LdN154 AKK vs. Maaßen, Gratis-Bahn für Soldaten, Grönland, BVerfG zur Mietpreisbremse, Sozialwohnungen, Banking

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AKK: Rauswurf Maaßen

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250 Kommentare

  1. Liebes Lage-Team,

    vielen Dank für euren großartigen Podcast!

    Zum Thema Banken: Ich finde es sehr schön, dass ihr euer Konto bei der GLS eröffnen wolltet und schade, dass es jetzt keine “Ökobank” geworden ist.
    Ich fände es großartig, wenn ihr das als Anlass nehmen könntet und das Thema nachhaltige Banken etwas genauer unter die Lupe nehmen könntet?
    Vielleicht hat ja jemand vom https://www.fairfinanceguide.de Interesse euch ein Interview zu geben?
    Beste Grüße

  2. Liebe Lage, vorerst großes Danke für die tollen Podcasts!

    Da ich selber lange an der Umsetzung einer automatisierten Datenauskunft der Nutzer*innen unserer App gearbeitet habe, bin ich bei eurer Geschichte über die Sparkasse ins Grübeln geraten.

    Folgende Frage:
    Bezüglich der Gebühren von 600€, die die Sparkasse für Bereitstellung der Kontoauszüge erhoben hat:
    Könnte man diese Gebühren nicht umgehen, indem man diese Auskunft explizit mit Verweis auf Art. 15 (3) DSGVO einfordert?
    Die DSGVO verpflichtet die für Datenverarbeitungen verantwortlichen Stellen nach Art. 12 (5) Satz 1 DSGVO, Auskunftsersuchen nach Art. 15 DSGVO UNENTGELTLICH zur Verfügung zu stellen.
    Hebelt eine Einwilligung in die Gebührenverordnung der Bank (insofern diese Gebühren hier überhaupt aufgelistet sind) den Anspruch aus der DSGVO auf unentgeltliche Auskunft aus, und wenn ja, wieso (vielleicht “Recht auf unternehmerische Freiheit” Art. 16GRCh?)?
    Die Ausnahme aus Art. 12 (5) Satz 2 DSGVO trifft hier wohl ebenso nicht zu (da die Anfrage nicht pauschal als unbegründet bezeichnet werden kann, oder bei erster Anfrage ‘exzessiv’ wäre), und selbst wenn dies zuträfe sind 600€ sicherlich nicht “angemessen” gemäß Art. 12 (5) lit. a) DSGVO bzw. Art. 15 (3) Satz 2 DSGVO. Auch die Ausnahmen aus § 34 (1) Nr. 1 & 2 BDSG ziehen hier m.E. nicht.
    Also in Zukunft vielleicht auf Art. 15 DSGVO verweisen, und damit derartige Gebühren verhindern?

  3. Liebe Lage,

    zunächst Kompliment für euer Engagement für die politische Bildung, ich höre euch sehr gern und regelmäßig :)

    Eigentlich nur in einem Punkt bin ich aber regelmäßig anderer Meinung als ihr, und zwar zum Umgang mit der AfD. Ich stimme vollkommen darin überein, dass das Ziel sein muss dass es in Deutschland keine rechtsextreme Partei gibt, ich persönlich glaube aber, dass der Weg dorthin so wie er wieder in dieser Lage besprochen wurde nicht funktioniert sondern im Gegenteil erst Recht zu noch mehr AfD Stimmen führt.
    Ich glaube, in dem man die AfD ständig als “besondere” Partei behandelt, ermöglicht man ihr eine Märtyrerstellung, aus der sie politisch Kapital schlägt und die der Demokratie als solcher wirklich massiv schadet (Stichwort Bundestagsvizepräsident). Was bei der Bevölkerung (gerade dem Teil, der AfD gewählt hat) hängen bleibt, ist, dass demokratische Rechte des Gegners boykottiert werden dürfen und es deswegen legitim ist wenn auch die AfD das tut.
    Das in meinen Augen zweite Konjunkturprogramm für die AfD ist, wenn sie sich tatsächlich als einzige Alternative zu allen anderen Parteien darstellen kann, weil nämlich alle anderen Parteien sich zusammen schließen um die AfD zu verhindern. Im Ergebnis hat der Wähler dann tatsächlich nur noch 2 Wahlmöglichkeiten: AfD oder ein buntes Überraschungspaket aus allen Parteien, deren einziges Programm “keine afd” ist. So mag in Görlitz verhindert worden sein, dass es einen AfD Bürgermeister gibt, bei der nächsten Wahl steht aber zu befürchten, dass es sogar eine absolute Mehrheit für die afd gibt… Schlacht gewonnen, Krieg verloren. Einen ähnlichen Effekt vermute ich bei den ehemaligen Volksparteien, die auch Macht / Personen vor Inhalte stellen weswegen es in Zukunft vermutlich auch keine “große Koalition” auf Bundesebene mehr geben kann.
    Ich finde den Weg in Italien oder Österreich viel schlauer, wo die Lega / FPÖ Regierungsverantwortung bekommen hat und jeder erkennen kann, was daraus wird.

    Herzliche Grüße und weiterhin viel Erfolg der Lage!

  4. Guten Tag und vielen Dank für euren tollen Podcast!
    Ich bin 15 Jahre alt und habe eure Sendung durch das Neomagazin Royale kennengelernt und mittlerweile hören auch meine Eltern euch sehr gerne zu.
    Mir hat es gefallen, dass ihr eine Umfrage macht, aber es hat mich als Zehntklässlerin doch etwas negativ überrascht, dass ich bei „Tätigkeit“ „Sonstiges“ angeben musste, da ihr leider nur das Feld „Studium/Ausbildung“ nicht jedoch Schule abgedeckt habt. Bitte versteht das nicht Angriff, ich finde euren Podcast toll, es wäre nur schön, wenn ihr bei der nächsten Umfrage berücksichtigen könntet, dass es auch jüngere Hörer gibt. Vielen Dank und beste Grüße

  5. Liebe Lage,

    mir ist aufgefallen, dass ihr die AfD in letzter Zeit häufiger als rechtsextrem bezeichnet. Früher habt ihr immer viel wert darauf gelegt die Partei differenzierter darzustellen. Gibt es einen Grund für diese Änderung? Habt ihr die Partei für euch bewusst als rechtsextrem eingestuft? Vielleicht könnt ihr da nochmal kurz drauf eingehen.

    Danke für den Podcast, es ist immer wieder toll!
    Grüße aus Leipzig

    • Erkenntnisfortschritt ;)

      Die AfD arbeitet auf die die Beseitigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit hin: Grundrechte nur für „Arier“, wobei die bei der AfD irgendwie anders heißen. Demokratie bedeutet nicht etwa Wettstreit gleichberechtigter Parteien, sondern Herrschaft des „Volkswillens“ der Bio-Deutschen in Gestalt der AfD … all das ist mit der Werteordnung des Grundgesetzes strukturell unvereinbar.

      Wir besprechen das in den Folgen 154 und 155 noch genauer.

  6. Plastik, A+B.Zwang für ÖPNV und Lob

    Hallo,
    vorab mein Kompliment an die LdN für einen interessanten Politik-Podcast. Weiter so. Ich wümsche mir manchmal noch mehr Hitnergrundinfos.

    Nun zu dem, was mir auf dem Herzen liegt.

    1. Plastik
    Ich verstehe, dass wir Plastik reduzieren müssen, Stichwort verpackte Lebensmittel. Was mich aber interssieren würde: Bringt das in Deutschland tatsächlich etwas? Retten wir damit die Meere? Denn in Deutschland landet doch Plastik weitestgehend im gelben Sack oder der gelben Tonne. Und selbst beim Restmüll wird es verbrannt. Sind hier nicht eher andere Länder wie China, Indien, USA (Stichwort Einmalteller zum Frühstück) etc gefordert? Oder anders gefragt: Woher kommt der Plastikmll in den Meeren?
    Nicht falsch verstehen: Ich will auch die Welt retten. Aber bringt das Plastiktütenverbot in Deutschland oder der EU wirklich etwas?

    2. ÖPNV
    Hier habe ich schon seit geraumer Zeit eine Idee, wie man den ÖPNV beleben und die Autos in größeren Städten reduzieren könnte.
    Stichwort: A+B-Zwang, übersetzt: Ein Anschluss- und Benutzungszwang für den ÖPNV. Das kennt jeder aus dem Bereich Kanalisation. Damit eine Gemeinde eine Kläranlage bauen und finanzierenkonnte, hat der jeweilige Landesgesetzgeber in den Gemeindeordnungen eine sog. Ermächtigungsgrundlage für einen A+B-Zwang geschaffen. Die Gemeinde beschließt dann eine entsprechende Satzung, die die Hausnutzer verpflcihtet, sich an die Kanalisation anschließen zu lassen und diese zu nutzen, statt des eigenen Sammelbeckens im Garten.
    Warum nicht das übertragen auf den ÖPNV? Soll heißen: Alle Haushalte in einer Region ab einer bestimmten Einwohnerzahl, die über ein (halbwegs) funktionierendes ÖPNB-Netz verfügt, wird verpflichtet, eine spezielle Monatskarte zu kaufen. Die muss dann natürlich zB am Wochenende für die ganze Familie gelten und sie sollte auch bezahlbar sein (Stichwort 365). Wenn die Leute erst einmal so eine zwangsweise bezahlte Karte haben, lassen sie mE eher das Auto stehen oder verzichten (irgendwann mal) ganz drauf. Denn ansonsten “lohnt” sich ÖPNV nicht. Zum einen, weil man die Flexibilität aufgeben muss. Zum anderen, weil er zu teuer ist. Wenn wir am Wochenende alle /(5-köpfige Familie) in die Innenstadt fahren wollen, ist es 3x günstiger, das Auto zu nehmen und im Parkhaus zu parken, als mit den Öffentlichen reinzufahren, obwohl die Bushaltestelle nur 3 Minuten Fußweg entfernt ist. Wenn ich aber eh das bereits bezahlte Ticket rumzuliegen habe, ist der Anreiz zum Einsparen von Kraftstoff und Parkgebühren viel größer.
    Das jeweilige Land müsste dafür in der Gemeindeordnung eine entsprechende Grundlage schaffen, mE nur für größere Städte oder große Gemeinden. Dann kann die Stadt/Gemeinde eine solche Satzung beschließen und muss aber natürlich das Geld dann auch in den ÖPNV stecken und das Netz entsprechend ausbauen. Das schafft aber Planungssicherheit für den ÖPNV-Betreiber und der kann auch grö0ere, langfristige und kostspielige Projekte (U-Bahn( realisieren.

    Was denkt ihr?

    Viele Grüße

  7. Nur ein kurzer Einwurf: Einer von euch verwendete das Wort “Altparteien” und hat damit Vokabular und Deutung der AfD übernommen. :/
    (Ich weiß nicht mehr in welchem Abschnitt, es fiel mir nur auf.)

  8. Sehr unterhaltsame Episode, vielen Dank.
    Noch ein Beispiel zu den Präsenzbanken: Letztes Jahr wurden meine Kreditkartendaten gestohlen und daher habe ich die Karte sperren lassen. Ohne Vorwarnung hat meine Bank sofort ALLE vergangenen Monatsabrechnungen der gesperrten Karte (immerhin hatte ich die Karte fast 10 Jahre) aus meinem Online-banking-account gelöscht. Auch auf Nachfrage in mehreren Filialen wurde mir gesagt, dass nur die Monatsabrechnungen der letzten 6 Monate vor der Sperrung ausgedruckt und per Post zugestellt werden könnten. Alle anderen Abrechnungen wären auch im System der Bank gelöscht worden und daher nicht mehr zugänglich. Ich kenne mich im Steuer-, Bank-, und Finanzrecht nicht besonders gut aus, aber ich bin ziemlich sicher, dass die Bank meine Kreditkartenumsätze der letzten 10 Jahre nicht einfach so vollständig und unwiederbringlich löschen darf. Und ich verstehe auch nicht, aus welchem Grund die Löschung der alten Unterlagen aus meinem Account überhaupt notwendig gewesen sein sollte.

  9. Hatte heute die Gelegenheit Herrn Lutz – Bahnvorstandsvorsitzender – zum Thema “Bahncard 100” für Soldaten zu fragen.
    Er bestätigte, dass Soldaten die Fahrten auch privat nutzen können und dass 4 Mio. € zunächst für diesen Dienst gezahlt werden. Er wies jedoch darauf hin, dass in Absprache mit AKK – wenn Soldaten den Service stark nutzen – diese Pauschale hochgesetzt wird. Sie starten mit 4 Mio. € und werden die Summe auf Grundlage der Erfahrung anpassen.

    Wir werden sehen, ob eine Anpassung nach oben Herrn Lutz gelingen wird.
    Liebe Grüße
    Dirk

  10. Eine herrliche Lage mit einigen, mir teilweise zu vielen, persönlichen und damit nicht mehr allzu objektiven Sichtweisen, wenngleich ich hier häufig eure Ansicht teile.
    Doch gerade beim Thema „Präsenzbanken“ wurden mir die beiden Erfahrungswerte zu sehr in den Vordergrund geschoben. Ich will dabei keineswegs eine Lanze für den viel gescholtenen Bankensektor brechen, nichtsdestotrotz sollte man die Rahmenbedingungen beachten, mit denen die Banken derzeit kämpfen.
    In der Vergangenheit konnten viele Dienstleistungen und Angebote (Filialnetz, Mitarbeiter, kostenloses Konto etc) in der Fläche noch durch entsprechende Zinseinnahmen quersubventioniert werden, wodurch der Kunde eine Erwartungshaltung generiert hat, die heute nicht mehr zu leisten ist. Vieles ist bei den Banken durch Verfehlungen der Vergangenheit hausgemacht, dennoch sollte man das nicht außer Acht lassen.

    Bei Kontoeröffnungen privat müssen dsgvo, facta, ao etc. beachtet werden, wodurch die Kontoeröffnung lange nicht mehr nur aus einer Seite besteht. Vom geschäftlichen Bereich ganz zu schweigen. Die Anmeldung des Gewerbes geht auch nicht mehr überall ohne Termin und jegliche Unterlage.
    Thema Kontoauszüge: Diese haben Aufbewahrungsfristen, für den Verbraucher wie auch die Bank, dementsprechend darf das auch etwas kosten, wenn man die verlegt. Zudem entsteht für die Bank ja ein Aufwand, weil irgendwer diese nacherstellen muss. Online Umsatzübersichten und Kontoauszüge sind nämlich zwei verschiedene Dinge.

    Und immer und überall sollen persönliche Ansprechpartner sein, die von der jungen Generation kaum noch genutzt werden, da die Presse und der Verbraucherschutz die Banken vor Jahren verteufelt haben, obwohl der Großteil des Privatkundenbereichs in Deutschland hier ordentliche Arbeit geleistet hat und es in jeder Branche schwarze Schafe gibt?

    Lange Rede, garkein Sinn. Worauf ich hinaus will ist ganz einfach, dass Service letztlich kostet und in Deutschland aufgrund der Historie ein Konto gefühlt nichts kosten darf, ebenso die Dienstleistung der Bank. Das hat zur Folge, dass die klassischen Banken durch den Strukturwandel und die Digitalisierung ihren Service einschränken (müssen) und dadurch eben die von euch geschilderten Auswüchse entstehen. Eine Bank verdient an einem Konto nämlich schon längst kein Geld mehr und muss eher Gebühren für die darauf befindliche Liquidität zahlen.

    Aber parallel bezahlt der Otto Normalverbraucher für ein schlechtes Mobilfunknetz (oder eben gar keins;-)) der Telekom monatlich 50€.

    • Guten Tag,
      Ich habe komme aus der Bankenbranche und kann und möchte hier noch ein paar Dinge ergänzen.
      1. Ein Konto kostet in Deutschland die Banken zw. 8-15€ teilweise noch mehr. Je nachdem wie gut die EDV der Bank ist.
      In Österreich beispielsweise sind Kontogebühren i.H.v. 20€ keine Seltenheit, dafür gibt es dann auch nur Dispozinsen, die sich am Leitzins orientieren.
      2. „große“Banken haben die Digitalisierung massiv versäumt und daher wahnsinnige Umstellungsprobleme in diesem Bereich.
      3. lange wurde nach veralteten Provisionschemata gearbeitet, was mit Sicherheit wesentlich dazu beiträgt, dass jüngere Generationen, auch aufgrund der höheren online Affination, sich weniger den Druck der Filialen aussetzen. Ebenfalls ist eine online Handhabe wesentlich leichter und komfortabler, kein Urlaub für eine Beratung, keine parkkosten, keine folgetermine wenn etwas fehlt, damit erneuter Urlaub verbunden, etc.
      4. die Lohnkosten sind aufgrund der vergangenen fetten Jahre immens hoch. Kündigungen aufgrund der Gewerkschaften extrem teuer.
      5. still und heimliche Vorgabe der Berufsgenossenschaft, dass die Kassen in Banken im allgemeinen im 6 augenprinzip geführt werden müssen, wovon 2 Augen auf die Laufkundschaft entfallen. Heißt: generell müssen zwei Mitarbeiter die eine kassenaufsicht haben. IMENSE Kosten.
      6. in den letzten Jahren wurden etliche erhebliche Einnahmen gestrichen: angefangen bei den Bearbeitungsgebühren und deren Rückforderungen, es folgten weitere erhebliche.
      7. die wesentlich erhöhten Eigenkapital kosten bei Kreditvergaben und die stresstest Ma die erfüllt werden müssen.
      8. massive technische Vorgaben vom Gesetz her, was die Anlageberatung angeht, das hat eine wesentlich höhere Priorität der Umsetzung als notwendige und „freiwillige“ Optimierungen.
      9. ein Großteil der Banken sich auf Privatkunden konzentriert haben oder große Unternehmen, anstatt auf den Mittelstand.
      Etc. Etc. Etc.

      Ich möchte die Banken keineswegs in Schutz nehmen, schließlich habe ich nicht ohne Grund der Branche den Rücken gekehrt. Ich möchte nur sagen, dass diese Branche es zur Zeit segregiere hat und man das große Ganze sehen muss und in Deutschland die Verbraucher sehr verwöhnt sind von kostenfreien Konten.

  11. Liebe Lage,

    vielen Dank für euren spannenden und unterhaltsamen Podcast,weiter so!

    Zum Thema AKK: Bahn für Soldaten umsonst:

    Als Soldat habe ich eine geteilte Meinung zu dem Thema. Unabhängig wie diese im Detail aussieht, halte ich es jedoch nötig, zunächst die genaue Ausgestaltung dieses Vorhabens abzuwarten. Auf der Internetseite des Ministeriums (https://www.bmvg.de/de/aktuelles/ministerin-gibt-gruenes-licht-soldaten-fahren-bald-kostenlos-bahn-92958) steht, dass neben dem Truppenausweis ein von der Bundeswehr ausgegebenens Legitimationsdokuments notwendig sein wird. Dies könnte bedeuten, dass lediglich Fahrten im dienstlichen Zusammenhang (Heimfahrten vom Dienstort etc.) gratis sind, was wiederum mitnichten mit einer BahnCard 100 gleichzusetzen wäre.

    Viele Grüße
    Sebastian

  12. Studierende, die in meiner Sprechstunde weinen, weil sie den Druck kaum aushalten und das Gefühl haben, den Ansprüchen nicht genügen zu können – auch das ist unsere Leistungsgesellschaft. Wir schaffen Strukturen, wie beispielsweise durch den Bologna-Prozess, der eine Universität derart verschult, das Studierende darin kaum atmen können. Alleine die Regelstudienzeit: Das setzt (junge) Menschen so unter Druck, dass sie viel mehr Klausuren anmelden und versuchen irgendwie zu bestehen, als sie in einem Semester schaffen können. Wenn sie es nicht machen, entsprechen sie nicht „der Regel“ und im schlimmsten Fall gibt’s dann kein Bafög mehr. Dass Menschen Anfang 20 vor mir sitzen und völlig verzweifelt sind, weil sie mit ihrem Studium so unglücklich sind jedoch glauben, sie müssten das jetzt aber durchziehen, weil sie meinen schon zu alt zu sein, um eine andere Entscheidung treffen zu können. Das, was eine Universität meiner Meinung nach ausmacht, sich weiterentwickeln – fachlich und persönlich – ausprobieren, hinterfragen, reflektieren, Neues entdecken, über den eigenen Tellerrand der curricular verankerten Pflichtveranstaltungen hinausschauen und auch Veranstaltungen anderer Studiengänge besuchen, weil da so unfucking fassbar viel interessantes Wissen zu entdecken ist, kommt viel zu kurz. Ich weiß nicht wann und wer sich dafür entschieden hat, dass das die Art ist, wie wir (junge) Menschen bilden wollen.

  13. So kurz vor den ostdeutschen Landtagswahlen geraten CDU-Politiker manchmal in hektische Betriebsamkeit:

    Im WDR5-Podcast
    https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-tagesgespraech/audio-transparenz-oder-diskriminierung-100.html verteidigt NRW-Innenminister Reul seinen Plan, demnächst stets die
    Nationalität von Tatverdächtigen in Pressemeldungen anzugeben. Bisher galt der
    Runderlass vom 2011-11-15 (https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=1&gld_nr=2&ugl_nr=2051&bes_id=19544&val=19544&ver=7&sg=0&aufgehoben=N&menu=1), in dem es in Abschnitt 4.1.2 heisst:

    Auf die Zugehörigkeit zu einer Minderheit wird in der internen und externen
    Berichterstattung nur hingewiesen, wenn sie für das Verständnis eines
    Sachverhalts oder für die Herstellung eines sachlichen Bezugs zwingend
    erforderlich ist. Die “Leitlinien für die Polizei des Landes
    Nordrhein-Westfalen zum Schutz nationaler Minderheiten vor
    Diskriminierungen” (Runderlass des Innenministeriums vom 15.12.2008 (SMBl.
    NRW. 2051)) sind zu beachten.

    IM Reul bestreitet im WDR-Beitrag vehement, er lasse sich von Rechten treiben und begründet seinen Schritt mit mehr Transparenz.

    Gleichzeitig hat IM Reul mit dem Runderlass des Ministeriums des Innern vom 24. Oktober 2017 (Aufhebung der Verwaltungsvorschrift über die Legitimations- und Kennzeichnungspflicht von Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten (VVKennzeichnung Pol) (https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=7&vd_id=16641&ver=8&val=16641&sg=0&menu=1&vd_back=N#NORMKOPF) die mit dem Runderlass 17. Februar 2017 (https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=7&vd_id=16188&vd_back=N96&sg=0&menu=1) von der rot-grünen Vorgängerregierung “für eine transparente und moderne Polizeiarbeit erforderliche Vertrauensverhältnis” eingeführte anonymisierte Kennzeichnung von Polizeivollzugsbeamten im gleichen Jahr nach dem Regierungswechsel wieder aufgehoben.

    Eine weitere Meldung, die soeben verbreitet wurde (https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-morgenecho-interview/audio-raeumung-im-hambacher-forst-war-ein-eigentor-100.html), ist dem Ansehen von IM Reul auch nicht gerade zuträglich.

  14. Thema Soldaten und Bahn: Mir fehlt in dem Punkt die Beleuchtung aus der Sicht der Umwelt / Co2 Belastung. Ich selbst war Jahre bei der Bundeswehr und jeden Freitag startete nach dem Dienst die so genannte “NATO-Rally”, bei der die meisten Kameraden in ihren privaten PKW einstiegen, um die teils weiten Strecken in die Heimat anzutreten.
    Die Bahn war auf Grund der hohen Ticketpreise oft keine Option. Durch die kostenlosen Fahren mit der Bahn werden sicher viele Soldaten auf diese Möglichkeit umsteigen und schonen somit direkt unsere Umwelt und reduzieren den PKW Verkehr auf unseren Straßen. Auch werden im Idealfall die Bahnstrecken besser ausgelastet (natürlich kann auch eine Überlastung stattfinden, welches im besten Fall Investitionen in die Strecke/Infrastruktur nach sich zieht).
    Alle schreien nach kostenlosen OPNV – nun haben wir ihn zumindest für einen Teil der Bevölkerung und alle regen sich auf.

  15. Liebes Lage-Team,

    ich möchte noch ein paar Anmerkungen zu eurem Beitrag über die bevorstehenden Landtagswahlen machen, wobei ich mich ausdrücklich auf Sachsen beziehe.

    Ich habe mich etwas an dem abschließenden flapsigen Satz “Liebe demokratisch gesinnte Parteien, schließt euch zusammen – verhindert, dass die AfD an die Regierung kommt.” gestoßen. Ja, ich verstehe, worum es euch mit diesem Statement ging – aber es greift leider viel zu kurz.

    Wie ihr richtigerweise erwähnt habt, wurde der Kandidat der CDU in Görlitz Oberbürgermeister, weil die Kandidatinnen der GRÜNEN und der LINKEN im zweiten Wahlgang nicht mehr angetreten sind und viele – schweren Herzens – ihr Kreuz bei der CDU gemacht haben, um den Kandidaten der AfD zu verhindern.

    Allerdings ist die Ausgangslage bei der Landtagswahl eine völlig andere. Während LINKE, GRÜNE und SPD jede Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen, sieht das in Teilen der CDU völlig anders aus. Dort werden Kooperationen zwischen CDU und AfD auf kommunaler Ebene bereits eingeübt:
    ” “Irgendwo müssten sie ja ihre Mehrheiten herbekommen”, sagt Fischer auf diese Frage und verweist auf die kommunale Ebene und die sächsischen Landkreise, wo Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD kein größeres Problem mehr zu sein scheint. Der Meißener Landrat Arndt Steinbach (CDU) jedenfalls besucht dieser Tage die AfD-Fraktion im Kreistag, denn Vorhaben der CDU müssten “fortgesetzt und vollendet werden”. Und auch ein CDU-Stadtrat in Freital kündigte an, “im Zweifel” auch bei der AfD Mehrheiten zu suchen.
    Kretschmer selbst sagte kürzlich, dass auch mit gewählten Stadt- oder Gemeinderäten der AfD “gesprochen werden” müsse. Man müsse “alles tun, um die weitere Polarisierung zu reduzieren”. Gut möglich, dass eine schwarz-blaue Kooperation in den nächsten Jahren über eine Zusammenarbeit in den Kommunen eingeübt wird. ” (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-06/cdu-sachsen-michael-kretschmer-programmparteitag-chemnitz-afd/seite-3)

    Was ich an eurem Beitrag daher vermisse, ist die Differenziertheit, mit der ihr euch für gewöhnlich profilieren könnt. Ein Hinweis, dass sich diese Aufforderung daher explizit an große Teile der sächsischen CDU richtet, die immer wieder nach rechts blinkt und keine klare Kante gegen rechtsextremistische und ausländerfeindliche Haltungen bezieht, wäre an dieser Stelle mehr als angemessen gewesen.

    Und um das Bild um einen weiteren Fall zu ergänzen: Bei der Unteilbar-Demo am vergangenen Samstag in Dresden gab es große Parteienblöcke, beispielsweise von LINKEN, GRÜNEN und SPD (auch kleinere Parteien).
    ” Nicht dabei sein werden AfD, FDP und CDU. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, er könne als CDU-Vorsitzender und Ministerpräsident nicht bei einer Veranstaltung dabei sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie seien. „Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel.“ (https://www.deutschlandfunk.de/unteilbar-demo-in-dresden-cdu-nimmt-nicht-teil.1773.de.html?dram:article_id=457168)

    Für den Fall, dass ihr über die (Ergebnisse der) Landtagswahl in Sachsen berichtet, wäre es toll, wenn ihr das hier Ausgeführte miteinfließen lassen könntet und so den an sich richtigen Satz in einen konkreteren Rahmen einbettet. :)

    Vielen Dank und liebe Grüße aus Sachsen!

  16. Hallo liebes Lage-Team,

    Ich würde euch beiden folgenden Artikel aus dem Natur-Magazine und die dazugehörige Website nahelegen und euch über diesen Weg mal potentiellen Input für eine der nächsten Lagen geben! :

    https://www.nature.com/articles/d41586-019-02407-9

    https://thatsaclaim.org/

    Darin geht es um Konzepte für kritisches Quellendenken und den Auftrag an die wissenschaftliche Community diese Thesen in Zeiten von Trump, Bolsonaro usw. zu verbreiten.
    Der Kampf gegen Fake-News und das grassierende Misstrauen gegenüber allen Nachrichten die nicht mit der eigenen Meinung einhergen ist ja bekanntlich heutzutage ein großes Problem geworden.
    Als junger Wissenschaftler der gerne und mit Begeisterung Berichte über neue Erkenntnisse liest und von der Ausbildung her an das kritische Hinterfragen und ein wissenschaftliches deuten von Quellen und berichten gewöhnt ist, ist mir aufgefallen, dass sowas wie Good-Scientific-practice in der wissenschaftlichen Communty weit verbreitet ist, aber nicht wirklich im Mainstream ankommt. Meiner Meinung nach bräuchte es stärkere wissenschaftliche Influenzer (wie AstroAlex Gerst oder Mai Thi Nguyen Kim [die auch mal eine interessante Interview-Partnerin für wissenschaftliche Themen für euch wäre]) die solche Tugenden verbreiten und als Linker zwischen Fach- und Mainstreamkreisen fungieren.

