LdN169 UK-Wahl, Trump-Impeachment, BMJV-Gesetzesentwurf, Klimakonferenz, Umfrage auswerten

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102 Kommentare

  1. Hallo liebes Lage-Team,

    die Folge war wieder einmal sehr interessant und informativ.

    Beim Thema Impeachment ist für mich inzwischen eine Frage aufgetaucht, die Ihr, glaube ich, noch nicht beleuchtet habt.

    Angenommen das Impeachment-Verfahren endet mit der Amtsenthebung, ist dann eine erneute Kandidatur und Wahl von Donald Trump ausgeschlossen?

    Nach einem Artikel bei Business Insider wohl nicht (Link weiter unten). Der Artikel folgert, dass es eines separaten Beschlusses des Senats bedarf, der dem des Amtes enthobenen Präsidenten bzw. der Präsidentin verbietet das Amt in Zukunft wieder auszuüben. Danach wäre es theoretisch möglich, dass Donald Trump trotz Amtsenthebung weitere vier Jahre im Weißen Haus wäre.

    Ich bin keine Verfassungsexpertin, aber das wirkt sehr merkwürdig. Vielleicht übersehe ich auch etwas.

    Wie seht Ihr das?

    https://www.google.com/amp/s/amp.businessinsider.com/how-trump-could-be-impeached-convicted-but-win-reelection-2020-2019-11

  2. Bzgl. Wahl und den Auswirkungen des verwendeten Wahlsystems gibt es ein beeindruckendes Video in dem ein Wahlergebnis mit vier verschiedenen Methoden ausgewertet wird mit dem Ergebnis, dass je nach Methode jeweils jemand anders gewinnt:

    https://www.youtube.com/watch?v=HoAnYQZrNrQ&fbclid=IwAR2iO5iNHT92UwL7Nu8Vn1BCv0QWjRhboJdlfDDHoFcIv88Lr_APQ-pshDE

  3. Hallo Ulf und Philipp,
    auch wenn das Thema schon eine ganze Weile her ist (Maassen ist zum Glück nicht mehr im Amt), würde mich trotzdem sehr eure Einordnung des Interviews von Markus Lanz mit Maassen von dieser Woche, 17.12., interessieren. Zu finden unter: https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-17-dezember-2019-100.html
    Herr Maassen gelingt es hier, seine menschenverachtende Haltung ziemlich publikumswirksam unter die Leute zu bringen. Euer Kommentar zu der Sendung würde mich sehr interessieren.

  4. Kann mir mal jemand erklären, was am Emissionshandel so toll ist? Für mich hört sich das danach an, dass die sog. Industriestaaten genauso weitermachen wie bisher und sich dafür freikaufen können, indem sie im Globalen Süden Wasserkraftwerke o.ä. bauen. Das ändert doch nichts an dem Problem. Was hat denn zum Klimawandel geführt? Industriealisierung, Kommerz, dass jederzeit alles verfügbar sein muss und das zu einem Spottpreis und in Massen. Und mit Emissionshandel wird nur mal wieder alles auf dem Rücken der Länder im Globalen Süden ausgetragen. Warum lässt man die Länder nicht selbst bestimmen, wie sie gegen den Klimawandel vorgehen und drückt ihnen Wasserkraftwerke oder Solarpanels aufs Auge? Zudem haben diese Länder eine viel geringere Schuld am Klimawandel. Der Globale Norden muss sich ändern, nicht der Gloabe Süden verändert werden (wie man es schon seit 500 Jahren macht!).

    • 20. Dezember 2019 um 17:00 Uhr
      Citizen of Nowhere

      Ich bin deine Meinung auch Angelika. ‘Der Markt’ findet immer einen Weg das globalen Gemeinwohl zu untergraben.

      Leider sind meine Beiträge hier auf irgendeine Gründe nimmer zugelassen.

      Vielleicht ist der Rechtschreibung eines nicht-muttersprachlich-Deutsches nicht zulässig.

      Schade eigentlich – wollte einen Beitrag leisten.

    • Zwei Hauptgründe für die Attraktivität:
      1. Beim Zertifikatehandel kann man exakt die Menge festlegen an Emissionen. Das ist bei CO2 besonders toll, weil man ja relativ gut den gewünschten Temperaturansteig in Grad Celsius zurückrechnen kann auf CO2-Tonnen. Wenn man also die Emissionsmenge richtig berechnet -und natürlich auch alle CO2-Produktion mit berücksichtigt anstatt nur einen Teil- kann man also mit einem ziemlich einfachen Instrument die Gesamtmenge an CO2 und damit auch den Temperaturanstieg politisch regeln. Mit einem CO2-Preis wäre das schwieriger: dazu müsste man ja z.B. exakt richtig abschätzen, um wieviel die Nachfrage zurückgeht, wenn der Preis für das Produkt (aufgrund der auferlegten CO2-Steuer) steigt- und das für alle Produkte. Das ist gar nicht so trivial.
      2. Dadurch dass die Zertifikate gehandelt werden können, ergibt sich ein Effizienzgewinn relativ zur Situation, wo alle gleich einsparen müssten z.B. durch eine gesetzliche Höchstmenge CO2 (pro Land, pro Firma, pro Stück produzierten Gutes, …). Die Idee: an mancher Stelle lässt sich CO2 leichter einsparen als an anderer Stelle und es ist ja sinnvoll, dort zuerst C02 einzusparen, wo es am einfachsten/effizientesten/kostengünstigsten geht.
      Ein Rechenbeispiel: wir wollen 1000 t CO2 einsparen in einem Beispielland und es gibt nur 2 Firmen in dem Beispielland. Könnte man ja sagen, soll jede Firma halt 500t einsparen, jeweils die Hälfte. Aber in der Realität sind Firmen ja nicht identisch und so kann es eben sein, dass 500t einsparen in Firma 1 fast keine Kosten für sie bedeutet (z.B. weil es eine total einfache Alternativtechnologie gibt), sagen wir 200 Euro; während es für Firma 2 wahnsinnig schwer ist, die selbe Menge einzusparen, sagen wir es kostet sie 7000 Euro. Dann wäre es doch sinnvoll, wenn Firma 2 sagt: hey Firma 1, könnt Ihr nicht einfach 1000t einsparen und wir entschädigen Euch dafür? Sagen wir, zur Vereinfachung, das Einsparen der zweiten 500t ist für Firma 1 ein bisschen schwieriger als die ersten 500t- 400 Euro. Damit: wenn Firma 1 die gesamten 1000t einspart, kostet es sie 200 + 400 = 600 Euro, während Firma 2 nichts einsparen muss, aber dafür auch keine Kosten hat. Die gesamte Wirtschaft in unserem Beispielland hat also 600 + 0 = 600 Euro ausgegeben um 1000t einzusparen.
      Als Referenz der Fall wo beide Firmen jeweils 500t einsparen müssten: das würde 200 + 7000 = 7200 Euro an Gesamtkosten für die Wirtschaft bedeuten, für das selbe Ergebnis, nämlich 1000t Einsparung. Also deutlich ineffizienter!
      Bei nur 2 Firmen könnte man sagen: ok Firma 1 und Firma 2 schließen einen Vertrag, wo Firma 2 mindestens soviel an Firma 1 bezahlt, wie die Maßnahme kostet, die zweiten 500t einzusparen (die 400 Euro); wahrscheinlich etwas mehr, weil Firma 1 natürlich sagen kann “Wir zwei Firmen zusammen sparen uns 7200-600 = 6600 Euro an Kosten… lasst uns das mal etwas gleichmäßiger aufteilen :) “. Aber vielen Firmen, vielen Ländern, usw. wird das extrem unübersichtlich und die Erstellung bzw. Durchsetzung von Verträgen kostet Geld für Juristen und Gerichte; da ist es doch viel effizienter, wenn man sich Zertifikate kaufen kann.
      Der Zertifikatspreis spiegelt dann, bei einem funktionierenden Zertifikatemarkt, genau wider, wie teuer es ist, das CO2 einzusparen, denn theoretisch ist ja jede Firma (bei Zertifikatehandel auf Firmenebene) bereit, höchstens soviel für ein Zertifikat für 1 t CO2 zu zahlen, wie es sie kosten würde, durch irgendwelche Maßnahmen das CO2 nicht zu produzieren.
      Klar: schon eingerechnet, dass z.B. das Umstellen der Produktionstechnologie in einer Firma den CO2-Ausstoß nicht nur im aktuellen Jahr, sondern auch in der Zukunft verändert (während Zertifikate man ja jedes Jahr kaufen muss).

      Soweit zur Attraktivität.
      Nach Kritik wurde nicht gefragt. Trotzdem ganz kurz: neben dem obigen Punkt unter 1., dass die Staaten die Zertifikatemenge natürlich richtig bestimmen müssen (Lobbyismus führte da in der Vergangenheit natürlich dazu, dass diese Annahme nicht erfüllt war) und auch “alles CO2” dann ein Zertifikat benötigen (keine Ausnahmen!). Unter 2. sind, implizit, viele Annahmen an perfekte Märkte drin und die sind nicht notwendigerweise gegeben; manche Firmen mögen so riesig sein, dass ihre eigene Nachfrage nach Zertifikaten den Preis beeinflusst (wen s genauer interessiert, mal “Monopson” auf Wikipedia anschauen- das Analogon zum Monopol, nur eben aus Nachfrage- statt aus Angebotssicht). Aber auch dass Firmen problemlos Kredite aufnehmen können, um neue Technologien finanzieren zu können… in der Realität sind aber auch Kapitalmärkte sind nicht perfekt. Auch mögen CEOs & Co. andere Anreize haben als eigentlich wirtschaftlich sinnvoll sind, weswegen Firmen sich nicht rational verhalten. Das nur als Auswahl an Kritikpunkten für dieses ökonomische Modell.
      Trotz berechtigter Kritik kann man aber vielleicht schon sehen, dass Zertifikatehandel zumindest ein Baustein sein kann- zumal er ja vergleichsweise einfach zu installieren ist bzw. jetzt schon existiert, und man durch die jährliche Zertifikatemenge sehr leicht und effektiv eine Stellschraube hat, an der man als (wohlgesinnte) PolitikerIn drehen kann, um CO2-Ziele zu erreichen.

