LdN144 Europawahl, AKK vs. Rezo, Klimakabinett, Trump manipuliert Klima-Forschung, Mueller vs. Trump

Du bist noch kein Abonnent/+?
Hier erfährst Du mehr über
Kuechenstud.io/+
Einloggen

| 200 Kommentare

Europawahl

AKK vs. Rezo

Klimakabinett

Trump manipuliert Klima-Wissenschaft

Mueller gegen Trump?

Podcast-App

Bildnachweise

Hausmitteilung

200 Kommentare

  1. Hallo ihr beiden,

    eine kurze Korrektur beim Thema Einwanderungsgesetz.
    Ihr gebt an, dass innerhalb von vier Jahren 48 Monate lang Beiträge eingezahlt werden müssen, und somit schon ein Tag Arbeitslosigkeit die Chance verwirken würde.
    Richtig ist, dass innerhalb eines Kalendermonats ein Tag Beiträge gezahlt werden muss um Rentenzeiten zu erhalten. Daher würde es theoretisch ausreichen, an in 48 Monaten jeweils einen Tag eine “normale” Beschäftigung auszuüben, damit in jedem Kalendermonat Beiträge geflossen sind.
    Die Problematik beim Beschäftigungswechsel bleibt, jedoch hat man die theoretische Möglichkeit mit dem 1. Juli zu kündigen und am 31.August einen Job zu beginnen.
    De facto bleibt die Grenze bei einem Zeitmonat; nach § 19 SGB V ist jemand längstens einen Monat nach Ende der Beschäftigung weiterversichert wenn er in diesem Zeitraum eine neue Beschäftigung aufnimmt. Tut er das nicht, muss er sich auf eigene Kosten kranken- und pflegeversichern.

  2. Lieber Philip, Lieber Ulf,
    bin gerade bei Spiegel Online auf einen Artikel über eine CO2 Steuer gestoßen und da ist mir die Idee gekommen, Euch mal zu schreiben und Euch zu fragen, ob ihr nicht Lust hättet über das Thema mal in der Lage zu berichten? Gerade wo die Grünen jetzt im Umfragehoch sind, wird das Thema in Zukunft mit Sicherheit relevant bleiben. Mich würde vor allem interessieren wie so eine Steuer in anderen Ländern (Schweiz, Schweden oder auch Kanada) funktioniert und ob deren Modelle auf Deutschland übertragbar wären?
    Vielen Dank für Eure sensationelle Arbeit! Macht weiter so!

  3. Klimakabinett & schlechte Umfragewerte der Regierungsparteien:
    Wenn man Erdgas (LNG) extra aus den USA importiert, dieses Erdgas mit dem problematischen Fracking-Verfahren gewonnen worden sein dürfte, das Ganze subventioniert über den Anbau neuer Anlagen, deren Kosten auf die Verbraucher umgelagert werden (wobei natürlich auch Steuergelder eine durch die Bevölkerung zu tragende Subvention wäre) und das Ganze in zehn Tagen schnell durchpeitscht, … .

    Quellen:
    https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Viele-Fragen-zu-LNG-Plaenen-in-Brunsbuettel,lng160.html
    https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Umwelthilfe-schliesst-LNG-Terminal-in-Brunsbuettel-aus,lng164.html

  4. 7. Juni 2019 um 9:28 Uhr
    Alexander Neeser

    Zu Podcast Addict:
    Lieber Ulf,
    es wurde ja schon vielfach geschrieben. Aber Du solltest wissen, dass ich ebenfalls seit Jahren Euren Podcast ohne Probleme über Podcast Addict nutze. Deine negative Einschätzung kann ich wie viele andere auch nicht nachvollziehen. Bleibt doch bei Eurer Kernkompetenz (die ganz großartig ist) und überlasst App-Bewertungen den Spezialisten. Als Beispiel der Video-Podcast der c’t zum Thema Podcatcher (ab Minute 44) zu finden unter https://www.heise.de/ct/artikel/c-t-uplink-20-9-Dramatische-Technik-Trends-4K-Beamer-und-Podcast-Apps-3964928.html
    Grüße
    Alexander

    • Bleibt bei euren Kernkompetenzen? Was für eine Unverschämtheit: Ob eine App problemlos alle Lage-Features unterstützt können wir gerade noch einschätzen. Und dass nahezu alle Leute, die überhaupt Probleme melden, diese mit PA haben, das sehen wir auch ganz deutlich. Diese quasireligiöse und vor allem kontrafaktische Verehrung für eine App ist wirklich skurril.

      Unsere Kritik hat inzwischen übrigens sogar der Entwickler von PA als berechtigt anerkannt, jedenfalls bastelt er offenbar an einem Update.

