LdN161 Brexit, Update: Terror in Halle, SPD (Interview Saskia Esken), Grundsteuer, PKW-Maut, IQB-Studie

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Brexit

Update: Terror in Halle

SPD (Interview Saskia Esken)

Grundsteuer verabschiedet

PKW-Maut

IQB-Studie

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88 Kommentare

  1. cdn.kuechenstud.io scheint nicht erreichbar zu sein.

  2. Hej Phililipo und Ulf,

    am 24.10. hat Linder dem DLF ein Interview zum Thema Meinungsfreiheit gegeben. Und es war aus meiner Sicht faszinierend und erschreckend zu sehen, wie klar sich die FDP in Form ihres Vorsitzenden gezielt in eine Opferposition bringt und sich somit das AFD Framing (man wird ja wohl noch sagen dürfen …) zu eigen macht. Vielleicht könnt ihr darauf einmal eingehen bzw. kennt ihr weitere Beispiele für diese Tendenz in der FDP?

    LG
    Oliver

  3. Hallo Ihr beiden,
    Saskia Esken hat in Eurem Interview als Argument für die Online-Abstimmung Kosten als Grund angeführt und in der Rechnung wuden Porto hin, Porto zurück und Rückumschlag aufgezählt.
    Es wird aber eine Klage angestrebt (oder in Erwägung gezogen, den letzten Stand dazu kenne ich nicht), bei der Ungleichbehandlung der Mitglieder als Kernargument aufgeführt wird, dass bei Online-Abstimmung keine Kosten für das Mitglied anfallen, bei analoger Abstimmung aber 0,70 € Porto. Beide Argumente können ja offensichtlich nicht korrekt sein.
    Im Zweifelsfall geht es hie ja nur um 70 Cent pro Mitglied. Was mich stört ist die Inkorrektheit des Argumemts von Frau Esken. Man sollte sich ja schon auf Korrektheit der Argumente verlassen können. Zumindest mein Anspruch ist das. Ich kann gut leben mit einer Aussage wie “ich weiß es nicht wirklch”. Immer noch besser, als mit einem falschen Kostenargument die Sicherheitsbedenken zur Seite zu schieben.
    Viele Grüße
    Robert

    • Ich denke diese Klage wird mit dem Hinweis, dass jedes Mitglied Zugang zur kostenlosen Onlinewahl hat abgewiesen. Vergleiche z.B. die Wahl als deutscher Staatsbürger im Ausland: Wenn ich Briefwahl machen möchte muss ich das Porto selber zahlen, als Alternative kann ich den Wahlumschlag kostenlos bei einer Auslandsvertretung abgeben. Keine Ungleichbehandlung.

  4. Vor kurzem kam ja die freudige Mitteilung aus Berlin das die stadteigene Wohnungsbaugesellschafft Gewobag 6.000 Wohnung vom Luxemburger Konzern Ado Properties für schlanke 920 Millionen Euro gekauft hat.

    (Backgroundinfo: Ado Properties hatte die Wohnungen erst einige Jahre zuvor für ca. 375 Millionen von der Deutschen Wohnen gekauft. Die Deutsche Wohnen wiederum hatte die Wohnung noch ein paar Jährchen früher für noch mal deutlich weniger vom Land Berlin gekauft)

    Jetzt stellt sich plötzlich raus, dass die ganzen Buden wohl mit Asbest kontaminiert sind und saniert werden müssen.

    In der Zusammenfassung heißt das: Berlin verhökert selbst gebaute Asbest Hochhausplatten für ein Appel und Ei an die Deutsche Wohnen. Die verkauft einige Jahre später die Butzen mit fettem Gewinn an einen Luxemburger Konzern. Dieser wiederum verkauft die Wohnungen ebenfalls mit einem megafetten Gewinn zurück an Berlin wo man inzwischen ganz vergessen hatte, dass man damals froh war die Krebsfaserhütten von der Backe zu haben.

    Ob solcher uferlöser Blödheit von Politikern, die Steuergeld mit Schaufeln zum Fenster rausschmeißen weiß man echt nicht mehr ob man lachen oder weinen soll.

    Wenn ich mir da zum Vergleich Wien anschaue, das ist so als würde man Trumps Rhetorik mit der von Obama vergleichen. ^^

    https://www.morgenpost.de/berlin/article227443753/Gewobag-hat-wohl-Asbestwohnungen-gekauft.html?fbclid=IwAR3PDBVqknQWMmizxhj8gvN0c9zl7QK0fxKalWLu87M-UXVTI90t3_EWcHY

    • Ja, es bedeutet aber auch, das:
      – DW und ADO Investorengelder für Schrottimmos ausgegeben haben
      – DW und ADO nichts getan haben, um die Asbestbelastung zu beheben
      – DW und ADO die Mieter am Arsch vorbei gehen
      – DW Bestände (u.a.) rekommunalisiert werden sollten, um weitere Spekulation zu verhindern

  5. Mir ist eine interessante Analyse in folgendem Podcast der Politikwissenschaftlerin Silja Häusermann aufgefallen, die sagt: Das aufkommen der extremen Rechten ist nicht als Rechtsruck zu verstehen (Cliffhanger).

    https://open.spotify.com/episode/4cgqaHZB2qWRrgriSaqhlR?si=EGf1J8ZhT2O-OQLHwSG_9A

    Insgesamt Hörenswert!

  6. 25. Oktober 2019 um 8:16 Uhr
    Cora Lipkowitsch

    Hallo ihr beiden.
    Ich bin seit langer Zeit ein Begeisterter Hörer eures Podcasts und ich wollte mich bedanken für die tolle Arbeit die ihr macht. Ihr seid super.

    Durch eine Freundin bekomme ich Fetzen üben den Konflikt in Chile mit. Allerdings tue ich mir schwer zu verstehen was da genau vor sich geht, da es in den Medien hier kaum berichtet wird. Was ist die aktuelle Situation und wieso ist es zu dieser Bürgerkrieg-ähnlichen Situation gekommen? Ich freue mich, wenn ihr in den nächten Lagen dazu einmal berichtet.
    Vielen Dank und macht weiter so.
    Liebe Grüße Cora

    • Heute um 17 Uhr soll eine große Demonstration stattfinden. Bei der tagesschau gibt es ein paar Hintergründe. Laut den Chilenen in einem internationalen Gaming-Forum sind die angekündigten Maßnahmen nur Augenwischerei. So sollen nur die ärmsten Rentner eine Erhöhung bekommen und die fällt mit 28 Dollar auch eher niedrig aus. Außerdem sollen nur die Steuern für hohe Einkommen steigen, nicht aber die für Unternehmen:
      https://www.tagesschau.de/ausland/chile-unruhen-101.html

    • „Wir“ heisst die gesamte Menschheit. Das wird nicht funktionieren. Das kann nicht funktionieren. Tierische Produkte sind nicht nur Teil der Ernährung, sie sind Teil vieler Kulturen.

      Dazu kommen religiöse Verflechtungen in der Nahrungskultur.

      Dieser ganze Veganismus und Bioboom ist größtenteils Geschäftsmodell – selbst wenn oft gutes im Produkt selber steckt, zu gerne lassen sich Weltverbesserer etwas vorgaukeln.

      Man stelle sich mal den Flächenfraß vor, würden wir alle 7 Milliarden Selbstversorger werden und „bio“ anbauen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Mehrheit der Bevölkerung das nicht kann und will.

      Das „Klimadilemma“ lässt sich nicht lösen, schon gar nicht sozialveträglich. Das E-Auto ist hier und da eine Alternative, aber nicht flächendeckend. Reisen und offene Grenzen haben die Welt friedlicher gemacht, genau wir der Internationale Handel. Wir werden diese Errungenschaften nicht mehr abschaffen können, warum sollten wir auch?

      Die Klima- und CO2-Diskussion wird in einer Filterblase geführt. Im Erdöl- und Erdgasmarkt herrscht gerade Goldgräberstimmung. Die Investitionen in Exploration und Förderung sind so hoch wie nie zuvor – was natürlich auch an dem Investitionsstau 2015-2017 liegt („dank“ der niedrigen Ölpreise). China baut keine E-Autos aus globaler Umweltliebe, sondern um Abgase aus den Städten rauszuholen. Das Wirtschaftswachstum hat sich dort „normalisiert“, der Wohlstand will erhalten werden, der Konsum muss „laufen“ – die Chinesen wollen die Welt sehen. Reisen, Konsum. Einer von vielen Kulturkreisen wo tierische Produkte nicht wegzudenken sind. Ich bin 1-2x pro Jahr in Südostasien. Bak Kwa, Bak Kut Teh, Satay, Roti Prata mit Ei, Fisch oder Lamm, Laksa – es ist praktisch unmöglich dort auf tierische Produkte zu verzichten – aber dazu müssen wir gar nicht so weit weg schauen; Frankreich: Käse, Wurst, Gänsestopfleber, Käse, Käse, Käse, Fisch. Was soll denn passieren? Das all diese Länder ihre tief in der Kultur verwurzelte Küche aufgeben um CO2 einzusparen? Das wird nicht passieren. Und wenn die Niederländer vorm steigenden Meeresspiegel ins Rheinische Schiefergebirge flüchten, dann ziehen Gouda, Maasdammer und Bitterballen einfach mit um.

