LdN159 Trump-Impeachment, Österreich-Wahlen (Interview Maria Zimmermann), Nutri-Score in Deutschland, Klimapaket

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Begrüßung

Trump-Impeachment

Österreich-Wahlen (Interview Maria Zimmermann)

Nutri-Score in Deutschland

Klimapaket

Bildnachweise

  • Trump-Impeachment: NYT
  • Österreich-Wahlen (Interview Maria Zimmermann): SN
  • Nutr-Score: Foodwatch
  • Klimapaket: dejure

Hausmitteilung

250 Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    wenn auch schon etwas her möchte ich hier noch gerne ein paar Gedanken zum Nutri-Score äußern:
    Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ergibt die Kennzeichnung von Lebensmitteln mithilfe eines solchen Scores kaum Sinn. Unter folgendem Link findet sich hierzu eine sehr ausführliche Argumentation : tichyseinblick.de/meinungen/das-ende-der-ernaehrungsaufklaerung-nutri-score/.
    Euer Aufruf für den Boykott von Produkten ohne Nutri-Score ist daher meiner Meinung etwas voreilig und unrefelektiert. Ich bin selbst Ernährungswissenschatflerin und befürworte die Ausbildung eines gesunden Ernährungs- und Lebensmittelbewusstseins. Dieses Kennzeichnung erscheint in diesem Sinne allerdings in keinster Weise zielführend zu sein. Vielleicht wollt ihr dazu ja noch einmal Stellung nehmen.

    Viele Grüße und Danke für den tollen Podcast!

  2. Ich wollte nur mal als Kommentar abgeben, dass Bekannte in ihrer Vollkostenabrechnung durchaus auch 1-1,80€/km erfolgreich beim Finanzamt abrechnen konnten ohne jetzt verschwenderisch viele Maßnahmen/Reparaturen auszuführen. Das mal so bzgl 30ct/km Pauschale…

  3. Hallo IIRC, ihr habt gesagt wenn man etwas für die nächste Episode hat, soll man es hier schreiben. Ich habe einen Thread auf Twitter über die Waffen des Rechten Schützen in Halle gemacht. Er enthält ein paar sehr interessante infos. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr mich unter der angegebenen E-Mail-Adresse und auf meinem Twitter Account erreichen. Deutsch -https://twitter.com/AnalystMick/status/1182397585434337280?s=20. Englisch – https://twitter.com/AnalystMick/status/1182372683926753280?s=20.

  4. Hallo Philipp, hallo Ulf,

    vielen Dank für die neue Folge, es war wieder einmal ein sehr guter Podcast mit einem Wermutstropfen. Wieder einmal musste ich mir von Euch einen Rant gegen Automobile anhören, der meiner Ansicht nach weit übers Ziel hinausgeschossen ist.
    Wie sehe denn Eurer Meinung nach eine Welt ohne Autos aus? Eisenbahnschienen bis 500m vor jedes Haus in Deutschland?
    Nur weil Ihr in Berlin lebt und das Auto für Großstädte wirklich (ehrlich) nicht die beste Lösung ist, heißt das noch lange nicht, dass ganz Deutschland autofrei werden muss. Überall wo die Erde weniger dicht besiedelt ist, ist ein (lokal emissionsfreies) Kfz. die beste Lösung.

    Auch ist Euer Hass auf die Pendlerpauschale schlecht begründet. Sie ist zwar ungerecht weil nur hohe Einkommen davon profitieren und begünstigt (richtigerweise) längeres Pendeln zur Arbeit, aber wenn man sie zeitgleich mit der CO2 Steuer erhöht, dann wird der Umstieg auf ein E-Auto günstiger. Und das ist doch das Ziel, die E-Karre muss billiger werden als der Diesel.

    Genauso ist es sinnvoll bei der Pendlerpauschale die tatsächlichen Kosten angeben zu können. Das ist ja der korrekte Weg und die Pendlerpauschale ist nur eine Vereinfachung. Meine Frau ist mal mit einem Kleinwagen (nicht SUV!) 3 km zur Arbeit gependelt und weil die Karre jährlich nur 5000 km gefahren ist kostete der Kilometer eben 48 Cent. Und kommt mir jetzt nicht mit Fahrrad, das funktioniert nur ohne Gepäck und bei mildem Wetter.

    Ich höre Euch echt sehr gerne, weil Ihr einen super recherchierten Gesamtüberblick der letzten Woche perfekt präsentiert, aber wenn ich mir wöchentlich Anti-Auto-Polemik geben müsste würde ich es mir echt überlegen.

    Grüße
    Gregor

    • Bitte hör Dir die Passagen einfach noch mal an. Den Rant gegen „das Auto“ gab es nicht, sondern spezifische Kritik an absurden steuerlichen Privilegien für ökologisch besonders schädliche Autos. Und wir „hassen“ auch nicht die Pendlerpauschale, sondern wir kritisieren, dass sie sozial ungerecht ist und falsche Anreize setzt.

  5. Abgesehen davon, dass Ihr beim Thema Firmenwagen einige Fakten vergessen habt, fehlt mir bei Euch die Forderung nach Alternativen.
    Ich gehöre zur Gruppe der „Landbewohner“ und habe die Wahl zwischen 15 Minuten mit dem Auto oder 1,5 Stunden mit dem ÖPNV zur Arbeit zu fahren. Der ÖPNV fährt alle 60 Minuten. Wenn der pünktliche Feierabend nicht klappt, käme die Wartezeit noch dazu.
    Der letzte Bus am Freitag fährt gegen 18 Uhr in die nächste Stadt. Ein spontaner Kinobesuch ohne Auto? Fehlanzeige.
    Ja, wir müssen dringend das Thema Umweltschutz voranbringen. Bisher findet die Diskussion für mich aber nur darin statt, den Verbrauch zu verteuern. Eine Investition in Alternativen vermisse ich in der allgemeinen Diskussion.

    • Ehrlich gesagt reden wir dauernd über den Ausbau des ÖPNV … ist wirklich ein Dauerbrenner in der Lage.

      Abgesehen davon stehen alternative Angebote und Verteuerung von Umweltverschmutzung durchaus in einem engen Zusammenhang: Mit den Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung kann man beispielsweise Nahverkehrsangebote ausbauen. Außerdem ist Nahverkehr oftmals erst dann konkurrenzfähig, wenn das Auto deutlich teurer ist. Daher sollte man nicht das eine lassen, weil man auch das andere tun kann und sollte.

      • Sorry, da sind wir unterschiedlicher Meinung.
        Wir sind uns glaube ich einig, dass eine Verkehrswende ein wichtiger Baustein beim Klimaschutz ist.
        Den notwendigen Ausbau des ÖPNV kann ich in keiner Diskussion und schon gar nicht im aktuell geplanten Klimapaket der Bundesregierung erkennen.
        Es reicht nicht aus, die Bahnpreise zu senken und den Spritpreise zu erhöhen.
        Ich wünsche mir einen massiven Ausbau des ÖPNV. Wir brauchen mehr Busse, mehr Bussfahrer und eine engere Taktung. Dann haben wir eine Alternative zum Individualverkehr.
        Ich wäre ja sogar bereit in Vorleistung (durch höhere Spritpreise) zu gehen, aber nur die Preiserhöhung bring im ländlichen Raum nichts. Es gibt keine Alternative zum Auto.

        • Hat die Bundesregierung nicht auch massive Investitionen in den Schienenverkehr beschlossen? Siehe Klimapaket: „Maßnahme 21“

          Ich bleibe dabei: Das Paket ist nicht optimal, aber besser als zu befürchten war … es wird in der Zukunft weiter an den Stellschrauben gedreht werden müssen, aber die Mechanismen sind durchaus durchdacht und kein reines Alibi-Blabla.

        • Nachtrag: Ich bin auch aus der Fraktion “Landbevölkerung” und fahre täglich 50km (zum Glück reine Autobahn, also <30min) in die Arbeit.

          Schiene ist für mich aktuell keine Option, da noch nicht mal ne Haltestelle bei der Arbeitsstelle existiert (eigentlich ein großer Gewerbepark im Stadtgebiet und Bahngleis direkt daneben vorhanden). Es gibt zwar seit Jahren Gerüchte diesbezgl. aber die bleiben bislang immer nur "vage" …. und selbst dann wird es die Frage sein, wie lange die Fahrt dauert und wie oft der Zug (oder besser gesagt "S-Bahn-ähnliche Zugverbindung") dann fährt.

          So werde ich wohl auch trotz Klimapaket weiter pendeln, allerdings sollten alternative Antriebe durchaus interessant werden für mich: meine 50km sind ne gute Entfernung dafür, auf der Ausgabenseite Geld zu sparen (ich fahre mit meiner Frau und bekomme Pendlerpauschale doppelt, was Kosten für Diesel zwar abfängt, aber die Attraktivität von alternativen Antrieben nicht sonderlich schmälert). Ich plane durchaus, meinen alten Diesel nur noch ca. ein oder zwei Jahr zu fahren und dann zu Elektrifizieren …

        • Kutschi:
          Ich kann Dir nicht direkt antworten. Geht scheinbar nur eine Ebene.
          Investitionen in die Schiene sind wichtig, erreichen aber viele Menschen nicht.
          Bei uns ist der nächste Bahnhof 15km weg. Ein Gleis = eine Richtung.
          Eine wirkliche Lenkwirkung hätte nur ein massiver Ausbau der Bussverbindungen.
          Hier kann ich aber nirgendwo die Bereitschaft zur Investition erkennen.

        • Irgendwann höhren die Einrückung-Levels auf :)

          Zu deiner Antwort:
          Jede Region ist anders und braucht andere Lösungen. Dafür ist dann aber nicht die Bundesregierung verantwortlich, sondern deine regionale … die Koalition wird sich nicht mit dem Busfahrplan in deiner Heimat beschäftigen :) Ihr Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen für Nahverkehr zu verbessern … und das tun sie mit dem Klimapaket (auch die Investionssumme fließt nicht nur in die Eisenbahn, sondern auch in Nahverkehrsysteme wie U-Bahn, S-Bahn, Busse) und auch wenn die Revolution eher eine kleine ist, ist es immerhin eine! Und das war in der Form schon nicht zu erwarten angesichts der Widerstände, die das Paket auch auslöst …. hier ein Beitrag über “Wettbwewerbsverzerrung durch die Investition in den Schienenverkehr”: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/schienenverkehr-milliardensegen-durch-das-klimapaket-so-will-der-staat-die-bahn-sanieren/25055306.html?ticket=ST-31934822-0aukJPgicybtccbJ2BX6-ap2

        • 1 Mrd. Euro ab 2021 als Investition in den ÖPNV. 2 Mrd. ab 2025.
          Damit soll die Schiene ausgebaut werden und bestehende Busse auf ökologischere Modelle umgerüstet werden.
          Absolut sinnvolle Maßnahmen, aber nicht genug.
          Damit fährt auf dem Land nicht ein PKW weniger.
          Mich regt einfach auf, dass es hier nicht mal eine Idee gibt.
          Von einer entsprechenden Finanzierung ganz zu schweigen.

        • Das ist aber nicht Aufgabe der Bundesregierung …. die schafft Rahmenbedingungen und stellt finanzielle Mittel zur Verfügung, für die Umsetzung sind dann Bahn und Regionalregierungen verantwortlich … die Merkel wird nicht den Busplan für dich optimieren :)

  6. Unter dem Motto “Aufstand gegen das Aussterben” kommt es vor allem seit dem 7.Oktober zu Sitzblockaden und anderen Aktionen durch Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion.
    Meine Frage an euch ist daher, in wieweit ziviler Ungehorsam gerechtfertigt ist.

  7. Zu Halle:
    Ich würd mich nicht wundern wenn die Rechtskonservativen es noch schaffen das Narrativ noch in Richtung “Antisemitismus von Migranten” zu drehen. Hab noch keine afd-statements gelesen, aber die werden wahrscheinlich schön von sich erzählen, dass sie ja immer gegen Antisemitismus waren und man daher diese Araber nun auch ganz genau in den Blick nehmen muss. Vielleicht nicht sofort, aber wenn jetzt das Thema Antisemitismus wieder viral ist wird es sich mit Sicherheit schön gegen die arabischen Migranten einsetzen lassen. Der Druck einen Sündenbock ausserhalb der eigenen Gesellschaft zu finden ist nicht nur bei den Rechtsextremen einfach zu groß. Ich befürchte, dass dieser Vorfall “in the long run” nicht wirklich so viel Auswirkung auf Terror von Rechts Gefahrenerkennung haben wird.
    Gutes Beispiel ist ja der Mord an Walter Lübcke der auch nicht wirklich weitgehende konsequenzen nach sich gezogen hat, im Gegenteil wurden erst vor ein paar Tagen massiv Mittel bei den meißten demokratieaufbauenden Projekten die sich gegen rechts richten gestrichen: https://www.freitag.de/autoren/konstantin-nowotny/weniger-geld-gegen-rechts

    Ich hoffe ich hab unrecht und es gibt jetzt doch mal ein “aufwachen” aber am Ende muss ich sagen, eigentlich ist das was gestern passiert ist “gut gelaufen”. Denn dass extrem gewalttätige Nazis teil unserer Gesellschaft sind, dass sie organisiert sind, dass sie Waffen horten und das sie sich in einem gesellschaftlichen Klima wähnen in dem sie losschlagen können ist eigentlich bekannt. Das es nun der Verdienst eines Helden, einer Tür, war das nichts viel schlimmeres passiert ist hat nochmal Luft dafür gegeben sich nun wirklich mit der Gefahr auseinanderzusetzen.

  8. Das Morden wird weitergehen, solange der Rechtsextremismus in Deutschland als Kavaliersterrorismus behandelt wird und die AfD als parlamentarischer Arm desselben wirken darf, solange es irgendwo in Deutschland noch Zusammenarbeitsgedanken mit den Faschisten gibt und eine andere Lösung als die übers StGB für möglich gehalten wird.

    Wer das nicht begreift, ist Teil des Problems. Faschismus ist noch nie irgendwo einem Friedensangebot gefolgt.

  9. Hallo ihr Lieben,

    Als erstes vorweg, ich mag euren Podcast sehr und höre ihn auf dem Weg zu meinen Montage Einsätzen.
    Wie einiger meiner Vorredner habe ich bei euerem letzten Podcast und der Beachtung der 1% Regel leider einige Fakten vermisst, die aber schon zur genüge aufgezählt wurden.

    Ihr hatten allerdings auch kritisiert, dass es bei der 1% Prozent-Regelung kein Anreiz für Spritsparende Auto gibt. Dies stimmt soweit auch, ich bin selbst Nutzer dieser 1% Regelung.
    Allerdings möchte ich euch drauf aufmerksam machen, dass es seit dem 01.01.2019 eine Sogenannte 0,5% Regelung für E-Autos und Plug-In-Hybride gibt. Diese Funktioniert im Prinzip genauso wie die 1% Regelung allerdings werden zur Berechnung nur 0,5% des Listenpreises und 0,015% pro Entfernungskilometer veranschlagt.

  10. Die Türkei marschiert in Nordsyrien ein!
    Ein auch von Deutschland geduldeter und mit Waffenlieferungen unterstützter Schlag gegen die dortigen Kurden. Wohlgemerkt leben diese dort seit Jahren ein unterstützenswertes Demokratieprojekt für unterschiedlichste Ethnien und Religionen. Die Türkei betrachtet dies alles großspurig als “PKK”.
    Würde mich über eine Berichterstattung freuen, vielleicht auch mit einem Gastbeitrag? Vorschlag Medico International, eine deutsche Hilfsorganisation vor Ort, die haben sicherlich kompetente BerichterstatterInnen.

    https://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-offensive-101.html
    https://www.fr.de/meinung/berlin-deckt-ankaras-kampf-13076639.html

    • Wer die Kurden heute verrät, wird morgen Terror ernten. Einige IS-Kämpfer konnten laut ARD-Brennpunkt bereits entkommen heute.

      Vielleicht ist genau das der Plan der Konservativen. Wenn es wieder mehr islamistischen Terror in Europa gäbe, kann man beim Klimaschutz eine ruhige Kugel schieben. Hat ja in der Vergangenheit auch super geklappt. Im TV-Duell zwischen Merkel und Schulz ging es fast nur um Sicherheit und das Thema Klimaschutz kam nicht eine Sekunde vor. Das lag nicht daran, dass der Wissenschaft oder den verantwortlichen Journalisten in den Sendern vor zwei Jahren der Ernst der Lage noch nicht bewusst gewesen wäre.

  11. Grüss euch miteinander,
    ich lebe derzeit in der Schweiz und habe nun selbst einmal ein anschauliches Beispiel dafür erlebt, wie der Klimawandel bereits heute zu konkreten Problemen führt: Ich war an dem berühmten Aletsch-Gletscher wandern und wollte mit der Seilbahn zurück ins Tal fahren. Das war aber nicht möglich, die Eggishorn-Bahn musste den Betrieb einstellen. Der Grund: Wegen des auftauenden Permafrost-Bodens, der bisher oben in den Bergen als Fundament gedient hat, sind teile der Anlage abgesackt.

    https://www.srf.ch/news/regional/bern-freiburg-wallis/wegen-permafrost-bahnbetrieb-zwischen-eggishorn-und-fiescheralp-eingestellt

    https://www.htr.ch/story/permafrost-als-kostenfaktor-fuer-seilbahnbetreiber-24575.html

  12. Hi! Erstmal danke für eure tolle Arbeit!

    Ich möchte nur einen Gedanken loswerden der mich persönlich sehr beschäftigt.

    Wie Greta in ihrer UN-Rede klar und deutlich gemacht hat sollen die “Erwachsenen” aufhören ihre Hoffnungen auf Veränderungen in die Kinder/ Jugendlichen von FFF zu setzen. Sie sollen selber agieren. Und da muss ich total zustimmen. Daher würde ich mir wünschen, das ihr euren Appel nicht nur an die FFF richtet z.B mit den Neuwahlen, sondern an Alle Hörer denen das Klimapaket nicht genug ist. Mir ist bewusst, das nicht alle bei FFF Kinder/Jugendliche sind – mir gefällt nur diese Tendenz nicht, die ich so erlebe “Es ist ja jetzt Jemanden da, der die ganze Arbeit macht, dann muss ich nicht aus meiner bequemen Situation aufstehen”. Das unterstelle ich nicht euch, sondern gerade den ganzen 20-35 jährigen ausgebildeten Leuten, die nach beruflicher Orientierung streben. Wir können und müssen uns Entscheiden für wen und wie wir bei einem Unternehmen arbeiten. Diese Gruppe muss jetzt erstmal richtig aktiv werden.

    Beste Grüße,
    Viktor (30, Berlin)

  13. Hey ihr beiden, bin seit längerer Zeit großer Fan von euren Podcast. ja gerne Klima Thema anspricht und bei dem Thema der Mobilität meistens nur die e Mobilität betrachtet, hier vielleicht noch mal ein Denkanstoß, der vollkommen unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung angestoßen wurde. Der Gas Antrieb. Audi hat sogar eine Anlage, mit der Erdgas klimaneutral hergestellt werden kann. Hier eine Vorstellung von Projektmanager.

  14. Hallo zusammen,
    ich habe ein interessantes Interview mit Dieter Nuhr gehört. Vielleicht auch für euch ein Thema, besonders zu seiner Aussage über die globalen Auswirkungen, sollten die Forderungen von Fridays for future umgesetzt werden. In meinen Augen doch etwas fragwürdig… Würde mich freuen, wenn ihr das aufgreift! (‚Steingarts Morning briefing der Podcast’ vom 09.10.19)
    Eurer journalistischen Arbeit sehr wertschätzende Grüße
    Jan-Lukas

  15. Da ihr ja gern Klimathemen ansprecht, könntet ihr in der nächsten Folge vielleicht mal auf solche Tricksereien mit scheibchenweise gepachteten Kraftwerken eingehen: https://m.spiegel.de/wirtschaft/industrie-drohen-eeg-nachzahlungen-in-milliardenhoehe-a-1290024.html

  16. Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure ausführlichen Recherchen und fundierten Erläuterungen.

    Ich hätte nochmal einen interessanten Themenvorschlag, den ihr euch ja mal anschauen könnt:

    Die betriebliche Altersvorsorge als Risikofaktor im deutschen Rentensystem?
    Die Betriebsrenten werden von der Bundesregierung ja häufig als ideale Ergänzung zur staatlichen Renten vermarktet und als sicheres Instrument angepriesen – wobei man hier in den USA aktuell sehr gut sehen kann, wie sich das auch negativ auswirken kann – siehe Beispiel GE (vgl. https://edition.cnn.com/2019/10/07/business/ge-pension-freeze/index.html )
    Prinzipiell ist es sehr risikobehaftet, dass die Pensionsansprüche bei einigen US Konzernen in den Bilanzen der Konzerne geführt werden – vielleicht könnt ihr dies auch mal für Deutschland beleuchten

    VG

  17. Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Lage! Ist mittlerweile meine Lieblingsnachrichtenquelle.

    Ich habe einen Themenwunsch. Ich mag total gerne, dass ihr euren Journalismus kritisch hinterfragt und würde mir wünschen, dass ihr das auch mal mit anderen macht, z.B. der Tagesschau. Heute liest man auf deren Website über Sinneswandel von Seehofer, aber nichts über die international (auch in Berlin) stattfindenden Proteste und Aktionen von Extinction Rebellion. Habe mich schon öfter gewundert, warum das Thema Klimawandel nicht so prominent ist bei denen (auch IPCC Reporte z.B. wurden kaum angesprochen). Nicht nur Tagesschau, auch bei anderen.

    Wie seht ihr das?

    Grüße,
    Heidi

  18. Themenvorschlag:
    Vor der Einführung von Ceta wurde massenhaft davon in den Medien berichtet. Nun ist es vorläufig eingeführt, jedoch müssen es noch einige Staaten ratifizieren. Könnt ihr vielleicht ein paar Hintergrundinformationen zum aktuellen Stand und einen Überblick geben, wie Ceta bereits wirkt?

  19. Ich habe noch einen Gedanken zu dem Thema Pflicht für den Nutri-Score:

    Aus Sicht der Gewerbetreibenden macht es vielleicht auch Sinn, diesen Score nicht verpflichtend einzuführen. Ich möchte klar stellen, dass ich nicht auf der Seite derer stehe, die die schlechten Inhaltsstoffe verbergen wollen.

    Allerdings denke ich, dass es sich durchsetzten wird, wenn es fehlt, dann ist es eher schlecht als gut. So würde es eher schaden, wenn man den Score nicht nutzt. Jedoch kann jeder mit etwas weniger Aufwand neue Produkte herstellen und entwicklen, ohne nicht gleich noch eine weitere Regelung einhalten zu müssen. Es gibt eh schon sehr viele unübersichtliche Regelungen in Deutschland…

    Hoffentlich kommt der Nutri-Score aber schell bei uns im Supermarkt an und entfaltet seine Wirkung!

  20. Hallo,
    ich höre Euren Podcast sehr gerne, weil ihr immer wieder interessante Themen besprecht, die teilweise komplett an mir vorbeigehen würden. Mir fällt allerdings auf, dass ihr in steuerlichen Aspekten nicht zum ersten Mal ungenau seid bzw. nur die Fakten nur zur Hälfte nennt. Die Pendlerpauschale ist mal wieder so ein Beispiel. Ihr erweckt den Eindruck, man würde einen Dienstwagen quasi hinterher geworfen bekommen. Ich bin selbst zwar nicht davon betroffen, aber da ich mich mit dem Steuerrecht befasse, möchte ich hier einmal klarstellen, dass die genannten Zahlen falsch sind.
    Neben der 1%-Regel ist nämlich noch die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit 0,03% zu berücksichtigen. 0,03% klingt erstmal lächerlich wenig, aber eine kleine Rechnung zeigt die Konsequenzen:
    Euer beispielhaft genannter 40.000 € Passat als Basis. Die einfache Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz beträgt beispielhaft (das ist die Entfernung, die ich tatsächlich zurücklegen muss) 65 km. Dann beträgt der zu versteuernde geldwerte Vorteil eben nicht nur 400 € (wie von euch genannt), sondern 400 + 40.000 x 0,03 * 65 = 1.180 € monatlich!
    Das ist dann schon recht teuer, was mich z.B. dazu bewogen hat, ein ÖPNV-Ticket zu nehmen und mit der Bahn zu fahren. Als Pendlerpauschale kann ich 4.290 € jährlich geltend machen (220 Tage * 0,30 c * 65 km), im Jahr kostet mich das ÖPNV-Ticket knapp 2.000 €, sodass ich das Ticket quasi umsonst bekomme. Es ist also längst nicht so, dass die Pendlerpauschale einseitig das Autofahren start subventioniert.
    Außerdem sollte man berücksichtigen, dass es sich bei den Mobilitätskosten um Werbungskosten handelt, die ich nur auf mich nehme, um in meinem Job Geld zu verdienen (was dann wiederum besteuert wird). Insofern schlägt der – in der Presse immer wieder mal – geäußerte Wunsch nach Abschaffung der Pendlerpauschale fehl. Auch das Argument, man könne ja umziehen und näher am Job wohnen. Insofern ist es eine private Entscheidung, so weit vom Job weg zu wohnen, kann nicht so einfach gelten. Ich fahre beispielsweise diese 65 km täglich Richtung Norden, meine Frau arbeitet 25 km südlich von unserem Wohnort. Jeder Umzug wäre insofern ein Nullsummenspiel, weil sich bei uns zwar ein Arbeitsweg reduzieren würde, der andere aber entsprechend länger werden würde. Insofern ist es richtig und wichtig, dass die Pendlerpauschale die Belastungen durch die verlangte Mobilität etwas abfängt.
    Auch Eure sehr pauschalen Äußerungen über die dicken großen Spritfresser, sind leider – wie schon die SuV-Schelte im letzten Podcast – zu allgemein. Ein dicker, großer Peugeot 508 Kombi verbraucht bei über 200 PS beispielsweise 5,1 l Diesel und damit deutlich weniger als ein alter Golf 4 Benziner (ca. 9 l), der wohl recht repräsentativ für ein typisches Privatauto stehen kann. Es ist also längst nicht so, dass über die Firmenwagen dann völlig unökonomische und unökologische Autos in den Gebrauchtmarkt gespült werden. Derartiges kann man so pauschal wie ihr es getan habt nicht seriös behaupten.
    Sinnvoll fand ich dagegen euren Ansatz, die steuerliche Behandlung der Dienstwagen am Schadstoffausstoss auszurichten. Das würde tatsächlich eine Lenkungswirkung erzielen.

    Viele Grüße
    Christian

    • Sehr interessant. Danke, dass Du das mal aufgeschrieben hast.

      • Hallo Zusammen,
        Ich möchte mich Christian anschließen bzw. das Ganze noch etwas erweitern und daraus einen Vorschlag für eine mögliche Verbesserung für den Podcast – den ich sehr schätze – ableiten.

        Ihr vergleicht die 1% Versteuerung des Firmenwagens mit Zins und Tilgung für einen Neuwagenkauf privat. Das ist etwas Äpfel mit Birnen verglichen, weil bei Zins und Tilgung mir das Auto am Ende gehört und ich es zB verkaufen kann, der Firmenwagen gehört der Firma… ich müsste es eher mit Leasing vergleichen und selbst da generiere ich einen Vorteil weil ich den Wagen anschließend vermutlich günstiger kaufen kann. Ein Leasing für den beschriebenen Passat liegt eher so bei 400 EUR. – Aus meiner Sicht ist Fakt, dass ein Firmenwagen sich nur wirklich finanziell lohnt, wenn es eine Flatrate Tankkarte gibt und man diese auch stark privat nutzt.
        Ähnliches wenn Ihr sagt sich eigentlich alle normalen Autos mit 35 Cent/km fahren lassen. Wenn man hier alle Betriebskosten ansetzt reicht das vermutlich für fast kein Auto… übrigens ein schönes Beispiel, das Hart aber Fair in der aktuellen Sendung duchgerechnet hat und zeigt, dass ein Zug pendeln durchaus günstiger ist, aber den meisten gar nicht bewusst ist, weil man die Betriebskosten falsch einschätzt.