      • Patrick: Aber wenn CO2 einmal in der Atmosphäre ist, dann ist es eben in der Atmosphäre. Da hilft doch auch kein Solarpanelfeld mehr, oder? Also wenn die deutsche Industrie x Tonnen CO2 in die Luft pustet und dafür Solaranlagen in Algerien baut, dann hat man doch nichts gewonnen. Oder übersehe ich da was? Regernerative Energien nehmen ja kein CO2 aus der Atmosphäre, sie verhindern, das mehr in die Atmosphäre geblasen werden würde. Aber eventuell wären Anlagen für regenerative Energien sowieso gebaut worden im Zuge der Bekämpfung des Klimawandels oder weil z.B. Algerien halt eher Sonne als Kohle hat. Ich hab konkret nach dem Beispiel im Podcast gefragt (Deutschland baut in Algerien ein Solarpanelfeld und darf dafür mehr CO2 ausstoßen, als vorhergesehen).

    • Angelika
      CO2 ist nicht einfach so in der Atmosphäre. Es wird ständig freigesetzt und ständig gebunden.

      Der Handel mit Zertifikaten ist – bei allen Mängeln – der einzige Ansatz, tatsächlich marktkonform den Ausstoss zu minimieren. Alternativen? Ich kenne keine.

      Was die Ursachen für die Klimaänderung betrifft, wird in der Debatte immer fein um den Hauptfaktor herumdiskutiert: mit einer Weltbevölkerung von. 4 Milliarden (vor ca 40 Jahren) könnten wir uns global eine Menge Umweltsauereien leisten, die bei demnächst 8 Milliarden einfach nicht mehr drin sind.
      Tendenz? Grausig.
      Auch der globale Süden muss sich ändern. Dringendst.

      Davon wird mit dem pro Kopf CO2-Ausstoss sogar systematisch abgelenkt. Dabei ist der resultierende Flächenbedarf ausgerechnet in tropischen Ländern eine glatte Katastrophe.

      Das Interesse aber, beispielsweise Frauen in Entwicklungsländern auch nur ein Mindestmaß an Selbstbestimmung zu ermöglichen (zB nach dem fünften Kind nicht noch vier weitere bekommen zu müssen), ist politisch gering ausgeprägt.
      Da ginge im Bereich Aufklärung und nicht-hormoneller Verhütung viel mit vergleichsweise wenig Aufwand.

      Es wäre mir nicht bekannt, dass das im Zertifikatehandel anrechenbar wäre. Schade eigentlich, da könnte mittelfristig vielen Menschen geholfen werden.

      • Boris,
        ich finde deinen Kommentar zynisch. Ja, die wachsende Weltbevölkerung ist ein Problem, aber dafür können wir nicht nur die Menschen im Globalen Süden verantwortlich machen. Sie sind es nicht, die sich riesige Flächen erschließen. Du redest von dem Fall “Frau im Globalen Süden hat neun Kinder.” In diesem Fall wird die Familie kein riesiges Anwesen bauen können, noch sich täglich Fleisch gönnen, das mit Soja aus einem Land tausende Kilometer entfernt importiert wurde und auch die Kinder werden im Erwachsenenalter kein Leben mit allzu gtoßem CO2-Fußabdruck führen, da Armut leider unglaublich häufig verebt wird. Außerdem ist die Diskussion über individuelles klimaschädliches Verhalten meiner Meinung nach Augenwischerei – ohne ein individuelles klima- und umweltfreundliches Leben in Abrede stellen zu wollen. Was sich ändern muss, ist das System und dessen Mechanismen.

        • Angelika

          Was genau ist an dem Gedankengang zynisch, dass es eine gute Idee wäre, dass Frauen in Entwicklungsländern über ihre Geburtenrate selber entscheiden sollten und dafür auch CO2-Zertifikatgelder verfügbar sein sollten? Glaubst Du, diese Frauen wollen neun Kinder haben? Meine Quellen aus dem Bereich Gyn/Entwicklungshilfe sagen mir da etwas anderes.

          Was ist daran zynisch, dass Bevölkerungsdruck ein Treiber für Abholzung und Verkarstung ist? Ich wäre froh, wenn es anders wäre – aber meines Wissens wird zb in Lateinamerika viel an Brandrodung von armen Familien betrieben, die sich irgendwie mit Landwirtschaft über Wasser halten.

          Und was ist daran zynisch, dass ein ungebremstes Bevölkerungswachstum diesen Planeten nun mal aus den Angeln hebt? Oder was glaubst Du, passiert, wenn wir 10 Milliarden und mehr Menschen auf diesem Planeten haben? Ein Wunder? Ok. Und dann bei 20 Milliarden?

          Das Totschlagargument „Zynismus“ kommt seltsamerweise immer dann zur Anwendung, wenn der Diskurs zu sehr nach Fragen der Verteilung beschränkter Ressourcen tendiert.
          Allokationsethik ist tatsächlich ein beinhartes und oft schmerzhaftes Thema, an dem man nur bei allem, was man nachhaltig zu regeln anstrebt, nicht vorbeikommt.

          Deswegen stört es mich sehr, wenn die mediale Lautstärke bei Nachhaltigkeitsthemen mit der tatsächlichen Bereitschaft, und Fähigkeit zu wirklichen Änderungen korreliert – und zwar negativ.

          Das sieht man sehr deutlich am Nichtthema Bevölkerungswachstum, aber auch beim Umgang mit beschränkten Ressourcen unserer Gesellschaft hier in D. Denn wenn nicht „irgendwer“ oder „irgendwie wir alle“ bezahlen müssen und obendrein noch Zielkonflikte auftreten, wird es unangenehm.

        • Boris, zynisch ist es, wenn man Menschen wie neunfachen Müttern und armen Bauern im Globalen Süden CO2-Zertifikate verkaufen will. Bei “Entwicklingszusammenarbeit” und Gyn geht es nicht um den Klimawandel, sondern um sexuelle Selbstbestimmung. Bei armen Bauern, die Brandrodungen betreiben steht ein Konzern und unser globales Wirtschaftssystem dahinter. Diese Probleme muss man an den Wurzeln packen, nicht die Symptome bekämpfen.
          Ich bin völlig bei dir, wenn du sagst, dass eine zunehmende Weltbevölkerung ein Problem darstellt. Ich bin auch völlig bei dir, dass beschränkte Ressourcen anders verteilt werden müssen. Aber das sehe ich als Aufgabe der Industrienationen, das ist für mich ganz klar. Denn unser individueller ökologische Fußabdruck ist um ein vielfaches höher als der einer zehnköpfigen Familie im Globalen Süden, nicht zuletzt wegen des Systems, in dem wot leben.

  5. Lieber Philip und lieber Ulf,
    DANKE für ein weiteres Jahr “Lage”, die wir Hörerinnen und Hörer genießen konnten. Ich bin inzwischen das dritte Jahr dabei und es macht nach wie vor großen Spaß mit euch!
    Wollte nur kurz loswerden, wie die “Lage” sogar Einfluss auf meine Freizeitgestaltung nimmt… seit der “Lage live” in Hamburg habe ich eine Messenger-Gruppe mit zwei lieben Freundinnen, die auch in Hamburg dabei waren, und über die wir gemeinsame Aktivitäten in Hamburg organisieren. Name der Gruppe ist seit der “Lage live” schlicht und ergreifend “Die Lage”. Ich habe einfach mal vorausgesetzt, dass die Benutzung des Namens Teil meines Plus-Abos ist ;-)
    Schlicht und ergreifend habt ihr inzwischen Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden, auch weil es (zumindest bei mir) immer wieder Situationen gibt, in denen die Lage “ausführlich und abschließend erörtert” ist.
    Ich bin übrigens nicht unbedingt für einen Jingle, denn Philips “Herzlich willkommen zur Lage der Nation…” und Ulfs “Willkommen zur Lage der Nation” sind für mich persönlich einfach Erkennungszeichen genug.
    Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr für euch und die ganze Community – die Lage wird auch im neuen Jahr wunderbar werden, da bin ich mir sicher!

  6. bitte bitte kontrolliert mal euer Sprechtempo.

    In dieser Ausgabe war es wieder extrem, wie ihr euch gegenseitig hochschaukelt und jeder noch möglichst viele Wörter in möglichst kurzer Zeit unterbringen will.

    Vergleicht mal das Gehaspel zum Thema Passwörter mit der ungenauen, aber umso hektischer rausgehauenen technischen Erklärung mit dem folgenden Abschnitt “Klimakonferenz”.
    Na also – geht doch! Besonders Philip Banse kann durchaus noch ruhig und wohldurchdacht sprechen. Sogar mit kleinen Denkpausen, um dem Zuhörer die Zeit zu geben, Dinge ein wenig sacken zu lassen.

    Bedenkt bitte, dass manche Leute euren Podcast “nebenher” hören. Ob beim Autofahren oder beim Kochen – es hat mir bisher immer große Freude gemacht. Wenn ich mich jetzt bei erhöhter Lautstärke immer 100% konzentrieren muss, um verschluckte Wortenden zu entschlüsseln, macht mich das eher nervös – und das brauche ich nicht.

    Also *bitte* nehmt euch etwas mehr Zeit für eine ruhigere Ausdrucksweise. Vielleicht sogar mal ne Stunde Sprechtraining. Bestimmt werdet ihr dadurch nicht weniger kompetent rüberkommen ;-)

  7. Klimabudgets „Offset“ – oder warum Johnsons Kuchen auch den Klimafreunden viel zu gut schmeckt.

    Nette Geschichte, die Ihr da von dem IT-Unternehmen mit seinem CO2-Offset erzählt. Man scheint dort strategisch nicht durchgreifen zu können und Geld im Überfluss zu haben. Kein Laden, für den ich arbeiten wollen würde.

