LdN158 Klimapaket, Saudi Arabien, Künast-Urteil, PSD2-Idee

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  • #12/19 (Deutscher Richterbund (DRB))
  • Hausmitteilungen

    Bildnachweise

    Klimapaket: Stefan Rahmstorf
    Saudi Arabien: https://www.openstreetmap.de/karte.html
    Renate Künast: Die Grünen Bundestagsfraktion

    261 Kommentare

    1. Das Problem des “Exports” von Ästhetik-Einbußen z.B. bei der Windkraft lässt sich recht einfach lösen. Wenn Bayern die 10H-Auflage macht, dass Windkraftanlagen den zehnfachen Abstand ihrer Höhe zur nächsten Siedlung einhalten müssen (was übrigens auch die Gemeinden einschränkt bei der späteren Bebauung näher an bestehenden Anlagen heran), dann führt Thüringen eben gleiches für Stromtrassen ein. Zehnfache Höhe der Masten als Abstand zur Siedlung und dieser Drops ist gelutscht. Denn wenn man sich die Planung so anschaut, dann bleibt da nicht viel übrig vom SuedLink bei Masthöhen von 50-100 m und Abständen von 500-1000 m – vor allem weil das ja eine durchgehende Trasse sein muss im Gegensatz zu einer mehr oder weiniger punktuellen Windkraftanlage.

    2. Hallo,
      und vielen Dank für euren Podcast, den ich schon lang und jedes Mal mit viel Gewinn höre – beim letzten Mal mit besonderem Interesse wegen des Klimapaketes. Danke für eure pointierte Einschätzung dazu, dass es nicht um Belohnung von Vermeidung, sondern um Bestrafung von Belastung gehen muss. Ein Feedback bzw. Anregung dazu, die ihr vielleicht in irgendeiner Form im Podcast aufgreifen könnt, wenn möglich:
      Hier in den Kommentaren wurde bereits das Thema “Leute mit laufendem Motor ansprechen” erwähnt. Ich gehöre zu den Leuten, die das machen (nicht den Motor laufen lassen, sondern es bei anderen ansprechen) – gegen einen starken inneren Widerstand, weil ich nicht diese Rolle (moralischer Zeigefinger) nicht mag und die Konflikte, die daraus häufig entstehen, mich oft fertigmachen. Trotzdem kann ich es umso weniger lassen, je mehr das Thema uns alle beschäftigt.
      Das ist ein konkreter Fall von tausenden möglichen Einzelfällen, bei denen ich mich immer wieder Folgendes frage: Das Thema “Spaltung” in der Gesellschaft manifestiert sich auch immer stärker in solchen Situationen; und oft ist die ökologische an die soziale Situation gekoppelt. Wo läuft das hin? Was bedeutet all das für den ohnehin wackligen sozialen Frieden – und da spielt auch das Thema finanzieller gesellschaftlicher Klimafolgekosten, das ihr ebenfalls angesprochen habt, mit hinein? Und warum beurteilen selbst Journalisten, mit denen ich mich bisher im Konsens gewähnt habe, den Klima-Aktivismus als Alarmismus oder Hysterie? Es ist meiner Meinung nach zu spät, um dem Thema in irgendeinem Modus als dem Modus absoluter Dringlichkeit zu begegegnen – wer das nicht sieht, will aktiv nicht hinsehen, und gleichzeitig wird gerade durch den Abwehrreflex dagegen so viel gesellschaftliche Spaltung erzeugt.
      Was ich sagen will: Die Fragen, die mich umtreiben, sind letztlich die “Meta”-Fragen dieses Themenkomplexes und zielen auf die Frage ab, in welchem Modus wir als Gesellschaft diese unvergleichliche Herausforderung angehen können, ohne in moralische Mahner vs. hassende Verweigerer zu zerfallen. Die Frage ist natürlich viel zu groß für eine klärende Antwort, aber vielleicht gibt es Ideen, wie man Facetten davon im Podcast aufgreifen könnte?!
      Danke!

    3. Hallo ihr zwei, ich fand euren Beitrag zum NPD Mann in Hessen toll! Hab laut gelacht bei dem Kommentar, dass man Menschen solcher Gesinnung höchstens Rasen mähen lassen sollte. :D
      Immer wieder toll, eure Sendungen. weiter so! Gruß Ina
      P.S. Mit der Kommentarfunktion hier müsst ihr unbedingt was machen. Leider sehr unübersichtlich…

    4. Wow, so viele Kommentare. Da komme ich leider nicht dazu, alle durchzulesen, ob jemand anderes das gleiche schon gesagt hat. Ich fürchte, es ist bitter nötig, die irgendwie besser zu strukturieren, zumindest eine Themenzuordnung waere sehr praktisch.

      Aber zur Sache: Der OpenSouce PSD2-Proxy hat fürchte ich ein wesentliches Problem: Die Haftungsfrage. Wie leicht kann es passieren, dass in der Durchleitungssoftware irgendein Bug oder eine Sicherheitslücke ist und dann Geld oder geheim zu haltenden Daten abhanden kommen. Und dann wuerde man natürlich den verantwortlichen Proxy zur Rechenschaft ziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da mit einer “use at your own risk”-Klausel durchkäme.

    5. Hallo zusammen,

      zum Thema Klimawandel:
      Unter https://eto.dnvgl.com/2019 gibt es den sog. Energy Transition Outlook 2019.
      Ganz unten auf der Seite kommt man zum Download Centre, wo man den Bericht als PDF herunterladen kann.
      Schaut doch mal rein!

      Grüße
      Hendrik

    6. 1. Oktober 2019 um 21:53 Uhr
      Michael Hainbach

      Hallo – super Vortrag PSD2 – endlich habe ich das verstanden!! Ihr hattet einen interessanten Seitenkommentar. Ich finde leider den original Wortlaut in LdN157nicht mehr, aber es war ungefähr so: “Ein weiteres Europäisches Gesetz, das ganz überraschend über uns kam…”. Warum ist das immer so, ob Datenschutz oder das hier, das diese Gesetze immer so kurzfristig, mäßig vorbereitet und überraschend kommen, meist nicht richtig erklärt werden und daher auch “überraschender Weise” auf Unverständnis treffen – Fehlt da eine EU-Funktion?
      Viele Grüße – Michael Hainbach

      • Ich denke es fehlt leider vor allem professioneller EU-Journalismus, der in Brüssel quasi das Gras wachsen hört, also auch Themen im Blick hat, die die KOM langfristig anschiebt, und nicht nur auf die Dossiers eingeht, die schon fertig beraten sind und zur Verabschiedung anstehen. Dann ist es nämlich meistens viel zu spät.

    7. Themenvorschlag: Warum spricht im Zusammenhang mit dem Klimawandel niemand über Biomethan- oder Power2Gas-Autos? Warum wird – ziemlich einseitig – das E-Auto gefördert?

      Ich habe darüber einen Postcast von Bayern2 gehört, war völlig verblüfft und habe angefangen zu Recherchieren:

      CNG: Compressed Natural Gas
      (Ist nicht „Autogas“ (LPG = Liquefied Petroleum Gas) = Flüssiggas)

      Ein CNG-Auto hat einen Verbrennungsmotor, der mit
      – mit komprimiertem Erdgas
      – mit aufbereitetem, erneuerbarem Biomethan: Verbrennung ist CO2-neutral: Bei der Produktion wird CO2 gebunden, das bei der Verbrennung wieder frei gesetzt wird
      – mit synthetischem Methan, das mittels PowerToGas-Technologie aus erneuerbarem Strom hergestellt wird: Überschüssiger Wind- bzw. Solarstrom wird durch Elektrolyse unter Zuführung von CO2 methanisiert und ins Erdgasnetz eingespeist, welches dann als riesiger unendlicher Speicher dient)
      betrieben werden kann. Die Motoren arbeiten genauso wie herkömmliche Ottomotoren. Anstatt eines Benzin-Luft-Gemisches wird ein aufbereitetes Erdgas-Luftgemisch in den Zylindern verbrannt.

      Niedrigere Kraftstoffkosten: Gegenüber einem Benzinfahrzeug können Sie bis zu 50 % Ihrer Treibstoffkosten sparen, gegenüber einem Dieselfahrzeug bis zu 30 %
      – Effizienter: Erdgas hat eine um 20% höhere Energiedicht als aus Öl gewonnene Treibstoffe. Die Erdgasmotoren in den aktuellen SerienErdga-CNG-Fahrzeugen bieten durch Optimierung der Technologie, Motorenabstimmung und die hohe Oktanzahl (130) eine Leistungssteigerung gegenüber anderen Verbrennungsmotoren.
      – Treibstoff ist vergleichsweise günstiger
      – Steuerbegünstigung (bis Ende 2025, Abbau ab 2024) für Kraftstoff und Kfz-Steuer

      20% geringere CO2-Emission wg. höherer Effizienz und geringerem Kohlenstoffanteil von Erdgas. Erfüllen daher die höchste, d.h. Euro6d-temp-Norm.
      Wenn PowerToGas: erneuerbar (s.o.)
      Wenn Biomeethangas *CO2-Neutral* (s.o.) und erneuerbar.

      Bis zu 95% weniger Schadstoffausstoß. CNG-Fahrzeuge haben ein geringeres Ozon- und Smog-Potenzial, stoßen keine Rußpartikel, bedeutend weniger Stickoxide und keinen Schwefel aus und bei der Betankung entstehen keine Emissionen.

      Die “weichere” Verbrennung von Methan vermindert das Motorengeräusch deutlich.

      In der Anschaffung etwas zwischen Benziner und Dieselfahrzeugen eingepreist. Auf Grund der günstigen Kraftstoffkosten und der günstigen KfZ-Steuer amortisiert sich die Anschaffung eines CNG-Fahrzeugs bei großen Fahrtstrecken und einer Kilometerleistung ab ca. 12.000 km.

      Zudem gibt es verschiedene Förderprogramme für die Anschaffung: Durch Energieversorger und Fördermittel/Förderungen von Kredite der Deutschen Ausgleichsbank (DtA).

      Zur Zeit werden neue PKW-Serienfahrzeuge von den Herstellern Audi, Fiat, Seat, Skoda und Volkswagen angeboten. Die Auswahl wird erfreulicherweise immer größer. Hier finden Sie alle kommenden neue CNG-Modelle, welche Fahrzeugmodelle zukünftig auf unseren Straße fahren werden. Gebrauchte Serien-Erdgasfahrzeuge gibt es von Citroen, Ford, Mercedes, Opel und Volvo. Auch Sonderfahrzeuge wie Busse und leichte Nutzfahrzeuge werden angeboten.

      Inzwischen haben sich am Markt sogenannte Monovalent/plus-Fahrzeuge etabliert, die mit einem Benzinnottank unter 15 Litern ausgestattet sind.

      Etwas geringere Reichweite, weniger Tankstellen (ca 850 bundesweit, brauchen einen Anschlss ans unterirdische Leitungsnetz) machen bei Langstrecken eine genauere Planung erforderlich.

      Quelle: https://www.gibgas.de/Blickpunkt/FAQs

      • Bei Power2Gas und Power2Liquid ist der wirkungsgrad das große Problem. Bei der Umwandlung von elektrischer in chemische Energie und der darauffolgenden Umwandlung in mechanische Energie im Motor geht ein großteil der Energie verloren, bzw der Wirkungsgrad liegt maximal mal 40 prozent. Das hat zu folge das wenn die gesamte Autoflotte über eine solche Technik betrieben wird, wir doppelt so viel Energie durch Erneuerbare erzeugen müssen, wie bei der vollelektrischen Variante. Als Zusatztechnologie um Stromeinspeisespitzen abzufangen, bzw in Zukunft vielleicht auch als Langzeitspeicher um Dunkelflauten auszugleichen ist Power2X aber ein wichtiger Baustein in der CO2 reduzierung im Energiesektor.

        • Der Wirkungsgrad ist doch überhaupt kein (Killer-) Argument: Wegen der Asynchonizität von Erzeugungs- und Verbrauchszeiten kann Grünstrom doch oft ohnehin nicht abgerufen werden und “verfällt”.
          Und das Gespenst “geringer Wirkungsgrad” könnte nur dann schrecken, wenn Grünstrom einen CO2-Abdruck hinterließe.

    8. Hallo,
      ich glaube mit der Erhöhung der Pendlerpauschale geht es darum den Preisanstieg für den (meist notwendigen) Weg zur Arbeit nicht mehr zu belasten, aber die zusätzlichen (ung ggf. unnötigen) Fahrten (200km+ zum shoppen in ein Outlet oder mal für einen Tag aus NRW ans Meer) trotzdem teurer zu machen.
      Allerdings glaube ich, dass ein CO2 Preis auf Benzin/Diesel hier leider nicht viel bringen wird, da heutzutage ein Großteil der viel genutzten PKW (meiner Meinung nach) Firmenwagen sind und da meist die Spritkosten mit übernommen werden. In meinem Bekanntenkreis haben mehr als die Hälfte einen Firmenwagen zur Verfügung und denen ist es völlig egal was Benzin kostet und da werden sehr oft solche ‘Vergnügungsfahrten’ unternommen.

      • Absolut richtig erkannt,die Firmenwagen-Regelung gehört seit Jahren auf den Prüfstand. Ich kenne eine Menge Leute in meinem Umfeld, die einen Firmenwagen haben. Die wenigsten brauchen den Wagen für ihre Arbeit. Leider muss man hier auch wieder Frage: Wem nutzt es?

      • auch der Weg zur Arbeit wird belastet und CO2-sparsamere Beförderungsmittel bevorzugt …. nur dass es einen Ausgleich gibt, heisst ja nicht dass der Benzinantrieb nicht doch an Attraktivität verliert. Man darf hier nicht den Fehler machen und polemisch gegen die Grundidee des Klimapakets schießen … ich finde es in der Sache besser als zu erwarten war, nur die Zahlen sind mir etwas zu gering, aber die Grundidee ist gut

        • Ja das ist richtig, die Grundidee…

          Kilometer Pauschale reformieren ist richtig, nur das Detail, dass man statt die zu erhöhen lieber Bus und Bahn gleichstellen oder bevorzugen hätte sollen, ist halt blöd gelaufen. Aber Grundidee ist richtig.

          Und Co2 Zertifikate ist ebenfalls richtig. Blöd, dass es homöopathische Dosen in ferner Zukunft sind, statt irgendwas, das echten lenkungscharakter entwickelt. Aber die Idee ist gut.

          • Ja das ist richtig, die Grundidee…

            Kilometer Pauschale reformieren ist richtig, nur das Detail, dass man statt die zu erhöhen lieber Bus und Bahn gleichstellen oder bevorzugen hätte sollen, ist halt blöd gelaufen. Aber Grundidee ist richtig.

            Und Co2 Zertifikate ist ebenfalls richtig. Blöd, dass es homöopathische Dosen in ferner Zukunft sind, statt irgendwas, das echten lenkungscharakter entwickelt. Aber die Idee ist gut.

    9. 30. September 2019 um 21:11 Uhr
      Paulinus Otterstedt

      Hallo,

      ich wünsche mir, dass ihr folgende Idee mal ausführlich beleuchtet:

      Klimaschutz in das Grundgesetz.

      1. Kleister gemeinsamer Nenner ist vorhanden (wir müssen etwas tun)
      2. Man könnte den Klimaschutz einklagen und Klimaschädliche Gesetze kippen. (So ging es auch mit der Gleichberechtigung voran, ohne das Frauen mehrheitlich im Bundestag vertreten sein mussten.)
      3. Scheinheilige versprechen wären schneller entlarvt. Richter orientieren sich doch eher an der Wissenschaft?
      4. Ein Urteil vom Bundesverfassungsgericht hat hohe gesellschaftliche Wirkungskraft und schafft Konsens.

      Ich bin mir bewusst, dass das ein langwieriger Prozess ist. Aber man sollte das Ende im Kopf haben, wenn man etwas beginnt. Wieso spricht darüber kaum jemand? Hab ich da etwas an unserem politischen Möglichkeiten missverstanden?
      Die 2/3 Mehrheit in Bundestag und Rat könnte sich doch wohl auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen?

      Ich wünsche da würden mehr drüber reden, ich glaube aber es wird einfach vergessen… Wie steht ihr dazu?

      LG, euer treuer Hörer Paulinus

      • Das finde ich einen sehr wichtigen Hinweis! Wie könnten wir die Bundesregierung zwingen, mehr für den Klimaschutz zu tun? Es gibt ja bereits einige Klagen von verschiedenen NGOs und Einzelpersonen weltweit. Könnt ihr dazu mal einen Beitrag machen?

    10. Eher unabhängig zu den aktuell geplanten Anpassungen zur Pendlerpauschale möchte ich hier Punkte aufführen, die mir bisher zu kurz gekommen sind. Bzw. Kurz angesprochene Punkte mit Zahlen unterfüttern.

      In vielen Behandlungen des Themas sehe ich:
      Ich 2 Argumentationsstränge, komisch vermischt werden: Gerechtigkeit und Ökonomie. Beide Themen sind wichtig, jedoch werden beide bei der Pendlerpauschale nicht konsequent zu Ende geführt.
      Zur (gesamtgesellschaftlichen) Ökonomie: Wenn ich pendle, dann schadet mir und meiner Familie das. Pendeln erzeugt Stress, die Leute sind öfter krank. Ich habe weniger Zeit, mich gesellschaftlich zu engagieren. Das ist in volkswirtschaftlichen Betrachtung nich eingepreist. Meiner Meinung nach kann man Pendeln mit Rauchen vergleichen: Schädlich für den, ders macht. Kann er machen, wenn er will. Muss ich aber nicht fördern.
      Zur Gerechtigkeit:
      Es soll ja darum gehen, dass die Leute da wohin bleiben können wo sie sind und arbeiten können. Nehmen wir einmal kurz an, dass ich das fördern möchte. Wie werden dann die gefördert, die aus der Stadt kommen und sich ihre Miete nicht mehr leiten können? Was ist mit den Leuten (und ich kenne einige) die weit weg von ihrer Arbeit ziehen und dann Pendlerpauschale beziehen? Kann ich nicht auch fördern, dass jemand näher zu seiner Arbeit zieht? Dass er eine andre Arbeit annimmt? Jetzt kommt als Gegenargument bestimmt: „Das soll ja die fördern, bei denen all das nicht geht.“Dazu sage ich: Es wäre schön, wenn wir genau die damit fördern würde. Tatsächlich fördert man eher reiche Leute. Siehe den auch aus anderen Gründen empfehlenswerten Artikel http://www.foes.de/pdf/2016-10-Themenpapier-Entfernungspauschale.pdf . Auf Seite 2 gibt es eine Aufstellung nach Einkommen und Pendeldistanz. Wenn man jetzt noch dazu nimmt, das die Pendlerpauschale die Gesellschaft umso mehr kostet, umso mehr zu Besteuernde verdient, sehen wir: Der meiste Teil geht für reiche(re) Leute drauf. Genau die, die sich meiner Meinung nach höher Kosten leiten könnten und / oder auch größeren Einfluss auf Arbeit- und Wohnort haben. Bei denen man eine Lenkungswirkung erzielen will.
      Und das ist insgesamt viel Geld: Das Umweltbundesamt listet die Pendlerpauschale in ihrer Liste der klimaschädlichen Subventionen mit 5,1 Milliarden € (https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/wirtschaft-umwelt/umweltschaedliche-subventionen#textpart-3). Und da ist die Belastung des Klimas noch nicht mit eingerechnet.

      Der Artikel (http://www.foes.de/pdf/2016-10-Themenpapier-Entfernungspauschale.pdf) beschäftigt sich auf Seite 2 mit der Frage, ob Arbeitswege privat oder beruflich veranlasst sind. Der Abschnitt klingt nach eine Fragestellung, die auch juristisch sehr interessant sein könnte.

      Zudem werden am Schluss Alternativen vorgeschlagen.

      Ich möchte noch einen weitern Punkt anbringen, den ich ungerecht finde: Wer pendelt, übersteigt sehr bald die Werbungskostenpauschale. D.h. weitere anfallende Kosten können dann sofort steuerlich geltend gemacht werden. Wenn ich einen nahen Arbeitsweg habe, schone ich die Umwelt, meine Gesundheit und zahle vielleicht eine höhere Miete. Mit der Entfernungspauschale komme ich aber vielleicht auf 600 € Werbungskosten und kann dann erst einmal weitere 400 € Kosten selbst tragen, bevor ich sie absetzen kann. Grundsätzlich ist das das Prinzip einer Pauschale, dass man manchmal auch drunter bleibt. Dennoch muss man überlegen, welche Kandidaten man in den Topf einer Abrechnung reinlässt, bei der es auch eine Pauschale gibt. Wenn eine Art Kosten die Pauschale komplett sprengt, ist aus meiner Sicht der Sinn verfehlt. Dann bräuchte man eine Aufteilung in 2 Töpfe.

      Das alles ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Pendlerpauschale in ihrer großen Mehrzahl eben nicht den sozialen Grenzfällen nützt sondern Leute profitieren, die eine Wahl und Geld haben.

      Ich halte die Pendlerpauschale für Geldverschwendung, die die falschen Leute fördert. In ihrem Ziel, Arbeit möglich zu machen fördert sie viel zu punktuell einseitig.

      VG und vielen Dank fürs Lesen

    11. Guten Tag, ich möchte gerne einen Vorschlag zu einem Alternativ-Thema zur SUV-Diskussion machen.

      Meiner Meinung nach soll das ja ein Beispiel sein, Leute drauf aufmerksam zu machen, dass sie vollkommen unnötigerweise sehr (Umwelt-)schädlich sind.

      Ich schlage ein Alternativthema vor: Leute ansprechen, die ihren Motor unnötigerweise laufen lassen. 1. Ist das eine Ordnungswidrigkeit (https://www.bussgeldkatalog.org/motor-laufen-lassen/)
      In Österreich z.B. viel teurer (normalerweise 75-150€, max: 5000€, siehe https://www.oeamtc.at/news/motor-im-stillstand-warmlaufen-lassen-22531357)
      2. Bringt es nix. Normalerweise eh nix und im Winter kaum was und kann dem Motor schaden (https://www.adac.de/verkehr/verkehrsvorschriften-verkehrssicherheit/sicher-unterwegs-wetter/motor-warmlaufen-lassen/).

      Alles in allem: Ein Paradebeispiel für: Jemand schadet Umwelt und Klima, könnte das schnell ändern und verliert eigentlich nichts.

      Probiert mal hier die Leute anzusprechen und berichtet von euren Erfahrungen.

      VG

      • Hallo VG,
        Ich spreche regelmäßig Menschen an, die vorm Bäcker, auf dem Supermarkt-Parkplatz etc ihr Auto laufen lassen. Anstatt des mahnenden Zeigefingers nutze ich aber einen Witz, oder stelle mich als Frau dumm, mit Fragen wie „Oh, ist bei dem schicken Auto die Batterie kaputt, dass Sie den Motor laufen lassen müssen?!? 😜“.
        Dieser Peinlichkeit will sich niemand nochmal aussetzen und macht zukünftig den Motor aus – Ziel erreicht!
        Es sind übrigens selten die alten Klapperkisten, wo der Motor durch laufen muss – eh die unnötig/repräsentativ großen Schlitten…

    12. Hallo,

      zum Thema Klimapaket habe ich noch folgende Anmerkung: Es geht ja darum, dass innerhalb kurzer Zeit politisch viele Veränderungen umgesetzt werden müssten. Dabei spielen psychologische Aspekte eine große Rolle. Themen, die unsere Existenz bedrohen, lösen unwillkürlich Ängste aus und diese wiederum rufen archaische Mechanismen auf den Plan, die bei der Umsetzung der eigentlich recht klar auf der Hand liegenden Maßnahmen im Wege stehen.

      Hier möchte ich folgenden Artikel von Fabian Chmielewski aus dem Psychotherapeutenmagazin zum Lesen empfehlen ( S e i t e 2 3 in
      https://www.psychotherapeutenjournal.de/ptk/web.nsf/gfx/34214745651DB85CC12584740025AACC/$file/PTJ_2019-3_online.pdf). Auch die http://www.psychologistsforfuture.org/de/ beschäftigen sich mit den psychologischen Implikationen der Klimaproblematik.

      N. Winkler

      • Vielen Dank für deine Lese-Empfehlung! Ich finde die Psychologie in dieser gesamten Dynamik auch ernorm wichtig!!!

    13. Hey Philip und Ulf,
      mich würde freuen, wenn ihr in der nächsten Folge auf die Sicherheitslücke eingehen würdet, die – wie nun bekannt wurde – bei Millionen von Apple-Geräten besteht und sich wohl nicht schließen lässt. Was würdet ihr raten, wie damit umzugehen ist? Und welche Ansprüche habe ich nun als Kunde?
      Hier der passende Link: https://sz.de/1.4622223
      Liebe Grüße!

      • So wie ich das verstanden habe ist das nur bedingt ein Problem. Die Lücke kann nicht remote ausgenutzt werden, d.h. der Angreifer muß das Gerät in der Hand haben – was z.B. nach einem Diebstahl oder bei einer Grenzkontrolle der Fall wäre. Und eventuell aufgespielte Schadsoftware übersteht den nächsten Neustart nicht. Um den Schockwellenreiter zu zitieren:

        Es hängt also vom Sicherheitsbedürfnis und der Paranoia des jeweiligen Nutzers ab, ob er sein altes Gerät auf den Müll wirft und sich ein neues zulegt. Wer sich im Visier der Geheimdienste wähnt … täte gut daran. Alle anderen Nutzer können sich meiner Meinung jedoch entspannt zurücklehnen.

        http://blog.schockwellenreiter.de/2019/09/2019093001.html

      • Die Sicherheitslücke braucht physischen Zugriff auf das Gerät. Und sie lässt sich nicht mit einem Software-Update beheben,weil der Fehler in der Hardware verankert ist. Es gibt also 2 Lösungen:

        1. Das Risiko akzeptieren und darauf achten, wer Hand an mein iPhone legt. Das ist für einige Leute schwierig, besonders die, die oft ins Ausland reisen. Das Bedrohungs-Szenario ist hier dann staatliche Überwachung. Trift vermutlich recht wenige.

        2. Ein neues Gerät kaufen.

        • Es kommt noch dazu, dass der Exploit per Design nicht persistent sein kann – d.h. ich muss den Exploit bei jedem Neustart erneut anwenden, sonst startet das System normal und die Signaturkette ist wieder intakt.

    14. Hallo,

      der Iran ist sicherlich kein Unschuldslamm, aber den Kommentar von Herrn Sons empfand ich als tendenziell eine Seite „bevorzugend“.
      Yemenkriegausmaße und Angriffe SAs auf zivile Ziele, die ein Motiv für Vergeltungsschläge der Houthis sein könnten, fast gar nicht erwähnt.
      Die Entsendung eines mehrköpfigen Killerkommandos mit Knochesäge um den „Unruhestifter“ Kashoggi in der türkischen SA Botschaft zu zerstückeln in 1 Satz beiläufig heruntergespielt.

      Würde mich mal interessieren, wie Herr Sons reagieren würde, wenn er z.B. eine Krankenversicherung abschließt, alle Auflagen einhält und dann wechselt das Management der Versicherung und teilt im mit:“Sorry, bist nicht mehr bei uns versichert. Außerdem darfst du Strafzahlungen löhnen. Und an alle anderen Versicherer: Wer den versichert kriegt es mit uns zu tun.“ Wenn er sich dann bei der Hotline beschwert, ist er eindeutig der Aggressor.

      Geschehnisse sollten im Kontext betrachtet werden und nicht wichtige Vorgeschichten weggelassen werden, besonders wenn die Rückkehr der USA zum Nuklearabkommen und die Rücknahme der Sanktionen die Lage sehr deeskalieren würde.

    15. Hallo,
      erst einmal ein großes Lob bzgl. der wöchentlichen Aufarbeitung interessanter Themen. Bin ein großer Fan dieses Podcasts.
      Ich wollte an dieser Stelle nur einmal noch ein paar Punkte bzgl. der steuerlichen Ausführungen anmerken, da die sehr lobenden Worte für die Entfernungspauschale für jegliche Verkehrsmittel meiner Meinung nach ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Lage darstellen:
      Ja es ist tatsächlich so, dass die Entfernungspauschale unabhängig vom tatsächlich genutzten Verkehrsmittel gewährt wird. §9 Abs. 1 S. 3 Nr. 4 S. 2 ff. begrenzt aber genau den Abzug von umweltfreundlichen Alternativen wie z. B. Bahnfahrten auf 4.500 € und erlaubt dagegen groteskerweise z. B. für PKW und insbesondere Flüge eine höhere Abzugsmöglichkeit.
      Steuerlich relevanter ist zudem die Betrachtung der Abzugsmöglichkeit in anderen Bereichen als der Entfernungspauschale. Bin ich nämlich zum Beispiel mit meinem Privat-PKW auf Dienstreise, so kann ich die 30 Ct der Entfernungspauschale zwar pauschal zum Ansatz verwenden. Meist ist es jedoch sinnvoller die tatsächlichen Kosten zu ermitteln und dann kann ich pro km bei einem einigermaßen modernen Auto auch deutlich höhere Kosten absetzen. Es lohnt sich in diesem Fall sogar ein größeres Auto zu nehmen, wenn ich es steuerlich berücksichtigen kann, da die Hauptkosten der steuerlichen Absetzbarkeit die Aufwendung für Abnutzung betrifft, die pauschal auf z. B. 6 Jahre festgesetzt wird und ein etwaiger Verkaufspreis im privaten Bereich nicht mehr gegengerechnet wird (steuerlich der PKW aber nach 6 Jahren einen Wert von 0 besitzt). Das ist aufgrund der Progression des Steuersatzes umso interessanter je mehr ich verdiene. Und das betrifft sämtliche Bereiche in denen ich die Möglichkeit habe die tatsächlichen Kosten anzusetzen.
      Aus meiner Sicht müsste hier die Begrenzung bzgl. der 4500 Euro genau für PKW und Flüge greifen. Bzw. eigentlich müsste das Steuerrecht im Sinne einer Wohlfahrtsmaximierung komplett von steuerrechtsfernen Aspekten wie z. B. Klima- oder Sozialpolitik befreit werden und ein Einheitssteuersatz festgesetzt werden. Soziale Aspekte gehören z. B. zu den Sozialämtern und klimapolitische Aspekte sind über den Preis zu regeln, d. h. ggf. bei den Verbrauchsteuern, nicht jedoch bei den Personensteuern. Das würde das Steuerrecht massiv vereinfachen und Ungerechtigkeiten entfernen. Aber ich drifte ab…

    16. Hey,

      ich höre eueren Podcast jetzt schon seit Monaten und finde das ihr viele Themen äußerst Sachlich und neutral Kommentiert. Jedoch finde ich solltet ihr beim Thema Klimapolitik und Energiewende manchmal etwas genauer die Hintergründe der aktuellen Politik und auch Wirtschaftliche und Physikalische Fragestellungen genauer beachten. Ich empfehle euch, wenn es euer Terminplan zulässt, euch mal vom YouTuber Gert Ganteför, dieser ist Professor an der Universität Konstanz, die Videoreihe “Methoden der Energieerzeugung” anzusehen. Hier wird sehr genau erkärt was die Vor und Nachteile einzelner Energieerzeugungsmethoden sind und welche Problemstellungen auf usn zukommen

    17. In der nächsten Sendung könnte vielleicht in einem Nebensatz erwähnt werden, dass Björn Höcke nun laut gerichtsurteil des Verwaltungsgerichts Meiningen als “Faschist” bezeichnet werden darf, nachdem die Stadtverwaltung Eisenach Proteste “gegen den Faschisten Höcke” verbieten lassen wollte.

    18. Hallo liebe Lage,
      euren Beitrag zum Klimapäckchen habe ich wie immer mit regem Interesse gehört.
      Eine Anmerkung (Gemecker ;-)) und ein paar Gedanken, die ich vermisst habe:
      Anmerkung: Es gab mal wieder in einem Nebensatz am Anfang des Beitrags den Seitenhieb „Autos mit hohem CO2 Ausstoß- also SUVs“.
      Es stünde Euch besser zu Gesicht, wenn ihr einsehen würdet, dass auch viele nicht-SUV einen hohen CO2 Ausstoß haben.

      Damit auch zu dem Grundproblem, dass ich an allen bisherigen Maßnahmen zur Klimarettung sehe. Wo sind die konkreten Angebote akzeptabler, weil wirklich klimafreundlicher, Alternativen? Gerade beim Klima-Stiefkind Verkehr?
      Elektromobilität krankt nicht nur an der Braunkohle, mit der der Strom produziert wird. Die Herstellung und Entsorgung der Akkus, die Bereitstellung und Abdeckung von Strombedarfen sind auch zu nennen. Ich selber und viele, die ich kenne, kaufen keine ElektroKFZ weil die Klimabilanz einfach nicht stimmt.
      Alternativen wie (grün produzierter) Wasserstoff als Antriebskraftstoff werden von der Politik und der Automobilindustrie in die Schubladen verbannt.
      Ich. denke daher es stellt sich nie die Frage: „Sollen Anreize durch Subvention geschaffen oder CO2 Ausstoss bestraft werden“ (wie von Euch diskutiert).
      Muss die Denkweise nicht eher in Richtung: Wie schaffe ich attraktive Alternativen? gehen?