      • Ach komm, so unverschämt war der Kommentar doch nicht. Und außerdem eingebettet in Lob.

        Bei mir zumindest hat Eure App-Empfehlung nicht funktioniert. Nach der Empfehlung aus den Kommentaren, Addict zu verwenden, kann ich hingegen alle Features nutzen. (als + Nutzer)

  5. Hallo,

    als Podcast App lohnt sich für iOS Nutzer:innen unbedingt ein Blick auf Castro. Geht mit neuen Episoden deutlich geschickter um als Overcast wie ich finde. Außerdem kann ich Castbox (iOS & Android) auch durchaus empfehlen.

  6. Hey ihr Zwei,

    vielen Dank für euren tollen Podcast. Da ich viel am pendeln mit dem Auto bin (geht leider nicht mit Zug) und deswegen kaum Zeit zum Zeitung lesen habe, höre ich sehr gerne politische Podcasts und eurer ist mir Abstand der beste. Vielen Dank dafür. Gab direkt auch mal eine Spende.

    Könntet ihr demnächst vielleicht nochmal einen Beitrag zur Lage der Pflege in Deutschland machen und wie das im Moment so angegangen wird? Was ich mich schon seit längerem frage, ist wie weit sich eigentlich die Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivis auf die Sozial- und Pflegedienste ausgewirkt hat. Gibt es dazu irgendwelche Studien? Würde es nicht vielleicht Sinn machen ein allgemeines soziales Jahr einzuführen, wo man freiwillig Wehrdienst machen kann wenn man möchte? Würde das nicht die Mitarbeiter in der Pflege und in anderen sozialen Bereichen entlasten? Mir erscheint das als eine ganz gute Lösung, aber man mag mich da gerne korrigieren.

    Liebe Grüße,
    Sophie

  7. Die Menschen werden sich merken, wenn es mit dem Weltuntergang doch nicht so schnell klappt wie gewünscht und nach ein paar kühlen und regnerischen Jahren das Ganze ad acta legen.

    Die Lüge, dass schon heute jedes Wette klimawandelbedingt und dass jedes Waldbrändlein auf den Klimawandel zurückzuführen sei und neuerdings inklusive Tornados alles irgendwie noch nie da war, wird Ihren Urhebern sehr auf die Füsse fallen – und allen, die sich ernsthaft sorgen.

    Das Strofhfeuerchen, das dadurch erzeugt wird, mag die Heulbojen kurzfristig froh machen, schadet aber dennoch dem richtigen und wichtigen Anliegen viel mehr als eine herkömmliche AfD-Wurst mit ihren Durchhalteparolen aus der geistigen Wehrsportgruppe gegen die Ratio in der Welt.

    • Man kann nur hoffen, daß diese Lüge ihren Urhebern auf die Füße fällt – wird sie doch vor allem von Klimaleugnern verbreitet. Niemand der sich ernsthaft mit Klimawandel beschäftigt, stellt derartige Behauptungen auf.

  8. Liebe Lage,
    Ab Minute 11 wurde gesagt, dass europaweit 10% rechts oder rechtsextrem gewählt hätten. Je nachdem wie man das Label „rechts“ oder „rechtsextrem“ versteht, meintet Ihr wohl Parteien rechts von einer konservativen Partei. Im Folgenden sagtet Ihr, dass daher 10 % für mehr Nationalismus, 90 % hingegen für mehr Europa gestimmt hätten.

    Wenn ich mir aber die Wahlergebnisse angucke, sehe ich doch ein viel größeres Spektrum an „rechten“ Parteien, die zumindest erhebliche Vorbehalte gegen die EU – in welcher Form – auch immer haben.
    Dies betrifft zunächst die Gruppierung ENF (wo sich die RN in Frankreich etc. verorten),
    die Gruppierung EFDD mit Nigel Garage (der wohl wahrlich kein EU-Liebhaber ist) sowie die Gruppierung EKR mit der ziemlich rechten polnischen Partei PiS. Auch die Tories sind bei der EKR zu finden, die wohl auch als EU-skeptisch gelten können.
    Ergebnisse gut abrufbar hier: https://europawahlergebnis.eu

    Hinzu kommen Parteien in der EVP-Gruppe wie die Fidesz-Partei, die starke Vorbehalte gegen die EU hat sowie beispielsweise auch die französischen „Les Republicains“ (auf deren Websit explizit: „weder für noch gegen Europa“, „Bekräftigen wir den Sinn von Grenzen“).

    Als Deutscher, der zur Zeit in Frankreich studiert, kann ich bestätigen, dass die Républicains im Vorfeld der Wahl nicht gerade Werbung für Europa gemacht haben.

