die bisher getroffenen Maßnahmen in Deutschland nicht ausreichen, um die Risikogruppe zu schützen und dass wir unbedingt in Quarantäne müssen. Könntet ihr euch den mal anschauen?

    https://medium.com/@joschabach/flattening-the-curve-is-a-deadly-delusion-eea324fe9727

    • Coronagefahr aus der Zahnarztpraxis!!!!
      Ich möchte auch dieses Forum nutzen um auf einen unverantwortlichen Missstand aufmerksam zu machen… Eine Zahnarztpraxis ist eine hochgradige Gefahrenquelle für die Übertragung des Viruses!
      Hier eine Grafik wie hoch das Risiko für verschiedene Berufsgruppen ist..
      https://www.nytimes.com/interactive/2020/03/15/business/economy/coronavirus-worker-risk.html?referringSource=articleShare

      Trotzdem scheint sich in Deutschland nicht wirklich jemand dafür zu interessieren… Zahnarztpraxen dürfen weiter behandeln ohne jegliche Einschränkung…

      Offener Brief an Gesundheitsminister Laumann (NRW) sowie Behörden und Institutionen
      Eine engagierte Gruppe von Zahnärzten quer durch die Republik hat heute einen offenen Brief verschickt, dessen Inhalt hiermit allen auf dieser Platform zugänglich gemacht wird. Es ist ausdrücklich erlaubt, dieses Schreiben auch für ähnliche Vorhaben durch weitere Kolleg(inn)en zu nutzen bzw. entsprechend zu modifizieren.

      “Offener Brief an den NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann
      Stellungnahme zur Ausbreitung des Corona-Virus in MK

      Zahnärzte (und ihre Mitarbeiterinnen) arbeiten in 30 cm Abstand inmitten von Aerosolen aus der Mundhöhle, und damit in Bezug auf das Corona-Virus im gefährlichsten Bereich überhaupt. Kaum eine andere Arztgruppe hat routinemäßig einen derartig unvermeidbar engen Kontakt zu diesen Infektionszonen beim Menschen. Das ist Arbeiten am Gefährdungslimit, wenn nicht sogar schon darüber.
      Die Politik (maßgeblich Bundesgesundheitsminister Spahn, aber auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann) haben dies offenbar noch gar nicht erkannt und lassen alle Praxen weiterhin geöffnet.

      Eine ernstzunehmende Beachtung der „gestiegenen Hygieneanforderungen“ erfordert jedoch die sofortige Schließung von Zahnarztpraxen, da wir sonst zum Hotspot für die Verbreitung des Virus werden. Alles andere ist unverantwortlich.

      Wir können weder FFP3-Schutzmasken und inzwischen noch nicht einmal Desinfektionsmittel kaufen (wir versuchen das seit 5 Wochen). Und bei den Gesundheitsämtern als Anlaufstelle läuft seit Tagen wegen Überlastung nur ein Anrufbeantworter.
      Laut FOCUS-Online (18.03.2020/Paula Schneider) befürchten Chinesische Mediziner, Europa begehe die gleichen Fehler, wie sie selbst vor wenigen Monaten in Wuhan: Professor Wu Dong vom Peking Union Medical College Hospital sagt, „wir müssen unser medizinisches Personal schützen!“ Besonders HNO- und Augenärzte wurden wegen des engen Behandlungskontaktes infiziert. Gleiches gilt natürlich – wenn nicht sogar wesentlich gravierender (wegen der Aerosolbildung) bei der Behandlung für Zahnärzte, Oralchirurgen, MKG-Chirurgen.

      Laut aktueller Erhebung der NEW YORK TIMES sind Zahnärzte ganz oben auf der Infektions- und Superinfektorenliste.
      In Wuhan/China wurden übrigens als eine der ersten Maßnahmen alle Zahnarztpraxen geschlossen.

      Die Politik muß hier sofort handeln und beispielsweise einige wenige (freiwillige) Praxen mit den erforderlichen Schutzmaterialien ausstatten, damit eine Notfallbereitschaft aufrechterhalten werden kann – gerne wechselweise zwischen verschiedenen Praxen – aber nur mit Schutzausrüstung. Andernfalls wird die Gefahrenlage bewußt ignoriert.

      Wegen des „Sicherstellungsauftrags“ dürfen wir die Praxen nicht selbstständig schließen. Machen wir uns jetzt strafbar, wenn wir unsere Praxen in dieser Situation trotzdem schließen? Oder machen wir uns erst recht strafbar, wenn wir sie nicht schließen und unsere Angestellten und die Patienten ohne Schutzausrüstung weiterhin der realen Gefahr einer Infektion mit Covid-19 aussetzen?

      Der 39-seitige Nationale Pandemieplan fordert auf Seite 24 zwar durchaus das Richtige:

      „Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung: Schutzkittel, Einweghandschuhe, dicht anliegende Atemschutzmaske (Schutzstufe FFP2; FFP3 oder Respirator insbesondere bei ausgeprägter Exposition, z.B.Bronchoskopie oder bei anderen Tätigkeiten, bei denen große Mengen Aerosole entstehen können), Schutzbrille und langärmelige, wasserdichte Einwegschürze bei entsprechenden pflegerischen, diagnostischen oder therapeutischen Tätigkeiten am Patienten.“

      Aber es ist eine schöne Wunschwelt. Was nutzt ein Pandemieplan, wenn die darin enthaltenen Kriterien (wie Vorhaltung von Schutzkleidung) von der Politik überhaupt nicht eingehalten wurden.

      Unsere Patienten können sich zwar darauf verlassen, daß wir alles Mögliche tun werden, um trotz massiver Defizite zumindest eine Notfallversorgung aufrecht zu erhalten. Aber alle aufschiebbaren Behandlungen müssen ab sofort auch verschoben werden.
      Eine Praxisschließung ist bei weiterem „Aussitzen“ der Politik nur noch eine Frage der Zeit. Wenn die Politik hier nicht sofort eine Entscheidung fällt, müssen wir sie fällen. Eine Praxisschließung ist wirtschaftlich für die Praxen eine Katastrophe, aber zum Schutz der Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Patienten sowie zur Reduzierung der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus wohl kurzfristig unumgänglich.”

      Dr. Michel Baackmann
      ZA Thomas Bongard
      Dr. Wolfgang Moser
      ZA Franz Nadler
      ZÄ Carola Schmidt
      ZA Lars Twork
      Dr. Ulrich Vendramini
      ZA Freya von der Linde
      Dr. N. Weifenbach und P. Hardes
      Dr. Matthias Förster
      ZA Götz Dobrowolski
      Dr. Ulrich Paffenholz
      Prof. Dr. Schlamann
      ZÄ Kerstin Hirche
      ZA Volker Mannheims
      ZA Joachim Unger
      Dr. Klaus-Peter May
      ZÄ Tanja Tomczak
      ZA Roelof Potgieser
      ZÄ Brigitta Müller & Sandra Ullrich
      ZA Thanh-Tuan Duong

      Zahnärzte aus Halver, Breckerfeld, Schalksmühle, Köln, Gau-Odernheim, Bornheim-Brenig, Ahaus-Wessum, Schwenningen, Bonn, Schleswig, Wedel, Schortens, Leer, Alzey, Wallertheim

      Verteiler:
      • Allgemeiner Anzeiger politik@mzv.net
      • NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann corona@mgs.nrw.de
      • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn poststelle@bmg.bund.de
      • Bundeszahnärztekammer info@bzaek.de
      • Bundesärztekammer info@baek.de
      • Kassenzahnärztliche Vereinigung Münster kzvwl@zahnaerzte-wl.de
      • Zahnärztekammer Münster zaekwl@zahnaerzte-wl.de
      • Coliquio (via account)
      • IG-MED info@ig-med.de

    • Hallo,

      ich muss mich korrigieren, es handelt sich doch um eine andere Website. Aber vielleicht trotzdem ein spannendes Thema zur Recherche.

  19. Der #WirVsVirus Hackathon der Bundesregierung – https://wirvsvirushackathon.org/
    – sign up bis Freitag 14h
    – Welcome call Freitag 1830
    – bis DONNERSTAG 20 Uhr können Herausforderungen eingereicht werden, über die bis Freitag 14 Uhr abgestimmt wird

  20. Wir sollten uns das am besten jetzt schon klar machen: Dieser Sommer findet in den eigenen vier Wänden statt. Und der kommende Winter auch.

    Der Ausnahmezustand, in dem wir leben, wird nicht in wenigen Wochen und auch nicht in wenigen Monaten vorbei sein, es sei denn, es kommt zur absoluten Katastrophe mit Millionen Toten!

    Wir sollten uns das am besten jetzt schon klar machen: Bevor die Impfung nicht entwickelt, getestet und die Bevölkerung durchgeimpft ist, kann es keine Rückkehr in die Normalität geben. Würde China heute die Restriktionen aufheben, wären sie in drei Wochen wieder da, wo sie schon mal waren. Und das kommt so:

    Die Basisreproduktionszahl legt fest, wie viel Prozent einer nicht immunisierten Population sich anstecken, bis ein Virus nicht mehr genügend unimmunisierte Opfer findet und deshalb ausstirbt. Für COVID 19 beträgt diese Zahl etwa 3, woraus sich errechnen lässt, dass 70% der Bevölkerung sich anstecken müssen, bevor das Virus von alleine ausstirbt.

    Die aktuellen Werte:
    Italien 0,051%
    China 0,0056%
    Deutschland 0,0147%
    USA 0,0024%

    Nirgendwo ist dieser Wert bereits höher als in Italien. Und wie erwähnt: Bevor der Wert nicht 70 ist (VOR dem Komma), hört das Virus nicht auf, sich zu verbreiten.

    Da ist ja noch viel Platz nach oben, denkt da so mancher, da haben wir ja noch Zeit. Aber das stimmt nicht, denn:

    1.) ist Italien zum Beispiel jetzt schon an der Grenze seines Gesundheitssystems. Und bei Werten von etwa 2 % wird das auch in Deutschland der Fall sein (wie in jedem anderen Land der Welt)

    2.) sorgt derselbe Basisreproduktionswert für einen rasanten exponentiellen Anstieg der Fallzahlen um den Faktor 3 etwa alle 5 Tage. Sprich: in 10 Tagen sind wir in Deutschland an der Grenze des für unser Gesundheitssystem Stemmbaren. Und dann hat das Virus immer noch 98% der Bevölkerung NICHT befallen – und also 68% Spielraum.

    Wenn das Virus sich weiter ungehindert verbreiten würde, dann wären Mitte Mai (so schnell geht das mit Faktor 3 alle 5 Tage) diese 70% erreicht – und gegen Juli hätten wir keine nennenswerten Fallzahlen mehr. Wir hätten aber auch 2-3 Millionen Tote zu beklagen – in nur 8-10 Wochen. Das ist eine Zahl, für die wir sonst 3 Jahre brauchen. Die Leichen würden buchstäblich in irgendwelchen Lagerhallen verrotten müssen, weil keine Friedhöfe, keine Krematorien sie so schnell beseitigen könnten.

    Also müssen wir die Kurve so abflachen, dass das nicht passiert. Das bedeutet aber: die Schutzmaßnahmen müssen bleiben, bis die 70% der Bevölkerung entweder nach und nach durch die Krankheit immun geworden sind (über viele Jahre hinweg) oder – was viel wahrscheinlicher ist – durch eine allgemeine Impfung.

    Und bis die durch ist und 60 Millionen Menschen in diesem Land geimpft sind, werden wir in unseren Wohnungen bleiben müssen, um die Schwächsten in dieser Gesellschaft zu schützen.

    Also, habt Geduld! Die Politik kann nichts für die Mathematik.

    • Deine “aktuellen Werte” ignorieren allerdings einen wichtigen Fakt: sie basieren auf der Anzahl bekannter Infektionsfälle, die notgedrungen immer unter der Anzahl der tatsächlichen Fälle liegt. Wie weit drunter, darüber streiten sich die Experten – ich habe von Faktor 2-20 alles gehört in letzter Zeit, und vermutlich differiert dieser Faktor auch deutlich von Land zu Land. Hier in Deutschland dürfte er wohl eher am unteren Ende des Spektrums liegen, wenn man sich das momentane Verhältnis von Todesfällen (diese Zahl ist ziemlich akkurat) zu bekannten Infektionen (diese Zahl ist nur so akkurat, wie das Test-Prozedere es zulässt) ansieht und vergleicht mit anderen entwickelten Industrienationen, deren Gesundheitssysteme noch nicht überlastet sind und deren Mortalitätsraten daher untereinander einigermaßen vergleichbar sein sollten. In den USA dagegen dürfte er sich eher am oberen Ende der denkbaren Skala bewegen.

      Der wichtige Punkt ist: für die Ausbreitung des Virus bei Lockerung der Isolationsmaßnahmen ist nicht relevant, wie viele Leute positiv getestet wurden, sondern ausschließlich, wie viele Leute tatsächlich schon infiziert wurden. Es entsteht also die leicht paradoxe Situation, dass es “vorteilhaft” ist, wenn der Faktor der unbekannten Infektionen möglichst hoch ist – denn das erhöht bei gegebener Anzahl positiv getesteter Menschen die einzig relevante Anzahl tatsächlich bereits infizierter (und in Zukunft immuner) Personen und senkt die Ausbreitungsgeschwindigkeit in zukünftigen Virus-Wellen. Und da sich dieser Faktor wie eingangs erwähnt in erheblichen Größenordnungen bewegt, verschiebt er die Situation bereits jetzt ziemlich gewaltig und in 10 Tagen noch viel mehr, da wir erst dann einen Rückgang der durch Tests ermittelten Neuinfektionen bedingt durch die jetzt eingeleiteten Isolationsmaßnahmen erwarten können und somit bis dahin mit einem starken Anstieg der positiv getesteten Personen rechnen müssen.

      Das Problem ist, dass wir diesen Faktor nicht kennen, und daher unser Handeln nicht auf der Zahl der tatsächlich infizierten Personen basiert, sondern auf der Zahl der positiv getesteten. Alle Modelle zur Ausbreitung des Virus, die jetzt händeringend herangezogen werden, um das weitere Vorgehen in den nächsten Wochen und Monaten zu planen, haben dieses Problem und dadurch bedingt massive Fehlerbalken, die absolut inakzeptabel sind und entweder dazu führen, dass ein viel zu pessimistisches Bild der Situation gezeichnet wird (wenn man den Unsicherheitsfaktor bei 1 ansetzt, um “auf Nummer Sicher” zu gehen) oder möglicherweise auch ein zu optimistisches (wenn man ihn zu hoch ansetzt, weil man dann ein schöneres Bild der Realität bekommt, und wer will nicht gern ein bisschen Licht in der Dunkelheit?). Es muss also dringend daran gearbeitet werden, ein möglichst akkurates Bild über die Anzahl Personen, die tatsächlich infiziert worden SIND (irgendwann, egal wann) zu bekommen, denn nur diese Zahl ist wirklich brauchbar als Input für Modellrechnungen zur weiteren Ausbreitung bei Lockerung der Isolationsmaßnahmen. Neben dem Testen von Neuinfektionen, das dringend ausgeweitet werden muss, wird es daher zunehmend wichtig, dass auch Antikörper-Tests entwickelt und hochskaliert werden, mit denen geprüft werden kann, wer sich irgendwann in der Vergangenheit einmal angesteckt hat und daher für die künftige Ausbreitung “aus der Gleichung” genommen werden kann.

    • Du kannst die Menschen nicht so lange entsozialisieren. Du kannst die Wirtschaft nicht so lange runterfahren. Es gibt jetzt schon die ersten Insolvenzen und die KfW-Mittel stehen nicht mal abrufbereit. Was dann nicht an Corona stirbt, übernimmt der Suizid da die Menschen psychisch eingehen werden. Es gibt auch bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass die Lage hier so sein wird wie in Italien. Es muss irgendwann überlegt werden, was schlimmer ist: die gesamte Bevölkerung zuhause einzusperren, psychisch kaputt zu machen und einen großen Teil der Weltwirtschaft und unseres Wohlstands mit immensen Kosten (viele Billiarden) an die Wand zu fahren oder im Vergleich relativ wenig Geld (also nur ein paar Milliarden) in Krankenhauskapazitäten stecken, die deutlich kleinere Risikogruppe isolieren und den Rest der gesunden Bevölkerung mit dem Virus konfrontieren. Ich persönlich halte nur den letzten Weg für gangbar – wer ernsthaft etwas anderes fordert (und wir reden hier von einem durchschnittlichen Alter der Opfer von 79 Jahren), der ist einfach vollkommen irrational.

      • Kannst du dafür auch Quellen angeben? Die Studie des Imperial College, die diese Woche breit diskutiert wurde, geht jedenfalls davon aus, dass das Absondern der Hauptrisikogruppe allein nicht reichen wird.

        • Es gibt doch gar nicht genug Datenlage und Fakten für eine solche Situation – im Grunde ist alles gerade ein Experiment. Wir brauchen hier und da weniger Wissenschaft und mehr gesunden Menschenverstand, das ist meine Meinung. Virologen sehen meist nur einen Aspekt, ihre Kernkompetenz. Wir dürfen uns aber nicht von ihnen alleine regieren lassen. Psychologen, Gesellschaftswissenschaftler, Ökonomen (und auch Juristen sind bei solchen Freiheitsbeschränkungen durchaus wicchtig) und vorallem nicht nur der Blick auf die primär Betroffenen, in zweiter Reihe sind noch viel mehr potentielle Opfer über die wir kaum reden (bei längeren „Lockdowns“): Psychisch Kranke in unfreiwilliger Isolation, alte Leute angeschnitten von Ihren Familien, Neugeborene die direkt in Quarantäne kommen und ihren Eltern weggenommen werden (temporär, aber schlimm genug) oder einfach nur normale Menschen ohne Partner oder Kinder, einsam, evtl. mit existenziellen Ängsten aufgrund wirtschaftlicher Folgen. Über den kompletten Zusammenbruch der Gastronomie und kultureller Angebote an brauchen wir gar nicht erst zu reden. Meine Nachbarin (Rentnerin) ist hochgradig kulturell engagiert, lebt und atmet vom Austausch mit Menschen und sozialen Aktion. Von heute auf morgen sitzt sie in ihrem Haus fest, alleine und wird aus Mangel an sozialer Beschäftigung eingehen. Die ist jetzt schon fertig, das hält die keine 2 Monate durch. Und das wird millionen Menschen so gehen.

        • Weniger Wissenschaft, mehr gesunden Menschenverstand? Das ist die Forderung nach dem zurück ins Mittelalter, Bauchgefühl statt Verstand, Youtube statt Wahrheit, Bullshit statt Argumente.