      Tatsächlich könnte die Gentechnik erst mal einen positiven Beitrag leisten. Aber auch das wird Konsequenzen haben. Egal was wir tun, wir hinterlassen einen „Abdruck“ auf dieser Welt. Die neuen Öko- und 0-Energie-Häuser versiegeln neue Flächen während weniger moderne Bausubstanz verfällt.

      Ich versuche natürlich auch einen positiven Beitrag zu leisten – privat und beruflich, aber es gibt Dinge, auf sie will ich nicht verzichten, meine Familie will es nicht. Hier und da Bequemlichkeit, Fleischgenuss, Reisen. Aber klar, man macht sich Gedanken, will es besser machen.

      Aber was machen „Leute“? Mobben Landwirtskinder als Umweltsünder. Mobben, weil Mama oder Papa in der Kunststoffindustrie arbeiten. Nie das Bildungssystem verlassen haben aber einem die Welt erklären wollen. Vielen Dank.

      • Lieber Timm,
        ich weiß nicht, wer „die Leute“ sind, die nie das Bildungssystem verlassen haben sollen, aber Kinder mobben. Ich muss mich glücklicherweise nicht angesprochen fühlen.
        Ich stimme Dir zu, was die Größe der Herausforderung betrifft: eigentlich ist m.W. nur die indische Küche zu einem großen Teil vegetarisch und alle anderen Kulturen neigen bei steigendem Wohlstand zu steigendem Fleischverzehr (habe gerade die Zahlen nicht zur Hand, vor ein paar Jahren habe ich jedenfalls einen Artikel dazu im gelesen).
        Ähnlich wie beim Konsum in anderen Bereichen oder bei der Mobilität – alles Dinge, die wir uns frühestens seit der industriellen Revolution, z.T. erst wesentlich kürzer (z.T. Billigflüge) in der Breite leisten können.
        Und es ist gut möglich, dass wir es nicht schaffen, unseren Konsum zu reduzieren und auf diesem Wege dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Effizienzsteigerungen und Einsparungen werden außerdem oft durch den Rebound-Effekt wieder aufgefressen. Oder eben dadurch, dass man in der ökologischen Landwirtschaft ineffizienter ist als in konventionellen.
        Dass es allerdings notwendig wäre, die Emissionen zu reduzieren, daran kann ja eigentlich kein Zweifel bestehen, wenn wir diesen Wohlstand nicht mit unkalkulierbaren Folgen für die Bewohnbarkeit unseres Planeten bezahlen wollen – oder ist das nur das Produkt einer Filterblase?

        • „Leute“ war nicht auf Dich bezogen, das war so ein allgemeiner „Bash“ ohne Bezug zu deinem Post.

          Vielleicht muss etwas „passieren“ – wenn der Mensch sich nicht selber nicht regulieren kann oder will dann übernimmt es die Natur. Ich persönlich sehe nicht, dass sich die Welt bzw die Menschen und Kulturen so sehr ändern werden, wie sie es lt. Klimaforschern tun müssten. Da bin ich Pessimist (oder Realist) durch und durch.

      • Ich finde es ganz schön krass, wenn du sagt, das Klimadilemma lässt sich nicht lösen. Und dann? Weiter machen und darauf warten, dass die Menschheit ausstirbt? Oder sich selbst zerfleischt? Dass Weltmetropolen im Meer unter gehen? Es ist doch immer eine Frage der Alternativen, die man hat. Es hat niemand gesagt, dass es einfach wird. Wir müssen uns auf viele Veränderungen einstellen. Aber noch können wir mitsteuern, welche. Ob wir vielleicht Ersatz für Käse finden. Oder den nur noch sehr selten essen. Es ist nicht einfach. Es ist eine Menschheitsaufgaben. Mein bester Ansatz zur Zeit ist, klarzumachen, was die Alternativen sind. Weiter so wie jetzt ist so ein fach formuliert keine Alternative. Klar können wir weiter machen wie jetzt, aber die Welt drum rum wird sich verändern. Unsere Wirtschaft wird unter den Klimaproblemen auch zusammenbrechen. Ich bin dafür, sich darauf vorzubereiten. Als Gesellschaft. Deutschland hat Gewicht in der Welt, ein Einzelner weniger.

  7. Hallo zusammen,

    in der letzten Folge stand die Frage im Raum, wie es um die rechtsextremen Einstellungen und die Reaktionen der ‘Gesellschaft’ steht. Ob das, was gesagt werden darf, sich verschoben hat. Und was davon das Problem ist. Ich möchte das zu der Forschung über Mobbing vergleichen: Hier weiß man, dass es eher nur vordergründig über die eigentlichen Agressoren / Agierenden geht. Wer eine Situation drehen kann, das sind die Zuschauenden. Das sind auch die, die in ihrer Meinung noch nicht vestgefahren sind. Auf ihre Handlung kommt es an. Daher denke ich, ist es nicht nur wichtig, wieviel extrem Rechte wir haben. Auch wie die anderen darum reagiern.
    Mfg

  8. Ich bin dafür Mädchen darin zu bestärken öfter ein MINT-Studium zu beginnen, aber der Leistungsabfall der Jungs ist nicht so witzig, wie es im Podcast rüberkam. Wenn Jungen sich überschätzen, werden sie spätestens im Studium auf die Schnauze fallen. Es begehen viel mehr Männer als Frauen Suizid und Männer sind auch öfter alkoholkrank. In Zukunft wird es immer weniger Jobs geben, in denen es auf Kraft statt Grips ankommt. Spätestens dann bekommen die Schulversager ein Problem. In unserer Schulzeit gab es immer nur Girls Days und Förderung für Mädchen. Das war Anfang der 2000er vielleicht auch die richtige Strategie, aber mittlerweile sollte man sich mehr Sorgen um die Jungs machen. Insbesondere wenn sie in Spielen wie Fortnite versinken, die richtige Zeitfresser sein können. Ich bin zu Schulzeiten auch mal für mehrere Wochen in einem Spiel versunken, aber irgendwann lief bei einem Ocarine of Time und Knights of the Old Republic der Abspann. Die Online-Spielen haben kein Ende. Solche Titel gab es auch schon damals, aber meine Eltern hätten dafür nie ihr OK gegeben. Bei ISDN wurde pro Minute abgerechnet, heute hat jeder Haushalt eine DSL-Flatrate.

    • Genauso wichtig wie Mädchen zu bestärken ist es m.E. , Jungs eine realistische Selbsteinschätzung zu vermitteln, damit sie eine Chance haben, sich zu verbessern..

    • Hallo zusammen,

      Ich bin am Ende über einen so offensichtlichen Fehler gestolpert, dass es mich beinahe die Treppe runter geschmissen hätte. 40% Migrationshintergrund heißt doch noch lange nicht das mit Sprachproblemen gekämpft werden muss! Laut dem BAMF [https://www.bamf.de/DE/Service/Left/Glossary/_function/glossar.html?lv3=3198544] bedeutet einen Migrationshintergrund haben nämlich auch, das nur ein Elternteil ohne deutsche Staatsangehörigkeit geboren wurde. Ich der Aussage werden also auch Familien mit eingeschlossen die seit Jahren in Deutschland leben, teilweise deutsch sind und deren Kinder Deutsch als ihre Muttersprache ansehen, so z.B. mein marokkanischer Freund mit dem ich 13 Jahre zusammen zur Schule gegangen bin.
      Ich würde mich sehr freuen, wenn die Aussage korrigiert werden könnte, obwohl ein 40%-iger Migrationshintergrund Sprachprobleme natürlich wahrscheinlicher macht als ein 0%-iger. Aber dennoch: Migrationshintergrund bedeutet eben nicht gleich „Ausländer“ und er kann sich auch sehr positiv auf den Unterricht auswirken.
      Ansonsten war es natürlich mal wieder eine legendär gute Sendung!

      Gruß,
      Jonas aus München

  9. Liebes LdN-Team,

    erstmal vielen Dank für den sehr informativen und gleichzeitig unterhaltsamen Abend in Münster!