        Nun aber zu meinem eigentlichen Punkt: Ich habe mir schon oft gedacht, insbesondere bei Themen die Ihr recht leidenschaftlich angeht – ein guter Indikator ist da, wenn Ulf sagt: “Das musst Du Dir mal vorstellen” ;) – dann wird es manchmal recht subjektiv bei der Argumentation und leistet dann keine Überzeugungsarbeit, sondern lässt insb. bei Zweiflern den Schluss zu, dass Ihr mit falschen Zahlen argumentiert und deshalb insgesamt falsch liegt. Deshalb Vorschlag: Wollt Ihr nicht gerade bei solchen Themen, bei denen diese Gefahr besteht eine Art Rollenverteilung machen? Also einer von Euch beiden – für den es vielleicht etwas weniger leidenschaftlich ist – muss Argumente für die Gegenseite sammeln und diese nicht als rhetorische Fragen anbringen sondern wirklich versuchen objektiv zu argumentieren – oder alternativ Gäste einladen, die das übernehmen können.
        Abschließend noch ein Vorschlag zu einem anderen Klima-Thema: Ich habe diese Woche durch ein Interview von Frank Thelen erfahren, dass u.a. die Stiftung von Bill Gates in Atomkraftwerke der neuen Generation investiert und diese als Lösung für das Klima propagiert – angeblich sehr sicher, kein radioaktiver Müll etc. – fände ich ein schönes Thema das mal aufzuarbeiten, fals Euch mal langweilig ist ;)
        Lieben Dank für Eure Zeit und den Podcast insgesamt
        Beste Grüße
        Frank

        • Hallo,

          ich schätze Euren Podcast ebenfalls sehr. Das Thema Atomkraftwerke und Klimaschutz finde ich auch sehr interessant. Ich bin zwar selbst stehe der Atomenergie zwar sehr skeptisch gegenüber, bei gewissenhafter Selbstreflexion erscheint mir diese Haltung aber eher emotional als rational verursacht. Aktuell bin ich durch einen Artikel in der ZEIT (“Atomkraft, ja bitte! Wie bitte?”, https://www.zeit.de/2019/41/kernkraftwerke-atomkraft-energiewende-atommuell) auf das Thema aufmerksam geworden. Besonders zu denken gegeben hat mir die Behauptung bzw. das Argument, dass mit der nächsten Reaktiorgeneration Verbrennung des in Deutschland vorhanden Atommülls (also dem Kram, den wir ohnehin schon an der Backe haben) möglich wäre und unsere Energieversorgung auf lange Zeit sichern könnte. Ich denke, es wäre sehr lobens- und lohnenswert sowie interessant, hierzu eine Haltung zu entwickeln.

          Den Vorschlag von Frank, einen advocatus diaboli einzuführen, finde ich übrigens auch gut – darin könnte eine besondere Stärke Eures Konzepts mit zwei Sprechern liegen.

          Merci

    • Hallo,

      danke für die mal wieder spannende Folge.

      Die 0,03% Regelung bei habe ich bei den Dienstwagen auch vermisst, der resultierende Betrag daraus ist in der Regel nämlich höher als die 1%.

      Und noch eine Sache zur Tankkarte… Wenn ich, wie dargestellt, im Urlaub 6 mal den Tank mit der Tankkarte vollmache, dann könnt ihr aber glauben, dass mir mein Chef ziemlich schnell aufs Dach steigt :D Im Urlaub tanken wir auf eigene Rechnung. Gentlemans Agreement.

      Vielen Dank und weiter so!

      • Hallo,
        Danke für Euren tollen Podcast. Ich möchte noch ergänzen, dass für Elektrofahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge und auch von außen aufzuladende Hybridautos, so genannte Plug-In-Hybridfahrzeuge der für die Versteuerung anzusetzende Bruttolistenpreis halbiert wird. (Schadstoffgrenze maximal 50 Gramm CO2 pro Kilometer oder vollelektrischer Betrieb mit einer Reichweite von 40 km). Dies führt dazu, dass hybride Fahrzeuge wie ein Mercedes C350E mit über 200 PS Diesel und zusätzlich 82 PS Elektromotor preislich extrem attraktiv werden, wenn die richtigen Daten in der Zulassungsbescheinigung eingetragen sind. Im TEst hat besagter Mercedes real nur 17KM (!) vollelektrisch hingelegt. Klingt absurd, ist es auch, denn man kann den natürlich auch weiterhin sehr “sportlich” fahren.
        Viele Grüße und weiter so!

  21. Also ich bin Informatiker und arbeite im lukrativen SAP Umfeld.
    Aber selbst hier ist es schwierig 6-stellig zu verdienen (ich selbst liege bei ca. 85k/Jahr mit 13 Jahren Berufserfahrung).

    Ich glaube kaum, dass ein Richter weniger verdient.
    Zudem sind Richter auf Lebenszeit verbeamtet und bekommen eine – im Vergleich zur staatlichen Rente – üppige Pension. Ich denke, dass sich Lehrer, Richter, Politiker etc. sich in Deutschland nicht beschweren müssen!

    Bezüglich Dienstwagen: Die meisten davon sind Diesel und brauchen kaum mehr als 8 – 9l/100 km (selbst mit 2xx PS). Zudem achten die Unternehmen, die Tankkarten verteilen, automatisch darauf, dass ihre Flotte möglichst wenig verbraucht.
    Zudem muss man in Abhängigkeit von der Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort mehr versteuern als nur die angesprochenen 1% vom Listenpreis.
    Beispiel: Auto mit Listenpreis von 40k
    Entfernung 20 km: 640 EUR geldwerter Vorteil
    Entfernung 50 km: 1000 EUR geldwerter Vorteil
    Siehe auch: https://www.brutto-netto-rechner.info/geldwerter-vorteil.php

    • ich selbst liege bei ca. 85k/Jahr mit 13 Jahren Berufserfahrung. Ich glaube kaum, dass ein Richter weniger verdient.

      Das ist ja genau das Problem: Alle Welt geht davon aus, dass die Bezahlung gut sei. Ich komme jdf nach ähnlich langer Berufstätigkeit auf deutlich weniger.

      • Die Diskussion von Brutto-Gehältern ist an dieser Stelle nicht zielführend: Die Besoldungsordnungen sind öffentlich zugänglich und das Internet bietet diverse Brutto-Netto-Rechner, diesbezüglich möge sich jeder (trotz der etwas unübersichtlichen Dienstaltersstufen, Orts- und Familienzuschläge etc) ein grobes Bild machen. Mein Eindruck ist: durch die geringen Lohnnebenkosten (keine Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge, private Krankenversicherung einschließlich eines Arbeitgeberanteils in Form der Beihilfe) profitiert der (verbeamtete) öffentiche Dienst deutlich verglichen mit ähnlich ausgebildeten Angestellten, sodass ein zunächst geringeres Brutto-Gehalt (durch niedrige Steuer-Progession) zu vergleichbaren Netto-Gehältern führt, dazu kommt noch die deutlich bessere Absicherung im Alter.
        Zusätzlich ist aber eben auch das höhere Risiko des Angestellten bezüglich Arbeitsplatzverlust aus meiner Sicht durchaus zu berücksichtigen – zu welcher “Risiko-Prämie” man dabei kommt, bleibt jedem selbst überlassen. Interessant ist, dass offenbar die junge Generation den öffentlichen Dienst nicht für unatraktiv hält: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-07/oeffentlicher-dienst-berufswahl-studenten-studie
        Wenn wir also von einem Arbeits-“Markt” ausgehen, scheint die gebotene Bezahlung wettbewerbsfähig zu sein – die vorgebrachten Argumente, warum der Steuerzahler hier ohne Not mehr Geld ausgeben soll, sind aus meiner Sicht nicht überzeugend.

        • Interessant ist, dass offenbar die junge Generation den öffentlichen Dienst nicht für unatraktiv hält

          Aber das ist doch der Punkt: WER genau hält den öD für attraktiv und aus welchen Gründen? Was sind das für Leute, die sich sagen: sicherer Job bei mäßigem Einkommen – passt für mich? Sind das die Leute, die es mit den Leuten aus den Großkanzleien aufnehmen können, die das Dreifache nach Hause bringen und damit auch nach allem Brutto-netto-hin-und-her jedenfalls das Doppelte verdienen?

          Wir brauchen doch nicht irgendwen, sondern die besten Leute – insbesondere in der Justiz!

          Aber leider geht die Mehrheit der Menschen irgendwie davon aus, das werde schon reichen, was die Justiz zahlt. Und parallel wird gemeckert, weil die Verfahren zu lange dauern – wobei man sich hier und da fragen kann, ob überhaupt das nötige Personal vorhanden ist und wie gut die Verfahren seitens der Justiz eigentlich geführt werden. Aber klar, das hat sicher nichts , aber auch gar nichts mit der Bezahlung zu tun.

        • Also bei den Informatikern gehen nur die Idealisten in den öD :-)

          Aber vielleicht wäre das anders, wenn man besoldungstechnisch etwa im Bereich A14/15 liegen würde. Wenn man dann noch verbeamtet wäre, dann würden sich das einige wahrscheinlich noch überlegen.
          Ich kenne bspw. auch einen Informatiker, der jetzt Lehrer am Gymnasium ist.

          Ob alle verbeamteten Juristen jetzt Lust auf Großkanzleien hätten, ist zudem fraglich. Dort halten es nämlich auch nur diejenigen aus, die kein Problem mit 60+ Wochenstunden haben. Teilweise ist das ja auch alles nur Schmerzengeld, was man da bekommt.

      • Die implizite Aussage, dass die 40% eines (Akademiker-)Jahrgangs, die einen “sichere(n) Job bei mäßigem Einkommen” akzepiteren, fachlich zweitklassig sind, ist schon eine steile These, der ich mich nicht anschließen würde. Ich bin kein Jurist, aber soweit ich weiß sind die Anforderungen, die der Staat in diesem Bereich an die Examina stellt, durchaus hoch – daran kann es dann auch nicht liegen. Dass die Verfahrensdauern zunehmen, hat sicher eher mit der wachsenden Anzahl an Vorgaben (soweit ich mich erinnern kann waren unsere Justizminister der letzten Jahre nicht übermäßig erfolgreich dabei, dies zu vereinfachen) als mit der Qulifikation des Personals zu tun.
        Es bleibt für mich bei diesem Thema wieder das Gefühl, dass tiefer liegende strukturelle Probleme durch den schlichten (populistischen?) Ruf nach “mehr Geld” gelöst werde sollen – so einfach wird es aber nicht gehen.

        • Ich stimme hier schon zu – die Richter im ÖD, was man nur mit Prädikatsexamen werden kann, würden vermutlich zum Einstieg in einer Großkanzlei sechsstellig werden. Insofern scheint die Bezahlung da durchaus etwas knapp. Dennoch scheint es ja wiederum auch so, dass der Job dennoch interessant ist – siehe Ulf. Außerdem scheint ja auch das Angebot an Richtern groß genug zu sein – schließlich werden IT Projekte zur Entwicklung von Selbstauskunftsportalen von Richtern geleitet – statt sich extern IT-Projektleiter einzukaufen. Richter hingegen sollte man sich ja nun eher ungern vom externen Markt einkaufen…

  22. Hallo ihr zwei,

    vielen Dank für diese tolle Lage, die so viel ernste und traurige Momente hatte und durch den coolen Krankenwagenwitz, der das aufgelockert hat.

    Mir ist aufgefallen, dass ihr an Fridays For Future Ratschläge geben wolltet, bzw. Empfehlungen ausgesprochen habt. Jeder ist Willkommen dort mitzumachen! Wir alle können Fridays For Future sein :) Wenn man sich zu alt fühlt, kann man sich ja mit Parents For Future identifizieren :) Da sind nicht nur Eltern. Also besser nicht sagen: “Ihr könnt ja mal das machen”, sondern “Wir könnten ja mal das machen” :) Wir sind für jede Unterstützung dankbar und wenn es nur die Solidarisierung in einem Podcast ist. Freitag mitdemonstrieren wäre natürlich noch cooler :)

    VG :)

  23. Hallo liebe LdN-Team

    ich bin Mitarbeiter eine große deutschen gesetzlichen Pflegeversicherung.

    In dem Zusammenhang bin ich heute auf das angestrebte neue Bundesteilhabegesetz ab 2020 gestoßen. In diesem soll festgehalten werden, dass der Freibetrag für Angehörige von Pflegebedürftigen bevor die Sozialhilfe greift auf 100.000,00 € pro Jahr angehoben werden soll.

    Hört sich erstmal super an, weil gerade stationäre Pflege ja unglaublich teuer werden kann für unterhaltspflichtige.

    So, jetzt stellt sich mir gerade die Frage ob das nicht wieder so ein Gesetz auf dem Rücken der Kommunen ist. Die müssen dafür dann ja die Gelder frei machen.

    Ich habe das jetzt nicht bis ins kleinste recherchiert. Wenn ihr aber daran auch Interesse habt und es für erwähnenswert haltet, dann bin ich auf diese Sendung schon sehr gespannt.

    Liebe Grüße

  24. Hallo ihr Zwei,

    Ich höre schon eine ganze Weile dLdN. Ihr seid zu meier Lieblings-Nachrichten Quelle geworden, weil ihr alles so toll recherchiert, aufbereitet und beleuchtet. Bei Fehlern wird es schnellst möglich klar gestellt.

    Ich habe 2 Punkte die mich sehr ärgern, von denen ich mal berichten möchte.

    – Punkt eins Strom-Lieferverträge mit konventional Strafen
    – Punkt zwei willkürliche Löschungen von Profilen bei Google

    1.) Ich arbeite viel in der Großindustrie, in Ölraffinerien und Chemieparks. Mir wurde schon mehrfach berichtet, dass solche Firmen Strom-Lieferverträge abschließen mit sehr günstigen Preisen per kW/h. Diese günstigen Preise sind dann an Mindestabnahmemenge gebunden. Wird die Vertraglich festgesetzte Menge unterschritten, folgen Konventionalstrafen oder der Vereinbarte Preis wird hoch gestuft! Wenn so ein Chemiepark im Oktober feststellt, der errechnete Jahresverbrauch wird unterschritten, werden alle Großverbraucher zugeschaltet um auf keinen Fall unterhalb der Grenze zu landen… Solche Verträge müssten SOFORT per Gesetz unterbunden werden sonst bringt die grünste Energie nichts!

    2.) Ich bin ziemlich aktiv bei YouTube. Alles was ich wissen will, frage ich Youtube. Ich kommentiere auch gerne. Ich habe unter einem Video 2 Kommentare hinterlassen mit einem Link auf meine Homepage, weil es zum Thema passte. Eine Woche später war auf ein mal mein Konto gesperrt.

    Ich besitze bereits seit 2006 dieses Konto. Bin noch nie auffällig geworden und ermahnt worden. Hatte fast 100 Abos und tausende von Kommentaren geschrieben.

    Ich habe Einspruch eingereicht, doch Google weigert sich YouTube wieder frei zu geben für mich. “Sie haben gegen unsere AGBs verstoßen, darum halten wir die Sperrung weiter aufrecht!” Ich habe mich sogar entrschuldigt, vermute es lag an den 2 Links auf meine Homepage, aber genau weiß ich es bis heute nicht. Google ignoriert weitere Mails, ging nicht auf meine Fragen ein.

    Teil weise liest man echt heftige Kommentare unter Videos, wo ich mich immer frage, wenn es euch nicht interessiert (Fleischfresser kommentiert Veganes Rezept) warum guckt ihr die Videos und macht euch noch die Mühe einen Kommentar zu schreiben. Es gehen Stunden in die Aufnahme und die Nachbearbeitung in so ein Video – jeder negative, nicht konstruktive Kommentar demotiviert. Das ist aber laut Google voll in Ordnung. Aber Ich werde als Böser “Spamer” bestraft und darf nie wieder YouTube benutzen. Das ist wie geblitzt werden für immer den Führerschein entzogen bekommen.

    Ich frage mich ob ich auffällig und unbeliebt war, wegen meiner Kommentare und der Videos, die ich geguckt und geliked habe?

    Im Internet bin ich auf viele Fälle gestoßen, wo Google willkürlich ohne Vorwarnung Accounts gelöscht hat und diese auf nachfrage auch nie wieder frei gegeben hat. Sind euch solche fälle auch bekannt? Ist euch so etwas auch schon unter gekommen? Ich finde die Entwicklung bedenklich.

    Liebe Grüße aus dem Urlaub aus Niederlande
    Matthias

    PS: Hier in Niederlande fahren übrigens kaum SUVs, dafür sehr viele Kleinwagen. Das hat vermutlich mit den ca. 30cts höheren Spritpreisen zu tun (1,40 € Disel, 1,65 € E5 Benzin). Fanden wir interessant diese Feststellung gegenüber Deutschland!

  25. Wenn es um das Leben im ländlichen Raum ärgere ich mich regelmäßig über eure Aussagen.
    Wenn ich mich als Beispiel nehme:
    Auto:
    Täglich 110 km (min 1:15h) einfache Strecke mit dem Auto zur Arbeit.
    10h Arbeit + 3h pendeln –> 11h zu Hause.
    Vergleich ÖPNV:
    15km (15min) einfache Strecke mit dem Auto zum Zug + 3:30h reine Fahrzeit mit dem ÖPNV
    10h Arbeit + min 8h Pendeln –> 6h zu Hause
    Wenn ich dann Aussagen höre wie “Pendlerpauschale abschaffen”, “Pendler bevorzugt” usw. würde ich mir am liebsten eine gelbe Weste kaufen.
    Aus meiner Perspektive ist es so das Arbeitnehmer die den ÖPNV nutzen können und nicht den Auto-Pendel Stress haben die Bevorzugten sind.
    Es kommt immer auf die Sichtweise an.
    Die Aussage in der letzten Folge, dass die Fahrzeugkosten komplett abgesetzt werden können ist leider nicht korrekt, das kann man nur als Firma.
    Die 30cent/km die ein normaler Arbeit eh er reichen je nach Einkommen gerade so für Sprit und Verschleißteile. Jedoch nicht alle 4-6 Jahre für ein neues Fahrzeug.

    Der Verkehr sollte anders reduziert werden, nicht jedoch das man Leute die hart für Ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen auch noch bestraft. Dann reduziert man zwar den Verkehr, die Arbeitslosenquote steigt jedoch im Gegenzug.
    Es würde schlauere Wege geben das Klima zu schönen:
    – Arbeitgeber die Mobiles Arbeiten für Ihre Mitarbeiter entlasten. Der Arbeitgeber sollte die 30cent/km die der Mitarbeiter nicht fahren muss erhalten. Hierdurch würde nicht nur CO2 eingespart, sondern auch die Straßen und Innenstädte entlastet werden. Mehr Leute könnten sich wieder vorstellen aufs Land zu ziehen und Dörfer würden nicht mehr verwaisen.
    – Fahrtenbuch nicht nur für Firmenwagenfahrer, sondern für alle. Hier sollte jedoch ein CO2 Grenzwert für das Fahrzeug festgelegt werden der jährlich runtergesetzt wird damit eine gewisse Lenkungswirkung vorhanden ist. Dann könnten sich auch Arbeitnehmer die keinen Firmenwagen fahren ein spritsparendes Fahrzeug leisten und müssten keine alten Spritfresser fahren.
    – Entfernungspauschale mit dem Auto nur für Arbeitnehmer mit entsprechender Entfernung.
    z.B. >50km Entfernung oder nachweislich >1h mit dem ÖPNV.

    ÖPNV ist und wir in den nächsten Jahren nicht überall vorhanden sein.
    Auf dem Land wird man nicht am Auto vorbeikommen. Aus diesem Grund sollte man jedoch nicht mit den Finger auf diese Menschen zeigen oder sie benachteiligen, sonder andere Lösungen ( wie die oben genannten) suchen.

    • Mir stellt sich die Frage:
      Wieso muss man 110 km(!) von seiner Arbeit weg wohnen?
      Du könntest doch auch näher zur Arbeit ziehen bzw. dir eine Arbeit in nicht so weiter Entfernung suchen.

      • Vll hat er ein Haus? Soll man es dann verkaufen? Vll arbeitet die Frau vor Ort? Es gibt viele Gründe. Umziehen ist meist dann mgl, wenn es keine Nachteile gibt

        • Genau so sieht es meistens aus. Ich habe eine Strecke von mindestens 55km zu wechselnden Arbeitsstätten (IT-Consulting). Meine Frau 40km eher in eine andere Richtung. Würde zusammen auch schon fast 100km ergeben. Wieso können das einige Leute nicht verstehen? Und wir sind natürlich beide aufs Auto angewiesen.

          Dürfen deren Frauen nicht arbeiten oder leben und arbeiten beide in derselben Stadt?

          Mann Mann Mann.

        • Ich fahre auch 60 km pro Arbeitsweg, da ich mir die horrenden Preise in Luxemburg nicht leisten will.

          Aber 110 km und somit mindestens (!) 2,5 Stunden Autofahrt finde ich schon extrem.
          Das würde ich nicht auf mich nehmen…

          Aber jeder soll das machen wie er will!

    • Ich finde auch, dass eine Pendlerpauschale nicht gestrichen werden sollte. Schließlich wird vom Arbeitsamt gefordert dass bis zu 100km gefahren werden müssen. Wenn dann Hungerlöhne gezahlt werden dann muss auf jeden Fall ein Ausgleich geschaffen werden.

      Im übrigen zum Thema Firmenwagen: ich habe einen Firmenwagen weil ich bis zu 700km zu meinen Kunden fahren muss. Mit meinem Privatfahrzeug wäre das für mich nicht zu stemmen. Wenn ich in den Urlaub fahren will mit dem Auto, muss ich die Kosten selber tragen. Es gibt also nicht überall die Regelung, dass Benzin überall bezahlt wird. Also alle über einen Kamm scheren geht gar nicht!

    • Hallo,

      ja ich gebe Ihnen Recht, auf dem Land ist der ÖPNV keine Alternative. ABER insbesondere der Eigenheimbesitzer auf dem Land hat die besten Voraussetzungen um sich ein Elektroauto zu kaufen und das auf dem eigenen Stellplatz zu laden. Weiterhin haben Eigenheimbesitzer am einfachsten die Möglichkeiten sich mit Solarstrom zu versorgen.
      Die Reichweiten der jetzigen Elektroautos reichen für normale Pedelstrecken (ihr Extrembeispiel ist hier eine Ausnahme) vollkommen aus, vom Preis sind sie auch vergleichbar (siehe derzeit e-Golf).
      Mein Vorschlag wäre jedoch das man entlang der Autobahn die Pendlerparkplätze verbessert und von dort Busse fahren lässt. Letztlich stehen die Leute ja nicht die 30km vor den Städten im Stau sondern auf den letzten 5km…

  26. Vielen Dank für die Lage.

    Ich würde mir wie ein Vorredner, einen Block über die Repo-Geschäfte wünschen. Wenn man sich den Beitrag in der Zeit durchliest, wird einem schummrig: https://www.zeit.de/2019/41/us-notenbank-zinssatz-repo-markt-finanzsystem/komplettansicht
    Das Interessante an den Geschäften ist anscheinend, dass sie von der “realen” Volkswirtschaft soweit entkoppelt sind, dass sie keinen positiven Einfluss haben, aber nicht weit genug, dass die “reale” Wirtschaft verschont wird, wenn ein Player im Repo-Spiel die Liquidität verliert.

    In dem Zusammenhang: es mag sein, dass Maria Zimmermann Recht hat und Ausgrenzung der Rechten in Österreich nicht funktioniert hat. Ich habe aber auch nicht den Eindruck, dass Normalisierung geholfen hat, Rechtsextreme Stimmen zum Verstummen zu bringen.
    Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass wir nur an den Symptomen rumdoktern. Trump ist vermutlich nicht die Ursache des Übels in den USA (die Polarisierung begann schon früher) und die AFD nicht die Ursache für das vergiftete politische Klima in Deutschland. Man muss nicht Piketty lesen, um zu merken, dass die Ungleichheit in Deutschland insbesondere in den Vermögen erstaunliche Ausmaße angenommen hat. Wenn über 90% des in Leipzig sanierten Wohnraums nicht Leipzigern gehört, dann würde ich als Angehöriger der Leipziger Mittelschicht mir auch gut überlegen, ob ich mein Wählerkreuz bei den Verursachern dieser Zustände machte: die Parteien, die in den letzten Jahren am Ruder waren.
    https://www.ardmediathek.de/wdr/player/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWUyYzZiNzgxLWIxZmEtNDRjOC1iMjM3LWRkMWJjZWNkYjlkMA/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ergebnisse_der_Kommunalwahlen_in_Leipzig
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsen#Staatsregierung

    CDU, SPD und FDP sind somit unwählbar. Die Grünen addressieren andere Probleme, deren Lösungen die Situation kurzfristig noch verschlimmern. Die Linke hat es seit der Wende nicht geschafft, die Situation merklich zu verbessern. Also wähl ich die Alternative. Eigentlich logisch, oder?

    (Rezo sprache das in seinem Video auch an. Allerdings ging der Teil etwas unter.)

    Wenn man der These folgt, verwundert es dann auch nicht, dass Bernie Sanders bei einem Town Hall (in einer geschlossenen Fabrik) beim stramm rechten Fernsehsender Fox News mit Lösungen für die wirtschaftlichen Probleme, Applaus bekam.
    https://www.theatlantic.com/ideas/archive/2019/04/sanders-fox-news/587239/

  27. Hi! Mich wundert es etwas, dass ihr nie die Methanol-Wirtschaft als Treibstoff thematisiert. Wie z. B. hier diskutiert: https://pca.st/3w1D

  28. 7. Oktober 2019 um 14:42 Uhr
    Mascha Vougiouklis

    In wie fern machen diese Kaufprämien auf E-Fahrzeuge denn überhaupt Sinn? Ist es nicht auch irgendwie sinnlos, die ganzen Fahrzeuge, die wir im Moment haben einfach zu ersetzen? Das wäre doch erst mal total unnachhaltig und dem Klimaschutz entgegenwirkend.
    Klar, würde Deutschland dann besser dastehen. Aber z.B. das Verschrotten bzw. der Verkauf der Fahrzeuge an andere Länder ist doch auch eine ökologische Katastrophe und würde die Problematik dann einfach in einen anderen Teil der Erde verlagern.
    Es macht natürlich Sinn, die Automobilindustrie auf die Produktion von E-Fahrzeugen umzustellen. Aber eine Belohnung der Käufer führt doch dann dazu, dass generell mehr Gebrauchtwagen verkauft und vorallem Neuwagen gekauft werden.
    Kann man das überhaupt miteinander Aufwiegen? Wisst ihr da was zu?
    Viele Grüße

  29. BillyBoy Clinton radiert eine Arzneifabrik per cm (cruise missile nicht chat message!) aus, weil grad der Lewinskytopf am überkochen war -> Wertewesten zuckt nicht mal.

    Der Präsident der Grand Nation versenkt Libyen im Chaos, weil da vielleicht unschöne Verbandelungen bestehen -> kein Thema, schon OK

    Trump telefoniert mal mit Nachdruck -> akute Empöreritispandemie

    Kann mir da mal jemand die Maßstabstabelle grafisch darstellen?

  30. Thema: Forderung der Extinction Rebellion nach einer Bürgerversammlung

    Gegenwärtig wird ja viel über die Forderungen der Extinction Rebellion gesprochen.

    Eine der Forderungen ist die permanente Etablierung einer Bürgerversammlung, in der Bürger ausgelost und von Experten informiert, legislative Macht erhalten sollen.

    Im dlf höre je nach Kommentator, dass sei noch nicht ausreift (vgl.: Regina Steffens https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=767747)
    , so eine Bürgerversammlung sei illigitim, weil sie sich “ihre Experten selbst aussuchen würde” (vlg.: Liane Bednarz https://www.deutschlandfunkkultur.de/liane-bednarz-zu-extinction-rebellion-kein-rechtsbruch-fuer.2950.de.html?dram:article_id=460385#)

    gleichzeitig kommen sehr positive Kommentare zu einer Bürgerversammlung in Leipzig, die bereits stadtgefunden hat (https://www.deutschlandfunkkultur.de/nach-dem-buergerrat-demokratie-in-leipzig-mehr-demokratie.1005.de.html?dram:article_id=460287)

    Ich weise darauf hin, dass David van Reybrouck das sehr informative Buch “gegen Wahlen” geschrieben hat, in dem er die Tradition, Ideen und gegenwärtige Beispiele von Losverfahren in der Demokratie darstellt. vgl. auch https://www.theguardian.com/politics/2016/jun/29/why-elections-are-bad-for-democracy

    Mein Appell an euch: schaut euch das Thema an.

  31. Hallo ihr beiden, ich höre gerade euren Podcast und finde eure Pauschalisierung bei den Firmenwagen nicht korrekt. Ich wohne 70km von meinem Arbeitgeber entfernt, mit der Bahn würde ich über 2h dorthin brauchen. Daher fahre ich mit dem Auto. Allerdings würde mich mein Skoda Octavia monatlich 1200Euro kosten bei der 1% Regel. Die Steuer rechnet nämlich nicht nur 1% des Listenpreises, sondern auch die Entfernung zum Arbeitsplatz wird mit eingerechnet!