      Grüße

      • SUVs sind – wenn es sich nicht nur um einen Etikettenschwindel handelt – IMMER weniger energieeffizient, als sie bei einer flacheren Bauform sein könnten. D.h. selbst dann, wenn sie ausnahmsweise einmal insgesamt nicht viel Sprit verbrauchen, schlucken sie immer noch deutlich mehr Sprit, als nötig wäre, wenn das Auto aerodynamisch besser gebaut wäre.

        • Unbenommen!
          Aber das heißt ja nicht, dass ein „flaches Auto“ (Porsche?) automatisch CO2 effizient ist.

        • Wo liegt denn der ungeheure Unterschied zwischen
          – ” Ich esse gerne Fleisch weil es mir schmeckt … ” und
          – ” Ich fahre gerne SUV weil es Innen bequemer ist und auch noch meinem Ego guttut … ”
          B e i d e s bringt die Welt o h n e N o t dem Untergang ein Stück näher.
          Also warum diese Wadenbeißereien?

          • Das ist doch banal und auch schon mehrfach kommentiert worden: Fleischgenuss lässt sich nicht so einfach ersetzen, SUV-Fahren hingegen schon (nämlich durch ein anderes Auto).

          • … und außerdem ist das kein Argument. Selbst wenn die beiden Dinge äquivalent wären, spricht das doch keinesfalls dagegen, zumindest das eine (SUVs) auch entsprechend zu kommentieren.

          • Falsch. Seine Ernährung kann man viel schneller umstellen. Den SUV müsste man ja erstmal verkaufen und dann ein anderes Auto kaufen. Das geht nicht von heute auf morgen.

            “The four highest impact things an individual can do to tackle the planetary crisis are: have fewer children; live car-free; avoid air travel; and eat a plant-based diet. Most people are not in the process of deciding whether to have a baby. Few drivers can simply decide to stop using their cars. A sizable portion of air travel is unavoidable. But everyone will eat a meal relatively soon and can immediately participate in the reversal of climate change.”

            https://www.facebook.com/JSFoer/

        • Das stimmt so nicht. Wenn in einem SUV 4 Leute mitfahren, dann ist der SUV effizienter als ein zweisitziger Sportwagen mit flacher Bauform.

          Auch kann und wird der SUV zum Ziehen von Anhängern genutzt und erlaubt einen viel effizienteren Großeinkauf (trifft natürlich 1:1 auch auf Vans zu – die natürlich nicht direkt kritisiert werden dürfen – „Whataboutism“ und so …

          Ganz ehrlich: hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

          • Ulf hat oben den SUV nicht mit einem zweisitzigen Sportwagen verglichen, sondern logischerweise mit einem 5-sitzigen Auto kleinerer Bauform als der SUV, das versteht sich von selbst.

            Natürlich können auch große “Panzer” begründet sein: für Schwerbehinderte wie meinen Vater, für Ziehen von Anhängern, sofern man das oft(!) machen muss, oder sofern man regelmäßig auf rauem Gelände fahren muss. Das steht doch völlig außer Frage.

            Kurz gesagt: Die Größe des Autos sollte in Relation stehen zu den Gegebenheiten, die zwangsläufig ein großes Auto notwendig machen (siehe Schwerbehinderung, raues Gelände, usw.)

            In dem Podcast ging es doch einfach darum, dass JENSEITS dieser Sonderfälle (also jenseits von Fällen wie Schwerbehinderung, raues Gelände auf dem Land/Landwirtschaft usw.) ein so großer “Panzer” NICHT NÖTIG ist. 4 Leute in einem SUV sind – wie Timm sagt – natürlich effizienter als ein zweisitziger Sportwagen, aber dennoch stimmt doch völlig, worauf Ulfs Post hinauslief: 4 Leute in einem großen “Panzer”-Auto ist ineffizienter als 4 Leute in einem normal kleinen Auto.

            Das ist doch die Hauptbotschaft des letzten Podcasts – so kam es bei mir rüber! Und damit ist doch die Sache eigentlich klar. Es geht nicht um irgendwelche Sonderfälle, wo ein großes Auto aus gewissen Gründen (Behinderung usw.) berechtigt ist (dagegen sagt ja auch keiner hier etwas), sondern um den allgemeinen(!) Fall, und da ist doch wohl “normalgroß” besser als “riesig”.
            Dass es auch kleine Autos gibt, die “schmutziger” sind als andere Autos, auch das streitet doch niemand ab. Darum geht es hier aber nicht. Sondern einzig um den Vergleich “unnötig-großer Panzer” versus “normalgroßes Auto”. Und da sind wir uns doch alle einig, oder nicht?

            Somit ist doch alles klar und da gibt es doch eigentlich nichts mehr weiter hin- und herzudiskutieren bzgl. “Panzer”-Auto und normalgroßem Auto.

      • Hallo,
        nach dem Hören habe ich spaßeshalber mal nachgeschaut, was es für mich bedeuten würde, mit den Öffentlichen zur Arbeit zu fahren….
        Situation: Ich arbeite (wegen Kindern etc.) aktuell zwei Tage die Woche. Unser Wohnort ist eine Großstadt in Mittelfranken, an deren Rand wir wohnen. Meine Arbeitsstätte liegt in einer ca. 30 km entfernten Kleinstadt, dort im Stadtzentrum.
        Mit dem Auto brauche ich ca. 35 Minuten. Mit den Öffentlichen mindestens 81 Minuten. Und das zum Schnäppchenpreis von 20,30 € pro Tag.
        Ganz ehrlich, für keinen Benzinpreis der Welt würde ich freiwillig fast zwei Stunden täglich länger pendeln. Keine Chance beim aktuellen Stand des Nahverkehrsnetzes. (Umzug wäre übrigens auch keine Option, da mein Mann sonst das gleiche Problem hätte.)
        Ich möchte damit nur aufzeigen, daß ist kein Problem allein von ländlichen Räumen.
        Liebe Grüße

        • Danke für den Kommentar … ja, vielleicht wären die Milliarden im Klimapaket besser beim Ausbau des Nahverkehrs angelegt als ausgerechnet bei der Pendlerpauschale?

          • Moin,
            ich kann mich Heike anschließen. Wohne im Großraum Rhein-Neckar, darf aber ans andere Ende fahren, habe 3 Autobahnen zur Verfügung – 45km einfache Strecke, dauert je nach Verkehr zwischen 35-45 Minuten. Mit den Öffis (und ich besitze ein Studi Ticket, ist also alles schon finanziell gedeckt), brauche ich reine Fahrzeit 90 Minuten einfach, dank Schienenersatzverkehr im Moment 2h. Mein Arbeitgeber hat sogar eigene Bushaltestellen, die alle 10 Minuten angefahren werden an mehreren Stellen auf dem Gelände.

          • Bei diesen Situationen auf den Ausbau des ÖPNV zu hoffen ist sehr fragwürdig. Man kann eben kein engmaschiges Netz zwischen allen möglichen Orten einrichten, das ist sogar klimatechnisch kein Plus (fährt der Bus mit 1-2 Fahrgästen oder sogar leer ist niemanden geholfen).

            Leider muss man da der Realität mal ins Auge sehen. Wir Großstädter haben es eben leichter was den ÖPNV Ausbau angeht. Hier kann man noch sehr viel tun. Menschen die in Vororten wohnen und im schlimmsten Fall an einem anderen 20km+ entfernten Vorort arbeiten wird ein ÖPNV Ausbau vermutlich nie weiterhelfen.

    19. Hallo Philip und Ulf,

      Ein Kommentar zu euren Ausführungen zum Klimapakte, die ich im Tenor voll unterstütze.

      Zum Thema Windkraft habt ihr die Ursache für den schleppenden Aubau meiner Auffassung nach nicht ganz richtig getroffen. Ihr sprecht von der Umstellung der Förderung von der festen Einspeisevergütung auf Ausschreibungen – und damit auf ein wettbewerbliches Verfahren – unter Sigmar Gabriel, und schreibt dieser Umstellung eine Mitverantwortung für den Einbruch der Installation neuer Kapazitäten zu. Das ist aus meiner Sicht falsch. Ich arbeite für das Wirtschaftsministerium und bin thematisch recht nah dran an der Sache.

      Wichtigster Effekt der Umstellung auf Ausschreibungen: Die Mengen der geförderten Windkraft kann kontrolliert werden. Vorher konnte jeder Anlagenbereiber bauen und die Hand aufhalten, heute ist über Ausbaukorridore festgelegt, wie viel Windkraft gefördert wird (ohne Förderung kann natürlich jeder immerzu bauen, wann er/sie will).

      Zweiter wichtiger Effekt: Durch den Wettbewerb um die Förderhöhen wird nur noch so viel Geld für die Förderung ausgegeben, wie nötig, um die Ausbauziele zu erreichen. Denn wenn der Wettbewerb in den Auktionen funktioniert, dann bietet jeder nur so viel, wie er wirklich braucht – also im besten Fall die Grenzkosten. Vorher hat jeder einfach einen Geldbetrag in die Hand gedrückt bekommen, jetzt bekommt jeder nur noch so viel, wie wirklich benötigt wird. Das sorgt für sehr große Kosteneinsparungen im Vergleich zu vorher und für Innovationsdruck in der Branche. Die von der Branche benötigte Förderung pro KWh ist nach Einführung auch drastisch nach unten gegangen. Und das, (zunächst) ohne dass ein Windrad weniger gebaut wurde.

      Jetzt ist der Ausbau aber eingebrochen. Es gibt keinen Wettbewerb mehr bei den Ausschreibungen (sie sind “unterzeichnet”) und die Förderprämien steigen wieder. Was sind die Ursachen dafür?

      Schuld ist eine Gemengelage verschiedener Faktoren. Besonders: Die zur Verfügung stehende Fläche wird immer kleiner (10H / 1000 m usw.). Ferner: Die imissionsschutzrechtlichen Genehmigungen und planfestfestellungsverfahren auf kommunaler Ebene stecken oftmals fest. Hintergrund sind Klagen und/oder naturschutzrechliche Hindernisse. Auch “exotische” Themen, wie ein noch sehr restriktives Recht bei der Befeuerung von hohen Anlagen (Flugschutz) oder Abstandsregeln zu Flugverkehr-Radarkontrollen spielen eine Rolle. Interessant auch: Das BMWi hat in der letzten EEG-Novelle Vorteile für sog. Bürgerenergiegenossenschaften gesorgt, damit die Akzeptanz der Energiewende steigt. Solche Windkraftprojektierer benötigten zur Teilnahme an den Auktionen keine bundesimmissionschutzrechtliche Genehmigung. Die Folge war, dass sich normale Windprojektierer als Bürgerenergiegenossenschaften “getarnt” haben und die Zuschläge in den Auktionen ohne BimSch-Genehmigung mitgenommen haben. Das heißt, die Projekte waren noch viel weiter entfernt vom Bau als noch früher. Viele dieser vor 1-2 Jahren bezuschlagten Projekte sind heute immer noch nicht gebaut.

      Viele Grüße und weiter so!

    20. Vielen Dank für euren Podcast! Ich lerne jedes Mal neu dazu und empfehle euch stets weiter.
      Ich habe eine Frage zum Klimawandel -bzw. eigentlich mehr zur Berichterstattung: In meinem Umkreis fällt mir auf, dass die Menschen entweder vom menschengemachten Klimawandel absolut überzeugt sind oder es für reinen Betrug halten. Durch unseren heutigen Medienkonsum ist das auch nicht verwunderlich. Eigentlich habe ich keinen Zweifel an der CO2-Theorie, wie ihr sie auch vertretet. Ich habe aber ein, zwei Berichte angesehen, die diese Theorie glaubwürdig widerlegen. Mich selbst überzeugen sie zwar nicht, aber ich kann die Menschen jetzt besser verstehen, die davon überzeugt sind. Durch facebook, youtube usw. wird man dann überhäuft mit weiteren Berichten, immer in die selbe Denkrichtung. Was mich daran so verzweifeln lässt ist, dass es nahezu keine Berichte gibt, die die ganze Debatte, bzw wissenschaftliche Argumente von allen Seiten beleuchten. Meistens heißt es auf beiden Seiten nur: ‘Ja die anderen lügen halt.’ Das finde ich zu schwach.

      Der Umgang in den Medien mit dem Klimawandel ist eigentlich nur ein Beispiel. Dasselbe sieht man bei der Schere links-rechts usw.
      Wie geht ihr bei eurer Recherche und Meinungsbildung vor? Habt ihr euch mit den Argumenten der Wissenschaftler auseinandergesetzt, die sagen das CO2-Problem ist nur minimal von Menschen gemacht? Wie kann ich denn sinnvoll gegenargumentieren, ohne andere Personen einfach nur als ‘dumm’ und ‘naiv’ abzutun? Weil so denken sie ja auch über mich, weil die Berichte, die sie erreichen ja immer und immer wieder etwas anderes sagen. Die meisten Menschen sind sich nicht bewusst, dass im Internet jeder ein individualisiertes Weltbild vermittelt bekommt, wenn man nur in seinem eigenen Sud bleibt. Genau da möchte ich gern ausbrechen.

      Ich bin euch sehr sehr dankbar, dass ihr diese Aufgabe der Recherche für andere übernehmt und da so viel Zeit reinsteckt! Mit euch habe ich einen relativ neutralen Podcast gefunden! Aber vielleicht habt ihr ja noch Tipps wie man bei eigener Recherche am besten vorgeht und was ich anderen empfehlen kann.

      • Habt ihr euch mit den Argumenten der Wissenschaftler auseinandergesetzt, die sagen das CO2-Problem ist nur minimal von Menschen gemacht?

        Da bist Du einer Desinformation der AfD aufgesessen. Das sagen wirklich keine ernstzunehmenden Wissenschaftler mehr. Daher ist es unsere Aufgabe in einem journalistischen Format wie der Lage, klar zu sagen: Das ist Bullshit, es gibt hier keine fachliche Debatte mehr, die Klimakrise ist eine direkte Folge der menschengemachten CO2-Emissionen.

        Zu Deiner eigenen Recherche: Vor allem muss man persönliche Medien-Hygiene betreiben, indem man Fake-News-Schleudern konsequent meidet, die einem das Gift des Zweifelns in die Hirnwindungen kippen, wo gar nichts zu zweifeln ist. Die bekanntesten dieser Desinformationsseiten sind Politically Incorrect, KenFM und Russia Today, aber es gibt natürlich noch viele andere. Und es macht auch wenig Sinn, irgendwelche Youtube-Videos zu schauen, es sei denn, dass es sich um Kanäle von Menschen oder Organisationen handelt, die man kennt und von denen man weiß, dass es professionelle und seriöse Quellen sind. Youtube und Facebook sind keine Medien! Das sind Plattformen ohne jede Qualitätskontrolle, wo nicht nur, aber eben auch tausende von Vollpfosten um Klicks konkurrieren. Da geht es dann nicht um Wahrheit, sondern um Geld, und man verdient umso mehr Geld, je reißerischer der Clip ist.

        Oder um es mal positiv zu formulieren: Es macht auf jeden Fall Sinn, wenn man einen Blick in Qualitätsmedien wie diese hier wirft, die schon ein sehr breites politisches Spektrum abdecken:

        – FAZ
        – SZ
        – taz
        – der Freitag
        – Guardian
        – New York Times
        – Spiegel
        – Economist
        – Washington Post

        Wenn man es gerne wirklich hart links hätte bleibt noch analyse & kritik zu erwähnen.

        • Hallo,

          ich stimme euch zu, aber finde es oftmals schwierig, die richtigen Quellen zu finden, die die “Fakten” der “Skeptiker” Widerlegen. Was ich suche, ist eine Seite, die die Behauptungen von Klima-“Skeptikern” aufnehmen und auseinander nehmen.

          Konkret schwer gefallen ist es mir zuletzt bei der 97%-Konsens-Behauptung nach Cook. Sucht man danach, findet man hauptsächlich Artikel, die davon berichten, dass Cooks Studie falsch ist. Auch von renomierten Quellen wie Forbes usw.

          Kennt jemand da eine Seite?

        • Hallo, ich kann Sarahs Gedanken seit kurzem sehr gut verstehen. Ich bin neulich völlig unerwartet außerhalb meiner Blase geraten: Ein Vater eines Mitspieler meines Sohnes, den ich schon lange kenne (und eigentlich auch mag – bestimmt kein AfD-Wähler) erzählt mir doch allen ernstes am Rande eines Fußballspiels, dass er Umweltschutz wichtig finde, aber die Sache mit dem Klimawandel überzeuge ihn nicht. Grönland hieße doch „Grünland“ , weil die Wickinger vor x00 Jahren dort eine grüne Insel entdeckt und besiedelt hätten. Keine 150 Jahre später mussten sie wieder abziehen, weil die Durchschnittstemperatur um 2° gesunken war. Um übrigen gebe es unter den ernstzunehmenden Klimatologen keineswegs weitgehende Einigkeit; vielmehr repräsentieren die Wissenschaftler des IPPCs nur eine Minderheitsmeinung. Er glaube, die ganze Klimakrise würde von der UNO seit den 80er-Jahren herbeigeredet, um ihre globalen Einfluss zu stärken … was ihnen ja auch gelungen sei.

          Um ehrlich zu sein: Mir blieb der Mund offen stehen vor lauter Verblüffung und mir fielen alle die wichtigen Gegenargumente nicht mehr ein. Es gibt diese Leute also wirklich – und nicht nur in abgedrehte AfD-Kreisen. Ich habe mich dann mal mit dem Thema „Wie überzeuge ich Klima-Skeptiker“ beschäftigt – leider mit sehr ernüchterndem Ergebnis: So, wie Raucher sich trotz aller unbestreitbaren Fakten nicht vom Rauchen abbringen lassen möchten, möchten diese Menschen trotz aller unbestreitbaren Fakten ihre bequemen „Errungenschaften“ in Konsum und Verhalten nicht aufgeben und lügen sich daher a la Pippi Langstrumpf ihre Realität zurecht. Seit dem ich das realisiert habe, bin ich, um ehrlich zu sein, ziemlich ernüchtert bis pessimistisch.

          Ganz wichtig schein mir aber zu sein, dass wir nicht in die „es ist alles schon so schlimm“/„fünf vor zwölf“ Argumentation verfallen (wie es z.B. der Herausgeber des New York Magazins David Wallace-Wells mit seinem Buch „ „Die unbewohnbare Erde“ macht). Dann das übersetzen die in ein „eh schon zu spät“-Verhalten. Ich glaube nicht, dass Angst ein guter Motivator ist

      • Es wäre Zeit, dass Erwachsene sich mal wie Erwachsene benehmen. Also: Sich an Verträge und Versprechen halten. Im konkreten Fall: Eine Klimapolitik umsetzen, mit der die Ziele des Pariser Klimavertrages auch eingehalten werden können. Das sogenannte “Klimapaket” ist davon meilenweit entfernt. Die Politik könnte die Klimaproteste sehr schnell beenden: Indem man die Vereinbarungen des Pariser Klimavertrages umsetzt – genau darauf pocht #FridaysForFuture. Was geschieht stattdessen: Man macht sich über die jungen Leute lustig, lässt sie im Regen stehen und wundert sich, dass sie zu Mitteln des zivilen Ungehorsams greifen.

        “Those who make peaceful revolution impossible will make violent revolution inevitable.” (John F. Kennedy)

        Wer glaubt, benzingetriebener Individualverkehr sei unverletzbares Menschenrecht, der wird sich spätestens in 15 Jahren in eine Situation zurücksehnen, in der 50 Cent CO2-Steuer pro Liter das Problem noch hätte lösen können. Die Jungen haben Recht, und wenn wir ihnen das Haus abbrennen, bevor sie es erben können, müssen wir uns nicht wundern, wenn sie sich ihr berechtigtes Erbteil mit Gewalt besorgen.

      • Hallo,
        ich ergänze zwei tolle Videos, in denen man zusätzlich die Quellen verfolgen kann. Ja, gehört sie den Öffentlich-Rechtlichen (was für viele Zweifler ja schon grund genug ist, die Inhalte nicht ernst zu nehmen):

        – Mai Lab (von Funk): https://www.youtube.com/watch?v=4K2Pm82lBi8
        – Joul: https://www.youtube.com/watch?v=OsZgfglikyU&t=215s

    21. Da es ja immer heißt “Arbeitsplätze müssen geschützt werden”, wo bleibt denn hier der Aufschrei?!

      “Angesichts der Krise beim Ausbau der Windkraft an Land haben Branchenverbände und die Gewerkschaft IG Metall die Bundesregierung und die Länder zum Gegensteuern aufgefordert.

      Nach einer Erhebung im Auftrag der IG Metall Küste sind in der deutschen Windindustrie seit Beginn des vergangenen Jahres 8000 bis 10 000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Damit setze sich die Entwicklung des Jahres 2017 fort, als die Branche bereits 26 000 Arbeitsplätze einbüßte, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Hamburg mit. Die Betriebsräte der wesentlichen Betriebe sehen die weitere Entwicklung der Branche sehr negativ und erwarten weitere Entlassungen.

      “Es ist deprimierend”, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. “Wenn Politik und Unternehmen nicht gegensteuern, dann steigen wir aus der Windindustrie noch früher aus als aus der Kohle.” Der Inlandsmarkt sei praktisch tot; Hoffnung machten nur entfernte Märkte wie Asien und Südamerika, teilweise auch einige europäische Länder. Die Branche brauche aber einen funktionierenden Heimatmarkt.”

      https://www.merkur.de/wirtschaft/verbaende-legen-10-punkte-plan-fuer-ausbau-windenergie-vor-zr-12971888.html

    22. Hallo Philip und Ulf!

      Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich Euren Podcast klasse finde! Ihr setzt Euch ausführlich mit wichtigen Themen unserer Zeit auseinander, wobei es Euch oft gelingt verschiedene Sichtweisen einzunehmen und gegeneinander abzuwägen. Ich empfinde das als einen sehr wertvollen Beitrag zur politischen Diskussion in unserem Land, weil es eine Lücke füllt, die leider auch von renommierten Medien in Deutschland nicht mehr bedient wird. Besonders interessant, weil auch für den Laien in seiner “Denke” häufig nicht präsent, sind die juristischen Ausführungen und Argumentationen.
      Nun zu meinem Anliegen bezüglich Eurer letzten Sendung. Normalerweise habt Ihr ein gutes Gespür für wirklich relevante Themen. Meiner Meinung nach hat es Euch diesmal in Sachen SUV verlassen. Wenn ich mich recht entsinne, begann die aktuelle öffentliche Diskussion über diese Art von Fahrzeugen mit der Nachricht über einen Unfall, bei dem ein SUV auf einen Bürgersteig geraten war und es in der Folge mehrere Todesopfer zu beklagen gab. Die Ursache hierfür waren wohl gesundheitliche Probleme des Fahrers. Daran hat sich nun eine Diskussion entbrannt, die mit ihrer “Panzer”-Polemik wohl eher populistische Züge an sich hat. Zum einen stellt sich doch die Frage, ob die Folgen des Unfalls mit einem Mittelklassewagen andere gewesen wären? Vermutlich nicht. Was erhitzt dann die Gemüter? Zum einen sicher die Klimaschädlichkeit dieser Fahrzeuge. Nun kann man dies natürlich zum Anlass nehmen, die Fahrzeugbesitzer deswegen zu kritisieren, wie ihr das vorgeschlagen habt. Aber ist das der richtige Ansatz, oder doch eher “kleinbürgerliches” Gehabe? Der Erfolg dieser Fahrzeugklasse hat viele Väter. Angefangen bei den Automobilherstellern, über die Politik, welche z.B. die Einstufung der Effizienzklassen anhand des Verhältnisses von CO2-Ausstoß zu Fahrzeuggewicht erlaubt hat (und diese Fahrzeuge damit grüner erscheinen lässt), bishin zum Endverbraucher. Aber warum sollte man ausgerechnet SUV-Fahrer auf Ihr Fahrzeug ansprechen? Nicht wenige Mittelklassewagen haben heute weit mehr als 200 PS und verbrauchen ähnlich viel Kraftstoff. Aus klimapolitischer Sicht müsste man jeden Konsumenten von Rindfleisch ebenfalls ansprechen und auf sein klimaschädliches Verhalten hinweisen. Ebenso jeden Besitzer eines Mobilfunkvertrages, der alle 24 Monate sein Smartphone gegen ein neues austauscht, nur weil der Vertrag es ermöglicht, obwohl das alte noch völlig in Ordnung ist und alle gestellten Aufgaben erfüllt. Sicher müssen wir uns alle, in Bezug auf Fragen der CO2-Bilanz und Nachhaltigkeit, auch kritischer mit uns und unseren Mitmenschen auseinander setzen. Jetzt jedoch auf den Populismuszug aufzuspringen und die SUV-Fahrer zu den Sündenböcken der Nation zu machen halte ich für falsch. Mir stellt sich die Frage, ob es sich hier nicht eher um eine Neiddebatte handelt, da die erwähnten Fahrzeuge doch eher der Oberklasse angehören und auch als Statussymbol wahrgenommen werden?! Und daher fande ich dieses Thema, im von Euch angesprochenen Kontext, schlecht gewählt, weil es eigentlich nur eine unbedeutende Randnotiz der Klimadebatte ist. Die Zeit, Eure Zeit, hätte man sinnvoller nutzen können.

    23. Hi,
      ich glaube ihr habt bei der Erklärung der Pendlerpauschale etwas durcheinander gebracht. Ihr sagt zweimal, dass die Pendlerpauschale vom zu versteuernden Einkommem (z.v.E.) abzuziehen ist. Das ist nicht korrekt, vom z.v.E. wird nur noch die Einkommensteuer berechnet und nichts mehr abgezogen, das findet alles vorher statt . Die Pendlerpauschale gehört zu den Werbungskosten und wird deshalb schon von den Einnahmen abgezogen (vgl. § 2 (2) Nr. 2 EStG).

      • Zur Pendlerpauschale möchte ich noch anmerken, dass sie bei den meisten erst ab etwa 15 km einfacher Arbeitsweg greift. Darunter deckt der Werbungskosten-Pauschbetrag häufig die Wegekosten, da bei “einfachen” Angestellten meistens keine großen Werbungskosten zusammen kommen.

    24. Liebes Lage-Team,

      Auch wenn es hier scheinbar nicht üblich ist kurze Kommentare zu hinterlassen nur eine kurze Frage. Die Info-Seite meiner Banking-Software verstehe ich so, dass PSD2 nur für Mittler notwendig ist und parallel zu HBCI/FinTS von den Banken angeboten werden muss. Dann ändert sich (bis auf häufigere TAN-Eingabe) doch nichts für mich als Endkunden mit Banking-Software, oder?

      • Korrekt – SOLANGE es HBCI/FinTS noch gibt und das aktiv gepflegt wird ist alles gut. Aber was, wenn das eingestellt wird? Mindestens eine Bank ist hier schon mit schlechtem Beispiel vorangegangen.

      • Entschuldigung für meinen langen Kommentar. In der letzten Folge hieß es, wir sollen neue Themenanregungen statt per E-Mail direkt hier zu den Kommentaren schreiben. Es war ursprünglich als E-Mail gedacht, deshalb die Länge. Ich bemühe mich in Zukunft kürzere Kommentare zu schreiben.

    25. Lieber Ulf, lieber Philipp, liebe Community,

      Ich möchte auf einen Artikel hinweisen, der mich sehr beschäftigt hat und bei dem mich Eure Meinung total interessieren würde.

      Es ist ein Interview mit Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler, der sich schwerpunktmäßig mit Grenzfragen von Recht, Psychologie und Medienrecht befasst.
      https://web.de/magazine/panorama/greta-thunberg/greta-thunberg-spaltet-gesellschaft-experte-symptom-kraenkelnde-demokratie-33997132
      In dem Artikel geht es eigentlich nur am Rande um Greta Thunberg, im Kern geht es aber um den Verlust einer sachlichen Kommunikationskultur, die der Professor als gravierendes Symptom für eine kränkelnde Demokratie sieht. Der Hauptbotschaft dieses Artikels stimme ich zu, denn mich selbst beunruhigt es sehr, dass viele Menschen nicht sachlich diskutieren können, sondern sehr oft in ein Schwarz-Weiß-Denken verfallen, nicht differenziert und analytisch an (Streit-)themen herangehen, und folglich immer nur ihre eigene Meinung als “die Wahrheit” ansehen, aber keine Bereitschaft zeigen, auch nur ansatzweise die Gegenmeinung wirklich verstehen zu wollen.

      Warum ich diesen Link zum Artikel poste, hatte für mich zwei Gründe:

      1) Zum einen wollte ich bei dieser Gelegenheit nochmal mein Feedback an euch, Ulf und Philipp, aussprechen: Ich finde die Art, wie ihr beide, Ulf und Philipp, in dem Podcast kommuniziert, einfach toll! Wie sachlich-analytisch-differenziert ihr an alle Themen herangeht, finde ich sooo gut! Ihr nehmt bewusst immer verschiedene Sichtweisen ein, beleuchtet ein Theme auf VERSCHIEDENEN Ebenen, unterscheidet zwischen Fakten und zwischen Spekulationen bzw. Euren eigenen Sichtweisen (und trennt auch sprachlich genau dazwischen). Ihr hinterfragt sowohl Gegenmeinungen, als auch eure eigene Meinung kritisch, sagt auch klar, wenn ihr etwas einfach nicht genau wisst und korrigiert euch auch mal selbst nachträglich und nehmt Gesagtes zurück, wenn nachträglich Fehler darin bemerkt. Ich kann nur sagen: Suuuper! Bitte behaltet euch das bei! Das zu können ist nicht selbstverständlich. Meine Sorge, die in dem obigen Artikel zum Ausdruck kommt, wird etwas weniger, wenn ich euren Podcast höre, weil mir dann wieder bewusst wird: Ja, es GIBT Menschen, die fähig sind, wirklich sachlich und differenziert die Themen aufzudröseln und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Danke euch für euren Podcast! Bei so vielen Hörern und Abonnenten, die ihr schon habt, bin ich einfach froh, dass ihr auf diese Weise für viele viele Menschen auch ein super Vorbild seid, was eine konstruktive Kommunikationsfähigkeit und Disskussionskultur angeht.
      2) Der zweite Grund ist einfach der, dass mich Eure Meinung interessiert zu dem im Artikel angesprochenen Symptom der kränkelnden Gesellschaft, vor allem auch in Bezug auf Greta Thunberg. In diesem Punkt (also wo es im Artikel konkret um Greta geht) habe ich mir selbst noch keine endgültige Meinung gebildet, denke aber in letzter Zeit viel darüber nach. Müssen wir uns Sorgen machen, wenn Greta und die Fridays for Future Bewegung zuu sehr von einer sachlichen Diskussionskultur wegkommen? Die Fridays for Future Bewegung verweist auf wissenschaftliche Ergebnisse – sachlicher geht´s nicht, das ist klar, und das muss die Politik ernstnehmen. Was mich mehr beunruhigt, sind Äußerungen wie “Ihr sollt Panik bekommen”, “Ihr könnt uns nicht aufhalten”, und auch ein – so wirkt es auf mich – nur noch von Wut geleitetes Auftreten. Ich denke da auch an die Studentin, die zuletzt bei Hart aber Fair zu Gast war und die ganze Sendung über nur mit Augenrollen da saß und durch ihre Art sehr provoziert hat, aber kaum sachlich auf das Gesagte der anderen Gäste einging. Auch bzgl. Greta Thunberg schrieb in einem Artikel ein Kinder-und Jugendpsychiater, dass sie aufgrund ihres Asperger-Syndroms sehr schwer Gegenmeinungen zulassen könne. Natürlich steht fest: Gerade DURCH ein solches Auftreten hat es Greta und die Fridays for Future Bewegung ja geschafft, dass die Politiker das Thema Klimawandel jetzt ernstnehmen. Keine Frage. Das war gut. Aber kann es nicht sein, dass Jugendliche – mit z.B. Greta oder der Studentin als Vorbild – dann lernen, dass man bei jedem beliebigen anderen politischen Streitthema auch seine Anliegen durchkriegt, wenn man bloß wütend genug und provozierend genug auftritt, nur Vorwüfe und Schuldzuweisungen macht und nicht ansatzweise versucht zu verstehen, WARUM die Gegenseite (in dem Fall die Politik) in der Vergangenheit dies oder jenes gemacht oder nicht gemacht hat? Also dass einfach eine differenzierte sachliche Diskussionskultur verloren gehen könnte? Kann es nicht theoretisch sein, dass dann eines Tages die Jugendlichen auf die Straße gehen und eine andere “Greta” steht an der Spitze, die vielleicht ruft: “Ihr sollt Panik vor den Ausländern haben” und “Ihr könnt uns nicht aufhalten!”? Mich würde sehr eure Meinung dazu interessieren.

      • Danke, Jasmin, für den Hinweis auf diesen Artikel. Ich stimme allerdings Prof. Boehme-Neßler nur eingeschränkt zu. Ja, durch ihr Asperger Syndrom kennt Greta nur schwarz und weiß. Nur leider sind im Fall des Klima-Wandels die meisten „Grauschattierungen“ nicht mehr zielführende: Entweder, wir reißen jetzt beherzt und mutig ohne Pillapalle das Ruder rum oder wir können es gleich sein lassen (und uns gegenüber unseren Kindern und Enkeln versündigen). Aus Rücksichtnahme gegenüber den „Verlierern“ auf die notwendigen Maßnahmen verzichten ist völlig sinnlos: Nur Maßnahmen, die „spürbar“ sind, wirken tatsächlich. Daher gibt es tatsächlich nur noch schwarz und weiß.