    Hoffe ihr könnt damit was anfangen und teilt meine Einschätzung, dass der Kampf gegen Fake-News ein wichtiges Thema ist!

  17. Erstmal vielen Dank für diese wieder sehr interessante Folge!

    Mein Kommentar ist zum Thema Banking. Ich arbeite in der digitalen Abteilung einer globalen Retailbank und kenne sehr genau die Probleme mit Online Banking.
    Eine Sache vorneweg – Die Banken wissen sehr genau um ihre Konkurrenz und selbst die größten Retailbanken der Welt sind sich bewusst, dass ihre Position in der Marktführung in der nahen Zukunft nicht sicher ist. In den letzten Jahren gab es massive Umwälzungen und neue Strategien.

    Warum können wir trotzdem noch so schlechten Service anbieten? Ein großer Grund ist die ‘Faulheit’ der Kunden. Wenn man in jungen Jahren erst mal ein Bankkonto anlegt, wechselt man kaum noch die Bank danach. Also, wenn ihr Veränderung wollt, vote with your money und traut euch zu wechseln.
    Ein weiterer Grund ist die Sicherheit, die große Banken bieten. Einige der kleineren Onlinebanken sind ziemlich sicher, dennoch nicht so abgesichert und reguliert wie die großen Banken. Viele Kunden lassen daher ihr Vermögen bei den etablierten Banken und haben nur ein paar Produkten von den ‘neuen’ Banken.

    Nun zu der Frage, warum die Banken ihre Branchen nicht weiter nutzen. Branchen sind extrem teuer. Einige Kunden brauchen Branchen noch, aber das nimmt in der Zukunft ab. Deshalb ist es ökonomisch sinnvoll Branchen abzubauen und Onlineservices auszubauen. Hört sich nicht schön an, wenn im Dorf die letzte Bankbranche schließt und man eine halbe Stunde in die nächste Stadt fahren muss, aber wenn die Banken jetzt noch weiter in ein weitreichendes Branchennetzwerk investieren, wird sich das in der Zukunft nicht lohnen.

    Letztendlich; warum sind die Onlineservices immer noch so schlecht und kompliziert. Ich möchte das keineswegs verharmlosen, denn das frustriert mich auch in meinem Job am meisten. Hier sind ein paar Gründe:
    – Regulierung: Die rechtlichen Auflagen sind massiv. Jede noch so kleine Veränderung benötigt sehr komplexe Verfahren und Dokumentation. Andere digitale Unternehmen haben tägliche Releases, wir sind froh, wenn wir alle zwei Monate etwas raus bringen. Es ändert sich und wird schneller mit der Zeit, aber in einer solchen Organisation braucht es einige Jahre bis so althergebrachte Disziplinen wie Legal/Compliance oder der Gesetzgeber sich auf die digitale Welt einstellen. Es gibt unterschiedliche Bankenlizenzen, einige der Digitalbanken haben wahrscheinlich nicht die komplette Bankenlizenz und sind somit weniger reguliert und können leichter agieren.
    – Legacy: Eine neue Organisation kann sofort die neueste Technologie anbieten. Viele größere Banken haben Jahrzehnte alte Systeme, die umgestellt werden müssen. Es ist viel komplexer die Systeme upzugraden, als einfach etwas neues aufzubauen. Und wenn man auf neue Services umstellt, kann es schon mal passieren, dass features wegfallen. Manchmal ist es eine harte Entscheidung, die man treffen muss.
    – Organisation: Viele der Banken sind sehr alt. Jahrzehnte von traditionellem Banking treffen plötzlich auf komplett neue Strukturen. Es gibt riesige organisationelle Hürden, damit alle Abteilungen schnell und einfach zusammen arbeiten können. Teilweise durch Unternehmenskultur selbstverschuldete sowie interne Politik, teilweise mangelndes Training und Verständnis der unterschiedlichen Abteilungen und teilweise so einfach Dinge wie Ort – die IT Abteilungen saßen oft weit weg von den Business Abteilungen und haben somit keine Ahnung was der andere macht.

    Ich hoffe, das erklärt etwas die Lage der Banken. Trotzdem, wer als Kunde nicht zufrieden ist sollte gehen. Bevor man das macht, kann ich aber immer empfehlen sich offiziell zu beschweren. Bei den meisten (einfachen) Problemen lenkt die Bank sofort ein.

  18. Moin zusammen,
    höre euch schon lange, aber nach der Folge musste ich einfach mal kommentieren:
    Zum Thema “How Demcracies die”:
    Ihr zitiert groß und breit aus dem Buch, u.a. dass die Deligitimierung des politischen Gegners, ihn zum Beispiel zum Verbrecher zu erklären ein gutes Indiz dafür ist, dass antidemokratische Kräfte am Werk sind… und dann fällt euch nur ein, dass das ja ein klares Verhalten von Donald Trump ist?
    Ob man seine Politik oder Person nun unterstützt und mag oder nicht, aber es ist die demokratische Opposition die seit fast 3 Jahren die Legitimation seiner Wahl und seine Zurechnungsfähigkeit in Zweifel zieht, ihn mit einem Verbrecher gleichsetzt, das höchste Bundesgericht anzweifelt, weil ihnen ein Richter nicht passt.
    Grundsätzlich schätze ich einen Großteil eurer Analysen, gleichzeitig zeigt sich m.E. dass euch eine kritische Auseinandersetzung mit der politischen linken in den USA bislang nicht gelingt.
    Würde mich freuen, dahingehend entweder eine objektivere Darstellung oder zumindest eine Offenlegung der eigenen subjektiven Meinung zu hören.

  19. Liebes Lage Team,
    Ich bin sonst nicht sonderlich interaktiv auf Foren und habe bisher noch nie ein Kommentar auf einer Plattform verfasst.
    Ich schätze eure Arbeit sehr und habe selten so differenzierte Berichterstattung bzw. Gedanken gelesen/gehört wie ich es seit einigen Monaten bei euch erfahre. Das ist auch der einzige Grund warum ich hier ein Kommentar verfasse.
    Die Werbung „Dr Tod“ ist eine derartig reißerische Thematik, die mich persönlich sehr stört.ä und gerade weil ich eure Arbeit so schätze Warwick geradezu enttäuscht, dass ihr so etwas bewerbt.
    Ich bin selbst Arzt und übe diesen Beruf gerne aus zumindest meine ärztliche Tätigkeit, leider macht die maximal 15-20% meiner täglichen Arbeit aus. Der Rest besteht aus administrativen Tätigkeiten, die vorwiegend darauf abzielen mich in meiner Dokumentation so abzusichern,dass ich im Falle einer juristischen Auseinandersetzung möglichst wenig angreifbar bin. Ich habe das Gefühl aufgrund von eben solcher Berichterstattungen, die ihr bewerbt eine steigendes Misstrauen bei den Patienten zu erfahren, was die tägliche Arbeit in der Notaufnahme nicht unbedingt erleichtert. Es mag Fälle geben, bei denen nicht entsprechend mit der ärztlichen Verantwortung umgegangen wird, aber dennoch ist das eine Ausnahme.
    Viele Grüße und herzlichen Dank für euren wöchentlichen Input.

  20. Ich möchte zum Thema Banking gerne folgenden LinkedIn-Post teilen: https://www.linkedin.com/posts/rune-ersgard-18a0215_home-activity-6570233929889038337-xXVZ

    “I love this bank:)

    https://getpenta.com/

    Yes sounds strange to use these words about a bank.

    Penta bank have made is so easy to open a bank account for companies, even in a country like Germany.

    I´m not hired I´m just happy.

    Sign up was straight forward
    Verification online, no need to meet up (brilliant)
    Easy interface it´s almost a pleasure to use:)
    Great support (I send an mail with a question 48 min later I had my answer AND a number to call)
    We have Business Mastercard as part of the agreement (not the usual “this is not possible due to bla bla bla” which is the typical answer from the traditional German banks (Like Commerzbank, Deutsche Bank etc.)

    The new breed of banks are truly taking a “customer first” approach and I love it.

    The industry is getting a much needed shake up.”

  21. Leider leider ist meine Begleitung für Samstag abgesprungen. Braucht noch jemand ein Ticket für die Lage live? :)

  22. Hallo,
    ich höre jetzt schon lange Euren Podcast und muß gestehen, daß ich viel zu selten Eure Kommentarfunktion nutze, was auch oft daran liegt, daß ich die Folgen auf mehrere Tage verteilt höre, da ich es als gute Unterhaltung während der Autofahrt höre.
    Dann ist hier oft schon “alles gesagt” ;)

    Als Ihr das Thema bezüglich Heizung noch einmal aufgebracht habt, hatte ich mich an eine sehr gute Folge über Geothermie von dem Podcast Forschergeist erinnert: https://forschergeist.de/podcast/fg063-geothermie/
    Nach Hören dieses Podcasts war ich sehr überrascht, daß Geothermie immer noch nicht salonfähig im größeren Stil ist. Aber das gilt ja leider auch noch für andere nachhaltige Technologien (die natürlich auch oft genug noch andere Nachteile haben, die vielleicht jetzt in kleinem Maße noch gar nicht zu Tage getreten sind).
    Auch die Folge 66 ging ums Klima (Klimaneutralität) und vielleicht sind die Vortragenden ja auch interessante Gesprächpartner für Eure Runde.

    Macht weiter so mit Eurem hervorragenden Podcast ;)

  23. Thema Soldaten und Bahn: Ich wollte noch auf einen wesentlichen Unterschied dieser Freifahrten zu einer Bahncard 100 hinweisen. Die Soldaten machen damit ja keinen persönlichen Umsatz von über 2000 Euro im Jahr und bekommen daher wahrscheinlich auch keinen bahn.comfort Status. Das heisst, sie konkurrieren mit Bahncard 100 Inhabern nicht um die extra ausgewiesenen Sitzplätze und verstopfen auch nicht zusätzlich die Lounges, und ähnliches. In der Vielfahrer-Praxis sind das relevante Features.

  24. Wenn ich hier die Kommentare der Banken Insider über deren schlimme IT-Infrastruktur lese, muss ich noch mehr über die Blockchain Fantasien aus Startuphausen lachen.

    • Hallo zusammen. Ich höre euren Podcast regelmäßig und sehr gerne. Beim Thema Wohnungspolitik/Mietpreisbremse etc. finde ich aber leider, dass ihr das Ganze sehr einseitig durch die „Berliner Brille“ seht. Ich bin selbst in der Immobilienbranche tätig und vermiete als Makler ca. 50 Wohnungen pro Jahr und betreue auch viele Mieter als Hausverwalter. Kann euch gerne mal eigene Erfahrungen weitergeben.
      Stephan

      • 1. September 2019 um 11:57 Uhr
        public private partnership

        Schreib deine Erfahrungen doch einfach hier in die Kommentare. Dann haben wir alle was davon :)

  25. Guten Tag,

    ich bin selber auch Soldat und von dem Thema kostenlos Bahnfahren betroffen.

    Ich finde diese Entscheidung grundsätzlich gut auch wenn noch nicht alle Details bekannt sind. Das Bahnfahren ist dann aber nur in Uniform und mit dem Dienstausweis sowie dem Ticket kostenlos.
    Des Weiteren war das nicht eine Aktion von AKK sondern wurde schon länger in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium geplant und gefordert noch von Ihrer Vorgängerin.

    Die Gründe für dieses kostenlose Bahnfahren ist aus meiner Sicht zum einen mehr in der Mitte der Bevölkerung zu sein und ggf. zur Abschreckung von klein Verbrechen/ Straftaten und zum anderen sind die Soldaten sehr gute ausgebildet in Erst-Hilfe und können jederzeit helfen.

    Ich fand eure Sicht dazu jetzt nicht so toll. Denn in Uniform sind die Soldaten doch in einer anderen Verantwortung als wenn sie wie jeder Zivilist Bahn fahren würden.

    Liebe Grüße,

    Dominik

  26. leider habe ich mich bei der Umfrage verklickt und mir wurde danach gesagt das ich nicht teilnehmen möchte. Da das so nicht stimmt und ich nicht weis wie ich das um gehe kann schreibe ich einfach mal hier meine Meinung auch wenn sie dann nicht in der Umfrage berücksichtig wird.

    Ich finde die Lage so wie sie ist sehr gut die Werbung ist nicht zu fiel und es ist ok das sie wegen Finanzen da ist. Was mir gefällt und wichtig ist ist das man nach vollziehen kann und man merkt die Themen sind gut recherchiert deswegen gefallen mir interwies auch sehr gut.

    Wenn der podcast in den Grund Zügen so bleibt wie er ist dan werdet ihr mich als Hörer nicht verlieren.

    Danke für euren podcast und jetzt gehe ich mal weiter hören habe die aktuelle folge hier für unterbrochen

  27. Passend zum Bankenthema: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Web-und-App-Sicherheit-bei-Fintech-Startups-hat-Maengel-4507870.html

    tl;dr: wenig überraschend haben viele Fintechs Sicherheitsprobleme. Und noch viel weniger überraschend schneiden die Fintechs im Gegensatz zu den herkömmlichen Banken sicherheitsmäßig immer noch relativ gut ab – was sich auch sonst so mit meinen Erfahrungen deckt.
    Auf N26 wird seit dem C3-Vortrag rumgehackt, obwohl die ihre Lücken innerhalb von sehr kurzer Zeit geschlossen haben; aber als ein 16 Jähriger damals simpelste Sicherheitslücken bei 17 Banken gefunden hat, war das kein Thema (https://www.heise.de/ct/artikel/BaBaBanku-berfall-1102741.html). Oder als die Deutsche Bank zum Monatsbeginn(!) Zahlungen versehentlich doppelt gebucht hat (https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article207640575/Deutsche-Bank-schockt-Kunden-mit-doppelten-Abbuchungen.html) und sich dann noch weigerte, für Folgekosten aufzukommen. Oder die horrend veralteten Geldautomaten…

    Den einzigen Vorteil, den herkömmliche Banken hatten, war der bessere Support und je nach Bank eine vernünftige Automatenabdeckung. Ersteres hat sich bei vielen Banken aber auch erledigt (wenn ich mir freinehmen muss, um einen Termin zu bekommen…^^) und an letzterem sägen ja auch schon viele Banken (ist im übrigen auch unwichtiger, seit dem man in Supermärkten Geld abheben kann).

    Ich ja mal gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren weiter entwickelt…

  28. Hallo,

    zum Thema Banken kann ich sicherlich aus dem Innenleben einer solchen berichten. Ich arbeite bei einer regionalen Raiffeisenbank als Firmenkundenberater und muss sagen, dass auch eine einfache Kontoeröffnung immer schwieriger wird. Ist man noch kein Kunde müssen viele Angaben und Merkmale erfasst werden (Schlagworte Steuer ID, CRS, FATCA beides Steuerabkommen, DSVGO etc.), dies führt dazu, wenn man mit dem Kunden zusammen alles in einem Gespräch machen will, dass man nahezu 1 – 1 1/2 Stunden benötigt. Daher lasse ich die Kunden die entsprechenden Unterlagen (Gewerbeanmeldung etc.) vorab vorlegen, gebe schon die künftige Kontonummer mit, die nach 1 bis 2 Tagen aktiviert wird und man trifft sich zu einem Gespräch zur Unterschrift. Für Bestandskunden ist es einfacher, da kann man nach telefonischer Absprache alles vorbereiten und trifft sich dann, wenn alles fertig ist. Meines Erachtens recht einfach … aber leider nicht überall ist das so.

    Da wir eine kleine Genossenschaftsbank sind, somit im gleichen Verbund wie die GLS, haben wir in der Vergangenheit nur zwei Rechenzentren gehabt. Die GAD in Münster (mit ca. 400 Banken als Kunden) und die Fiduicia in Karlsruhe (mit ca. 700 Banken als Kunden). Diese beiden haben fusioniert und man hat sich für das System der Fiducia entschieden. Ich kenne nun beide Systeme und muss sagen, dass man sich für das schlechtere System entschieden hat. War es vorher eine moderne Webanwendung fühlt man sich jetzt an Windows 3.11. erinnert. Auch sind viele Sachen, die für uns vorher selbstverständlich waren nicht mehr möglich. Auch wird dies, meiner Ansicht nach, vorher von der Fiducia auch nicht im ausreichenden Maße kommuniziert. Somit schaffen wir uns Probleme, die einen Wettbewerbsnachteil verursachen. Leider wird kein Softwareanbieter für 22.000 Kunden eine eigene Anwendung programmieren, so dass wir keine wirkliche andere Wahl haben. So wird es der GLS auch gegangen sein. Vielleicht hilft eurer Podcast, wenn die Fiducia dies denn überhaupt zur Kenntnis nimmt.

    • Hi Nils, herzlichen Dank für Deinen Einblick in Deine Arbeit!

      Was Du zu Fiducia sagst kann ich als Kunde dreier Banken, die von der GAD zur Fiducia GAD gewechselt sind, nur bestätigen. Keine Konkurrenz zu haben ist einfach nie gut für die Performance, auch nicht für Rechenzentren.

      • Hallo Ulf,
        als IT-Mitarbeiter einer Genossenschaftsbank kann ich deinen Ärger gut verstehen. Ich arbeite seit 30 Jahren mit der Fiducia & GAD IT AG bzw. deren Vorläufern GRZ und GAD zusammen – und nicht immer läuft alles so, wie wir als Bank uns das vorstellen. Gerade im Moment nicht.
        Aber (fast) keine Bank ist “freiwillig” zur Fiducia gewechselt, so wie ihr das im Fall der GLS ausdrückt. Die Rechenzentralen haben fusioniert und sich auf ein Verfahren statt zwei verständigt. Und es gibt für die angeschlossenen Banken keine wirkliche, realistische Alternative. Ob wir das nun gut finden oder nicht – wir müssen es umsetzen und kämpfen hart dafür, dass unsere Kunden weiterhin gute Leistungen erhalten und *möglichst* nicht so etwas passiert, wie dir mit den Sammellastschriften der GFF….
        Viel Spaß morgen bei der “Lage live” in HH – ich wäre gern dabei gewesen und hätte mich sehr gern im Anschluß mit euch direkt über dieses Thema unterhalten, habe aber leider keine Zeit :-(

    • Als ehemaliger Mitarbieter der GAD bzw. später der Fiducia GAD kann ich den Eindruck von Nils bestätigen: Die Entscheidung, welches System weitergenutzt wird war nach endlosen Diskussionsrunden meiner Meinung nach eher politisch als technisch. Das hat zT. dazu geführt, das vertraglich zugesicherte Leistungen nicht mehr erbracht werden konnten, weil das “Gewinnersystem” einzelne Funktionen nicht unterstützt hat.
      Meine Meinung mag gefärbt sein, da auch die Lösungen meines Teams eingestampft wurde, aber alle Endanwender, die einem hin und wieder über den Weg laufen, äußern sich ähnlich.

    • Ich kann die Meinung meiner Vorredner leider nicht teilen. Ich habe direkten Kontakt zur Fiducia & GAD IT AG, da ich seit 2,5 Jahren dort arbeite. Insofern habe ich „die alte Zeit“, als es noch zwei genossenschaftliche RZ-Konkurrenten gab, nie kennen gelernt. Ich bin also unbelastet von den alten Lagern.

      Natürlich gab es in beiden Alt-Verfahren „bank21“ (Nord) und „agree“ (Süd) Vor- und Nachteile. Die pauschale Aussage, dass die Entscheidung zugunsten der schlechteren Lösung (agree) erfolgte, möchte ich nicht mittragen. Natürlich war es notwendig, ein Kernbankverfahren auszuwählen, um eine interne Konsolidierung zu erreichen. Seitdem arbeiten sehr viele Kollegen hart daran, die „Vorteile“ aus bank21 zu überführen. Wie ich finde, machen wir dabei auch große Fortschritte. Aber natürlich ist dies ein sehr emotionales Thema.

      Auch die Aussage, dass die Fiducia & GAD Ihre Kunden nicht „zur Kenntnis nimmt“, möchte ich so nicht stehen lassen. Allein für Volks- und Raiffeisenbanken arbeiten rund 80 Kollegen im Vertrieb, die einen intensiven Kontakt zu den Banken pflegen. Von zentralen und regionalen Messen, Kundenumfragen oder regelmäßigen Telefonaktionen zum Einfangen der Kundenstimmung möchte ich nicht erst reden. Natürlich gibt es viel zu tun. Allerdings sehe ich jeden Tag, wie die Kollegen mit aller zur Verfügung stehender Arbeitskraft daran arbeiten, eben diese Kundenzufriedenheit wiederherzustellen. Bis dahin wünsche ich mir, dass die Diskussion bilateral mit den o.g. Vertrieblern geführt wird.

  29. Hallo, ich habe bei einer Genossenschaftsbank in der IT gelernt und bin jetzt bei einer Sparkasse. Die Fiducia ist das Rechenzentrum (mittlerweile) fast aller Genossenschaftsbanken. Fiducia und aufwachen? Never. Wir nannten das immer Fiduci(jahre), eine eigene Zeitrechnung. Und das ist das Problem der gesamten Bankenlandschaft. Genossenschaften und Sparkassen haben viel zu langsame Rechenzentren, weil sie auch allen Kunden rund 1200 Genossenschaften bzw. 300 Sparkassen gerecht werden müssen. Privatbanken sind da bedingt schneller, halten da aber auch nicht alle Sicherheitsrichtlinien ein. Die Genossenschaften und Sparkassen haben eigene Prüfer und die Bafin die bei diesen ganz genau darauf achten, dass alle Vorschriften und Gesetzte eingehalten werden. Bei Startups und Fintechs ist dies nicht der Fall. Und da ist es logisch das es einen Geschwindigkeitsunterschied gibt, der aber auch mehr Sicherheit bietet.

  30. Hallo, war mal wieder eine gute Lage!

    Zum Thema Vermögenssteuer habe ich noch einen Gedanken (den andere bestimmt auch schon hatten):

    Warum wird Einkommen aus Aktiengewinnen und Zinsen nicht in die Einkommenssteuer integriert, sondern pauschal mit 25% versteuert (ich glaube Soli und Kirchensteuer werden noch aufgeschlagen). Das ist meiner Meinung ungerecht, weil es geringe Einkommen genauso stark belastet, wie hohe Einkommen und das soll ja eigentlich durch eine gestaffelte Einkommenssteuer gerechter aufgeteilt werden.
    Dann würden die Einkünfte aus sehr großen Vermögen mit dem Spitzensteuersatz versteuert werden, was ja einer Vermögenssteuer nahe käme.

  31. Liebes Lage-Team
    No need to say – euer Podcast ist unverzichtbar und für mich persönlich seit 2 Jahren fester Bestandteil.
    Euer Beitrag zum Grönland-Verkauf hat mich doch – gelinde gesagt – verstört. Allen Ernstes zieht ihr in Erwägung, dass es legitim sein könnte ein ganzes Land käuflich zu erwerben? Hallo? Egal mit welcher Motivation, steht das doch mal entgegen allem, was sich so in den letzten 100 Jahren an Völkerrecht etabliert hat…oder? Der andauernde Verweis darauf, dass mal vor 150 Jahren Alaska gekauft wurde und dass es auch schonmal den Versuch gab Grönland zu kaufen macht das ja nicht legitimer. Ich versteh schon den Ansatz, dass man drüber nachdenkt quasi mit Geld Konflikte lösen oder Diskriminierung verhindern zu wollen aber vor alledem steht einfach das Credo, dass der Kolonialismus ein für alle mal vorbei ist. Jemand der den Vorschlag macht ein Land samt Bevölkerung einzukaufen hat den Schuss nicht gehört und steht jenseits von jeder akzeptablen Rechtsauffassung.
    Aus meiner Sicht habt ihr in eurer Beurteilung/eurem Kommentar hier die Prioritäten nicht so wirklich klar gesetzt und letztlich offen gelassen, dass Trumps Angebot letztlich auch irgendwie
    in Ordnung sein könnte.

    • 27. August 2019 um 21:55 Uhr
      Thomas Hesselbarth

      Danke für Erinnerung an die Käfige und die Aufdeckung von Aufmerksamkeitsökonomie bei der (ansonsten eben völlig absurden und kruden) Themenlancierung

  32. Das wichtigste vorab: Eine themenbezogene Kommentarfunktion wäre einfach nur wunderbar! Sei es in Art und Form an Soundcloud angelegt (Kommentar mit Zeitmarke) oder einfach verschiedene Bereiche für die einzelnen Themen der jeweiligen Lage. Ich denke, dass sich dadurch deutlich zielgerichtetere Beiträge der Hörer erzielen lassen.

    Vielen Dank für die regelmäßige Lage. Ich höre sie oft um mich auf den aktuellen Stand zu bringen und meinen moralischen Kompass zu kalibrieren. Ich schätze die neutrale Berichterstattung sehr.

    Umso enttäuschter war ich über die Darstellung des Themas “AKK: Bahn für Soldaten umsonst”

    Der Tenor “die Bahn zahle zu wenig” mag ja im Grundsatz stimmen, aber um welche konkrete Summe es sich tatsächlich handelt, ist bisher nicht bekannt.

    Eure dargestellte Meinung basiert fast gänzlichen auf diesem einen (wackeligen) Fakt. Ein solches Argumente Fundament akzeptiere ich bei der BamS. Die Lage hingegen, zeichnet sich sonst durch gesicherte Recherche aus.

    Die offizielle Pressemitteilung des BmvGs, die es traurigerweise nicht mal in eure Quellen geschafft hat, lässt sich wie folgt zitieren

    “Die Deutsche Bahn erhält dabei von der Bundeswehr eine pauschale Vergütung, die regelmäßig evaluiert wird. Man gehe laut Kramp-Karrenbauer von einem Betrag aus, der voraussichtlich 4 Millionen Euro über dem bisherigen Pauschalbetrag liegen wird.” (https://www.bmvg.de/de/aktuelles/ministerin-gibt-gruenes-licht-soldaten-fahren-bald-kostenlos-bahn-92958)

    Es handelt sich nach Darstellung des BmvG also um einen Pauschalbeitrag + (!) 4 Mio Euro. Über die Höhe des Pauschalbeitrags ist nichts weiter bekannt. Solange er mindestens einen Euro beträgt, ist der von euch dargestellte Betrag schlichtweg falsch und somit eure Argumentation mehr als instabil.

    Ihr argumentiert weiterhin, dass die Polizisten einen “Nutzen” an Board erfüllen, seht diesen bei Soldaten allerdings nicht. In der PM werden weiterhin die Kriterien für die kostenlose Fahrt genannt, u. A. dass Soldaten nur in Uniform die Fahrt kostenlos antreten können.

    Hiermit wird die Bundeswehr als Teil der Exekutive nicht nur sichtbarer, sondern wird ein Eingreifen in Notsituationen an Board auch erwartet. Genauso wie bei uniformierten Polizisten.

    Sicherlich sind hier die Rechtsgrundlagen der Polizisten eindeutiger formuliert und Soldaten müssen hier noch geschult werden. Die Pflicht des Handels schließt es dennoch nicht aus.

    Auf Marketing-Effekte und Sicherheitsgefühl gehe ich nicht weiter ein.

    Das letzte Argument, das meines Erachtens unter der gewohnten Lage-Qualität geblieben ist, ist die Frage warum andere Berufsgruppen nicht auch umsonst fahren dürfen.

    Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob Richter (deren Einkommen selten unterhalb des Bundesdurchschnitts liegt) auch umsonst fahren sollten oder warum die freiwillige Feuerwehr diesen Bonus nicht erhält. Man kann auch fragen warum die 4 Mio. + X Euro nicht in Aufforstung gesteckt werden oder warum die GEZ nicht mal reduziert wird. Das ist klassischer Whataboutism. Ein Thema mit einem anderen negieren.

    Irgendwo muss schließlich angefangen werden. Warum sich gerade die Bundeswehr in diesem Fall äußerst gut dafür eignet, wurde hier in den Kommentaren ausgiebig dargestellt.

    Abschließend möchte ich erneut betonen, dass ich insgesamt ein zufriedener Hörer bin! Komplexe Themen werden von diversen Seiten beleuchtet, sodass ich in der ‚Lage‘ bin, mir eine eigene Meinung zum Thema zu bilden. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass dieses Qualitätsniveau weiterhin stetig bleibt, auch wenn dafür zeitlich kritische Themen mal hinten runterfallen.

    Was eure Quellen betrifft; es schadet der Transparenz ein wenig Quellen zu nutzen, die hinter einer Paywall stecken (Gratisbahntickets für Soldaten: Königin Annegret die Viertel-vor-Zwölfte sowie falsche Verlinkungen (Gratistickets für Soldaten gelten schon ab 1. Januar 2020 führt zu https://www.spiegel.de/politik/ausland/kaschmir-heftiges-gefecht-zwischen-indischen-und-pakistanischen-soldaten-a-1282435.html)

    Trotz der Kritik, ein großes Dankeschön!