    Mit den 3 erstgenannten Gruppierungen alleine kommt man auf einen rechten, europakritischen Block von 25%, mit einigen EVP-Abgeordneten wird dieser Block wohl nach um einiges größer. Gerade vor dem Hintergrund, dass Orban zur Zusammenarbeit mit der Lega Nord einlädt, spricht dies wohl für einen noch größeren europakritischen Block um die 30 %.

    Schwierig ist zu diesem Zeitpunkt eine abschließende Beurteilung, da sich die neuen Fraktionen noch nicht zusammengefunden haben und die europäischen Rechten alles andere als geeint auftreten.
    Dass allerdings nur 10 % europakritische Stimmen zukünftig im Parlament zu finden sein sollen, kann als falsch gelten. Ich würde eher von der dreifachen Anzahl sprechen und erst recht nicht von „wenigen Gruppen“ oder „kleinen Minderheiten“ ausgehen, die sich für Themen der Rechten begeistern lassen.

    Bitte weiter machen mit dem qualitativ hochwertigen Podcast. Vielen Dank für wöchentlich min. 60 Minuten beste Analyse und Kommentierung.

    Beste Grüße aus Paris,
    Christian Popp

  9. Liebes Lageteam,

    ich möchte euch auf ein sehr sehenswertes Interview mit dem von euch im Podcast ebenfalls erwähnten Yuval Noah Harari in der Sócieté in Budapest hinweisen (und auch wenn es im Interview aufgrund des Kontextes um die ungarische Gesellschaft geht, lassen sich doch viele Parallelen zu diversen anderen (Bundes-) Ländern erkennen):
    https://www.youtube.com/watch?time_continue=5&v=WrX_nNwAFYg&fbclid=IwAR14sr1uD5ag_bVIQutKD-yV318boTJ1ugn3Z9Xly5p-VpVulK5bCPgRhIM

    Das, was Ulf in der Lage so lapidar als “ostdeutsche Befindlichkeiten” bezeichnet, nennt Harari “nationales Trauma”. Diese Begrifflichkeit gibt den Erfahrungen, Lebensweisen, Sorgen und Ängsten der Menschen (im Osten) verdientes Gewicht, Ernsthaftigkeit und Bedeutung. Und zeigt gleichzeitig einen Lösungsweg: denn nur wenn dieses Trauma endlich von der Politik und der Gesellschaft ernst genommen und bearbeitet wird, nimmt man der AFD die Möglichkeiten so einfach wie zur Zeit die emotionalen Knöpfe der Menschen zu drücken, Angst und Hass zu verbreiten und drängt sie vielleicht (hoffentlich) wieder aus unseren Parlamenten und dem Bundestag.

  10. Werdet ihr über den Polizeigewalt Skandal in Wien berichten? Wir haben mit “Ende Geländewagen” auf dem Wiener Ring eine kreative Protestaktion zivilen Ungehorsams gemacht, um für eine radikale Wende im Mobilitäts- und Wirtschaftssystem einzustehen. Angesichts der Klimakrise ist es dringend nötig, den Kapitalismus zu hinterfragen. Die Polizei hat das ganze sehr brutal aufgelöst und einige Videos haben für großes Aufsehen gesorgt.

    Als Pressesprecherin von Ende Geländewagen stehe ich gern für ein Interview zur Verfügung.

    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/polizeigewalt-113.html

    https://www.spiegel.de/panorama/justiz/wien-polizeigewalt-nach-klimademo-videos-belasten-beamte-a-1270746.html

    https://www.facebook.com/deutschewellenews/videos/2385811441485025/

    Unsere Pressemitteilungen findet ihr hier:
    https://klimacamp.at/pressemitteilung-vom-01-06-2019/
    https://klimacamp.at/pressemitteilung-vom-04-06-2019/

  11. Ein Hinweis zur Analyse der Europawahl: Neben der grundsätzlichen Kritik an Wählerwanderungsstatistiken, die ja oben bereits geäußert wurde, muss man hier noch einen Hinweis machen: Die Gewinn- und Verlustrechnungen beziehen sich jeweils auf die letzte Europawahl 2014, die eine geringere Wahlbeteiligung als 2019 hatte. Die Wählerwanderungen beziehen sich jedoch als Referenz auf die Bundestagswahl 2017, weil sich für eine valide Statistik (wenn das, s.o., im Falle von Wählerwanderungen überhaupt möglich ist) einfach zu wenig Menschen an ihre Wahl bei der Europawahl 2014 erinnern. Die Bundestagswahl 2017 hatte aber natürlich eine viel höhere Wahlbeteiligung als die Europawahl. Das führt dazu, dass nahezu alle Parteien in der Wählerwanderung an die Nichtwähler verloren haben und das dann bei der SPD gar nicht mehr so besonders aussieht. Und auch die Grünen gewinnen nur marginal von den Nichtwählern. Die Interpretation steht also auf wackeligen Füßen.