    26. Anmerkung zur Pendlerpauschale

      Bei der Pendlerpauschale wird fast ausschließlich über Landbevölkerung und Personen im Speckgürtel von Großstädten gesprochen. Man sollte die Wochenspender nicht vergessen. Eine Erhöhung der Pendlerpauschale hat bei dieser Gruppe auch erhebliche Auswirkungen. Ich kenne viele Menschen mit mittleren bis hohen Einkommen, die dadurch ihre Einkommensteuerlast weiter reduzieren können. Aufgrund progressiver Einkommenssteuersätze profitieren Gutverdiener überproportional. Mit Zweitwohnung und Ausreizung der Pendlerpauschale (max. 4500€) kann man sein zu versteuernden Einkommen um 10-15T€ reduzieren.

    27. Vielen Dank für die Folge…

      Was das Thema mit Frau Künast angeht, sehe ich das etrwas anders. Ja, die Kommentare sind absolut beleidigend und unter der Gürtelline.. Wenn ich Richter wäre, hätte ich genauso entschieden

      a)
      Die Hasskommentare standen unter einem Artikel in dem Künast angeblich gesagt habe, dass Sex mit Kindern vollkommen okay sei. Ob sie das wirklich gesagt hat, spielt hier imo keine Rolle. Für einen Leser kann das durchaus authentisch wirken, und entsprechend grobe Kommentare, wenn auch nicht rechtfertigen, aber zumindest nachvollziehbarer machen.

      b)
      Ich finde ihr seid hier zu wenig auf eine Interessenabwägung eingegangen. Freiheitsreche und Anonymität vs. Persönlichkeitsrechte (wegen Beleidigung).
      ICH finde, dass die Freiheitsrechte da höher zu gewichten sind.

      Man konstuiere den Fall mal umgekehrt: Ein AfD-Heini wird falsch zitiert mit “Ausländer soll man alle vergasen!”. Der Kommentar bringt jeden auf die Palme, und jemand Linksextremes antwortet mit einem entsprechendem Kommentar, der über dem Tollerierbarem liegt: “Du gehörst selber in’s KZ”.
      Der AfD-Kollege will jetzt Facbook auf Herausgabe der Daten verklagen.

      Ich glaube die meisten von uns hier, wären hier auch der Meinung, dass der KZ-Kommentar zwar krass sei, aber verständlich…

      Freiheit einschränken, Überwachung, Verklagen…
      Wir gewinnen den Krieg gegen Rechts nicht, wenn wir mit deren Methoden arbeiten!!!

      Gruß, Dave

      • Ein Satz wie “Du gehörst selber in’s KZ” ist niemals und unter gar keinen Umständen auch nur ansatzweise sowas ähnliches wie “verständlich”.

        Deine Vorstellung davon, was unter welchen Umständen “nachvollziehbar” oder eben “verständlich” sein kann, finde ich offen gesagt reichlich gruselig. Krasse Aussagen legitimieren keine krassen Reaktionen!

        • Ich finde “verständlich” und rechtlich erlaubt sind zwei grundverschiedene Dinge.

          Wenn jemand ein Kind sexuell missbraucht und umbringt, finde ich es total verständlich, wenn die Eltern den Täter umbringen wollen. Ich glaube niemand mit auch nur einem Hauch von Empathie kann das nicht nachvollziehen.

          Gleichzeitig gibt es gute Gründe weshalb wir Selbstjustiz und Todesstrafe selbst bei so krassen Verbrechen wie Kinderschändung und Mord nicht haben.

          • Von “rechtlich erlaubt” habe ich gar nicht gesprochen; ich schrieb “legitimieren”, also eine moralische Ebene. Und ja, es sind Situationen denkbar, in denen Menschen daran scheitern das richtige zu tun. Für diese Fälle ist, wie du zutreffend anmerkst, unsere Rechtsordnung entsprechend restriktiv. Falsch bleibt es trotzdem, und wenn uns ein zivilisierter Umgang miteinander wichtig ist, sollten wir diesen Anspruch nicht aufgeben und derart krasse Dinge nicht einfach so hinnehmen oder gar als “kann man in dieser Situation doch verstehen” sogar entschuldigen.

        • Okay, mir ist gerade kein anderes Beispiel eingefallen, ich denke aber, dass viele hier die Lage anders beurteilen würden, wenn er sich genauso abgespielt hätte, es allerdings nicht um einen linken, sondern um einen rechten Politiker handeln würde, der auf Herausgabe der persönlichen Daten klagt.

          Sorry, ich weiß, dass ist unbequem und ich finde die Kommentare da absolut auch nicht in Ordnung und wenn jemand einem das ins Gesicht sagt, finde ich eine Verurteilung auch okay.

          Aber ich finde, dass so ein Vergehen es noch nicht rechtfertigt, die Anonymität im Netz auszuhebeln.

          Wir regen uns seit Jahren drüber auf, dass Polizei und Behörden wegen jedem Furz abhören und private Daten haben wollen…
          Aber JETZT geht es auf einmal gegen ein paar Nazispinner und da ist es dann auf einmal okay?

          Ist das nicht eine Doppelmoral?

          • Mit rechts und links hat das nichts zu tun, ich möchte auch nicht, dass man Höcke so nennen darf.

            Und auch um Anonymität geht es nur mittelbar – es sollen ja nur die Daten rausgegeben werden, die eh bei Facebook gespeichert sind.

          • @Ulf: Nein, das will ich auch nicht… Aber ich glaube, wie gesagt, dass das Gericht hier eine Interessenabwägung (das Wort habe ich von Dir gelernt) gemacht hat.

            Einmal das Recht einer öffentlichen Person, nicht beleidigt zu werden, zum anderen die Freiheitsrechte im Netz.

            Die Beleidigung ist unter aller Würde, keine Frage. Aber das was Künast aus Sicht der Beleidigenden gesagt hat, eben auch! Dass Künast, das Zitierte garnicht gesagt hat, spielt hier imo nur eine untergeordnete Rolle, das konnte der Leser nicht wissen.

            Daher finde ich das Urteil nicht optimal, aber durchaus fair. Ich hätte es genauso gefällt, wenn auch etwas anders (und vor allem ausführlicher) begründet.

            lg, Dave

    28. Liebe Lage der Nation,
      Könntet ihr in einer Folge beleuchten, warum ein Wahlrecht ab null Jahren (zum Beispiel zunächst ausgeführt durch die Eltern bis eine gewisse Reife der Kinder da ist) nicht möglich bzw. durchsetzbar bzw. einklagbar ist. So ist zum Beispiel auch bei nicht geschäftsfähigen Wählern (Demenz…) Die Ausübung des Wahlrechts durch ein Betreuer möglich.
      Ich sehe eine gewisse Verzerrung des Willens der Bevölkerung durch eine Ausübung des Wahlrechts ab 18 Jahren. Über die Zukunft wird primär durch ältere Politiker (Seehofer usw. ) entschieden, auf der anderen Seite gehen 1,4 Millionen FFF-Kinder/Jugendliche auf die Straße – die Politik hat jedoch Angst bei stärkeren Einschnitten (Klimaktise) vor einer gelb Westen-Demonstration.

      @ Ulf: Wäre eine Prüfung durch Gesellschaft für Freiheitsrechte möglich?

      • Der Vergleich mit dem Demenzkrankenhinkt aber gewaltig. Damit ein Mensch bereit zum Wählen ist und nicht nur einen vollkommen einseitigen Blick hat, ist ein wenig Reife erforderlich – und die kommt vielleicht mit 16, 18 oder manchmal erst nich viel später mit Mitte oder Ende 20 (wenn man schon etwas vom Berufsleben miterlebt hat). Ein Kleinkind ist noch nicht in der Lage sich eine politische Meinung zu bilden und von daher auch zurecht nicht Wahlberechtigt. Die Eltern würden somit nicht den Willen des Kindes auf dem Wahlzettel repräsentieren, sondern ihre eigenen Interessen durchsetzen. Der demenzkranke Mensch hat durch sein Leben schon eine politische Meinung erlangt, diese könnte zumindest unter recht sicherer Annahme von dem Betreuer auf dem Wahlzettel fortgeführt werden.

        Ich denke mal, die GFF kann sich die Prüfung hier sparen, da reicht in der Regel gesunder Menschenverstand aus ;-)

        • „Kind, sollen Menschen Entscheidungen treffen, die für dich gut sind oder die für alte, reiche Leute, die eh bald sterben gut sind?“
          Ich denke schon, dass sich diese Art des Egoismus recht früh entwickelt. Freies, gleiches usw. Wahlrecht ist in Zeiten von Internet und mit den verschiedenen Bildungs– und Reichtumsgraden der Erwachsenen ohnehin ein Mythos und offensichtlich stellen sich viele Wähler*innen kaum mehr als die obenstehende (zugegebenermaßen leicht provokante) Frage, wenn überhaupt.
          Soll jetzt nicht heißen, dass ich der Eingangsfrage uneingeschränkt zustimme, aber ein bisschen komplizierter als „gesunder Menschenverstand;)“ ist es vielleicht doch.

          • Kinder gehören geschützt – auch vor so einer indirekten Verantwortung. Ansonsten machst Du Kinder auf eine vielschichtige Art und Weise zur gesellschaftlichen Zielscheibe – und das ist absolut inakzeptabel und ja: da reicht gesunder Menschenverstand vollkommen aus, um diesem Vorschlag auch nur ein bisschen Sinnhaftigkeit abzugewinnen.

          • Sollte „kein bisschen“ heissen ;-)

          • Ich halte das Thema für politisch nicht durchsetzbar, weil es wir zu viele Weiße Alte Männer in der Verantwortung haben… Diese würden dann gegen ihre eigenen Interessen stimmen. Fridays for Future zeigt, dass 16-jährige bestimmt nicht für SPD und CDU abstimmen würden.
            Daher halte ich es auch für sinnfrei ein Wahlalter ab 0 zu fordern.

            Sinnvoll ist das aber durchaus. Eine Absenkung auf 16, oder 14, finde ich realistisch.
            Zum einen: Warum soll ich einen 18-jährigen, politikverdrossenen “Erwachsenen” wählen lassen, einen 14-jährigen, politikinteressierten Teenager aber nicht?

            Zum anderen: Eine Stellvertretung durch die Eltern macht eine Menge Sinn: Junge Eltern stimmen eben anders ab, als Rentner. Somit würde zum Beispiel Familienpolitik deutlich präsenter werden.

            Ich werde demnächst Vater und dadurch hat sich vieles bei mir nochmals auf den Kopf gestellt. Ich würde gerne länger Elternzeit nehmen. Das ist finanziell aber nicht drin, weil die Gesetze da so bescheuert gemacht sind, dass indirekt immer noch das “Frau-Zuhause-Mann-Arbeitet-Modell” gepusht wird…

            Gruß, Dave

    29. Hi liebe Lage,

      ich würde gern ein wenig Feedback geben.

      Als erstes zum Feedback selber. Könnt ihr das an den Beginn der Folge stellen? Da es auch besser aufgenommen werden kann. Sonst hat man die ganzen Informationen der Folge aufgenommen und bekommt am Ende oder in der Mitte dann einen Sachverhalt der vergangenen Folge und muss das noch zuordnen. Für eure Nicht-Plus-Abo halt zB nach der Werbung.

      Zum weiteren, wo ist das Feedback zur Vermögensteuer? Ich weiss nicht wie ihr dieses Forum seht. Ob es nur für euch sein soll oder auch zur Bereicherung der Zuhörer. Da viele hier schreiben, weil ihnen vll was an der Folge inhaltlich gestört hat, und man gern hören wollen würde, dass ihr etwas richtig stellt. (Wie ihr es auch hin und wieder tut) Weil 99% der Zuhörer lesen das Forum nicht, sondern hören nur das was ihr sagt.

      Damit zur Vemögensteuer. Weil ihr in erster Linie Eigenkapital mit Vermögenswert verwechselt habt. Ein Unternehmen mit zB 1 Mio EK und 17% Rendite (170k Euro) hat einen Vermögenswert von (je nach Unternehmen) gut und gerne von 10 Mio. Und mit 1% würden nicht 2 Prozent wegbrechen, sondern mehr als 50% der gesamten Rendite. Da so eine Unternehmensberechnung nur alle x Jahre vollzogen werden kann, und bei Einbruch von Gewinn, es zu einem Substanzverlust kommen kann. Ähnlich ist es beim Nennwert und Kurswert einer Aktie – die sind ja nicht gleich, sondern richten sich nach den zukünftigen erwartbaren Erfolg eines Unternehmens.

      Zusätzlich, wie in Kommentaren auch gelesen, Startups und Digitalunternehmen. Die sehr schnell in die Millionen kommen können, wegen Patenten und Daten, sodass auch dort die VS den Gewinn überholen kann.

      Ich verlange oder erwarte keine Objektivität von euch beiden, ihr seht das als notwendiges Übel, aber bitte gebt euren Zuhörern diese Informationen, damit sie sich selber auch ein Bild darüber machen können. Denn meine Frau und ich unterstützen euch u.a. mit einem Plus-Abo, damit Leute auch neue Informationen erhalten und teilen deswegen auch euren Podcast hin und wieder – weil ihr euch halt informiert. Aber bei sensiblen Themen wie VS, AFD-Wähler, SUV usw holt ihr euch keine Experten, sondern pauschalisiert sehr viel. Phillip hat ja zB in 2 Sätzen eigentlich einen Teil seiner Ansicht zum Frust im Osten von der einen Folge zur nächsten verändert, als er sich mit Leuten unterhalten hat und mit einem Experten unterhalten hat. Bitte holt euch auch zu solchen sensiblen Themen hin und wieder Expetise, wenn ihr nicht in der Materie drin steckt.

      Beste Grüße
      Chris

      • Ich finde das Feedback am Ende eigentlich ganz gut. Ich schätze es an der LdN, dass es recht schnell los geht und man nicht erst noch ewig Vorgeplänkel hat.
        Ich denke, viele hören den Podcast als Nachrichtenersatz. Wen das Feedback nicht interessiert, der kann nach dem Newsblock weiterspulen.

        Lediglich wichtige Korrekturen würde ich an den Anfang stellen.

        lg, Dave

    30. Hallo,

      ich würde gerne meine Perpektive als Dörfler einbringen, um die (wie mir scheint) eher städische Sicht ein wenig zu erweitern.

      Kurz zu mir. Meine Frau und ich sind vor ca ein Jahr vor die Tore von Leipzig gezogen. Ein vergleichbares Haus in den Grenzen der Stadt hätte uns ca 200.000 – 300.000 Euro mehr gekostet. Da wir uns das trotz unserer Berufe (Bauleiterin und Architekt – Haushaltseinkommen ca 4500 € Brutto) nicht mehr leisten konnten, haben wir uns für diesen Weg entschieden.
      Da ich gerne Rad fahre und sowieso keinen Führerschein habe, fahre ich jeden Tag die ~16km hin und zurück (Pendlerpauschale krieg ich dafür auch). Das kann ich aber von niemanden sonst verlangen. Schon gar nicht von meiner Frau, die für ihre Arbeit (verschiedene Baustellen über das Stadtgebiet verteilt) das Auto braucht. Unser Dorf ist leider nicht so gut angebunden an den Nahverkehr. Im Nachbarsort sieht es schon anders aus, da hier die S-Bahn eine super Anbindung direkt in das Zentrum von Leipzig bietet. Ich will mich also nicht beschweren. Maximal über die Preise, die im Vergleich zum Auto schon höher sind. Das Dorf liegt super an einem Naherholungsgebiet weswegen, die Radstrecke recht gut ausgebaut ist. Jedenfalls bis zu dem See. Die restlichen 3km muss ich immer Landstraße fahren. Vielleicht haben auch andere hier dieses Vergnügen mit mir. Leider sollen diese 3km auf absehbare Zeitnicht gebaut werden, da der Gemeinde die Mittel fehlen um den kommunalen Anteil zu stemmen (laut meines Wissen ca 100.000 Euro). Gleichzeitig hat ein größeres Unternehmen, dass ein Unternehmen hier übernommen hat, die Gelder derart geschickt hin und her, hoch und runter transferiert, dass die Gemeinde denen 500.000 € an Steuern zurück zahlen muss. Diese Otter haben also meinen Radweg auf dem Gewissen.
      In dem Haus das wir gekauft und umgebaut hatten, war bereits eine recht neue Ölheizung eingebaut. Gas liegt nicht an, bzw. wurde ein letzter Teil der Strecke nicht gebaut. Für ein Neubaugebiet wurden damals einfach riesige Tanks gebaut, die ein Unternehmen immer fleißig betankt. An dieses Unternehmen sind scheinbar alle Abnehmer gebunden. Perspektivisch würden wir schon gerne auf erneuerbare Energien setzen, doch das Geld haben wir in unser derzeitigen Situation (noch) nicht. Wir werden sehen.

      Zu guter letzt vielen, lieben Dank für euren Podcast. Er versüßt mir doch immer wieder meinen Arbeitsweg.

      Liebe Grüße

      K.

      PS: Jetzt wo ich nochmal kurz drüber gelesen habe, macht es da nicht Sinn in der gesamten Klimadiskussion nicht auch die soziale Komponente aufzumachen? Weniger wegen uns. Uns geht es super und ich bin total zufrieden mit der Situation. Doch gibt es Menschen die sicherlich das Geld nicht so haben und sich höhere Co2-Bepreisung, niedrigere Pendlerpauschel und neue Ölheizung leisten können. Überhaupt stellt sich die Frage ob dass dann nicht wieder auf die Mieter umgewalzt wird.

    31. Hallo zusammen,

      ich möchte hier gerne einen kurzen Kommentar, zu der Klimadiskussion, abgeben und darum bitten, mir mal folgendes zu erklären.

      Ganz Deutschland redet aktuell über die Klimakatastrophe und was wir dagegen tun können.
      Ich finde es gut, dass hier eine Diskussion stattfindet. Aber die Richtung, die aktuell eingeschlagen wird verstehe ich nicht.

      Wir reden darüber, dass der einzelne Bürger sich am besten nur noch per Fahrrad, ÖPNV oder zu Fuß bewegen sollte. Und dass es unbedingt nötig ist, den Sprit so teuer zu machen, dass die Bürger ihr Auto nicht mehr nutzen. Sagt mal, geht’s noch?
      Warum wird nicht viel mehr über die Industrie gesprochen, z. B. Erzeugung v. Beton? Über die Luft- und Schifffahrt?!
      Hier wird die Umwelt im großen Stil belastet.
      Hier können Veränderungen einen wirklich großen Effekt erzielen.

      By the way, ich bin seit mehr als 10 Jahren Kunde bei einem reinen Ökostromanbieter, versuche mich auch in allen weiteren Bereichen möglichst umweltfreundlich zu verhalten.

      VG aus Frankfurt/Main
      Leon

      • Hi Leon, du tappst in die klassische Falle des Whataboutism: Nur weil es andere Möglichkeiten gäbe, wie man das Klima auch noch schützen könnte, sind die Einsparungen nicht weniger wichtig, die man selbst schnell erreichen kann.

        • Aber verstrickt man sich selber nicht auch teilweise, wenn man halt mit dem “Whataboutismus” sogar andere Gedankenzweige damit nicht mehr zulässt? Man kann ja quasi auch keine anderen Felder mehr besprechen, weil man ständig bedrängt werden kann mit “Das ist Whataboutismus”. Die Argumente von ihm sind doch auch vernünftig. Mit “Whataboutismus-Aussagen” bringt man sich selber halt auch aus der Argumentation raus. Das sollte doch nicht der Sinn sein oder? (Wird halt auch immer mehr inflationär genutzt

          • Nein, eine strenge Disziplin gegen Whataboutism ist die Voraussetzung, um überhaupt sinnvoll und fokussiert diskutieren zu können.

            Dieser Post oben ist ein perfektes Beispiel: Er trägt kein bißchen zur Diskussion des ursprünglichen Themas bei, sondern stellt andere (vielleicht auch spannende) Themen daneben, sodass niemand mehr weiß, worum es jetzt geht, und die Diskussion jeden Fokus verliert. Daher sprechen wir uns hier so streng gegen dieses absolut toxische Diskussionsverhalten aus.

            WENN man wirklich diskutieren (und nicht nur zerstören) will, dann macht man ein NEUES Thema auf, meinetwegen mit der Einleitung: Wir reden hier ja viel über Thema X. Ebenso spannend finde ich aber Y, und dazu möchte ich sagen …

          • Dann lass es mich anders formulieren: Die Politik ergreift nur Maßnahmen, die der Wähler auch bemerkt. Wo der Wähler es nicht mitbekommt, dürfen die Dreckschleudern weiterarbreiten. Denn die von ihm selbst erbrachten Kleckerbeträge geben dem Wähler das gute Gefühl, etwas gegen die aufziehende Katastrophe zu tun, während die großen Pflöcke, die man einschlagen könnte, nur die Rendite der Unternehmen schmälern würden, und Whataboutism sind.

        • Hallo :)
          Erstmal vielen Dank für die Lage! Euer Podcast ist so ein toller Beitrag zu unserer Demokratie, alles wird bis ins Detail ausdiskutiert und eure Argumente sind mit gut recherchierten Fakten unterlegt – danke hierfür und weiter so! Eine Anregung zur Verbesserung hätte ich allerdings, und zwar könntet ihr in die Beschreibung, zB bei Spotify, die jeweiligen Anfangsminuten zu euren Themen packen. ZB ‘Minute 60: Bewertung des Gerichtsurteils im Falle Renate Künast”. Das würde es für mich persönlich einfacher machen, da ich den Podcast kaum in einem Rutsch höre.

          • Wir liefern diese Infos mit, nur Spotify unterschlägt die offenbar … wir empfehlen daher, die Lage mit einer richtigen Podcast App zu hören, zB Overcast.

      • Das eine tun, das ander eaber nicht lassen…

        Bin auch der Meinung, dass der Fokus falsch ist. Aber gerade reden wir nunmal viel über Autos – und das ist besser als nichts. Irgendwo muss man anfangen.

        lg, Dave

        PS: Beton ist übrigens ein weitaus geringeres Problem als ursprünglich gedacht, denn einen großen Teil des CO²s das bei der Produktion erzeugt wird, absorbiert der Zement auch wieder.

    32. Hallo Phillip, Hallo Ulf, Werte Community,
      ich würde mir wünschen, dass ihr in einer der kommenden folgen einmal thematisiert, wie viele Unfälle durch ältere Leute passieren. Heute hat eine demente Frau in Hamburg ihren 70.000 € teuren SUV auf einem Fußweg festgefahren. Außerdem hat Hamburg eine Einkaufsstraße „Rentnersicher“ verbarrikadiert mit Betonsitzmöbeln, Fahrradbügeln, etc., damit keiner ausversehen ins Schaufenster fährt. Einige Fahrer sind sogar Wiederholungstäter.

      Sind diese UnfallFahrten Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten? Wann bekommt ein Fahrer eine Aufforderung zur MPU? Gab es Bestrebungen die Führerscheinlizenz mit einem bestimmten Alter ablaufen zu lassen? Wie machen das andere Länder?

      Ich bin mir sicher, dass dieses Thema polarisiert. Allerdings finde ich, dass man in dem Bereich zu sehr auf die eigene Einschätzung des Fahrers vertraut.

      Freue mich auf eure Meinungen

      • GInge es rational zu, dann müsste jeder Mensch ab sagen wir 75 einmal im Jahr eine Fahrstunde absolvieren, wo seine Fahreignung überprüft wird … aber da traut sich politisch niemand ran, vor allem die Groko-Parteien nicht, die ja überproportional von älteren Menschen gewählt werden.

    33. 26. September 2019 um 23:03 Uhr
      Rudolf Georg Linner

      Bin erst seit ein paar Wochen dabei. Herausragender Podcast! Besonders gewinnbringend finde ich den juristischen Blick von Ulf auf verzwickte Sachverhalte. Die Schulen leisten keine methodische Einführung in das juristische Denken, obwohl das ja den Status einer allgemein zu lehrenden Kulturtechnik haben müsste.

      Klimapaket: Verheerend die Hasenfüssigkeit. Die haben die Hose gestrichen voll aus Angst vor Bürgerprotesten. Eine gut konzipierte politische Bildung müsste ebenfalls ein wichtiges Pflichtfach in den Schulen sein. Dann wäre ein ständiger ehrlicher Austausch zwischen Politik und Bürgern ganz anders möglich. Jetzt ist es so, dass nur die Leute sich einklinken, die von sich aus ein starkes Interesse für Politik entwickeln. Der Rest lässt sich kurz vor den Wahlen von den Strategen der Parteien (oder Profi-Agenturen – noch übler) manipulieren. Der Bammel vor Wählerverlusten und Gelbwesten ist also hausgemacht, wenn die Beruhigungspillen ausgehen und eine Krise ansteht. Da bleibt nur noch verschleppen so lange es geht. Das tun sie jetzt. Ein Anfang immerhin? Na ja.
      Wenn doch die Tonne CO2 laut UBA 180 Euro kostet, warum mit 10 Euro anfangen? Als ob der Klimawandel erst seit dem Juni oder was bekannt wäre. E-Mobilität als Teil der Lösung? Falsch. Ich empfehle http://upi-institut.de/upi79_elektroautos.htm. Weist detailliert und schlüssig nach, dass wie schon einige Male hier angedeutet doch nie belegt, E-Autos in der Gesamtbetrachtung kaum besser abschneiden beim derzeitigen Energiemix. Sogar Rebound-Effekte sind anzunehmen, dass z.B. Leute mit einem E-Auto mit gutem Gewissen noch mehr fahren als mit einem Verbrenner, weil sie naiverweise glauben, sie führen „umweltneutral“. (Studie aus Norwegen – dort 20% E-Autos – zeigt, dass E-Fahrer den ÖPNV vermehrt links liegen lassen).

      Subvention für E-Autos ist also komplette Verschwendung von Steuergeld, während der Ausbau des ÖPNV trotz der angekündigten Förderung weiter hungern wird. Schienenverkehr ist die beste Art der Fortbewegung, wegen geringen Rollwiederstands und geringem Verschleiss. Was anscheinend nur wenige wissen (habe noch nie etwas dazu aus einem Politikermund gehört) dass 80% des Feinstaubs vom Abrieb der Reifen und der Bremsen stammen! (Man kann sich denken, dass ein 2-Tonnen-Bolide mit Riesenreifen doppelt so viel Abrieb produziert wie ein halb so dickes Auto. E-Autos haben den selben Reifenabrieb, allerdings weniger Verschleiss der Bremsen, dank Rekuperation).

      Flugverkehr: Die Branche beschränkt sich beflissen auf den CO2-Ausstoss und stellt „alternative“ Treibstoffe in Aussicht, so, als ob man keinesfalls die Luftfahrt schrumpfen lassen sollte, denn bald werde man auch hier „CO2-neutral“ unterwegs sein. Gute Arbeit der Spin-Doktoren! Leider macht das CO2 nur ein Fünftel der Klimaschädigung aus. Das Hauptübel sind Wasserdampf und Abgase. Die Geschichte von „nur 5%“ der weltweiten CO2-Emissionen muss korrigiert werden zu 25% der Klimaschädigung durch die Luftfahrt. Wenn man bedenkt, dass vielleicht 90% aller Flüge nicht notwendige Reisen (Urlaub) oder schnelle Luxustransporte sind, könnte man hier wirklich mit den wahren Preisen (nicht Steuern!) anfangen.

      Wenn ich dem Nachbarn die Fensterscheibe kaputt mache, muss ich die Scheibe und die Arbeit bezahlen. Wenn alle Menschen durch mein Verhalten geschädigt werden, muss ich das entsprechend und ohne Ausrede bezahlen. Aber die grossen Verfechter (Nutzniesser) der freien Marktwirtschaft machen seit Jahrzehnten eine hübsche Ausnahme, um die Geschäfte trotz – möglichen – besseren Wissens weiter und schneller laufen zu lassen. Erst mit einem Preis für Umweltschädigung (nicht nur CO2) hätten wir eine erstmals ehrliche freie Marktwirtschaft.

      Ein rigoroser Preis hat einen weiteren Riesenvorteil: Moral und Ethik können aus der Diskussion bleiben! Wer einen SUV oder einen Flug nach Neuseeland haben will, bitte sehr. Aber zuerst bezahlen. Die Wenigen, die sich die zusätzlichen 6.000 Euro Schadensausgleich für einen Flug nach Neuseeland leisten wollen, kann die Welt verschmerzen. Es braucht sich niemand aufzuregen, niemand zu schämen, niemand zu rechtfertigen. Kein schlechtes Gewissen nirgends. Ist doch paradiesisch!

      Für die Fahrt zur Arbeit würde ich eine neu konzipierte Pendlerregelung vorschlagen, die tatsächlich die 30 Cent mehr für den Sprit ausgleicht – falls es keine zumutbaren Alternativen gibt. Freizeitfahrten dagegen sind Privatsache und kosten. Wenn der öffentliche Verkehr vor allem auf der Schiene gut und günstig funktioniert, wäre hier ein Ausgleich geschaffen.

      Freilich, Geringverdiener trifft es härter. Das wäre die nächste Baustelle auf dem Weg zu einer ehrlichen freien Marktwirtschaft. Niemand wird den Lohnunterschied zwischen einem VW-Arbeiter und einer Friseuse mit der Arbeitsleistung erklären können. Nur die Länge der jeweiligen Hebel entscheidet über halben oder ganzen Lohn.

      Bevor ich nun zur WELTGERECHTIGKEIT komme, schliesse ich mit Gruss an alle so auffallend angenehmen Beiträger hier.

    34. Hey ihr beiden,
      ich würde mich freuen, wenn ihr in der nächsten Sendung über den ver.di-Bundeskongress etwas berichten könntet.
      Solidarische Grüße
      Lukas

    35. Vorab:
      – ich bin seit langem Lage-Hörer, lese nie Kommentare und kommentiere jetzt auch erstmals selber hier
      – ich habe auch hier die vorigen Kommentare nicht gelesen, sondern nur durchsucht und nichts entsprechendes gefunden

      Also zum Klimapaket:
      Im Juli gab es eine BPK bei der Gutachten zur Einführung eines CO2-Preises vorgestellt wurden:
      Siehe Jung und Naiv: https://www.youtube.com/watch?v=yd67zbJ30pE

      Kurze Zusammenfassung:
      – die Bundesregierung hat 3 Institute (DIW, IMK und FÖS) beauftragt zu untersuchen wie ein CO2 Preis sozial verträglich erfolgen kann
      – es wurde von allen 3 Instituten ein Pfad von 35 € / Tonne CO2 in 2020 auf 180 € / Tonne CO2 in 2030 gerechnet
      – ich weiß nicht, wie genau die Vorgaben waren, dass alle das Modell vorgestellt hatten, es gab aber wohl auch andere Rechnungen mit höherem Einstieg
      – Svenja Schulze legt wert darauf, dass ein CO2 Preis alleine (auch in der vorgestellten Variante) nicht ausreicht, sondern es ein “Maßnahmenpaket” braucht
      – es wurde (bei den 35 €) von einem relativ niedrigem Einstiegspreis gesprochen
      – dass der “niedrige” Preis von 35€ ausreicht, liegt daran, dass der Preispfad entscheidend ist
      – also dass jedem klar ist, wo es hin geht, damit sich langfristige Investitionen lohnen
      – ein höherer Einstiegspreis sorge nicht in gleichem Maßen für eine stärkere CO2 Einsparung, weil die langfristigen Investitionen wohl nicht sofort erfolgen würden bzw. können

      Mein Fazit:
      – ein CO2 Preis ist sozial verträglich machbar
      – absolut entscheidend ist der Preispfad

      Das fand ich soweit ja nachvollziehbar und dass mit der CDU an der Regierung jetzt keine großen Sprünge zu erwarten sind, ist mir auch klar. Aber bei dem vorgestelltem Paket war ich dann dennoch aufgrund dieses Vorwissens und der damit verbunden Erwartungshaltung schockiert. Mich würde wirklich interessieren, inwiefern denn jetzt hier die Erkenntnisse aus diesen Gutachten berücksichtigt wurden? Ich meine, das war keine theoretische Abhandlung von irgendwelchen unabhängigen Wissenschaftlern, sondern von der Regierung selbst in Auftrag gegeben, an 3 (!) Institute. Jetzt sind wir 2025 bei 35 €, was hier als “niederiger Einstiegspreis” für 2020 betitelt wurde. Das heißt für mich, dass wir gegenüber den von der Bundesregierung beauftragten gerechneten Modellen ganze 5 Jahre verlieren. Bzw. das sowieso geplante “Maßnahmenpaket” muss jetzt noch deutlich mehr reißen, wenn man mit einem niedrigeren CO2 Preis vermutlich weniger Einsparung in dem Bereich Vekehr und Wärme erreicht. Aber das sieht man auch nicht, wie ihr ausgeführt habt. Kurz: Ich kann es irgendwie nicht fassen.
      Diese Zertifikate und ihre “Marktlogik” sind doch auch für “normale” Menschen nicht transparent. Gibt es denn irgendwie Anhaltspunkte wie hoch der Preis im Jahr 2030 ist und sind die verlässlich?