  33. Zur LDN 151: da ich die Ausgabe vom 2.August erst jetzt gehört hatte, noch eine Anmerkung zum tragischen Vorfall im Frankfurter Hauptbahnhof. Mir scheint hier der passende Begriff der des Amoklaufs zu sein ( unter Bezugnahme der Definition des Ethnopsychologen Georges Devereux in seinem Werk “Normal und Anormal). Die Perspektive der Ethnopsychiatrie bzw. Psychologie als auch der transkulturellen Psychologie kann gerade auch in diesem Fall sehr erhellend sein. Dem Amoklauf als Handlung wohnt auch eine kommunikative ( aber eben nicht unbedingt verbale) Komponente inne, da die Herkunft dieses zumeist impulsiven Gewaltaktes in einer Bevölkerung zu finden ist, die sich über die Gemeinschaft ( und nicht in erster Linie über das Individuum) definiert. Was wir in Deutschland oft vergessen, ist, dass es kulturell geprägte Unterschiede im Ausdruck eines psychischen Leidens gibt. Jeder Mensch kann von einer Psychose befallen werden, doch die Weise des Ausdrucks ist immer auch anders. Kurzum: was wir dringend in Deutschland benötigen, ist eine transkulturell ausgerichtete Psychiatrie, Psychotherapie und ein reflektierter Umgang mit Andersheit. Da ist Frankreich ein Vorbild, dort gibt es das Centre Georges Devereux als transkulturelle Psychiatrieeinheit. Will man künftig solche Taten verhindern, muss man sich über gesellschaftliche als auch wissenschaftsinhärente Sackgassen und Dysfunktionen klar werden und Konzepte entsprechend der Realität menschlichen Lebens entwerfen. Ein Land, das immer noch bei seiner Leitkultur stehengeblieben ist, richtet den Blick nun mal nicht auf die individuellen Differenzen. Zudem wäre auch ein wenig mehr Tiefgang im Umgang mit Mitmenschen erfreulich und hilfreich.
    Bezüglich der Argumentation, Schizophrenie hätte nichts mit der Wirklichkeit zu tun, bzw. Schizophrenie hätte keine Ursachen im Sozialen, muss ich widersprechen. Dazu ein Buch: Bateson, Gregory et al: Schizophrenie und Familie ( erschienen im Suhrkamp Verlag). Hier werden Mechanismen diskutiert, die zum Ausbruch einer Schizophrenie zumindest beitragen können.
    Zur Frage, wie man gesamtgesellschaftlich mit psychisch kranken Menschen auch umgehen kann, ein Hinweis auf Franco Basaglia “Was ist Psychiatrie?”

  34. Feedback: Heizung

    Danke, dass ihr das Thema noch einmal aufgegriffen habt.

    Ich komme aus der Energiebranche und möchte euch in diesem Zusammenhang auf ein verwandtes Thema aufmerksam machen – vielleicht möchtet ihr in einer Lage darüber Diskutieren.

    Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt unter anderem den Primärenergiebedarf von Neubauten. Die KfW bietet Förderprogramme für verschiedene Baustandards. Das finde ich an sich erstmal alles gut und richtig.
    Eine Wiederspruch gibt es jedoch in der EnEV: Werden für die Gebäudebeheizung Erneuerbare Energien (z.B. Wärmepumpen mit kleinem Solar-Strom-Anteil), BHKW oder Fernwärme aus einem MHKW genutzt, sinkt der Primärenergiebedarf des Gebäudes bei gleicher Nutzenergie. Nun ist das Gebäude besser als der Standard und der Bauherr kann an anderer Stelle sparen – dies ist meist die Dämmung. Dieser Zusammenhang ist aus meiner Sicht völlig absurd – hochwertige Energie zu nutzen und im gleichen Zuge das Haus wie vor über 10 Jahren zu Isolieren. .
    Ein Beispiel dazu: Ein 10 Jahre altes Haus nach dem Mindeststandard ist besser gedämmt als ein Neubau mit Wärmepumpe und Raumluftregelung aus dem Jahr 2019.

    Diesen Zusammenhang machen sich vor allem große Erschließer von nutzen und bauen Reihenhäuser sowie große Blöcke mit einer Isolierung, die nicht dem Stand der Technik entspricht. Dies finde ich aus klimapolitischer Sicht und mit dem Wissen das ein Großteil unserer Energie für Gebäudebeheizung benötigt wird sehr bedenklich.

  35. Ein paar Gedanken zum Thema Soldat & Bahn möchte ich hier auch ablassen – auch wenn die redundant erscheinen mögen. Die Beteiligung darf auch als Wertschätzung der Lage verstanden werden, die Umfrage hatte ich schon gemacht.
    Zur Vergleichbarkeit zwischen sozialen Dienstleistern wie der Feuerwehr, THW oder der Altenpflege. Auch wenn diese Berufe und dieses Engagement nicht hoch genug einzuschätzen ist, es gibt da doch ein paar Unterschiede:
    Ein Altenpfleger packt seine Sachen NICHT, um in Afghanistan oder Mali sein Leben zu riskieren, wenn der Bundestag das wünscht.
    Ein Soldat kann NICHT streiken oder (idR) kündigen, wenn ihm die Arbeit nicht mehr passt.
    Ein Feuerwehrmann bekommt NICHT alle paar Jahre eine Versetzung, wo drin steht: in 6 Monaten neuer Dienstort, vielleicht am anderen Ende Deutschlands, Familie, Kinder etc. müssen damit halt klarkommen. Kein anderes Berufsbild hat eine derart heftige Auswirkung auf Familien und kein anderer Beufsstand hat so hohe Scheidungsraten.
    In letzterem Fall, des dann Wochenendpendelns bekommt der Familienvater alle 2 Wochen eine Bahnfahrt nach Hause bezahlt im Gegenwert eines Tickets 2te Klasse, Bahncard 50. Die Banhcard 50 bekommt der Soldat real oder fiktiv, das bleibt ihm überlassen. Allerdings bekommt er auch als Autofahrer dann nur noch die Bahncard-50 Erstattung.
    Als ich mich vor einigen Jahren mit der Problematik beschäftigen durfte war die Rechtslage übrigens so: Hätte ich mir eine Bahncard 100 gekauft und wäre ich an einen korrekten Verwaltungsbeamten geraten, so hätte mir dieser gesagt: Sie sind übrigens verpflichtet privat gekaufte Bahncards für dienstliche Belange zu nutzen, bitte fragen sie die nächsten 12 Monate nicht mehr nach der Reisebeihilfe.
    Als „Opfer“ oder „Nutzer“ von staatlicher Fürsorge ist es aus meiner Sicht – bin natürlich auch Soldat seit 18 Jahren – so: mal gewinnt man, mal verliert man. Bitte macht aber nicht den Fehler, Handeln von Politikern mit der Sache von Soldaten zu verwechseln. Auch eine Bahncard 100 oder entsprechende Regelung hilft nicht, wenn die Familie 9h Bahnfahrt weit weg ist. Mir hilft es ebenso wenig, 50km zum Dienst täglich zu absolvieren, einfach weil der Nahverkehr an meiner Stelle nicht taugt.

  36. zum thema banken und kontoeröffnung ein hinweis..

    was n26 da macht war seinerzeit teilweise sehr umstritten und musste auch erstmal das ein oder andere rechtsverfahren durchstehen. auch hört man bei n26 immer wieder, dass genau dieses verfahren dann von geldwäschern etc. missbraucht wird.

    1. https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/smartphonebank-betrueger-sollen-hunderte-konten-von-n26-fuer-geldwaesche-genutzt-haben/24228122.html?ticket=ST-2555906-IwxKXWeZeA0aErKSFAfN-ap2

    n26 hat in der hinsicht bspw. schon einen starken rüffel von der bafin bekommen.

    2. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Bafin-App-Bank-N26-muss-Geldwaesche-Kontrolle-verbessern-4429143.html

    der punkt ist nun folgender: alteingesessene banken haben gerade in den filialen noch ein recht althergebrachtes verständnis von kundenservice. das kann man eh knicken. dafür werden sie seit jahren kritisiert. zu recht.

    aber online ist das nicht wirklich ein problem. ich habe für die kontoeröffnung des geschäftskontos bei der GLS damals keine zwei wochen für den gesamtvorgang gebraucht. bei n26 hatte ich zwar einen sehr schnellen zugriff, aber durchaus papierkram hintendran. sodass die zeiten am ende doch auch vergleichbarer werden.

    warum das bei den anderen banken so lange dauert liegt zum einen an der alten technik. die ist teilweise 30 jahre alt. es liegt aber auch an regulatorischen anforderungen, die viel besser erfüllt werden als bei bspw. n26.

    banken sind grundsätzlich verpflichtet ihre kunden zu kennen. das heißt jeder neukunde wird durchgeprüft. in einem prozess, der nicht wirklich standardisiert ist

    3. https://www.dertreasurer.de/news/risiko-management/kyc-aerger-belastet-kunde-bank-beziehung-62491/

    durch die finanzkrise haben sich diese anforerungen erhöht. das heißt es muss immer mehr geprüft werden und gleichzeitig soll es immer schneller gehen. grundsätzlich ein problem. aber die strafen für banken sind bei geldwäsche im zweifelsfall auch recht hoch, deswegen wird eher mehr als weniger kontrolliert. die aus eurer sicht positiven ausnahmen lernen das jetzt erst peu a peu und wirken daher schneller und dynamischer.

    mfg
    mh

  37. Zum Thema Heizung:

    wir haben in diesem Monat PV aufs Dach bekommen und eine Warmwasserwärmepumpe in Verbindung mit Gas Brennwert eingebaut bekommen.

    Zu eurer Empfehlung:
    1. Wärmepumpe für Heizung bedarf viel Platz, weil der Wasserspeicher entsprechend groß (träge) sein muss! Zudem brauch so eine Wärmepumpe viel Strom, der ja auch nicht nur ökologisch produziert wird. Unsere PV-Anlage mit 9,92 KWP ist für den Privathaushalt sehr groß und nutzt auch die gesamte Dachfläche. Diese würde aber für eine solche Wärmepumpe nicht reichen.
    2. Solarthermie funktioniert nicht mit Wasser in der Leitung!
    3. Die sinnvollste ist nicht immer die ökologischste Lösung.

    Ich würde an eurer stelle aufhören, explizite Empfehlungen auszusprechen in Bereichen in denen nicht eure fachliche Expertise liegt. Damit tut ihr nichts Gutes.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ihr dafür nicht zu Grün seid, aber durch diese 100 % Öko-Mentalität stehen wir doch genau da, wo wir heute sind. Nicht nur die Klimagegner sondern auch die Klimafanatiker haben das aus meiner Sicht verursacht.

    Nichts desto trotz mag ich euer Format sehr.
    Macht weiter so (bis auf meine Anmerkung :-))

  38. Mietpreisbremse
    (Sorry, die Frage ist einfacher auf englisch)

    Thanks for the interesting discussion on the Beschluss of the Bundesverfassungsgericht and its implications! Concerning foreign investors who built housing in Berlin. Isn’t this a case of regulatory expropriation under international law?
    Do you think there are remedies for regulatory expropriation that are available to foreign investors that are not available to domestic ones? For example, if a Chinese investor invested in building new apartments in Berlin speculating that they would be able to earn rents far and away beyond the neighborhood average, could they utilize expropriation clauses in the China-Germany Bilateral Investment Treaty (Article 4 specifically mentions indirect expropriation through government measures)? Does the international investment system essentially privilege foreign investors by establishing remedies not available to domestic ones?

    • Es hat nichts mit Enteignung zu tun, wenn Eigentümer*innen von Wohngebäuden keine maximalen Erträge erreichen können. Das BVerfG hat sogar ausdrücklich gesagt, dass es nicht zulässig wäre, wenn gesetzliche Regelungen dazu führen würden, dass Eigentümer*innen Verluste machen bzw. die Substanz der Gebäude gefährdet wird. Da die Mietpreisbremse für Naubauten nicht gilt, dürfte es hier keine Probleme geben.

      Viel heikler wäre allerdings der in Berlin diskutierte Mietendeckel. Dazu werden wir in der nächsten Folge mehr sagen.

      • Danke für die schnelle Antwort. Die Frage war eher ob es “under international law” als “regulatory expropriation regarding the legitimate expectation of foreign investors” ausgelegt werden kann und damit Tür und Tor öffnet für Klagen gegen den deutschen Staat. In some previous ICSID Awards, the decisions of domestic courts have been considered acts of the State and therefore attributable to the State under international investment law. If an ICSID Tribunal considered the expectations of certain rent or sale prices to be ´legitimate´ on the part of a foreign investor, it could very well consider the decision of the BVerfG to be a ´regulatory expropriation´ (not a direct expropriation). State actions such as raising taxes or raising the minimum wage have been considered regulatory expropriations by ICSID Tribunals in the past.

        Wir sind gespannt auf die Diskussion zum Mietendeckel in der nächsten Folge.

  39. Hi,
    Ich muss leider aufhören euren Podcast anzuhören weil ich es psychisch einfach nicht mehr packe was mit Politik u. Gesellschaft so abgeht. Vorher wollte ich euch aber noch sagen wie großartig ihr jede Woche über alles informiert und dabei gleichzeitig sehr unterhaltsam seid. Den Glauben an Demokratie oder Vernunft habe ich aber einfach verloren. und werde mich jetzt Biedermeierstyle nur noch mit positiven Sachen beschäftigen und klettern gehen solange unser Planet noch halbwegs bewohnbar ist. Ich werde euch vermissen! An euch liegt’s nicht (:
    LG ein linksgrünversiffter

  40. Sehr geehrter Herr Banse, sehr geehrter Herr Buermeyer,

    Vor knapp 10 Wochen bin ich eher zufällig auf Ihren Podcast gestoßen und verfolge diesen seither mit großem Interesse. Vielen Dank für die gut recherchierten Analysen und die guten Denkanstöße, welche mich, als selbsterklärten Wirtschaftsliberalen, bereits mehrfach dazu bewegt haben bisherige Positionen und Ansichten zu überdenken. Ich würde mich sehr freuen, wenn es Sie mit der Lage live mal in die Region Frankfurt/Mainz/Wiesbaden verschlagen würde.

    Bitte weiter so! Vielen Dank.

  41. (Entschuldigung im Voraus. Deutsch ist nicht meine Muttersprache.)

    Über How Democracies Die und AfD:

    Die Sache ist eigentlich sehr einfach: Indem ihr die AfD als “Völkerfeinde” und “abnormal” bezeichnet, macht die AfD genau solche Vorwürfen gegen ihr. Das heißt, ihr kämpft AfD gleicherweise wie AfD kämpft ihr. Am Ende, woran liegt der Unterschied? Es ist dann gar kein Wunder, dass ihr den Kampf mehr und mehr verliert.

    Es ist genau wie eine Diskussion, die ich vor einigen Tagen hatte: Indem du einen Mörder mit Todesstrafe beurteilst, und eben mit Folterung bestrafst, wirst du genau wie der Mörder. Wer hat die Gerechtigkeit? Natürlich sagen die beide Seiten eines Streites, dass sie die Gerechtigkeit hat. Also es gibt keine absolute “Gerechtigkeit” in der Welt. Wer so sagt, ist entweder ein Narr oder ein Heuchler.

    Also ihr habt das Buch gelesen. Aber es scheint, dass ihr die Ideen von diesem Buch gar nicht verstanden habt. Wenn du den Gegner nicht als respektwürdigen Mitmensch betrachtest und vertraust, dann kann der Gegner nur genauso gegen dir machen. Und die Situation ist dann senkrecht in einen Teufelskreis geraten.

    Wenn du das Spiel gewinnen möchtest, dann musst du nicht ebenso niedrig wie der Gegner sinkst, sondern sollst du versuchen, das Wesen der Demokratie zu behalten, und einen Dialog zu halten. Wenn du die AfD immer nur angreifst und am Rand treibst, mit zum Beispiel dubiöse Interpretationen der Regeln usw., was ist der Unterschied zwischen du und AfD? Und wer kann dieses Spiel besser spielen?

    Wenn die Wähler der AfD sich fühlen, dass niemand seine Stimme hört, dass niemand sie akzeptiert/respektiert, dass sie überhaupt kein Raum im politischen Diskurs finden können, dann wird die AfD natürlich immer stärker. Die Wähler befinden sich einfach ohne Alternativen. Das Gleiches gilt für Trump.

  42. Hallo zusammen,

    der Amazonas brennt im Moment ja zum Teil und wie zu allen Themen, die den Klimawandel betreffen, bzw. wenn es nur um die Natur geht, finden im Netz harte Diskussionen statt.

    So veröffentlicht Forbes folgenden Artikel https://www.forbes.com/sites/michaelshellenberger/2019/08/26/why-everything-they-say-about-the-amazon-including-that-its-the-lungs-of-the-world-is-wrong/

    Damit sehen sich viele im Recht, dass die Naturschutzspinner keinen Plan haben und die vegane Weltverschwörung aufgelaufen ist.

    Aber was ist wirklich an dem Thema dran, wie schlimm ist es, wieviel Sauerstoff produzieren Wälder wirklich?

    Vielleicht habt ihr einen Experten an der Hand? Ich zweifle an meinem Schulwissen und allgemeinen Menschenverstand ob Sojafarmen und Tierzucht nicht doch ordentlich Sauerstoff produzieren und CO2 speichern.

    • Also dass eine Tierfarm Sauerstoff produzieren würde ist schonmal totaler Quatsch. Ein Tier verbraucht Sauerstoff, genauso wie Menschen. Eine Sojafarm kommt da schon eher in Betracht, weil Pflanzen, aber eben kein Baum.
      Ich hab hier einen Link, wo etwas zu einheimischen Bäumen steht. Daraus kannst du dann selbst schlussfolgern wie viel Gehalt du deinem Artikel zugestehen willst. Ich halte ihn für ausgemachten Blödsinn zu Ablenkung und Bekräftigung für Leugner.
      http://www.gartendatenbank.de/forum/wieviel-sauerstoff-produziert-ein-baum-fuer-wieviele-menschen-t-243-1

      • Der Artikel sagt ja auch nicht, dass die Tiere Sauerstoff produzieren, sondern dass das Weideland Sauerstoff produziert. Zur 20%-des-Sauerstoffs-Behauptung habe ich auch keine brauchbare Quelle gefunden.

        Ich denke, Klima-Panik ist ein nicht unerheblicher Grund für die Berichterstattung. Es hilft dem Narrativ nicht unbedingt, wenn man für seine Argumente Fotos aus vergangenen Jahren brauch. Und wenn man verschweigt, dass zwar dieses Jahr viel mehr Feuer als letztes Jahr sind, aber ähnlich viele wie 2017 und weniger als 2016…

        Dennoch: Save the Rainforrest…

  43. Hallo,

    zum Thema Banking. Könnt ihr zukünftig einen Rant auch als solchen kennzeichnen? Ich bin ja grundsätzlich dabei, das bei den Filialbaken nicht alles grün ist. Aber anhand von persönlichen Erfahrungen und “einem Freund” ist für mich journalistisch grenzwertig.
    Die Fiducia ist neben dem Rechenzentrum der GLS auch für “alle” Volks und Raiffeisen Banken zuständig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Geschäftskunden bei dieser Gruppe auf eine ordentliche Sammlerverarbeitung verzichten.
    600€ für Kontoauszugsnacherstellung finde ich übertrieben. Aber es gibt fast 400 Sparkasse, die alle eigenständige Unternehmen sind. Und diese machen ihre Preise selbst und unabhängig. Bei einem anderen Institut kann der gleiche Vorgang kostenlos sein. Hier wäre es wünschenswert gewesen auf Antworten der Institute zu warten.
    Nun noch etwas zur vermeintlich fehlenden Flexibilität der großen Banken bzw. Gruppe (Sparkassen und VR Banken). Für die beiden Gruppen existieren de facto zwei Rechenzentren. Da die BaFin das erkannt hat, gelten für diese extreme Anforderungen, was Datenschutz, Sicherheit und Software Herstellungsprozess angeht. Das kann ich aber auch nachvollziehen, da der mögl. Schaden eines Softwarefehlers ungemein größer ist. Wenn bei N26 zwei Tage lang Keine Zahlungen erfolgen ist das Schade für deren Kunden. Keine Frage. Wenn aber alle Sparkassen oder Volksbanken ihre Zahlungen wegen Software Fehlern nicht durchbekommen ist das eine mittelschwere Katastrophe…
    Ihr könnt euch gerne kritisch mit dem Bankensektor auseinander setzen.
    Aber dieser Rant war zu kurz gegriffen und aus meiner Sicht nicht Fair.

    Grüße
    Dominik

    • Die Fiducia ist neben dem Rechenzentrum der GLS auch für “alle” Volks und Raiffeisen Banken zuständig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Geschäftskunden bei dieser Gruppe auf eine ordentliche Sammlerverarbeitung verzichten.

      Doch – klingt unfassbar, ist aber so. Sofern die Kunden schon länger bei der alten Fiducia waren (Süddeutschland) hatten sie eh keine Sammlerauflösung mit HBCI, mit EBICS geht es eventuell. Soweit sie bisher beim Rechenzentrum GAD waren, verlieren sie das Feature “Sammlerauflösung” mit der Umstellung auf das Fiducia-Verfahren agree21.

      Inzwischen haben wir von verschiedenen Insidern erfahren, dass das vielen Menschen bei GLS & Co. auch sehr peinlich ist, wie hier mit Kundinnen und Kunden umgegangen wird.

      Und was genau war jetzt unfair an unserer Darstellung?

      • Ihr gebt an, bzgl. der Vorfälle bei der Berliner Sparkasse entsprechende Anfragen an das Institut bzw. den zuständigen Verband gestellt zu haben.
        Hätte man dem Thema nicht eine Woche Zeit geben können, um hier ggf. auch die ein oder andere Recherche zu betreiben. Zumindest habe ich bei euch keine Quellen gefunden.
        Vielleicht ist unfair der falsche Begriff. Aber in einer komplexen Finanzwelt eine so harsche Kritik anhand von Erfahrungen zu üben finde ich etwas daneben. Aber ggf. bin ich auch nur etwas dünnhäutig, da ich hier als Mitarbeiter in einem der Rechenzentren indirekt angesprochen bin.

        Grüße
        Dominik

        • Muss ich Dominik recht geben. Meine Anmerkungen

          1) die GLS hat seit Jahren einen immensen Zulauf an Neukunden. Deswegen sind dort die Wartezeiten so lange.
          2) dass der Service von der Dame in der Sparkasse schlecht war, soll nicht vorkommen, darf aber nicht pauschalisiert werden, dass die Banken generell schlecht seien.
          3) die Banken sind in einer extremen Klemme derzeit, da ihr Geschäftsmodell wegbricht in Europa. Die Marge zwischen Soll- und Habenszins ist durch die niedrigen Zinsen extrem geschrumpft. Deswegen müssen die traditionellen Banken an allen Ecken sparen um gegenüber den „schlankeren“ Onlinebanken noch Gegentakten zu können. (Ja, jede Stunde Öffnungszeit kostet und sicherlich hat die Sparkasse am Tag danach wieder auf gehabt, um das Konto zu eröffnen)
          4) die Rechtsanforderungen im Zuge der Reformen im Banksektor nach der Wirtschafts- und Finanzkrise ist dramatisch. Dies hat die Kosten nochmals extrem steigen lassen und die traditionellen Banken versuchen halt sozialverträglich damit umzugehen und nicht die Hälfte der Belegschaft zu entlassen und alles auszulagern so wie es die jungen Direktbanken tun.
          5) es ist zwingend erforderlich, dass bei einer Kontoeröffnung genau überprüft wird wer dieses Konto eröffnet und welcher Betrieb das ist. Speziell wegen den Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungvorschriften kann dieser Prozess nicht „bagatellisiert“ werden.

          Was ich sagen will: die traditionellen Banken haben es in den letzten Jahren extrem schwer und durch die Pläne zur Bankenunion der EZB wenig Rückendeckung. Eine Erläuterung dahingehend ist dementsprechend umso wichtiger als das Bankenbashing, das generell betrieben wird und die wenigsten überhaupt wissen welche Unterschiede in den Geschäftsmodellen liegen.

          Beste Grüße
          Nik

        • Wir haben niemanden “gebasht”, sondern – wie wir ausdrücklich gesagt haben – einfach deutlich machen wollen, dass es mit einem solchen Service-Niveau nicht geht. Und die Kommentare hier zeigen ja, dass viele Hörerinnen und Hörer ähnlich schlechte Erfahrungen machen.

          Es ist nicht unfair, wenn wir Missstände kritisieren. Dass es für die Missstände Gründe geben wird ist klar, einige davon wurden hier genannt, und einiges davon können wir auch gerne noch mal nachtragen. Aber der Befund bleibt, dass die Prioritäten hier einfach falsch gesetzt werden: Statt Kunden zu frustrieren müssten verkrustete Strukturen aufgebrochen werden. Hier finden sich ja auch mehrere Kommentare von Bank-Insidern, die ehrlich einräumen, dass man gerade die Zukunft verschläft.

          Don’t shoot the messenger.

  44. Ich höre die Lage fast immer auf dem Rad. Ihr sagt selbst oft genug, dass die Menge an Autos reduziert werden muss – die passende Antwort fehlte bei mir in der Umfrage aber, ich hab nur Bahn und Auto gesehen…

  45. W/ Kundenfreundlichkeit bei Banken
    Vieles und überwiegend Richtiges ist zu diesem Thema schon kommentiert worden. Ich möchte aber noch auf die von Euch erlebte Kundenfreundlichkeit eingehen, was ich durchaus für relevant halte, auch wenn es anktodtisch daher kommt.
    Für Banken bedeutet Kundennähe in erster Linie ein Kostenfaktor (hoher Personalaufwand, Flächenpräsenz). Da die meisten Banken privat geführt sind und verpflichtet sind, Gewinne zu erzielen, haben sie Kostentreiber immer im Blick.
    In den frühen 2000er haben Banken überwiegend mit Investmentbanking und Spekulation und dort mit vergleichsweise wenig Personal enorm verdient.
    Es folgten Fusionen (die Bank, die mehr verdient hat, hatte das Geld bzw. die Kreditwürdigkeit, Banken zu kaufen, die nicht ganz so viel hatten).
    In der Chefetage jeder heute noch frei agierenden Bank steckt immer noch der Argwohn, gekauft zu werden, wenn die Rendite nicht stimmt.
    In der Folge wurde in den letzten 25 Jahren Personal konsequent abgebaut, gerade auf dem Land finden Sie heute nicht einmal mehr eine Sparkassenfiliale.
    Fazit: Vielleicht ist Kundennähe immer noch ein stiller Wunsch oder vielleicht sogar ein Marketingslogan bei vielen Banken. Sie selbst sehen sich aber schon längst nicht mehr im Wettbewerb um die Privatkunden (Auch wenn die ein Geschäftskonto eröffnen wollen).

  46. Moin,

    Eine kurze Anmerkung wollte ich seit vielen Folgen schon loswerden (und überraschender Weise gab es am Ende eurer Umfrage kein “Das möchte ich noch sagen”-Feld). Auch wenn es in dieser Folge nicht vorkam, bin ich immer versucht bei der Phrase “Clickt euch ein Abo” oder “Clickt euch ein Ticket” mit meinem kleinen Zeh gegen meinen Küchentisch zu treten. Vergleiche wie”Ich gehe mir einen Kontoauszug” oder “Ich sitze mir ein Buch” bringen mich dann aber immer wieder zum Schmunzeln

    Aber ansonten ist euer Podcast genial und wenn das der schlimmste “Fehler” ist, kann man ja schon mal stolz auf sich sein ;-)

    • Auch nach x-fachem Lesen des Kommentars verstehe ich ihn ehrlich gesagt nicht … natürlich “sitzt” man sich kein Buch, aber man schnappt es sich oder holt es sich. Online klickt man sich eben Dinge.

  47. Zur Umfrage: Der Anbieter hat keine zuverlässige Server-Anbindung, wenn Ihr mir nicht so am Herzen liegen würdet hätte ich abgebrochen- es ist immer wieder abgestürzt.
    Außerdem gibt es bei jeder guten Umfrage am Ende ein offenes Feld, wo man noch Anmerkungen eintragen kann – hattet Ihr leider nicht. Aus diesem Grund habe ich euch die Rückmeldung zu dem schlechten Umfragetool nun so gegeben. Nächstes Mal vllt. lieber netigate oder so was in der Art.
    Generell ist mir bei den letzten Folgen noch aufgefallen, dass Philip Banse häufig stark ins Mikro geatmet hat.
    Sonst vielen Dank für die Hintergrundinfos!

  48. kleiner, aber wichtiger Kritikpunkt an eurer Umfrage: man muss zwischen männlich und weiblich wählen – das ist nicht gendergerecht.

    ansonsten seid ihr einfach spitze :)

    • Lest doch mal durch die vorherigen Einträge ehe man hier was schreibt. Das wurde jetzt schon mehrfach angemahnt (was ja auch richtig ist).