    Zum einen stellt sich für mich die Frage, wer eigentlich die Nachhaltigkeit derartiger Maßnahmen garantiert. Die Pflanzung eines Bäumchens mag in Luthers Sinne ja schön und gut sein, im Klimabusiness ist nachhaltig aber erst effektiv nachhaltig, wenn das Bäumchen über Jahrzehnte gegen Brand und illegalen Holzschlag gesichert ist. Das kostet ungleich mehr, als symbolträchtig irgendwo einen Setzling zu wässern. Ohne eine auf Jahrzehnte ausgelegte Strategie und entsprechende firmeneigene (!) Ländereien/Stiftungen stehe ich einem reinen Ablasshandel grundsätzlich sehr kritisch gegenüber.
    Ich war über zehn Jahre im Umwelt- und Naturschutz – da habe ich genug Murks gesehen.
    Und man komme mir nicht mit dem soundsovielten Zertifikat und Siegel: Deutscher Plastikmüll, der als Grüner Punkt in Asien entsorgt wird, gilt auch als „recykelt“. Noch Fragen?

    Zum anderen schlägt Firmenkultur und Tradition jede Buchführung. Ja, es würde mich begeistern, für ein Unternehmen zu arbeiten, das konsequent auf Fernwartungen, Videokonferenzen und E-Learning setzt – und so ebenso konsequent darauf verzichtet, Arbeitszeit und Co2 auf der Autobahn zu verpulvern. Nicht das Bäumchenpflanzen hilft auf Dauer, sondern der geschäftliche Vorteil von CO2-Einsparungen.
    Komischerweise höre ich in D wenig von solchen Arbeitsformen wie sie in Schweden schon vor 20 Jahren praktiziert wurden. Warum denn?

    Warum reden die Klima-Lautsprecher nicht einmal ehrlich über zB die realen oder gefühlten datenschutzrechtlichen Hürden, die im IT-Bereich täglich Horden von Experten in die Flieger und auf die Autobahnen treiben?

    Wer wollte, könnte hier viel bewegen.
    Gleiches gilt für eLearning: Akzeptanzproblem schlägt Arbeitszeitvergeudung.
    Das ist bereits jetzt finanziell belegbar, dafür braucht man keinen CO2-Offset. Dennoch muss ich leider für einen beliebigen Workshop, den ich auch von zuhause aus belegen könnte, quer durch die Republik jetten. Gerade bei Spezialthemen ein ökonomischer wie ökologischer Irrsinn.
    Und bitte nein: einen Arbeitstag im Zug oder einen halben mit dem Flieger – da bleibt in der Praxis entweder der Klimagedanke oder die Mitarbeitermotivation auf der Strecke. Denn wenn man Dienstreisen ab 8h/d als unbezahlte Überstunden zu leisten hat…

    Es wird leider in der Klimadebatte viel zu lautstark und global über Dirigismus debattiert – statt einfach mal in Prozessketten einzusteigen, die nach CO2-freundlichen Alternativen geradezu schreien und die Praktiker zu fragen.
    Warum macht das in der Politik keiner?

    Aber – oops – dann müsste man vllt ja am Ende politisch andernorts deregulieren statt zu bestrafen und Vorgaben zu erzwingen. So etwas würde Arbeit – und noch schlimmer: Verantwortung und Zielkonflikte bedeuten. Bürokratieabbau gar. Uhh.

    Boris Johnsons „I am pro having the cake. And I am pro eating it“ ist zwar erkennbarer Schwachsinn. Anders aber argumentieren jene, die meinen, unterschiedliche wichtige Themen „dürfe man nicht gegeneinander ausspielen“ auch nicht: Es läuft eben immer wieder darauf hinaus, dass politische Billigethiker allokationsethische Fragestellungen meiden wie der Teufel das Weihwasser.

    So lange hier der gesunde Menschenverstand dem Ablasshandel untergeordnet wird, wird man auch die „Menschen nicht mitnehmen“ wie es Altmeier ausdrückt, dem ich hier ausnahmsweise beipflichte.

    Ginge man aber an die Prozessketten, identifiziert die Hemmschuhe und schaut, wie man (de)regulatorisch konzertiert von EU bis Länderebene durchgreifen kann, sähe es ganz anders aus.

    Dafür aber kann ich in der Politik noch nicht einmal den Schimmer von Interesse entdecken.
    Stattdessen wird immer mehr Bürokratie aufgebaut, die Produktivität abwürgt.

  8. Ich wollte nur noch einen kleinen Hinweis zu Eurem Thema “IBAN-Recherche” geben. Erst mit Hören der Folge LdN168 wurde mir bewusst, dass ich bei mir in der Firma schon mal ein ähnliches Problem hatte.
    Es kam bei uns nach einiger Zeit der Recherche heraus, dass unsere Bank, die das Geld empfangen sollte, nicht korrekt mit den Überweisungen anderer Banken umgehen konnte, wenn es sich um “Instant Payments” (Echtzeitüberweisungen) handelte. Die Kunden bekamen beim Absenden der Überweisung auch nur Meldungen, mit denen man nicht wirklich etwas anfangen konnte. Und auch bei uns waren die Sparkassenkunden in der Mehrzahl, was einerseits sicherlich an der großen Masse liegt, aber andererseits auch daran, dass die Sparkassen das Thema “Instant Payment” frühzeitig forciert und ihren Kunden angeboten haben.
    Bei uns trat der Fall nur deshalb auf, weil unsere Kunden auf virtuelle IBANs gezahlt haben, die wir ihnen zugewiesen haben. Dies sind IBANs, die alle auf dasselbe Konto zeigen. Nur in dieser Konstellation von “Instant Payments” und “virtuellen IBANs” trat das Problem auf.
    Ich habe nun gelesen, dass Eure niederländische Bank ggf. einen ähnlichen Service anbietet. (“Mehrere IBANs”). Vielleicht recherchiert Ihr noch mal in diese Richtung. Möglicherweise seht Ihr auf den Screenshot der Spender, bei denen die Überweisung nicht geklappt hat, ob es sich häufig um so eine Echtzeitüberweisung handelt. Ich hoffe, dies hilft. VG

  9. Hallo,

    Ihr fragt “Sieht man nicht eigentlich an dem unzureichenden Klimapaket der Bundesregierung beispielhaft, dass es in der Demokratie eigentlich nicht so richtig funktioniert, langfristige Ziele […] umzusetzen […] weil man damit eben kurzfristig keine Wählerstimmen gewinnen kann”.
    Verzeiht mir meine Kleinlichkeit hier, im Prinzip stimme ich eurer impliziten These (dass es da ein Problem gibt) zu, was mir nicht gefällt ist das “in der Demokratie”.

    Mit dieser Formulierung hinterfragt ihr das Konzept Demokratie als solches und das ist ein Muster, das ich in privaten Gesprächen auch immer wieder höre. Dass Demokratie ja nicht wirklich so gut funktioniert, wie man an der Klimapolitik sieht.

    Man sieht an dem unzureichenden Klimapaket _nicht_, dass es in der Demokratie nicht so richtig funktioniert […]. Man sieht an dem unzureichenden Klimapaket, dass es in _unserer_ Demokratie nicht funktioniert und diesen Unterschied halte ich für fundamental. Denn ersteres impliziert, dass wir vielleicht doch ein bisschen _weniger_ Demokratie brauchen, während letzteres impliziert, dass wir eine _andere_ (vielleicht auch gerade _mehr_) Demokratie brauchen.

    Wenn mehr Demokratie Volksentscheide a la AfD bedeutet, dann glaube ich auch nicht, dass das zu längerfristigem Denken in der Politik führen kann. Aber es gibt durchaus Konzepte, die es vermögen, die scheinbar widersprüchlichen Probleme der Überrepresentation von Unternehmensinteressen _und_ der übermäßigen Furcht, Wähler zu verlieren, gleichzeitig anzugehen. Als Stichworte fallen mir ein deliberative Demokratie, BürgerInnenversammlungen, Losverfahren, die irische Verfassungsreform von 2015 und die Arbeiten von Hubertus Buchstein.

    Und weil ihr das gerade im Kontext von Klimapolitik ansprecht: Aus genau diesem Grund ist die einzige konkrete Forderung der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion (Transparenzhinweis: ich bin — und zwar u.a. wegen dieser Forderung — selbst bei XR aktiv), die Einberufung von gelosten BürgerInnengremien, die anstelle von “Expertenkommissionen” (aber natürlich mit breitem und umfangreichen Input aus Wissenschaft und Politik) Klimaschutzmaßnahmen beschließen sollen.

    Zum Schluss noch: Das ist mein erster Kommentar hier und ich schreibe, was mir nicht gefallen hat. Ich sollte nicht unerwähnt lassen, dass das ein Detail ist und es in ich weiß nicht wie vielen Folgen nichts gab, das ich (negativ) zu kritisieren gehabt hätte. Tausend Dank für die Lage, ich empfinde euren Podcast als eine der seriösesten Nachrichtenquellen, die ich kenne, auch _weil_ ihr nicht versucht, neutral zu sein, sondern stattdessen Meinungen und Tendenzen offen benennt und reflektiert.

    • Rudi

      Es interessiert mich, wie bei XR mit der Frage umgegangen wird, wer bei gelosten Räten eigentlich die Berater dieser hypothetischen Räte legitimieren will.

      Wer sich in komplexe Themen nicht einarbeiten kann oder gar will, wird unweigerlich darauf zurückfallen, seine Meinung überwiegend durch googeln, Wikipedia und die gängige Meinung der Tagespresse zu ermitteln oder „decision by default“ zu betreiben.

      Der Filter von „Checks&Balances“, der politisches Handeln zwar oft erschwert, aber immer wieder Unheil vermeidet, würde bei gelosten Räten entfallen und einer grotesk verflachten tagespolitischen Entscheidungsfindung ohne Konsequenzen für die Entscheider Platz machen.

      Was direktere Formen von Demokratie angeht, kann man viel von der Schweiz lernen. Wer die Schweiz etwas kennt, weiß, dass direkte Demokratie dort nur funktioniert, weil es eine starke nationale Kultur der Konsensorientierung und gegenseitigen Achtung gibt.