      Viele Grüße,
      Christian

    36. 26. September 2019 um 19:16 Uhr
      Franzi Niederstadt

      Hallo ihr beiden,
      bitte entschuldigt, wenn das Kommende in diesem Feed oder zu einer anderen Folge schon mal erwähnt wurde!
      Zur Klimadebatte: Ich sprach gestern an der TU Berlin mit Dr. Carl-Fiedrich Schleussner, der ebenfalls den IPCC mit verabschiedet hat. Zwei Anmerkungen, weil nach meinem Empfinden bei der Debatte in Deutschland recht wenig über den nationalen Tellerrand hinaus geschaut wird.
      In Großbrittanien, wo uns derzeit fast nur News über den Brexit erreichen und der Kohlestrom eine lange, intensive Geschichte besitzt, wurde der Kohleausstieg bis 2025 beschlossen, daran könnte man sich Deutschland ja ein Beispiel nehmen, vor allem, da wohl durch die strengeren Regularien für Windkraftanlagen Jobs in dieser Branche verloren gehen (er verwies dabei auf das Fraunhofer-Institut, habe das aber noch nicht gecheckt)!! Er empfahl ebenfalls “einfach” einen CO2-Preis unzwar direkt auf alles, nicht nur Gebäude und Transport, sondern auch Ernährung, Kleidung etc.
      Beste Grüße und bitte weiter so, es ist ein großartiges Format!!
      Franzi

      • Da muss man sich allerdings auch ansehen, wie der restliche Mix aussieht. 45% des Stroms kommt aus Gaskraftwerken (LNG-Import u.a. aus US-Fracking steigt massiv), die leider oft noch als Lösung angesehen werden und den Status auf lange Sicht zementieren (vor allem bei Kraft-Wärmekopplung).

        Ein Viertel aus Atomkraft, die ja weiter horrend teuer mit massiver staatlicher Stütze gebaut wird, trotzdem ein finanzielles Desaster für die Erbauer zu werden scheint und praktisch kaum flexibel gefahren werden können.

        ~7 % Importe kommen da auch noch hinzu, die dann zumindest “über Bande” z.B. auch zu einem Teil auf deutsche Exporte ins europäische Netz zurückgehen.

        Darin sehe ich keinerlei Ausrede für Deutschland. Die Ausstiegspläne sind ein Witz. Aber bei solchen Ankündigungen ist halt hüben wie drüben viel Marketingbluff dabei.

    37. Hallo Phillip, Hallo Ulf,

      nun höre ich euch schon eine ganze Weile und möchte nun erstmals auch mal einen Kommentar schreiben.

      Mich bewegt in der Tat die ganze Klimadebatte. Auf der einen Seite finde ich sie gut und richtig, auf der anderen Seite stört sie mich enorm da sie zu blindem Aktionismus führt. Zu Taten mit Wenig Sinn und Verstand.

      Vorab, damit man mich nicht in eine falsche Ecke stellt. Ich fahre bspw. bereits seit 13 Jahren Hybride, ich besaß den Prius2, den Prius3 und, da wir etwas größeres brauchten, einen RAV4 Hybrid nun. Ja, ich weiß, ein böser SUV, aber da komme ich später drauf zurück. Ich habe ein neues Haus auf dem Lande gebaut und wir haben eine PV Anlage auf dem Dach. Auf dem Stromzähler steht ein höherer Wert bei Rückspeisung als bei Bezug, und den Strom den ich beziehe, der kommt aus 100% Wasserkraft. Wir heizen mit einer Luft-Luft Wärmepumpe die natürlich ebenfalls den Wasserkraftstrom bezieht, allerdings im vergünstigten Tarif für Wärmepumpen. Warum das so ist, auch darauf komme ich gleich noch einmal zu sprechen. Ich achte also schon durchaus was wir tun.

      Dennoch, eine Diskussion muss geführt werden, ja, aber vieles ist mir aktuell zu heiß debattiert und bei vielem gibt es nur noch eine “binäre” Diskussion, es gibt nur noch 1 und 0, nur noch schwarz und weiß, keine Mitte mehr. Und wehe man sagt etwas was nicht explizit dafür oder dagegen ist! Entweder “Fanboy” oder “Basher”. So erlebt man es bspw. tagtäglich auf Facebook. Schade!

      Ich fange mit dem Thema Verkehr an, denn ich denke hier stoßen sich die meisten dran, und da beziehe ich mich mit ein:

      E-Fahrzeuge halte ich als Hybride für die beste Lösung. Am besten sogar, für den gewöhnlichen Arbeitsweg, PlugIn Hybride. Mein nächster wird definitiv ein PlugIn Hybride werden. Ein reines E-Fahrzeug halte ich derzeit für nicht vernünftig nutzbar sofern es sich um ein „Hauptfahrzeug“ handelt mit dem man nicht ausschließlich zur Arbeit, sondern auch einmal in den Urlaub fährt. Der Grund ist einfach genannt, es fehlt schlicht und ergreifend eine benötigte Infrastruktur mit ausreichend Ladesäulen. Es bringt mir auch nichts wenn ich diese dann heute brauche, aber vorrausichtlich erst 2030 ein flächendeckendes Netz aufgebaut wurde.
      Des Weiteren halte ich die großen Akkus für sehr bedenklich. Wie ihr auch bereits in einem, war es nicht sogar der letzte, Podcast berichtet habt, geht ein reines E-Auto mit einem riesigen Berg an Co2 ins Rennen und erreicht erst, bei aktuellem Strommix bei über 100.000km eine ausgeglichene Klimabilanz. Das ist einfach viel zu hoch. Und, ich sehe uns in 20 Jahren, wenn es heißt wie klimaschädlich E-Fahrzeuge sind aufgrund deren großen Akkus und eben die Entsorgung derer.
      Für mich ist Wasserstoff der gescheite Weg. Hier hat Toyota bspw. mit dem Mirai bereits den ersten im Sortiment. Auch Hyundai hat mit dem Nexo nun einen ins Rennen geschickt. Beide Fahrzeuge sind aber, mit rund 70.000€ viel zu teuer. Bis diese massentauglich sind und in Serie kommen könnten werden noch ein paar Jahre vergehen und bis dahin denke ich sollte man auf PlugIn Hybride setzen. Der Akku ist nicht zu groß, aber durchaus ausreichend für einen gewöhnlichen Arbeitsweg und sollte man mal in Urlaub fahren, so bleibt man nicht direkt liegen unterwegs weil man keine Ladesäule weit und breit findet, oder diese auf der Autobahnraststätte schon belegt ist. Vor kurzem fuhr ich den Prius PlugIn Probe und war sehr angetan. Vor allem vom kombinierten Verbrauch der bei rund 3 Liter lag.

      Was die Co2 Bilanzen angeht in den Städten, da kann ich nur sagen das auch ein erhebliches Ausmaß dieses Wertes durch Feinstaub von Bremsen und Reifen verursacht wird. Dieser entsteht weil man es bis heute komplett verschlafen hat die Gegebenheiten, sei es Straße oder Schiene, an den Bedarf anzupassen. Seit ewiger Zeit steigt der PKW Verkehr exponentiell an und statt die Infrastruktur anzupassen spart man lieber wieder Geld in die Kasse und wundert sich warum der Verkehr kollabiert! Wenn ich morgens vom ländlichen rein fahre in die Stadt, dann geht spätestens in der Innenstadt von Köln nichts mehr. Eine Ampel wird grün und direkt jene dahinter wird rot. Es ist keinerlei vernünftiger Verkehrsfluss mehr vorhanden. Da machen es andere Länder vor. Die Niederlande bspw. haben vereinzelt Digitalanzeigen an den Straßen angebracht die aufzeigen welche Geschwindigkeit gefahren werden muss um eine „grüne Welle“ zu erhalten. Da fließt es. Und, es hat noch einen großen Vorteil. Selbst wenn da 50 erlaubt sind, auf der Anzeige aber bspw. 42 drauf steht, dann wird auch nur 42 gefahren denn man ist trotz allem schneller als wenn man an jeder Ampel steht. Den Verkehr am Rollen zu halten heißt weniger Bremsen, heißt weniger Anfahren, heißt weniger Schadstoffausstoß.

      Das bringt mich auch zum Thema SUV, denn in meinen Augen ist die Debatte falsch geführt. Leben wir denn in einer Neidgesellschaft, oder in einer Verbotsgesellschaft? Es ist nicht der richtige Weg alles zu verbieten sondern zu schauen wie ich damit umgehen kann. Hätte man sich an die Gegebenheiten angepasst, dann hätte man SUV Stellplätze bauen können. Und SUVs mit umweltfreundlichen Antrieben gibt es inzwischen, sie sind nicht mehr die dreckigen Schleudern. Ja, ein SUV ist größer, aber was wird nicht alles größer und sind wir mal ehrlich, wir leben nicht nur um zu arbeiten. Ein bisschen Leben möchte man auch noch! Am Wochenenden waren wir einen Großeinkauf tätigen. Die 3 Kisten Getränke plus Einkäufe hätten wir in den kleinen Aygo meiner Frau nie verstaut bekommen, will heißen wir hätten 2 mal fahren müssen. Der Aygo verbraucht annähernd soviel Kraftstoff wie mein RAV, denn diesen gibt es nicht als Hybrid. Ob es für die Ökobilanz vernünftig gewesen wäre 2 mal zu fahren? Und 3 Kisten plus Großeinkauf bekommt man auch nicht mal eben auf das Fahrrad. In meinen Augen wird das Thema SUV zu heiß gekocht und im SUV einfach nur ein Sündenbock gesucht! Geht ja hervorragend da er so leicht greifbar ist. Übrigens gibt es bereits Parkhäuser mit SUV Parkplätzen, da stehen aber meist Mini, A-Klasse, Fiesta und dergleichen drin. Das sind dann meist dieselben Fahrer die sich beklagen wenn der große SUV zu dicht an Ihnen geparkt hat. Kein Wunder wenn man dem SUV den Parkplatz nimmt.

      Zum Thema Pendlerpauschale:
      Ich denke, eine Heraufsetzung ist vernünftig wenn Kraftstoffpreise steigen, denn wir können den Menschen nicht laufend mehr Kosten aufhalsen wenn sie einer Arbeit nachgehen möchten! Das Reisen in der Freizeit teurer wird, ok, aber nicht der Weg zur Arbeit. Ich bin von Beruf Lokführer und ich muss teilweise nachts um 3 Uhr anfangen um die ersten Züge fahren zu können. Wie soll ich mit dem ÖPNV zur Arbeit kommen? Der fährt dann noch nicht. Somit wäre ich schwer bestraft mit einer Verteuerung von Kraftstoffen bei gleichbleibender Pendlerpauschale.

      Ihr sagt immer wieder einmal die Menschen müssten mehr ÖPNV nutzen. Dieser ist aber in der Morning Peak teilweise komplett ausgelastet. Mit was soll man denn da fahren? Sollen wir Verhältnisse wie in Asien bekommen wo es Angestellte gibt die Menschen in die Bahn drücken! Oder sollen wir wie in Indien auf dem Dach des Zuges fahren? Es muss erst einmal dafür gesorgt werden das das Schienennetz vernünftig ausgebaut wird. Dieses wurde mit der Bahnreform doch komplett kaputtgespart. Des Weiteren braucht es neue Züge um mehr Bahnen auf die Schiene zu bringen. Es braucht auch eine bessere Zugsicherung, sprich ETCS anstelle der PZB um Züge dichter takten zu können.

      Es gibt durchaus Dinge die man schnell angehen kann und die helfen würden:

      Ausbau von Straßen und Autobahnen, und zwar nicht mit dem Einrichten einer Baustelle, dann tut sich 2 Jahre nichts und dann arbeiten auf 10 km Baustelle maximal 2 Mann, sondern Baustellen wie es sie in Holland gibt, da werden 10 km Fahrbahndecke an einem Wochenende erneuert! Dort baut man nicht für die Ewigkeit wie hier, sondern hält die Sachen einfach regelmäßig in Schuss.
      Ausbau von Parkhäusern und Parkplätzen statt Autos laufend zu verteufeln.

      Fördern von sauberen PKW. Ich habe damals als Förderprämie für den Prius3 ganze zwei Jahre Steuerbefreiung bekommen. Die KFZ Steuer für den Prius 3 betrug 36€ im Jahr… 72€ sind daher weiß Gott kein Anreiz ein umweltfreundliches Auto zu kaufen.

      Ich nehme mal meine PV Anlage als bspw. wieso darf ich meine PV nicht nutzen um meine Wärmepumpe zu betreiben. Ich dürfte dies schon, aber dann nicht mit dem vergünstigten Stromtarif sondern nur im „normalen“ Stromtarif, schließlich sei der Wärmepumpentarif ja schon subventioniert. Schizophren das Ganze. Ich denke wir wollen regenerative Energie?
      Auch die Gelder die für zurückgespeisten Strom fließen sind traurig. 11 Cent pro Kwh sind das. Wieder schaue ich rüber in die Niederlande und wieder kann ich sagen ist man uns dort voraus. Die Niederländer bekommen den rückgespeisten Preis zum selben Preis verkauft als im Einkauf, sprich man rechnet 1:1 gegen und sollte man mehr einspeisen als verbrauchen, erst dann sinkt der Preis im Verkauf. Würde man das hier in Deutschland auch so handhaben, dann müsste ich keinen Cent mehr an Strom bezahlen sondern würde noch Geld wiederbekommen. Zumindest was den Haushaltsstrom anbetrifft, denn auch hier haben wir energiesparsame Geräte laufen. Für den Wärmepumpenstrom geht es ja, wie geschrieben, nicht.

      Ich denke vielen würden wesentlich energetischer leben, sie können es sich aber schlichtweg nicht leisten. Das jeder hier so ignorant ist wie es manchmal dargestellt wird, das kann ich mir einfach nicht vorstellen.

      Ich für meinen Teil fühle mich jedenfalls manchmal angegriffen und denke mir das ich schon gut was tue und dennoch leiden soll. Denn das ist es am Ende! Ein laufendes Einschränken. Da wird einem der Urlaub den man einmal im Jahr macht schlecht geredet weil man ja mit dem Flieger nach Griechenland fliegt. Das der Mensch zum Erhalt seiner Arbeitskraft sich auch mal regenerieren muss, daran wird scheinbar nicht gedacht. Ein Urlaub in Deutschland oder Österreich dient jedenfalls nicht meiner Regeneration. Dafür benötige ich Hitze, Meer und eine andere Kultur als jene die ich jedes Jahr um mich habe.

      Ich denke, ich habe nun einmal „fertig“ denn es wird sonst einfach zu lang. Im Grunde möchte ich einfach mal einen Denkanstoss geben das auch einfache, nicht so radikale Mittel, derzeit schon schnell helfen könnten. Alles andere kann man dann angehen wenn man erst einmal die Voraussetzungen geschaffen hat. Bspw. für einen vernünftigen ÖPNV, ein vernünftiges Straßennetz oder eine vernünftige Infrastruktur sei es für E- oder eben Wasserstofffahrzeuge.

      Liebe Grüße und ich freue mich auf die nächste Folge von eurer Lage der Nation.

      • Ich möchte dich wirklich ehrlich nicht persönlich angreifen, aber das liest sich wie ganz viel mimimimi. Offensichtlich bist du ja in der Mehrheit, denn die Politik wird von Leuten wie dir für Leute wie dich gemacht.

        Der springende Punkt dabei – und das lässt du natürlich komplett außen vor – ist, dass das nicht reichen wird, um die Klimakatastrophe ausreichend einzudämmen.
        Ich verstehe ja, wo du herkommst, aber genau dieser Egoismus (Ich kann ja wohl nicht auf meinen hart erarbeiteten und wohlverdienten Griechenlandurlaub verzichten) ist der Hauptgrund dafür, dass sich nichts ändert. Dir vermiest das ganze dann den Ruhestand, deinen Kindern und mir die zweite Lebenshälfte und unsere Kinder dürfen das Ganze vom Anfang ihres Lebens an ausbaden. Aber herzlichen Glückwunsch zu Hybrid und Photovoltaik…

      • Vielen Dank, ich finde deinen Kommentar super!
        Und er trifft meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf: In einer Demokratie geht es immer nur um den Kompromiss, und nicht um Weltuntergangsszenarien.

        • Das wäre m. E. der Fall, wenn nicht seit über 30 Jahren so gut wie nichts passiert wäre.

          Die Antwort auf diesen Punkt bleiben die Kompromissierenden auch leider immer schuldig: Wenn sich die Expert*innen im Wesentlichen einig sind, dass dieser Kompromiss (oben kam ja auch wieder Neid und Verbot und bäh) wie nichts tun ist, das konkrete Problem, das wir haben gar nicht lösen kann, was ist er denn dann wert? Demokratie ist auch nicht alles dem Bauchgefühl des Volkes zu überlassen, sondern gewählte Vertreter*innen mit der Macht auszustatten unbequeme Entscheidungen für uns zu treffen.

          • Und genau das ist passiert: Eine Regierung wurde demokratisch gewählt, und bei der nächsten Wahl kann jeder sein Kreuzchen machen, und die Parteien werden daraus einen Kompromiss finden.

          • @Nils
            Jein, das ist nicht das, was ich meine. An der Stelle kommen wir vermutlich zum Generationenkonflikt. So oder so zeigt sich hier aber wohl, dass es für diese Frage vielleicht einfach keine Antwort gibt. Von daher sage ich mal ganz doppeldeutig: Gute Nacht!

      • Danke für diese überzeugende beispielhafte Detaillierung von m.E. unvermeidbaren
        Folgen einer Zu-Gering-Achtung d e s jounalistischen Grundprinzips, i.e.
        – “Sagen was ist” (Rudolf Augstein),
        – … ohne “Neugier durch Haltung zu ersetzen” (Gabor Steingart)
        – … oder gar “den Staatsanwalt, Prediger oder Politiker zu geben” (Stefan Aust).

        Wegen der Sichtbereicherung durch Qualität, Detaillierung und Umfang der sachlichen Inhalte höre ich “die Lage” seit zwei Jahren regelmäßig und seit einem Jahr unterstütze ich sie – bisher ohne postkognitive Dissonanzen – als plus-Abonnent.

        Immer klare Abgrenzung gegen Tatsachen vorausgesetzt brauchen Journalisten meinungsäußerungsmäßig überhaupt keine Eunuchen zu sein. Aber dauererigiert oder gar mit (nur weil’s so schön passt, bleibe ich im Bild) Penetrationtionsgelüsten – wie bei der Höreraufforderung zur Beeinflussung Dritter geschehen – brauchen sie nun wahrlich auch nicht durch die Gegend zu laufen: Cui bono?

        Also bitte: Macht so engagiert und kompetent weiter wie bisher, konzentriert den Meinungsteil und haltet euer Sendungsbewusstsein im Zaum!

      • Ja, natürlich darf man das alles nicht schwarz-weiß sehen. Du bist sicherlich jemand der schon überdurchschnittlich viel macht, aber viele deiner Punkte sind schon ewig in der Diskussion und überhaupt nicht übersehen. Die Akku-Geschichte wurde ja auch bewusst dramatisiert um Elektroautos zu diskreditieren. Und ein Akku ist nach der Nutzung im Auto noch lange nicht schrottreif, sondern kann netzdienlich stationär verwendet werden. Dass machen sogar BMW, Daimler und Audi schon seit einigen Jahren!

        Und für künstliche Kraftstoffe brauch man ein Vielfaches an Ausgangsenergie. Es wird schon schwer genug das Nötigste mit EE zu erzeugen. Die Wasserstoffwirtschaft (in der Regel die alten Pipeline-, Gase- und Mineralölkonzerne) spricht von vermeintlichen Überschüssen, die nicht mal absehbar zustande kommen und dann auch deutlich effizienter und günstiger anderweitig aufgebraucht werden können. Da geht es einfach um weitere Geschäftsfelder, anhaltende Abhängigkeit etc. EE möglichst ineffizient verbraten (mit staatlicher Förderung), damit man auch noch möglichst viel Importiertes (auch schon angekündigt) gewinnbringend unters Volk bringen kann.

        Zum SUV erzählst du auch jetzt nicht unbedingt Neues. Es ist ja nicht so, dass man vor dem SUV keine Dinge transportieren konnte. Viele SUV haben übrigens erschreckend wenig Staufläche. Die sind halt einfach nur schrankwandartig “aufgebockt”. Da passt auch oft nicht mehr als in einen kompakten non-SUV rein. Und hast du schon mal was von einem Kombi gehört? Das ist dieses effiziente Platzwunder – leider wird es langsam eingestampft (selbst der Passat wackelt – siehe Emden), weil alle nur noch den hippen SUV kaufen. Es ist einfach eine Mode. Wenn einem der Aygo nicht reicht, braucht man oft auch nicht mal einen Kombi oder gar einen SUV. Da ist schon ein sehr verzerrter Vergleich.

        Ja, es gibt SUV-breite Parkplätze – damit kann man aber weniger Autos auf gleicher Fläche unterbringen. Es wird mehr öffentlicher Raum dafür aufgewandt. Viele sind selbst mit Parkassistent überfordert (und/oder haben keinen Bock sich zu bemühen) und parken gern auf zwei Parkplätzen. Oder mühen sich nicht und Parken im Halteverbot (z.B. auf Radwegen). Das machen nicht alle, aber schon einige. Ich bin auch kein Anti-SUV-Dogmatiker. Aber zumindest sollte man sich das ganze auch nicht alternativlos schön rechnen. Das wäre dann dieses schwarz-weiß

        Die Diskussion um die Pendlerpauschale ist auch nicht so schwarz-weiß, wie es für dich erscheinen mag. Bestimmte Gruppen möchten natürlich, dass es schwarz-weiß erscheint um verschiedene Bevölkerungsteile (Stadt-Land, arm-reich) gegeneinander auszuspielen und so entsprechend engagierte Maßnahmen zu verschleppen. Der Hauptkritikpunkt ist ja der, dass quasi null Lenkungswirkung durch den verschwindend geringen Zertifikatspreis erzielt, durch die Erhöhung der Pendlerpauschale aber der Status-Quo zementiert wird und die Regierung dabei sagen kann, dass sie was für Land und Leute, die es sich nicht leisten können, getan haben.

        Ich bin selbst Fernpendler und wir können das versteuerte Einkommen durch die Pendlerpauschale senken. Bei vielen, die es finanziell nötig hätten, verpufft das bei diesem System aber. Es geht ja realistisch auch nicht darum alle Autopendler abzuschaffen. Es geht darum auf dem Land überhaupt mal ÖPNV nicht nur für Pendler zu ermöglichen. Und das wird nicht wirklich angepackt. So kann man das ewig hinausschieben. Gibt ja kein ÖPNV auf dem Land -> müssen die Autofahrerei noch mehr fördern -> gibt keine ÖPNV…..

        Wenn das ganze in ein sinnvolles Gesamtkonzept eingebettet wäre, wäre es nicht das Problem. P&R wird z.B. komplett vernachlässigt. Mal abgesehen von der NOx-, Feinstaub- und CO2-Problematik muss es eigentlich auch im Interesse des hartgesottensten Autopendlers sein, dass weniger andere die Straßen verstopfen. Ohne regelmäßige, lange Staus kommen da viele auch nicht in die Stadt. Für den Ausbau von Straßen ist in der Regel gar kein Platz mehr da. Und selbst wenn, hilft ein mehr an Straßen auch nicht pauschal gegen Stau, wie man sich das so denkt. Das wurde auch schon wissenschaftlich aufgearbeitet.

        Platz für Parken ist auch nicht mehr vorhanden. Und selbst wenn, kann man dem Städter auch nicht nur alles für den Pendler aufhalsen. Es ist einfach auch eine Mär, dass auf dem Land die Leute leben, die es sich in der Stadt nicht leisten können. Viele können sich das auf dem Land, selbst Pendeln mal ausgenommen, nicht leisten. Da muss man sich oft schon einiges leisten können. Da geht es halt für viele einfach auch ums noch größere Grundstück etc. Städter subventionieren auch das Leben auf dem Land. Das ist keine Anklage. Aber auch hier gibt es kein schwarz-weiß. Bin ja selbst entsprechender Pendler. Für mich gehört da aber auch eine ehrliche Reflektion dazu.

        Bei PV bin ich bei dir. Generell wurde da im Klimapaket bzgl. der PV nur Kosmetik betrieben. Allerdings ist das mit der Rückspeisung auch nicht so unproblematisch, auch wenn es für den Betreiber paradiesisch klingt. Das sie auch die PV-Community differenzierter. Das ist aber auch ein riesiges Fass, dass den Rahmen hier wahrscheinlich sprengt ;)

      • Vielen Dank für diesen Beitrag/Kommentar. Du sprichst mir in vielen Punkten aus der Seele.
        Die von Dir gezeigte Haltung ist mehr, als so manch anderer bereit ist zu leisten. Allerdings glaube ich, dass noch mehr kommen muss, um die Klimawende zu bewältigen.

    38. 26. September 2019 um 12:05 Uhr
      Fragen über Fragen

      Hallo liebe Lage,

      mich würde interessieren, inweit ihr die Lage in Saudi-Arabien bewertet. Spielt es nicht auch eine große Rolle, dass die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran das Land in Bedrängnis bringen. Der Grund für die erste Ausweitung der Sanktionen war doch die Steigerung der Uran Anreicherung des Irans. Das ganze wäre aber doch nicht passiert, wenn sich alle Parteien an das Abkommen gehalten hätten und die USA nicht ausgestiegen wären. Wenn Deutschland die gleichen Sanktionen wie der Iran verkraften müsste, ginge es hier mit der Wirtschaft im Zweifel auch den Bach runter und die Politiker müssten handeln. Ich bin beim besten Willen kein Experte, aber habe mich sehr gewundert, dass in dem Interview keine Rede von Wirtschaftssanktionen gegen den Iran war.

      Vielen Dank für den tollen Podcast!

    39. Apropos keinen Apell, bitte sprecht doch in der nächsten Lage keinen Apell aus, sich bei der Rebellion Week von Extension Rebellion ab dem 07.10. In Berlin oder anderen Hauptstädten der Welt teil zu nehmen. Vielen Dank und auf dass die Erde bewohnbar bleibt damit wir immer die Lage hören können!

    40. ### Themenvorschlag

      Hallo liebe Lage,

      was haltet ihr davon euch mal, zur “Halbzeit” der großen Koalition, einmal einen Überblick über deren Themen und Versprechen zu geben.
      Ausgangspunkt könnte der interessante Koalitionstracker der Süddeutschen sein:
      https://www.sueddeutsche.de/politik/bundesregierung-aufgaben-grosse-koalition-1.3959524

      Danke!

      @Mitkommentatoren: Was haltet Ihr von dem Vorschlag?

    41. Gestern Abend lief im ZDF eine interessante Sendung über die sogenannten Weiterbildungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit und Jobcenter. Der Beitrag unterstreicht die Erfahrungen, die ich letztes Jahr nach Abschluss des Studiums gemacht habe. Ich war für insgesamt acht Wochen in einer Bildungsmaßnahme. Die erste Woche mussten wir einen Lebenslauf erstellen im vorgegebenen Layout des Trägers. Dieses war sehr schlicht, auf dem Arbeitsmarkt dürften die Chancen eher überschaubar sein mit so einem Lebenslauf. Danach waren wir für sieben Wochen alleine in einem PC-Raum, um dort Bewerbungen zu schreiben. Der Dozent musste sich um die Neuankömmlinge kümmern, bis diese nach einer Woche auch in den PC-Raum kamen. Ab und zu gab es eine Art Vorlesung von einem zweiten Dozenten. Dort ging es um so Sachen wie Arbeitnehmerrechte, aber den Großteil der Zeit lästerte der Dozent nur über den deutschen Staat und verbreitete rechtspopulistische Verschwörungstheorien. Vor allem seinen Diesel sah er zu Unrecht an den Pranger gestellt und die Grünen kamen regelmäßig ihr Fett weg. Der Dozent kam aus Köln, wo auch die Maßnahme stattfand. Insgesamt war der Bildungsstand der Dozenten relativ niedrig, einer besaß sogar nur einen Hauptschulabschluss. Laut der ZDF-Doku sind die Jobcenter verpflichtet den preisgünstigsten Anbieter zu nehmen. Qualitativ hochwertige Bildungsmaßnahmen haben schlicht keine Chance vom Jobcenter oder der Agentur gefördert zu werden. Ein paar Monate nach der Maßnahme bin ich dann über Zeitarbeit in den Arbeitsmarkt gerutscht. Ist zwar auch nicht optimal alle drei Monate das Kundenunternehmen zu wechseln, aber ohne eigene Familie bin ich zum Glück recht flexibel. Und die Tätigkeiten passen auch zu meinem Studium, muss also nicht sinnlos Kisten im Lager schleppen.

      https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-weiterbildung-ohne-sinn-100.html

      • Ich habe vor einigen Jahren eine ähnliche Erfahrung gemacht, allerdings hatte ich etwas mehr Glück. Bei mir waren es nur knapp vier Wochen, und weil das im Sommer war sind die “Vorlesungen” wegen Urlaub des Dozenten ausgefallen. Ich sollte mir aus einer Liste eine Reihe von Weiterbildungskursen aussuchen, die am PC zu absolvieren waren (da war von Bewerbungstraining über Telefonschulung bis hin zu Prozessmanagement alles mögliche dabei). Ausser in der Einrichtung konnte ich diese auch zu Hause durchklicken, und wie sich herausstellte war jeder “Kurs”, für den einer oder mehrere Tage eingepreist waren, in ungefähr einer Stunde per Trial-and-Error absolvierbar. Wichtig war nur, dass ich die Kurse durch hatte, und weil jeder neue erst “beantragt” werden musste, was ein paar Tage dauern konnte, brauchte ich solange nicht in die Einrichtung zu kommen. Für die absolvierten Kurse stellte das Kurssystem eine “Urkunde” bereit, die aussah wie in fünf Minuten mit WordArt selbstgemacht, und bei der ich mich geschämt hätte sie irgendeiner Bewerbung ernsthaft beizufügen.

        Ich drücke dir die Daumen, dass aus der Zeitarbeit möglichst bald ein fester Arbeitsplatz wird!

    42. Hallo an Alle,

      was ich gerade auf Twitch (eine Streamingplattform meist für Spiele) wird due Bundestagssitzung Live gestreamt.
      https://www.twitch.tv/bundestag_de
      Damit soll die Politik näher an die jugendlichen gebracht werden. Finde ich eine super Idee.

      Die letzte Lage war wieder super, vielen Dank dafür.

      Stefan

    43. Moin,
      ich hätte noch einen Themenvorschlag für eine der nächsten Sendungen. In der FAZ vom Montag, 23.09.19 war ein sehr interessanter Beitrag von einem Palliativmediziner eines Offenbacher Krankenhauses, Herrn Prof. Dr. Sahm.
      Es geht um die ethische Bewertung der Widerspruchslösung bei Organspenden. Neben so interessanten Fakten wie: das in Belgien der Herz Kreislaufstillstand als Kriterium des Todes akzeptiert wird und damit die Hälfte aller Organentnahmen ausmachen, wird auch offen gesagt, dass es bei potenziellen Organspendern, allein zum Zwecke der Organerhaltung, zu einer Therapie — statt einer palliativen Behandlung- kommen muss. „Jeder Organspender muss also die Fortsetzung einer für ihn nicht nützlichen Behandlung vor seinem Tod zu ertragen bereit sein.“

      https://edition.faz.net/faz-edition/politik/2019-09-23/20eeab4383eb2aa51d93a3596ebc8305/?GEPC=s9

      P.S. ich habe meinen Organspendeausweis deshalb nicht entsorgt :-)

      Viele Grüße und weiter so, mit Eurer Sendung!
      Antje

    44. 26. September 2019 um 7:01 Uhr
      Oliver Wintzheimer

      Pendlerpauschale… in der jetzigen Form recht sinnlos. Meine Frau wäre das Musterbeispiel. Pendelt jeden Tag 100km ohne das Auto zu benutzen:
      – 1 km Fahrrad (5 Minuten)
      – 100 km ICE (30 Minuten)
      – 7 Minuten Tram
      Inkl. Umstiegszeiten vielleicht 65 Minuten.

      Nur: von der neuen Pendlerpauschale profitiert sie als Bahnfahrerin überhaupt nicht. Obwohl ja gerade sie davon profitieren sollte. Der Grund: der 4500€ Deckel wird nicht angehoben. Sie kann genauso viel/wenig von der Steuer absetzen wie bisher.
      Die Pendlerpauschale wird um 17% erhöht. Warum nicht auch der Deckel?

      (Natürlich wird sie von den 7% MwSt für den ICE profitieren…)

    45. Andere Podcasts (z. B. Minkorrekt, LNP, Omega Tau, etc.) verfolgen einen eher inklusiven, solidarischen Ansatz bei der Ticketstruktur für ihre Live Shows. Studenten-/Schülertickets, Supporter-Tickets um weniger vermögenden eines zu ermöglichen, etc.
      Warum habt ihr euch für den exklusiven Ansatz entschieden und ermöglicht denen, die es sich leisten können, die besseren Plätze?

      • Ehrlich gesagt liegen selbst die teuersten Tickets auf dem Niveau von zwei Kinokarten … wenn man einmal im Jahr oder noch seltener eine Lage live besucht ist das denke ich schon noch drin. Jede Fahrt mit dem Zug zu den Eltern ist ja weitaus teurer. Und wir machen die Lage nebenbei, da wäre das Prüfen von hunderten von Studi-Ausweisen für uns schlicht nicht zu stemmen. Tim als Fulltime-Podcaster hat da beispielsweise einfach viel mehr Luft.