  32. Hallo Ulf,

    als jemand, der mit der Gestaltung von Nutzer_innenerlebnissen seinen Lebensunterhalt verdient, knirsche ich jedes Mal mit den Zähnen, wenn Du wortreich erläuterst, wie man auf Eurer Website die Kommentarfunktion findet. Deswegen muss ich jetzt mal “Captain Obvious UX” sein und fragen:

    Habt Ihr überlegt, die Site so umzustrukturieren, dass die Kommentarfunktion leichter auffindbar wird?

    Im Moment zeigt Ihr auf der Eingangsseite den gesamten Player für die aktuellste Folge und alle Shownotes an. Da gibt es natürlich für Nutzer_innen wenig Grund, noch nach einem Link zu suchen, mit dem man auf die Detailseite der Folge navigieren könnte. Würdet Ihr stattdessen auf der Startseite nur einen dicken Link wie “Zur aktuellsten Folge” anzeigen, würden alle, die sich für die Folge interessieren, automatisch da landen, wo die Kommentare zu finden sind. Vorausgesetzt, sie scrollen weit genug nach unten über die Shownotes hinweg. Aber das kann man ja mit einem Link innerhalb der Seite auch begünstigen.

    Gut, wenn Ihr das alles schon abgewägt habt. Dann habt Ihr sicher Eure Gründe, es so zu machen, wie es jetzt ist.

    Vielen Dank für Eure gute, wichtige journalistische Arbeit!

    • Hallo Marian, ich kann deine Kritik nicht einmal ansatzweise nachvollziehen. Ich habe es auf verschiedensten Geräten getestet. Direkt neben der Überschrift (noch vor dem Player) erscheint ein Link z.b.(148 Kommentare) , wenn man darauf klickt, ist man da…

    • Marian, ich kann dich so verstehen. Mich gruselts jedesmal, wenn Ulf WordPress erklärt.

      Deine Lösung finde ich pragmatisch und zumindest einen Test wert. Es würde zusätzlich ermöglichen mehr Ausgaben der Lage in einer Übersicht zu sehen.

  33. Vielleicht interessant als THEMENVORSCHLAG, als sideline zu den bevorstehenden ExtinctionRebellion (XR) Aktionen in Berlin:

    Eine Auseinandersetzung mit den Argumenten von Anonymous bzgl. der Aktivitäten von Greta Thunberg: „www.anonews.co/anonymous-message-to-greta-thunberg“

    lg und bitte weiter so!

    • Bitte verlinkt hier keine offenkundigen Fake-News-Schleudern.

      Welche Argumente findest du denn aus dem Text erwähnenswert?

      • Moin!

        “Protecting the environment is important, but it is also important not to let people who are a part of the problem be in control of the solutions” (Siehe Link)

        Am Beispiel CO2-Bepreisung lässt sich folgendes anschaulich machen:

        – Politiker, insbesondere der CDU und CSU, haben sich zu einem läppischen Klimapaket mit u.a. 10€ pro Tonne CO2 aufgerafft.
        – Die Wissenschaft, also die reliabelsten Erkenntnisse die uns Menschen zur Verfügung stehen, geben alle weit höhere Kostenpunkte an.
        – Egal ob man da das Umweltbundesamt heranzieht, oder den Stern-Report aus 2006, oder Scientists4Future.

        Der Satz aus dem Anonymous-Artikel bewahrheitet sich in dem Moment an dem Ulf und Philipp davon sprechen, dass im Klimapaket “vielleicht mal 11,50€ statt 10,00€ stehen würden”. Wir Menschen haben unseren Horizont dermaßen verengt, dass wir uns nicht vorstellen können, dass es in einer “vernünftigen” Welt wenn überhaupt die Union sein müsste, die bei der Wissenschaft auf Knien winselnd darum bittet, ob man den CO2-Preis auf 170€ statt 180€ drosselt. Denn
        Fridays For Future fordert mit Berechtigung 180€ CO2/t.

        Ich finde es psychologisch und politisch brisant, weshalb die impotenten und störrischen “Vorschläge” aus unserer Politik immer wieder der Ausgangspunkt unserer Debatte sind.
        Das Framing hängt da völlig schief und spiegelt unser Elend sehr gut wider. Wenn wir diese ideologischen Vorschläge als Verhandlungsbasis zulassen werden wir an der Klimakatastrophe zugrunde gehen.

        Die hereinbrechende Klimakatastrophe ist ein wissenschaftliches Faktum und kein politisches Geschacher.
        Es ist methodisch folglich grob falsch, die Positionen von CSU und CDU in der Debatte jegliche Validierung (durch mehrfache Nennung als Einstiegspreis etc. pp.) erfahren zu lassen

        Ich weiß, ihr habt Kritik daran herausgearbeitet und habt euch dialektisch und redlich mit den Positionen auseinandergesetzt.

        Aber das geht in der Sache nicht weit genug und ihr wisst auch, dass ich Recht habe.
        Das ist methodisch ähnlich wie die Negation von AfD-Rhetorik indem man ein “Nicht” davor setzt und ansonsten die Worte wiederholt. Es funktioniert nicht nur absolut nicht, sondern macht dieses giftige Geschwafel wie man so schön sagt “salongfähig”.
        Die einen zerstören unsere offene Gesellschaft, die anderen unseren Planeten.

        Bitte höllisch aufpassen, und bei Nachholbedarf Elisabeth Wehlings Politisches Framing nochmal lesen.

      • vielen dank für die antwort;
        Irgendwie habe ich das Gefühl, DIch da auf dem falschen Fuß erwischt zu haben… zugegeben war ich nicht wirklich ergiebig bzgl. meiner eigenen Position, gleichzeitig war ich mir allerdings auch der “Offenkundigkeit” der “Fake-News-Schleuder” nicht bewusst. Mir ist allerdings klar, dass Anonymous eine mindestens fragliche Quelle ist… Es ist aber auch eine “Quelle” die Gehör und zumindest Verbreitung findet. Und das Geld kein Mittel ist, um multinationale Großkonzerne zu beeinflussen sich _wirklich_ nachhaltig und klima- und damit menschenfreundlich zu verhalten, ist m.E. eine naheliegende, wenn auch vielleicht extreme Erkenntnis. Da würde mich eure Position interessieren, einfach, weil ich das Gefühl habe, dass euer Mittel der Wahl doch oft der monetäre Anreiz zur Veränderung und Anpassung ist.

  34. Hallo zusammen,

    zuerst einmal vielen Dank für Euren Podcast, den ich sehr gern jede Woche (meist im Auto) höre.
    Nun zum Thema: Es ist richtig, dass Firmenfahrzeuge eine große Rolle bei den Neuzulassungen spielen. Dass diese zum Großteil Motoren über 200PS haben und Spritschlucker sind, wage ich zu bezweifeln.
    Warum? Ich bin selbst Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens und kenne viele Entscheidet aus kleineren und größeren Unternehmen.
    In allen ist das Thema Umweltverträglichkeit von Dienstwagen durchweg schon angekommen, ohne dass die Regierung hier per Gesetz eingegriffen hat.
    Nahezu alle Firmen begrenzen den CO2-Ausstoß der Dienstwagen. Auch kann hier keiner einen A8 fahren, da die Neuwagenpreise gedeckelt sind.
    Beispiel bei uns:
    Aussendienstler mit 0-3 Jahren Firmenzugehörigkeit: max. 30T€ Netto-Listenpreis, max. 150 PS, CO2-Ausstoß kleiner 130g/km. Vorgeschriebene Ausstattungsdetails: Navigation, Kollissionsassistent, ACC, Spurhalteassistent, Freisprecheinrichtung. Sonderausstattung über dem Limit kann selbst bezahlt werden.
    Aussendienstler ab 4 Jahre Firmenzugehörigkeit: max. 35T€ Netto-Listenpreis, max. 190PS etc.
    Getankt wird per Flottenkarte. Diese gibt unserem Fuhrparkleiter die einfache Möglichkeit, sofort alle Verbräuche vergleichen zu können und dementsprechend Fahrer anzusprechen. Zusätzlich gibt es bei und jährlich Prämien für die drei Fahrer mit den niedrigsten Durchschnittsverbräuchen.

    Diese und ähnliche Regelungen haben nahezu alle Firmen, die ich kenne. Womit wird denn die Behauptung belegt, dass der Großteil der Firmenfahrzeuge mehr als 200PS hat, belegt?

    Wir diskutieren momentan die Umsetzung von reinen E-Autos als Firmenwagen.
    Für 40% unserer Aussendienstler wäre dies möglich. Problematisch ist bisher das Laden zu Hause (Abrechnen, Installationsmöglichkeit).

    • Hi, Missverständnis: Nicht die meisten Firmwnwagen haben mehr als 200 PS, sondern sehr viele Fahrzeuge, die sehr hoch motorisiert sind, werden von Firmen angeschafft.

      • Bitte differenziere hier ordentlich. Geschäftsführer und Management fahren sehr gerne große und hoch motorisierte Autos, weil die es sich leisten können – denn ein A8 oder Q7 sind mitnichten „Peanuts“ in der 1%-Regelung. Der normale Mitarbeiter fährt deutlich „drunter“.

        Ich fahre als Gesellschafter-Geschäftsführer eines 40-Personen-Betriebes einen 190-PS 2 Liter-Diesel und habe mich bewußt gegen ein noch höher motorisiertes Auto entschieden, aus Kostengründen. Solange man sich keine absurd hohen Geschäftsführergehälter auszahlt ist da also durchaus schon eine Lenkungswirkungnvorhanden, bei 15k-20k brutto oder mehr jedenfalls nicht mehr.

        • Also bei uns gibt es keinen Dienstwagen unter 200PS, denke ich. Eher mehr.

          Trotzdem: Dadurch dass die Fahrzeuge nicht lange gefahren werden sind es immer die neuesten Modelle, erreichen immer die aktuellste oder kommende Abgasnorm und verbrauchen auch eher unterdurchschnittlich viel Treibstoff.

          Das typische Privatfahrzeug schleudert mit Sicherheit mehr Schadstoffe in die Umwelt.

          Das Thema Fahrzeuggröße ist auch nur Polemik. Dann kann man ja den Familien die Busse und Vans auch gleich wegnehmen.

  35. THEMENVORSCHLAG:
    Mich würde ja mal ein Experteninterview zu dem neuen Moia Dienst interessieren.
    Inwieweit diese E-Busse den Straßenverkehr wirklich auflockern, oder ob es sich nur um eine Imageaufbesserung seitens VW handelt.
    Ich behandle dieses Thema gerad selbst an der Hochschule.
    Vielen Dank

  36. Das Klimapaketchen wurde nochmal abgespeckt. Ist es jetzt ein Klimapaket-(k)lein?

    Zusammengefasst: kein 2040 Ziel mehr zur CO2 Einsparung
    CO2 Neutralität soll nicht mehr erreicht, sondern angestrebt werden.
    Keine jährlichen Überprüfungen des Klimarats mehr.

    Ich frage mich wirklich, was dann überhaupt noch im Gesetz steht.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/klimapolitik-wie-sich-die-parteien-zum-groko-paket-positionieren-a-1290200.html

  37. Hallo an alle zusammen!

    Ulf, Philip, an euch zwei erstmal ein großes Lob und Dankeschön für euren informativen und ansprechenden Podcast. Ich höre die Lage erst seit ein paar Wochen und es macht mir Spaß euch zuzuhören.

    Auch wenn ich bei vielen Themen einfach nur ratlos den Kopf schütteln kann, so wie bei dem „Klimapaket“. Ich finde es lächerlich, es als solches zu bezeichnen und finde es gut, dass ihr so ausführlich dazu berichtet. Ich bin 23 Jahre jung und das Thema hängt mir sehr am Herzen.

    Deshalb möchte ich noch eine Ergänzung beitragen, zum Thema umweltschädliche Subventionen, und zwar in der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist nach dem Energiesektor der zweitgrößte Treibhausgasemitent . Allein 10% der Treibhausgasemissionen in Deutschland gehen auf die Landwirtschaft zurück. Aber nicht nur auf das Klima hat die Landwirtschaft in ihrer jetzigen Form mit den extrem hohen Tierbeständen (aka Massentierhaltung) und der intensiven Nutzung von chemischen Düngern und Pestiziden negative Auswirkungen. Unsere Gewässer werden immer weiter mit Nährstoffen (v.a. Nitrat) überfrachtet, was zu dessen Eutrophierung und Versauerung beiträgt. Zudem gelangen die Nitrate ins Grund- und damit unserer Trinkwasser und auch unsere Böden (die ebenfalls sehr wichtige Treibhausgassenken sind, sprich CO2 und Co. speichern) werden dadurch ausgelaugt. Weitere Auswirkungen gibt es auf die biologische Vielfalt, Artbestände von Pflanzen und Tieren (z.B. Insekten, aber auch Vögel) gehen beständig zurück. Es gibt noch einige weitere Probleme in der Landwirtschaft, wie der Umbruch von Grünlandflächen und deren intensivere Nutzung, die zu den hohen Emissionen beitragen und Monokulturen.

    Finanziert und subventioniert wird die Landwirtschaft durch die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU. 2018 flossen insgesamt 6,6 Milliarden Euro dafür nach Deutschland. Aus diesen Zahlungen werden auch Umwelt-und Klimaschutzmaßnahmen bezahlt, doch der Großteil wird über Direktzahlungen (die erste Säule der GAP) ausgezahlt. Gerade diese Säule ist allerdings in der Kritik und eine Umgestaltung der GAP wird lange gefordert. Gerade wird in der EU-Kommission darüber verhandelt, wir die GAP für die nächste Periode (2021-2027) aussehen soll, doch so wie es aussieht bleibt die dringend notwendige Reform aus. Deutschland kann natürlich nicht alleine über die GAP entscheiden, da es sich dabei um EU-Politik handelt. Doch könnte Julia Klöckner sich als Landwirtschaftsministerin für eine entsprechende Reform einsetzen, und müsste es vermutlich auch tun, hätte das Klimakabinett auch dort konkrete Einsparungsziele und -maßnahmen festgelegt.

    Dabei möchte ich erstmal belassen und würde mich freuen, wenn ihr über die weiteren Ergebnisse der GAP-Verhandlungen berichtet. Sowie natürlich weiterhin allgemein über das Klimaschutzpaket und den Klimawandel.

    Liebe Grüße,
    Svenja

    P.S.: Hier einige Quellen zum Thema:

    – UBA (2015): 30 Jahre SRU-Sondergutachten „Umweltprobleme der Landwirtschaft“ – Eine BilanzURL: ttps://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_28_2015_umweltprobleme_der_landwirtschaft.pdf
    – UBA (2016): Umweltschädliche Subventionen in Deutschland 2016. URL: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/uba_fachbroschuere_umweltschaedliche-subventionen_bf.pdf
    – WWF (2015): Nitrogen: Too much of a vital resource. URL: https://ec.europa.eu/jrc/sites/jrcsh/files/20150405-iesnews-wwf-nitrogen-report.pdf
    https://www.nabu.de/news/2019/08/26781.html
    – Deutscher Naturschutzring (2019): Europas Agrarpolitik jetzt reformieren! Warum wir uns keine weiteren verlorenen sieben Jahre leisten können. URL: https://www.dnr.de/fileadmin/Positionen/201901-GAP-Hintergrund.pdf

  38. 6. Oktober 2019 um 20:10 Uhr
    Martin Schröder

    Zum Impeachment noch ein Fakt: Nancy Pelosi könnte dadurch Präsidentin werden. Sie ist nämlich als Speaker of the United States House of Representatives aktuell die nächste Person nach Vizepräsident Pence in der Nachfolgeliste des US Präsidenten. Und Pence ist in die Ukraine-Sache vermutlich auch verwickelt: Wenn man ihm die Kenntnis des Anrufs nachweisen kann, hat er sich genauso strafbar gemacht, da er die Tat nicht angezeigt hat. Dann würden entweder beide zusammen angeklagt oder Pence etwas später (und seinem Vizepräsidentenkandidaten die Zustimmung verweigert). Die Möglichkeit ist zwar eher theoretisch, aber…

    • Moin Martin,

      genau genommen wäre Nancy Pelosi dann nur “Acting President” – sprich Sie würde zwar die Aufgaben des Präsidenten ausfüllen, aber nicht als offizielle Präsidentin gelten, sonder lediglich mit der Verwaltung der Geschäfte und der Organisation einer neuen Wahl betraut werden – eine eigenen politische Agenda dürfte Sie de jure nicht vorantreiben.
      Das Amt des Präsidenten kann nach einem erfolgten Impeachment & Conviction nur der Vice President bekleiden – sämtliche weiteren Personen in der Line of succession wäre nur “Acting President”, was in reduzierten Rechten mündet.
      Nur um genau zu sein ;)

  39. Hallo ihr Lieben,

    Danke erneut für die gute Folge. Auch wenn es richtig und wichtig ist, in Deutschland im Klimaschutz (endlich!) aktiv zu werden, muss man da internationaler denken. Wenn man sich vor Augen hält was weltweit ausgestoßen wird, muss einem klar sein, dass 7% MwSt auf Bahn Tickets den Planeten nicht retten wird.

    Hier kommt regelmäßig der Einwand, man habe aber nicht viel Einfluss darauf, wie sich andere Staaten verhalten. Das ist aber nur vordergründig korrekt.

    Dritte Welt- bzw. Schwellenländer werden in ihrem Streben nach Wohlstand absehbar zusätzliche (!) Milliarden Tonnen Co2 produzieren. Denn das muss angesichts der Umstände dort selbstverständlich preiswert erreicht werden. Wenn für die Menschen nicht die Frage ist, welches Elektro-Auto es sein darf, sondern ob die Familie nun endlich einen Kühlschrank bekommt, kann diese prognostizierte Entwicklung quasi als sicher gelten.

    Es ließe sich also in ganz erheblichem Maße an Stellschrauben drehen, wenn diese Länder beim Ausbau nicht oder nicht vollständig auf fossile Energieträger angewiesen sind. Es wäre also angezeigt, merklich zu investieren. Ganz nebenbei könnte das durchaus auch enorme Auswirkungen auf die Überbevölkerung haben.

    Stand jetzt setzen wir ärmeren Ländern in aller Regel jedenfalls gegenteilige Anreize.
    Ist man einmal zu dieser Erkenntnis gelangt, dass das Problem Klimawandel in seiner Essenz eigentlich ein Wohlstandsproblem bzw ein Wohlstandsverteilungsproblem ist, ist die weitere Vorgehensweise im Grunde klar: Wohlstandsgefälle international auszugleichen.

    Dass der Abfluss von Finanzen in Zeiten schwarzer Null und Exportweltmeister politisch schwer vertretbar ist, ist natürlich der Killer-Einwand an dieser Stelle. Bei allem Pragmatismus läuft uns aber die Zeit davon. Und ganz nebenbei ist genau diese Art von Investitionen z.B. in Paris vereinbart worden. Bis heute hat keiner eine Idee woher diese Investitionen in die arme Welt (immerhin jährlich einige Mrd!) eigentlich kommen sollen. Stattdessen will man die Einnahmen aus “halbherzige-Maßnahme XY” nutzen um dem Bürger sein klimaschädliches Verhalten nicht madig zu machen.

    Es würde mich freuen wenn auch eure Debatte in der Lage einen internationaleren Drall bekäme.

    Danke und LG

    • Hallo Lage-Reporter,
      zur Frage Deckelung der Pendlerpauschale bei alternativen Verkehrsmitteln eine kleine Info: die Bahncard 100 kostet 4395 Euro im Jahr , die Deckelung liegt bei 4500,- da ist also noch Luft, und täglich 2x 68km mit dem Rad zur Arbeit, da kann ich sagen das wäre SEHR SPORTLICH. Ich denke die haben sich bei der Deckelung schon was gedacht.
      Mit freundlichen Grüßen und weiter so ( hab meine Mutter (79) vermutlich als Hörerin gewonnen)
      LG Immo

      • Das mag schon sein, aber warum gilt die Deckelung dann nicht für alle Verkehrsmittel gleichermaßen?

        • Hallo Ulf,
          das ist eine gute Frage.
          ich kann hier nicht für die Bundesregierung (oder deren Berater, der ich [noch?] nicht bin sprechen) oder als MdB sprechen, sondern habe nur meine private vermutliche Erklärung geäußert. Ich selbst bin für eine Deckelung, die sich am CO2-neutralsten, möglichen Verkehrsmittel orientieren sollte. Ich fahre daher privat (auch dienstlich genutzt) einen Plugin-Hybrid eines jap. Herstellers, der nach 51000 km (erstes Jahr) einen durchschnittlichen Verbrauch von 3,1l / 100 km (Realverbauch, kein sowie Sonstwie-Cyclus) hat. Der Verbrauch ist mit Tankquittungen validiert, d.h. die Bordcomputerangaben sind korrekt und ich fahre weit über die zu Hause aufladbare Reichweite von ca. 50 km/Tag. Leider bringt meine berufliche Aufgabe mit sich, dass ich ca. 35000-40000 km / Jahr fahren muss (Aufsichtsperson nach §18 SGB VII), und sich meine Ziele nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lassen, deshalb habe mich für den o.g. PKW-Typ entschieden, ein reiner Elektroantrieb scheidet momentan aus, da sich in Sachsen-Anhalt noch zu wenige öffentliche Ladesäulen befinden. Ich teste das momentan mit dem Hybrid-Plugin als “Übergangstechnologie” seit 2013.
          Ich habe zwar für das aktuelle Fahrzeug eine Förderung von 3000,- € bekommen ( davon 1500,- € vom Staat, der bürokratische Aufwand ist ein Kapitel für sich [Realkomödie]). Die andere Hälfte gibt’s vom Hersteller, und die wird mit dem Händlerrabatt (Hauspreis) verrechnet (ist quasi identisch mit Rabatten, die man beim Kauf eines neuen Passats VW bekommt). In Berlin fahre ich seit über einem Jahr rein elektrisch (Ökostromtarif) mit einem durchschnittlichen Verbrauch von ca. 12,5 kWh/100 km, zum Vergleich U-Bahn (11,5 kWh /100 Personenkilometer) ICE 13,5 oder 3,0 l Benzin / 100 Personenkilometer (habe Angaben per Google recherchiert). Man kann also auch mit PKW klimagünstig fahren, es hängt auch (und das sollte auch eine Rolle spielen) vom individuellen Fahrstil ab.
          LG und danke für die schnelle Reaktion) Immo

        • Hallo Ulf,
          lt. http://www.steuerlinks.de/gesetz/estg/par9.html#abs-2

          “Aufwendungen für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel können angesetzt werden, soweit sie den im Kalenderjahr insgesamt als Entfernungspauschale abziehbaren Betrag übersteigen.”

          können auch Kosten für den ÖPNV die den Deckel von 4.500 EUR übersteigen abgesetzt werden, wenn sie nachgewiesen werden. Die Regelung ist dann analog zum Auto.

        • Nein Stefan. Es ist dann nicht wie beim Auto. Denn beim Auto ist es eine Pauschale, bei der Bahn nicht.

  40. Vorneweg: Ich nehme viele tolle Impulse aus Euren Diskussionen mit und bin großer Lage-Fan. Allerdings habe ich mich an der Ironie beim Thema Umwelt vs. Automobilhersteller am Ende der Sendung etwas gestoßen. Die deutschen Premiumhersteller verdienen heute ihre Gewinne an teuer ausgestatteten Verbrennerfahrzeugen. Das liegt daran, dass heute weiterhin kein Kunde bereit ist den tatsächlichen Mehrpreis für ein E- oder BZ-Fzg. zu bezahlen. D.h. dass das Businessmodell eines Premiumherstellers mit heutigen Margen oder Fertigungstiefen nicht „einfach“ auf ein E-Zeitalter umzuwechseln sein wird. Um diesen Wechsel zu finanzieren werde sie weiterhin Verbrennerfahrzeuge mit ihren gesunden Deckungsbeiträgen benötigen. Somit würden die klassischen Verbrenner die fehlende Marge bei den E-Autos finanzieren. Ohne diese groteske Querfinanzierung werden die heutigen Marken nicht überleben können, was auch ein legitimer Weg sein kann – allerdings mit nicht unerheblichen Auswirkungen auf die Beschäftigungszahlen – vor allem im Südwesten Deutschlands.

    • Sehe ich auch so! Abgesehen von der Frage, ob heutige Elektrofahrzeuge in der Breite der Anwendung heutiger Verbennerfahrzeuge überhaupt eine ökologische Alternative darstellen (urbanen Einsatz mal ausgeklammert)…

    • Hallo,
      ich habe zwei herkömmliche Verbrennerfahrzeuge (Passat TDI) mit der Entschädigung nach Bundesreisekostengesetz finanziert (€ 0,30 / km [ab 12000km /Jahr 0,32 € / km]). Beide Fahrzeuge hatte sich nach ca. 6 Jahren (240000 km) amortisiert (Anschaffungs- Sprit- und Wartungskosten). Der erste Plugin Hybrid (jap. Hersteller) hatte sich bereits nach 206300 km (nach 4,5 Jahren !!) amortisiert, das zeigt, das sich o.g. Pauschalannahmen relativieren. Zugegeben die Zuladung / Laderaum lässt sich mit einem VW-Passat nicht vergleichen, aber wer braucht immer die volle Zuladungsmöglichkeit?
      LG Immo

      • Hallo Immo – das glaube ich gern. Für den Käufer ist das u.U. attraktiv dank Steuervorteil und dem seitens Hersteller „subventionierten“ Verkaufspreis. Worauf ich hinaus wollte ist, dass die deutschen Premium-Hersteller beim Verkauf von Batterieelektrischen Fahrzeugen (d.h. Plug-in Hybrids) ohne paralleles Geschäfft mit Verbrennern nicht überlebensfähig sind. Man kann ja heutzutage auch BZ Fahrzeuge erwerben – auch wenn mit dem Kaufpreis nicht mal die Herstellungskosten gedeckt sind…

  41. “Fakt allerdings ist auch: Die Mitbestimmung in den Unternehmen ist seit Jahren auf dem Rückzug. In nur noch neun Prozent der Unternehmen, die einen Betriebsrat haben könnten, gibt es auch einen. ”

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/betriebsraete-unter-druck-arbeitskampf-von-oben.976.de.html?dram:article_id=459965

    Was? Leute verbringen 9 Stunden am Tag auf der Arbeit und dort gibt es keine Mitbestimmung oder Demokratie? Woher kommen nur diese AfD-Wähler? Damals zu DDR-Zeiten, sagen manche, habe man zwar im öffentlichen Raum nichts sagen können, aber dafür wenigstens im Betrieb. Da habe man seinem Brigadeleiter noch ohne Furcht sagen können, dass er ein Idiot sei. Heute sei es einfach nur umgekehrt: Man darf alles sagen, außer im Job.

  42. Liebe Leute,
    mir geht die Lage inzwischen doch ein wenig zu sehr in die Richtung “Kampagnenjournalismus”: Ich fühle mich in meine Stundentenbude zurückversetzt, wo wir nächtelang mit einem gehörigen Schuss Naivität darüber debattierten, was Politiker tun sollten aber nicht tun, um die Welt zu retten. Dazu ist mir meine Zeit dann doch zu schade.
    Dass der Dienstwagenverkauf und der damit verbundene Markt an teuren Autos eine wichtige Säule der deutschen Autoindustrie ist und deren Lobby deshalb gehörig Druck auf die Politiker machen dürfte, daran festzuhalten, ist doch sicher der eigentliche Grund, warum es solche Privilegien gibt. Bevor man deren Abschaffung als “einfach” bezeichnet, müsste man mal erörtern, wie sich Deutschland konkret von der Dominanz der Autoindustrie (inkl. Zulieferer und allem, was dazugehört) wegorientieren könnten. Man müsste auch mal erörtern, wie eine Infrastruktur für Elektromobilität so aufgebaut werden könnte, dass Elektroautos überhaupt attraktiv für den Verbraucher werden. Wie das Umweltproblem mit Alt-Akkus gelöst werden könnte. Inwiefern E-Autos überhaupt ökologisch sinnvoll wäre, wenn sie mal zigmillionenfach unterwegs wären und welche Maßnahmen nötig wären, um für alle diese Autos Strom zu erzeugen. (Als Autobauer würde ich nur dann konsequent auf E-Mobilität umsteigen, wenn ich davon ausgehen könnte, dass das auch Zukunft hat). Da gibt es doch sicher alle möglichen Konzepte. Die würden mich wirklich interessieren.