          Natürlich muss man die Aspekte in den Blick nehmen, die du ansprichst. Das haben wir ja auch in der Lage getan. Aber das muss man rational tun – und nicht irgendeinem Bauchgefühl folgend. Denn auch solche Kollateralschäden kann man ja durchaus messen beziehungsweise in bestimmten Grenzen auch vorhersehen. Ich habe in meinem privaten Umfeld auch so einen Fall, wo jemand seit zehn Tagen praktisch abgetaucht ist. Mir ist sehr klar, welche dramatischen psychischen Folgen dieser partielle Shutdown haben kann. Aber bitte hört auf, mit Bauchgefühl statt Wissenschaft zu argumentieren.

      • Da völlig klar ist, dass man gerade auch für viel Geld keine Krankenhaus-Kapazitäten schaffen kann, entnehme ich deinem Beitrag die Forderung, viele Menschen zugunsten der Wirtschaft und des Wohlstandes sehenden Auges sterben zu lassen.

    • Warum wurde mein Kommentar hierzu nicht veröffentlicht? Da würden mich wirklich mal Eure Gründe interessieren. Wollt ihr einen Diskurs oder wollt ihr Einheitsmeinungen?

      • Keine Ahnung, um welchen Kommentar es jetzt konkret geht. Allgemein kann ich sagen:

        Die allermeisten Kommentare schalten wir frei, aber wir betrachten sie als Leserbriefe. Es gibt keinen Anspruch auf Veröffentlichung, und ob wir sie freischalten, hängt davon ab, ob sie uns bzw unsere Leser*innen weiterbringen. Gute Chancen haben alle Kommentare, die sachlich formuliert sind und neue Aspekte einbringen, insbesondere wenn sie mit Quellen belegt sind. Generell nicht veröffentlicht werden Links auf Desinformationsseiten (RT, KenFM etc) oder persönliche Angriffe auf das Lage-Team.

    • Ich denke die Schutzmaßnahmen werden uns nicht vor einem Kollaps schützen. Der Große Schlag kommt noch vor August und dann ist der Drops eh gelutscht. So hart es klingen mag, desto eher desto besser. Augen zu und durch. Nicht mein Wunsch, aber meine Vorstellung wie diese alternativlose Situation ausgehen wird.

  21. Liebe Lage,
    Ich möchte gerne meine Corona Erfahrungen mit euch teilen. Als ich letzte Woche mit Husten und Fieber aus Tirol wieder kam, wollte ich mich gerne testen lassen. Das ging jedoch leider nicht, da Tirol kein Risikogebiet war. Als sich das am Freitag änderte, habe ich das Wochenende am Telefon verbracht. Ich wohne in Dresden und hier kam ich auch nach hunderten Versuchen beim Gesundheitsamt durch und an meinen Hausarzt verwiesen. Dieser schickte mich, natürlich auch telefonisch, zur neuen Corona Ambulanz am Uniklinikum. Hier habe ich am Montag rund 2h angestanden. Es wurde alles sehr professionell gehandhabt, so dass man nichts anfassen musste und niemandem zu nahe kommen konnte. Es war alles sehr aufregend, aber am nächsten Morgen bekam ich telefonisch mein negatives Testergebnis.
    Liebe Grüße aus Dresden

  22. Hallo Ulf und Philipp,

    Meine Frau und ich haben uns sehr viel Gedanken um die Situation der Kinder gemacht. Natürlich ist mir bewusst, dass es wichtig ist, das soziale Leben herunterzufahren. Es wird jedoch nirgends thematisiert, dass Kinder in einem besonderen Maße unter diesen Maßnahmen leiden. In unserem Umfeld werden drastische Einschränkungen vorgenommen. Eltern der Freunde unserer Kinder verbieten diesen mittlerweile den Umgang mit anderen Kindern. Die Kinder werden vermutlich viele Wochen kaum soziale Kontakte haben.

    Der Oberbürgermeister von Heidelberg hat jetzt an die Bürger sinngemäß appelliert, sich freiwillig eine Ausgangssperre aufzuerlegen um einen entsprechenden Erlass zu verhindern. (https://www.heidelberg.de/hd,Lde/corona-virus_+die+lage+in+heidelberg.html) Das kommt ja praktisch schon einer Ausgangssperre gleich. Ähnliches ist auch von zum Beispiel Herrn Laschet zu hören. Das bedeutet für Millionen Kinder, dass sie in einer Stadtwohnung festsitzen und ein Ende im Moment nicht absehbar ist. Wer weiß denn im Moment, wie lang das noch so geht? Die Frage ist ja auch: Angenommen die Maßnahmen greifen schnell, dann ist das Virus ja nicht aus der Welt. Wenn dann das öffentliche Leben wieder vollständig hochgefahren wird, wird dann alles wieder von vorne losgehen? Ich kenne die Antwort nicht aber ich fürchte, sie wird mir nicht gefallen.

    Schlimmer noch: Dazu kommt, dass die Funktion der Schule als soziales Korrektiv entfällt. Die Schulpflicht hat auch eine Kontrollfunktion für häusliche Gewalt gegen Kinder. Häufig kommen solche Fälle erst durch die Schulpflicht ans Licht. Die Lehrer üben eine enorm wichtige Kontrollfunktion aus. Und diese entfällt im Moment.

    Kurz gesagt: Sind die Opfer, die die jüngsten der Gesellschaft jetzt gerade erbringen sollen verhältnismäßig? Ich stelle das bewusst als Frage, ergebnisoffen. Ich möchte vor allem erreichen, dass dieses Problem öffentlich thematisiert wird. Es fehlt komplett in der öffentlichen Debatte und Kinder und Jugendliche haben leider keine Lobby die diese Debatte anstoßen könnte.

    Habt ihr euch dazu schon Gedanken gemacht? Findet ihr das Thema relevant? Für uns ist es sehr relevant.

  23. Liebe Lage, mich würde interessieren, was ihr zum Beitrag des Arztes und SPD-Abgeordneten Dr. Wolfgang Wodarg („steile Thesen zur Corona-Panik“) sagt. Ich halte seinen Schluss für nicht zutreffend, er lässt Fakten außen vor und vor allem sein verschwörungstheoretischer Anteil stört. Er ist allerdings auch keine Art Troll und das Video ist sicherlich sehr verbreitet, mir schicken es zumindest Lehrerkollegen.
    Viele Grüße aus Konstanz

    • Er ist leider – jedenfalls in diesem Kontext – ein sehr gefährlicher Troll, gerade wegen seiner Vergangenheit, die scheinbar für Kompetenz steht. Aber offenbar ist niemand davon gefeit, sich komplett zu verrennen.

  24. Hallo,

    Studierenden wird exponentielles Wachstum mit folgenden Aufgaben verdeutlicht.
    verkürzte Aufgaben und Lösungen ohne Lösungsweg ;-)

    1. Auf dem ersten Schachfeld solle ein Reiskorn liegen, auf dem zweiten zwei, auf dem dritten vier usw. Ein Korn wiegt ca. 0,03g. Wie schwer sind die Körner auf dem letzten Schachbrett im Verhältnis zu der jährlichen Weltreisernte von etwa 480 Mill. Tonnen.
    Auf dem letzten Feld liegt ca. das 576-fache der jährlichen Reisernte.

    2. Aufgabe
    Man falte ein Blatt Papier (Dicke von 0,1mm) und falte das gefaltete Blatt immer wieder.
    a) Wie dick ist das Papier nach 10-maligem falten? ca. 10 cm
    b) Wie oft müsste man das Papier falten, damit es 1 km dick ist? Mind. 24 mal.
    c) Wie oft müsste man das Papier falten, damit es von der Erde bis zum Mond reicht? Mind. 42 mal.
    d) Wie oft müsste man das Papier falten, damit es ein Lichtjahr dick ist? Mind. 67 mal.

    VG,
    anonym

  25. Liebe Lage, hier noch eine Anregung für euch zum Thema Corona und wie man das Beste aus der aktuellen Situation machen kann: Let me quarantain you! Am Freitag hat unsere Wg beschlossen soweit es geht von zu Hause zu arbeiten und sämtliche physischen sozialen Kontakte einzuschränken. Aus dieser Situation heraus startete meine Mitbewohnerin Anna ein Projekt um den inspirierenden und hilfreichen Angeboten, die sie online gefunden hat, mehr Bekanntheit zu verschaffen. Seit Montag gibt es jetzt die Seite http://www.quarantain.de. Man findet hier kostenlose digitale Angebote für Bildung, Zeitvertreib und Unterhaltung. Die Motivation dahinter: Durch physische Distanzierung aber soziale Nähe Corona gemeinsam auszubremsen. Die Seite ist ein Work in Progress und ständig kommen neue Ideen und Beiträge dazu, die es uns allen vielleicht leichter machen die physische Distanzierung auszuhalten. Ich finde es sollten unbedingt mehr Menschen von diesem Projekt wissen!

  26. Hallo ihr beinden,
    eine Anmerkung zu besagte Hochrechung der erkrankten Fälle anhand der Todesopfer. Das ist ein wirklich smarter Trick der im späteren Verlauf und insbesondere im Nachhinein sicher gut funktionier. Für die ersten Todesfälle gilt aber noch nicht das Gesetzt der großen Zahlen und somit ist die Aussagekraft sehr gering!

    Nachfolgend eine Bierdeckelrechung um das zu verdeutlichen. Wir nehmen an:
    – Anzahl Krankheitsfälle = 1000
    – Sterblichkeit = .01
    Dann liegt die einfache Standardabweichung der Binomialverteilung (=68% der Einzelevents) bei s = WURZEL(1000*0.01*0.99) = 3,14 Tote

    Das bedeutet: bei einer festgestellten Zahl von 1000 Erkrankungen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass man zwischen 7-13 Todesopfer erwarten kann gerade einmal bei 68%. Das ist wirklich nicht besonders aussagekräftig. Umgekehrt kannte man bei 10 Todesfällen dann auch nur mit 68%iger Sicherheit sagen, es gab irgendwo zwischen 700 und 1300 Erkrankte.

    Ansonsten tolle Show – keep it going!

    • wir haben das ja mehrfach als Überschlagsrechnung charakterisiert … aber die Tendenz scheint ja zu stimmen, immerhin haben wir jetzt ja schon mehr als 6.000 Infektionen.

      • Hallo Ulf, erstmal vielen Dank für die Antwort!
        Wie ich das verstanden haben war euere Kernaussage doch, man könne an den Zahlen der Todesfälle erkennen, dass die tatsächlichen Fallzahlen bereits mindestens doppelt so hoch gewesen wären wie bislang offiziell angegeben (vorausgesetzt die sonstigen Parameter für die Schätzung stimmen einigermaßen). Das sehe ich so nicht bestätigt; Infektions- und Todeszahlen können einander aufgrund der o.g. Unsicherheiten durchaus noch erklären.

        Abgesehen davon gehörte der Großteil der bis zum 13.3. verstorbenen sicherlich nicht zu den 75 infizierten Fällen vom 28.2.. Vielmehr waren es die frühen Todesfäller der ca. 3500 Infizierten, die nach dem 28.2. erkrankt sind. Tomas Pueyo hat da in seinem Artikel kurzerhand selbst versucht einen nichtlinearen und dynamischen Prozess mit statischen und linearen Methoden zu approximieren. Lineare Denkmuster liegen uns einfach in den Genen.

        • Warum sollte denn ausgerechnet die typische Zeitspanne zwischen Infektion und Tod, die China mit 17 Tagen angibt, falsch sein? Deine Idee mit den “frühen Todesfällen” scheint mir doch ziemlich aus der Luft gegriffen zu sein; es ist doch wesentlich plausibler, dass die Zahl von 75 Infizierten vom 28.2. eben völlig falsch ist und es stattdessen ca. 800 waren.

        • Zu Ulfs Antwort:
          Die 17 Tage im DURCHSCHNITT werden hier gar nicht in Frage gestellt.
          Aber wenn beispielsweise 10% der Todesfälle schon nach 12 Tagen eintreten und 10% erst nach 22 Tagen (und der Rest dazwischen), dann führen die 10 % von vor 12 Tagen zu deutlich mehr Todesfällen heute als die 10% von vor 22 Tagen, da vor 12 Tagen EXPONENTIELL mehr Menschen infiziert waren.
          Viele Grüße
          Dominik

  27. “Keine Panik” und “Massenhysterie” zu Corona?

    Sollte man solche Meinungen wie in diesem hunderttausendfach geklickten Interview mit einem ehemaligen SPD-MdB und Arzt auch in den Mainstream-Medien diskutieren oder läuft das unter gefährlichen Falschinformationen? Die Demokratie kommt da leider in einer solchen Situation schnell in die Bredouille, wenn es um die Frage geht: Diskurs und Meinungsvielfalt vs. die Experten die richtigen Entscheidungen treffen lassen, auch wenn das die Freiheit vorübergehend einschränkt. Wenn ihr in der nächsten Sendung eure Meinung dazu geben könntet, wäre das toll: https://youtu.be/va-3zS9q1yo

    • ja, das Video ist hier mehrfach verlinkt worden … ich kann das nicht ganz nachvollziehen, denn wenn man die aktuelle Folge gehört hat, dann versteht man eigentlich schnell, warum das gefährlicher Unsinn ist.

      • Ja, ich war einer von denen, der das verlinkt hat (sorry, ich glaube zweimal da ich nicht mehr sicher war, ob ich es schon geschrieben hatte oder nicht und mein cookie-freier browser es nicht zeigte) und ich hätte schon erwartet, dass Ihr den Beitrag freischaltet – habe je keinen Irren verlinkt sondern einen erfahrenen Epidmologen. Das ZDF fand ihn in Frontal21 vom 10.3. auch einer Beachtung wert.
        Etwas irritiert,
        Wolfgang

        • Wir wollten diese Links keinesfalls kommentarlos freischalten, auch weil wir dadurch solchen Unsinn noch weiter verbreiten würden. Wir kommen aber manchmal nicht sofort dazu, problematische Kommentare hier zu beantworten, dann bleiben die länger in der Warteschleife.

          Generell betrachten wir Kommentare als Leserbriefe – es gibt keinen Anspruch auf Veröffentlichung.

      • Mimikama hat sich diesem Lungenarzt auch schon gewidmet. Wieder ein Lungenarzt, der sich befähigt fühlt, über andere Dinge zu reden.

        https://www.mimikama.at/allgemein/die-ansichten-des-dr-wolfang-wodarg-coronavirus-massnahmen-uebertrieben/
        (Ich hoffe, Fremdlinks sind hier okay.)

  28. Hallo ihr zwei,

    danke für euren Podcast. Ich fand eueren Teil zu den US-Wahlen wirklich nicht vollständig genug. Gerade die Erklärung zu Schwarzen und sog. POC bei Biden war sehr salopp. Ich finde es irgendwie besser sowas im Zweifel wegzulassen.

    Zu den Quellen: Das von Philip angesprochene Facebook-Video würde mich interessieren. Habt ihr da einen Link?

    Danke

    Nicki

    • * Ich finde es irgendwie besser sowas im Zweifel wegzulassen.

      P.S.: Danke, ich habs in der Liste gefunden, da stand nur Twitter, nicht Facebook. Mein Fehler! Trotzdem ist mir die Erklärung einfach zu knapp, vor allem ein solcher Post als Quelle mit so einer einfach Argumentation? Hier z.B. 100 Schwarze Personen der Öffentlichkeit die sich für Sanders einsetzen: https://go.shr.lc/3ahDgEm Jesse Jackson hat ihn endorsed. LatinX Personen stehen eher hinter Sanders. Das Thema gibt sehr viel mehr her, in der Folge kam es mir so nachgeschoben vor – verständlich bei der aktuellen Themenlage.

  29. Tach,
    wie verrückt das alles ist. Eine etwas makabere und hoffentlich überflüssige, aber spannende Frage – und lieber früher Gedanken machen als später:

    Ihr schildert die Situation in manchen italienischen Krankenhäusern, die Überforderung und das Selektieren. Angenommen, es kommt in Deutschland doch soweit, dass Ärzt*innen nicht mehr für alle Schwerstkranken da sein können und also entscheiden müssen, wem sie helfen und wer sich selbst bzw. im schlimmsten Fall dem Tod überlassen wird – wie können sie sich gesetzeskonform verhalten? Wer kann dann Ansagen machen, welche Kriterien dürfen dabei eine Rolle spielen und welche eben auf keinen Fall? Alter? Heilungsaussichten? Art der Krankenversicherung? Zeitpunkt der Aufnahme? Welche Grundrechte tangiert das eigentlich? Uff.

    Bleibt gesund.

  30. Vielen Dank für die ganzen Hinweise zum Corona-Virus. Ich arbeite in der Wohnungslosenhilfe, und ich würde es begrüßen, wenn ihr in der nächsten Folge euch mal Randgruppen vornehmt um da nochmal hinzuschauen, wie diese Betroffen sind, die Situation (nicht) meistern (können).
    Was macht ein Wohnungsloser der Infiziert ist, ist die Parkbank die häusliche Quarantäne? Was machen Arme, wenn die Tafeln schließen und die Regale leer gekauft sind? Was machen Schüler*innen in ALGII-Haushalten wenn die keinen Laptop haben? Wie verdienen prekär beschäftigte Prostituierte nun Geld? Wie versorgen sich nun diejenigen, die durch Betteln und Flaschen Sammeln ihren lebensunterhalt bestreiten, wenn die Innenstädte leer sind? Wo bekommen Sie günstige Mittagessen her, die über die Tagesstätten ausgegeben werden die nun z.t. schließen?
    Und wären die Hotels, die keine Touris mehr beherbergen dürfen, nicht (zeitweise) eine super möglichkeit erkrankte Obdachlose einzeln Unterzubringen?

  31. Wie immer eine gute Folge!
    Ohne ausgeprägt viel Ahnung von der Flüchtlingssituation rundum Griechenland und der Türkei zu haben, wundert es mich dennoch, dass immer von einem “Niemandsland” zwischen Griechenland und der Türkei gesprochen wird. Es ist doch sicher nicht so, dass es zwischen den beiden Ländern unbesiedelten Boden gibt, der zu keinen der beiden Länder gehört. Wird dieser Begriff vielleicht aus politischen Gründen verwendet, da man für die Flüchtlinge im “Niemandsland” keine Verantwortung übernehmen will?
    Würde mich über eine Antwort von euch, Philip und Ulf, oder von einem Hörer freuen.

  32. Zur Einstufung des AfD-“Flügels” durch den Verfassungsschutz. Die Folge hiervon sei ja, dass nun mit nachrichtendienstlichen Mitteln vorgegangen werden dürfe. Sofern dazu auch V-Leute fehlen, hätte das ja noch eine Folge: V-Leute werden ja meist nicht “eingeschleust”, sondern angeworben. D.h. man zahlt jemandem, der schon drin ist, Geld für Infos. Im Zusammenhang mit NPD und NSU gab es hier ja auch die Sichtweise, dass diese Organisationen durch die Zahlungen an die V-Leute alimentiert wurden. Könnte dies auch ein möglicher paradoxer (?) Effekt der neuen Bewertung sein?