      Was bei uns oder den Briten an Bürgerbeteiligung betrieben wird, ist für einen Schweizer eine unfassbare Barbarei. Da muss man nicht erst den Schwachsinn des Brexit bemühen: Berlin hat zwar brüllende Wohnungsnot, aber ein ganzes Stadtviertel, auf dem nur Rasen wächst. Die Bürgerinitiative und die Behörden haben sich über die Bebauung von Tempelhof solange gestritten, bis alle Seiten unzufrieden waren und ein Volksentscheid eine Bebauung untersagt hat. Mahlzeit.

      Wie will XR solche Dynamiken unterbinden und wer von den Leuten, die diesen Umsturz unserer Republik vertreten, haben eigentlich real existierende Gremienerfahrung (also nicht Stupa, sondern in der richtigen Politik)?

      • > Es interessiert mich, wie bei XR mit der Frage umgegangen wird, wer bei gelosten Räten eigentlich die Berater dieser hypothetischen Räte legitimieren will.

        Das ist eine wichtige Frage, mit der der Erfolg eines solchen Gremiums steht und fällt. Es ist die selbe Problematik, die sich auch bei der Zusammenstellung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages (WD) und bei der Zusammenstellung von Expertenkommissionen stellt. Zumindest für den Anfang würde man die Beratungsgremien wohl ähnlich auswählen, wie heute die WD und/oder Expertenkommissionen. Sprich die gewählten Volksvertreter (Regierung und/oder Parlament) würden die Berater auswählen und damit legitimieren.

        > Wer sich in komplexe Themen nicht einarbeiten kann oder gar will, wird unweigerlich darauf zurückfallen, seine Meinung überwiegend durch googeln, Wikipedia und die gängige Meinung der Tagespresse zu ermitteln oder „decision by default“ zu betreiben.

        Richtig. Wer sich in die Themen nicht einarbeiten kann oder will, wird tagelang in Sitzungen rumgammeln ohne sich Gedanken zu machen, Gespräche über die Sachthemen führen ohne seine Meinung zu hinterfragen und letztlich für das stimmen was er oder sie vorher schon dachte. Jetzt vergleiche man das mit Volksentscheiden oder Wahlen. Da ist das eben beschriebene beinahe schon der Idealfall. Der häufigste Fall dürfte sein, dass mensch wählen geht und sich vorher weniger als eine Stunde tatsächlich mit der Materie beschäftigt hat. Das ist auch kein Vorwurf an irgendjemaden, die wenigsten haben die Zeit, sich intensiv mit Politik zu beschäftigen. Letztlich sind aber selbst die schlechtest informierten in einer BürgerInnenversammlung wesentlich besser informiert, als die schlecht informierten Wähler bei einem Volksentscheid.

        Hinzu kommt ein zweiter Aspekt. Eine BürgerInnenversammlung erzwingt Deliberation. Sie verlangt von den Teilnehmern, dass sie mit politisch andersdenkenden diskutieren und Meinungen austauschen. Und dieser Prozess ist das Herz des Verfahrens, der erwiesenermaßen zu konsensorientiertem Denken statt Polarisierung führt.

        > Wer die Schweiz etwas kennt, weiß, dass direkte Demokratie dort nur funktioniert, weil es eine starke nationale Kultur der Konsensorientierung und gegenseitigen Achtung gibt.

        Das ist ein richtiger und wichtiger Punkt. Deswegen ja BürgerInnenversammlungen :) Denn die selbe Kultur der Konsensorientierung und gegenseitiger Achtung kriegt man durch direkte (u.U. professionell moderierte) Kommunikation (Deliberation) hin. Dass dem so ist, ist wissenschaftlich vielfach untersucht und bestätigt.

        > Der Filter von „Checks&Balances“, der politisches Handeln zwar oft erschwert, aber immer wieder Unheil vermeidet, würde bei gelosten Räten entfallen und einer grotesk verflachten tagespolitischen Entscheidungsfindung ohne Konsequenzen für die Entscheider Platz machen.

        Wo nimmst du diese Annahme her? Dieses Risiko würde wohl bestehen, wenn man die bestehende parlamentarische Demokratie durch geloste BürgerInnenräte _ersetzen_ würde. Ich habe noch kein ernstzunehmendes Konzept gesehen, das fordern würde, die gewählten Parlamente abzuschaffen. Stattdessen geht es immer darum, das parlamentarische System zu _ergänzen_. Weder in der Variante, die von XR anvisiert wird, noch in den Konzepten des Bürgerrates Demokratie, nicht in der Konzeption aus Irland oder der aus Frankreich treffen BürgerInnenräte Entscheidungen ohne Einbindung des Parlamentes.

        > Was bei uns oder den Briten an Bürgerbeteiligung betrieben wird, ist für einen Schweizer eine unfassbare Barbarei. Da muss man nicht erst den Schwachsinn des Brexit bemühen: Berlin hat zwar brüllende Wohnungsnot, aber ein ganzes Stadtviertel, auf dem nur Rasen wächst. Die Bürgerinitiative und die Behörden haben sich über die Bebauung von Tempelhof solange gestritten, bis alle Seiten unzufrieden waren und ein Volksentscheid eine Bebauung untersagt hat. Mahlzeit.

        Dem stimme ich zu. Deswegen ja BürgerInnenversammlungen und nicht einfach Volksentscheide ;)

        > Wie will XR solche Dynamiken unterbinden
        Erstens Deliberation (wie oben beschrieben), zweitens Gewaltenteilung aka. “Checks&Balances” (wie oben beschrieben).

        und wer von den Leuten, die diesen Umsturz unserer Republik vertreten, haben eigentlich real existierende Gremienerfahrung (also nicht Stupa, sondern in der richtigen Politik)?

        XR vertritt keinen Umsturz unserer Republik, damit ist nach Aussagelogik die korrekte Antwort auf diese Frage: Alle. :)
        Unabhängig davon haben die Professor*en der Politikwissenschaft, die diese Konzepte in den letzten 50+ Jahren entwickelt und umfangreich diskutiert haben, sehr viel Verständnis und Erfahrung für und mit politischen Gremien. :)

        Ich hoffe meine Antwort kommt nicht zu rasend rüber, danke für die Diskussion :)

  10. 19. Dezember 2019 um 7:16 Uhr
    Charlotte Horstmann

    Nur eine kurze Info, falls ihr irgendwann nochmal die Bank wechseln müsst: schaut euch doch mal die GLS Bank an. Eine Bank, die in soziale und ökologische Projekte investiert.

    • Die GLS kenne ich von der GFF … leider sind die inzwischen bei einem Banken-Rechenzentrum, das für uns wesentliche Funktionen nicht unterstützt, nämlich die sogenannte Sammlerauflösung. Dass die GLS zu diesem Rechenzentrum gewechselt ist, hat mich Tage meines Lebens gekostet, um die EDV der GFF umzustellen, und bis heute haben wir deswegen Mehrarbeit. Dieser Wechsel des IT-Dienstleisters mit Wegfall wichtiger Funktionen war einfach ein brutales Foul der GLS, über das ich bisher nicht hinweg bin. Jdf. solange die ihre Hausaufgaben nicht machen werde ich dort sicher nicht freiwillig ein neues Konto eröffnen.

  11. 18. Dezember 2019 um 16:13 Uhr
    Citizen of Nowhere

    Gute Analyse aus der britischen Labour Party, warum sie bei den Parlamentswahlen in Großbritannien gescheitert ist.

    https://www.paulmason.org/wp-content/uploads/2019/12/After-Corbynism-v1.4.pdf

    TL;DR:

    1. Die falsche Strategie in Bezug auf Brexit von einer kleinen, aber mächtigen Gruppe von Lexiteers um Jeremy Corbyn. (Lexiteer = Diejenigen, die die EU verlassen wollen, weil sie unverbesserlich ein “kapitalistischer Verein” ist.)

    2. Die Brexit-Partei beschloss, nur in Wahlkreisen zu stehen, in denen die Labour-Partei den Sitz hatte, zum Vorteil der Tories.

    3. Die Unbeliebtheit von Corbyn, zum Teil aufgrund seiner Doppeldeutigkeit bei Brexit.

  12. Ich schätze eure Sendung sehr und mag insbesondere die Tiefe und Klarheit mit der ihr innenpolitische Themen besprecht. Bei außenpolitischen bzw. internationalen Themen stößt mir allerdings manchmal die Naivität auf mit der ihr den liberalen Eliten begegnet. Insbesondere die Berichterstattung zu den Impeachment-Versuchen in den USA gegen Trump kratzen doch sehr an der Oberfläche. Ich bin alles andere als ein Trump-Anhänger, aber das bisherige Scheitern der Impeachment-Bemühungen geht nicht nur auf fehlende Mehrheiten, sondern auch auf fehlende Beweise zurück. Darüber hinaus sind die Interessen des Partei-Establishments der Demokraten alles andere als nur hehre Anliegen. Es ging und geht nicht zuletzt auch immer darum Führungsfiguren wie Clinton und Biden durch relativ wage Verschwörungstheorien aus der Schussbahn zu nehmen. So wurde aus der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton “Russiagate” und aus dem Postengeschacher um Joe Bidens Sohn “Ukrainegate”. Es gibt hunderte Gründe Trump aus dem Amt zu jagen. Im besten Fall schafft man es ohne sich vor eine Kriegstreiberin und einen korrupten Multimillionär zu stellen.