  43. Disclaimer: Ich profitiere seit rund 10 Jahren vom Dienstwagen-Privileg.

    Vertriebsmitarbeiter und Berater haben bei uns i.d.R. einen Dienstwagen. Dies wurde auch von der Geschäftsführung bewusst so gestaltet. Für den Mitarbeiter ist es aus den von euch genannten Vorteilen ganz nett, und aus Sicht des Unternehmens gibt es Anreize dem Mitarbeiter einen Firmenwagen zu geben, statt das Bruttogehalt zu erhöhen. (Schau her, für das Auto müsstest du privat x € investieren, das entspräche brutto der Gehaltserhöhung y €). Nun sind wir (Mitarbeiter und Geschäftsführung) uns dem Privileg schon bewusst und versuchen das auch entsprechend zu berücksichtigen. Ein SUV fährt nur einer der Geschäftsführer, der Rest eher “normale” Autos wie Passat, 3er BMW oder Polo. Die Autos werden konsequent nach Verbrauch ausgewählt und mit einer ordentlichen, aber keiner überzogenen Ausstattung, geleast. Der Flottenverbrauch lässt sich dank Tankkarte gut steuern und konnte über die letzten 10 Jahre auch nennenswert gesenkt werden. Wer einen Bleifuß hat, der fällt dank zentraler Tankkartenabrechnung auf und wird angesprochen. Fahrzeuge werden i.d.R. für 3 bis 4 Jahre geleast. Neue Autos dürfen von der Leasingrate her nicht teurer sein als das Vorgängerauto (damit verhindern wir, dass die Karren immer größer werden). Auslandsfahrten sind nicht von der Tankkarte gedeckt – wer damit in den Urlaub fährt, der zahlt ab der deutschen Grenze selber. Nun steht die Beschaffung der ersten Hybridfahrzeuge an. Und hier deutliche Kritik von uns: 0,5% statt 1% sind ein total mieser Anreiz. Ohne unser selbst gestecktes Limit der Leasingrate könnten wir deutlich größere Autos beschaffen und sogar privat noch sparen. Daraus lässt sich ableiten: Es macht für ein Unternehmen und den Mitarbeiter durchaus Sinn ein Hybridfahrzeug zu beschaffen, einfach nur um die 0,5% Versteuerung mitzunehmen, auch wenn man gar nicht vorhat das Auto zeitweise elektrisch zu fahren. Wir dagegen lassen jetzt auf eigene Kosten Wallboxen montieren, da die nächsten Poolfahrzeuge definitiv reine E-Autos sein werden. Stromanbieter mit Strom aus erneuerbaren Energien haben wir schon.

  44. 6. Oktober 2019 um 11:43 Uhr
    Christoph Schweizer

    Einige Anmerkungen für euch zum Nachlesen und Hören:

    Preis für CO2 haben sie Grünen schon lange gefordert
    https://www.tagesschau.de/inland/gruene-klimaschutz-101.html
    War überrascht, dass ihr das nicht parat hattet.

    Cooler move in Klimaschutz, eine anderer Blickwinkel:
    https://forschergeist.de/podcast/fg066-klimaneutralitaet/
    Habe die Zahlen nicht geprüft, aber die grundlegende Info ist aus meiner Sicht Gold wert.

  45. Hallo zusammen,

    Ich habe nicht alle Kommentare im Detail gelesen, daher mag es sein, dass das schonmal geschrieben wurde. Wenn ja: Tschuldigung. ;)

    Ich möchte etwas zum Thema Dienstwagenprivileg loswerden (jetzt mal ganz ohne Wertung, ob ich das gut oder schlecht finde).

    Eure Rechnung hakt ein bisschen und muss einmal aus Arbeitgebersicht und einmal aus Arbeitnehmersicht durchgeführt werden.

    Erstmal die Arbeitgebersicht: Für den Arbeitgeber entstehen durch die Anschaffung des Dienstwagens natürlich Kosten. In der Regel sind diese: Leasing-Gebühren für das Fahrzeug, Steuern, Versicherung, Wartung und Reparatur und natürlich der Sprit. Teilweise gibt es da im Business-Leasing große Nachlässe auf die Leasinggebühren, dafür sind die Flottenversicherungen in der Regel deutlich teurer. Dann kostet so ein Wagen den Arbeitgeber beispielsweise (mal an einem 1er BMW oder so festgemacht) 200 Euro Leasing, 150 Euro Versicherung, 150 Euro Wartung, um die 100 Euro Steuern, sowie dann nochmal um die 200 Euro Sprit, je nach Fahrverhalten des Fahrzeugnutzers. Macht, über den dicken Daumen, 800 Euro monatliche Kosten. Teile davon lassen sich steuerlich noch ansetzen und mindern die sonstige Steuerlast, aber ich denke, grob wird klar, worauf es hinausläuft.

    Diese 800 Euro pro Monat bekommt der Arbeitnehmer als virtuelle Gehaltserhöhung.

    Für den Arbeitgeber lohnt sich das, weil auf den Dienstwagen keine Sozialversicherungsabgaben zu leisten sind.

    Außerdem steht in den meisten Dienstwagen-Richtlinien, dass der Dienstwagen bei unwirtschaftlicher Nutzung auch wieder eingezogen werden kann. Das soll eben dem vorbeugen, dass Der Arbeitnehmer damit 10.000 km im Monat abreißt und laufende Kosten ohne Ende produziert. Das muss ja alles eingepreist werden bei der Gesamtkalkulation.

    Aus Sicht des Arbeitnehmers sieht es nun so aus, als würde er für den Dienstwagen, bei einem Listenpreis von um die 32000 Euro ca. 320 Euro zusätzliches Einkommen versteuern müssen. Macht bei einem okay-en Einkommen ca. 150-200 Euro echten Auszahlungsbetrag, je nach Gehalt und Steuerklasse. Wenn der Arbeitnehmer Die erste Tätigkeitsstätte nicht daheim hat, hält Vater Staat nochmal die Hand auf, um eine km-Pauschale einzutreiben. Dafür darf der Arbeitnehmer aber in der Steuererklärung Werbungskosten angeben und bekommt dann die 30 oder 35 Cent pro Kilometer wieder angerechnet.

    Ein Dienstwagen lohnt sich also nicht zwangsläufig für jeden Arbeitnehmer, da der Arbeitgeber natürlich auch „einfach“ die 850 Euro, die er für das Auto ausgibt, direkt an den Arbeitnehmer auszahlen könnte. Steht halt nicht so offensichtlich auf dem Gehaltszettel, daher denken viele Arbeitnehmer, dass der Dienstwagen so günstig sei. Ist er aber nicht. Man erkauft sich nur einen Komfort-Bonus, da man sich um Reparaturen etc. nicht kümmern muss und alle drei Jahre ein neues Auto vor der Tür steht.

    Man beachte: Das Beispiel oben wurde mit einem (zugegeben hochpreisigen) Kleinwagen durchgerechnet. Das skaliert natürlich für einen großen SUV entsprechend, dass dann eben auch mal 2000 Euro im Monat an Kosten für den Arbeitgeber entstehen könnten.

    Ich glaube, dass hier auf der „echten“ Kostenseite beim Arbeitgeber ein viel wirkungsvollerer Effekt erzielt werden könnte, als bei der Anpassung der Kosten auf Seiten des Arbeitnehmers. Nämlich durch den echten Preis für die Anschaffung und den Betrieb von stark emittierenden Autos. Wenn der CO2-Ausstoß der Fahrzeuge mit in die Leasing- und Betriebskosten eingepreist werden würden, würde der Betrieb eines großen, schweren, ineffizienten Autos für den Arbeitgeber schlicht unwirtschaftlich werden. Dann soll halt der Betrieb eines Spritschluckers im Monat 5000 Euro kosten. Dann darf jeder Arbeitgeber gerne selbst entscheiden, ob er dem Arbeitnehmer das Gehalt reell um 5000 Euro erhöhen möchte. Oder er gibt dem Arbeitnehmer die Gelegenheit, dass sein Brutto-Gehalt entsprechend reduziert wird. Wenn der liebe Manager im Großkonzern halt eben nicht 8000 Euro im Monat bekommt, sondern nur noch 3000 Euro, weil er sich ein großes Auto leisten möchte: feel free.

    Viele Grüße und bis bald,

    Phil

  46. hi,
    ich fände es gut, wenn ihr wieder euren Fokus findet und nicht im Klein-Klein diskutiert. So lange 15 Containerschiffe so viel CO2 emittieren wie 150.000.000 Autos, brauchen wir nicht über Dienstwagen oder SUVs diskutieren. Redet doch mal lieber über die “dicken Brocken”, wie z.B. Massentierhaltung, Betonherstellung oder den irrwitzigen Ölverbrauch des US-Militärs. Nebenbei, all die Kriege sind nicht nur schlecht für die Menschen, sondern auch schlecht für die Umwelt.

    • Wie genau verringern WIR den Ölverbrauch des US-Militärs … ?

      Bingo. Deswegen reden wir über die Dinge, die die Bundesregierung ändern könnte.

      • ….indem die Nato, deren Mitglied wir sind, nicht 20000 CIs im Rahmen eine Übung “Defender 2010” über den Atlantik nach Europa und später an die Ostgrenze von Polen / Baltikum transportieren, weil angeblich der “Russe” europäische Nato Staaten “bedroht” !!! Das wäre auch mal ein Thema für FF (Frieden) !!!

  47. zum Thema Pendlerpauschale: wenn ich richtig zugehört habe, vertretet ihr die Meinung, dass eine Erhöhung der Pendler-Pauschale dazu führt, dass Leute häufiger mit dem Auto zur Arbeit fahren. Und dass eine Abschaffung/Kürzung der Pendler-Pauschale die Leute dazu bringt, weniger Auto zu fahren.

    Ich fürchte, damit ignoriert ihr die Lage auf dem Land.

    Hier lautet die Alternative häufig nicht: ÖPNV oder Auto sondern Auto, umziehen oder Hartz IV. Weil der ÖPNV nicht vorhanden ist oder die Verbindungen so schlecht sind, dass sie keine wirkliche Alternative sind.

    was hier helfen würde, wäre ein drastischer Ausbau des ÖPNV….warum wird das nicht thematisiert?

    • Nein, der nicht vorhandene ÖPNV erhöht auch noch die Preise! So wird das nix!

    • 5. Oktober 2019 um 21:47 Uhr
      The_Psychiatrist

      Ich bin auch für den drastischen Ausbau des ÖPNV, wobei ich viele Probleme schon kommen sehe. Alleine der Bau einer neuen Bahnlinie würde viel Geld verschlingen und Anwohner / Grundstücksbesitzer auf die Barrikaden bringen. Versuche mal in einer Großstadt eine neue U-Bahn zu bauen. Wenn der Busverkehr ausgebaut werden sollte müssten auch die Strassen saniert und teilweise ausgebaut werden, auch das sehe ich Probleme / Widerstand der Anwohner kommen.

      • In (Groß)Stâdten gibt es doch schon jetzt funktionierende ÖPNV-Angebote….mir ging es speziell um die Situation auf dem Land.

        Und da ist die Situation so, dass die Taktfrequenz so schlecht ist, dass Pendeln ohne Auto sehr schwer wird.

    • Die Krux ist, dass Bahn- und Busverbindungen nur ab einer kritischen Mase an Personen sinnvoll sind. Und das “sinnvoll” ist nicht nur wirtschaftlich gemeint, sondern auch bezogen auf das Klima. Busse und Bahnen, die leer fahren, in einer gewissen Taktung, sind keine Lösung. D.h. in gewissen Gebieten ist ein Indiviual verkehr nicht eretzbar durch ÖPNV.

      Alternativen sind hier der Ausbau des P&R Systems (sprich es gibt Anlaufstellen, von denen aus dann die Vermaschung Sinn macht). In Berufen, in denen das möglich ist, stärker auf Home-Office setzen. Fahrgemeinschaften bilden.

      • Hier wäre es sinnvoll, die Preise für den ÖPNV zu senken (z. B. ermäßigter MwSt-Satz) und das Parken an Bahnhöfen kostenlos zu machen bzw. in die Fahrkarten zu inkludieren.

        Die Deutsche Bahn ist noch immer im Besitz des Staates, da ist eine Preisgestaltung, die Anreize setzt, das Auto stehen zu lassen/nicht zu fliegen möglich.

        • Also im Berliner Umland sehe ich häufig unglaublich überfüllte Züge und die Parkplätze im Umkreis der Bahnhöfe bis 3km sind alle vollgestellt. Also das kann keine allgemeingültige Formel sein, ich wüsste nicht was hier eine Fahrpreissenkung bringen würde…

        • Das macht natürlich nur Sinn, wenn der ÖPNV ausreichend Kapazität zur Verfügung stellt – gerade zu den Hauptstoßzeiten. Bei mir in der Gegend verkehrt der im Berufsverkehr am meisten nachgefragte RE gerne als Halbzug. Das wird dann schonmal so krass, daß vor ein paar Wochen der Zugführer mit Räumung gedroht hat. Sowas steigert die Attraktivität der Bahn bestimmt nicht.

        • Das würde sicherlich helfen, jedoch nur einen geringen Teil des Verkehrs auf dem Land verlagern. Das Problem mit dem ÖPNV auf dem Land ist eher struktureller Natur. Auf dem Land wohnen weniger Menschen und hier lohnt sich ein ÖPNV (oder anders ausgedrückt ein Massenverkehrsmittel) ökologisch nicht. Wenn man hier das Netz so weit verdichtet das es wirklich mit dem PKW konkurrenzfähig sein soll, ist die Auslastung der Busse so gering das es keinen ökologischen Vorteil gibt.
          Deshalb denke ich ist es besser zweigleisig zu fahren: In der Stadt, stadtnahen Bereichen und dem Zubringerverkehr in die Städte ÖPNV. Auf dem Land Elektrofahrzeug…
          Dies würde jedoch noch etwas ganz böses erfordern: das Auto muss in der Stadt deutlich unattraktiver werden. So lang es in den Städten keine flächige Parkraumbewirtschaftung und Citymaut gibt, wird sich nichts ändern…

        • Danke @Karsten, genau das meinte ich auch geschrieben zu haben (weiter oben), anscheinend hatte ich mich nicht klar genug ausgedrückt.

          Um das Land besser anzubinden braucht es eine funktionierende P&R Strategie. D.h. die Knotenpunkte müssen ausgebaut werden. Das Parken muss günstig sein (am Besten im Preis drinn). Die Vermaschung der P&R Punkte muss besser werden. Die Taktung muss den Gegebenheiten angepasst werden (d.h. in Stoßzeiten höhere Anzahl an Zügen/Bussen, die den gestiegenen Fahrgastzahlen gerecht werden).

          Ich sehe ein dass sich viele auf dem Land weiterhin ein Auto leisten werden, einfach um flexible zu sein, aber wenn davon genug für den Arbeitsweg oder den Einkauf in der Stadt auf P&R umsteigen wäre schon einmal ein Anfang gemacht.

    • Ich bin zur Zeit auch in der Situation, dass ich 130 km von meiner Familie entfernt wohne. Die Fahrzeit mit Bus und Bahn von gut drei Stunden würde ich in Kauf nehmen. Aber die Fahrpreise erscheinen mir viel zu hoch.
      Natürlich kann ich auch das Auto verkaufen und mir von dem Geld viele Fahrkarten kaufen, aber das ich auch nicht praktikabel für mich.
      Von mir aus soll das Autofahren noch teurer werden, wenn das unsere Lage verbessert. Aber dann wünsche ich mir eine echte Alternative. Muss Bus- und Bahnfahren wirklich so teuer sein??
      Und Parkplätze teurer machen, statt die Busfahrt günstiger?
      Und so fahre ich die Strecke fast jedes Mal mit dem Auto, statt 70 € für die Bahn zu zahlen.

  48. Hallo Philip und Ulf!
    Es hat zwar nichts mit einem eurer derzeitigen Diskussionsthemen zu tun, aber ich bin aufgrund des Beitrages einer meiner Facebook-Freunde über folgendes Video einer Demo von Impfpflichtgegnern in Berlin gestoßen: https://www.youtube.com/watch?v=YXsNvEk-mF0&t=2s&fbclid=IwAR3pD8WDpBepoys2myXvkxqkPVtzC929YyYX5bqg2Sm3O60btWKJFBZuz20 und habe mich daran erinnert, dass ihr dieses Thema in einer früheren Folge einmal thematisiert habt. Zum einen würde mich interessieren, wie ihr einerseits thematisch mit dieser anderen Sicht umgeht, da ihr ja (in meiner Erinnerung) stark dafür plädiert habt, dass vor allem erwachsene Menschen den Rest der Gesellschaft einem Risiko aussetzt und zudem die Einführung einer Impfpflicht meines Empfindens nach unterstützt habt. Des weiteren sehe ich mich wie des öfteren mit der Problematik konfrontiert, dass ich das Gefühl bekomme man müsse Medien und Informationen im Internet immer kritischer hinterfragen, ohne aber auf eine definite Antwort zu seinen Fragen zu kommen- ohne deswegen von “gleichgeschalter Presse wie in der DDR” oder “Fake-News” reden zu wollen.
    Würde mich interessieren, was ihr dazu zu sagen habt!

  49. 5. Oktober 2019 um 18:22 Uhr
    The_Psychiatrist

    Hi,

    zum Thema Auto / Mobilität

    1. Dienstwagen
    Hinsichtlich des im aktuellen Podcasts erwähnten Passats und dem Unterschied zwischen Dienstwagenkosten und Anschaffung als Privatperson folgender Rechenweg:

    Ein Passat 2,0 TDI 150 PS Automatik, Business-Ausstattung, kostet ca. 40.000 Listenpreis in der Grundvariante

    Nehmen wir eine Distanz von 50 Km für die Entfernung zwischen Heimstätte und Arbeitsplatz an.

    Im Rahmen der Dienstwagenregelung komme ich auf 0,01 + 40.000 = 400 Euro monatlich. Zusätzlich muss ich aber noch die Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz mit 0,03% des Listenpreis pro Kilometer hinzurechne, d.h. 0.0003 * 40.000 * 50 = 600. Somit kommt man auf einen geldwerter Vorteil von 1000 Euro im Monat. Bei einem Durchschnittssteuersatz von 25% kommt man somit auf einen Betrag von 250 Euro, den ich für das Auto letztendlich aus eigener Tasche zahlen muss.

    Lease / finanziere (mit ca. 4,0%) ich den gleichen Wagen (mit jährlicher Laufleistung ca. 22.000 Km) als Privatmann sieht die Rechnung so aus: Nehme ich an, ich halte das Auto im Durchschnitt 7 Jahre (durchschnittliche Nutzungsdauer privater PKWs in Deutschland) so kommt man laut einschlägiger Leasingrechner im Internet auf ca. 400 Euro Kosten im Monat.

    Kaufe ich den Wagen als Tageszulassung / Re-Import / Jahreswagen (mit unter 10.000 Laufleistung), so muss ich für das Auto für ca. 32.000 bezahlen. Fahre ihn über 7 Jahre mit ca. 22.000 Km im Jahr und verkaufe ihn am Ende der 7 Jahre für ca. 2.000 Euro, so gebe ich im Monat 30.000:84 sogar nur 360 Euro im Monat aus.

    Die Differenz zwischen Dienstwagen und Privatkauf beträgt damit 110 bis 150 Euro im Monat und somit weniger als die im Podcast angenommenen 400 Euro. Natürlich kann die Differenz wieder größer werden, wenn man noch Wartung / Reparatur einkalkuliert, was beim Dienstwagen häufig die Firma übernimmt (was aber wieder einen zu versteuernden geldwerter Vorteil darstellt, d.h. anteilig im Rahmen der privaten Nutzung versteuert muss).

    2. Tankkarte
    Hinsichtlich der Tankkarte gilt ergänzend zu erwähnen, dass diese in vielen Fällen einfach nur dazu dient, die Abrechnung der Spritkosten zu vereinfachen. Ansonsten müsste der Arbeitnehmer das Geld zunächst auslegen, die Quittung einschicken und auf die Rückzahlung warten.

    3. Pendeln / Pendlerpauschale / Benzinkosten
    Insgesamt ist das Pendeln mit dem normalen Alltags-Auto im Vergleich zum Pendeln mit Bus und Bahn auch schon so ein teures Vergnügen. Vor diesem Hintergrund pendeln die meisten Menschen mit Auto nicht aus Vergnügen (weil es einfach teuer ist), sondern weil die Menschen darauf angewiesen sind, da es gar keine andere Möglichkeit gibt (es sei denn, man nimmt 1h längere Fahrzeiten pro Strecke in Kauf). Insofern würde eine Erhöhung der Autokosten (durch welche Maßnahmen auch immer, wie z.B. Reduzierung der Pendlerpauschale) aus meiner Sicht eine ungleiche / unfaire Mehrbelastung für die Menschen darstellen. Vor dem Hintergrund der bereits hohen Kosten für den Unterhalt / Kauf eines Autos fahren zudem schon meiner Kenntnis nach die meisten Pendler ein Auto, welches ca. 6-7l/100 km Diesel auf der Autobahn verbraucht.
    Ich denke, die meisten Pendler würden daher aufgrund der Konten sofort das Auto stehen lassen, wenn es ein entsprechenden öffentliches Verkehrsmittel gibt, welches die gleiche Fahrzeit hat. Die meisten Pendler würden daher die Erhöhung der Automobilitätskosten eher als Bestrafung empfinden, da sie eh nichts an ihrer Mobilität ändern können.

    4. Kosten E-Mobilität für eine Familie
    Ich glaube, dass auch die Anschaffungskosten für ein E-Auto teilweise unterschätzt werden. Nehme ich an, ich möchte unseren Familienkombi durch ein Auto mit entsprechenden Platzangebot und Reichweite austauschen (d.h. ein E-Golf / Hyundai Kona oder Ioniq / Toyota Prius reichen da nicht aus), so bleiben bei derzeitiger Marklage nur die teuren Modelle von Tesla, Mercedes, Jaguar / BMW) übrig. Diese kosten jedoch ca. 30.000-40.000 Euro mehr. Selbst wenn sich diese Mehrkosten durch Mehrproduktion solcher Modelle / durch Konkurrenz sich halbieren würde, glaube ich kaum, dass sich auch in naher Zukunft mir der Staat die 15.000-20.000 Euro für die Mehrkosten gibt, wenn ich das entsprechende Auto kaufe.

    5. Steuergerechtigkeit
    Es bleibt die Frage nach der Steuergerechtigkeit, wenn die Pendlerpauschale reduziert wird. Wieso dürfte, etwas vereinfacht gesagt, dann ein selbstständiger Handwerker, welcher sein Auto zur Einkommenserzielung braucht, seine Autokosten als Betriebsausgaben abziehen, hingegen der angestellte Arbeitnehmer, welcher ebenfalls sein Auto aufgrund der Fahrt zum Arbeitsplatz zur Einkommenserzielung braucht, nicht.
    Zudem ist zu bedenken, das Arbeitnehmer immer häufiger den Arbeitsplatzwechsel wechseln, somit eine flexible Mobilität aufweisen müssen. Auch ist zu bedenken, dass die Anzahl der Pendler aufgrund des knappen Wohnraums in den Innenstädten wahrscheinlich zu nehmen wird.

    6. Infrastruktur
    Selbst wenn in naher Zukunft vermehrt E-Autos unterwegs sein sollten, so sehe ich ein Problem in der Infrastruktur. Bei durchschnittlichen Reichweite von 300-400 Km und Ladezeiten von ca. 30-45 Minuten, wird es doch massive Warteschlangen vor den Ladesäulen geben, selbst wenn diese in großer Zahl ausgebaut werden sollten (abgesehen von dem Problem, dass viele Menschen keinen Stellplatz / Garage für ihr Auto haben, wo sie von privat eine Ladesäule bauen könnten). Als Beispiel stelle ich mir die Warteschlange an den Ladesäulen der Autobahnen zu Ferienbeginn vor.

    Euren Podcast höre ich sehr gerne, meistens wenn ich im Auto unterwegs bin. Sehr gut finde ich Eure sachliche Aufarbeitung vieler Themen. Jedoch habe ich gelegentlich den Eindruck, dass Ihr beim Thema Auto sehr schnell in eine gewisse Polemik abrutscht. Ich glaube, dass dieser Kontrast zwischen einerseits sehr guter sachliche Aufarbeitung und andererseits Polemik manchmal für gewisse Irritationen bei den Zuhören führen könnte.

    • Ich finde, die Regierung macht das richtig. Dienstwagen mit Elektro-Antrieb nur mit 0,5% geldwertem Vorteil oder sogar bald 0,25% versteuern.
      Das ist der richtige Anreiz.

      An eurer Stelle würde ich das Thema Autos einfach weglassen.

      Phil hatte das schon mal richtig erwähnt, ich würde erstmal die log hanging fruits abflücken.
      Beim Thema Auto wird der Widerstand zu groß und es passiert gar nichts.

    • Die Versteuerung erfolgt nicht zum Durchschnittssteuersatz sondern zum Grenzsteuersatz. Und da werden aus den 25% sehr schnell 35-40%.
      Was die Belastung des Dienstwagens sehr schnell in die Höhe treibt.
      Und der Polemik in der aktuellen Folge auch schnell entschärft.

  50. In einer früheren Lage ging es ausführlich um ein Tempolimit auf Autobahnen. Natürlich taucht dieses nicht im Klima-Päckchen der großen Koalition auf.
    Am 18. Oktober wird im Bundestag über einen Antrag der Grünen (Bundestag Drucksache 19/9948) für ein Tempolimit von 130 km/h abgestimmt. Der Termin ist Zufall, der Antrag stammt schon vom 8. Mai dieses Jahres.
    Ich bin gespannt, wie sich die SPD verhält. Immerhin hat sie auf einem Parteitag 2007 beschlossen, sich für ein Tempolimit einzusetzen. Wenn die SPD jetzt dem Antrag der Grünen nicht zustimmt und weiter dem CSU-Verkehrsministerium hinterher rennt, braucht sie auch nicht über ein Ende der Koalition wegen der Klimapolitik nachzudenken.
    Auch wenn ihr keine Empfehlungen mehr verbreiten wollt:
    Ich fände es toll, wenn viele Menschen an alle möglichen SPD-Bundestagsabgeordnete schreiben und sie auffordern, die Initiative für das Tempolimit aktiv zu unterstützen.

    • 5. Oktober 2019 um 21:31 Uhr
      The_Psychiatrist

      Das Thema Tempolimit ist heikel. Der Effekt für das Klima ist zu gering, da die meisten Autofahrer eh nicht mehr als 140 bis 150 fahren und zu den Stoßzeiten auch einfach nicht mehr möglich ist. Das Unfallrisiko wird hierdurch ebenfalls nicht beeinflusst, da die meisten gefährlichen Unfälle nicht auf Autobahnen passieren, sondern auf Landstrassen und im Stadtverkehr.
      Für diesen geringen Effekt würde man jedoch politisch das Risiko in Kauf nehmen, erneut als Verbotspartei wahrgenommen zu werden.

      • Ich denke, die mittelbare Wirkung eines Tempolimits wird unterschätzt:

        1. Mit Tempolimit würde für viele Autokäufer der Anreiz entfallen, irgendwelche Rennautos zu kaufen. Sie würden vermutlich sparsamere Autos erwerben.
        2. Das Tempolimit sollte einhergehen mit einer Änderung der Regeln für die Zulassung von PKWs für die Straße. Eine Betriebserlaubnis sollte bei einem Tempolimit von 130 km/h nur erteilt werden, wenn das Fahrzeug nicht schneller als beispielsweise 150 km/h fahren kann. Dann könnten die Motoren und Getriebe auf diese Geschwindigkeit optimiert werden, was zu einer Senkung des Spritverbrauchs führen würde.
        3. Mit Tempolimit können Getriebe, Karosserie und Bremsanlage der Fahrzeuge leichter gebaut werden, was wieder den Spritverbrauch reduziert.
        4. Alle Verkehrsforscher sind sich einig: Mit Tempolimit gibt es unter dem Strich weniger Stau und einen gleichmäßiger fließenden Verkehr. Auch dies führt zu Spritersparnis.

        Es ist also verkürzt nur zu betrachten, wie viel Sprit und damit CO2 eingespart werden kann, wenn die jetzt bereits vorhandenen PKW langsamer fahren. Die Seiteneffekte sind vermutlich wesentlich höher einzuschätzen.

    • 6. Oktober 2019 um 20:32 Uhr
      Martin Schröder

      Die SPD wird sich im Zweifelsfall an den Koalitionsvertrag halten und mit CDU/CSU stimmen; ansonsten platzt die Koalition.

