LdN157 PSD2, Brexit, Feedback zu SUVs, brennender Amazonas, NPD-Ortsvorsteher, Stadthalle Wetzlar

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Begrüßung

PSD2

Brexit

Feedback: SUV

Brennender Amazonas

NPD-Ortsvorsteher

Update Wetzlar

Feedback: AfD-Wähler

Bildnachweise

Hausmitteilung

331 Kommentare

  1. Hallo ihr Zwei,
    ich wollte auch nochmal einen Kommentar generell zur Lage und speziell zum Zurückrudern bei SUV schreiben.
    Ganz allgemein mag ich euren Podcast sehr gerne und höre nun seit über einem Jahr jede Folge und finde eure Einschätzungen der Themen interessant und gut. Ich bin nicht immer eurer Meinung, aber das will ich ja auch gar nicht. Ich finde aber, dass es zu eurem Podcast gehört, dass ihr euch 1. eindeutig positioniert. Nur das macht den Podcast so hörenswert. Eure Einschätzung der Lage, subjektiv! Und wem das nicht gefällt, dass ihr Position bezieht, der soll entweder einfach damit leben ober eben was anderes hören. Dazu gehört auch 2. dass ich finde, dass ihr auf jeden Fall Handlungsempfehlungen aussprechen könnt, dürft und sollt. Ihr müsst kein “neutrales” (gibts ja eh nicht) Nachrichtenstudio sein. Ich muss mich ja auch nicht dran halten. Ich finde die Idee super, Leute auf ihre Riesenkarren anzusprechen, es ist ja eben nicht nur das Problem des Fahrenden, sondern unser aller Luft, Platz, Planet. Ich würde mich das aber nie trauen. Und genau so kann ich eurem Handlungsempfehlung folgen, oder sie als Quatsch empfinden, denken dass ihr da aber übertreibt und es eben nicht tun. Aber deswegen erst gar keine Handlungsempfehlung auszusprechen finde ich nicht gut und ehrlich gesagt dann viel zu weich gewaschen. “Ja, find ich nicht gut, können wir aber nichts machen, muss vielleicht die Politik was ändern.” Dann kann ich auch aufhören Plastik zu sparen, Öffis zu fahren etc.
    Lange Rede kurzer Sinn: Ich will Meinung, ich will Handlungsempfehlung, ich will anecken und kein wischi waschi!
    Grüße Moritz

  2. Warum seid ihr denn bei den SUVs zurückgerudert? Die Unterscheidung SUV über 2 Tonnen = schlecht und “kleine” SUVs unter 2 Tonnen = okay ist Quatsch. Das Argument, dass es doch noch viel größere SUVs gibt, ist ebenfalls Quatsch bzw. ein Ablenkungsmanöver (aka Whataboutism).

    Fakt ist: selbst ein noch so winziger Kleinwagen ist in einer SUV-Ausführung größer als die normale Variante des Wagens. Wie klein der Innenraum und der Kofferraum sind, interessiert doch keinen. SUVs sind höher, breiter, länger und schwerer. Sie sind aerodynamisch schlechter, sie verbrauchen mehr, machen durch breitere Bereifung mehr Lärm und verbrauchen mehr Platz in unseren Städten. Das geht schon so weit, dass mancherorts breitere Parkplätze für diese (Klein-)Panzer gebaut werden, wodurch der Flächenverbrauch steigt. Außerdem sind SUVs durch die höhere Masse bei einem Unfall gefährlicher für Insassen anderer Fahrzeuge und durch die andere Formgebung gefährlicher für Fußgänger.

    Nicht zuletzt fallen SUV-Fahrer besonders oft durch rücksichtsloses Verhalten auf. Sie parken besonders oft auf Radwegen und in Grünanlagen. Hohe Bordsteinkanten stören ja nicht, man kann mit dem Geländewagen ja drüberbrettern.

    Was wir brauchen, sind smarte, effiziente Mobilitätslösungen. Keine fahrbaren Wohnzimmer für 1.2 Personen.

  3. Vielen Dank für eure Analyse. Was mir noch fehlt ist ein Verweis auf die exorbitant hohen PS-Zahlen der SUV’s (Auch der Dacia Duster ist keine besondere Ausnahme). Es ist schlicht Unsinn mit 1,5-3t und 100+ PS einen einzelnen Menschen zu transportieren. Sichere und Leistungsfähige Autos lassen sich auch mit <1t Gewicht und <50 PS bauen. Alles darüber sollte in meinen Augen massiv besteuert werden.

  4. Wann darf ich die Grenzen des Rechts überschreiten?

    Hallo Ulf und Philipp,

    Vorne weg, ich finde euren Podcast stets interessant und anregend, vielen Dank das ihr dieses Angebot schafft und Aufrecht erhält!

    Dies ist eine etwas provozierende Idee, aber bei eurer Abschlussbemerkung zur Stadthalle Wezlar und eurem Aufruf, IMMER im Rahmen des bestehendes Rechts zu handeln, kam mir als klimapolitisch interessierte Bürgerin die Bewegung Extinction Rebellion in den Kopf.

    Kurz vorweg: JA ich stimme euch zu das wir unser handeln am bestehenden Recht orientieren müssen und ich bin mehr als glücklich, im deutschen Rechtsstaat zu leben, der mir viele Freiheiten (u.a. demonstrieren) und Sicherheit (ich werde dabei nicht festgenommen und eingebuchtet, wenn es der Regierung nicht gefällt das ich demonstriere) garantiert. Zudem bin ich vollkommen der Meinung das mein Handeln nur solange einer Freiheit unterliegt, solange ich nicht die Freiheit einer anderen Person damit beschneide.
    Und hier geht es los, denn ich sehe meine Freiheit und mein Wohlergehen durch das handeln von Millionen von Menschen beschnitten! Meine Lebensgrundlage wird durch den Verbrauch enormer Mengen an fossiler Ressourcen und einem Raubbau am Land gefährdet. Ich finde den aktuellen politischen Kurs radikal.

    Und dabei will ich jetzt gar nicht einzelne BürgerInnen ins Visier nehmen, denn diese haben jeweils nur einen mehr oder weniger kleinen Anteil an dem großen ganzen Schlamassel Klimakrise.
    Nein ich möchte an dieser Stelle einmal die Politik, welche ihrer Aufgabe nicht nachkommt, die Interessen und das Wohlergehen der BürgerInnen sicherzustellen, und die großen fossilen Unternehmen, welche sich scheinbar schamlos bereichern, in das Rampenlicht der Diskussion und Anklage stellen!

    Im aktuellen Angesicht der Klimakrise und der mangelnden Handlung, bzw. auch nur Wahrnehmung dieses Problems durch unsere Bundesregierung, ist es durchaus ein reizvoller Gedanke, rechtliche Grenzen zu überschreiten, um Aufmerksamkeit für dieses Thema zu generieren. Es scheint ansonsten fast unmöglich in dem Mediendschungel mit Nachrichten sonst zu Politik und Gesellschaft durchzudringen. Ich bin mir der Problematik dieser Argumentation durchaus bewusst, da auch andere Interessensgruppen, mit zum Teil antidemokratischen Ansichten, die gleiche Argumentation für sich einnehmen können. Dennoch möchte ich dies einmal in den Raum stellen, da ich inzwischen einfach fassungslos bin im Angesicht der Verkennung des Ernstes der Lage, wenn es um die Klimakrise geht.

    Extinction Rebellion agiert auf den Grundsätzen, dass kein Mensch zu schaden kommen darf und sich die AktivistInnen sich nach der Aktion dem Gesetzt stellen und die entsprechende Strafe auf sich nehmen.

    Mich würde es einfach brennend Interessieren wie ihr zu Extinction Rebellion (https://www.zeit.de/2019/37/roger-hallam-extinction-rebellion-umweltbewegung-radikalisierung) und den AktivistInnen im Hambacher Forst steht, welche ja de facto rechtliche Grenzen überschreiten.

    Ich habe keine abschließende Meinung, wie ich diese Rechtsüberschreitungen bewerten möchte, tendiere aber zu einem: Was ist die Alternative? Diese Frage möchte ich gerne an euch beide stellen.

    Als abschließende Info: Wenn wir die globale Erderwärmung unter 2°C halten wollen und damit die Chance aufrecht erhalten, dass die Klimakrise uns nicht vollends auch den Händen gleitet, haben wir bei dem aktuellen Kurs nur noch 8 Jahre! 8 Jahre, in denen wir unser restliches CO2 Budget von 350 Gigatonnen erschöpft haben (https://www.mcc-berlin.net/en/research/co2-budget.html). Länger natürlich wenn wir über 2°C sharp reden, aber dann müssen wir uns auch z.B. mit der Frage beschäftigen: Wie steht es um die Staatsangehörigkeit von Menschen, deren Land nicht mehr existiert (Stichwort überschwemmte Inseln)?

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dieses Thema einmal aufgreifen könnt, da mich hier auch eure rechtlich – ethische Einschätzung brennend interessiert!

    • Nur kurz zur Klarstellung: Wir fordern nur, dass der Staat sich IMMER an das Recht halten muss, weil sonst die Exekutive nicht mehr von den Parlamenten kontrolliert werden kann. Für Private ist das Thema weitaus komplexer.

  5. Hallo LdN-Team,

    ist ein bisschen spät, aber ich muss mich auch noch zu der SUV-Debatte äußern. Ich finde, dass Ihr gut dargelegt habt, wie ihr das Thema seht und ihr habt meiner Meinung auch das Recht Empfehlungen zu geben. Jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er diesen Empfehlungen folgt bzw. Eure Meinungen teilt.

    Jetzt noch was neues zum Thema SUV: Meine Frau musste neulich mehrere Minuten warten, da ein alter Herr mit Rollator die Straße überquert hat. War ein verkehrsberuhigter Bereich von daher alles gut. Auf der anderen Straßenseite ist dieser Herr in einen dicken SUV (Panzer) eingestiegen und weggefahren…
    Das Argument, dass jemand einen hohen Einstieg benötigt, kann ich daher nur sehr eingeschränkt nachvollziehen. Verletztung, Behinderung, ja. Aber wenn der Bewegungsapparat es nicht mehr erlaubt, auf einem normales Niveau einzusteigen, dann sollte man dringend was für seinen Körper tun und überlegen auf Bus und Bahn umzusteigen, bzw. da es die vermutlich nicht gibt ein Taxi zu nehmen. Heißt also SUVs bzw. Fahrzeuge mit hohem Einstieg ermöglichen bzw. erleichtern Leuten Auto zu fahren, die es sonst u. U. nicht könnten oder nicht würden.

    Alle SUVs sind übrigens weder sportlich (viel zu hoher Schwerpunkt) noch besonders gut in der Handhabung (zu unhandlich). In echt ist SUV die Abkürzung für die (ursprüngliche) Zielgruppe: “Senioren und Veteranen”.

  6. Hallo ihr zwei,

    noch eine kurze Anregung, ich würde mich freuen wenn ihr in Erwägung ziehen würdet am Ende jeder Folge einen kurzen Satz drüber zu sagen, wann ihr plant die nächste Folge zu produzieren, bzw. zu veröffentlichen. Hintergrund ist erstens, dass man dann weis wann man sich auf die nächste Folge freuen kann und auch nicht anfängt seine Podcastapp zu verdächtigen wenn es mal später als zu der gewohnten Zeit rauskommt ;-) (die letzten Monate über gefühlt meistens Donnerstags oder Freitags).

    • Danke für die Anregung, aber das geht leider nicht, weil wir häufig zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen, wann wir die nächste Folge aufnehmen. Und die Flexibilität ist uns ehrlich gesagt schon wichtig. Eine gute App verpasst auch normalerweise keine unserer Folgen ;) Und Du solltest natürlich den Newsletter abonnieren!

  7. Hallo, habe jetzt nicht die anderen Kommentare geprüft, ob das schon von jemand anderem geschrieben wurde. Meines Kenntnisstandes nach, ist Michael Kretschmer nicht erst im Wahlkampf auf die Idee gekommen mit den Leuten zu reden, sondern hat direkt nach seinem letzten Amtsantritt als Ministerpräsident Sachsens das Kabinett beauftragt nach draußen zu gehen und mit den Leuten immmer und immer wieder über ihre Sorgen und Fragen zu sprechen. Klingt vielleicht wie ein pillepalle Hinweis, allerdings glaub ich sollten solche Initiativen und Vorstöße von Politikern auch entsprechend gewürdigt werden und nicht pauschal mit vielen anderen Politikern in einen Topf gesteckt werden, die keine Kontakt zu den Bürgern suchen würden. So werden hoffentlich auch andere Politiker motiviert es ihm gleich zu tun.
    Wäre cool, wenn ihr das nochmal prüfen könnt. Beste Grüße, Daniel

  8. Ich kann nicht verstehen, wie ihr euch alle an der Definition für SUVs aufhaltet. Es ist wirklich nicht so schwierig: Fahr ein Auto, das deinen Anforderungen entspricht und nicht das, das dein Ego am dicksten pusht, bestell nicht das 800gr.-Steak, sondern das 200gr-Steak wenn du nur 200gr.-Hunger hast, nimm den Zug statt das Flugzeug wenns für dich zeitlich und finanziell machbar ist.

    SUVs sind auch deshalb besonders prekär weils im Gegensatz zu Fleischkonsum / Flugreisen / Kreuzfahrten / Lebensmittelverschwendung – die Liste ist lang – ein immer noch aufkommender Trend und nichts lang hergebrachtes ist – und das passt eben so gar nicht in unsere Zeit.

    • (Und mit “ihr” meine ich natürlich die ganzen Kommentatoren, nicht Ulf und Philip – von eurer Seite fand ich die Auseinandersetzung mit dem Thema komplett angebracht und euer Handling des Feedbacks vorbildlich. Gerne mehr Meinung – auch (und gerade) wenn sie meiner nicht immer entspricht, tut das wahnsinnig gut.)

  9. Hallo ihr Zwei!

    Ich habe euch durch Empfehlungen vor ein paar Folgen „entdeckt“ und mir gefällt die vielschichtige Aufarbeitung der Themen und die auch selbstkritische Hinterfragung, die man so sehr selten sieht – eine unfassbare Stärke von euch!

    Leider habe ich einen großen Kritikpunkt, den ihr vielleicht nochmal adressieren könntet und der auch schon in ein paar anderen Kommentaren aufgegriffen wurde. Es geht um die SUVs, die ich selbst überflüssig finde und auch den Apell fand ich in Ordnung. Wenn die beiden Hauptargumente jedoch CO2 und „Beeinträchtigung anderer“ (Platz, Parkplätze, Gefahr…) sind, dann steht das in keinem Verhältnis zum Thema Amazonas, bei dem ihr gesagt habt, man könne ja mal drauf achten kein brasilianisches Rind zu essen. Denn Fleischkonsum ist ein sehr viel größeres Problem als SUVs. Um das zu belegen, habe ich mal (schnell) nach Zahlen gesucht und mit Durchschnittswerten gerechnet (Disclaimer: Ich bin Vegetarierin, habe mich aber bemüht und keine entsprechend „stimmungsmachenden“ Quellen gewählt):

    Ein SUV stößt 132,5 Gramm pro km aus, ein Auto der Kompaktklasse 116,7 Gramm (https://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/sport-utility-vehicle-nachfrage-autobau-co2-aussstoss-diesel). Der Mehrverbrauch eines SUVs gegenüber der Kompaktklasse beträgt also grob 15 Gramm pro km. Bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 14.259 km (https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/pkw-fahrleistung-in-deutschland-2013/), rechnen wir mit 14.000, ergibt das 0,21 Tonnen CO2 pro Jahr, die eingespart werden, wenn man sich statt einem SUV ein Auto der Kompaktklasse kauft.

    Nun das CO2-Sparpotential in der Ernährung: Das Umwelt Bundesamt hat einen CO2-Rechner, mit dem man den Einfluss diverser Variablen auf seine CO2-Bilanz überprüfen kann (https://uba.co2-rechner.de/de_DE/). Spielt man hier an der Variable Ernährung, führt das für jede einstellbare Stufe zu einem merklichen Sparpotential (fleischbetont zu Mischkost 0,37 t, Mischkost zu fleischreduziert 0,08 t, fleischreduziert zu vegetarisch 0,3 t, vegetarisch zu vegan 0,21 t). Damit kann man mit JEDER geringgradigen (!Es muss niemand vegan leben!) Änderung seiner Ernährung den Mehrverbrauch seines SUV kompensieren (in manchen Fällen sogar mehr als kompensieren). Dabei sprechen wir von JEDEM/R, der / die in Deutschland lebt und nicht nur die wenigen Millionen, die einen SUV fahren. Damit ist das gesamte CO2-Sparpotential um mehrere Größenordnungen höher, wenn wir jeden außer den gut 6 Mio. vegetarisch lebenden fragen würden: Und warum isst du nicht ein bisschen weniger Fleisch?

    Daher finde ich es unangemessen, auf die Umweltsünden des SUVs in solcher Ausführlichkeit hinzuweisen und zu appellieren, Leute anzusprechen (mit fraglichem Erfolg) und dann zum Thema Amazonas brennt nur „halbherzig“ einen Versuch zu unternehmen, eine Handlungsempfehlung abzugeben. Denn das ist etwas, das jeder selbst in die Hand nehmen kann – daher ist der Erfolg garantiert, wenn man etwas erreichen möchte.

    Ich hoffe sehr, dass ihr das nicht gemacht habt, weil es sich deutlich besser verkaufen lässt, auf einer Randgruppe (SUV-Fahrer) rumzuhacken, als allen HörerInnen zu sagen „macht mal was!“. Denn dann hätte ich mich doch sehr getäuscht in dem Eindruck, den ich bisher von euch gewonnen habe. Klimaschutz gibt es nicht im Lieferservice, da muss man selbst aufstehen und losgehen.

    Kurz noch zum Thema „Beeinträchtigung anderer“: Das Problem gibt es natürlich beim Fleischkonsum auch, fragt mal die Anwohner von Mastbetrieben, wie die die Geruchsbelästigung finden, ebenso beim Ausbringen der Gülle, die zudem noch das Grundwasser so massiv schädigt, dass bereits hohe Strafzahlungen der EU drohen. Fragt mal die Anwohner am Schlachthof nach der Geräuschkulisse und dass sich da jeden Tag x LKW durch die Straßen schieben (die auf der Autobahn übrigens auch noch Platz weg nehmen)… Und vom Tierwohl haben wir noch gar nicht gesprochen.

    Ich würde mich freuen, wenn es da noch einen Nachtrag in einer eurer Sendungen gibt.

    • Ich stimme diesem Kommentar in weiten Teilen zu. Insgesamt stört mich an der Debatte auch, dass fast immer ein immens hoher Fleischkonsum der strikten vegetarischen Diät gegenüber gestellt wird. Es gibt auch etwas dazwischen und den Fleischkonsum auch nur um die Hälfte zu reduzieren hat enorme klimatische Auswirkungen. Es muss nicht immer ganz oder gar nicht sein.

      Zu dem Thema Zertifizierungen bei Fleisch: es ist ungemein schwierig Lieferketten nachzuvollziehen, vor allem in den Ländern des globalen Süden. In Brasilien gibt es Fortschritte, da dort in der Entwicklungszusammenarbeit inzwischen viel Geld reingeflossen ist (wie ihr ja gesagt habt, es ist anscheinend möglich die Entwaldung zu reduzieren), aber in Argentinien und weitere angrenzende Staaten ist das noch nicht so erfolgreich. Es gibt die Organisation Global Canopy welche in ihrem TRASE Projekt (https://trase.earth) angefangen hat Lieferketten für Produkte, die den Hauptteil der globalen Entwaldung ausmachen (Soja, Palmöl, Rindfleisch und Holz (Timber)), transparenter zu gestalten und nach Herkunftsregionen, Unternehmen und Abnehmerländer aufzuschlüsseln. Dabei stellen sie Produktions- und Handelszahlen dem Entwaldungsrisikio in der Ursprungsregion entgegen, wobei dies enorm schwierig ist, dies valide in einen klaren Zusammenhang zu bringen, da es immer so viele weitere Faktoren zu beachten gibt. Aber Global Canopy macht da eine hervorragende und wichtige Arbeit.
      Den Punkt den ich machen möchte: Zertifizierungen mögen eine gute Steuerwirkung haben, allerdings nur wenn sie valide sind und Konsumer diesen vertrauen kann. Solch eine Zertifizierung bei Fleisch sicherzustellen erachte ich als enorm schwierig, daher ist aktuell wohl der bessere Rat, seinen eigenen Fleischkonsum zu reduzieren und Fleisch aus der Region oder Wildfleisch aus der Jagd zu bezeigen (letzteres ist wohl die ökologischste Variante, die man in Deutschland bekommen kann).

  10. Zum Thema PSD2:

    Ich arbeite im IT-Umfeld von Banken und habe gerade die TAN-freie Zahlungsauslösung als wesentlichen Vorteil der PSD2 Einführung verstanden. Das habt ihr leider nicht erwähnt und gar nicht aufgezeigt. Wusstet ihr davon nichts? Im Zusammenhang mit der Forderung nach einer offenen Schnittstelle für Privatpersonen, sehe ich das dann etwas kritisch, denn wenn “jeder” ein Zahlungsauslösedienstleister sein kann und über die API Zahlungen ausführen kann. Dann ist doch die Betrugsmöglichkeit wesentlich höher.
    Ich z.B. habe schon ohne TAN Überweisungen gemacht, zwar nur in geringer Höhe, aber das ist doch sehr bequem geworden, alleine schon wenn man mehrere Konten besitzt und Überträge macht, hat mich die TAN-Eingabe doch sehr gestört.

    Wie seht Ihr das?

  11. Lage Plus:
    Hey, ihr habt nach Ideen gefragt, wie ihr die Lage Plus attraktiver machen könnt:
    -spendenbasiert nach dem Motto “zahl was du willst” (mit einem Mindestbetrag von bspw 1-2€). Für manche Studenten/Schüler aber auch arbeitende Menschen ist selbst 5€ im Monat eine Belastung. Andere haben sicher kein Problem damit, 10€ oder mehr zu zahlen. Meist kriegt man bei “zahl was du willst” sogar mehr Geld als bei einem festgelegten Preis. Alternativ könntet ihr aber auch anbieten, dass man euch kurz per Mail schildert, weshalb die 5€ nicht bezahlbar sind (wäre aber die weniger schöne Variante)
    – Möglichkeit die Plusversion zu hören uns gleichzeitig trotzdem eure Werbung. Da ich mal darauf vertraue dass ihr in einem Großteil der Fälle Sachen bewerbt, die ihr für ethisch korrekt und interessant haltet, wäre es ganz nett das zu haben (eventuell in Kombi mit dem oberen Vorschlag:”wer unter 5€/mtl zahlt, muss die Werbung mithören”)
    – Möglichkeit auch nur einzelne Plusfolgen zu abonnieren (z.b. 1.50€/Folge), dann müsste aber klar kommuniziert sein, welches “Bonusmaterial” die Folge enthält
    – Lage Plus 24h Stunden vorher zugänglich (momentan brechen eure Server leider jedes Mal zusammen, wenn eine neue Lage kommt)
    – Möglichkeit der Mitbestimmung über Themen (Umfrage mit bspw 5 Themen, davon kommen dann 4 dran)

    • Gute Punkte. Ergänzung: 5 Euro im Monat ist auch ziemlich viel im Vergleich zu dem, was ich “zahle”, wenn ich Werbung höre. Ihr kriegt ja wahrscheinlich eine bestimmte Summe Geld pro Zuhörer, der Werbung hört. Diese Summe wird aber nicht mehr als ein paar Cent pro Folge sein. Bei vier Episoden pro Monat macht das immer noch deutlich weniger als einen Euro pro Monat. Ich denke, es ist fair, etwas mehr zu zahlen als das, da ja auch noch Bonusinhalte geliefert werden und da tatsächlich der einzelne Zuhörer im Werbemodell unter Wert verkauft wird. Aber 5 Euro sind eine ziemlich starke Diskrepanz, und so viel sind mir die Bonusinhalte eigentlich nicht wert. (Nebenbei bemerkt habe ich die Bonusinhalte auch noch nicht gefunden. Ich kann aktuell gar nicht erkennen, wann etwas Bonus ist und wann es auch für Normalhörer zu hören ist.)

  12. Liebes Lage-Team,

    ich habe einen guten wobei gesellschaftlich vermutlich sehr schwierigen Vorschlag für die nächste “gesellschaftliche Ächtung” nach dem SUV: Haustiere im Allgemeinen und Hunde im Speziellen. 
    Hier die Gründe:

    + Hunde verspeisen bei artgerechter Haltung Fleisch -> erklärtes Ziel: Fleischverbrauch senken

    + die Ökobilanz eines Hundes entspricht einer Studie zur Folge einer jährlichen Autofahrleistung von 3700 Kilometern (https://www.sueddeutsche.de/wissen/oekobilanz-haustiere-hunde-katzen-pferde-futter-klimawandel-1.4268790)

    + Hunde sind nicht immer ungefährlich und schränken besonders wenn man Kinder hat im öffentlichen Raum ein (vgl. SUV) (https://www.morgenpost.de/berlin/article217094131/Hundebiss-Statistik-in-Berlin-Mehr-Menschen-verletzt.html)

    + mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 12 Millionen (!)  Hunde (Tendenz stark steigend), was der Anzahl von Rindern in der BRD entspricht

    + die meisten Hunde erledigen ihr Geschäft in der Natur. Folge: Tretminen wo man (nicht) hinschaut. Wenn diese ordnungsgemäß weggemacht werden geschieht dies meist mit Plastiktüten, die man gerade unter großem Einsatz aus den Supermärkten verbannt. Apropos, hat sich eigentlich schon mal jemand mit den Auswirkungen von Hundeausscheidungen auf unser Grund- und Trinkwasser beschäftigt? 12 Millionen Tiere, die das ganze Jahr über ihren Dung ausbringen (ganz ohne Regelungen wie z. B. der Düngeverordnung)? 

    + Hunde übernehmen wichtige Funktionen in unserer Gesellschaft, aber ich tippe, dass nicht einmal 1/12 der in Deutschland lebenden Hunde für diese Aufgaben benötigt werden.   

    Pferde und Katzen sind übrigens auch nicht ohne: die Ökobilanz von Pferden (1,2 Millionen in D) entspricht einer Fahrleistung von 21000 km und die von Katzen (13 Millionen in D) einer Fahrleistung von 1800 km mit dem Durchschnittsauto. Rechnet man diese Werte zusammen, stoßen deutsche Pferde, Hunde und Katzen mehr Treibhausgas als 7 Millionen Autos bei durchschnittlicher Fahrleistung von 13000 km aus. Viel mehr als alle SUVs in Deutschland zusammen! 

    Diese Faktoren scheinen in der aktuellen Klima-Diskussion völlig unberücksichtigt. Selbst Thunbergs haben zwei Hunde. Einzige Erklärung die mir einfällt: das Thema ist zu heiß, Hundebesitzer sind eine große Gruppe von Wählern und Spendern. Ich vermute, auch dieser Kommentar wird bei vielen nicht gut ankommen.   

    Wo seht ihr die Gründe?

    • Ich gebe zu, mein Troll-Radar piepst bedrohlich … aber schauen wir mal, was die Community sagt ;)

      • Herrliches Satire-Halali zum neuerlich eröffneten Moralbashing!

      • Hallo liebe Lage,

        wieso Troll-Radar? Ich finde der Kollege hat völlig Recht mit dem Vergleich. Meiner Meinung nach gibt es bei Luxusgütern, was denke ich in D-Land das gros der Güter ausmacht, kein Richtig und Falsch? Ehrlich gesagt kann ich nicht nachvollziehen, wieso ihr euch hier zu so einer klaren Position hinreißen lasst? Jedes Auto ist ein Auto zuviel und jedes gegesse Steak ist eines zuviel. Aber irgendwann wird man feststellen, dass man nicht alles verbieten oder anklagen kann. Ich finde bisher habt ihr mit eurer Forderung nach einer CO2-Bepreisung alles richtig gemacht und solltet nicht dazu verfallen auf Populismus-Züge aufzuspringen. Ich könnte das Ganze bzgl. Autos noch weiter ausführen, aber das würde den Rahmen sprengen. Nichtsdestotrotz weiter so und beste Grüße,

  13. zu Sachlage vs. Bewertung:
    Da es hierzu einige kritische Anmerkungen gab, auch noch meine 2 cts. Ich finde das Grundkonzept der lage, so wie ich es verstanden habe, sehr gut: a) nüchterne Aufbereitung komplexer Themen, Aufdecken verborgener Details und Zusammenhänge, Ausräumen von Mißverständlichkeiten, hier sollte Genauigkeit im Detail und sachliche Darstellung ohne Vorfilterung herrschen, b) Bewertung, allerdings sauber getrennt vom ersten Teil, eine Position einnehmen, gerne auch mal tendenziös, Haltung zeigen, sich aufregen. Es kann sein, dass hier in letzter Zeit etwas verrutscht ist, euch schonmal die Gäule durchgehen und die Trennschärfe verloren geht. Meine Bitte: haltet diese Grundstruktur aufrecht. Dann sollte sich auch das Gemecker erledigen.

  14. Lieber Ulf, lieber Philip,
    danke für eure wunderbare Sendung! Ich höre die Lage schon lange und immer wieder gern; mir geht es wie dem von euch zitierten Menschen aus der JU: ich teile eure Meinung nicht immer, aber empfinde es als unheimlich wertvoll, meine Einstellung mit der euren oder auch der in den Kommentaren genannten abgleichen zu können.

    Ich möchte gerne etwas zum erwähnten “Handwerksmeister” ergänzen. Ihr meintet, ihr wüsstet nicht, welche Stelle gemeint ist. Vielleicht kann ich da helfen; ich bin nämlich beim letzten Hören über die gleiche Stelle gestolpert. Ich habe nochmal gesucht: LdN 156 ab Min 33:55.

    Soviel zu Vorrede. Ich bin gestolpert über folgende Aussage: „Nicht nur Reichtum wird vererbt, sondern auch Armut. Das heißt, wenn deine Eltern arm waren, oder jedenfalls einen geringen Bildungsabschluss haben – was ja nicht zwingend zu Armut führt – es gibt ja auch viel Menschen, die beispielsweise als Handwerksmeister, also auch ohne Abitur, ein sehr gutes Einkommen erzielen….“.
    Der Eingangsfeststellung, dass nicht nur Reichtum, sondern auch Armut vererbt wird, folgt also die (sicher spontane!) Einschränkung oder Präzisierung, dass ein geringer Bildungsabschluss, wie z. B. ein Meisterabschluss, nicht zwingend zu Armut führen muss.
    Und da liegt der Hund begraben, weil ein Meisterabschluss natürlich alles andere als ein geringer Bildungsabschluss ist, sondern eine sehr hohe berufliche Qualifikation darstellt (Er ist vergleichbar mit dem Bachelor laut Europäischem Qualifikationsrahmen, er berechtigt zur Ausbildung von Auszubildenden, gewährt oftmals Zugang zu Hochschulen, etc.).
    Mir ist noch wichtig zu sagen: Hättet ihr nicht gesagt, ihr wüsstet nicht, welche Stelle gemeint ist, hätte ich diesen Kommentar nicht gemacht. Ich will nicht klugsch***, aber wenn ihr es als wichtig genug empfindet, es in der Lage nochmal zu thematisieren, dann finde ich das toll!! Und dann solltet ihr auch nachvollziehen können, um was es ging; auch wenn ich jetzt natürlich nicht für den zitierten Handwerksmeister sprechen kann und nicht weiß, ob er die gleiche Stelle meinte.

    Unabhängig davon: Danke, dass ihr dieses Thema auf die Agenda genommen habt! Bildungsungleichheit ist ein so wichtiges Thema und Bildung bzw. gleiche Bildungschancen sind der Schlüssel zu so verdammt Vielem…! Ich fände es schön wenn ihr zum Beispiel auch das Thema der Schulsozialarbeit immer mal wieder aufgreifen würdet. In einigen Bundesländern ist das ja mittlerweile eben auch in der Bildungspolitik ein Thema.

    • Ja, ich glaube ebenso, dass der Handwerksmeister deutlich machen wollte,dass Milieu Grenzen übersprungen werden können, auch wenn aus einem Akademiker fernen Haushalt kommt. Jedoch ist die Message von Philip und Ulf richtig und besorgniserregend, dass immer noch eine viel zu hohe Quote sich anhand des sozioökonomischen Status der Herkunft entwickelt und eben damit nicht chancengleich ist.

  15. Kurz mal zusammengefasst:

    – Der Mehrheit der Deutschen fehlt der Wille zu schmerzhaften Verhaltensänderungen
    – Deshalb haben wir auch keine Parteien, die solche fordern (die Grünen z.B. wollen nicht mal eine Viertel des wirklich notwendigen CO2-Preises eintreiben: 40 von 180 Euro/Tonne, und sie sind damit immer noch Anführer der Unwilligen)
    – Also werden auch die Beschlüsse nicht gefasst, die bei diesem Thema Nachhaltigkeit und Innovationsdruck erzeugen könnten
    – Das gleiche gilt beim Thema Netz
    – Und beim Thema Infrastruktur
    – Und beim Thema Rechtsextremismus
    – Und beim Thema Wohnungsbau
    – Und beim Thema Mobilität
    – Und beim Thema Ernährung
    – Und beim Thema Feinstaub
    – Und beim Thema Plastikmüll
    – Und beim Thema Altersvorsorge/Rente
    – Und beim Thema Grundsicherung
    – (ich könnte endlos so weiter machen)

    Viele dieser Probleme sind miteinander verbunden und könnten miteinander angegangen werden. Aber alle haben eins gemeinsam: Unsere Lobbyisten haben genau jene Redakteure auf Speed Dial, die die benötigten Änderungen hauptberuflich skandalisieren und den Leuten erzählen, die Welt ginge unter, wenn das angefasst würde.

    Die Politiker haben den Mumm nicht, sich dieser Lobbyisten zu erwehren. Die letzten, die ihnen das vorwerfen dürfen, sind wir Wähler, denn genau für ihre Rückgratlosigkeit wählen wir sie ja. Wenn uns einer sagt, was wirklich notwendig wäre, dann ist der schneller weg vom Fenster, als man „Wahlabend“ sagen kann.

    Wir haben uns in eine Sackgasse manövriert, und in der finden wir es geil, solange der SUV vor der Garage glänzt und zweimal im Jahr der Flieger nach Malle bestiegen wird. Wehe, uns nimmt das einer weg!

    Irgendwann – und das irgendwann ist ziemlich bald – braucht uns das keiner mehr wegzunehmen.
    Irgendwann stehen 1,6 Milliarden Millionen Klimaflüchtlinge vor der Haustür des Westens (Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/gletscherschmelze-himalaya-101.html )
    Dann können wir uns entscheiden, WIE wir sie umbringen, denn reinlassen werden wir die auf keinen Fall. Was bei dem Massenmord auch mit den Bach runtergeht, ist unsere Menschlichkeit, aber hey: die war ja noch nie ein deutsches Qualitätsmerkmal.

    Irgendwann kollabiert auch die deutsche Automobilindustrie, denn in China z.B. werden ab 2025 keine Verbrennungsmotoren mehr zugelassen. Und dort setzen wir etwa 30% unserer Produktion ab. Damit werden wir schon mehr Probleme haben, rein menschlich betrachtet. Siehe Urlaub in Malle…

    Irgendwann kollabieren die Eisschilde in der Antarktis und auf Grönland. Das Grönlandeis alleine lässt das Meer um 7 Meter ansteigen. Ich seh schon die solidarische Begeisterung der um ihre Autoarbeitsplätze gebrachten Schwaben, wenn sie auf einmal für 10 Meter höhere Deiche in Norddeutschland bezahlen sollen.

    Wir haben uns in eine Sackgasse manövriert, und wir haben keine Idee, wie wir da rauskommen, weil wir diese Idee nicht haben wollen. Denn die Idee wäre teuer. Sie wäre vor 30 Jahren deutlich billiger zu haben gewesen. Aber auch da war sie zu teuer.

    Am Ende ist’s eh egal. Der Deutsche hat seine Kinder noch nie wirklich geliebt. Oder warum hat er zugesehen, wie sie in zwei Weltkriegen verheizt wurden?

    Also: Vollgas voraus!

  16. Hallo Ulf, hallo Philip,

    Du von Euch angesprochene Reaktion mancher Leser zu Eurem Aufruf bezüglich SUVs hat mich doch gewundert. Hiermit meine ich die Aufreger, es sei icht in Ordnung, das Verhalten, bzw. den Lebensstil anderer Menschen zu kommentieren/kritisieren, da wir schließlich in einem freien Land leben.

    Ja, die positive Freiheit, das zu tun, was wir möchten, ist ein sehr hohes Gut unserer Gesellschaft, welches von vielen nicht wertgeschätzt wird, die sich lieber autoritäre Führung für Deutschland wünscnen. An diesem Freiheitsgut möchte ich auch nicht rütteln. Allerdings hat positive Freiheit auch ihre Schranken. Wenn die Freiheit anderer Personen hierdurch beinträchtigt wird, und in diesem Falle, wenn das Verhalten mancher negative Externalitäten nach sich zieht.

    Bei SUVs ganz besonders gibt es eine Reihe negativer externe Effekten (für welche die Verursacher nicht aufkommen müssen): Luftverschmutzung, Treibhausgasemissionen, Landversiegelung und Inanspruchnahme knappen öffebtlichen Raumes, d.h. Straßen und Parkplätze. Dies gilt in unterschiedlichem Maße auch für andere Verkehrsteilnehmener, für alle Autos insbesondere. Nicht zu vergessen an dieser Stelle, die Beanspruchung medizinischer Infrastruktur, die der Straßenverkehr allgemein auslöst durch die hohen Unfallzahlen. Somit kann, werden die Externalitäten in Rechnung gestellt, nicht jeder tun und lassen, was sie oder er möchte!

    Es ist traurig, auf welchem intellektuellem Wissensstand und Reflektionsvermögen manche Hörer dieses tollen Podcasts sich befinden, bei dem Aufruf, SUVs zu kritisieren, nicht an externe Effekte gedacht zu haben. Hier wäre Eurer Auftrag einem weiteren Publikum das Thema der genannten negativen Externalitäten zu erläutern und mit Zahlen zu unterfüttern. Dann bliebe dieser äußerst zentrale Aspekt kollektiver Entscheidungsfindung und -durchsetzung in einer Gesellschaft und der Debatte um den Klimaschutz kein theoretisches Konstrukt.

    • Kannst Du noch mal erläutern, was Du mit Externalitäten meinst? Ich bin mir nicht sicher, ob das so ohne weiteres alle verstehen, die hier mitlesen …

  17. Der SUV Beitrag zeigt exemplarisch warum ich die LdNnach anfänglicher Begeisterung nur noch sehr sporadisch höre: Wenig Recherche und sehr viel ‘Haltung’. Also das was moderner und überlebensfähiger Journalismus garantiert nicht braucht. ‘Haltung’ vermittelt mir Parteien und NGOs schon zur Genüge. Fakten dagegen um diese Positionen einzuordnen müsste eigentlich der Journalismus liefern.
    Ich empfehle beiden Podcastern mal die Folgen aus der Anfangszeit anzuhören und mal ehrlich für sich selbst zu reflektieren ob sie damals schon so etwas veröffentlicht hätten.

    • An der Recherche hat sich nicht geändert, wir bewerten die Dinge nur etwas engagierter …. aber das Feedback zeigt ja, dass die meisten Leute die Lage gerade wegen der Mischung aus Fakten und Meinung schätzen.

      • Ich möchte hier einmal eine Lanze für euch und eure Meinungsäußerungen brechen. Klar, beim Thema SUV habe ich beim Hören eurer Äußerungen auch geschluckt, da ich die Sichtweise auch recht einseitig finde (dazu weiter unten mehr).
        Jedoch schätze ich gerade auch subjektive Bewertung von Fakten und Meinungsäußerung, ich finde das heutzutage wichtig. Überall wird „Neutralität“ gerufen, und in Wahrheit bringt es niemanden weiter, denn gerade an Meinungen kann man sich doch auch reiben. Meines Wissens nach habt ihr nicht den Anspruch, dass eure Hörer eure Meinung teilen, sondern ihr möchtet ja gerade in die Diskussion gehen. Soviel zu denen, die Meinung offenbar nicht verstehen.

        Ich selbst fahre keinen SUV (habe aber mal die kleineren Varianten von VW und BMW gefahren), kann aber durchaus nachvollziehen, dass man das tut, es sind zum Teil ja auch wirklich schöne Autos, wobei eine solche Bewertung ja eher Geschmackssache ist.

        Aber ich finde, dass die Kritik nicht ganz am richtigen Punkt ansetzt. Ein viel größeres Problem sehe ich im Verhalten so vieler Verkehrsteilnehmer, die wie auch ein großer Teil der Gesellschaft, nur noch auf sich schauen, ungeachtet der Auswirkungen, hier sei beispielhaft genannt:

        – kurze Wege zum Bäcker, zum Supermarkt werden auch dann mit dem Auto gemacht, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Warum nicht zu Fuß oder mit dem Rad?
        – Auf der Autobahn wird Gas gegeben ohne Ende, scheinbar muss keiner mehr für die Kraftstoffkosten selbst aufkommen, es wird gedrängelt, das Gaspedal durchgetreten für den Vorteil von 20 Metern, um schnell noch an jemanden vorbei zu kommen
        – Immer mehr Kinder werden mit dem Auto zur Schule gefahren (oder Freitags zur Fridays for future demo)
        – Immer mehr deutsche pendeln zur Arbeit und nutzen dafür das Auto
        – Es sind noch viel zu viel alte Dreckschleudern unterwegs

        Dabei mal ketzerhaft gefagt: Ist ja schön und gut, wenn versucht wird, klimaregulierende Maßnahmen durch CO2-Kosten zu treffen, aber das Klima sagt ja nicht, dass es díe Erwärmung stoppt oder die Erwärmung mal etwas langsamer angeht. CO2-Kosten werden hier kaum Effekt bringen, es interessiert doch niemanden. Im Zweifel verteuert sich eben alles und wird bezahlt, offenbar hat man hier genug Geld. Ich habe noch nicht einen Menschen kennengelernt, der sein Verhalten deswegen geändert hat.

        Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Zeit Ende der Neunziger. Ich war damals im Außendienst unterwegs und habe so für 1,14 – 1,20 DM pro l Diesel getankt, in Euro wären das um die 60 cent gewesen. Der Dieselpreis hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Trotzdem fahren heute viel mehr Autos (mit Diesel), und ich sehe so gut wie gar nicht, dass Leute bewusst sparsamer fahren.

        Es ist sicherlich eine Minderheit der deutschen, die sich ein Auto kauft, weil es so sparsam ist, die Mehrzahl kauft nach Komfort und Durchzugsstärke. Die „Sparsamkeit“ als Argument der Automobilindustrie wird gerne mitgekauft, so lange es nichts extra kostet.

        Viele Grüße

  18. ich mag auch keine suv.
    aber erst waren es die (stinkenden) diesel – jetzt die “stadtpanzer”. ein 2-tonnen-auto gehört sicher nicht in die stadt. oder diese zeit! (ausnahmen habt ihr ja erwähnt.)
    aber eure diskussion ist ebenso sinnlos wie diese fahrzugklasse.
    eine gesellschaftliche ächtung wäre toll. aber mit suv-fahrern sprechen? was soll das bringen… das auto ist ja schon gebaut! derdiedas sagt sich dann: “damn, das stimmt was du sagst.” derdiedas wird seinen wagen ja nicht in die schrottrpesse fahren. sondern eher verkaufen. toll, bringt uns echt weiter. das auto bleibt aber noch 10-15 jahre im verkehr…

    suv sind einfach eine ausgeburt völlig fehlgeschlagener verkehrsplanung, stadtplanung, klimapolitik! Innenstädte autofrei – nachdem der öffentliche nahverkehr massiv ausgebaut wird! carsharing, wegen mir mit elektroautos.
    elektromobilität ist alllerdings auch keine lösung für irgendwas. allein die leidigen batterien (giftig, teuer, schwer und kaum sinnvoll recyclebar…) und die verlagerung von umweltschäden in arme länder… und die reichweite! auf den verbrennungsmotor wird man für langstrecke kaum verzichten können.

    aktuell bin ich in frankreich: hunderte deutsche mit campervans – die werden sicher nicht nach 350km ranfahren und ein paar stunden auf die akkuladung warten.
    und die junge generation ist schon sehr viel weiter als “unsere regierung”: der vw-bus wird noch für die fahrt in den urlaub, einkaufen, streckenfahrten genutzt – aber nicht mehr als stadtfahrzeug.

    früher hatte man den (vw)bus als zweitwagen plus stadtauto. die junge generation aber bewegt sich urban mit öpnv, (e)fahrrad, carsharing und zu fuss fort – und genau das sollte man massiv fördern! dann erledigt sich das mit den suv bald von allein.
    innenstädte abriegeln (nach dem massiven ausbau von alternativen!) – bahn massiv ausbauen und innerdeutschen flugverkehr streichen! dafür müsste man halt geld ausgeben… kann mir keiner sagen, der zeitgewinn beim fliegen gleicht die ultramiese co2-bilanz aus… würde die bahn funktionieren, hat man mit anfahrt, check-in, flug, abfahrt sicher nur minimalen zeitverlust, selbst von hamburg nach münchen. das wären mal massnahmen, co2 zu senken und innenstädte feinstaubfreier und lebenswerter zu gestalten.

    ich fahre ende der woche nach sevilla – südspanien. die innenstadt hat etwa die grösse der kölner innenstadt (innerhalb der ringe).
    sevillas innenstadt ist faktisch autofrei. an den rändern gibt es ein paar anwohner-strassen. ansonsten fährt da eine strassenbahn durch, pferdekutschen, segways, fahrräder, inliner…
    also soll mir keiner sagen, das wäre utopisch! nur politsch komplett unbeliebt – danke groko für nothing! und danke, dass lobbyisten deutschland regieren… eure kinder und enkel werden sich bedanken…
    da darf man sich dann auch über den erfolg der afd nicht wundern.

    noch zu euren “aufrufen”, anregungen, vorschlägen: ich sehe überhaupt nicht, warum ihr das nicht machen solltet/dürftet!
    euer blog, eure regeln – wems nicht passt hört sichs halt nicht an. ihr seid ja schliesslich keine zu neutralität verpflichtete behörde! (da fände ich das dann auch schräg…)
    in ein blog gehört auch eine portion eigene meinung! sonst kann ich mir auch “reuters” durchlesen!!

    zum blog selbst: vielleicht fällt es euch nicht mehr auf, aber ich habe den dargestellten sachverhalt meist nach dem ersten mal begriffen. ihr jedoch kaut den immer gleichen sachverhalt immer noch 4-7x mit den immer gleichen worten wieder und wieder durch. das macht es für mich wirklich zäh beim zuhören. ich finde eure erläuterungen toll – aber wöchentlich kann ich mir das leider nicht mehr antun, habe drum schon ein jahr die lage nicht mehr gehört. ist halt nur meine meinung.
    lg

  19. Hallo ihr zwei,

    ihr hattet nach Vorschlägen gefragt, wie das Küchenstudio+ – Abo aufgewertet werden könnte.

    Ich hab da eine Idee:

    Wie wäre es mit einer Datenbank, in der die einzelnen Kapitel der Lage(n) nach Themen sortiert abgelegt werden? Dann könnte man sich mit dem Abo alle Beiträge zu einem Thema auf einmal anhören und so sowohl die thematische Entwicklung verfolgen oder komprimiert in ein Thema einsteigen.

    Das wäre für mich definitiv ein großer Mehrwert. Gerade bei Themen, die mehrere Folgen umspannen spart man sich einen Haufen Arbeit.

    Macht weiter so!

    • Gute Idee!
      Schafft mMn. Anreize zum Abschluss eines Abonnements.
      Ansonsten könntet Ihr die bereits existierenden Vorteile des Abonnements vielleicht zu Beginn einer Folge noch einmal aufzählen.

    • Auch ich halte das für eine sehr gute Idee!
      Ließe sich möglicherweise sogar mit Crowdsourcing umsetzen.
      Alternativ auch eine gute Aufgabe für einen Praktikanten/Werkstudenten.

  20. Lieber Philipp, lieber Ulf,

    danke für diese tolle Sendung. Ihr schafft einen Spagat zwischen Information eurer Hörer*innen und der Einsicht menschlicher Fehlbarkeit! Es ist m.E. nach vorbildlich, wie ihr euch in eurer – durchaus verantwortungsvollen – Rolle als Podcaster verhaltet und immer wieder Kritik aufnehmt, euch daraufhin selbst korrigiert und zeigt, dass ihr euch bewusst seid über die eigenen Grenzen.