    • Dazu möchte ich noch anmerken, dass der Satz „Fast jeder 2. der damals SPD gewählt hat, hat diesmal nicht mehr die SPD gewählt“ falsch ist. Wenn man die absoluten Stimmen anschaut waren es 2014 ca. 8 Mio für die SPD, 2019 waren es knapp 6 Mio. 2 Mio weniger, sind 1/4 von 8Mio, jeder 4. hat die SPD nicht mehr gewählt.

  12. 5. Juni 2019 um 18:45 Uhr
    Thomas Kraemer

    Hallo Ulf,

    zwei Statements zu deinen Äußerungen im Podcast.
    Ich denke schon, dass die mittelalte und ältere Generation selbstkritisch mit der eigenen Vergangenheit ins Gericht gehen muss. Jeder Bürger, der mehr als 2t CO2 emittiert, muss sich an der eigenen Nase packen, sein Konsumverhalten in den verschiedenen Bereichen überdenken und dann verändern. Es geht nicht nur darum, die eigene politischen Präferenzen zu ändern. Die Verantwortung liegt nicht allein bei der Politik. Da sich die Bürger hiervor scheuen, ist es kein Wunder, dass die Politik so langsam reagiert.

    Eine konservative Alternative zur Union, die den Klimaschutz als Hauptthema hat und nicht rechts gerichtet ist gibt es schon: Die ÖDP.

  13. Eine Anmerkung habe ich noch zur Kohle im Zuge der Energiewende. Ihr habt gesagt, dass es darum geht, dass die Kohlekraftwerke schnell abgeschaltet werden müssen. Dem stimme ich total zu! Allerdings liegt der Teufel im Detail. Ein ordnungsrechtliches Ende von Kraftwerken hat nicht nur Entschädigungen zur Folge, sondern reduziert im Zweifeslfall nicht mal die Emissionen. Kurz erläutert wird das hier: https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-06/klimaschutz-kohleausstieg-treibhausgase-co2-preis-emissionshandel

    Etwas ausführlicher und wirklich hörenswert ist das hier: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/ottmar-edenhofer-zu-co2-steuer-co2-preise-sind-effektiv-und-gerecht

    Bei weiteren Fragen könnt Ihr Euch auch noch an mich wenden.

  14. Zum Thema Kommissionspräsident: Ich finde es besorgniserregend, dass das Spitzenkandidatensystem von den Staats- und Regierungschefs untergraben wird. Da geht ihr mir zu unkritisch, auch mit der dänischen Kandidatin, um. Dieses Spitzenkandidatensystem hat das Parlament bei der letzten Wahl erstmals etabliert und es hat ihm zur mehr Geltung verholfen. Ein Mehr an Geltung für das Parlament ist zwingend, wenn wir das Demokratiedefizit der EU weiter abbauen wollen. Wir gehen da, glaube ich, allgemein den richtigen Weg (das Parlament erhält immer mehr Rechte), doch das Gebahren der Mitgliedsstaaten wirft diesem Prozess wiederum ein paar Meter nach hinten. Zumal Vestager bis zum Abend nach(!) der Wahl stets betont hat, sie sei keine Kandidatin für das Präsidentenamt. Mir käme es zutiefst verlogen und undemokratisch vor, sollte sie jetzt von Macron in dieses Amt gekungelt würde.

    • Politisch würde ich das durchaus unterschreiben, allerdings muss man verfassungsrechtlich doch gegenhalten, dass nach den EU-Verträgen der Rat das Benennungsrecht hat. Es gibt schlicht und einfach in den Verträgen kein Spitzenkandidatensystem. Das ist eine Erfindung des EP.

      Wie gesagt, durchaus eine sympathische – aber es ist auch nicht so absurd wie Du es darstellst, wenn der Rat diese Beschneidung seiner Kompetenz, frei den KOM-Präsidenten zu benennen, eher kritisch sieht.

    • Schau dir mal die Größe der Fraktionen im EU-Parlament an. Da gibt es nicht mehr zwei konkurrierende Blöcke, bei denen es sinnvoll erscheint, jeweils mit einer “Spitze” ins Rennen zu gehen. Stattdessen haben wir ein zersplittertertes Parlament, in welchem die größte Fraktion gerade einmal 180 von 751 Abgeordneten stellt. Daraus kann man kein Mandat für den Spitzenkandidaten Manfred Weber ableiten.