    Ich hatte das Glück, direkt nach der Aufzeichnung eine Klassenarbeit im Fach MINT (Thema Gesundheit und Medikamente, Gymnasiales Leistungsniveau) korrigieren zu dürfen; vielleicht auch müssen, wenn man bedenkt, dass ich noch Ferien habe. Beim Klassenspiegel fiel mir dann folgendes auf:

    – 15 SuS, 7 männlich, 8 weiblich
    – Männlich: ein mal die Note 2, ein Mal 5, der Rest 4
    – Weiblich: ein Mal die Note 4, zwei Mal 3, der Rest 2

    Es zeigt sich das, was die KMK quasi bestätigt hat: Mädchen zeigen selbst in naturwissenschaftlichen Fächern bessere Leistungen, schätzen ihre Leistungen aber idR schlechter ein. Letzteres zeigt sich meistens in den Stunden im Unterrichtsgespräch. Ursachenforschung würde hier jetzt den Rahmen sprengen, aber ich war am Ende sehr überrsacht über die O-Töne bei euch wie auch meinen Klassenspiegel.

  10. Jeder Wähler gibt anstatt nur einer Stimme für einen Kandidaten/Team eine vollständige Liste seiner Präferenzen ab, d.h. A vor B, C vor B und so weiter. Bei der Auszählung wird zunächst wie gehabt die erste Präferenz auf die Kandidaten verteilt, anschließend wird der Kandidat mit den wenigsten Stimmen von allen Listen gestrichen und die Erststimmen von diesem werden auf die Zweitstimmen auf den entsprechenden Wahlzettel umgebucht. Das ganze wird solange wiederholt bis hinreichend viele Sieger feststehen. Es gibt verschiedene Varianten davon die unterschiedliche Eigenschaften haben, aber soweit grob das gemeinsame.

    Am Ende hat man eine Siegerin mit der alle Wähler im Schnitt am besten Leben können. Die politischen Lager sind besser abgebildet, auf taktisches wählen kann verzichtet werden, negative campaigning ist unvorteilhaft.

  11. Vielen Dank für diese Folge! Gute Idee, Gäste einzuladen – das sorgt für ein bisschen Abwechslung und unterschiedliche Perspektiven.

    Ich möchte gerne ein aktuelles Thema für die nächste Folge vorschlagen:
    Huawei – 5G Netzaufbau

    Was aktuell passiert:
    Merkel schließt nicht aus, Huawei am Netzaufbau zu beteiligen. Einige Bundestagsabgeordnete kritisieren diese Entscheidung und wollen, dass der Bundestag in die Debatte miteinbezogen wird.

    Warum das wichtig ist:
    Huawei ist einer der wenigen Anbieter weltweit, die den Netzaufbau unterstützen können. Allerdings ist der chinesische Konzern unter dem Einfluss der chinesischen Regierung und wird mit beträchtlichen Geldsummen unterstützt (Unabhängigkeit ist daher fraglich). Zwar bestreitet Huawei unter der Kontrolle der Regierung zu stehen, aber im chinesischen Recht, muss eine Firma Daten bereitstellen sollte das verlangt werden.
    Es gibt daher immense Bedenken, dass eine Infrastruktur mit Beteiligung von Huawei zur Spionage und Sabotage verwendet werden kann.
    Immer mehr Geräte benötigen 5G, insbesondere IoT, der Einfluss wäre also beträchtlich.

    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/telekommunikation-unionspolitiker-gegen-zugang-von-huawei-zu-5g-netzausbau-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-191022-99-402364!amp
    https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-10/huawei-5g-netzausbau-lizenz-folgen-kritik
    https://de.reuters.com/article/usa-huawei-merkel-idDEKCN1SM1JF

  12. Lieber Philip, lieber Ulf,

    danke für Lage Live in Münster. Es war ein wunderbarer Abend!

    Nachdem ihr das Psychotherapeutengesetz in der Lage bereits einmal diskutiert habt, nun ein Vorschlag für ein weiteres Gesundheits- aber auch Bildungspolitisches Thema: Die zukünftige Qualifizierung von Ergotherapeut*innen, Logopäd*innen und Physiotherapeut*innen und die damit einhergehende Qualität der Gesundheitsversorgung.

    Warum ist das Thema spannend?
    Hintergrund: Im kommenden Jahr werden neue Berufsgesetze für die drei oben genannten Berufsgruppen verabschiedet.
    Hochschulautonomie: Das BMG agiert hier im Alleingang und ignoriert, dass die Frage der Berufsgesetzereform nach 20 Jahren hochschulischer Qualifkationsmöglichkeiten, auch eine hochschul- und wissenschaftspolitische Frage ist.
    Hinterzimmerpolitik: Herr Spahn hat schon vor dem Gesetzgebungsprozess und während eine Bund-Länder-AG ein Eckpunktepapier zur Berufsgesetzereform ausarbeitet, der Forderung nach einer hochschulischen Erstqualifizierung, trotz entgegengesetzter Faktenlage, eine Absage erteilt.
    Gesundheitsversorgung der Bevölkerung: Grundlegend für die politische Marschrichtung scheint nicht das Interesse an einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung zu sein, denn diese würde von einer wissenschaftsbasierten Qualifikation der Berufs profitieren. Hierzu gibt es große Einigkeit unter den Experten.
    Geschlechterdiskriminierung: Die therapeutischen Berufe werden (immer noch) mehrheitlich von Frauen ergriffen. Ein Blick in die Historie der Berufe zeigt, dass die aktuellen Bildungswege ihren Ursprung in Zeiten haben, in denen eine emanzipierte weibliche Berufstätigkeit nicht von Interesse war. Ein Festhalten an diesen Strukturen erschwert Frauen berufliche Karrieren in diesem Bereich.

    Vielleicht behaltet ihr das Thema einmal im Blick.

    Viele Grüße und ein großes Lob für eure Arbeit!

  13. Moin!
    Könntet ihr eine Einschätzung zur iPhone Sicherheitslücke Checkm8 geben?
    Höre da überraschend wenig drüber und bin etwas verunsichert, da die ersten Meldungen ziemlich fatalistisch klangen.
    Fände ich wirklich super, habe viel Vertraue in eure Expertise.
    LG, Julian
    PS: Mega Podcast, weiter so!

    • Vielleicht kann ich da etwas weiter helfen:

      1. Für den Angriff braucht man physikalischen Zugriff auf das Gerät.
      2. Der Angriff erfolgt über einen Hardware-Chip, der beim Booten des Geräts benötigt wird. Eigentlich soll dieser Chip dafür sorgen, dass keine unautorisierte Software auf der Hardware starten kann, aber im Chip selbst ist ein Bug. Deswegen kann man das Problem durch einspielen von Patches nicht aus der Welt schaffen.
      3. Nach dem nächsten Neustart ist das Gerät wieder “sicher”, im Sinne von der erfolgte Eingriff kann keine Spuren oder andere ungewollte Software hinterlassen (wie z.B. Trojaner zum Ausspähen).

      Heißt also für den Normal-Nutzer: Falls man sich tatsächlich unsicher ist, ob sich jemand anderes für einen gewissen Zeitraum Zugriff auf das Gerät verschafft hat, neu starten.

  14. Hallo Ulf, hallo Philip,

    ich fände es gut, wenn ihr doch noch mal das Thema 5G aufgreifen würdet.
    Mein Verständnis war bislang vor allem, dass durch die hohe Übertragungsgeschwindigkeit und geringe Latenz die Strahlungsbelastung niedrig zumindest aber schnell wieder vorbei sein müsste.
    Allerdings scheint sich die Art der Strahlung wohl deutlich zu unterscheiden, nämlich in den Mikrowellenbereich zu gehen bzw. gehen zu können, der deutlich gefährlicher sein soll, als der bisherige Frequenzbereich, siehe z.B.www.beobachter.ch/gesundheit/5g-mobilfunk-strahlung-mit-unbekanntem-risiko

    .www.diagnose-funk.org ist wohl eine Plattform, auf der viele Informationen zusammengetragen werden.

    Bürgerinitiativen verweisen u.a. auf die Studienlage zu den biologischen und pathologischen Wirkungen der Mobilfunk-/Mikrowellenstrahlung auf Zellen, Fruchtbarkeit, Hoden, Embryos, Gehirn und Verhalten.
    Frankreich z.B. hat wohl WLAN in Krippen verboten und schränkt die WLAN-Nutzung in Schulen auf die Zeit der Nutzung ein (www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=327).

    In den USA läuft aktuell wohl ein Schadensersatzprozess, der in erster Instanz gewonnen wurde (Verlierer war die Mobilfunkindustrie) auf Grundlage der NTP-Studien.

    Es scheint außerdem technische Alternativen zu geben: Visible Light Communication VLC / LiFi (https://www.fraunhofer.de/de/forschung/forschungsfelder/kommunikation-wissen/kommunikationssysteme-breitbandkommunikation/visible-light-communication.html).