    Lesenswerte Artikel schreibt Aaron Maté in der Le Monde Diplomatique:
    Ukrainegate (11/2019): https://mondediplo.com/2019/11/03ukrainegate
    Russiagate (5/2019): https://monde-diplomatique.de/artikel/!5591747

  13. PIN & PUK
    Ich sagt: “wer nutzt denn heute schon noch PIN & PUK, es gibt ja zig andere Maßnahmen die besser sin…”

    Dazu möchte ich einwerfen, dass der PIN ja im allgemeinen die SIM-Karte schützt, nicht das Gerät. Wenn ihr also euer mit Fingerabdruck, Face-ID und 100-stelligen Passwort geschütztes Gerät verliert, kann zwar ein unehrlicher Finder nicht eure Nackselfies auf dem Gerät anschauen, aber man kann die SIM-Karte rausnehmen und dann in einem Billogerät einsetzen, um damit 10 h lang eine Erotik-Service-Nummer anrufen – auf eure Rechnung.
    Daher hat die PIN schon noch eine Berechitung (zumindest solange es noch eine physische Karte ist)

  14. Hallo und guten Morgen,

    mal fernab der aktuellen Folge habe ich einen Nachtrag zu einer höchstwahrscheinlich wesentlich älteren Folge.
    Als ich diesen Beitrag heute fand, https://www.com-magazin.de/news/digitalisierung/bahn-oeffnet-glasfasernetz-mobilfunkanbieter-2416152.html, musste ich gleich an Euch denken und hab mich gefragt, ob die DB Eure Idee einfach geklaut hat. ;-)

    Zum Thema “zu schnell sprechen”, ist mir beim Podcast hören nicht so sehr aufgefallen, aber als Ulf bei Maybrit Illner war, da ist es mir aufgefallen!
    Ich kam mit dem Denke gar nicht so schnell hinterher, wie er fehlerfrei sprach. :)

    Ansonsten freu ich mich auf die Lage Live in Köln!

    In diesem Sinne schon mal schöne Feiertage.

    • Illner ist halt extrem … die wollen von dem Gast auf der sogenannten Außenposition in wenigen Sekunden irre komplexe Themen erläutert haben. Tut mir leid, wenn ich da ein wenig viel Gas gegeben habe.

  15. Kapitelmarker – ich benutze sie nicht oft, freue mich aber sehr dass sie da sind!

  16. Hey ihr beiden,
    falls das mit den Kapitelmarken in meiner Umfrage falsch rübergekommen ist ..
    Ja, selten benötigt (wann hört man eine Folge schon doppelt), aber wenn nötig auch extrem sinnvoll. ;-)

    Beispiel:
    Diskussion bei bekannten zu Thema X vor 2 Wochen. Man bekommt die Details nicht auf die Kette und spielt deshalb eure 5-10 Minuten einmal ab.

    Eine (manuelle) Suche wäre hier unglaublich hinderlich ..
    .. deshalb, DANKE fur die Kapitelmarken :)

    LG Dominik

    • Hallo in die Runde,
      schließe mich Dominik an. Möchte man nochmal was nachhören, weil man nicht so aufmerksam war, oder vielleicht sogar eingeschlafen sein sollte (wenn es nicht anders geht, höre ich euch auch im Bett) sind die Kapitelmarken sehr nützlich.

      Danke dafür und das gesamte Lage-Jahr 2019

      VG
      Matthias

  17. Liebes Lage-Team,

    ich finde die Kapitelmarken sehr hilfreich. Ich nutze diese als Lehrer gelegentlich für meinen Leistungskurs-Unterricht (Geografie) in unserer wöchentlichen Rubrik “News der Woche”. Durch die Kapitelmarken lässt sich die passende Stelle via Smartboard schnell finden.
    Danke also für diese Option!

  18. Vielleicht sollte man einmal die gesamtgesellschaftliche Dimension des Klimawandels mit in die Diskussionen einbeziehen. Arbeitsplätze hin oder her – die Solarindustrie war vor ein paar Jahren durch falsche Anreizsysteme völlig überzüchtet und ist auch wieder zusammen gebrochen.
    Die durch den Klimawandel verursachten Hitzewellen töten nachweislich Menschen und zwar nicht in Subsahara, sondern genauso unter uns. 2003 in Frankreich, 2018 und 2019 ebenfalls in Teilen Deutschlands.
    https://www.researchgate.net/publication/7270752_The_2003_Heat_Wave_in_France_Dangerous_Climate_Change_Here_and_Now
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103743/Sommerhitze-2018-forderte-Todesfaelle-in-Berlin-und-Hessen
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/211001/Klimawandel-Ernstfall-fuer-die-Gesundheit

    Regionale Verschmutzung durch Feinstaub etc ist eine weitere negative Externalität, die minimiert gehört.
    https://www.atsjournals.org/doi/10.1513/AnnalsATS.201907-538CME

  19. Wollt ihr euch nicht mal ausführlich des Themas Unabhängigkeit in der Forschung annehmen?

    Der Fall des Facebook-Instituts in München ist wirklich krass: https://www.heise.de/tp/features/Ein-unbeschraenktes-Forschungsgeschenk-von-Facebook-an-die-TU-Muenchen-4616481.html

    siehe auch
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/wirtschaftsethiker-zu-handel-und-moral-die-deutsche.1008.de.html?dram:article_id=430917

    https://www.deutschlandfunk.de/billigprodukte-im-black-friday-sale-niemand-wird.694.de.html?dram:article_id=464611

    Es wäre SO WICHTIG, dass hier mehr Druck gemacht wird, weil etwas ganz grundlegend falsch läuft derzeit. Wenn man schon einen gekauften Diskurs schafft, wie in den USA, dann soll er sich wenigstens nicht das Mäntelchen der universitären Forschung umhängen dürfen. In Politik und Medien fehlt das Problembewusstsein weitgehend, siehe auch Anwesenheit von StMin Bär bei der Eröffnung des FB-Instituts https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-tu-finanzierung-facebook-1.4723566 Siehe auch das HIIG in Berlin. Entscheidend natürlich, wie genau die Förderung aussieht; aber es ist schon auch ein ganz generelles Problem…

  20. Ein Kommentar zu den IP/Ports. Normalerweise wird den Kunden sogenannte Port-Ranges zugewiesen, d.h. gleich ein Block mehrerer Port einer IP Adresse. Abhängig davon wie groß man einen solchen Block wählt, desto weniger Datenbankeinträge hat man. Mit einer relativ kleinen Blockgröße von 50 Ports hat man pro Kunde pro Tag ca 25-50 Datenbankeinträge. Wenn man die Blockgröße erhöht, z.B. auf 500 Ports, dann verringern sich entsprechend die Datenbankeinträge, allerdings ist die Überbuchung einer IP dann nicht mehr zu effizient (65000/500 = 130 Kunden pro IP).
    In jedem Fall ist eure Aussage mit mehreren 10000 Datenbankeinträgen pro Kunde pro Tag nicht korrekt.
    Viele Grüße
    Marco

  21. Ich hätte mitgemacht wenn das Formular nicht bei Google liegen würde. Es gibt freie Alternativen wie Framapad / Framacalc.

  22. Hallo 2 Fragen stellen sich mir immer wieder:

    1. wenn sich beide Länder z.b. einen solarpark in Algerien anrechnen lassen können, in welchem Staat würde es denn dann noch eigene Projekte geben? Würde dann nicht z.b. gleichzeitig Frankreich Windräder in Deutschland bauen und umgekehrt um sich das dann doppelt anrechnen lassen zu können…?
    2. es wird ja immer dee co2 Ausstoß von 1990 genommen. Aber waren da nicht die ganzen umweltunfreundlichen DDR-Fabriken noch in Betrieb welche dann bald abgewickelt wurden? D.h. wäre nicht ein Vergleich mit z.b. 1995 viel realistischer? Und “bereinigt” müsste doch auch Outsourcing (z.b. nach polen) beachtet werden, oder?

  23. Moin,

    zu den Zahlen der Umfrage:
    Mich würde schon der Grund für die Diskrepanz zwischen Netto und Brutto Teilnehmer interessieren.
    Ich habe gehört, dass bei vielen Umfragen die Antworten nicht ausgewertet werden, wenn nicht alle Fragen beantwortet werden. Aus diesem Grund nehme ich normalerweise nicht an Umfragen teil und habe bei euch eine Ausnahme gemacht. Es gibt Fragen, die ich nicht beantworten will, die aber häufig gestellt werden ( Einkommen oder Geschlecht) daher ist es dann Zeitverschwendung an Umfragen teilzunehmen. Gerade durch die Antwortmöglichkeiten bei der geschlechter Frage werden viele Menschen geskippt haben und dies könnte die Diskrepanz erklären.

    • Na ja, solche Digne wie Geschlecht (ja, hier hat die Option “divers” gefehlt und dafür hat Ulf sich ja auch entschuldigt) und Einkommen sind eben wichtig, um eine Umfrage gut auszuwerten. Denn dann kann man sich ja bei der Auswertung z.B. fragen: Wie können wir attraktiver für Frauen* und Niedrigverdiener*innen werden?

  24. 16. Dezember 2019 um 20:27 Uhr
    Heinz Grafenstein

    Moin,

    Kurze Rückmeldung: Ich nutze Overcast und schätze die Organisation der Lage (Kapitelmarken, Bilder, Quellen, etc.) sehr. Höre in verschieden Sprachen verschiedene Podcasts und kein Podcast ist in diesem Punkt so gut wie ihr es seid.

    Diese Lage war wie immer ein Genuss, durfte auch Lachen bei der Anekdote über das Konto der Bundesrepublik Deutschland, gibt es dazu ein Podcast oder eine Radiosendung zum nachhören?

    Grüße und eine besinnliche Weihnachtszeit.

  25. “Eine Brexiteerin heiraten?
    Das wäre ja völlig absurd!
    Wer stellt solche Fragen?
    Hier wäre das ja eine AFDlerin.”
    So dachte ich.
    Dank euch kommt die Selbsterkenntnis auch mal Sonntagnachmittags beim Geschirr spülen.
    Es sind gar nicht immer irgendwelche bedauernswerte andere Leute, die von einem völlig irrationalen Stammesdenken
    gesteuert werden.
    Vielen Dank, liebe Lage.

    • sorry, Michael, für den Brexit zu sein ist dumm, aber nicht undemokratisch oder sonstwie verwerflich. AfD auch nur zu wählen ist auch dumm, aber darüber hinaus undemokratisch und menschenverachtend.

  26. Die Passwortherausgabe kann man vermutlich einfach lösen: Als Betreiber speichert man einfach zwei Passwörter, bzw. setzt ein zweites (oder n-tes) Passwort wenn die Behörden anklopfen. So muss man nichts ungehasht speichern.
    Allerdings stellt sich dann die Frage warum überhaupt der Aufwand – Ermittlungsbehörden bekommen doch so oder so die Daten hinter dem Account.