  15. Moin!
    2 Kritikpunkte zur Europawahl:
    1. Seid vorsichtiger mit der Wählerwanderung! (Hintergrund: https://krautreporter.de/2103-wohin-die-wahler-wandern-weiss-niemand-auch-nicht-die-ard?shared=97425379-dfbc-4498-9ebb-d32222c355fb)
    2. Zu deutsche Perspektive, wie hier schon mehrfach angemerkt wurde. Ich wiederhole das, weil Ihr doch gerade erst darüber gesprochen habt, wie wichtig ein europäischer Diskurs ist. Da solltet Ihr besser sein, als ARD & Co.
    Gruß,
    Matthias

  16. 4. Juni 2019 um 22:59 Uhr
    Dorothee Bernhardt

    Hallo,
    kleiner Hinweis von einer Vierteldänin, die sich natürlich sehr freut, dass ihr euch um die richtige Aussprache von nichtdeutschen Namen sorgt. Bei Frau Vestager seid ihr auf dem richtigen Weg, wenn ihr jetzt noch die erste statt der zweiten Silbe betont, wird`s fast dänisch korrekt.
    Kærlig hilsen og mange tak
    Dorothee Bernhardt

  17. Moin moin,

    gibt es denn auch eine App, mit der der werbefreie Abonnentenstream richtig funktioniert? Ich habe Pocket Casts getestet (und dafür bezahlt), aber damit funktioniert nur der reguläre Stream mit Kapitelmarken.

    Danke!

    • Wir schauen uns das mal an – ich fürchte, dass da der Fehler eher bei uns liegen könnte.

    • Hi Frank, ich bin seit November 2018 + Abonnent und nutze den werbefreien Abostream auf Android (9 und auch 7.1.2) in der “Podcast Addict” App ohne Probleme.

      Aber: bei allen genannten Android Apps und auch Podcast Addict mußt Du ein neues Abo von LdN erstellen und die URL des werbefreien Abostreams einmalig dafür eingeben. Danach sollten all die Apps neue LdN+ Folgen automatisch laden (sofern in der App eingestellt).
      Das kann ggf. etwas fummelei und suchen bedeuten.

      Gruß Matthias

      • Danke für den Tipp Matthias! Mit Addict bekomme ich zumindest die Kapitelmarken angezeigt.

        Funktionieren denn auch Bilder? Ich hab auf die schnelle keine lage gefunden, in der das Feature verwendet wurde.

    • Ich habe den Podcast jetzt neulich auch beim Yamaha MusicCast System entdeckt nach Firmware Update.
      Leider funktioniert der Lage stream hier nicht :-(

  18. 4. Juni 2019 um 21:28 Uhr
    Thomas Hesselbarth

    Vielleicht eine interessante Ergänzung Thema Privatsphäre bei Facebook et al?:
    https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ein-anwalt-verraet-was-facebook-von-privatsphaere-haelt-16219416.html

  19. 4. Juni 2019 um 19:11 Uhr
    Peter Eschenbach

    Liebe Lage,

    ich habe gestern auf der ARD einen – wie ich finde – interessanten und leider etwas desillusionierenden Beitrag zum Thema E-Mobilität gesehen. Hier der Link: https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuLzRiZjFlY2U0LTY1ZmYtNGI3NC04MWU3LTAyNDgzN2UxZjE0Yw/kann-das-elektro-auto-die-umwelt-retten

    Könntet Ihr Euch dazu bitte schlau machen und es mal mit ins Programm aufnehmen?