  51. Ich bin gegen ein Verbot von Verbrennungsmotoren. Stattdessen sollte man den Kraftstoff aus fossilen Brennstoffen stärker besteuern, z.B. mit einer starken Rampe, so dass die Nutzung des Kraftstoffes unattraktiv (für den Verbraucher) wird. Die Unternehmen könnten dann entscheiden, ob sie weiter an dieser immer geringeren Nachfrage festhalten oder doch andere Dinge (weiter)entwickeln, wie Elektroautos, Wasserstoffautos oder einen synthetischen (klimaneutralen) Kraftstoff (z.B. auf Algenbasis).
    Die Politik könnte dann nicht explizit Elektro oder Wasserstoff fördern, sondern allgemein die Entwicklung „saubererer“ Fortbewegungsmöglichkeiten (also Elektro, Wasserstoff, synth. Kraftstoffe, [oder was anderes? Autos mit Segel?]).
    Die Unternehmen/der Markt hingegen hätten dann die Freiheit sich für ihrer Meinung richtige Technik zu entscheiden, ohne dass die Politik ihnen vorschreibt die Spitzentechnologie Verbrennungsmotor in den Lokus zu werfen.

  52. Noch eine Ergänzung zum Thema Firmenwagen, die ich bis jetzt noch nicht gelesen habe:

    Aus meiner eigenen Erfahrung als Arbeitgeber stelle ich immer wieder fest, dass Arbeitnehmer, die einen Firmenwagen haben, für sich beanspruchen, diesen nach 3 Jahren gegen einen Neuwagen zu tauschen. Sie argumentieren damit, dass sie den Listenpreis, also Neu-Wagen-Preis, versteuern und damit auch einen Neuwagen fahren sollten. Da gerade die Herstellung von Fahrzeugen einen wichtigen Teil des CO2-Fußabdruckes ausmacht, könnte man aus meiner Meinung auch hier ansetzen und die längere Nutzung von Fahrzeugen fördern, sodass die Versteuerung dann über die Zeit geringer würde. Generell begrüße ich aber euren Vorschlag, die Steuer auf Firmenwagen insgesamt zu erhöhen.

    Viele Grüße und danke, dass ihr die Lage macht.
    Martin

    • Ich kann deine Erfahrung nur bestätigen. Bei uns im Unternehmen ist es das gleiche . Ich denke daher auch, dass man die 1%-Regel diesbezüglich überarbeiten müsste, um Autos länger in den Unternehmen zu halten.

  53. Ich halte es für wenig hilfreich wenn Schüler, die noch nicht wählen dürfen, Neuwahlen fordern.

    • Vielleicht ist es ein Fehler, dass man erst ab 18 wählen darf. Statistisch bedeutet das nämlich, dass Erstwähler im Durchschnitt schon 20 Jahre alt sind, wenn sie zum ersten mal an einer Bundestagswahl teilnehmen können. Bei einem Wahlalter ab 16 wäre der Durchschnitt der Erstwähler 18.

      • Stattdessen sollte das Wahlalter eigentlich auch nach oben begrenzt sein. Irgendwie finde ich es paradox, dass Leute wählen, damit über die nächste Wahlperiode entscheiden, diese dann aber gar nicht mehr erleben. Ich habe aber keine Ahnung wie das diskriminierungsfrei umgesetzt werden könnte.

    • 6. Oktober 2019 um 20:29 Uhr
      Martin Schröder

      Das tun sie nicht. Sie fordern die Gesellschaft nur auf, für das Überleben der Kinder der Schüler zu sorgen.

    • Ist es nicht eher ein Armutszeugnis für uns Wählen, wenn diejenigen die nicht wählen dürfen, Neuwahlen fordern müssen?

  54. Hallo Lage.

    Zum Thema Dienstwagen und Tank-Flatrate: Ich stimme Euch im Grundsatz bei der fatalen Lenkungswirkung absolut zu. Es ist aber schade, wenn die an sich schlüssige Argumentation durch ein paar Falschonformationen verwässert wird. Dazu drei Hinweise:

    1. Jede nichtmonetäre Vergütung durch Arbeitgeber (sog. Sachbezüge) ist als geldwerter Vorteil zu versteuern. Für “Tank-Flatrates” zahlt der Arbeitnehmer üblicher Weise einen Pauschbetrag.
    2. Für Kraftstoffe als Sachbezüge gibt es dann allerdings steuerliche Freibeträge, oft beworben für sogenannte Tankgutscheine. Also eine (weitere) steuerliche Begünstigung für die Nutzung von Kraftstoffen.
    3. Eine Regelung für freies Tanken innerhalb von ganz Europa kenne ich aus der Praxis nicht. Üblich sind m. W. regionale/nationale Begrenzungen.

    Natürlich ist diese Regelung immer noch finanziell sehr attraktiv. Als Dienstwagenfahrer und “Tank-Flatrate-Nutzer” kenne ich den inneren Konflikt aus ökologischer Verantwortung und persönlichem Vorteil aus eigener Erfahrung. Und ich versuche, meine persönliche Balance dabei zu finden. Ich würde eine politische Lenkungswirkung sehr begrüßen, auch unter Verlust persönlicher Vorteile. Ich bin auch überzeugt, dass diese politische Regelung auch kommen wird, sobald endlich passende, rein elektrisch angetriebene Produkte auf dem Markt sind. Mit passend meine ich solche Produkte, die den heutigen, klassischen Dienstwagen (gehobene Mittelklasse und aufwärts) vergleichbar sind und damit die Akzeptanz der Masse der Dienstwagenfahrer gewinnen können. In 3 Jahren wird das der Fall sein.

    Die aktuelle Regelung von Hybridfahrzeugen ist Klima-ökologisch unsinnig, das die Fahrzeuge extrem schwer sind (schwerer Verbrennungsmotor und (!) schwere Batterie). Das macht nur Sinn für die Begrenzung der Schadstoff- und Lärmemissionen in den Städten. Und als “psychologische Brücke” bei den Konsumenten und für eine Praxiserprobung bei Anbietern von Ladeinfrastrukturen und Fahrzeugherstellern.

    Zum Abschluss Eures Podcasts seid leider tief in die Polemik-Kiste verfallen. Die Automobilindustrie wird weiter stigmatisiert (“verhalten sich wie störrische Teenager”) und positive Entwicklungen werden schlecht geredet (sinngemäß: VW macht ja nur auf Elektro wegen China).
    Das macht ihr dann aber entgegen Eurer sonstigen Vorgehensweise komplett ohne Fakten.

    Daher ein paar Anmerkungen von mir:

    – Volkswagen zB stellt gerade das gesamte Werk in Zwickau auf Elektromobilität um. Eine Produktionskapazität knapp 300.000 Verbrenner-Autos/Jahr wird abgewickelt. Rund 8000 Mitarbeiter sind betroffen. Dort werden jetzt Elektro-Fahrzeuge in Großserie produziert für einen Markt mit völlig unterentwickelter Ladeinfrastruktur. Was für ein unternehmerisches Risiko! Was für eine Verantwortung für die Mitarbeiter und die gesamte Region! Ich hielte es für angebracht, dem mit Respekt für den Mut zu begegnen statt mit abfälligen Randbemerkungen. Störrische Teenager verhalten sich anders.

    – Batteriezellen werden derzeit ausschließlich in Asien produziert. Investitionen in diesem Bereich sind teuer und auch die Produktion selbst ist in Asien günstiger. Massives Engagement in Europa kann nur strategisch begründet sein. Wer das tut, meint es ernst!

    – Volumenfahrzeuge für den chinesischen Markt werden auch in China propduziert. Alles Andere ist wirtschaftlich nicht darstellbar. Nur Premium- und Luxusfahrzeuge können wirtschaftlich sinnvoll nach China importiert werden. Die in Europa aufgebauten Produktionskapazitäten sind sicher nicht für den chinesischen Markt. Auch die Produkte würden nicht auf dem chinesischen Markt funktionieren, schon allein wegen der Karosserieformen.

    – Die politische Steuerungswirkung in Europa ist längst da. Die politischen Stellhebel werden den Verbrenner schon in naher Zukunft signifikant teurer machen. Entweder durch noch mehr teure Technologie im Auto oder durch Strafzahlungen bei Überschreitung der Grenzwerte. Der Umbau der Industrie hat längst begonnen. Aber das wird eine Generationenaufgabe sein, wenn wir unsere Industrie dabei nicht vernichten wollen.

    • Danke für diesen Kommentar. Als Dienstwagennutz(nieß)er und Mitarbeiter eines großen Automobilzulieferers bin ich natürlich nicht unvroeingenommen. Kommentar bzgl. Aufstellung und kommenden Modellen der Automobilindustrie kann ich teilen, ebenso Thema Hybridfahrzeuge. Etwas mehr Sachlichkeit, bessere Hintergrundinformation zum Thema “Verbrenner sterben sowieso bald weltweit” wäre angebracht.

      • Hallo Rolf,
        ich möchte bitte nicht falsch wiedergegeben werden. Ich habe von Steuerungswirkung in Europa geschrieben, nicht weltweit. Maßgeblich sind die Zulassungen im europäischen Rechtsraum. Weiter habe ich nicht vom Sterben des Verbrenners geschrieben, sondern von Steuerungswirkung. Und die wird signifikant sein.

        Hintergrundinformationen:
        Maßgeblich ist die EU-Verordnung 333/2014 vom 11. März 2014 und der Beschluss des Rates der EU-Staaten vom 15.04.2019.
        Die EU333/2014 regelt die Absenkung der Grenzwerte in den Jahren bis 2021 und Strafzahlungen bei Grenzwertüberschreitungen. Der Beschluss vom 15.04.2019 senkt die Grenzwerte erneut um weitere 37,5% (Pkw) bis 2030 ab.

        Beispielrechnungen (Einschränkungen siehe unten):
        (a) Für ein Fahrzeug, das noch 2015 die Grenzwerte gerade noch einhielt (130g/km), wären ab 2021 Strafzahlungen in Höhe von 35*95 EUR = 3325 EUR zu zahlen.
        (b) Für ein Fahrzeug, das 2021 die Grenzwerte gerade noch einhalten wird (95g/km), wären ab 2030 Strafzahlungen in Höhe von ebenfalls 35*95 EUR = 3325 EUR zu zahlen.

        Diese Grenzwerte sind mit der weiteren Optimierung der bereits sehr ausgereiften konventionellen Verbrennungstechniken nicht erreichbar ohne deutliche Steigerung der Herstellkosten. Entweder Strafzahlungen oder Steigerung der Herstellkosten rauben den Produkten den Deckungsbeitrag. Kein Wirtschaftsunternehmen kann so eine Situation strukturell aussitzen.

        Ich persönlich sehe massive Anstrengungen in der Automobilindustrie, die politisch gesetzten Ziele zu erfüllen. Nicht aus Altruismus, sondern (so funktioniert unser Wirtschaftssystem) schon allein für deren Gewinnmaximierung. Faktisch sehe ich da nur einen Hebel: Anzahl zugelassener Elektrofahrzeuge.

        Auf dieser Basis kann, soll und muss man intensiv streiten, ob die politischen Stellhebel zu ehrgeizig oder zu gering sind. Man kann auch trefflich über jeden Parameter der Berechnungsformel (Strafhöhe, Grenzwerte, Durchschnittsgewicht, Geradensteigerung, „Supercredits“, …) diskutieren.

        Nach meiner Einschätzung sind damit aber die politischen Stellmechanismen in Europa entschieden: Kein prinzipielles Verbot, sondern Steuerung durch Gewinnanreize. Ich denke, das passt gut zu unserem Wirtschaftssystem. Geht es nicht schnell genug oder zu schnell, kann man immer noch die Parameter der Berechnungsformel anspannen.
        Aber einer Aussage, dass politische Stellheben fehlen, möchte ich doch nochmal vehement widersprechen.

        Einschränkungen:
        Die EU-Verordnung umfasst 7 A4-Seiten. Die Berechnung ist vereinfacht dargestellt. Tatsächlich wird die Strafe nicht pro Fahrzeug ermittelt, sondern über die zugelassene Flotte. Dabei spielen die Gewichte der Fahrzeuge in der Abweichung von Durchschnittsgewicht eine Rolle. Außerdem können besonders CO2-arme Fahrzeuge mit einem begünstigenden Faktor (zeitlich gestaffelt zwischen 1 und 2) angerechnet werden. Das führt dazu, dass auch nach 2030 noch Pkw mit Verbrennungsmotoren jenseits gültiger Grenzwerte zugelassen werden können.

        Quellen:
        https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/V/verordnung-zur-aenderung-der-verordnung-zur-festsetzung-von-emissionsnormen.pdf?__blob=publicationFile&v=6
        https://ec.europa.eu/germany/news/20190415-co2-grenzwerte_de

  55. Guten Morgen, ich würde gerne zum Thema der Pendlerpauschale eine Ergänzung anbringen. Nach der aktuellen Rechtslage können nur die 0,30 EUR pro km Wohnung / Arbeit abgezogen werden. Das hat nach § 9 Abs. 4 EStG eine Abgeltungswirkung, sodass eventuell höhere nachgewiesene Kosten NICHT abgezogen werden können. (ich meine das wurde im Podcast anders dargestellt).

    So werden seit 2014 eben die Spritschlucker und Scheckheft gepflegten Luxusautos genauso wie “vernünftige” Autos für die Strecke Wohnung / arbeit behandelt.

    (P.S. Die dargestellte Regelung gilt u.a. für Dienstreisen)

  56. 5. Oktober 2019 um 9:53 Uhr
    Der Klarsteller

    Bei der letzten großen Klima Demo haben ca. 1- 1,5% der deutschen teilgenommen. Die jetzige Regierung wurde von weit über 50% der deutschen Bevölkerung legitimiert. Und jetzt sollen diese 1,5% eine Neuwahl erzwingen ? Das wäre ein Schlag ins Gesicht unserer Demokratie.

    • Es geht ja nicht darum, dass Neuwahlen erzwungen werden, sondern darum, dass FfF sie erst mal fordert. Was soll daran undemokratisch sein?

      Neuwahlen sind abgesehen davon ohnehin nicht undemokratisch, weil sie ja gerade dazu dienen, den aktuellen Willen des Volkes abzubilden.

      • Das Grundgesetz ist allerdings explizit darauf ausgelegt, Neuwahlen gerade nicht vom “aktuellen Willen des Volkes” abhängig zu machen (was sich z.B. über ein Selbstauflösungsrecht des Parlaments umsetzen ließe), sondern ausschließlich von einer strukturellen Blockade des Parlaments selber. Gedacht ist sie also nicht als politisches Mittel, welches sich seriös einfordern lässt, sondern als Notlösung um wieder für Handlungsfähigkeit der Staatsorgane zu sorgen.

        Dass die teilweise eher abenteuerlichen Klimmzüge von Kohl und Schröder, um dieses Prinzip herumzukommen, vom BVerfG akzeptiert wurden, ändert daran erst einmal nichts.

        Und handlungsfähig sind Bundestag und Bundesregierung zweifellos. Darauf dass sie nicht (hinreichend) handlungs_willig_ sind, sollte aus meiner Sicht nicht so reagiert werden, dass man gleich die Struktur des Systems als solchem angreift und es so destabilisiert. Das hilft niemandem.

      • 5. Oktober 2019 um 21:42 Uhr
        The_Psychiatrist

        Um mal etwas provokant zu fragen: Wie häufig sollte denn der aktuelle Wille des Volkes erfasst werden? Und auf welches Weise? Sollte bei jeder Änderung der Mehrheitsverhältnisse in der aktuellen Sonntagsfrage neu gewählt werden? Gerade bei knappen Mehrheitsverhältnissen würde das häufige Neuwahlen bedeuten

  57. Mal ne technische Frage: wo sind die Kapitelbilder denn referenziert? Im mp3 und aac RSS sind die psc:chapter nicht mit einem image Attribute versehen. An anderer Stelle habe ich sie nicht gefunden, aber vielleicht übersehen?

    • Direkt in der Audiodatei. AAC ist ein Containerformat, das verschiedene Multimediadaten miteinander kombinieren kann (z.B. mehrere Audiodateien mit jeweils einer eigenen Grafikdatei), und für MP3 könnte es einen entsprechenden Hack geben. Mein alter iPod nano zeigt z.B. die Bilder an, ohne den RSS Feed zu kennen.

      • Diesen Schluss habe ich mir dann auch gezogen. Auch mit wenig Erfolg. Vielleicht erwische ich die falschen Folgen? Ich habe mir sowohl die MP3 als auch die AAC von dieser als auch der 154er Folge gezogen. Mit eyeD3 und mp4art bekomme ich aber jeweils nur das Titelbild/Album cover extrahiert. So wie ich die Tools verstehe, sollten aber alles Bilder herauspurzeln. ffprobe refernziert auch keine Bilder.

        Nun fühle ich mich schön dämlich, von irgendwoher müssen die ja kommen…

    • AFAIK sind die Kapitelbilder in der Audiodatei selbst drin, wo sie auch IMHO hingehören (genau wie auch die Kapitelmarken etc.).

      Für AAC: AAC-Audiodateien sind in der Praxis auch alle in einem MP4-Container drin. Das ist praktisch, denn das ermöglicht das Integrieren solcher Bilder direkt auf Formatebene ohne Zusatzstandards. Reine Audiodateien sind ein oder mehrere Audiostreams komplett ohne Videostream, Audiodateien mit Coverbild haben zusätzlich noch eine Videospur mit einem Frame pro Dateilänge (nämlich dem Coverbild) und die Kapitelbilder sind halt eben mehrere Frames mit entsprechenden Zeitmarkern. Unterschieden werden die Dateien über die Endung: M4V → Video, M4A → Audio, M4B → Hörbuch, M4P → DRM-geschützter Inhalt mit proprietären Feldern. Klassisch gibt’s dann noch MP4 → Video und AAC für Audio (letzteres kann aber auch ein AAC-Strom komplett ohne Container sein, FFMPEG hat sowas wohl früher ausgespuckt).
      Bei MP3 gibts entsprechende Formaterweiterungen, mit denen kenne ich mich allerdings nicht gut aus.

      Ich hoffe, dass sich die Pritlovesche Tendenz, alles in den Feed zu packen, nicht durchsetzt. Der Feed ist ein Index und sollte nicht zu externen Metadatenfeldern mutieren. Alles, was schnell abgerufen werden muss, sollte in den Feed; aber alles, was erst zur Wiedergabe relevant ist, gehört in die Datei. Erstens, weil es sonst verloren geht, wenn man den Feed nicht separat mitarchiviert und dann irgendwie mit den Dateien verknüpft, und zweitens, weil das die Feeds unnötig groß macht mit Infos für alle Dateien – obwohl ich die eh erst brauche, wenn ich die Folge abspiele und auch dann nur die für die jeweilige Folge. Was dann wiederum dazu führt, dass sich irgendwelche grottig geschriebenen Player am Feed verschlucken, weshalb man dann zusätzlich noch irgendeinen unnötig komplizierten Mist wie paged Feeds einführt^^
      Aber der Rant ist ein bisschen OT.

      • Danke, das hat mich auf die Spur gebracht. Die Feinheiten der Formate… wenn man weiß wonach man zu suchen hat, findet man das Zeugs dann auch.

        Ich stimme dir zu, dass die Bilder in diese Dateien gehören.

        Noch zur Vervollständigung: die mp3/id3 Erweiterung ist hier dokumentiert: http://id3.org/id3v2-chapters-1.0

  58. Mal eine Kritik: Ich finde die wiederkehrenden Hinweise von Ulf auf den mäßigen Verdienst von Richtern nicht angebracht. Es sollen nun gar nicht Jahresverdienste von Richtern mit denen von Grundschullehrern zum Beispiel verglichen werden. Aber so sympathisch ich Ulfs Offenheit finde, tun solche Hinweise dem Podcast nicht gut, ebenso wie das leise Schulterklopfen fürs ehrenamtliche Engagement. (PS: Den Kommentar braucht ihr nicht zur veröffentlichen)

    • Es geht doch nicht um Ulfs Verdienst – ich habe noch keine Kinder, meine Partnerinnen haben bisher immer für sich selbst sorgen können, ich zahle wenig Miete … das passt schon. Es geht um die gesellschaftlichen Folgen, wenn man die Justiz in einer Weise bezahlt, dass sie für besonders gute Juristinnen und Juristen gegenüber Unternehmen und Kanzleien nicht mehr konkurrenzfähig ist. Ich halte das für eine dramatische Fehlentwicklung.

      • du gehst also davon aus, dass viele Juristen ein Einkommen oberhalb des Richtergehalts bekommen können können? oder gilt das nur für “gute” Juristen?

        eine Angehörige hat aus beruflichen Gründen Einblick in Einkommen von selbständigen Juristen – und meint häufig, dass das häufig nicht so doll ist..ich denke Richter haben schon einen guten Job: sie arbeiten unabhängig, haben viele Freiheiten und trotzdem einen sicheren Job und das Einkommen ist so übel nicht.

        Allerdings: in Großstädten, in denen die Mieten stärker steigen als die Einkommen, ist auch ein gutes Einkommen schnell endlich.

    • Kannst du deine Meinung begründen?
      Ich finde es durchaus interessant, dass die Vergütung hier mal eingeordnet wird. Gerade bei der Justiz nimmt man doch aufgrund ihrer Stellung und der mit ihr verbundenen Kosten einen gewissen Wohlstand an.

      • Ja, das nehmen eigentlich alle an, mit denen ich darüber spreche – und wenn man es dann mal durchrechnet sind die meisten schockiert. Was würdest Du denn schätzen?

        • 5. Oktober 2019 um 21:22 Uhr
          The_Psychiatrist

          Hi, ich klinke mich mal da ein:

          Ich denke mal, Du wirst nach der R-Besoldung verdienen. Dein Alter / Dauer der Tätigkeit weiß ich nicht, aber ich schätze Du wirst so auf Stufe 3 oder 4 kommen. Also wird das Gehalt ca. bei 4700 Euro brutto im Monat kommen. (im Falle von Kindern noch 200 Euro Aufschlag). Hinzurechnen sollte man jedoch noch den Vorteil der Beihilfe / Krankenversicherung, so dass Netto mehr übrig bleibt (im Vergleich. zum Angestellten). Ergänzend kommt der Vorteil der Pension im Alter und die Absicherung bei Berufsunfähigkeit, so dass hier Netto nochmal mehr herauskommt, da hier Angestellte gesondert versorgen müssen bzw. für die Rente ergänzend anlegen müssen. Als weiterer Vorteil ist die quasi Unkündbarkeit, d.h. damit längerfristig gesichertes Einkommen. Infolgedessen bekommen in der Regel Beamte bei Finanzierung eines Hauses einen wesentlich besseren Darlehenszins.
          Insofern ergeben sich als Beamter durchaus mehrere Vorteile. Als Selbstständiger / Angestellter in der freien Wirtschaft kann man sicherlich durchaus mehr verdienen. Jedoch ist hier das wirtschaftliche Risiko zu beachten mit abrupten Einkommenseinbrüchen / Entlassung bzw. Jobverlust bei längerer Krankheit / fehlender Leistung. Zudem ist nach meinem Kenntnisstand das Arbeitspensum in einer gut gehenden Rechtsanwaltskanzlei enorm. Hinzu kommt der ständige Druck der Akquise von neuen Mandanten.
          Ergänzend stellt sich die Frage, ob eine Erhöhung der Besoldung nicht dann doch in eine Aufwärtsspirale der Gehälter führen könnte, wobei die freie Wirtschaft den längeren Atem haben könnte.
          Und man könnte auch moralisch / ethisch sich hypothetisch die Frage stellen, ob ein Jurist, dem das Richtergehalt mit den obigen Vorteilen zu wenig ist und sich daher aus Geldgründen für die freie Wirtschaft entscheidet, letztendlich überhaupt ein guter Richter gewesen wäre.

  59. Mich würde interessieren, ob ein amerikanischer Präsident nach einer Amtsenthebung noch einmal zur Wahl antreten kann oder ob er dann quasi gesperrt ist?

  60. Aus dem Impeachment wird wieder nix werden. Zwar kann Trump auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt noch impeached werden, aber who gives a fuck.

    Es wäre auch pervers, wenn Trump für seine (freilich korrupte) Amtsführung bestraft wird, weil er die Korrupti-Scheiße der Bidens anprangert. Es gibt da eigentlich keinen “Guten”, und Bidens Presidential Bid ist hoffentlich effektiv vorbei mit dieser Scheiße, aber ansonsten wird sich daraus nichts zählbares ergeben. Es ist genau derselbe Piss wie mit den Mueller-Ermittlungen. Statt sich um wirkliche Politik zu kümmern, jetzt wieder/weiterhin dieser Affenzirkus. Am einen Ende werden Sanders und seine Unterstützter als antisemitische Frauenfeinde diffamiert, am anderen Ende die Bidens, wie sie oldschool Washington Korruptions-Lifestyle abfeiern, aber zu Märtyrern vom “big orange monster” stilisiert werden; wenn das so weiterläuft, gleitet Trump auf einer Pfütze seines eigenen Durchfalls in eine zweite Amtszeit wie in so einer Szene aus Ren & Stimpy.

    Warren wird er durch ein schlichtes “Pocahontas!” aus dem Rennen nehmen, und auch hier: Quite rightly so.

    Wie um Himmels Willen kann man nach allem, was in den letzten zwei, vier, sechs, zehn, zwanzig Jahren passiert ist, davon ausgehen, das “alles schon gut gehen” wird? Der Mann wurde gewählt nachdem mit Aussagen ertappt wurde, dass man Frauen gerne mal an die Pussy greifen kann. Nicht zuletzt dank Manipulationen auf Facebook. Was passiert wohl, wenn Warren, die offen für eine Zerschlagung von Google und Facebook wirbt, Gegenkandidatin zu Trump wird?

    • An den Vorwürfen gegen die Bidens ist nichts dran, deswegen veranstaltet Trump ja gerade diesen Aufwand hintenrum, um durch viel Geraune und Gerüchte irgendwelchen Schmutz überhaupt erst zu produzieren. Daraus eine “Both sides do it!”-Nummer zu machen ist nichts anderes als Wahlkampf für Trump.

      • Natürlich ist an den Vorwürfen etwas dran. Die Demokraten sind nicht weniger korrupt als Trump. Deswegen zahlen die Amerikaner so absurd hohe Medikamentenpreise, Krankenhausrechnungen, Studiengebühren und Kreditzinsen.

        Es wird spannend zu sehen, ob sich die Linken in der Partei diesmal durchsetzen können gegen die Parteieliten.

        • “President Trump’s latest broadside against former Vice President Joseph R. Biden Jr. and his son Hunter appears to center on a joint venture that involved the younger Mr. Biden and some of China’s leading state-owned financial companies.

          But the president’s claims bear little if any relation to the known facts.”

          https://www.nytimes.com/2019/10/03/us/politics/hunter-biden-china.html

          “Trump has been inaccurate about some of the key facts of the situation.”

          https://edition.cnn.com/2019/09/23/politics/fact-check-trump-ukraine-hunter-biden-joe-biden/index.html

        • Wie sagte schon Barack Obama auf dem White House Correspondents Dinner über Jake Tapper:

          “He left journalism to join CNN”. ;-)

          Und die New York Times hat auch schon einige Böcke geschossen in den vergangenen Jahren. Die Medien in den USA berichten nicht objektiv, sondern im Sinne der präferierten Partei.

          Siehe auch wie Fox News über Obama berichtet hat, als dieser Präsident war:
          https://www.youtube.com/watch?v=Ly8wfEBAz60

        • @ Peter:

          Daniel Dale ist recht neu bei CNN und hat vorher lange für den Toronto Star (eine kanadische Tageszeitung) gearbeitet. Er ist seit Jahren besonders dafür bekannt, Trumps diverse Falschaussagen und Lügen akribisch aufzuarbeiten.

          Aber okay, wenn Du auf der “US-Medien lügen sowieso”-Schiene fährst… Medien sind immer Tendenzbetriebe, und es ist richtig dass die Ausprägung in den USA teilweise deutlich stärker ist als z.B. bei uns (Fox News ist da das Standardbeispiel). Es gibt aber durchaus auch dort effektiven und ordentlichen Journalismus.

        • 9. Oktober 2019 um 0:22 Uhr
          Thomas Anderson

          Hm, hab mal den CNN Bericht gelesen… also
          Claim 1: Trump says Biden called for the firing of a prosecutor “investigating his son”
          Ist falsch, weil Biden Prosecutor feuern lassen wollte, der die korrupte Firma untersucht hat, die dann seinen Sohn eingestellt hat.