    • Es geht viel einfacher mit asymmetrischer Verschlüsselung: Man generiere einfach ein Schlüsselpaar, den einen Schlüssel erhält der Dienstanbieter, den anderen das BKA. Der Dienstanbieter verschlüsselt nun bei der Erstanmeldung das Passwort mit seinem Schlüssel und speichert das Ergebnis als “Hash” ab. Bei jeder zukünftigen Anmeldung verschlüsselt er wieder das eingegebene Passwort und vergleicht das Ergebnis mit dem gespeicherten Wert. Wenn nun das BKA das Passwort haben will, fordert es einfach vom Diensteanbieter den “Hash” an und entschlüsselt ihn ganz locker mit seinem Schlüssel.
      Es geht technisch also sehr wohl und Herr Buermeyer hat wohl nicht weit genug gedacht, die Creme von BMJV aber schon?
      Ein bisschen Orwell wäre das ganze aber schon ….

  27. Danke für dieses epochale Erklärbeispiel mit “Apfel” und “Lattenzaun 123”! Abgesehen vom Unterhaltungswert habe ich das System jetzt grob verstanden und werde das nie wieder vergessen. :-)

    Überragend und wichtig fand ich euren Gedanken hinsichtlich der vorweggenommenen Einwände gegen von der Leyens Green Deal. Also den Hinweis darauf, dass manche unter dem Deal “zu leiden” hätten – die meisten hätten vermutlich einfach “zu verzichten” -, dass aber kein Deal das Leid / die Nachteile einfach nur an anderer Stelle hervorbringen wird.
    Dazu als Ergänzung eine wärmste Leseempfehlung: Teresa Bückers Kolumne im SZ-Magazin vom 11.12. stellt die Frage: “Ist es radikal, auf nichts verzichten zu wollen?” Darin finden sich so kluge Passagen wie diese hier:
    “Auf nichts verzichten zu wollen ist ohnehin schon eine Idee, die nur von Menschen so vehement vertreten werden kann, die die Wahl haben. Für die allermeisten Menschen auf dieser Welt ist es hingegen ganz normal, dass sie von den Dingen, die sie hilfreich, hübsch und angenehm finden, eher träumen als sie jemals zu bekommen. So ist der Ausspruch »Ich will nicht verzichten« vor allem trotzig und verweigert die Erkenntnis, dass nur der verzichten kann, der ohnehin viel hat. Das Privileg, genug Geld zu haben, kommt nun mit dem Nachteil, sich als Erstes verändern zu müssen.”
    https://sz-magazin.sueddeutsche.de/freie-radikale-die-ideenkolumne/teresa-buecker-kolumne-verzicht-88138

    P.S.: Wann kommt ihr wieder zur Lage Live nach Hamburg? :-)

    • Madeleine
      Verzicht einseitig zu erzwingen und die Weltklima-Hoffnung zu hegen, am deutschen Wesen würde hernach die Welt genesen, ist weder nachhaltig noch kurzfristig realistisch. Ich habe zehn Jahre im Umwelt- und Naturschutz zugebracht und kenne daher die Grenzen kurzsichtig-moralgetriebener Kampagnen ganz gut.

      Mir graust davor, was an der Wahlurne passiert, wenn sich grosse Teile der Bevölkerung sich in fünf oder zehn Jahren mehrfach betrogen sehen: Weder haben ihre Opfer dann etwas am globalen CO2-Output geändert, noch ist unser Sozialsystem ob verschlechterter Wirtschaftslage noch zu halten, dafür aber ersticken wir zusehends in Bürokratie. Einzelne Ereignise können in solchen Situationen erdrutschartige Gegenreaktionen bewirken, die dann hinterher wieder keiner hatte kommen sehen. Vgl Morbus trump oder das Brexitsyndrom, das ist die gleiche Dynamik. Je länger Probleme kaschiert werden, desto Potential.

      Wenn die Moralargumentation nicht bald auch Grenzen aufzeigt, wieviel Opfer denn auch mal „genug“ ist, werden hohe gesellschaftliche Kosten auf uns zukommen.
      Zumal es jetzt schon genug Stimmen gibt, die sich – im Namen der guten Sache – über der Rechtsprechung sehen. Und nein, diesen Leuten wird nichts je genug sein.

      Wir werden auf viel verzichten müssen, wenn das so weiterläuft. Aber nicht nur finanziell.

  28. Bitte vermeidet, “hard brexit” als Synonym für einen Austritt ohne Abkommen zu verwenden.

    Ein “soft brexit” würde noch im Binnenmarkt oder der Zollunion bleiben (z.B. “Norway plus”).
    Johnson’s Deal ist (genau wie Theresa May’s Deal) schon an sich ein harter Brexit, da er die Zollunion UND den Binnenmarkt verläßt.

    Ein Austritt ohne Abkommen ist nochmal um diverse Größenordnungen härter, daher gilt es hier zu differenzieren.
    Eingebürgert hat sich hier der Begriff “No Deal”, finde ihn sehr auf den Punkt und eingängig und auch für Deutsche i.d.R. direkt verständlich.

    • 18. Dezember 2019 um 16:36 Uhr
      Citizen of Nowhere

      Richtig.

      ‘No Deal’ ist nicht mehr möglich, weil mindestens das ‘Withdrawal Agreement’ umgesetzt wird.

      Aber es ist schon möglich das der Unvereinigten Königreich ende 2020 ohne Handelsvertrag wegsoltzieren könnte. Das wäre ein schon hartes Brexit!

    • 20. Dezember 2019 um 17:04 Uhr
      Citizen of Nowhere

      Übrigens mittlerweile alle ersten Anzeichen von der Herr Johnson richtet sich auf einen ziemlich harten Brexit.

      Johnson wandelt den Tory Party zu einem Art Anglo-Orbánismus.

  29. Hey Lage,

    Zum Thema Kapitelmarken möchte ich nur kurz anmelden, dass diese zum Nachhören einzelner Themen sehr hilfreich sind. Gerade wenn man den Podcast (nur) nebenbei hört, ist es doch manchmal gut, falls man noch einmal zu einem Thema zurück springen kann. Kapitelmarken ersparen, mir zumindest, das elendige hin und herscrollen. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass Podcasts über Spotify gehört werden und nicht über einen geeigneten Podcatcher. Spotify bietet keine geeignete Möglichkeit an Kapitelmarken zu nutzen. Würde mich freuen, wenn ihr die Marken trotz eurer Umfrage beibehaltet.

    Gruß
    Luk

  30. Was haben Ermittlungsbehörden eigendlich von der PIN und PUK? Telefonieren wollen sie bestimmt nicht damit.

  31. Hi,

    ich fände es cool als + Abonnent einen “werbefreien Sendung only feed” zu haben. Sprich ohne Pre-/Postshow.

    • Danke für die Anregung, allerdings ist das Handling der beiden Versionen ohnehin schon eine Menge Aufwand … eine dritte Version ist daher wohl fürs Erste nicht drin, denke ich.

    • Die Überlegungen zur langfristigen Ausrichtung von Demokratie fand ich schwach und tendenziell gefährlich. Ich möchte euch nichts unterstellen, aber mit der Frage nach der Lösungskapazität der Demokratie und der Überlegung, dass die nur noch mittelbare (also weniger!) Demokratie vielleicht gar nicht schlecht sei, begebt ihr euch meines Erachtens auf ganz dünnes Eis. Welches nicht-demokratische System hat denn bisher welches langfristige Problem besser gelöst als ein demokratisches System? China heutzutage etwa? Der Sozialismus? Und ich meine wirklich langfristig und nachhaltig besser gelöst.

      Und noch ein Vergleich, der keinesfalls eine Gleichsetzung ist: Der AfD wird (zurecht) vorgeworfen, dass sie demokratische Institutionen untergräbt, und ihren Wählern wird vorgeworfen, dass sie das unterstützen, auch wenn viele das bestimmt nicht beabsichtigen. An dem Vorwurf steckt sehr viel Richtiges: Die Demokratie lebt nur davon, dass die in ihr Lebenden sie tragen. Die Weimarer Republik ist nicht an ihrer Verfassung gestorben, sondern mangels Demokraten. Bitte fangt ihr – und auch sonst niemand – im Namen des Klimaschutzes an, an den demokratischen Fundamenten auch nur ein klein wenig zu sägen. So wie wir es den Nationalisten/Rassisten/Identitären auch nicht durchgehen lassen, wenn die das „im Namen der arbeitenden Deutschen“ oä tun.

  32. Frage an Ulf als Juristen zum Thema Passwortherausgabe:
    Mit der Authentifizierung geht ja auch die Attribution verloren. Werden mit dem kompromiterten Passwort dann nicht auch alle elektronischen Beweise ungültig. Der Angeklagte kann ja immer behaupten “Das war ich nicht, das muss mir der Polizeibeamte nach Feierabend untergeschoben haben. Passwort kennt er ja”. (Gilt natürlich nur für Straftaten die Nachweislich NACH der Herausgabe des Passwortes stattgefunden haben).

    • Theoretisch ja, aber ich denke, in der Praxis könnte man sich damit nicht erfolgreich verteidigen, weil Gerichte immer der Polizei glauben werden, wenn sie sagt: würden wir doch nie tun! Persönlich halte ich eher Manipulationen durch Geheimdienste für realistisch – wenn man sich anschaut, wie dreist die im NSU-Kontext lügen und tricksen, dann traue ich denen alles zu.

      • Das ist eine echt gruselige und beunruhigende Vorstellung.

        • In der Tat, weswegen wir ja auch bei jeder Gelegenheit darauf hinweisen, dass diese Dienste besser kontrolliert oder noch besser abgeschafft gehören. Unkontrollierte Exekutive ist der Anfang vom Ende.