    Danke und viele Grüße

    Peter

  20. Hallo ihr zwei,

    ich höre die Lage jetzt schon seit fast fast drei Jahren und finde sie größtenteils super. Klar habe ich ab und an mal eine andere Meinung als ihr, aber so ist das eben mit diesen Podcasts!
    Ich möchte euch heute mal auf eine Aktion aufmerksam machen, die ich als schönes Beispiel für politische Partizipation out of the box betrachte. Die Aktion heißt “Therapeuten am Limit” und es geht darum, dass Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopädinnen, Diatässistentinnen, Podologen und Masseure häufig unter unglaublich schlechten Arbeitsbedingungen arbeiten. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass diese Berufe hier in Deutschland schlechter vergütet werden als Krankenpflegerin oder Erzieherin. Das hängt vor allem mit der schlechten Vergütung durch die Krankenkassen zusammen bzw. damit, das nur reine Therapiezeit vergütet wird; Berichte schreiben, Vor- und Nachbereitung und Termine ausmachen muss aber trotzdem sein. Es herrscht zudem bundesweit ein akuter Mangel an Fachpersonal, da ganz vielen das zu dumm wird, darin zu arbeiten. Ich selbst bin Sprachtherapeutin (=studiere Logopädin) und gerade in der Bewerbungsphase: Selbst mit nur zwei Jahren Beurfserfahrung bekomme ich beinahe jeden Job, auf den ich mich bewerbe und kann mir aussuchen, ob ich auf 450€-Basis oder Vollzeit oder irgendwas dazwischen arbeiten möchte. Der Fachkräftemangel hat natürlich zur Folge, dass Patienten lange auf Termine warten müssen oder Hausbesuche nicht mehr gemacht werden. Diese Berufe sind aber superwichtig, man stelle sich nur vor, dass seine eigene Eltern einen Schlaganfall erleiden und irgendwo auf dem Land sitzen, wo weit und breit kein Physiotherapeut mehr sitzt, der den Weg nicht auf sich nehmen kann, ohne gleich in den finaziellen Ruin abzurutschen.
    Jetzt zur politischen Aktion, die out of the box gedacht ist: Letztes Jahr im Frühjahr schrieb der Physiotherapeut Heiko Schneider einen Brandbrief an Herrn Spahn, veröffentlichte diesen im Internet und sammelte weitere gut 1000 Briefe von Therapeuten und Therapeutinnen, die er anschließend von Frankfurt nach Berlin mit dem Fahrrad brachte. Dort vor dem BMG endete die Tour mit einer Demo. Heiko wollte die Briefe persönlich übergeben, doch leider war anscheinend niemand im gesamten Ministerium aufzutreiben, der die Briefe entgegennehmen konnte. Heiko wurde lediglich angeboten, die Briefe beim Pförtner abzugeben, was er aber ablehnte. Am nächsten Tag konnte er die Briefe im Gesundheitsausschuss vorstellen und diesem auch übergeben. Es folgten den Sommer über weitere Aktionen wie bspw. die sog. Kreideaktion im August, wo in über 500 Städten Deutschlands Therapeuten mit Kreide u.a. den Hashtag #therapeutenamlimit auf die Straßen schrieben und mit Passanten ins Gespräch kamen. Die Therapeuten kaperten auch regelmäßig Herr Spahns facebook-live talk.
    Herr Spahn reagierte auf all den Protest mit dem TSVG, in dem auch höhere Kassensätze für Tehrapeuten festgesetzt wurden. Diese wurden aber prompt verschoben und sie lösen das Problem auch nicht gänzlich: Dadurch können Therapeuten, die in Praxen arbeiten nun vielleicht besser bezahlt werden, was bitter nötig ist, aber die Anzahl der Patienten und die Mehrarbeit, die man in Berichte usw. steckt, ist nach wie vor das Problem.
    Die Briefe wurden übrigens von der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin ausgewertet. Die Studie ist aber noch nicht raus, so weit ich weiß.
    Zur Zeit sind die Therapeuten am Limit wieder unterwegs: Die Radtour ist diesmal größer und Heiko radelt nicht mehr alleine, es starten verschiede Teams, die sich letztendlich bei der Demo am 6.6. in Berlin treffen.
    Ich finde die Aktion superwichtig, da ich hier sehen konnte, was für ein großer Erfolg die Aktion brachte, allein darin, dass die Kassensätze für Therapien (je nach Bundesland) stark angehoben wurden. In Berlin z.B. wird man profitieren, da die Sätze ab 1.7. bundesweit gleich sein sollen. Für Bayern und NRW dürfte sich dementsprechend wenig ändern, da hier die höchsten Sätze herrschten und die anderen Bundesländer auf deren Nivea angehoben wurden. Aber auch, weil nun viele regionale Stammtische und Gruppen gegründet wurden, weil Therapeutinnen bei ihren Abgeordneten angerufen haben und man den Zusammenhalt unter Therapeuten deutlich gespürt hat, finde ich die Aktion toll. Aber leider sind die Arbeitsbedingungen (und das meine ich nicht nur finanziell) für Therapeuten nach wie vor schlecht und viele sind tatsächlich von Altersarmut bedroht. Es gibt den ein oder anderen engagierten Politiker (u. a. Roy Kühne von der CDU, Achim Kessler von den Linken), aber ich verstehe einfach nicht, warum das Thema nicht auch ein breiteres Interesse bei den Parteien hervorgerufen haben. Selbstständige Physiotherapeuten oder Logopädinnen und deren Angestellte gehören doch zum klassischen Mittelstand. Und ein breiter Mittelstand trägt die Gesellschaft. Da ist es doch wichtig, das zu sichern. Ganz zu schweigen von den Patienten, die auf der Strecke bleiben. Als Sprachtherapeutin kann ich sicher sagen, dass wir Wissen bündeln, das einzigartig ist. Keine Medizinerin, kein Erzieher und kein Lehrer kann dieses Wissen in so breiter Form anwenden. Wir sichern Inklusion, indem wir Menschen, die nicht sprechen können das Kommunizieren mit Hilfsmitteln beibringen und Opa nach seinem Schlaganfall darin trainieren und bestärken, sich bei Kaffee&Kuchen mit der Familie sprachlich zu beteiligen und er überhaupt wieder Kaffee trinken kann, ohne sich zu verschlucken und das ganze dann in der Lunge landet und zur Lungenentzündung führt. Ich finde es wichtig, dass solche Berufsgruppen Anerkennung erfahren und nicht in der Altersarmut landen. Daher würde ich mich freuen, wenn ihr das Thema und den Protest mal in der Lage ansprechen könntet.