    Der erforderliche viel dichtere Ausbau mit Mobilfunkmasten würde die Strahlungsbelastung für alle dauerhaft erhöhen.
    Bei lokalen Installationen in Industriegebäuden/Produktionsanlagen wäre die Strahlungsbelastung zumindest für die Belegschaft dauerhaft erhöht.

    Viele Grüße
    Verita

    • Warum liest und teilst du eigentlich dauernd derart obskure Webseiten? Wie wäre es denn mal mit seriösen Quellen, also etablierten Medien oder wissenschaftlichen Publikationen? Selbstverständlich findest du für jeden Quatsch irgendeinen Weblink.

  15. Hallo zusammen,
    ich möchte zum Thema IQB Studie ein paar Dinge loswerden. Ich habe mir auf meinem Arbeitsweg Mal die Mühe gemacht, Teile des originalen Berichts zu lesen. In diesem wird nirgendwo erwähnt, dass Mädchen in Mathematik so gut oder besser als Jungs wären. Der Mittelwert ist bei Betrachtung aller Schulformen bei Jungen (statistisch) signifikant höher als bei Mädchen (S. 243). Jedoch ist der Abstand geringer geworden, was erfreulich ist. Bei Naturwissenschaften sind die Mädchen besser, v.a. in Biologie.

    Jedoch ist nun die Schlussfolgerung problematisch, dass Frauen in den MINT Studiengängen stärker gefördert werden müssen, da sie in der Schule in diesen Fächern besser aber trotzdem unterrepräsentiert seien. Die Studie selbst erwähnt die Geschlechterveteilung bei MINT Studiengängen auf S. 240: “Auch innerhalb des MINT-Bereichs ist der Frauenanteil in fast allen Studienfächern größer geworden, variiert aber erheblich zwischen den Fächern. Für die im IQB-Bildungstrend 2018 untersuchten Fächer zeigt sich, dass im Wintersemester 2017/2018 mehr Frauen als Männer ein Studium der Mathematik (51 %) und der Biologie (66 %) aufgenommen haben, während der Frauenanteil für die Fächer Chemie (47 %) und Physik/Astronomie (28 %) unter 50 Prozent lag.”
    D.h. also wir haben zumindest bei den Studienanfängern quasi Parität in Mathematik und Chemie, mehr Frauen in der Biologie und mehr Männer in der Physik. Schaut man sich nun die Schülerkompetenzen an Gymnasien getrennt von den anderen Schulformen an (allgemeine Hochschulreife wird im Regelfall an Gymnasien erlangt!), sieht man auf S. 244, dass Jungen (statistisch) signifikant besser in Mathematik und Physik abschneiden, in Chemie gleichauf sind und in Biologie schlechter sind.
    Wenn man nun also tatsächlich Schlussfolgerungen aus schulischen Kompetenzen zur Studiengangwahl ziehen möchte, müsste man eher sagen, dass Frauen in Mathematik “überrepräsentiert” sind und die restlichen Zahlen zum ungefähren Trend passen.

    Es ist ohnehin schwierig von einer fachlichen Schulkompetenz auf Studiengangswahl zu schließen. Man würde hier nur eine einzige Variable eines multivariaten Problems betrachten. Da würde man es sich zu einfach machen.

    Das war’s zu den empirischen Daten. Am Ende noch kurz meine Meinung: eigentlich können wir froh sein, dass insgesamt die Daten nicht schlechter geworden sind bei dem Lehrermangel, den wir offenbar in Deutschland haben.

  16. Hi,

    Ich schätze euren Podcast sehr für die genaue Rechereche, möchte aber einen kleinen Fehler anmerken bei ca 31:20:
    Ihr Behauptet hier: “extrem und Extremismus sei immer dann wenn die Leute auch gewaltbereit sind”.
    Dies ist so nicht ganz richtig, die Definition des Vefassungsschutzes ist: “Als extremistisch werden (…) die Aktivitäten bezeichnet, die darauf abzielen, die Grundwerte der freiheitlichen Demokratie zu beseitigen.”
    So gibt es laut Verfassungsschutzbericht 2018 etwa 25.350 Rechtsextremisten in Deutschland, davon aber nur etwa 12.700 gewaltbereit, was natürlich immer noch viel ist.

  17. Zu Update: Terror in Halle:

    Wer etwas mehr über die De-Radikalisierung durch Einzelbetreuung hören möchte, dem lege ich Folge #3 des NDR Podcasts ‘Geschichten gegen den Hass:

    https://mediandr-a.akamaihd.net/progressive/2019/0911/AU-20190911-1355-2400.mp3

    Es ist der schlimmste Sommer seines Lebens: In der dänischen Stadt Aarhus wird der junge Muslim Jamal von seinen Mitschülern gemobbt, von seinem Schuldirektor beleidigt und von Polizisten gedemütigt. Dann stirbt seine Mutter. Jamal sieht nur noch einen Weg – er will Terrorist werden. Jamal ist 20 Jahre alt und bereit zu töten. Dann klingelt sein Telefon.

    Wer mehr Zeit hat, den Podcast von Anfang hören. 😘

  18. Lieber Philip, lieber Ulf,

    hier eine Ergänzung zum Maut-Desaster mit genaueren Informationen zum von Andreas Scheuer abgeschlossenen Vertrag, der den Vertragspartnern den fiktiven zwölffachen Jahresgewinn im Falle einer Nichteinhaltung verspricht – eventim und kapsch haben also allen Grund zur Freude.

    https://youtu.be/Taj0aNCeV2I

  19. Hi,

    zum Thema Brexit ein aus meiner Sicht nicht unwesentlicher Nachtrag, nachzulesen u.a. unter https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-10/nordirland-brexit-gruene-grenze-brexit im Abschnitt “Wann endet die Sonderregelung”

    Die jetzige Version des Brexitdeals enthält ein extremes Entgegenkommen der EU, das ich persönlich für mehr wie Fragwürdig halte. Danach wird die Frage über den sog. Backstop und die inner-irische Grenze nämlich nicht mehr als europäisches Thema betrachtet, sondern allein das nordirische (!) Parlament hat zukünftig alle vier Jahre die Möglichkeit über den Grenzverlauf zu entscheiden – ohne Mitsprache der EU oder wenigstens der Republik Irland.
    Faktisch bedeutet das, dass das Thema Nordirlandkonflikt zunächst für vier Jahre verschoben wird und dann einseitig von der der EU-verlassenden Partei entschieden werden kann.

    • Das nordirische Parlament ist seit über 2,5 Jahren nicht mehr zusammengetreten. Vielleicht spekuliert die EU darauf, daß sich die nicht so schnell ändert.

  20. Bildungstrend 2018: Daten geben Story nicht ganz her

    Hallo, nach allem was ich finden konnte, lässt sich die Story “Mädchen sind mindestens so gut wie Jungen in Mathe – oder besser” so leider nicht belegen. In absoluten Zahlen und im Mittel sind Jungs immer noch leicht besser. Nur im Trend sind Jungen eher schlechter und Mädchen eher besser geworden. Zumindest habe ich das so interpretiert (IQB Bildungstrend 2018 Pressemappe, S. 22) – macht mich gerne auf Denkfehler aufmerksam.

    Das soll natürlich nicht heissen, dass wir Mädchen nicht massiv darin bestärken und unterstützen müssen, sich für MINT Fächer zu interessieren und begeistern!!! Mir persönlich ist das ein großes Anliegen, weshalb ich die Storyline ja auch schön gefunden hätte (Mädchen sind besser – merken es nur nicht). Gerade in solchen, teilweise ideologisch aufgeladenen Debatten (mehr Frauen in MINT, Quoten etc) muss allerdings aufpassen bei den Fakten zu bleiben – sonst macht man sich nur angreifbar.

    Was meiner Meinung nach helfen würde: Vorbilder sichtbar machen (MINT Studentinnen an Schulen einladen, Frauen in MINT Berufen an Unis einladen, auf Tech Konferenzen Frauen auf die Podien setzen, etc.). Der Punkt ist ja der: Es gibt genug inspirierende und qualifizierte Frauen in dem Bereich, es ist teilweise nur schwieriger diese ins “Rampenlicht” zu bewegen als die männlichen Kollegen, die sich viel eher selbst präsentieren möchten.

  21. Hallo zusammen,
    toll, dass ihr das Bildungs-Thema in der Folge hattet.
    Im Studium und auch im Berufsleben bin ich einigen Männern begegnet, die sehr gut darin waren ihre nicht vorhandenen Qualifikationen gut zu verkaufen. Gleichzeitig habe ich viele intelligente und qualifizierte Frauen kennengelernt, die ihr Können leider “unter den Scheffel stellen” und so bspw. mit deutlich weniger Selbstbewusstsein als männliche Kollegen in Bewerbungsgespräche oder Gehaltsverhandlungen gehen.
    Viele Grüße,
    Melanie

  22. Hallo Ulf, hallo Philipp,
    wieder mal eine sehr interessante Folge. Danke dafür.

    Aber könnt ihr bitte _etwas_ langsamer sprechen?