  49. Hallo,
    bzgl. dieser Studie, ob man nicht international geförderte Landabkäufe tätigen könnte, um dann den Vorort befindlichen Bevölkerungsgruppe, dieses Land dann zur Staatsgründung zur Übereigenen, war ich zugegeben etwas irritiert, da ich nicht glaube, dass es möglich zum anderen, dass es wirklich Probleme löst. Als Beispiel schauen wir uns mal die Rohingya an:
    1. Bangladesch kann es sich nicht leisten Land abzutreten; ohne massive Investitionen wird das Land rund 18% der Landmasse verlieren und bis zu 30% Einbußen bei der Ernte bis 2050 erfahren (Klimawandel https://de.wikipedia.org/wiki/Bangladesch#Auswirkungen_des_Klimawandels ); Des Weiteren hat das Land schon ca 150 Millionen Einwohner, bei nur rund 41% der Landmasse von Deutschland. 147.570 km² zu 357.578,17 km².
    2. Myamar / Burma, hat auch kein Interesse, da im Bundesstaat, aus dem die Rohingya in Bangladesch vertrieben wurden, zusammen mit China eine Sonderwirtschaftszone aufgebaut wird.

    Wenn man sich bzgl. des Wahnsinns um Myamar die Kante geben will, der lese diesen Artikel auf heise/Telepolis:
    https://www.heise.de/tp/features/Ursachen-der-zahlreichen-Konflikte-im-Vielvoelkerstaat-Myanmar-3929486.html?seite=all
    Wer sich weiter über das Konfliktpotential in der Region informieren will, dem kann ich “Mit offenen Karten” aus 2012 emfpehlen:
    https://www.youtube.com/watch?v=ovRNYokTL7c

  50. Moin,

    vielen Dank für die immer wieder tollen Sendungen… .

    Vielleicht bietet sich ja mal in der Lage (oder einem anderen Podcast von Philip) die Möglichkeit mit dem Herrn hier ein Interview/Gespräch über die Zukunft der Bahn zu führen ( https://www.zeit.de/wissen/2019-08/deutschlandtakt-deutsche-bahn-optimierung-mathematiker-christian-liebchen ) ….

    Beste Grüße
    Marek

  51. Guten Tag,
    ich bin seit 16 Jahren Soldat und wollte mal ein paar Gedanken äußern zum Thema kostenlose Bahn Fahrten. Gefordert hat diese Maßnahme erst mal niemand. Meine zivilen Kolleg*innen (Beamte/ Angestellte) sind allerdings not amused. Aber auch wir Soldat*innen sind nicht begeistert. Viele Dienststellen, insbesondere der Truppe, die die wirklich Arbeiten (Grenadiere, Pioniere, etc.) liegen irgendwo in der Pampa ohne einen vernünftigen Bahnanschluss. Kasernentor und Bahnhof mehrere Kilometer entfernt. Wie die genaue Umsetzung der Maßnahme ist bleibt abzuwarten. Z. B. welche Uniformen dürfen getragen wird. Feldanzug, Dienstanzug, Sportanzug, etc. Das Bahnpersonal muss dann auch geschult werden. Nicht das der Hauptmann von Köpenick im Zug mitfährt. Was ist wenn sich Soldaten auf Bahnhöfen, in Zügen inkorrekt verhalten. Müssen dann Vorgesetze eingreifen oder Feldjäger die dann wieder auf Bahnhöfen streife laufen. Wie erkläre ich mich zum Vorgesetzen, was besagt die Vorgesetztenverordnung. In manchen Gegenden sind Soldaten kein gern gesehenes Erscheinungsbild. In Berlin worden Soldaten schon angriffen. Was passiert bei Fußballspielen. Wenn sich zwei zivile Personen in einem Zug anschreien gibt es eigentlich keine rechtliche Grundlage warum Soldaten eingreifen sollten, etc. Dienstreisen werden dann nur noch mit dem Zug gemacht? Familienheimfahrten werden in Zukunft nicht mehr bezahlt? Muss ich einen Geldwerter Vorteil zahlen, wenn ich private Reisen unternehme?

    • Laut einem Kommentar von Ulf unten muss die Uniform nicht getragen werden (was mir so btw. auch nicht klar war) und die Tickets dürfen auch außerdienstlich genutzt werden – d.h. es macht für die Bahnfahrt keinen Unterschied, ob sich die Soldaten jetzt das Ticket kaufen oder kostenlos über die Bundeswehr erhalten.

      • Danke für die Antwort.
        Es geht privat um den Geldwerter Vorteil. Bzgl. der Uniform zucken bei uns in der Dienststelle alle nur mit den Achseln. Und ich rede hier von A14, A15 und A16 Personal.

  52. Zum Thema Bank in der Fläche/Sparkasse.
    Die machen sich ihre eigene Kundschaft kaputt. Bei uns kann man bei kleinen Läden, wenn sie den überhaupt Zahlung per Karte anbieten, erst ab 10 bis 15 Euro bargeldlos zahlen. Weil die Sparkasse eine Gebühr pro Vorgang berechnet der so hoch ist das bei kleineren Beträgen der Laden drauf zahlen würde. Also entweder geht der Kunde im Zweifelsfall lieber zum Supermarkt, oder der Laden sucht sich einem anderem Zahlungsanbieter, was in der Kleinstadt fast keiner macht da man nicht weiß dass das überhaupt geht. Folglich geht es denn kleinen Geschäftskunden der Sparkasse noch schlechter. Wie dumm ist das denn?

    • Das ist nicht mehr aktuell, es gibt keine Mindestkosten pro Transaktion mehr und die Prozentsätze für das sog. Interchange sind von der EU gedeckelt, bei Girocard z.b. 0,2%. Das hat sich bei den Händlern nur noch nicht rumgesprochen. Und wer denkt dass sei teuer hat eine falsche Vorstellung der Kosten, die Bargeld verursacht.

    • Zum Thema Banken:
      Ich selbst arbeite bei einer vergleichsweise kleinen Volksbank (eine Fusion steht allerdings kurz bevor). Auch die Volksbank nutzen als Rechenzentrum die Fiducia GAD, im genossenschaftlichen Kontext hat dieses Rechenzentrum eine Art Monopolstellung. Neben den Online-Banking, laufen fast alle Anwendungen (unsere Bankensoftware, das Office-Paket, unsere Laufwerke, usw.) über die Fiducia. Somit besteht eine starke Abhängigkeit zu dem Rechenzentrum, welches nicht gerade innovationsfreudig und vor allem nicht kundenfreundlich ist. Auf der ganzen Homepage der Fiducia sind zum Beispiel keine Telefonnummer angeben und selbst im Email-Kontakt werden keine Nummern rausgegeben. Bearbeitungszeiten sind sehr lang und Ausfälle sind an der Tagesordnung. Der Druck auf die Fiducia ist nicht besonders hoch, da es keinen direkten Konkurrenten gibt und eine Umstellung wahnsinnig teuer und aufwendig wäre. Zu den konkreten Fall mit der Kontoeröffnung, kann ich nur für die Volksbank sprechen, in der ich arbeite. Ein Firmenkonto kann nur durch einen Firmenkundenberater eröffnet werden. Die formalen Anforderungen sind in diesem Bereich extrem hoch. Allerdings haben wir in allen unsere Firmenkundenberater auf unserer gesamtes Geschäftsgebiet verteilt. Und unsere Mitarbeiter/innen am “Schalter” sind sehr serviceorientiert, das Mindeste wäre ein kurzfristiger Termin mit einem Berater gewesen.

  53. Mietpreisbremse
    Dass bei ca. 5 % der Vermieter das Einkommen eine untergeordnete Rolle spielt konnte ich – zumindest für den freien Wohnungsmarkt – so nicht feststellen. Ich habe mich in einem Zeitraum 3 Monaten auf 243 Wohnungen in Berlin beworben. Zum Schluss bin ich in einer WBS-Wohnung gelandet. Aber bei den städtischen Wohnbaugesellschaften wurde auf das Einkommen geachtet.
    Meines Erachtens nach müsste es Vermietern zusätzlich untersagt werden Einkommens- und Bonitätsnachweise einzuholen. Aber das ist so wohl nicht durchsetzbar.

  54. In der Umfrage fehlte mir eine Frage zur Akzeptanz von Native Ads. Schade, dass ihr dazu kein Feedback über diesen Kanal abholen wollt. Nur schnell meine Meinung: Native Ads solltet ihr bitte weglassen. Auch mit Werbe-Jingle kommt schnell der Gedanke auf, ihr seid tatsächlich selbst von der Werbung und dem Produkt überzeugt.

    Ansonsten: Vielen Dank für Eure Arbeit. :)

  55. Hey, super Folge und danke für die großartige Arbeit. Ich wollte kurz anmerken, dass ich es gut gefunden hätte, wenn man in der Umfrage bei der Frage nach dem Geschlecht auch eine dritte Option also d hätte ankreuzen können.

  56. Thema Mietpreisbremse:

    Meine Erfahrung ist die, dass die Mietpreisbremse sehr leicht ausgehebelt werden kann. Stichwort Quadradmeterangabe im Mietvertrag.
    Kein Vermieter ist verpflichtet, eine Quadradmeterangabe im Mietvertrag anzugeben. Nur wenn diese vertraglich festgehalten ist, lässt sich der spezifische Mietpreis mit dem ortstypischen Mietpreisspiegel vergleichen und somit seitens des Mieters die unzulässig hohe Miete rügen. Deswegen empfehlen auch die ganzen Mieterbünde (z.B. Haus und Grund http://www2.haus-und-grund.com/flaechenangabe_mietvertrag.html) keine Angabe im Mietvertrag zu machen. Somit ist die praktische Durchsetzung der Mietpreisbremse bei aktuelleren Verträgen ein Witz und nicht durchsetzbar.

    Ich wohne mittlerweile in der zweiten Mietwohnung, die bewusst vom Vermieter ohne Angabe vermietet wird. Auf Nachfrage wird der Frage ausgewichen und gesagt, man müsse die Wohnung ja nicht mieten. Ein ganz klares Machtgefälle, das bewusst ausgenutzt wird.
    Bitte korrigiert mich, falls ich mit dieser Auffassung falsch liege.

    Falls sich die Mietpreisbremse doch so leicht auhebelen lässt, sollte der Gesetzgeber eine gesetzliche Pflicht zur Angabe der vermieteten Quadratmeter im Mietvertrag beschließen, sonst ist die praktische Umsetzung der Mietpreisbremse ein Witz.

    • Die Quadratmeter einer Wohnung auszumessen ist kein Hexenwerk. Bei Bedarf helfen sicherlich auch Mietervereine.

      • Sicherlich, dennoch ist das im Nachhinein nicht rechtskräftig verwertbar.

        Siehe Urteil Urteil vom 16. Dezember 2013 – 424 C 10.773/13 Amtsgericht München.
        Kurzfassung: Makler verspricht 156 m2 vor Vermietung. Vermieter macht keine Angabe im Mietvertrag. Mieterin lässt nachmessen: 126 m2!. Mieterin verlangt zu viel gezahlte Miete zurück. Es kommt zum Rechtsstreit. Mieterin verliert vor Gericht, denn es sei grundsätzlich Sache des Mieters VOR Mietbeginn für Klarheit bzgl. der Größe zu sorgen (dh. im Mietvertrag festzuschreiben). Enthalte der Mietvertrag dazu selbst keine Angaben, sei das ein wichtiges Indiz dafür, dass der Vermieter auch keine verbindlichen Zusagen in Bezug auf die Wohnungsgröße machen wolle (s. H&G-Link oben). Quasi gemietet wie gesehen. Pech gehabt für den Mieter.

        • In dem Fall ging es aber darum ob eine Angabe in der Zeitungsannonce Vertragsbestandteil wird und ein negatives Abweichen von der Angabe ein entsprechender Mangel der Mietsache ist.
          Das Problem stellt sich doch bei der Mietpreisbremse gar nicht. Hier gilt eine objektive Mietobergrenze pro m² – egal ob die Größe der Wohnung im Vertrag festgelegt wurde oder nicht. Stellt sich deine Wohnung im Nachhinein als kleiner heraus führt das doch sogar zu einer höheren Rückzahlungsforderung.
          Um das selbstständige Nachmessen der Wohnung kommt man aber anscheinend nicht herum.

  57. Zum Thema Banking

    Ich bin seit 15 Jahren in der Bankenbranchen tätig und kann Euch sagen, da schläft niemand mehr. Was ihr da so flapsig als “die Banken müssen aufwachen” hinstellt ist die pure Konsequenz aus allem was mit den Banken in Deutschland seit der Finanz- und Wirtschaftskrise geschehen ist.

    Regulatorisch wurden den Banken alle Geschäftsfelder und Produkte genommen bzw. verboten, mit denen sich Geld verdienen lässt. Die übrig gebliebenen Ertragsbringer wurden dann durch die Niedrigzinsen der EZB entwertet.

    Konsequenz sind knallharte Sparprogramme, die dann eben unter anderen zu den Problemen führen, die ihr beschreibt.

    Warum wird in einer Privatkundenfiliale kein Geschäftskonto eröffnet?
    – Weil die Filialen knallhart runtergerechnet wurden, und dann eben standardmäßig kein Geschäftskundenbetreuer mehr in einer PK Filiale sitzt. Es rechnet sich nicht. Diese sind dann in einer GK Filiale zusammengezogen, die – aus Kostengründen- sehr reduzierte Öffnungszeiten hat. Natürlich hat Penta die bessere Customer Experience, weil es deren Geschäftszweck ist. Banken in Deutschland kämpfen schlichtweg aktuell ums Überleben und jeden Arbeitsplatz ihrer Mitarbeiter.

    Warum wechselt eine GLS denn zur Fiducia?
    – Na weil auch eine GLS finanziell ums Überleben kämpft und die Fiducia halt wahrscheinlich um 40% günstiger ist als der vorherige IT Anbieter. Ende aus Mickey Mouse. Es geht doch schon seit 10 Jahren nicht mehr darum was sinnvoll für den Kunden ist, sondern um knallhartes Kostensparen. Denkt ihr wirklich irgend ein Vorstand hat ein Problem damit, das eine IT Funktion nicht abgedeckt ist, wenn er gleichzeitig 40% Kosten unter bekommt?

    Fazit:
    Vielleicht solltet ihr sauberer recherchieren und Euch auch mal Fragen warum die Dinge bei deutschen Banken so sind wie sie sind, bevor ihr euch über deutsche Banken lustig macht.
    Und es hilft auch nicht zu sagen “wir wollen hier kein Banken Bashing betreiben”, wenn irh genau das ausführlich tut.

    • Danke für den Kommentar, aber was genau war denn Deiner Ansicht nach nicht sauber recherchiert?

      Es hat doch nichts mit sparen zu tun, wenn eine Bank so mies organisiert ist, dass eine Mitarbeiterin in der PK-Filiale nicht in der Lage ist, dem potentiellen Kunden ein paar Fragen aus einem Formular zu stellen … wenn der GK-Berater dann Folgefragen hat: d’accord. Aber einfach wegschicken ist sicher keine Lösung.

      • Hallo Ulf,
        da bin ich absolut bei dir. Verhalten der Mitarbeiter in dem einen Fall geht nicht.
        Recherchiert war vielleicht der falsche Begriff, eher eine Ecke weitergedacht, was ihr sonst ja extrem gut macht. Also einmal überlegen – warum ist das so? Was steckt dahinter?

        • Das war ja nicht die letzte Folge der Lage ;)

          Wir besprechen doch nicht selten Themen und schauen dann u.a. auf die Kommentare, um sie weiter zu verfolgen.

        • Eine Lage zum Thema Banken. Und nicht nur zur “Deutschen Bank”. Sondern wie sich die z.B. die Zinspolitik von Dragi auf die Deutschen Sparkassen und Genossenschaften auswirken wäre schon spannend. Vor allem im Vergleich zu den Bankenlandschaften in anderen Euro Ländern. Oder was die Rating Agenturen damit zu tun haben. Fragen über Fragen. Bin gespannt.

  58. Heiho,
    schöne Folge, nur leider hattet ihr keine Zeit mehr über das Chemnitz-Urteil zu sprechen. Gerade in Anbetracht, dass ihr in dieser Folge über die AfD gesprochen habt und meintet, dass die die Justiz untergraben, da sie Urteile nicht anerkennen würden, würde mich eure Einschätzung zu Chemnitz interessieren. Auch die Berichterstattung darüber, denn nicht nur die taz sondern ja auch Zeit und andere Zeitungen sprachen von einem höchst problematischen Urteil und stellten den Verdacht eines politischen Urteils in den Raum. Mich würde da gerne eure Einschätzung interessieren, ob ihr das Teilt oder hier wieder streng dem Urteilsspruch des Gerichts vertraut?

  59. Zum Thema Soldaten:
    In den sozialen Medien hört man immer wieder die gleiche Forderung, die ihr auch undifferenziert übernommen habt: Warum nicht Feuerweherleute, Richter und Ehrenamtlern auch ein Ticket geben.

    Dabei vergleich man hier Äpfel mit Birnen. Die Feuerwehrleute & Co können den Dienst jederzeit an den Nagel hängen und haben nur wenige Kilometer Arbeitsweg

    SoldatInnen dagegen…
    …fahren oft mehrere hundert Kilometer
    …können in sehr weitem Maße einfach so versetzt werden
    …haben nicht die Möglichkeit einfach mal so kündigen, wenn ihnen die Rahmenbedingungen nicht passen.

    Damit habt Ihr eigentlich das, was Ihr selber kritisiert habt, noch weiter mit befeuert. Anstatt, dass diskutiert wird, wieso zum Geier der Bund hier nicht mehr zahlen musste, führt man lächerliche Scheingefecht darum, dass andere Leute nicht auch ein günstiges Ticket bekommen.

    Unterm Strich ist es nichts anderes als eine Neid-Debatte, die zu nix führt. “Warum muss ich für ein Ticket zahlen, während “die” das kostenlos kriegen!”

    PS: Und nein, ich bin kein Soldat und muss für meine Tickets auch selber zahlen, möchte aber wegen obiger Rahmenbedingungen auch nicht mit ihnen tauschen.

    • Ehrlich gesagt haben wir doch vor allem die Frage diskutiert, warum der Bund nicht mehr zahlen soll … genau damit hebt sich die Debatte in der Lage m.E. von der sonstigen medialen Diskussion ab.

      Andererseits können wir ja den gesellschaftlichen Diskurs nicht völlig ausblenden, insbesondere wenn dort auch relevante Fragen gestellt werden. Es mag ja sein, dass Soldatinnen und Soldaten in einer besonderen Situation sind, die sie relevant von allen anderen Gruppen unterscheidet, aber dann sollte das auch öffentlich als Begründung genannt werden – und nicht einfach nur Dankbarkeit, denn die haben auch eine Reihe anderer Berufsgruppen verdient.

      • > Ehrlich gesagt haben wir doch vor allem die Frage diskutiert, warum der Bund nicht mehr zahlen soll

        Aber ist das nicht im weitesten Sinne ein “rechte Tasche – linke Tasche” Problem? Das wurde hier in den Kommentaren auch schon einige Male angeführt. Am Ende zahlt der Bund Geld an die Bahn, und wenn man die regionalen Dienstleister herausrechnet (was derzeit ja auch passiert) heißt dies doch nichts anderes, dass Geld von einem Ressort ins nächste verschoben wird.

        Was ich persönlich nicht gerne sehen würde, wenn jetzt tatsächlich überall uniformierte Bundeswehrleute in den Zügen sitzen würden, denn ich empfinde es im Ausland unangenehm, wenn das Militär zum allgemeinem Straßenbild gehört.

      • Es mag ja sein, dass Soldatinnen und Soldaten in einer besonderen Situation sind, die sie relevant von allen anderen Gruppen unterscheidet, aber dann sollte das auch öffentlich als Begründung genannt werden – und nicht einfach nur Dankbarkeit, denn die haben auch eine Reihe anderer Berufsgruppen verdient.

        Das wurde, seit dem es die Diskussionen um eine Einführung gibt, immer wieder genannt und neuerdings durch unterschiedliche Vertreter der Union in der Öffentlichkeit auch wiederholt geäußert.

        Quellen:
        https://taz.de/AKK-setzt-sich-gegen-Bahn-durch/!5618713/
        https://www.cicero.de/innenpolitik/roderich-kiesewetter-bundeswehr-deutsche-bahn-akk-soldaten
        https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/kramp-karrenbauer-legt-amtseid-ab-102.html

      • Für mich hatte der Beitrag zwei Schwerpunkte:

        1. Warum dürfen die kostenlos Bahn fahren und andere nicht?
        Mir kam auch sehr schnell der Eindruck, dass diese Debatte durch Neid um ein kostenlose Ticket herbeigeführt wurde…
        Diese Diskussion könnte man in viele Richtungen lenken. Ehrenamtliche Arbeit, Löhne, Privilegien; warum bekommen Studenten ein Semesterticket für mehrere Bundesländer für weniger als 50 €, sozial benachteiligte Menschen aber nicht?
        Ich finde es toll das die Bundeswehr seinen Mitarbeitern dieses Ticket ermöglicht. Von solchen Arbeitgebern sollte es viel mehr geben. Allen aus Sicht der Klimapolitik.
        Ich hätte auch gerne eine BahnCard 100 – trotzdem freue ich mich für die Soldaten.

        2. Ist das ein unfairer Deal für die Bahn?
        Den Vergleich mit der BahnCard hinkt aus meiner Sicht etwas. Diese BahnCard nutzen Leute, die mehrfach in der Woche lange Strecken fahren. Die Nutzungsintensität ist vermutlich nicht mit denen von Soldaten zu vergleichen. Zudem werden viele Soldaten dies Angebot auf Grund von schlechten Wegebeziehungen auch nicht nutzen können.
        Hier finde ich den Vergleich mit einem Semesterticket angebrachter. Und dann relativiert sich das. (Siehe oben)

  60. Ich höre die Lage nun seit ein einhalb Jahren und auch wenn ich es mir schon oft vorgenommen habe, habe ich es bisher noch nicht geschafft, euch Feedback dazulassen. Deshalb nun im Anschluss an die Umfrage: Vielen herzlichen Dank! Ihr macht einen verdammt guten Podcast.
    Ich höre die Lage super regelmäßig und gerne. Die Mischung aus Fakten, Hintergrundwissen, Zusammentragen verschiedener Stellungnahmen und natürlich eurer persönlichen Meinung und Bewertung macht den Podcast sehr interessant und informativ. Es gefällt mir vor allem, dass ihr Themen als Ganzes behandelt und in euren Sendungen Schwerpunkte setzt. Manchmal merke ich, wie es mir etwas schwer fällt, bei längeren Interviews, konzentriert zuzuhören und nicht abzudriften, aber das liegt denke ich auch daran, dass man sich an Stimmen gewöhnt/ sich “einhört” und das bei Interviewpartner*innen natürlich nicht der Fall ist. Ich finde es sehr sympathisch wie offen und ehrlich ihr mit Feedback/ Rückmeldungen/ Versäumnissen umgeht und euch selbst verbessert/ ergänzt. Es ist ermutigend zu hören, wie Ihr euch für Rechtsstaatlichkeit, demokratische Werte und einen offenen gesellschaftlichen Diskurs einsetzt und erinnert mich immer wieder daran, wie wichtig respektvolles und sachliches Diskutieren ist! Wie andere Hörer*innen euch ja auch schon geschrieben haben, kann ich auch von meiner Seite nur bestätigen, dass die Lage sich super dazu eignet, auf dem Laufenden zu bleiben, wenn man für eine Weile im Ausland ist. Ich habe letztes Jahr für zwei Semester in Finnland studiert und es in dieser Zeit auch sehr genossen durch die Lage einen guten Überblick über die öffentlichen Debatten in Deutschland zu haben und nichts zu verpassen. Also macht gerne bitte genau so weiter! Vielen, vielen Dank!

  61. Kleiner Kommentar zur Umfrage, bezüglich des Nettoeinkommens. Da ich in einer Berufstätigen-WG Wohne, wird das Einkommen einer Dreiköpfigen Familie weit übersteigen. Habt ihr da eine Unterscheidung im Sinn? (Oder ist det Anteil der Hörer die in einer solchen Situation Leben verschwindend gering? ) Hätte ich mich da für mich selbst als Haushalt zählen sollen?

  62. Geschäftskonto eröffnen:
    Letztes Jahr musste ich kurzfristig genau dies tun, als Geschäftsführer einer Ltd. ohne Sitz im SEPA-Raum. Dachte das klappt gar nicht. Nach drei Telefonaten ging ich zur lokalen Sparkasse einer kleinen Großstadt in Nordbayern, Hauptstelle. Ein paar Papiere der Gesellschaft dabei. Ich bin dort schon Privatkunde.
    Meine Unterlagen wurden gesichtet, kopiert etc., Formulare ausgefüllt, weitere Informationen sollte ich noch nachreichen (u.a. Eigentümer >X% mit Steuernr. etc.). Massig Kram der gebraucht wird. Aber: innerhalb 3 Tage hatte ich eine Kontonummer, ein paar Tage später war das Online-Banking freigeschaltet.
    Soll heißen: man kann auch überraschend gute Erfahrungen machen mit den traditionellen Instituten auch wenn sie bis zur Halskrause reguliert werden.

  63. Hallo,
    danke für den spannenden Podcast.
    Ich habe gerade an eurer Umfrage teilgenommen. Eine Anmerkung, (ich weiß nicht wo ich die sonst am besten los werde): In eurer Umfrage kann nur “männlich” oder “weiblich” angekreuzt werden. Das BVG findet das zumindest im Personenstandsrecht (ja nicht unbedingt vergleichbar) diskriminierend. Es ist für viele Menschen aber auch in ihrem tägliche Leben ein Problem sich zuordnen zu müssen. Ich fänds irgendwie schön wenn wir alle uns da mehr Mühe geben.

    • Gut das ich erst gelesen hatte, aber gerade beim selber Ausfüllen der Umfrage war mir das auch aufgefallen und wollte das schon selber anmerken. Anstelle eines neuen Eintrags unterstreiche ich diesen Kommentar.

  64. Eine kleine Kritik: Ihr habt in der Lage ja schon über intersexuelle Personen gesprochen und meines Erachtens auch (im Zusammenhang mit AKK) klar herausgestellt, dass die Bedürfnisse dieser Personen relevant und ernst zu nehmen sind – trotzdem wird zum Beispiel in eurer Umfrage die Frage nach dem Geschlecht gestellt und es gibt nur “männlich” und “weiblich” als Antwortmöglichkeiten. Das finde ich schade. Wäre toll, wenn ihr da noch etwas sensibler agieren und bedenken würdet, dass durch diese Binarität eben nicht alle erfasst werden. :)

    • Wie wäre es, wenn ihr die Kommentare auch mal lesen würdet? Dein Punkt ist schon x-fach gemacht worden.

      • Ok. Ich habe tatsächlich einige Kommentare gelesen, bin aber bis dahin nicht darauf gestoßen. Hätte aber natürlich auch einfach mal die Suchfunktion des Browsers nutzen können. Mein Fehler. Verstehe auch, dass das nerven kann, aber ein freundlicher Hinweis hätte bei mir mindestens genau so viel Einsicht bewirkt. Naja, nichts für Ungut, ich wünsche Dir noch einen schönen Abend. Danke für eure Arbeit, auch hier im Kommentarbereich. :)

      • 2. September 2019 um 23:21 Uhr
        Michael H. Gerloff

        Hallo, Ulf, wie Rayk sagt: ein freundlicher Hinweis täte es auch. Fiel mir leider schon bei Podcast Addict auf. Vielleicht einfach einen Shortcut anlegen, durch den Du automatisiert “Vielen Dank für Deinen Kommentar. Dies wurde hier schon angesprochen. Es tut uns leid, daß (und dann noch irgendwas)” einsetzen kannst. Du regst Dich dann nicht auf, und User*innen wird nicht der Eindruck vermittelt, daß hier nicht jede*r kommentieren darf, wenn nicht erst mal alle Kommentare gelesen wurden. Ich werde mich jedenfalls nicht durch 100 Kommentare lesen, um sicherzustellen, daß nicht schon irgendwo da unten das auch schon gesagt wurde. Und wenn es 50 Menschen schreiben, zeugt das vielleicht auch von einer Relevanz, die **ein** Kommentar nicht unbedingt widerspiegelt.

  65. Zum kostenlosen Bahnfahren für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.
    Ihr sagt, dass das Ticket für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr faktisch einer Bahncard 100 gleich kommt .. Macht doch mal ne Umfrage wie Soldatinnen und Soldaten in Deutschland in der Öffentlichkeit behandelt werden. Nicht viele Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr würden in ihrer Freizeit auch nur auf die Idee kommen in Uniform Bahn zu fahren .. Maximal ist es den Soldatinnen und Soldaten zumutbar, dass sie mit Uniform zum Dienst fahren und mehr nicht. Es kommt also wirklich nicht anseitsweise einer BahnCard 100 gleich, meiner Meinung.

    • Sehr ich auch so. Das war mMn ein bisschen populistisch. Es geht hier um den Weg von und zur Arbeit. Hat wenig bis gar nichts mit einer BC100 zu tun, die ich ja auch privat nutzen kann.