  21. Lieber Philip, lieber Ulf,

    ich möchte euch auf eine Thema aufmerksam machen, zu dem ihr vielleicht berichten wollt? Die ILO feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen! Ich arbeite auf einer Projektstelle, die die Verankerung sozialer Mindeststandards (ILO-Kernarbeitsnormen) in der öffentlichen Beschaffung vorantreiben soll, denn die öffentliche Hand beschafft jährlich laut Schätzungen der Bundesregierung Waren und Dienstleistungen im Wert von 350 Milliarden Euro, ein nettes Sümmchen. Diese Projektstellen werden mit Mitteln des BMZ finanziert und sind in Stadtverwaltungen zahlreicher Kommunen angesiedelt.
    De facto ist der Anteil der öffentlichen Ausschreibungen unter Berücksichtigung sog. sozialer Kriterien in Deutschland dennoch lächerlich gering (ITK-Hardware, Arbeitsschutz- & Dienstkleidung, Naturstein, Schulsportbälle, etc…). Wenn überhaupt, werden Eigenerklärungen der Bieter zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen gefordert, die Angaben können aber weder von den Händlern / Herstellern überprüft werden, noch von einer Stadtverwaltung. Es bedarf also seriöser, unabhängiger und transparenter Zertifizierungen, Gütezeichen oder Mitgliedschaften einer Multistakeholder-Initiative, die die Einhaltung der Menschenrechte entlang der Produktions- und Lieferkette überprüfen können (diese sind vorhanden, siehe http://www.Kompass-Nachhaltigkeit.de).
    Die rechtlichen Rahmenbedingungen lassen eine solche Nachweispflicht zu, allerdings werden diese Möglichkeiten von den Vergabestellen nicht genutzt (anders bei ökologischen Kriterien, die immer häufiger berücksichtigt werden).
    Auf europäischer und auf Bundesebene ist der Schutz von Menschenrechten geregelt (Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung 2, UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung, Richtlinie über die öffentliche Auftragsvergabe (RL 2014/24 EU), übersetzt in das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (insb. § 97 Abs. 3). Auf Landesebene gelten je nach Auftragshöhe weitere Bestimmungen, bspw. die Unterschwellenvergabeordnung, das Tariftreue- und Vergabegesetz, etc…, die wiederum Aussagen zur Überprüfung der Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen treffen, zusätzlich gibt es auf kommunaler Ebene Ratsbeschlüsse und Dienstanweisungen zum Thema.
    Ich beobachte aber, dass Kommunen Nachweise zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen fast nie fordern und frage mich, weshalb es dafür keine Sanktionsmöglichkeiten gibt.
    Ich lese Audit Reports aus Fabriken in Bangladesch, in denen Arbeitsschutz- und Dienstbekleidung hergestellt werden, mit katastrophalen Bewertungen und weiß, dass viele Kommunen aus genau diesen Fabriken ihre Kleidung beziehen.
    Die ILO-Kernarbeitsnormen sind doch durch Ratifizierung gleichrangig mit Bundesgesetzen, oder? Weshalb wird dann in mühsamer Kleinarbeit mit ein paar Projektstellen auf kommunaler Ebene herumgewerkelt. Unternehmen, die gegen Menschenrechte verstoßen erlangen derzeit einen Wettbewerbsvorteil. Kann nicht auf Bundesebene sanktioniert werden, wenn Bieter entlang der Lieferkette keine geeignete Maßnahmen und unabhängige Zertifizierungsprozesse zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen ergreifen? Ich verstehe ja, dass Vergabe Ländersache ist aber ich verstehe nicht, dass den Ländern auch freigestellt ist, ob sie Nachweise zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen bei der öffentlichen Vergabe fordern oder nicht.
    Welche rechtlichen und politischen Möglichkeiten seht ihr, die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen voranzubringen?