        • Bei den solidarischen Supporter-Tickets ist keine Überprüfung irgendwelcher Ausweise notwendig. Und wie kommt ihr von dieser Prämisse auf den Gedanken, exklusive Tickets für bessergestellte anzubieten.
          Die Aussage zu Tim halte ich zudem für sehr zweifelhaft. Man könnte ja genauso argumentieren, dass er als “Fulltime-Podcaster” eher auf’s Geld schauen muss als ihr.

          • Natürlich müssen wir irgendeine Form von Nachweis kontrollieren, wenn wir billigere Tickets für Leute anbieten wollen, die sich das sonst (vermeintlich) nicht leisten können. Das wiederum schaffen wir zeitlich nicht. Auch bei Tim ging es mir nicht ums Geld, sondern um die Zeit: Wenn jemand fulltime Podcasts produziert ist einfach mehr Zeit für Extras. Wir sind froh, dass wir die Lage und gelegentliche Live-Shows stemmen können. Und es geht auch nicht um Tickets für “Bessergestellte” – die kann sich kaufen wer mag, wir reden hier schließlich nicht von Riesensummen, sondern vom Preis von zwei Kinokarten oder fünf großen Pils.

            Übrigens: Bei der allerersten Lage live hatten wir 10% Gratis-Tickets für Menschen, die sich die anderen Tickets nach eigener Einschätzung nicht leisten konnten. Ergebnis: Die Tickets waren sofort weg, aber die No-Show-Quote lag bei 100%.

    46. Hallo,
      ich finde es gut und wichtig, dass ihr immer wieder das Klimaproblem ansprecht. Mein Kommentar bezieht sich eigentlich auf die letzte Folge. Euren Appell die SUV-Fahrer anzusprechen, war meines Erachtens nach legitim. Gleichzeitig möchte ich eine offene Frage stellen, über die ihr euch gerne Gedanken machen könnt. Wenn es heißt, dass SUV fahren unnötig sei und es kaum gute Gründe gibt, solche Fahrzeuge zu nutzen, dann frage ich euch: Wieso esst Ihr tierische Produkte? Allein vom Standpunkt des co2-Verbrauchs aus wäre uns am meisten geholfen, wenn allen Menschen jedenfalls den Konsum reduzieren, wenn nicht sogar ganz einstellen würden. Gesundheitlich gibt es keinen Grund, wieso man tierische Produkte konsumieren sollte. Ich weiß, dass ihr das Thema Fleischkonsum einmal angerissen habt. Leider fand ich die dazugehörigen Ausführungen im Verhältnis zu eurer Mobilitätsdiskussion sehr mager, trotz dessen, dass mit dieser Stellschraube ein viel größerer Effekt erreicht werden kann.

    47. Ich finde die Diskussion zum Klimawandel gut und richtig und ich finde es schade, dass es in dieser Diskussion immer nur um CO2 geht. Ich persönlich fahre viel Bahn oder Fahrrad, finde aber auch die Diskussion ums SUV-Fahren nicht zielführend. Warum schauen wir uns nicht mal die 100 größten Unternehmen an und fragen uns mal, wieviel Prozent der weltweiten Emissionen von diesen 100 Unternehmen ausgehen? Wäre das nicht ein viel größerer Hebel.
      Für mich ist der Zusammenhang unserer Art zu wirtschaften, dem Zwang des ewigen Wachstums, der damit verbundenen Ausbeutung des Planeten und letztlich auch des Klimawandels total klar. Wir regen uns lieber über den SUV-Fahrer auf, weil der natürlich viel greifbarer ist, als der Vorstand von Exxon.
      Ich hoffe, dass Greta und die ganzen Kids irgendwann mal zu der Einsicht kommen, dass es keine marktkonforme Lösung für den Klimawandel gibt, dass auch die Emission von CO2 nicht als Ursache zu sehen ist, sondern nur ein Symptom sind. Wenn wir es nicht schaffen, kooperativ zu sein, anstatt immer nur in Konkurrenz zu denken, bzw. die Überproduktion und Verschwendung von Rohstoffen abzustellen und bedarfsgerecht zu produzieren, dann wird der Planet sterben.

    48. Hallo,
      hier eine Anmerkung zu einer Sache, die mir schon länger auf dem Herzen liegt. Wenn ihr von Deutschland in der Vergangenheit (bis 1945) redet, bezieht ihr euch in der Regel auf die BRD, selten auf BRD und DDR zusammen und/oder im Vergleich. Geht es um Dinge, die nur die DDR betrifft, wird von der DDR und nicht von Deutschland geredet. Das impliziert, dass das Deutschland von heute Ost und West umfasst, das Deutschland von vor der Wende aber nur die BRD. Diese Formulierungen wecken in mir, als im Osten geborenen, das Gefühl, dass die Geschichtsperspektive heute nur auf die BRD ausgerichtet ist und es keine allgemein verinnerlichte Vereinigung gibt, sondern eher ein monolithisches Fortführen der BRD-Geschichtsschreibung mit seit 1990 angegliedertem Fremdkörper. Gerade bei Themen der Gleichberechtigung, Scheidungsrecht, Selbstbestimmung der Frau etc. ist eine angebrachte Kritik eher auf die BRD als auf die DDR zu beziehen. Es wäre meiner Ansicht nach besser, dass etwas ausdifferenzierter zu handhaben. Diese Unterscheide in der täglichen Berichterstattung wirken auf Menschen mit Ost-Erfahrung wirklich befremdlich und geben einem das Gefühl, komplett übersehen zu werden.

    49. Hallo ihr Zwei,

      Vielen Dank für diese und alle Lagen. Ich freue mich jede Woche auf den Arbeitsweg, auf dem ich euren Podcast hören kann. Besonders spannend finde ich die Experteninterviews zu Themen, die so komplex sind, dass ich sie in der allgemeinen Berichterstattung nur selten erfasse (in diesem Fall das Statement zum Iran-Saudi-Konflikt)

      Auch der Komplex zum Klimapaket war sehr gut aufbereitet, wenn gleich dieses Thema natürlich sehr deprimierend ist. Zum Vorschlag “Pendlerpauschale nur für klimafreundliche Gefährte” wollte ich noch anmerken, dass das wohl schwer zu überprüfen wäre. Ich z.B. fahre die 26km für gewöhnlich mit dem Rad, nur bei starkem Regen, Glätte oder Schnee muss ich mangels Busverbindung das Auto nehmen. Wie würde ich sowas absetzen, bzw. wer prüft, wie oft ich das Rad nehme…?
      Ich finde die Lösung “30ct Erstattung pro Kilometer Arbeitsweg für Alle, ohne Steuerbezug und in Kombination einer deutlichen Verteuerung der Diesel- und Benzinpreise” die sozial gerechteste und wahrscheinlich auch wirkungsvollste Lösung.

    50. Wenn man das Dokument des Klimaschutzprogramms 2030 überfliegt, bekommt man den Eindruck, dass es viel mehr Potential bietet als bisher in den Medien dargestellt. Als Eckpunktepapier erfasst es überraschend vielfältig kritische Stellschrauben – anders als bisher in Auszügen beschrieben. Ich habe mir vorgenommen es erstmal in Ruhe zu lesen, vielleicht muss man das um nicht vorschnell enttäuscht zu sein.

    51. Themenvorschlag: Steuervermeidung
      Nachdem cum-ex/cum-cum sich ja wieder stillschweigend aus dem medialen Fokus verabschiedet hat, gibt es eine neue Studie der Uni Berkley&Copenhagen über Steueroasen und Deutschland ist trauriger Spitzenreiter mit 29% corporate tax revenue loss (66 Milliarden Dollar).
      https://missingprofits.world/

    52. Vielen Dank, dass ihr der Kritik am Klimapaket so viel Zeit gewidmet habt. Klimathemen bekommen bei euch die letzten Wochen zurecht viel Aufmerksamkeit, gerne weiter so!

      Schade fand ich, dass der Klimastreik (ich meine den internationalen am 20.09. konkret) in dieser Lage fast nur in Nebensätzen genannt wurde – in vielen deutschen Städten waren das die größten Demonstrationen, die es jemals gab, das kann man so schon Mal hervorheben… Ich mag mich täuschen, aber ich meine, dass auch die Zahl der ca. 1,4 Millionen Streikenden, immerhin also ca. jeder 60. (!!!), nicht genannt wurde. Nicht falsch verstehen, ich will dazu natürlich keinen eigenen Block, aber meines Erachtens hätte das noch zur Berichterstattung über das Klimapaket dazugehört – auch wenn es schon in anderen Medien stand. Das ist eine Kleinigkeit, aber es erscheint mir doch wichtig. Ich habe mir nicht alles doppelt angehört, sollte ich also etwas überhört haben, gerne korrigieren!

      Ich hoffe, dass ihr euch nächste Woche mit dem IPCC Report zu den Ozeanen auseinandersetzt! Dabei fand ich diesen Artikel noch ganz interessant, in dem es um Gletscher bei uns in Europa geht: https://spon.de/afznr
      Vor allem dass der Ablauf bis 2050 kaum noch veränderbar ist, war mir so nicht bewusst. Nur über 2050 hinaus lassen sich zumindest Teile der Gletscher retten, doch sie reagieren zeitversetzt, darum muss jetzt schon etwas für die Zeit nach 2050 getan werden.

    53. Der Einstiegspreis ist eindeutig zu gering, allerdings habe ich noch keine nachvollziehbare Begründung gefunden, warum der CO2 Preis sich nach dem Schaden und nicht an der Kompensation richten soll. D.h. eine Tonne verursacht Kosten von 180€, es kostet aber unter 100€ eine netto Tonne aktiv (mit Technik) aus der Luft zu filtern und sogar noch weniger, das durch Bäume zu tun.

      Mein Verständnis nach ist es egal, ob eine Tonne nicht ausgestoßen oder entfernt wird.

      • es kostet aber unter 100€ eine netto Tonne aktiv (mit Technik) aus der Luft zu filtern

        Äh Nein. Es ist möglich, CO2 an Punktquellen auszufiltern (z.B. in einem Schornstein). Die Technik, CO2 aus “der Luft” (d.h. der normalen Atemluft) zu filtern steckt noch in den Kinderschuhen, ist sehr ineffizient, energieaufwendig und teuer.

    54. Danke mal wieder für die interessante Episode!

      Ich habe eine Frage zum Fall Künast (ich bin juristisch nahezu komplett ungebildet und freue mich da jedesmal über eure Expertise):

      Ihr habt sehr deutlich gemacht, dass in dem Facebook-Post die Wahrheit im besten Fall “verdreht” wurde und Renate Künast in Wirklichkeit gar nicht die Meinung vertreten habe, dass unter Umständen Sex mit Kindern ohne Gewalt akzeptabel sei (Sie wollte nur ein Zitat richtig stellen).
      Sollte das Gericht dies überhaupt berücksichtigen, bei der Analyse der Kommentare? Die dort geäußerte Schmähkritik (oder eben nur Kritik) bezieht sich ja auf die fiktive Künast, die eben diese Meinung vertritt. Kann man denn von einem erbosten Kommentator erwarten, dass er vorher die Aussagen eines Facebook-Posts kontrolliert und eine Recherche dazu durchführt? Wenn man sich nun mit deutlichen und/oder beleidigen Worten zu dieser fiktiven Künast äußert, dann sollte man dies an der Aussage des Facebook-Posts messen und nicht daran, wie nun wirklich die Gegebenheiten waren, oder?

      Generell fand ich die von euch beschriebene Rechtslage sehr interessant und auch überraschend.
      Darf man Personen beleidigen, die eindeutig straffällig geworden sind? Wenn man Nachrichten über einen Kinderschänder auf Facebook liest und ihn dann unsachlich beschimpft, dürfte er einen dann verklagen? Und würde sich der Fall ändern, wenn es sich bei den Nachrichten um Fake News handelt?

      Ich hoffe, dass meine Frage(n) klar geworden sind.
      Meine Frage spiegelt da übrigens nicht meine Meinung wieder. Ich bin auch total verwundert, wie “Drecks…” nicht als Bleidigung verstanden werden kann… Dies Urteil schützt und ermuntert alle Shitstormer im Internet…

      Danke!

      • Ich finde deine Fragen berechtigt. Ich werde sie nicht vollumfänglich beantworten können. Aber ich versuche mal eine Annäherung ;-)

        Ich habe das Gefühl, die Rspr. befindet sich ein bisschen in einem (selbstverursachten) Dilemma: Nimmt das Gericht eine 1) “Schmähung” bzw. 2) “Formalbeleidigung” oder einen 3) Angriff auf die “Menschenwürde” an, dann entfällt in aller Regel eine Abwägung zw. Meinungsfreiheit auf der einen und Ehrschutz auf der anderen Seite. Der Ehrschutz geht vor, eine Beleidigung ist zu bejahen.

        Nimmt das Gericht allerdings keinen der oben unter 1-3 benannten Fälle an (und sei es auch noch so “knapp”…), dann soll eigentlich eine Abwägung stattfinden. Tatsächlich findet eine solche Abwägung aber dann kaum/nur ungenügend/gar nicht statt. In diesen Fällen “gewinnt” in aller Regel die Meinungsfreiheit, ist mein Eindruck. In diesen Fällen wird dem Kontext/Sachzusammenhang ein so hohes Gewicht beigemessen, dass der Ehrschutz quasi keine Chance hat.

        Ich zitiere mal das BVerfG: “Eine Meinungsäußerung wird aber nicht schon wegen ihrer herabsetzenden Wirkung für Dritte zur Schmähung. Hinzukommen muss vielmehr, dass die persönliche Kränkung das sachliche Anliegen völlig in den Hintergrund drängt. Die Beurteilung dieser Frage erfordert regelmäßig, den Anlass und den Kontext der Äußerung zu beachten (vgl. BVerfGE 93, 266 ; BVerfG, NJW 2005, S. 3274 f.). Eine isolierte Betrachtung eines einzelnen Begriffs kann allenfalls ausnahmsweise dann die Annahme einer der Abwägung entzogenen Schmähung tragen, wenn dessen diffamierender Gehalt so erheblich ist, dass der Ausdruck in jedem denkbaren Sachzusammenhang als bloße Herabsetzung des Betroffenen erscheint und daher unabhängig von seinem konkreten Kontext stets als persönlich diffamierende Schmähung aufgefasst werden muss, wie dies möglicherweise bei Verwendung besonders schwerwiegender Schimpfwörter – etwa aus der Fäkalsprache – der Fall sein kann (vgl. BVerfG, NJW 2009, S. 749 ).
        (BVerfG 1 BvR 2272/04, Beschluss vom 12. Mai 2009)

        Am Ende des Zitats werden die “krassen” Fälle als Ausnahmen umrissen, also die Schmähungen/Formalbeleidigungen, wo keine Abwägung vorzunehmen ist. Für alle anderen Fälle gilt, “dass die persönliche Kränkung das sachliche Anliegen völlig in den Hintergrund drängt.” Und nun frage ich: Wann liegt schon ein völliges Verdrängen des sachlichen Anliegens vor? Eben – eigentlich erst dann, wenn es “kippt”, wenn wir also schlimmste persönliche Diffamierungen durch Verwendung von Vulgär- und insb. Fäkalsprache haben. Aber dann sind wir wieder bei den o.g. Fällen 1-3 und brauchen nicht abzuwägen…

        Etwas konkreter: “Drecks Fotze” ist mE ein klarer Fall von Schmähung/Formalbeleidigung. Ehrverletzende Diffamierung unter Benutzung von Fäkalsprache – geradezu ein Paradebeispiel. Der Sachzusammenhang spielt keine ernsthafte Rolle mehr. Selbst unterstellt, Künast befürworte Sex mit Kindern und die Äußerung “Drecks Fotze” würde sich darauf beziehen, wäre die Äußerung mE unzulässig. Das LG Berlin hat das erstaunlicherweise anders gesehen und “musste” jetzt abwägen: Wenig überraschend “siegt” dann die Meinungsfreiheit. Das tut sie quasi immer, weil immer ein irgendwie gearteter Kontext bejaht werden kann.

        “Geisteskranke” zB könnte sich mE evtl. noch als zulässig erweisen. Vulgär- bzw. Fäkalsprache ist es nicht. Es gibt Geisteskrankheiten. Diese Bezeichnung könnte im Kontext “Ich verabscheue die Einstellung/Meinung einer anderen Person zu Sex mit Kindern” (selbst wenn das nur irrig angenommen wird) vielleicht noch als überspitzte, polemische Auseinandersetzung in der Sache durchgehen. Unter dem Motto: Die Gedankengänge der Person sind so abwegig, die Person kann offenbar nicht klar denken, sie kommt mir vor wie eine Geisteskranke…

    55. Nachklapp zu Wasserstofftankstellen für Individualmobilität: – Meldung aus 2011 –
      => sogenannte kleine Anlage
      => Kapazität von 212 kg/Tag und erlaubt bis zu 6 Betankungen pro Stunde
      oder 38 Betankungen pro Tag bei maximal 5 Minuten Wartezeit.
      => Projektkosten 1,5 Mio. €

      Das erscheint mir extrem teuer im Vergleich zu den Kosten von Ladepunkten, die dann ohne weitere Anlieferung von Brennstoffen funktionieren. Die Lesitung erscheint dafür auch eher mäßig: Nur 38 Betankungen PRO TAG mit durchschnittlich 5,5 kg.
      So etwas lohnt sich dann eher für bisher per Diesellok betriebene Bahnstrecken oder Busfuhrparks.

      NOW: now-gmbh.de | H2 Tankstelle Heidestrasse
      https://www.now-gmbh.de/de/bundesfoerderung-wasserstoff-und-brennstoffzelle/projektfinder/verkehr/wasserstofftankstelle-an-der-heidestrasse-in-berlin

    56. Hallo Philip, Hallo Ulf,

      ich bin großer Fan eures Podcasts. Seit einiger Zeit lasse ich keine Folge aus und war auch schon bei der Lage live. Sehr oft empfinde ich meine und eure Meinung als nahezu identisch. Es gibt jedoch einen Bereich, der mich besonders frustriert und zwar der Umgang mit der AfD.

      Ich würde mich freuen, wenn man einfach einen Parteifunktionär als Nazi entlarvt und dieser dadurch keine nennenswerte Anzahl an Stimmen bekommt. Leider ist dem aber nicht so, wie die vergangenen Landtagswahlen zeigen oder auch die Hochrechnungen in Thüringen. Diesen Umgang höre ich schon sehr lange und es hat sich nicht wirklich etwas bei dem Wahlergebnissen der AfD zum Positiven entwickelt – zumindest aus Sicht ihrer Kritiker.
      Als Medium mit Meinung finde ich, sollte man den Umgang mit einem politischen Gegner unbedingt ergebnisorientiert ausrichten. Führt die momentane Art und Weise zu einem Rückgang in Wählerstimmen? Können unsere Zuhörer*innen mit den von uns vermittelten Informationen eine*n AfD-Wähler*in überzeugen?
      Der Hang zum Rechtsextremismus wird nun schon seit Jahren thematisiert, führte aber nicht zum gewünschten Ergebnis.

      Hier also ein kleiner (wenig innovativer) Änderungsvorschlag:

      Der ländliche Raum in Sachsen wählte in großen Mengen AfD. Sie nehmen AfD als die Kümmerer-Partei wahr. Meiner Meinung ist das aber nur eine Wahrnehmung und nicht Realität, da der Sozialstaat unter ihnen eher eine geringere Rolle einnehmen würde (Beispiel Soli). Nimmt man der AfD den Schein des Kümmerers, so nimmt man ihr auch die Wähler (vermute & hoffe ich). Ich glaube, dass große Mengen eine Partei trotz und nicht wegen ihres Rechtsextremismus wählen. Ansonsten hätte die NPD wesentlich höhere Signifikanz.
      Ich würde mir also wesentlich mehr inhaltliche Kritik und weniger Moralische wünschen. Das bedeutet nicht, dass Letztere komplett vernachlässigt werden sollte, jedoch verspricht sie wenig Erfolgschancen im Gespräch mit einem Wutbürger. Ein Indiz für die Richtigkeit dieser Vermutung würde ich ebenso in Sachsen sehen. Kretschmer sprach mehr direkt mit Menschen über Inhalte und schwang nicht die Moralkeule. Natürlich verlor er insgesamt Stimmen, es hätte aber auch wesentlich schlimmer ausgehen können.

      Ich habe noch einen zweiten Kritikpunkt. Die AfD bekommt pauschal die Beschreibung undemokratisch oder antidemokratisch. Ich möchte dem nicht zwingenderweise widersprechen, jedoch sollte bei einer solch immensen Kritik, deren Begründung nicht entsprechend dezidiert sein? Vielleicht gab es die auch und ich habe sie übersehen. Falls dem so ist, würde ich mich über einen Link freuen. Vielleicht ist es auch für alle evident, warum das so ist, für mich aber nicht. Ich mag sie auch nicht, aber ich habe sie als Partei nie undemokratisch wahrgenommen – in Teilen sogar sehr demokratisch aktiv (bspw. Anzahl Anfragen im Bundestag).

      Über Feedback zum Feedback würde ich mich sehr freuen.

      Beste Grüße,
      Basti

      P.S: Offensichtlich wurde die AfD in dieser Folge gar nicht thematisiert, jedoch fiel mir kein anderer Kanal ein, über den ich diese Kritik hätte äußern sollen. Falls dieser existiert, immer her damit.

    57. Themenvorschlag: „Klimanotstand ausrufen“
      Hi zusammen,

      in meiner Stadt – Karlsruhe – wurde vor kurzem der Klimanotstand ausgerufen. Ich habe versucht mehr darüber zu erfahren, bin aber nicht wirklich schlauer geworden, was sich konkret dahinter verbirgt. Mich würde interessieren, ob das überhaupt etwas bringt, welche Konsequenzen das für Städte und Länder hat und ob das ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung der Klimakrise sein kann.
      Vielleicht habt ihr ja Zeit und Lust das mal näher zu beleuchten.

      VG Franziska

      • https://de.wikipedia.org/wiki/Klimanotstand

        https://meinka.de/klima-karlsruhe/#toc-8

        “Der Notstand ist an sich eine formale Situation, die so im Grundgesetz verankert ist, in der dann alles andere untergeordnet wird. Der Klimanotstand unterscheidet sich hier: Es ist keine offizielle Anordnung, an die Gesetze oder Verpflichtungen geknüpft sind, es ist vielmehr eine Art Selbstverpflichtungen mit Signalwirkung. Städte im Klimanotstand geben so offen an, die akute Bedrohung erkannt zu haben und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wie genaue diese Maßnahmen aussehen ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Karlsruhe sollen unter anderem künftige Entscheidungen zuvor auf ihre Auswirkungen auf das Klima überprüft werden. Übergeordnet ist und bleibt dabei das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Klimaerwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.”

        • Mich würde das auch interessieren, falls es Konkretes zu berichten gibt. Oder auch insgesamt die Diskussion – bringt das was? Was sagen die Politiker vor Ort? Sehr spannender Themenvorschlag, bei dem mich auch die Meinung von Philip und Ulf interessieren würde!

    58. Zum Thema Pendler-Pauschale:
      Jetzt muss ich mich nach Jahren doch auch mal zu Wort melden. Bitte bedenkt bei euren Überlegungen zur CO2-Steuer und Pendlerpauschale, dass es auf dem Land vielerorts tatsächlich keine zumutbaren Alternativen zum Individualverkehr gibt. Wenn ich also höre, dass man Klima-schädliches verhalten bestrafen sollte statt CO2-vermeidung zu belohnen klingt das wie Hohn weil ich faktisch keine Möglichkeiten habe auf was auch immer umzusteigen.
      Ich werde nicht in die Stadt ziehen in der ich arbeite und ich werde auch nicht meinen Job wechseln. Hoffe das ist nicht zu viel verlangt.
      Sehr wohl hingegen würde ich sofort auf Bus und Bahn umsteigen, wenn es nur eine Verbindung gäbe die mich unter zwei Stunden von A nach B bringt.
      Ihr behauptet immer wieder, mit den Begebenheiten im ländlichen Raum mit seiner schlechten Infrastruktur vertraut zu sein, jedoch zeigt mir eure Haltung zu Kraftstoffbesteuerung und Pendlerpauschale noch immer eine gewisse Ignoranz an der Stelle.
      Mit einer CO2-steuer auf Kraftstoffe werden Autofahrten teurer, was ok ist und mit einer erhöhten Pendlerpauschale nimmt man nur die Fahrten zur Arbeitsstelle von der Verteuerung aus – was ebenfalls richtig ist, denn man macht diese Fahren nicht zum Spaß sondern für seinen Lebensunterhalt und um seinen volkswirschaftlichen Beitrag zu leisten.
      Man sollte nicht die Berufspendler auspressen solange man nicht für praktikable Alternativen gesorgt hat.
      Die Herausforderung besteht darin, den Klimaschutz so zu gestalten, dass niemand dabei auf der Strecke bleibt – damit der deutsche Weg als Template für andere/wichtigere Staaten gelten kann.

      • Hi, danke für den Kommentar – aber haben wir denn nicht immer wieder und auch in dieser Folge sehr deutlich gemacht, wie wichtig wir den Ausbau den ÖPNV finden, gerade auch auf dem Lande? Klar, Phil ist da spontan etwas über das Ziel hinaus geschossen, aber das haben wir ja auch gleich wieder korrigiert.

        • Hi Ulf,
          stimmt schon. Dennoch kam mir das in der aktuellen Folge zu kurz, ehrlich gesagt. Man kann diese Pkw-saktionierung nicht denken ohne die gleichzeitigige Bereitstellung von adäquaten alternativen.

          Generell finde ich auch meinen letzten Satz ganz wesentlich. Alle Klimaschutzmaßnahmen mussen so effektiv und vor allem elegant sein, dass sie mustergültig werden für andere Staaten.

          Es sei noch erwähnt, dass ich seit Jahren euren Ausführungen lausche. Ihr macht echt nen tollen Job. Danke dafür..

    59. Klimakrise / Förderung
      Ich verstehe nicht, warum immer noch so gegensätzliche Signale gesetzt werden

      Wären nicht Maßnahmen besser, die klar erkennbar klimafeindliche Förderungen abbauen und klimafreundliche Lösungen unterstützen?

      -> Aufhebung der bevorzugten Dieselbesteuerung in zwei Schritten innerhalb der nächsten zwei Jahre.

      -> Einführung der Besteuerung von Kerosin in zwei oder drei Jahresschritten.

      -> Restrukturierung der wirklichen irren Kfz-Besteuerung weg von den schön gerechneten Schadstoffwerten pro Fahrzeugklasse hin zu einem System, dass kombiniert aus Fahrzeuggewicht und tatsächlichem CO2-Ausstoß einen Steuersatz auswirft, der kleine leichte Fahrzeuge bevorzugt. E-Fahrzeuge bleiben dabei befristet steuerfrei und werden danach in Gewichtsklassen eingeteilt und deutlich günstiger besteuert als Hybride/Plugin-Hybride oder Verbrenner.

      -> in diesem Zusammenhang dann auch Anhebung der Steuer auf Benzin/Diesel/Kerosin, so dass eben diejenigen, die viel verbrauchen – egal ob durch ein unnötig schweres Auto oder hohe Fahrleistungen (Strecke / Geschwindigkeit) – auch die Kosten tatsächlich spüren.

      -> CO2-Budget als Gutschrift für jeden, so dass klimafreundliches Verhalten belohnt wird bzw. bei Leuten, die bedingt durch den Wohnort/Arbeitsplatz etc. die Belastungen begrenzt werden.

      -> Ausbau des ÖPNV / deutliche Kostendämpfung für Bahntickets und vor allem Weg von den ganzen Rabattaktionen und Preisschwankungen in Abhängigkeit vom Buchungsdatum.
      Ich möchte _verläßlich wissen_, was eine Bahnfahrt kostet, egal ob ich die drei Tage, drei Wochen oder drei Monate vor meiner Abreise buche. Die Bahn muss da nicht das Spiel der Airlines mitspielen!

      -> Vorgaben für Reisekostenregelungen: Bahntickets werden _immer_ erstattet. Kfz oder Flug ist zu begründen und geht in die CO2-Bilanz des Unternehmens ein.

      • Danke für den Hinweis – verstehen wir auf der rationalen Ebene auch nicht, aber politisch schon: Die Groko will halt die Menschen “mitnehmen” und möglichst niemanden belasten. Dass sich so kaum Anreize setzen lassen nimmt sie offenbar in Kauf. Daher ja die vielen Bewertungen des Klimapakets als mutlos.

    60. Zum Thema umweltschädliche Subventionen würde mich eure Meinung zu den EU-weiten Subevntionen für die Tierhaltung interessieren. Insbesondere Milch, aber auch Fleischproduktionen werden meines Wissens nach stark subventioniert, was, hinsichtlich der Umweltprobleme, die die Tierhaltung mit sich bringt, genau so problematisch ist wie Steuervergünstigungen im Verkehrssektor. Oder übersehe ich einen wichtigen Aspekt?

    61. Vielen Dank für die ausführliche Erörterung der Causa “Künast”

      Hierzu mein Kommentar:

      Ich denke, das LG Berlin hat (mindestens) einen großen Fehler gemacht. Es hat verkannt, dass es in Bezug auf einige Äußerungen gar keiner Abwägung zw. Meinungsäußerungsfreiheit und Persönlichkeitsrecht des Betroffenen bedarf. Es gibt (Ausnahme-)Fälle, wo das Persönlichkeitsrecht regelmäßig stets obsiegt. Oder: Das Gericht hat vielleicht gewusst, dass es derartige Fälle gibt. Aber es hat verkannt, dass einige der streitgegenständlichen Äußerungen genau solche Fälle darstellen.

      Dazu das BVerfG: „Eine isolierte Betrachtung eines einzelnen Begriffs kann allenfalls ausnahmsweise dann die Annahme einer der Abwägung entzogenen Schmähung tragen, wenn dessen diffamierender Gehalt so erheblich ist, dass der Ausdruck in jedem denkbaren Sachzusammenhang als bloße Herabsetzung des Betroffenen erscheint und daher unabhängig von seinem konkreten Kontext stets als persönlich diffamierende Schmähung aufgefasst werden muss, wie dies möglicherweise bei Verwendung besonders schwerwiegender Schimpfwörter – etwa aus der Fäkalsprache – der Fall sein kann.“ (Beschluss vom 12.05.2009, Az. 1 BvR 2272/04)

      Man spricht in diesem Zusammenhang auch von (stets) unzulässigen „Formalbeleidigungen“. Das Wort sagt es schon: Eine Formalbeleidigung liegt vor, wenn schon durch „Form und Art“ der Äußerung als solche eine selbständige, beleidigende Wertung zum Ausdruck kommt.

      Nun, nehmen wir die mal Äußerungen „Drecks Fotze“ und „Stück Scheiße“. Diese sind mE geradezu Paradebeispiele für Formalbeleidigungen. Es handelt sich um ehrverletzende Vulgär- bzw. Fäkalsprache par excellence. Da spielt ein etwaiger Sachzusammenhang mit „irgendwas“ keine Rolle mehr, eine Rechtfertigung nach § 193 StGB kommt nicht in Betracht, eine Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und Ehrschutz entfällt, weil die Meinungsfreiheit bei derartig diffamierenden Schmähungen hinter das Persönlichkeitsrecht des durch die Äußerung Betroffenen zurücktritt.

      Wir könnten den „Spieß“ ja auch mal umdrehen: Was würde eigentlich noch unter den (Formal-) Beleidigungstatbestand fallen, wenn nicht Äußerungen wie „Drecks Fotze“ und „Stück Scheiße“? Mir fällt nicht wirklich was ein. Dann könnte man den § 185 StGB auch einmotten…

      Vgl. zum Ganzen auch: https://www.ra-plutte.de/faq-zum-aeusserungsrecht-tatsachenbehauptung-und-werturteil/

    62. Beleidigung – Künast:
      Herzlichen Dank für die Klarstellung – es ist wohl doch nicht ganz so einfach, wie ich als nicht-Jurist naiv gedacht hatte. Aber auch nach der Erklärung von Ulf, der ja noch sehr vorsichtig mit seinen kollegen umgegangen ist, stellt sich bei mir die Frage, ob es bei aller Auslegungsfreiheit und Schutz von Richtern vor Strafverfolgung sich nicht um einen Fall von Rechtsbeugung §339 StGB handelt.
      Wer so argumentiert, den muss man doch “…” (denkt Euch eines der Zitate aus, soweit er nur der Meinungsäußerung und deren Bekräftigung dient).
      Könnten die Richter nicht bei “hart an der Grenze” die Daten herausgeben lassen und ein Zivilgericht urteilen lassen?
      Es ist ja schon lange her, aber soweit ich weiß, wollten selbst die meisten Befürworter des Vorschlages in keinem Fall Pädosexualität fördern, sondern den Tätern eine Möglichkeit geben, sich helfen zu lassen, ohne vorher ins Gefängnis zu müssen. Ja, hätte auch nach hinten losgehen können, insofern denke ich, war es richtig, dass sie damit nicht durchgekommen sind. Und im Nachhinein verstehe ich gar nicht, warum damals nicht vile Vertreter der katholischen Kirche und ihrer Bildungseinrichtungen die Forderungen unterstützt haben. Sie sind es doch, die die immer noch Mehrfachtäter schützen – und mit der ganzen Wucht de Kirchenrechtsbestrafen (Verlust des priesterstatus), aber selbst bei klarem Wissen noch nicht alle Fälle an die Behörden gemeldet haben.