  33. Kurz einen Kommentar zum Thema ‘dramatische Bedeutung von Zugehörigkeit zu Remain/Leave’: das ist wirklich so. Ich glaube ihr unterschätzt, wie fundamental sich die zwei ‘Lager’ inzwischen gegenüberstehen, und wie fundamental sich da gewisse Ansichten unterscheiden, gerade in Bezug auf Offenheit gegenüber Europa, Fremdenfeindlichkeit, etc. – diese Differenzen kommen nicht von ungefähr. Das ist zusätzlich noch verschmolzen mit allen möglichen anderen, z.T. England-spezifischen, z.T. allgemeinen Problemen – Klassenzugehörigkeit gerade im englischen Sinn, Stadt vs Land, Stolz auf imperiale Vergangenheit vs Selbstverständnis als moderne, aufgeklärte Nation, usw.

    Das führt dazu, dass sich die zwei Lager immer weniger noch gegenseitig riechen können, ganz ähnlich wie auch in den USA Republikaner und Demokraten als Lager immer weiter auseinanderdriften und es eben z.B. auch immer schwieriger wird, zu sagen “ja der unterstützt halt Trump, ansonsten kann ich aber normal mit ihm umgehen”, weil eben in dieser einen Aussage schon so viel Weltansicht impliziert ist.

  34. Zum Thema Passwörter: Auch mit einem “Kooperationszwang” für Anbieter wäre es möglich Zugangsdaten entsprechend den geltenden Sicherheitsanforderungen zu speichern. Ein Reset auf neue, bekannte Zugangsdaten bei Herausgabe reicht. Wird dabei zusätzlich verlangt dass der Betroffene Account-Nutzer davon nichts mitbekommen darf? Via “last-login” und anderen Statistiken ist ein fremder Login Vorgang eh meist leicht zu bemerken. Das Ausleiten eines neuen Passwortes beim Re-Reset durch den Account-Nutzer wäre dann ein optionaler Schritt zwei. Im Backend könnte alles implementiert bleiben wie es ist. Klar so ein Workaround hilft nicht gegen problematische Gesetze aber hoffentlich gegen den nächsten Passwort GAU.

    • Ich sehe das so:
      Es gibt nur einen Grund weswegen man das Passwort des Accounts haben will, und zwar weil extrem viele Leute dasselbe Passwort überall verwenden und man so auch unbemerkt an Accounts auf anderen Plattformen kommen kann. Wenn man nur z.B. auf das Facebook Profil des Nutzer schauen will geht dies ja auch völlig ohne Passwort.

      • Oder umgekehrt: sehr viele Geräte sind heute stark verschlüsselt. Wenn ich jetzt aber die Passwörter der großen Accounts habe, steigen die Chancen erheblich, dass ich mit einem der Passwörter auch bei der Verschlüsselung weiterkomme bzw. informierter brute-forcen kann.
        (Einer der Gründe, warum beispielsweise Apple auch bei den Macs verstärkt auf die SecureEnclave Chips setzt, um eben solche informierten Angriffe zu unterbinden.)

  35. 16. Dezember 2019 um 9:41 Uhr
    Dr. Frank Volkmer

    Können wir mal bitte das Argument begraben, dass Braunkohletagebaumitarbeiter instantan arbeitslos werden, wenn wir aufhören Braunkohle zu verstromen?

    Die Löcher müssen wieder zu gemacht werden, die Anlagen müssen zurückgebaut werden, Renaturierung muss stattfinden. Das wird Jahrzehnte dauern und die entsprechenden Unternehmen noch massiv kosten.

  36. Unter den Bauern und Gärtnern gibt es durchaus einige Akademiker, beide Fächer kann man an Hochschulen und Universitäten studieren. Und die Absolventen gehen auch in die Praxis und nicht nur in Forschung und Verwaltung.

    https://www.agrarstudieren.de/

    Musste ich als Gartenbaustudentin mal los werden.

    • Exakt das selbe wollte ich anmerken.
      Ich habe an einem Campus mit Agrarwirtschafts- und -wissenschaftsstudenten studiert, bin mit einem Akademiker-Landwirt verlobt und kenne eigentlich somit nur die sogenannten ‘studierten Bauern’.

  37. Ihr hattet das Thema CO2-Offsetting als “interne CO2-Steuer”. Interessanterweise machen Tier Mobility (die aus Berlin mit den eScootern) das. Neben Einsparungen in der gesamten Wertschöpfungskette berechnet man die verbleibenden Emissionen und kompensiert diese. Pressemitteilung dazu hier:

    https://www.tier.app/tier-mobility-commits-to-full-carbon-neutrality/

  38. Ich kann mir vorstellen, worauf das Gesetz zum herausgeben der Passwörter hinauswill. Es geht nicht darum, alle Passwörter im Klartext zu speichern, sondern darum, nach Anfrage die Passwörter von bestimmten Personen abfangen zu können.

    D.h. wenn sich die Zielperson das **nächste** mal einloggt, wird nicht nur der Hash berechnet und verglichen, sondern das Passwort vorher im Klartext ausgeleitet.

    Genau das wurde z.B. bei Lavabit, dem E-Mail-Provider von Edward Snowden versucht. Die haben sich dem aber nicht gebeugt, sondern ihren Laden zeitweilig zugemacht.

    • Die Deutsche Gesetzgebung möchte sich damit immer mehr der Amerikanischen annähern. Allerdings aufgrund der gesetzlichen Widersprüche und Ungenauigkeiten in der Formulierungen der Gesetze mit vielen handwerklichen Fehlern.
      Ich hatte Ladar Levison, den Geschäftsführer von Lavabit, 2013 getroffen und ihm angeboten, den Firmensitz von Lavabit nach Deutschland zu verlegen. Damals hatten wir noch eine Jusitizministerin, die das Thema verstanden hat. Aber da war es schon zu spät für Lavabit.

  39. Herausgabe vertraulicher Passwörter *ohne* richterlichen Beschluss

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Justizministerium-WhatsApp-Gmail-Co-sollen-Passwoerter-herausgeben-muessen-4615602.html

    Welche Informationen habt ihr zum Richtervorbehalt?

  40. wolltet ihr mal nicht weniger live lagen machen? Scheint jetzt nur noch zu sein in der nächsten Zeit. An dieser Folge merkt man leider wieder wie die seriöse Qualität darunter leidet…

    • Wir machen im Schnitt sechs Livefolgen im Jahr, das hat sich auch nicht geändert.

    • Was büßen die Lage-Live-Shows denn an Seriösität ein? Die beiden bringen die Fakten und ihre Ansichten sowie ihre Recherche dazu seriös wie immer. Bitte behaltet die Live-Shows und kommt auch mal nach Stuttgart! :)

  41. Hi,

    ein Kommentar zum Thema Verschlüsselung von Passwörtern mittels Hashfunktion und deren Möglichkeit vom Hashwert zurück auf das Passwort zu gelangen, da dies aus meiner Sicht nicht vollständig dargestellt wurde.
    Es ist korrekt, dass das Passwort nach dem Anwenden der Hashfunktion nicht mehr mittels Anwenden einer Formel/Funktion rekonstruiert werden kann, jedoch gibt es eine andere Möglichkeit wieder auf genau dieses Passwort zu kommen, welche zum Beispiel beim sogenannten “Minen” von Bitcoins angewandt wird. (Vereinfacht) Beim Bitcoin Minen wird wird derjenige Hashcode gesucht (hier das Passwort), der nach dem durchlaufen der Hashfunktion wiederum einen bestimmten Hashwert ergibt (beispielsweise euer Lattenzaun123). Es wird somit randomisiert versucht das Passwort zu erraten, welches mittels Leistungsfähigen Rechnern auch funktioniert und zumindest für größere Konzerne kein Problem darstellen dürfte, da sich die Anahl der Anfragen von deutschen Behörden erwartungsgemäß auch in Grenzen halten dürfte.

    • Die Aussage “Es wird somit randomisiert versucht das Passwort zu erraten, welches mittels Leistungsfähigen Rechnern auch funktioniert und zumindest für größere Konzerne kein Problem darstellen dürfte” ist in dieser Generalisierung definitiv nicht richtig.

      Einfach randomisiert wird i.d.R. schon mal nicht, da stößt man zu schnell an Grenzen… bei Bitcoin funktioniert das auch nur, weil man ein Subset des ganzen Hashwerts sucht, sodass es sehr viele passende Preimages gibt und man nur eins treffen muss.
      Was man machen würde, wäre wenn schon ein systematisches Durchprobieren schwacher Passwörter oder (abgewandelter) Standardpasswörter, die man in entsprechenden Listen findet.
      Und bei vernünftiger technischer Umsetzung (Scrypt oder Argon2 anstatt PBKDF2) würde ein solcher Angriff selbst bei einem einzigen mittelmäßigen Passwort sehr sehr schnell ins Geld gehen^^

      Ich weiß, du hattest vereinfacht gesagt und die Ergänzung, dass man Passwörter trotzdem u.U. durch ausprobieren herausfinden kann, ist sinnvoll.
      Aber ich störe mich ein bisschen an dem Fatalismus deiner Formulierung, da das impliziert, dass man da eh nichts machen könne und große Firmen mit entsprechender Rechenleistung jedes Passwort mal eben so knacken könnten – und das ist definitiv nicht richtig. Ein gutes Passwort hält bei solchen Angriffen – nehmt gute (und einzigartige) Passwörter!

      Ich halte das deshalb auch in der Praxis für keine sinnvolle Lösung… das kann man versuchen, wenn man einen ernsthaften Verdacht hat und bpsw. den Laptop knacken will; aber nicht um das Passwort für einen Account zu bekommen, an dessen Inhalte man als Strafverfolger ohnehin rankommt.
      Und sobald jemand ein besseres Passwort wählt oder gar einen Passwortmanager verwendet (machen auch immer mehr Leute, seit dem es welche gibt, die per Default integriert sind), verbrennt man damit nur Rechenzeit – und das Problem ist: du weißt im Vornherein ja nicht, ob es ein einfaches Passwort ist oder nicht.