    Ich möchte gerne zwei Kommentare beitragen, die mir sehr wichtig sind und mich zu meiner ersten Nachricht an euch bewegt haben:

    1) Beim Thema Regenwaldbrand sprecht ihr über die Nutzung der Flächen zur Massentierhaltung, zum Einen zur Schaffung von Weideflächen und zum Anderen zur Verfütterung in der weltweiten Massentierhaltung. Ihr sprecht dann über Fleischkonsum – was in mir immer Unruhe und etwas Unverständnis aufkommen lässt. Wieso wird nicht immer im selben Zug auch die Milchindustrie genannt? Schließlich fressen die Tiere, die zur Milchproduktion gehalten werden, nicht weniger! Es bleibt der Eindruck, dass hier ein Teil der Wahrheit immer noch weitestgehend unausgesprochen bleibt.
    Ihr stellt in diesem Teil auch die Frage, ob man sehen kann, woher das Futter kommt, welches das Tier, das man da gerade isst (oder von welchem man gerade die Milch trinkt oder die Eier isst!), in seinem Leben gefressen hat. Ich denke, dass das sehr schwer ist, ich konnte keine Wege finden, dies von Produkt zu Produkt nachzuverfolgen. Möglich ist ein Rückgriff auf die Verordnungen für die Tierhaltung. Hier konnte ich herausfinden, dass in der Bio-Tierhaltung das Futter größtenteils aus dem eigenen Betrieb oder aus der Region stammen SOLL, wie sich in der EG-Verordnung in Artikel 14d, I nachlesen lässt (https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/OekologischerLandbau/834_2007_EG_Oeko-Basis-VO.pdf?__blob=publicationFile). Für Kühe, Schafe, Pferde und Ziegen liegt dieser Anteil eigenbetrieblich oder regional erzeugten Futters wohl bei 60%, für Schweine und Geflügel bei lediglich 20%. Doch was passiert, wenn solche Futtermittel nicht zur Verfügung stehen? Interessant ist hier, dass bei mangelnder Verfügbarkeit dieses Öko-Futters auch auf konventionelles, sogar gentechnisch verändertes Futter zurückgegriffen werden darf (Quelle: https://utopia.de/ratgeber/bio-siegel-haben-die-tiere-davon/).

    2) Beim Thema Stadthalle Wetzlar bezieht ihr Stellung und sagt, dass ihr die Verweigerung der Stadt, die Halle der NPD für die Wahlveranstaltung zu überlassen, für besorgniserregend haltet, da die Stadt sich hiermit gegen die Demokratie und das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit wendet. Dass ihr das Vorgehen der Stadt nicht billigt, kann ich – auch in eurer Rolle als Podcaster – nachvollziehen. Was ich jedoch kritisch sehe, ist euer Appell im Anschluss: “Leute, haltet euch an Recht und Gesetz”. Das erscheint mir an dieser Stelle jedoch etwas kurz gegriffen und passt für mich nicht ganz ins Bild eures Podcasts. So denke ich an zivilen Ungehorsam, bei dem wissentlich und vorsätzlich gegen das Gesetz verstoßen wird, und zwar aus der Verpflichtung gegenüber dem eigenen Gewissen. Ich bin mir fast sicher, dass ihr zivilen Ungehorsam beispielsweise angesicht der Klimakrise nicht so abstempeln würdet? An dieser Stelle würde ich mich freuen, wenn ihr nochmals Stellung bezieht.

    Danke für die anregende Sendung!

    • Bitte schau Dir mal die anderen Kommentare zum Thema ziviler Ungehorsam hier an. Es geht uns um Behörden, die sich immer an Recht und Gesetz halten müssen. Bei Privatpersonen kann es da auch Ausnahmen geben, aber es muss eben immer ZIVILER Ungehorsam sein. Alles andere ist staatliche Willkür, und ich sehe nicht, wie man sich das wünschen könnte.

      • Danke für die Rückmeldung. Der Kommentar der Person vor mir zu zivilem Ungehorsam wurde mir erst angezeigt, als die Seite nach der Veröffentlichung meines Beitrags neu geladen wurde. Ich sehe den Punkt, den du aufzeigst, und auf diesem Hintergrund ist es absolut richtig, was du sagst. Dennoch war m.E. der Appell an ALLE, sich an Recht und Gesetz zu halten, etwas ungünstig, da mit diesem auch – oder sogar in erster Linie – zivile Personen angesprochen wurden.

        Der erste Teil zur Milchindustrie ist und bleibt aus meiner Sicht jedoch sehr wichtig und ich würde es sehr schätzen, wenn ihr dies aufnehmt.

  21. Ihr Lieben,
    als jemand der politisch weit links von euch steht und den Podcast ähnlich genießt wie der von der jungen Union erwähnte weiß ich, dass wir nicht immer einer Meinung sind. Der Teil zu Wetzlar hat mich trotzdem ein bisschen geschockt, weil dahinter eine Rechtsgläubigkeit steht, die in einer besseren Welt löblich, hier aber eher feige wirkt. Ob es die Aktionen des zivilen Ungehorsams der Extinction Rebellion in Berlin diesen Freitag, dem Wiederstand in der DDR oder im dritten Reich, oder die antikolonialen Kämpfe im globalen Süden sind: Wenn Unrecht Recht ist, ist Wiederstand Pflicht. Das gilt im kleinen wie im großen. Nur weil das Verfassungsgericht etwas sagt ist es nicht unbedingt richtig, es ist nur rechtens.
    Ich hoffe die nächste Episode spricht viel die Demos am Freitag und das entäuschende Klimapaket der Bundesregierung, macht weiter so

    • Du verwechselst ZIVILEN Ungehorsam mit staatlicher Willkür. Wenn ein privater Hallenvermieter ein Urteil ignoriert kann man darüber reden, aber nicht, wenn eine Behörde mit voller Absicht illegal handelt. Was würdest Du denn von Polizisten halten, die das Folterverbot missachten, weil sie meinen, nur so eine höhere Gerechtigkeit durchsetzen zu können? Oder hängen wir es etwas tiefer: die gegen Datenschutzregeln verstoßen, weil sich dann „effektiver“ ermitteln lässt?

      Nein, Rechtsbrüche durch die Staatsgewalt sind falsch. Ziviler Ungehorsam kann immer nur von zivilen Menschen geübt werden.

  22. Hallo ihr zwei, Hallo liebe Community,

    Ein Kommentar zum Thema CO2 und dem Klimakabinett. Der Entschluss vom 20.09. reiht sich ein in 25 Jahre Scheinpolitik. Klimaschutz wird nur simuliert. Das zu akzeptieren ist als würden wir25 Jahre lang akzeptieren, dass unsere Partnerin oder unser Partner jeden Abend sagt: “Ab morgen gehe ich nicht mehr fremd.”

    Außerdem ist die Generation 50+ in der Bevölkerung über- bei den Klimademos unterrepräsentiert (natürlich gibt es auch hier extrem Engagierte). Gleichzeitig sind das die Wahlberechtigten. Wer heute 20 ist dürfte noch nie auf Bundesebene wählen. Für nachhaltigere Politik wäre es also sinnvoll das Wahlalter zu senken und den Älteren in unser Gesellschaft klarzumachen, dass es schon nett wäre auch zukünftigen Generationen Lebenschancen zu lassen. Sein eigenes Haus zündet ja auch niemand kurz vor dem Vererben an, auch wenn es der Einzelperson eigenlich egal sein kann.

    Liebe Grüße
    Paul

  23. Hallo Philip und Ulf,

    bei den letzten beiden Folgen der LdN habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Thema Auto bislang nicht sonderlich interessiert hat.
    Nur so kann ich mir sehr oberflächliche Betrachtungsweise des Themas “SUV” vorstellen. Auch das Feedback hat meinen Eindruck eher noch verstärkt.
    Die SUV habt ihr wahrscheinlich wegen dem Unfall in Berlin herausgepickt.
    Doch was ist mit den großen Limousinen? 7er, S-Klasse, A8, usw
    Was ist mit den großen Vans, wie VW Sharan, Ford S-Max, usw?
    Was ist mit den Bussen, wie VW T4,T5,T6, Mercedes V-Klasse die von den Muttis gerne nach der Geburt des 2. Kindes gefahren werden?
    Alle diese Fahrzeuge schenken sich hinsichtlich Platzverbrauch, Spritverbrauch und Masse nichts gegenüber den verteufelten SUV.
    Richtig ist sicherlich, dass der Spritverbrauch etwas höher ist, als bei – hinsichtlich Platzangebot und Motorisierung – vergleichbaren herkömmlichen PKW. Dies resultiert jedoch aus der etwas größeren Stirnfläche der SUV und liegt nach meinen Recherchen in der Größenordnung von ca. 10%.
    Was ist mit den etwas kleineren Fahrzeugen der Kompakt- und Mittelklasse? Die meisten dieser Fahrzeuge sind in der Regel nur mit 1 Insassen auf der Straße. Dafür reicht auch ein Kleinstfahrzeug wie ein Smart…

    Eurer Denke nach müssten diese ebenfalls verteufelt werden. Deren Fahrer(innen) ebenfalls angesprochen, und in einem missionarischen Gespräch zur Rechtfertigung gebracht werden.

    Wann sprecht ihr Euch ebenso deutlich für ein Tempolimit auf den Autobahnen aus?
    Neben dem geringeren CO2 Ausstoß würde auch die Verkehrssicherheit gewinnen.

    Doch der Straßenverkehr ist ja nicht der einzige Grund bei dem man für ein besseres Klima und mehr Umweltschutz ansetzen kann!
    Welche Pläne habt ihr bzgl. den Politikern, die z.Zt. pro Jahr auf über 200000 innerdeutsche Flüge zwischen Berlin und Bonn kommen?
    Was plant ihr bzgl. dem Schiffsverkehr und den momentan sehr angesagten Kreuzfahrten?
    Bei der Fleischproduktion entstehen – so habt ihr es in der LdN berichtet – riesige Mengen an CO2 und umweltschädlichem Methan. Wann ruft ihr dazu auf, vor Metzgereien die Leute anzusprechen und sich für den Einkauf rechtfertigen zu lassen? So wie bei den SUV…

    Wie ich aus der LdN heraushöre, seid ihr in der glücklichen Lage, nicht unbedingt ein Auto zu benötigen.
    Doch auf dem Land sieht es leider ganz anders aus. Überall wird Flexibilität bzgl. dem Arbeitsplatz gefordert, so dass eine Anpassung der km-Pauschale für die Fahrten zur Arbeit überfällig ist.
    Und selbst die Bundesagentur für Arbeit erwartet von den Arbeitssuchenden die Bereitschaft zu Pendeln. Laut deren Aussage sind ein einfacher Weg von 60km zur Arbeitsstelle bzw. 1,5 Stunden einfacher Fahrzeit zumutbar. Wie ist so was mit unseren Umweltschutzzielen vereinbar?
    Auch hier wäre ein Appell angebracht!

    Zu guter Letzt möchte ich Euch anregen, die “Lage Live” zu überdenken.
    Passt die “Lage Live” noch in Eure doch recht kritische Meinung zu den individuellen Fahrten mit dem privaten Fahrzeug ?
    Bei der “Lage Live” in Konstanz konnte ich beobachten, dass viele der Besucher mit dem PKW nach Hause gefahren sind.
    Überspitzt gesagt sind diese Fahrten überflüssig und dienen lediglich dem Vergnügen.
    Ist das nicht konträr zu Eurer Meinung?

    Nachdenkliche Grüße,
    Jörg

    • Klassischer Fall von Whataboutism … nur weil wir nicht jedes klimaschädliche Verhalten gleichzeitig anprangern können sollen wir auch zu SUVs keinen Ton sagen? Überzeugt mich nicht – zumal SUVs schon besonders sinnlose Umweltbelastungen sind, anders als beispielsweise Steaks.*

      @Lage live: Da kann man immer mit den Öffis anreisen, wir wählen bewusst keine Locations im Nirgendwo – aber wir können unsere Gäste dazu natürlich nicht zwingen.

      *bitte erspart uns die Debatte, dass Steaks auch böse sind, das wissen wir und sagen wir ja auch dauernd …

      • Naja! Den Vorwurf des Whataboutism kann zwar man schon machen, aber zutreffend sind so manche Aussagen ja schon. Lassen wir die Steaks mal weg. Hätte mir gewünscht, dass etwas mehr darauf eingegangen wird, statt es einfach wegzubügeln.

        Das Thema Lage Live wollte ich auch bereits thematisieren. Habe da zwei Punkte:
        1) Versucht doch mal zu bestimmen welchen CO2 Fußabdruck eine Lage Live hat. Prinzipiell wäre der ja auch vermeidbar. Mir geht es nicht drum Euch die LL madig zu machen. Ich finde, das ist nur eine tolle Übung. Denn vielleicht kann man das mal ins Verhältnis setzen. Ab 2 Tonnen CO2 konkurriert ihr ja bereits mit einem SUV Jahr ;). (200g/km, 10000 Km im Jahr)
        2) Wo wollt ihr mit der Lage Live eigentlich hin? Ich frage hier tatsächlich nach euren Zielen. Manchmal habe ich den Eindruck, ihr fändet es auch schön (geil) ein Stadion zu füllen. Irgendwie fühlt sich das für mich nicht richtig an. Vielleicht liegt’s an mir, aber vielleicht macht ihr dazu mal ein Statement.

        Ich bin bereits seid etwa 2 Jahren Lagehörer. Ich finde die Wochen ohne Lage doof ;). Will damit sagen, dass ich die Lage lieb gewonnen habe und sehr schätze. In den letzten beiden Folgen habe ich allerdings bemerkt, wie mich etwas von Euren Ausführungen distanzieren musste. Habe das etwas hinterfragt und Folgendes ist mir wichtig loszuwerden:

        Bei dem Thema SUV hat sich eine gewisse Emotionalität bei Euch bemerken lassen. Und das ist dann wohl auch der Auslöser für überzogene Darstellung und Diskriminierung. Der Aufruf zum Aktionismus ist grenzüberschreitend. Nicht weniger. Dabei will ich es auch belassen. Dazu gab es genug Kommentare. Vielleicht solltet ihr euch bei emotionalen Themen ein paar Schranken setzen. Auch wenn Phillip das wohl hier nicht einsehen mag. Ist sein recht.

        Wir sind privilegiert. Ich und ihr besonders. Mit der Lage und beruflich habt Ihr einiges erreicht. Das ist toll. Aber wenn Ulf sich als Musterschüler / Musterstädter darstellt und mit geschwellter Brust auf seine ganzen tollen Aktivitäten hinweist (etwa unter dem Vorbehalt der Transparenz) kämpfe ich mit mir. Man muss das doch nicht so rauskehren. Gutmenschen gibt es doch genug! Ihr seid doch Macher und keine Vorbilder um des Vorbilds willen oder zur Selbstbeweihräucherung. Bisher habe ich Euch da anders wahrgenommen, aber es fällt mir zunehmend schwerer dieses Bild zu halten. Jetzt ist das zuallererst mal mein Problem. Aber vielleicht möchtet ihr das mal reflektieren. Vielleicht ist der Drift aufzuhalten.

        Vielen Dank, dass es euch gibt und natürlich für einen grandiosen Podcast!
        Karsten

        • Was will uns denn dieser Kommentar sagen? Darf man jetzt eigene Privilegien nicht mehr kritisch betrachten, weil einem sonst der Vorwurf gemacht wird, man inszeniere sich als Musterschüler oder als Vorbild? Und nein, wir wollen keine Stadien füllen, wir machen die Lage live, weil es die beste Möglichkeit ist, wenn wohlmeinenden Menschen konstruktives Feedback zu bekommen.

        • Vielen Dank Karsten, dein Worte treffen genau meine Gedanken.
          Hinsichtlich der LdN ist mein Empfinden wie deines.
          Nur schade, dass deine lobenden Worte – so ist zumindest mein Eindruck – (noch) nicht angekommen sind.
          Ich nehme durch den rechtfertigenden Kommentar von Ulf wahr, dass die Situation im Augenblick sehr emotional ist. Emotionen sind menschlich und bedürfen für mich keiner Rechtfertigung.

        • Ich habe den Kommentar als kaum verhüllte Aggression wahrgenommen: früher war alles gut, jetzt seid ihr vom Ruhm besoffen.

          Aber man sieht auch hieran wieder: Man darf solche Kommentare einfach nicht freischalten oder muss die persönlichen Angriffe löschen. Konstruktive und sachbezogene Kritik immer gerne, aber ad hominem führt zu nichts.

        • @ Ulf: danke für die Erläuterungen. Kann es sein, dass du hier vieles als Angriffe interpretierst? Ich habe schon ein paar Antworten hier von dir gesehen, bei denen ich mich sehr gewundert habe, warum du – aus meiner Sicht – so pampig reagiert hast. Das hat für mich nicht mit der Person aus dem Podcast zusammengepasst, die sich immer reflektiert äußert. Ich kann das auch emotional nachvollziehen, ich fasse auch gerne einiges als Kritik auf. Aus persönlicher Erfahrung kann ich berichten, dass eine knappe, sachlich Antwort eine Diskussion meistens weniger ausufern lässt und sich auch für mich selbst besser anfühlt. Alles Gute!

      • Es geht mir nicht darum zu überzeugen, sondern vielmehr darum zum Nachdenken anzuregen.

        In den bisherigen LdN habt ihr euch sehr für die Fairness eingesetzt. Diese vermisse ich beim Thema SUV. Deshalb verstehe ich nicht weshalb nur auf diese Fahrzeuge eingeprügelt wird, und nicht auch auf die anderen, die den “großen und schweren” SUV beim Spritverbrauch nichts nachstehen.
        Der Transparenz wegen würde mich interessieren ab welchem Verbrauch, Gewicht und Maßen ihr ein SUV als “großen und schweren Panzer” definiert.

        Ich verstehe auch nicht, weshalb ihr bei den “kleinen und niedlichen” SUV im Zuge des Feedbacks nun zurück rudert und denen die Absolution erteilt. Die sind zwar flächenmäßig nicht größer als normale PKW, doch der Spritverbrauch ist – bedingt durch die höhere Karosserie – entsprechend höher.

        Vorschläge um die Leute auch bei weiteren Themen zur Nachhaltigkeit und Umweltschutz anzuregen, dürfen gerne mit Whataboutism bezeichnet werden. Ich hoffe dennoch, dass auch bei diesen Themen ein deutlicher Appell erfolgt.

        • Wir können nicht alles ansprechen, und wir werden uns auch nicht dafür rechtfertigen, warum wir bestimmte Themen ansprechen und andere nicht. Journalismus ist immer eine letztlich subjektive Auswahl von Themen.

          Wobei es in diesem Fall so offensichtlich ist: SUV fahren ist komplett sinnlose Umweltzerstörung, von den anderen Problemen ganz abgesehen.

        • @ Ulf
          Ist dir die dann resultierende Asymmetrie eigentlich bewusst?
          Du löschst kritische Meinungsäußerungen zu eurem fremdwahrgenommenen Selbstverständnis und gehst gleichzeitig SUV-Fahrer als letzten Endes unabweisbare Vollidioten an.

        • Wir löschen keine sachlichen Meinungsäußerungen, sondern nur persönliche Angriffe auf die Podcaster. Das Klima hier ist überdurchschnittlich angenehm und konstruktiv, weil die Leute schnell mitbekommen, dass hier kein Platz ist zum Trollen oder Pöbeln.

          Und wir gehen auch keine SUV-Fahrer als Vollidioten an, wir sagen, dass das Fahren eines SUV in 99% der Fälle eine sinnlose Umweltzerstörung ist. Wir greifen also nicht Menschen als solche an, sondern ihr Verhalten.

        • Zum wirklichen Verstehen müßte ich dann jetzt wissen:
          Ist die Äußerung “Im Vergleich zu früher haben die Lageprotagonistenden den Qotienten Meinung/Fakt deutlich vergrößert und reden deutlich mehr über sich selbst” noch akzeptable Meinungsäußerung oder bereits persönlicher Angriff?

  24. Hallo ihr zwei,

    in Zusammenhang mit dem brennenden südamerikanischen Regenwald und dem damit einhergehenden Verlust von Biodiversität fragt ihr, warum Artenvielfalt per se ein Wert ist, den es zu beschützen gilt.

    Biodiversität hat direkten Einfluss auf jegliche Prozesse, die in einem Ökosystem ablaufen. Zu diesen Prozessen gehören beispielsweise die Primär- und Sekundärproduktion von Biomasse, Auf-, Ab und Umbau von Nährstoffen im Boden, Gasaustausch mit der Umwelt , Resistenz gegenüber Schädlingen oder invasive (nicht heimische) Arten uvm. Aus diesen Prozessen wiederum gehen verschiedene “Funktionen” hervor.

    Die Menschheit ist direkt, indirekt, ganz oder nur teilweise auf diese Funktionen eines Ökosystems angewiesen. Nehmen wir die Primärproduktion von Biomasse: es kann sich um produzierte pflanzliche Biomasse handeln, die wir ernten und zu Essen weiterverarbeiten. Ist dies der Fall, ist leicht verständlich, weshalb die Menschheit direkt abhängig von dieser Ökosystemfunktion ist. Wenn es sich um Biomasse handelt, die wir nicht ernten, zB. Bäume, profitiert die Menschheit jedoch indirekt davon, weil Bäume erstens Unmengen Sauerstoff produzieren und zweitens Wasser über ihre Blätter abgeben (Stichwort Klima- und Temperaturregulation). Außerdem stellt terrestrische und aquatische pflanzliche sowie tierische Biomasse den größten Speicher des globalen athmosphärischen Kohlendioxids dar. Biomasse dient als CO2-Senke, da durch die Primärproduktion von Biomasse, der Athmosphäre CO2 entnommen wird. Insofern profitiert die Menschheit zusätzlich von der Produktion von Biomasse, als dass dadurch der Treibhauseffekt gehemmt wird.
    Beispiel Nr. 2: Nährstoffkreisläufe im Boden. Biodiversität beeinflusst also die Fruchtbarkeit unserer Böden, auf welchen wir wiederum Ernte anbauen um die wachsende globale Bevölkerung zu ernähren. Dass Monokulturen nicht nachhaltig sind, weiß die Landwirtschaft ja auch schon lange.

    Der Knackpunkt, weshalb Artenvielfalt so wichtig ist, ist folgender: Biodiversität hat nicht einfach nur einen Einfluss auf all jene Funktionen, sondern hat eine positiv(!)-beeinflussende Wirkung auf das gesamte Ökosystem-Funktionieren. Würde man eine Grafik anfertigen, die “Anzahl an Arten” auf der X-Achse, und “Ökosystemfunktion xy” auf der Y-Achse stehen hat, müsste die Kurve, die man einzeichnet, linear ansteigen, oder mindestens eine Sättigungskurve sein.
    Sprich, je mehr Arten in einem System sind, um so besser “funktioniert” dieses System im Vergleich zu wenn es aus wenigen Arten bestünde. Bleiben wir bei dem Biomasse-Beispiel. Dass Biodiversität einen positiven Einfluss auf Ökosystemfunktionen hat, heißt, dass 20 verschiedene Baumarten mehr Biomasse produzieren, als es 20 mal die gleiche Baumart (Monokultur) tun würde.
    Diese positiv-korrelierende Beziehung betrifft ebenso die Funktion der Stabilität und Resistenz gegenüber äußeren Einflüssen, sogar gegenüber sogenannten Stressfaktoren. Es wurde beispielsweise vermehrt heraus gefunden, dass ein artenreicheres System resistenter gegenüber Hitzestress und Trockenheit oder den Befall von Schädlingen ist, als es die entsprechende Monokultur ist.
    Aufgrund des globalen Wandels, der Landwirtschaft-Expansion (=Abholzung der Wälder), des Klimawandels, der stetig wachsenden Bevölkerung, etc. werden diese äußeren, umweltlichen Stressfaktoren, die auf unsere globalen Ökosysteme wirken, tendenziell mehr anstatt weniger werden. Und da wir als Menschheit von der Natur, in anderen Worten von den Funktionen von Ökosystemen (in)direkt abhängig sind, und diese mit steigender Artenvielfalt zunehmen, hat Artenvielfalt einen unersatzbaren Wert für Natur und Mensch.

  25. Bitte lasst die Appelle nicht weg.
    Ihr habt eine Meinung, also dürft ihr die auch gerne in Form von Appellen verbreiten oder uns zumindest damit kitzeln.

    Das hat einen wesentlich stärkeren Effekt als die einfache Faktenaufstellung und politisch korrekte Meinungsäußerung. Und wer sich an Kleinigkeiten wie dem Wort Kaff stört, der verkennt das größere Bild.

    Tretet uns auf die Füße und bitte bitte lasst dieses “aber nur wer will” und “muss ja jeder selber wissen” weg. Klare Meinungen mit Appell sind mir da lieber, auch wenn ich vielleicht im ersten Moment beleidigt bin. Ist ja schließlich nicht die Tagesschau hier

  26. Zum Thema PSD2 und Banken:

    Ich verstehe Euch in Eurem Beitrag so, dass Ihr davon ausgeht, dass die Banken unsere Daten schon vertrauenswürdig behandeln und niemals weitergeben würden.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass VISA und MasterCard sich seit neuestem eine Nutzung der Kreditkartenumsätze für Werbezwecke einräumen lassen. Siehe z.B. den Kommentar hier: https://www.kuketz-blog.de/opt-out-datenanalyse-bei-visa-und-mastercard/

    Datenschutzerklärung Mastercard https://www.mastercard.de/de-de/datenschutz.html#rights

    Datenschutzerklärung VISA https://www.visa.de/nutzungsbedingungen/datenschutzrichtlinie-deaktivierung.html

    Hier geht’s zum Opt-Out (den muss man alle 5 Jahre erneuern! – kann das rechtens sein?):
    https://www.mastercard.de/de-de/datenschutz/data-analytics-opt-out.html
    https://www.visa.de/nutzungsbedingungen/datenschutzrichtlinie-deaktivierung.html

    Soviel zur Vertrauenswürdigkeit…

    • Zur Vertrauenswürdigkeit der Banken haben wir uns mit keinem Wort geäußert. Es ging uns allein um den Zugriff auf Konten durch die Kund*innen und Dritte.

  27. Ich möchte noch etwas zum Thema Pelze schreiben.
    Ihr meintet, dass Pelze durch entsprechende Kampagnen in den 90ern soweit verpönt waren, dass seither kaum noch jemand Pelz tragen würde.
    Leider stimmt das überhaupt nicht. Pelze erleben in den letzten Jahren eine große Renaissance. Eine riesige Mehrheit trägt wieder Pelz. Der Pelzmantel ist zwar wirklich aus der Mode gekommen, allerdings sind Pelzkrägen gerade wahnsinnig beliebt.
    Diese Pelze zieren Wintermäntel an Krägen und Kapuzen, Stiefelschäfte, Pulloverbündchen oder einfach nur als Bommel auf Strickmützen.
    Viele Leute denken es würde sich dabei um Kunstpelze handeln. In der Tat gibt es auch ganz ordentliche Kunstpelze. Die große Mehrheit ist dabei aber Hundepelz. Dieser ist deutlich billiger als Kunstpelz. Die Herkunft und Erzeugungsbedingungen sind oftmals kaum nachvollziehbar.

    Die Aussage, dass Pelz heute nicht mehr tragbar sei, kann ich überhaupt nachvollziehen. Im Gegenteil ist Pelz zu einem omnipräsenten Accessoire verkommen.

    zusätzliche Links:
    https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-02/tierschutz-pelz-fellkragen-mode-nerz-fuchs-fleischkonsum

    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Blutiger-Modetrend-Pelzbommel-und-Pelzkragen,pelz252.html

  28. Hey, ihr habt in der letzten Folge so viele spannende Punkte angesprochen. Manche beschäftigen mich schon länger (gerade Punkt 2), vielleicht habt ihr hier noch weiteren Input:
    1) Zunächst habt ihr euch gefragt, wie sehr ihr in Zukunft Handlungsempfehlungen geben wollt. Zum Teil wolltet ihr euch da in Zukunft zurück halten. Meine Meinung dazu: Ihr habt auch davor schon Handlungsempfehlungen gegeben, das hat niemanden gestört. Normalerweise sind das No-Brainer oder argumentativ gut fundiert. Bei den meisten Themen ist das kein Problem. Beim SUV-Thema habt ihr in ein Wespennest gestochen. Ich denke nicht, dass eure Idee, Handlungsempfehlungen zu geben irgendwie neu war oder ihr das anders gemacht habt. Dass die Leute das nicht gut fanden, lag eher am Thema. Man sieht ja hier in den Kommentaren, wie sehr das polarisiert. Und an den Reaktionen seht ihr, dass die Botschaft angekommen ist. Ich sehe: Ihr wollt, dass SUV-Fahrer drüber nachdenken, ob sie das Ding brauchen. Und ggf. in Rechtfertigungsdruck kommen. Genau das habt ihr ja erreicht, das sieht man an den Kommentaren.
    2) Die Sache, ob man etwas sagt, wenn andere Leute etwas machen, was die Freiheit anderer beeinflusst (das müssen nicht SUVs sein): Eure Zusammenfassung, warum die Gesellschaft das braucht, fand ich super. Ich versuche das zur Zeit. Ich habe nur noch keinen richtig guten Modus gefunden. Manchmal funktioniert was, manchmal nicht. Ein Vorschlag von euch war aus der persönlichen Betroffenheit zu agieren (Mich stört, dass). Ich verstehe den Ansatz. Er setzt aber voraus, dass der andere zuhört. Zudem kann der andere zu dem Schluss kommen (das geht sehr schnell im Kopf): jeden stört irgendwas, soll sich mal selbst nicht so haben. Dann winken die Leute ab, oder sind schon weg. Die argumentative Antwort darauf wäre ja: “ja, das stört nicht nur mich, sondern das ist allgemein schlecht”. Oft kommt man nicht dazu, diese Argument loszuwerden, weil es kein Gespräch gibt. Variante 2: Gleich mit “das ist allgemein schlecht” anfangen: das ist besserwisserisch und stößt auf Abwehrreaktionen. Ich weiß nicht, wie ich Leute sinnvoll und fair ansprechen kann. Vielleicht habt ihr ja eine Idee: Ihr habt ja scheinbar ein ‘freundlich Ansprechen’ im Kopf, vielleicht können wir das tiefer legen.
    Insgesamt kommt ihr gerade wirklich an relevanten und wichtigen Themen vorbei, danke für den Podcast!

  29. Thema: CO2-Verbrauch in privaten Haushalten (SUVs, etc.)

    Lieber Philip, lieber Ulf,

    vor ein paar Tagen besuchte mich eine Freundin spontan in Berlin, weil sie als Gast in einer kleinen TV-Sendung eingeladen war. Sie ist nämlich Mitbegründerin eines sehr interessanten Start-Ups. Die Idee der vierköpfigen Gruppe passt ziemlich gut zu den hierzulande aktuell geführten Diskussionen zu der Frage, ob eine individuelle Verantwortungsübernahme der Bürger_innen in der Klimakrise erwartet werden kann bzw. was Menschen, die einen Anteil leisten wollen, konkret tun können.

    Das Ziel der “worldwatchers” ist es den persönlichen CO2-Verbrauch transparent darzustellen. Dazu haben sie die crowdfunding-finanzierte, kostenlose App “WoW” geplant, die Nutzer_innen den eigenen Verbrauch anzeigt, einen persönlichen Haushaltsplan erstellt, Einsparziele vorschlägt, Vergleiche mit Freunden ermöglicht und erreichte Ziele zusammenfasst.

    Vielleicht interessiert euch diese Initiative und ihr könnt euch vorstellen die Idee in der Lage thematisieren. Passt eventuell recht gut zur letzten Debatte über große, kleine oder karierte SUVs und den generellen Anteil privater Haushalte und westlicher Lebensweisen am Klimawandel.

    https://www.worldwatchers.org/mywow.html

    Einen schönen Streiktag euch!

  30. Hallo,

    vielen Dank für den ausführlichen Beitrag zur PSD2. Ich war positiv überrascht wieviel Raum ihr dem Thema einräumt und fand den Beitrag gelungen. Einen Punkt konnte ich aber gar nicht nachvollziehen: Eure Unterscheidung zwischen “ich selbst greife auf Bankdaten zu” vs. “ein Drittanbieter greift auf Bankdaten zu”. Ich selbst würde doch nur direkt zugreifen, wenn ich für mich persönlich direkt eine Banken-Schnittstelle anbinde. Das kommt in der Praxis kaum vor. In allen anderen Fällen bekommt die Software eines Dritten die Zugangsdaten für mein Bankkonto und kann damit machen was sie will. Ich möchte hier nichts gegen die von euch vorgestellten Software sagen (bin selbst glücklicher MoneyMoney Nutzer), noch möchte ich die PSD2 in jeder Form verteidigen. Aber: Als Regulator kann ich nicht abhängig davon regulieren was eine Software verspricht, wie sie technisch umgesetzt ist oder was ihr Geschäftsmodell ist. Entscheidend kann doch nur sein was eine Software machen kann und da besteht kein Unterschied zwischen den zwei Gruppen.

    Viele Grüße
    Flo

    • Es gibt einen sehr großen Unterschied: Bei einer API wie HBCI kannst Du ganz alleine auf die Schnittstelle zugreifen – beispielsweise mit Open-Source-Software. Bei PSD2 kannst Du das prinzipiell nicht, und wegen der geheimen Schlüssel und der Registrierung kann es auch keine Open-Source-Software für die Schnittstelle geben.

      Mit anderen Worten: Bei HBCI gibst Du Deine Datenhoheit möglicherweise auf, wenn Du bestimmte Software einsetzt – bei PSD2 nimmt sie dir der Gesetzgeber auf jeden Fall.

  31. Ergänzung zum Thema HBCI: Die Umweltbank hat ihre Kunden informiert, dass die HBCI Schnittstelle mit der Einführung von PSD2 deaktiviert wird, da man Anpassungen der Schnittstelle an PSD2 vermeiden möchte.

    • Da kann die Antwort ja nur lauten: Kündigung. Diese Prioritätensetzung lässt für Komfort und Kund*innen-Freundlichkeit Schlimmes erwarten.

  32. Hey Ulf, hey Philip,

    höre die Lage jede Woche und eben spannend eure Erklärung gehört, in der ihr der Frage nachgeht, ob ihr eine eigene Meinung äußern könnt.

    Hierzu möchte ich euch darin bestärken: ich habe ebenfalls einen Podcast zum Thema Pflege. Aktuell ist durch die prekäre Lage und Jens Spahn sehr viel Bewegung in dem Feld. Hinzu kommt, dass sich der Pflegeberuf aktuell sehr stark entwickelt. Wir legen dazu ebenfalls zu verschiedenen Themen die Fakten auf den Tisch, die im Anschluss von uns diskutiert werden – zum Teil auch hinterher mit der Fachöffentlichkeit.

    Wir haben versucht, eigene Meinungen weg zu lassen, haben das mittlerweile aber komplett aufgegeben, warum? Weil man sich von einer Meinung nicht frei machen kann – erst recht nicht, wenn man so tief im Thema ist. Darüber hinaus gibt es eben Dinge, die diskutiert werden MÜSSEN, um einen Konsens überhaupt erst möglich zu machen, und daher gehört es eben dazu, die eigene Meinung zu bekunden und zu kommentieren. Der jeweilige Standpunkt wird verständlicher und führt zur Weiterentwicklung, da man Impulse weitergibt.

    Besonders stark spürt man das in der Pflege beim Thema „Pflegekammer“. Ein breit diskutiertes Thema. Viele sind dafür, andere eben dagegen. Beiden Seiten sind die Vor- und Nachteile bewusst, aber beide „Lager“ gehen nur schleppend aufeinander zu. Das führt dazu, dass sich bei diesem Thema der Beruf „spaltet“, was er ja eigentlich nicht tun sollte. Ohne die Äußerung der Meinung und dem Beziehen eines KLAREN Standpunktes wird man in dieser Thematik jedoch kaum einen Konsens finden. Man muss sich zu irgendwas bekennen, ein „egal“ wäre fatal, weil man damit die VERANTWORTUNG für sich und seinen Beruf in fremde Hände gibt und sich is Exchange nimmt, selbst zu gestalten.

    Unser Podcast hat sich dazu bekannt, sie Pflegekammer zu befürworten, ebenso die Akademiaierung des Pflegeberufes. Das hat uns viele böse Kommentare eingebracht, wir werden zum Teil auch „Propaganda-Podcast“ genannt, weil wir eben der gleichen Meinung sind, wie der deutschen Pflegerat oder anderen Verbänden.
    Wir sind und bleiben unabhängig und finden es schlimm, von der eigenen Berufsgruppe so benannt zu werden, weil wir eine Meinung äußern, die den Beruf nach vorne bringt. Wir stehen dazu und übernehmen die Verantwortung für unser Handeln und die geäußerte Meinung.

    Daher: passt auf, wo Ihr Stellung bezieht, aber wenn, dann klar, deutlich und nachvollziehbar kommentiert. Wer die Meinung nicht teilt, muss euch nicht hören. Und wer sich andere Meinungen anhören kann, ist zumindest zum Diskurs bereit.
    Auch wir äußern nicht den heiligen Gral, natürlich nicht. Aber wir beziehen Stellung. Integrität ist wichtig und sollte als hohes Gut angesehen werden.

    Danke, dass Ihr jede Woche abliefert. Und: bitte rechtfertigt euch nicht so viel. Man muss es eben nicht everyone’s darling sein…

    Christian vom Übergabe Pflege-Podcast

  33. Servus Lage Team,

    grosses Lob für euren Podcast und die immer gute Aufbereitung der aktuellen Themen.
    2 Grundstandpunkte stören mich, wie auch in letzter Folge deutlich wurde!

    – SUV Bashing: Ich Unterstütze den Fahrzeugtyp auch nicht, jedoch zeigt euer Beitrag unseren verbreiteten Wohlstands Umweltschutzgedanken! Ihr widmet einen Großteil der Sendung dem SUV Thema und wie schlimm die für die Natur sind. Ich hab mal grob die Fakten Überflogen, der Verkehr in Deutschland trägt mit 0,3% am globalen CO2 Ausstoß teil. Der Anteil Privatverkehr ist noch viel kleiner! Sprich selbst wenn jeder Deutsche einen SUV fahren würde, hätte dies absolut keinen signifikanten Einfluss aufs Klima. Sinnvoller wäre es doch sich die größten Positionen anzuschauen. So würde man es bei jeder anderen Verteilung auch machen!

    – AFD Bashing: Auch hier bin ich kein Freund der benannten Partei, dennoch stört mich die allgemeine Berichterstattung auch bei euch. Parteien ausserhalb der politischen Mitte werden stets kritisiert und von den etablierten Parteien von Koalitionen ausgeschlossen. Dies lässt sich nachvollziehen, da es ja um deren Sitze im Parlament geht und damit um ihren Arbeitsplatz! Bei der Linken funktioniert es jetzt nach 30 Jahren langsam auf Länderebene, auf der rechten Seite wird keine Position zugelassen. Unabhängig davon wie dumm die Ansichten sind. Wenn wir eine richtige Demokratie sind. Wie kann dann die Meinung (und die Stimmen) eines großteils der Bevölkerung ignoriert werden?
    Wenn z.B. wie in Sachsen oder Brandenburg die AFD 2. stärkste Kraft ist, müsste auch eine Koalition mit der stärksten Kraft möglich sein, da dies dem Willen des Größten Wähleranteils entspricht!

    • “Wenn z.B. wie in Sachsen oder Brandenburg die AFD 2. stärkste Kraft ist, müsste auch eine Koalition mit der stärksten Kraft möglich sein, da dies dem Willen des Größten Wähleranteils entspricht!”

      Wie kommst du darauf, dass alle CDU Wähler eine Koalition mit der AFD wollen würden, wenn die CDU genau diese Koalition vor der Wahl ausgeschlossen hat?

      • Es geht nicht darum was die CDU Wähler sich wünschen sonderns die Bevölkerung im allgemeinen. Aus meiner Sicht dürfte es nicht sein, dass wenn wir demokratisch wählen, das Ergebnis ausser Kraft gesetzt wird, weil Parteien nicht mit bestimmten anderen koellieren wollen!

        • Das Ergebnis einer Wahl ist eine Sitzverteilung im Parlament, nicht eine bestimmte Regierung. Daher wird auch nichts außer Kraft gesetzt, wenn niemand mit der AfD koalieren will.

          Außerdem ist es ja eine klare Botschaft, dass drei Viertel der Menschen die AfD nicht wählen … von einem Regierungsauftrag sind die glücklicherweise noch sehr weit entfernt.

    • Hi Stevo, cool, dass Du für eine ausgewogene Sichtweise beim CO2 sorgst. Ausgewogenheit kann aber nur schwer über den Austausch der Tabelle funktionieren (probieren viele). Die 0,3 % Verkehrsanteil am globalen pro Kopf CO2-Ausstoß kommen daher, dass in den Entwicklungs- und Schwellenländern noch sehr viele Menschen kein Auto haben. In Deutschland macht der Verkehrssektor ca. 24 % (innerhalb dessen 78 % für den Straßenverkehr) an den deutschen pro Kopf Emmissionen aus – und ist damit hierzulande eine “große Position”. Daher sollten wir in Deutschland genau da anfangen. Andere Länder sollten in der Tat andere Prioritäten setzen, wenn der Automobilverkehr keinen großen Anteil hat.

      • Servus Lukas, kann deine Meinung verstehen. Die 18% sind auf dem ersten Blick recht viel. Die SUVs sind trotzdem nicht das Problem, denn wenn jemand keinen teuren SUV kauft wird er ein vergleichbar ausgestattet teures Fahrzeug kaufen. Ein Q7 wiegt z.B. 100Kg mehr als ein A7. 100 Kg sind 5% vom Fahrzeuggewicht, der Spritverbrauch sind 2Liter diverenz also 10% mehr.

        Um zum Kern zurück zu kommen. Mein Problem in der Darstellung der Lage und generell ist, dass wir durch Änderung von absoluten Luxusthemen (fahr ich ein Q oder einen A7) das Klima retten. Das funktioniert aber eben nicht, weil viel zu viele größere Einflüsse global gegeben sind und auf die muss man schauen. Selbst wenn du die 24% Verkehr in Deutschland komplett lahm legst. Änderst du nix an der globalen Situation!

        Am Ende leben wir doch im globalen Kapitalismus, sprich unser Wirtschaftssystem basiert auf ständig steigendem Konsum und damit der permanenten Verschwendung von Ressourcen. Ebenso wird auf politischer Ebene niemand eine radikale Änderung die notwendig wäre beschließen, wenn dies Einfluss auf die Wähler und damit auf den nächsten Wahlerfolg hat (z.B. steigende Arbeitslosigkeit, wegen Stellenreduzierung im Automobilsektor)!

  34. Kurze Frage: Wozu soll das optional auszufüllende Feld unter der Kommentarspalte mit der Überschrift “Website” dienen? Zur Quellenangabe?

    • Das ist für einen Link auf deine Website oder zB deinen Twitter.

    • Eure Erklärungsversuche zum Thema SUV sind bemüht. Im Grunde kriecht ihr ziemlich ungeschickt um die Aussage herum, das Luxusautos ein Problem sind, egal ob SUV oder Sportwagen/Supersportwagen. Ist eine Q7 mit 400 PS schlimmer als ein R6 oder Porsche 911 mit 400 PS? Jene Autos sind unvernünftige Platz- und Ressourcenverschwender – wobei der Q7 definitiv Alltags- und Familientauglicher ist. Billigerweise springt ihr bloß auf die mediale SUV-Kritik (Sündenbock!) auf und argumentiert euch das schön zurecht. Sprecht es doch aus, wie es ist: Luxus ist Ressourcenverschwendung und per se wenig nachhaltig – das ist ja fast schon die Definition von „Luxus“. Große Häuser, große Häuser, großer Fernseher, große Kaffeemaschine – diese Fahrradmonster-E-Mountainbikes jenseits der 4.500 Eur (das wird auch noch gefördert…). Der Sitz in der Business- oder FirstClass, an dessen Stelle gut 3-4 Economy-Plätze Platz hätten. Tropenholzmöbel. Wozu braucht ein Single ein 150qm Penthouse in Hamburg? Weil sie/er es sich leisten kann. Das Problem – wenn man sich dann mal vom Begriff SUV löst und das sagt, was ihr eigentlich sagen müsstest: es wird wie eine Neiddebatte aussehen. Es wird die Gutverdiener verpönen, die aber meist große berufliche Verantwortung haben. Mal ganz ehrlich: wozu muss man ein Motorboot oder eine Yacht haben? Mit nem 2,5t SUV 10km Arbeitsweg zu bestreiten macht auf jeden Fall noch mehr „Sinn“, als mit dem Motorboot aus reiner Spaß an der Freude übers Ijsselmeer zu schippern. Zerbrecht doch jetzt mal das „Geländewagenkorsett“ und sprecht über „Luxusgüter“ – die Debatte würde mich mal interessieren – da steckt nämlich richtig Zündstoff drin …

      • Sorry, das sollte eigentlich ein eigenständiger Post und keine Antwort werden. Die erwähnte Überarbeitung der Kommentarfunktion wäre sehr zu begrüßen ;-)

      • Das bringt es sehr schön auf den Punkt.

      • Richtig. Cool wäre eine Besteuerung des effektiven Querschnitts des Auspuffs, vielleicht kombiniert mit der Größe des Tankvolumens. Man hätte ein Maß, das Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit einschließt.
        Dass die die SUVs zu Sündenböcke gemacht würden, halte ich dagegen für völlig abwegig. Es ist allgemein anerkannter Fakt, dass Verbrennungsmotoren für Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre mitverantwortlich sind. Und die Erkenntnis, dass ein Fahrzeug, das drei Tonnen wiegt und Beschleunigungswerte eines Sportwagen aufweist, deutlich mehr verbraucht als Otto-Normal-Schnitt, stammt nicht aus der Raketenwissenschaft. Wieso also Sündenbock? Werden SUV-Fahrer ungerechtfertigter Weise für etwas geopfert, für das sie nichts können?

        Ich kann nicht verstehen, warum immer wieder so getan wird, als hätten sich die Fahrer von SUVs gar nicht selbst für so ein Fahrzeug entscheiden. Und ja, das gilt selbstverständlich genauso für alle anderen Fahrzeuge mit großem Tank und dicken Auspuffen.

  35. Peinlich, wie die Lage vor asozialen SUV-Fahrern zu Kreuze kriecht. Natürlich darf man Menschen auf ihr asoziales Verhalten hinweisen und natürlich dürft und sollt ihr Leute dazu auffordern, das zu tun!
    Kann doch jeder selber überlegen, ob und wie er der Aufforderung nachkommt.

    • Hallo Jupiter Jones.
      Bist Du frei von asozialem Verhalten?

      In vielen Hörer-Anmerkungen wurde darauf hingewiesen, dass so etwas eher zur Spaltung als dem Dialog dient. Ich finde, Dein Kommentar vermittelt eine Ahnung wo uns solche Apelle hinführen können.

  36. Hallo Ihr beiden,

    zunächst einmal ein großes Lob an Euch. Ich höre die Lage mittlerweile seit ca. 2 Jahren regelmäßig und finde den Podcast von der Themenauswahl, der Faktenbasis, aber auch dem Spin, den ihr mit Eurer Meinung mit einbringt klasse und in dieser Form einzigartig. Von daher gibt es nicht viel Potential zur inhaltlichen Verbesserung.

    Auch wenn ich Euch schon mit einer Spende finanziell unterstützt habe, konnte ich mich für ein Lage Plus Abo noch nicht durchringen (aber was nicht ist, kann ja noch werden ;-). Dahingehend mal einige Anregungen, die in Richtung Mehrwert einer Plus Mitgliedschaft gehen:
    – Datenbank mit all Euren Beiträgen aufgesplittet auf die einzelnen Themenblöcke mit einer angeschlossenen Suche. Hintergrund ist, dass ich immer mal wieder einzelne Themenblöcke später zur Vertiefung anhören möchte. Dafür muss ich aber erst die Folge suchen und dann an die jeweilige Stelle der Folge springen
    – Eigene LdN App mit obiger Funktion, den Shownote Links oder der Kommentarfunktion
    – Kurzer täglicher Podcast mit den aktuellen Themen (vgl. Handelsblatt oder Steingarts Morning Briefing Podcast)

    Mir ist sehr bewusst, dass vor allem eine eigene App bzw. ein kürzerer täglicher Podcast sehr aufwendig ist und wahrscheinlich momentan Eure Kapazitäten sprengt, aber ihr habt ja zu “Wünsch Dir was” aufgefordert ;-) Umgekehrt wäre das vielleicht der Mehrwert der (noch) mehr LdN Fans zu einer Plus Mitgliedschaft treibt.