          Claim 2: Trump says Biden told Ukraine to take Shokin off the case
          Ist falsch, weil er wollte ihn nicht abziehen, sondern ganz feuern lassen. Und weil er kein Volldepp ist, hat er es nicht damit begründet, dass er die Firma untersucht, die seinen Sohn beschäftigt hat.

          Claim 3: Trump says Joe Biden previously said he spoke to Hunter Biden about Hunter’s business dealings
          Ist falsch, weil Joe das niemals gesagt hat. Aber Hunter hat erzählt, dass er mit seinem Vater über Geschäfte geredet hat.

          Claim 4: The amount of money at issue
          Es ging nicht um “billions of dollar” sondern um “1 billion of loan guarantee”.

          Damit ist bewiesen: Nur ein Nothing Burger!

        • @ Thomas:

          Der entscheidende Punkt bei der Untersuchung der Firma ist, dass der Prosecutor diese Firma UND ANDERE gerade NICHT untersucht hat. Es ging den USA (und nebenbei bemerkt auch anderen Ländern) eben gerade nicht darum, Untersuchungen zu verhindern, sondern im Gegenteil solche zu ermöglichen! Die Ukraine sollte quasi zu einer funktionierenden Stafverfolgung überredet werden.

          “Shokin was not investigating. He didn’t want to investigate Burisma,” Daria Kaleniuk, executive director of Ukraine’s Anti-Corruption Action Center, told the Washington Post for a July article. “And Shokin was fired not because he wanted to do that investigation, but quite to the contrary, because he failed that investigation.”

          Biden calling for Shokin’s firing, without mentioning that particular case, was consistent with the international concern about Shokin’s performance.

      • In einer Situation, in der die Ukraine auf amerikanische Hilfe angewiesen ist nimmt eine dem amerikanischen Vizepräsidenten nahe stehende Person einen gut dotierten Posten in einem wichtigen ukrainischem Unternehmen an. Das mag Zufall sein, und rechtlich völlig in Ordnung. Man wird es aber niemanden übel nehmen können, wenn er angesichts dieses Vorgangs fragend eine Augenbraue hochzieht.

  61. Lieber Ulf, lieber Philip,

    vielen Dank für Eden mal wieder tollen Podcast. Zum Thema Impeachment habe ich noch eine Frage (da es uns ja wohl noch länger beschäftigen wird): Wir reden immer darüber, dass der zweite Verfahrensschritt, die Abstimmung im Senat für die Demokraten riskant wird, da die Republikaner dort die Mehrheit haben. Unter welcher Prämisse wird aber dort abgestimmt? Gibt es da eine Art Fraktions-/Parteizwang, stimmen die nach Rückhalt in der Bevölkerung ab oder ist nicht zu erwarten, dass auch die Republikaner für eine Amtsenthebung stimmen, sollte man ihm high crimes nachweisen können?

    Es hatte mich bereits bei den Muller-Ermittlungen gewundert, dass auch im Falle eines belastenden Berichts die meisten Kommentatoren davon ausgingen, dass gleichwohl ein Impeachment nicht erfolgreich sein könnte.

    Viele Grüße

    Martin

  62. Hallo Ulf und Philip,

    ich hätte da einen Themenvorschlag: Die mangelnde Digitale Souveränität der deutschen Verwaltungen.

    Eine PwC-Studie bestätigte kürzlich, was für viele keine Überraschung sein dürfte: Deutschland hängt am Tropf einzelner großer IT-Anbieter. Das führe zu “Schmerzpunkten bei der Bundesverwaltung, die im Widerspruch zu den strategischen Zielen der IT des Bundes stehen”.

    Ich finde das ein überaus wichtiges Thema, denn de facto sind grundlegende digitale Prozesse in Deutschland von wenigen Monopolisten abhängig – und die ganze Sache wird jährlich schlimmer! Nur, wie kommen wir da raus? Die Studie schlägt u.a. Diversifizierung und eine Open-Source-Strategie vor.

    Zeit, dass dieser Komplex auch verständlich der Allgemeinheit erklärt wird, die nicht so tief im Thema drin ist :)

    Studie: https://www.cio.bund.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Aktuelles/20190919_strategische_marktanalyse.pdf?__blob=publicationFile
    heise.de: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2019/09/digitale-souveraenitaet-oeff-verwltg.html

  63. Ich finde es nicht gut, daß Ihr im Falle der Krim von Annexion sprecht. Die Bevölkerung der Krim hat sich in einem Volkentscheid entschieden nicht mehr zur Ukraine gehören zu wollen (was ich durchaus nachvollziehbar finde: Die Ukraine ware und ist ein failed State im Bürgerkriegszustand).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Annexion#Selbstbestimmungsrecht_und_Annexionen

  64. Hallo,
    Eine weiter Stellschraube, die Autofahren unterstuetzt und die Kosten auf viele Andere verteilt, ist die Stellplatzregelung, die es in vielen Kommunen gibt.
    Sie legt fest wie viele KfZ- und Fahrradstellplaetze es pro Neubau geben muss (Beispiel Kiel mit 0,7 PKW Plaetzen je Wohnung).
    Meiner Meinung nach ist dies natuerlich sehr sinnvoll fuer Schulen oder aehnlichen Einrichtungen. Ansonsten wird dadurch jedoch Neubau erschwert und eine moeglicherweise bessere Wohnungsstruktur verhindert. Somit wirken diese Regelungen also in Richtung hoeherer Mieten. Finde daher, wer es sich leisten will ein Auto in seine Wohnung zu stellen, sollte dafuer mindestens den Preis Zahlen, den es wirklich kostet eine Garage statt eine Wohnung oder ein Geschaeftsraum zu bauen.

    Gruesse und Danke fuer den tollen Podcast

  65. Ergänzungen zum Thema Dienstwagen:
    – die meisten Dienstwagen haben nur eine Tankkarte für Deutschland – und nicht für ganz Europa. Genau genommen zahlt den grössten Teil der Kosten für den Dienstwagen der Arbeitgeber und der hat wenig Interesse daran, dass Arbeitnehmer die Kosten nach Italien auf den Arbeitgeber abwälzen wollen.
    – durch die Tatsache, dass die meisten Kosten des Dienstwagens den Arbeitgeber belasten, wird nur bei wenigen Dienstwagen (geregelt in Dienstwagen-Richtlinien der meisten grossen Unternehmen) eben keiner (der von euch so gehassten) “Riesen-SUVs” an alle Arbeitnehmer vergeben
    – das Zitat des Herren von der Umwelthilfe ist etwas irreführend. Mag ja sein, dass viele Dienstwagen (angeblich) sehr viel Sprit schlucken – warum sie dann auf dem Gebrauchtmarkt so gerne gekauft werden erschließt sich dann aber nicht. Warum sollten die Käufer sehenden Auges Autos gebraucht kaufen, die a) noch recht teuer sind und b) im Unterhalt überproportional kosten? Sinn macht es nicht wirklich… Oder kaufen die Käufer diese gebrauchten Wagen gerne, weil sie recht preiswert geworden sind, einen stabilen Wert haben, scheckheft-gepflegt sind und vlt. doch einen moderaten Benzin-Verbrauch haben?

    Was mich persönlich bei euch beiden interessiert:
    fordert ihr die Kappung bei Betriebsausgaben (von euch bei x EUR auf Dienstwagen angedacht) eigentlich auch für andere Investitionen und Ausgaben in Betrieben?

    • Oder interessiert die meisten Leute der Verbrauch beim Autokauf einfach nicht? In meinem Bekanntenkreis werden die Autos jedenfalls gerade fleißig vergrößert und damit auch durstiger, ohne dass die Lebenssituation das erfordern würde.

      Dass Dienstwagen auf dem Gebrauchtwagen-Markt so gut laufen, liegt einfach daran, dass sie für Gebrauchtwagen recht neu sind und man so ein Oberklasse-Auto zu einem bezahlbaren Preis bekommt.

    • Ich selbst habe mir vor 2 Jahren einen dieser gebrauchten (Dienst-)Wagen gekauft. Dabei hatte ich die Wahl zwischen dem “kleinen” 2,0l und dem großen 3,0l Motor. Die Autos mit dem großen Motor haben den Vorteil, dass sie tendenziell die bessere Ausstattung haben. So stand ich vor der Wahl gute Ausstattung, dafür aber höherer Spritverbrauch oder weniger Ausstattung und dafür sparsam.
      Ich habe mich damals für den “kleinen” (eigentlich immer noch zu großen) Motor mit relativ viel Ausstattung entschieden. Und die ehemaligen Dienstwägen fallen bei den richtigen Marken sehr schnell im Preis, bei anderen jedoch nur sehr langsam.

  66. Hallo Philip, Hallo Ulf,

    Wir sind große Lage der Nation Fans und Weiterempfehlerinnen! Vielen Danke für diesen großartigen Podcast!

    Das große Thema Klima, dass ihr ja auch immer wieder einbringt und beleuchtet ist auch für uns sehr wichtig.
    Und da ihr ja auch offen für Vorschläge seid, dachten wir uns, dass wir euch einfach mal fragen ob ihr auch das Thema Mode im Bezug auf Klimawandel mit einbringen könntet.
    Wir alle tragen Kleidung und doch ist den meisten Menschen nicht klar, dass die Textilindustrie einer der größten Industrien ist, die die Umwelt belasten.
    Wahrscheinlich seid ihr jetzt nicht so tief in diesem Thema drin, aber es ist tatsächlich ein großes und wichtiges Thema und es wäre wirklich toll wenn ihr es mal mit aufnehmen könntet.
    Hier mal ein Link dazu:
    https://fashionchangers.de/2019/09/17/klimawandel-und-mode-wie-sehr-unser-konsum-das-klima-beeinflusst/?fbclid=IwAR2giVbEZVqKJqtRxAJ68_piDByVya-Bmw5CsWw9WYzpHOX-YdVywHHqPRE

    Macht weiter so, wir warten jede Woche freudig auf die neue Lage der Nation.
    Grüße Julia und Hanna

  67. Beim Thema Trump / Impeachment und Korruption biegt Ulf ja ab zum Thema Vergütung von Staatbediensteten und dessen Einfluss auf Korruptionsneigung. Während ich den Zusammenhang grundsätzlich zwar auch sehe, fand ich es in dem Zusammenhang doch etwas sonderbar – der amerikanische President wird doch schon recht fürstlich entlohnt. Würde da mehr Geld oder lägere Bezüge oder bessere Pensionen Trump von solchen Dingern abhalten? Wohl kaum. Deshalb ist mir das ‘oh wir armen Richter verdienen so wenig’ dann doch etwas übel aufgestoßen – fand ich unnötig.

    Wo ich dann schonmal hier bin, ein bisschen grundsätzliches Feedback:
    – schöner Podcast
    – danke!
    – macht euch weniger Gedanken um Neutralität, mich interessieren eure Einschätzungen, dafür hör ich das ja! Insgesamt ist mir eure Kritik meist zu lasch (zB zum Thema PSD2 und Drittanbieterzugang)
    – ich würde mir insgtsamt weniger Meta-kram wünschen (wo kann ich kommentieren / welcher Podcastplayer / wie ihr arbeitet). das ist für mich als alle-Folgen-hörer sehr repetitiv
    – ich hab ein lage abo und er gibt nur ein einziges feature das mich interessiert: werbefrei. Und dabei ist das überspulen des Werbeblocks so trivial, dass ich bisher zu faul war auf den werbefreien feed umzusatteln. Auf alles andere kann ich gern verzichten. Speedy boarding für Lage live, srsly? So wirkt das eher nach einem wetteifern um (unnütze) premiumfeatures um mehr ‘kunden’ zu gewinnen statt der charme des hörer:innen-finanzierten.
    – weil das alles jetzt zu negativ klang: danke, toller podcast, gerade die juristisch prezise einschätzung von Ulf ist immer toll
    – danke

  68. Liebes Team,

    vielen Dank für euren Podcast. Ich höre euren Podcast gerne, vor allem da er sehr oft nicht meiner Meinung entspricht. Ich freue mich aber immer andere Meinungsfacetten zu hören.

    -Zu Trump
    Ich halte eine Amtsenthebung nicht für sinnvoll. Der Mann ist gewählter Präsident und hat nach wie vor Anhänger. Es tritt also folgendes Problem auf:
    -Gelingt die Amtsenthebung werden seine Anhänger bei der nächsten Wahl noch radikaler wählen.
    -Gelingt sie nicht (nicht unwahrscheinlich), dann ist Trump der große Sieger.
    Die Demokraten sollen endlich vernünftige Leute (weiblich, jünger, politisch nicht extrem links) hervorbringen. Dann klappt es auch mit der Wahl.

    Zum Thema Dienstwagen: Ich bin Werkstudent in einer Firma in der jeder der min. 3 Jahre in der Firma arbeitet einen Wagen haben kann. Seit ein paar Jahren kann man alternativ auch eine BahnCard 100 stattdessen haben. Nur 1% aller Mitarbeiter entscheiden sich für diese Option. Jetzt wird es zusätzlich mit Elektrofahrzeugen versucht. Ich bin gespannt wieviele sich dafür entschieden.
    Außerdem finde ich eure Argumentation, die deut. Automobilindustrie interessiert sich nicht für Elektroautos ein wenig veraltet. VW investiert 30 Mrd. in Elektromobilität, dies ist mehr als jeder andere. (Zumindest meines Wissens)

    Was ich definitiv diese Woche auch vermisst habe ist das Thema Repo-Geschäfte der US Notenbank. Bis auf Steingart und die ZEIT hat darüber niemand berichtet. Dabei ist die Lage an den Finanzmärkten so angespannt gewesen, wie seit der Lehman-Pleite nicht mehr. Aber irgendwie will das in Deutschland niemand mitbekommen. Wir laufen Gefahr einer Rezession und Deutschland ist außerordentlich schlecht darauf vorbereitet.

    Bei aller Kritik, freue ich mich jede Woche auf die neue Ausgabe.

  69. Hallo,

    wieso zereißt ihr hier so die Entfernungspauschale bzw. dass die tatsächlich entstandenen Kosten abgezogen werden dürfen. Der Arbeitnehmer muss seinen Arbeitslohn voll versteuern, also müssen auch die Kosten die im Zusammenhang mit den Einnahme stehen abzugsfähig sein.

    Bei Einnahmen aus Wohnungsvermietung können auch alle enstandenen Kosten gegengerechnet werden. Oder soll hier das Heizöl auch nur mit 30 Cent je Liter abzugfähig sein!?!?

    Evtl. Vorschlag:
    Wenn sich ein Unternehmer einen Glaspalast aus Prestigegründen hinstellen lässt als Firmengebäude und damit unnötig Resourcen verbraucht werden, sollten die Ausgaben auch nicht voll abzugsfähig sein

  70. Hallo ihr beiden,

    so zum Ende der Folge hin fordert ihr, dass die Politik mal ein wenig in die Elternrolle schlüpfen soll und klare Ansagen machen soll. Ja, das würde funktionieren, wenn denn tatsächlich ein gesundes Vertrauen in die Kompetenz der Politik vorhanden wäre.
    Bei mir hat diese Forderung ein DejaVu ausgelöst. Es war Anfang der 2000er Jahre als der damalige Bundeskanzler Schröder zu besten Sendezeit im Fernsehen auftrat und in väterlicher Manier verkündet hat: “Wir haben gerechnet, es reicht langfristig nicht. Ihr müsst selbst für eure Rente vorsorgen.” Kurz darauf strömten Horden von Versicherungsvertretern aus um den Leuten teure Riester-Verträge aufzuschwatzen die dann auch bereitwillig abgeschlossen wurden. Erst einige Zeit später wurde klar, dass Schröder die gesetzliche Rente an seinen Kumpel Carsten Maschmeyer und dessen Versicherungswirtschaft verhökert hat. Seitdem ist mein Vertrauen in Ansagen der Politik extrem niedrig. Ok, heute könnten die Vorzeichen besser sein, denn natürlich können wir uns alle dank Internet über alles was da behauptet wird auch aus anderen Quellen informieren. Aber es ist trotzdem schwierig, denn unsere derzeitigen Politiker sind fallen ja leider hauptsächlich durch besondere Inkompetenz auf. Warum sollte man denen also noch was glabuen?

  71. Hier noch ein schöner ergänzender Kommentar zum Klimapaket:
    https://www.pv-magazine.de/2019/10/01/die-cdu-macht-jetzt-ernst-mit-dem-abbau-der-oekostromerzeugung/
    Die Industrie ist in den letzten Jahren sehr effizient auf erneuerbare umgeschwenkt, und weil das Ziel schon erreicht ist bis 2025, wird ein Keil reingehauen.

  72. Liebe Lage der Nation,

    Vielen Dank mal wieder für den sehr informativen Podcast. Das Thema Klimawandel lässt mich derzeit nicht mehr los, ganz besonders seitdem ich eine kleine Tochter habe. Der Kleinen möchte ich eine Welt hinterlassen, die genauso lebenswert ist, wie meine Welt jetzt.

    Jetzt bin ich aber vom Naturell her kein Aktivist. Ich bin ein Familienvater, der etwas daheim machen will. Suche Möglichkeiten mein Leben anzupassen, um mit gutem Beispiel anstatt großen Worten voranzugehen. Könnt ihr da auch mal Tipps sammeln für die Bevölkerung, die auf dem Land lebt? Die Möglichkeiten, die ihr angebt, sind sehr stark Stadt-zentrisch und einfach nicht praktikabel in vielen Fällen.

    Ich bin bereit Opfer zu erbringen in einem Rahmen, der es mir erlaubt, meiner Tochter die Perspektiven zu bieten, die ich auch hatte.
    Ich lebe auf dem Land, fernab jeder Zugstation, 2 Busse am Tag zu einem Ort, wo 3-5 Busse zu einem Ort mit Zuganbindung fahren, ergo aufs Auto bin ich angewiesen (oder das 30 Minuten pendeln dauer 2.5 std). Ein Elektroauto hat aktuell einfach nicht den km Radius, den ich brauche, um mich zu bewegen.
    Was geht da noch? Soll ich anstatt Fleisch, lieber Sojaprodukte essen? Wird der Regenwald in Brasilien derzeit nicht von Farmern abgebrannt, um Anbauflächen für Soja herzustellen? Soll ich Bäume im Garten pflanzen? Der Urlaub in die Ferne ist eh geschenkt.

    Ein Segment mit Anleitung für Klimaschutz für die Landbevölkerung würde mich sehr interessieren, besonders da es für mich im Netz schwer ist seriöse Quellen zu erkennen.

    Vielen Dank

    • Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit macht es auf alle Fälle Sinn, den Fleischkonsum einzuschränken und dafür lieber auf Sojaprodukte auszuweichen. Das Soja, das im Amazonasgebiet angebaut wird, wird in erster Linie als Futter für Nutztiere verwendet. Von der weltweiten Sojaproduktion ist nur etwa zwei Prozent für den menschlichen Verzehr gedacht. Überdies stammt das Soja für den menschlichen Verzehr in der Regel aus Europa und nicht aus dem Amazonasgebiet.
      Quelle: https://www.regenwald.org/themen/fleisch-soja

      • Soja ist doch fantasielos. Die deutsche Küche kennt viele vegetarische Gerichte ohne Tofu (zugegeben, die Meisten davon sind Eintöpfe oder Aufläufe). Schaut man ein wenig über den Tellerrand (Italien, Frankreich, Indien!) findet man noch mehr. Aber ja: Agedashi Tofu ist lecker.

        • Da hast Du natürlich Recht, Norbert. Ich verwende auch nicht allzu häufig Tofu (abgesehen von Tempeh, das schmeckt absolut göttlich). Ich wollte in erster Linie das Argument entkräften, dass für den menschlichen Verzehr von Soja der Regenwald abgeholzt wird.

      • Mich würde auch mal sehr eure Meinung zum Thema Fleischkonsum und Klimaschädlichem Methan interessieren.
        Ich beschäftige mich wie einige andere auch damit meinen Alltag klimaneutraler zu gestalten und empfinde es als ungerecht, dass Fleischkonsum nicht besteuert wird, obwohl hier die Menschen eher flexibel sein könnten als beispielsweise darauf zu verzichten mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, da die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln (bei mir beispielsweise) etwa 2 Stunden länger dauert.

        Eine andere Frage zu dem Thema, was denke ich in bestimmten Kreisen immer wieder untergeht, ist finde ich die soziale Verträglichkeit von radikalen Klimamaßnahmen . Den Aufruf zu einem Klimapaket statt einem -päckchen finde ich vollkommen gut und wichtig, jedoch befürchte ich, dass radikalere Veränderungen zu sehr starken sozialen Spaltungen führen könnten. Die Veränderungen gering zu halten ist natürlich auch keine Lösung. Was meint ihr dazu?
        Herzlichen Dank für den sehr informativen, sympathischen und verständlichen Podcast, den ich sehr gerne höre!

      • Liebe Heike,

        Zu deiner Antwort auf Norberts Kommentar, es geht mir gar nicht darum Soja als Alternative zu Fleisch zu entkräften. Meine Frage war tatsächlich der Unwissenheit geschuldet.
        Die Fakten “Regenwald wird brandgerodet für Soja Anbau flächen” und “esst proteinhaltigen Fleischersatz, z.B. aus Soja” standen bei mir einfach im starken Kontrast.

        Danke dir auch für die URL. Ich bin mir 100% sicher das Anliegen der Organisation ist seriös, aber ich vermisse leider Quellenverweise in dem Text. Z.B. Wie wurde festgestellt, dass die 2% des gesamt Sojakonsums, die für menschlichen Verzehr vorgesehen sind, ausschließlich aus europäischer Produktion stammen?

        Das meinte ich damit, als ich sagte, es ist schwer für mich seriöse Quellen im Netz zu erkennen.

        Ein Segment, dass das für mich erläutert, wäre sehr hilfreich. Danke trotzdem für deine Hinweise.

    • Lieber Johannes, ich bin jetzt auch nur Laie in dem Gebiet, aber hier ein paar Anregungen, die auch als Landbewohner umsetzbar sind:
      – einen Ökostrom-Anbieter wählen
      – Fleischkonsum reduzieren ( lieber weniger und lokal)
      – bei uns im Dorf gibt es einen lokalen Obst- und Gemüsehändler bei dem es sich lohnt einkaufen zu gehen
      – in eine Partei / Verein eintreten, der sich für klimapolitische Themen einsetzt, damit auf politischer Ebene weiter Druck gemacht wird
      – vielleicht gibt es ja auch im Dorf die Möglichkeit von Sharing Modellen, wo man Gebrauchsgegenstände tauschen kann statt sie selbst zu kaufen ( setzt sich ja in den Städten immer mehr durch).
      – gibt viele Möglichkeiten auch Dinge/ Haushaltsprodukte etc selbst herzustellen ( gibt’s haufenweise Literatur dazu)

      Ich glaube, das Wirksamkeitsspektrum des Einzelnen ist Recht eingeschränkt, wenn sich auf politischer Ebene nicht ändert, trotzdem finde ich es sinnvoll im Kleinen anzufangen und seinen Kindern auch Vorbild zu sein. Vielleicht ist ja eine Anregung dabei. Liebe Grüße

      • Liebe Silke,
        Danke für die Anregungen. Das sind auf jeden Fall schonmal gute Ansätze, die ich mir anschauen kann. Mit deinem Kommentar am Ende stimme ich vollkommen überein.

        An LdN gerichtet, ein bißchen mehr Aufdröseln, was genau am effektivsten wäre, fände ich gut.

  73. Hallo Philip, hallo Ulf,
    ich hätte eine Frage, die zwar nicht zu dieser Folge passt, die ich trotzdem einmal loswerden möchte, da ich denke, das vor Allem Ulf dafür der richtige Ansprechpartner sein könnte und es hier um ein Problem geht, dass sicherlich einige Leute betrifft. Es geht um den Umgang als Zivilist mit Racial Profiling.
    Ich fahre des Öfteren mit dem Fernbus durch Deutschland und dabei fällt mir auf, dass es immer häufiger zu Polizeikontrollen (insbesondere an der thüringisch-bayerischen Landesgrenze) kommt. Diese Kontrollen laufen so ab, dass Fahrer und Passagiere gebeten werden, ihre Ausweisdokumente vorzuzeigen. Dabei fällt auf, dass bei Leuten, die in den Augen der Beamten “deutsch” aussehen (was auch immer das heißt), nur sporadisch hingeguckt wird – wenn überhaupt. Diejenigen Leute jedoch, die einen augenscheinlichen Migrationshintergrund haben, werden anders behandelt als die anderen. Das geht von misstrauischen Blicken, mit denen diese Leute bedacht werden, über genaustes Inspizieren der Pässe und anschließendes demonstratives Telefonieren außerhalb des Busses sogar soweit, dass einzelne Leute aus dem Bus gezogen werden und vor den Augen aller ihre Taschen ausleeren mussten. So geschehen bei drei jungen Männern mit dunkler Hautfarbe, die fließend Hochdeutsch sprachen und einen deutschen Pass besaßen.
    Ich weiß natürlich nicht, welche dieser Kontrollmaßnahmen tatsächlich notwendig sind, um die Identität der Reisenden festzustellen, jedoch stößt es mir sehr übel auf, dass hier so eine Ungleichbehandlung aufgrund rein optischer Unterschiede geschieht.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch dem ganzen Themengebiet rund um das sogenannte Racial Profiling mal in einer kommenden Folge widmen könntet und dabei erklärt, welche Maßnahmen die Polizei juristisch ergreifen darf und vielleicht auch muss und was nicht geht. Und vielleicht hättet ihr auch noch den ein oder anderen Tipp, wie man sich als “nichtbetroffener” (d.h. hellhäutiger) Bürger in so einer Situation verhalten soll, also wie man die Beamten am Besten mit ihrem Verhalten konfrontieren soll, welche Rechte einem zustehen und welche nicht.

    Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße, Jette

    • Danke für deine Themenanregung, Jutta. Ich kann mich nur anschließen und wäre auch total interessiert daran, was juristisch ok ist vonseiten der Polizei und auch, was man in so einer Situation sagen könnte. Dein geschildertes Beispiel macht mir auch großes Bauchweh. Ich versetze mich dann in diese dunkelhäutigen Personen hinein, die … ganz einfach deutsch sind … und in ihrem Alltag wahrscheinlich regelmäßig derartige Ungleichbehandlungen erfahren müssen.
      Ich habe braune Haut, schwarze Haare, bin nicht wirklich hellhäutig, da ein Elternteil von mir deutsch ist, der andere Elternteil nicht deutsch. Mein Pass ist deutsch, ich bin einsprachig mit deutscher Muttersprache aufgewachsen, bin in Deutschland geboren, aufgewachsen, hab hier studiert, … ich zähle nur Deutschland als meine Heimat, “fühle” mich deutsch (auch kulturmäßig usw.)… kurz: ich bin Deutsche.

      Aber es nervt mich ungemein, dass ich – und ich habe es seit einigen Monaten quasi mitgezählt – JEDE Woche mindestens 1mal/Woche von irgendjemandem gefragt werde, “woher ich komme”. 1Mal pro Woche! Das belastet mich immer wieder für einen kurzen Moment. Die Personen meinen es nie böse, sind einfach interessiert, warum ich “un-deutsch” aussehe und schließen dann automatisch darauf: ich käme von woanders. Denken aber nie soweit, dass das jedesmal ein “Du-bist-anders-als-wir-hier”-Gefühl auslöst …so als könne es gar nicht sein, dass ich ganz normal als Deutsche zähle.
      Klar gibt es auch die, die es “korrekt” formulieren und mich fragen: “Welche Wurzeln hast du? Du siehst nicht typisch deutsch aus”. Aber selbst das versetzt mir immer wieder einen Stich, wenn eine Person das sofort nach den ersten 5 gewechselten Sätzen fragt. Als wäre das meine allerwichtigste “Personeneigenschaft”. Man darf das natürlich fragen, aber mir wäre es lieb, wenn sich das irgendwann von selbst im Gespräch ergibt oder wenn man die Person schon ein bisschen kennengelernt hat, aber nicht innerhalb der ersten 10 Minuten des Kennenlernens.

      Aber zurück zu deinem geschilderten Beispiel: wenn mich sogar meine Situation (die ja “eigentlich” harmlos ist) schon so belastet im Alltag, wie muss es sich dann anfühlen für die in deinem Beispiel erwähnten Personen, die ja – gewissermaßen – bloßgestellt werden, indem diejenigen mit dunkler Hautfarbe diese indiskrete sehr auffällige Sonderbehandlung im Bus mitmachen mussten?
      Man kann sich nur mehr Empathie wünschen von Seiten dieser Beamten. Sie müssen ihre Arbeit machen, klar, aber es braucht nicht viel Feingefühl, um auf die Idee zu kommen, dass man ja beispielsweise auch hätte zusätzlich noch 3 hellhäutige Personen zum Taschenentleeren auffordern können. Gerade wenn es soviele “Zuschauer” aus dem Bus gab. Auch auf Gesichtsausdrücke kann die Polizei eigentlich ja achten, kann sich diese misstrauischen Blicke sparen.