  33. Moin liebe Lage,
    ich war bei der Stelle 01:03:00 etwas irritiert. Da spricht Ulf vom “Rassismus” in der Türkei gegenüber den syrischen Geflüchteten. Ich denke dieser Begriff ist an dieser Stelle falsch und irreführend, denn er verharmlost und verwässert seine historische Kontinuitäten (z.B. Nord-Süd Gefälle), strukturelle Unterdrückung (z.B. Racial Profiling) und fortwährende Menschenfeindlichkeit (Unterscheidung nach Hautfarbe basierend auf der Idee von Rassen). Wenn wir von Rassismus sprechen wollen dann gehören diese Dinge dazu, rassistisches Handeln entfaltet seine Wirkmächtigkeit schließlich basierend auf dem zuvor genannten. Dieses umfassende “System” von rassistischen Kontinuitäten ist meiner Meinung nach in der Türkei mit Blick auf Syrien nicht vorhanden. Daher ist wohl eher von einer zunehmenden Xenophobie, Ablehnung oder Nationalismus zu sprechen.

  34. Lieber Ulf,
    lieber Philip,

    ich höre euch wirklich gerne und würde mich als Fanboy bezeichnen. Having said that, ich fand euer Corona Segment diesmal extrem schwach diesmal.
    Eure Redegeschwindigkeit fand ich unglücklich für dieses Thema, über das man am ehesten besonnen spricht. Und eure Verhaspler, insb. milder Verlauf etc., haben nicht dazu beigetragen, dass ich euch zutraue, das sachgerecht zu diskutieren. Ebenso wenig wie die zitierten Rechenbeispiele, mögen sie inhaltlich auch zutreffend sein. Ladet euch doch vlt eher nen Experten ein und befragt ihn statt das Thema zwischen euch stattfinden zu lassen. Und der Experte sollte vlt nicht Graf Lambsdorff sein ☺️.

    • Was genau war denn deiner Meinung nach nicht korrekt? OK, Phil hat die Geschichte mit den Lungenentzündungen anfangs etwas missverständlich ausgedrückt, aber es war doch völlig klar, dass wir wissen, wovon wir reden.

  35. Hallo zusammen,
    ich finde es alarmierend, dass sich die Diskussion um Zukunftsimpulse durch die Coronavirus-Pandemie auf Gedanken an mehr Home-Office beschränkt – was ja prinzipiell auch eine feine Sache ist. Ich meine, wir müssten an dieser Stelle darüber nachdenken, wie wir als Gesellschaft mit der Lebensmittelproduktion (insbesondere der Massentierhaltung) eine hohe Wahrscheinlichkeit für solche Ereignisse schaffen und gleichzeitig kaum in die Kontrolle und Prävention vollkommen absehbarer Hoch-Risiko-Ereignisse investieren (siehe Viren, künstliche Intelligenz, Klima, Atomwaffen etc.).
    Wenn ich in meiner Wohnung einen offenen Kamin habe, weil der so schön gemütlich ist, mir Feuerlöscher, Rauch- und Kohlenmonoxidmelder aber zu teuer oder spießig sind, und mir dann die Bude abbrennt. Dann ist das keine “Feuer-Krise”, die mich schicksalhaft trifft. Das ist dann schlicht Dummheit.

  36. Liebe Lage,

    danke für die vielen informativen Sendungen und eure wohltuende Transparenz hinsichtlich eurer Werthaltungen. Das empfinde ich als einen der besten Aspekte in eurer Sendung.

    Ich bin über verschiedene Wortmeldungen von Herrn Dr. Wolfgang Wogard gestoßen-

    eines von vielen Beispielen: https://youtu.be/p_AyuhbnPOI

    und mich interessiert eure Einschätzung bzw. auch die anderer Forumsdiskutanten. Eine abschließende Einschätzung der Angemessenheit der Maßnahmen ist wohl erst nach einem wirklich finalen Abflachen der Pandemie möglich (und vielleicht auch dann nur näherungsweise), aber mich interessiert wie „wasserdicht“ seine Argumentationskette zum jetzigen Zeitpunkt ist oder ob man diese eigentlich schon jetzt recht einfach widerlegen kann?

    Gute Nacht :-)

    • Um Himmels Willen, bitte nehmt doch diesen Polit-Rentner nicht so ernst, der sich nun offenbar auf seine alten Tage mit lebensgefährlchen Thesen zum Thema Corona wichtig machen muss. Ich denke wir haben in der Lage dazu alles Nötige gesagt, sonst geht Prof. Drosten auch darauf ein.

  37. Ganz kleiner Kommentar. Ihr erwähnt im Podcast China und wie jetzt alle Welt auf China blicken würde, wie sie mit teilweise anscheinend drakonischen Maßnahmen Covid-19 in den Griff bekommen hätten und ob sie nicht dann doch Vorbild sein müssten.
    Ich würde da gerne Korea entgegenstellen. Die haben es auch extrem gut in den Griff bekommen und dabei Demokratie und Menschenrechte gewahrt. Der Blick sollte daher eher nach Süd-Korea gehen und nicht nach China.

  38. Also bei uns an der Schule, an der ich arbeite, sind so einigen Betreuern für unsere Kids die Tränen ins Auge gekommen heute am Montag, an dem man immer noch nicht ganz klar weiß, wohin die Reise geht. Denn viele davon sind Stunden-Beschäftigte und wissen nicht wie sie die nächsten Wochen so richtig überleben sollen.

    Das ging mir, ja ich bin im Staatsdienst (Beamte), richtig an die Nieren, um es mal so zu sagen. Wer nicht bei Schulen oder anderswo gerade den Beamtenstatus hat ist so ziemlich am Arsch. Und das sind viele Kolleginnen von mir. Da waren heute viele richtig am Heulen, weil die nicht mehr weiter wissen wie sie nächsten Monat ihre Miete bezahlen können.

    Und die bekommen nicht mal so schnell einen Kredit, und wissen gar nicht wie sie das dann zurückbezahlen sollen. Da gab es heute bei uns im Lehrerzimmer echt viele Tränen. Da geht es um reine Überlebensinteressen.

    Ja, die Schulsperrung war richtig, aber zu kurz gedacht. Wer bezahlt die tausende Menschen die nicht staatlich bedienstet sind?

    Was sagt der Wirtschaftsminister, 500 Milliarden sind da. Viel zu wenig, und vor allen, für wen? Für die großen Konzerne? Wer bezahlt den normalen Menschen/Arbeitern seinen Verdienstausfall, usw.? Kurzarbeitergeld mag in der Industrie gut funktionieren, aber ist absolut keine Lösung für uns Lehrkräfte.

    • Ja, es trifft jetzt viele Menschen extrem hart. Die Unterschiede zwischen Beamten und Stundenkräften zeigen in besonders heftiger Weise ein Problem auf:

      Wir leben längst in einer Ständegesellschaft, in der es nicht auf die Arbeitsleistung oder Qualifikation eines Menschen ankommt, sondern auf seinen – meist arbeitsrechtlichen – Status.

      Da muss man gar nicht bis zum Beamtentum schauen. Wer einen vernünftigen, unbefristeten Arbeitsvertrag hat, ist meist unabhängig von seiner Produktivität abgesichert. Auch ich bin in diesem Sinne überprivilegiert.

      Ein Freund von mit leitet eine grössere Einrichtung im öff. Dienst. Er ist (als Beamter) immer wieder erschüttert darüber, wo seine Knowhow- und Leistungsträger sitzen: Fast alle auf Zeitverträgen. Die Entfristeten? Oh je, da rieselt der Staub.

      Da wir gesellschaftlich nicht mehr gewohnt sind, allokationsethisch zu denken und glauben, irgendwie sei ja doch immer genug für alle da, ist die Krise Sprengstoff.

      Wir teilen vllt Geld- aber eben die gesellschaftlichen Risiken nicht, das zeigt Dein Beispiel deutlich.
      Da jetzt trotz aller Altmeierei („niemand soll seinen Job verlieren“ jaja) die Finanzkraft des Staates absehbar nicht ausreicht, werden wir sehr grundlegend über die notwendigen Änderungen nachdenken müssen.

      Alle zu verbeamten, geht eben nicht, das endet dann im üblichen, realexistierend-sozialistischen Niedergang. Die Ständegesellschaft im Turbokapitalismus hingegen ist die unfairste aller Lösungen.

      Also müssten die Privilegierten auf Sicherheiten (nicht notwendigerweise auf Geld) verzichten. Fände ich gut, würde ich auch mitmachen wollen.
      Aber da dürfte ich eher ein Einzelfall sein.

  39. Hallo,
    Eure Beitrag zu Syrien und Idlib war leider alles anderes als ausgewogen.
    Ich war sehr enttäuscht. Bitte in Zukunft gründlicher recherchieren.
    Zum Beispiel:
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/goetz-aly-zum-krieg-in-nordsyrien-idlib-ist-ein.2950.de.html?dram:article_id=471395

    • Was konkret fandest du denn nicht korrekt?

      • WARUM wird in Euerem Bericht etwas von einer “Rebellenhochburg” erzählt , obwohl sie das nicht ist? Warum steht dort nicht “Islamistenhochburg” oder “al-Nusra-Hochburg” oder – und das wäre das Treffendste – “Terroristen-Hochburg”? Denn der al-Nusra-Nachfolger HTS ist eine terroristische Organisation. Bitte sagt mir nicht, dass Euch das nicht bekannt ist.
        Es ist ausdrücklich in UN-Sicherheitsratsresolutionen festgehalten und selbst in den USA ist die al-Nusra-Front als terroristische Organisation gelistet. Diese terroristische Organisation wird von der Syrischen Arabischen Armee (SAA) bekämpft – ganz im Sinne der Vereinbarungen von Astana und Sotschi, und übrigens auch ganz im Sinne diverser UN-Sicherheitsratsbeschlüsse im Zusammenhang mit Syrien und der Bekämpfung des Terrorismus. Nach diesen Beschlüssen ist die SAA dazu sogar verpflichtet!
        Und die Türkei unterstützte diese syrischen und ausländischen Terroristen. Zudem ist sie völkerrechtswidrig in Syrien einmarschiert.

        • Der Sprachgebrauch und das zugehörige Framing ist beim Syrienkrieg nur noch absurd.

          Auch der IS bestand in der Berichterstattung in der Frühphase des Krieges lange noch aus „Widerstandskämpfern“, bevor es der journalistischen, trägen Gruppendynamik dämmerte, dass es vllt Terroristen sein könnten. Offenbar bestehen Hemmnisse, religiös motivierte Gruppen als Terroristen zu bezeichnen, das könnte ja als islamophob gelten.

        • @Jaro
          Danke

  40. Fakt ist, dass wir nur die Anzahl der GETESTETEN Corona-Fälle relativ sicher wissen. Der Rest ist Schätzung und Statistik und kann beliebig komplex gerechnet werden. Mich persönlich verärgert eure Milchmädchenrechnung zum Anfang der Folge. Das ist ein gefährliches Spiel mit kleinen Zahlen. Von 8 Fällen hochrechnen könnt ihr zB mit dem entsprechenden Konfidenzintervall. Es kann nicht angehen, dass ihr mit kleinen Zahlen rechnet, diverse grobe Mittelwerte als Annahmen verwendet und dann eine so genaue Zahl wie “mindestens 6400” nennt. Mit den richtigen statistischen Mitteln solltet ihr lieber Bereiche/Lageschätzungen angeben – mit sinnvoller Rundung! Da sieht man dann auch schnell die Ungenauigkeit der Schätzung, wenn sich dann eine Lageschätzung von bspw.
    5.000 – 50.000 anstelle von “min. 6400” ergibt. Es wäre schön, wenn ihr solch grobe Schätzungen auch entsprechend kennzeichnet.
    Auf der anderen Seite muss ich loben, dass bei 2^64 Reiskörner keine genaue Zahl, sondern eine ungefähre Versinnbildlichung der Erdmassen genommen wurde. Sowas passt viel besser.
    Wie Gauß sagte: “Durch nichts zeigt sich mathematischer Unverstand deutlicher als durch ein Übermaß an Genauigkeit im Zahlenrechnen.”

  41. Hallo Philip & Ulf,

    vorab erst einmal vielen Dank für euren informativen Podcast jede Woche.

    Ihr habt vor einigen Folgen schon einmal auf die folgende Problematik hingewiesen aber es scheint mir, dass insbesondere während der Coronakrise, die Anzahl von Zeitungsartikeln mit Suggestivfragen (die sich häufig mit Nein oder Unklar beantworten lassen) stark zugenommen hat. Das gilt auch für führende Verlage:

    – Bsp. 1: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/scheitert-covid-19-praeparat-an-finanzierung-16681456.html

    – Bsp. 2: https://checkpoint.tagesspiegel.de/langmeldung/2paGbigt9ULllYbM5kxl8Q?utm_source=tagesspiegel&utm_medium=hp-teaser&utm_campaign=corona-bekaempfung-in-berlin-einschraenkungen-werden-laenger-dauern

    – Bsp. 3: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/italien-corona-117.html

    Vielleicht könnt ihr in eurem nächsten Podcast noch einmal auf diese Phänomen eingehen. Ich möchte hiermit auf keinen Fall die Gefahr dieser Pandemie schmälern. Im Gegenteil: Hochrelevante journalistische Inhalte mit “clickbaity” Titeln zu versehen, scheint mir wenig zur informativen Aufklärung der Coronvirus-Pandemie beizutragen.

    Beste Grüße!

  42. Gerade mit der Mutter meiner Freundin gesprochen: ihre Mutter (82) hält am Geburtstag Ende der Woche fest. Alle wollen kommen. Ca. 15 Personen.

    Ich bin die einzige Person, die nicht kommen will. Deswegen auch Stress mit meiner Freundin. Dabei ist sogar ne Prof. Med.

    Meine Oma ist 90 und lässt sich natürlich auch nichts sagen. Ist schon leicht angepisst weil die AWO letzte Woche zugemacht hat wo man sich immer mit vielen Leuten getroffen hat. War daraufhin gestern noch mit ihren Schwestern/Freundinnen zum Kaffee und eine von denen hat ja seit 2 Wochen so schlimme Probleme und es geht nicht weg – aber ist ja nur ne Grippe! (weiß keiner so genau weil nicht getestet)

    Schaukeln wir Nerds uns auf Twitter hoch!? Wie können Leute bei der Nachrichtenlage nicht zu dem Ergebnis kommen, sowas abzusagen?

    Schlimm finde ich auch Mütter, die den Grund nicht verstehen warum es “verlängerte Osterferien” gibt und sich dann mit Kindern in der Stadt mitten in die Menschentraube setzen. Wenn einige mit mehr Verstand und Ruhe reagieren würden, bräuchte es auch keine Gesetze wie die Impfpflicht bei Masern.

    Ja, heute ist ein toller Frühlingstag hier in Köln. Ich sitze auch auf dem Balkon. Aber heute ist nicht der richtige Tag, um sich in die Eisdiele zu setzen.

    Ich wünsche mir so langsam die Quarantäne. Ausgangssperren vermutlich ab Mittwoch/Donnerstag. Man hats ja immerhin versucht mit dem dem Appell an die Eigenverantwortung hier.

  43. Eine hinterhältiges Hinderniss für Blutspenden ist mir bei Twitter begegnet: viele (alle?) Blutspendedienste verweigern Homosexuellen die Abgabe von Blut, unabhängig von deren Gesundheitszustand.

    • Habe jetzt nicht überprüft, ob das so richtig ist. Falls es stimmt, kann man das doch ganz einfach hacken: Verbreitet einfach (anonym) das Bekenntnis, man habe gespendet, obwohl man homosexuell sei. Beides muss noch nicht einmal stimmen. Die Dienste werden aber großen Druck haben, zu erklären, dass das gar nicht schlimm ist. ;-)

    • Die Sicherheitsvorkehrungen sind extrem streng und nicht immer nachvollziehbar.
      Nach ner Magenspiegelung war ich auch erst mal gesperrt.
      Muss man nicht verstehen.
      Du könntest Falschangaben machen. Oder es akzeptieren.

      Ich ziehe letzteres vor.

  44. Euer Podcast ist wie immer prima im Kuratieren der aktuellen Nachrichten.

    Den Lebenshilfe-/Deutungsteil könntet ihr aber mE – weil wie so oft auch heute wieder mal verlustarm – einstellen.

    So beschäftigt mich der Nord- und Westafrikateil der Flüchtlinge (d.h. junge Männer, die nach der Entsorgung ihrer Identiätspapiere davon ausgehen können, auch ohne Asylgewährung dauerhaft in unsrem Sozialsystem angekommen zu sein) und erfahre bei euch die überraschende Lösung: „Die Probleme, die wir mit Migration haben, liegen an unserem unsouveränen Umgang damit“ (1h/8’ ff) :-?

    Sicher betrifft das einen Teilaspekt.
    Aber ich habe bei euch halt bisher noch nie ein einziges Wort darūber gehört.

    • Was hätten wir denn deiner Meinung nach sagen sollen?

      • Z.B.: Dass dieses Problem nur lösbar ist, wenn man es gar nicht erst entstehen läßt.

        • Natürlich wäre es schön, könnte man Kreise quadratieren … aber so ist die Welt nun mal nicht. Die Menschen sind nun mal da, und es werden auch noch viel mehr kommen. Wir haben nun die Wahl, daraus ein Problem oder einen Gewinn für unsere Gesellschaft zu machen.

        • @ letzte Ulf-Äußerung:
          Mein persönlicher Eindruck: Ein ehrenwertes prinzipienverbundenes „Entweder, oder“ gleitet – anfangs unbemerkt aber mittlerweile zunehmend offen rechthaberisch – in ein hasardeurhaftes „Alles oder Nichts“ über, das die Andersdenkenden durch Ausgrenzung in den Unmenschenbereich in die Einstandspflicht zwingen will.

        • Du widersprichst dir selbst … ich mache einfach die Konsequenzen der beiden Positionen deutlich (“entweder-oder”). Und eine der beiden Optionen führt eben in die Unmenschlichkeit, während bei uns reichlich Platz ist – notfalls auch für die Aufnahme von ein paar Millionen Geflüchteten.

        • Sicherheitsnachfrage zu Ulfs Fazit:

          „Wer sich nicht der Unmenschlichkeit zeihen lassen will, muss notfalls bereit sein, auch ein paar Millionen Flüchtlinge aufzunehmen“ spricht einem Akteur mit beschränkten Möglichkeiten das Herz ab – es sei denn, er gibt sich notfalls selber auf.

          Meinst du das wirklich?

        • Das ist doch gerade der Punkt: Niemand muss sich selbst aufgeben, um Geflüchtete aufzunehmen. Dieses rechtsextreme Narrativ ist einfach nur noch widerlich.