    Ansonsten kann ich nur sagen: DANKE und weiter so!!!

  37. Hallo ihr beide beiden,

    zum Thema NPD-Orstvorsteher.

    Der Ortsvorsteher ist normal ein Amt, das sehr zeitaufwändig ist, aber nicht bedeutend genug, um Karriere machen zu können. Und es gibt nur eine geringe Aufwandsentschädigung, was bedeutet, dass man einen Haupt-Job braucht.

    Deshalb sind Bewerber rar. Danke, dass ihr auch darauf hingewiesen habt.

    Demokratie lebt aber im Kleinen – auch in kleinen Orten, wo die Ortsräte ihre Freizeit investieren, um bei Sitzungen anwesend zu sein oder sich bei Feuerwehrfesten und Treffen von Gesangvereinen zu zeigen.

    Und wenn man nicht will, dass Nicht-Demokraten gewählt werden, müssen die Demokraten aufstehen und sich engagieren. Und sich auch für solche Ämter wie Ortsvorsteher, Gemeinde- oder Ortsrat oder vielleicht auch Vereinsvorsitzende aufstellen und wählen lassen. Auch wenn es unbequem ist. Und schwierig. Und zweitaufwändig. Aber ich sehe keine andere Möglichkeit.

  38. 19. September 2019 um 18:51 Uhr
    Stephan Sommerhalder

    Ich finde das mit dem ansprechen der SUV Fahrer übertrieben. Man stelle sich vor man wird den ganzen Tag angesprochen:
    warum Fahren Sie SUV?
    warum tragen Sie diese Kleider ?
    warum essen Sie dies und das ?
    warum kaufen Sie diesen Laptop oder Smartphone?
    etc.
    Unvorstellbar da würde man ja durchdrehen. Und es würde glaube ich nicht wirklich viel bringen.

  39. Hallo,

    nach der ganzen Diskussion über „Panzer“ SUVs möchte ich mal einen Gedanken ins Spiel bringen, der mich wirklich beschäftigt. Ich glaube, die Diskussion über die SUVs ist deswegen so groß, weil es hier um etwas sehr Grundsätzliches geht, was über das eigentliche Thema SUV hinausgeht. Es geht aus meiner Sicht um die Frage, ob ich bereit bin mein Verhalten zu ändern und das Klima zu retten. Es geht dabei nicht um die Frage nach SUV „Ja oder Nein?“, sondern es geht grundsätzlich um Verzicht:

    – Bin ich bereit ein sparsameres Auto zu fahren?
    – Bin ich bereit weniger –oder gar nicht – Auto zu fahren?
    – Bin ich bereit weniger – oder noch besser gar kein – Fleisch zu essen?
    – Bin ich bereit weniger – oder gar nicht – zu fliegen?
    – Bin ich bereit die Temperastur in meiner Wohnung zu reduzieren?
    – Bin ich….

    Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Und jetzt wird es spannend, denn jetzt kommt die Moral ins Spiel. Wer darf mir sagen: „Dein Verhalten ist falsch!!!“. Ja, es gibt ein richtiges und ein falsches Verhalten, dass ahnen immer mehr Menschen. Aber zwischen dem Wissen, welches Verhalten richtig ist und dem Ändern des eigenen Verhaltens liegt ein weiter Weg.

    Und ja, ich finde man darf sich auch mal falsch verhalten, aber dann muss man auch damit leben, dass man etwas tut, was eigentlich für die Allgemeinheit nicht in Ordnung ist. „Nobody is perfect.“ Aber dann muss man es auch aushalten, dass man auf das falsche Verhalten angesprochen wird.
    Ich ganz persönlich glaube übriges immer mehr, dass nur Verbote wirklich zu einer Veränderung des Verhaltens führen:

    – Verbot von „Panzer“ SUV in den Innenstädten.
    – Verbot von Getränken in Einwegflaschen (ohne Ausnahme).
    – Verbot von Flügen unter 150 €.
    – Verbot von Plastiktüten
    – ….
    Auch diese Liste könnte ich unendlich fortsetzen. Noch vor einigen Jahren habe ich geglaubt, dass gute Argumente schon helfen das Verhalten zu ändern. Aber ich merke an mir selbst, wie schwer das dann in der Realität fällt. Ist eigentlich schon mal untersucht worden, was wirklich zu einer Verhaltensänderung führt?

    WETZLAR

    Noch ein Wort zu Wetzlar. Ich finde es eigentlich auch, dass das gesprochene Recht ein unglaublich hohes Gut ist. Aber gibt es nicht auch eine Pflicht zur Verteidigung der Demokratie? Und die NPD möchte unsere Demokratie abschaffen. Für mich ist das eine sehr spannende Frage, ob es wirklich eine absolute Rechtsprechung gibt. Oder ob es nicht auch Situationen geben kann, wo man sich über gesprochenes Recht hinwegsetzen MUSS?

    PSD2

    Dieses Thema habt Ihr – für MEINEN Geschmack _ zu langatmig ausgebreitet, mit vielen technischen Details, die ich gar nicht brauche, um die Problematik zu verstehen.
    *** ICH HÖRE DIE LAGE SEHR GERNE ***

    • Zum Thema Verhaltensänderung: Zunächst mal: ja – wir werden unser Verhalten ändern müssen.
      Ich habe aber Zweifel, dass es etwas nützt, auf die einzige Urlaubsreise im Jahr zu verzichten, während Geschäftsreisende durch die Welt jetten.
      Oder dass es etwas bringt, die Mobilität von Privatpersonen einzuschränken, während Unternehmen ihre Lager auf die Autobahnen verlagern und Teile mehrfach über hunderte von Kilometern gefahren werden, um Kostenvorteile zu erzielen.
      Die Verhaltensänderung wird wahrscheinlich grundsätzlicher sein und alle Lebensbereiche -auch die Wirtschaft- umfassen müssen. Wir müssen wieder lernen, Dinge zu reparieren statt wegzuwerfen und neu zu kaufen. Es muss aufhören, Tiere unter erbärmlichen Bedingungen durch ganz Europa zu Karren, um ein paar Euros zu sparen. Wir können Rindfleisch und Wasser aus Deutschland essen und trinken – das muss nicht durch die halbe Welt transportiert werden.
      Wir müssen aufhören, Wälder zu roden und Flächen zuzubetonieren.
      Wir müssen mit der Welt, in der wir leben wieder respekt- und rücksichtsvoller umgehen.

      • Ja, das finde ich auch. Daher denke ich, dass der größte Hebel, den wir im Klimaschutz gerade haben ist, alle davon zu überzeugen, dass wir alle etwas machen müssen. Wer wieviel, können wir dann noch verhandeln. Persönliche Einschränkungen sind währenddessen für 2 Sachen da: 1: sich in den Spiegel schauen können 2: anderen zeigen, dass man auch mit Alternativen glücklich werden kann und vieles funktioniert. Wenn wir in der Mehrheit akzeptieren, dass wir uns alle einschränken müssen, hat das 2 Vorteile:
        1) man kann dass in Regeln gießen und einer kann nicht so leicht die Ergebnisse aller anderen zunichte machen
        2) niemand muss sich Sorgen machen, der/die Einzige(r) Dumme zu sein
        3) die Psychologie zeigt, dass man ein Ziel viel besser erreicht, wenn alle dabei sind und alle an einem Strang ziehen. D.h. wenn wir die Stimmung haben, dass wir alle mitmachen, uns alle drauf geeinigt haben, hier zusammen zu arbeiten, dann können wir auch was erreichen. Da will ich hin. D.h. wir müssen überlegen, in welcher Welt wir leben wollen. Wieviel CO2 wir uns leisten können. Es kann auch jeder ein Spaß-Kontingent bekommen (hoffentlich ist da noch genug übrig) und dann kann jeder mal ab und zu sündigen – wenn ihm / ihr das wirklich wichtig ist. Nicht rund um die Uhr und ständig.

  40. Liebes Lage-Team,
    ich finde es gut und wichtig, dass Ihr in Eurer aktuellen Sendung auf die Probleme im politischen Ehrenamt hinweist. In Nordrhein-Westfalen sind nächstes Jahr Kommunalwahlen. Ich bin 21 Jahre alt und kandidiere in Bonn für den Stadtrat, womit ich eine absolute Ausnahme bin. Gerade in größeren Städten mit mehreren Hunderttausend Einwohnern wie Bonn ist der Zeitaufwand für ein solches Ehrenamt immens. Die Beschlüsse, die gefasst werden, werden immer komplexer und vielfältiger, sodass es neben einer normalen Berufstätigkeit kaum möglich ist, sich in der erforderlichen Tiefe in die Themen einzuarbeiten. Neben den Sitzungsterminen (monatlich Rat und mehrere Ausschüsse), den wöchentlichen Fraktionssitzungen und den Arbeitskreisen zur Vorbereitung der Ausschüsse müssen auch noch Termine in den Wahlkreisen wahrgenommen werden. In kleineren Gemeinden mag das ehrenamtlich noch möglich sein, in Großstädten ist es das fast nicht mehr. Wenn man sich anschaut, welche Themen dank des Subsidiaritätsprinzips auf kommunaler Ebene bestimmt und beeinflusst werden, dann muss es eine viel stärkere Aufmerksamkeit für die Probleme im kommunalen Ehrenamt geben. Denn da fängt der Schutz unserer Demokratie bereits an. Insofern toll, dass Ihr das Thema in der aktuellen Sendung aufgegriffen habt!

  41. Zu Thema SUV:

    Ich frage ich einfach ob man nicht Unterscheiden sollte A der Unfall B SUV als Klimaverschmutzung.
    A Und da wäre meine Frage, so ein Unfall wie er da passiert ist, so viel er auch wiegt, das hätte doch mit jedem anderen Auto auch passieren können?!?

    • Natürlich hätte der Unfall auch mit jedem anderen Auto passieren können.
      ABER:
      SUV richten bei Unfällen mehr Schaden an als kleinere, leichtere Autos.
      Anschaulich ist das auf Grund der Impulserhaltung (mehr Masse -> größerer Impuls) und der Geometrie (SUV treffen Fußgänger im Hüftbereich und vor allem bei älteren Modellen mit härteren Strukturen).
      Bei Fußgängern scheint die Gefahr allerdings nur minimal höher zu sein (Studeinlage recht dünn), bei Unfällen mit anderen Autos sind SUV aber gewaltig im “Vorteil”, sehr zum Nachteil der Insassen des kleineren, leichteren Unfallwagens.
      Anlässlich des Unfalls auf den Sie anspielen wurde dieser Sachverhalt von vielen Seiten noch einmal einschlägig analysiert, bei Interesse einfach nochmal nachgoogeln.
      FAZIT:
      SUV sind also NICHT NUR auf Grund der größeren Belastung für das Klima, SONDERN AUCH wegen der höheren Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer asozial.

  42. Hallo liebes Lage-Team,

    vor einiger Zeit hattet ihr schon mal das Thema Hatespeech im Internet im Podcast.
    Heute hat es dazu ein interessantes Urteil des Landgerichtes Berlin gegeben.
    Renate Künast hatte versucht gegen 22 vermeintliche Beleidigungen auf Facebook vorzugehen, das LG hat jedoch entschieden, dass es sich in allen Fällen um legitime Meinungsäußerungen handelt.
    https://www.morgenpost.de/berlin/article227131419/Warum-das-Berliner-Landgericht-diese-zehn-Beschimpfungen-gegen-Renate-Kuenast-zulaessig-findet.html

    Für mich als juristischen Laien, sind die zehn Begründungen, die in dem Artikel zitiert werden mindestens mal abenteuerlich.
    Ich würde mich deshalb freuen, wenn ihr da mal drauf eingehen könntet und vielleicht versuchen könntet das ganze juristisch einzuordnen – vor allen Dingen, da Ulf ja selber lange Zeit am LG Berlin gearbeit hat (oder lt. Wikipedia dort immer noch arbeitet?).

    Vielen Dank und liebe Grüße!

  43. Stichwort SUV/übergroße, überschwere Autos:

    Es ist das exklusive Privileg der ersten Kinderjahre, dass wir dann unsere Bedürfnisse zu jeder Zeit und an jedem Ort in die Welt hinausbrüllen und vollziehen dürfen, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Die Zeit ist aber aus gutem Grund bald auch wieder vorüber. Denn mit den Jahren müssen wir lernen, uns in das Gemeinwesen einzufügen, Kontrolle über unsere Gefühle und Bedürfnisse zu gewinnen und es letztlich auf der höchsten Stufe zu schaffen, der Freud’schen Diktion folgend, Gefühlslagen in Kultur und Kunst zu wandeln.
    Zum Beginn des 21. Jahrhunderts und auf dem vorläufig letzten Höhepunkt des Raubtierkapitalismus’ scheint es uneingeschränkt gesellschaftsfähig zu sein, dass erwachsene Männer und Frauen (in dieser Reihenfolge) für sich ganz selbstverständlich den weltvergessenen Egoismus eines Neugeborenen in Anspruch zu nehmen.
    Aus der psychotherapeutischen Praxis weiß man, dass mit solchen Patienten, man ordnet sie dem “frühen Störungskreis” zu, nicht gut Kirschen essen ist. Und die große Politik zeigt uns mit den Landesfürsten aus den USA, Brasilien, Ungarn und auch dem UK, wie schnell dieses hoch infektiöse Virus des psychosozialen Irrsinns sich in unseren medialen Zeiten ausbreitet.
    Mir wäre es lieber gewesen, ihr hättet euch diesen Aufruf erspart, denn er macht letztlich nur eure, unser aller Hilflosigkeit mit diesem Phänomen und den daraus erwachsenden Zorn offensichtlich. Für sinnvoller hielte ich, wenn ihr euren Hörern erklären würdet, wie die Mechanismen der Infantilisierung in Wirtschaft und Politik funktionieren. Indem nämlich echte und sinnvolle Bedürfnisse auf Surrogate dieser Bedürfnisse umgelenkt werden. Legionen von Psychologen tüfteln (in der Rolle von Marketingfachleuten und Spin-Doktoren) seit Jahrzehnten und ziemlich erfolgreich an Antworten auf die Frage, wie sich das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, nach Gemeinschaft, nach Sinnhaftigkeit, nach Werten, nach Zugehörigkeit, nach gelingender Verständigung, nach Sicherheit, wie sich diese Bedürfnisse auf Produkte und schlagkräftige politische Ideologien umlenken lassen. Surrogate, die einen Ersatz für die vom Organismus eigentlich angestrebte _aus dem Inneren erwachsende_ Erfüllung liefern. Wobei das Surrogat, wie bei jeder guten Droge, das Bedürfnis aber keinesfalls nachhaltig stillen darf – aber das dürfte sich von selber verstehen.
    An Stelle des naheliegenden und gleichzeitig etwas unglücklichen Aufrufes: Fordert doch eure Hörern auf, in aller Kritikfähigkeit und Ehrlichkeit darüber zu raisonieren, als wie reif oder infantil sie sich selber empfinden. Wie sehr sie in ihrer täglichen Lebensführung von all diesen Produktwelten und der Scheinzugehörigkeit digitaler und/oder ideologischer Welten abhängen. Wie viel Geld sie in persönliche Bedürfnisse investieren, die sie als essentiell ansehen, und welche Auswirkungen dieser Konsum auf andere Menschen hat. Denn das liefert im Sinne einer notwendigen, aber nicht hinreichenden Bedingung einen Hinweis darauf, wie weit hoch sie auf der Leiter der persönlichen Reife geklettert sind, wie autonom sie geworden sind, ohne dabei die Zugehörigkeit zur und die Anbindung an das Gemeinwesen verloren zu haben.
    Und noch etwas ganz anderes: Für mein Empfinden gebt ihr euch euren Zuhörern und Abonnenten gegenüber zu devot, wollt zu sehr gefallen. Das schwächt eure Linie und klingt manchmal so, als würdet ihr den Zuhörern am liebsten nach dem Munde reden, damit auch wirklich alle glücklich sind. Bekanntlich gelingt so ein Vorhaben praktisch nie ;-)

  44. Liebes Lage-Team,

    nachdem ihr in den letzten Folgen immer häufiger auf das Feedback eingegangen seid, hat es mich jetzt auch gejuckt, endlich einen allgemeinen Kommentar zu schreiben (Leider hatte ich bei der Umfrage nicht die Möglichkeit generelle Kritik zu äußern). Da dies nun aber mein erster Kommentar ist, muss ich mit einem großen Kompliment anfangen:

    1) Lob:
    Vielen Dank für euren großartigen wöchentlichen Podcast, den ich regelmäßig auf dem Weg zur Arbeit höre. Ich habe wohl von den letzten hundert Folgen keine Minute verpasst! :)
    Gerade Umfang und Ausführlichkeit sind die Hauptgründe, warum mir das Format so gut gefällt. Da ich in Wien manchmal nicht alles von der deutschen Innenpolitik mitbekommen, bin ich über diese Themenblöcke besonders glücklich, da man so immer auf dem neuesten Stand bleibt! Auch die Dialogform macht das Hören sehr angenehm. Ich bewundere, wie ihr euch in vielen verschiedenen Themenfelder so souverän auskennt.

    2a) Kritik an fehlender Neutralität:
    Dies habt ihr ja gerade in dieser Episode ausführlich thematisiert. Mich hat es schon häufiger gejuckt eine Kritik zu schreiben, wenn in manchen Themenblöcken die Objektivität doch zu sehr gefehlt hat.
    Im Großen und Ganzen habe ich nichts gegen eure Kommentierung der Fakten (gefällt mir im Normalfall sehr gut!), ich finde es aber außerordentlich wichtig, die Darstellung der Fakten, von dem Kommentar ganz deutlich zu trennen! Es passiert leider oft, dass schon die Darstellung der Fakten ganz deutlich von euren Meinungen gefärbt ist. Damit meine ich nicht notwendigerweise die Auswahl der Fakten, sondern ganz bewusst die Darstellung: Euer sarkastischer Unterton und die flapsigen Sprüche, die den Podcast so unterhaltsam machen, sind meiner Ansicht nach bei der Darstellung der Fakten gefährlich. Wenn ich zum Beispiel ein überzeugter CSU-Anhänger wäre(!), hätte ich möglicherweise direkt abgeschaltet, wenn ihr das Thema mit einem Witz über Hotte Seehofers Heimatmuseum einleitet (keine Ahnung, warum mir grad dies Beispiel einfällt). Wenn ich Symphatien für Trump hegen würde, würden eure Witze vor/bei der Auflistung der Fakten zu der jeweiligen Meldung mich eventuell dazu bringen, bewusst die von euch entgegengesetzte Meinung einzunehmen. Kurz: Durch eine meinungsgefärbte Darstellung der Fakten, werden sich die Grenzen der Filterblase der Lage-Hörer und möglicherweise die Polarisation der Meinungen weiter verschärfen.
    Vielleicht bin ich da einfach ein Idealist, aber mein Wunsch wäre, dass der Podcast jeden Themenblock ganz neutral und objektiv einleitet, sodass jeder Hörer sich erstmal selbst eine Meinung bilden kann, um sich im Anschluss mit eurer präsentierten Meinung zu messen, daran zu reiben oder ihr zuzustimmen. Ich hoffe (vermutlich sehr blauäugig), dass der Podcast so nicht in einer Filterblase hängen bleibt und die Kommunikation zwischen polarisierten “Meinungslagern” ermöglicht. Die zunehmende Polarisation in der Gesellschaft erfüllt mich mit Sorge und ich befürchte, dass gerade sarkastische Kommentare, die den Eindruck erwecken, als wäre die richtige Meinung zu gewissen Themen eh offensichtlich, diese Spaltung verschärfen. Ihr verspielt damit manchmal die Möglichkeit auch Personen mit anderen Meinungen zu erreichen.

    2b) Verbesserungsvorschläge/Gedankenspiele:
    Eventuell könnte man sogar von einer dritten Stimme im Tagesschau-Stil die Fakten darstellen lassen, oder zumindest eine deutliche Unterteilung mit einem eingesprochenen “Die Nachricht”/”Unser Kommentar” erzeugen?
    Da ihr ja den Podcast in einer Dialogform führt, könnte man auch mal experimentieren, dass jeder von euch einen anderen Standpunkt einnimmt und ihr die Argumente zu gewissen Themen im Diskussionsstil darstellt oder einer die Rolle des Advocatus Diaboli einnimmt. Leider seid ihr für meinen Geschmack zu häufig einer Meinung ;)

    3) Und noch zur aktuellen Folge – Biodiversität:
    Ich finde die Einordnung von dem Wert von Biodiversität sehr, sehr spannend! Generell ist ja der Ursprung aller Werte eine gesellschaftliche Übereinkunft. Bei Biodiversität im Speziellen muss man sich fragen, ob man den Wert nur an dem Nutzen fest macht (stabilere Ökosysteme, wirtschaftlich nutzbare Erträge, …) oder darüber hinaus einen abstrakten Wert sieht (die meisten Menschen empfinden das Aussterben von Arten unabhängig von ihrem Nutzen als Verlust). Die Gefahr bei der rein utilitaristischen Argumentation ist, dass man dann Arten, die eventuell keinen Nutzen bringen, nicht schützen dürfte/müsste. Nimmt man jedoch den abstrakten Wert hinzu, ist es schwierig diesen zu “beziffern”. Wie fällt man Entscheidungen, wenn ein Landstrich entweder diesen abstrakten Wert der Vielfalt erhalten kann, oder einen nennenswerten wirtschaftlichen Nutzen bringen könnte? Ein spannendes Dilemma!
    Zu diesem Thema hat das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag 2014 einen Bericht geschrieben (“Inwertsetzung von Biodiversität”). Eventuell lässt sich darüber ja ein interessanter Interviewpartner finden? Auch zu anderen Themen, fände ich mal einen Technikfolgenabschätzer als Interviewpartner sehr interessant, da diese Berufsgruppe oft versucht einen Kompromiss zwischen verschiedenen Interessenvertretern zu erwirken.

    4) Kleiner Themenwunsch:
    Passend zu dem Wert von Biodiversität fände ich auch nochmal eine Diskussion über Gentechnik sehr interessant. Ich bin auf dem Gebiet kein Fachmann, aber kenne viele WissenschaftlerInnen, die sich über eine voreilige Verurteilung der Gentechik beschweren, darunter BiologInnen, die sich auch aktivistisch bei Greenpeace engagieren. Auch hier spielen abstrakte Werte eine große Rolle und eine starke Polarisation der Pro- und Contra-Lager erschwert eine vernünftige Diskussion. Viele Gegner konnten mir leider nicht überzeugende Gegenargumente vortragen – auch wenn es diese zweifellos gibt – und sind in einer “natürlich sollte das verboten werden”-Haltung gefangen. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich auch den Verzicht auf eine totale Ablehnung der Gentechnik zur Bewältigung globaler Probleme im Grundsatzprogramm der Grünen sehr spannend. Wer weiß, vielleicht bietet sich ja euch nochmal die Möglichkeit darauf einzugehen?

    Jetzt ist mir doch insgesamt sehr viel in den Sinn gekommen, dass ich noch loswerden wollte. Ich freue mich vor allem auf Kommentare zu Punkt 2a/b) von der Community! :)

    Nocheinmal: Vielen Dank für den tollen Podcast! Trotz der oben genannten Kritik bin ich ein großer Fan und bleibe ein treuer Hörer. Erhaltet euch die Lockerheit und den Humor!

    Beste Grüße,
    Lukas

    • PS: Der Punkt 2) lässt sich übrigens auch genauso auf die SUV-Fahrer anwenden. Wenn ich mich z.B. aufgrund der Sicherheit für einen SUV entschieden habe und dann in eurem Podcast den Aufruf zum Shaming höre, dann werde ich vermutlich nie wieder den Podcast hören und erst recht beim nächsten Mal einen noch dickeren SUV kaufen. Um die Meinung von Personen zu verändern, gehört (leider) oft mehr Feingefühl. Nicht jeder verarbeitet Kritik so selbstreflektiert, wie ihr zwei ;)

      • Bin mit vielen Punkten in deinem Kommentar einverstanden. Habe auch ein wenig gezuckt, als “SUV-shaming” ausgesprochen wurde. Der Sicherheitsaspekt als Kaufgrund ist aber zynisch insofern, als ein 2-Tonnenfahrzeug ein halbwegs normalgewichtiges Fahrzeug (ein FIAT Punto wiegt inzwichen auch schon 1 Tonne) beim Zusammenstoss einfach zermalmt. Der SUV-Fahrer unverletzt, der Kleinwagenfahrer tot. Das ist eine Art Wettrüsten auf der Strasse. Um das Missverhältnis auszugleichen, müsste die Höchstgeschwindigkeit vom Gewicht abhängig gemacht werden (könnte ziemlich genau bestimmt werden, ist Physik). Wenn alles was rational gegen einen SUV spricht, aufgelistet und vom Käufer zu bezahlen und sonstwie als Einschränkung in Kauf zu nehmen wäre, gäbe es diese absurden Autos gar nicht.

        • Ja, ich will dir da gar nicht wiedersprechen. Ich habe nur nach einem Beispiel gesucht, bei dem jemand subjektiv das Gefühl hat sich sinnvoll zu entscheiden, wie z.B. eine besorgte Mutter, die natürlich die Sicherheit ihres Kindes, über andere Argumente stellt. Diese Personen kann man nur in einem Dialog auf Augenhöhe erreichen, anstatt sie offensiv zu verurteilen.
          Für mich persönlich, wäre die Sicherheit auch eher ein zynisches Argument, aber wird ja durchaus genannt. Und daher sollte man mit einfühlsamen Gegenargumenten kommen, wie du es ja in deinem Kommentar gemacht hast :)

    • Volle Zustimmung zu den Punkten 1 & 2!

  45. Hallo, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sollen auch neue Themen einfach als Kommentar an die neuste Sendung geheftet werden:
    Es gibt auf change.org eine Petition zu Wilfried Siewe, einem deutschen Staatsbürger, der anscheinend ungerechtfertigt in Kamerun festgehalten wird (http://chng.it/rRRt4gfsRp) und da steht unter anderem folgendes:

    > Wir kämpfen schon so lange damit er freigelassen wird: ohne Erfolg. Uns wurde wiederholt gesagt es sei unmöglich ihn aus dem Gefängnis zu bekommen, da die ihm vorgeworfene Straftat in Deutschland keine sei.
    > Ich kann nicht glauben, dass es das gewesen sein soll. Ihm droht ein Todesurteil! Und es passiert einfach nichts…

    Meinem Verständnis nach sollte es doch eher umgekehrt sein; dass Deutschland sich um seine Staatsbürger kümmert, erst recht wenn sie nach unserem Recht keine Straftat begangen haben. Was geht da vor sich?

  46. Bei der Umfrage wurde nach der optimalen Podcastlänge gefragt. Für mich hängt die optimale Länge sehr vorm Format ab. Tägliche Podcast sind im allgemeinen kürzer, wöchentliche Podcasts häufig länger. Dementsprechend fand ich die Frage nach der optimalen Podcastlänge irreführend. Meine Angabe (rund 30 Minuten optimal) bezieht sich explizit nicht auf den Podcast Lage der Nation. Hier gilt bei mir das Motto: “Umso länger, umso besser!” Dankeschön

  47. 19. September 2019 um 7:40 Uhr
    Matthias Hülfenhaus

    Zur Frage des Umgangs mit AfD-Wählern bin ich auf einen spannenden Beitrag gestoßen: https://www.feinschwarz.net/land-ohne-wahl/

  48. Hey Leute. Ihr könntet mal ne eigene Zusatz-Folge machen, nur über die Kommentare und Diskussionen. Das ist wirklich spannend, nur hier mit zu lesen.
    Vielleicht wäre das mal was fürs Küchenstudio+ Abo. 🤟

    • Oder zumindest ein ausgeprägterer QA-Teil wie ihn andere Podcasts teilweise machen.

      Ich weiß aber nicht, ob man das hinter die Paywall packen sollte; ich denke es wäre besser, das öffentlich zu machen damit alle auf dem gleichen Wissensstand mitdiskutieren können :)

  49. Hallo zusammen,

    Das Thema SUVs nimmt wohl kein Ende. Ich möchte dazu zwei Dinge anmerken
    1) Ich finde, Ihr könnt und solltet Empfehlungen abgeben. Ich bin groß genug, zu entscheiden, ob ich denen folge oder nicht.
    2) Landwirte und Waldbauern fahren mit Sicherheit nicht mit einem Q8 o.ä. aufs Feld oder in den Wald. Dazu sind die viel zu teuer.
    Brauche ich ein Fahrzeug zu solchen Zwecken, dann nehme ich einen Lada. Der bewegt sich gut im Gelände, und es ist nicht so schlimm, wenn ein Baum drauffällt.

  50. Thema: Artenvielfalt

    Ich hab (dank Stichwortsuche) mir die bisherigen Kommentare durchgelesen und ein klassisches Argument sticht raus:

    Diversität ~ Stabilität
    Wenn verschiedene Arten auf schwankende Umweltbedingungen verschieden reagieren (lese gedeihen / zurückgehen) ist die Gesamtpopulation auf die Zeit** gesehen stabiler. Darunter fällt auch die Schädlingsresistens (nicht alle Arten sind für alle Schädlinge gleich anfällig***) und die Anpassungsvorteile an sich ändernde Umweltbedingungen (Klimawandel). Der Effekt heißt auch Portfolio Effekt weil nach dem gleichen Prinzip Aktienportfolios zusammengestellt werden um die Rendite stabil zu halten und starke Schwankungen zu vermeiden.

    ————-
    * re dem Kommentar von Felix, wird hier Stabilität als als geringe Schwankungen der Biomasse über die Zeit definiert.
    ** oder über die Fläche, die spatial insurance hypothesis
    *** hier kommt noch der Verdünnungsefekt dazu, dass die Individuen der gleichen Art im Schnitt weiter voneinander weg stehen – was die Ausbreitung behindert
    ————-

    Ein anderes klassisches Argument ist die effizientere Ressourcennutzung von diversen Artengemeinschaften. Wenn ich Art A habe die Ressource a nutzt und Art B die Ressource b nutzt, dann können auf den gleichen Fläche mehr A+B koexistieren als A oder B alleine (resource complementarity). Viele sehr einflussreiche Experimente in dem biodiversity ecosystem-functioning (Artenvielfalt Ökosystem Funktionen) Forschung sind darauf ausgelegt das zu zeigen (z.B. das Jena Experiment in Deutschland, oder das Cedar Creek Experiment in den USA).

    Wie von Felix angemerkt beschäftigt sich die Ökologie mit der Frage seit der Rio Konferenz von 1990 wo das erste mal auf das Thema Artensterben global aufmerksam gemacht wurde. Davor hat sich die Ökologie hauptsächlich mit der Frage beschäftigt ‘was bedingt Artenvielfalt’ danach hat sie angefangen die Frage zu stellen ‘welche Konsequenzen hat Artenvielfalt’. Die ausgangs-Hypothese ist immer gewesen das Artenvielfalt ‘gut’ ist. Die Experimente haben das auch bestätigt (s.o.) und im Schnitt, sind die Ökosystemparameter eurer Wahl höher wenn das System aus mehreren (lies 2-20) Arten besteht als von einer Art in Monokultur. Das Problem ist allerdings das *im Schnitt*, da meistens die Art die die eine Funktion am besten kann das auch alleine besser kann als eine Polykultur. Deswegen (unter anderem) haben wir auch so viele Monokulturen. Das zweite Problem ist, dass Vielfalt durchaus die performance erhöhen kann, aber selten werden mehr als eine Handvoll Arten gebraucht, nicht die Millionen die es zu bewahren gilt. Ähnliches gilt für Ökosystemdienstleistungen. Ja, viele Arten leisten ökonomisch unglaublich wertvolle Dienstleistungen. Bestäuber zum Beispiel. Allerdings leistet ein Art (die Honigbiene) den absoluten Bärenanteil an der Bestäubung. Und die Honigbiene ist nicht bedroht (das ist ein Haustier genauso wie Schwein oder Huhn und wird nicht aussterben – was bedroht sind sind die Wildbienen. Deswegen brauchen wir auch mehr Blumenwiesen und nicht mehr Hobbyimker – anderes Thema).

    Worauf ich mit der ausschweifenden Argumentation hinaus will: Die Ökologie hat versucht den direkten Nutzen der Artenvielfalt experimentell zu belegen (und das ist sicher auch in Teilen gelungen). Die Strategie war unglaublich erfolgreich um Aufmerksamkeit / awareness zu generieren. Allerdings ist die Argumentation des ‘Nutzen’ von Artenvielfalt gefährlich weil sie in sich zusammen fällt wenn man damit erklären will warum wir Insekten und Pflanzenarten im Regenwald oder in den Korallenriffen beschützen sollen die wir im Zweifelsfall noch nicht einmal beschrieben haben. Alleine in Deutschland gibt es geschätzt 33000 Arten von Insekten. Deswegen wir es nicht nur bei Philipp dünn wenn man dann erklären soll warum, aus einer utilitären Perspektive, wir Artensterben verhindern sollen.

    Meiner Meinung ist es falsch utilitär zu argumentieren. Wenn der Mensch eine Kolonie auf dem Mars gründet: wie viele Arten nimmt er mit? Wie viele braucht er?

    Was bleibt ist der Schutz der Artenvielfalt um seiner selbst Willen. **Jede** einzelne Art, hat eine evolutionäre Geschichte, die genauso lange ist wie unsere. Die Vielfalt ist über millionen von Jahren entstanden. Wenn eine Art ausstirbt, verschwindet sie für immer, und ihre komplette evolutionäre Geschichte mit ihr. Religiöse Menschen sehen es als die Bewahrung der Schöpfung. Als Atheist sehe ich es als Respekt vor dem Leben. Menschen haben unveräußerliche Rechte: die Menschenrechte. Wir sollten den Arten mit denen wir uns den Planeten teilen zumindest diese einer unveräußerliche Recht eingestehen – nicht durch unsere Hand ausgerottet zu werden.

    kurz zu Person:
    Ich hab zu dem Thema Biodiversity and Ecosystem Functioning promoviert und forsche auch jetzt zur Biodiveristät (kein call to authority!). In der Einleitung zur Promotion lege ich die Argumente ausführlicher und mit Referenzen dar. Relevant sind Seiten 23-33 im pdf:

    https://gupea.ub.gu.se/bitstream/2077/52128/1/gupea_2077_52128_1.pdf

    ————–
    ps: ich kommentiere normalerweise nicht im Internet (entweder verkürzt oder zu viel Arbeit) aber wenn ich schon mal hier bin noch drei kurze Anmerkungen zur Lage:

    1) Super geil. Hör ich sehr sehr gerne, gut recherchiert und mit klarer Meinung. Meine liebster deutscher politik Podcast. Danke dafür.
    2) re feedback: Manchmal würde ich mir wünschen ihr würdet die Reaktion auf das feedback kürzer halten. Auf negativen Kommentare derer die sich auf den Schlips getreten fühlen einzugehen ist ehrenwert aber nimmt für uns andere zu viel Zeit von höher qualitativem Inhalt weg. Vielleicht in der Lage kurz halten und die Diskussion in den Kommentaren führen?
    3) re Kommentare: Geht gar nicht :-) Ich bin an den Laptop um gezielt nach “Arten” suchen zu können und mich nicht durch 190 SUV Kommentare scrollen zu müssen. Ich bin nicht so technisch versiert wie ihr aber was wäre mit threads wie in Reddit oder wenigstens hashtags wie in StackOverflow? Oder Kommentare zu jedem Thema, nicht zur gesamten Folge?

    • Herzlichen Dank für den großartigen Kommentar! Und für die Kommentar-Technik überlegen wir uns was ;)

    • Hey, super Kommentar!
      Wollte nur noch kurz in dem Zusammenhang ergänzen, dass es ja auch in den meisten Ökosystemen Schlüsselarten gibt. Diese sind unabhängig von ihrer Häufigkeit, also ihrer Bestandszahl ein zentrales Drehkreuz in einem Ökosystem und es hängt extrem viel mit ihnen zusammen und viele Arten und ihr Gleichgewicht hängen von diesen Schlüsselarten ab.

    • Mit deinem Fachwissen kann ich nicht direkt mithalten. Aber ich denke, dass das “System Erde” und das Subsystem Arten in ihrer Komplexität das Denkvermögen bei weitem übersteigen. Theorien dazu sind interessant, manchmal als Hilfsmittel zu Unterthemen notwendig und hoffentlich halbwegs zutreffend. Über den Sinn von Artenschutz bräuchte man m.E. aber gar nicht nachdenken. Er ergibt sich insofern, als vermutlilch jede Art mehr oder weniger zur Stabiltiät des Systems beiträgt. Ob dieses System “gut” für den Menschen ist, oder verbessert werden könnte? Vielleicht ja, aber die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Eingriffs hängt davon ab, ob man das System versteht. Aber weil das doch eigentlich unmöglich ist, kann das Ergebnis des Eingriffs nur zufällig zu irgendetwas Besserem (aus welcher Sicht “besser”? im Augenblick, oder auf Generationen gesehen?) führen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber negativ, weil ein Eingriff per se destabilisierend wirkt zunächst. Eine destabilisierte und sich neu stabilisierende Umwelt muss doch mit grösster Wahrscheinlichkeit und in der Summe negativ sein für den grösseren Teil der Lebewesen, die sich über eine sehr lange Zeit an nur natürliche Schwankungen der Umwelt anpassen konnten. Wenn nun der Mensch zusätzlich und ziemlich rabiat Elemente des Systems verändert, kann das nicht anders als in der Summe eherschädllich sein für Alles.

      • Hmmm…

        Stabilität ist ein komplizierter Begriff (siehe Kommentar von Felix). Und der Mensch hat massiv in die Ökosysteme eingegriffen und nur deswegen ist es überhaupt möglich 7 Milliarden Menschen zu ernähren. Das gibt ‚Hunter and Gatherer‘ nicht her. Insofern war der Eingriff für den Menschen zumindest sinnvoll, für viele andere Arten eher nicht, da stimme ich dir zu.

        Allerdings bin ich nochmal in die Kommentarspalte zurück wegen eines Nachtrages aus aktuellem Anlass:

        Tagesthemen hatte heute einen Artikel drinn: Artensterben: 3 Milliarden Vögel verschwunden. Ähnliche Überschriften gab es nach einer Studie die zeigen konnte dass die Biomass von Säugetieren um 70% zurückgegangen war und einer sehr mediatisierten Studie (aus Deutschland) das die Insekten um 70% zurück gegangen sind. Aber: in allen 3 Fällen handelt es sich um Biomasse / Anzahl Individuen. *Nicht* um die Anzahl der Arten. Es gibt die Arten noch nur von allen (sehr viel) weniger. Oft kommt es dadurch auch zu lokalem Verschwinden und z.B. bei Insekten weiß man nicht wie viele Arten verschwunden sind.

        Für das Ökosystem ist übrigens der drastische Rückgang von Biomasse of das größere Problem da eine Art ihr Funktion schon lange nicht mehr ausüben kann bevor sie lokal (und dann global) ausgerottet ist…

  51. Hallo liebes Lage Team,

    Zum Thema SUV,s und Mobilität im Allgemeinen:

    Ich bin Konstrukteur im Maschinenbau und arbeite seid 1 1/2 Jahren an einem Fertigungszentrum für einen großen deutschen Automobilhersteller, auf diesem Zentrum sollen später die Elektro Antriebe für die E-Autos gefertigt werden. An dieser Stelle möchte ich erwähnen das bei diesem Hersteller eine riesige Halle gerade auf E-Mobilität umgebaut wird, aber das ist auch sehr viel Arbeit, heißt man kann nicht einfach irgendwo Fertigungsstraßen kaufen, stellt Sie sich ins Werk und dann produziert man eben mal E-Antriebe. Es gibt hier nichts fertiges, es sind viele unterschiedliche Firmen beteiligt und hinterher muss alles aufeinander abgestimmt sein (die armen Software Ingenieure). Ich bin mir sicher das wird werden, aber ich bitte auch um etwas Geduld, denn übers Knie lässt sich so eine Transformation nicht brechen und der Druck ist schon sehr hoch mittlerweile.

    Autos sind im Übrigen auch oft “Sehnsuchtsorte” der Arbeiterklasse gewesen, man höre sich nur mal einige Lieder von beispielsweise Bruce Springsteen und vielen Anderen an. Der kleine Mann der davon träumt auch mal einen Neuwagen zu fahren, einen Wagen der auch mal richtig losbrüllt wenn man auf’s Gas tritt und nicht immer nur die gebrauchte Gurke. Ich persönlich kenne das Gefühl genau und habe mir selber 2009 meinen Traumwagen gekauft. Ich habe dafür in einer Gießerei nach der Ausbildung drei Schichten und am Wochenende gearbeitet und so ziemlich jeden Cent gespart. Seither habe ich nicht viele Kilometer abgespult (50.000) und trotzdem freue ich mich jedes Mal wenn ich dieses Auto nur sehe. Durch diese Leidenschaft bin ich übrigens zur Weiterqualifikation gekommen und mache das was ich heute mache und durch diese Zeit bin ich auch zur SPD gekommen.
    Ich kenne viele andere “Auto-Enthusiasten” und muss mittlerweile mit Erschrecken feststellen wie viele sich zur AFD hingezogen fühlen, da haben erwachsene Frauen und Männer wirklich Angst das Politiker Ihnen Ihr Spielzeug wegnehmen und klammern sich dann an die Parolen der Rattenfänger.
    Ich persönlich halte nichts davon Leute anzusprechen und schon gar nicht davon fremdes Eigentum zu bekleben. Das geht gar nicht, aber ich weiß natürlich auch das was getan werden muss. Meiner Ansicht nach muss hier die Politik die Weichen stellen, auf den Einzelnen zu zeigen und sagen “Du musst aber” finde ich falsch. Genauso ist es doch beim Plastik, der Verbraucher hat es nicht eingeführt, es war die Industrie… Wenn die großen SUV’s nicht mehr sein sollen muss man Sie verbieten und das ist dann auch okay, aber Sie sind augenblicklich noch rechtlich zugelassen und erfüllen die Gesetze.
    Diese Gedanken wollte ich mal aufschreiben und hier darstellen. Sicherlich versteht nicht jeder die Leidenschaft für’s Auto aber auch das okay. Ich habe allerdings die Sorge das dies ein weiterer Spaltkeil in unserer Gesellschaft sein kann.

    Im Übrigen finde ich die Lage wirklich klasse und besonders die klaren Worte gegenüber rechts. Bitte weiter so.

    Viele Grüße
    Dominik

  52. Moin ihr Zwei,
    da es mittlerweile schon knapp 200 Kommenate gibt weiß ich leider nicht, ob euch jemand schon aus der psychologische Forschung zum Thema Klimakrise einige Hinweise gegeben hat. Da eine schnelle Suche nach “psych” aber keine nennenswerte Treffer ergeben hat, dachte ich mir ich schreibe mal ein paar Zeilen dazu. Kurze Info zu mir: Ich studiere im Moment noch in einem forschungsorientierten Master Behavioural Sciences und schreibe meine Masterarbeit über intertemporale Entscheidungsprozesse im Nachhaltigkeitskontext und habe auch schon während meines Bachelors eine Vorlesung zu dem Thema mit gestaltet.

    Generell gibt es doch schon seit einigen Jahren psychologische Forschung zu diesem Thema – mit eigenenm Journal: https://www.journals.elsevier.com/journal-of-environmental-psychology/
    Zustäzlich verbringen auch Marketing-Menschen viel Zeit mit diesem Thema – wenn auch aus vielleicht etwas anderer Motivation.
    Meine persönliche Meinung ist es jedoch, dass es zwar schon jede Menge Befunde und Effekt gibt die erforscht sind, jedoch fehlt eine übergeordnete Theorie über das Verhalten von Menschen beim Thema Nachhaltigkeit. Dennoch gibt es viele kleine Verhaltensveränderungen die durch bestimmte Änderungen vom Sprachgebrauch erreicht werden können: Nutzung von sozialen Normen (deskriptiv, injunktiv, dynamisch); Bezug zur sozialen Identität; Benutzung von Emotionen; klassiches Framing (aka “Kompensation” vs Steuer). Zusätzliche buzz-Wörter sind: single-action bias; finite pool of worries; Gewohnheitsschaffung; nudging; setting defaults; temporal focus; psychologische Distanz.

    Das mag nach einer großen Liste klingen, man muss jedoch eingestehen, dass die Effekte von diesen “Interventionen” eher gering ausfallen. So mag man statistisch signifikante Effekte im Verhalten von Probanden finden, ob diese jedoch wirklich immer auch zählbar in der Realität sind ist eine andere Geschichte.

    Falls ihr euch weiter einlesen wollt, würde ich mit den folgenden zwei papern starten – eins aus der Psychologie und eins aus dem Marketing:
    https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0022242919825649 (gibts auch als PDF online)
    https://pure.uva.nl/ws/files/928230/79652_315602.pdf

    Falls ihr genaueres Wissen wollt ich bin mir sicher das mein ehemaliger Chef Johann Majer von der Leuphana Uni in Lüneburg bereit ist Auskunft zu geben, oder auch ich persönlich.

    Danke für eure wöchentliche Mühe!
    Marco

  53. Hallo ihr zwei,

    Zum aller ersten Mal höre ich die Lage der Nation, bin aber bereits völlig begeistert und habe mir fest vorgenommen euch weiter zu verfolgen.

    Ganz zum Schluss der Sendung, als es um das Thema der Vermietung der Stadthalle in Wetzler an die NPD geht, sprecht ihr folgenden Appell aus: Für den Rechtsstaat, soll man keine Gesetzte brechen, auch wenn man ein wirklich wichtiges Anliegen verfolgt. Man soll zwar etwas unternehmen, aber nicht Rechtwidrig agieren.

    Nun stellt sich mir eine Frage.
    Darf ich das Gesetz nun brechen, um gegen die aktuelle Klimapolitik zu demonstrieren?
    Ein Gesetztesbruch erfolgt in diesem Fall, weil ich dafür die Schule schwänze.

    Ich freue mich auf die nächste Folge
    LG

    • Hi Celia,

      Deine Frage bezieht sich denke ich auf die Legitimität von zivilem Ungehorsam. Das ist ein weites Feld – können wir gerne mal in Ruhe in der Lage diskutieren, das lohnt sich sicher.

      Aber hier schon mal zur Klarstellung und Abgrenzung: Die Kritik an der Stadt Wetzlar fiel deswegen so hart aus, weil es dort gerade nicht um zivilen Ungehorsam von Menschen gegenüber dem Staat ging, sondern der Staat selbst (!!) sich nicht an das Recht gehalten hat, hier in Gestalt einer Stadt.

      Das ist eine völlig andere Geschichte als ziviler Ungehorsam: Der Staat, genauer die Exekutive, hält das Gewaltmonopol, er kann sich mit allerlei Mitteln und notfalls mit Schusswaffen gewaltsam durchsetzen. Im Gegenzug ist die Exekutive aber streng kontrolliert – durch Gesetze, die die Legislative erlässt und die Judikative letztverbindlich auslegt. Wenn nun die Exekutive bewusst das Recht bricht, dann haben wir es mit einer unkontrollierten, willkürlichen Ausübung staatlicher Gewalt zu tun – und das ist das Gegenteil von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Deswegen finden wir das absolut indiskutabel, auch wenn wir selbstverständlich keine NPD-Veranstaltungen in Stadthallen sehen wollen, uns das praktische Ergebnis also durchaus sympathisch sein mag.

  54. Hi,

    ich höre DLdN wirklich sehr gerne, auch wenn ich viele Meinungen von euch nicht teile. Ich denke das ist in sachlichen Diskussionenen aber normal. Am besten gefällt mir das aufgearbeitete neutrale Hintergrundwissen zu generell allen Themenbereichen. Macht weiter so!