    63. Ich finde schade, dass das Thema Wasserstoff beim Klimapaket überhaupt keine Rolle gespielt hat. Das scheint mir eine bessere Alternative als Elektro-Autos zu sein. Die Schweizer sind da schon deutlich weiter als wir:
      https://youtu.be/6btZPe4SmrI

      • Brennstoffzellen sind schon seit einiger Zeit soweit, dass sie bedenkenlos verbaut werden könnten. Leider fehlt eine Lobby dafür, weil, oh Wunder, die hiesige Wirtschaft kaum Gewinn damit machen kann. Die Erzeugung von Wasserstoff ist einfach, der Betrieb simpel, sprich es gibt weniger wirtschaftliche Interessen an so einer Technik.

        Eine Herausforderung ist allerdings noch die klimaneutrale Erzeugung von genügend Wasserstoff. Elektrolyse braucht enorm Energie. Allerdings kann man den Wasserstoff in sonnen-starken Regionen erzeugen und dann einfach transportieren. Aber auch hier gilt: Wem nutzt es? Den Regionen, die viel Sonne haben. Also nicht den heutigen westlichen Industrieländern.

      • Aber bei den ganzen Vorteilen von Wasserstoff, sollte man bedenken auch Brennstoffzellen bestehen aus Platin, was definitiv auch nicht gerade umweltschonend abgebaut wird. Außerdem benötigen auch Brennstoffzellenautos Li-Ionen Akkus mit genau den gleichen Nachteilen wie bei Elektoautos auch. Natürlich wird weniger Material gebraucht, weil die Batterie kleiner dimensioniert ist aber trotzdem auch diese Mengen haben eine Auswirkung. Außerdem ist die Brennstoffzellentechnologie teuer. Mit ihr lassen sich also keine kleinen Autos ausrüsten. Also gerade bei kleinen Autos sehe ich auch in Zukunft keine sinnvolle Möglichkeit Wasserstoff einzusetzen.

    64. Lieber Philip lieber Ulf

      Ich bin ein leidenschaftlicher Lage Fan und habe wenig zu meckern, außer Kleinigkeiten und das wird dann von anderen zuverlässig übernommen.

      Eine Sache treibt mich jedoch um, ein Wunsch oder einfach auch eine Anregung zur Reflexion: die Auswahl und Gewichtung der Themen. Ich finde die Themen an sich spannend, möchte auch nicht drauf verzichten, jedoch fehlen mir die Themen die es schwer ins Rampenlicht schaffen, aber Gewicht haben.

      Ich persönlich habe da zum Beispiel die Jugendhilfe im Sinn, Arbeit der Jugendämter, Familiengerichtsentscheidungen und die absolut desaströse Situation im Pflegekinderwesen, Inklusion und in dem Zusammenhang eine große Lücke in der Rechtsprechung die Teilhabe verwehrt.

      Weiter ist die Gruppe der Alleinerziehende in unserem sozialen und politischen System benachteiligt und arm an Einfluss.

      Mir fiel in den letzten Folgen auf, dass ihr eure Meinung und Kommentare aus einer sehr privilegierten und auch männlichen Sicht fasst. Das ist absolut in Ordnung, ich habe mich aber desöfteren gefragt ob euch das bewusst ist. Hierzu Fallen mir zwei Beispiele ein . Das eine fiel kürzlich , es ging um die Erwartung dass erwachsene Menschen keine Ausrede hätten AfD zu wählen. Und ich kann das sachlich zwar unterschreiben, im Ton und im Kontext negiert es für mich aber die Abhängigkeit und Ohnmacht die unser System bei weniger Privilegierten auslöst. Die massiven Ungerechtigkeiten denen manche Menschen permanent ausgesetzt sind gehen massiv an die Psyche.
      Das zweite Beispiel war das Thema Tassismus; drei ausländisch aussehende Männer stehen am Geldautomaten. Die spannende Frage, die nicht aufkam, wäre für mich gewesen : wie geht es mir wenn da drei muslimische Frauen mit Kopftuch stehen. Und die Selbstverständlichkeit des Beispiels dass drei deutsche Jugendliche keine Angst auslösen. Ja bei euch Männern kann ich das glauben. Mir geht das sehr anders. Ich weiß es war ein persönliches Beispiel und darf daher in seiner Perspektive bleiben. Aber ihr habt die Beispiele eben auch nur in der männlichen Weltsicht gewählt und das nicht etikettiert.

      Das war jetzt etwas querbeet. Einfach mal ein Feedback. Macht unbedingt weiter, ich höre euch so gerne zu. Auch was Meinung und Appelle betrifft. Das geht nicht ohne. Ich finde es sehr erfrischend dass ihr immer mal was raushaut. Das ist nicht unangreifbar, aber eben echt. Und wer viel tut, macht viel falsch.

      Wir sehen uns in Münster. Ich bin die Mittvierzigerin in Chucks :)

      Liebe Grüße
      Patricia

    65. Thema Renate Künast: Besonders krass empfinde ich, dass das Gericht das wohl auch damit begründet, dass das Thema (Sex mit Kindern) ein großes Empörungspotential hat und daher die in den Facebook-Kommentaren verwendeten Beleidigungen rechtlich zulässig wären. Ernsthaft jetzt? Mir fallen da spontan “SUV”, “Klimakrise”, “Flüchtlinge” als Themen der täglichen politischen Debatte ein die auch ein hohes Empörungspotential haben, bedeutet das jetzt, dass ich auch in solchen “Sachdiskussionen” dann ausufernd mit Beleidigungen um mich werfen kann. Hier erodiert unsere Debattenkultur und das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz entpuppt sich als Luftnummer, wenn ein Gericht derartige unflätige Worte als zulässig ansieht. Und wären die Beleidigungen von Frau Künast “hinnehmbar” so wie das Gericht es definiert, dann hätte Frau Künast wohl kaum geklagt.

      Noch eine “Haarspalterei” zum Thema CO2: Auch wenn ich die Ziele von FFF in jedem Fall unterstütze muss ich als alter Klugscheißer anmerken, dass ein Ziel “NULL CO2 Emissionen” nur dann möglich wäre, wenn Deutschland komplett entvölkert wird, denn jeder der 80+ Millionen Menschen atmet CO2 aus. ;-) Der NULL können wir uns also bestenfalls asymptotisch annähern. ;-)

      • Für Null CO2-Emissionen muss Deutschland nicht entvölkert werden. Es sind grundsätzlich immer die effektiven Emissionen, also nach Abzug natürlicher emissionreduzierender Prozesse wie z.B. Fotosynthese, gemeint. Und damit wären Null Emissionen möglich.

        Grüße

    66. Kleine Ergänzung zum Thema “Beschimpfung” im Netz, das ihr in juristischer Hinsicht und von den Fakten her so gut beschrieben habt. Ich finde es ja ja gerade in moralischen Hinsicht besonders perfide, dass Personen, die sich auf solch niedere, primitive Weise (“… erst mal durchknattern”) äußern, sich überhaupt erdreisten, an einer Debatte über Sexualmoral teilzunehmen! Von ihrer Ausdrucksweise her könnte man ihnen da durchaus die Legitimation absprechen und argumentieren, dass es nichts weiter als tumber Hass, Aggression oder eine Persönlichkeitsstörung ist, die sie zu ihren Komentaren veranlasst hat.
      Ansonsten vielen Dank für diese und andere Sendungen

    67. Moin,

      die SUV Kritik ist ja berechtigt, aber ist es nicht genauso verwerflich wenn jemand jedes Wochenende hunderte Kilometer mit einem Kleinstwagen fährt um in einem hippen Naturschutzgebiet zu wandern? Was auch schrecklich ist, wenn man sich in jedem Kurzurlaub in ein Flugzeug setzt um sich in einer anderen Stadt zu besaufen?
      Die gelangweilte Menschheit sollte sich mal über ihren Lifestyle Gedanken machen.

      Viele gehen im Bio-Supermarkt einkaufen, machen sich aber keine Gedanken darüber was Ihr Freizeitverhalten für Auswirkungen hat. Im Berufsleben werden viele Reisen durch Skype oder WebEx Konferenzen verhindert, aber im privaten werden wir internationaler treffen uns mit Freunden aus anderen Ländern. Internationale Kontakte sind ja wirklich positiv und stehen für Offenheit aber über das wie muss nachgedacht werden.

      Moralisch sollte das wirklich bedenklich sein und sollte so langsam geächtet werden.

    68. Als Thema für eine der nächsten Lagen würde ich gern die überfällige Wahlrechtsreform für den Bundestag vorschlagen. Hier können sich die Parteien seit einer gefühlten Ewigkeit nicht auf einen Modus einigen, um die Größe der Parlamentskammer zu deckeln und ein weiteres Größerwerden zu verhindern:

      https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-04/wahlrechtsreform-bundestag-wolfgang-schaeuble-scheitern

      Jetzt hat Herr Oppermann nochmal einen Vorstoß gestartet:
      https://www.focus.de/politik/deutschland/bundestag-oppermann-fuer-zuegige-einigung-ueber-wahlrechtsreform_id_11168823.html

      • Das Problem, dass ich hier sehe, ist die Tatsache, dass genau diejenigen entscheiden sollen die es betrifft. Ich glaube niemand denkt freiwillig darüber nach wie er seinen Arbeitsplatz am besten überflüssig macht.
        Hier gehört also eine Kommission aus Fachleuten (z.B. Politikwissenschaftler) zusammengestellt und was immer da rauskommt ist Gesetz.
        Die Parteien und Abgeordneten jeglicher Colour werden sich niemals einigen, weil sie sonst ihren Einfluss selbst beschneiden.

      • Wäre ein gutes und wichtiges Thema für eine Lage, super Vorschlag!

        (Rechtsthemen sind sowieso immer die stärksten Themen der Lage!)

    69. @Ulf: Du hattest gesagt, dass es unverständlich ist, warum die Förderung der Erneuerbaren Energien vor einigen Jahren überhaupt zurückgeschraubt wurde. Viele dieser Änderungen waren Reaktionen auf die starken Kostensteigerungen durch die EEG-Umlage. D. h. der Strompreis stieg deutlich wegen steigender Einspeisung erneuerbarer Energien.

      An diesem Teufelskreis müsste m. E. etwas geändert werden, sonst stehen wir in Kürze wieder vor genau demselben Problem und Strom wird für viele zu einem Luxusgut.

      • > Reaktionen auf die starken Kostensteigerungen

        Und jeder der glaubt, dass der Umstieg auf regenerative Energie und der Abbau der alten Infrastruktur für umsonst zu haben ist, irrt. Die Frage ist eben, was kostet mehr? Der Umstieg auf neue Energieformen, oder die Bewältigung der Klimaprobleme in der Zukunft. Wenn man den Forschern glauben darf, dann werden die Kosten der mitigierenden Maßnahmen, um die Effekte des Klimawandels auszugleichen, um ein Vielfaches höher sein als jetzt den Umstieg zu schaffen. Leider ist die jetzige Form unseres politischen Systems kontraproduktiv für diesen Wandel, denn heute muss der Bevölkerung verkauft werden, dass vieles einfach teurer wird. Sind dann die positiven Aspekte zu spüren (in 10+ Jahren) ist dann vermutlich keiner der aktuellen Regierung mehr da, um die Früchte zu ernten.

      • Das stimmt, aber die Lösung kann dann doch nicht sein, weniger Ökostrom zu produzieren – stattdessen hätte man einen Zuschuss des Bundes zu den Einspeisevergütungen oder eine Abschaffung der Stromsteuer beschließen können.

    70. Zum Urteil des Berliner Landgerichts in der Sache Renate Künast.

      Das Erschreckende ist für mich, dass die beiden Richterinnen und der Richter am Berliner Landgericht über keinen inneren Kompass verfügen, der Ihnen jenseits ihrer juristischen Ausbildung signalisiert hat, dass unabhängig von jedem “Sachbezug” durch solche widerlichen Aüsserungen die Würde eines Menschen zutiefst verletzt wird und damit die Grenze des Erlaubten klar überschritten wurde. Dazu braucht man kein Jurastudium!

    71. Vielen Dank für eine neue Folge der Lage, die ich jetzt schon seit etwa 70 Folgen höre ohne eine auszulassen.

      Was mir in der Vergangenheit schon öfters aufgefallen ist: Eure Expert*innenauswahl ist generell ziemlich divers, aber bei Außenpolitik sind es nach meinem empfinden fast immer transatlantische bzw. auf der Seite amerikanischer Verbündeter stehende Expert*innen.

      Ich fand die Darstellung des Konflikts zwischen Iran und Saudi-Arabien sehr einseitig. So hat der Experte von euch unkritisiert großes Verständnis für Saudi-Arabien und dessen verheerendes Engagement im Jemen aufgebracht und gleichzeitig Iran als böse und irrationale Black Box dargestellt und den saudischen talking point übernommen, dass der Iran nicht rational, sondern ideologisch handelt. Der Iran ist bestimmt nicht ungefährlich und harmlos, aber es waren die USA, die das multilaterale Abkommen mit dem Iran zerschlagen haben, an das sich der Iran gehalten hat; und anders als der Experte im Interview es dargestellt hat: Die mit dem Abkommen aufgehobenen Sanktionen waren wegen des iranischen Atomprogramms dagewesen und nicht, um den Iran im saudischen Interesse in Schach zu halten.

    72. Guten Tag, ich mag euren Podcast sehr und möchte den immer sofort hören.

      Diesmal war mir der Block übers Klima zu ausführlich. Ja, es ist ein Thema, das eure Zielgruppe bewegt. Meine Woche hat aber nicht über 50% davon eingenommen.

      Beste Grüße #massiveKonsequenzen 🤔

    73. Hallo ihr beiden,

      wieder ein toller Podcast. Danke dafür! Kleiner Tipp: interviewt als Naher Osten-Experte doch beim nächsten mal lieber Michael Lüders. Der weiß noch ein bisschen mehr als Herr Sohns ;)

      Hier ein toller Ausschnitt in welchem Hr Lüders die Situation in 10 Minuten sehr präzise erklärt: https://youtu.be/VM9KJIKBXfM (die ersten 10 Minuten anschauen).

      • Herr Lüders hat auch interessante Bücher geschrieben zum Thema Nahost wie z.B. “Die den Sturm ernten”
        Ich fand es super, dass ihr das Thema Iran aufgegriffen habt.

    74. ##### Ladersäulen bei Mietshäuser erforderlich ####
      Unabhängig von der Förderung von Anschaffungs- und Betriebskosten von Elektroautos und öffentlicher Ladeinfrastruktur wird ein entscheidender Punkte in der Diskussion häufig nicht genannt. Nämlich Ladersäulen an der eigenen Wohnung.

      Ohne die Möglichkeit jeden Abend das E-Mobil anzuschließen, ist er für den täglichen Einsatz nicht zu gebrauchen.

      Knapp die Hälfte der Deutschen wohnt zur Miete. Diese sind darauf angewiesen, dass der Vermieter eine Ladesäule installiert.
      Solange das nicht flachendeckend der Fall, können sie sich gar kein E-Auto anschaffen. Egal wie günstig es ist. Denn selbst wenn man jetzt selber in einer Wohnung mit Ladeanschluss wohnt, kann man nicht garantieren, dass man bei einem Umzug wieder dieser glückliche Zufall eintritt.

      Somit kommt die Förderung nur für 50% der Haushalte infrage.

      Zu Lösung des Problem gab es schon auf diversen Ebenen Ansätze – nie erfolgreich.. Es wurde vorgeschlagen für alle Neubauten eine Ladermöglichkeit an den Parkplätzen vorzusehen. Leider kam das so nicht durch, da angeblich unzumutbar für die Immobilienfirmen.
      Hier wird eine riesige Chance vertan!

      Quelle
      Anteil an Mietern:
      https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=File:Bev%C3%B6lkerung_nach_Wohnbesitzverh%C3%A4ltnissen,_2016_(in_%25_der_Bev%C3%B6lkerung)_YB18.png

      • Guter Punkt. Theoretisch brauch es doch nur an 2 Punkten wirklich Ladesäulen, der Wichtigkeit nach:
        1) zu Hause
        2) bei der Arbeit

        Sofern man zu Hause nachts und tagsüber bei der Arbeit seinen Wagen laden kann, sollte man doch problemlos über die Runden kommen. Alle weiteren Ladesäulen sind dann doch zwar “nice to have” aber nicht wirklich erforderlich.

        Zu (2) liegt es stark am Arbeitgeber, inwiefern er sich als “grün” gibt. Zu (1) müsste es irgendeine Gesetzesänderung geben, die den Mietern das Recht gibt auf (eigene/geteilte) Kosten entsprechendes nachzurüsten.

        Sofern ich nicht an beiden Punkten laden kann, würde ich mir kein E-Auto anschaffen, obwohl mich der Gedanke sehr fasziniert…

    75. Hallo ihr Beiden,

      erstmal dankeschön für diesen tollen Podcast und ich höre euch wirklich sehr gerne zu.

      Zum Thema Klimapaket möchte ich noch einen Punkt ergänzen. Und zwar habt ihr den Ausbaudeckel bei der Förderung von Photovoltaikanlagen genannt. Dabei möchte ich euch auf einen interessanten Aspekt aufmerksam machen und zwar lohnt es sich zur Zeit finanziell am meisten für Eigenheimbesitzer eine PV-Anlage zu installieren und den erzeugten Strom selbst zu nutzen. Überschüssiger bzw. mangelnder Strom wird über das öffentliche Stromnetz bezogen. Unterm Strich bezahlt der Eigenheimbesitzer somit weniger Geld für Strom an den Stromversorger bzw. an den Netzbetreiber.

      Die Kosten für das Stromnetz allerdings werden (vereinfacht dargestellt) anteilig zum Strompreis für Energie addiert (ca, +30 %). Durch den weniger bezogenen Strom über das öffentliche Netz wird weniger Geld an den Netzbetreiber gezahlt, obwohl die in Anspruch genommene Leistung die gleiche ist (Verfügbarkeit + Anschlussleistung).

      Die Kosten für das gesamte Stromnetz wird nun von den übrigens, konventionellen Anschlüssen bezahlt. Dies führt zu einer “Desolidarisierung” der Netzkosten. Mieter ohne Eigenheim zahlen also zunehmend höhere Netzentgelte, da die “Eigenversorger” einen immer geringeren Anteil am Stromnetz bezahlen.

      Das führt leider, wie so oft, zu einer Umverteilung von “arm nach reich”.
      Unter diesem Aspekt, ohne angestrebte Novelle des Gesetz, kann ich eine Deckelung der PV verstehen.

    76. Hallo ihr beiden,

      Mir hat an dieser Folge besonders gut gefallen: dass ihr uns die ganze Hintergrundgeschichte zusammengetragen habt, die zu dem Welt-Artikel und anschließenden Facebook-Post geführt haben. Wie weit die Historie zurückreicht, fand ich sehr bemerkenswert…

      Was ich mir als Thema für eine der nächsten Folgen wünsche: eine Bestandsanalyse, was uns das Entgelttransparenzgesetz (ihr hattet über dessen Einführung berichtet…) eigentlich gebracht hat bzw. wie sich der neue Anspruch auf Auskunft in der Praxis bewährt hat: Gibt’s Erhebungen dazu, wie viele Männer und Frauen vom Auskunftsrecht Gebrauch gemacht haben? Wie sehen die Auskünfte der Firmen dazu aus? Wie viel Transparenz entsteht durch diese relative Novelle wirklich und welchen Equal-Pay-Effekt hat sie (wenn überhaupt einen)?
      Ich wäre an einem Beitrag und eure Einordnung hierzu sehr spannend.

      Herzliche Grüße und macht weiter so!

      • Liebe Madeleine,

        ich schließe mich deinem Wunsch an. Ich kann sogar eine Link liefern. Er führt dich zum „MONITORING“, welches extra begleitend eingerichtet wurde.

        https://www.monitor-entgelttransparenz.de/

        …Gefühlt würde ich einen weniger anstrengenden Ansatz empfehlen als den gesetzlich angedachten. Mitgliedsantrag bei der zuständigen Gewerkschaft. …

        Danke für deine aufgeworfenen Fragen, insbesondere die folgende:

        Was hat es uns bis jetzt wirklich gebracht?

        Ich weiß nicht, ob bei Dir persönlich eine Equal Pay Problematik vorliegt..Geht mich auch nix an.

        Ich kann Dir aber aus eigener Erfahrung sagen : Als Single Mensch und erwerbsfähiger Leistungsberechtigter im SGB2 gibts satte 424, 00 € im Monat.
        In meiner „Peer Group“ fühlt man sich zwar oft echt mies, aber dass liegt nicht am Gender Pay Gap. Alles equal ..bundesweit und voll transparent. :-)

    77. Heute habe ich mich das erste mal daran gestört, dass ihr bei den Themen sehr weit ausgeholt habt und wie ich es empfunden haben euch zu sehr in Details verloren habt.
      Grundsätzlich finde ich es natürlich sehr gut, wenn ihr detailliert ein komplexes Thema erklärt.
      Konkret: Die Pendlerpauschale empfinde ich nicht als soo wichtigen Teil des Klimaentwurfs, auch wenn sie als Beispiel für deutsche Klimapolitik dienen kann.
      Der Fall Renate Künast hat mir auch zu viel Zeit eingenommen. Ich freue mich immer, über ein bisschen Fachwissen aus der Justiz, aber ich empfand es als zu umfangreich.
      Und zum Schluss noch der Nerd-Talk zum Banking. Ich glaube das Thema interessiert euch einfach sehr, aber zur Lage der Bundesrepublik gibt es deutlich wichtigere Themen.

      Ich teile das Gefühl, das ich in ein paar Kommentaren herausgelesen habe, dass eure subjektiven Meinung zu viel Einfluss auf die Themen hatte.
      Einen Kommentar am Schluss finde ich immer sehr gut, aber wie gesagt hatte eure Meinung zu viel Einfluss auf die Folge.

      Liebe Grüße

    78. Hallo zusammen,

      also wenn irgendjemand die OpenSource Idee aus dem Podcast umsetzen möchte wäre ich gerne als ehrenamtlicher Programmierer dabei.

      Die Idee eine Organisation zu gründen nur um indirekt an die Bankdaten zu kommen ist perfekt.

    79. Themen für die nächste Sendung die ich mir wünsche, wären wohl:

      – Polizeigewalt gegen Klimaaktivist*innen in Hamburg
      – Thunberg, Trump und Merkel beim UN-Treffen. Spöttische Kommentare und zwei Flugzeuge.
      – Boris Johnsens Supreme Court-Schlappe
      – Nachtrag noch zum peinlichen Bernd Höcke Video?
      – Connewitzer Neonazitäter als JVA-Beamter?
      – Stand des sogenannten “Bamf-Skandals” der letztlich keiner war
      – Seenortrettung und endlich erfüllt die Kirche mal ihre Jobbeschreibung

      Soll ich weiter machen?

    80. Hallo liebes Lage-Team,
      seit 8 Wochen verfolge ich wöchentlich euren Podcast, da meine Cousine mir diesen empfohlen hat und ich finde ihr leistet wirklich sehr tolle Arbeit! Vielen Dank dafür!
      Ihr habt das Thema E-Autos auch bereits öfter angesprochen, allerdings kommen diese in eurem Podcast meiner Meinung nach viel zu gut weg. Grundsätzlich stimme ich vollkommen mit euch über ein, dass es so nicht weiter gehen kann und klimafreundliche Alternativen zu Autos ein absolutes Muss sind. ABER E-Autos verursachen zum einen große soziale Probleme in den Abbaugebieten des Lithiumkarbonates, welches für die Akkus benötigt wird. Zum anderen zerstört der Bau der Wasserbecken für deren Gewinnung ganze Ökosysteme. Also nur weil sie hier in Europa vielleicht keine so hohen Emissionen ausstoßen, sind sie aber dennoch kein guter Ersatz für die von fossilen Brennstoffen betriebenen Autos, da die Probleme erneut nur wieder ausgelagert werden.

      Außerdem habt ihr in der Lage diese Woche kurz Offshore-Windparks angesprochen. Und ja der Lärm den die Windräder draußen auf dem Meer verursachen stört vielleicht keine menschlichen Anwohner, allerdings sehr wohl die im Meer lebenden Lebewesen. Hier vor allem Säugetiere wie Delfine und Wale, deren Echoortung durch die durch das Wasser geleiteten Geräusche erheblich gestört wird. Die Gebiete der Windparks werden großflächig gemieden und stehen oftmals an wichtigen Paarungsgebieten etc.. Der Bau dieser Parks widerspricht daher oftmals der Vorstellung von Artenschutz.
      Ich hätte außerdem noch eine Anregung für die nächsten Lagen, vielleicht könntet ihr die EU-Subventionen für Landwirtschaft mal genauer erläutern, da diese ja denke ich eindeutig die falschen Präferenzen setzen, wenn es um ökologische und klimafreundliche Landwirtschaft geht und unsere lieben Politiker das Thema im Zuge des Klimakabinetts nicht aufgegriffen bzw gemieden haben.
      Vielen Dank schon mal und liebe Grüße

      • Hi Jule, das Thema E-Autos hatten wir wirklich schon bis zum Gehtnichtmehr, und in der Tat ist die bottom line, dass das die beste aller problematischen Lösungen ist. Noch besser sind natürlich nicht-individuelle Mobilität oder das Radl.

      • Hallo Jule,

        … ich möchte ausdrücklich Danke sagen für den Hinweis, dass die fortbestehenden Zielkonflikte in nicht hinreichend bedacht wurden. Transformationsdesign beginnt mit einem Gespür für die Komplexität. Den Themen Wunsch zeigt mir, das Du jemand mit Gespür bist.

        Meine Bitte wäre folgende: Verschwende keine Minute mit dieser Koalition und groove Dich auf die neue Kommission ein. Ganz wichtig dabei Außenhandel der EU. BEVOR Keine Lösung vorliegt, würde ich LITHIUM Import mit Auflagen verknüpfen. DIE Vorgaben für die Flotte, um straffrei zu bleiben würden somit der Verpflichtung gekoppelt, mit größter Sorgfalt und den höchsten Standards die Rohstoffe zu gewinnen. Man könnte die Kohle- Bergleute unter Aufsicht der IGBCE im Auftrag von VW ins Abbaugebiet entsenden. STATT MARKTMANIPULATION LESEN WIR VIELLEICHT FOLGENDES: VOLKSWAGEN UND DIE MENSCHEN AUS DEN KOHLEREVIEREN BEWEISEN, DASS ES TATSÄCHLICH MÖGLICH IST ENTLANG DET GESAMTEN WERTSCHÖPFUNGSKETTE NACHHALTIGES HANDELN UND WIRTSCHAFTLICHEN ERFOLG, ZU VERKNÜPFEN UNTER WAHRUNG DEUTSCHER ARBEITSSCHUTZ- und UMWELTSTANDARDS . DER WOHLSTAND IM ABBAU GEBIET HAT SICH SPÜRBAR VERBESSERT. ES WIRD GEMEINSAM NACH GEEIGNETEN INVESTITIONSFORMEN GESUCH, UM DEN GRÖßTEN Photovoltaik Park der Geschichte zu errichten. Es ist aufgrund des EU ARTENSCHUTZ PAKTES ZU EINER SPEKTAKULÄREN ENTWICKLUNG GEKOMMEN… ON SHORE ANLAGEN PARKS SIND VON EU FÖRDERUNG AUSGESCHLOSSEN, WENN BEREITS EU FÖRDERMITTEL AUS DEM EHEMALIGEM FISCHEREI FOND FÜR DEN MUTTER SCHUTZ GEFLOSSEN SIND. RICHTIG GELESEN: DIE DELFIN- und WALPOPULATION könnte sich dank intelligenter Neuausrichtung europäischer FÖRDER TÖPFE ungestört fortentwickeln.
        Das nächste Ziel wird nun sein, unsere Landwirtschaftlichen Betriebe aus Zwängen von INVESTOREN zu befreien, die den strengen Auflagen der neuen ELER und EFRE PROGRAMME NICHT STANDBALTEN KÖNNEN. WAS HABEN WIR GETAN? Nun wir haben zunächst BEHÖRDE FÜR TRANSFORMATIONSDESIGN GEGRÜNDET – eine volkseigener RETTUNGSSCHIRM – MEGATREUHAND 2.0. … WIR HABEN DIE TIERBESTÄNDE IAN DIE BEDARFE GEKOPPELT. AUßERDEM HABEN WIR SYSTEMATISCHE ENTKOPPLUNGEN VORGENOMMEN.
        – FRUCHTFOLGENMANAGEMENT, BODENERTÜCHTIGUNG, WALDMANAGEMENT UND VIELES MEHR HABEN ZU EINER AUFWERTUNG DER VOLKSEIGENEN HERANGEHENSWEISEN GEFÜHRT
        UND ZU EINER DURCHDACHTEN BEWIRTSCHAFTUNG. MIT SCHONZEITEN FÜR TIER UND BAUM.. NUR MUT JULE, WIR SCHAFFEN DAS.
        MIT HILFE von LANDWIRTEN, FORSTWIRTEN UND klugem Marketing und Geduld.
        EU GELDER WERDEN NUN ERST AUSGESCHÜTTET, WENN FLÄCHE, TIERWOHL UND KONSUM HINREICHEND NACHHALTIG UND KONKRET VERRECHNET WURDEN.
        P E A C E ;-)

    81. Lieber Ulf und Philip, kann es sein dass die neue Folge im Lage+ feed einige Stunden später erschien als im “normalen”? Mein Client “PocketCasts” auf iOS zeigte mir auch nach refresh im “+” Feed keine neue Folge, aber als ich den Normalen abonnierte war sie bereits da (Montag). Im Plus feed bekam ich sie erst heute (Dienstag) Nacht (der notification nach)

    82. Zur SUV-Debatte:
      Warum redet ihr nur über SUV bzw. handelt die Debatte ausschließlich davon?
      Es gibt noch viele weitere Fahrzeugklassen bzw. Fahrzeuge, die überdurchschnittlich laut, groß und umweltschädlich sind!
      Was ist der Unterschied zu einem 7er, RS6 oder 911? Diese Fz werden genauso wenig « gebraucht » wie ein SUV!
      Wenn es darum geht, was wir wirklich « brauchen », würden wir alle nur noch Hyundai i10 und Fiat Panda fahren.

      • Wurde auch schon in der letzten Folge thematisiert:
        SUVs wurden als Beispiel genommen, da sie aktuell eine hohe mediale Präsenz haben, als Segment am stärksten wachsen und stark beworben werden.
        Die Grundthematik kannst du aber gerne auch auf Pick-Up Trucks, Busse und Sportwagen übertragen – die Probleme bleiben die Gleichen.
        Es gibt immer begründbare Ausnahmen, aber nicht jeder Fall ist eine Ausnahme.

      • Die genannten Fahrzeuge sind zum Glück eine Randerscheinung. Momentan sehen wir aber ein Trend dahin gehend, dass quasi alle anderen Fahrzeugklassen, also vor allem auch Kompakte und Kombis, durch diese (oft nur äußerlich) voluminösen, wenig aerodynamischen Fahrzeuge in der Breite ersetzt werden.

        Nicht jeder Kombi ist sicherlich sinnvoll. Die Fahrzeugform ist aber deutlich effizienter und wurde in der Regel gekauft, wenn man wirklich Platz brauchte. Weniger wegen des Status. Und wer hätte vor kurzem gedacht, dass selbst der Passat auf der Kippe steht (ob es noch einen komplett neuen Nachfolger gibt, steht in den Sternen). Der Verkauf ist komplett zusammengebrochen und hat Emden in Existenznot gebracht. Das macht auch vor dem Kleinwagen nicht halt. Die werden auch alle zum SUV/”Cross”

        Wir sind wirklich kurz davor, dass alle anderen Fahrzeugklassen aussterben. Und wenn alle schon SUV fahren, braucht’s natürlich noch mal größere Varianten um sich hervorzuheben usw. Wir folgen da dem Trend in den USA (aber auch in China). Die US-Hersteller fertigen für den Heimatmarkt nur noch Schrankwände.

        Die gesellschaftlichen Dimensionen sind einfach ganz andere. Und die Kritik an der SUV-Mode, bedeutet ja nicht, dass diese anderen Modelle bejubelt werden. Aber selbst bei solchen Modellen (911er vielleicht mal ausgenommen) geht der Trend zum noch protzigeren PS-starken SUV, der da noch mal einen draufsetzt. Aber man muss auch sagen, dass der Bully-Trend in manch vermeintlich alternativeren, gehobeneren Milieus auch nicht ganz unproblematisch ist. Das setzt dem ganzen noch mal einen drauf und wird oftmals ehrlicherweise auch nicht wirklich gebraucht.

    83. Hallo,
      Ich habe letzte Woche ein super Video von MaiLab gesehen über das was die Politik laut der Wissenschaft tun solte im Bezug auf den Klimawandel. Es geht um den CO2 Preis und wie man diese Maßnahme zum Klimaschutz durch eine Klimadividende sozial gerecht gestalten kann.
      Das Video ist wirklich informativ und für mich klingt das was MaiLab erzählt super plausibel. Ich wüsste gerne was ihr davon haltet. Hier der Link :

      https://youtu.be/4K2Pm82lBi8

    84. 24. September 2019 um 18:34 Uhr
      Robert Kuberski-Stolz

      Hallo Jungs, um 2019 Lastspitzen beim Download abzufangen, gibt es eine interessante Lösung, die nennt sich Cloud. Dort gibt es Automatismen (Load Balancer), die genau so etwas verhindern sollen. Ich denke, ihr wisst das, musste nur schmunzeln, wegen des Kommentars “da kommen die Server ins Schwitzen” 😉

    85. Bezüglich der SUV Debatte:
      Ich schätze solche klaren Positionierungen sehr, klare Statements sind mir viel lieber als solch tendenziöses Gerede.