  45. Heyho vlt. ja ein Thema für Euch,
    das größte dezentrale Rechenzentrum der Welt aufbauen zur Bekämpfung von COVID-19?
    Vlt. ist es es euch ja “wert” dafür eure Reichweite zu nutzen und vlt. auch zu recherchieren🙂
    Gamesstar, PCGamesHardware, Nvidia, Intel etc. sind alle schon am Werbetrommel rühren.
    Ich spreche von Folding@home 🙂

    Grüße und besten Dank für eure Sendung jede Woche 😊

    Quellen:
    https://foldingathome.org/
    https://twitter.com/foldingathome?lang=de
    https://folding.extremeoverclocking.com/team_list.php?s=

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Coronavirus-Forschung-Stanford-Wissenschaftler-bitten-um-Rechenressourcen-4673640.html

    https://www.pcgameshardware.de/Folding-at-home-Hardware-217990/News/Gamer-bei-der-Forschung-mithelfen-1345528/

    https://www.gamestar.de/artikel/corona-forschung-folding-at-home-auswirkungen-hardware,3355464.html

    https://www.gamestar.de/artikel/gaming-pc-gegen-das-coronavirus,3355452.html

  46. Zuerst: Super Podcast… love it.

    Gestern habe ich mich aber zum ersten Mal sehr aufgeregt.

    – Alle ins HomeOffice und Euch fallen kaum Berufe ein (Handwerker) wo das schlecht geht.
    Mir fallen da mal spontan ALLE Fabrikarbeiter / Servicepersonal / Handwerker ein. Der VW Mitarbeiter schraubt das Elektroauto jetzt nicht im Wohnzimmer zusammen. Und alle “Gewerke” sind stark verwoben… was ist wenn der Telekomtechniker im HomeOffice nicht mehr den DSL Zugangspunkt wartet usw. Wer stellt unser ganzes Essen her… hat Haribo HomeOffice… geschweige denn die Kumpels aus den Klo-Papier Minen im Ruhrpott. Wer baut das ab.
    Des weiteren ist es wahrscheinlich nicht allzu leicht, einfach von heute auf morgen alles in das Homeoffice zu verlegen. Erstens, braucht man schon das passende Equipment. Kenn schon ein paar Leute die nur noch mit Smartphone und Tablet leben. Außerdem muss die Firma evtl auch erst mal prüfen, wie die Rechtslage ist… wie verschlüsselt muss alles sein, wenn man Dienstleister von VW ist. (Aus Erfahrung: Man braucht eine DIN Zertifikat für seine IT Sicherheit.)

    – Mir kommt etwas zu kurz, dass es viele Menschen gibt, die eh schon am Rande der Gesellschaft leben und, wie immer, das alles ausbaden. Klar, der Porsche Manager macht HomeOffice und lässt die Kinder vom Au-pair versorgen. Was macht der Alleinerziehende Mindestlohner mit zwei Jobs? Entweder den Job Kündigen oder die Kinder dann halt doch zu den Großeltern bringe. Wenn ihr jetzt auf den sozialen Arbeitgeber verweist, dann hahahahaha…

    – Zu guter Letzt… Alle müssen schließen, nur bitte nicht die Buddah Bowl neben dem HomeOffice Elfenbein-Loft… sonst verhungert der Luxuspöbel. Im Restaurant, anders als in der Todesfalle Tanzlokal, putzen man das Geschirr ja mit Desinfektionsmittel. Zum Glück können die folgenden Mitglieder der Restaurantkette alle HomeOffice machen: Der Reisbauer in Meck-Pomm, die Fabrikarbeiter der Reisfabriken, der Hersteller der Verpackung des Reis, sämtliche Logistikmitarbeiter um den Reis zum Restaurant zu bringen, inkl. allen Mitarbeitern aller Zwischenhändler, der Koch, die Putzfrau des Restaurants, die Wäscherei der Tischdecken, der Kellner, der Wartungstechniker aller Küchengeräte, der Steuerberater, der Typ vom Amt der die Hygiene prüft, die Müllabfuhr die die Essensreste holen, der Rosenverkäufer, die Mitarbeiter des Kraftwerks / Gaswerks/ Wasserwerks/ Internetprovider für’s WLAN for free, Bierbrauer, Cola-Abfüller, Stäbchen-Schnitzer, Servierten Designer, okay, Servierten Design ist n Job, bei dem man tatsächlich vor Ort sein muss. rAnT Ende

    In der Konsequenz habt ihr bestimmt Recht, aber so einfach ist es dann auch nicht.

  47. Kurzer Kommentar zu Philips Bemerkung betreffs Ulfs Formulierung “Engagement” für “Krieg”:

    Philips Hinweis auf Ulfs Formulierung ist richtig und wichtig. Bitte konsequent so durchhalten! Also auch, wenn vom “Engagement” eines eventuellen europäischen Heeres und der “Verantwortung” Deutschlands die Rede ist, um europäische “Werte und Interessen zu vertreten”.

  48. 15. März 2020 um 23:00 Uhr
    Karsten Herzmann

    Liebe Lage,
    es ist vielleicht nicht die Zeit für Wirtschaftsthemen. Aber: Jetzt, wo in Zeiten von Corona alle (und auch ihr) darüber sprechen, dass wir uns exponentielles Wachstum nicht vorstellen können, hier eine interessante Umkehrung des Phänomens. Hinsichtlich des wirtschaftlichen Wachstums können wir – damit sind sowohl Wachstumsbefürworter wie Wachstumskritiker gemeint – uns kaum vorstellen, dass es nicht (!) exponentiell verläuft. Grund dafür ist, dass wir Wachstum in Raten bemessen und eine gleichbleibende Rate über die Jahre suggeriert, die Entwicklung sei konstant. Stattdessen bedeutet konstante Raten zu erwarten ein exponentiell “wachsendes Wachstum” zu erwarten (wozu die Wirtschaftsleistung nicht nur dauernd wachsen, sondern dauernd „explodieren“ müsste). Sinken die Raten hingegen (und das tun sie kontinuierlich), sieht man hierin eine Pathologie und ruft nach rettenden Reformen. Was dabei übersehen wird, ist: Die deutsche Volkswirtschaft wie auch die Volkswirtschaften praktisch aller anderen entwickelten Volkswirtschaften wachsen sehr konstant – aber konstant linear, mithin mit seit Jahrzehnten konstanten absoluten Zuwächsen.
    Dass dies in Volkswirtschaftslehre, Medien und Politik weithin unbekannt ist, hat massive Folgen, weil so u. a. versucht wird, Dinge zu reparieren, die gar nicht “kaputt” sind.
    Bei Interesse am Phänomen des „exponentiellen Irrtums“ und seinen weitreichenden Folgen erfahrt Ihr in der Kurzfassung hier (https://www.pt-magazin.de/de/wirtschaft/arbeit/der-wachstums-irrtum_jxa2fpns.html) oder darüber hinaus hier (http://www.scheinkrise.de/) mehr darüber.
    Dr. Karsten Herzmann

  49. Ich finde der islamistische Terrorismus hatte viel größere bzw langfristigere Auswirkungen auf unseren Alltag: Plötzlich sind die Leute mit mulmigen Gefühlen auf Festivitäten gegangen, haben überall Attentäter gesehen, rechtsradiakle Dampfplauderer sind erstarkt, Familien und Freundeskreise wurden immer weiter gespalten. Hand in Hand mit dem islamistischen Terror kam auch der rechtsradikale Terror nach Europa.

    Dagegen ist dieser Virus ein einfacher Gegner: Er ist mit klaren Maßnahmen zu besiegen und überlebt z.B. einen Shutdown keine zwei Wochen. Diese erfordern große Einschnitte in die persönliche Freiheit, aber jeder versteht letztendlich, warum sie sein müssen. Außer den Idioten, denen die Risikogruppen egal sind. Aber die kann man damit abschrecken, dass auch viele Gesunde sterben (in absoluten Zahlen, nicht in Prozenten).

    Sobald Covid besiegt ist, wird die Welt wieder ähnlich sein wie vorher. Auch wenn die Wirtschaft natürlich erhebliche Schäden davontragen wird. In manchen Dingen liegen aber auch Chancen: z.B. wird der Wert der Digitalisierung endlich richtig erkannt werden, auch der menschengemachte Klimawandel wird sich wohl einwandfrei nachweisen lassen.

  50. Hallo,
    eine generelle Anmerkung, ich finde euren Podcast super, aber könnt ihr am Anfang jeder Folge, vielleicht in einer Minute oder so kurz auflisten über welche Themen ihr heute sprecht?
    Ich weiß ihr habt die Inhalte online dargestellt, aber wenn man über Spotify oder ähnliches nur den Podcast hört, liest man das nicht unbedingt. Mit der kurzen Einleitung wissen alle direkt um welche Themen es geht…. und können ggf. zu den Themen vorspulen, die einen am meisten interessieren.
    Viele Grüße.

    • Einfache Lösung: nicht Spotify verwenden, sondern eine richtige Podcast-App. Das hat auch noch viele andere Vorteile.

  51. 15. März 2020 um 21:40 Uhr
    Michael Breither

    Liebe Ulf,
    wie siehst du die kommende Situation hinsichtlich der im Grundgesetzt verankerten Neuverschuldungsobergrenze, Art. 109 Abs. 3. Ich verstehe es so, das Defizit darf auch in Ausnahmesituation max. 0,35% betragen. Das wird ja kaum einzuhalten sein. Eine GG-Änderung bedarf der Zustimmung von 75% der Stimmen des Bundestages. Ob da bestimmte Parteien über ihren Schatten springen werden (siehe Thüringen) …
    Viele Grüße
    Michael

    • Eine GG-Änderung braucht 2/3 der Stimmen.

      Art. 109 Abs. 3 GG lautet, soweit relevant: “Bund und Länder können … eine Ausnahmeregelung für Naturkatastrophen oder außergewöhnliche Notsituationen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen, vorsehen.”

      Außerdem wird auf Art. 115 GG verweisen, der folgende Passage enthält:

      “Im Falle von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen, können diese Kreditobergrenzen auf Grund eines Beschlusses der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages überschritten werden.”

      Ich sehe da also insgesamt kein Problem.

  52. Der Chef von dem Schacherfinder hieß “Schah”, daher kommt auch Schach

  53. Die Grippewelle in der Saison 2017/2018 hat in Deutschland schätzungsweise 25.100 Menschen das Leben getötet. Es gab insgesamt neun Millionen Arztbesuche. Ich erinnere mich nicht daran, dass diese Grippewelle eine besonders hohe mediale Aufmerksamkeit genoss, obwohl die Pflegekräfte damals sicher Unfassbares geleistet haben und zahlreiche Menschen ihre Angehörigen verloren haben. Mir sind auch keine Maßnahmen bekannt, welche diese Grippewelle eindämmen sollten.

    Es sterben jährlich bis zu 20.000 Menschen durch Krankenhauskeime in Deutschland. Echte Bemühungen daran etwas zu ändern, erkenne ich nirgendwo. Das Problem besteht seit über 20 Jahren.

    Reagieren wir auf Corona nur deshalb mit so starken Maßnahmen, weil wir wissen, dass das Ausland ganz genau auf uns schaut und unser gutes Image in der Welt leiden könnte? Wenn bei uns deutlich weniger Menschen sterben als in Frankreich und anderen vergleichbaren Ländern stehen wir ja am Ende ganz gut da.

    • Bitte hör dir doch erst einmal die Folge an, bevor du kommentierst. Wir haben ganz genau erklärt, wo der Unterschied zur Grippe liegt: Bei der neuen Lungenkrankheit gibt es viel mehr schwere Verläufe, die eine Betreuung in der Intensivstation erforderlich machen, als bei der Grippe. Deswegen dürfen einfach nur deutlich weniger Menschen parallel krank werden, weil sonst die Versorgung zusammenbricht. Und dann geht die Sterblichkeitsrate durch die Decke.

      • Das Virus ist doch aktuell seit ca. 6 Wochen auch in Deutschland. Wäre es so gefährlich und ansteckend, wie man durch die Medien suggeriert bekommt, müsste es hierzulande doch bedeutend mehr Todes- und Intensivfälle geben. Oder hab ich da einen Denkfehler? Was ich allerdings nicht verstehen kann ist, dass man vor drei Wochen nicht den Kreis Heinsberg für den Autoverkehr abgeriegelt hat.

        • Das ist doch der Witz mit dem exponentiellen Wachstum … am Anfang ist die Kurve flach. Und von der Infektion bis zum Tod vergehen im Schnitt 17 Tage.

      • Passend dazu gibt es zumindest einen neuen Artikel der FAZ. Der Virologe Hendrik Streeck sagt dort im Interview: “Der typische Covid-19-Patient zeigt nur milde Symptome. Zu dem Ergebnis kommt auch eine chinesische Studie aus der Metropole Shenzhen, die herausgefunden hat, dass 91 Prozent der Infizierten nur milde bis moderate Symptome zeigen, mit einem trockenen Reizhusten, dazu eventuell Fieber …” Das klingt weniger dramatisch als eine echte Lungenentzündung wie in der Lage erwähnt.

        Quelle:
        https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/virologe-hendrik-streeck-ueber-corona-neue-symptome-entdeckt-16681450.html

        Eine gute Website für die neuesten Zahlen ist übrigens die Website der Johns Hopkins University. Ich glaube dort beziehen viele Medien ihre Zahlen her:

        https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

        • Ja, das kam etwas schräg rüber bei uns; Phil wollte nur darauf hinweisen, dass nach der Statistik, die er bemüht hat, selbst Lungenentzündungen noch zu den leichten Fällen gezählt werden, solange die Leute nicht ins Krankenhaus müssen.

    • Ich kann das Argument nur bedingt nachvollziehen: wenn 2017/2018 nicht richtig gehandelt/gewertschätzt/(… wurde, folgt doch nicht daraus, dass wir 2020 es ebenfalls falsch machen sollten?

  54. Hey,
    ich bin ein wenig darüber gestolpert, dass Ihr es gut findet, dass Restaurants geöffnet bleiben, da diese ja zur Grundversorgung gehören. Ohne Restaurant wüsstest Du gar nicht, was du mittags essen solltest.

    Nein es ist nicht gut, wenn Restaurants als Treffpunkt für Menschen geöffnet bleiben, weil diese das Konzept des social distancing massiv untergräbt. Jedes Schulkind kann sich ein Pausenbrot schmieren und jeder halbwegs organisierte Mensch könnte zur not etwas vorkochen.

    Nein es ist nicht gut, wenn Restaurants geöffnet sind. Jeder soll sich selbst was zu Essen mitbringen.

  55. Hallo ihr zwei, liebe andere ;)
    ich habe von einem Künstler gehört der sagte er bekommt das Geld erst nach dem Auftritt, ein Ticket zu behalten nutzt, laut ihm, nicht dem Künstler sondern nur dem Veranstalter. Dieser kann aber auch aus seinen Verträgen mit z.b. Beleuchtungs- und Tonfirmen raus (solange er nicht Festangestellte hat). Man würde mit einem nicht stornierten Ticket nur der Veranstaltungsfirma helfen, aber all den anderen die da so mit drin hängen und es gerade schwer haben nicht. Bei euch klingt das anders.

    Würde mich mal interessieren wie das jetzt wirklich ist.

    • Ich denke, das lässt sich nicht so pauschal beantworten, das dürfte davon abhängen, wie die Verträge zwischen Veranstaltern und Künstlern im Detail ausgestaltet sind. Ich denke allerdings, dass es auch niemandem hilft, wenn die Veranstalter in die insolvenz rutschen.

    • Hierzu könnte passen, dass die Zusicherung von KfW-Krediten z.B. als Option für Kleinkunstbetriebe, die man dann zurückzahlen muss, flach ist. Die Betroffenen müssen für die nicht selbst verschuldeten Ausfälle aufkommen. Irgendwie schräg. Gibt es hier noch weitere Maßnahmen von staatlicher Seite, um (Künstler-)Betrieben unter die Arme zu greifen?

  56. UN Charta in euren Auslandskommentierungen

    Hallo ihr zwei,
    einen tollen Podcast macht ihr! Ich hätte aber eine Anregung: wenn ihr über Syrien und die anderen Kriegsgebiete sprecht, berücksichtigt dabei doch mal die UN Charta. Deutschland ist Mitglied der UN und sollte sich demnach an diese Regeln halten. Ich vermisse diesen Aspekt sehr bei euch.

    • Was vermisst du denn konkret?

      • ah Minute 64: Waffenruhe zwischen Türkei und Syrien:
        – die Türkei führt einen illegalen Angriffskrieg und bricht die UNO Charta. Sollte man erwähnen, finde ich.
        – Russland ist übrigens auf Einladung des “Machthabers” da. Laut Charta also legal. Alle anderen nicht.
        – Ihr nennt die Gegner Assads sehr vornehm “Opposition”. Könnte es sein, dass das auch Terroristen sind?
        – Nach dem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages begeht die Bundeswehr (und die anderen NATO-Mitglieder auch) in Syrien einen Verstoß gegen das Völkerrecht. Sollte man doch auch erwähnen.
        – Krim war Annexion oder Sezession? Und ganz sicher, dass es keine Sezession war?

        In Innenpolitischen Themen geht ihr sehr gut und sehr genau ins Detail bis auf einzelne Paragraphen und Urteile. Ich würde es toll finden, wenn es bei Außenpolitik genauso wäre.

  57. Ja Kredit schön und gut, leider stellt das eine ganze Reihe Menschen vor ein großes Problem. Ich bin Studentin im Master. Ich bin auch halbwegs regelmäßige Einkünfte angewiesen. Ich arbeite freiberuflich bei mehreren Auftraggebern. Homeoffice funktioniert in meinem Bereich leider nicht. Einen Kredit hatte ich bereits aufgenommen und bin im Moment schon dabei, diesen abzubezahlen. Selbst wenn ich diese Rückzahlung kurzfristig einfrieren kann, ist ein weiterer Kredit für mich keine Option. Sämtliche Auftraggeber können mich ab sofort auf unbestimmte Zeit erstmal nicht bezahlen. Und da gibt es viele Menschen, denen es ähnlich geht. Als Lösungsansätz gibt es eine Petition, die gestartet wurde, um ein Grundeinkommen für freiberuflich Arbeitende, Alleinerziehende, Menschen aus dem künstlerischen Bereich, Studierende usw. aufzubauen.