    Zum Thema SUV da es sehr polarisiert. Ich denke hier hört die sinnvolle Diskussion auf. Aus meiner Sicht gehört das zu Leben und Leben lassen. In einem 12 Parteinen Haus zu wohnen wäre auch viel ökologischer als 12 Grundstücke zu versiegeln und 250qm Eigenheime drauf zu setzen. Zugespitzt würde das in einem nicht individuellem Leben ohne Freiheit Enden. Ja ich finde SUVs auch unpraktisch (Stadt zu gross – Land nicht gelädetauglich), aber das steht ökologisch in keinem Verhältis dazu das andere Länder über 100 neue Kohlekraftwerke bauen (als Beispiel). Viele Grüsse, von einem Motorradfahrer

  55. Ich möchte nicht für die beiden sprechen, aber ich vermute das Thema ist so ein Aufreger, weil SUVs so unnötig sind und für viele völlig unverständlich.

    Ich verstehe jeden der nicht auf sein Schnitzel verzichten will oder Äthiopien bereisen. Beides gehört für viele Leute vielleicht auch zu einem erfüllten Leben. Weshalb man ein SUV fahren möchte ist mir völlig unbegreiflich…

    • Ich finde, Deine Einstellung bringt es (ungewollt) auf den Punkt:
      Du machst Deinen persönlichen Wertekosmos zum Maßstab für Andere.

      Ich denke, wir sollten es ertragen, dass die Mitmenschen lieber anders konsumieren wollen als wir und eigene Prioritäten entwickeln.

      Und wo ist dann Deine Grenze?
      Urlaubsreise nach Äthiopien ist für Dich ok. Wochenendtrip mit dem Billigflieger ins Baltikum aus steuersubventionierten Kleinflughäfen auch? Und wie oft im Jahr?
      Fleischkonsum ist für Dich ok. Küken schreddern auch? Wie billig darf denn Fleisch sein? (So etwas ist für meine Werte zB unbegreiflich.)

      Ich glaube, so können wir dem nicht begegnen. Wir alle möchten konsumieren, und am Besten ohne schlechtes Gewissen. Daher denke ich, dass die Dinge einen Preis brauchen, damit der damit angerichteten Ressourcenverbrauch (Energie, seltene Rohstoffe, Umweltvergiftung, …) wieder “repariert” werden kann.

      Beim SUV ist es doch so, dass sich hier ein paar Diskussionen überlagern:
      Die Klimadebatte, die Verkehrspolitik und auch die Wirtschaftspolitik. Bei vielen dürfte ein Schutzreflex für SUV auftreten, weil eine starke Automobilindustrie einfach nicht als machtarrogantes Feindbild begriffen wird, sondern als Stütze für unseren Wohlstand und als Arbeitgeber mit noch sicheren und gut bezahlten Arbeitsplätzen. Ich gehöre jedenfalls dazu.

      • Ich finde, dass die durch Konsum verursachten “Schäden” an der Natur auf Kosten des Konsumenten (und nicht auf Kosten der Allgemeinheit oder künftiger Generationen) “repariert” werden müssen – und sich nach dem Prinzip dann ein wesentlich höherer Preis für (z.B.) Autos ergäbe als heutzutage. Bei konsequenter Anwendung würde Nachhaltigkeit mit bewährten Marktmechanismen erzielt werden. Verbote wären lediglich nur noch dort erforderlich, wo “Reparatur” schlichtweg nicht sichergestellt werden kann.
        “Konsequente Anwendung” beinhaltet Ökobilanz nicht nur fürs fahrende Auto, sondern für den gesamten Produktlebenszyklus des Autos inklusive Produktion, Betrieb, Rückführung in Ausgangstoffe; inkl. Einbeziehung der zehntausenden Zulieferteile und kompletter Lieferkette. Auch zu beachten: Schäden an der Natur entstehen nicht nur durch CO2 Ausstoß – auch ein Elektroauto ist ein großes Umweltschwein.
        Erweiterung des Prinzips um weitere Aspekte zum Wohle der Allgemeinheit ist ein Baustein der (standardisierten) Gemeinwohlbilanz der Gemeinwohlökonomie.

  56. Thema PSD2:

    Danke für die technisch detaillierten Ausführungen. Leider fehlen mir einige Aspekte:

    1. Ein großes Problem mit PSD2 besteht darin, dass viele Banken mehr oder weniger einen Zwang zur App einführen. Es gibt schon einige Banken, die nicht einmal mehr SMS-Tan oder chipTan anbieten. Müssen jetzt alle, die Onlinebanking machen wollen, ein Smartphone verwenden?

    2. Zusätzlich ist auch die Sicherheit beim App-Zwang ein Problem. Wie viele Leute nutzen noch Smartphones, die keine Updates mehr bekommen? Hier ist die Sicherheit der App gar nicht erst relevant, wenn das Telefon an sich schon ein Einfallstor ist.

    3. Leider mal wieder nicht genannt von Euch wurde der Aspekt Open source/Freie Software. Banking ist so sensibel, da möchte ich entweder selbst oder aber unabhängige Spezialisten in die Funktionsweise reinschauen. Nun werde ich aber dazu gezwungen, unfreie Apps zu nutzen, die teilweise nicht einmal auf Smartphones ohne Google-Dienste oder mit Root-Zugriff laufen.

    Siehe auch: https://netzpolitik.org/2019/freie-software-aktivisten-kritisieren-umsetzung-der-eu-zahlungsdiensterichtlinie/

    Ich weiß, ihr seid beide Apple-Fans, aber viele Menschen können sich diese Luxusprodukte nicht leisten und/oder legen mehr Wert auf einen selbstbestimmten Umgang mit Technik. Es wäre schön, wenn ihr das einfließen lassen könntet.

    • Ich persönlich lege sehr großen Wert auf einen selbstbestimmten Umgang mit Technik … und auch wenn wir es nicht ausdrücklich gesagt haben kommt unser Engagement für HBCI/FinTS sowie für einen Kundenzugang zu PSD2-APIs doch auch und vielleicht sogar vor allem Open-Source-Projekten zugute, die sicher nicht die Möglichkeit haben, eine Lizenz von der BaFin zu bekommen.

      Und zu Apple-Preisen: ja, initial ist die Hardware eindeutig überteuert, aber dafür hält sie ewig und wird ca. 5 Jahre mit Updates versorgt, Macs sogar noch länger. Und ein gebrauchtes iPhone gibt es auch zum Preis eines Androiden.

  57. Hallo,
    bezueglich des Amazonas und den erwaehnten Folgen “unseres handelns” auf den Amazonas habe ich noch eine Ergaenzung. Es ist schwer Nachzuverfolgen woher unser Fleisch und sonstige Konsumgueter kommen. Es gibt aber gute Nachrichten: Um besser Nachzuverfolgen woher unsere Produkte genau kommen oder welche Subunternehmer am Prozess beteiligt sind kaempfen verschiedene NGOs der Initiative Lieferkettengesetz den “supply chain” Prozess transparenter zu gestalten, bzw. ein Gesetz hierfuer zu veranlassen. Vielleicht koennt ihr in der naechsten Lage noch einmal auf diese Initiative eingehen. (z. B. https://act.greenpeace.de/waldzerstoerer-haftbar-machen, oder https://www.bund.net/themen/ttip-ceta/lieferkettengesetz/ ).

    Viele Gruesse,
    Jonathan

    • Liebe Freunde der Lage,

      vielen Dank für die umfassende Diskussion der letzten Woche. Ich möchte einen weiteren Vorschlag machen, wie Menschen im Alltag zum Schutz des Amazonas Regenwaldes beitragen können. Der Anbau von Soja ist definitiv eine Hauptursache für die Abholzung; doch ein weiterer wichtiger Faktor ist die Palmöl-Industrie, die riesige Flächen im Amazonas zu Monokultur-Plantagen umwandelt. Leider kommt man heute an Palmöl fast nicht mehr vorbei, viele Produkte enthalten Pflanzenöl aka Palmöl. Die Zertifizierung für nachhaltiges Palmöl scheint auch nur bedingt eine Lösung zu sein, da nachhaltiger Anbau den konventionellen Anbau weiter in den Amazonas hinein-verdrängt. Ergo, den eigenen Kosum verringern ist bisher die wirkungsvollste Lösung. Simpel gesagt: Weniger verarbeitete Lebensmittel kaufen, mehr Plätzchen selber backen, am besten mit Butter vom Bio-Bauernhof nebenan :-)

      Viele Grüße,
      Charlotte

  58. Ein wie immer gelungener Podcast. Mir hat auch sehr eure Selbstreflexion bei dem Thema SUVs gefallen!

    Mich würde aber einmal interessieren, warum ihr genau bei dem Thema appelliert habt, Mitmenschen anzusprechen. Warum nicht Fleischesser, oder Menschen, die ihren Urlaub in Äthiopien verbringen, oder Leute die beruflich sehr viel fliegen, oder Kreuzfahrer usw.
    Es gibt dutzende Themen, teilweise noch umweltschädlicher, warum ausgerechnet SUVs?

  59. Hallo Ihr beiden,

    euer Feedback zur Neutralität und Fairness finde ich sehr gut und eigentlich habe ich Euch immer als Kommentar betrachtet und nicht als neutrale Nachrichtenquelle.

    Zu euerm Begriff “Fair”:
    Ich habe des öfteren mal Probleme damit, mit welcher sicherheit bei euch Meinung als Fakt wiedergegeben wird. Besonders dann wenn ich im Thema stecke. Als aktuelles Beispiel habe ich leider nur die SUVs der letzten Fogle wo ihr impliziert, dass die auch viel unsicherer für andere Verkehrsteilnehmer seien. Das ist wiederlegt und ihr habt auch keine Quelle dafür geliefert.
    Das ist natürlich eure Meinung, aber die kommt rüber wie ein Fakt. Ihr bedient euch bei einigen Themen auch gerne einem starkem Framing was den Eindruck noch verstärkt.

    Wenn Ihr das fairer gestalten wollte, wäre eine Möglichkeit, einen Advocatus Diaboli einzusetzen. Also zumindest bei der Recherche jemanden zu haben der eure Argumente und Quellen zu wiederlegen versucht. Dadurch macht ihr die Argumentation am Ende breiter und gebt einen viel besseren Kommentar ab.

    • Ich finde Lauer und Wehner lösen das schon in dem sie ab und zu einfach dazu sagen ob sie gerade bei Fakten oder bei ihrer Meinung sind.

      Ist bei eindeutigen Stellen natürlich unnötig, aber wo Missverständnisse auftreten können sehr hilfreich.

  60. Zum Thema SUV und allgemeine Kommunikation bei umweltproblematischen Verhaltens-weisen

    Vorab: Ich höre sehr begeistert euren Podcast, vor allem auch wegen eurer persönlichen Bewertung, die ich nicht als undifferenziert und einseitig geprägt empfinde. Ginge es mir nur um die Aufarbeitung von Fakten könnte ich auch die gängigen TV Reportagen anschauen.

    Das Thema Leute ansprechen auf den Sinn/Unsinn ihres SUV zeigt für mich nur an einem besonders krassen Beispiel wie schwierig es ist, mit anderen Menschen über deren Verhalten zu reden. Manche Menschen stellen Umweltschutz als eine politische Meinung hin (leider passiert das in der Presse oft auch). Dabei ist es eine auf Fakten basierte Notwendigkeit. Das Wie ist diskutierbar, das Ob aber nicht (ich finde ihr stellt das immer sehr gut dar; und gleiches gilt natürlich auch für die Grundrechte ;)).

    Das ist für mich der Konsens. Aber leider akzeptieren diesen viele Menschen nicht. Viele verhalten sich so, als wären sie eine Insel…dass die Luft die sie verschmutzen, das Klima dass sie verändern, das Wasser voller Plastik etc. nicht von anderen auch genutzt wird.

    Ansprechen oder nicht? Tut mir Leid Philip, aber das Gespräch mit dem verständnisvollen Angesprochenen, der sich dann in Ruhe erklärt etc. das habe ich noch nie erlebt. Die Leute reagieren immer emotional und abweisend.
    Ich habe mich einen Monat aus Interesse vegan ernährt und habe keine Art gefunden das ohne Konflikte meiner Umwelt mitzuteilen…selbst die einfache Mitteilung: „Ich ernähre mich vegan“ hat zu hochemotionalen Erwiderungen geführt wie: „jetzt glaub aber bloß nicht, dass ich das auch machen muss“.

    In unserer hochaufgeklärten Welt kann niemand mehr behaupten, dass er nicht wüsste um die Auswirkungen seines Handels. Und genau das ist denke ich das Problem: Wir leben in ständigen Schuldgefühlen. Ranga Yogeshwar hat das letztens in einer Talkrunde gesagt und ich fand das sehr einleuchtend. Und weil die Schuld so erdrückend ist und wir oftmals nicht in der Lage sind die Ursachen zu beheben, reagieren wir entweder mit Trotz und vll Jetzt-erst-Recht oder mit völliger Verzweiflung und Verbitterung (meine Beobachtungen).

    Ich werde auf jeden Fall weiterhin Verhalten ansprechen, dass ich für vermeidbar und um-weltschädigend halte, aber ich bin mir auch im Klaren, dass das immer mit Konflikten einher-geht und nicht unbedingt zu meinem emotionalen Wohlbefinden beitragen wird.

    Im Übrigen: Für die Qualität eures Podcasts spricht allein schon die Qualität der Kommentare der Hörer! Ich habe noch nie gesehen, dass ein Format so differenzierte und durchdachte Reaktionen hervorruft. Ich hoffe das ist nicht nur ein kleiner Prozentsatz, den ihr veröffentlicht ;)

    • Danke für Dein Feedback!

      Wir veröffentlichen mindestens 95% der Kommentare. Wir löschen nur solche, die hier das Klima vergiften, weil sie die Lage prinzipiell ablehnen oder weil sie uns oder andere Diskutierende hier beleidigen. Und wir würden natürlich auch strafbare Inhalte löschen.

  61. 18. September 2019 um 13:48 Uhr
    James T. Matzinger

    Hallo,

    zum Thema SUV ist ja jetzt schon eigentlich genug gesagt.
    Aber könnt Ihr mir bitte einmal verraten, was ich Eurer Meinung nach nun mit meinem SUV machen soll? Verschrotten und dann ein neues Auto kaufen?
    Ist das dann ökologisch sinnvoll?

    • Nee, den Wagen schon noch weiterfahren. Aber immer schön langsam und dabei möglichst wenig Spritt verbrauchen. Und irgendwann ist das Teil dann ja auch auf, und dann NIE WIEDER so eine Kiste anschaffen.

  62. Zur Fairness bei der Darstellung von Sachverhalten und Meinungen:

    Ihr habt euren Anspruch an die Darstellung von Thematiken im Feedback-Segment anschaulich dargelegt, dem stimme ich inhaltlich auch zu, jedoch kann ich auch die Einwände gut verstehen, mit denen ihr euch dort befasst habt.

    Ein wichtiger Punkt ist, ob die Abhandlung eines Themas auch als fair wahrgenommen wird. Das hängt auch von der Struktur ab, in der Themen besprochen werden. So muss klar sein, wann der Sachvheralt inhaltlich beschrieben wird, wann die Positionen verschiedener Interessensgruppen dargestellt werden und wann eine eigene Bewertung erfolgt.
    Und das kann, vor allem mitten im Gespräch, schonmal durcheinander geraten, weil so ein Gespräch eben im vorhinein schwer durchplanbar ist. Dennoch hielte ich es für erstrebenswert, wenn ihr das so versuchen würdet, wie ihr es in dem Segment beschrieben habt und offensichtlich anstrebt:

    1. Fakten benennen.
    2. Die verschiedenen Positionen zu der Thematik darstellen (natürlich in “good faith”).
    3. Eine eigene Bewertung abgeben.

    Eine solche Struktur erhöht Transparenz und sollte auch dazu führen, dass die Darstellung von Positionen bestimmter Interessensgruppen von der eigenen Bewertung klarer unterscheidbar ist. Auch ist das Hirn dann entsprechend vorbereitet und weiß, welche Inhalte in welcher Reihenfolge zu erwarten sind, sodass ggf. auch Missverständnisse eher vermieden werden können.

    PS: Ich war mir in der letzten Folge sehr sicher, eine Anmerkung von Ulf(?) gehört zu haben, dass ein Ansprechen von Menschen bezüglich klimaschädlichen Verhaltens explizit im Freundes- und Bekanntenkreis erfolgen sollte, dieses Segment habe ich allerdings im Umwelt-IAA-Block nicht wiedergefunden. Auch ein anderer Kommentar hatte darauf Bezug genommen. Bei 1:11:50 ist so ein abgehacktes Segment von Ulf zu hören, was aber eher wie ein Versprecher klingt?
    Ich hoffe, mir kann jemand bestätigen, dass ich mir diesen Ausspruch nicht bloß eingebildet habe…

  63. # Zum Thema *Banken*

    Meiner Ansicht nach *verschläft* die Politik es bei den Banken (wie es bereits
    bei den Autokonzernen geschehen ist), Anreize und Vorgaben für eine sinnvolle
    Zukunft zu setzen. Die Computertechnologie gibt es her, dass im
    innereuropäischen Raum Überweisungen binnen einer Sekunde abgewickelt werden.
    Elektronisches Zahlen könnte also weg vom alten Kreditsystem (Lastschriften und
    Zahlungsverpflichtungen) hin zu einem System entwickelt werden, in dem Zahlungen
    in weniger als einer Sekunde abgewickelt sind. Beim Bäcker bekomme ich per NFC
    oder QR-Code die IBAN + Betrag + Vorgangskennung, mit meiner Banking-App weise
    ich diese Zahlung an und sofort bekommt der Bäcker die Meldung seiner Bank
    »Vorganskennung + Betrag sind gutgeschrieben«.

    Für einen Browser könnte man die URL `bank:/transfer?iban=…&id=…&amount=…`
    standardisieren, so dass jeder Nutzer seine Bank im Browser hinterlegen kann.
    Dann kann über die Webseite der Bank oder ein externes Programm die
    entsprechende Zahlung angewiesen werden und der Webseiten-Betreiber erhält von
    seiner Bank dann nur noch »Geld ist da«.

    Ein solches Verfahren wäre wesentlich datenschutzfreundlicher und würde besser
    das reale Zahlungssystem nachbilden als das Abbuchungs- und Lastschriftsystem.
    Und Shopbetreiber müssten ihre Webseite nicht für die Eingabe eines zweiten
    Merkmals beim Bezahlen umbauen. Das ist Aufgabe der Banken und allein bei denen.

    Ebenso gehört der Bankarbeitstag abgeschafft; Überweisungen haben genauso am
    Wochenende erledigt zu werden. Die Zwei-Tage-Frist für Buchungen von
    Wertpapiergeschäften gehört abgeschafft – die Zeit braucht keiner mehr, um
    Papieraktien von Tressoraum 1 in Raum 2 zu tragen.

    Die Politik stimuliert die Banken überhaupt nicht, sich für die zukünftigen
    Anforderungen vorzubereiten und irgendwann kommt das E-Motor-Erwachen und dann
    muss wieder *schnell* gehandelt werden.

    # Stil von *LdN*

    Aus meiner Sicht solltet Ihr Euren Stil beibehalten und auch Eure Meinung sagen,
    inkl. Bewertung von (Podcast-)Apps und anderen Produketen. Ihr solltet so viele
    Fakten wie möglich benennen, wie Ihr zu der Meinung gekommen seid. Aber Ihr
    solltet keine Angst davor haben, Stellung zu beziehen. Denn das ist eine Unart
    unserer Zeit geworden, dass zu oft versucht wird, *unverbindlich zu bleiben*,
    nur um das *Gegenüber nicht zu beeinflussen* (mit ihm in Resonanz zu treten,
    nach Hartmut Rosa). Ich mag es lieber, eine Meinung zu hören, die ich nicht
    teile, als ein Herumeiern, bei dem das Gegenüber nicht zu fassen ist.

  64. Hallo,

    Zum Thema Regenwald in Brasilien:
    So furchtbar es ist wie die brasilianische Regierung das Weltklima aufs Spiel setzt, finde ich doch dass wir (Deutschland) keine Legitimation haben das zu kritisieren, solange wir es nicht schaffen unser letztes Stück Primärwald zu bewahren weil darunter ein bisschen Braunkohle liegt.

    Dass Wir ebenfalls einen Großteil unseres Waldbestandes abgeholzt haben um die Flächen wirtschaftlich zu nutzen hattet Ihr ja erwähnt. Es ist zwar schon einige Generationen her, aber ich finde es dennoch anmaßend anderen jetzt zu verbieten was wir und bereits großzügig genehmigt haben.

    Ich teile Eure Meinung dass wesentlich radikalere Maßnahmen von Seiten unserer Regierung erforderlich sind um das Globale Problem zu lösen anstatt immer nur mit dem Finger auf andere zu zeigen.

    Und Ja: Als Podcaster dürft Ihr durchaus auch mal Leuten auf die Füße treten. Weiter so!

    • Das Generationenargument halte ich für gefährlichen Quatsch, es kann nunmal einfach nicht so weitergehen, wie in den letzten Jahrzehnten.

      In Bezug auf die Politik vielleicht noch am ehesten zutreffed, ist das Anti-Fingerzeigargument ad hominem, mit ein bisschen Whataboutism gemischt (wenigstens geht es auch um Wald…) Niemand, der*die Gehör finden und Dinge umsetzten könnte, hat nach heutigem Stand mit Blick in die Vergangenheit eine Weste, die weiß genug ist, als dass nicht irgendjemand mit “Wasser predigen und Wein trinken” anfangen würde. Können wir uns nicht einfach von dieser völlig am Thema vorbeigehenden Schiene lösen?

  65. Thema Stadthalle Wetzlar,
    Euer letzter Appell (wieder ein Apell:) war, dass sich Widerstand immer im Rahmen der Rechtstaatlichkeit bewegen soll. Das würde ich gerne differenzieren, denn während staatliche Einrichtungen das tun müssen, sehe ich großes Potenzial für gesellschaftlichen Wandel in dem zivilen Ungehorsam. Der Atomausstieg wäre sicher nicht ohne die Straßenblockaden vor Gorleben zustande gekommen. Ich würde also ergänzen, staatliche Einrichtungen müssen sich an das Gesetz halten, Privatpersonen und Gruppen können im Rahmen der gewaltfreien Aktion das Gesetz überschreiten – müssen aber unter Umständen mit Konsequenzen rechnen.

    • richtig, das haben wir aber auch ausdrücklich differenziert: wenn der Staat das Recht bricht, gibt es sich selbst auf.

    • Was ich bei dem Thema “ziviler Ungehorsam” immer wieder sehe ist, dass sich die Aktivisten die sich zum Protest den Gesetzesbruch rausnehmen nicht mit den Konsequenzen abfinden die diese eben haben oder alles tun um Konsequenzen zu vermeiden z.B. Behindern der polizeilichen Erkennung durch Grimassen, Sekundenkleber etc. oder sogar sich in Gefangenenbefreiung versuchen.
      Das finde ich nicht in Ordnung. Wenn man sich den Gesetzesbruch rausnimmt, sollte man sich (zmd. im Rechtsstaat) auch mit den Konsequenzen abfinden und die gesetzliche Strafe etc. akzeptieren oder rechtliche Mittel einsetzen.
      Beispiel Fridays for Future: Ich finde den Streik richtig, auch während der Schulzeit, dennoch sollte es nicht so einen Aufschrei geben wenn Schulen oder Verwaltungen versuchen das Recht durchzusetzen mit Strafzahlungen o.ä. sondern ein gemeinsames Engagement die Strafzahlung gemeinsam zu zahlen oder mit rechtlichen Mitteln einzuschreiten, auch um ggf. eine Rechtsprechung zu dem Konflikt zwischen Schulpflicht und Versammlungsfreiheit zu erreichen.

      Allgemein sehe ich das Thema “ziviler Ungehorsam” im Sinne eines Gesetzesbruchs wie Landfriedensbruch o.ä. sehr kritisch, denn wie lässt sich denn bestimmen für welches Ziel dies legitim ist. Der Gesetzesbruch darf für Aktivisten aller Richtungen das letzte Mittel sein und Konsequenzen getragen werden.

  66. Hallo Ulf, hallo Philipp!

    Interessanter Podcast. Fand ich gut, vor allem wie Ihr um die richtige Mischung aus objektiven Fakten und persönlichen Meinungen ringt. Und deshalb auch ein kleiner, persönlicher Kommentar von mir zu einem Nebensatz von euch. Nämlich, dass ihr neben Fleisch aus Brasilien auch auf Fleisch und Soja aus Argentinien verzichten wollt. Nun ihr könnt natürlich Eure Steaks kaufen wo ihr wollt (am Besten natürlich beim Biobauern Eures Vertrauens) oder auch ganz auf Fleisch verzichten. Aber da ich einige Zeit in Argentinien verbracht habe, verstehe ich die Probleme der Länder schon ein wenig und auch die Wut den so ein Kommentar wahrscheinlich in der dortigen Bevölkerung auslösen muß (zumindest bei denjenigen die Deutsch verstehen und Euren Podcast hören). Man will auf der einen Seite keine südamerikanischen Produkte am deutschen Markt und auf der anderen Seite exportieren natürlich 1000ende mitteständische deutsche Firmen (die sog. hidden champions auf die wir so stolz sind) Spezialmaschinenbau, Landwirtschaftsmaschinen, Fortswirtschaftsmaschinen, Chemie, Kraftwerke usw abgesichert durch Hermes Bürgschaften und treiben damit die Verschuldung weiter hoch. Die Vorgängerregierung der jetzigen Regierung in Argentinien hat da zu radkikalen Methoden gegriffen (eine Firma, welche Produkte in Argentinien importierte, musste für den gleichen Wert Produkte exportieren. Das hat zB.: dazugeführt, dass BMW Fleisch exportierte. Natürlich ging das Experiment schief). Die aktuelle Regierung hat nun alles getan, was der IWF wollte … und es geht genauso schief. Langfristig führt so ein permanenter Abwärtstrend irgendwann dazu dass immer radikalere, populistische Typen an die Macht kommen, siehe Brasilien. Wobei natürlich für die Wahl des unmöglichen Bolsonaro in erster Linie die Brasilianer Verantwortung tragen und nicht Europa. Trotzdem die Gesellschaften in den meisten südamerikanischen Ländern sind dem europäischen Verständnis von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten, Pressefreiheit, usw wesentlich näher wie die Gesellschaften in vielen asiatischen Ländern oder im nahen Osten. Insofern wäre das schon ein guter Kontinent mit dem man sich als EU verbünden könnte um gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Ich würde mir da einen Mittelweg zwischen Frankreich und Deutschland wünschen. So ist es schon ok, wenn man den europäischen Lebensmittelmarkt für Produkte aus Südamerika öffnet, aber man sollte Umwelt und Klimaschutz viel stärker in den Mittelpunkt rücken und zur Voraussetzung machen. zB.: Kein Soja von Flächen, die in den letzten 10 Jahren gerodet wurden. Keine Lebensmittel von Feldern in denen Glyphosat eingesetzt wurde. Nachhaltiger Wasserkreislauf beim Avocado Anbau. Ein Einbeziehen in den CO2 Zertifikate Handel und eine Verteuerung des CO2 Austosses. Also zum einen ein starken Anreiz schaffen, dass Fluglinien und Schiffsfrachter sauberer werden und zum anderen auch die Möglichkeit schaffen, dass mit Urwald und Aufforstungsprojekten Geld verdient und Schulden abgebaut werden können. Aber ja, ich weiß’ dass sind alles Forderungen, bei denen sich nicht mal die EU Länder einig ist (ganz zu schweigen von den südamerikanischen Ländern) und deshalb wird es schwierig, sowas in den Mercosur Handelsvertrag zu bekommen. Aber man sollte die Hoffnung nicht aufgeben. Die Alternative: “Jeder für sich, wir boykottieren die Länder, reisen nicht mehr hin … und fairerweise liefern wir auch keine Produkte mehr hin” ist mit Sicherheit die schlechtere Wahl.

  67. Moin moin,
    das mit den SUVs scheint ja durch die Decke zu gehen. Wenn er Ihr zu jedem Kommentar eine Antwort verfassen würdet, dann müssten wir vermutlich auf die nächsten Ausgaben LdN verzichten, denn Ihr hättet wohl kaum noch Zeit diese vorzubereiten und umzusetzen.
    Heute morgen wurde über das Thema – die durch Euch angeregte Ansprache von SUV-Fahrern – bei uns (Bonn) im Lokalradio berichtet und führte auch dort zu aufgeregten Hörermeinungen.
    Was mich insgesamt an Eurem SUV – Bashing stört ist das Ihr Euch nur darauf einschießt. Jeder Sportwagen braucht vermutlich eben soviel Sprit wie ein SUV, braucht genauso viel Platz, schränkt meine Freiheit ein (Lärmemission) und hat ein ähnliches Verletzungspotential wie ein SUV. Der SUV ist immerhin noch in der Lage Lasten zu ziehen, Familien zu befördern, in den Urlaub zu fahren, was für bspe. einen 911 {name_it] eher nicht zutrifft. Demzufolge gehörten doch alle Fahrer von Autos, die vornehmlich als “Spielzeug” dienen und nicht der Beförderung von Lasten oder Personen von A nach B noch viel mehr, zumindest aber ebenso angesprochen, richtig?
    Motorradfahrer? Es gibt kaum einen rationalen Grund Motorrad zu fahren. Motorradfahren ist reiner Genuss, reines Privatvergnügen auf Kosten anderer (Lärm & mitunter Rücksichtslosigkeit) oder der Umwelt. Die gehörten ebenso angesprochen.
    Ich hab mich nach der Lage 156 aufgeregt, weil ich das SUV-Bashing als Aufruf zum Denunziantentum empfunden habe, mich gefreut, das Ihr zumindest ein wenig in der 157 zurückgerudert seid, aber insgesamt ist es problematisch auf eine Sparte der Mobilität einzudreschen und die Gesellschaft zu spalten (wenn Ihr natürlich Wert drauf legt es freundlich zu tun, und eine Spaltung bestimmt und sicher nicht Eure Intention ist) und dabei den Blick aufs Ganze in den Hintergrund zu stellen. Das “Problem” muss von oben angegangen werden.

    Aber trotzdem Danke für Eure Mühe, ich höre Euch gerne zu, auch wenn Ihr mir den Spiegel vorhaltet (nein, ich fahre kein SUV, finde die aber toll ;-) )

    Grüße
    Olli

    • “Motorradfahrer? Es gibt kaum einen rationalen Grund Motorrad zu fahren. Motorradfahren ist reiner Genuss, reines Privatvergnügen auf Kosten anderer (Lärm & mitunter Rücksichtslosigkeit) oder der Umwelt.” – auch wenn ich deinem Kommentar einiges abgewinnen kann, da würde ich massiv widersprechen wollen.

      Es gibt sehr wohl einen rationalen Grund, Motorrad zu fahren, nämlich zeitsouverän von A nach B kommen – für die meisten Besitzer sind Motorräder in erster Linie erstmal ein normales Fortbewegungsmittel und kein Vergnügungsspielzeug. Dazu kommt, dass längst nicht jedes Motorrad eine solche Lärmmaschine ist (die meisten sind das nicht; die fallen nur nicht auf); zudem brauchen die Dinger viel weniger Standfläche und Kraftstoff und haben bei Unfällen ein viel geringeres Todesrisiko für Dritte (im Vergleich zum Auto).
      Rücksichtslosigkeit an sich ist kein Argument, da man die genauso bei anderen Verkehrsteilnehmern hat; aber sogar da ist mir ein Motorrad lieber (eben aufgrund des geringeren Todesrisikos für Dritte).

      Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist ein zusätzlicher Motorradfahrer viel besser als ein zusätzlicher Autofahrer.

      • “Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist ein zusätzlicher Motorradfahrer viel besser als ein zusätzlicher Autofahrer.”

        Ich habe selten so viel Unsinn in einem Post gelesen. Ich wohne im Sauerland und ich kann eines mit großer Sicherheit sagen: diese großen Motorradmassen bewegen sich nur am Wochenende bei schönem Wetter mit einem Ziel: Fahren nur um Spaß zu haben. Theoretisch wäre das Motorrad das wirtschaftlich und ökologisch bessere Fortbewegungsmittel, ja, – aber (aus meiner Beobachtung) geschätzt zu 70%-80% (mindestens) sind Motorräder reiner Freizeitspaß. Dazu kommt, dass das Todesrisiko für den Fahrer und Beifahrer selber viel, viel höher ist.

        Mein Bruder fährt selber Motorrad, ich kenne die Szene und ich kann einfach nur sagen: “für die meisten Besitzer sind Motorräder in erster Linie erstmal ein normales Fortbewegungsmittel und kein Vergnügungsspielzeug.” diese Aussage ist großer quatsch – und das müsste man eigentlich auch wissen, wenn man den Verkehr hier mal aufmerksam beobachtet – zumindest hier in Deutschland (ich spreche jetzt nicht von Indonesien oder Indien, denn DA ist das Motorrad in erster Linie ein normales Fortbewegungsmittel, aber hier in Deutschland: nein, nein und nochmals nein.

        Es gibt viele Straßen im Sauerland, die sind für Motorradfahrer gesperrt, einfach weil diese komplett übermotorrisiert und laut in nicht enden wollenden Scharen durch die Bergstraßen heizen.

  68. 18. September 2019 um 10:27 Uhr
    Dr. Benjamin Sahlmann

    Hallo Ihr beiden,
    aus den Kommentaren hier zu der SUV-Diskussion (und letzlich vielen weiteren Punkte wie Fleischkonsum, Müllverhalten, Stromproduktion, etc.) lässt sich doch folgendes Ableiten: Das Problem ist nicht der SUV. Das Problem ist eine durch die Endphase des Kapitalismus hervorgerufene, überwiegend egozentrische NIMBY-Einstellung (Not-in-my-backyard!), bei der viele (nicht alle) Gesellschaftsmitglieder versuchen, ihre Schäfchen für sie ganz privat ins Trockene zu bringen, mit einem Fokus auf den individuellen Vorlieben (Rendite, Besitz, Konsum). Dies wird bestärkt durch ein Ausbleiben von im Sinne der Gesellschaft gefällten politischen Entscheidungen, stattdessen wird die jeweilige Interessengruppe bedient oder der kleinstmögliche Konsens geschlossen. Damit unterstützt man die Polarisierung der Gesellschaft, und jeder versucht, sich auf die vermeintliche Sonnenseite zu retten. Ob das der Straßenpanzer, das heimelige Gefühl des Vegan-Seins, das Haus im Grünen, oder was auch immer ist, spielt für das Gesamtbild nur eine untergeordnete Rolle.
    Jedem mit nur einem Fünkchen Verstand sollte klar sein, dass das nicht funktionieren kann – in einer Gesellschaft von Millionären wird der Milliardär zum neuen Ziel und die Millionäre werden abgehängt.
    Was wir benötigen, ist ein Politik, die sich wieder traut, das bestehende Gesellschaftsmodell neu zu denken. Die mit Anreizen arbeitet, die auf den unveränderlichen Grundlagen unseres Daseins beruhen und nicht auf so abstrakten Werten wie Geld (das hierfür maximal eine Umsetzungshilfe sein kann, aber nicht “Ziel”).
    Das sehe ich leider bei keiner der größeren Parteien, auch nicht bei den Grünen. Für Ideen zu einer zukünftigen Gesellschaftsordnung empfehle ich jedem, sich mal mit Richard David Precht auseinanderzusetzen. Damit meine ich nicht, das sämtliche seiner Ideen die Universallösung sind, aber insbesondere seine Ansichten zur Besteuerung von Arbeit sind sehr bedenkenswert.
    Nachdenkliche Grüße
    Benjamin Sahlmann

  69. Hi ihr Beiden,

    wie immer vielen Dank für euren Podcast. Ich finde es gut das Ihr offen mit Kritik umgeht, aber macht euch bitte nicht zum Menschen mit einer Wirbelsäule aus Gummi. Denn vielleicht war euer Aufruf etwas drastisch aber er war nicht falsch. Ich habe euren Aufruf zum Beispiel mir zum Herzen genommen und einen Menschen auf sein Kommentar zu der Sache angesprochen, der fand es sei nicht schlimm SUV zu fahren. Ich habe aus dem Gespräch sehr viel mitgenommen. Denn die meisten sehen einen SUV einfach als schönes Auto, groß, praktisch und protzig. In Deutschland sind “dicken Autos” einfach eine Methode um sich bekannt zu machen und auch gut dazustehen. Mein Gesprächspartner hat mir gesagt das die meisten Menschen neidisch wären und das SUVs nicht so viel mehr als andere Autos verbrauchen, außerdem gibt es ja viel schlimmere Autos wie Wohnmobile. Es zeigt recht deutlich wie die Menschen bei dem Thema teilweise ticken. Die Meisten sehen sich persönlich total angegriffen, obwohl es eigentlich meiner Meinung nach einfach ein schrecklicher Trend ist. Obwohl ich jedes Argument widerlegen konnte, sei es der Verbrauch, das Unfallrisiko oder der Status, dass Auto steht in der Einfahrt – die nächsten Jahre.

  70. Hallo ihr zwei,

    danke – wie immer – für die tolle Sendung.

    Heute habe ich auch mal einen Kritikpunkt. Sogar zum Thema NPD.

    Ich muss sagen, da bekleckern sich alle gerade nicht unbedingt mit Ruhm, wenn man verlangt die Wahl rückgängig zu machen.
    Man kann von der NPD ja halten was man möchte, aber hier wurde sie nun einmal gewählt. Und zwar demokratisch und einstimmig. Und es geht hier ja nicht um den Posten des Bundeskanzlers oder ähnliches. Aber die Person wurde demokratisch gewählt; wie kann man da als Demokrat sagen: Ja, der muss wieder weg, obwohl ihn alle einstimmig gewählt haben
    Wäre es ein Posten mit echter Macht, ja, dann kann ich es verstehen das man keine NPD da haben möchte (möchte ich auch nicht), da sie nicht demokratisch sind. Aber in so einem kleinen Ort, bei einem Posten ohne Macht … da kann ich es nicht verstehen.

    Viele Grüße

    • Hey Lars,

      Du hast Recht dass das ein streitbares Verfahren. Jedoch ist es ebenso demokratisch ihn abzuwählen wie die Wahl selbst. Es geht sowohl um die Macht in dem Ort als um das grundsätzliche nicht mit Anti-Demokraten zu kooperieren. Stell dir vor es geht um das bestehen eines Asylbewerberheims oder Unterstützung für (bewilligte) Asylanten in dem Ort eine Wohnung zu finden, wie wird der NPD Mann wohl damit umgehen?
      Mit Anti-Demokraten darf man als Demokrat nicht kooperieren um diese nicht zu stärken oder zu etablieren.

      Gruß
      Maik

    • Hallo Lars,

      bei der Kritik im Podcast ging es nicht vorrangig um den NPD-Mann, sondern dass das politische Umfeld, insbesondere die Akteure der anderen Parteien, dies aktiv, ohne Not und sehendes Auges mit in die Tat umgesetzt haben.

  71. Hallo Ulf, hallo Philipp,

    auch wenn ihr Ken.FM kritisch seht, wäre es schön, wenn ihr folgenden Beitrag (ein Kommentar) mal dahingehend anschauen könntet, ob da nicht interessante Themen für euch dabei wären.
    Hierin geht es um Entwicklungen, die nach Ansicht des Autors von Medien gar nicht erst erwähnt oder falsch dargestellt werden und zwar entgegen der Aussagen von Wissenschaftlern oder anderen aber unliebsamen Medien.

    […]

    • Könnt ihr das bitte mal lassen, diesen Bullshit hier bei uns zu verlinken? „Medien“, die die Hirne der Menschen vergiften, indem sie Zweifel und Unsicherheiten sähen, wo nichts zu zweifeln ist … schauderhaft.

      Es gehört zur persönlichen Medien-Hygiene, sich das gar nicht erst anzuhören. Dass Du immer wieder versuchst, uns diesen Unsinn nahezubringen, zeigt nur, wie schädlich das für einen klaren Kopf ist. Bitte tu das NIE wieder.

  72. Hallo Ihr Zwei

    Ich habe mir schon Sonntag nacht meinen Frust über Eure SUV Attacken von der Seele geschrieben. Heute nochmal Euer Feedback zum Thema angehört und gerade die Kommentare gelesen. Ich bin echt begeistert von der Qualität und Sachlichkeit Euer Hörer und ich fühle mich irgendwie auch erleichtert, dass auch viele hier ähnlich geschockt, erstaunt oder irritiert waren. Ich finde nach wie vor dass Ihr Euch mit Eurer Auto-Animosität völlig irrational verrannt habt. Soviele schlaue Kommentare haben unzählige Beispiele beschrieben, dass das Ansprechen fremder Leute auf umweltschädliches aber legales Verhalten ein gesellschaftliches Klima kreiert was unsere Gesellschaft noch weiter polarisiert. Ich befürchte wirklich, dass mit solchen Aufrufen noch viel mehr Menschen auf die rechtsradikalen Menschenfänger reinfallen. Es gibt nun man viel Fleischesser, Autofans und Pauschalreisende auf Kreuzfahrschiffen und auch wenn es uns in dieser LdN Community vielleicht schwerfällt zu glauben, die sind sogar wahrscheinlich immer noch mehr als wir! Daher finde ich, dass die Gesellschaft sich eher weiterentwickelt, wenn Politik Rahmenbedingungen schafft, die Wissenschaft die entsprechenden Fakten liefert und der einzelne Vorbildfunktion übernimmt. Hier auch nochmal der Hinweis auf Philip’s richtige Anmerkung eine solche Diskussion mit der eigenen Perspektive anzufangen, aber dann im Sinne wie : Ich hätte gar nicht gedacht, was in so einen Kleinwagen geht oder mit meinem Bakfiets kann ich so viel transportieren… meine Erfahrung, dass die meisten Leute, auch die mit SUV immer auch zuhören wenn es über alternative Mobilität geht. Ich kann mich nicht erinnern, dass das Rauchen in öffentlichen Räumen weniger wurde, weil die Nichtraucher die Raucher angesprochen haben, meiner Erfahrung nach ist dann eher das Gegenteil passiert, zumindest in den Kneipen in denen ich war :-) Es war die Politik die die Rahmenbedingen verändert haben und dann hatten wir plötzlich auch weniger Raucher in nicht-öffentlichen Räumen. Es wäre echt schön, wenn Ihr hier nochmal ganzheitlicher nachdenkt, denn ich glaube nicht, dass ihr wirklich in einer Gesellschaft leben wollt, in der sich Menschen gegenseitig vorhalten sollen, wie unmoralisch sie leben wollen. Wenn Ihr hierzu Harari’s Homo Deus Visionen dazu denkt, dann ist das Social Scoring nicht weit!

  73. Hallo ihr beiden,

    habt Ihr bei dem Ortsvorsteher eigentlich bewusst von einem “Rechtsradikalen” gesprochen, oder meintet ihr Rechtsextremist?

    Laut Bundeszentrale für Politische Bildung (https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41312/was-ist-rechtsextrem?p=all) wird rechte politische Gesinnung folgendermaßen gesteigert:
    Rechtsradikal (= Rechts im Rahmen unserer Verfassung) –> Rechtsextrem (= will ne Revolution) –> Neonazi (findet Vergasen von Menschen toll) –> Nazi (war Parteimitglied der NSDAP)

    Mit den Zitaten von seinem Facebook Profil wäre doch eigentlich ein Rechtsextremer, oder?

  74. Auch ich zur SUV-Diskussion:
    Ulf, Du hast folgende Gründe genannt, die eine Maßregelung rechtfertigen sollen: “Trägt dazu bei, dass die Straßen gefährlicher werden, dass das Klima ruiniert wird und dass die Städte vollgeparkt sind (…)”.
    Das trifft doch auf (so gut wie) jedes konventionelle Auto zu. Wieso dann nur auf den SUV-Fahrenden die Meinung sagen? Dann doch auch allen, die zB alleine ein Auto besitzen. Finde Deine Schwelle da nicht überzeugend und würde mich freuen, wenn Du sie präzisieren könntest.

    Grundsätzlich finde ich den Gedanken aber interessant, als Gesellschaft bewusst das künftig Amoralische zu gestalten. Lacan nennt das “das große Andere”. Damit ist der Idealzustand gemeint, den eine Gesellschaft verteidigt, indem sie Bestimmtes nicht zulässt. Eine Lektüre weit, insbesondere wenn dieses große Andere gerade von
    Mächten wie Trump verschoben wird.

    • Liegt doch eigentlich auf der Hand: je größer und schwerer das Auto, um so höher der Verbrauch (Umwelt), der Platzbedarf (Parkfläche) und die bewegte Masse (Sicherheit). Der Punkt ist doch der, dass es entsprechende Alternativen zu den SUVs gibt.

  75. Lieber Philip und Ulf,

    euer Podcast ist für mich jede Woche ein Highlight. Eine Sache möchte ich aber doch anmerken, ein paar Leute vor mir haben auch schon etwas in die Richtung geschrieben: Fleisch ist immer klimaschädlich. Kein Fleisch aus Südamerika zu kaufen ist nicht die Lösung, sondern kommt mir in aller Ehrlichkeit ziemlich heuchlerisch vor. Ich finde es super, dass ihr euch in letzter Zeit ausführlicher mit dem Thema beschäftigt, aber bitte zieht doch auch die logischen Konsequenzen aus euren Recherchen. Wenn ihr möchtet, dass euer Konsumverhalten positive Auswirkungen auf das Weltklima hat, dann ist ein kompletter Verzicht auf tierische Produkte sinnvoll, naheliegend und auch wirklich nicht schwer. Nicht nur Fleisch ist ein Problem, Milchprodukte und Eier sind es aus den gleichen Gründen auch. Eine ausgewogene vegane Ernährung ist noch dazu deutlich gesünder, und heutzutage, vor allem in einer Weltstadt wie Berlin, vollkommen stressfrei umzusetzen. Also bitte: denkt eure Argumente zu Ende. Setzt die Konsequenzen um. Und steht dazu.

    Vielen Dank für eure tolle Arbeit,
    Rebecca

  76. Lieber Philipp, lieber Ulf,

    ich würde gerne etwas über das Thema „Nutzen der Artenvielfalt“ schreiben. Ich persönlich finde, dass man einer Sache nicht unbedingt einen Nutzen zuordnen muss um sie für erhaltenswert zu befinden. Nach dieser Denkweise wäre etwas nur gut wenn die Menschheit es in irgendeiner Weise verwertbar machen kann. Das ist meiner Meinung nach eine egoistische Sicht und veranschaulicht die Arroganz die unsere Spezies der Natur entgegenbringt. Es wäre viel geholfen, wenn sich mehr Menschen nicht abgetrennt, sondern als Teil der Umwelt (oder besser Mitwelt) auf unserer Erde fühlen würden. Die Vielfalt des Lebens in all seinen Facetten zu bewundern ohne sich davon einen konkreten Nutzen zu versprechen ist doch ein wunderbares Gefühl. Vielleicht ist dieser nicht greifbare Gedanke für viele Menschen (leider) nicht verständlich. Daher möchte ich noch betonen, dass die Artenvielfalt sehr wohl einen konkreten Nutzen hat.

    Hoch entwickeltes Leben wie wir es kennen wurde nur durch die Artenvielfalt möglich. So hatte die Evolution viele Möglichkeiten „herumzuspielen“ und die erfolgreichsten Spezies zu entwickeln. Am Beispiel Wald in Deutschland sieht man ebenso die Vorteile. Mischwald ist wesentlich resistenter gegen „Schädlinge“ wie den Borkenkäfer als Nutzwald der aus wenigen ertragreichen Baumarten besteht. Außerdem ist eine hohe Diversität gerade in Zeiten des Klimawandels von großer Bedeutung. Durch die veränderten klimatischen Bedingungen wird es nötig sein, dass sich Arten dementsprechend anpassen. So gab es im asiatischen Raum vor der Industrialisierung der Landwirtschaft noch 30000 verschiedene Reissorten. Heute werden auf über 80 Prozent der Fläche nur noch ein paar ertragreiche Sorten angepflanzt. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit unter den noch existenten Sorten eine zu finden, die sich veränderten Bedingungen anpassen kann. Dieses Beispiel lässt sich auf das ganze Tier- und Pflanzenreich übertragen. Das Ökosystem ist eben ein komplexes System, bei dem eine Veränderung eines Faktors direkt Einfluss auf andere Teile des Systems hat. Das Leben ist eben ein Kreislauf und einzelne Teile können nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Harald Lesch hat diese Problemstik in seinem Buch „Die Menschheit schafft sich ab“ (eine wirklich empfehlenswerte Lektüre) sehr schön dargelegt. Monokulturen bringen wenigen Menschen kurzfristig hohe Erträge. Auf lange Sicht zerstören die jedoch de facto die Grundlage unseres Lebens und gefährden unser Leben so wie das der Flora und Fauna.