    • Wir haben die Bahn gefragt – Auskunft:

      – Soldat*innen müssen KEINE Uniform tragen, um die Gratis-Tickets nutzen zu müssen
      – Soldat*innen können die Gratis-Tickets IMMER nutzen, egal zu welchem Zweck und nicht nur für den Weg zur Arbeit

      Das kommt in der Folge auch ausdrücklich vor. Leute, solche faktisch falschen Kommentare helfen niemandem. Macht euch bitte schlau (bzw hört wenigstens die Folge noch einmal), ehe ihr Kritik äußert.

      • In dem Fall muss ich den OP aber mal in Schutz nehmen. In praktisch der gesamten Berichterstattung ist immer ausdrücklich von “Soldaten in Uniform” die Rede gewesen, insofern ist sehr gut nachvollziehbar, dass der OP da falsch informiert ist, selbst wenn er sich vorher schlau gemacht hat.

        Ich kann mir gut vorstellen, dass das Moderieren der Kommentare teilweise echt nervenaufreibend sein kann; aber in letzter Zeit neigst du dazu, die Leute schon sehr harsch und auch teilweise IMHO echt ungerechtfertigt abzubügeln :(

      • Ok. Ich hör’s mir nochmal an. Sorry!

      • Wer bei der Bahn hat diese Auskunft erteilt? Die ursprüngliche Pressemitteilung vom 17.08. 16:30 Uhr sagt „Ab 1. Januar 2020 können Soldatinnen und Soldaten in Uniform kostenlos Bahnfahren…“ und auch alle anderen Statements inklusive Deutscher Bundeswehrverband als Interessenvertretung der Soldaten sprechen bis jetzt von Fahrten in Uniform.
        Ich persönlich (als Berufssoldat) habe übrigens mehr Angst vor der „elektronischen Zugangsberechtigung“, die man laut gleicher Quellen zur Buchung braucht (also elektronisches Zertifikat auf dem Truppenausweis und damit nur Buchung über Dienst-PC?) und davor, das jede Dienstreise in Zukunft per Bahn in Uniform durchgeführt werden MUSS, weil günstigste Variante.
        Auch ich empfinde die Uniform in der Öffentlichkeit nicht unbedingt als Schmuck und vermeide das Tragen lieber.

        • Ich habe mehrmals mit einer Bahn-Sprecherin telefoniert, sie hat auf Nachfrage das mehrmals gecheckt und gesagt: DB Fernverkehr und DB Regio ist frei, für Verkehrsverbundes und Regionalbahnen anderer Anbieter liefen noch die Verhandlungen.

  66. Sehr interessanter Ansatz zur CO2-freien Heizung: überschüssiger Windstrom wird in Wärme umgewandelt und gespeichert und dann in das lokale Fernwärmenetz eingespeist. Der Ort Nechlin kann damit im Winter vollständig beheizt werden.
    https://enertrag.org/endlos/technische-loesungen/1051-2/windspitzenheizung-nechlin/

  67. Ich finde es dramatisch, dass ihr die Gleichsetzung vom industriellen Massenmord an Millionen von Menschen und der Gefangenhaltung von Geflüchteten, einfach so in den Raum stellt. Ihr sagt zwar, dass die historische Verantwortung der deutschen verbietet solche Statements zu machen, aber ihr lasst das Statement an sich unkommentiert. Ich will nicht die Lage der Geflüchteten in den USA und auch sonst wo herunter spielen, aber ich würde sagen die historische Verantwortung zwingt und dazu eine Einordnung vorzunehmen wenn wir solche Zitate wiederholen.

    • Ich habe mich davon ja distanziert, aber ich denke, es ist berichtenswert, wie die Lager im eigenen Land wahrgenommen werden.

    • Nur ein Bruchteil (7 von >1000) der Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg war ein Vernichtungslager. Natürlich sind auch in den “normalen” Konzentrationslagern viele, zu viele Menschen zu Tode gekommen, aber nichts als Opfer des “industriellen Massenmord”.

      • Nur ein Bruchteil … der Konzentrationslager … war ein Vernichtungslager.

        Beschäftige Dich bitte mit den Lebensbedingungen in den übrigen KZs, und schlage das Wort “Todesmärsche” nach. Neben Vergasen hatten die Nazis auch andere Methoden, die Zahl der KZ-Insassen zu dezimieren.

        • Ich ignoriere mal des Klimas willen den herablassenden, selbstgerechneten und besserwisserischen Ton. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in meinem Einwurf darauf hingewiesen habe, dass in Konzentrationslagern viele Menschen ums Leben kamen, also müssen mich leider Zweifel an der Lesekompetenz beschleichen.

        • Klima hin oder her, aber “Vernichtung durch Arbeit” war nun gerade das Prinzip aller KZ. Insofern war Dein ursprünglicher Beitrag tatsächlich neben der Sache.

  68. Zum Bankenthema:
    Ich höre die Lage wirklich super gerne, aber von diesem Block war ich sehr enttäuscht. Ich bin selbst Journalistin und mir fehlte hier einfach jegliches journalistisches Handwerkszeug. Ihr habt diese Erfahrung gemacht, in Ordnung, und im Podcast-Format ist es ja auch total legitim, von einer persönlichen Erfahrung zu erzählen. Aber das so zu verallgemeinern, ohne da groß nachzurecherchieren, ich finde, das geht nicht. Ihr tut anhand von einzelnen persönlichen Erfahrungen so, als würde das für alle Banken gelten – ohne auch nur von einer Bank ein Statement über ihre Sichtweise einzuholen, insbesondere von den Banken, die ihr nennt. Ihr wart wütend, aber das Thema war ja jetzt überhaupt nicht brandaktuell. Es gibt also keine erkennbaren Gründe, warum ihr das in dieser Lage bringen musstet, ohne auf Antworten der Banken zu warten. Emotionales Aufregen statt gründlicher Recherche – das ist genau das, was heute vielen Medien vorgeworfen wird und es ist schade, wenn ein so tolles Format wie die Lage genau in diese Falle tappt. Inhaltlich mögt ihr recht haben, aber in dieser Form geht’s meiner Meinung nach nicht.

    • Woher nimmst Du Deine Überzeugung, dass wir nicht mit den betroffenen Banken Kontakt hatten? Ich habe über Wochen mit der GLS hin und her kommuniziert.

      • Danke für deine schnelle Antwort! Das ist mir in der Folge so nicht klar geworden, sorry.

        • Nein, Dein Hinweis ist ja berechtigt, natürlich muss man konfrontieren. Phil hat außerdem auch mit der Sparkasse gesprochen.

          Funfact: Die GLS hat uns auch auf Twitter angeschrieben, dass wir sie nicht konfrontiert hätten. Dann haben wir geantwortet, sie sollen mal ihr Customer-Relationship-Management-Tool nach Kontakten zu mir befragen … daraufhin war sehr schnell Stille.

    • Du hast da einen Punkt. Wir hätten die Hintergründe der Probleme noch besser recherchieren können. Dennoch zwei Sachen: Ich habe den DSGV um Stellungnahme gebeten, bisher keine Antwort. Zu den Kontoauszügen habe ich die Berliner Sparkasse um Stellungnahme gebeten, die erst jetzt kam, die wir nachreichen. Bankenverband hätte ich auch noch Fragen können.

  69. Hallo,
    mir ist aufgefallen, dass ihr in den Shownotes für das Buch “Wie Demokratien sterben” auf Amazon verlinkt.
    Fändet ihr es nicht besser, hier auf Onlinebuchhändler mit einem gewissen sozialen Anspruch wie z.B. “Buch7.com” zu verweisen?

    Vielen Dank für die interessante Folge, insbesondere den Teil zur Mietpreisbremse! :)

  70. Bitte nicht Autokratien als “Böse” darstellen. Es gibt zahlreiche Beispiele (zB Singapur) bei denen sogenanntr “benelovent Leaders” regieren und für Fortschritt, Wirtschaftswachstum und Wohlhaben führen. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass Führer Entscheidungen treffen können und dazu stehen können, und sich nicht wie Fähnchen im Wind verhalten und bei jedem Meinungsunterschied oder Lobbyinteressen ihre Ansichten ändern. Hier spreche ich konkret das Problem Klimawandel an. Demokratien verzögern durch die verschiedenen Interessenkonflikte maßgeblich hier im Wohle der gesamten Menschheit zu agieren. Gerade bei solchen Fragen lobe ich mir Autokratien, da hier einfach bessere Antworten und Beschlüsse getroffen werden. Wenn China zB beschließt
    Die Mobilität in Shenzhen auf elektrisch umzustellen wird das in kürzester Zeit umgesetzt. Bei uns ist das nicht machbar. Ein Grund weshalb Demokratien nicht funktionieren werden zukünftig.

    • Frei nach Machiavelli:
      * Demokratien sind sehr träge in der Entscheidungsfindung, aber halten getroffenen Entscheidungen recht verlässlich aufrecht.
      * Autokratien können sehr schnell Änderungen herbeiführen, es ist aber unsicher, wie lange Regeln Bestand haben. Und wenn der Autokrat wechselt, ist möglicherweise alles anders.
      Außerdem sind die wenigsten Autokraten “benelovent Leaders”, auch wenn sich die meisten sicher dafür halten.

      • Ja, wie beständig Demokratien sind sieht man ja an Trump. Ich gebe nur als Beispiel die Abschaffung von Obama Care, Kündigung Vertrag mit Iran etc. Ich will Autokratien nicht gutheißen, es gibt aber auch viele Vorteile und man kann hier nicht einfach schwarz-weiss malen. Weiterhin sehe ich Politik als Experiment an. Erfolgreiche Politik heisst auch Mal Sachen auszuprobieren und nicht nur an die nächste Wahl zu denken. So wie die Demokratie hier aufgebaut ist werden keine langfristigen Entscheidungen effizient getroffen, denn alles was zählt ist wiedergewählt zu werden. Deshalb sind kurzfristige Erfolge wichtiger als langfristige. Effektiver wäre es Bürger wissenschaftlich aufzuklären, über vor und Nachteile aller aktuellen Fragen zu informieren und direkt wählen zu lassen, also direkte Demokratie. Dafür sollte es zu jeder Frage, für die ein Buerger eine Stimme hat und diese abgeben will, einen kleinen Test geben (zB Multiple choice). Sollte der Bürger durchfallen kann er in dieser Frage nicht wählen. Sollte er sich mit einer Frage und der Thematik nicht beschäftigen wollen,so wählt er in dieser Frage auch nicht. Er hat dort nichts verloren und seine Stimme wird nicht benötigt. Dadurch wählen alle Buerger bei Themen ab, die für sie wichtig sind und bei denen sie informiert sind. Dadurch kann man die ganze Sitcom aka Politik und Wählen abschaffen und die freigewordenen Ressourcen endlich mal produktiv einsetzen (zB die Gesetzesgebung der aus den Fragen entstandenen Wahl/Entscheidung. In der Schweiz funktioniert dies bereits ähnlich. Argumente wie, Leute die nicht lesen können oder sich nicht damit beschäftigen wollen ziehen nicht, denn dann haben diese auch nichts in der Demokratie verloren. Das System funktioniert nun Mal nur durch Aufklärung und überlegter Meinungsbildung. Bleibt nur noch zu beantworten wie die Fragen formuliert werden, wer die vor und Nachteile, sowie Konsequenzen darlegt. Die ganzen Politiker könnten dann mal richtig arbeiten, anstatt nur im Bundestag auf ihr Handy zu schielen oder sich mit belanglosen Wichtigtuerei zu präsentieren.

        • Ich bin da jetzt nicht auf dem laufenden, aber laut https://de.wikipedia.org/wiki/Patient_Protection_and_Affordable_Care_Act sind “seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump … bislang alle Initiativen zur Abschaffung oder Reform des PPACA … gescheitert.” (PPACA = Patient Protection and Affordable Care Act / Obamacare).
          Was Bürgerbeteiligung angeht ist auch das irische Modell interessant, mit dem sie ihre Gesetzgebung zum Schwangerschaftsabbruch reformiert haben.

    • dieser Kommentar erschreckt einen ziemlich.
      Andere “benelovent Leaders” (ich lasse den Begriff mal so stehen) sind kannst Du im Mittleren Osten ansehen.
      Die Promenaden und Hochhäuser sind alle sauber & die Metro schwebt elegant durch Dubai.
      ABER:
      Da die Arbeitersiedlungen in der Wüste stehen, sieht man die Zustände dort nicht.
      Die Menschen im Jemen wurden jahrelang mit einem Krieg beglückt.
      ach ja, und der Internet-Verkehr in die Emirate wird durch eine große Firewall überwacht.
      Du hast also eine “Smart-City” mit der Freiheit zum Konsum und jeder Menge Neusprech.
      Und in dieser Gesellschaft kosten Schule, Kindergarten, Gesundheit richtig Geld.
      Ist es das, was Dir vorschwebt?

      Der typische Satz in diesem Zusammenhang:
      “in China geht das alles über Nacht, denn da wollen ja nicht so viele Mitreden”.
      Diese Demokratieverständnis wird von den Sprechern von intl. Konzernen immer gerne kultiviert.

      Warum suchen wir nicht nach Möglichkeiten, die Strukturen bei uns zu verbessern?
      Schaut Euch eine der großen Transformationen an, die Energiewende.
      Da haben so viele Politiker aller Couleur so lange daran herumgedoktert, bis nichts mehr Gutes Übrig blieb.
      Daher sind überall Widerstände entstanden. Das ist hausgemacht… Es wäre auch anders möglich (faire Lastenverteilung, Rettung der Solarindustrie, bessere Beteiligung der Bevölkerung an Netzen & Erzeugung).

      • Dann erklär mir mal warum die Nord Süd Trasse nicht endlich mal gebaut wird um Erneuerbare zu foerdern? In China wäre das innerhalb von ein paar Monaten erledigt. Bei uns will keiner zu nah an der Trasse sein, kein Bundesland möchte dir Trasse durch das Land gelebt bekommen und Bayern spielt schon Mal garnicht mit. Wie soll das denn funktionieren? Klar ist der kleine Mann in China nicht glücklich, wenn eine Autobahn durch sein Haus gebaut wird. Für das Gesamtwohl und -ziel ist aber genau das erforderlich. Man kann es nicht jedem Recht machen. China überholt gerade jede Wirtschaftsnation auf der Erde, es wird nicht lange dauern bis wir uns hier warm anziehen können. Unser Verständnis von Demokratie ist ein Luxus, den wir uns nicht mehr leisten können.

  71. Zunächst vielen Dank für den immer wieder gut aufbereiteten und informativen Podcast.

    Zum Thema ‘Heizung’:

    Sofern ihr das Thema nochmal inhaltlich aufbereiten möchtet, würde ich gern Euren Blick auf die sogenannte ‘Eisspeicherheizung’ lenken. Vom Prinzip her gewinnt dabei ein Wärmetauscher Energie aus flüssigem Wasser, wodurch dessen Temperatur sinkt bis es schließlich gefriert. Eine Wärmepumpe verwendet diese Energie für Heizung und Warmwasseraufbereitung. Über Solar-Luftabsorber wird dem Wasser auch im Winter wieder Energie zugeführt. Im Idealfall hat man dadurch einen Kreislauf – das I-Tüpfelchen wäre, wenn man die Wärmepumpe noch vollständig über eine Solaranlage versorgen könnte. Aber das ist natürlich nachts ein Problem. Trotzdem halte ich das Prinzip für sehr interessant im Sinne der Nachhaltigkeit.

    Viele Grüße und macht weiter so
    Tobias

  72. Bzgl. der Punkte “Die Produkte der Banken sind schlecht”

    Stimme inhaltlich vollkommen zu, (Bei 4-5 GmbHs Konten war die Erfahrung immer schlecht. Benutze selbst nun Holvi und Commerzbank).

    Allgemeiner Kommentar: Anders als bei politischen Thema ist bei Produkten/Business eine Diskussion m.M. nicht unbedingt das richtige Instrument. Versteht mich nicht falsch – die Gesellschafter der genannten Banken sind euch bestimmt dankbar, dass ihr die Themen ansprecht. Das ist einfach kostenfreie Unternehmensberatung :)

    Ich würde einfach das bessere Produkt empfehlen und fertig. Dann wandern die Kunden zu dem besseren Produkt und das bestehende System muss eben sehen wie es damit klarkommt. Das wird sehr schnell merkbar sein, weil Profit geht runter und das fehlt einem Gesellschafter ziemlich schnell auf. Der Feedback Loop von Business ist -> Profit runter -> Gesellschafter sauer -> Gesellschafter stößt Änderung an. Der Gesellschafter (in euerem Beispiel die der Sparkassen) brauchen eure Sympathie nicht.

    Das auch alte Leute ein Konto brauchen mit persönlicher Beratung lässt sich auch anders regeln, hat nicht direkt was mit der Sparkasse zu tun.

    Es kann auch gut sein, dass das Geschäftskonto von Philipp einfach für die Bank, die er besucht, hat egal ist. Egal i.S.v.: die Bank bietet das Produkt zwar an, das ist aber eher nebenbei der Fall. Vergleich (aus der Luft gegrifen) wäre Parmensan bei Aldi – den gibts zwar da, aber der ist schlecht. Kann man sich auch über Aldi aufregen, ist aber ähnlich sinnlos. Einfach das Geld jemand anderem geben. Wenn man delux Parmensan will, dann halt zum Feinkost. Kostet mehr, ist besser. Ist eine einfach Abwägung.

    Das Big Picture hierzu: Bei politischen Themen ist eine Diskussion extrem hilfreich und wahrscheinlich der wichtigste Feedback Loop. Bei Business Themen: Lieber Unternehmensberatung machen oder einfach die besseren Produkte vorstellen, dann geht der wandel schneller.

    Oder, Aktionär werden und auf der Hauptversammlung was dazu sagen.

  73. Später Punkt zum Thema Mietdeckel:

    Berlin ist die attraktive Stadt geworden, die es ist weil München, Köln und Hamburg relativ teurer waren. Wenn Berlin heute die Mietpreise deckelt, nimmt man Gera, Görlitz, Leipzig und Dresden nicht die Chance die gleiche Entwicklung wie Berlin zu machen?

    • Ich wünsche keiner Stadt dieser Welt solch eine Entwicklung.

      Ich bin Sozialarbeiter in Berlin und helfe u.a. Jugendlichen dabei ihre erste Wohnung zu finden. Mich macht es wütend zu sehen, dass das Jobcenter Wohnungen in Marzahn für über 18€/m² finanziert.

      Natürlich freue ich mich für meine Jugendlichen, dass sie ihre erste eigene Wohnung bekommen, aber ich kann mir diese Preise nicht leisten. Wieso sollte ein Vermieter seine Wohnung zu preisen vermieten, die ich mir leisten kann, wenn er weiß, dass er vom Jobcenter das doppelte bekommen kann?
      Weil ich mit meiner Frau und meinen zwei Kindern keinen angemessen Wohnraum finde bin ich gezwungen Berlin zu verlassen. Ich vermute, dass die Jugendlichen auch keine Wohnung mehr finden werden, sobald sie sich auf eigene Beine stellen wollen.

      …keiner Stadt der Welt…

    • Nach dieser Logik wäre ein Mietendeckel erst adäquat, wenn auch die letzte Kleinstadt in Deutschland gentrifiziert und unbezahlbar wäre. Zum Glück gibt es gar nicht soviele Baden-Würtemberger, die das bewerkstelligen könnten ;)

  74. “Freie Fahrt fürs Militär” hieß es in der Schweiz bereits vor 20 Jahren: https://www.admin.ch/cp/d/3871eb8c.0@fwsrvg.bfi.admin.ch.html .

    Dort wird auch von einer Überweisung von 18 Millionen CHF vom Bund an die SBB gesprochen (aktuelle Zahlen habe ich keine aus zuverlässigen Quellen gefunden), was natürlich als Vergleichswert eines kleineren Landes mit kleinerem Schienennetz und weniger Soldaten interessant ist.

    In der Schweiz genügt die Uniform zusammen mit dem Marschbefehl zur freien Fahrt. Wieso in Deutschland aber jede pauschal-vergütete Fahrt einzeln gebucht werden muss in einem neuen Portal, erschließt sich mir nicht.

  75. Die Tendenz anstrebender Autokraten demokratische Prozesse als lästig und fortschrittsbehindernd darzustellen gilt es auf jeden fall zu verurteilen, gute Anmerkung von euch! Leider gehört das nicht nur bei der AfD zum guten Ton, sondern auch bei anderen Parteien. So z.B. wenn Horst Seehofer feststellt, man müsse umstrittene, aber “notwendige” Gesetze nur kompliziert genug machen, damit sie niemand versteht und sich darüber beschwert, denn “auch Notwendiges wird ja oft unzulässig in Frage gestellt”. Quelle: https://twitter.com/ARD_BaB/status/1136652811045941249
    Wir sollten also nicht auf die Idee kommen, dass es mit dem (notwendigen!) Kampf gegen die AfD getan ist, demokratiefeindliche Einstellungen sind leider auch anderswo zu finden.

  76. zu “Geschäftskontoeröffnung”

    Als seit den 90ern in der IT-Welt Tätiger (jetzt nicht gerade Banken, aber immer in der Umsetzung von Geschäftsprozessen auf IT-Systeme) möchte ich gerne meinen Senf dazu abgeben. M.E. sind drei Aspekte wesentlich, die zu diesen unerfreulichen Erfahrungen, wie ihr sie gemacht habt, führen:
    #1 mangelnde Sensibilität für User Experience,
    #2 Komplexität von Organisationen und Prozessen,
    #3 Kostendruck.

    Fangen wir hinten an, weil am einfachsten:

    ad #3
    Organisationen stehen unter Kostendruck, Entscheidungen des Upper Managements erfolgen auf Basis kurz- und mittelfristiger Kostenabwägungen, einzelne Anwendungsfälle (Use Cases) sind auf dieser Flughöhe irrelevant, die Kosten/Risiken durch Wegfall eines einzelnen Use Cases kann kein Mensch beziffern, der günstigste IT-Dienstleister gewinnt, so einfach ist das, leider

    ad #2
    Unternehmen wie die Sparkasse sind irre kompliziert, eine Vielzahl Abteilungen ist an einzelnen Workflows beteiligt (habt ihr erwähnt), es finden sich meist keine Spezialisten, die alles von vorne bis hinten überschauen und durchblicken, unklare Kompetenzen, gewachsene Strukturen, wahnsinnig komplizierte regulatorische Vorschriften, Security, Datenschutz…irgendwann ist eine Komplexität erreicht, die eine Veränderung, eine Migration, eine Weiterentwicklung einfach unmöglich machen. Geht nicht. Kannste knicken. Typischerweise fängt man dann neu an, das Bestehende wird durch etwas neues, einfacheres ersetzt. Und alle Beteiligten sind (zu recht) froh, wenn so ein Projekt ohne größeren Unfall über die Bühne gegangen ist. Nach dem Motto “wo gehobelt wird, fallen Späne” kommt dann auch schonmal etwas bislang gut funktionierendes unter die Räder. Wie in eurem Fall.

    ad #1 (der mir wirklich am Herzen liegt)
    Auch in meiner Erfahrung sind die Prozesse von Banken, Versicherungen und (ganz schlimm, weil kein Geld) Behörden oft bis immer komplett am Anwender vorbei entwickelt. Anstatt sich die einzelnen Use Cases vorzunehmen und konsequent aus der Anwendersicht zu entwerfen (Stichworte User Experience, Customer Journey) wird allzuoft “von innen heraus” gedacht. Die einzelnen internen Abteilungen sehen ihre eigenen Bedürfnisse im Vordergrund und entwerfen die Interaktion mit dem Anwender so, dass sie, die Internen, am besten arbeiten können. John Cleese nennt das “Rules are for the convenience of the staff.” Heraus kommen dann z.B. Webformulare, in denen man für ein Rezept, das man bei seiner Krankenkasse einreicht, eine Kategorie auswählen muss (“WTF? Ich will es doch nur abgeben.”) und eine Liste von namentlichen Kategorien angeboten bekommt, mit denen man einfach nichts anfangen kann. Oder Portale (wieder große Krankenkasse) die einem eine Mail schicken, dass man eine Nachricht bekommen hat, woraufhin man sich einloggt (2-Faktor-Authentifizierung, umständlich, umständlich), um dann in einen geschützten Postbereich zu kommen, um zur Abholung der Mail eine weitere Sicherheitschicht zu überwinden, woraufhin man ein PDF zum Download bekommt (keine Anzeige der Nachricht im Browser) in dem dann steht “Danke für Ihre Nachricht. Wir melden uns.” :-((
    Hier ist also konsequent am Erleben des Kunden vorbei designed worden.
    Hinzu kommt eine Feedbackkultur, die Feedback als lästig empfindet. Ich gebe Behörden und Versicherern gerne ungefragt Feedback zu meinen “Customer Journeys”. In der Regel bekomme ich als Antwort eine Rechtfertigungstirade, die erstaunlich oft in ein “Sie müssen den Onlineauftritt ja nicht nutzen.” mündet. Mit so einer Haltung wird das natürlich nichts mit der Kundenorientierung.

    Soweit meine Überlegungen zu Eurem Rant
    Marc

  77. Hallo,

    Ich habe gerade die Umfrage gemacht. Es wird auch nach dem Geschlecht gefragt. Auswählen kann man männlich oder weiblich. Echt? Immernoch? Da ist ja der Staat schon weiter. Wo ist divers?

    Gruß
    Thomas

  78. Jetzt stellt euch mal vor ihr habt solche Probleme nicht bei der Eröffnung eines Geschäftskontos, sondern im Kontakt mit Kranken-/ Pflegekasse, Jobcentern etc. Da liegt noch sehr viel mehr in Deutschland im Argen. Da wird öffentlich irgendwie kaum darüber geredet. Da wird teilweise aktiv gegen die BürgerInnen (dort meistens “Kunden” genannt) gearbeitet um den Leuten die ihnen gesetzlich zustehende Leistungen zu verwähren.

  79. Hallo Philip, hallo Ulf,
    die Werbung in dieser Folge hat mich etwas geschockt. Da wird ein anderer Podcast mit dem reißerischen Titel “Dr. Tod” angepriesen. Das hat schon Boulevardpresse-/ Nachmittagsfernsehenniveau. Einblicke ins Gesundheitssystem? Ins amerikanische. Welche Relevanz hat das hier für uns?
    Ich bin ja schon nicht happy mit dieser Werbeansage durch den Host. Aber könnt ihr dann zumindest Dinge bewerben, die dem Anspruch Eures Podcastes auch oberflächlich betrachtet genügen?
    Gruß
    Marc

    • Wir nehmen inhaltlich keinen Einfluss auf die Werbung, sondern haben dafür eine Agentur beauftragt, um die Trennung zwischen Werbevertrieb und Redaktion sicherzustellen.

      • Trotzdem: werbt bitte moralisch einwandfrei! Bei anderen Podcasts ist das anscheinend möglich (vielleicht dann ohne Agentur?). Ich empfand genau wie Marc.

        • Dann haben die aber keine saubere Trennung zwischen Redaktion und Vertrieb. Für uns ist zentral, dass wir keinen Einfluss nehmen auf die Auswahl der Werbung.

        • bzgl: Ulf (irgendwie lässt sich hier ab einem gewissen Level nicht mehr direkt antworten):
          “Dann haben die aber keine saubere Trennung zwischen Redaktion und Vertrieb. Für uns ist zentral, dass wir keinen Einfluss nehmen auf die Auswahl der Werbung.”
          Welche Vorteile bietet eine “saubere Trennung zwischen Redaktion und Vertrieb”?
          Geht es darum, dass die journalistische Arbeit nicht von Werbeinteressen beeinflusst wird?
          Was mir bei der Trennung etwas aufstößt: Damit wird die Verantwortung für Inhalte die im eigenen Podcast ausgestrahlt werden an eine Agentur ausgelagert.
          Etwas überspitzt: Heißt das, wenn die Agentur beschließt im Podcast für journalistenwatch oder die Identitären zu werben würden, wäre das ok?
          Dieses Problem würde sich vielleicht damit beheben lassen, der Agentur klare Richtlinien zu geben, welche Werbung in Ordnung ist. (Vielleicht habt ihr das ja auch)

        • Geht es darum, dass die journalistische Arbeit nicht von Werbeinteressen beeinflusst wird?

          ja genau – ist auch nicht unsere Idee, sondern für seriösen Journalismus völlig selbstverständlich. Unsere Werbe-Policy ist auf unserer Homepage verlinkt, da kann man nachlesen, welche Leitlinien wir der Agentur mit auf den Weg geben.

        • Nach dem Lesen dieser Richtlinien verstehe ich Euer Vorgehen und heiße das im Kern auch gut.
          Allerdings sind Podcasts für mich so reizvoll, weil zu den Sprechern mit der Zeit eine Art persönliche Bindung entsteht und deswegen reagiere ich so gereizt, wenn die selben Stimmen eine meiner Meinung nach reißerische Werbung vortragen.
          Ich verstehe, das Ihr keinen Einfluss nehmen und keine Prüfung vornehmen wollt. Wäre es eine Option, die Werbung von einer mir unbekannten Stimme vorlesen zu lassen? Oder fertig produzierte Spots zu senden?