      Ihr leistet großartige Arbeit mit dem Podcast, ich bin ein riesen Fan <3
      Beste Grüße

    86. Ich störe mich ein bisschen an der Gleichsetzung von Pädophilie und Pädokriminalität/Pädosexualität

      Dies wurde früher gleichgesetzt nur aktuell ist klar dass weder aus Pädophilie Pädokriminalität (sprich Kindesmissbrauch) folgt (siehe auch http://www.kein-taeter-werden.de), noch ist jeder der Kinder missbraucht pädophil (laut den letzten bekannten Zahlen sind dies sogar nur je nach Untersuchung 25% bis 50%, der Rest hat keine sexuelle Präferenz für Kinder, “greifen aber auf diese zurück” weil die sich nicht wehren können)…

      Meiner Meinung nach ist es hier an der Zeit sein Vokabular ebenso zu überdenken wie dies auch bei der Benutzung von “Schwul” oder “Behindert” als Schimpfwort passiert ist.

      Die Gleichsetzung von Menschen die eine sexuelle Präferenz für Kinder haben (diese sucht sich niemand freiwillig aus) und Menschen die Kinder missbrauchen sort meiner Auffassung nach zu einer massiven Stigmatisierung obwohl eine offene Diskussion über diese Problematik mal notwendig wäre…

      Die Zeit hat in ihrem Podcast zum Thema Sex hierzu einen sehr guten Zweiteiler veröffentlicht der dieses sehr heikle Thema meiner Meinung nach extrem gut aufarbeitet:
      Teil 1:
      https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-06/paedophilie-sexualitaet-neigung-kindesmissbrauch-taeter-praevention-gefuehle

      Teil 2:
      https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-07/paedophilie-sexuelle-neigung-kindesmissbrauch-taeter-sexpodcast

      Klar ist es nur ein kleiner Teil der Episode aber es würde mich freuen wenn ihr hier demnächst eure Wortwahl dahingehend überdenken könntet.

      • Wichtiger Hinweis! Ich weise auch immer wieder darauf hin, sprachlich sensibel und differenziert bei der Diskussion von psychischen Erkrankungen sowie deren (nur teilweise existierenden) Zusammenhang zu Gewalt zu sprechen. Genauso wenig, wie man allgemein sagen kann, dass psychische Erkrankungen ein Gewaltrisiko bedeuten (es kommt auf die Erkrankung an), kann man Pädophilie und Sexualstraftäter nicht gleichsetzen. Das jetzt Mal nur so als Beispiel, bei dem ich mich immer zu Wort melde, ist natürlich ein sehr einfacher Vergleich gerade.
        Julia Shaw hat der Pädophilie in ihrem Buch “böse” ein Kapitel gewidmet, das ich sehr spannend fand. Gibt’s auf Spotify kostenlos als Hörbuch, falls es jemanden interessiert. Und natürlich als Buch. Wäre bestimmt auch Mal eine spannende Interviewpartnerin.

    87. IRAN – bitte Thema erneut aufgreifen und Hintergrund beleuchten

      Lieber Ulf, lieber Philipp,

      für eure wirklich engagierte und dedizierte Arbeit erst mal vielen Dank. Die LdN bereichert seit Monate meiner Woche und meine Perspektiven. Weiter so!

      ABER (Soll es wirklich rein lobende Kommentare geben? Eine Legende! *smiley*)
      ich halte es für brandgefährlich jemanden zu Wort kommen zu lassen, der in seiner Rhetorik die Schwarz-Weiß-Hymne SA-USA-Iran aufrecht erhält. (Bsp.: Iran = Regime, SA = Königshaus, … eindeutige Verzerrung durch Wortwahl) Ebenfalls wird der Iran als Provokateur bezeichnet, obwohl er lediglich Reakteur ist. Bevor ich zu weit aushole: BITTE holt eine zweite Position ein, die das Geschehen nüchterner zu beschreiben vermag.

      Vor jedem Krieg werden erst Feindbilder geschaffen. Jemanden zu Wort kommen zu lassen, der Feindbilder schürt…davor bitte bewahrt euch in Zukunft. Vor allem ohne die Geschichte klar wiederzugeben. Der Herr sagte, dass Iran jetzt Stärke zeigen möchte, nachdem das Atom-Abkommen einseitig aufgekündigt wurde um seine Interessen durchzusetzen. Vielleicht hätte jemand dazu sagen sollen, dass die Aufkündigung des Atom-Abkommens alle Sanktionen erneut in kraft treten lässt und die sich gerade erholende Volkswirtschaft erneut mit den Rücken an die Wand stellt. Dann müsste man nämlich anmerken, dass der Iran sich verteidigt… und erst zuletzt, und das macht ihr immer schön, kommt dann die moralische Bewertung des Verhaltens und der Methoden ALLER Akteure.

      Ich empfehle dringend Michael Lüders heranzuziehen und zu Wort kommen zu lassen. Bzw. mindestens seine Bücher anzusprechen.

      • Ganz genau.
        Warum lädt man überhaupt den Saudischen Propagandaminister Sebastian Sons ein???
        Lange nichts mehr so tendentiöses gehört, und das will in diesem Medienumfeld schon was heißen.

      • Verschwörungstheoretikern wie Michael Lüders und Jürgen Todenhöfer sollte im Podcast kein Raum geboten werden.

        • Danke für den Einwand Peter, den ich absolut teile.

          Jedoch wäre mir neu, dass Michael Lüders ein Verschwörungstheoretiker ist. (Den Jürgen Todenhöfer mal ausgeklammert, da ich ihn weder kenne noch Werke von ihm kenne)

          Magst du dein Urteil ein mal ausführen bzw. referenzieren? Heutzutage ist “Verschwörungstheoretiker” immerhin keine leichte Anschuldigung.

          In den Werken von Michael Lüders habe ich dafür keine Grundlage entdeckt. Ebenso würde es mich doch sehr wundern, wenn das Auswertige Amt Herrn Lüders als Berater beauftragt, sollte dein Urteil zutreffend sein.

    88. Schöne Folge; ich fand es jedoch schade, dass der Iran (hier im Interview auch) quasi immer als einziger Akteur dargestellt wird, auf den die anderen irgendwie reagieren müssten. Das geht meiner Beobachtung nach stark an der Realität vorbei und zeichnet automatisch (wenn auch sicherlich unbeabsichtigt) ein verzerrtes Bild der Gesamtsituation.

    89. Sehr geehrter Herr Buermeyer & Herr Banse,
      warum welchseln sie immer noch zwischen dem Begrifflichkeiten „Klimawandel“, „Klimakrise“ und „Klimakatastrophe“?

      Mit freundlichen Grüßen
      Florian K

    90. Warum reden wir eigentlich nur über die CO2-Bepreisung und nicht über die anderen (noch viel schädlicheren) Treibhausgase? Und in dem Sinne dann vor allem (!) über Landwirtschaft anstatt nur über Verkehr (der natürlich auch diskutiert werden muss). Dem Fleischkonsum und der Verwendung von Düngemitteln sollte doch eine viel größere Bedeutung im aktuellen politischen Diskurs zukommen! Dazu einen Kommentar von einem Spiegelartikel (https://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/co2-bepreisung-steuer-oder-emissionshandel-hilft-dem-klima-mehr-thread-956509-3.html)
      Und wenn wir vom Verkehr reden, warum wird nicht kritisiert an den vorgeschlagenen Lösungen (z.B. Aufstockung der Zahlen an Ladesäulen für E-Autos), dass diese eine sehr schlechte Öko-Bilanz in Produktion und -Entsorgung aufweisen? Vielleicht fehlen mir hier aber auch nur Informationen, dann wäre ich sehr dankbar um Korrektur!

      Vergissesnicht 17.09.2019, 13:21 schreibt:

      Gibt es dafür einen Plan?
      „In Deutschland entfallen 88,2% Prozent der Freisetzung von Treibhausgasen auf Kohlendioxid, 6,0 Prozent auf Methan, 4,2 Prozent auf Lachgas und rund 1,7 Prozent auf die F-Gase (im Jahr 2016).“
      https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/treibhausgas-emissionen/die-treibhausgase
      METHAN
      „Die durchschnittliche Lebenszeit in der Atmosphäre beträgt um die 12,4 Jahre, wesentlich kürzer als die von CO2. Trotzdem macht es einen substanziellen Teil des menschgemachten Treibhauseffektes aus, denn das Gas ist 25-mal so wirksam wie Kohlendioxid. Lebenszeit in der Atmosphäre beträgt um die 12,4 Jahre.“
      6 % mal 25-mal so wirksam = 150 % !
      LACHGAS (Distickstoffoxid)
      „Die durchschnittliche Lebenszeit in der Atmosphäre beträgt etwa 121 Jahre. ist aber 298-mal so wirksam wie CO2 und macht daher einen auf die Menge bezogen überproportionalen Teil des anthropogenen Treibhauseffektes aus. Lebenszeit in der Atmosphäre beträgt etwa 121 Jahre.“
      4,2 % mal 298-mal so wirksam = 1250 % !
      F-GASE (HFKW, FKW, SF6, NF3)
      Viele fluorierte Kohlenwasserstoffverbindungen (F-Gase) sind selbst im Vergleich zu Methan und Lachgas extrem treibhauswirksam. Auch ihre Verweildauer in der Atmosphäre ist enorm lang.
      1,7 % mal extrem treibhauswirksam = ? %

      Ok, die Lebensdauer von CO2 kann bis zu 1000 Jahre betragen. Also liebe Politiker, bitte die anderen Treibhausgase nicht vergessen, denn das bringt kurzfristig mehr. Und die Zahlen stammen vom Umweltbundestamt!”

      • Hallo Nick,
        du hast Recht, dass die andere Gase eine nicht zu vernachlässigende Belastung darstellen.
        In diesen Sachen hat unsere schon Regierung Handlungsfähigkeit bewiesen, denn es gibt einen sog. Phase-Down für Kältemittel in Klimaanlagen, Wärmepumpen und dgl., siehe z. B. hier: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/dokumente/munzert_bmub_9.9.15.pdf

        Es wird die Verfügbarkeit von Kältemittel per Gesetz gedämpft, zur Veranschaulichung liegen die Werte für solche Gase in CO2-Äquivalent vor.
        Aber gegenüber CO2 ist dies auch einfacher, da diese Stoffe einem aufwändigen Herstellungsprozess unterliegen. Damit kann man bei Import und/ oder Produktion leicht an einigen wenigen Punkten lenkend bis dämpfend eingreifen – das geht mit CO2 nicht (Setz’ dich ins Auto oder den Zug, dreh die Heizung hoch, iss Fleisch: Zack, CO2 und Methan.)

        Leider hat unsere Regierung, wie alle Regierungen davor, die Zeichen der Zeit ignoriert, um mit vorausschauenden Maßnahmen rechtzeitig lenkend einzugreifen.

    91. Kann ich als Privatperson am geplanten Emissionshandel teilnehmen, bzw. ein Unternehmen oder eine Genossenschaft gründen? Diese könnte dann spendenfinanziert Rechte “wegkaufen” und somit die Emissionen künstlich drücken. Somit wäre ein tiefer Preis nicht tragisch, sondern eher förderlich.

    92. Moin Philip und Ulf,

      ich möchte mich wirklich einmal für euren Einsatz und eure fundierte Recherche zu den unterschiedlichsten Themen bedanken. Ein politisches und fachliches Engagement wie das Eure ist nicht selbstverständlich und gehört gewürdigt.
      Voller Vorfreude freue ich mich jede Woche auf die neue Folge “Lage der Nation”.

      Auch wenn ich in der finalen Meinungsäußerung nicht immer euer Meinung bin, schätze ich doch sehr eure Recherche, Aufbereitung und Betrachtung der einzelnen Themenfelder.
      Entgegen einiger Kommentare unter den einzelnen Folgen bin ich auch nicht der Meinung, dass ihr in der Aufarbeitung der Fakten zu politisch vorgehen würdet, bzw. dass ihr eure Meinungen zu stark einfließen lassen würdet.
      Ich habe selten Recherchen oder Podcasts gelesen bzw. gehört,die die Fakten neutraler und unabhängiger aufarbeiten, um eine einheitliche Diskussionsgrundlage zu schaffen.
      Lediglich in der auf den Fakten basierenden finalen Bewertung lasst ihr eure Meinung einfließen, was ich sehr gut und hilfreich finde – schließlich höre ich deshalb euren Podcast.

      Nun zu dem konkreten Thema des Gerichtsurteils im Falle Künast:
      Auch hier habt ihr die Fakten wieder sehr akkurat erarbeitet und aufgeführt.
      Alles Ausführungen bezüglich Frau Künasts Äußerungen, den Artikeln in der Welt und bei Facebook, sowie der Wahrnehmung der Öffentlichkeit sind, denke ich, korrekt wiedergegeben und sehr gut recherchiert.
      Basierend auf diese Fakten, lässt sich, denke ich, zweifelsfrei bestätigen, dass der betroffene Facebook Post Unwahrheiten enthält und die unter dem Post getroffenen Beiträge beleidigend, diffamierend und ehrverletzend sind – das ist unstrittig und moralisch auch nicht hinnehmbar.

      Was das Gericht aber anmerkt ist, dass die beleidigenden Äußerungen auf Facebook nicht die individuelle zivilrechtliche Person Renate Künast angreifen, sondern die öffentliche Person Renate Künast als Grünen-Mitglied.
      Sprich, das Gericht geht davon aus, dass diese Äußerungen äquivalent getroffen würden, wenn die Person, die falsch zitiert wurde, nicht Renate Künast, sondern bspw. Joschka Fischer, Anton Hofreiter oder Annalena Baerbock seien.
      Demnach, urteilt das Gericht, seien die Beleidigungen und Diffamierungen kein persönlicher Angriff auf den Menschen Renate Künast, sondern auf die öffentliche Rolle, die Renate Künast bekleidet(e). Da dies aber im Rahmen einer (mehr oder weniger) sachlichen Debatte über ein politisches Themenfeld stattfand (also unabhängig von dem Menschen Künast), urteilt das Gericht, dass Frau Künast, als Vertreterin dieser öffentlichen Rolle als Politikerin, auch sehr weit überzogenere Diffamierungen ertragen muss, da hier das Recht der öffentlichen Meinungsäußerung höher zu bewerten sei, als der Schutz der öffentlichen Rolle Renate Künasts.

      Diese Bewertung sehe ich persönlich auch darin bestätigt, dass niemand wirklich annimmt, dass Frau Künast in irgendeiner Weise geisteskrank, pädophil oder ähnliches sei, sondern auch im öffentlichen Diskurs offensichtlich ist, dass es sich bei den Beiträgen auf Facebook, um dumme, politische Beleidigungen handelt und keine Unterstellungen, die tatsächlich das Ansehen von Frau Künast riskieren würden.

      Dementsprechend ist diese allgemeine Verrohung der Sprache für mich ein offensichtlich moralisches und gesellschaftliches Thema, was angesprochen gehört, aber kein Strafrechtliches gemäß §§185-188 StGB.

      Wie seht ihr das unter diesen Gesichtspunkten?
      Ich würde mich über einen kurzen Kommentar von eurer Seite freuen und freue mich jetzt bereits auf die nächste Folge. ;)
      Sorry für den langen Kommentar..

      Danke und viele Grüße,
      Florian

      • Da die „öffentliche“ Künast schwerlich „hergenommen“ werden könnte, kann damit aber nur die private gemeint gewesen sein.
        Und einem „ins Hirn Geschissenen“ kann so zwar der Zweifel an seinem intellektuellem Vermögen unmissverständlich kommuniziert werden, aber der Anwurf „Drecksfotze“ ist immer eine inhaltsleere Herabwürdigung. Die vom Landgericht bemühte generelle Berechtigung seiner Benutzung in Diskussionen über Sexualstrafrecht ist totaler Hirnschiss.
        Armer Ulf: Wer solche Kollegen hat muss sich bis zur Lächerlichkeit verbiegen.

      • Also selbst wenn du dich verbiegt bleiben es ehrverletzende Beleidigung gegen die Person, auch wenn du versuchst durch deine Betrachtung der öffentlichen Rolle die Person austauschbar zu machen.
        Und es trägt auch nicht zur Versachlichung einer Debatte bei, wenn man so wie du versucht Beleidigungen zu verharmlosen, sonst könnte ich dir auch ein paar an den Kopf werfen und anschließend behaupten es bezog sich nur auf deine öffentliche Rolle als Kommentator der Lage und du als Person seist ja austauschbar gegen einen anderen Kommentator mit demselben Standpunkt.

    93. Hi,

      ich verfolge und beschäftige mich nun schon längere Zeit mit der Klimadebatte und habe das Gefühl es geht bei den Verhaltensänderungen immer nur um eine komplette Abkehr (Umstieg von Auto auf Fahrrad, ÖPNV etc.) oder klimafreundlichere Neuanschaffungen. Dabei kann doch jeder mit bereits vorhandenem Anfangen. Nehmen wir das Auto, bereits in der Fahrschule (zumindest war das bei mir so) wird einem beigebracht ökologisch zu fahren, z.B. nicht sehr schnell beschleunigen, vorausschauend fahren indem in Staus genügend Abstand gehalten wird und man mit konstanter Geschwindigkeit rollen kann usw. In der Wohnung kann auch durch intelligentes Heizen gespart werden, oder die Duschzeit kann reduziert werden, es gibt genügend Ratgeber dazu. Das alles ist für jeden möglich ohne dabei an Lebensqualität einzubüßen und ich bin mir sicher, keiner von uns ist schon an seinem Optimum. Damit könnte auch eine angemessene CO2-Bepreisung abgefedert werden und dann in den nächsten Jahren wenn eine Neuanschaffung nötig ist, kann eine sparsamere Variante gewählt werden.
      Das ist bei weitem nicht ausreichend, sollte aber vielleicht auch einmal bedacht werden.

      • Grundsätzlich halte ich es ebenfalls für einen richtigen Ansatz, AUCH diese kleinen Maßnahmen zu ergreifen. Man könnte das eigentlich auch als selbstverständlich sehen. Allerdings sagt man das schon seit mindestens 15 Jahren als der Film von Al Gore erschienen ist und passiert ist dann doch wenig. Es ist einfach aller-aller-höchste Zeit dass sich es sowas wie einen Wandel gibt und nicht immer nur klein-klein hier und da was gemacht wird.

        • deshalb soll der Anreiz im Verbrauch zu sparen auch durch einen angemessenen CO2-Preis geschaffen werden. Der Verbraucher sieht direkt an der Zapfsäule (auf der Gasrechnung) was ihn sein verhalten kostet. Es ging mir bei meiner Aussage hauptsächlich darum zu zeigen, dass es nicht immer eine Entlastung geben muss, sondern auch einfache Verhaltensänderungen helfen können. (Beispiel Thema Land und die Notwendigkeit des Autos)

          Ich bin auch der Meinung es muss endlich etwas passieren, auch wenn es unangenehm wird.

      • Hi Dominik,

        ich mag deinen Ansatz und gebe dir vollkommen Recht, dass das jeder machen sollte, um einen möglichst geringen individuellen Footprint zu haben.

        Es ist aber auch so, dass das alleine nichts ändern wird und bei weitem nicht genügt.
        Eine kleine Verhaltensänderungen alleine wird nichts an der Klimakrise ändern, wir brauchen große Ansätze, wenn wir der Situation überhaupt noch Herr werden wollen.

        Was ich vielmehr kritisiere ist, dass wir uns viel zu sehr auf Anpassungen in der Zivilbevölkerung konzentrieren und die Industrie (insb. Flugverkehr, Touristik & Landwirtschaft) komplett ignorieren, obwohl der Hebel hier viel höher wäre als beim Individualverkehr..

        Florian

        • Ich weiß natürlich das ist nur ein kleiner Teil. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass die Kosten für das Klima nicht immer im Geldbeutel spürbar sein müssen, wenn nur entsprechend das Verhalten geändert wird. Die Gelder die für die Entlastungen verwendet werden sollen, sind meiner Meinung nach viel besser in Infrastruktur, Forschung etc. aufgehoben.

    94. Wenn Ihr es für legitim haltet, SUV-Fahrer zu konfrontieren, sollte man dann nicht auch jeden, der aus der Metzgerei oder ausm McDonalds kommt, zu seinem Fleischkonsum ansprechen?

      Oder eher nicht, weil Ihr zwar keinen SUV fahrt, aber selber Fleisch esst?

      Kann es sein, dass Ihr Euch Eure Apelle so aussucht, dass Ihr selbst nicht betroffen seid?

      • Hermann Josef Abs hat mal gesagt: „Ungefragt zögere ich“.
        Ulf und Phil sollten mal drüber nachdenken.

      • 25. September 2019 um 9:18 Uhr
        Alexandra Schubert

        Vorweg: Ich finde es nicht nur legal, sondern auch legitim, dass Ihr eine Meinung habt und sie im Podcast klar äußert. Die “Lage” ist keine reine Nachrichtenzusammenfassung der vergangenen Woche, sondern bewertet sie auch. Ich bin alt genug, um zu entscheiden, ob ich Eure – wie üblich ordentlich begründete – Meinung teile oder nicht. In diesem Fall nicht.

        Es klang oben schon einmal an: Wo verläuft die Grenze? Wann ist es angemessen, eine Person wegen eines empfundenen Fehlverhaltens anszusprechen und wann nicht? Abgesehen davon, dass auch ich das Fahren übertrieben sperriger und sprithungriger Autos (mögen sie heißen wie sie wollen) für komplett idiotisch halte, finde ich es unangemessen, nach Blockwartmanier durch die Stadt zu flanieren und die Leute belehren zu wollen. Beim Modethema “SUV” mag sich die Hörerinnenschaft dieses Podcasts noch einig sein, dass diese Fahrzeuge der Grund allen Übels der Welt darstellen und das asoziale Pack, das sie fährt, mal kräftig zurechtgewiesen wird, aber wie ist es mit anderen Themen? Eine Kreuzfahrt ist noch verwerflicher, weil die Passagiere hier nur zum Spaß im Wesentlichen einmal im Kreis fahren und nicht einmal eine Ausrede haben, irgendwo was erledigen zu wollen. Da wäre es doch mehr als angemessen, sich an der Gangway aufzubauen und die Leute auf ihr verwerfliches Handeln anzusprechen.

        Fleischkonsum im Besonderen und Massentierhaltung im Allgemeinen hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck, zu dem im Vergleich ein Atombombenabwurf wie eine Renaturierungsmaßnahme wirkt. Trotzdem empfände ich es als unangemessen, von Pommesbude zu Burgerbräterei zu pilgern, um den Leuten ins Gewissen zu reden. Ja, ich weiß, wir sollen respektvoll und in Frageform an unser Gegenüber herantreten, aber der missionarische Charakter bleibt erhalten.

        A propos missionarisch: Die beiden Damen von Jehovas Zeugen, die jeden Samstag an meiner Tür klingeln, haben für mich auch nur Respekt übrig und fragen mich Dinge, zum Beispiel: “Glauben Sie, das Jehova Kriege verhindern kann?”, “Wissen Sie, dass Sie mit Ihrer Freundin in Sünde leben?”, “Wollen Sie den Weg zum Heil finden?” Die wollen nur mein Bestes. Die handeln allein aus Sorge um meine Seele. Da ist es doch mehr als in Ordnung, dass sie mich jeden Samstag aus dem Schlaf klingeln.

        Ist es nicht.

    95. Moin,

      eine kurze Anmerkung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung: Ich höre die Lage seit Jahren mit Begeisterung und habe – wie vermutlich viele andere Hörer auch – meinen Sonntag so eingerichtet, dass eine Stunde für die Lage frei bleibt. Da habe ich die nötige Ruhe, was manchmal unter der stressigen Arbeitswoche nicht so gegeben ist.

      Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass die Umstände eine Veröffentlich am Wochenende teils nicht zulassen. Gleichzeitig gibt es mit Sicherheit viele Hörer, die es Euch hoch anrechnen werden, wenn ihr weiterhin versucht am Sonntag die Lage hochzuladen.

      • Wir veröffentlichen die Lage normalerweise freitags oder samstags, aber das lässt sich leider nicht immer einrichten – die Alternative wäre, dass die Folge entfiele, was wir auch nicht gut fänden. Aber Du kannst ja die Folge auch ein wenig später hören, wenn dann mehr Ruhe ist – meistens ist sie dann ja immer noch aktuell.

        • Ein Entfallen ist tatsächlich die denkbar schlechteste Option. Danke für deine umgehende Antwort!

        • Natürlich möchte ich auch nicht, dass die Lage entfällt. Gleichzeitig möchte ich Christians Anliegen unterstützen. Vielleicht wäre es eine Option, dass Ihr den Termin der Veröffentlichung zuvor bekannt gebt, wenn der sich deutlich nach hinten (also bspw. auf Sonntag sehr spät oder Montag) verschiebt…. dann könnte man sich als regelmäßige Hörerin darauf einstellen.

    96. Zum PSD2-Hack:

      Ich finde die Idee großartig und sollte sich (hier in der Lage-Hörerinnen-Community?) eine Gruppe finden/bilden, die gemeinnützig eine solche Lösung anstrebt, würde ich mich sofort an der Entwicklung beteiligen wollen.

      • Servus in die Runde,

        ebenfalls zum PSD2-Hack: Sofern rechtlich wasserdicht und regulatorisch machbar, wäre ich sofort und gern bei einer möglichen Umsetzung dabei!

    97. Hallo,
      es mehren sich die rechtlichen Zweifel an dem Klimapaket, insbesondere an dem geplanten Emissionenshandel. Verschiedene Gutachten von Stiftung Umweltenergierecht und Öko-Institut bezweifeln die verfassungsrechtliche Zulässigkeit.
      Auch Umweltrechtsexperte Hartmut Gaßner von der Kanzlei GGSC spricht von großer Rechtsunsicherheit: „Erstens wird diese Bepreisung zwar Emissionshandel genannt, vermutlich aber de facto als Steuer einzuordnen sein.“ „Zweitens sollen bislang Produktionsmittel zur Erzeugung von Energie besteuert werden, nicht direkt die Verbraucher. Spätestens seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur sogenannten Kernbrennelementesteuer ist aber klar, dass nicht Produktionsmittel, sondern nur Güter des ständigen Bedarfs mit einer Verbrauchssteuer belegt werden können, für deren Erhebung der Bund die Gesetzgebungskompetenz hat.“

      Wäre ein für Laien verständlich rechtliche Analyse der Vorschläge nicht etwas für Eure nächste Podcast-Folgen? Euer juristischen Sachverstand empfinde ich immer als einen tollen Mehrwert in den Debatten.

      https://stiftung-umweltenergierecht.de/wp-content/uploads/2019/07/Stiftung_Umweltenergierecht_WueBerichte_43_Ausweitung-EHS.pdf

      https://www.oeko.de/presse/archiv-pressemeldungen/2019/co2-emissionshandel-fuer-verkehr-und-gebaeude-mit-festpreis-verfassungsrechtlich-riskant/

      https://twitter.com/PfeifferCarsten/status/1176109276760301568

    98. Das mit dem Klima beschäftigt mich schon länger. Ich wohne im ländlichen Raum und werde bald ein Auto brauchen, um zur Arbeit zu kommen. Nach langer Recherche bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass das überall so hoch angepriesene E-Auto überhaupt nicht so klimafreundlich ist und das alternative Antriebsarten oft viel klimafreundlicher sind. Erdgas zum Beispiel wird mit dem normalen Verbrennungsmotor, der überall verteufelt wird, verbrannt, obwohl man mit Erdgas klimaneutral fahren kann (Vorausgesetzt man tankt Biogas/Biomethan aus nicht fossilem Abbau). Ich kann zu diesem Thema eine sehr gut recherchierte Reportage vom BR empfehlen, die versucht haben, zu erfahren, warum diese Antriebsarten ignoriert und nicht gefördert werden. Die Autoren bezeichnen dies als “Skandal”. ( https://youtu.be/bQWypxCd7ec ) Würde mich freuen, wenn ihr das mal ansprecht, vielleicht findet ihr ja da noch etwas heraus. SG

      • Danke für den Tip, die Reportage werde ich mir ansehen.
        Mich würde bei einem Fall wie deinem interessieren, warum es in dem unbedingt ein Auto sein muss und was an öffentlicher Infrastruktur geschaffen werden müsste, damit der ÖPNV eine ernsthafte Alternative für dich darstellen würde. Ich würde mich freuen wenn du uns dazu ein paar Zeilen schreiben würdest.

        • “Unbedingt” ist ein starker Begriff und ich finde, dass oftmals zu sehr aus Sicht der Großstadtbewohner gedacht wird.

          Mein Beispiel: Ich wohne in einer Kleinstadt nord-östlich einer Großstadt. Mein Arbeitsplatz ist am Südende der Stadt. Ca. 20 km PKW-Distanz und je nach Verkehrs- und Baustellenlage in 25-35 Minuten Fahrzeit. Mit ÖPNV ist die reine Fahrzeit >1h und mit 1-2 Umstiegen verbunden. Dazu kommen Wartezeiten, verpasste Anschlüsse und weniger flexible Zeiten. Auf dem Nachhauseweg liegt ein Supermarkt, Bäcker etc., so dass ich alle Erledigungen auf diesem Weg ohne Umweg machen kann.

          Wenn ich mal zum Shoppen in die Stadt fahren will, dauert die Fahrzeit mit ÖPNV in die Innenstadt ca. 25 Minuten. Wegen der Parkplatzsucherrei ist man mit dem Auto nicht viel schneller ABER das Busticket kostet pro Person und Fahrt knapp 4 €. Um am Wochenende also mal eben in die Stadt zu fahren, würden wir zu zweit knapp 16 € bezahlen. Nimmt man mal 0,30 € Fahrtkosten je km an, liegen die Spritkosten bei 6 €. Für die verbleibenden 10 € kann ich (tagsüber) etwa 6 Stunden parken. Abends noch deutlich länger.

          Für meinen Arbeitsweg ist die Anbindung per ÖPNV zu schlecht. Dazu kommt, dass der ÖPNV auch noch sehr voll und damit der Komfort niedrig ist. Des Weiteren ist das Monatsticket preislich nicht sonderlich attraktiv (insbesondere da wir in >80% der Fälle als Fahrgemeinschaft zu zweit fahren). Als Nicht-Dauerkarteninhaber ist es dann auch noch unwirtschaftlich den ÖPNV für andere Fahrten zu nutzen (s. Beispiel zum Shoppen).

          • Raphael, ich finde, dein Beispiel zeigt sehr gut, wie eine höhere CO2-Steuer bzw. Abgabe oder wie auch immer wirken würde. Deine Argumente sind Zeit und Geld. Zeit würde sich zunächst Mal nichts ändern, beim Geld schon – vielleicht würdest du dann trotzdem die Stunde Fahrt in Kauf nehmen, weil ein (klimafreundliches) Auto bzw. Benzin um einiges teurer wäre, das Parken evtl. auch teurer. Selbst emissionsfreie Autos wären wahrscheinlich dann doch teurer als das Auto, je nach zB Strommix bei E-Autos. Geht aber bestimmt nicht nur dir so, sondern vielen, die dann öffentlich fahren. Nach etwas Chaos wäre dann hoffentlich über den Co2-Preis sowie deswegen, weil mehr Leute öffentlich fahren, das Geld drin, den ÖPNV weiter auszubauen und ihn vielleicht sogar zu verbilligen. Manchmal habe ich das Gefühl, das wird vergessen – der ÖPNV kann nur besser werden, wenn ihn möglichst viele möglichst oft nutzen. Da ist dann, hoffentlich, im 4€ Ticket so viel mehr drin. Ich brauche zu Teilen meiner Familie mit dem Auto (nur Carsharing allerdings) 15min, öffentlich ca. 45min. Ich verstehe das, das nervt. Aber manchmal denke ich mir, ich muss da jetzt den ÖPNV Mal unterstützen und kann 45min auch ab… Das ist wirklich kein großes Opfer, das ich da bringe, und ich mache es auch nur selten … Das ganze hier hat auch nicht so richtig die eine Message und ich will auch nicht unbedingt widersprochen… Einfach nur Gedanken, die ich mir mache. Einfach als Wortchaos Mal in den Raum hier geschmissen, vielleicht kann mich da ja jemand gedanklich abholen.

          • Ah ja, mit dem Ausbau des ÖPNVs würden dann beide Argumente nicht mehr so sehr ziehen – Geld s.o., Zeit durch Ausbau hoffentlich verbessert. Vielleicht sogar der Komfort…
            Und Gedanken Mal zusammengefasst: Wäre es nicht sinnvoll, wir klimasensiblen wurden alle Mal so handeln, als gäbe es die CO2-Steuer schon, in ausreichender Höhe? Dann unterstützen wir zumindest mit unserer Kaufkraft ökologische Lösungen… Und da gehört dann der ÖPNV dazu, aber natürlich auch das emissionsfreie Auto…

            Ich hoffe, ihr könnt damit was anfangen, das ist jetzt etwas querbeet.