  42. Nachdem Ihr Euch berechtigt an Scheuer abgearbeitet habt, solltet Ihr Euch mal Olaf Scholz zuwenden. Nicht nur, dass er mit der schwarzen Null Deutschland herunterwirtschaftet, was er aus der Finanztransaktionssteuer gemacht hat, ist ineffektiv und unsozial. https://m.spiegel.de/wirtschaft/service/finanztransaktionssteuer-olaf-scholz-zerstoert-eine-gute-idee-a-1301113.html

    • Wir hatten doch Olaf Scholz gerade erst in der letzten Folge ausführlich im Programm, nämlich mit seiner Attacke auf die gemeinnützige Vereine.

  43. Hey Leude.

    Das mit den Kapitel-Marken ist Folgendes: ich höre euren Podcast meist im Auto mit dem von euch empfohlenen (iPhone)-Player Overcast. Dieser unterstützt es leider nicht, mit den Auto-Bedientasten kapitelweise vor oder zurück zu gehen.

    LG
    Marco

    • Pocket Casts z. B. kann das.

      • Kapitel-Marken sind super!

        Ohne die würde ich euch schon nicht mehr hören. Ich bin selten eurer Meinung, wodurch mir manche Themen dann auf den Senkel gehen. Also wenn zum Beispiel zum wiederholten Male der Berliner Mietendeckel besprochen wurde, bin ich froh das einfach skippen zu können. Ich höre euch inzwischen gezielt, weil ihr eine andere Grundhaltung habt als ich.

        Damit gehöre ich vermutlich einem Typus an, der nicht an euren Umfragen teilnimmt. Also wenn ihr euch fragt für wen ihr eigentlich diese Marken setzt: Nicht für eure Fans! (Die hören eh alles)
        Ich halte die Marken für ein wichtiges Mittel, um euch für alle Seiten offen zu halten, und so jeglicher Bubble-Bildung entgegen zu treten. Also weiter so und vielen Dank dafür!

        @Marco:
        Falls du es noch nicht probiert hast, vielleicht wird Siri deine Freundin:
        Settings – Advanced – Siri Shortcuts – Next Chapter

  44. Noch ein wenig technisches Nitpicking (sry dafür): Versucht doch, das Wort “verschlüsselt” für Passwörter ganz zu vermeiden – das ist selbst für Laien tendenziell irreführend, denn das impliziert, dass man es auch einfach wieder entschlüsseln könne (die Wörter “verschlüsseln” und “entschlüsseln” bilden ein direktes Wortpaar, sodass man bei einem der Wörter i.d.R. automatisch auch das andere im Kopf hat).
    Durch eure gute Erklärung danach relativiert sich das ein bisschen; aber wir wissen, dass sich solche falschen Analogien trotz Erklärung etc. festsetzen (das ist ähnlich wie mit mit Überschriften oder Fehlerbeispielen) – das Wort “zerhacken” oder auch die “Fingerabdruck”-Metapher sind da IMHO viel besser geeignet.

    Und ich finds wirklich super, dass ihr in der Lage bei sowas regelmäßig auf technische Aspekte eingeht obwohl ihr wahrscheinlich eine nur bedingt technikaffine und -interessierte Zielgruppe habt… Es ist einfach wichtig, dass man nicht nur sagt, dass etwas Bullshit ist, sondern auch kurz anreißt, warum – und das macht ihr hier ziemlich gut.

    Trotzdem ist der Vorstoß gefährlich, denn es gäbe da noch eine praktikable Mittellösung, bei welcher der Anbieter auf Anordnung die Zielperson abmelden und das Passwort dann beim nächsten Login übertragen müsste (das könnte dann ähnlich funktionieren wie beispielsweise bei Posteo und den SINA-Boxen; https://posteo.de/en/blog/posteo-on-the-myths-of-the-sina-box).
    Und wir sehen in den letzten Jahren ja oft, dass erstmal die krassen Forderungen im Gesetzentwurf landen um dann solche Mittelwege als freiheitsfreundlichen Kompromiss zu verkaufen.

    P.S.: Das mit dem Ausschalten der Lage in den ersten paar Sekunden kann auch sehr gut daran liegen, dass eine Autoplay-Funktion zuschlägt, obwohl man im Moment nicht weiter hören will bzw. kein Interesse an alten Folgen hat 🙃

    • Ich muss diesem Kommentar vollumfänglich zustimmen: mir dreht es jedes Mal den Magen um, wenn mal wieder jemand im Zusammenhang mit (Passwort-)Hashing von “Verschlüsselung” spricht. Das ist nicht einfach nur ungenau aufgrund einer Vereinfachung eines technischen Sachverhalts, sondern massiv irreführend, insbesondere für Laien, die bei Verschlüsselung zu Recht davon ausgehen, dass dann auch wieder eine Entschlüsselung stattfinden kann – und zwar in den Augen des Laien immer durch den, der die Verschlüsselung gemacht hat (denn Public/Private-Key-Verfahren sind wieder außerhalb des Horizonts der meisten Laien, daher ist Verschlüsselung in deren Vorstellung immer sowas wie “Es gibt da einen Schlüssel, mit dem schließt man zu und natürlich auch wieder auf”).

      Bitte, bitte, lasst es einfach, und nennt es beim Namen: Hashing. Insbesondere dann, wenn ihr direkt darauf eh eine Erklärung von Hashing in für Laien verständlicher Form folgen lasst (das wiederum ist äußerst lobenswert, das muss jetzt einfach nur so oft stattfinden, bis auch technische Laien etwas mit dem Begriff “Hashing” oder zumindest “Einwegfunktion” anfangen können, genau so, wie sich die “Verschlüsselung” auch als allgemeiner Begriff festgesetzt hat).

    • Bezüglich des “verschlüsseln von Passwörtern” muss ich widersprechen, da Hashing und Salting nicht die einzigen Methoden zur Unkenntlichmachung des Passwortes sind. Beispielsweise gibt es bei Microsoft eine Sicherheitsrichtlinieneinstellung “Kennwörter mit umkehrbarer Verschlüsselung speichern”, d.h. hier wird mitunter tatsächlich verschlüsselt, um wieder entschlüsseln zu können.

  45. Sollte es zutreffen, daß beim BMJV die besten Juristen Deutschlands und sollten diese zugleich die ganzen technischen Implikationen miteinbeziehen, dann gibt dies einen erschreckenden Einblick in die Denkweise dieser juristischen Elite. Der Bürger (und die Bürgerin) als mutmaßlicher Gefährder (Gefährderin), den es auszuspähen gilt und dessen Geheimnisse man kennen muß. Dieses Ausmaß an Überwachung kannte man früher nur von Diktaturen.

    • Elite? Danke für den Lacher.
      Technische Implikationen? rofl.
      Danke, Flo, ich mag Deinen Humor.

      Die „juristische Elite“ kriegt es noch nicht mal gebacken, Gesetzentwürfe zu Artikelgesetzen in Lesefassung zu veröffentlichen. Oder auf „gesetze im internet“ in einem Absatz die Sätze zu nummerieren. Zu viel verlangt.
      Geschweige denn dieses neumodische Teufelszeug namens „Hyperlinks“ mit – Gott bewahre – Vorschaufenster bei mouseover zu implementieren. Der gemeine Jurist blättert eben gerne.

      Was ein Rudel hochbezahlter Beamter nicht auf die Kette kriegt, macht unter buzer.de offenbar ein Idealist in Eigenregie.
      In früheren Jahrhunderten wäre so ein Typ wohl auf dem Scheiterhaufen gelandet.

      Fun fact: auf den Webseiten der Ministerien werden oft auch dann noch veraltete Entwürfe angeboten wenn die Gesetze längst durch sind.
      Aber dann ist das Gesetzesvorhaben ja nicht mehr Sache des Ministeriums.
      * kopfauftischplatteschlag *

      Die „Elite“ scheint ne heftige Hyperlink-Phobie zu haben.

  46. Hallo Lage Team.

    Ich fand die Ergebnisse der Umfrage sehr interessant und bin bei der Geschlechterverteilung bei den Spotify Nutzern hängengeblieben. Die Verteilung aus der Umfrage von 2/3 Männer und 1/3 Fauen finde ich ganz plausibel. Wenn ich die Lage weiterempfehle und mir später mal ein Feedback abhole, dann verfängt sie bei Männern sehr viel häufiger, als bei Frauen.
    Aus meinem Freundeskreis abgeleitet habe ich eine Theorie, warum ihr bei Spotify eine viel höhere Frauenquote habt. Bei meinen Freunden war es meistens so, dass die Frau Spotify in Form eines Premium Family Accounts hauptsächlich für die Kinder abonierte und dann alle diesen Account nutzen. Damit habt ihr in meinem konkreten Beispiel vier Hörer, die von Spotify jeweils als Hörerin in der Statistik geführt werden. Nur so eine Idee…

    Gruß,
    Christian

    • Spotify Premium Family Accounts sind technisch gesehen separate Accounts, die lediglich über einen einzigen “Haupt-Account” abgerechnet werden. Wenn ein Account davon die Lage abonniert, sehen die anderen Accounts aber nichts davon, sollten folglich auch nicht als Abonnenten gezählt werden. Außerdem läuft jeder Account unter dem persönlichen Namen des tatsächlichen Nutzers, nicht unter dem Namen der einen Person, die die Zeche zahlt!

      Quelle: meine Erfahrungen mit unseren Spotify Familienaccounts, bei denen ich den “Abrechnungsaccount” habe.

  47. Preisfrage an den Juristen zum BMJV-Gesetzentwurf: Da EU-Recht über Bundesrecht steht, wäre der Teil des BMJV-Gesetzes, der Forderungen entgegen der Regeln der DSGVO stellt, nicht sowieso nichtig? Gilt ja bei “Bundesrecht bricht Landesrecht” genauso, siehe Todesstrafe in der hessischen Landesverfassung.

    • Da hast du jetzt einen spannenden Unterschied herausgearbeitet: Bundesrecht bricht Landesrecht, so dass das Landesrecht bereits nichtig ist. Europarecht hingegen hat nur einen Anwendungsvorrang, keinen Geltungsvorrang. Das bedeutet, dass beide Rechtsnormen parallel in Kraft sind, beachten darf man aber nur das Europarecht.