  80. Einige Banken verpassen mittlerweile den Anschluss an die Digitalisierung. Ich bin von zwei Jahren von der Volksbank zur ING gewechselt und bisher auch zufrieden gewesen. Nur hat die ING “verpasst” die PSD2 Umstellung mit der HBCI-Schnittstelle zu verknüpfen. Sie sagen selbst, dass die Wichtigkeit dieser Schnittstelle unterschätzt wurde. Ich könnte nun ab September nicht mehr über meine Bankingsoftware (moneymoney) vernünftig die Konten verwalten. Gerade von der “modernen” ING hätte ich mehr erwartet. Bin daher gewechselt.

  81. Zum Bankenthema:

    Bei diesem Thema habt ihr euch meiner Meinung nach verrannt, das war eurer nicht würdig. Aus drei anekdotischen Berichten über eure Erfahrungen mit drei Banken leitet ihr die Nicht-Zukunftsfähigkeit einer ganzen Branche ab. Es gibt in Deutschland 403 Sparkassen und 905 Genossenschaftsbanken [1]. Jedes einzelne Institut ist ein eigenständiges, mittelständisches Unternehmen mit eigener Geschäftsleitung, eigener Organisation, eigenen Prozessen usw. Aus den Erfahrungen mit drei Banken auf die Gesamtheit zu schließen ist, sagen wir, etwas ungenau.

    Zu euren drei Punkten:

    Geschäftskonto eröffnen

    Ein Geschäftskonto am Schalter zu eröffnen ist natürlich nicht möglich, dafür gibt es speziell ausgebildete Mitarbeiter, z.B. als Firmenberater bezeichnet. Die stehen aber nicht in der Bank hinterm Tresen, dafür ist deren Gehaltsklasse zu hoch. Der Tag dieser Menschen ist meist mit Terminen durchgeplant. Vergleiche mit Anwälten oder Steuerberatern bieten sich an, da verhält sich das ähnlich mit dem spontanen Vorbeikommen am Freitag Nachmittag.

    Das die Mitarbeiterin am Thresen unfreundlich war, ist natürlich indiskutabel, genau wie die angegebene Dauer von vier Wochen. Realistisch ist eine telefonische Terminvereinbarung und eine Dauer von max. einer Woche bis zum Termin, in dem das Konto dann oft direkt eröffnet wird.

    Auszugsnacherstellung

    Auszugsnacherstellung geht je nach IT-System und gewünschtem Zeitraum unterschiedlich schnell. Die Vorstellung, dass alle Umsätze online in einer Datenbank sind ist falsch, dazu gibt es zu viele. Sicher ist ein weiterer Grund das Alter der IT-Systeme, würde man heute alles neu machen wäre es vielleicht anders.

    Die Bank kann über eine Einstellung steuern, für wie viele Tage die Umsätze online abrufbar sind. Das ist letztlich eine Kostenfrage, typische Werte sind 90 – 180 Tage. Darüber hinaus stehen Auszüge in einem Archiv als PDF-Dateien bereit, über diese kann man die Auszüge nachträglich erstellen. Wenn der gewünschte Zeitraum länger zurückliegt, kann es tatsächlich sein, dass man die Umsätze manuell auf Microfiche raussuchen muss. Viele Banken lehnen deshalb Nacherstellung ab, wenn der Zeitraum länger zurückliegt als die gesetzliche Aufbewahrungspflicht für die Unterlagen (meist 7 Jahre).

    Und, IANAL, aber 600 Euro für 4 Jahre Auszugsnacherstellung hätte vermutlich vor Gericht keinen Bestand. Man rechnet z.B. 60 Euro für eine Stunde Aufwand ab. Bei der o.g. PDF-Lösung dauert das vielleicht 30 Minuten. Bei Gebühren von Banken sind Gerichte meistens sehr kundenfreundlich in ihren Urteilen.

    Fiducia

    Als die Genossenschaftsbanken in den Siebzigern die EDV (für die Jüngeren: so nannte man früher IT) eingeführt haben, standen die Rechner nicht in der Bank vor Ort, sondern man hat regionale Rechenzentren gebildet. Das war oft auf Bundeslandebene, manchmal noch darunter. Durch zahlreiche Fusionen wurden diese immer größer, bis es ab ca. 2005 noch zwei Anbieter gab, die GAD im Norden und die Fiducia im Süden. Seit 2015 sind auch diese beiden zusammen als “Fiducia & GAD IT AG” [2]. Beide Rechenzentralen hatten natürlich ein sog. “Kernbankverfahren” im Angebot, dass ist grob gesprochen die Summe aller IT-Anwendungen, die zum Betrieb einer Bank zwingend erfoderlich sind. Bei der GAD hieß das bank21, bei der Fiducia agree. Das agree-Verfahren hat sich durchgesetzt und heißt jetzt agree21. Dadurch müssen alle Nord-Banken auf das neue Verfahren umgestellt werden, eine großes Unterfangen, dass intern mit der Landung auf dem Mond verglichen wird [3].

    Die Fiducia ist also keine kleine Klitsche und die GLS-Manager haben sich nicht ausschließlich aus Kostengründen für diesen Anbieter entschieden. Vielmehr ist die GLS dieser Umstellung unterworfen. Das ist für die einzelne Bank auch alternativlos, das alte Verfahren wird nicht mehr angeboten. Insofern ist der Unmut bei den Mitarbeitern verständlich, weil sie alles neu lernen müssen und manches auch nicht mehr geht, was vorher da war. Die Bankenmanager sind aber weder Treiber noch finden die das gut, im Gegenteil. Es gibt gute Gründe, warum die Fusion der beiden Rechenzentralen von der Absichtserklärung bis zur Umsetzung einige Jahre gedauert hat.

    Sammlerlauflösung

    Disclaimer: Wenn ihr persönlich von diesem Thema betroffen seid, vielleicht vor dem Weiterlesen kurz tief durchatmen.

    Es ist natürlich ärgerlich, wenn eine Software ein Feature verliert, dass man benutzt. Noch ärgerlicher ist es, wenn man die Software nur indirekt “bedient” wie hier. Und richtig ärgerlich ist es, wenn der Wegfall eines solchen Features nicht oder nur schlecht kommuniziert wird.

    Man kommt aber auch ohne aus. Ja, auch wenn man Buchhaltung machen muss. Die Millionen von Kunden von Banken, die schon bisher an die Fiducia angeschlossen sind beweisen, dass es geht. Natürlich muss man sein Vorgehen anpassen, evtl. auch die verwendete Software. Es ist ärgerlich, kostet Zeit und Geld. Aber es geht.

    Zuerst zur Buchhaltung. Wenn ihr einen Sammler einreicht, erstellt ihr den über eine Software. Die Software kann dabei eine Liste ausdrucken, die die einzelnen Buchungen enthält. Logisch, denn die Software muss genau diese Daten ja auch in die Sepa-XML-Datei schreiben. Auf der Liste steht meistens ganz unten eine Summe, diese stimmt mit dem Buchungsbetrag überein. Legt man diese Liste hinter den Kontoauszug ab oder gibt man diese Liste dem Steuerberater, ist die Buchhaltung fertig, GOB und andere Vorschriften sind damit erfüllt.

    Jetzt wurde im Podcast noch erwähnt, dass ihr darüber auch Spendenbescheinigungen erstellt, vermutlich automatisch. Das hat sich mir nicht ganz erschlossen, ich verstehe es so:

    Software A erstellt den Sammler
    Software B holt die Umsätze von der Bank ab und macht daraus Spendenquittungen

    Warum geht ihr überhaupt den Weg über die Umsätze, warum erstellt Software A nicht gleichzeitig die Spendenquittung? Alternativ kann man die o.g. Liste auch als CSV-Datei exportieren und in der Software B weiterverarbeiten.

    [1] Quelle: Wikipedia, Stand Ende 2017
    [2] https://www.fiduciagad.de
    [3] https://www.youtube.com/watch?v=ZfMMHktz93g

    • Hervorragende Antwort die ich als Bank-Kunde privat und selbständig aus Kundensicht bestätigen kann. Außerdem: ich habe auch schon Historien von 10 Jahren Kontoauszügen erhalten, dauerte ein wenig, kostete ein wenig (zweistellig, nicht dreistellig!!). Die Auszüge waren deutlich sichtbar aus 3-4 verschiedenen Systemen zusammengetragen – die Banken haben auch das Problem dass alle paar Jahre die Systeme umgestellt/fusioniert/an neue Auflagen angepasst werden und damit nicht überall seamless Historien vorhanden sind.

    • Vielen Dank Tobias für die ausführliche Antwort. Den Hinweis zum Chaos bei der Fusion von GAD und Fiducia kann ich nachvollziehen, das deckt sich auch mit unseren Recherchen.

      Bei den Sammlern bin ich allerdings ganz anderer Ansicht. Natürlich kann man irgendwie seine Software so umstricken, dass es auch ohne die Auflösung der Sammler geht. Ich sage nicht, dass nun die Welt untergeht.

      Mein Punkt ist aber, dass es von Seiten der Bank einfach eine unfassbare Dreistigkeit ist, eine der zentralen Banking-Funktionen einfach abzuschalten. Dann hätte man eben noch ein paar Monate länger mit dem alten System arbeiten müssen, bis der EDV-Dienstleister seine Hausaufgaben gemacht hat und auch agree21 die Auflösung der Sammler kann, so wie es bei Sparkassen und bei der alten GAD selbstverständlich ist bzw war.

      Was mich wirklich nervt, ist die Arroganz, mit der ganz offensichtlich von Hunderten Kunden verlangt wird, ihre EDV umzukrempeln, anstatt einfach selbst dafür zu sorgen, dass durch eine solche EDV-Umstellung nicht die Kunden leiden müssen.

      • 26. August 2019 um 0:13 Uhr
        Leonard Ehrenfried

        Es ist für dich ärgerlich, aber als Softwareentwickler kann ich dir sagen: manchmal ist ein verärgerter Kunde besser als eine Migration ewig hinauszögern, denn das verursacht für die Bank auch riesige kosten.

        Es ist nicht schön, aber es ist oft so, dass bei Systemumzügen gewisse Nischenfeatures nicht mehr oder anders funktionieren. Manchmal weiß man das vorher und nimmt es in Kauf, weil viele neue Features dazukommen, manchmal merkt man es erst hinterher.

  82. Themenvorschlag: Umweltschädliche Subventionen

    Lieber Ulf, lieber Philip,
    es war mal wieder eine sehr interessante Lage. Dankeschön.

    Ihr spricht zurecht verwundert an, wie der Staat über den Kohlepfennig den Steinkohlebergbau fördern und subventionieren konnte.

    Doch auch heute noch (bzw. Quelle ist aus 2017) belaufen sich die quantifizierbaren Subventionen in Deutschland für fossile Energieträger auf insgesamt mehr als 46,2Mrd. Euro pro Jahr (Quelle: S.24/26 , https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/2017-07-04_gpd_report_subventionen_fuer_fossile_energien_in_deutschland.pdf ) .

    Erschreckend.

    Viele Grüße
    Reemt

  83. In Betracht dessen das Deutschland zukünftig wohl wirklich 2% des bip in den Verteidigungshaushalt steckt, finde ich es keine schlechte Lösung 800 Mio. für eine BahnCard auszugeben,
    wenn diese Ausgaben dann dem Verteidigungsetat angerechnet werden.

    Die 800 Mio. werden nur von einem Staatsunternehmen zum anderen verschoben.
    Das Geld ist ja nicht weg, anders wie bei Rüstungsprojekten wo entweder Milliarden versickern,
    oder die Teuren Rüstungsgüter in irgendeiner Kaserne vor sich hin Rosten.

    Ich glaube allerdings auch das alles Geld der Welt der DB nicht helfen kann,
    dafür sind grundlegende Strukturreformen in allen Bereichen notwendig.

  84. 25. August 2019 um 12:56 Uhr
    Alexander Thiele

    Liebe Lage,

    zur Debatte um Demokratien und deren Resilienz (letzter Buchtipp, versprochen): In meiner Verlustdemokratie behandele ich diese Frage ebenfalls und gehe dabei stärker auf Deutschland ein. Ich zeige drei Verlustebenen auf (Gegenstände, Streitkultur, Demos) und behandele u.a. auch auf die Rolle der Medien. Anschließend zeige ich Verbesserungsoptionen auf (u.a. Wahlfeiertag und Wahlpflicht). Hier nähere Infos:
    https://www.mohrsiebeck.com/buch/verlustdemokratie-9783161558542?no_cache=1&cHash=e0639229acc9d3f8bb1d59f022013224

    Liebe Grüße,
    Alexander Thiele
    Juristische Fakultät
    Uni Göttingen

  85. Der Vergleich mit der Bahn Card 100 ist etwas schwach, die ist für Politiker, Künstler oder Vertreter interessant, die oft mit unterschiedlichen Zielen reisen, aber sicher nicht für den Normalbürger. Ich als Pendler zahle da ca. die Hälfte, und obwohl ich ein gutes Gebiet abgedeckt habe (Großraum München) nutze ich mein Abo zu 99.9% beruflich. Normale Leute arbeiten und schlafen, die hocken nicht den ganzen Tag in der Bahn (also zusätzlich zum Pendeln, bei mir ca. 3 Stunden am Tag). Wie oft müsste man bitteschön fahren um auf den Preis der Bahn Card 100 zu kommen? Ein Soldat, der in dem Dorf wohnt und dort Familie hat, in dem er stationiert ist, wird das Angebot sicher nicht oft nutzen.

    Nachdem die Bahn ein bundeseigenes Unternehmen ist könnte man trotzdem “staatlich” dazu sagen. Das Bahnfahren sollte für viele oder von mir aus auch für alle kostenlos sein. Dafür kann man ja die 30 Cent Pendlerpauschale aus der Steuerregelung streichen. Wäre auch besser fürs Klima, da könnte man sich ja auch überlegen, ob man nicht auf den einen oder anderen Flug verzichten will. Dann kann der Bund auch ein bisschen mehr Geld für den Ausbau der Bahn ausgeben anstatt es in “Beraterverträge” zu versenken.

  86. technische Anmerkung:
    Die Kapitelbilder funktionieren z.B. im heruntergeladen m4a-file beim abspielen im z.B. vlc-Player.
    Nachdem ihr die Lage auch auf Youtube hochladet fände ich es sinnvoller die Version mit den Kapitelbildern auch dort zu verwenden anstelle der Version mit statischem Hintergrundbild und Amplitudengraph.

  87. Über zwei Themen würde ich mich in der LdN sehr freuen:

    – Das Urteil des Landgerichts Chemnitz gegen einen der mutmaßlichen Täter im Fall Daniel H. – was ich bisher dazu gelesen habe, klingt nach einer sehr dünnen Beweislage und einem politisch motivierten Urteil. Da würde mich aber natürlich eine fachkundige Einschätzung interessieren.

    – Die Brände im Amazonasgebiet, weil es mir einfach von elementarer Relevanz zu sein scheint.

    Danke für euren Podcast! :)

  88. Themenwunsch:
    Was haltet Ihr von der Aussage vieler US-Unternehmen, das Prinzip der Gewinnmaximierung nicht mehr als erste Priorität verfolgen zu wollen?
    siehe: https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-08/usa-unternehmen-aktionaere-ethik-business-roundtable
    Echte Einsicht, oder PR?

  89. 25. August 2019 um 11:49 Uhr
    Alexander Thiele

    Liebe Lage,
    kurz zu Dänemark. Ich denke, dass dieses Thema etwas umfassender in die Frage der Organisation der (internationalen) Staatenwelt integriert gehört. Gerade der Hinweis auf die Rohingya zeigt ja, dass das System versagt, wenn Staaten ihrer Schutzpflicht nicht nachkommen. Wie man mit Staatenlosen umgeht bleibt eine offene Frage. Ein genereller Verzicht auf die Staatsangehörigkeit kommt in einer demokratischen Ordnung allerdings nicht in Betracht, die stets auf Abgrenzung (nicht Ausgrenzung) beruht. Zur Entschärfung habe ich in einer kleinen Monographie zu Entstehung, Ausbreitung und Zukunft des modernen Staates daher einerseits die Denationalisierung der Staatenwelt (“Staat ohne Nation”) und damit die Entkopplung von Nation und Staat und andererseits die Errichtung sehr viel größerer internationaler Schutzzonen vorgeschlagen. Dabei geht es nicht um die Abschaffung der Nation, sondern um deren Verlagerung von der staatlichen auf die private Ebene (so wie das auch bei der Religion der Fall ist). Vielleicht stößt das Werk ja auf Euer Interesse. Näheres findet Ihr hier: https://www.mohrsiebeck.com/buch/der-gefraessige-leviathan-9783161569029?no_cache=1.

    Eine Besprechung im Deutschlandfunk kann hier angehört werden: https://www.listennotes.com/podcasts/andruck/alexander-thiele-der-J1SyF_hp0Ot/#1

    Gruß aus Göttingen,
    Alexander Thiele
    Juristische Fakultät

  90. 25. August 2019 um 11:29 Uhr
    Leonard Ehrenfried

    Ich glaube ihr erwartet zu viel von der Sparkasse.

    Ein Geschäftskonto zu eröffnen ist eben kein Thema, das man so locker am Freitagnachmittag erledigen kann, denn da gibt es jede Menge regulatorischer Hürden, die die Geldwäsche verhindern sollen. Die Sparkasse ist einfach nicht darauf optimiert diesen Prozess in ein paar Minuten abzuwickeln. Das geht nur bei Spezial-Mobile-Banken wie Kontist.

    Die Sparkasse muss einen schwierigen Spagat hinkriegen: eine Anlaufstelle für sowohl die Oma, die keine Ahnung hat, was eine App ist, also auch für Leute wie wir, die am liebsten _nur_ eine App benutzen wollen. Wenn man dieses Spannungsfeld betrachtet, da hat sich die Sparkasse verständlicherweise entschieden, das schnelle Eröffnen eines _Geschäfts_kontos nicht durchzuoptimieren.

    Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich nehme die Sparkasse tatsächlich in Schutz, denn ein Eröffnen eines normalen Kontos geht superschnell und kann auch online gemacht werden.

    Ich habe ein paar Konten bei den Direktbanken der ersten Stunde (comdirect, ING…, nicht N26, Kontist) und muss sagen, dass die zwar umsonst sind, aber ich Sachen Digitalisierung nicht wirklich besser sind. Im Gegenteil – sie hängen hinterher!

    Es gibt viele Aspekte die man bei der Digitalisierun der Sparkasse kritisieren kann, aber zwei Features haben mich in letzter Zeit beeindruckt:

    – Sie haben als erste die flächendeckenden SEPA Instant Payments eingeführt. Das kostet zwar unglaubliche 50 Cent, ist aber viel mehr als praktisch alle Direkt- und Mobile-Banken, den die haben das Feature überhaupt nicht.
    – Sie bieten als einzige eine Lösung für das Mobile Payment an (zumindest auf Android), wo man sich nicht mit Apple, Google oder noch Schlimmeren zusammentun muss.

    Übrigens, beim Thema historischer Kontodaten sind alle gleich schlimm: Die meisten erlauben einem nur das ganze für 6 Monate bis einem Jahr einzusehen. Natürlich ist 600€ eine Frechheit, aber versuch mal bei N26 überhaupt mit einem Menschen zu sprechen. Wenn einem das wichtig ist (so wie einem Freak wie mir) dann muss man sich die Daten in eine Onlinebanking-Software ziehen. Es ist halt einfach ein Thema, das die wenigsten interessiert und deshalb behandeln die Banken das sehr stiefmütterlich.

    • “Sie haben als erste die flächendeckenden SEPA Instant Payments eingeführt” – also zumindest bei der Berliner Sparkasse ist das definitiv nicht der Fall.
      Wenn ich zu einigen (nicht allen!) anderen Sparkassen überweise, habe ich diese Option – aber sobald das zu anderen Banken soll habe ich nur diese Eilüberweisung für 12€ als Möglichkeit.

      Generell sind meine Erfahrungen mit den “Leistungen” und dem “Support” der Berliner Sparkasse derart katastrophal, dass ich von der vehement abraten würde – aber das lässt sich natürlich nicht auf andere Sparkassen übertragen.

      • Das ist dann aber kein Problem deiner Sparkasse, sondern das der anderen Banken! Damit Instant Payments funktionieren, müssen beide beteiligte Banken das unterstützen. Die Berliner Sparkasse unterstützt Instant Payments, N26 und ING z.B. immer noch nicht.

        • Naja, aber wenn ich von der Berliner Sparkasse zur Sparkasse in Lohne Geld überweisen will, dann ist ja auf beiden Seiten Sparkasse – und das geht trotzdem nicht (deshalb auch das “nicht allen!”).
          Von flächendeckend kann also keine Rede sein – vielleicht weitgehend flächendeckend, aber definitiv nicht flächendeckend.

    • Kleiner Lacher am Rande: Android ist das mobile Betriebssystem von Google

  91. Hi,

    Ich wollte nur noch eine Anmerkung zur Umfrage machen:
    Bei der Frage “Wie lang ist für Dich die ideale Länge einer Podcast-Folge?” würde ich gerne ein Kommentarfeld oder Sonstiges haben. Ich höre sehr viele Podcasts und die kürzesten sind um die 10 Minuten und die längsten 4 Stunden pro Folge. Ich mag beides. Grundsätzlich sollte ein Podcast genau so lang sein wie es eben notwenig ist, aber auch nicht länger. ;)

    Gruß
    Niklas

    • ^This

      Ob die Lage 1h, 2h oder 3h geht ist mir an sich egal; dafür gibt es Pausebuttons und Kapitelmarken^^ – wenn ihr nur Material für 1h besprecht, passt das; und wenn ihr mehr zu besprechen habt, dann gerne auch länger.
      Letzteres ist übrigens einer der Punkte, die mich im insbesondere im Radio (aber auch in der Lage bis vor ~1,5Y) wirklich stören: ich als Hörender habe das Gefühl, dass ein Gesprächsteilnehmer eigentlich noch was relevantes sagen will, dafür aber kein Raum da ist. Dabei weiß ich natürlich nicht, ob das wirklich stimmt – aber das Gefühl ist so nervig, dass ich z.B. den DLF inzwischen kaum noch höre.

  92. Themenhinweis: SZ: Seehofer verschärft Überwachung: Staatstrojaner im Schachtelsatz

    Hallo,

    ich hatte gehofft etwas darüber zu hören (hoffe ich habe es nicht überhört):
    https://www.sueddeutsche.de/politik/staatstrojaner-seehofer-ueberwachung-1.4564648
    Ich finde es wichtig, dass das Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt wird.

    VG
    Bananas

  93. Zur Umfrage!

    Moin, habe brav die Umfrage ausgefüllt und hätte hier nur eine Kleinigkeit zu einer Frage.
    Ob ich eher am Wochenede oder in der Woche höre, da sollten wenigstens beide Optionen anwählbar sein. Ich höre fast täglich, auf der Arbeit immer. Durch den Schichtdienst arbeite ich auch am Wochenende. Ich höre die Lage möglichst aktuell, egal ob sie in der Woche oder am Wochenende erscheint. Habe jetzt die Woche angeklickt, da ich überwiegend auf der Arbeit höre.

    Nur ein kleiner Einwand, in den anderen Kommentaren waren wichtigere Punkte zur Umfrage.

    Lieben Gruß
    Volker

  94. Hallo ihr beiden,
    Ich wollte mich einfach mal bei euch bedanken! Seit nun über 120 Folgen höre ich euch regelmäßig zu, werde politisch informiert, teils humorvoll unterlegt, teils ernst informierend und konnte dadurch bereits auf viele Themen aufmerksam werden, welche ich so wahrscheinlich gar nicht mitbekommen hätte.
    Darüberhinaus wirkt ihr beiden super sympathisch, sodass es extrem leicht ist, euren Podcast zu hören, selbst wenn es mal über die 2 Stunden Marke geht.
    Ich hoffe sehr, dass das Projekt noch lange bestehen bleibt!

  95. Zum Bankenthema ein kleiner Querschuss:
    Ich finde es etwas schwierig, wenn die GLS wie hier so unkritisch dargestellt wird „wegen der guten Anlagestrategien“. Auch wenn ich total d’ac·cord gehe, dass diese in der Tat im Grundsatz sehr viel sympathischer ist als die einer Deutschen Bank, muss man finde ich erwähnen, dass es sich um eine anthroposophische Bank handelt. Ich weiß nicht, wie viel Einblicke ihr in die Anthroposophie und die mitunter kruden Wertvorstellungen des Rudolf Steiner habt, aber mit Geldern an die GLS fördert man eben nicht nur ökologische Landwirtschaft, sondern auch esoterische Unternehmungen.

    https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/der-waldorf-konzern-tinkturen-und-jede-menge-gemuese-1943245.html

    https://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/04/Dossier-Esoterik-Esoterisierung/seite-1

    Danke für die ansonsten großartige Sendung!

  96. Thema Bahnfahren:

    Wenn die Bundesregierung ihre eigenen Zusagen hinsichtlich Klimaschutz ernst nimmt, dann bietet sie bei der nächsten Tarifrunde die Bahncard100 für jeden Beamten und Angestellten.

    Das wäre einerseits ein Riesenpfund bei der Anwerbung von gut qualifizierten Mitarbeitern und würde andererseits ein starkes Signal in die Gesellschaft senden.

    • Klima-technisch sicherlich richtig, aber völlig unvorstellbar schon aus rein logistischen Gründen, da die Bahn jetzt schon aus allen Nähten platzt (und mit “Bahn” meine ich alle Bereiche, vom ICE bis zu den regionalen Verkehrsverbünden).

  97. Hallo Ihr beiden,

    Wie immer war es eine große Freude, die Lage zu hören.
    Nur beim Thema Mietpreisbremse habe ich eine Ergänzung und eine Kritik:

    Ergänzung: Zu Recht habt ihr – wie ich finde – der vorlegenden Kammer des LG Berlin eine politische Motivation Nahe gelegt. Die Vorgeschichte der Vorlage wurde auch entsprechend diskutiert (eine Vorlage war gescheitert und dann suchte man schnell einen neuen Fall – dazu gibt es einen Fachaufsatz, der das schön darstellt). Daneben hat ausgerechnet diese Kammer auch die Durchsetzung der Mietpreisbremse von LegalTech Unternehmen vollständig blockiert und jeweils einen Verstoß gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz angenommen. Da die Mietpreisbremse – wie ihr oft genug thematisiert habt – aber ohne solche flightrights des Mietrechts wirkungslos zu verpuffen droht, ist das ein ziemliches Ding. Denn andere sind auf diesen Zug aufgesprungen (RAK Berlin) und ein Fall liegt jetzt beim BGH, der im Oktober verhandelt.

    Kritik: Ihr sprecht vom BVerfG-Beschluss leider so ehrfurchtsvoll und entpersonalisiert (‘Karlsruhe’, ‘das BVerfG’), wie man es sonst von eurem Podcast nicht unbedingt gewohnt ist. Auch wenn einem die Entscheidung gefällt (wie mir auch), sollte man dennoch erläutern, dass dies nur ein Kammerbeschluss von drei Richtern war (und vielleicht auch thematisieren, wer Berichterstatter war). Da gerade Ulf hier sich ja bestens auskennt, würde ich mir hier auch etwas mehr kritisches Hinterfragen wünschen. Wenn bspw. eine zutiefst konservative Kammer eine solch symbolisch und strategisch wichtige Entscheidung getroffen hätte, wäre dies wohl von Euch diskutiert worden (zB ob dies auch im Senat mehrheitsfähig gewesen wäre etc).

    Danke nochmal für Eure Arbeit!

  98. Zum Thema Banking:

    Ich wollte ebenfalls mal eine Auflistung aller Buchungen, am liebsten digital, meiner letzten drei Jahre haben. Ist leider nicht möglich. Ich könnte nur monatliche Kontoübersichten der letzten zehn Jahre aus meinem Postfach herunterladen oder alternativ eine Übersicht vom letzten Jahr erhalten. Das sind 36 Pdf-Dateien herunterladen und suchen. Bei der Bank nochmal angerufen und die patzige Antwort erhalten, man biete diesen Service einfach nicht an. Eine von vielen Negativgeschichten. Bin mittlerweile bei einer Direktbank und bekomme zwar nicht wirklich besseren Service, aber dafür eine Visakarte kostenlos.

  99. Hallo zusammen,

    das Thema Demokratie liegt mir selbst auch sehr am Herzen. Und leider muss ich im Alltag immer wieder feststellen, daß die Prinzipien von Demokratie und Liberalismus von nur wenigen Mitmenschen verstanden und gelebt werden. Aber woher auch, was macht unser Land denn um diese Werte und Prinzipien in der Gesellschaft zu festigen?
    Und meiner Ansicht nach, ist die AfD auf diesen fruchtbaren Boden gefallen. Würde mehr Verständnis für die Prinzipien von Demokratie und Liberalismus in unserer Gesellschaft herrschen würde die AfD nicht so gedeihen.
    Aber auch unsere Medien können verdienen ihr Geld leichter, wenn sie “Schubladendenken” und “Wir gegen die” bedienen und haben so der AfD den Weg bereitet.
    Ich werde das Gefühl nicht los, daß seit Jahren die Werte des freien Marktes vor allem vermittelt werden. So hat auch Fr Merkel sich geäußert; sie wünsche sich mehr marktkonforme Demokratie. Bei so etwas dereht sich mir der Magen aber der große Teil des Volkes regt sich über “wir schaffen das” auf.
    Was ich sagen will; Demokratie und Liberalismus sind keine leichte Kost und müssen daher mit viel Geduld und Aufwand vermittelt werden und immer wieder vorgelebt werden.