    Nachdem ich euren Podcast einigen Leuten empfohlen habe, die teilweise nicht Deutsch als Muttersprache haben, tun diese mir ein wenig leid :-}
    Aber auch ich musste mich diesmal voll konzentrieren und empfand es als etwas zu anstrengend.

    Gruß
    Martin

    • Wir können es gerne versuchen, aber im Eifer Eifer des Gefechts kann ich für nix garantieren … in einer guten Podcast-App kannst Du die Geschwindigkeit allerdings eh frei einstellen ;)

      Für iOS empfiehlt die Redaktion Overcast.

  23. Ich möchte Euch vorschlagen, Eure investigativjournalistischen Kapazitäten auf ein Sujet zu richten, dem – zumindest in der deutschen Berichterstattung – bisher nur unzureichend Aufmerksamkeit zuteil wird: den aktuellen Bauarbeiten im Wildreservat Selous (Tansania). Ein gigantisches Energiegewinnungsprojekt droht irreversible biophysikalische Disruptionen in einem, für die klimatologische Fortentwicklung höchstwichtigen Ökosystem zu zeitigen. Der Bundestag hat sich am 17. Januar positioniert (DS 19/6414), trotz Beginn der Bauarbeiten hat Deutschland meines Wissens aber bisher nicht reagiert. Der aktuelle Status erscheint mir einigermaßen opak und ich kann Euch nur bitten, Euch des Vorgangs anzunehmen.

  24. Hallo,

    Zu eurer kleinen technischen Panne möchte ich dann doch noch ein bisschen klugscheißen. Bei MP2 und MP3 steht die Zahl nicht für eine Version sondern für den sogenannten Layer innerhalb des MPEG-1- bzw. MPEG-2-Standards. Die Layer unterscheiden sich durch ihre Komplexität und Qualität.

    MP2 ist auch nicht veraltet. Es wird bis heute bei DAB (Radio) und DVB (Fernsehen) verwendet. Wenn ihr also digitales Fernsehen schaut, kann es gut sein, dass ihr den Ton als MP2-Datenstrom hört. Insofern ist es erstaunlich, dass ihr da einen Mediaplayer nutzt, der mit MP2 nicht klarkommt.

  25. Moin,
    Saskia Eksen hat auf einige “Ungerechtigkeiten” des Steuerrechts hingewiesen, wie z.B den Spendenabzug.Ich wollte hier mal auf ein paar ähnliche Ungereimtheiten aufzeigen.
    Unternehmer könne eine und die selbe Spende mehrfach geltend machen. Einmal im Rahmen des §10b EStG, wo er sich progressiv über den Steuersatz auswirkt und im Rahmen der Gewerbesteuerberechnung kann man die Spenden ein weiteres mal abziehen(§9 GewStG). Einmal Spenden zwei mal Steuern sparen.

    Kinder von “reicheren” Eltern bekommen in Deutschland auch ein höheres Kindergeld als “geringverdiner” Kinder. Bei der Berechnung der Einkommensteuer wird geschaut ob der Anspruch auf Kindergeld oder der Kinderfreibetrag steuerlich besser ist(höhere Erstattung). Man bekommt nur eines von beiden. Also entweder man muss das Kindergeld in Höhe von 194€ monatlich zurückzahlen und bekommt dann eine erstattung von Beispielsweise 220€ monatlich über die normale Einkommensteuer(26 €pro Monat mehr). Oder man behält das Kindergeld und bekommt nicht den Kinderfreibetrag.

    Hoffe das ist so verständlich schreibe das hier aus dem Bus.Schönen Abend und macht weiter so.

  26. Liebe Lage Team,

    Zur Grundsteuer:
    Ich bin der Ansicht, dass es gut ist, wenn diese in den Nebenkosten aufgeführt wird. Das macht das Vertragsverhältnis zum Vermieter transparenter. Ich gehe sogar noch weiter und und sage auch die Instandhaltungsrücklage sollte in den Nebenkosten aufgeführt werden.

    Hierdurch würde man als Mieter gleich am Vertrag sehen können ob die Eigentümer ordentlich wirtschaften (und Geld zurücklegen) oder ob sie das Gebäude wie eine Zitrone ausquetschen und am Ende dick modernisieren statt regelmäßig zu renovieren.

    So wäre die Kaltmiete der Gewinn des Vermieters abzüglich der Instandhaltungskosten des Sondereigentums.

    Grüße
    Gregor

    • Ich dachte auch sofort: Werden Vermieter nicht die Kaltmiete anpassen, wenn die Umlagefähigkeit der Grundsteuer wegfällt?

      • bezüglich der Möglichkeit der Umlage der Grundsteuer auf den Mieter finde ich die Darstellung absolut unausgewogen. Letztlich wird die Grundsteuer zweckungebunden (wie jede Steuer) zur allgemeinen Finanzierung der kommunalen Aufgaben (Kindergarten, Schwimmbad, Straßenbau, in Zukunft ggf. auch Pflegekosten) eingesetzt. Warum jetzt ein Vermieter, der ggf. nicht einmal vor Ort lebt, diese Kosten tragen soll, erschließt sich mir nicht. Ich habe den Eindruck, dass die Grundsteuer mehr und mehr als Ersatz für die ausgesetzte Vermögenssteuer gesehen wird. Dabei kämpft man durch den typisch deutschen “Gerechtigkeits-Wahn” mit den gleichen Problemen, die vor 20 Jahren das BVerfG letztlich dazu bewogen haben, die Vermögenssteuer zu kippen: die Bewertung von Vermögenswerten (und damit auch Immobilien) ist im Einzelfall eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die mit hohem administrativen Aufwand einhergeht. Auch die Vermögensteuer hatte dieses Problem, unverhältnismässig hohe Kosten bei der Erhebung zu verursachen. Eine Grundsteuer, die (gemäß der Bezeichnung) auf die Grundstücksfläche bezogen wird, ist daher ein absolut sinnvoller, vereinfachter Lösungsansatz.

        • “Warum jetzt ein Vermieter, der ggf. nicht einmal vor Ort lebt, diese Kosten tragen soll, erschließt sich mir nicht.” – Ganz einfach, weil er auch alleinig von der Wertsteigerung profitiert und nicht der Mieter.

        • Der Passus “ganz einfach” ist eine Unsitte in jedem Diskurs – es ist eben nicht “ganz einfach”: eine befahrbare Strasse oder eine funktionierende Kanalisation sind Güter, die der Mieter “verbraucht” (für Straßen wird mit 20 Jahren Lebensdauer gerechnet), und die nicht messbar zu einer “Wertsteigerung” beitragen. Die Grundsteuer ist dem Wesen nach keine Vermögenssteuer, sondern soll den Einwohner u. a. an den Kosten für kommunale Dienstleistungen und der Verwaltung beteiligen, die er verursacht. Wenn eine Wertsteigerung besteuert werden soll, dann doch bitte in dem Moment, wenn die Wertsteigerung sich materialisiert. Man sollte schon bereit sein, steuerliche Aspekte nicht nur aus der Perspektive “was nutzt mir” oder “wie komme ich an das Geld der anderen Leute” zu bewerten.

        • Ich denke wir können hier lange darüber streiten ob die Grundsteuer neben der Finanzierung der Kommunen auch einen Umverteilungscharakter hat oder nicht; ich denke das ist so – wie bei im Grunde allen zweckungebundenen Steuern, im Gegensatz zu direkt zweckgebundenen Abgaben wie z.B. die Straßenausbaubeiträge (die übrigens auch von den Eigentümern und nicht den Mietern bezahlt wird und nicht auf die Betriebskosten umgelegt werden darf). Auch das BVerfG sieht die Grundsteuer meiner Einschätzung nach nicht nur als direktes Finanzierungsvehikel der Kommunen, andernfalls hätte es keine so bedeutende Rolle gespielt dass die Einheitswerte veraltet sind. Wie man es dreht und wendet: Am Ende ist das eine politische Frage, das ist schon richtig. Dass in diesem Kontext die Grundsteuer “mehr und mehr als Ersatz für die ausgesetzte Vermögenssteuer gesehen wird” ist in meinen Augen nur richtig, leider hat es die Politik versäumt hier die entsprechende Ausgestaltung vorzunehmen.