    Das war meine Meinung dazu. Macht weiter so!

    Liebe Grüße,
    Lukas

  77. Guten Abend
    Thema SUV:
    Ich kann Herrn Buermeier und Herrn Banse in Ihrem Verständniss eines gesellschaftlichen kollektiven morlaischen Empfinden als Richtlinie menschlichen Handelns nur Zuspruch beisteuern. Nicht auszudenken, wie das alltägliche Leben aussehen würde, wenn nur der rechtliche Rahmen die Grenze menschlichen Handelns darbietet, dazu wurde bereits aussagekräftige Beispiele vorgebracht. Die Frage des rechtmäßigen Handelns stellt sich dabei weder beim Fahren eines SUVs noch beim Ansprechen eines solchen Fahrers. Wie bereits in manschen Komentaren richtig angmerkt, dürfte dies allerdings zum genauen Gegenteil führen, nämlich zu einer Trotz Haltung. Verhalten wird langfristig nur aufgrund von Sanktionen oder intrinsischer Motivation geändert, niemals auf Grundlage eines moralischen Appels.

    Zugeparkte Städt werden nicht durch mehr SUVs verursacht. 1 Parkplatz = 1 Auto.
    Aus dem Artikel (https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-09/suv-sicherheit-verkehrssicherheit-unfall-fussgaenger-risiko) der Zeit geht zudem hervor, dass nicht mehr Unfälle mit SUVs passieren als mit Minis.
    Auch von einem signifikant höherem Verletzungsrisiko kann laut der Zeit nicht die Rede sein.
    Unfälle passieren meist wegen unvorsichtigen Verkehrsteilnehmern, ob im oder außerhalb des Autos.

    Viel wichtiger finde ich aber den Gedanken, dass wenn es gesellschaftlich erwünscht ist Personen, welche sich generell unmoralsich oder speziell klimaschädlich verhalten anzusprechen und sich dieses Verhalten rechtfertigen zu lassen, es doch viel näher liegt in der nächsten Urlaubssaison mal am Flughafen oder an der Treppe zum Kreuzfahrtschiff die Urlauber abzupassen und zu fragen warum denn jetzt schon wieder so viel Co2 für deren Urlaub in die Atmosphäre gepustet wird. Und am Besten dann noch ein Sticker mit der Aufschrift “Ich töte unsere Umwelt” beim Vorbeigehen auf den Koffer geklatscht. ODer im Supermarkt jeden Käufer von billigem Fleisch nach seinem Einkommen fragen und wie er sich den dabei fühlt, dass für ihn gerade der Regenwald abbrennt.

  78. 17. September 2019 um 18:13 Uhr
    Philipp Schürmann

    Ich finde es wirklich super, wie ihr das wirklich komplexe Thema PSD2 zusammengefasst habt. Ich habe das in der Presse so gut wie nirgendwo anders besser gesehen.
    Ich stimme euch dennoch nicht in allem zu. Disclaimer: ich arbeite für einen IT-Dienstleister für Banken.

    Zu FinTS: Hier kann ich Ulf nur zustimmen, dass dieser Standard nun wirklich keinen Spaß macht und heute kaum noch an moderne Software anzubinden ist. Allerdings sehe ich ein viel größeres Problem: Der Login erfolgt immer über Username/Passwort. Nutze ich also eine Drittanbieter App oder einen anderen Service, der auf meine Daten zugreifen soll, bin ich gezwungen dieser App meine Zugangsdaten zu geben. Bei vielen Apps ist es zwar so, dass diese Daten nur lokal auf dem Gerät gespeichert werden, doch als Nutzer kann ich das nicht kontrollieren. Im Zweifelsfall werden die Daten beim nächsten Update eben doch an den Server des Anbieters gesendet. Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Problem dieser Art der Autorisierung: es ist nicht möglich einem Anbieter die Autorisierung wieder zu entziehen. Die einzige Möglichkeit ist das zurücksetzen des Passworts, was wiederum alle anderen Anbieter mit ausschließt.

    Diese Probleme lassen sich technisch relativ einfach mit dem OAuth-Verfahren lösen. Der Nutzer gibt die Login-Daten ausschließlich auf der Webseite seiner Bank ein. Dabei wird ein Token erzeugt, der einem speziellen Anbieter zukünftig Zugriff auf die Daten eines Users erlaubt. Das Passwort ist dabei zu keinem Zeitpunkt für den App-Anbieter sichtbar. Außerdem lassen sich später einzelne Autorisierungen problemlos rückgängig machen. Die Anzeige aller bisher erteilten Autorisierungen ist so überhaupt nur möglich.

    Dieses Verfahren ist der Defacto-Standard im Netz und wird von den Banken auch für die PSD2-Schnittstelle genutzt und bietet für die Kunden erstmal die bereits genannten Vorteile. Das OAuth-Verfahren verlangt allerdings dafür eine eindeutige Zuordnung einer Autorisierung zu einem Anbieter. Die Eindeutige Zuordnung ist jedoch nicht möglich, wenn der Tokenaustausch auf dem Client (also direkt in einer Banking-App wie der von euch genannten MoneyMoney) passiert. Es ist also immer zwingend die Kommunikation über ein Backend notwendig – zumindest in der sicheren Variante, und nur die kann sicherstellen, dass der Anbieter tatsächlich der Anbieter ist, der sich vorher bei der BaFin registriert hat. Technische Gründe finden sich im OAuth-Verfahren, ich glaube das sprengt den Rahmen dieses Kommentars.

    Grundsätzlich wäre es jedoch denkbar die Registrierung als Kontoinformationsdienst deutlich zu vereinfachen. Die meisten OAuth-Anbieter (Facebook, Google etc.) nutzen dafür ein einfaches Formular ohne jegliche Verifizierung. Das hat dann aber wieder den von euch bereits genannten Nachteil, dass es schwarze Schafe gibt, die sich erst mit der Zeit herauskristallisieren. Vermutlich ist man als Gesetzgeber hier erst einmal den sicheren Weg gegangen – vielleicht gibt es ja zukünftig noch eine Anpassung. Denkbar wäre ja eine deutlich vereinfachte Registrierung für Kontoinformationsdienste und die umfangreiche Überprüfung nur bei Zahlungsauslösediensten.

    Ich hoffe ich konnte mit meinem Kommentar die Hintergründe etwas aufklären. Ich bin selbst Nutzer von Outbank mit mehreren Konten und kann die App seit der PSD2-Umstellung kaum noch nutzen. Ich hoffe hier wird sich noch etwas tun, wenn sich die ersten Umsetzungen erstmal eingespielt haben.

    • Das ganze steht und fällt mit der Frage, wie man den Zugriff Dritter regulieren will. Derzeit ist das so, dass ein Dritter erst nach Akkreditierung und das nur mit einer eigenen Instanz auf die Schnittstelle zugreifen darf.

      Das hat vor allem den Vorteil, dass man immer einen Schuldigen hat, wenn es um Sicherheitslücken geht: da der Dritte bekannt ist und die Software nur auf seinen Servern lief (= d.h. die ganze Zeit unter seiner Kontrolle), kann der sich im Zweifelsfall auch nicht rausreden.
      Es gibt keine Probleme mit nicht eingespielten Updates, keine Probleme gehackten Endgeräten, die direkt auf die Schnittstelle zugreifen usw. – d.h. wenn die Rogue-Requests von seiner Seite aus kamen, dann ist entweder der Dienstleister oder der Kunde schuld.
      Jetzt muss nicht mehr die Bank dem Kunden erklären, dass sein Rechner infiziert wurde oder dass seine Software anscheinend unsicher ist, sondern die kann einfach auf den Dritten zeigen.
      (Frage: Geht damit auch tatsächlich eine Haftungsdelegierung einher oder ist das erstmal nur bürokratisch/supporttechnisch relevant?)

      Aber das ganze ist eine rein politische Entscheidung; wenn man ein Interesse gehabt hätte, das ganze anders anzugehen, hätte es genügend Möglichkeiten gegeben: API-Tokens für den jeweiligen Zugriff, Register Tokens um eine einzige App-Installation freizuschalten usw.
      Das Argument “technische Gründe” zieht IMHO nicht.

      • 26. September 2019 um 21:53 Uhr
        Philipp Schürmann

        Der Punkt ist doch, dass es eben nicht geht, dass Apps direkt auf die Schnittstelle zugreifen, wenn die Anbieter eindeutig identifiziert werden sollen.

  79. Hallo ihr beiden, Hallo liebe Community,

    ich muss nun auch meinen Senf zum Thema SUV loswerden. Eure Differenzierung zwischen Straßenpanzern und süßen Mini-SUV ergibt für mich wenig Sinn, da die kleinen SUV die selben Probleme haben und somit die selber sozialen Implikationen mit sich bringen.

    Auch ein kleiner SUV basiert meist auf einem Kleinwagen des gleichen Herstellers. Der von euch im Podcast als Beispiel angeführte Mazda CX-2 basiert auf dem Mazda 2, ein “normaler” Kleinwagen. Ein Ford Ecosport basiert auf dem Fiesta, usw. . Das Problem daran ist, dass die höhere Bauweise und damit die größere Anströmfläche den CW-Wert (ein Faktor bei der Berechnung des Luftwiderstands) der Fahrzeuge negativ beeinflusst und so den Luftwiderstand steigen lässt.
    Außerdem wiegen die MiniSUV mehr als die vergleichbaren Kleinwagen, was sich wiederum negativ auf deren Spritverbrauch auswirken dürfte.

    Deshalb brauchen Mini-SUV bei gleicher Motorisierung mehr Sprit als das Kleinwagenpendant, weshalb ich es an dieser Stelle für unsinnig halte zwischen kleinen und großen SUV zu unterscheiden und finde daher, dass ein Mazda CX-2-Fahrer zumindest ähnlich unverantwortlich handelt, wie ein Audi Q8 Fahrer.

    LG
    Johannes

    • Lieber Philipp, lieber Ulf,

      ich würde gerne etwas über das Thema „Nutzen der Artenvielfalt“ schreiben. Ich persönlich finde, dass man einer Sache nicht unbedingt einen Nutzen zuordnen muss um sie für erhaltenswert zu befinden. Nach dieser Denkweise wäre etwas nur gut wenn die Menschheit es in irgendeiner Weise verwertbar machen kann. Das ist meiner Meinung nach eine egoistische Sicht und veranschaulicht die Arroganz die unsere Spezies der Natur entgegenbringt. Es wäre viel geholfen, wenn sich mehr Menschen nicht abgetrennt, sondern als Teil der Umwelt (oder besser Mitwelt) auf unserer Erde fühlen würden. Die Vielfalt des Lebens in all seinen Facetten zu bewundern ohne sich davon einen konkreten Nutzen zu versprechen ist doch ein wunderbares Gefühl. Vielleicht ist dieser nicht greifbare Gedanke für viele Menschen (leider) nicht verständlich. Daher möchte ich noch betonen, dass die Artenvielfalt sehr wohl einen konkreten Nutzen hat.

      Hoch entwickeltes Leben wie wir es kennen wurde nur durch die Artenvielfalt möglich. So hatte die Evolution viele Möglichkeiten „herumzuspielen“ und die erfolgreichsten Spezies zu entwickeln. Am Beispiel Wald in Deutschland sieht man ebenso die Vorteile. Mischwald ist wesentlich resistenter gegen „Schädlinge“ wie den Borkenkäfer als Nutzwald der aus wenigen ertragreichen Baumarten besteht. Außerdem ist eine hohe Diversität gerade in Zeiten des Klimawandels von großer Bedeutung. Durch die veränderten klimatischen Bedingungen wird es nötig sein, dass sich Arten dementsprechend anpassen. So gab es im asiatischen Raum vor der Industrialisierung der Landwirtschaft noch 30000 verschiedene Reissorten. Heute werden auf über 80 Prozent der Fläche nur noch ein paar ertragreiche Sorten angepflanzt. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit unter den noch existenten Sorten eine zu finden, die sich veränderten Bedingungen anpassen kann. Dieses Beispiel lässt sich auf das ganze Tier- und Pflanzenreich übertragen. Das Ökosystem ist eben ein komplexes System, bei dem eine Veränderung eines Faktors direkt Einfluss auf andere Teile des Systems hat. Das Leben ist eben ein Kreislauf und einzelne Teile können nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Harald Lesch hat diese Problemstik in seinem Buch „Die Menschheit schafft sich ab“ (eine wirklich empfehlenswerte Lektüre) sehr schön dargelegt. Monokulturen bringen wenigen Menschen kurzfristig hohe Erträge. Auf lange Sicht zerstören die jedoch de facto die Grundlage unseres Lebens und gefährden unser Leben so wie das der Flora und Fauna.

      Das war meine Meinung dazu. Macht weiter so!

      Liebe Grüße,
      Lukas

  80. Also zunächst hat mich der Kommentar mit dem Rasenmähen einfach in der S-Bahn zum pusten gebracht hat. Danke dafür, den merk ich mir.

    Weiterhin möchte auch ich unterstreichen das es prima ist wenn ihr auch Anregungen für Handlungen gebt. Ich traue euch die moralische kompetenz zu nicht zu radikale Blödsinn auf zu rufen.
    Aber vielleicht solltet ihr euch bewußt sein das ihr den Einfluß dazu habt.
    With great power comes great responsibility

  81. Hallo ihr beiden,
    finde den Podcast spitze. Hier mal etwas optimistisches zum Thema Haltung in den Medien: Kennt ihr vielleicht schon, aber The Intercept macht wahnsinnig guten Journalismus, benennt die Dinge beim aus meiner Sicht “richtigen” Namen, deckt vieles auf und schreibt über Themen, die sonst erschreckend wenig in den Medien auftauchen wie beispielsweise den wachsenden Einfluss von Firmen wie Google oder Twitter auf die Politik verschiedener Länder oder die Gefahr von Eco-Facism.
    Link: https://theintercept.com/
    Gruß,
    Franzi

  82. Hallo zusammen,

    ich möchte nicht auch noch nur wiederholen, was hier und im Kommentarbereich in der letzten Woche kritisch zu Eurem SUV-Appell vorgebracht wurde. Ich möchte versuchen, es konstruktiv anzugehen.

    Eure Themenwahl ist für mich fast immer äußerst treffend: Sowohl bearbeitet Ihr die wichtigen tagesaktuellen Themen, als auch überrascht Ihr mich einigermaßen informierten Bürger regelmäßig mit Themen, von denen ich bislang noch nichts mitbekommen habe.

    Eure Faktenzusammenfassungen fühlen sich für mich immer ausgewogen und seriös an.

    Eure Erläuterungen: Ich finde toll, dass Ihr nicht selten die Zuhörenden als Staatsbürgerinnen und -bürger weiterbildet, indem Ihr grundlegende Begriffe (Zweitstimme, Fraktion, Bundesrat…) immer wieder sehr gut erklärt.

    Eure Einordnungen: Die sind der Grund, warum ich Euren als einzigen Podcast in meiner App auf “automatisch laden” gestellt habe, und warum ich Euch schon gependet habe. Gerade die juristischen Abwägungen von Sachverhalten finde ich enorm aufschlussreich. Neben den in meinen Augen immer gut recherchierten Themen ist das für mich Euer Alleinstellungsmerkmal.

    Eure Kommentare lassen sich in meinen Augen von Euren Einordnungen gut trennen. Ihr bewertet die Sachverhalte persönlich und sympathisch. Ihr kennzeichnet Eure Meinung deutlich genug als persönlich.

    Eure Appelle als Teil des Kommentars: Nun, wie Andreas Baumbach am 16.09. um 9.21 Uhr richtig schrieb, besteht ein großer Unterschied zwischen “Tretet in eine die Demokratie unterstützende Partei ein” oder “Geht eine solche Partei wählen” und “Sprecht doch mal freundlich SUV-Panzerfahrer an”.

    Wenn Ihr so etwas weniger appellistisch und eher persönlich erzähltet, dann hätte es wahrscheinlich weniger Probleme bei einem Teil der Zuhörerschaft gegeben, z.B. so: Philip Banse: “Ich habe einfach mal neulich eine SUV-Fahrerin auf dem Lidl-Parkplatz angesprochen. Ich wollte wissen, warum sie ein solches Auto gekauft hat. Sie hat so reagiert: …” Die Zuhörenden hätten dann nicht das Gefühl, als “Lage-Activists-Army” losgeschickt zu werden, sondern sie können sich von der erzählten, persönlichen Episode mitnehmen, was sie wollen.

    In dem Appellteil würde ich gerne auch weniger das Wort “man” (z.B. im Zusammenhang “man sollte”, “man müsste”…) hören, sondern die genau bezeichnete Zielgruppe oder “ich” – das halte ich für weniger empöristisch (das Wort gibt es nicht, richtig?) und genauer.

    Euer Feedbackteil: Noch eine Besonderheit Eures Formates, den ich sehr schätze, ist der Wille und die Offenheit zur Selbstkritik.

    Und um noch dazu einen Themenvorschlag zu machen, der vielleicht noch mehr Leute interessiert als andere Bankenthemen: die teils Jahrzehnte lange Falschberechnung von Zinsen:
    https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/der-rote-riese-zockt-ab-video-100.html
    https://www.ts-rechtsanwaelte.de/das-erste-sparkassen-berechnen-zinsen-falsch-gutachten/

    Viele Grüße aus dem Norden!

  83. Hallo zusammen,

    Ich bitte euch zu bedenken, dass die Landwirtschaft nach wie vor der größte „Klimakiller“ ist und frage mich nach der letzten Folge, ob ich jetzt jeden Fleischesser darauf aufmerksam machen soll, da es ja (wie ihr schon sagt) uns alle betrifft. Bitte lasst die Landwirtschaft nicht außen vor und klärt dahingehend doch einmal auf anstatt dauernd dieses SUV Thema herauszukramen. Ansonsten bin ich Riesen Fan. Als Buchtipp zum Thema: heute erschienen von Jonathan Safran Foer – wir sind das Klima

  84. Zum Thema SUV:

    Dass die Städte vollgeparkt werden ist kein SUV-spezifisches Problem. Nach dem Argument müsste man alle Autofahrer, unabhängig des Fahrzeugtyps ansprechen (eventuell mit Ausnahme von Smartfahrern, die am Straßenrand sicher weniger Platz benötigen). Auf gekennzeichneten Parkplätzen spielt es keine Rolle ob dort nun ein SUV oder ein VW Golf steht, nur weil der SUV den Platz vllt etwas mehr ausfüllt.
    Vielleicht sollte man in dem Zuge eher auf die Zweit- und Drittwagenkultur eingehen, die tatsächlich Platz kostet, weil diese Autos oft nicht auf dem eigenen Stellplatz oder in der eigenen Garage, sondern im öffentlichen Bereich abgestellt werden. Das Problem trifft aktuell auch die Straße in der Ich wohne ganz besonders, weil Besucher hier keine Parkplätze mehr finden und verbotener Weise im Verkehrsberuhigten Bereich parken.

    SUV-Fahrer darum zu bitten, sich zu rechtfertigen, kann man sicher machen, finde ich persönlich jedoch unpassend, weil man mit ziemlicher Sicherheit entweder gar nichts in Sachen Umdenken erreicht oder eben genau das Gegenteil, nämlich ein mit einer Trotzhaltung einhergehendes “und jetzt erst recht”. Das hilft einfach nicht.
    Was mich allerdings schockiert hat ist, dass in der vorangegangenen Folge das anbringen von Stickern an fremder Menschen SUV gutgeheißen wurde. Aus meiner Sicht ist das ein Vergreifen an fremdem Eigentum.

    Ich bin gespannt, wann ernsthaft über Maßnahmen gegen den Klimawandel gesprochen wird.
    Dazu gehört beispielsweise auch die Kleidungsindustrie. Aber da müssten ja wirklich die Meisten ihr Konsumverhalten ändern und könnten nicht länger nur bequem auf andere Leute schimpfen.
    Man sollte nämlich, bevor man sich als Moralapostel aufspielt, auch genau schauen, wie man ernsthaft an sich selbst arbeiten kann. Ansonsten handelt es sich nämlich nur um Greenwashing im kleinen Stil. Und Einkaufen bei Modemarken, die mehr als 2 Kollektionen pro Jahr herausbringen, eventuell sogar unter unwürdigen Bedingungen in Bangladesh und Co produzieren und deren Kleider auch klimabezogen eine Vollkatastrophe darstellen, ist meiner Meinung nach auch asoziales Verhalten und ich glaube nicht, dass Sie sich davon freisprechen können.

    So wie die Debatte gerade läuft ist sie unvollständig, zu sehr auf Nischen bezogen und unglaubwürdig. Das führt höchstens dazu, dass die Fronten verhärten, aber nicht zu einer Lösung.

  85. Liebe Podcaster,

    Zum Rindfleisch: 80% des Sojas das in Deutschland an Tiere verfüttert wird stammt aus Südamerika. (Quelle: https://mobil.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/fleisch/soja-als-futtermittel/) Dementsprechend erscheint euer Vorschlag, auf die Herkunft des Fleisches zu achten, nicht zielführend, weil 1. die Herkunft des Futters auf den Produkten nicht gekennzeichnet wird (wie ihr ja auch anmerkt in den Podcast) und weil 2. wenn theoretisch alle den Vorschlag befolgen, daraus folgen würde, dass viel viel weniger Fleisch gegessen werden muss. Die Lösung für das Problem ist also: Fleisch (und Sojaprodukte, die nicht explizit die europäische Herkunft des Sojas garantieren) boykottieren, also nicht kaufen. Sprich, kein Fleisch essen. Oder, wie ausrechnet wurde, wöchentlich 50g Rindfleisch pro Person. Das ist die Menge, die jeder von uns bald 10Millarden Menschen essen dürfte, damit die Welternährung und das Weltklima gesichert sind. (https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/gesunde-ernaehrung-43-gramm-fleisch-pro-tag-und-die-welt-ist-gerettet-a-1248387.html)
    In a nutshell: ihr geht zwar auf das Thema ein, aber eine richtige Lösung liefert ihr nicht. Klar, ihr könnt euch nicht für Fleischverbot aussprechen (siehe die Reaktionen auf den Appell bezüglich SUVs). Aber Fakten solltet ihr nennen.

    Viele Grüße

  86. Lieber Philip, lieber Ulf.

    Es ehrt Euch, wie sehr ihr Euch das Hörer*innen-Feedback zu Herzen nehmt. Damit zeigt ihr Haltung. Und genau darauf möchte ich mit diesem Kommentar hinaus.

    Ich halte Forderungen nach “Neutralität” für absurd. (M)Ein “Prüfstein” für journalistische Informationen ist Fairness und Transparenz (von Euch schön beschrieben) sowie insbesondere Haltung. Mit Haltung meine ich nicht nur “auf dem Boden des Grundgesetzes/der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen”. Das ist selbstverständlich. Haltung geht aber darüber hinaus.

    Von Journalist*innen – und von Euch in Eurer Rolle als Podcaster erst recht(!) – erwarte(!!) ich eine klare Positionierung und das Selbstvertrauen dazu zu stehen. Dazu könnte es gehören Formulierungen wie “die Nazis von der AfD” zu verwenden, dazu könnte es gehören Appelle gegen SUVs zu äußern u.v.m. Wem das nicht passt, ist frei darin, sich damit auseinanderzusetzen, ihre oder seine Meinung im Blog kundzutun oder was auch immer und im Zweifel die Lage nicht mehr hören (was freilich schade wäre).

    Kurzum: Weiter so!

    Abschließend noch eine Anmerkung/Frage/Anregung zu einem ganz anderen Thema, über welches ich schon länger nachdenke. In dieser Lage war es lediglich eine kleine Stelle, die es wieder einmal getriggert hat.
    Es ist sehr verbreitet Politik mit Blick auf Spitzenpolitiker*innen, insbesondere Staats- und/oder Regierungschef*innen zu beobachten und zu kommentieren. Häufig werden sodann Entscheidungen oder mögliche Szenairen vor der Folie einer – in meinen Augen extrem – psychologisierenden Betrachtung jener Politiker*innen betrachtet. Im Extremen freilich bei Donald Trump, ebenso aber bei Boris Johnson und seinen Entscheidungen im Kontext des Brexits. Aber auch Abseits solcher Extreme: Schon häufig wurden Entscheidungen “der Bundeskanzlerin” damit erklärt oder jedenfalls kontextualisiert, dass sie beispielsweise studierte Physikerin sei oder in besonderer Weise un-eitel or what ever.
    Der langen Rede kurzer Sinn: Verstellt eine solche – von mir als “psychologisierend” bezeichnete – Betrachtungsweise nicht den Blick auf politische Vorgänge? Werden auf diese Weise nicht Zusammenhänge und Entscheidungsfindungsprozesse verzerrt, verkürzt oder gar falsch dargestellt?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Marco

    • Hi ihr zwei,

      ich kann da Marco nur zustimmen. Mich persönlich stört es null, wenn ihr hier und da zu bestimmten Handlungen aufruft. Das ist ja wirklich „Aktivismus“ im kleinsten Sinne und sogar das, was ich und meine Freunde/Familie so an dem Podcast schätzen. Ihr seid eben nicht ein neutraler Nachrichtensender, sondern zwei Typen die gerne zusammen chillen und sehr gekonnt und belesen über aktuelle politische Geschehnisse quatschen – und sich eben dabei aufnehmen. Und wir hören euch dabei einfach gerne zu. Also macht euer Ding, gebt Handlungsempfehlungen wenn ihr Bock drauf habt. Als ob man bei einer Unterhaltung nicht mal leicht aktivistische Handlungsempfehlungen geben kann. Ihr habt am Ende der Folge ja selbst gemerkt wie schwierig das ist, die Lage appellfrei vorzustellen. Macht weiter so!

      Liebste Grüße,
      Isabel

  87. Hallo zusammen, Danke & Weiter so!

    habe heute morgen die SUV-Diskussion gehört und Gedanken offen:
    SUV sind nicht das alleinige Problem:
    klar ist: unnötig GROßE Autos, brauchen unnötig viel Platz und sind blanker Unsinn in der “engen Stadt”
    aber Autos mit jenseits von 200 PS ebenfalls
    “herumcruisen” ohne Sinn ebenfalls
    u.v.m.
    wie könnte man einen “Maßstab der Vernunft und Angemessenheit” ins Bewustsein im Allgemeinen, oder hier im Speziellen in den Straßenverkehr kriegen?

  88. Hallo! Ich höre euren Podcast seit ca.6 Monaten und finde ihn sehr informativ, besonders die Beiträge bezüglich der Klimakrise sind echt interessant! Allerdings habe ich dazu eine Anmerkung: ihr sprecht, wie die meisten immernoch, vom “Klimawandel” und nicht von “Klimakrise”. Wie Psychologen herausgefunden haben, ruft schon die Verwendung von einzelnen Wörtern bestimmt Denkmuster im Gehirn hervor. Ein “Wandel” wird für gewöhnlich mit einem natürlichem und unabänderlichen Prozess assoziiert. Deswegen wird dafür plädiert, von “Klimakrise” oder “Klimakatastrophe” zu sprechen, weil diese Begriffe die Relevanz und die Gefahr, die von der Klimakrise ausgehen, viel mehr verdeutlichen. Durch dieses Wording folgt man nicht dem weitverbreitetenen Framing, das die Klimakrise als harmlos darstellt. Viele führenden Medien, unter anderem der Guardian, sprechen jetzt auch von “Klimakrise/climate crisis”. Da euch beiden Podcastern die enorme Intensität, Aktualität und Bedrohung für uns Menschen durch die Klimakrise bewusst ist, wäre es auch für euch zielführend, von der “Klimakrise” zu sprechen.

    Viele Grüße
    Dorothee

  89. Zum Thema “Wie sollte man mit Rechtspopulisten reden / umgehen?” hier der Link zu einer tollen Initiative:
    https://tadelverpflichtet.de/

  90. Zu der Sache in Altenstadt: Natürlich ist es ein Problem, wenn gerade auf kommunaler Ebene eine Lücke entsteht, in die rechtsextreme Parteien stoßen können und sich als Kümmerer geben können. Das wurde völlig richtig angesprochen, da müssen leute aus dem demokratischen Spektrum aufstehen. Gerade im ländlichen Raum ist es nicht so, dass man mal eben in eine Partei eintritt, um dann passives Mitglied zu sein – das mag in großen Ortsverbänden in den Städten kein Problem sein -, sondern in der Provinz gibt es notgedrungen so wenige Leute, dass man schneller aktiver werden muss, als manchem lieb ist. Leider ist kommunalpolitisches Engagement verflucht zeitintensiv und undankbar, weil man es quasi mit den direkten Nachbarn zu tun hat, und man kann es nie allen recht machen, weswegen viele Leute schnell wieder abwinken. Und es ist allzu leicht, das zu verurteilen.

    Ein anderer Aspekt der Frage, wie ein Rechtsextremer gewählt werden konnte, ist die nach den Wurzeln. In Altenstadt wurde in den Interviews mit dem Gemeinderat immer wieder darauf hingewiesen, dass die Person von dort stammt und dass ihn quasi jeder kennt: Der Kerl ist ja einer von uns, also kann er gar kein ECHTER Nazi sein. Und wenn er Nazi-Sachen macht, naja, dann (hier beliebige Relativierung einfügen). Der wortwörtliche Stallgeruch übertüncht jede Art von Ideologie. Etwas, das sich auch etwas weiter nördlich von Altenstadt beobachten lässt:
    https://www.hr-inforadio.de/programm/das-thema/rechte-netze-in-der-hessischen-polizei-eine-spurensuche-in-kirtorf,rechte-netze-polizei-spurensuche-kirtorf-100.html
    Übrigens: Nur ein paar Kilometer östlich von Altenstadt liegt Wächtersbach. Das war letztens auch in den Medien … aber ist schon sooo lange her, dass sich niemand daran erinnern kann …

  91. Erklärungen zum AfD Wahlerfolg

    Hej,
    ich bin gebürtige Brandenburgerin und kann die Frustration der Leute und die damit verbundenen Erklärungsversuche nachvollziehen, auch wenn ich völlig entsetzt bin über das Wahlergebnis.
    Andererseits wohne ich seit einiger Zeit in Südschweden in einem Dorf mit 5.000 Einwohnern indem dieses Jahr knapp 30% Sverige Demokratener (SD-schwedische Pedant der AfD) gewählt haben. Das ist 70% mehr als der nationale Durchschnitt!
    Der Ort hier hat unter 2% Arbeitslosigkeit, das Durchschnittseinkommen liegt bei 2.500€, rund 42% der Leute haben einen Uniabschluss und 3/4 der Leute wohnen in einem Eigenheim. Glasfaser mit mind. 100Mbit hat hier jeder und der Bus zur nächsten Stadt fährt zu Stoßzeiten alle 7min und sonst alle 15 min (mit USB-Ladeanschlüssen und free-Wifi).
    Mein Punkt ist, dass keiner der Erklärungspunkte zutrifft, die für die Wahl in Sachsen und Brandenburg herangezogen wurden und wir trotzdem sehr ähnliche Effekte/Wahlverhalten sehen.
    Deswegen frage ich mich inwiefern andere Erklärungsansätze (medialer Dauerbrenner Migrationspolitik und -krise, breite mediale Plattform für diese Kleinstparteien (Aufreger-Berichterstattung)etc.) doch eine Rolle gespielt haben…

    • Danke für die spannende Perspektive. Aber was meinst Du denn damit, dass Du die Frustration der Leute nachvollziehen kannst? Weswegen sind die denn frustriert?

      (ganz abgesehen davon, dass Du ja denke ich sagen willst, dass es nicht an der Frustration liegt, aber ich würde trotzdem auch die Frustration verstehen können)

      • Vielleicht haben deine schwedischen Mitmenschen Angst, etwas von ihrem Überfluss abgeben zu müssen – und sie reden darüber. Das selbe in Brandenburg, nur auf niedrigerem Niveau. Die Angst vor Abstieg und Verlust hängt nicht unbedingt vom Einkommen ab, aber ziemlich sicher von der gegenseitigen negativen Beeinflussung. Geistige Beweglichkeit wäre der Schlüssel, die in der Schule keineswegs gefördert und die Politik denkt, ein ruhig gestelltes Wahlvolk ist vorteilhaft. Diese Strategie geht schief, wenn die Beruhigungsmittel ausgehen und die Wahrheit (z.B. die wahren Kosten des Konsums, mithin die Klimakrise) gar nicht verstanden werden. (Was jetzt durchsickert vor allem vom Unions-Standpunkt zu den Klimaschutzmassnahmen, lässt vermuten, dass die führenden Politiker es auch nur ein bisschen verstehen leider).

  92. Hallo Zusammen,
    als begeisterter, in den USA lebender, Lage Hoerer wollte ich mal einen kleinen Themenvorschlag machen: Der Demokratische Praesidentschaftskandidat ANDREW YANG.
    Ich fand es interessant als ihr in der letzten Folge darueber gesprochen habt, dass die AFD aus protest gegen das gegenwertige System gewaehlt wird und, dass es ansonsten keine Partei gibt die sich wirklich gegen das System durchsetzen kann (z.b. die Linke).
    Dies erinnerte mich sehr an die aktuellen Debatten hier in Amerika. Denn auch hier wird viel von “structural change” vs. “establishment” gesprochen. Waehrend einige Kandidaten relevante Alternativen zum System anbieten (Bernie Sanders, Elizabeth Warren, etc.), war ich persoenlich noch nie so sehr von einem “politiker” ueberzeugt, wie von Andrew Yang. Er liefert logische, Daten basierte Argumente und neue interessante Alternativen (vor allem mit seinem “flagship proposal” – Universal Basic Income).
    Ich wuerde super gern eure Meinung zu dem Thema hoeren. Und ob ihr denkt dass ein “Andrew Yang”-Ansatz auch in Deutschland funktionieren koennte? Vor allem fuer diejenigen die mit dem jetzigen System frustriert sind und erfrischende neue Ideen brauchen?
    Gruss aus Boston,
    Daniel
    PS: Hier ein super Podcast um Andrew Yang besser kennenzulernen
    http://freakonomics.com/podcast/andrew-yang/

  93. Liebe Lage,

    ich wollte euch einfach mal ein großes Lob aussprechen.

    Insbesondere diesmal für euren längeren Feedback Blog, das Fehler eingestehen, das öffentlich selbst reflektieren und das allgemeine Bemühen die Lage immer besser zu machen.

    Vielen Dank, ganz ganz toller Podcast!!!

  94. Lieber Philip, lieber Ulf,

    Eurer E-Mail-Bitte folgend poste ich hiermit meinen Themenvorschlag:

    Eine Freundin und ich stolperten in den letzten Wochen im Grundgesetz über die Verwendung des Wortes „Rasse“ in Artikel 3. Dies war uns zuvor so nicht aufgefallen. Diese Formulierung trieb uns in den letzten Tagen um und ärgerte uns.

    Passenderweise erschien nun in dieser Woche in der ZEIT im Wissensteil der Artikel „Passender geht‘s nicht“, der von der „Jenaer Erklärung“ im Rahmen der 112. Deutschen Zoologischen Gesellschaft berichtet. Kernbotschaft der Erklärung: Menschliche Rassen gibt es nicht. Im Schlussabsatz des Artikels heißt es:

    „Der Wissenschaftshistoriker Uwe Hoßfeld aber findet dennoch, dass der Begriff Rasse aus dem öffentlichen Sprachgebrauch verschwinden sollte. Finnland, Schweden und Österreich haben den Begriff der Rasse aus ihren Verfassungen gestrichen, die französische Nationalversammlung tat dies am 12. Juli 2018. In Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes aber, zwischen Abstammung und Sprache, steht das Wort noch immer.“

    Fragen, die mich beschäftigen:

    Welche Schritte kann man gehen, um auch bei uns eine Änderung des Grundgesetzes anzuregen? Und welche Schritte sind diesbezüglich vielleicht bereits unternommen worden oder in der Mache?

    Ich würde mich freuen, wenn Ihr das Thema aufnehmt. Und ein herzliches Dankeschön an Euch für viele wertvolle Impulse aus vergangenen Sendungen!

    Cécile

    • Hallo Cécile,
      das stimmt, es gibt beim Menschen keine Rassen. Der Begriff stammt aus der Züchtung von Pflanzen und Tieren.
      Ist dann nicht um so logischer, dass im Grundgesetz darauf hingewiesen wird, dass niemand wegen eines Rassenbegriffs benachteiligt werden darf? Ok, vielleicht sollte das Wort ‚vorgeblich‘ ergänzt werden.
      Ist es nicht auch so, dass Juristen Gesetzestexte im Wandel der Sprache mitinterpretieren? Ich habe mal gehört, dass Wort und Geist einer Gesetzesformulierung berücksichtigt werden müssen.

    • Ich bin ebenfalls der Meinung, dass nicht nur, wie von den Jenaer Wissenschaftlern gefordert, die Streichung des Begriffs “Rasse” aus der Wissenschaftssprache sondern auch aus dem Grundgesetz erfolgen sollte. Die Jenaer Erklärung könnte hier vielleicht einen Anstoß geben, die Streichung erneut zu diskutieren. Bisherige politische Initiativen scheinen hier bisher leider gescheitert. Immerhin Thüringen und Brandenburg haben den Begriff aus ihren Landesverfassungen verbannt (https://www.deutschlandfunk.de/grundgesetz-wie-umgehen-mit-dem-begriff-rasse.1148.de.html?dram:article_id=444149).

      @ Enzo: Ich kann Deine Überlegung nachvollziehen, aber so wie der Begriff “Rasse” im Grundgesetz benutzt wird, steht er auf einer Ebene mit Geschlecht, Sprache, Abstammung etc. und da gehört er nun mal nicht hin, da es keinerlei Belege für “Menschenrassen” gibt. Es wird aber suggeriert, dass der Begriff gleichwertig wie z.B. nach Geschlecht oder religiösen Anschauungen Menschen differenzieren kann.

      Ich würde mich ebenfalls über die Aufnahme des Themas in die Sendung freuen!

      Lieben Dank für die gute Anregung!

      • Ich kann mich hier nur meinen Vorrednerinnen anschließen und würde mich sehr freuen, wenn das Thema in eine der folgenden Sendungen aufgenommen wird.

  95. SUV:
    Zitat aus der Folge – Minute 51 : Thema Pelz tragen im Vergleich zu SUVs fahren: “Heute, muß man sagen, sind Nerze kaum noch zu tragen. Also wenn man jetzt irgendwie Filmstar ist, oder so, dann mag das noch OK sein.” – Na, merkt ihr selber oder?
    Eure Idee vom freundlichen Ansprechen. Ist ja echt süss. Ich fürchte nur das der Dritte der einen wildfremden SUV-Fahrer an einem Tag anspricht keine freundliche, sachliche und eloquente Diskusion als Antwort bekommt. Sondern ein schlecht gelauntes “HALT´s MAUL !”. Was bei weiteren Ansprachen passiert ist vom Charakter des SUV Fahrers abhängig. Hier nur der Tipp: Behaltet den Fahrradhelm auf. Fragt doch einfach mal bei den Zeugen Jehowas nach, warum die nicht offensiver auf die Leute zugehen!
    Wenn ihr in eurem Podcast einfach nur dazu aufrufen würdet keinen SUV zu kaufen, kein Fleich zu essen, keine Flugreisen zu machen und nicht im Internet zu surfen ist das jedem Selbst zu überlassen ob er sich daran hält. Alle anderen die sich an die Gesetzte halten haben ein Recht das unbehelligt zu tun. So geht Demokratie und Liberalität.

  96. Lieber Philipp, lieber Ulf

    danke für eure Sendung, ich finde es auch legitim, SUV-Fahren öffentlich anzuprangern, da es in vielen Fällen einfach unnötig ist.
    Dazu möchte ich noch etwas hinzufügen, es geht jetzt nicht umbedingt um den Fahrzeugtyp SUV, aber in eine ähnliche Richtung:
    Ich habe in der Satire-Sendung “extra 3” einen interessanten Beitrag zum Thema CO2-Ausstoß von Politiker-Dienstwagen gesehen (https://daserste.ndr.de/extra3/Realer-Irrsinn-Klimaschutz-mit-dickem-Dienstwagen,extra16726.html)
    In der Sendung wurde gezeigt, wie die frühere Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorprommern u.a. in ihren Reden für das Klima einsetzen wollte, aber ihr Wagen fährt mit Diesel und überschreitet die CO2-Grenzwerte.
    Es gibt auch eine Übersicht der Dienstwagen der Bundesminister aus dem Jahr 2018, welche von der Deutschen Umwelthilfe erstellt wurde: https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Verkehr/Dienstwagen/2018/Dienstwagen-Umfrage_Bundesminister_180813.pdf

    Ich finde, man sollte das Verhalten von Politikern auch anprangern. Alle Parteien springen jetzt auf den Klimaschutz-Zug, weil es so ein Krisen-und Trendthema ist.
    Dabei sollte man auch mal hinterfragen, welche Autos von Politikern gefahren werden und ob das nötig ist. Die meisten fahren erschreckenderweise mit Diesel…
    Ich finde es einfach überhaupt nicht glaubwürdig. Vielleicht könnt ihr das auch mal in euren Podcast aufnehmen, wenn es um den Klimaschutz geht.

    Viele Grüße

    • 1.) Diesel sind CO2-sparsamer als Benziner. Das Problem beim Diesel ist der Feinstaub. Das ist für Menschen mit Atemwegserkrankungen (Asthma) sehr schlecht. Darum sind Diesel in der Stadt eine Belastung. Auf der Autobahn sind sie in aller Regel etwas besser als Benziner.

      2.) Ich finde man sollte generell viel weniger das Verhalten von Einzelnen anprangern.
      a) Gesellschaftliche Probleme sollten auf politischer Ebene beantwortet werden und nicht auf der Ebene individueller moralischer Überzeugung
      b) Es ist sehr angenehm die Schuld am Klimawandel den SUV-Fahrerinnen, den Fleischessern, den Vielfliegerinnen, den Palstiktütenbenutzern und den privaten Sauna-Besitzern zuzuschieben. Die Wahrheit ist aber, dass wir ALLE in Deutschland viel zu viel CO2 und andere Klimagase ausstoßen. Jede(r) von uns! Anprangern lenkt nur von der eigenen Verantwortung ab und verstellt den Blick auf das große Ganze.

  97. Hallo Philip und Ulf,
    ihr sprecht diesmal wieder das Thema “Neutralität” in der journalistischen Arbeit/Berichterstattung an. Ein ähnlicher Begriff hier für ist ja “Objektivität” (siehe z.B. auch Auftrag des öffentlichen Rundfunks). Ich bin der Überzeugung, dass wir uns von diesen Begriffen, die in keiner Weise erreichbar sind verabschieden sollten. Wenn über etwas berichtet wird, spielt immer das Werteverständnis der schreibenden Person, Berichterstatters oder auch Algorithmus (in dem Fall des Programmieres) eine Rolle. Was wird überhaupt berichtet, welche Wortwahl wird getroffen, wie ausführlich wird berichtet, was wird evtl. weggelassen, wer wird zitiert etc.. Es kann (und darf) keine neutrale oder objektive Berichterstattung geben. Es ist wichtig, dass klar wird wo das “Medium” steht und wir als “Empfänger” können Position dazu beziehen. Gut ist natürlich euer Ansatz, fair und ausgewogen berichten zu wollen.
    An der Stelle möchte ich auf perspective-daily.de hinweisen, kennt ihr wahrscheinlich. Falls ihr mal über das Thema “objektive” Berichterstattung diskutieren möchte, kann ich Euch einen Austausch mit Maren Unger sehr empfehlen! Auch zum Beispiel über das Thema, dass unsere Wahrnehmung durch die Berichterstattung häufig zu stark negativ eingefärbt wird.
    Viele Grüße
    Michael

  98. Man muss die Panzer-Fahrer ja nicht unbedingt ansprechen, mir würde es schon ausreichen, wenn auf dem Supermarkt-Parkplatz eine Kindergartengruppe die Fahrer von Q7, X6 M, Touareg, Kodiaq & co mit lauten Buuh-Rufen brgrüßen würde ;-)

  99. Hallo aus Düsseldorf,

    Entwaldung: MIssverständnisgefahr durch Kontext. Euren Ausführungen der Folgen von Entwaldung – Bodenerosion, Versteppung, etc. – folgt die Ausführung, man könne (sinngemäß) “Entwaldung zurückfahren”. Im Kontext entsteht der Eindruck, die Folgen(!) – seien durch lenkende Maßnahmen nacheislich reversibel. Tatsächlich wird aber nur dargelegt, die Entwaldung, also der VORGANG, nicht das Resultat, könne reduziert werden. Also: Es wird nur um 80% langsamer entwaldet, Savanne bleibt Savanne. Keine Entwarnung.

    Zum Thema SUV ist ja schon alles gesagt, aber nicht von jedem: Ich fahre keinen, aber ich kann es wirklich nicht mehr hören. Es ist grotesk und lachhaft, wie man sich hier auf ein Detail eingeschossen hat und einen Popanz aufbaut – nicht nur durch euch, sondern viele öffentliche Äußerungen. Die Verunsachlichung und Übertreibung erreicht das Gegenteil: Sie nutzt sich ab und bietet Gelegenheit, das Ganz als neidgesteuert zu diffamieren.

    Außerdem, eine sprachliche Kleinigkeit: In zurückliegenden Ausgaben (und zwar mehreren!) war immer mal wieder die Rede vom “CO2-Verbrauch”, und man solle darauf hinwirken, nicht so viel “CO2 zu verbrauchen”. Gemeint ist natürlich das Gegenteil. Es wäre ja schön, wenn wir es verbrauchen würden… :-)

    Grüße
    Michael.

  100. Hallo zusammen,
    zum Thema Regenwald war vor etwa einem Monat ein Artikel in der Zeit, in dem auf das Potential des Regenwalds für medizinische Wirkstoffe hingewiesen wurde. Leider blockiert Brasilien sich da wohl selbst, die Forschungsinstitut siechen wohl eher dahin.
    Das könnte doch eine Einnahmequelle werden und zugleich könnte Brasilien “seinen” Regenwald nutzen.

    Zum Thema Rindfleisch bzw. Einfuhr aus Südamerika:
    Ich finde es bedauerlich, dass vor allem die Nachfrage das Problem lösen soll. Das ist sicher eine Möglichkeit. Mir fehlt aber Aktivität seitens des Staates bzw. der Gesellschaft:
    Wenn für uns als Gesellschaft klar ist, dass der Konsum von Rindfleisch aus Südamerika nicht gut zu verantworten ist, könnten wir doch Maßnahmen dagegen einleiten. Zölle bzw. Steuern wären eine Möglichkeit, bis hinzu Einfuhrverboten.
    Gäbe es noch andere?

  101. Treibhausgas durch Rindfleisch

    Hi, ihr habt letzte Folge davon geredet, dass man lieber Bio-Rindfleisch aus Brandenburg essen sollte als aus Brasilien. Es ist sicherlich eine gute Idee auf Rindfleisch aus Argentinien und Brasilien zu verzichten, allerdings habe ich mich in letzter Zeit mit dem Klimaimpact verschiedener Lebensmittel auseinander gesetzt und scheinbar ist Bio-Rindfleisch mitnichten klimafreundlicher. Stellt euch mal vor wie viel Nutzfläche gebraucht würde und wieviel mehr Rinderpupse in die Atmosphäre gelangen, käme die ganze Welt auf die Idee Bio-Rindfleisch zu essen. Da kann man dann gleich ganz Brasilien zum Ackerland umfunktionieren. Hier eine wissenschaftliche Metaanalyse, die zu einem ähnlichen Schluss kommt:

    https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/aa6cd5/meta?gridset=show

    Wenn einem das Klima am Herzen liegt, sollte man also am besten gar kein Rindfleisch essen. Und auch wenn ich eure generelle Kritik am SUV-Fahren teile, ist es vielleicht nicht so klug sich als Rindfleischesser so weit aus dem Fenster lehnen und mit dem Finger auf andere zu zeigen.

    Ansonsten: Die Lage war mal wieder exzellent, wie immer eigentlich.

    Ein kleiner Vorschlag noch als Bonus für Abonnenten oder auch alle Hörer: Es wäre super, wenn man über eine Suchfunktion alle Beiträge zu einem Thema findet und Nachhören kann ohne sich durch etliche Lagen zu wühlen.