    • Sehe ich ähnlich. Meiner Ansicht nach ist einer der wichtigsten Gründe, warum Parteien an den Rändern groß werden, in dieser Ausgabe zu kurz gekommen: die Wähler sind unzufrieden und es gibt Missstände. Nicht auszudenken, wenn wirklich einmal schlechte Zeiten kommen.

      • Sind die Missstände denn wirklich so groß? Oder reden AfD und Co. nicht vielleicht auch einiges schlecht? Sorry, aber wenn ich durch Brandenburg fahre, dann sieht es da im öffentlichen Raum deutlich besser aus als beispielsweise im ländlichen Niedersachsen, wo die Zeit offenbar irgendwann in den 80ern stehen geblieben ist. Klar, in Stuttgart oder München sieht es noch besser aus, und Arbeitsplätze sind oftmals immer noch ein Problem, aber eigentlich könnten die Menschen deutlich zufriedener sein, als es die Wahlergebnisse widerspiegeln.

        • Klar, einiges wird schlecht geredet. Das genannten Beispiel zum öffentlichen Raum, spiegelt meiner Ansicht nach aber bei Weitem nicht alle Misstände wieder.
          In dem Zusammenhang ist mir im Besonderen die ARD-Doku “Herr und Frau Petry” in Erinnerung geblieben, die in einem kleinen Ort in Sachsen gedreht wurde, in dem der Exmann von Frauke Petry Pfarrer ist. Dort ging es den meisten dort “noch” lebenden Menschen nicht schlecht. Ihre Sorgen galten eher der Zukunft: die Kinder und Enkelkinder zogen weg, die dörfliche Infrastruktur verschwand und gleichzeitig kamen Neuankömmlinge, die den Alteingesessenen fremd waren.
          Als weiteres großes Problem sehe ich das schwindende Vertrauen in die Medien: Das von ihnen (einigen Medien) gezeichnete Bild widerspricht der Lebenserfahrung einiger und wirft Zweifel auf, die auf den gesamten Inhalt projiziert werden.

  100. Thema: kostenlos Bahnfahren für Bundeswehrsoldaten

    Super Folge und ich höre Euch seit einem Jahr begeistert zu. Jedoch muss ich nun meine Perspektive zu dem oben genannte Thema darlegen, weil ich denke, dass man dies auch anders sehen kann.
    Ich bin selber Soldat und habe mich sehr über das baldige kostenfreie Bahnfahren gefreut. Ich wohne in NRW und bin zur Zeit in Dresden stationiert. Gemäß meiner 600km langen Strecke fahre ich nicht unter der Woche nach hause. Ich bleibe deshalb auch drei Wochen das Wochenende in Dresden, weil mir ein Auto fehlt. Eine Zugfahrt kommt für mich nur in Frage, weil ich keinen Inlandsflug buchen möchte. Bei den aktuellen Angeboten der DB komme ich auf einen Preis von ca. 200€ für Hin-und Rückfahrt, wenn ich frühzeitig(2 Monate im voraus) buche. Für mich ist nun das Gratis Bahnfahren eine enorme finanzielle Entlastung und bietet mir viel mehr Flexibilität. Zur Zeit sehe ich meine Freunde und Familie kaum auf Grund der Entfernung und das ist sehr belastend. Dementsprechend sehe ich hier auch einen Unterschied zu einem anderen Staatsdiener (euer Beispiel: Richter/ freiwilliger Sozialdienstleistender). Davon können die meisten jeden Tag nach Hause und das Wochenende dort genießen. Soldaten sind leider oft von Standortwechseln betroffen. Vor allem als Offizier wird man alle zwei Jahre quer in Deutschland versetzt. Dies soll keines Falls eine Kritik an dem Beruf des Soldaten sein. Viel mehr geht es mir darum, Menschen, die dieses System nicht kennen, darüber aufzuklären und den Unterschied zu untermalen.
    Ich verstehe euren Punkt, dass die Bundeswehr mehr an die DB für diese Dienstleistung hätte zahlen müssen. Da stimme ich euch vollkommen zu!
    Es geht bei dem Thema nicht hauptsächlich darum sich dadurch bei den Soldaten für ihren Dienst zu bedanken. Ich sehe hier vielmehr eine Chance die Bundeswehr in die Öffentlichkeit zu rücken. Denn das Bahnfahren ist an eine wichtige Bedingung geknüpft, die vergessen wurde. Der Soldat muss seine Uniform dabei tragen. Ich höre immer wieder von Kameraden, die die Bahn nutzen und in Uniform fahren, dass sie beleidigt werden. Deshalb fahren immer weniger von ihnen in Uniform. Wenn jetzt der Soldat durch die häufigere Bahnnutzung in Uniform öfter vertreten ist, habe ich die Hoffnung, dass wir mehr akzeptiert werden von der Gesellschaft.
    Vielleicht hilft meine Perspektive das Thema von einer anderen Seite zu beleuchten.
    Vielen Dank für Euren Podcast, ich hören ihn jede Woche mit Begeisterung!

    • Richtige und wichtige Anmerkungen!
      Losgelöst von der zutreffenden Analyse zu den Ausgleichszahlungen des Bundes hätte ich mir eine solche Betrachtung bei der Thematisierung in der Lage gewünscht. Bei der Vereinbarung zu der Freifahrt ist neben der Anerkennung (mit Blick auf die wechselnde Einsatzorte und Entfernungen) vor allem auch die Akzeptanz von Soldatinnen und Soldaten in Uniform (in der Öffentlichkeit) ein entscheidendes Argument gewesen. Dieses nicht zu erwähnen und den Vergleich zu anderen Berufsgruppen zu ziehen, wird einer tiefgreifenden Analyse und Bewertung nicht gerecht – unabhängig vom Ergebnis zu dem man kommt.

      • 25. August 2019 um 19:58 Uhr
        Oliver Hildebrandt

        Hallo Ulf,
        hallo Philip,

        kaum ein Bereich wird so stark und fortlaufend von Regulatoren und Gesetzgebern seit 2008 bearbeitet wie die Bankenbrache.

        Um einen Neukunden “boarden” zu können reichte vor zwanzig Jahren ein gültiger Personalausweis und eine Frage nach dem wirtschaftlich Berechtigten aus.
        Ein Formular mit zwei Seiten. Legitimationsprüfung von einem zweiten Kollegen zur Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips.
        Nach ca. 20 Minuten war incl. EDV-Einmeldung alles fertig, das Konto eröffnet und die ec-Karte schon bestellt.

        Inzwischen ist immer mehr dazugekommen.
        Prüfung auf Embargos und Sanktionen,
        FATCA,
        Klärung ob Verbindung zu politisch exponierten Personen,
        Risikoprüfung money laundering,
        eindeutige Dokumentation der wirtschaftlich Berechtigten,
        Hereinnahme der Steuer-Identifikationsnummer(n),
        Klärung der steuerlichen Situation mit ggf. bestehendem Auslandsbezug,
        Pflichthinweise zur Einlagensicherung,
        etc, etc, etc.

        Bei einfachen Konstellationen ist das alles immer noch relativ kurzfristig umsetzbar.
        Bei komplexen Firmenstrukturen mit verschachtelten Beteiligungsverhältnissen und am Besten noch Auslandsbezug, kann das dauern.
        Das kann auch keine kleine Filiale vor Ort leisten.

        Warum geht das bei FinTechs vermeintlich schneller und einfacher?
        Wer nur ein ganz schlankes Angebot in Bezug auf die Produkte hat und Geschäfte generell nur mit einer ganz ausgesuchten Zielgruppe macht, kann anders als breit aufgestellte Volksbanken, Sparkassen und Geschäftsbanken da mit der BaFin vielleicht ein abgespecktes Prüfungsprocedere vereinbaren.

        Mit der Regelungsdichteerhöhung des letzten Jahrzehnts, die mit Blick auf Verbraucherschutz allerdings auch viel positives gebracht hat, ist das Bankgeschäft formalistischer und bürokratischer geworden.
        Gut, wenn man dann eine Bank wählt, die sich noch kompetente, persönliche Ansprechpartner für die Kunden leistet.

        • Ich glaube Dir sofort, dass es da ohne Ende gesetzliche Anforderungen gibt. Aber warum zum Geier kann man dann nicht mit einem Neukunden ein Formular gemeinsam ausfüllen, den Perso kopieren und diesen ganzen Schnickschnack in Ruhe im Nachhinein erledigen?

          Ich finde es nach wie vor überhaupt nicht zwingend, dass die gesetzlichen Anforderungen dazu führen, dann man nicht mehr in einer Filiale ein Konto eröffnen kann.

        • 25. August 2019 um 22:26 Uhr
          Oliver Hildebrandt

          Hallo Ulf,

          in der Praxis bei meinem Arbeitgeber ist es tatsächlich so, dass im Erstkontakt (meist telefonisch) mit einem Firmenkundenberater die Rahmenparameter mit einer Bedarfsanalyse geklärt und die individuell notwendigen Unterlagen eingesammelt werden. Spätestens bei der Steuer-ID müssen 95% der Kunden erst noch einmal recherchieren und nachliefern.
          Dann wird in der Regel ein Formulardatensatz individuell auf den Kunden erstellt, vorbefüllt und in einem zweiten Kontakt dieser komplettiert und unterzeichnet.

          Kunden sind individuell- zum Glück – und deswegen wird es da für anspruchsvolle Kunden mit besonderen Bedarfen bei der jetzigen Regulatorik kaum einfache Lösungen geben (können).

      • >Der Soldat muss seine Uniform dabei tragen. Ich höre immer wieder von >Kameraden, die die Bahn nutzen und in Uniform fahren, dass sie beleidigt >werden. Deshalb fahren immer weniger von ihnen in Uniform. Wenn jetzt der >Soldat durch die häufigere Bahnnutzung in Uniform öfter vertreten ist, habe ich >die Hoffnung, dass wir mehr akzeptiert werden von der Gesellschaft.
        Und genau das ist es doch, das die Leute ebenfalls aufregt:
        Diese Militarisierung ist im Alltag nicht erwünscht. Es reicht schon, sich diese albernen und martialischen Plakatkampagnen anzusehen.
        Ein Soldaten in Uniform (=im Dienst) gehört sowenig in den Zug wie ein Chirurg in den Nachtclub.
        Wenn da eine Gruppe Soldaten einsteigt würde ich denken, dass entweder irgendwo Krieg ausgebrochen ist oder
        Das Bild von Militär darf nicht Normalität werden.
        Ein “normaler” Polizist vermittelt etwas Sicherheit. Überlegt mal, wenn die Bereitschaftspolizisten mit Schild und Schlagstock einsteigen würden…
        oder die Leute von der Feuerwehr mit voller Montur…
        Wenn Ihr mit der Gesellschaft in Dialog treten wollt, dann veranstaltet eine Podiumsdiskussion o.ä.

        • Hallo Egon,

          Deine Ansicht kann ich leider nicht nachvollziehen. Das Militär ist in Deutschland nicht hoch angesehen. Das mag mit unsere Geschichte zusammenhängen. Trotzdem macht es mich sehr traurig, wenn man als Soldat nicht akzeptiert wird. Man hat einen Eid geleistet sein Leben für die Bundesrepublik Deutschland zu geben und es gibt keinen anderen staatlichen Beruf, wo ein solcher Leid abverlangt wird. Niemand will dafür Lob oder Anerkennung von wildfremden Menschen auf der Straße bekommen. Wir tuen das alles aus einer tiefen inneren Überzeugung. Dabei wäre es schön, wenn man ungehindert in Uniform, ohne beleidigt zu werden, nach Hause fahren kann. Ich will hier keinen Militarismus in Deutschland wiedereinführen, sondern Leute für unseren Auftrag sensibilisieren. Zu deinem Punkt, dass Polizisten auch nicht mit Schlagstöcken in die Bahn einsteigen. Wir sind ebenfalls unbewaffnet unterwegs und ich verstehe nicht, wieso du dich bei Polizisten sicher fühlst und bei Soldaten nicht. Auch wir sind Teil der Exekutive.
          Aufgrund der oben genannten Gründe finde ich das kostenlose Bahnfahren für Soldaten gerechtfertigt und ich bin nach wie vor stolz darauf meinem Land zu dienen.

        • zu Carolin:
          “Trotzdem macht es mich sehr traurig, wenn man als Soldat nicht akzeptiert wird. Man hat einen Eid geleistet sein Leben für die Bundesrepublik Deutschland zu geben und es gibt keinen anderen staatlichen Beruf, wo ein solcher Leid abverlangt wird. Niemand will dafür Lob oder Anerkennung von wildfremden Menschen auf der Straße bekommen. Wir tu[e]n das alles aus einer tiefen inneren Überzeugung. Dabei wäre es schön, wenn man ungehindert in Uniform, ohne beleidigt zu werden, nach Hause fahren kann.”
          Die generelle Sinnhaftigkeit/Ausgestaltung der Bundeswehr mal beiseite: (ich bin da auch eher kritisch eingestellt)
          Laut GG ist doch der Einsatz der Bundeswehr im Inneren bis auf Einzelfälle nicht erlaubt. Die Forderung nach mehr Präsenz der Bundeswehr(oder ihrer uniformierten Soldaten) innerhalb Deutschland widerspricht diesem Grundsatz damit.
          Andererseits sollte natürlich kein Soldat persönlich beleidigt werden, weil man die Bundeswehr oder ihre Einsätze kritisiert. Die einzelnen Soldaten können da meistens wenig dafür. (Außer, dass sie sich vielleicht den falschen Arbeitgeber ausgesucht haben) Die Kritik sollte in solchen Fällen stattdessen an der Bundeswehr oder ihren Führungspersonen getätigt werden.

  101. Danke für Eure wie immer tolle Lage. Eure Banken/Banking-Kritik hat mich dabei besonders amüsiert, da ihr aus meiner Sicht genau die richtigen Dinge ansprecht. Vielleicht dazu eine kleine persönliche (und etwas verallgemeinerte) Einordnung von mir, denn auch wenn man von außen schnell den Eindruck gewinnt, dass in den Banken nur Vollblinde arbeiten – so einfach ist das leider nicht, denn das Problem ist ein strukturelles. Es ist irgendwie wie beim Klimawandel. Auch wenn jeder weiß was zu tun ist, es passiert einfach nichts bzw nicht genug.

    Um das heutige Problem grundsätzlich zu verstehen, muss man im Grunde ausholen bis zurück in die 80er, als das Online-Banking erfunden wurde. Hauptmotivation für diese Innovation war damals nicht etwa, den Kunden Bequemlichkeit zu bieten (also kundenorientiert zu agieren), sondern ganz einfach eine Überweisungsabwicklung günstiger (in erster Linie für die Bank) als in der Papierform werden lassen. Klassischer komparativer Kostenvorteil also. Diese Denke hat sich seither in den Banken verankert, IT ist dabei ein reiner Effizienztreiber und wird auch betriebswirtschaftlich meistens so gesteuert (Stichwort Cost Center). Das hat auch sehr lange gut funktioniert. Nur leider hat sich das Marktumfeld für die Banken mittlerweile stark verändert und sie sehen sich im wesentlichen drei Herausforderungen gegenüber:

    – Die Niedrigzinsphase, welche zum Wegfall der Haupteinnahmen im Retailgeschäft führt und damit nicht mehr und nicht weniger das Geschäftsmodell gefährden.

    – Die Regulierung (also gesetzliche Vorgaben), mit der Folge der Abnahme der Handlungsgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Zunahme von Prozesskomplexität und -kosten.

    – Die Digitalisierung. Banken haben mit ihren veralteten Kernbanksystemen aktuell kaum eine Chance, digitale Prozesse a la N26 durchgängig aufzusetzen; ganz zu schweigen von einer Modernisierung ihres Kanalmanagements – daher auch die Visitenkarte für die Business Line.

    – Wobei alle Herausforderungen aufeinander wirken und sich jeweils verstärken.

    Daher stehen viele Banken gerade mit dem Rücken an der Wand und wissen eigentlich nicht vor und nicht zurück. Das führt dazu, dass zwar die Chefetage ausruft, man würde ab sofort kundenorientiert arbeiten (dieser Ausruf beschreibt eigentlich schon das ganze Problem) und es werden auch fleißig agile Entwicklungsteams aufgesetzt, bunte Post-Its geklebt und Customer Journeys gemalt, am Ende kommt man aber immer wieder an den Limitierungen vorbei. Oft höre ich den schönen Satz “Wer einen Scheißprozess digitalisiert, hat einen scheiß digitalen Prozess”. Man möchte sich damit selber warnen, doch mehr zu tun als nur an der Oberfläche zu kratzen. Gelingen mag das leider den wenigsten…

  102. Zum Thema Heizung:

    Deutlich weiter verbreitet, als Erd- oder Grundwasserwärmepumpen dürfte die Luft-Wärmepumpe sein.

    Das dürfte die günstigste Variante sein, weil der Einbau einfach ist. Im Winter natürlich nicht ganz so effizient, aber mit Ökostrom hält sich das schlechte Gewissen beim Zuheizen in Grenzen.

    Das gilt allerdings nur für Neubauten und Komplettsanierungen. Die Wärmepumpem benötigen fast immer eine Fußbodenheizung, da die Vorlauftemperatur nicht so hoch ist.

    Dadurch ist die Nachrüstung alles andere als trivial und es ist nicht so nett, den Besitzern älterer Gebäude Vorwürfe zu machen, wenn sie sich “nur” für den Austausch des Heizkessels entscheiden. Es gibt sicher viele gute Gründe dafür -insbesondere für Privatleute- , den Heizungstausch nicht zu einer Totalsanierung des Gebäudes ausarten zu lassen. Eine effizientere Gas- oder Ölheizung ist da allemal besser als nichts und sollte m.E. durchaus gefördert werden (meinetwegen auch einkommensabhängig).

    • @Karlsson

      Es ist ein hartnäckiges Vorurteil, dass zum Betrieb einer Wärmepumpe zwingend eine Fußbodenheizung erforderlich sei.

      Kurz zum Hintergrund: die Wärmepumpe verliert an Effizienz, je höher die Temperatur ist, die sie bereitstellen muss. Pro zusätzliches Grad grob 2,5%. Muss ich das Heizungswasser auf 45 Grad erwärmen anstatt z. B. 35 Grad, so kostet mich das also gut ein Viertel mehr Energie. Das ist eine Besonderheit, die es in dieser Form nicht bei Brennstoffheizsysteme gibt.

      Je größer die Heizfläche, mittels der ich Wärme an einen Raum abgebe, desto geringer die notwendige Temperatur der Heizfläche. So erklärt sich, dass eine Fußbodenheizung (ist etwas exotisch, aber genauso gut kann man Wände oder Decken dazu verwenden) mit einer geringen Heizwassertemperatur die gleiche Heizleistung bringt wie ein “normaler” Heizkörper bei einer höheren Wassertemperatur.

      Allerdings sind moderne Heizkörper gar nicht so schlecht, da ihre wirksame Oberfläche durch eine Lamellenstruktur beachtlich ist. Zusätzlich gibt es heute auch Heizkörper, bei denen der Luftdurchsatz – und damit die Heizleistung – durch Lüfter deutlich gesteigert ist.

      Damit hat man noch nicht die Leistung einer Fußbodenheizung, aber der Unterschied ist nicht so gewaltig.

      Was bedeutet das konkret für die Wärmepumpe? Bei uns im Haus erreichen wir für die Trinkwassererwärmung auf 46 Grad immernoch eine Jahresarbeitszahl von 4,5. Aus 1 kWh Strom machen wir also selbst bei dieser recht hohen Temperatur (im Neubau wird heute auf maximale Heizwassertemperaturen von 35 oder 32 Grad ausgelegt) noch 4,5 kWh Wärme. Das ist weit entfernt von dem Faktor fürs Heizen von 6,2 (dank Fußbodenheizung), aber immernoch völlig ok.

      Solange die notwendige Vorlauftemperatur der Heizung nicht regelmäßig bei 50 Grad oder höher liegt, kann man eine Wärmepumpe durchaus effizient betreiben. Und das sollte auch mit “normalen” Heizkörpern möglich sein, sofern man nicht Jahrzehnte alte Technik einsetzt.

  103. Schade, dass die Wahlen in Brandenburg und Sachsen im Podcast bisher keine Rolle gespielt haben. Da hat Tilo Jung deutlich mehr Content produziert. Vielleicht weil er ostdeutsche Wurzeln hat.

    Pro-Tipp @Spiegel:
    Wenn ihr mal wieder eine ganze Bevölkerungsgruppe über einen Leisten schlagt, vorher mal testweise “Jude” statt einsetzen. Dann kann man spüren, ob der Titel in Ordnung ist.

    Und? Merkt ihr was? Nein?
    Das ist jetzt allerdings keine Überraschung.

  104. GLS (aus Geschäftskunden-Sicht):
    die GLS ist nach meiner Erfahrung klassisch „grün lackiert“.

    Wir haben vor 8 Jahren eine Wohnungsbaugenossenschaft gegründet und heute um die 40 Mio Bilanzsumme. Man müsste meinen: Kerngeschäft für die GLS. Haben sie auch immer gesagt, aber als es darum ging uns am Anfang mal zu helfen, kreativ zu sein und mal ungewöhnliche Wege zu gehen, hatten sie dazu keine Lust. War zu viel verlangt, kostete zu viel Zeit und Mühe. Soviel zu „unsere Aufgabe ist es, Geld dahin zu bringen, wo es den größten gesellschaftlichen Nutzen hat“ (sinngemäßes Zitat von GLS-Vorstand Jorberg).

    Der Geist oder ‚spirit‘, den es in der GLS am Anfang sicherlich gab, ist weg und durch ganz normales Geschäftsgebaren ersetzt. Was übrigens auch einzelne ehemalige GLS-Mitarbeiter sagen, aus einer Zeit, als die GLS noch klein und ein echter Querdenker war.

    Wir arbeiten inzwischen fast nur mit kleinen Sparkassen und Genossenschaftsbanken zusammen. Da gibt es noch engagierte und geistig wendige Banker alter Schule, die sich auch mal was trauen (statt alle Verantwortung in einem Bürokratie-Korsett zu diffundieren).

  105. 24. August 2019 um 19:23 Uhr
    Alexander Zimmermann

    Bezüglicher der Thematik Fiducia: Richtig heisst das Unternehmen Fiducia & GAD IT AG, und befindet sich seit 4 Jahren im Limbo da die Fusion zwischen den ehemaligen Teilen Fiducia und GAD nicht richtig voran kommt. Technikbereiche wurden einem der zwei Hauptstandorte zugeschlagen (Münster und Karlsruhe), wer in einem der Bereiche am anderen Standort vorher beschäftigt war hat(te) die Wahl zwischen Umzug oder “sich beruflich weiter zu entwickeln”. Technische Entscheide wurde nicht nach technischen Kriterien gefällt sondern wie der jeweilige Gewinnerstandort es bisher gemacht hat. Es gelten nach wie vor auch noch unterschiedliche Reglemente für Beschäftigte der jeweiligen Teil etc.. D.h. eine schnelle Lösung ist eher unwahrscheinlich.

  106. Liebe Lage,

    kurze Anmerkungen zu den Themen:

    @Fiducia
    Dass das die IT der Volksbanken ist, steht ja schon weiter oben. Dass die IT-Services der Volksbanken eher mittel sind, weiß man nur, wenn man dort Kunde ist.
    Die regelmäßigen Querelen mit dem eigenen nicht-Browser basierten Banking-Programm VR-Networld haben gottseidank seit ca. 2 Jahren aufgehört (da ging plötzlich das Mangement der eigenen Daueraufträge etc. ohne Ankündigung nicht mehr über die Software usw.). Nichtsdestotrotz hat die Anwendung, die man bei Verwendung einer HBCI-Karte braucht, ein User-Interface, das nicht viel moderner als das berüchtigte SAP-GUI ist, entsprechende rückständig ist die Benutzerfreundlichkeit.
    Die Volksbank-eigene Mobile-Payment App ist dermaßen schlecht in das Backend integriert, dass sie andauernd die virtuellen Karten verloren bzw. deaktiviert hat, sodass ich nach wenigen Wochen die App gelöscht und Google Pay wieder reaktiviert habe.
    Nichtsdestoweniger muss man die smarten Prozesse der Fintechs auch unter dem Gesichtspunkt der Regulierung betrachten. Die etablierten Banken unterliegen zu 100% der Bankenregulierung und müssen alle gesetzlich geforderten Verfahren unterstützen, incl. der Bürokratie und der Kosten. Die Fintechs schert das einen Dreck, und da sie anfangs unter dem Radar der Regulierung segeln, scheinen sie wendig, smart und flexibel. Wachsen sie dann und werden auf dem Radarschirm der Regulierung sichtbar, ist dann mit der Zeit auch alles nicht mehr so toll. Speziell über N26 und deren schwieriges Verhältnis zu Vorschriften kann man bei euren Kollegen, den Mikrooekonomen, in einigen Folgen viel Interessantes hören.
    Natürlich macht die die Prozesse am anderen Ende mit veralteter IT aus den 80ern nicht besser.

    @Bundeswehr Bahntickets
    Ihr macht hier einen, wie ich finde, kleinen logischen Fehler. Das Bedürfnis der Bahn nach mehr Geld und das Spendieren von Free-Rides für Soldaten sind zwei unterschiedliche Dinge. Warum?
    Zunächst mal ist das ein Linke-Tasche – Rechte-Tasche Problem. Die Bahn gehört dem Staat, und ob der auf der einen Seite Geld in die Bahn buttert (buttern sollte) und auf der anderen Seite noch Freifahrtscheine spendiert, ist völlig wurscht: Der Staat muss das bezahlen. Aus welchem Ministerium das kommt, ist dem Steuersäckel egal. Es ist eine politische Entscheidung, wie viel der Staat in die Bahn steckt. Und ob er auf der anderen Seite die Bahn dann umso mehr subventionieren muss.
    Punkt zwei ist, es handelt sich um eine (IMO) unzulässige Verknüpfung zweier Handlungsfelder. Den Soldaten was zu spendieren und die Bahn zu fördern. Beide Punkte sind unabhängig voneinander. Es gibt hier verschiedene Konstellationen: Freifahrtscheine nicht bezahlen, dafür die Bahn anderweitig stärker zu subventionieren, oder die anderweitige Subvention nicht zu geben. Wissen wir, ob der Ausfall anderweitig kompensiert wird (vielleicht habe ich auch nicht aufmerksam genug zugehört). Ist das ein realer Verlust für die Bahn (also haben vorher alle Soldaten eine Bahncard 100 gehabt und auch genutzt? Wie viele Soldaten fahren Bahn (zu meiner Bundeswehrzeit waren viele Kasernen auf dem Land ohne Bahnanschluss). usw. usw.
    Das ändert natürlich nichts dran, dass die Bahn mehr Geld braucht. Ich denke, dass das Thema betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich nicht so einfach ist und ihr etwas zu leichtfertig mit der Kritik unterwegs wart.
    Aber das ist Kritik auf hohem Niveau, war wie immer eine super Lage, Dankeschön! und weiter so.

  107. Zum Thema GLS: Ja, Sympathiebonus wegen ökologisch und vermeintlich ethisch.
    Aber was die Ethik angeht: Gründungszweck und bis heute großer Zweck der Bank ist die Förderung verschiedenster anthroposophischer Dinge. Anthroposophie basiert u. a. auf rassistischer Ideologie und ist in höchstem Maße esoterisch-schwurblerisch. Nicht zuletzt anthroposophische „Medizin“ kann, wie bei Homöopathie, im schlimmsten Fall zum Verzicht auf eine wirkliche Behandlung führen, in jedem Fall ist es Abzocke an Kranken.
    Vor diesem Hintergrund würde ich dann doch zu einer der anderen Banken tendieren, die ebenfalls ökologisch und wirklich ethisch handeln, davon gibt es genügend neben der leider inzwischen omnipräsenten GLS.

    • Oh, danke für die Info. Hatte schon mit der GLS geliebäugelt, aber den gefährlichen Mist will ich nicht unterstützen.

  108. Zum Thema GLS-Umstellung des Online-Bankings:
    * Auch blöd: angekündigte Lastschriften lassen sich nicht mehr einsehen, also immer genug Guthaben auf dem (Geschäfts-)konto haben. Die Hotline sagt “tja, geht nicht mehr”.
    Ich habe auch noch ein Privatkonto dort mit immer schon separatem Login. Da bin ich erstmal zwei Wochen nicht mehr reingekommen, mehrere Konten sind eigentlich nur noch über ein zentrales Login zu verwalten. Hotline: “das betrifft bundesweit nur 700 Kunden, geht nicht” (mehr). Nach Androhung der Kündigung habe ich dann doch per Post neue separate Zugangsdaten bekommen.
    Sympathiebonus leider verspielt.