  27. Ich höre euch immer wieder mit Begeisterung: sehr gut recherchierte und präsentierte Fakten, aktuelle Themen, klare Sprache – bislang alternativlos gut.
    Jetzt das “Aber”: Interviews passen meiner Meinung nach nicht in euer (bisheriges) Format. Fundierte Hintergrundinformationen und “Faktenchecks” bleiben auf der Strecke. Die Lage sollte keine Bühne für Profilierungsversuche der jeweiligen Interviewpartner werden – und erst recht kein Talkshowverschnitt..
    Ihr sagtet: dies ist das erste Live-Interview in der “Lage” … ich hoffe und wünsche, es war auch das letzte.

    • Es war mit Sicherheit nicht das letzte, denn das Feedback im Saal war ausschließlich positiv, es hat die Show aufgelockert, und uns hat es Spaß gemacht. Ich sehe auch nicht, dass das Interview inhaltlich wesentlich anders abgelaufen wäre als die vielen anderen, die wir im Studio geführt haben.

    • Für mich war das Interview ein Gewinn, denn Saskia Esken, die ich bisher nicht kannte, hat sich als Persönlichkeit präsentiert und bis auf am Anfang keine Phrasen gedrescht. Politiker direkt zu hören, ist eine andere Qualität, als wenn über sie berichtet wird. Bei mir hat sie einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Gerne öfters, wenn die Lage so erbauliche Gäste einladen und vorstellen kann.

  28. Zu eurem letzten O-Ton noch eine Anmerkung aus eigener Erfahrung (sowohl durch eigenes Erleben als auch später in den Unitutorien und Schülerprojekten).

    Gute Schulnoten und das Gefühl etwas zu können haben oft nur sehr bedingt etwas miteinander zu tun. Es gibt zwar viele Leute, die sich völlig zu Unrecht unterschätzen (siehe z.B. Impostor Syndrome etc.); es gibt aber auch die Leute, bei denen eine eher mäßige Selbsteinschätzung absolut zutrifft, obwohl sie gute Noten haben.

    Das Hauptproblem ist, dass gerade im MatNat-Bereich kaum auf Verständnis getestet wird, sondern primär das schnelle und hinreichend exakte Anwenden eines auswendig gelernten Regelwerks abgefragt wird – was aber primär eine Disziplin- und Fleißkontrolle ist.
    Ich habe beides erlebt; es gab Fächer, in denen hatte ich keinerlei Verständnisprobleme, aber mäßige Noten (z.B. weil ich “zu langsam” war) und es gab Fächer, in denen ich ehrlich gesagt keine große Ahnung hatte – aber ich wusste, wie die Arbeit gebaut sein würde und konnte dann das Gewünschte reproduzieren.

    Deshalb kann man sich vollkommen zu recht in einem Fach unsicher fühlen, obwohl man ja gute Noten hat (und umgekehrt). Wir wissen, dass Rollenklischees und Erwartungsdruck einen starken Einfluss auf Schüler haben, aber ein entsprechendes Unterschätzen/Überschätzen alleine anhand der Noten quantifizieren zu wollen halte ich für sehr mutig.

    Im Bezug auf die Studie wäre es IMHO viel interessanter, warum Mädchen/Frauen im Schnitt anscheinend schon seit einigen Jahren merklich besser mit dem Schulsystem klarkommen als Jungs/Männer. Praktisch alle Studien deuten darauf hin, dass Intelligenz und kognitive Leistungsfähigkeit bei Männern und Frauen (zumindest im Median) gleichverteilt sind – deswegen ist eig. kein gutes Zeichen.

    Daher verstehe ich auch nicht, dass ein Ergebnis “Mädchen/Frauen sind mindestens genauso gut oder sogar besser” positiv aufgenommen wird – das ist genauso ein Alarmzeichen! Und die Ursachen und Mechanismen dahinter zu erforschen könnte uns wirklich mal weiterbringen, wenn es darum geht, die Chancengleichheit für Schulkinder zu verbessern…

    • Solange in dieser Bubble die Soziologen die Meinungsführerschaft für sich beanspruchen, werden halt auch solche Unwahrheiten verbreitet. Wenn es nach denen geht, gibt es nicht mal einen Unterschied zwischen Mann und Frau. Diese seltsame Gleichmacherei und der Feminismus führen zu nichts. Man könnte auch einfach individuell betrachten. Jeder, Männlein oder Weiblein, sollte nach seinen Fähigkeiten und seinem Potenzial gefördert werden. Kostet halt Zeit und Geld. Schwarze Null. Pech.

      Und diese elende pseudo-linke Sprachverirrung (Zuschauerinnen und Zuschauer). Was erreicht ihr dadurch? Frauen werden dadurch nicht mehr wertgeschätzt in der Gesellschaft. Im Gegenteil.

      Verallgemeinerungen wie Gender Gap auch noch genauso platt in die Mikrofone zu paraphrasieren hat wahrscheinlich den selben Effekt.

      :-D
      Ansonsten fand ich die Sendung gut. Danke.

      • Könntest Du Deine doch recht provokanten Thesen noch etwas mit Argumenten unterfüttern?

        • Ich würde gerne hinzufügen, dass der derzeitige Gender-Gap in Deutschland nicht bei “ein paar Prozent” liegt, sondern bei etwas über 20 %.
          https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-1/gender-pay-gap.html

          Mädchen und Frauen profitieren sicher durch pädagogische Wertschätzung, wichtiger scheint mir jedoch die gesellschaftliche Veränderung nicht von Gleichmachung, sondern Chancengleichheit. Hierzu zählt eben auch das Gendern der Sprache und das klare formulieren des derzeitigen Unterschiedes.

          Weiterhin ist es interessant, dass obwohl Bildung laut des KMK selbst – handlungs- und kompetenzorientiert sein sollte, weiterhin in Studien Wissen und Fächergruppen dominieren- Wohin sollen also diese tradierten Studien und Daten führen?

        • Die Formulierung ist sicherlich provokant und ich würde mich diesem Statement so auch nicht anschließen (bin auch Soziologe!) Interessant ist allerdings diese recht aktuelle und große (80.000 repräsentativ ausgewählte Personen in 76 Ländern) Studie, die immerhin in Science erschienen ist (sowie die ersten drei zitierten Quellen): https://science.sciencemag.org/content/362/6412/eaas9899

          Es gibt anscheinend eine hohe Korrelation zwischen ökonomischer Entwicklung (0.67) und Gender Equality (0.56) einerseits und unterschiedlichen Präferenzen zwischen den Geschlechtern andererseits.
          D.h. im Klartext: je gleicher die Geschlechter und je besser die materiellen Verhältnisse, desto größer die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, was deren Interessen betrifft!

          Ich bin natürlich absolut dagegen, Menschen aufgrund von Stereotypen von der Verwirklichung ihrer Talente abzuhalten und v.a. davon, einen erfüllenden Beruf zu wählen. Die Frage ist vor dem o.a. Hintergrund aber, was denn das „natürliche“ Geschlechterverhältnis je Beruf wäre – es wird offenbar nicht überall 50/50 sein – und wie viele gesellschaftliche Ressourcen (Geld) wir dafür aufwenden wollen, Frauen ggf. auch gegen ihre Präferenzen in höherer Zahl in MINT-Berufe zu werben.

          Und ebenfalls berechtigt ist die Frage, ob man über das Thema evidenzbasiert diskutieren kann, oder ob man auf Basis einer Ideologie der Gleichheit der Geschlechter mundtot gemacht und beschimpft wird.

        • Und ergänzend zu meinem anderen Kommentar und zu Annika:

          Der sog. Gender Pay Gap kommt ja nicht primär dadurch zustande, dass dieselbe Art nach Geschlecht unterschiedlich bezahlt würde. Dieser Unterschied ist sehr gering. Frauen und Männer wählen aber unterschiedliche Arbeit und Lebensentwürfe –
          (Guter Artikel dazu: https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2009/fuehrung-unterschied/die-besserverdienerinnen)
          und anstatt jetzt alle Frauen zu drängen, MINT-Berufe zu ergreifen, wäre es vielleicht wirklich sinnvoll, diese weiblichen Lebensentwürfe gesellschaftlich aufzuwerten, wenn der Arbeitsmarkt sie geringer bewertet.

        • Danke Annika, so einen Kommentar wollte ich auch gerade schreiben. Bitte lest den 2. Absatz sorgfältig Satz für Satz, da steckt viel dahinter.

          Wer ein Problem mit Geldern hat, dem empfehle ich, sich über die Wirkung von Sprache gerade bei heranwachsenden zu informieren. Und noch schwieriger: Mal für das nächste halbe Jahr die Perspektive einer Frau einzunehmen. Und mal zu entscheiden, in welchen Situationen du dich mutgemeint fühlst und wann nicht.
          Gendern wird nicht des Genderns willens gemacht, es gibt tatsächlich Gründe dafür. Die sind so gewichtig, dass es das wert ist.