  58. Hallo, ich habe die aktuelle Lage noch nicht hören können.. Aber zum Thema
    Corona gestern einen Artikel gelesen, der einen Europäer, zumal in
    Deutschland, doch sehr blass aussehen lässt. Fast noch Science Fiction
    für uns ‚Digitalisierungs-Nachzügler‘, in Südkorea schon erfolgreich
    praktiziert. Vielleicht ein spannender Anstoß für Debatten zu
    Datenspeicherung, Data mining; Föderalismus, Institutionen-/
    länderübergreifender Datenaustausch, Frühwarnsysteme, etc.:
    https://www-thedailystar-net.cdn.ampproject.org/c/s/www.thedailystar.net/online/news/south-korea-winning-the-fight-against-coronavirus-using-big-data-and-ai-1880737?amp

  59. Compact ist ekelhaft, und die Beobachtung halte ich tendenziell für gerechtfertigt, aber die Einschätzung, dass Beobachtung nicht zwingenderweise ein Eingriff in die Pressefreiheit ist halte ich für grob falsch. Da muss man doch von einem Chilling Effect ausgehen, der sowohl auf die Autoren als auch auf anonyme Quellen wirkt, die ein erhöhtes Risiko von Repressionen befürchten müssen.

    • Das würde ich auch so sehen, aber nicht jeder Chilling Effect ist gleich ein unzulässiger Eingriff in die Pressefreiheit.

  60. Hallo Ulf und Philip,

    klasse Podcast auch wenn der Ton ein wenig ernster war als gewöhnlich. Ich denke im Angesicht der Verbreitungsart von Covid-19 völlig angebracht, statt den ernst der Lage zu verkennen. Jeder sollte das Interesse haben Risikogruppen zu schützen auch wenn das heißt, dass man sich in den nächsten Wochen einschränken muss.
    Eine Ergänzung zur Lage in China, wie von euch in Minute 14:50 bemerkt. Meine Information beziehe ich aus dem Podcast “This week in virology” von Vincent Racaniello. Hier wird mit einem Team von Wissenschaftlern zur Zeit einmal wöchentlich fast ausschließlich die Corona Lage besprochen. Der Coronavirus Experte Ralph Baric kommentiert dort, dass China keine serologischen Test zur Erkennung asymptomatischer Infektionen plant und er daraus schließt, dass es wohlmöglich weitaus mehr als die rund 80.000 berichteten Fälle gäbe. Es wird weiterhin darüber spekuliert, dass die Berichte über Infektionen mit Covid-19 in China fast ausschließlich aus den Quarantänezonen kommen. China hat durchaus das Interesse die drastischen Maßnahmen als Erfolg darzustellen dabei bleibt es unklar was in ländlicheren Gegenden passiert. Die gute Nachricht daraus, die Todesrate ist wohlmöglich geringer als wir von frühen Zahlen aus China wissen. Da hieß es >80 Jahre – 15%, >70 Jahre – 8%, >60 Jahre – 3,4%, >40 Jahre – 0,4% und weniger als 30 Jahre – 0.1%. Viele weitere wissenschaftlich fundierte und vorsichtig diskutierte Erkenntnisse zu Covid-19 im Podcast unter http://www.microbe.tv/twiv/

    Bleibt Gesund und Munter!

    Grüße aus dem von Touristen verlassenen Lissabon,

    Christian

  61. Die 1% Todesrate sind vermutlich auf die bekannten Infizierten gerechnet. Oder ist die Dunkelziffer Schätzung da schon mit reingerechnet?

    Zwei hoch 63 Reiskörner sind 9.223.372.036.854.776.000, also rund 9 Trillionen. Ein Reiskorn wiegt 0.02 Gramm. Eine Tonne sind 50 Mill. Körner. Der König muss also nur rund 185 Mrd. Tonnen Reis abdrücken. Bei einer Welt-Reisernte von 500 Mill. Tonnen ist das in 400 Jahren locker zu wuppen. Alles halb so wild.

  62. Hallo ihr beiden,
    vielleicht lest ihr das ja. Zu dem Kapitel zu Corona:
    Geh ich bei allem total mit. Bei all den Maßnahmen, die man jetzt als selbstverständlich, solidarisch und verantwortungsvoll proklamiert muss man sich aber auch wieder vor Augen zu führen, dass das einzuhalten ein ziemliches Privileg ist. Und da von seiten des Staates schnelle Lösungen zu fordern muss auch Teil unserer Maßnahmen sein, als diejenigen, die wahrscheinlich gesundheitlich (psychisch und physisch) und finanziell am wenigsten unter der aktuellen Krise leiden werden.

    Ein paar Beispiele, die mir da durch den Kopf gehen:

    Ganz besonders viele nicht Muttersprachler*innen werden nicht umfassend informiert und sind oft schon in sozial prekäreren Situationen. Und bei aller Unterstützung für Selbstständige durch den Staat, wird das das Ende vieler Geschäfte, Buden, Kulturangebote etc sein alles dicht zu machen.

    Was zur Arbeit gehen angeht: Für viel zu viele Menschen ist Homeoffice nicht möglich, einfach zu Hause bleiben bedeutet aber auch erstmal einfach kein Gehalt. Viele Jobs, gerade im Niedriglohnsektor haben keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, für Quarantäne keine Regelung. Klar müssen die Unternehmen sich da erstmal sammeln und versuchen Lösungen zu finden, aber bis dahin haben einfach zu viele Menschen keine Möglichkeit nicht zu arbeiten.

    Häusliche Quarantäne oder einfach sehr viel Druck so viel wie möglich zu Hause zu bleiben kann ernsthafte Konsequenzen für Personen mit psychsicher Vorbelastung, z.B. Depression mit sich bringen, aber auch für Personen, die unter häuslicher Gewalt leiden.

    Auch Schließungen der Schulen sind wichtig, bedeutet aber auch, dass es genug Kinder gibt, die in für sie nicht sichere Familienverhältnisse geschickt werden.

    Außerdem gibt es, soweit ich mitgekriegt habe, noch keine Regelungen zu Suppenküchen, Obdachlosenunterkünften und Tafeln. Gerade bei ersterem sind viele Ehrenamtler*innen altersmäßig in der Risikogruppe, in Kontakt mit einer anderen.
    Zu Obdachlosen: habt die Personen in eurer Nachbarschaft im Auge, redet mit ihnen, jetzt noch mehr als sonst. Das ist eine Risikogruppe für die es nahezu kein Schutznetz gibt.

    So, das musste ich mal loswerden, vielleicht fallen ja ein paar Leuten hier Lösungen ein.

  63. Hallo Lage Team,

    mir geht es nochmal um den Home-Office Aspekt. Überall ließt und hört man: “Leute macht Home-Office…”. Für Journalisten mag das einfach sein. Ich kann in meinem Job auch Home-Office machen, aber sehr viele können das eben nicht, wie auch schon hier in den Kommentaren teilweise beschrieben wurde. Handwerker habt ihr schon erwähnt. Außerdem zu erwähnen sind alle die auf dem Bau tätig sind, Verkäufer/innen, alle Fahrer/innen von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fabrikarbeiter/innen die am Band stehen usw… Das selbe gilt für geringfügig Beschäftigte oder Leiharbeiter etc… die bekommen einfach kein Geld wenn sie nicht zur Arbeit erscheinen.

    Laut dieser Quelle (von 2018) https://www.weka.de/arbeitsschutz-gefahrstoffe/arbeitsplatz-buero/ arbeiten immer noch recht wenige Menschen im Büro, die einfach ins Home-Office gehen können:

    Zitate: “23 von 90 Wirtschaftszweigen gibt es für die Angestellten inzwischen überwiegend Büroarbeit.” oder “Insgesamt stieg die Bürobeschäftigung in den vergangenen vier Jahren um 9,6 Prozent auf rund 7,8 Millionen.” wohlgemerkt von gesamt ca. 33 Millionen Erwerbstätigen.

    Zwei Beispiele aus meinem direkten Umfeld:
    1. Meine Schwester ist Grundschullehrerin und muss, trotz Schulschließung, womöglich jeden Tag trotzdem anwesend sein.
    2. Mein Vater, der aufgrund verschiedener Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehört, muss auch weiterhin zur Arbeit, weil er Fahrer im öffentlichen Dienst ist.

    Die Diskussion um Home-Office findet also mal wieder in einer privilegierten Blase statt.

    • Gerade deshalb, weil nicht alle ins Homeoffice können, sind diejenigen, denen es möglich ist, aufgerufen, es zu tun: um diejenigen zu schützen und zu entlasten, die doch raus müssen; die doch viel Kontakt haben; die auf den ÖPNV angewiesen sind; usw.
      Jeder Mensch, der im Homeoffice bleibt, kann diejenigen Personen, die doch in die S-Bahn müssen, nicht anstecken. Und keine Dritten anstecken, die dann die Nicht-Homeoffliceler anstecken. usw.

      Die o.g. Daten, die den Ist-Zustand beschreiben, welcher u.a. durch die lokale Arbeitskultur geprägt ist, sind nur bedingt anwendbar auf die Frage, was möglich wäre, insbesondere vorübergehend.

      Nicht böse gemeint. Aber auch wenn Ulf und Philip vielleicht nicht alles immer ins größte Detail ausführen, ist das nicht notwendigerweise ein blinder Fleck oder gar böse gemeint. ;)
      Liebe Grüße

      • Ich meine das auch nicht böse. Wollte ich nur mal los werden ;)

        “Gerade deshalb, weil nicht alle ins Homeoffice können, sind diejenigen, denen es möglich ist, aufgerufen, es zu tun: um diejenigen zu schützen und zu entlasten, die doch raus müssen; die doch viel Kontakt haben; die auf den ÖPNV angewiesen sind; usw.
        Jeder Mensch, der im Homeoffice bleibt, kann diejenigen Personen, die doch in die S-Bahn müssen, nicht anstecken. Und keine Dritten anstecken, die dann die Nicht-Homeoffliceler anstecken. usw.”

        Alles richtig. Nur schalte einmal die Nachrichten an oder schlage die Zeitung auf: Überall steht was von mache Homeoffice. Ich denke halt dass sich dann ein ziemlich großer Teil der Erwerbstätigen vor den Kopf gestoßen fühlt. Wenn man das Gefühl bekommt es geht mal wieder nur um die privilegierten, ich-kann-Homeoffice-machen.

        Aber die ganze Diskussion ist schon wieder überholt, weil jetzt immer mehr Geschäfte zu machen müssen. Hier könnte man natürlich wieder erwähnen, dass hier ganz viele Leute keinen Cent verdienen, weil Homeoffice ist nicht ;)

    • Hi Christian, hi Lage Team,

      würde hier gerne noch einen Punkt hinzufügen von dem ich selber betroffen bin. Ich arbeite für eine Stadt und bei uns ist homeoffice generell möglich ABER nicht jeder hatte bis jetzt einen Laptop (auch ich) und leider sind diese nun nicht mehr so leicht zu bekommen. Hinzu kommt daß die Stadt pleite ist und nicht Mal eben 300 Laptops kaufen könnte. Eigener Laptop/PC geht wohl aus mehreren Gründen nicht.
      Ich finde es selber sehr blöd weil ich täglich zwei Stunden mit Öffis pendeln muss aber was soll man machen :/….
      Bleibt alle Gesund!

  64. Hallo,

    zu der Beliebtheit Bidens wenn es um die POC wähler geht:
    Ich habe dafür zwei Erklärungen:
    1. Die Vergesslichkeit der Öffentlichkeit. Sucht mal nach der Einstellung Bidens zum sogenannten “Busing” (die explizite de-segregation von Schulen) an. Seine Ablehnung davon hat er sogar noch verteidigt bei einer Podiumsdikussion. Und auch seine Freundschaft zum Rassisten Strom Thurmond.
    2. Die Medien (viele, nicht alle) setzten den Leuten in den Kopf das Bernie nicht “electable” ist. Das ist so ein um die Ecke denken. Erraten was andere wählen würden oder nicht. Davor sind auch POC nicht gefeit.

    Wenn Biden der Kandidat wird sehe ich absolut schwarz für die Demokraten. Er ist geistig noch angeschlagener als Trump. Und Trump hat eine riesen Angriffsfläche bei Biden.

    Grüße,
    Daniel

  65. Hallo!
    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstanden habe, wie ihr mit den Todeszahlen, die Infizierten ausrechnet, aber die Daten zur Letalität sind wohl schon noch mit etwas Vorsicht zu genießen (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText8 –> Kapitel “Fall-Verstorbenen-Anteil, Letalität” ). Wahrscheinlich wird die Letalität am Ende ja auch vom Stand des nationalen/lokalen Gesundheitssystems abhängig sein. Also, will sagen, ich glaube nicht, dass man den Faktor mit dem man die Todesfälle multipliziert, um die Infektionszahlen rauszubekommen, jetzt schon so einfach benennen kann. Ist natürlich trotzdem sinnvoll, von einer höheren Zahl an Infizierten auszugehen und vorsichtig und umsichtig zu sein.
    Viele Grüße,
    Mariel

  66. Wow da habt ihr mal ganz schön Panik verbreitet.

    Meine Freundin und ich hören uns euch gern mal beim Kochen oder ähnliches an. Ich bin meist derjenige, der euch sehr viel kritischer beäugt und meine Freundin diejenige die eure Position einnimmt.. Mit eurer Schrotimpfungsvorschlag habt ihr eindeutig übertrieben, da musste sie sogar den Raum verlassen um diese Panikmache zu verarbeiten.

    • Der Vorschlag, sich gegen Grippe und möglicherweise auch Lungenentzündung impfen zu lassen, stammt ja nicht von uns. So leid es mir tut, mit Panikmache hat das alles nichts zu tun, wir stellen einfach nur die Lage dar.

    • Karl, frag mal die Leute in den Lagezentren oder auf Intensivstation. eine Freundin von mir ist Ärztin auf Intensiv in der Schweiz. Kein guter Job.

      Ein anderer Freund von mir hat mir gerade von der Situation in seinem Haus in D berichtet, sie kratzen jetzt gerade Restbestände an Schutzkleidung und Masken auf allen Stationen zusammen.
      jetzt schon.
      Es ist zum kotzen. Ob Nachschub rechtzeitig kommt, werden wir sehen.

      Interessanterweise schätzt er Beatmungsgeräte noch nicht mal als das drängendste Problem ein. Nach Schutzkleidung, von der mit großer Geste ca 14 tonnen nach China geflogen wurde (nur um zehn Tage später Exportstopps zu verhängen…), kommt das Thema qualifiziertes Personal. Es stehen zwar einige hundert Med.Studenten auf Standby, aber die können keine Beatmung.
      Und seine Mannschaft an erfahrenen Leuten ist jetzt schon für den Alltagsbetrieb knapp.
      In ein paar Wochen werden bei dem zu erwartenden Ansturm viele ausfallen. Dann muss auf Intensiv mit unerfahrenen oder völlig ahnungslosen Leuten gearbeitet werden. nicht gut, so etwas kostet Menschenleben. denn die Erfahrenen müssen dann unter völliger Überlast ihre zeit darauf verwenden, die grünschnäbel einzuarbeiten.

      Und die Kassen und der MDK fluten das Haus gerade mit Rechnungsprüfungen, als gäbe es kein Morgen. Und die müssen zu einem größeren Teil von wem bearbeitet werden? richtig. <von Ärzten und Pflegekräften. die ham ja sonst nix zu tun.

      Weder er noch ich neigen zur Panik.
      Aber das Telefonat war das Ernsteste, was wir in all den Jahren geführt haben.

      Was jetzt auf Gesellschaft und Kliniken zukommt, wird hoffentlich nicht so schlimm wie in Italien oder UK (die Aussichten dort sind grauenhaft), aber es wird viele Leben kosten.
      Nicht nur Alte und Vorerkrankte.

      Mein Mitgefühl für die heutigen Partygänger, die in ein paar Wochen z.b als Unfallopfer ein Intensivbett brauchen, hält sich in Grenzen. Triage in der heftigsten Form wird es wahrscheinlich auch bei uns geben. nicht so oft wie in Ländern des Mittelmeerraumes, aner es wird sie wohl geben.

      Durchaus möglich, dass für den jungen Partygänger von heute dann ein älterer Patient nicht mehr an die Maschinen kommt:
      Egoismus lohnt sich für manche eben.

  67. Zum Sars-CoV2-Themenblock:
    Laut RKI sind die häufigsten Symptome Fieber(58%) Husten(43%) und Schnupfen(38%).
    Pneumonien sind also seltener als diese Symptome.
    Das rki ist dafür allgemein eine bessere Quelle als die nyt.

    Grundsätzlich habt ihr aber recht: Man darf das Virus nicht unterschätzen

  68. Guten Tag an alle, die sich nun ins Home Office verkrümeln. Die Situation mit den Schließungen von Kitas und Schulen sehe ich etwas differenzierter. Zum einen haben nun insbesondere die Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen (Pflege, Feuerwehr usw.) das Problem irgendwo in einer Notbetreuung zu landen, damit deren Eltern das Land am Leben halten können. Damit haben gerade diese Kinder ein höheres Risiko, da sie immer wieder mit neuen anderen Kindern zusammen kommen werden. Zum anderen werden viele Eltern ihre Kinder bei den Großeltern zur Betreuung abgeben, was gerade diese Riskogruppe besonders belasten durfte.

    Das Patentrezept gibt es ad hoc nicht, da man die vielfach bestehenden oder überlegten betrieblichen Betreuungseinrichtungen ad akta gelegt hat.

    • Das hatte Herr Drosten auch angemerkt. Nicht nur, dass es in Notbetreuung neue Durchmischungen von Kindern gäbe – du kannst auch insbesondere Kleinkinder nicht einfach so von heute auf morgen mit anderen Leuten zusammen stecken und erwarten, dass sie sich da direkt pudelwohl fühlen. Das stellt sie enorm unter Stress, was wiederum die Eltern dann nach der Arbeit irgendwie auffangen müssen.

      Sein Vorschlag war darum, die bestehenden KiTas so zu belassen, aber eben die Gruppen auf das allernötigste auszudünnen. So würde den neuen Zusammensetzungen vorgebeugt und die Zusatzbelastung durch die neue soziale Konstellation hielte sich in Grenzen.

    • Ich arbeite an 2! hessischen Grundschulen und bisher besteht zumindest an einer Schule Anwesenheitspflicht für das komplette Kollegium. Ich bin in beiden Schulen zur Notbetreuung eingesetzt und gezwungen, mit dem Zug zur Schule zu fahren.
      Ich verstehe, dass manche Kinder betreut werden müssen aber dann sollten sowohl die Kontakte der Kinder als auch der betreuenden Personen möglichst kein gehalten werden. Wenn ich jeden Tag mit dem Zug an zwei Schulen fahre und dort auf Kinder und das ganze Kollegium treffe, halte ich es für lächerlich, dass Herr Spahn und Frau Merkel an unsere Solidarität appellieren und sagen, man solle zu Hause bleiben und Sozialkontakte meiden. Diese Notbetreuung ist bisher, zumindest in Hessen, so wie ich das für meinen Fall erfahre, schlecht organisiert.

  69. Macht es für euch finanziell einen Unterschied, ob ich das Ticket für die Lagelive bestehen lasse oder storniere und euch lieber das Geld spende? Oder zahlt Ihr in jedem Fall den gleichen Steuersatz?

    Ich hab da als angestellter keine Ahnung davon.