  109. Hi,
    Danke für den Podcast! Manches was ich schreibe doppelt sich sicher mit dem vorherigen aber ich habe das Gefühl, dass ihr auch manchmal nochmal im Podcast Kommentare aufgreift wenn sie quantitativ häufig vorkommen ;)
    Umfrage:
    – Neben Männlich und Weiblich fehlt noch viel
    – Freizeit Aktivitäten: Wo ist das Ehrenamt bzw Politisches Engagement?
    – Ihr fragt zu den Interviews aber nicht, was mit dabei nicht gefällt: Für mich sind die Interviewpartner viel zu häufig Männer

    Zum aktuellen Podcast

    Bundeswehr: Wie gesetzt sprichst du Ulf davon, dass wir der Bundeswehr unsere “Dankbarkeit” aussprechen sollen. Diese sehr steile These wird argumentativ nicht begründet. Ich will nicht hier bei den Kommentaren über den (Un)Sinn der Bundeswehr sprechen, aber zumindest sollte solch eine These belegt werden. Mich als Bundeswehr Gegner irritiert das doch sehr.

    Wohnraum: Neben den Genossenschaften gibt es auch noch das Mietshäusersyndikat. Ich engagiere mich mit einer Gruppe in Strausberg (Brandenburg) und baue da folgendes Projekt:
    http://www.allerhand-projekt.de
    Spannend daran ist, dass die Finanzierung und die Struktur eine ganz andere ist als bei den Genossenschaften. Könnt euch ja mal auf der Homepage durchklicken und seid herzlich für ein Besuch eingeladen.
    Bis bald,
    Sammy

    • “Bundeswehr: Wie gesetzt sprichst du Ulf davon, dass wir der Bundeswehr unsere “Dankbarkeit” aussprechen sollen. Diese sehr steile These wird argumentativ nicht begründet. Ich will nicht hier bei den Kommentaren über den (Un)Sinn der Bundeswehr sprechen, aber zumindest sollte solch eine These belegt werden. Mich als Bundeswehr Gegner irritiert das doch sehr.”

      Mich irritiert die Aussage doch sehr.
      Die Bundeswehr ist eine staatliche Institution, welche auf Entscheidung der politischen Entscheidungsträger im Rahmen des Grundgesetzes handelt. Vom Grundsatz! nichts anderes als eine Verwaltungsbehörde.
      In diesem Auftrag kommt es immer wieder vor, dass Menschen ihr Leben lassen, weil sie im Auftrag der gewählten Politikerinnen und Politiker, und somit im mittelbaren Auftrag der Menschen in diesem Land, handeln. Diese Handlungen und auch einzelne VertreterInnen der Bundeswehr mögen nicht immer meinem politischen Ansichten entsprechend und zum Teil in Einzlfällen auch gegen Gesetze verstoßen – das ändert aber nichts daran, den Menschen, die sich auch in den Dienst der Gesellschaft stellen, zunächst meine Anerkennung auszudrücken. An Einzelfällen kritisiere ich dann gerne Entscheidungen und Handlungen von Personen. Aber zunächst einmal gilt meine Anerkennung.

  110. Beim Thema “Landerwerb” durch die Staatengemeinschaft kam mir spontan die Idee in den Kopf, dass die Staatengemeinschaft große, für das Klima besonders wichtig Landmaßen (z. B. aus dem Amazonas) erwerben bzw. eher pachten könnten. Diese Flächen sollten jedoch nicht aus dem Ursprungsland herausgelöst werden, sondern in bestimmten Themenbereichen z. B. durch die UN direkt verwaltet werden. Das Herauslösen von Staatsgebieten halte ich jedoch für keine gute Idee, da dadurch in den meisten Fällen zusätzlicher Unfrieden entstehen dürfte (siehe Israel).

  111. Hi,

    ich fänd es cool, wenn ihr in eurer Umfrage bei der Frage nach dem Geschlecht wenigstens Optionen für „Anderes“/„non-binary“/„keine Angabe“ etc. hinzufügen würdet. Unter euren Hörern gibt es auch Menschen, die nicht männlich oder weiblich sind.

    Danke :)

    • stimmt, haben wir übersehen, pardon – aber Mensch kann die Frage ja einfach überspringen, das ist dann die dritte Option ;)

  112. Hallo Ulf und Philip,
    vielen Dank für die gelungene und informative Lage.
    Als Berufspendlerin gönne ich jedem Beschäftigtem der Bundeswehr oder der Polizei seine und ihre Freifahrten, vielleicht erhöht das auch die gefühlte Sicherheit der Mitreisenden ;-). Allerdings möchte ich auf den Um- bzw. Mißstand hinweisen, dass der öffentliche Dienst/ Staat viel Geld einspart, da Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen sind, ihre privat erworbenen BahnCards, vor allem die BahnCard 100, ohne Gegenleistung bei der Nutzung für Dienstreisen einzusetzen. Soweit ich weiß, gibt es dazu nur in zwei Bundesländern abweichende Regeln. Für mich deckt sich das nicht mit meinem Rechtsverständnis, da der Arbeitgeber in diesem Fall einen Vorteil hat, der in angemessener Form erstattet werden müsste, so wie der Arbeitnehmer/in auch geldwerte Vorteile versteuern muss.

  113. Hallo Ulf, hallo Philip, vielen Dank mal wieder für die gelungene Lage! Hier mal ein Meta-Vorschlag: Ich würde mir zur weitergehenden Diskussion ein eigenes LageDerNation Subreddit wünschen auf dem man nochmal tiefer einzelne Themen der Sendung, oder auch etwa Links aus den Shownotes diskutieren kann, weitere Quellen zusammentragen und bewerten kann. Möglicherweise auch Themenvorschläge für kommende Sendungen sammeln, etc.. Wie ihr seht kenne ich zwar die Kommentarfunktion hier, doch ich muss ehrlich sagen dass ich tiefere Diskussionen hier schnell als schwierig und unübersichtlich wahrnehme (obgleich auf hohem Niveau!). Auch das auf Reddit übliche “Voting” auf alle Beiträge und Kommentare würde denke ich einen Mehrwert bringen und größere Diskussionen zulassen. Zudem wäre das insgesamt eine Möglichkeit auch die Reichweite noch zu erhöhen. Was haltet ihr von dieser “Konkurrenz”? Vielleicht ist der Vorschlag nicht neu und euer Verzicht darauf ist eine bewusste Entscheidung eurerseits um eine gewisse Plattformunabhängigkeit/Eigenständigkeit hier zu wahren? Oder einfach noch niemand gemacht? Bin gespannt auf euer Feedback. LG, Stephie

    • Finde ich ebenfalls eine sehr gute Idee. Alternativ bietet sich auch ein Discourse an, was selbst gehostet werden kann und ein schöneres Interface mit sich bringt.

  114. Zur Bahnfahrt für Bundeswehrsoldaten

    Wenn man berücksichtigt, dass der Bahnhaushalt eng mit dem Bundeshaushalt verknüpft ist und gar nicht klar ist, wie viel Soldaten bislang Bahn gefahren sind, dann wird nichts entzogen, nur eine Konto-Umbuchung ist geringer als möglich.

    Der ökologische Anreiz ist jedenfalls unstreitig.

  115. Liebe Lage,

    Ich habe als großer Lage-Fan gerne an der Umfrage teilgenommen. Ich bin aber sehr traurig, dass man bei Geschlecht nur „männlich“ und „weiblich“ auswählen kann. Welche Option sollen Menschen anderen Geschlechts wählen?
    Ich finde das rückständig und würde mir bei einer nächsten Umfrage neben den beiden Optionen ein Freitextfeld wünschen, oder schafft diese Frage am besten gleich ab.

    • stimmt, haben wir übersehen, pardon – aber Mensch kann die Frage ja einfach überspringen, das ist dann die dritte Option ;)

  116. Die Fiducia GAD ist der Zusammenschluss der RZs der Volksbanken in Süddeutschland (Fiducia) und Norddeutschland (GAD). Die fusionieren gerade auch ihre Bankverfahren mit großen Reibungsverlusten. Dabei fehlen noch viele Verfahren, die die GAD angeboten hatte. Aber grundsätzlich müssen die das können. Die Mitarbeiter der GAD sind gelinde gesagt unzufrieden mit der Situation. ;-)

    • ja, aus der GLS ist auch zu hören, dass man dort mit dem Wechsel zum neuen Rechenzentrum sehr unglücklich ist … jdf auf Arbeitsebene. Im Management schaut man offenbar primär auf die Kosten und zieht das eiskalt durch.

    • Auch bei den anderen Genossenschaftsbanken ist man da auch nicht glücklich mit. Mein Vater macht bei einer kleinen Raiffeisenbank die IT und durfte daher auch die Migration betreuen.
      Was ich da an Geschichten gehört habe grenzt auch an die komplette Absurdität. Bei der GAD hat man irgendwann um die Jahrtausendwende auf ein komplett neues IT-System namens bank21 umgestellt. Dadurch ist man viele Kinderkrankheiten und Altlasten aus den Anfängen der IT in den 60ern los geworden.
      Bei der Fiducia hat man hingegen immer weiter an der alten Lösung herumgeflickt. Mit den erwartbaren Konsequenzen. Gerüchten zufolge ist der Kern noch immer in COBOL geschrieben. Zur Konfiguration muss man wohl ab und zu alte IBM-Terminals emulieren und in der internen Konfiguration gibt es Schalter, die gekennzeichnet sind als “bitte nicht ändern, wir wissen nicht was sonst kaputtgeht”

      • Interessant finde ich hier den negativen Aspekt, den Sie mit COBOL verbinden. Noch immer werden in sehr vielen Rechenzentren Anwendungen in COBOL geschrieben. Dies gilt nicht nur für die Fiducia & GAD IT AG, sondern zum Beispiel auch für die Finanzinformatik (Dienstleister der Sparkassen). Oftmals wird COBOL als sehr negativ abgetan, allerdings werden häufig die Vorteile vergessen. Für die Massendatenverarbeitung ist COBOL eignet sich COBOL durch seine Schnelligkeit und eine gute Wartbarkeit mindestens genauso wie andere Sprachen.

  117. der Bahn-Deal der Bundeswehr wäre die „perfekte” Möglichkeit gewesen, leicht dem 2 %-BIP-Ziel näherzukommen. Aber mit 4 statt den kolportierten 38 Mrd. hat man diese Chance leichtfertig vertan, aber mit AKK war das auch nicht anders zu erwarten.
    VdL hätte mit McKinsey sicherlich 60 Mrd. rausgeholt. xD

  118. Hallo,
    ich finde, Ihr habt in der „Freifahrten für Soldaten“-Debatte nicht ganz klar herausgestellt, dass es bei den Freifahrten nicht nur um wöchentliche Fahrten zur Kaserne/nach Hause geht, sondern auch um alle privaten Fahrten!
    Als Grundwehrdienstleistender hatte ich schon 2008 eine Freifahrtskarte. Diese war aber nicht für private Fahrten zugelassen.

    Viele Grüße!
    Max

    • Umsomehr würde es mich freuen, wenn diese privaten Fahrten als geldwerter Vorteil zu versteuern sind.

    • Wehrdienstleistende hatten soweit ich weiß immer Freifahrten vom Heimatort zur Kaserne. Ist eben etwas anderes als hauptberufliche Soldaten, gerade was Bezahlung angeht.

  119. Lage noch nicht vollständig gehört, aber schade, dass der brennende Amazonas nicht mit im Pad steht!
    Ansonsten sehr gespannt am Weiterhören.

    Liebe Grüße

    • Das hat mir auch gefehlt. Ebenfalls die aktuellen Entwicklungen im Kaschmir und Jemen.

    • Kann ich verstehen, eine Einschätzung/Einordnung der Beiden hätte ich gerne gehabt/gehört, jedoch muss die Themenanzahl auch im Rahmen dessen sein, womit sich die beiden Berufstätigen auch ordentlich befassen können. Ein halbgares Abhandeln eines Themas kann doch auch weder in deren noch in unserem Interesse sein.

  120. Zur How-Democracies-Die-Sache bzw. dem Bündnis für Van der Bellen bei der österreichischen Bundespräsidentschaftswahl 2016: Die ÖVP hatte sich bei der Stichwahl zwischen Van der Bellen und dem Kandidaten der FPÖ, Hofer, damals nicht als Partei für Van der Bellen ausgesprochen. Nur einzelne Mitglieder haben das als Privatpersonen getan, u.a. der damalige Parteichef Mitterlehner. Andere wichtige Parteimitglieder haben das aber ausdrücklich nicht getan, u.a. der damalige Innenminister Sobotka oder der damalige Außenminister Kurz. Eine Parteilinie, bzw. eine Wahlempfehlung der Partei gab es nicht.

  121. Zur Umfrage:
    Ich finde euch und euren Podcast wunderbar! Habe aber einige Punkte zur Umfrage hinzuzufuegen – dort gab es leider keine Moeglichkeit themenunabhaengig etwas zu schreiben.

    Ich weiss nicht, wie weit ihr Einfluss auf die Fragen und Antwortoptionen habt, aber hier sind Verbesserungsvorschlaege:
    – Wenn ihr fragt, ob ich maennlich oder weiblich bin, schliesst das alle Menschen aus, die sich anders identifizieren. Das ist diskrimierend.
    – Wenn ihr fragt, was ich in meiner Freizeit mache, gibt es lauter feel-good Optionen. Viele Menschen engarieren sich in ihrer Freizeit aber auch politisch, sozial, etc. Nicht unwichtig, um sich ein gutes Bild ueber die Interessen eurer Hoerer zu machen.

    Ich hab das Gefuehl, ich hab was vergessen. Egal. Ich danke euch fuer euren wundervollen Podcast! <3

    • >Wenn ihr fragt, ob ich maennlich oder weiblich bin, schliesst das alle Menschen aus, >die sich anders identifizieren. Das ist diskrimierend.
      andere Perspektive darauf:
      Du läufst unter dem Radar der Marktforscher!
      Die Werbung wird also nicht auf Dich zugeschnitten.

      >Für das feel-good Optionen
      Dient auch hier nur dazu, Anzeigeprofile zu identifizieren.

      >politisch, sozial, etc.
      Was für ein Produkt sollte die Agentur Dir den verkaufen?
      Zeitschriftenabos vom Freitag oder so?

  122. Zum Thema Grönland:

    Ja, ich denke auch, dass es Themen gibt, über die man vielleicht eher sprechen muss. Aber ich bin schockiert, wie positiv ihr die Idee des Land-Kaufens einschätzt.

    Dieser Ansatz spiegelt eine total (post)kolonialistische Denkweise wieder.
    Es mag ja sein, dass der Kauf für die USA und zumindest auch theoretisch für Dänemark von Vorteil sein könnte. Aber entscheidend ist ja wohl die Meinung der Grönländer.
    Die Situation in Grönland (Autonomiestatus bei gleichzeitiger Zugehörigkeit zu Dänemark) ist völkerrechtlich exzellent. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker garantiert nämlich genau diese Eigenständigkeit aber kein Sezessionsrecht.

    Im Mittelpunkt der Berichterstattung sollte also nicht das Angebot von Trump stehen, sondern die Mentalität, die er damit zum Ausdruck bringt. Die Respektlosigkeit, die Arroganz und die kolonialistische Denkweise. Natürlich ist auch das nichts wirklich Neues, aber es ist eine erhebliche Gefahr für den internationalen Frieden.

    Dass Minderheiten- und Sezessionskonflikte durch Kompensation an die Zentralstaaten gelöst werden können, halte ich auch für abwegig. Mal angenommen die EU bietet Spanien eine Geldsumme xy dafür, dass sie Katalonien in die Freiheit entlässt, würde von Spanien wahrscheinlich (zurecht) als Beleidigung empfunden.

    Grüße,
    Jakob

    • Landkauf bzw finanzielle Unterstützung von Ländern im Sinne der Allgemeinheit

      Kann mich der Meinung von Jakob nur anschließen!
      Dennoch löst das “Landkauf-Thema” eine Gedankenkette in mir aus, die in Richtung finanzieller Unterstützung von Ländern führt, um Gemeinwohlinteressen der gesamten Menschheit zu dienen. Ich vermisse in diesem Zusammenhang das aktuelle Thema des Amazonas-Brandes in eurer Sendung. Positive Entwicklungen zum Wohlergehen aller, könnten und müssten unterstützt werden. Wenn also das für die Klimaentwicklung absolut entscheidende Gebiet des Amazonas in Gefahr ist, sei es, durch Brandstiftung, durch natürliche Waldbrände oder durch Abholzung, um wirtschaftliche Interessen des Landes zu befriedigen, dann sollte die Weltgemeinschaft eingreifen. Dies kann jedoch nicht nur durch Druck geschehen. Länder, wie in diesem Fall Brasilien, müssen für den wirtschaftlichen Verzicht, den sie leisten, um ein für alle Menschen existenziell wichtiges Naturschutzgebiet zu erhalten, aufzuforsten und zu schützen, angemessen entschädigt bzw. belohnt werden! Leider ist in dieser Richtung von der Politik bisher wenig zu hören, von Spendenaufrufen habe ich auch noch nichts gehört – vllt jemand von Euch?

    • Das sehe ich genauso. Dieser Ansatz ist absolut durchzogen von einem (post)kolonialistischen Weltbild, das heute leider noch immer viele in westlichen Ländern haben, bei dem man aber sehr vorsichtig und selbstkritisch sein muss. Wenn ein Staat A Land von einem anderen Staat B kauft mit dem Argument, er wisse besser, wie das Land zu nutzen oder die Menschen auf dem Land zu behandeln sind, mag dem ein nobles Interesse zugrunde liegen – es zeigt aber, dass der Staat A sich für überlegen hält und glaubt, er wisse besser, wie die Welt funktioniert und was richtig und falsch ist. Das unterminiert nicht nur die Souveränität von Staat B, sondern es verfestigt koloniale Strukturen. Internationale Beziehungen sollten immer auf Augenhöhe laufen, das heißt, beide Parteien/Staaten genießen die gleichen Rechte und verdienen den gleichen Respekt, unabhängig von ihrer Geschichte.

  123. Zu euren Bankenerfahrungen:
    Ich weiß nicht in welchem Umfang es eine Rolle spielt, aber gerade bei den schon älteren Banken wird langsam die IT Landschaft ein Problem. Es finden sich einfach zu wenig neue COBOL Programmierer um die existierende Programmvielfalt zu pflegen.
    Leider haben es alle in der Vergangenheit versäumt, die kontinuierliche Pflege und die notwendigen Anpassungen und Neuentwicklungen rechtzeitig anzugehen und dafür auch Geld in die Hand zu nehmen. Die Landschaft wimmelt nur so von Übersetzungssystemen, da es früher noch kein XML gab (nur als Beispiel).
    Es gab gerade ein interessanter Podcast zum Thema von RedHat “Command Line Heroes”, Season 3 Episode 5: https://www.redhat.com/en/command-line-heroes/season-3/the-infrastructure-effect
    Die erste Hälfte handelt über den immer fortdauernden Einsatz von COBOL. Gerade im Finanz- und Verwaltungsbereich noch immer massiv im Einsatz, und die Programmierer gehen alle langsam in Rente…

  124. Zu dem Bankenthema:

    Wie da mit Philip umgegangen wurde, ist natürlich indiskutabel.

    Aber selbst Privatkonten laufen eigentlich nur noch mit Termin. Ein Geschäftskonto dan erst recht.
    Das hat sich da leider geändert. Eine Dienstleistung mit vielen festen Kunden und Bestandskundenpflege muss ebenso terminiert werden wie ein Termin beim Friseur, eine Massage, ein aufwendiger See- oder Hörtest oder eine Gewerbeanmeldung beim örtlichen Amt.

    Spontan kann nur selten funktionieren.

    Dass man jemanden dann so abspeist, das ist Unsinn. Einen Termin anbieten und hinweisen, welche Unterlagen benötigt werden, DAS wäre noch was.

    Bei den Online-Antragsstrecken sind die Prozesse häufig schlanker, werden aber zu fast 100% auf den Kunden abgewälzt und er ist in der Verantwortung, sich dann selbst drum zu kümmern, wenn er etwas nicht versteht. Da klicken viele dann einfach und ob das dann nachher richtig ist…?

    Bei jeder Neukundenanlage muss die Steueridentifikationsnummer hinterlegt werden und drei Aussagen zur steuerlichen Ansässigkeit überprüft werden (Fatca-Abkommen).
    In einem Gespräch wird dazu dann nach Möglichkeit etwas erklärt. Ebenso wie die Information für Einleger oder Dinge wie wirtschaftlich Berechtigte und Mitwirkungspflichten.

    Ausweise müssen eingescannt werden, Datensätze angelegt, geprüft werden. Karten und Online-Banking wird bestellt.

    Bei Geschäftskonten sind noch 2-3 Dinge mehr zu beachten.

    Thema Kontoauszüge:
    Online-Banken sind da besser? Bin ich mir nicht 100% sicher. Es gibt ja einen Unterschied zwischen einer Umsatzübersicht und einem richtigen Kontoauszug. Und diese nachzuerstellen für so einen langen Zeitraum ist ja wieder ein spezieller Prozess. Wenn bereits im gesamtem Zeitraum alles online verfügbar war (also die Kontoauszüge auch schon immer online bereit gestellt wurden), dann sollte das in der Tat einfach sein.
    Ist dies aber nicht der Fall, berufen sich Sparkassen und Volksbanken dadrauf, dass die Kontoauszüge ja kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Man kann bei den meisten die Kontoauszüge einmal kostenlos am Automaten drucken. (Wenn man die nach x Wochen zugeschickt bekommt, dass liegt an der Zustellungspflicht, wenn die Kunden die Kontoauszüge nicht gezogen haben).
    Wenn also kostenlos erstellte Kontoauszüge nicht aufbewahrt wurden, wird für das Nacherstellen Geld genommen – das ist auch völlig okay.
    5€ pro Auszug oder pro Monat – über diese Höhe lässt sich gerne diskutieren. Das ist in vielen Fällen zu viel.

    Häufig ist es aber auch problematisch, dass die Banken Geld für so “einfache” Dienstleistungen nehmen, weil ihre eigenen Dienstleister, z.B. für die IT, Ihnen selbst immense Preise in Rechnung stellt.

    • Alte Kontoauszüge nacherstellen ist ein riesiger Akt. In unserer Bank sind erst die letzten Jahre in einer Datenbank vorhanden – da ist es auch kein Problem. Einloggen, anklicken, ausdrucken. Die alten sind auf MICROFICHE. Das heißt, ein Kollege muss den alten Film im Archiv anfordern und eine Kopie anfertigen. Da sind die 9,95€ pro Auszug noch günstig im Verhältnis zum Aufwand…

    • Der regulatorische Aufwand für eine Kontoeröffnung ist in den letzten 20 Jahren massiv gestiegen, was man hier alles an Informationen weitergeben muss, ist der Hammer. (DSGVO, FACTA, AGB, Sicherheitshinweise fürs Onlinebanking, Einlagensicherung u.v.m.) Ohne Termin läuft da leider nicht mehr viel. Dafür wurde auch das Personal reduziert. Vielleicht könntet ihr hier tiefer ins Thema einsteigen. Vieles wurde im Sinne des Verbrauchers eingeführt, aber einen Aktenordner voller Unterlagen liest sich kein Kunde durch.

  125. Zuerst einmal danke für euren Podcast!

    Zu den Bundeswehr-Freifahrten auf Kosten der Bahn bzw. auch deren Kunden.
    Die Bundeswehr muss zumindest für die Deckung der Kosten gerade stehen.
    Andere Vorschlag: Jeder uniformierte Bundeswehr-Soldat muss von PKW-Fahren mitgenommen werden. BW ist ja meinst in strukturschwachen Regionen mit wenig Bahnverkehr.
    Der PKW-Fahrer erhält dann je Fahrt 10 Cent.

    Zur GLS-FIDUCIA Sammelbuchung:
    FIDUCIA macht den DV-Betrieb der Volksbanken, daher gehe ich davon aus, dass die das können.
    Auch die Auflösung in EInzelbuchungen.
    Die Frage ist, hat die GLS diese Leistung bestellt oder wurde es “vergessen” ?
    Für den Kunden ist das immer schlecht.
    Ich selbst bin bei der Sparkasse, habe aber fast keinen persönlichen Kontakt.
    Die letzten waren unerfreulich und unnötig.
    Nach dem Motte, bei einem Todesfall, kommen sie mal vorbei, Unterlagen brauchen sie keine.
    Beim Termin dann: Wir benötigen folgende Unterlagen.
    Es hängt sehr stark von den Mitarbeitern ab.
    Erfahrung von vor 20 Jahren. Ist die Filialleiterin da, danke an Martina xxx, läuft alles glatt. Falls nicht….

    Nochmals Danke für eure Arbeit.

    Grüße aus dem Badischen sendet
    Martin Habel

    • @FIDUCIA:

      Doch, unfassbarerweise ist es tatsächlich so, dass das Merkmal Batchbooking=false beim Online-Banking mit HBCI ignoriert wird, seit die GLS bei FIDUCIA ist. Das ist sogar von der GLS offiziell so kommuniziert worden:

      https://www.gls.de/privatkunden/batchbooking/

      Es liegt aber wohl nicht an der GLS: Bis zur Umstellung auf FIDUCIA ging es, und bei der Berliner Volksbank (ebenfalls bei FIDUCIA) geht es nicht.

      Mich würde allerdings interessieren, ob es irgendwo Banken gibt, die mit FIDUCIA zusammenarbeiten und trotzdem eine Sammlerauflösung über HBCI anbieten. Mit EBICS scheint es wohl auch bei FIDUCIA zu gehen, aber wer hat das schon?

      • Ich würde das Problem von einer anderen Seite aus angehen, weil wer will schon die Sammler aufgelöst haben ;-)

        Richte in der Buchhaltung ein Zahlungsverkehrverrechnungskonto ein (ein Geldkonto bzw. gleiche Kontenart wie Bankkonten oder Kasse).

        Bei der Erstellung des Lastschrift- bzw. Überweisungdatensatzes (.xml) lässt du auch gleich die zugehörige Buchungen erstellen (gegen ZV-Verrechnungskonto).

        Paar Tage später wird der Sammler auf dem Bankkonto gutgeschrieben und du buchst Verrechnungskonto gegen Bank.

        Ich mach mal ein Beispiel mit Mietzahlungen, weil das unser Anwendungsbereich ist:

        Sollstellung: Mieterkonto an Sollstellung
        (Erlösbuchung lassen wir mal weg)

        Erstellen der Lastschriften: Zahlungsverkehrverrechnungskonto an Mieterkonto

        Gutschrift der Lastschriften auf dem Bankkonto: Bankkonto an Zahlungsverkehrverrechnungskonto

        Nach dem Prinzip funktioniert jedes Programm, das Buchhaltung und Zahlungsverkehr unterstützt, das mir bislang untergekommen ist.

        • Danke für den Tipp! Diese Möglichkeit kenne ich, will ich aber gerade nicht nutzen, denn ich will ja nicht fiktiv die Buchungen verwenden, die ich eingereicht habe, sondern die, die auch tatsächlich von der Bank ausgeführt wurden.

  126. Eine wunderbare Lage, jedoch muss ich als Soldat zu der Argumentation über die virtuelle BC100 meinen Senf dazu geben. Hauptargument für die Gratis-Bahnfahrten sollte nicht die “Dankbarkeit” für den Dienst an der Waffe sein, sondern die Tatsache, dass Soldaten innerhalb eines Jahres quer durch die Republik versetzt werden ohne eine Einspruchsmöglichkeit zu haben. Dabei entstehen für mich momentan Fahrkosten von über 600 Euro pro Monat, auf denen ich aufgrund fehlender Trennungsgeldansprüche sitzen bleibe. Das Gratis-Buchungssystem bewirkt, dass ich mein soziales Umfeld (Freundin, Freunde etc.) öfter sehen kann und trotzdem die funktionale Einsatzbereitschaft der Streitkräfte durch flexible Versetzungen bestehen bleibt. Ich gebe euch aber recht, dass die Bundeswehr gerne mehr Geld an unsere marode Bahn überweisen kann. Eine Art umgeleitete Subventionierung des Unternehmens könnte zudem dazu beitragen, dass wir dem 2%-Ziel näher kommen, ohne das böse Wort “aufrüsten” in den Mund zu nehmen. Zudem wird der Steuertopf bei bahnfahrenden Soldaten weniger stark belastet, da Fahrkosten bei der Steuererklärung wegfallen.

    • Ich finde den Gedanken, die Bahn indirekt damit zu subventionieren und damit dem 2% Ziel zumindest Näher zu kommen, genial! :)

    • “Zudem wird der Steuertopf bei bahnfahrenden Soldaten weniger stark belastet, da Fahrkosten bei der Steuererklärung wegfallen.”
      Die Logik hinkt natürlich, wenn man bedenkt, dass die nicht abgesetzten Fahrtkosten stattdessen direkt aus dem Steuertopf bezahlt werden. (Entweder direkt, oder indirekt über die Bahn.)