  102. Zum Freihandelsabkommen mit Brasilien:
    Es stimmt, dass da Umweltschutzregeln vorgesehen sind, die lesen sich auch sehr nett. Allerdings gibt es keinerlei Möglichkeit zur Bestrafung, wenn ein Land diese Regeln missachtet, was Bolsonaro offensichtlich vorhat. Insofern ist die deutsche Behauptung, hier Einfluss nehmen zu wollen, eine Nebelkerze. Das größte Druckmittel, das Europa hat, ist das Abkommen zu blockieren, wie es Frankreich und Irland tun. Es geht Deutschland nicht um Einfluss auf den Schutz des Regenwaldes, sondern um einen Exportmarkt für Autos und Maschinen.
    Mit dem Abkommen kann Brasilien übrigens unter anderem eine bestimmte Menge Rindfleisch zollfrei in die EU exportieren, es ist also bezüglich der Brandrodungen nicht mal neutral, sondern fördert sie sogar.
    Ob die EU auf deutschen Druck hin so ein im Endeffekt umweltfeindliches Abkommen schließen wird, finde ich eine weitaus wichtigere Frage als Konsumentscheidungen von Privatpersonen. Wir kommen nicht weiter, wenn wir uns alle gegenseitig vorwerfen, was wir für schlechte Menschen sind, weil wir Fleisch essen/SUV fahren/in den Urlaub fliegen etc. Wichtig ist, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzt und zwar eben nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen, die bei solchen Moral-Debatten immer fein raus sind. Das passiert zu wenig, zu spät und zu lückenhaft, wie das Handelsabkommen halt mal wieder zeigt.

  103. Hallo Ulf und Philipp,
    Artenvielfalt: weshalb die Artenvielfalt so enorm wichtig ist, ist das Gleichgewicht im ökologischen System. Angenommen ein paar Mücken im Urwald sterben aus. Diese Mücken sind aber Hauptnahrungsquelle von Vogel A. Vogel A muss sich eine neue Nahrung suchen oder sein Bestand wird einfach direkt minimiert. Angenommen Vogel A hat Glück und findet eine neue Insektenart (Insekt B), die er fressen kann. Nun hat Insekt B aber das Problem, dass er schon von Frosch C sehr gerne verspeist wird. Er hat nun also deutlich mehr Feinde. Es gibt immer weniger Insekten B, Vogel A und Frosch C haben ein Problem sich zu ernähren. Außerdem ist Insekt B aber auch unabdinglich für die Bestäubung vieler Pflanzen. Auf Dauer wird es diese Pflanzen also nicht geben. Wenn diese Pflanzen als Nahrungsmittel für beispielsweise Affen oder andere Tiere dienten, haben wir das erste Problem. Das andere Problem ist, dass die Pflanzenvielfalt im Wald abnimmt, der Boden von einer (bald) Monokultur ausgelaugt wird. Das Waldsterben geht weiter, der Lebensraum der Tiere geht verloren, immer mehr Tiere sterben. Man könnte jetzt natürlich sagen:”was interessiert uns Menschen das?”. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf uns: die Folgen bspw eines Nichtvorhandenen Regenwalds habt ihr in dieser Folge erläutert. Es gibt noch ziemlich viele indigene Völker, die im Wald leben – deren Lebensraum und -grundlage wäre zerstört. Hinzu kommt der Wegfall einiger Nahrungsquellen für den Menschen.
    Was ich sagen will: unser Ökosystem ist ein Gleichgewicht. Ein bisschen Artensterben kann es vielleicht noch wegstecken. Irgendwann gerät es aber aus den Fugen, die Waage kippt und wir haben ein Problem.

    SUV-Fahrer: dass sich hier viele stark auf die Füße getreten fühlen, sich stark aufregen und vor allem selbst rechtfertigen, ist für mich eher ein Zeichen, dass sie sich irgendwo doch betroffen fühlen durch die Kritik. Wenn man sich nichts zu Schulden hat kommen lassen, ist das Rechtfertigungsverlangen direkt kleiner, oder nicht? Ich esse beispielsweise gerne Fleisch. Ich weiß, dass das aus Umweltsicht nicht so toll ist, auch wenn es nach Möglichkeit bio ist. Ich möchte darauf nicht verzichten (oh seht ihr, ich fange schon an, mich zu erklären und rechtfertigen für meinen Fleischkonsum), schaue dann in anderen Lebensbereichen (Müll, Wiederverwertung, Kleidung) umso mehr auf einen möglichst umweltfreundlichen Lebensstil.
    Ich finde es übrigens super, wenn ihr Handlungsvorschläge (vielleicht nicht direkt Appelle) gebt. Ob man die befolgt, bleibt dann ja jedem selbst überlassen. Ich finde es interessant, dass sowas direkt angegangen wird. Ihr seid ja wohl keine Götter (sorry :D) deren Worte die einzige, allgemeingültige und alles bestimmende Wahrheit sind. Wenn mir ein Handlungsvorschlag von euch nicht gefällt, dann denk ich mir halt:”kann man machen, werde ich nicht tun.” Oder auch:”eeehm… nein.”. Es ist bezeichnend für unsere heutige Zeit: bloß nicht selbst Kopf an, jemand hat gesagt “mach das”, also macht man es. Auch wenn es total sinnfrei ist. Und fällt einem auf, dass die Anweisung blöd war, ist man selbst niemals Schuld.

  104. Vielen Dank für den wiedermals gute Podcast! Es freut mich zu hören, dass ihr euch mit den Kommentaren auseinander setzt.
    Ihr habt das Thema ‘wie redet man mit Nazis’ angeschnitten und das würde mich sehr interessieren. Könntet ihr in einer zukünftigen Folge darauf näher eingehen?
    Sollte man mit jemanden über demokratische Werte und Menschenrechte diskutieren, wenn derjenige diese Werte nicht teilt? Sollte man versuchen sie zu überzeugen und wenn ja, wie? Was sind faktisch die Vorteile von Menschenrechten/Demokratie (vor allem im Vergleich zu Sicherheit und Wohlstand)? Bezüglich dieser Fragen, wie sollten wir mit Deutschen diskutieren, wie mit anderen Nationen? Weshalb sollte Deutschland für Menschenrechte im Ausland eintreten?

    Ich stelle mir diese Fragen in letzter Zeit sehr oft, und gerate oft in Diskussionen. Für mich ist es offensichtlich, dass Menschenrechte und Demokratie gut sind, deshalb tue ich mich schwer mit Menschen zu reden die das anders sehen. In meiner Situation geht es nicht um Nazis, sondern um China, also mehr internationaler Kontext. Dennoch in beiden Fällen geht es um fundamental verschiedene Werte und mich würde interessieren, wie wir damit umgehen können.

  105. Hallo Ulf und Philip,
    Hier ein kleiner Hinweis, falls Ihr in einer der nächsten Folgen das Höcke Interview behandeln wollt. Eine wirklich sehr lesenswerte Analyse, die den Nazi Höcke sehr treffend als das demaskiert, was er wirklich ist: ein Nazi-Ideologe

    https://mobile.twitter.com/Natascha_Strobl/status/1173673990788964352

  106. Lieber Ulf, lieber Philip,

    ich bin Lage-Hörer seit vielen vielen Episoden. Und ich habe in der Zeit mit euch unglaublich viel gelernt, meinen Horizont erweitert und hin und wieder sogar gelacht. Seit einiger Zeit spüre ich jedoch eine Veränderung. Früher habe ich der Lage Montag früh auf dem Arbeitsweg fast entgegengefiebert, mittlerweile höre ich sie hin und wieder nicht einmal mehr. Ich rege mich zu oft auf.

    Ich verstehe, dass dieses Format, auch in der Art und Weise nicht hundertprozentig objektiv sein kann. Und ich verstehe auch, dass ihr eure Meinung zum Ausdruck bringt. Das schätze ich sehr, auch wenn ich sie nicht immer teile. Aber als ihr angefangen habt gegen SUV-Fahrer zu „hetzen“, diese pauschal zu stigmatisieren und dann auch noch aufrieft aktiv zu werden, war mir das zu viel. Ich habe bereits letzte Woche überlegt zu kommentieren, wie es viele andere auch taten. Nachdem ihr euch diese Woche mit der Kritik auseinandergesetzt habt, was ich ebenfalls sehr respektiere, brennt es mir auf der Seele doch etwas zu schreiben. Natürlich habt ihr gesagt, dass ihr den Appell teilweise bereut… nachdem ihr noch Tipps gegeben habt, wie man die Leute richtig ansprechen soll.

    Ihr habt inhaltlich recht, dass ein SUV mehr Schadstoffe ausstößt als andere Fahrzeuge, mehr Kraftsoff und Platz verbraucht. Und dennoch frage ich mich, ob es der richtige Ansatzpunkt ist, hier so ein Gewicht drauf zu geben und alle Fahrer pauschal zu verurteilen. Daran, wie sehr ich mich angegriffen fühle, merkt ihr sicher, dass ich SUV-Fahrer bin und mich nicht in die Kategorie der rücksichtslosen und Umweltschänder zähle, denen alles egal ist. Ich habe einen eScooter im Büro für Kurzstrecken in der Stadt, ich nutze für lange Strecken fast ausschließlich die Bahn, ich kaufe bewusst und ökolosch meine Nahrungsmittel ein, ich heize mit Erdwärme, habe eine Photovoltaikanlage und wähle grün. Trifft das pauschale Urteil über SUV-Fahrer wirklich alle?

    Ich frage mich auch, ob mein SUV wirklich schädlicher ist als der alte Astra den mein Nachbar fährt. Ist mein SUV mit all den Assistenzsystemen wirklich gefährlicher als die ganzen alten VW Busse, die ich in der Stadt sehe? Sollten wir auch Menschen mit Oldtimern ansprechen? Oder Leute auf Zwei-Takt-Motorrädern? Wie steht es um die ganzen Fahrer von Autos aus den 90ern? Alte Transporter?

    Ihr habt in den letzten Monaten und Jahren viele wichtige und bedeutsame Themen behandelt. Den Rechtsruck in der Gesellschaft, Ausländerfeindlichkeit, Kriminalität, Diskriminierung, gesellschaftliches Ungleichgewicht und vieles anderes mehr. Nirgends habt ihr ein solches Statement gesetzt bei SUVs. Unabhängig davon, dass euch euer Erfolg Rückenwind und Selbstvertrauen gibt, frage ich mich tatsächlich ob die Priorisierung genau hier und nicht bei anderen Themen einen Punkt zu machen eine überlegte und reflektierte Entscheidung war. Wenn ihr euch dazu bekennt Aktivismus zu fördern, dann geht es zukünftig nicht mehr nur darum was ihr sagt, sondern auch was nicht. Gegen AfD und SUVs. Sind die anderen Themen auf der Agenda nicht so wichtig? Oder ist es bei den beiden Themen dann doch eher was Persönliches?

    Lieber Ulf, lieber Philip, ich schätze eure Meinung und euer Erfolg gibt euch recht. Ich denke aber auch, dass er euch verändert. Ich hoffe nicht, dass er der Lage ihren Charakter nimmt und ihr sie zu eurer persönlichen politischen Plattform macht. Das wäre schade.

    Auf bald,
    Chris

    • Guter Punkt, Chris!

      Auch da geht es meiner Meinung nach darum, wie ein juste Milieu sich ein gutes Gefühl verschafft.

      Eine kleine Gruppe „SUV-Fahrer“ wird zu Sündenböcken abgestempelt. Sinnarme Maßnahmen, wie diese dann in ein Gespräch zu verwickeln, verschaffen dann dem juste Milieu dass Gefühl auf der richtigen Seite zu stehen und etwas Gutes getan zu haben.

      Wie das funktionieren soll, ist zweitrangig. Da SUV-Fahrer, ja ihrem Wesen nach asozial (das Wort fiel in der Folge) und egoistisch sind, kann eigentlich niemand glauben, die Ansprache durch wildfremde Menschen würde das Wesen dieser Feinde verändern.

    • “…ich SUV-Fahrer bin und mich nicht in die Kategorie der rücksichtslosen und Umweltschänder zähle, denen alles egal ist. Ich habe einen eScooter im Büro für Kurzstrecken in der Stadt, ich nutze für lange Strecken fast ausschließlich die Bahn, ich kaufe bewusst und ökolosch meine Nahrungsmittel ein, ich heize mit Erdwärme, habe eine Photovoltaikanlage und wähle grün. Trifft das pauschale Urteil über SUV-Fahrer wirklich alle?”

      In diesem Fall trifft es jedenfalls auf geradezu idealtypische Weise zu:
      Der grün wählende SUV Fahrer, der gerne bio Lebensmittel einkauft, ist das SUV Fahrer Klischee schlechthin. Neuerdings gehört zum Klischee natürlich noch der eScooter. Symptomatisch schließlich, dass man sich selbst natürlich nicht in die Kategorie der Rücksichtslosen zählt, denn man ist ja einer von den Guten und wählt Grün.

      • Ich finde diese Unterteilung in “gut” und “nicht gut” total unpassend.

        Die Klimakrise ist ein weltweites uns alle betreffendes Problem. Die Verantwortung bei den SUV-Fahrer*innen zu suchen, verstellt den Blick auf das große Ganze.
        Die meisten Menschen, die sich um klimaschonendes und umweltbewusstes Verhalten/Konsumieren bemühen, sind nicht perfekt.
        Heizen und Strom, Ernährung, Mobilität, Müll … Kaum jemand ist in allen Bereichen emissionsfrei. Anstatt auf Menschen herumzuhacken, weil diese in einem Bereich nicht umweltschonend agieren, sollten wir lieber
        1.) dankbar sein für all die Male, in denen sie sich pro-Umweltschutz/Klimafreundlichkeit entschieden haben
        2.) die Politik verpflichten, dass “Gutes-tun einfach wird”

        • Hallo Anna Herbermann,

          zu dem, was Du unter 2) schreibst: Meine volle Zustimmung. Meine Einschätzung ist nur die, dass die Zeit inzwischen so weit fortgeschritten ist, dass das alleine nicht ausreicht. Die Politik schwört seit den 90ern in jeder Sonntagsrede von konservativ bis liberal, dass der Planet schätzens- und schützenswert ist und hat seit dem viel, viel zu wenig unternommen.

          Es kann selbstverständlich natürlich nicht darum gehen “auf Menschen herumzuhacken”, wie Du schreibst. Aber warum fällt es uns als freie Bürger, ausgestattet mit Verstand und gesellschaftlich gesehen mit dem besten Wissen, das die Menschheit je hatte, immer noch so schwer, unseren Energiebedarf ohne Kohlenstoff-Verbrennung hinzubekommen. Liegt das nur an den Politikern?

          Das kann eigentlich nicht sein, denn die Politiker sind von uns gewählt.

          Mein Eindruck ist eher der, dass jeder Einzelne von uns, es sich in unserer Wohlstandsblase viel zu bequem eingerichtet hat und keiner bereit ist, auf irgendeine Annehmlichkeit oder Wohlstandsprivileg zu verzichten oder wenigstens zu verändern. Das ist menschlich und verständlich.

          Zur Veränderung gehört einerseits selbstverständlich politisches Engagement. Andererseits aber auch, dass man aufhört, sich selbst vorzulügen, dass das eigene Verhalten keinerlei Konsequenz nach sich ziehen würde.

    • Hallo Chris,

      mich würde interessieren, was denn Deine Motivation war, einen SUV zu kaufen/zu fahren.

      Versteh’ mich nicht falsch, aber Dein Beitrag wirkt auf mich ein wenig so, als wärst Du der Auffassung, dass am Anfang gar nicht Deine eigene Entscheidung für ein solches Fahrzeug gestanden hätte. Anmerkung: Das ist jetzt keine Unterstellungen mir.

      Na klar, man kann immer andere finden, die ähnliche oder vergleichbare Verhaltensweisen aufweisen, aber diese Leute müssen sich an der Stelle halt die gleiche Frage gefallen lassen.

      Am Ende geht es m.E. um die eigene Verantwortung, nicht um Shaming oder gar um Hetze (letzteres halte ich für völlig absurd). Verantwortung fängt ja nicht erst vor Gericht oder mit der Gesetzgebung an. Ich gebe Dir recht, die Debatte beschränkt sich natürlich nicht ausschließlich auf das SUV-Fahren, schließt dieses aber eindeutig ein. Wer in unseren Tagen innerdeutsch fliegt, eine Kreuzfahrt unternimmt, einen alten VW-Bus oder, ja, einen SUV fährt oder Vergleichbares unternimmt, muss sich meinen Augen wenigstens selbst gegenüber die Frage beantworten, was ihn oder sie dazu bewegt, und welche guten oder schlechten Gründe dafür vorliegen. Denn in den seltensten Fällen sind wir dazu gezwungen. worden Und wir wissen seit 40 Jahren um die Auswirkungen. Das ist m.E. die Essenz von Freiheit.

  107. Lieber Philip, lieber Ulf,
    Das ganze SUV Thema ist doch eine typische deutsche Kleingeisterei. Finde ich schon fast lächerlich. In keinem anderen Land würde sowas in dem Rahmen so diskutiert werden. Trotzdem Respekt und Danke das Ihr das Feedback in dieser Folge doch so ausführlich thematisiert habt. Ich bin trotzdem noch sehr irritiert über das ganze Thema. Den Aspekt der Unfälle/Sicherheit habt ihr ja mehr oder weniger wieder relativiert und beim Thema Umwelt gibt es deutlich wichtigere Themen zu diskutieren wie den bösen reichen SUV Fahrer.

    Den Aufruf zum ansprechen von SUV Fahrern aus der letzten Folge fand ich auch extrem grenzwertig. Was geht es euch an was jemand für ein Auto fährt? Klar kann man das machen, die Aufforderung finde ich im Rahmen eures Podcasts aber extrem fehl am Platz. Würdet ihr auch empfehlen sich mal an den Frankfurter Flughafen in den Departure Bereich zu stellen und dort Leute ansprechen ob es denn wirklich sein muss jetzt zu fliegen? Man kann auch den Elektro-Auto Fahrer fragen, wie er es sich mit sich vereinbaren kann, dass er mit seiner Lithium Batterie jetzt den Menschen in Chile die Lebensgrundlage raubt. Das kann man jetzt auf jedes beliebige Thema ausweiten. Von daher finde ich das schon etwas heuchlerisch. Man kann bei jedem in Industrieländern lebenden Menschen etwas finden was man (umwelttechnisch) moralisch verurteilen kann – wir alle leben mit einem zu grossen Umwelt-Fussabdruck und zwar nicht nur die SUV Fahrer.

    Es mag ja durchaus sein, das es innerhalb einer Grossstadt nicht unbedingt praktisch ist einen der riesen SUVs zu fahren, aber das sollte ja dem Fahrer überlassen sein ob er das auch so sieht.

    Das die Autos nicht unbedingt umweltfreundlich sind mag auch sein, aber wo ist dann euer Aufschrei über die katastrophalen Umweltkonsequenzen der deutschen “Energiewende”? Das ganze kostet im moment geschätzte $36 Milliarden Dollar pro Jahr mit dem Effekt, das Deutschland nun einen 12x so hohen CO2 Ausstoss bei der Energieerzeugung hat wie Frankreich bei über 20% gestiegenen Stromkosten [1,2]. Sowas sollte man mal thematisieren und nicht die paar SUV Fahrer, die sind dagegen nämlich umwelttechnisch ein Tropfen auf den heissen Stein.

    [1] https://www.forbes.com/sites/michaelshellenberger/2019/05/06/the-reason-renewables-cant-power-modern-civilization-is-because-they-were-never-meant-to/#5fc217a7ea2b
    [2] https://www.forbes.com/sites/michaelshellenberger/2018/09/11/had-they-bet-on-nuclear-not-renewables-germany-california-would-already-have-100-clean-power/#1079f04ee0d4

  108. Da sich nun gefühlt nur all die äußern, die sich von dem SUV-Shaming angegriffen fühlen, möchte ich da auch kurz was zu sagen:
    Was bringt es denn sich mit seinen grünen Freunden gemeinsam darüber aufzuregen. Die Debatte muss doch gerade mit denen geführt werden, die UNNÖTIGER WEISE eine CO2 Schleuder fahren. Das muss ja nichtmal heißen diese Personen in Rechtfertigungszwang zu versetzen. Im kleinen Anfangen: Hier und da mal ein aufklärender Kommentar, einfach um zu zeigen, dass eben nicht die ganze Gesellschaft dich für einen geilen Macker/Queen der Stadt hält, wenn du das dickste Auto fährst.

  109. Brexit
    Hallo, eigentlich schreibe ich keine Kommentare aber beim Thema Brexit mache ich mal eine Ausnahme.
    Denn ich bin der Meinung das ein harter Brexit der beste Ausgang für die aktuelle Situation wäre. Ja für die Engländer wird es erst einmal Hart, aber noch ein mahl 2 Jahre so weiterzumachen wie bisher (was mit dem Abkommen passieren würde), ist viel schädlicher.
    Es hilf auch nicht ständig mantrahaft zu widerholen, dass das Referendum eine dumme Idee war, die Wahl beeinflusst wurde, die Bevölkerung belogen wurde etc. dazu kann ich nur sagen PECHGEHABT. Wahlwerbung gab es schon immer, ja im digitalen Zeitalter kann man die Werbung perfekt an seine Zielgruppe anpassen, aber es bleibt Wahlwerbung. Wahlen in der EU sind in der Regel frei, das Heist man muss auch akzeptieren nicht zur Wahlzugehen oder sich nicht zu informieren, sind beides legitime Entscheidungen der Wähler, man könnte den Wählern natürlich diese Möglichkeit nicht zusprächen, dann Brauchen wir aber auch keine Wahlen mehr. Dazu kommt wäre das Referendum nicht so ausgegangen würde keiner mehr darüber diskutieren ob die Wahl beeinflusst worden ist oder nicht.
    Kommen wir zur Wirtschaft, Kontrollen, Zölle oder eine Erhöhung der Lieferzeit ist alles kein Problem, ja der Aufwand wird etwas steigen aber sein wir ehrlich, wir bekommen es hin mit fast allen Nationen der Welt zu handeln und nun soll es mit einer kleinen Insel nicht klappen. Das viel größere Problem ist die aktuelle Situation, man kann einfach nicht planen, den man kann einfach nicht sagen wie die Situation in 1, 2, 4, ? Jahren aussieht. Kommt nun der Bardit Diehl geht es noch zwei Jahre so weiter.
    Bei einem harten Brexit gibt es Klarheit, am Anfang wir es etwas chaotisch aber der Pegel sich alles ein und von da an kann ich planen und auch wieder investieren.

    Aber hart, soft oder kein Brexit eine Entscheidung muss getroffen werden. Es ist einfach nur noch lachhaft wie sich die Politiker darum drücken, nur weil keiner dafür verantwortlich sein will.

    • Ein harter Brexit bedeutet das Karfreitagsabkommen aufzukündigen, mit dem 1998 der Bürgerkrieg in Nordirland beendet wurde:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Karfreitagsabkommen
      https://youtu.be/6Ejga4kJUts

      • Ja das mag sein, es macht aber keinen sin nur wegen des Karfreitagsabkommen die wirtschaft so gegen die wand zufahren. Vor allem da es noch nicht ein mahl sicher ist das der Konflikt wider ausbricht, sollte er wider ausbricht hat die EU einen noch größeren hebel um eine Lösung mit London zu finden.

        Deswegen harter Brexit, dann schaut man sich die Situation an und sobald Probleme auftreten kann man Situation bedingt handeln, Auf Grund von Befürchtungen und annahmen zu handeln macht bei so einem komplexen Thema keinen sin.

        • Dann schauen wir doch mal in die “The Police Service of Northern Ireland’s security statistics” für September 2018 bis August 2019: – https://www.psni.police.uk/inside-psni/Statistics/security-situation-statistics/

          * 3 security related deaths
          * 16 casualties of paramilitary style shootings.
          * 66 casualties of paramilitary style assaults,
          * 13 bombing incidents … and 38 shooting incidents

          Zum Vergleich: Nordirland hat etwa 100000 Einwohner mehr als Hamburg, und ist ca 20% kleiner als Schleswig-Holstein.

          Das ist natürlich völlig harmlos im Vergleich zu vor 25 Jahren, und abgesehen von einigen Ausnahmen (wie der vor einem halben Jahr von der New IRA getöteten Journalistin) hört man auch nichts davon. Aber der Konflikt ist nicht gelöst, er schwelt nur auf niedrigem Level weiter.

          Vor allem da es noch nicht ein mahl sicher ist das der Konflikt wider ausbricht, sollte er wider ausbricht hat die EU einen noch größeren hebel um eine Lösung mit London zu finden.

          Wie heißt es so schön: “Man kann frei wählen, wann man einen Krieg beginnt, aber nicht wann man ihn beendet.” Bis zum Karfreitagsabkommen hat es über 10 Jahre gedauert, und dann hat es nochmal 29 Tote gebraucht, damit es auch wirklich umgesetzt wurde. Die EU mag einen großen Hebel gegen London haben, aber welchen Hebel hat sie gegen die Nationalisten und Loyalisten in Nordirland?

  110. (Doppelpost aber ich habe aus Versehen zusammenhangslos unter einen anderen Kommentar geantwortet)

    Ein Handlungsansatz bzgl. des Regenwaldes, mit anderer Stoßrichtung als der von euch vertretenen:
    Die Welten-Gemeinschaft aka die Industrienationen zahlt für den positiven Effekt des Regenwaldes an Brasilien & Co.
    Und zwar spürbar.
    Dann bekommt die Klima-Resource „Wald“ plötzlich einen ökonomischen Wert und die Länder werden sie entsprechend wertschätzen.

    Und ich meine keine Subventionen, Spenden oder gar Pacht oder Kauf.
    Für den positiven Nutzen eines Quadratmeters Regenwald auf das Klima sollte doch ein Preis gefunden werden können, der gezahlt wird, falls dieser von Brasilien dafür zur Verfügung gestellt wird.

  111. Als großer Fan der LdN seit bereits 2016 bin ich enttäuscht, dass Ihr Euch in diese moralisierende, faktisch reduzierte und populistisch-polemische SUV-Sackgasse manövriert habt, mit großer Wahrscheinlichkeit für’s Landen in irgendeiner Doppelmoral (Euer Einknicken – nur keinen weiteren Appell starten! – gegenüber dem Fleischkonsum finde ich als Vegetarierin dann eigentlich auch unerträglich).

    Ich habe einen SUV (und weil Ihr es ja so wichtig findet, dass man sich dafür rechtfertigt, aber auch um zu sagen, ich habe das reflektiert: Ja, ich habe über die Anschaffung lange nachgedacht, mein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis aufgrund von Erfahrungen in der Vergangenheit bringen mich dazu. Ich benutze aber meist das Fahrrad, aus Umweltgründen, und das Auto nur wenn es sein muss und auf langen, gefährlicheren Strecken). Soll ich mich nun gegenüber Fleischessern (die dafür vermutlich weniger gute Gründe haben als ich für meinen SUV) auf dem Parkplatz vorm Supermarkt rechtfertigen? Weil Ihr dazu aufruft? Das erinnert an Hexenjagd.

    Mir als Vegetarierin habe ich es auferlegt, nie jemanden zu missionieren in Sachen Fleisch. Oberlehrerhafte Belehrungen à la am-deutschen-Wesen-soll-die-Welt-genesen finde ich grundsätzlich unerträglich, unwürdig, und es fördert nur die Spaltung zwischen den Menschen.

    Wer frei von Schuld ist werfe den ersten Stein. Aufgrund des Gehörten vermute ich, Ihr habt keine SUVs. Aber Ihr esst Fleisch, vielleicht nur manchmal (Fleisch ist jetzt aber auch nur ein Besipiel für vieles, über das man moralisieren könnte). Träfen wir uns jetzt auf besagtem Parkplatz, sollten wir dann diskutieren, ob Euer manchmal-Fleisch-essen mehr oder weniger schlimm ist als mein nur-wenn-es-sein-muss-SUV-fahren?

    Schön an der LdN fand ich bisher immer (und dafür mein herzlicher Dank!) Eure Einordnung ins Big Picture und ich finde, da liegt Eure Stärke, was Euch wundervoll unterscheidet, einzigartig macht, und wo ich Eure Expertise extrem schätze. Gut gemeinte, moralisierende, missionarisch-eifrige Überzeugungspredigten/-appelle finde ich da eher befremdlich, suche und erwarte ich nicht von der LdN.

    • “mein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis aufgrund von Erfahrungen in der Vergangenheit bringen mich dazu”

      Und wenn dann alle dieses Sicherheitsbedürfnis haben, dann ist es auch wieder egal (dann könnten auch alle einen Wagen der Golfklasse fahren)… nur für die ungeschützten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger/Kinder, Radfahrer etc. steigt das Risiko bei einer Unfallbeteilugung extrem :-(

  112. 16. September 2019 um 22:55 Uhr
    Sebastian Schneider

    Liebe Grüsse aus Chile, ich möchte hier zur Diskussion über Freihandelsabkommen mit Ländern der zweiten und dritten Welt beitragen und würde mich freuen wenn Ihr etwas tiefer in die Beziehung zwischen Landwirten, Exportfirmen, Importfirmen (Grosshändlern) und Verbrauchern eingeht. Hier in Chile dehnen sich die Trockenzeiten ständig aus, wir exportieren Avocados in die EU, um diese Früchte wachsen zu lassen braucht es viel Wasser. Die Verteilung von Wasser an die verschiedenen Grundbesitzer ist sozial nicht verträglich (da es keine Versorgungsabsicherung gibt, können Grossgrundbesitzer besser auf Dürre reagieren. Illegale Wassermengen aus Kanälen abschöpfen, Brunnenbohrungen aber auch politische Einflussnahme und kostenintensive Rechtsstreite sind nur einige MIttel). Nach meiner Information hat deshalb ein deutscher Grosshändler Verträge mit einigen Grossgrundbesitzern nicht verlängert, eine sehr gute Massnahme, die ich mir von andern Unternehmen die ihre Produkte oder Rohstoffe im Ausland kaufen, wünschen würde. Der freie Handel gibt Ländern wie Chile erst die Möglichkeit auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig zu werden (diese Aussage solltet Ihr vielleicht auch unter die Lupe nehmen), wie sollten den die Verträge aussehen um sozial- und umweltverträgich zu sein (Agrarprodukte über weite Strecken zu schiffen ist vielleicht nicht die beste Idee)? Sollte Reichtumsumverteilung Teil der Idee hinter solchen Verträgen sein?
    Bitte gebt weiter Tipps (wie beim SUV fahren) um das Verbraucherverhalten positiv zu beeinflussen und fordert von deutschen Unternehmen dass sie Ihre moralischen Werte offen legen damit sie daran bemessen werden können.

  113. Hallo liebe Lage Hörer und liebes Team,

    ich bin hier auf der Suche nach Argumenten für Artenvielfalt, weil ich mir diese Frage auch immer mal wieder gestellt habe. Irgendwie haben wir die intuitive Vorstellung, das Artenvielfalt ein hohes unheimliches wertvolles und zu schützendes Gut sei und auch mir fehlt da die Begründung (obwohl ich die Intuition teile).

    Warum dürfen die letzten hundert Tiger/Nashörner einer Art nicht sterben?

    Es ist eine provokante Frage. Es gibt sowieso so wenig Nashörner, die mittlerweile sicherlich erforscht sind, dass weder das Ökosystem darunter “leidet”, also einen Schaden nimmt, noch glaube ich, dass die für die Medizin relevant sind (Die Hörner sind leider immer noch nicht pontenzsteigernd). Gebt mir eure besten Argumente.

    Könntet ihr vielleicht die Argumente für Artenvielfalt ganz knapp in eurer nächsten Lage vorbringen? :)

    • Ich schaue noch (fast) jeden Abend die Tagesschau und gebe ja zu, dass ich bei vielen Nachrichten mittlerweile abgestumpft bin. Als ich vor einigen Monaten Notre-Dame brennen sah, war ich für einige Sekunden wie versteinert. Ich weiß nicht, ob es Dir so ergangen ist oder ob Du nachvollziehen kannst, dass manche Menschen so darauf reagieren. Aber es ist trotzdem passiert.
      Die Kathedrale ist erst einmal nicht wichtig. Außer vielleicht ein paar mehr Touristen anzulocken, erfüllt sie keinen Zweck. Ihr Bau ist zwar beeindruckend aber auch gut dokumentiert. Unwahrscheinlich, dass wir durch den Brand irgendwelche Erkenntnisse verloren haben. Es ließe sich leicht dafür argumentieren, dass der Brand unbedeutend ist. OK. Die Nummer kam danach in allen Medien; es hätte auf Twitter Dislikes gehagelt weniger als sein Beileid zu äußern. Aber als ich die Bilder sah, war das ja alles noch nicht passiert. Ich war noch zu erstarrt, um zu checken, dass die Medien mir grad sagen wollen, dass ich erstarrt sein soll. Anscheinend war es mir also einfach so wichtig. Ein haptisches Zeugnis unserer Geschichte — unverfälscht, echt — schien verloren.
      Der Regenwald ist das. Tausendmal größer. Tausendmal komplexer. Tausendmal älter.
      Meintest Du das mit Intuition?
      Ich betrachte Dinge ja lieber analytisch. Also pharmazeutisch ist der Wald noch wichtig. Da überschätz Du vielleicht den Stand der Wissenschaft. Wir sind einfach noch nicht so weit Medikamente aus dem nichts zu erschaffen. Vieles basiert noch auf Naturheilkunde, die wir chemisch verbessern. Und da arbeiten wir uns noch an den flapsigen Büchern der alten Griechen ab. Potential für neue Erkenntnisse gibt’s im Regenwald noch zuhauf. Dann bleibt das Argument des CO2-Speichers. Doch selbst, wenn wir alles verwerten würden, was hätten wir denn dann. Ackerflächen, die zwei / drei Generationen halten würden bis ne große Wüste übrig bleiben würde. Unterm Strich ne schlechte Idee für das Unternehmen Mensch.

  114. https://www.finanz-szene.de/digital-banking/diese-deutschen-fintechs-haben-eine-psd2-lizenz/

    MRH Applications GmbH (neu aufgenommen)

    Wer ist das? Ehrlich gesagt haben wir den Namen, bevor wir ihn in der EBA-Liste endeckten, noch nie gehört. Eine Nachfrage ergab: „Entwickler der Onlinebanking-App MoneyMoney für macOS.“ Gründer ist übrigens ein gewisser Michael Haller, der ausweislich seines Xing-Profils 2012 Figo (siehe weiter oben) mitgegründet hat.

    Was machen die? Siehe oben: eine Onlinebanking-App.

    Welche Lizenz haben die? AISP

    Und seit wann? 25. Mai 2018

    • Ja, ein Kontoinformationsdienst (AISP), weil da die Hürden relativ niedrig liegen … aber damit lässt sich keine richtige Banking-App bauen, weil man damit nicht überweisen kann. Ohne HBCI/FinTS ist Essig, solange die PSD2 APIs nicht aufgebohrt werden.

      • Beim PISP (Zahlungsinitiierungsdienst) liegen die Hürden meines Wissens auch nicht höher und damit lassen sich Überweisungen einreichen. Nicht so komfortabel wie mit HBCI/FinTS aber es geht

        • Deines Wissens … dann schau Dir das einfach noch mal genauer an ;) Wenn es so einfach wäre würde doch jeder sofort die weitergehende Lizenz beantragen.

  115. Mut zum Standpunkt muss ich hier sagen, denn bei der SUV-Debatte seit ihr einfach eingeknickt. Früher hattet ihr mehr Mut einen Standpunkt zu verteidigen und wart ein besserer moralischer Kompass. Nicht jede Debatte muss jede persönliche Meinung als sinnvoll zulassen. SUVs sind die Ausgeburt der immer egoistischer werdenden Gesellschaft „I don‘t care about you“.
    Und immer dieses Argument , dass es einfacher wäre hoch zu sitzen. Ich kann es echt nicht mehr hören. Im Golf Plus sitz man auch hoch, den will aber niemand, ist ja nicht so cool. Und kleine SUVs sind nicht dafür da um umweltfreundlicher zu fahren, sondern um den, die sich keinen großen leisten können das Gefühl zu geben, dass sie auch einen haben können und dazugehören.

    • Ich teile die erste Hälfte des Kommentars. Ich finde ihr solltet den Mut haben auch mal Flagge zu zeigen! Das ist für mich ein wertvoller Teil des Podcastes.

    • Wieso sind wir denn eingeknickt? Wir haben uns wegen der sachlichen Fehler bei der SUV Definition korrigiert und ansonsten unsere Position ausführlicher begründet.

  116. Ähhhmmm,… mensch ließt hier ja andauernd, dass SUVs nicht böse sind und so… Aber warum wollt ihr die Dinger eigentlich haben? Ich mein,… die meisten haben sich doch immer schon darüber lustig gemacht. Bevor es zu viele gab, sie anfingen zu nerven und zu “Panzern” wurden, waren es halt Rentnerkutschen. Aber ist doch auch nicht besser.
    Falls Sie zufällig Chef oder Abteilungsleiter sind, Sie und Ihre Frau je einen SUV fahren und der Ihrer Frau zufällig ein kleines bisschen kleiner ist, als der von Ihnen,… ja dann garantiere ich, dass sich jeder Ihrer Angestellten unter 40 hinter Ihrem Rücken über sie kaputt lacht.
    Freut euch doch über ein SUV-Verbot. Das ist die Gelegenheit das Ding loszuwerden ohne das Gesicht zu verlieren.

    • Haha, ich glaube du leidest an selektiver Wahrnehmung!

      Und du verwechselst SUV mit VAN.

      Warum will man sowas haben?

      Na, dazu gibt es einige Gründe: Sicherheitsgefühl, Übersicht, Raumangebot und für mich Pferdesport.
      Sonst würde ich noch zusätzlich einen Pferde-LKW benötigen.

      Und wenn ich kein SUV fahren würde, hätte ich einen Porsche 911, wäre das dann besser? Ist ja ein kleines Auto.

      • Vorweg: Cool das Du Konter gibst ohne gleich ausfallend zu werden. Behalt das gerne bei. So kann aus dem Internet noch was werden.
        Hinterher: 911 ist schwierig. Geht gar nicht wenn Du erst Anfang 20 bist. Das sieht dann gleich so aus als wärst Du so’n verzogenes Früchten, dass mit Papas Auto angeben will. Für’n 911 musst Du äußerlich was hermachen. Du musst so aussehen, als hättest Du den verdient.
        Und es kann auch schnell kippen, wenn’s nämlich mit dem Wagen so aussieht, als seist Du so’n schmieriger Geschäftsmann, der alte Omis über den Tisch zieht oder ne Halsabschneiderin, die über Leichen geht.
        Fahr definitiv bei ner Probefahrt mal bei nem McDonalds an ner Gruppe Halbstarker vorbei und beobachte wie die reagieren. Und sei wirklich selbstkrtisch zu Dir. Ist einfach ne zu teure Anschaffung um das hinterher zu bereuen.
        Mit den Pferden würde ich dann aber lieber reiten. Ne Anhängerkupplung am Porsche sieht kacke aus.

        • Ja, hab ich. Was du meinst, gilt für Fahrer italienischer Sportwagen:

          1.) zu enge Hosen.
          2.) zu viel Schrift auf dem Shirt
          3.) zu junge Frauen
          4.) zu laut
          5.) zu alt.

          Ein Porsche 911 (und nur der) ist Kult.

      • Und mit dem letzten Beitrag beruhigt können wir uns jetzt noch mal dem unausprechlichen zuwenden. Wie kannst Du es nur wagen die VAN-Fahrerenden da mit reinzuziehen. Bei einem vorbeifahrenden VAN nehmen wir die Mütze ab und halten kurz inne, um der jungen Familie unseren Tribut zu zollen. Der VAN ist ja wohl der Inbegriff für die Zurücknahme des eigenen Egos zum Wohle der kleinen Kinder. Wer das Ding fährt, war bereit alles zu opfern.
        Vielleicht kannst Du das aus deinem VAN nicht so gut sehen. Aber so sehen wahre Helden aus!

    • “Falls Sie zufällig Chef oder Abteilungsleiter sind, Sie und Ihre Frau je einen SUV fahren und der Ihrer Frau zufällig ein kleines bisschen kleiner ist, als der von Ihnen.”

      Sprechen Sie hier nur Männer an? Sind nur Männer Chef oder Abteilungsleiter? Haben Sie auf einen Post geantwortet, der von einem Mann verfasst war? Ich habe den Kommentar als eigenständigen Post wahrgenommen.

  117. Hallo,
    Ich muss leider auch noch mal was zum Thema SUV’s kommentieren. Ich finde es fraglich Leute anzusprechen die einen großen SUV fahren um sie zur Rede zu stellen, warum sie denn nicht ein kleineres Fahrzeug fahren. Genauso könnte man jemanden fragen der Urlaub in Rio macht warum er denn so einen weiten Flug macht . Dort wurde die gleiche Argumentation greifen.
    Je nach Berechnungsgrundlage kann man mehrere Jahre mit einem großen SUV Fahren bis man die gleiche Menge CO2 auf seinem Konto hat.
    Das Beispiel ist nicht Zufällig gewählt. Wenn ich mich recht entsinne hat Ulf Buermeyer in eine früheren Folge von genau so einem Urlaub berichtet. Falls ich mich irre und das falsch in Erinnerung habe korrigiert mich bitte.
    Falls nicht hier eine etwas provokante Frage:
    Wenn ich also zukünftig den gemeinen SUV Fahrer zu Rede stelle, würde ich hier erst Herrn Buermeyer mit genau der gleichen Frage zu seinem Urlaub mit ca 14.000 kg CO2 zur Rede stellen.( Berechnung 2 Personen auf https://www.naturefund.de/wissen/co2_rechner/#calc-flight).
    Bitte versteht mich nicht falsch. Ihr seid wirklich mein Lieblingspodcast und die Diskussion hier ist wertvoll und wichtig aber ich will mit der Frage nur verdeutlichen in welche Richtung euer Ansatz/Aufruf geht.

    • Also ich muss mich korrigieren.
      In der LdN22 Bericht Phillip nicht Ulf das er einen Häuserertausch mit jemandem in Brasilien gemacht hat.

  118. Vorweg: Ich habe kein Auto! Echt jetzt!

    Aber in einer Gesellschaft, wie sie Euch vorschwebt, möchte ICH nicht leben!

    Fahrerinnen von bestimmten Autos, die Legal der StVZO entsprechen in die Nähe von illegalen Altölentsorgern zu rücken ist …. was ist das richtige Wort?… ach ja: HETZE!

    Natürlich seid Ihr „die Guten“ und es geht ja um die Kiiiiinder, was?

    Was ihr hier verbreitet ist Hetze.
    Da hilft Euch auch die „Cover my Ass“ Strategie nicht, dass die Leute doch bitte freundlich sein sollen.

    Wer SUV Fahrer auf die gleiche Stufe wie illegale Altölentsorger ist verantwortlich für die Konsequenzen. Die Geister die ihr rieft. Könnt ihr garantieren, dass aufgehetzte Hörer sich immer im Griff haben? Dass es da zu keiner Beleidigung, keiner Handgreiflichkeit und keiner Brandstiftung kommt?

    Da seit ihr in Methode, Duktus und Ziel nicht weit von AfD und NPD, die alle Flüchtlinge als Messermänner abstempeln.

    In einer Gesellschaft, wie sie Euch vorschwebt, möchte ich nicht leben. Auch wegen der Kinder!

    Heute SUV Fahrer und morgen wer…? Fleischesser? Fluggäste?

    Der größte Lump in diesem Land… das ist der mit dem moralischen, illiberalen und undemokratischen Zeigefinger!

  119. Biodiversität
    Artenvielfalt ist Teil der Biodiversität. Neben der Artenvielfalt gehört zur Biodiverstät z.B. die Vielfalt der Lebensräume.

    Die Erkenntnis dahinter ist folgende: Lebewesen passen sich ihrer Umwelt an. Zu der gehören jedoch nicht nur der nackte Fels oder ein Gewässer etc., sondern auch andere Lebewesen, mit denen sie z.T. in Konkurrenz um die selben Ressourcen, Reviere und dergleichen stehen. Viel öfter jedoch stehen die Lebewesen in symbolischen Beziehungen.

    Ein Beispiel hierfür ist unsere Haut- und Darmflora. Man vermutet 200-300 Arten, die den menschlichen Darm besiedeln.

    Viele davon leisten für das Immunsystem wichtige Vorarbeit. Ähnlich verhält es sich mit der Haut. Hier sind es oft Pilze, die schon Türsteheraufgaben für das menschliche Immunsystem übernehmen.

    Symbiotisch sind diese Beziehungen deshalb, weil die Pilze und Bakterien im Gegenzug vom Menschen profitieren, z.B. mit ernährt werden.

    Artenvielfalt ermöglicht es z.B. Haien von bestimmten anderen Fischarten die Zähne geputzt zu bekommen (auch hier ist die Nahrung im Gegenzug der ausgetauschte Vorteil).

    Zusammengefasst kann man vielleicht sagen, dass Biodiversität komplexes Leben überhaupt erst ermöglicht. Keine Art muss alles können, sondern jede sorgt mit einer gewissen Dienstleistung dafür, dass für alle und für alles gesorgt ist, für sauberes Wasser, für den richten pH-Wert, die richtige Temperatur, für Immunabwehr, sogar für Kommunikation (Stichwort wood wide web), u.v.a.m.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Darmflora#Darmflora_des_Menschen
    http://bigpicturescience.org/episodes/granting-immunity (Podcast in englischer Sprache)
    https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/biodiversitaet/8597
    https://www.youtube.com/watch?v=xEAKAV02ByI

    • Ergänzung I: Übrigens auch Fressfeinde tragen zur Stabilität von Populationen bei. Fällt der Fressfeind weg, kann das zu einer starken Ausbreitung einer Art führen, was dann wiederum zu einem Ungleichgewicht an anderer Stelle führt.
      Ergänzung II: Manche Arten erschaffen geradezu ganze Ökosysteme, an die sich eine Vielfalt anderer Arten anpasst, Beispiel Korallenriffe. Ökosysteme, z.B. auch Tundren oder Regenwälder sind Teil der Biodiversität und machen aus dem Fels Erde überhaupt erst einen für uns bewohnbaren Planeten.

      • Ich finde es super das du das Thema Biodiversität auf den Menschen selber beziehst, der Gedanke ist mir noch nie gekommen und ich finde ihn genial, da dies dieses doch abstrakte Konzept auf einen selber herunter bricht!

        Man kann Biodiversität in ökonomischen Thermen auch simpel als Risikostreuung beschreiben. Auf je mehr Säulen ich mein Risiko setzte, desto eher steht mein Haus/ Unternehmen/ Investition noch, wenn eine Säule wegbrechen sollte.

        Wenn ich in einem Wald nur eine Baumart anbaue (Kiefer oder Fichte), dann ist eben mein ganzes Kapital weg, sobald ich einen Schädling habe, der eben auf diese Art spezialisiert ist. Sobald ich auch nur zwei Baumarten in einem Waldstück habe, so reduziere ich mein Risiko um satte 50%, dass mein ganzer Bestand von einer Schädlingsart zerstört wird.

        Genau so empfiehlt es sich ja, nicht nur in einem Land/ Branche/ Region zu investieren, da bei einem Regression der Region oder Branche die komplette Investition mit schwankt > Risikostreuung

        Also ja, insgesamt sollte Biodiversität etwas greifbarer erklärt werden, aber so schwierig ist dieses Konzept auch nicht.

  120. SUV-Fahrer auf ihren SUV ansprechen:
    Ich habe mich null an eurem Appell in der letzten Sendung gestört, hatte sogar in Erwägung gezogen, das auch mal zu tun. Generell finde ich den Vorschlag nicht falsch, ich finde aber, dass ihr euch zu sehr am SUV aufhängt. Wenn jemand seine Kippe in den Gulli wirft, eine Flugreise unternimmt oder mit dem Auto anstatt mit dem ÖPNV fährt, obwohl dieser einigermaßen gut ausgebaut ist, stelle ich auch nicht sofort die Frage, warum das jetzt getan wurde. Da hätte ich echt viel zu tun. Was ich sagen will: Die Liste, worauf man Menschen so ansprechen könnte (und sicher auch mich) ist recht lang. Ich finde es oft effizienter, wenn man selbst einen Lebensstil pflegt und den dann auch kundtut. Zum Beispiel kaufe ich seit fast zwei Jahren keine Klamotten mehr (hab einfach viel im Schrank und habe auch keinen Beruf oder viele Gelegenheiten, bei denen ich ständig bessere Klamotten brauchen würde) und eine Freundin von mir meinte letztens, dass sie das inspiriert hätte. Natürlich quatsche ich nicht jedes mal, wenn wir uns sehen darüber, dass ich beschlossen hab, mir keine neuen Klamotten mehr zu kaufen, sondern ich habs 1-2x gesagt, als es gerade darum ging.
    Zudem muss ich sagen, wenn sich jemand, der eine körperliche Einschränkung hat erst dafür rechtfertigen muss, warum er einen SUV fährt, finde ich das auch nicht ok. Ich habe selbst eine körperliche Beeinträchtigung, die man mir nicht sofort ansieht und fahre immer mit dem Fahrstuhl, wenn es einen gibt. Ich hätte keine Lust mich ständig rechtfertigen zu müssen, warum ich augescheinlich agile junge Frau mit dem Fahrstuhl fahre um mir die Erlaubnis von meinen Mitmenschen dafür abzuholen. Aber zurück zum Thema SUV: Dass man nur in SUVs hoch einsteigen kann ist Quatsch. Weiß nicht, ob die noch so produziert werden, aber die VW Fox oder Mercedes A-Klasse beispielsweise waren immer etwas höher.
    Und: Leider spucken nicht nur Teenager auf den Boden. Ich beobachte da genügend erwachsene Männer, die das auch heute noch tun.