  74. Thema “Klimawandel”
    Warum gibt die Regierung ca. 50 Mia zusätzlich aus, anstatt die ca. gleiche Summe für Falsches weniger auszugeben? Weil das eine x% mehr BIP bedeutet, das andere x% weniger BIP bedeuten würde; die “schwäbische Hausfrau” rechnet, Haben und Nichthaben macht 2 Mal x%. In der Logik des bestehenden Systems wäre, x% weniger auszugeben, als würde der “Bundestrainer” beschliessen, ab heute spielen wir auf das eigene Tor. Im bestehenden System, das auf “fairy-tales of eternal economic growth” basiert, kann es keine andere Politik geben. Solange man diese Einsicht nicht als Ausgangspunkt nimmt, erübrigt sich mE die Erörterung des Themas.

  75. Zum Klima – Thema

    Tatsächlich wird von zumindest einer relevanten NGO das Thema Neuwahlen vorbereitet. Compact hat in einer E-Mail am 29.September an alle Unterstützer formuliert:

    „Eines ist für uns jetzt klar: Mit dieser Regierung wird das nichts mit konsequentem Klimaschutz. Den bekommen wir nur, indem wir dafür sorgen, dass die GroKo abtritt – und den Platz frei macht für eine Regierung, die beim Klimaschutz ernst macht.

    […]

    Wann sollten wir in einer parlamentarischen Demokratie den Ausweg vorgezogene Neuwahlen nehmen? Nur in sehr gewichtigen Ausnahmefällen. Wenn eine Regierung völlig den gesellschaftlichen Rückhalt verliert, wenn sie eine gesellschaftliche Grundstimmung überhaupt nicht mehr repräsentiert. Wie derzeit bei Schwarz-Rot: Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema. Rangierte sie in der Wichtigkeit der Themen zur letzten Bundestagswahl noch auf Platz 7, ist sie seit Monaten einsame Spitze.[8][9] Eine Regierung, die dem überhaupt nicht gerecht wird, muss Platz machen.“

  76. Vielen Dank für den wiedermal sehr sachlichen und interessanten Podcast vom 2.10.
    Insbesondere mit den Schlussfolgerungen zum Klima-Thema habt ihr mir aus der Seele gesprochen: Für diese Regierung ist das Thema zu groß, das ist für mich nun auch evident.

  77. 3 Kurze Ergänzungen zum Thema Dienstwagen:
    1. Die sogenannte 1-Prozent-Regel (es kommt wie oben erklärt noch etwas für den Arbeitsweg dazu) ist nur anwendbar, wenn der Arbeitnehmer zu mindestens 50 % dienstlich unterwegs ist. Sollte es weniger sein, muss ein Fahrtenbuch geführt werden um die tatsächlichen Kosten anhand der Verteilung der Fahrleistung zu verteilen. D.h. diese 1 % decken aus Sicht des Gesetzgebers maximal 50 % Fahrzeugkosten ab. Der Arbeitnehmer muss diese 1% versteuern, um seine Privatnutzung des PKW von maximal 50% der Fahrleistung abzugelten. Die weiteren 50 % sind ja betrieblich entstanden und daher eine Betriebsausgabe. Bei einem Auto von 40.000 € sind es daher mindestens 800 € pro Monat. Das ist wahrscheinlich immer noch zu wenig, aber nicht mehr so extrem wie von euch beschrieben. Das Problem in der Praxis ist, dass die Prüfer des Finanzamts diese Regelung kaum kontrollieren können, d.h. so lange es einigermaßen logisch ist, dass ein Mitarbeiter 50 % betrieblich fährt, wird das so akzeptiert. Alternativ hat man jederzeit die Möglichkeit ein Fahrtenbuch zu führen. Dann werden die tatsächlichen Kosten des Autos anhand der Fahrleistung zwischen privat und betrieblich aufgeteilt. Das macht aber viel Arbeit und diese will man den Nutzern von Dienstwagen mit der 1%-Regel ersparen. Dazu kommt, dass wohl nirgendwo so viel geschummelt wird, wie beim Führen von Fahrtenbüchern.

    Mit dieser Versteuerung von 1% des Fahrzeugpreises ist die komplette private Nutzung des Fahrzeugs inklusive aller Kosten abgegolten. Es wäre daher rechtlich schwierig, wenn der Arbeitnehmer z.B. den Sprit bei Privatfahren selber zahlen muss. Es ist aber genau wie weiter oben erwähnt. Viele Unternehmen haben interne Regeln, die sicherstellen, dass die private Nutzung 50 % der Fahrleistung nicht übersteigt.

    2. Ein wirklich falscher Anreiz ist aus meiner Sicht die Tatsache, dass man immer 1% des Bruttolistenneupreises versteuern muss, völlig egal wie alt das Auto wirklich ist. Auch wenn das Auto 20 Jahre alt ist und nur noch 2000 € wert. Das ist einer der Hauptgründe, warum Unternehmen Autos 2-3 Jahre halten und dann neue Autos beschaffen. Das ist natürlich ein großer Anreiz für die Autoindustrie und daher kommen auch die hohen Zulassungsquoten für Dienstwagen. Ohne diesen Anreiz würden Autos deutlich länger gefahren und der Verbrauch an Ressourcen würde zurück gehen.

    3. Diese zurecht oft kritisiere Regelung für Elektroautos und Plugin-Hybride (bei so einem Fahrzeug sind nur 0,5 % des Neupreises zu versteuern) funktioniert übrigens. Ich habe mir aufgrund dieser Regelung selber ein solches Auto bestellt und weiß daher, dass zumindest bei BMW die entsprechenden Modelle seitdem extrem gut verkauft werden. Teilweise sind Lieferzeiten von 6 Monaten und mehr in Kauf zu nehmen und BMW hat daher die Kapazitäten bei bestimmten Autos hochgenommen. Eventuell kommt über diese Regelung doch eine kritische Masse an Fahrzeugen dieser Art zusammen. Dabei kann man natürlich zurecht kritisieren, dass auch Hybrid-Fahrzeuge mit mindestens 30 km elektrischer Reichweite auch voll gefördert werden.

    • > wenn der Arbeitnehmer zu mindestens 50 % dienstlich unterwegs ist

      Liegt nicht hier das System im Argen? Das kann doch niemand überprüfen.

    • Das ist falsch, dass einvArbeiternehmer den Dienstwagen zu mind 50% beruflich nutzen muss! Er kann ihn auch zu 199% privat nutzen, auch dann ist die 1% Regel zulässig.

      Es gibt auch viele Außendienstler die viel beruflich und sehr wenig privat. Hier ist dann die 1% Regel eher teuer als günstig wie hier im Podcast erwähnt.

      PS Dass mit der mindestens 50% betrieblichen Nurzung gilt nur für den Unternehmer selbst ( bei Einzelunternehmer und Psrsonengesellschaften). Aber es muss nicht zwingend dann ein Fahrtrnbuch geführt werden, es werden die Kosten dann nicht voll anerkannt.

      • schau mal hier: https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/f/firmenwagenueberlassung-an-arbeitnehmer/#D063034000014

        Es gibt ein BMF-Schreiben vom 04.04.2018: Lohnsteuerliche Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Kfz an ArbN. Darin ist unter: 3.2.1. Lohnsteuerrechtliche Grundsätze geregelt:
        Voraussetzung für die Anwendung der Listenpreismethode ist, dass das Kfz zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird; hierzu zählen auch die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und Familienheimfahrten (s.a. DATEV Redaktion LEXinform unter LEXinform 0383029).

        Ich kenne das auch so aus der Praxis. Die Steuerprüfer des Finanzamts versuchen das zu prüfen, auch wenn es in der Praxis kaum möglich ist.

        • Hallo Marvin!

          Ich hätte aus der Praxis sofort gesagt:
          Ein an Mitarbeiter überlassener PKW wird immer 100% betrieblich genutzt, weil der Zweck des Dienstwagens aus Sicht des Unternehmers die Überlassung an den Mitarbeiter ist.
          Jetzt habe ich aber auch schon deine Quelle bei Smartsteuer gefunden. Ich finde allerdings nicht die entsprechende Quelle im BMF-Schreiben.
          Ich kann allerdings auch eine Quelle bieten, die das Gegenteil behauptet:
          “PKW für Mitarbeiter
          Die oben beschriebene Neuregelung, dass die Ein-Prozent-Methode nur anwendbar ist, wenn das Fahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird, gilt nicht bei der Ermittlung des geld­werten Vorteils der Privatnutzung von Dienstwagen durch Arbeitnehmer, also dann nicht, wenn Sie Ihren Mitarbeitern einen Firmenwagen zur Verfügung stellen. Aus der Sicht des Unternehmers gilt ein solches Auto zu 100 Prozent als betrieblich genutzt. Der geldwerte Vorteil Ihres Mitarbeiters kann weiterhin problemlos mit der Ein-Prozent-Methode oder wahlweise per Fahrtenbuch versteuert werden.”
          https://www.rhein-neckar.ihk24.de/recht/steuerrecht/steuern-gruender/PKWKostenFahrtenbuchEinProzentMethode/938822#titleInText5

          Btw:
          Dass Mitarbeiter den Sprit selber zahlen müssen, so einen Fall kenne ich. Die selbstgetragenen Kosten mindern dann den zu versteuernden geldwerten Vorteil. Das steht in besagtem BMF Schreiben vom 04.04.2018.

          Viele Grüße

    • zu 3:
      Es geht aber nicth darum, möglichst viele “Hybride” zu verkaufen, sondern darum, die Emissionen zu senken. Und genau das erreicht man mit Hybriden nur sehr begrenzt, insbesondere wenn diese “Hybride” dann niemals extern mit Strom versorgt werden.

  78. 3. Oktober 2019 um 18:16 Uhr
    Clauspeter Heine

    Immer wieder eine Freude hier reinzuhören.

  79. Danke für die tolle Arbeit!

  80. Die Ukraine ist eines der ärmsten Länder Europas und Hunter Biden hat laut amerikanischen Medien 50.000 Dollar pro Monat verdient. Und zwar nicht als Anwalt, sondern als Aufsichtsratsmitglied. Joe Biden ist Obamas Mann für die Ukraine gewesen. Also für mich wirkt das ziemlich verdächtig. Hätte er den Aufsichtsratsposten auch bekommen, wenn sein Vater nicht der Vizepräsident der USA gewesen wäre?

    Ich würde Trump nie wählen, dennoch steigt in mir auf Grund der hier, auf Twitter und teils medial zur Schau gestellten Arroganz, Selbstherrlichkeit und dem ständigen heuchlerischen Moralisieren schon richtig die Vorfreude auf das verbitterte Tränenvergießen hierzulande an, wenn Trump 2020 wieder gewinnt.

    https://youtu.be/SHG0ezLiVGc

  81. Hallo zusammen,

    anbei ein kleiner Nachtrag zur steuerlichen Förderung von Dienst-Autos, welche man zumindest der Vollständigkeit halber berücksichtigen sollte:
    “Mit der gesetzlichen Anpassung wird der Prozentsatz von 1 Prozent auf 0,5 Prozent bei der Dienstwagenbesteuerung für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge abgesenkt. Damit wird eine Vorgabe aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung in § 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 und 3 EStG umgesetzt.”(https://www.haufe.de/personal/entgelt/lohnsteuer-2019-steueraenderungen/lohnsteuer-2019-steuervorteile-fuer-elektro-dienstwagen_78_467654.html)
    Es ist also zumindest der Versuch unternommen worden, eine ökologische Lenkungswirkung einzubauen.

    Viele Grüße und danke für den sehr guten Podcast

  82. Vielen Dank dafür, dass ihr die Themen der Woche immer so ausführlich beleuchtet. Leider kommen manchmal Themen, die in Deutschland passieren, etwas kurz, deshalb hier eine Anregung zum Thema Politiker, die öffentliche Ämter zur persönlichen Bereicherung nutzen:

    Ihr sagt, dass wir in Deutschland ein sehr geringes Korruptionsniveau haben. Das ist im ganzen auch gut und richtig, allerdings ist in den letzten Wochen zunehmend bekannt geworden, dass der ehemalige sächsische Ministerpräsident Tillich nach seiner Amtszeit als Vorsitzender der sog. Kohlekomission erst Berater bei der russischen Fracht-Airline Volga-Dnjeper (wichtige Basis am Leipziger Flughafen) und nun auch Aufsichtsrat bei dem Braunkohleförderer MIBRAG geworden ist.
    Dabei hat die Kohlekommission einerseits den Ausbau des Leipziger Flughafens mit Geldern des Strukturwandelfonds empfohlen, andererseits eine (aus wissenschaftlicher Sicht) viel zu lange Laufzeit der Kraftwerke (und damit auch der Tagebaue) sowie eine umfassende finanzielle Entschädigung der Bergbautreibenden für den “früheren” Kohleausstieg. Der Zusammenhang, dass Tillich seinen künftigen Arbeitgebern Vorteile verschafft hat und dafür nun belohnt wird, deutet sich zumindest an. Diese lokale Parallele sollte man nicht außer Acht lassen, wenn man beim US-Präsidenten ein korruptes Verhalten kritisiert.

  83. Vielen Dank für die erhellende und einordnende Lage, Ulf und Philip! Themen und Detailtiefe fand ich heute besonders durchgehend spannend und ausgewogen.

    Was mir während eures Kapitels zum Klimapäckchen durch den Kopf ging: Ich teile völlig eure Meinung, dass die Regierung die vernünftige und weitsichtige Instanz sein kann und sollte, die der Industrie zur Not – im Sinne von: “Es ist nur zu eurem [und unser aller] Besten” – kurz- und mittelfristige Härten zumutet, wenn sich sonst nichts tut.
    Dann fiel sogar das Wort “Marktwirtschaft” und der Ausblick auf Neuwahlen. Und ich frage mich: Wie lägen denn die Mehrheiten wirklich, wenn in einer Woche Bundestagswahl wäre? Wer würde denn, wenn es ernst wird, die direkte oder indirekte Einschränkung der eigenen Bequemlichkeit nicht nur hinnehmen, sondern sogar wirklich dafür stimmen? Der Massenmarkt jedenfalls – seien es Autohersteller, Reiseindustrie, Lebensmittel- oder Konsumgüterkonzerne – scheint kaum einen Verbraucher*innendruck von massivem Umfang zu verspüren, radikal auf Nachhaltigkeit zu setzen. Wer, wenn man sich im eigenen privaten und beruflichen Umfeld umschaut, verzichtet denn ernsthaft aus Klimaschutzgründen auf irgendwas, das wirklich eine subjektive Einschränkung bedeutet? Mir fällt sowohl in meinem privilegierten Mittelstandsumfeld von akademischem Großstadt- und Speckgürtel-Bürgertum als auch in meiner Familie auf dem Dorf fast niemand ein. FfF finden die meisten gut und beeindruckend und alle wollen grundsätzlich auch mehr Klimaschutz. Gleichzeitig gibt es z.B. in unserer Kantine (die regelmäßig Gästefeedback einholt und das Angebot dann an einzelnen Stellen merklich anpasst) nach wie vor ausschließlich konventionelles Fleisch und keine ausgewiesenen Bio-Gerichte. Ich bin gefühlt die Einzige, die deshalb bewusst und kategorisch kein Gericht mit Fleisch wählt. Und da geht’s nur ums Mittagessen…
    Kurzum: So sehr ich selbst für einen echten Umbruch wäre – ich bezweifle, dass Neuwahlen wirklich zu einer Mehrheit führten, die mehr Kraft und Macht aufbrächte, grundlegend und systematisch die schweren Hebel umzulegen.

    • 3. Oktober 2019 um 18:11 Uhr
      Joerg-Martin Backhaus

      Ich habe sehr viele Freunde im Umfeld, die schon eingesehen haben, dass wohl viele der liebgewonnenen mobilen Bequemlichkeiten EIGENTLICH zur Klimadisposition stehen müssten, die aber immer wieder emotionale Gründe finden, diese rationale Erkenntnis kurzzuschließen – zumal es unglaublich schwierig, ist angenehme Gewohnheiten gegen unangenehmere Neuerungen zu ersetzen, wie selber seit 2 Wochen am allerbesten weiß, seitdem ich statt wie die letzten 15 Jahre mit dem Auto nun mit dem ÖPNV zur Arbeit fahre und mir statt Lob eher Unverständnis (schon wieder kaputt?) entgegen schlägt.
      Leider werden solche emotionalen Hemmnisse fast tabuisiert, weil man damit ja zugibt impulsiv statt überlegt zu handeln. Dabei scheinen sie mir für eine nachhaltige Verhaltensänderung extrem wichtig zu sein, weil diese m.E. nur dann eintritt, wenn das gute Gefühl das richtige zu Tun, sich mit dem Herdentrieb paart, einer von ganz vielen auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel zu sein.
      Wenn sich aber die Einsicht breitmacht, allein zu verzichten, während die Mehrheit noch eine Orgie draufsetzt, so kann man die größte Änderungsbereitschaft nur nachhaltig vernichten.
      Daher würde ich bei den Lenkungsmaßnahmen von staatlicher Seite vor allem in Alternativen investieren, die durch hohe Subvention das gute Verhalten billiger und das alte schlechte Verhalten teurer machen.
      Dh. Aber, dass ich den Landbewohnern erst eine gleichteure oder billigere Alternative schaffe, bevor ich ihre Lebensmodelle mit massiv verteuertem fossilem Sprit zerstöre.
      Und dafür gibt es ja mit der Power2Liquid Technik einen regenerativen Weg, dessen Wirkungsgrad jüngst durch das das deutsche Start-up Sunfire.de auf fast 80% gesteigert wurde, so dass Norwegen sich von denen nun eine Großanlage zur Klimaneutralen Spritproduktion bauen lässt.
      https://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/energie-wasserstoff-aus-dresden-start-up-sunfire-plant-sein-erstes-grossprojekt/24875436.html
      Würde Deutschland diesen Sprit ei kaufen und auf Normalpreis ssubventioniert als NullCO2Sprit an deutschen Tankstellen verkaufen lassen, so könnten die Landbewohner in der Übergabgszeit in die Elektromobilität ihre Verbrennungsfahrzeuge noch CO2neutral zu Ende nutzen und währen von ihrer Exitenzpanik befreit, die sie sonst reihenweise ins AfDLager treibt, das allein durch seine Größe die Altparteien, wie ja schon sichtbar von echten Veränderungen abhält.
      Oder man kompensiert den fossilen Sprit gleich beim Verkauf investiert also in zertifizierte nachhaltige Aufforstungsprojekte nach dem IPCC Goldstandard – wie es die Schweiz schon ansatzweise macht.
      Wenn man den Sorgen der Leute nicht mit emotionaler und praktischer Unterstützung entgegenkommt- hat dieser Umbruch das Potenzial zur Gesellschaftlichen Spaltung – die der so notwendigen GENEINSANEN Veränderung diametral entgegen steht.

  84. Hier ein Themenvorschlag für die nächste Sendung, anlässlich des heutigen Tags der Deutschen Einheit wieder aktuell: Braucht das vereinigte Deutschland eine gemeinsame Hymne? Eine Debatte die seit langer Zeit kontrovers geführt wird, auf der einen Seite massiv abgelehnt und angefeindet von vor allem Westdeutschland, vorgebracht damals in der Wendezeit vom “Runden Tisch”, heutzutage unterstützt von Ministerpräsidenten der neuen Länder wie Bodo Ramelow. Im Gespräch ist hier bei vor allem die “Kinderhymne”, ein Gedicht von Bertolt Brecht (der schrieb den Text als Reaktion auf Adenauer, der 1950 bei einer öffentlich Versammlung demonstrativ die dritte Strophe des Deutschlandlieds singen ließ), vertont von Hanns Eisler – einfach mal bei YouTube eingeben. Auch heute noch können sich viele Ostdeutsche nicht mit der (eigentlich westdeutschen) Hymne identifizieren. Vor dem Hintergrund von wieder vermehrt aufkommendem Patriotismus und Nationalismus stellt sich natürlich die Frage inwiefern unsere aktuelle Hymne unser Selbstbild von Deutschland auch gegenüber der Welt korrekt abbildet. Insgesamt denke ich also es gibt viel grundsätzlichen Gesprächsstoff zu diesem Themenfeld für ein kleines Kapitel in einer der kommenden Lagen – auch wenn unsere Bundeskanzlerin die Debatte mit dem Hinweis sie finde unsere aktuelle Hymne Zitat “sehr schön” wegwischt. Dank auch!

    • Schön finden ist das eine. Mit Stolz und Inbrunst singen das andere.
      Ich hab die (west-)deutsche Hymne nie gesungen, schaut man große Sportevents sind es auch eher die Deutschen die durch schweigen auffallen.
      Meine neue Hymne nach Auswanderung singe ich jedoch gerne, weil sie genau das Lebensgefühl wiederspiegelt, was mich hergezogen hat.

  85. Ich mach mir über das Thema Impeachment seit einigen Tagen Gedanken. Ich bin nun wahrlich nicht jemand, der irgendwie dazu geneigt wäre Trump zu verteidigen, ich würde sogar sagen, dass er schon dafür hätte “impeached” werden sollen, dass er Comey gefeuert hat. Aber ich denke mir die ganze Zeit: Was, wenn man das ganze umdrehen würde? Ich werde versuchen das ganze Stück für Stück zu einem analogen Beispiel aufzubauen.

    Mal angenommen in 4 Jahren ist Joe Biden Präsident und es kommen Gerüchte auf, dass Jared Kushner wärend seiner Zeit im Weißen Haus seine Position benutzt hat, um sich selbst zu bereichern. Sollte Biden seinen Justizminister sagen, dass er das untersuchen soll? Ich finde die Antwort darauf ist ziemlich klar: Ja.

    Was wenn das ganze nun im Ausland passiert ist? Sagen wir mal in Israel. Da es für die amerikanische Justiz schwer zu ermitteln wird wenn alle möglichen Zeugen und Dokumente auf der anderen Seite der Erde sind, sollte Biden die israelische Regierung um Kooperation bitten? Ich finde schon.

    Angenommen Kushner ist nun auch ein aussichtsreicher Bewerber für die republikanische Nominierung. Sollte das Biden davon abhalten dem nachzugehen? Ich finde, wenn die Möglichkeit besteht, dass er wieder zur politischen Macht kommen könnte, wäre es umso wichtiger, dass man den Fall aufklärt. Das ist ein zentraler Punkt wo ich euch ganz klar widersprechen würde. Ich finde schon, dass es im Interesse des Landes ist einen möglichen Fall von Amtsmissbrauch aufzuklären.

    Angenommen die Israelis wollen nicht wirklich helfen. Ist es da nicht legitim, um einen Anreiz zu setzen, Gelder (für die es keine direkte Gegenleistung gibt) erstmal nicht fließen zu lassen? An dieser Stelle muss ich etwas klarstellen. Ich kenne mich nicht genau mit den Details aus, wenn aber die Gelder nur vom Kongress freigegeben werden mussten, dann müsste man sagen, dass das zu weit geht weil ihm diese Entscheidung einfach nicht zusteht. Ob das alleine aber schon genug für ein Impeachment ist halte ich für zweifelhaft.

    Man könnte nun noch argumentieren, dass es ja überhaupt keine Beweise gegen Biden gibt. Aber heißt das die ganze Legitimität des Amtsenthebungsverfahren beruht darauf ob Biden unschuldig ist oder nicht? Das scheint mir ein sehr fragiles Fundament zu sein. Und überhaupt müsste man dann ja fragen, wie das von vornherein bekannt sein soll wenn es doch darum geht in diesem Fall zu ermitteln?

    Ich wüsste deshalb gerne von euch ob in einer solchen Situation auch ein Amtsenthebungsverfahren gegen Joe Biden gestartet werden sollte. Welche der oben gestellten Fragen beantwortet ihr anders als ich?

    • Auch für deinen konstruierten Fall gilt: Transparenz ist das Zauberwort.
      Hätte sich Trump hingestellt und offen gesagt, dass sein Justizminister in den Ermittlungen nicht weiterkommt, weil die Ukraine mauert und er deswegen für stoppen der Gelder Druck aufbaut, würde kein Hahn danach krähen und Skandal rufen.
      Die Heimlichkeit und die Vertuschungsversuche machen den Skandal, nicht die Ermittlungen wegen Korruptionsvorwürfen.

      • So wird es aber nicht öffentlich dargestellt. Jetzt hat Trump ganz öffentlich die Ukraine und auch China dazu aufgefordert zu untersuchen und das wird im Grunde genauso behandelt. Dass dann “kein Hahn danach krähen” würde halte ich für extrem unrealistisch. Ich glaube auch nicht, dass er nur impeached wird weil er irgendein Protokoll auf den Server für geheime Dokumente gespeichert hat. Er wird impeached weil er ein anderes Land gebeten hat Gerüchte über Amtsmissbrauch eines politischen Konkurrenten zu untersuchen. Ich will gar nicht abstreiten, dass Trump das einzig und allein deshalb tut, weil es ihm politisch nützt, aber seine Beweggründe sind mMn irrelevant, Amtsmissbrauch ist einfach falsch und sollte untersucht werden.

    • Der Präsident ist der Präsident und kein Detektiv. Eigentlich ist es überhaupt gar nicht sein Job, irgendwelchen Verdachtsmomenten auf Bereicherung eines Verwandten am Amt seines Vaters nachzugehen – völlig egal, ob der Vater potenziell ein politischer Direktkonkurrent ist oder nicht. Für diesen Zweck gibt es Ermittlungsbehörden – in den USA typischerweise das FBI.

      Ein Präsident, der auch nur den Hauch von Verantwortung in sich trägt, würde also bei Vorliegen tragfähiger Indizien (schon daran scheint es ja in diesem Fall zu mangeln) das Ganze ans FBI geben und sich dann ganz schnell aus dem Geschehen verziehen. Umso mehr, wenn eben wie in diesem Fall ein direkter politischer Konkurrent betroffen ist – dann würde ein Präsident mit intaktem Demokratieverständnis sich gaaaaaanz weit weg von den Ermittlungen begeben und absolut kein Wort mehr davon hören wollen, um seine eigene politische Integrität und die Integrität des Amtes, das er gerade temporär bekleidet, nicht zu riskieren.

      Auch für die Zusammenarbeit mit ausländischen Ermittlungsbehörden haben die einheimischen Behörden etablierte Schnittstellen – dafür braucht also auch niemand den Präsidenten. Als bedeutendste Supermacht des Planeten haben die USA an dieser Stelle auch von nur sehr wenigen anderen Ländern ernsthaften Widerstand zu fürchten – dieser erlesene Club besteht praktisch nur aus Russland und China. Diese fixe Idee, dass der Präsident mal irgendwie Druck aufbauen müsste, weil die normalen Dienstwege boykottiert würden, ist daher Blödsinn. Außer natürlich, man will etwas haben, was bei der normalen Zusammenarbeit aus gutem Grund niemals zur Debatte stünde, z.B. eine Untersuchung ohne belastbare initiale Indizien oder gar eine Verurteilung ohne Beweise…

      • Trump geht es nicht darum den “Fall Biden” zu lösen. Ihm geht es nur um die schlechte PR, die Biden dadurch jetzt bekomt.

  86. Die Aussage „Man kann ja mühelos für 35ct pro Kilometer zur Arbeit kommen.“ stimmt so leider nicht ganz. Die Pendlerpauschale reduziert ja nur das zu versteuernde Einkommen. Zurück bekommt man dann abhängig vom persönlichen Steuersatz weniger bzw. deutlich weniger.

    Denke von dem was übrig bleibt kommt man mit einem sparsamen Auto was den Kraftstoff betrifft schon noch zur Arbeit. Aber halt nicht mühelos.

  87. SUV-Anstoß

    Angesichts der zumutbaren Alternativen unterhalb energiefressender Bauhöhen bleibt SUV-Fahrern – ihr habt’s vermittelt – bei höflich-bestimmter Ansprache eigentlich gar keine Alternative zur klimabewussten Verhaltensänderung.

    Ebenfalls für den normalen Alltag habe ich eine weitere vielversprechende Einflussmöglichkeit aufgetan.
    Und zwar ermittle ich an der Fleischtheke im lockeren Gespräch den Einkauswunsch anderer gelangweilter (und daher spielend leicht zugänglicher) Thekensteher.
    Sobald Schweine-, Rind-, Kalb- oder Lammfleisch als Kaufobjekt feststehen, weise ich bestimmt aber höflich auf die überragende Klimabilanz von Geflügelfleisch hin.
    Da der Angesprochene noch nicht mal Vegetarier werden muss, um die Menschheit ein Stückchen von der Katastrophe wegrücken zu helfen, setze ich ihn damit effektiv Druck aus.