  29. Hallo Ulf und Philipp, als treuer Hörer der LDN benötige ich eine Argumentationshilfe von euch: ich habe gerade dieses Video von Plusminus konsumiert, und wundere mich sehr über deren Schlussfolgerung, dass Diesel fahren sogar die Luft reinigen soll. Die Argumentation erscheint plausibel, und da ich gänzlich anderer Meinung als die Autoren des Videos bin, wüsste ich gerne, wie ihr das seht:

    Plusminus – Debatte um Feinstaub: Comeback für den Diesel
    http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/diesel-autos-feinstaub-verkaufszahlen-video-100.html

    • Feinstaub ist etwas Anderes als CO2 Emissionen. Weiterhin würde ich mal vermuten, dass die Experimente nur deswegen gelingen, weil die Feinstaub-Konzentration in der Umgebungsluft im Test extrem viel höher ist als was hinten aus dem Diesel rauskommt. Dies ist aber in der wirklichen Welt (hoffentlich) nicht der Fall.

      • Ich könnte mir sehr wohl vorstellen, dass in Bezug auf Partikel die Abgase aus Fahrzeugen “sauberer” sind als die Umgebungsluft (insb. in Städten). Je nach Güte des Filters.

      • Hier noch ein Video.
        https://www.youtube.com/watch?v=qPjNhrGa940
        Es gibt halt Situationen, da kommen beim Diesel hinten weniger Feinstaubpartiekl raus, also vorne rein gehen. Das hat was mit dem Partikelfilter zu tun. Der kann halt eine bestimmte Menge Partikel filtern. Wenn jetzt der Motor gerade wenig Partikel ausstößt (Mittellastbetrieb) und der Filter gerade regeniert ist, hat der Filter sozusagen noch freie Kapazitäten, um Feinstaub, der mit angesaugt worden ist auszufiltern.

    • Ich bin auch treuer Hörer, seitdem Holger Klein alles von Philipp empfohlen hat was er macht. :-)

      Das Diesel-/SUV-/Auto-/Dienstwagenbashing überspringe ich jetzt immer.
      Das ist leider unerträglich geworden. Falsche Fakten, Verwechselungen bei Begriffen helfen dabei nicht unbedingt.

      Das Thema wird sich auch nicht mit grüner Beteiligung in der Regierung ändern. Das bliebt genauso wie es ist, weil die Wähler das so wollen.

  30. Bei diesem SPD “Wahl”Verfahren finde ich es komisch das man mal wieder nicht die Chance genutzt hat etwas zum Beispiel ein Single Transverable Vote oder auf deutsch Übertragbare Einzelstimmgebungs Verfahren zu verwenden. So würde man das Problem das die 4 progressiven und die zwei konservativen Kandidatebpärchen sich die Stimmen streitig machen vermeiden.
    Gute Argumente dagegen gibt es eigentlich nicht. Nur die Leute verstehen das nicht und ham wa immer schon so gemacht.

    • Guter Punkt, ich hab auch noch nie verstanden wieso Präferenzwahlsysteme so wenig Einsatz finden (ok sie sind deutlich schwieriger manuell auszuzählen – aber hier in dem Fall sowieso kein Problem). Zudem löst es, wenn ich mich nicht sehr täusche, das Problem dass man möglicherweise eine zweite Stichwahl durchführen muss (inkl. der damit verbundenen Kosten wie von Esken im Interview ausgeführt). Ich jedenfalls würde mir sowas auch für die Erststimme bei Bundestagswahlen wünschen, dann könnte man auch endlich aufhören taktisch zu wählen.

    • Könntet ihr zwei beiden Mal genauer erklären wie das Wahlsystem funktioniert? Ich kann mir mit der Begrifflichkeit allein nichts vorstellen.

      • Jeder Wähler gibt anstatt nur einer Stimme für einen Kandidaten/Team eine vollständige Liste seiner Präferenzen ab, d.h. A vor B, C vor B und so weiter. Bei der Auszählung wird zunächst wie gehabt die erste Präferenz auf die Kandidaten verteilt, anschließend wird der Kandidat mit den wenigsten Stimmen von allen Listen gestrichen und die Erststimmen von diesem werden auf die Zweitstimmen auf den entsprechenden Wahlzettel umgebucht. Das ganze wird solange wiederholt bis hinreichend viele Sieger feststehen. Es gibt verschiedene Varianten davon die unterschiedliche Eigenschaften haben, aber soweit grob das gemeinsame.

        Am Ende hat man eine Siegerin mit der alle Wähler im Schnitt am besten Leben können. Die politischen Lager sind besser abgebildet, auf taktisches wählen kann verzichtet werden, negative campaigning ist unvorteilhaft.

  31. Vielleicht sind die Mädchen ja besser weil sie sich weniger zutrauen. Dadurch strengen sie sich mehr an als die Jungs.
    Und was tragen eigendlich die hauptsächlich weiblichen Grundschullehrrinnen zu diesem Zustand bei?

  32. Hallo,

    nur ein kurzer Einwurf. Könntet Ihr bitte darauf achten euch nicht anzugewöhnen, bei internationalen Verträgen und Abkommen wie z.B. den aktuellen Brexit Verhandlungen von Deals zu reden? Das ist ein Begriff wie er gern von Trump und Johnson benutzt wird, der die Komplexität solcher Verträge/Abkommen absolut nicht widerspiegelt und ungeeignet ist. Ansonsten wie immer, danke für den tollen Podcast!

    • Im Grundsatz finde ich deine Anregung richtig, im Falle des Brexit ist aber „Deal“ nun einmal die offizielle Bezeichnung, die ja auch von Vertretern der europäischen Union konsequent verwendet wird.

      • Jeder Wähler gibt anstatt nur einer Stimme für einen Kandidaten/Team eine vollständige Liste seiner Präferenzen ab, d.h. A vor B, C vor B und so weiter. Bei der Auszählung wird zunächst wie gehabt die erste Präferenz auf die Kandidaten verteilt, anschließend wird der Kandidat mit den wenigsten Stimmen von allen Listen gestrichen und die Erststimmen von diesem werden auf die Zweitstimmen auf den entsprechenden Wahlzettel umgebucht. Das ganze wird solange wiederholt bis hinreichend viele Sieger feststehen. Es gibt verschiedene Varianten davon die unterschiedliche Eigenschaften haben, aber soweit grob das gemeinsame.

        Am Ende hat man eine Siegerin mit der alle Wähler im Schnitt am besten Leben können. Die politischen Lager sind besser abgebildet, auf taktisches wählen kann verzichtet werden, negative campaigning ist unvorteilhaft.

  33. Hallo Philip, Hallo Ulf,

    interessant fand ich eure Reaktion auf die Tatsache, dass 50% der Neuntklässler einen Migrationshintergrund haben. Ihr wirktet sehr überrascht (beziehe mich hier aufs reine Audiomaterial). Habt ihr zufällig die Quelle dazu? In einem FAZ-Artikel ist die Rede von bundesweit 33.6 %. Auch sehr hoch, aber nicht 50 %. Jedenfalls wird sich Deutschland in den nächsten Jahren wohl sehr verändern. Von Rechts wird von einem Völkeraustausch geredet und von Links wird das Thema ignoriert bzw. nur Positives gesehen. Ich persönlich würde es spannend finden, wenn ihr diesen Gesellschaftswandel mal in einer Folge von beiden Seiten (Links&Rechts) sachlich beleuchtet.

    Gruß,
    Armin

  34. Zu Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern:

    Sicherlich ist es wichtig, Mädchen in ihren Leistungen zu bestärken. Am Ende ist es aber nur ein kleiner Grund dafür, dass Frauen weniger verdienen. Denn Frauen studieren naturwissenschaftlichen Fächer, obwohl sie sich weniger zutrauen als Männer. Am Ende bekommen sie aber schlicht die schlechteren Jobs. Die Aussage: „Frauen müssen halt nur an sich glauben,“ wird auch häufig genommen, um den Frauen die Schuld zuzuschieben und nichts am System zu ändern.
    Die Zahlen unter den Studierenden und Promovierenden der Naturwissenschaften sind seit Jahren praktisch unverändert. Seit etwa 10 Jahren wird im klassischen Männerfach Chemie erfasst, wie viele Frauen überhaupt studieren. Vor 10 Jahren war man überrascht, dass etwa 40 % Frauen sowohl studieren wie auch promovieren. Demgegenüber standen nur 8 % Frauen mit Professur. Nur Sachverhalte, die in der Kritik stehen, ändern sich. So hat sich der Anteil der Frauen unter den Professor*innen inzwischen auf 14 % erhöht. Aber: Immer noch nur 14 %!