    Andere Sache: Wurde das Brandenburger Biorind nur mit Brandenburger Biofutter gefüttert? Leider ist das nicht so einfach. Je nach Siegel gibts da verschiedene Futteranteile, die Biofutter sein müssen. Dass 100% lokales (Bio-)Futter gefüttert werden muss – keine Ahnung, wo man das finden kann. Letztendlich kauft doch der Landwirt Futter zu und kann wahrscheinlich selbst kaum nachvollziehen, woher die Anteile der Mischung kamen. Demeter hat immerhin die Angaben, dass es 100% Biofutter sein muss und der Zukauf von Futter nur bei zugelassenen Anbietern erfolgen darf.

    Und zu guter letzt noch kurz zu den Rechtsradikalen im eigenen Umfeld: Ich kann (unabhängig davon, ob man nun Rechtsradikale persönlich kennt oder nicht) empfehlen, ein Argumentationstraining gegen rechte Parolen zu machen. Habe selbst mal eins beider Heinrich-Böll-Stiftung gemacht, war richtig gut.

  121. Liebes Lage-der-Nation-Team,
    vielen Dank für eine erneute interessante Folge.
    Ich stimme euch auf jeden Fall zu, dass es euch journalistisch erlaubt ist, Wertungen zu treffen und auch Appelle zu formulieren, so lange es nicht polemisch wird. Das ist meiner Meinung nach unproblematisch. Zu dem Inhalt möchte ich mich aber äußern. Denn auch die Auseinandersetzung mit dem Feedback zu SUVs hat mich nicht überzeugt.
    Voranstellen möchte ich, dass ich selber sehr versuche, auf umweltbewusstes Verhalten zu achten und (in Berlin) sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs bin. Ich möchte also nicht das Fahren eines SUVs verteidigen. Im Gegenteil, ich wäre dafür, Autos in der Stadt massivst zurückzudrängen und Fahrradwege wie ÖPNV auszubauen.
    Genau deswegen verstehe ich nicht, warum ihr euch auf SUVs so einschießt.
    Es ist richtig, dass man auch Dinge, die rechtlich erlaubt sind, moralisch für schlecht befinden kann. Und ja, dadurch kann man gesellschaftlichen Wandel vorantreiben. Aber sollte das Ideal nicht sein, das man nur Auto fährt, wenn es wirklich notwendig ist? Anders gesagt: Warum sollte ich jemanden shamen, der SUV fährt, nicht aber jemanden, der jeden Tag ohne tatsächliche Notwendigkeit ein nicht-SUV-Auto fährt? Das ist doch höchstens minimal besser. Hinzukommt, dass es viele Autos gibt, die nicht unter die Kategorie SUV fallen und trotzdem sehr groß sind (also Platz weg nehmen), viel verbrauchen oder zB wegen veralteter Technologie gefährlicher sind als moderne, die allerhand Sicherheitsfunktionen haben.
    Kurzum, ihr habt zum Thema Klimaschutz gesagt: Ihr vermisst ein Gesamtkonzept. Also ich würde das auf euren Kommentar zu SUVs übertragen: Ich vermisse das Gesamtbild. SUVs sind mE nur ein Teilaspekt vom “Problem Auto”.
    Jetzt könnte man sagen “Ja, aber ein Teilaspekt, der doch durchaus angesprochen werden kann”. Ja und Nein: Gerade in der Klimaschutzdebatte gucken viele viel zu sehr auf ihren Nachbarn und schauen, was macht er falsch, anstatt sich zu fragen, was man persönlich verbessern kann. Wenn man sich jetzt nur auf SUVs einschießt, sehe ich die Gefahr, dass sich Menschen mit “normalen” Autos entschuldigt sehen iSv “Ist ja kein Problem, dass ich Auto fahre, ist ja kein SUV”. Daher denke ich, es ist besser, hier ein Gesamtkonzept zu verfolgen. Wenn ich mich recht erinnere, hat einer von euch auch ein Auto – nimmt das nicht auch Platz in der Stadt weg? (das ist nicht despektierlich gemeint, sondern soll den Punkt verdeutlichen)
    Thema “Leute ansprechen” und eine “gesellschaftliche Missbilligung von SUVs erreichen”: Insbesondere wegen vorangegangener Aspekte, finde ich es höchst problematisch, SUV-Fahrer wie von euch vorgeschlagen anzusprechen. Denn wo fängt diese (milde) Form von Shaming an und wo hört sie auf? Beispielsweise könnte ich doch dann auch zu jemandem gehen, der gerade einen McDonalds-Burger isst und ihn bitten, sich deswegen zu rechtfertigen. Denn dass McDonalds absolute Billigware verwendet und das Fleisch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus der Massentierhaltung kommt, ist bekannt. Genauso könnte ich durch Shopping-Center laufen und alle Leute ansprechen, denn Fast Fashion und der extreme Konsum sind absolut klimaschädlich. Das fände ich aber übergriffig. Sicherlich habt ihr auch teilweise sehr klimaschädliche Verhaltensweisen. Wollt ihr euch dann wirklich aufschwingen gegenüber Leuten, bei denen ein klimaschädliches Verhalten jetzt gerade besonders hervorsticht. Wollen wir wirklich gesellschaftlichen Wandel dadurch erzielen, dass wir Einzelne shamen? Ruft das nicht eher Trotz hervor?
    Da bin ich doch eher dafür, dass man sich in Rahmen von Kampagnen einsetzt, demonstriert, sich politisch engagiert und Druck auf die Politik ausübt. Und in seinem Bekanntenkreis kann man natürlich auch darüber sprechen (das ist aber etwas anderes, als Leute auf der Straße anzusprechen).

    Ich hoffe, ihr versteht, was ich sagen möchte.

    Liebe Grüße!

  122. Als Teenager möchte ich bei 51:07 nur kurz darauf hinweisen, dass definitiv auch sehr viele ältere Leute auf dem Boden spucken. ;)
    Und meine Freunde finden es auch widerwärtig, sowie auch Monstertrucks (SUVs) zu fahren.

  123. zu PSD2:
    a) ich fand eure Ausführungen sehr, sehr technisch. Da ich selber in der IT-Welt unterwegs bin, kann ich das alles locker einordnen und habe Einblick in IT-Aspekte dieser Branche bekommen. Wenn ich aber als Normalo und Consumer zuhöre, kann ich nur die Ohren zuklappen und vor diesem ganzen Technokauderwelsch kapitulieren.
    b) vermißt habe ich eine ausführlichere Diskussion des Aspektes “wenn ich einem Drittanbieter lesenden Zugriff auf mein Konto gewähre, dann hat der vollen Zugriff auf alles was ich wem gezahlt habe oder von wem ich Geld bekommen habe”, oft mit vielen Detailinformationen, immer mit Zeitpunkt. Wann ich bei welcher Tankstelle getankt habe, dass ich NY-Times, The Guardian und Die Lage abonniert habe (woraus ein politisches/gesellschaftliches Profil abgeleitet werden kann), ob ich bei LIDL oder im Alnatura einkaufen gehe. Mit wieviel Geld ich meine Kinder im Studium unterstütze etc pp. Das Ausmaß an Transparenz bzgl. sehr sensibler Lebensbereiche ist enorm. Ich befürchte, dass das Risiko, das mit diesem Einblick, der über reine Zahlungsströme weit hinaus geht, verbunden ist, sträflich vernachlässigt wird.

    • a) ich fand eure Ausführungen sehr, sehr technisch. Da ich selber in der IT-Welt unterwegs bin, kann ich das alles locker einordnen und habe Einblick in IT-Aspekte dieser Branche bekommen. Wenn ich aber als Normalo und Consumer zuhöre, kann ich nur die Ohren zuklappen und vor diesem ganzen Technokauderwelsch kapitulieren.

      Genau so gings mir und gleich übersprungen. Es ist nicht so, dass ich garnichts verstanden habe aber das ist mir schlicht und ergreifend zu anstrengend dem zu folgen.

      • Also ich fand den PSD-Teil den interessantesten des ganzen Podcasts. Er hat für mich das Umfeld der aktuellen E-Banking-Schwierigkeiten in ungewohnter Genauigkeit und Vollständigkeit erhellen können.
        Ich finde Ulf übrigens immer dann besonders gut, wenn er in IT oder Juristerei kompetent unterwegs ist.
        Auf weitschweifige Moralkunde wie in den letzten Folgen könnte ich bei Beiden am leichtesten verzichten (sobald mal wieder Ulfs „aber mal ganz ehrlich“ erklingt, höre ich mich mittlerweile schon präventiv stöhnen ;-)

        • Erst einmal finde ich es toll, wenn netzpolitische Themen ausführlich in nicht fachspezifischen Nachrichten behandelt werden. Ich habe ein großes Problem damit, dass es in anderen Medien viel zu verkürzt dargestellt wird. Das sorgt bei vielen für Unsicherheit, Falschannahmen und Vorurteilen über solche Themen. Wie gefährlich es wird, wenn wir uns gesellschaftlich damit auseinandersetzen müssen und nicht gut genug darüber informiert sind, konnten wir bei der EU-Urheberrechtsreform und der DSGVO beobachten.
          Gerade heute war wieder so ein Fall. Die Nachrichten berichten über die frei im Netz erreichbaren Patientendaten und ich höre auf dem Nachhauseweg meine Nachbarn darüber reden, dass Hacker nun schon Krankenhäuser nach persönlichen Daten absuchen. Ich will nun keiner Nachrichtensendung vorwerfen, dass sie falsch berichtet hat. Aber ich nehme an, dass die Meldung so verkürzt dargestellt wurde, dass jemand, der nicht genau weiß auf welche Wörter mensch achten muss, schnell die Zusammenhänge missversteht.
          Und das fand ich dagegen an der Darstellung in der Lage auch nicht so toll. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob jemand, der nicht schon wusste worüber ihr redet direkt verstanden hat, worum es eigentlich geht. Am Anfang hatte ich schon Angst, dass gleich mein Onkel anruft, dem ich erklären muss, dass mit seinem Onlinebanking alles in Ordnung ist. Ihr hättet am Anfang — glaube ich — deutlicher klarmachen müssen, dass ihr über zusätzliche Apps redet. Ich weiß auch nicht, ob mensch schon vorraussetzen kann, dass jeder den Unterschied zwischen einer App und dem Banking per Browser kennt.
          Also ersteinmal: Toll das ihr so etwas behandelt. Aber fürst nächste mal gerne mit einer Einleitung: Wen betrifft das. Wer ist beteiligt. Hack, Bug oder Fund? Und erklären was das heißt.
          Wenn es dann sehr ins Detail geht, halte ich es übrigens nicht mehr für nötig alles zu erklären. Was eine API nun ist, ist im Zweifelsfall nicht so wichtig. Wichtig ist keine falschen Sorgen zu verbreiten.

  124. Nur zwei kleine Geschmacksfragen:

    Apropos “Auf die Sprache achten”: ein stärkerer Verzicht auf englische Lehnphrase wie z.B. “you name it” würde den Podcast noch angenehmer und besser machen.

    Zum Schmunzeln gebracht habt ihr mich gleich zweimal beim Thema “NPD in Hessen”: “der will da ja nicht nicht gleich ein kleines KZ aufbauen” sowie der Einwurf “oder Skat spielen” waren nach einem anstrengenden Arbeitstag eine willkommene Aufheiterung. Bleibt also weiter so seriös, fair und sachlich wie bisher, aber der gelegentliche humoreske Einwurf ist ebenfalls willkommen!

  125. Zum Thema Banking: Persönlich nutze ich schon fast immer Online-Banking (also seit die Postbank das damals anbot), heute bin ich bei der DKB und der Consorsbank und mir würde es im Leben nicht einfallen etwas anderes als meinen Browser zu benutzen. So sicher die Apps und mein iPhone auch sein mögen – mein Bankkonto ist nicht mein Twitterfeed, ich muss nicht ständig auf mein Konto zugreifen, zumindest nicht im Privatnutzerbereich. Hier sehe ich den Browser klar im Vorteil – ich habe als User die Kontrolle. Eine saubere Installation, ein eigener Browser nur fürs Banking und nix anderes, kein Google, Apple, Facebook in Sichtweite; dazu eine Offline-KeePass-Installation mit allen Banken und Bezahldienst-Passwörtern.
    Will sagen: Sicherheit ist im Zweifel umständlicher, aber wir sollten auch nicht alles dem Komfort opfern.

    • Eine Banking-App ist im Zweifel sicherer als Banking im Browser – auf iOS auf jeden Fall. Und sobald du Konten bei mehr als einer Bank – oder mehrere Logins bei derselben Bank – nutzen musst geht es eigentlich nicht mehr ohne App.

      • Das verstehe ich nicht. Warum ist die App sicherer? Die ist doch im Zweifelsfall closed source und ich kann nur hoffen und vertrauen.

        Leicht OT, aber vielleicht kannst du mir eine allgemeine Frage dazu erklären. Woher weiß ich denn, dass eine App/Programm mein eingegebenes Passwort nicht mitprotokolliert?

        • Ich verstehe die Frage nicht. Der Browser ist doch auch nur eine App/Programm. Und wie groß ist der Anteil der Leute, die Dir die Frage nach einem Blick in den Quelltext beantworten könnten?

        • Ich wollte eigentlich nur wissen, wie ich sicher sein kann, dass eine App oder auch Programm mein Passwort während der Eingabe nicht im Klartext mitliest, wenn es kein open source ist.
          Da hilft ja dann auch eine Sandbox nichts.

          Die Frage nach der Anzahl der Leute, die den Programmcode verstehen, stellt sich ja bei closed source gar nicht.

        • Ich denke man muss vor allem ein realistisches Bild der drohenden Gefahren haben: klar, theoretisch kann die App selbst böse sein. Aber in der Praxis gehen mindestens 99% der Attacken von Malware aus, und vor der schützt Sandboxing sehr gut. Daher sind iOS-Geräte im Alltag die sicherere Plattform.

      • Ich mag ja auch iOS und so, aber seit: https://www.apple.com/newsroom/2019/09/a-message-about-ios-security/ ist diese harte Unterscheidung jetzt wirklich nicht mehr so einfach. An der Stelle kannst du genauso gut sagen, wenn du einen vernünftigen Browser hast und dich nicht spoofen lässt.

        Gerade bei den kleineren Banken (sprich VR-Banken/Sparkassen) bin ich mir was die IT-Faehigkeiten so eine App sicher zu schreiben nicht zu sicher. Aber bei Drittanbietern weiss man schlicht und einfach gar nichts ueber die Autoren. Es gibt bestimmt weltweit zwei oder drei die das sinnvoll hinbekommen ;)

        • Der Witz ist einfach, dass Apps unter iOS in einer Sandbox laufen und auch alle ihre Daten ablegen, sodass es sehr schwer ist, die Daten abzugreifen – jedenfalls deutlich schwerer als auf einem Mac oder gar einer Windows-Kiste. Selbst grottig programmierte Apps sind daher in der Tendenz immer noch sicherer. Wenn natürlich das ganze System kompromittiert ist hilft auch das nicht mehr, klar.

        • Das Problem mit denn Argument ist halt, das der Aufwand das System zu kompromittieren daraus bestand eine entsprechende Webseite aufzusetzen und Leute dazu zubekommen nen Link anzuklicken. Das ist ziemlich genau die gleiche Hürde die für MacOSX, Windows oder Android. (Jaja es gibt unterschiedlich hohe Hürden wie das OS auf die Webseite reagiert. Ironischerweise hat der iOS Exploit es sogar etwas einfacher gehabt)
          Ja ich werde auch weiter Apple Kunde bleiben, aber da ist jetzt schon die weniger starke Rechtfertigung: Wenn das aktiv in Europa/USA genutzt worden wäre um Schäden anzurichten wäre das schneller aufgefallen. Ja die Mindestqualität der Apps im AppStore ist deutlich höher als im Playstore, aber mir ist nicht klar welches Angriffsprofil (rougeapp vs System kompromittiert) das gefährlichere für die Breite ist. Genauso wenig wie ich momentan bereit wäre zu sagen, dass iOS sicherer als Windows ist. Der letzte Windowsexploit in der Breite und Simplizität fällt mir spontan echt nicht ein.

          Sand boxing hilft halt nur gegen rougeapps, aber da ist das Reviewsystem wahrscheinlich das relevantere (nicht dass es nicht hilft Programmierern Möglichkeiten wegzunehmen sich selbst zu erschiessen)

  126. Hallo ihr lieben,

    ich möchte mich gerne zum Thema SUV und euren Ausführungen dazu äußern.

    Meiner Ansicht nach ist eure Zuspitzung auf das Thema SUV nicht produktiv. Ja, ihr habt es in der letzten Episode nochmal explizit eingeschränkt auf „panzerähnliche“ Fahrzeuge. Ihr habt euch auch – zumindest teilweise – von der Aufforderung nach persönlicher Ansprache von SUV Fahrern distanziert. Trotzdem seid ihr meiner Ansicht nach auf dem Weg in eine Sackgasse mit dieser Diskussion. Über die bereits genannten Argumente hinaus hier noch ein paar Gedanken zum Thema:

    Der Vorschlag SUV Fahrer freundlich anzusprechen ist nett gemeint. Ich denke allerdings, dass dieser Ansatz kontraproduktiv ist und eher mehr Aggressivität schürt. A) den meisten Menschen wird das kommunikative Talent fehlen das Gespräch wirklich einfühlsam zu führen, und B) erwischt es die SUV Fahrer kalt. Niemand mag solche Situationen, vor allem nicht mit Fremden. Das führt unweigerlich zur Abschottung. Auf diesem Weg werden meiner Meinung nach kaum produktive Diskussionen stattfinden. Es braucht vielleicht eher Bürgerforen oder ähnliches, in denen im Kiez über bessere Verkehrsgestaltung gesprochen wird.

    Die Zuspitzung auf panzerähnliche SUVs ist für mich reiner Populismus. Ich bin ja mit euch einer Meinung, dass diese Autos nicht sein müssen. Ich fahre auch keinen SUV. Aber diese Kategorie dann gleich als Sündenbock rauszugreifen ist falsch. Warum? Weil diese Herangehensweise eine Spirale erzeugt, die nie aufhört: Was ist mit Fahrern getunter Autos (e.g. Mercedes AMG, BMW M-Serie, Audi S-Serie, etc). Selbst einen klassischen Familienwagen wie den VW Passat Kombi gibt es mittlerweile mit 300PS als normales Angebot über VW, ohne spezielle Tuning-Schmiede. Was ist mit jungen Fahrern oder ganz alten? Wie wir wissen sind viele Unfälle durch unerfahrene und übermütige Raser oder durch ältere Mitbürger verursacht. Soll man die auch als Sündenböcke ansprechen? Wo kommt die individuelle Fahrweise ins Spiel? Ich bin sicher man kann einen BMW X5 Hybrid sparsamer fahren als einen VW Golf wenn man denn will. Was ist mit Fahrern von CarSharing Firmen. Meine persönliche Beobachtung ist, dass viele Leute mit geliehenen Fahrzeugen noch viel radikaler fahren als mit ihren eigenen. Man geht halt mit eigenem Eigentum pfleglicher um. Soll man deswegen CarSharing Shaming betreiben? Was ist mit Fahrern von Lieferwagen? Die brettern oft rücksichtslos durch die Städte und über Autobahnen. Was ist mit Vielfliegern? Sind die bessere oder schlechtere Menschen als SUV Fahrer? Was ist mit unser allem Internetkonsum? Laut Fachleuten erzeugt das Internet mittlerweile so viele Emissionen wie der globale Flugverkehr (https://www.fr.de/wirtschaft/mit-einem-hurrikan-kann-nicht-verhandeln-12272668.html). Wie wäre es mit etwas Bashing von Internetfirmen oder Nutzern?

    Ich will die Liste jetzt nicht fortsetzen. Aber der Punkt ist doch, dass es nichts bringt einzelne Individuen die komplett rechtskonform handeln an den Pranger zu stellen.

    Ja, wir brauchen neue Verkehrskonzepte in Städten. Ja, wir brauchen individuelles Umdenken. Aber der Weg über kurzfristige Scheingefechte mit individuellen, mehr oder weniger zufällig ausgewählten Minderheiten führt in eine Sackgasse. Wir brauchen ganzheitlicher gedachte Lösungen, und die müssen notwendigerweise über staatlich regulierte Anreizsysteme laufen. Autofahren in Innenstädten muss generell unattraktiver werden, nicht nur das Fahren von SUVs.

    • Ich kann den kritischen Kommentaren zu eurem Umgang mit dem SUV-Thema nur ausdrücklich beipflichten. Ich schätze euch vor allem für euren reflektierten Umgang mit aktuellen politischen Themen. Bei den SUV weicht ihr so massiv davon ab, dass ich mich tatsächlich zu einem Kommentar genötigt sehe. Dass die “panzerähnlichen SUV” vielen Menschen Angst einjagen, kann ich verstehen. Ihr solltet aber in eurer Tradition hier zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen. Stattdessen fallt ihr aber durch totale Inkompetenz beim Thema Auto auf (Mann, ihr sprecht sogar Dacia falsch aus!) und und schlagt genauso angstgetriebene undifferenzierte Aktionen vor – Parallelen zu anderen angstgetriebenen Themen wie Ausländerfeindlichkeit, die ihr zu Recht immer wieder beleuchtet und anprangert drängen sich geradezu auf. Bitte geht nochmal in euch, die vielfältige Kritik ist leider absolut angebracht.
      Schade, dass eure Selbstreflexion hier so versagt.

      • Sehr guter Kommentar, das sehe ich genauso.
        Ich fahre selbst “nur” einen Kleinwagen, finde aber die momentane Diskussion um SUVs vollkommen unsachlich. Es mag zwar gefühlt so sein, dass die “panzerähnlichen Fahrzeuge” eine große Gefahr für alle Mitmenschen darstellen, die wissenschaftlichen Studien dazu sind aber keinesfalls so eindeutig (siehe z.B. https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-09/suv-sicherheit-verkehrssicherheit-unfall-fussgaenger-risiko).
        Das heißt natürlich nicht, dass man SUVs gut finden muss. Sie sind in vielen Situationen in der Stadt wirklich nicht die beste Wahl und ich finde es richtig, eine gesellschaftliche Diskussion loszutreten, ob das sein muss und gerne im Freundes- und Bekanntenkreis darüber zu sprechen. Aber ich finde Euren Aufruf, fremde Leute auf der Straße darauf anzusprechen und Eure Aussage, dass einem als Fahrer eines SUVs seine Umwelt und die Mitmenschen völlig egal sind, den falschen Weg. Das fördert nur Vorurteile und ist übergriffig, weil man deren persönliche Lebenssituation nicht einschätzen kann.
        Ansonsten, wie immer ein sehr schöner Podcast.
        Liebe Grüße, Felix

  127. Nachtrag SUV:
    Interessant ist doch, dass, wann immer Ihr eine Meinung vertretet, dass von der Hörerschaft einfach so angenommen wird. Gehts jetzt ums Auto – und fängt es an, dass eigene Lebensweisen plötzlich sozial hinterfragt werden – fängt es also an, dass eure Meinung einen einzelnen wirklicht betrifft – dann ist der Aufschrei groß.

    Klar – es ist immer schwierig seine Verhaltensweisen zu ändern. Das sage ich als jemand, der gerne und viel Autofährt und dienstlich auch die ein oder andere Meile in der Luft verbringt. Leider heißt Klimaschutz wohl auch immer persönlicher Verzicht oder zumindest eine persönliche Veränderung. Ohne gehts nicht.

  128. Hallo liebes Lage-Team,

    danke für eure Auseinandersetzung zu dem SUV-Thema. Beim Hören der letzten Folge hatte ich auch gedacht, dass Ihr das ein bisschen pauschalisiert – und dass SUV nicht gleich SUV ist. Die Meinung über die “Straßenpanzer” teile ich aber. Danke für die Klarstellung in dieser Folge!
    Außerdem habe ich mich sehr über die Diskussion über die “Neutralität” der Lage gefreut. Wer behauptet, die Lage wäre neutral, hat sie sich wohl bis jetzt noch nicht angehört. Ihr hattet schon immer – nachdem ihr möglichst umfänglich – d.h. unter Beleuchtung verschiedener Seiten/Blickwinkel – eure eigene Meinung dazu dargestellt. So ja immer wieder mit der Frage zu Steuersenkungen vs. Investitionen in Infrastruktur, Bildung etc., bei Mietfragen habt ihr eine klare Meinung, bei Freiheitsrechtlichen Themen habt ihr eine klare Meinung, bei sozialen Fragen habt ihr eine klare Meinung. Oft teile ich die Meinung nicht ganz (so sehe ich mich etwas “wirtschaftsliberaler” – das was Ihr gerne mit “Neoliberalismus” bezeichnet) als Ihr, aber dennoch – so wie Ihr das ja auch angesprochen habe, reizt mich die Lage unter anderem deswegen, um aus meiner eigenen Sozial- und Filterblase einmal herauszukommen.
    Insofern: macht bitte weiter so. Die Lage darf und soll auch eine eigene Position beziehen. Gut finde ich aber auch, wenn – und das betrifft insbesondere Philipp – in seiner Sprache etwas vorsichtiger wird. So ist der Apell in der letzten Folge zum Ansprechen von SUV Fahrern ja von ihm gekommen – in der aktuellen Folge die flapsige Wortwahl “Käffer”. Immer wieder ist es so, dass Philipp von Ulf während der Lage etwas eingebremst wird und Ulf “relativieren” oder “geradebügeln” muss. Da lässt sich Philipp gefühlt häufig etwas schneller zu einer stärkeren Aussage hinreißen, als Ulf. Ich würde mir hier wünschen, dass Philipp an der Stelle etwas vorsichtiger agiert. Toll fand ich aber, dass Philipp in der aktuellen Folge sofort die Kritik an der Wortwahl angenommen hat und das im Folgenden anders formuliert hat! Danke.

    Ganz herzlichen Dank für inzwischen fast 3 Jahre, die ich wöchentlich die Lage höre. :-)

  129. Ich möchte keinen „neutralen“ Kommentar, sondern so wie ihr es bis jetzt gemacht habt. Finde ich super. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich meist einer ähnlichen Meinung bin aber wollte ich ein kommentarloses Aufzählen der Fakten, könnte ich auch einfach die Tagesschau gucken (und die ist auch nicht neutral, deswegen gibt es ja heute auf dem ZDF)

  130. Noch zum Thema SUV und Verbote:
    Da ich es irgendwie nicht kapiere und nachvollziehen kann, mit welcher “Legitimation” man anderen ein schlechtes Gewissen einreden soll, wenn diese sich an Gesetzt und Rechte halten, möchte ich nochmals nachfragen:

    – Wenn ich einen SUV-Panzer besitze aber nur ganz selten damit fahre, ist es dann okay und nicht “asozial” diesen zu besitzen?
    – Wenn ich einen SUV fahre aber im Gegenzug Kompensationszahlungen leiste, ist es dann in Ordnung? Bzw. wenn ich einen leichten Sportwagen fahre, welcher hohe CO2-Emissionen hat, kann ich diesen mit gutem Gewissen nutzen, wenn Kompensationszahlungen geleistet werden?

    Meine fragen sind natürlich provokant, aber ich will damit zeigen, wie eng bei all diesen Themen Lich&Schatten beieinanderliegen.

    Noch zum Amazonas:
    Ihr habt erwähnt, dass die Brände Folgen des Klimawandels seien und kurz drauf wird darauf verwiesen, dass die Brände gelegt werden (Rodung, Flächen für Vieh und Soja,…). Wo ist der direkte Zusammenhang, dass die Wälder wegen dem Klimawandel brennen? Soweit ich informiert bin, ist dieses Brandroden ein rein wirtschaftlicher Faktor und egal ob die globale Durchschnittstemperatur 14,5 Grad, 15 Grad oder 16 grad beträgt, würde man dort Feuer entfachen. Dies ist doch rein der Globalisierung, dem Kapitalismus und menschlicher (Fehl-)Entscheidungen (Regierung) geschuldet. Gäbe es keine Handelsabkommen oder hohe Steuern auf Soja- und Fleischimporte, so würde die Nachfrage und auch die Rodung zurückgehen. All dies hat die EU und die dt. Regierung in der Hand.

    • Wir leben ja in einer freiheitlichen Gesellschaft. Da darf eben jeder einem anderen ein schlechtes Gewissen machen, wegen Dingen, die man selbst nicht gut findet. Jeder darf aber andererseits auch das schlechte-Gewissen-machen doof finden, und dem anderen dafür ein schlechtes Gewissen machen…
      Und der Aufruf dazu ist auch in Ordnung. Kann man blöd finden, aber ich “legitimiere” hier einfach mal die zwei, dass sie das tun dürfen.
      Ob das nun einge gute Idee ist, ist ja fraglich – wird ja unten in den Kommentaren viel geschrieben. (z.B. die damit vorangetriebene Spaltung der Gesellschaft, die möglicherweise einem Umdeken und einer Änderung der Gesellschaft engtegensteht)

    • Zu den provokanten SUV-Fragen:

      1: Vorrede) ob der SUV der richtige Ansatzpunkt ist, Leuten den persönlichen Verzicht nahe zu legen, darüber kann man streiten. Für mich ist ein SUV und auch die darin aufkommende Argumentation symbolisch und lässt sich danach auch für andere Beispiele übertragen. Vor diesem Hintergrund finde ich die Frage aus den schon genannten Gründen relevant: Bei SUV-Nutzung gibt es immer eine weniger schädliche Alternative. Die Frage ist also, warum die Leute trotz besserer Alternative einen SUV wählen. Für “besser” gibt es aus meiner Sicht gute Argumente. Dass es auch Ausnahmesituation gibt, ist auch klar.
      2) Bei der Schädlichkeit der SUVs gibt es (mindestens) 3 Dimensionen: CO2-Verbrauch, Platzverbrauch in engen Innenstädten, höhere Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer (Karosserie und bei den Fahrern bedingt durch die Bauart: Man bekommt weniger von außen mit)
      3) zu den Fragen:
      a) wenn du nur selten fährst: das ist für mich so, wie wenn du selten VW-Bus fährst. Aber es bleibt die Frage: wenn ich es selten fahre, kann ich dann nicht ein anderes nehmen? Eines, das z.B. schon in der Herstellung weniger Ressourcen bindet? Vielleicht ein gebrauchtes, das für Vielfahrer eben genau schädlich wäre? Das wird in den wenigsten Fällen ein gebrauchter SUV sein. Wenn ja, dann wäre das eine der erwähnten Ausnahmen.
      b) ist es ok einen zu fahren, wenn du kompensierst: Naja, das kompensiert aus der Reihe der Nachteile nur den CO2 – und ob es das wirklich tut, da scheiden sich auch die Geister. Es klingt verlockend, den eigenen Verbrauch z.B. mit Anpflanzen von Bäumen zu kompensieren. Die Frage ist aber: was ist hier der richtige Preis, was wird hier kompensiert. Selten wird genau so viel Baum angebaut, wie du CO2 verbraucht hast. Selbst wenn, würde der Baum das CO2 erst deutlich nach deinem Verbrauch binden. Und soweit sind viele Kompenstationsmechanismen nicht. Z.B. https://www.atmosfair.de/de/kompensieren/wunschmenge: hier kostet 1000 kg nur 23 €. Das ist zu günstig und deckt nicht die entstandenen Kosten. FFF (oder die referenzierten Wissenschaftler) fordern 180€ pro Tonne.
      Resümee: Wir sollten klar das Ziel (Klimakatastrophe verhindern) im Blick behalten und sehen, welche Diskussionen wir (ggf. exemplarisch) führen müssen und schauen, wie wir auf die Einsparungen kommen, die wir brauchen. Ggf. müssen wir auch etwas (zb. fliegen) erst einmal (!) verzichten. Vielleicht finden wir dann bessere Wege (z.B. klimafreundliches Fliegen). Das wäre super, ich fliege auch gerne um die Welt. Nur noch lieber habe ich funktionierende Ökosystem, mit genug Trinkwasser, einer funktionierenden Landwirtschaft und nicht Temperaturen wie aktuell in Marokko. Stürme finde ich auch nicht so super.

  131. Aber mit der Haltung das Argument “Ich find’s geil und kann es mir leisten” nicht gelten zu lassen, muss man permanent Leute ansprechen:
    Wasserski oder Motorboot fahren
    Ski und Snowboard (Energie für Fahrten zum Urlaubsort, Engergie für Lifte, Schneekanonen und beheizte Außenbreichen, nach der Saison komplett kaputte Natur,…)
    Generell so gut wie alle “Funsportarten”
    Smartphone Besitzer (über ~300€ reiner Luxusgegenstand; Konfliktbehaftete Herstellung und Rohtoffgewinnung; es gibt nicht perfekte, aber bessere Alternativen!)
    jeder mit Klamotten (Hergestellt unter beschissenen Arbeitszuständen und Umweltbelastenden Rohstoffgewinnung; mehr als ausreichend Alternativen)

    Mein Punkt ist, auch wenn große und/oder übermotorisierte Fahrezuge fahren auf meiner Liste steht, stehen sehr viel mehr und (für mich) wichtigere Dinge weiter oben, von denen ich selbst bei weitem nicht alle soo viel besser mache (z.Bsp. Smartphone). Sehe mich damit auch nicht in der moralisch überlegenen Position andere ihr Auto schlecht zu reden, während ich passenderweise überhaupt keins besitze. Nicht nur, aber auch weil ich es mir nicht leisten kann.

    • Das ist ja das Problem. Tatsächlihc sind Funsportarten ziemlich problematisch…
      Und das ist ja möglicherweise ein Teil des Klimawandels, der bei jedem im eigenen Kopf stattfinden muss.
      Skifahren (mit Lift) – oder vielleicht doch Skitouren gehen – oder Schneeschuhwandern – oder einfach so Wandern?
      Die Frage nach dem Klimaeffekt sollte einfach ab sofort bei all unseren Entscheidungen eine Rolle spielen.

    • Genauso sehe ich das auch und frage mich eben, wo ist hier die Grenze der Kritik? Für mich ist die Grenze ganz klar das Gesetz.
      Man müsste jeden Iphonebesitzer anprangern und ebenso alle Funsportarten. Aber auch eine Skitour und Wanderer belasten die Natur. Jedes Handeln eines Menschen verursacht CO2 und belastet das Klima und je mehr Menschen es werden, desto dramatischer wird dieser Effekt. Es geht bereits bei der Wahl und Herstellung der Kleidung los, der Ikea Möbel, des Smartphones, TV. Auch das Halten eines Haustieres ist grundsätzlich klimaschädlich. Würde man alle Katzen und Hunde aus der CO2-Bilanz herausrechnen, würde dies einen durchaus enormen Effekt haben.

      • Klassisches Whataboutism: nur weil es andere gute Taten zu vollbringen gibt, ist es nicht weniger gut, mit einer anzufangen.

        Oder wie hier bei negativen Dingen: Es ist nicht deswegen weniger sinnvoll, Fehler A zu kritisieren, weil es noch Fehler B bis ultimo zu kritisieren gäbe.

  132. Ich finde euer Vergleich mit dem Ansprechen von SUV-Fahrern und Leuten die Müll auf den Boden werfen hinkt etwas. Ihr habt ja selbst kurz vorher noch gesagt, dass es durchaus gute Gründe geben kann, SUVs zu fahren. Ich hätte als Landwirt oder jemand mit einer (nicht direkt erkennbaren) körperlichen Behinderung echt keine Lust, mich deshalb dauernd gegenüber irgendwelchen Leuten auf der Straße rechtfertigen zu müssen. Bei Müll ist das etwas anderes, weil es einfach keine Situation gibt in der ihn einfach auf die Straße zu werfen die beste Lösung ist.

    • Ich fürchte, Leute, die auf dem Land, im Wald oder auf Baustellen arbeiten, lachen sich über gängige Vorstadtpanzer tot. Da will ich wirkliche Geländegängigkeit und Ladefläche. Meine Großeltern sind mitsamt 3 Enkelkindern, Werkzeug und Proviant regelmäßig im VW T2 mit Pritsche und ~70PS in die Berge und in den Wald gefahren. Ging wunderbar.

      Richtig totlachen muss ich mich ja bei “kompakten” “SU”V. Da nehme ich im Kern eine vernünftige Fahrzeugklasse wie Golf oder Polo, bocke sie ein paar cm auf, mache die Karosserie ein bisschen fetter, damit es auch geil martialisch aussieht und nenne das dann “Stadtauto”, weil nicht ganz so dumm wie eine 2,5t-Schüssel.
      Als Fußgängerïn oder mit dem Velo werde ich trotzdem mit x% höherer Wahrscheinlichkeit draufgehen als bei einem richtigen Auto und auch die Schadstoffbelastung ist nach meinen Informationen höher. Irgendwie muss ja das höhere Gewicht und die schlechtere Aerodynamik ausgeglichen werden.

      Natürlich geht es im Kern nicht um sog. ” SU”V, sondern um komplett verdrehte Mobilitätskultur, wo wir die ineffizientesten und gefährlichsten ich Verkehrsträger subventionieren auf Kosten aller Menschen.

      Private Autos müssen raus aus der Stadt. Es ist kompletter Wahnsinn, was wir jeden Tag als selbstverständlich ansehen.

    • Hi, ich finde dein Punkt ist (leider) ähnliche wie z.B. Falschparken: wenn es (SUV oder Falschparken) wirklich nur die machen würden, bei denen es dringen ist (Notfall, Unfall (Parken), Behinderung, landwirtschaftlicher Betrieb, … (SUV)), dann wäre das kein Problem und jeder wüsste: der/ die hat bestimmt einen guten Grund. Es wäre also auch in Ihrem Interesse, dass nur SUV fährt, wer es wirklich braucht. Jede(r) der/ die SUV fährt, ohne es zu brauchen, erweist denen, die es wirklich brauchen, einen echten Bärendienst.

  133. Hallo zusammen,

    mich hat dieses Mal etwas irritiert, dass ihr die NPD (oder Funktionäre von ihnen) als “rechtsradikal” bezeichnet habt und dies, nachdem ihr in der letzten (oder vorletzten?) Folge explizit dazu aufgerufen habt, Begriffe wie eben “rechtsradikal”, “rechtsextrem” und “rechtspopulistisch” klarzukriegen.

    Die NPD ist keine rechtsradikale Partei, sondern eine rechtsextreme. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (zitiert nach bpb.de) unterscheidet ganz deutlich zwischen extremen und radikalen Positionen.

    “Als extremistisch werden die Bestrebungen bezeichnet, die gegen den Kernbestand unserer Verfassung – die freiheitliche demokratische Grundordnung – gerichtet sind. Über den Begriff des Extremismus besteht oft Unklarheit. Zu Unrecht wird er häufig mit Radikalismus gleichgesetzt. […] Radikale politische Auffassungen haben in unserer pluralistischen Gesellschaftsordnung ihren legitimen Platz.” Die NPD hat – da sind wir uns wohl einig – eben keinen Platz in unserer pluralistischen Gesellschaftsordnung und ist so bitte auf keinen Fall als “nur” radikal einzustufen.

    Vielleicht könntet ihr das mal für euch auch in einer der kommenden Folgen definieren:

    Wen und was meinen wir mit -populistisch?
    Wer ist in unseren Augen -radikal?
    Wo sehen wir Extremist*innen?

    Viele Grüße!

  134. Hallo ihr beiden,
    zum Thema SUV: ich finde das ganze Thema unglücklich, weil es auch Limousinen oder Sportwagen gibt, die komplett an Bedarf vorbei gehen. Außerdem ist mir nicht klar, warum ausgerechnet SUV gefährlicher sein sollen. Man könnte auch vermuten, dass ein moderner SUV mit seinen Assistenzsystemen sicherer ist als ein alter Golf. Gleiches gilt für verkehrsbehinderndes Verhalten. Nicht jeder SUV blockiert Radwege.
    Das Ansprechen von Leuten, die so eine Kiste fahren, finde ich bedenklich. Man könnte ja auch Leute loben, die kleine und sparsame Autos fahren… ;)

    Zum Thema Meinung in der Lage:
    Die eigene Meinung ist wichtig, sollte aber auf das nötigste beschränkt werden. Appelle finde ich persönlich in dem Format nicht angebracht.

    Mir wurde klar, dass ein Format wie die Lage mir überhaupt erst ermöglicht wahrzunehmen, wie ich selber zu einem stehe. Bei einem Radiobericht oder Zeitungsartikel nehme ich oftmals überhaupt nicht richtig war, wie ich dazu stehe. Selbst wenn ich nicht eurer Meinung bin bemerke ich aber, dass das so ist und beziehe automatisch selber Stellung.

    Daher vielen Dank an euch.

  135. Was Philip sagt stimmt. In der gewaltfreien Kommunikation arbeitet man tatsächlich klassisch mit Ich-Botschaften und nicht mit Du-Botschaften, um die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, dass mein Gegenüber in den Widerstand geht. Ein Supervisor von mir hat das „Du Du Du“ immer mit Maschinengewehrsalven verglichen. Seine Emotionen anzusprechen ist eine gute Sache, weil sie nie Grundlage von Diskussionen sein können. Ein Gefühl kann schließlich angesprochen werden. In diesem Fall empfiehlt es sicher eher auf Emotionen wie Angst einzugehen als dem anderen gegenüber seinen Ärger auszudrücken, der sicherlich auch bei vielen besteht, wenn sie einen SUV sehen. Wenn man auf emotionaler Ebene bleibt, dann geht schon darum hier eher negative Gefühle auszulösen. Scham oder Schuld. Scham kann nicht gewollt sein, weil Menschen sich hier als Ganzes abwerten und minderwertig fühlen, Schuld hat schon einen konkreten Bezug zu einem Verhalten, das man wiedergutmachen will. Viele Menschen versuchen natürlich negative Emotionen eher abzuwehren, deshalb könnte man dem SUV Fahrer auch ein paar konkrete Vorteile erläutern, wie bessere Luft in der Stadt oder eine leichtere Parkplatzsuche, wenn er sein Verhalten aufgibt. Sofern man die Grenze respektiert, wenn jemand nicht mit einem reden will, finde ich es überhaupt nicht schlimm Menschen auf ihr Verhalten anzusprechen. Wir müssen in einer Gesellschaft nicht alle nur nebeneinander herleben.

  136. Zum Thema Lage +:
    Mir hat immer Eure Rubrik „ask me anything“ gefallen, die ihr früher immer mal wieder der eigentlichen Sendung vorangestellt habt. Hier müsstet ihr auch nicht nur Fragen beantworten, sondern könntet Euch auch einfach locker unterhalten und etwa über Eure Technikerfahrungen, einen sehenswerten Film oder ein lesenswertes Buch (nicht zwingend mit Politikbezug, sonst könnte es auch in die normale Sendung) sprechen. Auch könntet ihr beispielsweise von interessanten Veranstaltungen, die ihr besucht habt, berichten. Ich denke auch nicht, dass sich das mit den Fragen nach den Livesendungen überschneiden würde, denn dort sind ja auch (und vor allem?) Nicht-Abonnenten.
    Ansonsten: Macht bitte einfach weiter so wie bisher, denn das Abo soll vor allem eine Anerkennung für die Zeit, die ihr in den Podcast investiert, sein. :)

  137. Thema SUV:
    Ihr habt nun versucht darzulegen, was ein SUV ist aber eben wieder nicht exakt. Soll nun jeder Mensch selbst entscheiden, welches Auto “böse” ist und dann den Fahrer ansprechen? Ich kann Euch hier leider nicht folgen. Ein Tesla ist ein extrem schweres und total unsinniges Auto. Ebenso ist ein Golf mit großem Motor purer Luxus. Soll man all diese Menschen ansprechen und zu welchem Auto soll man ihnen dann raten?
    – Der eine hat evtl. drei Kinder und einen Hund und benötigt ein größeres Auto. Warum muss er sich dann rechtfertigen, wenn er damit auch mal zum Bäcker fährt?
    – Ein SUV bzw. ein modernes Auto ist sicherer als ein altes und kleines. Warum darf jmd nicht einen SUV fahren indem er sicherer ist als in einem Polo, wenn er mit einem LKW kollidiert?
    – Warum verbietet man nicht alle Vans und Wohnmobile? Diese sind reine “Urlaubs- und Spaßmobile”. Sind groß und somit sehr gefährlich und verbrauchen viel.

    Aber die große Frage die sich mir stellt: Geht es hier tatsächlich um das große Auto oder im Grunde um jedes Auto bzw. um den Kapitalismus und Globalisierung? Wenn die Menschen sog. SUVs nicht fahren sollen/dürfen, dann könnte man doch auch folgendes fragen: Warum muss Du in den Urlaub fahren/fliegen? Warum hat Du einen so großen TV? Warum kaufst Du nicht Bio? Warum isst Du Fleisch,…?

    CO2: Würde man nämlich schnell, effizient und sozial fair CO2-Emissionen senken wollen, führt quasi kein Weg an Atomstrom vorbei. Frankreich macht es uns vor: CO2-Emissionen sind nur halb so hoch wie in D und gleichzeitig ist der Strompreis auch nur halb so hoch. Atomenergie, sofort aus Kohle raus, CO2 wird umgehend verringert, Bürger haben durch geringeren Strompreis mehr Geld verfügabr und ebenso die Wirtschaft. Aber keiner will Atomenergie, keiner will Stromtrassen, keiner will in seiner Umgebung ein Windrad,…aber dann zu glauben, dass eine CO2-Steuer oder das Verbot großer Autos etwas CO2-Reduktion bringen wird, ist illusorisch – leider. Energieerzeugung aus Atomkraft hat sich durchaus enorm weiterentwickelt. Ihr könntet mal einen Vergleich zu den Risiken aller Energieträger aufstellen. Die letzte Untersuchung welche ich sah, kam zu dem Ergebnis, dass Atomkraft – bei Berücksichtigung der gesamten Lieferkette und des Lebenszyklus aller Energiequellen – extrem sicher ist. Warum verwehrt man sich dieser relativ einfachen Lösung?

    • Vor allem wenn man mit einem 5 Monate alten, großem, deutschen Diesel-SUV der letzten Generation mit 188g/100km CO2 weniger CO2 ausstößt als ein VW Beetle oder Passat mit etwas größerem Motor.

      Wenn also jemand fragt, warum man so ein großes Auto fährt, fragt man erstmal zurück, was denn der Gegenüber fährt. Dann wird es meistens peinlich.

      • Sprichst Du jetzt vom realen Ausstoß, oder von den Herstellerangaben? Die deutsche Autoindustrie gilt ja bei der Angabe des Schadstoffaustoßes als besonders vertrauenswürdig.
        /ironie off

        • Meine Familienkutsche ist groß (Kinder, Hund, Oma), aber ein Plug-in-Hybrid. Er belastet die Umwelt mit steuerlich bescheinigten 46 g CO2, das ist ein Fünftel eines normalen Verbrenners, und sein Benzinmotor ist ohne Einspritzer und Turbo halbwegs sparsam. Mit einem reinen Elektroauto könnte ich zwar pendeln, aber nicht im Umkreis von 300 km berufliche Termine an einem Tag wuppen. Die Infrastruktur dafür ist einfach noch nicht vorhanden. Geladen wird der Hybrid mit Strom aus einem lokalen Blockheizkraftwerk (Pellets). Das ist alles nicht ideal. Ich finde es aber zu kurz gedacht, jetzt einfach alle großen Autos zu ächten.

        • Man kann ja nur offizielle Angaben vergleichen, das Verhältnis bleibt aber dasselbe.
          Und es geht bei der Vertrauenswürdigkeit nicht um die deutsche Autoindustrie sondern bewiesen um den Volkswagen-Konzern.