    Beste Grüße und bleibt gesund

    • Das ist noch nicht ganz klar, aber vermutlich ist es am besten, wenn du das Ticket einfach nicht stornierst. Ist ja auch am wenigsten Aufwand für dich.

      Danke für die Unterstützung!

  70. wie alle anderen auch erwähnt ihr ein paar mal, dass “soziale kontakte” eingeschränkt werden sollen, am besten gleich völlig. da ich bei den meisten anderen erwähnungen nix dazu sagen kann, müsst ihr hier meine frage vertragen: warum sollte ich meine sozialen kontakte einschränken? warum sollte ich nicht mehr telefonieren, chatten, skypen und mailen? damit pflegt man nämlich soziale kontakte.

    ich schätze mal, ihr meint eher “physische kontakte”, die man zur vermeidung von ansteckungen einschränken sollte.

  71. Hallo,

    euer Überschlag zu Ausbreitung der Epidemie ist sehr interessant und Bildlich dargestellt. Insbesondere finde ich die Fallzahlen gegenübergestellt zu den vorhandenen Betten in Deutschland interessant. Es ist aber auch gut wenn man an der Stelle bei der Betrachtung noch einen Schritt weiter gehen würde. Denn die Leute die in den Betten liegen behandeln sich nicht selbst. Da kommt das Krankenhauspersonal ins Spiel.

    Laut Verdi fehlen in Deutschland ca. 80 000 Pflegekräfte in den Krankenhäusern[1]. Laut dem Pflegerat sind es auch noch 50 000 Pflegekräfte[2]. Dann könnte man sich noch die Zahlen zu den Pflegekräften im Intensivbereich anschauen. Dafür benötigt es wohl eine gesonderte Weiterbildung/Ausbildung, die Tätigkeit kann nicht jede/r machen.

    Hinzu kommt, auch Krankenhauspersonal wird sich infizieren und ausfallen.
    Die Pflegekräfte sind vielerorts jetzt schon am Limit. In der Berliner Charité gehen wohl im Schnitt 47 bis 67 Überlastung anzeigen ein [3].

    Viele Krankenhäuser sind Chronisch unterversorgt, was die Personalausstattung angeht. „Hinzu kommt, dass Pflegekräfte deutlich häufiger und länger krank sind als andere Beschäftigtengruppen. Besonders stark sind sie von psychischen Erkrankungen betroffen. Die Zahl der Frührenten liegt weit über dem Durchschnitt. Laut einer Studie des Inifes-Instituts können sich in der Kranken- und Altenpflege 77 bzw. 73 Prozent der Beschäftigten nicht vorstellen, ihren Beruf bis zum gesetzlichen Rentenalter auszuüben.“[4] Durchschnittlich nur vier bis zehn Jahre arbeiten Fachkräfte im Kranken- und Pflegebereich in ihrem Beruf[5].

    Das ist wirklich eine Zumutung für die beschäftigten die sich viel Mühe geben die Patienten gut versorgen zu wollen, aber dabei selbst drunter leiden. Und nun kommt mit der Corona-Pandemie noch eine weitere Belastung hinzu die unser Gesundheitssystem komplett überlasten kann. Dabei Riskiert das Krankenhauspersonal auch noch Leib und Leben, während manche Hamsterkäufer FFP3 Schutzmasken hamstern und die Klinken zum Teil leider keine ausreichenden Vorräte für Pandemien angelegt haben. Es kostet ja Geld.

    Ich denke es kann sich lohnen einmal separat darüber zu berichten wie Kaputtgespart (insbesondre am Personal) unser Gesundheitssystem ist. Vielleicht findet ihr einmal Zeit dazu.

    Quellen:
    [1] https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-06/verdi-erhebung-pflegekraefte-mangel-krankenhaeuser
    [2] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/108162/Neue-Erhebung-Krankenhaeusern-fehlen-mehr-als-50-000-Pflegekraefte
    [3] https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/pflegekraefte-der-charite-berlin-regelmaessig-ueberlastet-li.76010
    [4] https://gesundheit-soziales.verdi.de/service/drei/drei-62/++co++a9a11906-6605-11e7-aaf0-525400ff2b0e
    [5] http://www.altern-in-deutschland.de/der-n%C3%A4chste-beruf

    • Danke für den Impuls und die Links! Wir haben ja schon oft auf die Probleme in den Krankenhäusern hingewiesen, aber klar, das könnten wir noch mal ausführlich aufarbeiten.

  72. Ganz kurz zu der Kreditfrage: ich bin als Freiberufler in der Kreativbranche tätig.
    Einer meiner größten Kunden ist ein Kongress Veranstalter, ich bin also ziemlich betroffen.
    Die KfW Kredite werden immer über die Hausbanken verteilt. So auch in diesem Fall. Ich habe allerdings nur eine Direktbank für mein Geschäft.
    Das Problem dabei ist, dass ich gar keinen Ansprechpartner habe um einen KfW Kredit zu bekommen. Ich habe dann bei meiner privaten Bank angefragt und die waren natürlich gar nicht zuständig dafür. Ich hätte ein Geschäftskonto eröffnen müssen und in den Geschäftskunden zwei dieser Bank gehen können, das dauert aber lange und ist natürlich unpraktikabel. Bei der Direktbank ist es so, dass man mir nur über den Support mitteilte „es gäbe keine Prozesse dafür.“

    Mit anderen Worten diese sofort Maßnahmen über die KfW Kredite sind insbesondere für kleine Unternehmer und Freiberufler praktisch nicht verfügbar.
    Die Steuerstundung ist wahrscheinlich dass alle wirksamste Mittel für diese Gruppe von Betroffenen. Beispielsweise Umsatzsteuer kann eigentlich nicht gestundet werden, wenn diese aber am Monatsende fällig wird und es keine Einnahmen gibt, dann hält man das sicherlich einige Zeit aus… Aber eben nur eine gewisse Zeit. Danach ist Schluss und Kontopfändung angesagt.

    • Hallo zusammen,
      die Kredite vergibt die KfW nicht direkt, sondern die Hausbank. Die KfW tritt im Hintergrund als Bürge auf.
      Nach dem Telefonat mit unserer Hausbank, um für einen Worst Case gewappnet zu sein, scheint das aber noch nicht ganz rund zu sein. Die KfW haftet demnach für 80% der Kreditsumme, die Hausbank hat also ein Risiko von 20%. Da es sich um einen „normalen“ Förderkredit der KfW handelt, muss der übliche Kreditprüfungsprozess durchlaufen werden. Ist dieser negativ, gibts keinen Kredit bzw. die Hausbank trägt das komplette Risiko im Falle eines Kreditausfalls. Unbegrenzte Kredite gibts nur bei entsprechender Bonität, aber gerade die Unternehmen in Schieflage mit schlechterer Bonität müssten ja auf diese Kredite zurückgreifen. Die Hausbanken sind daher mäßig begeistert und hängen selbst in der Luft.
      Zudem dauerte die Kreditprüfung vor Corona schon mehrer Wochen, ich kann mir nicht vorstellen, dass das jetzt schneller geht.
      Ich denke auch, die Stundung der Steuern (Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer), der Krankenkassenbeiträge und der Berufsgenossenschaftsbeiträge ist der einfachere Weg. Aber auch hier erfolgt eine Einzelfallprüfung, also lieber früher als später beantragen …

  73. Stichwort Home-Office: Ich bin Bewerbungscoach und arbeite für einen Bildungsträger, der u.a. Umschulungen und Weiterbildungen für Arbeitssuchende anbietet. Dieser steht aktuell vor der nicht ganz trivialen Herausfoderung, dass die Kostenträger bzw. namentlich der Prüfdienst Arbeitsmarktdienstleistungen (AMDL) folgende, sehr eindeutige Linie fährt: Den Trägern steht es frei weiter offen zu haben. Es sei, denn das Gesundheitsamt ordnet explizit die Schließung an. Wer zu macht bzw. keine Leistungen erbringt kriegt auch kein Geld – wie jedes andere Unternehmen oder jeder andere Freiberufler auch, wobei gerade Letztere sehr häufig bei Bildungsträgern als Dozenten eingesetzt werden. Für die Kunden gelten dabei die gleichen grundsätzlichen Regeln wie für normale Arbeitnehmer: Sprich: Wer nicht krank ist, hat vor Ort zu erscheinen. Freistellungen gibt es nur bei einer nachweisbar fehlenden Kinderbetreuung.

    Kernproblem hierbei: Die Mehrzahl an Angeboten für Arbeitssuchende sind explizit als Präsenzveranstaltungen zertifiziert und werden dementsprechend abgerechnet. Eine Umstellung auf Home-Office – selbst bei einer vorhandenen e-Learning-Plattform – ist für Kunden, Dozenten und Coaches nicht ohne Weiteres möglich, da die Kostensätze für Tele-Unterricht deutlich niedriger ausfallen als die für Präsenzbetreuung, sofern Erstere überhaupt vorab zertifiziert wurden. Für mich als Bewerbungscoach stellt sich darüber hinaus außerdem auch noch das Problem des Datenschutzes, da ich gerade im Coaching mit sensiblen Kundendaten arbeite und mir zum Beispiel nicht ohne Weiteres Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse zur Sichtung und Überarbeitung nach Hause schicken lassen darf.

    Keine Frage: Bestimmt ließen sich hierfür sinnvolle Lösungen finden. Aber gerade Bildungsträger sind wegen der typischen Anlage und Zertifizierung von Hilfen zur Eingliederung nach dem SBG III in der Regel nur sehr schlecht auf die aktuelle Lage eingestellt und können nicht ohne Weiteres einfach so auf Home-Office umstellen.

  74. Ab etwa Minute 52 sagt ihr, die Lager seien voll, es gibt keinen Engpass in der Versorgung. Dann kann ich doch ein bisschen mehr als üblich einkaufen, es ist doch genug für alle da, oder?

    Laut Zivilschutzkonzept der Bundesregierung soll ich mir sogar Vorräte für den Ernstfall anlegen:

    https://www.sueddeutsche.de/politik/zivilschutzkonzept-buerger-sollen-nahrungsvorraete-fuer-den-ernstfall-anlegen-1.3129796

    • Wenn es einen Engpass wegen der Klopapier-Deppen gäbe, würden die Regale leer bleiben.
      Das triumphierende Grinsen, mit dem ich solche Honks mit ihrer Beute aus dem Supermarkt kommen sehe, verdient … Verachtung.

      Verachtung. Genau.
      Verachtung ist strafrechtlich unbedenklich.

      Wir haben logistisch keinen Sprint vor uns.
      sondern einen Marathonlauf.

  75. Zum Thema Videochat würde ich auf Lösungen wie Zoom setzen, da brauchste keine LinuxAdmin-Kenntnisse, günstig und gut und wirklich für jeden User verständlich.

  76. Bei den Verdopplungen rechnet Ihr mit den 3 Millionen Infizierten. Dann sind wir aber in der Triage-Situation. Denn 80% der Intensivbetten sind im Schnitt belegt. Wenn wir die voll mit Corona-Infizierten packen, dann werden Schlaganfälle und Verkehrsunfälle nicht mehr behandelt. Zwei Monate und wir sind weit über italienische Verhältnisse hinaus. Wir haben keine zwei Monate Zeit.

    Auch die Verdopplung alle 6 Tage scheint mir optimistisch. Im Moment verdoppeln wir alle drei Tage. Wenn wir jetzt einen Lockdown machen, dann dauert es noch rund 2 Wochen, bis es einen Effekt zeigt. Das sind fünf Verdopplungen – Faktor 30. Wir haben derzeit 3800 identifizierte Fälle. Dann sind wir im Peak bei 114’000 Fällen. In China mussten 4.7% intensivmedizinisch betreut werden. Ihr spracht von einem Prozent, dafür konnte ich aber keine Quelle finden. 4.7% wären 5’300. Das entspricht den 20% an freien Intensivbetten, die es gibt. Jeder weitere Tag bedeutet, dass Patienten, die ein Intensivbett brauchen, es nicht bekommen können.

    • Hinzu kommt noch, dass es nicht nur um die Betreuungsplätze und Betten selbst geht, sondern auch um das Personal. Viele Krankenhäuser sind unterbesetzt was das Pflegepersonal angeht. Und dann werden sich auch noch welche Infizieren. Da sind wir schnell über der Leistung des Gesundheitssystem drüber.

  77. Hi,
    als mögliche Themen für nächste Woche:
    -Bundeswehr duldet Rechtsextreme, Informant muss gehen (1)
    -Scheuer noch im Amt, löscht Handydaten. Wie soll das der Politikverdrossenheit entgegenwirken? (2)
    – Glyphosat, Lobbystudien bezahlt von Monsanto (und warum die Wissenschaft besser kontrolliert werden muss)

    (1) https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2020/Bundeswehr-Rechtsextreme-bleiben-Informant-muss-gehen,mad102.html
    (2) https://www.heise.de/newsticker/meldung/Best-of-Informationsfreiheit-Handyloeschungen-Scheuer-von-der-Leyen-und-bald-die-anderen-4682620.html
    (3) https://www.lobbycontrol.de/2020/03/monsanto-noch-mehr-unsaubere-glyphosat-studien/?fbclid=IwAR3UxUg3sKXhVk26W-URTPVvaksXbcNU7h05qkWF0lqeiJHD3TP2mE9D574

    Danke für euren Einsatz! Und auch wenn ihr es nicht aufnehmt sehr lesenswert.

    LG

  78. Für mich als Student ist es kaum nachvollziehbar, wie und warum ich mich Anfang April mit ‘zig Leuten in einen Hörsaal setzen soll und 2,5h Klausuren schreiben soll. In “begründeten EInzelfällen” sollen Klausuren stattfinden und mein Fachbereich Wirtschaftswissenschaft hat beschlossen, dass alle Klausuren begründete Einzelfälle sind.

    Mit meiner Vorerkrankung (Herzleiden) bleibt jetzt die Wahl zwischen Verlängerung des Studiums oder halt Klausur und sich der Gefahr aussetzen. Alle Bibliotheken zu? Egal. Bücher ausleihen? Geht nicht.

    Auch die Art und Weise der Kommunikation ist kritisch. Nach und nach werden strengere Regelungen getroffen und man weiß gar nicht mehr, was jetzt Sache ist. Das Dilemma ist für mich kaum aufzulösen.

    Danke Euch für die gute und informative Sendung:) Liebe Grüße
    Lennart

  79. Hey,
    ihr hattet kritisch gefragt, weshalb die öffentliche Verwaltung nicht im Homeoffice arbeitet. Ich bin seit einem Jahr Mitarbeiter einer Kreisverwaltung und aus meiner Erfahrung ist es eine Mischung aus diesen Punkten:

    1. die verschlafene Digitalisierung: es wird generell noch extrem viel mit Akten gearbeitet. Einen Aktenschrank kann man nicht gut mit ins Homeoffice nehmen.
    2. eine grundsätzliche Homeoffice-Skepsis und zu viel Bürokratie. Mein “Telearbeit”-Antrag wurde gut ein halbes Jahr geprüft – von persönlicher und thematischer Eignung, Datenschutz natürlich und Nachweis über die vom Arbeitsschutz geforderten Möbel.
    3. eine menge Aufgaben, Präsenz erfordern Präsenz, zB weil es immer noch technische Probleme bei der Online-Zulassung gibt.

    Unser Gesundheitsamt arbeitet momentan 24/7 und hat im Hintergrund viel zu organisieren und besprechen. Ich bin dankbar, dass die Leute jeden Tag am Arbeitsplatz sind.

    Aus meiner Sicht kann die Verwaltung ad hoc nicht viel ändern an der Situation. Wir müssen aber unbedingt später daraus Konsequenzen ziehen und Digitalisierung und Arbeitsorga verändern. Auch weil wir älter werden.

    Grüße Frank

    • Hallo,
      zu dem Punkt möchte ich auch noch etwas beitragen. Ich arbeite in einer großen öffentlichen Verwaltung in NRW. Mein Eindruck ist da ganz ähnlich, dass es hier ein Mentalitätaproblem gibt, auch aber nicht nur bei der Leitung.

      Wir sind kürzlich alle mit Laptops ausgestattet worden, gerade um mehr Flexibilität zu ermöglichen. In der aktuellen Situation scheint das größere Problem zu sein, dass die Vorgesetzten die Mitarbeiter*innen nicht ins Homeoffice zwingen können. Vielen kommen ohne ihre Akten mental und je nachdem aber auch tatsächlich nicht klar. Viele Prozesse, z.B Rechnungsläufe, sind weiterhin ausschließlich papierbasierten. Aber vielleicht bringt die Krise hier ja tatsächlich eine Lösung – solange die dann nicht aus dem Hause SAP kommt, bin ich sehr zuversichtlich.

  80. Es wird immer von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und selbstständigen geredet… wir sind jetzt nicht mal erwähnenswert.. vielleicht bei einer Randbemerkung bzgl.. Öpnv, aber warte noch drauf…gerade auf Hartz IV.

    Wir müssen Termine wahrnehmen, nix wird abgesagt.. da für den ÖPNV nehmen. Du darfst keine Verwandten unterstützen, deine Liebsten besuchen… sonst wird wegen Ortsabwesenheit sofort der Geldhahn abgedreht. Das würde den Tod bedeuten, wenn auch noch Lebensmittelpreise steigen.

    Aber die haben ja auch schon gegen Artikel 1 verstoßen, die ziehen das durch…

  81. 14. März 2020 um 17:52 Uhr
    Carsten Schleich

    Ich glaube die Diskussion über die Anzahl der Beatmungsgeräte ist albern, wenn wir viele infizierte haben, wird besonders viel Krankenhaus Personal selbst infiziert und zu Hause sein. Auch auf den Intensivstationen. Die Frage ist eher, gibt es genug Schutzkleidung? Weis jemand damit umzugehen?
    Wie viele haben das geübt? Wie viele werden sich trotzdem anstecken und ausfallen? Sollten wir nicht langsam mit den Schulungen anfangen?
    Durch die zu tragende Schutzkleidung bei der Versorgung der isolierten Patientinnen, ist der personelle Aufwand vermutlich zwei bis drei mal so aufwendig wie die Versorgung „normaler“ Intensivpatiennten.
    Die Personalressource gibt’s nicht, also nicht krank werden!!!
    VG
    Carsten
    Intensivpfleger

    • Hallo Carsten, das habe ich mir auch gedacht und ein speraten Kommentar geschrieben. Was mich interesiert. Intensivpfleger/innen haben doch sicherlich eine Weiterbildung besucht und sich weiterqualifizerit, oder? Oder kann jede Pflegekraft in der Intensivpflege eingesetzt werden? Wäre schön wenn das jemand vom Fach darlegen könnte.
      Und danke für deine Wichtige Arbeit!