    Anteil der Frauen unter den Studienanfängerinnen für:
    Chemie:
    2008 41 %
    2018 43 %
    Promotion Chemie:
    2008 38 %
    2018 35 %

    Biochemie/Life Science:
    2008 60 %
    2018 63 %
    Promotion für Biochemie/Life Science
    2008 53 %
    2019 54 %

    Professur Chemie:
    2006: 8 %
    2016: 14 %

    (Quellen: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.: Statistik der Chemiestudiengänge 2018. Frankfurt, 2019; Tabelle 14 und 24a (https://www.gdch.de/fileadmin/downloads/Ausbildung_und_Karriere/Karriere/Statistik/Broschuere_web/2018_Statistik_web.pdf)
    Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V: Nachrichten aus der Chemie. 65. April 2017; Abb. 2 (https://www.gdch.de/fileadmin/downloads/Ausbildung_und_Karriere/Karriere/PDF/2017_NCh_GDCh_Habilumfage_2016.pdf))

    • Hallo Philipp,

      bei den Professuren sieht die Annäherung eigentlich schon ganz passend aus.
      In den 10 Jahren werden ja nicht alle Professurstellen einmal ausgewechselt. Ich hab jetzt keine Zahlen gefunden würde aber einen Zeitraum von 25 Jahren von Berufung bis Pensionierung annehmen.
      Bei 40% Studentinnen (2/5) und einem Zeitraum von 10 Jahren bei 25 Jahren Gesamtdauer (2/5) würde ich auf 16% Zielwert (2/5 * 2/5) kommen. Es fehlt zwar immer noch ein Viertel an Steigerung aber der Weg ist schon ziemlich klar.

      Bedenklicher finde ich die Zahlen zu den Promotionen. Hier kann das fehlende “Role-Model” eigentlich nicht greifen. Der Anteil an Professorinnen ist in dem Zeitraum ja gestiegen.

      Viele Grüße

  35. Saskia Esken
    Im Prinzip hat sie die ganze Zeit nur rum laviert und wenig bis nichts gesagt.

    Und bei der Kompromissfähigkeit … naja da kommt wohl eine große Phase des Stillstandes auf uns zu, wenn sie gewinnen würde. Wer mit Kompromisslosigkeit und der Beharren auf Ideologie in Verhandlungen geht, der bekommt am Ende nichts.
    Das zeigt doch wieder dass die SPD uns nicht voranbringt.
    Auch beim Klimapaket schlug sie vor, dass man vom Lande als Krankenschwester nachts in die Stadt mit dem Fahrrad fahren solle. Dass das nicht im Herbst oder Winter geht, schon gar nicht nachts (und da fahrt man häufig als Krankenschweser), das ist der reichen Genossin wohl nicht mehr ganz klar.
    Da wahle ich lieber die FDP, die im Großen gegen meine Interessen ist, mich aber in Ruhe lässt und obendrein noch einen schlanken Staat will.

    Ein schlanker Staat könnte übrigens auch nicht noch mehr überwachen.

    • Ich denke du überstehst den eigentlichen Punkt: sie will nicht kompromisslos Verhandlungen führen, aber eben nicht mehr nur “gerade so machbares” fordern und sich dann auch noch runterhandeln lassen.
      Der einzigste Punkt der für sie unverhandelbar ist, ist die Blickrichtung “Gerechtigkeit”.
      Das was sie derzeit treiben ist mehr Stillstand als das was Saskia da vorschwebt.

  36. Guten Abend,

    ich fände es sehr interessant und wichtig, wenn ihr mal die aktuelle Lage in Katalonien auseinanderpflücken würdet.

    Liebe Grüße!

    • Moin,

      möchte den Vorschlag von Lara gerne unterstützen. Ein kurzer Überblick über die derzeitige Lage und eure Meinung dazu würden mich ebenfalls sehr interessieren.

      Danke und BG

      Marcel

    • Würde ich auch interessant finden.
      Die letzte Lage war übrigens super :D Macht weiter so!

  37. Rechtsextremismus

    Meiner Einschätzung nach hat das Verschieben der “Grenze des Sagbaren” einen erheblich geringeren Einfluss auf rechte Gewalttaten als:

    Bilder polizeilicher Duldung (Chemnitz letztes Jahr)
    die ständige Verharmlosung (alles Einzeltäter)
    finden von Sündenböcken (Internet ist Schuld, Gamerszene…)
    das gleichsetzen von rechtem und linken Extremismus (Vgl. Todesfälle durch Rechte/Islamisten/Linke)
    ein systematischer Mangel an Aufklärungswillen (NSU-Prozess, Verfassungsschutz)
    offenes unterstützen Rechter Ideologie durch hohe Beamte wie z.B. Herrn Maaßen und ihn darüberhinaus auch eine gefühlte Ewigkeit gewähren zu lassen
    der Eindruck von rechtem Gedankengut in Polizei und Verfassungsschutz

    Summa summarum fühlen sich Rechtsextreme in ihrem Tun vielleicht nicht gefördert, aber auch bestimmt nicht abgeschreckt durch unsere Politik und Strafverfolgung.
    Die AfD gibt hier vielleicht ein Gefühl der allgemeinen Unterstützung, ausschlaggebend sind aber Kommentare wie von Seehofer oder anderen Politikern die einfach immer weiter nach obigem Drehbuch vorgehen.

  38. Die “Sonderschule” heißt seit 2015 “Förderschule”.

  39. Wieder eine sehr schöne Folge! Immer noch mein Lieblingspodcast und seit Kurzem deswegen auch der erste, für den ich Geld bezahle.
    Ich muss sagen, dass mich die Antworten von Frau Enken nicht überzeugt haben. Einfach nur auf soziale Gerechtigkeit als Thema zu setzen ist nicht progressiv, es ist altbacken. Klar möchte ich soziale Gerechtigkeit als Bedingung aller politischen Entscheidungen, aber progressiv wäre es für mich, wirklich neue Lösungen anzubieten, die ins digitale Zeitalter passen. Und progressiv wäre es für mich, nicht wie ein typischer Politiker bei der Hälfte der Fragen auszuweichen, sondern klare Antworten zu geben. “Nein wir Linken müssen uns nicht auf einen Kandidaten einigen, weil ich denke, dass Scholz und seine Politik keine Chance haben” statt “ach wer letztendlich oben sitzt ist mir egal” mit anschließendem Zurückrudern und Ausweichen auf das eigene Programm (nach dem in diesem Moment nicht gefragt war).
    Ich finde aber gut, dass ihr sie eingeladen habt, und könnte mir das so auch häufiger vorstellen!
    Apropos, als ihr das angekündigt habt, dachte ich ja kurz, dass gleich Böhmermann auf die Bühne kommt. :D

  40. Hallo Ulf und Philip,
    wenn es nach mir ginge, könntet ihr Euch Interviews wie mit Saskia Esken sparen.
    In meiner Wahrnehmung ist Eure Sendung dem aufklärerischen Gedanken verhaftet. Komplexe Sachverhalte verständlich machen, auf relevante Details hinweisen, Wesentliches herausarbeiten usw usf. Anschließend eine Bewertung aus journalistischer oder juristischer oder netzpolitischer Sicht. Hiervon erhoffe ich mir immer neue Gedanken und schlüssige Argumentationen. Ergo: nach einem Beitrag möchte ich sagen können “Hammwer wieder was gelernt. So habe ich das bislang nicht gesehen.”. Was in den allermeisten Fällen auch so ist.
    Das Gespräch mit Frau Esken war in meiner Sicht eine milde Werbeveranstaltung in eigener Sache. Ich habe keine Erkenntnisse mitgenommen, außer dass Frau Esken auch nur die üblichen Politikereuphemismen benutzt und sie eine moderat linke Position vertritt. Was mir allerdings kurzfristig egal sein kann, da ich kein SPD-Mitglied bin.
    Grüße
    Marc

  41. Ich hätte mir ja gewünscht, dass – wenn ihr schon jemanden von der SPD da habt – auch das Abstimmungsverhalten der SPD bei der Entscheidung zum Tempolimit anschneidet. Dieses Thema wurde in der gesamten Presselandschaft relativ ignorant behandelt, und ich hatte erwartet, dass ich wenigstens von euch ein kurzes Statement dazu höre. :-)
    Vielleicht kommt dazu ja in der nächsten Lage nochmal kurz was?

    • Stimme dagegen!

      Ein Tempolimit auf Autobahnen würde ich sehr begrüßen, aber der Parlamentsbetrieb sollte nicht in Klamauk enden. Genau das wäre aber der Fall, wenn die Opposition dauernd für Teile der Regierung vermeintlich peinliche Abstimmungen ansetzt, um damit in die Medien zu kommen.

      • Ein Tempolimit auf Autobahnen kann nun mal nur im Bundestag beschlossen werden, also warum sollen die Abgeordneten, die das wollen, nicht im Bundestag ein entsprechendes Gesetz einbringen? Peinlich ist eher der Fraktionszwang.