    Ich habe ein suuuuper Gefühl dabei – danke dafür.
    Euer Podcast ist wirklich hilfreich :-)

  88. Was ist das für eine Demokratieverständnis? Ihr fordert Neuwahlen, weil eine gewählte konservativ geführte Regierung nicht die Umweltpolitik der Grünen oder FFF umsetzt?

    Auch wenn Wissenschaftler sagen, das xy nötig ist, geht es in der Politik immer noch um Interessensausgleiche. Die Richtung dieser Ausgleiche ist abhängig von der Ideologie. Und es gibt durchaus andere zulässige Ideologien als die links- grüne. Auch wenn es schwer fällt das zu akzeptieren.

    • WIR haben gar nichts gefordert – wir verstehen nur nicht, warum FfF nicht längst Neuwahlen fordert, wo doch die Groko gemessen an den Forderungen von FfF komplett versagt.

      Abgesehen davon wäre es aber ganz sicher kein Zeichen eines problematischen Demokratieverständnisses, wenn wir forderten, das Volk zu befragen, wer es repräsentieren soll.

      • FFF tun sich bisher schwer mit konkreten “politischen” Forderungen. Dies erscheint durchaus klug, denn so wird die Bewegung nicht primär als politischer Player wahrgenommen, sondern vielmehr als “überpolitisch” – wozu ja auch der immer wieder betonte Bezug auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimwandel einen wesentlichen Teil beiträgt.
        Natürlich hat dies seine Grenzen, denn dass diese Bewegung politisch soviel bewegt hat wie keine Graswurzel-Bewegung der vergangenen 30 Jahre, ist kaum zu bestreiten.
        Argumentativ bleibt trotzdem die Arbeitsteilung: Wir (FFF) sagen, was notwendig ist – Ihr (Politik, Gesellschaft) müssst dies in konkrete Maßnahmen/Gesetzt übersetzen.
        Ob es klug ist, diese Arbeitsteilung jetzt aufzugeben und explizit Neuwahlen zu fordern, ist fraglich. FFF zumindest bleiben ihrer Linie treu, wie der heute veröffentlichte offene Brief an das Klimakabinett (https://fridaysforfuture.de/offener-brief-klimakabinett/) deutlich macht. Sie kommen genauso wie ihr in eurer Analyse (und wie sollte es auch anders ein) zum Ergebnis, dass “die Handlungsfähigkeit Ihrer Bundesregierung beim Klimaschutz nicht mehr gegeben ist”. Damit ist im Grunde alles gesagt, oder?
        Übrigens solltet ihr auch nicht vergessen, das FFF sich ernsthaft um basisdemokratische Entscheidungsfindung bemüht. D.h. die politische Reaktion auf Ereignisse wird nicht aus einer Parteizentrale oder der Spin-Abteilung des Kanzleramts rausgeschossen, sondern wirklich und tatsächlich in einem geregelten Prozess mit allen Ortsgruppen (über 500) diskutiert und auch abgestimmt. Dies führt dazu, dass es halt länger dauert.
        Aber die Klimakrise läuft uns ja (leider) auch nicht davon.

    • Abgesehen davon wer jetzt Neuwahlen fordert oder fordern sollte: Mit dem Klima-Thema ist es eben anders: Ein Interessensausgleich funktioniert vielleicht innerhalb der Menschen, die sich einschränken müssen, nicht aber zwischen Menschen und Klima (Das Klima verhandelt nicht). Insofern ist das Ziel (die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschheit) zwingend vorgegeben und kann nicht sinnvoll verhandelbar sein. Lasten innerhalb eines Klimapaketes können Teil des politischen Streits sein, aber wenn das Paket in Summe das Ziel ganz offensichtlich meilenweit verfehlt, so ist es schlicht KEINE Lösung, weder eine linke, rechte, liberale, konservative oder grüne Lösung, sondern gar keine. Damit hat die verantwortliche Regierung versagt und diesem Fall finde ich angesichts der Wichtigkeit des Themas Neuwahlen ziemlich naheliegend.

      • “Insofern ist das Ziel (die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschheit) zwingend vorgegeben und kann nicht sinnvoll verhandelbar sein.”
        Schau dich mal um: Dieses Ziel ist sehr wohl verhandelbar. Und die Verhandlung läuft gerade gegen dieses Ziel.

  89. Hi!
    Ich höre gerade die Lage – und ich habe das Gefühl, dass Ihr beim Thema Pendlerpauschale da etwas durcheinander bringt. Hier sind zu unterscheiden: Regelmäßige Fahrten zur Arbeitsstätte, und dienstliche Fahrten (NICHT zur regelmäßigen Arbeitsstätte). Für das erste greift die Pendlerpauschale (30/35ct pro Entfernungskilometer). Für die zweiten Fahrten gilt aktuell: 30ct pro gefahrenem Kilometer, bzw. bei entsprechendem Nachweis auch mehr. Der Nachweis ist allerdings nach meinem Wissen für regelmäßige Fahrten zur Arbeitsstätte (eben der klassische Pendler) nicht anwendbar.

    Dann sagt Ihr: “Für 30/35ct kommt man ja mühelos zur Arbeit”. Das ist nur für ein alten gebrauchten richtig. Kleines Rechenbeispiel: Ford Fiesta, Verbrauch etwa 7l/100km – bei 1,35€/l Super sind das 9,45ct/km für den Sprit. Dann kommt dazu der Wertverlust: Neu kostet ein Fiesta vielleicht so 12000€ – nach 3 Jahren und 60000 km verkauft man ihn vielleicht wieder für 5000€. Das sind also nochmal 8,3ct/km für den Wertverlust. Und am Ende zahlt man noch Steuern und Versicherungen – vielleicht 500€/Jahr – sind 2,5ct/km. Und zuletzt kommen dann noch die sonstigen Ausgaben dazu – vielleicht mal neue Reifen – Ölwechsel… Sind wir hier mal sparsam und gehen von noch einmal 2,5ct/km aus. Dann sind wir also bei 22,75ct/km für einen wirklich kleines Auto. Und damit sind wir nur _zur_ Arbeit gefahren – zurück müssen wir auch noch. Beim einfachen Entfernungskilometer landen wir dann also bei 45,5ct/km die wir zahlen müssen. Die Rechnung sieht natürlich etwas anders aus wenn wir einen 10 Jahre alten Polo fahren – aber schon bei einem etwas familientauglicheren jungen gebrauchten (Golf Kombi, Passat, Insignia, …) sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

    Also – dass man mit 35ct für den Entfernungskilometer _mühelos_ zur Arbeit kommt, ist einfach so grob falsch.

    Viele Grüße,
    PP

    • War mir auch schon aufgefallen, in der Tat falsche Darstellung in der Folge! Privatfahrten zur Arbeit werden unabhängig von den tatsächlichen Kosten stets mit Pauschale 0,30 ct/km berechnet. Anders ist dies zum Teil im geschäftlichen Bereich.

      • Mag sein, aber was ändert das an unserem Punkt? Ich denke nichts.

        • Was ist denn das für eine Aussage?

          “Wir haben völligen Unsinn erzählt, das war sachlich total falsch. Ist aber egal – weil wir das, was wir sagen wollen, trotzdem sagen wollen”

          Habt Ihr denn nicht den Anspruch, sachlich richtig zu sein? Und zwischen Vollkostenerstattung, 30ct/gefahrenen Kilometer und 15ct/gefahrenem Kilometer liegen eben einfach Welten. Das hier einfach in einen Topf zu werfen, mit der Aussage dass man für die 15ct/km “völlig Problemlos ein Auto bewegen kann” ist im höchsten Maße unsachlich, undifferenziert und, wie auch in meinem Kommentar zur Folge 160 geschrieben, einfach nur Polemisch.

          Schade.

        • Mir ist eure Verwechslung von Pendlerpauschale und Fahrten nach Reisekostengrundsätzen auch aufgefallen.
          Pendlerpauschale = 0,30 € / km kürzeste Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (also einfach Entfernung!) in Zukunft dann eventuell ab dem 21. km 0,35 €
          Fahrten nach Reisekostengrundsätzen: entweder 0,30 € pro gefahrenen Kilometer pauschal oder tatsächlich ermittelter Kilometersatz pro gefahrenen Kilometer

          Ihr stellt es in der Folge so dar, als könnte jemand mit einer Luxuskarre 1,20 € pro km für den täglichen Weg zur Arbeit als Werbungskosten ansetzen, wenn er sich die Mühe macht ein Fahrtenbuch zu führen. Das ist schlicht falsch. Es wird also kein Anreiz gesetzt, sich ein Fahrzeug zu kaufen, welches besonders teuer ist, weil man diese Kosten dann geltend machen kann. Bei Fahrten nach Reisekostengrundsätzen kann der tatsächliche Kilometersatz ermittelt werden (Jahresgesamtkosten / gefahrene Kilometer im Jahr = individueller Kilometersatz; Fahrtenbuch nicht nötig) und damit gerechnet werden.

          Im Großen und Ganzen bin ich schon bei euch. Aber es macht schon Sinn in dem Punkt genau zu sein.

    • Das wichtigste ist, dass man die 30 ct/km nicht wiederbekommt, sondern nur von der Steuer absetzen kann. Heißt, das sind für Großverdiener etwa die Hälfte (damit wird es echt schwierig kostendeckend zu fahren). Für Kleinverdiener ist es aber noch deutlich weniger und das ist das fatale, denn denen nützt die Erhöhung auf 35 ct/km kaum was.

      Also am besten die Pendlerpauschale ganz abschaffen und Steuern senken, bevorzugt für Geringverdiener. Das vereinfacht die Steuererklärung auch.

  90. Klimarettung muss von Konzernen und Politik ausgehen. Wir kleinen Leute können nix dazu beitragen. Das ist neoliberaler Käse, dass man an der Kasse mit der Kaufentscheidung die Welt rettet. Da sowieso überall dieselben riesigen Konzerne hinter stehen.

    Der Staat müsste radikale Entscheidungen treffen und in den nächsten Jahren hunderte Milliarden Euro in die Hand nehmen um die Strukturen grundlegend zu verändern. Ohne dass die Mittelschicht+Einkommensschwäche mehr belastet werden (und ja, das geht). Mit einem moralischen Appell an die Verantwortung von jedem Einzelnen im Alltag kommt man hingegen nicht weit. Die Möglichkeit, sich langsam Stück für Stück an ein ökologischeres Leben zu gewöhnen, haben wir als Menschheit einfach komplett verschlafen. Fairerweise muss man dazu sagen – das Thema ist nicht über Nacht vom Himmel gefallen, es wurde stattdessen jahrzehntelang ignoriert. Wenn wir den Planeten nicht komplett vor die Wand fahren wollen, müssen wir halt jetzt schnell umsteuern.

    Es gab dieses Jahr zwei Folgern von der Anstalt, die den Klimawandel als Mittelpunkt hatten (9. April und 1. Oktober). Komplett angucken und dann wisst ihr, wer die wahren Zerstörer des Klimas sind. Spoiler: Es ist gerade nicht der kleine Mann mit seinem Hackbrötchen! Letzteres wird Euch nur eingeredet von denen, die daran Schuld sind! Der Kapitalismus hat dafür gesorgt, dass seit 50 Jahren weltweit nichts für das Klima getan wird. Denn Wachstum ist wichtiger als Nachhaltigkeit. Innerhalb des Kapitalismus wird sich in Sachen Klimapolitik nichts ändern. Nie. Erst muss der Kapitalismus zusammenbrechen. Und ein gänzlichst neues System her. Und eine neue Verfassung. Danach, erst danach, kann man Klimapolitik betreiben. Das ist meine feste Überzeugung.

    • > Der Staat müsste radikale Entscheidungen treffen und in den nächsten Jahren hunderte Milliarden Euro in die Hand nehmen um die Strukturen grundlegend zu verändern.

      Dazu fällt mir immer wieder Volker Pispers ein: “Wenn Sie das Arschloch Staat mal sehen wollen, müssen Sie nur morgens beim Zähneputzen in den Spiegel schauen”.

      • Es ist natürlich richtig sich auch an die eigene Nase zu fassen. Ich denke beides stimmt: Eigenverantwortung UND zentrale Steuerung – und letztere entsteht nur durch den Druck des Wählers, da sind wir also auch wieder gefragt.
        Jedoch ist man naiv, wenn man nicht die aktuellen Machtverhältnisse sieht in denen die Politik einigen Wirtschaftsbranchen viel zu nahe steht. Das muss überwunden werden, aber wer gleich die komplette Systemfrage stellt wird auch nicht rechtzeitig Erfolg haben und sich im schlimmsten Fall sogar zurücklehnen, weil man “ja in diesem System eh nichts machen kann”.

  91. Zum Thema “Trump-Impeachtment” bringt es einmal mehr die Satire Seite “Der Postilion” auf den Punkt, meiner Meinung nach, mit folgender Aussage wie das ganze Prozedere dabei funktioniert…
    Natürlich mit einem Augenzwinkern dabei, doch leider auch sehr beschreibend, über die Wirksamkeit:

    “Wie läuft ein Impeachment-Verfahren ab?
    Zunächst wird von Anklage und Verteidigung monatelang recherchiert. Es werden Belege und Beweise zusammengetragen, abgewogen, widerlegt, es werden Zeugen verhört und das göttliche Orakel von Delphi befragt. Danach wird alles in einen Bericht zusammengeschrieben und in einen großen Schredder gesteckt. Zuletzt entscheiden dann ganz andere Leute (US-Senat) per Handheben völlig unabhängig von den Ermittlungen über das Ergebnis.”

    https://www.der-postillon.com/2019/10/ratgeber-impeachment.html?fbclid=IwAR3nEYcIm_XzBe8NUwd-UdLeQho9ZBKuWnMZNHph-4riiWP_2lkKDPCEG6k

    • 6. Oktober 2019 um 20:14 Uhr
      Martin Schröder

      Ja. Vor allem ist das Verfahren im Senat nicht wirklich vorgeschrieben: Die können das anscheinend wirklich per einfacher Abstimmung ablehnen. Und McConnell ist ja nun alles zuzutrauen…

  92. Hallo Lage!

    Die Sache mit den Dienstwagen verstehe ich nicht ganz. Klar kriegen die Mitarbeiter eine Tankkarte, aber wenn die mit dem Wagen quer durch Europa glühen, wird doch der Arbeitgeber irgendwann mal fragen, wo denn die hohen Tankkosten her kommen. Weil der Sprit wird dadurch ja nicht gratis, sondern einfach nur von wem anderen gezahlt. Wenn die Arbeitgeber bereit sind, diese Kosten zu tragen, inclusive der CO2 Abgaben (die derzeit natürlich viel zu niedrig sind), dann finde ich, sollte man da in einer liberalen Demokratie nicht eingreifen.

    Bei der Pendlerpauschale bin ich überhaupt der Meinung, dass diese abgeschafft werden sollte. Natürlich nicht ersatzlos, sondern sie sollte durch eine Klimaausgleichszahlung ersetzt werden. Wie ihr richtig erklärt habt kommt die Pendlerpauschale maßgeblich höheren Einkommen zu Gute, die das eigentlich ja gar nicht brauchen. Das kann doch nicht Ziel des Staates sein, Leuten besonders hohe Steuererleichterungen zu bieten, die ohnehin schon viel verdienen. Die Ausgleichszahlungen würden einfach alle Arbeitnehmer bekomme – egal ob viel oder wenig verdienen, oder sie eine weite Anreise haben, oder nicht. Weil ehrlich, wieso fördert man weite Anreisen (egal jetzt ob mit dem Auto, Rad oder der ÖPNV) aber das Wohnen nahe am Arbeitsplatz (meistens in der Stadt und daher teurer), das ja eigentlich am Klima schonendsten ist, nicht?

    Lieben Gruß
    Andreas

  93. Hallo Philipp, hallo Ulf,

    weil es bei euch ja auch häufig ums Thema Hasskommentare im Netz geht: ein kleiner Erfahrungsbericht aus meiner (lokal)-journalistischen Praxis. Auch wir (www.rn.de/luenen) haben damit vor allem bei Facebook häufiger zu tun. Als es unter einem Artikel besonders viele Hasskommentare gab, haben wir genau das zum Thema gemacht, die Mechaniken dahinter erklärt und mögliche Folgen skizziert: (https://www.ruhrnachrichten.de/luenen/gewaltfantasien-hass-und-rassismus-ein-facebook-post-und-seine-folgen-plus-1387603.html).

    Zwei Tage darauf hat sich von sich aus – was ich sehr löblich finde – der Staatsschutz gemeldet und nach Infos zu einem bestimmten Kommentar (“Also wenn die noch nicht ganz fertig sind würd ich mich zur Verfügung stellen, die Heizung zu installieren! Ups da hab ich doch glatt aus versehen n paar Löcher in die gasleitung gemacht. . Sorry. . ; -)“ gefragt.

    Die Staatsanwaltschaft hat diesen Fall dann zur Anklage gebracht, das Urteil in erster Instanz ist letzte Woche gefallen: 6 Monate ohne Bewährung gegen den 42-jährigen Urheber – wegen Volksverhetzung: https://www.ruhrnachrichten.de/luenen/fluechtlinge-vergasen-42-jaehriger-soll-fuer-facebook-post-unter-rn-artikel-ins-gefaengnis-plus-1454196.html

    Vielleicht auch als kleiner Nachtrag zur letzten Lage und zum Künast-Urteil – auch wenn es hier um Volksverhetzung und nicht um Beleidigung ging. Aber auch das war bei euch ja schon verschiedentlich Thema ;)

    Beste Grüße!

  94. Zum Nutri-Score:

    In der Sendung “Das war der Tag” von Deutschlandfunk am 30.09. wurde im Rahmen eines Interviews gesagt, dass eine verpflichtende Maßnahme für den Nutri-Score nur auf EU-Ebene geregelt werden kann. Habe dieses Argument ausschließlich dort gelesen, da ja sonst Frau Klöckner in der Pflicht gesehen wird die Verpflichtung einzuführen. Deswegen die Frage – ist die EU tatsächlich zuständig oder kann auch Frau Klöckner für eine Verpflichtung sorgen?

    Grüße

  95. Zum Thema Dienstwagen.
    1. Neben dem 1% auf den Listenpreis ist zusätzlich noch der Geldwerte Vorteil bei der Nutzung des Autos für Fahrten zum Arbeitsplatz zu versteuern, bspw. für jeden Entfernungskilometer der einfachen Strecke um 0,03 Prozent des Listenpreises.(das begünstigt leider, dass sich der Wagen dann relativ eher lohnt wenn man dicht am Arbeitsplatz wohnt und diesen letztlich doch nur privat nutzt)
    2. Ihr habt das 800 EUR Beispiel gebracht mit der Berechnung von % auf den Listenpreis und verglichen mit dem vermeintlich günstigeren Privatkauf. Hierbei ist och zu berücksichtigen, dass man bei Privatkauf sämtliche Rabatte / Leasing Angebote auf den Listenpreis nutzen kann (so kommen schnell Rabatte von 20% und mehr zustande) und nicht 100% des Listenpreises zahlen muss, auf den die 1% Regel angewendet wird.
    3. Bei den meisten Firmenwagenflotten gibt es inzwischen klare Regelungen/Grenzen in Bezug auf die c02 Emission der nutzbaren Autos – so wird zumindest eingedämmt, dass alle nur grosse SUVs fahren. Die Grenzen bei der Anschaffung der Flotten derzeit liegen m.E. meistens so bei 120-130g co2/km (gibt je nach Unternehmen und leider auch Hierarchie Position Ausnahmen, bspw. Angestellter 120g – Vorstand 190g. Insgesamt scheint mit der Trend aber klar Richtung Downsizing zu gehen was ich sehr begrüße

    Noch ein Punkt zu dem SUV Thema vor ein paar Folgen: Ich war sehr überrascht dass ihr SUV quasi stigmatisiert habt und zur (ich überzeichne es) „Verfolgung“/„Ansprache“ aufgerufen habt – obgleich ihr zumindest einer von Euch das wieder relativiert hat. Das war bislang nicht euer eher objektiv beschreibender Stil.
    Ich selbst habe einen 9 Jahre alten SUV – würde ich diesen im Vgl zur Entscheidung in 2011 heute noch mal kaufen? Nein, würde ich nicht, aber ich halte es auch nicht für ökologisch sinnvoll wenn ich diesen verkaufe (und der in bspw. In Rumänien immer noch c02 ausstösst) und ich dafür einen neuen Wagen kaufe der ja auch erst produziert werden muss und dabei Rohstoffe verbraucht. Auch eine Verschrottung scheint mir nicht geboten – warum soll man ein technisches Produkt wegwerfen und die Umwelt mit dem sinnlosen Abfall belasten, wenn es noch funktioniert? Ich glaube trotzdem, dass wir nicht darum hin kommen, dass es zu einem Umdenken kommt und diese Wagenklasse einfach weniger ge-/verkauft wird – mit dem Phasing Out der aktuellen bestehenden Generation auf den Strassen werden wir wohl leben müssen – aber bei allem anderen (bspw. Gezanke um die Dauer des Weiterbetriebs der Braunkohlekraftwerke, massiver Energieverbrauch für Serverkapazitöten bei Google/Youtube etc und die ganze Bitcoin Schürferei) wäre diese SUV Phasing Out Phase zu verkraften.
    Viel wichtiger wäre doch, dass die Auto Hersteller nicht noch mehr diese Art von Autos verkaufen – sondern auch dort ein Shift passiert.

    • Zu dem Thema SUV zwei Ideen:
      1) Wenn Sie jemand darauf anspricht, warum Sie so einen fahren, können Sie ihm ja genau das erklären. Damals hielten Sie es für eine gute Idee, jetzt würden Sie es nicht mehr machen. Dagegen kann ja eigentlich niemand was sagen.
      2) Wenn Sie das Teil verkaufen und der nach Rumänien geht, dann ersetzt der dort ein Auto, das noch umweltschädlicher ist. Es ist also gesamt gesehen schon für das Klima besser, wenn Sie sich ein neues umweltfreundliches Auto kaufen (das sich der Rumäne vielleicht nicht leisten kann) und der immer noch sauberere SUV einen uraltdiesel in Rumänien ersetzt. Verschrotten eines funktionstüchtigen Wagens (oder was das anbelangt fast jeden anderen Geräts) ist natürlich ein Blödsinn.

      Ich glaube es geht auch nicht um SUV oder nicht. Die sind gerade wegen dem Unfall besonders in die Öffentlichkeit gerückt. Es geht um unvernünftig hoch motorisierte Autos, oder solche die eben besonders groß sind und damit viel Platz in der Stadt brauchen. Ob das jetzt ein ein GLE oder eine S-Klasse ist, iist doch vollkommen egal.

  96. Zu euren Steuerthemen:

    Alles bekannt und wie ihr selbst sagt uralt. Wenn ihr sowas aufgreift, versucht doch Zahlen zu finden, wie stark sich die Fehlanreize auswirken. Am Anfang habt ihr von 40 Mrd. Subventionen gegen den Klimaschutz gesprochen. Wo fließen die hin?

    Deutschland ist ein Autostaat, die bestehenden Regelungen dürfen niemand ernsthaft wundern.

    Wenn es schon schwer ist einen Nutriscore verpflichtend einzuführen…

  97. Kurzer Einwurf zum Thema „Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren in einigen Jahren verbieten“ (wenn auch mit Ausnahmen): ich arbeite selbst in der Entwicklung von Serien-E-Fahrzeugen und kann sagen, der Druck auf die Abteilungen, hier zu liefern, ist immens. Aus meiner Sicht wird der Wandel hin zu alternativen Antrieben nicht dadurch schneller und reibungsloser passieren, dass man ein (immer noch) profitables Geschäftsmodell einfach verbietet, welches momentan die E-Mobilitätsentwicklung finanziert. Der Druck muss vom Kaufverhalten der Kunden kommen (welche immer höhere Spritpreise zahlen müssen). Verbote für Verbrenner machen eher Städten Sinn, wo E-Fahrzeuge ihre Effizienzvorteile und Schadstofffreiheit voll ausspielen können.

  98. Zum Thema Firmenwagen:

    Einfache Lösung:
    1. Tempolimit
    2. CO2 Limit (Deckelung kann ich raus verhandeln)

    Grüße

    Noob

    (disclaimer: habe Firmenwagen mit Flatrate Tankkarte und 265PS)

    • Noch einfacher: Kein Tempolimit nur für Elektrofahrzeuge!
      Dann gibt es in drei Jahren nur noch elektrische Dienstwagen! :-)

  99. Ich bin momentan so dermaßen frustriert über das Klimapaket, aber auch über die “Not in my Backyard“ Attitüde der Zivilgesellschaft, wenn es zum Beispiel um die Akzeptanz einer CO2 Steuer geht. Der Ton gegenüber FFF hat sich nach dem 20.9. nach meinem Eindruck auch deutlich geändert. Die jungen Menschen bekommen nun in den sozialen Medien ganz schön was ab, von dem Teil der Bevölkerung, die befürchtet, die Regierung könnte jetzt tatsächlich mal Klimaschutz betreiben.
    Dementsprechend habe ich die aktuelle Folge grad dankbar als Stimme der Vernunft wahrgenommen. Sind ja doch nicht alle Erwachsenen verrückt geworden…

    • Ja, das habe ich auch so empfunden nach dem Hören der Lage. Zum Glück gibt es auch noch viele Menschen, die vernünftig sind! Es ist manchmal echt schlimm, was man sich von Menschen anhören muss, für die die Welt zusammenbricht, nur weil das Benzin jetzt 3 Cent teurer wird. Echt traurig :(

  100. Kurze Frage zum Nutri-Score: Wenn die Kennzeichnung der Produkte nur auf freiwilliger Basis erfolgen soll, wo genau ist da dann der Durchbruch? Hätten die Hersteller das nicht ohnehin schon auf ihre Produkte schreiben können?

    Ansonsten vielen Dank für den guten Podcast :)

    • Gute Frage, das hätten wir erwähnen sollen: Ich sehe den Vorteil dieser Entscheidung darin, dass die Ministerin nun offenbar die Idee aufgegeben hat, dem NutriScore mit einer weniger informativen Kennzeichnung für Lebensmittel Konkurrenz zu machen.

  101. Zum Thema Downloadprobleme: Mir ist aufgefallen, dass nur die Server unter http://www.kuechenstud.io mit der Last zu kämpfen haben. Sobald von dort der Redirect auf cdn.kuechenstud.io kommt rennt der Download mit voller Geschwindigkeit (hier 100 Mbit/s).
    Vielleicht hilft das!

    • Danke André, ja, das ist bekannt … wir haben extra schon Feeds und Medien auf eigene Server ausgelagert, um das WordPress zu entlasten, aber jeder Download muss trotzdem noch durch WP „durch“, damit wir die Downloads zählen können.

      Wir testen nun gerade separate Statistik-Tools, sodass sich das Problem in Kürze erledigt haben sollte.

      • Vorschlag, da die Spitzennachfrage ja wohl nur der jeweils aktuellen Episode gelten dürfte: Einfach separate Server für aktuelle und alte Episoden verwenden. Die Downloadzahl ist auf den Servern für die aktuelle Episode dann der Traffic geteilt durch die Dateigröße. Die Downloadzählung für ältere Episoden scheint ja nicht der Flaschenhals zu sein.

        • Dafür ist WordPress bzw Podlove leider nicht ausgelegt … sorry, aber die offensichtlichen Lösungen haben wir natürlich auch schon bedacht ;)

        • Hallo zusammen,

          Ich glaube bei der Berechnung der Dienstwagenkosten ist ein Fehler in der Annahme unterlaufen. Eure Aussage war, der geldwerte Vorteil von 400€ (1% des Listenpreis) stehe 800€ “Zins und Tilgung” beim Privaterwerb gegenüber. In letzterem Fall erwerbe ich aber Eigentum am Wagen was ich bei einem Dienstwagen nicht tue. Das heißt es müssten entweder die Leasingkosten verwendet werden oder der Wiederverkaufswert des Wagens gegengerechnet werden.

          Beste Grüße und vielen Dank für den tollen wöchentlichen Podcast!

    • Wäre es denn so schlimm, wenn einige Leute (die ja kein +-Abo haben) länger auf ihren Download warten müssten? (Würde die Auslastung des Servers mehr über die Woche verteilen.)