      • 15. März 2020 um 17:27 Uhr
        Carsten Schleich

        Hallo Florian,
        ja nach einer dreijährigen Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin kann auf der Intensivstation zu Arbeiten angefangen werden. Bislang haben die Auszubildenen auch in der Ausbildungszeit dort mitgeholfen, um einen Einblick zu bekommen (nach der neuen Prüfungsordnung ist das nicht mehr vorgesehen). Viele beginnen dann nach ca.2 Jahren aber frühestens 6 Monaten mit der Spezialisierung zur „Intensiv- und Anästhesiepflegekraft“. Da geht es aber um Intensiv- und Anästhesiepflege/ -therapie, auch um den Umgang mit infektiösen Patientinnen, aber nicht um Schutzanzüge, die für den Coronavirus geeignet sind. Ich weiß von keiner Intensivpflegekraft die im Umgang geschult ist. Vermutlich gibt es an den Universitätskliniken welche.
        Carsten

      • Intensivstation gehört im Allgemeinen zur Krankenpflegerausbildung. Inwiefern „alte“ Pflegekräfte auf dem aktuellen Stand sind bzw. örtliche Besonderheiten etc. für „allgemeine“ Pflegekräfte im Kopf oder geschult, ist die Frage. Weiterhin gilt auch dann: wenn eine Pflegekraft von der Inneren in die ITS geht, fehlt sie in der Inneren (bzw. $Station)…

  82. Mein Arbeitgeber sperrt sich gegen Homeoffice, obwohl 80% aller Kollegen (ca. 150 Leute) lokcer von zuhause arbeiten könnten – Marketing, Programmierer, etc.
    Wie kann man damit umgehen? Ich überlege mich bei einer lokalem Zeitung zu melden und sie zu bitten darüber zu berichten.

    • Hallo Holger,
      auf medium.com hat ein Basketball-Journalist/-Podcaster, für den amerikanischen Kontext und auf Basis persönlicher Erfahrungen, einige Punkte zusammengetragen. Inwieweit es für Deinen Fall hilft, weiß ich natürlich nicht.
      Ruhig, sachlich und höflich bleiben sind sicher erstmal keine schlechten Empfehlungen. Vielleicht hilft es auch, das Positive herauszustellen… die aktuelle Situation bietet ja auch die Chance, Sachen mal unverbindlich auszuprobieren, um Daten zu sammeln darüber wie es funktioniert.
      Alles Gute!

  83. Liebes Lage-Team,

    hier mal ein interessantes Video zum Thema Corona vom Klinikum Chemnitz.

    https://youtu.be/F7hGW2-o5V4

    Viele Grüße

    Silke

  84. Zu Corona:
    Das Trump sich bescheuert geäußert hat verwundert nicht. Aber natürlich macht es Sinn, dass man Menschen aus Risikogebieten (und das ist die EU auch aus Sicht der WHO) nicht einreisen lässt. Ob die USA es in Griff bekommt? Glaub ich auch nicht.

    Schauen wir auf Deutschland, hier wird zögerlich gehandelt. Viel zu wenige Städte machen Clubs, Bars und Museen zu. Berlin, Mannheim, Heidelberg, Stuttgart und Köln handeln hier. Aus München und Hamburg hab ich noch nichts gehört, von kleineren Städten ganz zu schweigen. Hier fehlt mir einfach ein Machtwort der Bundesregierung. Klar kann die Bundesregierung dies nicht verfügen, aber würde sie hier ein Machtwort sprechen würde es ggf. helfen.

  85. Der Beitrag zu COVID-19 hat mich wirklich nachdenklich und auch wütend gemacht. Eure ansonsten wirklich ruhige und sachliche Art war völlig weg. Mir war der gesamte Beitrag zu schwarz-weiß. Was ist die Vorstellung, der nächsten Wochen? Sollen sich die Leute alle zu Hause einsperren? Natürlich sind Verhaltensänderungen notwendig. Und wo nicht zwingend Kontakt notwendig sollte man drauf verzichten. Aber sich mit jemanden aus der Nachbarschaft für einen Spaziergang im Park zu treffen sollte bei der Beachtung einiger Verhaltensregeln kein Problem sein.
    An einigen Stellen schlicht falsche Informationen: Triage-Systeme sind völlig gängig in Krankenhäusern, natürlich ist aber die Situation in Italien schrecklich. Aber Genauigkeit ist hier wichtig, Hörer*innen schnappen den Begriff auf, hören ihn das nächste mal in der Notaufnahme und schieben ggf. völlig unnötig Panik.
    Zum Ende hat mich noch folgendes stutzig gemacht: Die Öffnung von Restaurants gut heißen, denn wo soll man denn sonst am Montag zum Essen hin. Wie wäre es mit zu Hause kochen oder sich Brote mit zur Arbeit nehmen? Da geht die große Ankündigung/Forderung möglichst wenig Kontakt noch nicht mit dem eigenen Handeln Hand in Hand.
    Nach dem Beitrag musste ich erstmal ausschalten, denn die Panikmache hat mich wirklich aufgeregt.

    • Ich denke in ein oder zwei Wochen werden wir sehen, dass von Panikmache keine Anrede sein kann … wir haben einfach nur geschildert, wie ernst die Lage ist. Wenn es dank der Maßnahmen nicht so schlimm kommt – umso besser.

      • Leider muss ich Fabian in dieser Hisicht beipflichten. Gerade im Vergleich zu dem ja auch von Euch sehr hoch gelobten NDR-Podcast mit Christian Drosten wirkte der Abschnitt zum COVID-19 sehr aufgeregt und hatte in meiner Wahrnehmung einen sehr energischen “Wir wissen was richtig ist”-Duktus. Die weitergehende Beleuchtung von Schul- und Grenzschließungen und vor allem das in meinen Augen sehr gute und richtige Einschätzen und Abwägen der zum Teil sehr komplexen Auswirkungen dieser Maßnahmen kamen mir dabei zu kurz. So sehr ich Euer Engagement gut heiße: Jede auf den ersten Blick richtige Maßnahme gegen COVID-19 kann auf den zweiten Blick auch immer ungewollte und sogar negative Folgen haben. In diesem Sinne empfinde ich auch das gegenwärtige Krisenmanagement der Bundesregierung als vorbildlich und keinesfalls als zu zögerlich. In diesem Sinne: Beim nächsten Mal bitte wieder etwas mehr Ruhe in die Besprechung bringen und sich vielleicht aus der Gesamtlage ein Thema herausnehmen. Hatte hier den Eindruck einer gewissen Überforderung und entsprechenden Zuspitzung durch Euch. Das geht besser. :)

        • Ehrlich gesagt haben wir uns nicht überfordert gefühlt, sondern einfach nur die Lage dargestellt, und die ist nun mal ernst. Welche negativen Folgen kamen dir denn zu kurz?

        • “16. März 2020 um 8:50 Uhr
          Ulf
          Ehrlich gesagt haben wir uns nicht überfordert gefühlt, sondern einfach nur die Lage dargestellt, und die ist nun mal ernst. Welche negativen Folgen kamen dir denn zu kurz?”

          Mein Eindruck einer “Überforderung” rührte vor allem daher, dass ihr Euch in meiner Wahrnehmung redlich bemüht habt, die komplexe Gesamtlage darzustellen, aber dann nicht mehr – wie sonst – in die Tiefe gegangen seid. Daher auch mein Vorschlag, sich in der nächsten Lage konkreter zu fokussieren. Für Beispiele müsste ich allerdings offen gesagt mit zwei Tagen Abstand die Folge noch einmal hören. Schreibe dann ggf. erneut.

    • Mir ging es ähnlich.
      Ich schätze an der LdN sonst, dass Ihr Fakten nennt und dann Ansätze für eine Bewertung. Hier war das für mich stark zusammengeworfen und gerade mit Bezug auf Berlin folgte es zu sehr dem tagesspiegelschen Narrativ der Bananenrepublik Berlin. Besonders hat mich das an zwei Stellen gekriegt:
      – Feiern gehen: Am Samstag ist die Polizei durch die Bezirke gefahren und hat dort kontrolliert, ob die Kneipen wirklich geschlossen sind. Der Twitteraccount der Polizei berichtete, dass sich Wirte und Gäste verständnisvoll zeigten. Ja, Tanzparties sind jetzt keine gute Idee. Aber Berlin tanz aktuell nicht gerade in den Untergang.
      – Arbeit der Verwaltung am Montag: NATÜRLICH brauchen wir die öffentliche Verwaltung aktuell und natürlich kann die nicht einfach alle nach Hause schicken. Meine Schwägerin leitet ein Dezernat der Stadt Wuppertal und hat sich den gesamten Samstag mit Kolleginnen und Kollegen hingesetzt, um die Konsequenzen der Entscheidungen des Landes mit Bedacht umzusetzen und zu durchdenken, wie aktuell öffentliches Leben sicher und sinnvoll gestaltet werden kann – Notbetrieb essenzieller Aufgaben, Personalpläne, Betreuungsfragen. Die nehmen das sehr ernst und ich bin dankbar, dass Beamte in dieser Situation so lange weiterarbeiten, bis die großen Fragen des Zusammenlebens sicher geklärt sind.
      Für Berlin kann ich nur ein Beispiel aus meinem Bereich, Bildung, beisteuern: Nachdem am Freitagmorgen der Entschluss der Schulschließung gefallen war, gab es Sitzungen des Krisenstabs und eine Sammlung der Fragen, die nun schnellstmöglich geklärt werden müssen. Dazu gehört die Betreuung der Kinder von Eltern in essenziellen Berufen. Dazu gehört die Frage, wie die weitere Betreuung von Jugendlichen gerade mit Blick auf die rasend schnell nahenden Prüfungen aussehen kann. Aber auch: Was passiert beispielsweise mit landesfinanzierten Trägern, deren Förderung sich nach Kontaktstunden mit Schülerinnen und Schülern berechnet? Wenn es 5 Wochen keine Arbeit mit Jugendlichen gibt, stünden diese vor dem finanziellen Ruin. Ich selbst müsste, wenn es hier keine Sonderregelung gibt, dann evtl. 50 Personen entlassen oder wir müssten in eine finanzielle Vorleistung gehen, die uns als Träger das Genick brechen kann. Es gibt Werkstätten, die dann definitiv zumachen müssten – das würde unsere Bildungslandschaft nachhaltig negativ beeinflussen.
      Dass wir also auch morgen und übermorgen noch Ansprechpartner in der Senatsverwaltung haben, die das Telefon abnehmen, ist gut und richtig.
      Ja, wir könnten sagen, dass für die alle eine Möglichkeit der Heimarbeit bestehen sollte. Da wir die aber nicht an Heder Stelle aus dem Hut zaubern können (unser Büro etwa wechselt zu Heimarbeit, soweit es geht. Unsere Buchhaltung allerdings hat die Datev-Schnittstelle am festen Rechner und wird im Büro sein – damit unsere Rechnungen und Gehälter gezahlt werden können!), arbeiten alle nach bestem Wissen und Gewissen mit den Mitteln, die sie haben. Und dafür bin ich dankbar und will nicht schimpfen.

    • Ich möchte Fabian zustimmen. Auch ich war nach dem Hören eures Podcasts diesmal sehr irritiert. Denn auch ich empfand euch nicht mehr als überlegt und sachlich, sondern als aufgeregt und leicht panisch. Das hätte ich mir anders gewünscht, habt ihr doch angesichts eures Erfolges und eurer Reichweite auch eine gewisse journalistische Verantwortung.
      Die Gefahr des Covid-19 ist groß und sehr ernst zu nehmen. Ich will das auch nicht beschönigen. Die Lage ist ernst und wir müssen jetzt als Menschen und Menschheit damit überlegt und vernünftig umgehen. Aber wir haben gute Vorstellungen über die Übertragungswege des Virus und wissen, dass es nun darum geht, die Übertragung des Virus zu verhindern und nicht panisch jeden menschlichen Kontakt zu vermeiden. Und hier helfen keine schnellen Pauschalurteile. Sich in einen mäßig leeren ÖPNV zu setzen und möglichst nichts anzufassen, ist sicherlich einfacher und sicherer als sich in ein Taxi oder Uber zu setzen, wo man die Hygienezustände nicht kennt. Obwohl in letzterem sicherlich der Publikumsverkehr und damit vielleicht das Risiko kleiner ist, sofern der Fahrer täglich sein Auto reinigt. Und nicht jeder kann ein eigenes Auto sein Eigen nennen.
      Und nicht jeder bzw. wahrscheinlich nicht mal die Mehrheit hat das Privileg über Home-Office überhaupt nachdenken zu können. Von daher ist von zu Hause zu arbeiten, wo möglich sicher wichtig und richtig, aber nicht die Lösung für alles und alle. Viele Arbeiten innerhalb unserer Gesellschaft sind auf zwischenmenschliche Interaktionen angewiesen und werden nur dann bezahlt, wenn diese auch stattfinden. Und zu normalen Zeiten ist dies auch wichtig und richtig, weil wir ja auch wissen, dass Digitalisierung in Summe zur gesellschaftlichen Entsolidarisierung führen kann. In Covid-19 Zeiten ist es zur Sicherstellung bestmöglicher Gesundheit möglichst Vieler sicher sehr wichtig, viele physische zwischenmenschliche Interaktionen zu unterlassen oder neu zu organisieren. Aber das bringt schon jetzt viele Menschen die zum Erwerb ihres Lebensunterhaltes mit anderen Menschen interagieren müssen und ihre Interaktionen nicht über digitale Kommunikation ersetzen können in große Schwierigkeiten.
      Von daher ist unsere derzeitige Herausforderung nicht, wie wir uns alle schnellstmöglich im Home-Office voreinander verstecken und schützen können. Sondern wie wir unter dem Primat der Vermeidung und Nichtverbreitung von Covid-19 uns gesellschaftlich so organisieren können, dass wir gesund bleiben und das allgemeine Gesundheitssystem nicht überlasten und dabei auf die nötigen gesellschaftlichen Anpassungsprozesse klug reagieren. So gilt es auch die Gesundheit und Lebensmittelversorgung der Ärmsten sicher zu stellen (Obdachlose, Tafelabhängige etc.), all jene zu Unterstützen, deren Erwerb gerade wegfällt, all jene zu unterstützen, die in Krisenzeiten besonders gefordert sind, einer gesellschaftlichen Entsolidarisierung vorzubeugen, gesellschaftliche Solidarität zu leben und natürlich dabei den Umweltschutz nicht zu vergessen. Dies vor allem, da uns Covid-19 sicher länger beschäftigen wird. Und dafür sind vor allem die öffentlichen Institutionen wichtig. Von daher ist es kein Skandal, dass Menschen im öffentlichen Dienst jetzt noch öffentlich präsent arbeiten, sondern wichtig, damit der Staat für jene, die ihn jetzt brauchen ansprechbar bleibt. Was nicht bedeutet, dass nicht trotzdem auch diese Arbeitsprozesse im Hinblick auf die Risiken einer Covid-19 Übertragung kritisch überprüft werden.
      Wie gesagt, oberstes Ziel ist es die Übertragung des Virus zu stoppen, nicht alle zwischenmenschlichen Kontakte. Das eine ist nicht mit dem anderen identisch und wer klug ist, weiß die Möglichkeiten die dazwischen sind, gut zu nutzen und weiterhin solidarisch miteinander zusammen zu leben. Wer beides panisch in eins setzt, leistet nur unnötig der gesellschaftlichen Entsolidarisierung Vorschub.
      Ich kann verstehen, dass die allgemeine gesellschaftliche Aufregung derzeit sehr ansteckend ist, aber ich hoffe, dass ihr zu jener unaufgeregten Sachlichkeit zurückfindet, die ihr zum Bsp. im Umgang mit Rechtsextremismus immer bewahren konntet.

      • Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was daran jetzt panisch gewesen sein soll. Wir sagen natürlich auch nicht, dass alle sozialen Kontakte abgebrochen werden sollen, sondern nur möglichst wenig Menschen einander begegnen sollten, insbesondere nicht in großen Gruppen oder in geschlossenen Räumen.

        • Hallo Ulf und Philip,

          ich höre Euren Podcast sehr gern und finde insbesondere Eure Darstellungen und Analysen politischer Zusammenhänge zum größten Teil extrem hörenswert und gut durchdacht. Auch würde ich würde nicht so weit gehen, den Corona-Beitrag “panisch” zu nennen, aber etwas zu “schwarz-weiß” bzw. belehrend fand ich ihn wie meine Vorredner ebenfalls.

          Insbesondere bei Eurer sehr deutlichen und übereinstimmenden Aussage, dass die Schulschließungen definitiv zu spät kamen. Hier möchte auch ich auf den Podcast von Herrn Drosten hinweisen, der zum einen noch in der Folge von letzter Woche Donnerstag oder Freitag darauf hingewiesen hat, dass diese Maßnahme nicht ohne Weiteres pauschal und ohne weitere Betrachtung der Folgeschäden (insb. fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Eltern mit gesellschaftlich wichtigen Berufen) sinnvoll sein muss. Und in einem Beitrag vom Beginn dieser Woche hat er darüber hinaus auch noch einmal klargestellt, dass solche einschneidenden Maßnahmen nur dann wirklich sinnvoll sind, wenn es auch eine relevante Anzahl an Infektionen gibt und ob dieser Punkt schon erreicht war/ist, darüber herrschte offenbar zu dem Zeitpunkt noch keine eindeutige Klarheit.

          Des Weiteren zur schon weiter oben kritisierten Aussage von Ulf: “Also ich kann es überhaupt nicht nachvollziehen, wieso die öffentliche Verwaltung weiter arbeiten gehen soll”. Hier kann ich offen gesagt überhaupt nicht nachvollziehen, wie man so eine Aussage tätigen kann, noch dazu, wenn man selbst so viel Erfahrung mit Verwaltung hat wie du. Es ist doch offensichtlich, dass diese Krise uns mindestens mehrere Wochen beschäftigen wird. Wie kann man denn ernsthaft davon ausgehen, dass man gerade in so einer Situation ohne Verwaltung zurechtkommt? Genau diese Stellen sind es doch, denen neben den Krankenhäusern, Supermärkten etc. nun die größte Verantwortung zufällt, das Land durch diese Krise zu bringen.

          Und zuletzt: Warum habe ich oben “belehrend” geschrieben? Nun, ich finde, der ganze Beitrag hatte doch einen relativ starken Unterton vom Schlage: “Wir wissen, was passiert, wie die Lage ist und womit wir zu rechnen haben.” Wenn man aber die letzten 2 oder 3 Folgen der LdN mit der relativ entspannten Darstellung der Corona-Problematik nun noch einmal hört, dann gewinnt man schon eher den Eindruck, dass auch Ihr bis Ende letzter Woche das kommende Ausmaß der Situation nicht erahnt habt. Das ist m.E. überhaupt nicht schlimm, denn diese Erfahrung haben wir wohl fast alle gemacht. Aber gerade deswegen fände ich es gut, wenn ihr auch diese Dinge und Unsicherheiten so offen ansprechen und thematisieren würdet. Ihr seid keine Epidemiologen oder Wissenschaftler sondern Journalist und Jurist. Daher solltet Ihr Euch auch im Hinblick auf eigene Bewertungen meiner Meinung nach nicht weiter vorwagen als das Leute tun, die sich professionell seit Jahrzehnten auf höchstem Niveau mit diesen Themen beschäftigen.