    99. Wie immer sehr gute Folge!

      Etwas konstruktive Kritik zum Klimateil:
      (1) Bei der Einschätzung des Klimapaket der Bundesregierung zitiert ihr Mojib Latif, der das Paket als unzureichende kritisiert. Inhaltlich stimme ich ihm zu, jedoch würde ich euch raten, die richtigen Experten zum richtigen Thema zu zitieren. Herr Latif (den ich sehr schätze) ist ein Klimawissenschaftler, d.h. er hat Ahnung über physikalischen Abläufe, die Beschaffenheit des Klimas und die Folgen der Erwärmung. Jedoch ist er kein Umweltökonom, der seriös die Folgen des Klimapakets auf die Emission abschätzen kann. Schließlich wird ja auch nicht Herr Fuest (vom Ifo) gefragt, wie die Atmosphäre funktioniert … Da ich selbst Volkswirt bin, wollte ich das mal loswerden, damit ihr eure eigenen Einschätzungen in Zukunft besser untermauern könnte.

      (2) Inhaltlich haben sich viele auf den zu niedrigen CO2-Preis des Pakets fokussiert und das auch kritisiert, was es bei euch auch der Fall war. Es gibt Stimmen (z.b. hier https://twitter.com/tom_krebs_/status/1176151894571606016?s=20) finden, dass das eine Verengung der Debatte ist und dass die positiven Wirkungen der angekündigten Infrastrukturinvestitionen zu wenig Beachtung in der Debatte gefunden haben. Da würde mich mal eure Einschätzung (auch über die Debatte in den Medien) interessieren.

      • (3) Bei der Motivation, warum die Regierung das Klimapaket jetzt vorstellt, habt ihr nur das Paris-Abkommen erwähnt. Genauso wichtig (und sehr wenig in der öffentlichen Debatte erwähnt) ist die sogenannte “Effort Sharing Regulation” der EU (https://ec.europa.eu/clima/policies/effort/regulation_en). Die erstreckt sich auf die Sektoren, die nicht im EU-Emissionshandel integriert sind, also vor allem Verkehr und Wärme. Diese Regulierung besagt, dass wenn Länder die vorher definierten Ziele nicht erreichen, müssen diese Emissionsrechte von anderen EU-Ländern kaufen, die die Ziele übererfüllt haben. Wenn Deutschland seine Emissionen nicht bald deutlich reduziert, fallen womöglich Milliardenbeträge an, die wir whr. osteuropäischen EU-Staaten zahlen werden.

    100. Moin,
      nur ein ganz kleiner Einwurf, weil ich beim Hören des Wortes “Klimawandel” bei euch im Podcast immer kurz hellhörig werde. Wandel ist eigentlich viel zu verharmlosend. Treffender und vielleicht auch viele Menschen aufweckender ist der Begriff “Klimakrise”, in welcher wir uns ja auch befinden. Ich würde mich freuen, wenn dieses Wort bei euch Einzug findet.
      Viele Grüße

    101. Das EEG gilt (auch bei euch) ja als ziemlich erfolgreich. Was sagt ihr zu dem Einwurf von Justus Haucap (https://forschergeist.de/podcast/fg071-wirtschaft-und-wettbewerb/): Er legt dar, dass durch die Förderung des EEG und damit den Ausbau der erneuerbaren im Energiesektor viele CO2-Zertifikate frei wurden. Dadurch wird das eingesparte CO2 einfach wo anders ausgestoßen. Also wurde kein CO2 eingespart, sondern hauptsächlich der Austoss verlagert.

      • Finde ich nicht plausibel, denn die Zertifikate berechtigen ja nur zur Emission, und niemand wird mutwillig CO2 ausstoßen, nur weil er es darf. Mit anderen Worten: Die Einsparungen sind sicher, der Verbrauch an anderer Stelle eher theoretisch. Außerdem wäre das wenn überhaupt nur eine Kritik am Zertifikate-System und nicht an umweltfreundlicher Stromerzeugung.

        • Der Einwand ist aber schon (zum Teil) berechtigt, da die gesamte europäische Energieversorgung unter den EU-ETS fällt. Solange es einen (wenn auch niedriegen) positiven Preis gibt, wird diese Tonne emittiert. Das ist eine Fehlkonstruktion im EU-ETS, die Zeit Jahren bekannt ist und die man versucht hat in den letzten Jahren mit verschieden Maßnahmen zu begennen, wie z.B. der Löschung oder Herausnahme von Zertifikaten.

          Dass das EEG effektiv war, also in den Anteil der Erneuerbaren in Dt. deutlich erhöht hat, steht außer Frage. Dazu kommt, dass die Förderung in Deutschland auch die Technologiekosten für Wind und PV erheblich hat sinken lassen, was nun der gesamten Welt zugute kommt und sehr wichtig für die weitere Dekarbonisierung ist.

    102. Ich finde die Kommentare zu den alten Folgen nicht mehr. Sind sie absichtlich nicht mehr erreichbar? Oder bin ich zu blöd?

    103. THEMA UMWELTPAKET
      Hat irgendwer geglaubt es würde eine zukunftsfähige Entscheidung getroffen? Jetzt, wo konsens herrscht, dass wir keine Zeit mehr verlieren dürfen? Lächerlich das Ganze. Ich schäme mich jeden Tag aufs Neue meinen Kindern unter die Augen zu treten und fühle, ob dieses Klimapäckchens, eine innere Lähmung. Was sind wir alle zynisch, wenn wir glauben, dass dieses Papier einen ersten Schritt darstellt. Es ist eine Nebelkerze. Nichts weiter.

      THEMA KÜNAST
      Ulf und Philip, euch war so daran gelegen den Hintergrund zu diesem Fall darzustellen. Ist aber überhaupt nicht nötig, denn ich zitiere sinngemäß hier mal meine Eltern/ Großeltern, Holger Klein und jeden Menschen mit einer intakten Sozialisation: Wer Anstand hat, schreibt soetwas nicht!
      Das ist asozial und an der Sache vorbei. Dinge wie “gehirnamputiert” oder “geistesgestört” sind schon schwerwiegend genug, könnten aber entschuldigt werden. Der ganze andere Kram hat nichts mit einer Diskussion zu tun und ist zutiefst persönlich verletzend. Frau Künast hat Recht und dieses Urteil ist nicht nachvollziehbar – es gehört von der nächsthöheren Instanz einkassiert und die Hasskommentatoren rechtlich belangt.

    104. Hi Ihr,
      kurzer Gedankeneinwurf: Die Erhöhung der Pendlerpauschale wird sehr wenige Fahrradfahrer treffen, da dies erst ab 21 km Distanz zählt. Diese Strecke im Stadtverkehr wird von den wenigsten gefahren. Gerade der Fahrradverkehr aber sollte bei der Verkehrswende eine entscheidende Rolle spielen, denn dort sind die CO2 Emissionen gleich 0.

      Ansonsten wiedermal eine klasse Sendung in der auch verschiedene Seiten beleuchtet werden.

      • Das mit dem “ab dem 21. Kilometer” kann ich nur bestätigen. Bringt also für 99% aller Fahrradfahrer auf dem Weg zur bzw von der Arbeit leider gar nichts.

    105. Danke, dass ihr am Ende des Klimathemas noch die soziale Ungerechtigkeit der Erhöhung der Pendlerpauschale thematisiert habt. Das hätte ich mir am Anfang der Bewertung gewünscht, weil die soziale Gerechtigkeit auch ein wichtiges Kriterium für die wissenschaftlichen Berater der Bundesregierung darstellt und angeblich auch für die Politiker der GroKo. Und nun ist wieder eine Umverteilung von unten nach oben dabei herausgekommen. Zudem hättet ihr noch die Klimadividende als Instrument ins Spiel bringen können: einfach zu verstehen, transparent und sovial gerecht. Davon ausgehend gibt es sicher Härtefälle, für die man eigene Regelungen hätte erfinden müssen. Im Kern hätte man dieses Modell ( CO2-Preis mit Klimadividende ) den Wählern aber sehr gut verkaufen können und es hätte Wirkung gezeigt. Nun können sich vor allem die Besserverdienenden Autopendler freuen. Denn auch wenn die Erhöhung der Pendlerpauschale für alle Verkehrsmittel gilt, so wird es wohl kaum Menschen geben, die mehr als 20km mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

    106. Seit Kurzem kann ich die Lage nicht mehr über meine Podcast Apps hören und muss auf Spotify Zurückgreifen, wo es einwandfrei abgespielt wird. Bin ich da alleine?

    107. 24. September 2019 um 7:41 Uhr
      Kersten Kalischefski

      Kurze Hinweis zur Pendlerpauschale: die ist bei 4500€ gedeckelt, aber nur wenn man nicht mit dem Auto fährt.

      Generell: man merkt halt, dass jahrelang geschlafen wurde. Je nachdem wo man wohnt lässt es sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut pendeln oder aber fast gar nicht. Ich selbst wohne in einer Stadt mit ICE-Anschluss, mit Fahrrad brauche ich Max. 15 Minuten zum Bahnhof. Dann 40 Minuten Zugfahrt für ca. 100km, anschließend noch Max. 15 Minuten Fußweg.
      Sobald man aber in einem Dorf wohnt und erst mal zum Bahnhof muss oder der Arbeitsplatz eher am Stadtrand liegt sieht es ganz anders aus. Dann kann man pro Weg mit Öffis, soweit sie überhaupt fahren, auch mal 1 Stunde draufschlagen. Hätte man da in der Vergangenheit investiert statt zu sparen könnte man viel leichter höherer Preise für CO2 nehmen.

    108. Hallo Ihr beiden – Ihr wisst, ich bin ein echter Fan Eures Podcast und treuer Hörer. Trotzdem möchte ich an dem überaus heiklen Beispiel Künast mal kurz eine Sorge adressieren, die mich immer mal wieder anspringt beim Hören: Ihr neigt manchmal ein bisschen zu stark zur politschen Eiferei. Im Falle von Künast (die ich ebenfalls sehr schätze) fand ich das mal wieder spürbar, vor allem aber taugt der Fall um zu sehen, wie das dem Anspruch Eurer Sendung schaden kann (auch wenn ich es nicht grösser machen würde als es ist, nur eine kleine Manöver-Kritik/Sorge). Die Argumentation des Landgerichts stützt sich ja wesentlich auf die vermeintliche Tatsache, dass Künast vor 30 Jahren diese Aussage zur Rechtfertigung von Sex mit Kindern getätigt habe. Nun gebe ich Euch recht, dass sie das formal nicht getan hat, argumentationslogisch und sprachlich formell nicht. Habt Ihr richtig herbeigeleitet, wie das später verzerrt wurde. Aber ich finde ihr habt dabei zwei Dinge übersehen, die bei einer abgeklärten Einordnung des Gerichtsurteils wichtig gewesen wären: 1) politische Einordnung: Künast hat das damals ja nicht als neutrale Beobachterin korrigierend reingerufen, sondern als Mitglied der grünen Partei, in der diese Vorschläge erarbeitet wurden. Tatsächlich hat diese Haltung der Grünen zum Thema Sex mit Kindern damals erheblichen Schaden verursacht und zu einem Klima beigetragen, in dem zahllose Kinder missbraucht wurden. Ich finde die Grünen (und die Hippie-Bewegung als solche) haben sich bis heute nicht in angemessener Weise dazu positioniert, also konkret z.B. entschuldigt. 2) Kontext der Debatte damals: ich bin mir sicher, dass auch vor 30 Jahren der ergänzende Zwischenruf von Künast als inhaltliche Positionierung wahrgenommen wurde, und nicht nur als formelle Korrektur (u.a. weil es so ein stark aufgeladenes Thema war – da würde ich der Argumentation des Gerichtes folgen). Selbst wenn das formell als Unterstellung gewertet werden müsste. Das hättet Ihr meiner Ansicht nach nüchterner abwägen sollen in der Bewertung. Und nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: natürlich finde auch ich die Äusserungen ggü Künasst völlig intolerabel und in keiner Weise in Ordnung. Was schade ist an dieser Tendenz, zu der ihr manchmal neigt, ist dass es die Glaubwürdigkeit dieser Beiträge untergräbt, man nimmt es im Zweifel als politisch motiviertes Statement wahr und nicht mehr als gut aufbereitete Erörterung.

      • Hi Stephan, danke für Deinen Kommentar und vor allem die ehrliche Sorge um die Lage!

        Ich muss gestehen, dass ich mich über die Wahrnehmung des Blocks geärgert habe. Denn wir haben gerade versucht, das Thema sehr objektiv darzustellen und insbesondere herauszuarbeiten, dass die Welt 2015 einen ziemlich unfairen Artikel gebracht hat und der dann in dem Facebook-Post nochmals zugespitzt wurde. Ich weiß nicht so recht, warum dieses Bemühen um eine Rekonstruktion der Fakten als “politische Eiferei” wahrgenommen wird, zumal weder Phil noch ich irgendwie mit den Grünen oder mit Renate Künast verbandelt sind (ich war sogar eine Weile SPD-Mitglied). Aber wir müssen wohl damit leben, dass es so rübergekommen ist.

        Aber zu Deinen konkreten Punkten:

        Tatsächlich hat diese Haltung der Grünen zum Thema Sex mit Kindern damals erheblichen Schaden verursacht und zu einem Klima beigetragen, in dem zahllose Kinder missbraucht wurden.

        gewagte These … nach meiner Kenntnis ist Pädophilie eine Störung der Sexualpräferenz, die Mensch (meist: Mann) nun einmal hat oder auch nicht. Man überlegt sich ja nicht morgens in der U-Bahn, dass man heute doch mal ein Kind vögeln könnte, sondern manche Menschen finden Kinder nun einmal sexuell anziehend, weil sie entsprechend pathologisch disponiert sind. Ob eine sehr kontroverse Diskussion in einer Partei vor diesem Hintergrund wirklich dazu geführt hat, dass “zahllose” Kinder mehr als leider ohnehin schon missbraucht wurden? Scheint mir nicht plausibel.

        Ich finde die Grünen (und die Hippie-Bewegung als solche) haben sich bis heute nicht in angemessener Weise dazu positioniert, also konkret z.B. entschuldigt.

        Das trifft so nicht zu, vielmehr war Anlass des Artikels in der Welt ja gerade eine Art “Wahrheitskommission” der Berliner Grünen, wo man diese dunkle Vergangenheit aufgearbeitet hat.

        Ich bin mir sicher, dass auch vor 30 Jahren der ergänzende Zwischenruf von Künast als inhaltliche Positionierung wahrgenommen wurde, und nicht nur als formelle Korrektur (u.a. weil es so ein stark aufgeladenes Thema war – da würde ich der Argumentation des Gerichtes folgen).

        Nein, weil Künast eben an diesen Diskussionen nicht beteiligt war, die stammten ja aus dem Landesverband NRW und gerade nicht aus Berlin, und so wie ich das Protokoll aus der AGH-Sitzung verstehe hat das auch damals niemand falsch verstanden. Die Positionierung wurde Künast vielmehr gerade erst 30 Jahre später von der Welt untergeschoben. Das macht die Berichterstattung ja so perfide – was das LG wohl übersehen hat.

        • “nach meiner Kenntnis ist Pädophilie eine Störung der Sexualpräferenz, die Mensch (meist: Mann) nun einmal hat oder auch nicht” – das stimmt; bis auf den Punkt “meist: Mann”.

          Tatsächlich gibt es keine belastbaren Studien, die eine Sexualprävalenz belegen; das hat mehrere Gründe:

          1. Viele Studien beziehen ihre Daten aus Kriminalstatistiken und Gerichtsakten und versuchen dann zu extrapolieren – nur sagt das halt nicht viel über die Anzahl der Menschen mit pädophilen Neigungen aus, da ein sehr großer Anteil niemals irgendwelche Straftaten in dem Kontext begehen würde.

          2. Und gerade wenn man wie in 1. arbeitet, ist die Dunkelziffer bei Frauen ist extrem hoch, da das bis heute nicht ernst genommen wird. Das ist die gleiche Problematik wie bei häuslicher Gewalt o.Ä. – man traut Frauen sowas einfach nicht zu, weil sie sind ja Frauen; sie würden niemals etwas böses und wenn doch, dann könnten sie das nicht, denn sie sind ja klein, schwach, blond und naiv (überspitzt formuliert). Und ob der weibliche Sexualtrieb wirklich vorhanden ist und sie zu sowas bringen könnte…
          Darüber hat man ja noch vor 50 Jahren ernsthaft debattiert und daraus folgernd hat man lange Zeit Täterinnen und männliche Missbrauchsopfer nicht ernstgenommen, weil das halt nicht gepasst hat – das Muster Mann→Mädchen war derart vorherrschend, das ein Großteil des Unpassenden einfach als Schrei nach Aufmerksamkeit abgetan wurde.
          Durch Erfahrungen aus Anlaufstellen und anderen Hilfseinrichtungen wissen wir heute, dass die Zahl der Missbrauchsopfer durch Frauen relevant ist und man bei der Zahl der Täterinnen bei weitem nicht mehr von “Einzelfällen” sprechen kann (wie das bspw. noch in der Wikipedia steht).

          3. Und außerdem sagen 1. und 2. immer noch nichts über die Anzahl und das Geschlechterverhältnis von Menschen mit pädophilen Neigungen aus, da ein großer Anteil trotz eines hohen Leidensdrucks niemals straffällig werden würde. Und zu diesen Werten gibt es aus nachvollziehbaren Gründen auch praktisch keine belastbaren Daten.

        • Hallo Ulf – ich hätte vielleicht etwas präziser formulieren sollen. Was ich meinte war sexueller Missbrauch an Kindern, wobei meine Kinder-Definition war: Minderjährige. D.h. ich sprach nicht nur von pädophilen Übergriffen gegenüber Kindern, sondern auch “normal” sexuellen von Erwachsenen gegenüber Minderjährigen. Wobei ich sagen würde, dass in beiden Fällen die zu liberale Auffassung der 68er Generation zu dem Thema Schäden verursacht hat. Für Pädophile gab es viel mehr Gelegenheit zu Übergriffen (übrigens auch unterstützt durch die generell weniger kontrollierte Erziehungs-Praxis) und natürlich weniger negative Konsequenzen (bis gar keine). Im Falle älterer Kinder gab es einfach viele Fälle wo Erwachsene dachten, es sei richtig und legitim Minderjährige zu sexuellen Beziehungen zu überreden bzw. ihr Machtverhältnis dazu auszunutzen. Mir sind persönlich mehrere solcher Fälle bekannt, aber das braucht es gar nicht, denn es sind ja zahllose Fälle im Stil der Odenwald-Schule o.ä. bekannt. Und bloss weil die Berliner Grünen eine “Wahrheitskommission” eingerichtet haben ist das m.E. noch überhaupt nicht aufgearbeitet, geschweige denn irgendwie wiedergutgemacht oder entschuldigt.
          Was die “Eiferei” anbelangt – das war evtl. ein bisschen zu hart formuliert. Ihr beide habt eine erkennbare politische Haltung, und das ist gut und sympathisch. Für mich einer der Gründe die Lage zu hören. Es ist halt trotzdem immer auch eine Gratwanderung, gerade wenn es um einen Bericht “linke Politikerin wird von rechten Medien fertiggemacht” geht.

    109. Hallo ihr beiden,

      Ulf hatte ja gesagt, dass die Pendlerpauschale unabhängig vom Verkehrsmittel gilt.
      Dazu aber noch ein “aber”: Aber die Entfernungspauschale ist auf einen Höchstbetrag von 4.500€ gedeckelt. Dieser Höchstbetrag gilt nicht bei der Fahrt mit dem PKW (egal ob Privat- oder Dienstwagen).
      Wurde denn wenigstens an dieser absurden Regelung etwas getan? Das führt nämlich gerade dazu, dass lange Pendelstrecken mit dem PKW attraktiver werden.
      Kurzes Beispiel bei mir: ich fahre jeden Tag 100 km mit dem ICE zur Arbeit und wieder zurück, also 200 km am Tag – ich würde gerne anders, aber aufgrund der privaten Situation ist es leider nicht anders möglich.
      Damit ergibt sich bei 220 Arbeitstagen eine steuerfreie Entfernungspauschale von:

      Bahn: 4.500 €
      PKW: 15.400 € (35 Cent/km), bzw 13.200 (30 Cent/km)

      Wenn ich dann noch bedenke, dass ich durchaus einen Dienstwagen gestellt bekommen könnte, darauf aber freiwillig verzichte, da ich ein Auto gar nicht erst besitzen möchte, fühlt man sich doppelt verarscht..

      Viele Grüße,
      Hauke

      • Eine Bahncard 100 zweiter Klasse kostet aktuell 4.395€. Plus zusätzliche Kosten für lokale Zubringer sollte man damit nicht über 6000€/Jahr kommen. Über die Höhe der Kappungsgrenze kann man streiten, aber ihre Existenz erscheint mir zumindest nachvollziehbar.
        https://www.bahn.de/p/view/bahncard/ueberblick/bahncard100.shtml

        • Natürlich sind die realen Kosten unter denen der gedeckelten Pendlerpauschale.
          Trotzdem ist diese Deckelung im Sinne der Steuerungswirkung ein verheerendes Signal.

          Und da man ja im Rahmen des Klimapakets die Pendlerpauschale angpassen möchte, sollte man vielleicht den eigentlichen Zweck des Pakets berücksichtigen.

          Zudem das ja kein Geld ist, was ich bekomme, sondern nur den zu versteuernden Anteil reduziert. Es ist also nicht so, dass ich da mit einem Plus raus gehe..

        • Frage mal anders rum aufgezogen: In dem konkreten Fall mit der so existierenden Zuganbindung: Warum gibt es die Kappung nicht auf den PKW? Warum könnte sich Hauke in einer anderen Welt aus Bequemlichkeit für den PKW entscheiden und der Steuerzahler müsste ihm diese viel höheren Kosten mit subventionieren. Muss das sein?

      • In der Sache stimme ich ja zu: die Deckelung sollte entweder für alle Verkehrsmittel wegfallen oder für alle gleichermaßen gelten.

        Aber in der dargestellten Rechnung ist ein eklatanter Fehler: die Pauschale wird immer nur mit einfacher Wegstrecke gerechnet, also in diesem Fall mit 100km, nicht mit 200. Das halbiert die Zahlen, wenngleich die korrekten 6600€ immer noch ein gutes Stück über der Kappung liegen.

    110. Zwar hat es der Link zu media-kanzlei-frankfurt.de aus irgendwelchen Gründen gleich dreimal in eure Links geschafft, jedoch kritisiert ihr leider nicht, dass im dort wiedergegebenen Urteil die eigentlichen Kommentare nicht enthalten sind. Vielmehr erfährt man nur aus dem Text, dass sie auf den Seiten 4 bis 22 der Antragsschrift enthalten sind. Wirklich unabhängig kann man sich also vom tatsächlichen Kontext der angegriffenen Betitelungen, so es denn welche waren, gar kein Bild machen. So verweist die Urteilsbegründung zu “Stück Scheisse” ja etwa noch auf einen zweiten Satz, den man aber gar nicht lesen kann.

      Was euren PSD2-Hack angeht, wieso sollte das regulatorisch denn nicht möglich sein? Viel bedenklicher ist doch aber, dass man sich damit ohne Not einem Dritten in die Arme wirft. Ich hätte eher Vorschläge zu einer offenkundig erforderlichen PSD3 erwartet, wie eine gescheite Richtlinie eigentlich aussehen müsste, statt eine Krücke vorzuschlagen, die dann womöglich irgendwer umsetzt und die fortan Politikern als Argument dient, dass es keiner ordentlichen Lösung mehr bedarf, analog ehrenamtlichen Armenspeisungen, deren Existenz dazu führt, dass politische Entscheidungsträger eine gesetzliche Regelung nicht mehr für notwendig erachten, weil es statt Hungernder bloß vom Engagement Dritter Abhängige gibt. Mich wundert, dass darin kaum ein Problem gesehen wird.

    111. Wenn den Berliner Richtern an einer juristischen Klärung gelegen ist, hätten sie die Klage nicht an eine höhere Instanz abgeben können anstatt so ein Chaos anzurichten?

      Als Forenmoderator sehe ich Diffamierung immer problematisch. Da kann ein Beitrag noch so gute Argumente haben, sobald der Nutzer auch Beleidigungen einstreut, um sich über den anderen zu erheben, ist Diskussion gelaufen. Also selbst, wenn sich der Hauptteil sachlich mit dem Thema auseinandersetzt. Der Nutzer entwertet quasi seinen eigenen Beitrag und drückt nur seine Ohnmacht aus.

      • Hallo ihr beiden!

        Ich bin seit ca. 20 Folgen ein ziemlicher Lage-Fan [vielen Dank für den ganzen Input!] und heute ist das erste Mal, dass ich euch auch was in die Kommentare schreibe, denn es kribbelt in den Fingern.

        Vielen Dank erstmal für die deutliche Auffächerung des Klimapakets in allen seinen Einzelheiten. Auch ich denke das dieses Papier den Diskurs der nächsten Jahre maßgeblich mitbestimmen wird, sozusagen als Vertretung des Minimalstandpunktes im Klimadiskurs. Ich möchte mich jetzt für meinen Kommentar nicht etwa an die andere Seite des Meinungsspektrums bewegen, und etwa einen Maximalstandpunkt vertreten, sondern den Standpunkt des Notwendigen. Das ist ein Standpunkt der bei der Bundesregierung [und zuweilen habe ich den Eindruck auch bei euch] nicht in dem Maße das Bewusstsein bestimmt, wie es eigentlich angemessen wäre.

        Das Ziel bis 2035 ist NETTONULL. Das bedeutet, dass ab 2035 KEIN CO2 mehr ausgestoßen wird. Dann ist unser Kontingent erschöpft. Für jedes Auto das dann noch fossil fährt, müssen wir einen neuen Wald Pflanzen.
        Nun besteht der CO2 Ausstoß in Deutschland aus 3 ca. gleich großen Teilen: zu 1/3 aus der Energieversorgung (Strom), zu 1/3 aus Heizung (Wärme), und zu 1/3 aus Verkehr (Auto, Schiff, Flugzeug). Wenn man von 40% erneuerbaren Energien spricht, klingt das erstmal viel, meint aber nur den Strombereich. De fakto brauchen wir aber 300% erneuerbare Energien bis 2035, denn die Wärmeerzeugung und den Verkehr müssen wir ja auch noch CO2 neutral bekommen.
        Ich denke das ist die Augenhöhe auf der wir diskutieren müssen.
        Dazu müssen wir die Wärmeerzeugung und den Verkehr zu 100% auf erneuerbare Energien umstellen, damit sich die grüne Stromerzeugung auch realisiert. Im Durchschnitt wird ein Auto alle zehn Jahre durch ein neues Auto ersetzt. Das bedeutet doch im Umkehrschluss, dass [spätestens] ab 2025 kein einziges Auto mehr verkauft werden sollte, dass fossil angetrieben wird. Und dann haben wir immer noch nicht über die Flugzeuge und Schiffe geredet.

        Ich bin ein großer Freund von eurer Verhältnismäßigkeitsprüfung, mit der ihr immer wieder verschiedene politische Sachverhalte analysiert und damit zu fairen Bewertungen kommt. Ich denke, dass wir auch nicht umhin kommen, bei jeder Maßnahme in der Klimadiskussion zu fragen:
        ist diese Maßnahme geeignet, den CO2 Ausstoß bis 2035 auf NETTONULL zu bringen.

        Liebe Grüße!

        Felix

    112. Hi,

      als engagierter Open-Source Entwickler wollte ich nur kurz der Auffassung entgegentreten, Software, die geheime Schlüssel verwendet, könne nicht allgemein veröffentlicht werden. Das stimmt nicht. Philip hat damit Recht, dass in solchen Fällen einfach alles bis auf die Schlüssel veröffentlicht wird und darüber hinaus das Einbinden der Schlüssel dokumentiert wird. Das wird übrigens auch bei privater Software so gehandhabt, denn auch dort besteht die Möglichkeit, dass durch einen Leak der gesamte Code (der üblicherweise online gespeichert ist) in unbeabsichtigte Hände gerät.
      Das ist ein absolut normaler Vorgang. So gut wie jede Software, die externe APIs verwendet, benötigt für den Zugang Schlüssel, die niemals selbst veröffentlicht werden dürfen. Normalerweise ist es bei den API-Anbietern nur nicht so kompliziert an diese Schlüssel zu kommen, wie das bei PSD2 der Fall ist.

      Ich stimme zu, wenn ihr bemängelt, dass PSD2 im Allgemeinen das Entwickeln von Bank-Software erschwert. Die Fokussierung auf Open-Source passt allerdings nicht. Es mag zwar so sein, dass die Player, die sich eine Zertifizierung leisten können, per se weniger geneigt sind Open-Source Software zu entwickeln, aber die Erfordernis eines Schlüssels erschwert dies nicht.

      Viele Grüße
      Jonas

      P.S. Die Idee mit der zwischengeschalteten Schnittstelle gefällt mir, aber ich denke/hoffe, dass es in der Zukunft noch Banken geben wird, die auch eine Schnittstelle für Endkunden (oder Zumindest ohne Aufwendige Zertifizierung) bereitstellen werden. Hoffentlich wird sich das dann durchsetzen.

    113. Hi,

      als engagierter Open-Source Entwickler, wollte ich nur kurz der Auffassung entgegentreten, Software, die geheime Schlüssel verwendet, könne nicht allgemein veröffentlicht werden. Das stimmt nicht. Philip hat damit Recht, dass in solchen Fällen einfach alles bis auf die Schlüssel veröffentlicht wird und darüber hinaus das Einbinden der Schlüssel dokumentiert wird. Das wird übrigens auch bei privater Software so gehandhabt, denn auch dort besteht die Möglichkeit, dass durch einen Leak der gesamte Code (der üblicherweise online gespeichert ist) in unbeabsichtigte Hände gerät.
      Das ist ein absolut normaler Vorgang. So gut wie jede Software, die externe APIs verwendet, benötigt für den Zugang Schlüssel, die niemals selbst veröffentlicht werden dürfen. Normalerweise ist es bei den API-Anbietern nur nicht so kompliziert an diese Schlüssel zu kommen, wie das bei PSD2 der Fall ist.

      Ich stimme zu, wenn ihr bemängelt, dass PSD2 im Allgemeinen das Entwickeln von Bank-Software erschwert. Die Fokussierung auf Open-Source passt allerdings nicht. Es mag zwar so sein, dass die Player, die sich eine Zertifizierung leisten können, per se weniger geneigt sind Open-Source Software zu entwickeln, aber die Erfordernis eines Schlüssels erschwert dies nicht.

      Viele Grüße
      Jonas

      P.S. Die Idee mit der zwischengeschalteten Schnittstelle gefällt mir, aber ich denke/hoffe, dass es in der Zukunft noch Banken geben wird, die auch eine Schnittstelle für Endkunden (oder Zumindest ohne Aufwendige Zertifizierung) bereitstellen werden. Hoffentlich wird sich das dann durchsetzen.

      • Das Problem ist doch, dass man an die Schlüssel als Normalsterblicher nicht herankommt … dann hilft der Code nebst Doku auch nicht weiter.

        • Ja, aber dass eben das Hauptproblem die Schlüsselausgabe ist, ist in der Folge nicht ganz so rübergekommen. Es hörte sich tatsächlich danach an, als ob ihr das Verfahren mit geheimen Schlüsseln kritisiert.

        • Ja und nein. Genau dein Vorschlag einer zwischengeschalteten Schnittstelle zeigt doch, dass es hilfreich ist hervorzuheben, dass Open-Source trotz PSD2 durchaus möglich ist.

          Eine gemeinnützige Organisation die eine solche Schnittstelle zur Verfügung stellte, könnte den Code dafür veröffentlichen. Die Entwicklung dieser Schnittstelle könnte damit von allen Interessenten/Nutzern getragen werden. Das gibt die Sicherheit, dass die Daten nur weitergeleitet und nirgendwo abgespeichert werden. Außerdem können Sicherheitslücken schneller identifiziert und geschlossen werden.

      • Die Fidor-Bank bietet eine solche offene Schnittstelle:

        https://api-docs.fidor.de/v1/introduction/welcome-text

        • Ich sehe gerade, dass es für den produktiven Einsatz Kosten verursacht:

          “Für die Nutzung der API werden seitens Fidor Gebühren in Höhe von aktuell 14,90 Euro brutto pro Monat erhoben.”

          Also leider doch keine Alternative.

      • Erstmal lieben Dank für den schönen Podcast, bildet häufig einen herrlichen Meinungskontrast, aber ihr habts auch schon häufiger geschafft, meine Meinung in die eine oder andere Richtung zu lenken.

        Zu Künast: mal “Dr*cksf*tze” ausgenommen, denke ich, ihr seid eventuell ein wenig zu zimperlich in der heutigen Zeit. Ich hab meine Schulbildung im Wesentlichen in den 00er Jahren in Berlin Wedding genossen und mit dem Abitur beendet, da waren sämtliche dieser Aussagen Teil einer normalen und unkritischen Unterhaltung. Vor allem sexualisierte Beleidigungen.
        Ich finde diese Aussagen nicht schön, aber als Provokation ans Verfassungsgericht dehe ich das nicht.
        Es war der Wink mit dem Zaunpfahl, dass derjenige, der den verfälschten Kontext hergestellt hat zu belangen ist, nicht diejenigen, die ihm erliegen.

        PS: vermutlich spielte auch die Sorge eine Rolle, dass im Falle eines positiven Urteils zigtausende Verfahren auf dieser Grundlage entstehen könnten. Das wäre bei so generischen Beleidigungen nicht nur langweilig, sondern auch schwachsinnig (das Wort ist gar nicht mal so weit von geisteskrank entfernt).