          Die haben ihren “Fortschritt” im Motorenbau halt durch Betrug erreicht.

          Ich denke, die richtige Vorgehensweise ist es, erstmal alte Autos aus dem Verkehr zu ziehen als große. Ich glaube fest daran, dass mein Auto mich daran hindern würde, in eine Menschenmenge zu fahren. Der regt sich schon auf bei Unterschreitung des Sicherheitsabstandes. Diese Art von Technik kommt nunmal erst in den großen und teuren Fahrzeugen.

          Aber dann schreien wieder alle “was ist dann mit dem Geringverdiener, der sich kein neues Auto kaufen kann oder will”!

          Daher: das mit den Euro-Einstufungen der Fahrzeuge ist schon der richtige Weg, muss eventuell verschärft und auf jeden Fall besser überwacht werden..

    • Zum Thema Atomstrom, empfehle ich den folgenden Bericht:
      https://www.oeko.de/oekodoc/318/2007-008-de.pdf

      Unbetrachtet vom Problem, strahlendes Material sicher über Jahrzehnte bzw Jahrhunderte lagern zu müssen, ist ein Atomkraftwerk eben keinesfalls CO2-frei. Auf- und Abbau, Uran-Abbau und -Lagerung, Aufbereitung des Urans und sogar der eigentliche Betrieb.

      Hinzu kommt eben das Risiko der Havarie.

      • Wie war das: Ein GAU alle 10000 Jahre. Das klingt erstmal ziemlich unwahrscheinlich. Aber: bei 400 Kraftwerken weltweit ist das im Schnitt ein GAU alle 25 Jahre.

  138. PSD-2-Richtline:

    Ihr sagt (und ich finde diese Annahme durchaus gerechtfertigt), dass möglicherweise Lobby-Interessen hinter dem Ausschluss der Privatkund*innen selbst von der API stecken könnten. Könnte der Grund dafür nicht auch sein, dass man Anbieter dazu zwingen möchte, sich zu zertifizieren und nicht den Umweg zu gehen, sich wieder einfach die Zugangsdaten der Nutzer*in aushändigen zu lassen? War nicht ein wesentlicher Grund der Regulierung der bisherige, sich im Graubereich befindliche Zugriff auf die Konten (allen voran Sofortüberweisung)? Wenn man jetzt den Kunden den Zugriff auf die APIs erlauben würde, dann wäre es doch wieder möglich, auf diesem Wege auch die Anforderungen an Drittanbieter zu umgehen, oder? Vielleicht könnte man ein alternatives, deutlich einfacheres Zertifizierungsverfahren für reine Banking-Apps ohne Drittanbieter-Charakter anbieten?

    • Guter Punkt – wobei es schon einen Unterschied macht, ob man eine App baut, die den Kundinnen und Kunden selbst den Zugriff auf ihre Konten ermöglicht, oder ob man sich (wie SÜ) die Zugangsdaten übermitteln lässt. Szenario 1 wäre mMn problemlos möglich, wenn die XS2A API nicht nur für Drittanbieter ausgelegt wäre.

  139. Hi Ihr beiden,

    hier ein kleiner Kommentar mit Korrektur zum Thema PSD2 von einem Eurer “Bankingnerd”-Hörer.

    1) die alten HBCI/FinTS-Schnittstelle MÜSSEN die Banken bis auf weiteres offen lassen. Das hat die BaFin (Finanzaufsicht) in einem Schreiben von Mitte August schon klar gestellt – siehe: https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/bankenaufsicht-bafin-gibt-banken-strenge-regeln-fuer-konto-schnittstellen-vor/24910032.html

    2) Die Banken selbst wollen meist dagegen die HBCI/FinTS-Schnittstellen so schnell wie möglich weghaben und sich auf den rein (europäischen) gesetzlichen Minimal-Rahmen der PSD2 Schnittstelle zurückziehen, der (wie Ihr schon richtig besprochen habt) in Form und Umfang deutlich hinter das zurückfällt, was bei uns in Deutschland seit Jahrzehnten schon existiert. Deutsche Banken und Sparkassen, die jahrzehntelang führend im Openbanking waren nutzen die PSD2 derzeit eher um das Openbanking geschlossener zu gestalten, denn wirklich im Sinne von Openbanking umzusetzen -> siehe auch das Chaos rund um Multibankingapps aktuell. Multibankingübersichten sind de-facto im Moment kaputt. Um es konkret zu sagen: Euer gewünschter direkter weiterer Kundenzugang auf die API ist von den Banken explizit NICHT erwünscht und soll verhindert werden. Sie würden die alten Schnittstellen eher lieber gestern als morgen dicht machen. Siehe: https://www.bvr.de/Presse/Deutsche_Kreditwirtschaft/DK_ueberrascht_ueber_BaFin_Bewertung_zu_neuen_Kontoschnittstellen_fuer_Drittdienste

    3) Eine schöne Darstellung wie das Mindset der Banken dazu ist, sieht man an einer öffentlichen Aussage des Hauptgeschäftsführers des dt. Bankenverbandes bei einem Bankenkongress: Dieser bezeichnete die bisherige Nutzung der alten Schnittstellen und ScreenScraping im Auftrag des Inhabers der Daten, also dem Endkunden bzw. von ihm selbst, klar als “Datenräuberei”, obwohl die Daten den Kunden und nicht den Banken gehören. Siehe https://twitter.com/KorschinowskiSv/status/1133650658018680833?s=20

    4) Die Berlin Group ist nur eine von mehreren Gruppen in Europa, die versuchen eine Art bankenübergreifende Spec für die PSD2 Schnittstelle zu schaffen. Also, ganz wichtig: Die Berlingroup hat hier nicht das Monopol wie die PSD2 Schnittstelle definiert wird! Initiiert wurde die Berlingroup im Rahmen der PSD1 vor über 15 Jahren übrigens von den deutschen Bankenverbänden um die nationalen Bankkartenverfahren/Debitverfahren (bei uns Girocard) zu europäisieren. Das ist damals gescheitert. Aber in diesem Kontext und der oben genannten Punkte dürft Ihr Euch von der Berlingroup keine großen Innovationen versprechen die klar gegen die Interessen der Banken und deren Verbände sind -> Und da sind wir wieder bei Punkt 2 & 3 oben :) In vielen Punkten bei der PSD2 Umsetzung, des Lobbying gegen PSD2 von den Banken wurde und wird leider der Kunde und Inhaber der Daten komplett “vergessen”.

    Mehr Infos gewünscht? Es gibt da einen Nischen-Blog & Podcast der sich intensiv mit den Themen und um Fintech, Banking & Payment auseinandersetzt: paymentandbanking.com (bin einer der Blogger und Podcaster aus dem Team). In den letzten Wochen hatten wir fast nur ein Thema… PSD2. Wer also tiefer rein will: http://www.paymentandbanking.com

    VG

    Jochen

  140. Zum Thema Soja Futtermittel,
    Es gibt da in der EU Bio Richtlinie strenge Regeln zum Eingenanbauanteil. Bei reinen Pflanzenfressern muss mindestens 60% des Futters auf dem Masthof angebaut werden. Zudem darf Futter nur von speziellen Betrieben zugekauft werden, die auf einer Positivliste stehen. Es würde mich sehr wundern, wenn da irgendwelche brasilianischen Sojaproduzenten drauf stehen, die davor den Regenwald gerodet haben. Dazu schützt Bioanbau von Futter auch die Böden strenger, da ja kein Stickstoff chemisch zugeführt werden darf. Da muss man dann also auf Traditionelle Fruchtwechsel setzen.
    Biotiefhaltung ist also nicht nur eine Frage des Tierwohl. Es geht viel mehr auch um die Auswirkungen der Tierhaltung auf die Umwelt allgemein.
    Einzelne Bioverbände haben darüber hinaus auch noch strengere Regeln. Eine Übersicht habe ich hier gefunden.
    https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Vergleich_Guetesiegel_Fleisch.pdf&ved=2ahUKEwj_-taUmdXkAhWGyKQKHXJ5AKMQFjAAegQIBBAB&usg=AOvVaw1-daKNSFOX3YqVX5jistzh

  141. Hallöle Ihr Geeks,
    cul, dass Ihr die Sache mit den Schnittstellen für Apps mal so gut verständlich erklärt habt. Schon wieder was am praktischen Beispiel gelernt. Danke und weiter so!

  142. Lieber Philip, Lieber Ulf,

    zum Thema Amazonas hattet ihr gefragt wofür die Biodiversität denn so wertvoll ist.
    Die Biodiversität erhöht wesentlich die Stabilität eines Ökosysteme. Je mehr verschiedene Arten die gleichen oder zumindest ähnliche Aufgaben (Zersetzung, Aufbau von Biomasse etc) übernehmen, umso leichter ist es zu verkraften wenn eine Art mal ausfallen sollte (durch biotische Ursachen oder Umwelteinflüsse). Man kann sich vorstellen, dass ein System, in dem eine Art eine Aufgabe komplett übernimmt, dieses schnell zusammenbricht, sollte diese Art einer Katastrophe zum Opfer fallen.
    Gleiches gilt für die genetische Vielfalt innerhalb einer Art.
    Vielfalt = Resilienz

    Ansonsten vielen Dank für eure Arbeit und die Zeit die ihr wöchentlich investiert.

    • Ein Anschauliches Beispiel für die Probleme, die durch reduzierte Biodiversität entstehen:

      Das ausbrechen von Insekten Plagen wird massiv begünstigt: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/07352688409382193

      und eines, das den Wert von Biodiversität verdeutlicht:

      Ger Genpool von z.B. Caffe Arrabica ist extrem klein und der Anbau ist dadurch gegenüber klimatischen Veränderungen sehr anfällig. Das kann durch das Einkreuzen von wild vorkommenden Spezies eventuell besser werden: https://worldcoffeeresearch.org/work/measuring-genetic-diversity-coffea-arabica/

    • Hallo Ihr Lieben,

      Es gibt viele gute Beispiele aus der (intensiven) Land- und Forstwirtschaft, die die These bestärken, dass Vielfalt zu Stabilität führt. Gleichzeitig gibt es aber auch artenarme und wenig komplexe Ökosysteme, die stabil sind (Adlerfarnbestände auf ehemaligen Weideflächen oder in der arktischen Tundra). Zu diesem Thema gab es schon in den 60er und 70ern eine kontroverse Debatte innerhalb der Ökologie, die empirisch zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kam: mal waren es diverse Ökosysteme, mal einfache, die stabil waren. Da man zu keinem Ergebnis kam, ist diese erste Diversitäts-Stabilitäts-Diskussion im Sande verlaufen.
      Damals war ein Problem u.a., dass die Begriffe Diversität und Stabilität unterschiedlich verstanden und operationalisiert (“messbar-gemacht”) wurden. Die Antwort lautete dann mehr oder weniger: Bestimmte Indikatoren für Diversität haben einen positiven/negativen/gar keinen Effekt auf bestimmte Indikatoren für Stabilität. (Außerdem kann auf das Monokulturen-Argument entgegnet werden: die “Schädlingspopulationen” dort sind recht stabil — auf die Perspektive kommt es an! ;-) (Für eine Übersicht über diesen ersten Diskurs s.u. (1))

      Die Frage nach der Funktion von Biodiversität kann einmal wertfrei gestellt werden, in Bezug auf bestimmte Ökosystemparameter — oder in Bezug auf menschlichen Nutzen: Welche Funktion hat Biodiversität für den Menschen oder für Ökosysteme, die dem Menschen nutzen. Die genannten Genressourcen für Arzneimittel oder die Pflanzen- und Tierzucht können hier genannt werden. Welche Bedeutung sie für die Ökosysteme hat, hängt wohl davon ab, was man mit Vielfalt meint und ist nicht so klar zu beantworten.

      Es gibt aber noch andere Gründe, warum Natur im weiten Sinnne schützenswert ist. Das ist ganz unwissenschaftlich, aber sehr wirkmächtig, der symbolische Charakter: Natur als Landschaft hat eine ästhetische und kulturelle Bedeutung: als Sehnsuchtsort in der modernen Welt, als Heimat (Debatte: Darf man an den Heimatbegriff im Naturschutz unbefangen anknüpfen?), als Erfahrungsraum, usw. (Das hat mit Biodiversität im wissenschaftlichen Sinne aber nichts zu tun: Die Vielfalt, die wir schön finden, ist nicht gleich dem ökologischen Parameter für Diversität. Strukturreiche (Kultur-)Landschaften werden ebenso als schön empfunden, wie artenarme Moore.)

      Nach dem versanden der ersten inner-ökologischen Debatte kam Diversität in den 80ern vor dem Hintergrund globaler ökologischer Krisen als umwelt-politisches Konzept daher und wurde mit der Rio-Konvention 1992 international bedeutsam. (Da nun der enge wissenschaftliche Kreis verlassen wurde, kam ein schickes “Bio” vor die Diversität).

      In dem Text zur Konvention ist Biodiversität dann auch (recht vage) definiert. Aber gerade diese Vagheit, die wissenschaftlich problematisch ist, ist die argumentative Stärke des Konzepts: Der Begriff knüpft an die allgemeine Wertschätzung von Vielfalt und Fülle an und wirkt gleichzeitig wissenschaftlich, was ihm Autorität verleiht. So werden Leute für den Schutz von Natur und Umwelt motiviert und er bietet als scheinbar neutraler Begriff eine Basis für das Austragen unterschiedlicher Interessen. Das ist der Wert der “Idee der Biodiversität”, nicht der Biodiversität selbst. (2)

      Neben ökonomisch-funktionalen und ästhetischen Argumenten, kann man auch ethisch für den Wert der “Natur an sich” und ihren Erscheinungen argumentieren. Da würde ich mich aber auf dünnerem Aus bewegen…

      (1) Trepl, L. (1995). Die Diversitäts-Stabilitäts-Diskussion in der Ökologie. Beihefte zu den Berichten der ANL, 12, 35-49.
      (2) Jax, Kurt (2003). Die Funktion der biologischen Vielfalt. In: Körner, Nagel, Eisel (Hrg.): Naturschutzbegründungen. Bonn: BfN.

  143. Zum Thema Klimaschädlichkeit von (Rind-)Fleisch. Tatsächlich wird fast jedes Rind in Deutschland mit Soja aus Südamerika gefüttert. Zumindest jedes Rind, dass nicht auf der Weide steht. Allein aus dem Grund, dass dies heute fast die einzige verfügbare Eiweissquelle ist, lokale Quellen wie zB Ackerbohnen werden fast nicht mehr angebaut. Zusammengefasst: Sollte man sich jetzt nicht zufällig gerade ausschließlich von weidegehaltenen Gallowayrindern ernähren, nimmt jeder, der Fleisch konsumiert, südamerikanisches Soja zu sich.

    • Dazu eine Ergänzung.

      Es ist erstaunlich einfach, zu erkennen, ob für ein Bestimmtes Lebensmittel ein Stück Amazonas abgeholzt wurde:

      Fast alles Soja, das in Südamerika und den USA angebaut wird ist genmodifiziert.
      Anhand dieses Markers lässt sich Südamerikanisches Soja (egal ob jetzt im Tofu oder als Tierfutter) also fast sicher ausschließen.
      Also, falls das Lebensmittel als “Ohne Gentechnik” ausgezeichnet ist, kann man mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass dafür ein Stück Regenwald gerodet wurde.

      • PS: Natürlich nur in erster Näherung. Substitutions-Effekte zwischen genmodifiziertem und nicht genmodifiziertem Soja werden dabei z.B. außer acht gelassen. Wer also ganz sicher sein möchte, sollte einfach kein Fleisch essen. Ist aber vielleicht trotzdem eine kleine Hilfestellung, für alle, die ihr Gewissen ein bisschen entlasten wollen.

  144. Zu SUV-Feedback:
    Es gibt keine “netten kleinen SUVs”. Jedes Auto dieser Gattung behindert vorausschauendes Fahren, hat durch seine Höhe ein ungünstiges Aufprallverhalten und einen vergleichsweise hohen Luftwiderstandsbeiwert. Die meisten dieser kompakteren Pseudo-Stadt-Geländewagen sind Ableger von Baukastensystemen der Hersteller mit negativen Eigenschaften für die Umwelt und andere Verkehrsteilnehmer im Vergleich zu deren Schwestermodellen. Wer wirklich nur höher sitzen und bequemer einsteigen will, der findet unter den Familienvans (z.B. Mercedes B-Klasse, VW Golf Sportsvan) oder Hochdachkombis (Citroen Berlingo, VW Caddy) genügend Auswahl ohne den “Geschmack von Freiheit und Abenteuer” auf Kosten seiner Mitmenschen.

  145. Zu den SUVs

    Ich finde es schade, dass die Argumentation über die negativen Auswirkungen allein bei den SUVs bleibt, anstatt generell zu einer Diskussion über PKWs zu kommen.
    Nicht nur SUVs verpesten das Klima, nehmen Platz weg etc. (Auch wenn die “Panzer” das in einem höheren Ausmaß tun)

    Burn fat not oil – ride a bycicle ;)

    • Das haben wir doch schon sehr oft diskutiert. Hatten das Gefühl, dass wir uns dann hier im Krei drehen würden.

      • Zum Thema SUV… Ich frage mich die ganze Zeit ob es auch so viel Kritik / Aufregung gegeben hätte, wenn es um das kritische Hinterfragen vom hohen Fleischkonsum oder Ähnliches gegeben hätte? … Da bin ich sehr gespannt…
        Das Thema PKW und in diesem Fall SUV scheint in unserer Nation ein empfindliches Thema zu sein.

  146. Zwei Punkte zum Brexit

    Parteiausschlüsse: Die 21 Konservativen sind “nur” aus der Fraktion ausgeschlossen worden, und dürfen nicht erneut zur Wahl aufgestellt werden. Sie sind weiterhin Parteimitglied – sofern sie die Partei nicht aus eigenem Antrieb verlassen haben (wie z.B. die Beiden, die zu den Liberalen übergetreten sind).
    https://en.wikipedia.org/wiki/Kenneth_Clarke: “While [Kenneth Clarke] still remains a member of the Conservative Party, the Conservative whip was withdrawn from him.” Und weiter unten: “Subsequently, all 21 were advised that they … were expelled as Conservative MPs, requiring them to sit as independents.”

    Parlamentsauflösung:
    Die UK hat drei separate Rechtsbezirke mit mehr oder weniger unterschiedlicher Rechtstradition: England mit Wales, Nordirland und Schottland. Grob vereinfacht gilt Common Law (angelsächsiches Recht), außer in Schottland, wo eine Mischung aus Common und Civil Law verwendet wird (Civil Law = kontinentales/römisches Recht).
    Und da ist jetzt folgendes passiert: Das höchste Gericht für England und Wales hat sich für nicht zuständig erklärt, in Nordirland liegt noch keine Entscheidung vor, und das oberste Gericht Schottlands hat aus seiner anderen Rechtstradition heraus die Auflösung des Parlaments für ungültig erklärt. Das letzte Wort liegt beim Supreme Court of the United Kingdom (Oberster Gerichtshof), aber bis dahin ist es wohl noch nicht eskaliert worden.

  147. Lieber Philip, lieber Ulf,

    euer Beitrag über SUVs in der letzten Folge, hat einiges an Verwunderung in mir hervorgerufen. Und zwar nicht inhaltlich, sondern über die von euch verwendete Sprache. Ihr bedient euch gleicher sprachlicher Methoden, wie es Rechtspopulisten tun. Ich werde versuchen dies an drei Beispielen zu verdeutlichen:

    Ihr bezeichnet die Fahrzeuge konsequent als Panzer, was offensichtlich falsch ist, um ein Bedrohungspotential aufzubauen. Gleiches tut Alice Weidel, wenn sie, was ebenso falsch ist, von Migranten als Messermännern spricht.
    Ihr stellt die Behauptung in den Raum, große SUVs seien gefährlicher als andere Fahrzeuge, ohne belastbare Beweise zu liefern. Wenn die AfD davon spricht, dass Asylsuchende krimineller als andere sind, ist das nichts anderes.
    Dann fordert ihr die Zuhörer dazu auf, wenn sie SUV Fahrer zur Rede stellen, doch mit der Angst um die Kinder zu argumentieren. Die Benutzung von subjektiven, faktisch nicht nachgewiesenen Argumenten ist ebenfalls ein Muster von Rechtspopulisten.

    Es ist davon auszugehen, dass die von euch verwendete Sprache, nicht zu einer sachlichen Diskussion beiträgt, sondern vielmehr zu einer Polarisierung in der Gesellschaft. Die Argumente sind undifferenziert, beispielsweise, ließe sich die Frage auf die, besonders bei Familien beliebten Bullis ausweiten, oder fragen, ob teure, große SUVs nicht durch Notbremssysteme etc. evtl. sogar sicherer sind als günstigere, kleinere Fahrzeuge.
    Leider bleibt ihr in eurer Diskussion eindimensional und voreingenommen, was dann doch, auch wenn ihr es verneint, auf eine aktivistische Denkweise hinweist.

    Liebe Grüße
    Victoria

    Disclaimer: Ich nutze nur das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel.

    • Da diese Bewertung bzw. dieser Vergeich jetzt öfter auftaucht: Man kann die zugespitzte Sprache mit der SUVs kritisiert werden überzogen finden. Dein Vergleich ignoriert aber einen wesentlichen Unterschied: Die AfD-Äußerungen richten sich gegen Menschen und werten Menschen rassistisch ab. Wenn Ulf und Philip sowie andere sich über SUVs äußern, geht es um Gegenstände und freie Entscheidungen von Menschen, die man deutlich und auch pauschalisierend kritiseren kann. Es ist deshalb nicht “die gleiche sprachliche Methode”. SUV-kritische Sprache ist mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit überhaupt nicht zu vergleichen.

      • Hallo Albert,

        vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde du ziehst einen neuen Aspekt mit ein, der seine Richtigkeit besitzt.

        Allerdings meint Victoria (nach meiner Auffassung) die Methode, die hier von Ulf und Philip benutzt wird. Mein anderer Kommentar enthält einen Verweis zu einer Erklärung des Begriffs oder der Methode des Framings in der Rhetorik. Ich glaube schon, dass einige Parallelen zu den benannten politischen Strömungen zu erkennen ist, mal unabhängig vom Inhalt.

      • Mein Vergleich bezieht sich auf die verwendete Sprache, nicht die Argumente, von daher ist eine Analyse sehr wohl zulässige. Es geht darum darzulegen, wie der Duktus eine gesellschaftliche Spaltung verstärkt, anstatt zu einem möglichen Umdenken zu bewegen.
        Das geforderte Shaming bezieht sich schließlich nicht gegen die SUVs sondern gegen deren Fahrer. Und es ist doch zumindest zweifelhaft, ob ein sozialer Hass, wie er teilweise dieses Wochenende in Frankfurt zusehen war, wo sich Demonstranten und Familien mit Kindern anschrieen und bedrängten, die eine Messe besuchen wollten, in irgendeiner Form wünschenswert sind.
        Eine Diskussion unter Hinzunahme valider Fakten ist doch zielführender, als eine sprachliche Gleichsetzung von Autos mit Kriegswaffen.

        • In der letzten Folge wurde doch nicht dazu aufgefordert, wildremde SUV-Faher wegen ihres Fahrzeuges zu belästigen, sondern das Thema im Freundes- und Bekanntenkreis zur Sprache zu bringen, völlig andere Situation.
          Dabei soll es auch eben nicht um “Shaming” oder Anprangern gehen, sondern darum, ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen. Man redet hier ja mit Leuten, die man kennt und mit denen man sich gut versteht.

    • Hallo Victoria,

      vielen Dank für dein Kommentar. Ich finde diesen sehr gut!

      Zur Untermauerung möchte ich noch zwei Quellen einfügen:

      Artikel vom Focus zur Gefährlichkeit von SUV mit Verweis auf entsprechenden Tests vom ADAC:

      https://www.focus.de/auto/suvspecial/nach-dem-suv-unfall-in-berlin-uebeltaeter-suv-welche-autos-sind-fuer-fussgaenger-wirklich-gefaehrlich_id_11123980.html

      Konsens des Artikels ist, wie von dir schon gesagt, dass das Argument SUVs seien gefährlicher als ein normaler PKW einfach nicht haltbar ist.

      Ein Artikel des Bayern2 erklärt den Begriff des Framings (ich denke das ist eine gute Zusammenfassung und wissenschaftliche Erklärung zu deinen Ausführungen zur Sprachgestaltung): https://www.br.de/radio/bayern2/framing-sprache-steuert-gedanken-100.html

      Ich denke, das ist ein wirklich ein zentraler Punkt. Hier wird durch die sprachliche Darstellung , wie von dir ausgeführt, ein Feindbild des SUVs (oder des Panzers) aufgebaut. Dadurch wird unterbewusst eine Aversion aufgebaut. Das muss beleuchtet werden, um reflektiert diese Darstellung betrachten zu können.

    • Bei deiner Sprachkritik bleibt aber der wesentliche Unterschied unberücksichtigt, dass die AfD von Menschen spricht und nicht von Gegenständen, was SUVs schließlich sind, weswegen ich hier keinesfalls von “gleichen sprachlichen Methoden” reden würde.

      Natürlich ist es richtig, dass der Begriff “Panzer” in diesem Kontext schon eine Art politischer Kampfbegriff ist und damit ein gewisses Framing bzgl. Gefahrenpotential bedient. Die Verwendung derartiger Begriffe ist im politischen Diskurs allerdings nicht wirklich unüblich, was man nicht gut finden muss, zur Einordnung aber wissen sollte.

      Bei SUVs ist zunächst unbestreitbar, dass diese mehr Masse besitzen und entsprechend bei Unfällen mit höheren Geschwindigkeiten stärker auf den Unfallgegner einwirken. Bei Kollisionen zwischen SUVs und Kleinwagen haben letztere schlechte Karten, ich denke, das ist soweit unumstritten.

      Bei Unfällen mit Personenbeteiligung ist es schwieriger, weil es auf viele Faktoren ankommt. Richtig ist, dass die hohe Front der meisten SUVs dazu führt, dass bei Kollisionen mit (insbesondere Kindern und kleinen) Fußgängern diese unter das Auto gezogen werden und nicht über die Motorhaube abrollen können, was jedoch auch starke Gefahren birgt, insbesondere für Kopfverletzungen.

      Daher würde ich auch bezüglich des Gefahrenpotentials nicht von irrationalen und auf Angst basierten Argumentationsmustern sprechen, diese Sachverhalte sind durchaus stichhaltig. Es ist allerdings in der Tat angemessen, entsprechende Aussagen durch Verweise zu belegen. Ich habe jetzt aber auch nicht alle verlinkten Artikel gelesen und kann daher nicht beurteilen, ob hier wirklich ein Versäumnis vorliegt.

      Natürlich gelten viele der Kritikpunkte auch allgemein für größere Fahrzeuge, das schwächt allerdings das Argument in Bezug auf SUVs auch nicht wirklich ab.

      • Ich kann leider nicht erkennen, inwiefern die Argumente zu einem höheren Gefährdungspotential stichhaltig sind. Wie richtig angemerkt, die Gefahren für Fußgänger sind vergleichbar, wenn auch die Verletzungsmuster andere sind (eine kurze Googlesuche führt zu zahlreichen Artikeln, die sich kürzlich mit dieser Frage beschäftigten). Bei den Gefahren zwischen Kleinwagen und SUV (im städtischen Bereich, weil Philip und Ulf besonders für diesen argumentieren) stellt sich die Frage, ob erstens, bei den gefahren Geschwindigkeiten eine höhere Gefährdung besteht und zweitens ob, wenn beide Fahrzeuge Kleinwagen wären, die Unfallfolgen für beide weniger schwerwiegend wären. Hypothetisch ist es möglich, dass im Sinne der Sicherheit es sogar besser wäre, würden mehr Leute SUV fahren. Und dabei ist noch nicht auf das von mir zuvor gemachte Argument eingegangen, dass die in modernen, großen und teuren SUV verbauten Assistenzsysteme, diese evtl. sicherer für andere machen.
        Mir geht es im Grunde darum herauszustellen, dass die Grundlage einer Diskussion faktische und nicht gefühlte Argumente sein sollten. Und daher rührt auch meine Ausgangskritik an der verwendeten Sprache, weil diese lediglich zu einer Emotionalisierung führt. Ebenso wie das propagierte Shaming.
        (Für die nächste Aussage habe ich keine Belege und argumentiere erfahrungsbasiert.) Es ist meiner Erfahrung nach nie förderlich Personen oder Personengruppen anzuprangern und sie so zu einem Umdenken bringen zu wollen. Das führt primär zu Verteidigungshaltungen, insbesondere, wenn es von Fremden kommt. Und jemanden, basierend auf einer gefühlten moralischen Überlegenheit, nur auf Grund des Fahrzeugs was er fährt zur Rechtfertigung zu nötigen ist meiner Ansicht nach ebenfalls moralisch fragwürdig.

        Abschließend sehe ich mich nochmal gezwungen klarzustellen, dass ich persönlich SUV als albern erachte und mich hier als Advocatus Diaboli betätige, weil ich davon überzeugt bin, dass der gewählte Duktus zu vermehrtem Hass in der Gesellschaft führt und sich das niemand wünschen sollte.

        • Wie ich weiter oben geschrieben habe, sehe ich die Empfehlung vo Philip und Ulf, das Thema im Freundes- und Bekanntenkreis zur Sprache zu bringen, nicht als “Shaming” an. (Sofern du das mit dem “propagierten Shaming” gemeint hast)
          Es soll ja eben nicht darum gehen, die Leute anzuprangern oder als Egoisten zu brandmarken, sondern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es sich bei dicken SUVs eben um i.V. zu Klein- oder Mittelklassewagen eher um umweltschädliche Modelle handelt. Nun gibt es natürlich auch Gründe, die dafür sprechen können, etwa Rückenprobleme, insbesonder bei alten Leuten. (hier wäre früher auch die alte Mercedes-A-Klasse in Betracht gekommen).
          Jedenfalls ist es ein Thema, was nach eigner Erfahrung ohne Probleme im Bekanntenkreis diskutiert werden kann, ohne dass es zu Verwerfungen kommt, auch mit Grünen-Wählern und SUV-Fahrern (nicht in Personalunion). Man sollte vielleicht einfach davon ausgehen, dass Leute sich einigermaßen vernünftig und ohne Schaum vor dem Mund über solche Themen unterhalten können. Wir reden hier ja vom Bekanntenkreis und nicht davon, fremde Menschen auf der Straße zu belästigen, oder, nocht schlimmer, Twitter.

          Grundsätzlich möchte ich zustimmen, was die Abwerhhaltung gegen Kritik von Außen angeht. Allerdings habe ich doch meine Zweifel, ob das Merkmal SUV-Fahrer hinreichend identitätsstiftend ist, um eine solche Reaktion hervorurufen. Das Auto ist ein klassisches Statussymbol, deswegen wird es einiger sicherlich so gehen, ich hoffe aber, dass es sich eher um eine Minderheit handelt.

          Das Ergebnis kann aber auch nicht sein, einfach garnicht darüber zu reden, weil sich Menschen mit betreffenden Fahrzeugen angegriffen fühlen könnten. Angesichts der höheren Schadstoffausstöße sowie der steigenden Zahl der Zulassungen taugt der SUV nunmal gut als eine Art Kampfbegriff, da er auch sinnblidlich für eine unnötige oder auch alberne Prozigkeit zu Lasten der Umwelt steht bzw. so wahrgenommen wird. Davon wird man so schnell nicht mehr loskommen.
          Bleibt die Frage, wie man denn darüber reden soll, ohne entsprechende Abwehrreflexe zu bedienen-

        • @Jemand

          Also ich habe mir jetzt den SUV Teil dieser LdN nochmals angehört, weil ich mich an Deinen Verweis auf den Freundes- und Bekanntenkreis, in dem man die Problematik ansprechen soll, nicht erinnern konnte. Das kommt daher, dass sie explizit davon sprachen, man solle “solche Leute”, gemeint sind SUV-Fahrer (deren Verhalten sie im übrigen als asozial bezeichnen) im “öffentlichen Raum” ansprechen.

          Die folgenden Argumente sind jene, auf die ich mich in meinem Ausgangspost bezogen habe.
          Ich muss sagen, ich bin nach dem wiederholten Hören der Sequenz noch schockierter über den verwendeten Duktus, als ich es ohnehin schon war. Außerdem halten einige der Argumente einer logischen Belastung schlicht nicht stand.

          Aber ich glaube ich habe deutlich gemacht worum es mir geht und dass ich es schade finde, dass Philip und Ulf mit ihrer Sprache zu einer gesellschaftlichen Spaltung beitragen. Dabei möchte ich es dann auch bewenden lassen.

        • Ich habe auch nochmal reingehört und du hast Recht, hatte ich so deutlich garnicht in Erinnerung. Trotz des Hinweises, höflich und freundlich zu bleiben, halte ich das für ziemlich unangemessen.

    • Danke für den Kommentar. Gibt es hier irgendwo einen Like-Button?

      • Ein Handlungsansatz bzgl. des Regenwaldes, mit anderer Stoßrichtung als der von euch vertretenen:
        Die Welten-Gemeinschaft aka die Industrienationen zahlt für den positiven Effekt des Regenwaldes an Brasilien & Co.
        Und zwar spürbar.
        Dann bekommt die Klima-Resource „Wald“ plötzlich einen ökonomischen Wert und die Länder werden sie entsprechend wertschätzen.

  148. Zum Thema PSD2 und direkter Zugriff: Die PSD2-API aufrufbar für jeden scheitert an den sogenannten eIDAS-Zertifikaten (eine europäische Erweiterung der im Internet üblichen x.509-Zertifikanten. Mit denen verifizieren die Banken die Drittanbieter (TPP) und so ein Zertifikat erhält nur wenn er entspricht zertifiziert wurde.

    Technisch könnte man dieses Zertifikat auch in eine lokale App einbauen, da dafür aber sowohl Zertifikat wie auch privater Schlüssel verteilt werden müssten, ist die Frage wie man das als Anbieter so absichert, dass nicht irgendwer das Zertifikat missbraucht.

    Es spricht übrigens nichts dagegen, dass Banken neben den PSD2-Schnittstellen noch weitere APIs bereitstellen, die PSD2 erfordert nur, dass die PSD2-Schnittstellen mindestens so “gut” (Performance, Inhalt) sind wie alternative Kanäle.

  149. +
    Ich wünsche mir, dass die Lage+ zwei Stunden früher zum Download bereitsteht und dass der Stream einer LageLive bis zu 48 Std. später noch angesehen werden kann. Ob besonders der letztere Wunsch missbrauchsfrei zu realisieren ist, kann ich allerdings nicht einschätzen.

    • … den früheren Download meinte ich zur Entzerrung der Serverzugriffe.

    • + Ich schlage vor: Persönliche Zuwendung.
      Jeder plus-Abonnent kriegt garantiert eine einmalige persönliche Antwort auf seinen Kommentar hier, pro Woche, jede Unterstützerin kann mit Euch hier garantiert bis zu 3-mal hin-und her-diskutieren.
      Technische Umsetzung: Ihr baut die Kommentare anscheinend ohnehin um. Beim Absenden müsste der Abonnent oder Unterstützer – falls er denn Eure Replik einlösen will – einen Code eingeben. Keine Dritte sieht den Fakt oder den Code.
      Fair use Klausel: Falls er spamt oder die Anfrage zu umfangreich wäre oder …, kriegt er eine persönliche eMail, ohne Eintrag in den Kommentaren.
      Übrigens: Zur technischen Umsetzung seid Ihr sicher auch schon auf die Idee gekommen nach Themenblöcken zu strukturieren. Plus Anregungen, Übergreifendes und Technisches.

  150. Eigentlich wollte ich nicht zwei Wochen am Stück kommentieren, aber da ihr explizit nach LageAbo gefragt hattet: Es gibt zwei Komponenten die mich abhalten.

    Der erste (und wichtigere Punkt) ist, dass ihr euch für meinen Geschmack endlich entscheiden solltet, ob ich neutraler Beobachter und Informationsträger sein wollt oder politischer Kommentartor sein wollt. Für ersteres bin ich seit längerem auf der Suche, aber dafür gibt es mir bei euch zu viel Polemik.

    Die aktuellen Beispiele wären die SUV-Debatte von letzter Woche, wo ich mich mal wieder gefragt habe warum eigentlich die Leute die das gleiche Ziel wie ich haben (weniger CO2, in dem Fall also weniger SUVs) sich immer auf so dämlich emotionale Argumente zurückfallen lassen.
    Das objektive Argument gegen SUVs (zumindest die die ihr meintet) ist Spritverbrauch. “Warum führen wir keine Sondersteuer/abgabe/whatever für alle PKW mit mehr als X l/100km ein?” (Man nehme ein einigermassen sinnvolles X, und mache die Abgabe proportional zu dem delta zwischen Verbrauch und dem). An dem Punkt gibt es kein “aber du willst nur das ich mich unsicher fühle” oder “du magst nur meine Autowahl nicht”. Es gibt einfach nur ein “wir wollen weniger CO2, das reduziert es”. Das Argument ist viel schwerer zu entkräften als: “Drangsaliert alle SUV-Fahrer die ihr in der Wildbahn seht” (und ja das ist wie ihr rübergekommen seid).
    Davor hattet ihrs mit “Inlandsflüge sind pöse” (surprise: Ja sind sie), die machen exakt 0,3% der CO2 Emissionen in Deutschland aus, selbst wenn ihr nen Faktor 10 bekommt (weil Stratosphäre und so ack) sind wir wenn wir für jedes Prozent nen halbes Jahr brauchen dann irgendwann in 2100 fertig. Ja ich weis, Stromtrassen sind schwieriger (weniger “sexy”) aber können wir uns bitte darauf fokussieren (~30% CO2 Emissionen), bevor diesen emotionalen Kleinkram anfangen.
    Diese Woche habt ihrs von der “pösen Startuplobby”, wo ihr es hinbekommen habt exakt kein tatsächliches Indiz zu benennen. Spontan fallen mir einige Gründe ein warum man keine organisierte Weitergabe von Zugangsdaten, mit denen man Überweisungen tätigen kann, an nur vielleicht vertrauenswürdigen Apps haben möchte. Ich bezweifle, dass, ausserhalb eurer Tech-Twitterbubble, jemand weis wofür diese ganzen Akronyme der Banking APIs eigentlich stehen. Ja es gibt einige 100 genervte Menschen und wenn alle Banken die alte API einstellen wird es vielleicht einige 10000 Menschen geben die dadurch geschädigt sind. Das ist schlicht und einfach gesamtgesellschaftlich nicht relevant (auch wenn ich selbst gerne die Option hätte mir ein Skript zu schreiben, was mein Kontodaten in ne Datenbank von mir füttert, es sind sicher keine Millionen Menschen in Deutschland die das wollen).

    Keines dieser Themen habt ihr (imo) sachlich genug abgearbeitet, das Niveau schwankt dabei zwischen gerade so akzeptable und viele fundierte und interessante neue Gedanken. Unterm Strich lohnt sich die Lage für mich schon, aber ich muss genug Themenblöcke überspringen oder vorher pausieren. Manchmal bemüht ihr euch halt schon der Bild Konkurrenz zu machen.
    Und bezüglich Handlungsanweisungen geben: Wenn ihr den Unterschied zwischen “wenn du gehört werden willst, trete in den politischen Diskurs ein” (aka trete einer Partei bei) und “starte eine Konfrontation in der Öffentlichkeit” (aka nerve einen random SUV Fahrer) nicht seht, habt ihr an einem Massenmedium nichts verloren.

    Der zweite Punkt ist mehr ein genereller bezüglich Podcastfinanzierung.
    Ihr seid mir wertvoll genug, dass ich euch meine Zeit und Aufmerksamkeit schenke und bis zu einem gewissen Punkt auch das ihr die zu Werbezwecken verkaufen dürft. Hier ist wieder das Problem, das ihr keine Trennung zwischen Verlag und Redaktion habt. Wenn ihr mir auf der einen Seite die neusten Fordmodelle anpreist, auf der anderen Seite aber auf Autos schimpft, kommt das leicht heuchlerisch und macht euch suspekter. (Die einfache Lösung ist nur fertig produzierte Werbespots einzuspielen und genug Rückgrat zu haben, wenn darin Schwachsinn erzählt wurde das auch zu benennen und in Kauf zu nehmen, dass man nicht nochmal Werbung geschaltet bekommt).

    Generell würde ich solchen Podcasts wie euch gerne bei der Refinanzierung helfen, aber eben auch nur dabei. Mir ist nicht 100%ig klar, was für mich alles “legitime” Ausgaben sind. Sowas wie Reisekosten, sowas wie Audioequipment, sowas wie Hostingkosten wahrscheinlich schon, sowas wie ein Gehalt definitiv nicht. Für letzteres benutzt ihr den Podcast zu sehr um eure Meinung zu pushen und zu wenig um objektiv zu informieren. (ZB das die SPD sich nach Meldung in der Lage bei dir gemeldet hat, sollte einen Kommentar wert sein und auch die Nachfrage wie das denn so generell aussieht, gerade was DSGVO compliance und Gebühreneinzug angeht auslösen).
    Was ich dafür aber halt sehen wollen würde ist deutlich mehr Transparenz. Zumindest mal eine Liste von Ausgaben die ihr refinanziert bekommen wollt, gerne auch einfach auf der Website hier. Und dann hätte man die Option zu sagen “ich beteilige mich diesen Monat” oder “ich beteilige mich generell” und dann würde die Summe dieser Liste aufgeteilt und von allen eingezogen. So wie es momentan ist habt ihr halt potentiell 80k Abonnenten die je 5 Euro im Monat (nein ich habe keine Idee was ihr für ein LageAbo wollt :)) zahlen und ihr 400kEuro im Monat einsteckt.

    Im Allgemeinen hätte ich gerne zwei Finanzierungsoptionen für Podcasts: Einmal “es ist ein geiler Service und ich bin bereit das Produkt zu finanzieren” (klassisches Abo) und einmal “es ist ein wertvoller Service und ich möchte nicht, dass die Hersteller abhängig werden” (Ersatz für Werbung)

    PS: Sorry für die Länge des Kommentars

  151. 16. September 2019 um 8:11 Uhr
    Alexander Reifinger

    Ich hoffe, der Entwickler von MM gibt Euch ein paar Kisten Bier aus für die penetrante Namensnennung!

    • Bisher haben wir jdf nichts bekommen … ich finde, es muss möglich sein, dass wir außergewöhnlich gute Produkte auch nennen. Das hat sich dieser Entwickler redlich verdient.

  152. Zum Thema Plus Abo: Hab schon vor sehr langer Zeit angemerkt, dass ich mir eine andere Zahlungsart wünsche. Eine einfache SEPA Zahlung z.B. wäre super und kostengünstig. Aber scheinbar ist das von euch nicht gewünscht, weshalb ich bisher kein Abo abgeschlossen habe. Ich würde gerne aber nicht per Kreditkarte.

    • Das wäre in der Tat eine gute Sache. Ich habe ein Abo per Kreditkarte, aber auch nur weil es nicht anders ging und ich eins wollte :) Vielleicht überdenkt ihr das nochmal und man kann per Überweisung abonnieren…

  153. Dass Johnson eine Wiederbelebung der Backstopvariante, bei der nur Nordirland in der Zollunion bleibt, bereits ablehnend kommentiert hat, hätte bei eurer Spekulation darüber, wie es noch zu einem Deal kommen könnte, zumindest Erwähnung finden können: https://www.theguardian.com/politics/2019/sep/11/boris-johnson-rejects-northern-ireland-only-backstop

    Da dies im Raum steht, fand ich den Fokus eurer Diskussion möglicher Dealfindungsansätze etwas irritierend, auch wenn der Verlust der Parlamentsmehrheit Berücksichtigung fand.

  154. Zum SUV-Feedback: Ich bin Veganerin, aber wenn ich mit anderen Leuten essen gehe, würde ich nie etwas sagen, wenn andere Fleisch. Ich sage grundsätzlich nichts, sieht man von Halal-Schlachtug ab, weil ich die für extreme Tierquälerei halte.

    Missionare sind furchtbar, und deswegen würde ich nie jemanden in sein Leben reinreden.

    Ich habe auch schon vor Autos gestanden, die mich förmlich erschlagen haben. Ich wollte sie nicht haben, es sei denn zum Weiterverkauf. Aber deswegen habe ich nicht das Recht Leute Rechtfertigungsdruck zu bringen. Wenn ich ständig Leute ansprechen wollte, die mich stören, dann hätte ich eine Menge zu tun. Kopftücher stören stören mich deutlich mehr als SUVs, und trotzdem über ich mich in Ignoranz. Sowas nennt man den gesellschaftlichen Zusammenhalt beibehalten.

    • Aber genau da liegt ja ein großer Teil des Problems. Es gibt eben Themen, die auf die Dauer uns alle betreffen, auch wenn es scheint, als seien es einfach nur “individuelle Entscheidungen Einzelner”. Deine Entscheidung vegan zu leben ist ein toller Schritt in die richtige Richtung und ich finde, man kann mit Menschen darüber sprechen ohne zu missionieren. Was ist so schlimm daran, wenn man sich auch mal rechtfertigen muss für sein Verhalten? Klar, das ist auch mal unangenehm, aber ganz ehrlich, wenn uns der Planet innerhalb der nächsten 15 Jahre unterm Hintern wegschmilzt, dann wird das mit Sicherheit wesentlich unangenehmer werden.
      Ich verstehe nicht, warum wir so Angst haben vor gepflegten Streitgesprächen. Das läuft wirklich oft viel weniger schlimm, als man sich das vorstellt. Wer immer nur leise ist, trägt genau so zu den Fehlentwicklungen bei, wie die, die sich gewissenlos entscheiden.

      • Das Problem liegt mMn darin, dass uns das Thema in fast allen Bereichen betrifft. Und ich wage zu behaupten, dass jeder von uns ein oder mehrere “Sünden” begeht, die man anprangern kann.
        Man muss einfach sachlich über alles reden. Fingerpointing schürt nur Widerstände und Unmut.
        Letzten Endes haben viele Mensvchen das Gefühl, dass man ihnen einfach den Spaß und den Wohlstand nehmen will.
        Deshalb wäre es tatsächlich sinnvoll das CO2 zu bepreisen. Wobei ich mir das auch schwer vorstelle, weil die Berechnung hier einfach extrem bürokratisch wird.
        Nur ein paar Beispiele für Dinge, die *Achtung Ironie und Sarkasmus * ich verbieten würde.
        Alle Zweitwagen mit mehr als zwei sitzplätzen und einem Verbrauch von > 5 l/100km, Ski fahren, elektrische Salz- und Pfeffermühlen, Leuchtdiodenschuhe, Nespressokap…
        Nö Nespresso nicht, die benutze ich selbst. Schmeckt halt einfach lecker.

        Kurzum *jetzt wieder ernsthaft* ich mag den Podcast, weil er mich zum Teil aus meiner Filterblase (eher rechts der Mitte, ein wenig konservativ und ziemlich wohlhabend) holt.
        Unangenehm finde ich, dass ihr anscheinend stärker in eurer Filterblase hängt als ich. Das ist zumindest gefühlt so, um es tatsächlich behaupten zu können, kenne ich euch nicht gut genug.

  155. Zum Thema Küchenstudio+:

    Bitte eine Möglichkeit einrichten, das Abo auch ohne Kreditkarte abzuschließen zu können! 👍

    • Feedback zum voreiligen Abstempeln von SUV-Besitzern:
      Die SUV Debatte heizt sich mehr und mehr auf. Als langjähriger Veganer würde mich allerdings vielmehr interessieren, welche Auswirkungen eine vegane Ernährung auf den CO2 Austoß hat. Man ist nämlich nicht bereit, sich selbst in seiner Essmanier einzuschränken. Lieber spendet man 5 € für Brot für Die Welt und zieht sich danach ein Steak rein. Das Gutmensch Dasein ist perfekt. Und auch die Politik wird sich nicht mit der Fleischlobby anlegen. Zu groß ist die Verführung der netten Anreize die man hier und da bekommt.
      Lasst uns die Debatte in eine andere und nachhaltigere Richtung lenken.
      Wie umweltschonender wäre eine Umstellung zur veganen Lebensweise? UND, wie viele Menschen könnten insgesamt und gesünder ernährt werden weltweit? Bräuchten Menschen heutzutage überhaupt noch hungern?UND wieviele SUV könnten gefahren werden, wenn der Fleischkonsum zur Hälfte reduziert werden würde?