          Nichtsdestoweniger: Ein dickes Lob nochmal für die LdN insgesamt, auch wenn hier jetzt einmal Kritik kam. Ansonsten ist der Podcast “ganz großes Tennis”.

          Viele Grüße
          Pascal

    • China hat bei 400 Erkrankten das Land zum Stillstand gebracht und ist dadurch bei rund 80.000 Erkrankten gelandet (200 mal mehr als vor dem Lockdown). Und das mit 50.000 Ärzten und Pflegern, die China einfach mal in einer anderen Region rekrutieren kann. Wir können das nicht. Wir können nur darauf hoffen, dass China die auch zu uns schickt. Momentan kannst du froh sein, wenn wir nicht 1 Millionen Kranke pro Land in Europa bekommen, weil wir zehn Tage zu spät dran sind (200 * 5.500 in Deutschland = 1.100.000).

      Mehrere Millionen Erkrankte in Europa sind heute bereits sicher. Zumal bisher kein Land mit Lockdown den Bürgern das Arbeiten verbietet, wie China das getan hat. Du stellst sie nur irgendwann gar nicht mehr fest und zählst nur noch die Toten, weil Italien z.B. nur 13.000 Tests pro Tag durchführen kann. D.h. sobald die täglichen Zuwächse 13.000 überschreiten wird alles undurchsichtig. Tatsächlich sind wir schon an dem Punkt, deshalb geht auch der Anteil der positiven Tests an den Gesamttests nach oben.

      Eine Virusepidemie ist pure Mathematik, jedenfalls wenn ein Impfstoff erst in 18 Monaten verfügbar ist. Manche wachen halt auf, wenn die Toten in Deutschland von 8 auf 11 steigen, andere erst bei 80 auf 110. Und wenn ich mir anschaue was für einen Unsinn die Leute im Netz schreiben, dann fehlen mir echt die Worte. Da haben viele den Ernst der Lage noch überhaupt nicht begriffen. Die Chinesen haben die Bürger in Wuhan nicht aus Spaß in ihren Wohnungen eingeschlossen, sondern weil sich die Experten alle einig waren und die Politiker daher auf sie hören mussten. Selbst wenn wir heute jeden in diesem Land in seine Wohnung sperren, die chinesischen Zahlen von 80.000 Infizierten werden wir weit überbieten.

      Grund zur Panikmache besteht trotzdem nicht. Die Grippewelle im Winter 2017 hat ca. 25.000 Opfer in Deutschland gefordert. Covid 19 hat eine Letalität von 0,5%. Wir müssten also über fünf Millionen Infizierte haben um auf über 25.000 Tote zu kommen.

      • Das Ende deines Kommentars stimmt so nicht. Wie wir in der Lage genau erklärt haben, hängt die niedrige Letalitätsrate bei Covid-19 davon ab, dass es eine optimale intensivmedizinische Betreuung gibt, weil es leider viel mehr schwere Verläufe gibt als bei der Grippe. Die Kapazitäten für diese Betreuung sind aber sehr begrenzt. Deswegen sind die Grippevergleiche auch so irreführend. Spätestens bei 2 Millionen parallel infizierten wird es eng.

  86. Ich würde mir doch noch mehr schnelle und pragmatische Lösungen wünschen. Taxifahren können sich die wenigsten leisten und deshalb werden sie weiterhin den ÖPVN nutzen. Könnte man nicht etwa zeitweise Taxis subventionieren und Uber zulassen, um den ÖPVN erst mal weniger relevant zu machen?

  87. wenn zu befürchten ist, dass die Intensivbetten in 2 Monaten belegt sind, dann könnte man ja mal überlegen bzw. man hätte seit dem 21. Januar (WHO beginnt „Wuhan Virus“ statistisch zu dokumentieren) überlegen sollen, diese Anzahl an Betten (temporär) zu erhöhen. Stichwort: How China Built a Hospital capable of treating 1,000 patients at once in 10 Days:
    https://www.youtube.com/watch?v=3Sh7hghljuQ
    Ja, ich musste natürlich auch lachen, denn natürlich glaubt niemand daran, dass so eine konzertierte Aktion in Deutschland möglich ist.

    Sehr bezeichnet für die Reputation Deutschlands, mit 16 Landes-Bauverordnungen und 21.000(!) Bauregelungen – vervierfacht in den letzten Jahren – ist, dass der Kommentar mit den meisten Likes unter dem obigen Video mit 1.780.883 Aufrufe lautet:
    “Next: How Germany built an Airport in just 300 years”

    • Auch ein zusätzlich Krankenhaus brächte nur lokal Luft; auch sind in einem neuen Gebäude erstmal auch keine zusätzlichen Beatmungsgeräte vorhanden. Ich weiß auch nicht, ob es wirklich ein festes Gebäude sein muss; die diskutierte Nutzung von existierenden Hallen und Geländen ist da vielleicht effizienter.
      Übrigens: Die Hochrechnungen von Ulf und Philip, wie viel Bedarf es geben könnte und wie viel Kapazitäten es gibt, kann man ja aber auch noch als optimistisch in dem Sinne ansehen, dass es ja, selbst wenn deutschlandweit Bedarf und Kapazitäten sich die Waage halten, es ja auf die Relation vor Ort ankommt; wenn in Kiel 50 Plötze akut fehlen, aber in Garmisch und Umgebung 50 Plätze frei sind, wird man nicht eben die Leute in Lebensgefahr 1000km transportieren können.

  88. Hi Ihr Lieben,

    könnt Ihr aus aktuellem Anlass das Thema Fake News via WhatsApp recherchieren/aufnehmen? Insbesondere geht es mir darum, wie/wo man Falschmeldungen am Besten meldet.
    Seit den Vorfällen in Indien im letzten Jahr hätte ich eine eine offizielle Stelle, z.B. Verbraucherzentrale erwartet, aber habe auf Anhieb lediglich private Seiten in DE/AT gefunden.
    Heute gingen zwei Meldungen wie ein Feuerwerk durch diverse Gruppen – Stichwort Corona und Ibuprofen bzw. Shutdown – kauft schnell ein. Ein (promovierter) Kontakt hat unter die Sprachnachricht sogar noch drunter geschrieben, die Info sei “aus sicherer Quelle”. Meine Güte.
    Zwischen der ersten Nachricht, die ich erhalten habe, bis zu einer offiziellen Distanzierung des BMG via Twitter hat es dann vier Stunden gedauert.
    Weist man in den Gruppen auf den Fake hin, ist man oft der Buhmann: “Das Thema sollte man ernst nehmen” bzw. es wird dennoch geglaubt “Erstmal gut für uns”.
    Eure Gedanken dazu würde ich sehr schätzen – seht es mir nach, wenn es schon mal behandelt wurde.

    Besten Dank und viele Grüße,
    Patrick

    • Ich bin so froh WhatsApp niemals installiert zu haben. Dagegen sind selbst Twitter und Facebook Hochkultur.

    • Ich denke, es würde auch viel bringen, wenn das Thema aufgenommen wird. Wann handelt es sich um eine Meinung (vielleicht Wolfgang Wodarg bzw. was ist http://www.corona.film für eine Unternehmung), wann um eine Falschnachricht; wie hält man sich von Konspirationen frei; außerdem: ist eine Ausgangssperre wirklich ein sinnvolles Mittel oder eine Angstreaktion aus Überforderung?

  89. Heute kurz in der Einkaufsgalerie gewesen. Eiscafés, Bäckereien und Imbisse voll besetzt mit überwiegend alten Leuten. Alles bemüht sich jetzt um diese Risikogruppe zu schützen und was machen die ? Nettes Kaffeetrinken im Virenzentrum. Unfassbar.

    Für den Großteil reicht es einfach nicht aus grobe Handlungsempfehlungen auszusprechen.

    Wer jetzt weitermacht wie bisher oder sich sein Verhalten schönredet, weil er auf ein paar wenige Dinge verzichtet, verhält sich schlicht asozial. Unsere Politiker sind naiv, wenn sie denken, dass unsere Gesellschaft in der Lage ist die nötige Selbstbeschränkung ohne Verbote rein mit Handlungsempfehlungen umzusetzen.

    Es ist keine Zeit mehr für Empfehlungen, die Zeit ist vor zwei Wochen abgelaufen.

    Ich soll am Mittwoch wieder auf der Arbeit erscheinen. Dafür muss ich erst mit dem Zug nach Köln fahren und dann noch mit der U-Bahn zu meiner Arbeitsstelle. Home Office ist leider nur für einen Teil der Mitarbeiter möglich. Die Leiharbeitsfirma kann mich in den ersten drei Monaten der Probezeit innerhalb von einer Woche kündigen, daheim bleiben ist also keine Option. Das müssen erst das Kundenunternehmen und die Leiharbeitsfirma unter sich klären.

    • “Für den Großteil reicht es einfach nicht aus grobe Handlungsempfehlungen auszusprechen.”

      Den Eindruck habe ich leider auch und das kann man auch bei “normalen” Grippewellen beobachten, wenn sich so mancher mit Grippesymptomen noch auf Arbeit oder auf öffentliche Veranstaltungen schleppt, mit Ibuprofen Leistungfähig hält und nichtmal die Begrüßung per Handschlag vermeidet.

      Das ist auch der Grund warum die aktuellen Maßnahmen vor zwei Wochen der breiten Öffentlichkeit kaum zu vermitteln gewesen wären. Es gibt einfach Menschen, die stellen sich Taub (“Ich kanns nicht mehr hören…”). Auch die Hamsterkäufer in den Supermärkten tragen dazu bei, denn mit Verlaub, dieses verhalten war vor Wochen und ist auch heute noch lächerlich.

      Wir werden nicht alle Sterben. Das heißt aber nicht, dass man sich selbst nicht mit Augenmaß einschränken sollte zum Wohle der Allgemeinheit. Wenn es am Ende nur halb so schlimm war, werden die Ignoranten dennoch kommen und sagen “Seht ihr, war alles nur Panikmache”. Wie Prod. Dr. Drosten in seinem Podcast sagte: “There is no glory in Prevention”. Wahre Worte, nicht nur für Corona.

      Viele Grüße
      René

  90. Hallo Leute,

    ich muss sagen, auch Ihr habt fundamental nicht verstanden wie exponentielles Wachstum funktioniert.

    Ihr redet im Podcast ein paar Mal darüber, dass es zu verhindern ist, dass wir in die “exponentielle Phase” kommen. Das ist grundlegend falsch. Das Wachstum ist exponentiell ab dem ersten Fall! Wenn man sich die Daten anschaut sieht man das auch “sehr schön”.

    Das was zu verhindern ist, ist dass die Steigung des ganzen weiter so hoch ist. Es gilt halt zu erreichen, das wir nicht 6 Tage für die Verdoppelung brauchen, sondern 30. Das ist mathematisch gesehen der Faktor im Exponenten.
    Wenn wir bei euren Beispiel mit dem Schachbrett bleiben, dann wollt ihr dass eben NICHT das 2. Feld mit 2 Reiskörnern belegt wird, sondern nur mit 1.5 usw. Das hat dann im 64. Feld eine extreme Auswirkung.

    Was mich hier jetzt wirklich bedenklich stimmt: Ihr seid intelligente Menschen, die sich sehr mit dem Thema auseinandersetzen. Und auch Ihr habt grundlegende Zusammenhänge nicht verstanden, obwohl wir über Mathematik der Oberstufe reden. Was bedeutet das dann für die Bevölkerung?

    LG,
    Martin

    • Was haben wir denn nicht verstanden? Wir haben doch genau das gesagt bzw. erklärt.

      • Man könnte euch absichtlich falsch verstehen und meinen, dass ihr nicht gesagt habt, dass das exponentielle Wachstum schrumpfen muss, sondern gegen Null laufen muss. Ich denke jeder kann verstehen wie es gemeint war. Es sollen nicht alle gleichzeitig erkranken, sondern über einen möglichst langen Zeitraum.

      • Ein mathematischer Hinweis: Die Zahl der Fnfizierten wächst NICHT exponentiell, sondern logistisch. Das liegt daran, dass es ein natürliches Maximum an Infizierten gibt (wenn nicht 70% der Bevölkerung, dann zumindest 100%). Die entsprechende Wachstumsfunktion hat nicht die Form der “rechten Hälfte eines Us” sonder die Form eines “S”. Das Schachbrettbeispiel ist dementsprechend nicht zutreffend. Je nachdem, wie weit man mit der im Podcast vorgestellten Hochrechnung in die Zukunft geht, ist die Rechnung unterschiedlich falsch. Für kürzere Zeiträume ist sie halbwegs zutreffend (vereinfacht gesprochen: Die erste Hälfte des “S” sieht ähnlich aus wie die recht Hälfte eines “U”s). Für längere Zeiträume wird die Rechnung immer falscher und zwar in die Richtung, dass sie zu pessimistisch ist. Ansonsten: Weiter so, ich höre Euch gerne zu! Viele Grüße

        • Klar, haben wir ja auch erwähnt, dass es natürlich beim exponentiellen Wachstum irgendwo Grenzen gibt. Wir hatten nur den Eindruck, dass schon das exponentielle Wachstum so schwer zu verstehen ist, dass wir es jetzt auch nicht über die Maßen verkomplizieren wollten.

      • Hallo Ulf,

        es ist die ganze Zeit davon die Rede, dass es “nicht in die exponentielle Phase gehen darf”. Damit tut ihr so als ob es jetzt nicht exponentiell sei. Das Wachstum verläuft _permanent_ exponentiell.

        LG,
        Martin

    • Auch wenn die Formulierungen jetzt nicht 100% mathematisch korrekt waren, denke ich trotzdem, dass die Sache im Kern richtig verstanden und auch rübergebracht wurde.

      • Vielleicht ganz interessant in diesem Zusammenhang: http://shinyapps.org/apps/corona/

        Das sit eine interaktive Webseite zur Darstellung verschiedener Wachstumsverläufe (je nach Land, Datenquelle, Vorannahmen, etc…). Dort sieht man auch schön die S-Form des logistischen Wachstums (und z.B., dass China schon über das, was im Podcast als “exponentielle Phase” beschrieben wird, hinaus ist):

  91. Letzte Woche war ich noch anderer Ansicht und habe die Entwicklung so nicht erwartet.

    Ich habe das alles auch erst mal als Hysterie abgetan und konnte es nicht mehr hören – zumal ich beruflich sehr viel mit diesem Thema zu tun habe da wir in der Industrie und Wirtschaft ja jetzt täglich auf die neue Lage reagieren müssen.

    Aber inzwischen ist mir das Ausmaß und das was bei exponentieller Steigerung der Ausbreitung auf uns zu kommt.

    Die getroffenen Maßnahmen sind alle wichtig und richtig. Inzwischen glaube ich dass bei der Bevölkerung der Grund dafür und auch der Sinn von allem verstanden wird.

    Bleibt gesund!

  92. Hallo zusammen,

    erstmal großes Lob für euren Podcast, höre euch immer wieder gerne zu!

    Persönliche Erfahrung zum Nahverkehr: Ich hatte bei uns angefragt, ob es eine kulante Erstattung des Ticketpreises gibt, wenn ich als Pendler (30km Entfernung zum Arbeitsplatz) mein laufendes Abo wegen der aktuellen Situation ruhen lasse und meinen Transport auf eigene Kosten organisiere. Geht natürlich nicht. Ich wurde auf die Kündigungsmöglichkeit zu Ende April hingewiesen, und so groß sei die Gefahr auch nicht.

    Ich würde es begrüßen, wenn die Nahverkehrsunternehmen ihre Politik an der Stelle nochmal überdenken.

    Viele Grüße!

  93. Ich hoffe, es wird am Ende auch diskutiert, dass unser Gesundheitsminister in der entscheidenden Phase leider mit seinen Karriereplänen beschäftigt und entsprechend abgelenkt war.

    Hinzu kam eine CDU, die sich mal wieder mit sich selbst beschäftigt, fahrlässige Fehler gegenüber der AfD macht und beim Thema Gesundheit sowieso standardmäßig das Wohl der Wirtschaft über das der Bevölkerung stellt.

    Den Karneval ungehindert stattfinden zu lassen, nicht einmal ernsthaft zu warnen, und auch Flughäfen noch offen gehalten zu haben, ohne Einreiseverbote, das alles war fahrlässig.

    Denkt Euch euren Teil. Ich habe fertig.

  94. Hallo ihr,

    Hier auch ein Kommentar. Ich habe mir diese Studie auch abgeschaut, auf Grund derer schon viel mehr infiziert sind. Das ist sicherlich richtig und man kann immer nur einen Bruchteil diagnostizieren. Aber (!) ein wichtiger Punkt, ist, wenn so viele Personen nicht entdeckt werden, spricht dass dafür, dass die Mortalität deutlich geringer ist.

  95. Hallo, in Nds sind die Schulen zwar für Kinder geschlossen, für Bedienstete besteht weiterhin Anwesenheitspflicht. Und zwar nicht (allein) für die Betreuung der Notgruppen. Wir sollen Konzepte schreiben, Arbeitspläne und erledigen, was im tgl Geschäft liegen bleibt.

    • In Schleswig-Holstein sieht das genau so aus – für mich unverständlich! Sozialkontakte sollen, wenn möglich, vermieden werden und wir Lehrer sollen uns in eine leere Schule setzen. Mein Kollegium besteht aus ca. 50 Personen, ich sehe da wenig Sinn…

  96. Hallo,

    kurze Ergänzung zu eurer Rechnung hinsichtlich 20 Verdopplungen bis wir die 3 Millionen-Marke knacken. 20 “mal” 6 Tage sind 120 Tage, was 4 Monaten und nicht 2 Monaten entspricht. Eurer Rechnung nach würde diese Marke somit nicht im Mai sondern im Juli erreicht werden.

    Da aber bereits 10 Verdopplungen reichen um von 3000 auf 3 Mio. zu kommen stimmen eure 2 Monate wieder ;-)

    Grüße
    Thomas

    • Hi, wie auch immer, das ist ja nur über den Daumen gepeilt … es ging uns nur darum zu zeigen, wie schnell man von 3k bei 3000k Infizierten ist.

      • Nur über den Daumen gepeilt triffts wohl nicht ganz. Wir sprächen nach eurer Rechnung von über 3 MILLIARDEN infizierte, nicht Millionen. Ausgehend davon dass es nicht nur infizierte in Deutschland gibt, reicht dieser Zeitraum aus um theoretisch mehrfach die Weltbevölkerung zu infizieren.