    ILO-Jubiläum:
    https://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/100-jahre-internationale-arbeitsorganisation.html
    Obwohl die Kernarbeitsnormen, und damit auch die zwei Übereinkommen zu Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen, als Menschenrechte bei der Arbeit gelten, haben nicht alle der 187 ILO-Mitgliedsstaaten die Übereinkommen ratifiziert. Es fehlen insbesondere wichtige Wirtschaftsnationen wie China, Indien oder die USA.
    Zivilgesellschaftliche Organisationen ziehen ein ernüchterndes Resümee, exemplarisch:
    https://suedwind-institut.de/files/Suedwind/Publikationen/2018/2018-36%20Zeitungsbeilage%20ILO.pdf

    Mitgliedschaft in Gewerkschaft / Verhältnis Lohnkosten – Verkaufspreis des Endproduktes:
    https://vimeo.com/97820005

    Rolle der öffentlichen Beschaffung / Missachtung gesetzlicher Vorgaben:
    https://www.youtube.com/watch?v=Mm8JV-F2CBw

    Geschlechtsspezifische Diskriminierung:
    https://www.femnet-ev.de/index.php/themen/unternehmensverantwortung/nachrichten-und-berichte/877-14-02-2018-fuer-eine-ilo-vereinbarung-gegen-geschlechtsspezifische-gewalt-am-arbeitsplatz

    ITK-Hardware und Menschenrechtverletzung:
    https://www2.weed-online.org/uploads/weed_studie_rohstoffe_web.pdf

    Viele Grüße!

    Nora

  22. 4. Juni 2019 um 15:40 Uhr
    tt.kreischwurst

    Ich muss mich einigen Kommentaren hier anschließen. Auch mir sind zwei Stellen etwas aufgestoßen beim zuhören.

    1) Die Antifa Sache. Ich glaube das Problem hier ist weitestgehend semantischer Natur. Sich antifaschistisch zu engagieren ist natürlich in keinster weiße verwerflich, das Problem liegt aber daran das Antifa synonym mit dem eher extremen und gewaltbereiten Spektrum gleichgesetzt wird. Jetzt wird Ulf sagen dass das der Einfluss der harten Rechten ist dem die Zuhörerschaft die das so sieht obliegt (ist ja weiter oben so angeführt worden). Kann man so sehen, aber würden die meisten wohl nicht. Es gibt sehr viele Projekte und Organisationen die sich im weitesten Sinne antifaschistisch engagieren aber nicht zur Antifa gezählt werden (und meistens sich selbst auch nicht dazu zählen).
    Hättet ihr gesagt das man sich in einem zivilgesellschaftlichen Projekt einbringen soll oder im weitesten Sinne sich antifaschistisch engagieren soll, dann hätte es denke ich kaum Einwände gegeben. Kurzum, ich glaube es war die Wortwahl und nicht was Ulf bzw ihr beide gemeint habt die viele irritiert.

    2) Die 20.000 Arbeitsplätze die man mal eben Opfern soll. Es wurde hier auch schon in anderen Kommentaren angeführt, an den Arbeitsplätzen hängen Haushalte und Familien. Ich weiß nicht ob dies in der Zahl schon berücksichtigt ist, aber man hat normalerweise noch mehr Arbeitsplätze die da mit dran hängen. Direkte Zulieferer etc. werden in solchen Erhebungen in der Regel schon mit einbezogen, aber es gibt halt auch Läden, (Bäcker, Supermärkte, etc. etc.) und auch andere Gewerbe die davon betroffen werden. Es gibt eine Besonderheit bei Kohle und anderen point-source natural resources dass sie halt geographisch konzentriert sind. In solchen Fällen heißt es wenn diese Arbeitsplätze wegfallen dass es eben nicht nur bei diesen bleibt, oder auch nur bei den anderen Arbeitsplätzen die ich oben angeführt habe, sondern dass eine ganze Community zu Grunde geht.
    Man kann sich das gerne mal z.B. im UK anschauen wo heute noch ganze Landstriche verarmt sind weil Bergbau und Schwerindustrie aufgegeben wurden. Es hat Städte und Regionen Dekaden gekostet sich davon zu erholen in sofern es überhaupt zu einer Erholung kam.
    In Deutschland würde es vermutlich nicht genauso schlimm kommen. Durch das Föderale System bedingt gibt es in allen Bundesländern noch andere wirtschaftliche Strukturen und man kann auch davon ausgehen dass all Regierungsebenen (von Bund über Länder bis regional und lokal) wohl Unterstützung leisten würden sollte man die Unterstützung streichen und diese Arbeitsplätze aufgeben. Das kam unter Thatcher damals eben nicht. Dennoch, selbst wenn man versucht das abzufedern, muss man sich klar sein dass da Haushalte, Familien und ganze communities mit dranhängen. Gerade letzteres kann dann sehr schnell verloren gehen. Man sollte das zumindest benennen und diesem ‘Opfer’ auch ernsthaft Rechnung tragen wenn man das schon for the greater good opfern will.

    • Stichwort Strukturwandel wegen Kohle: Es ist doch völlig klar, dass die betroffenen Regionen mit Milliarden nur so zugeworfen werden sollen. Es geht gerade nicht darum, 20.000 Menschen in Hartz IV abzuschieben, sondern lediglich um die Kommunikation eines Strukturwandels, bei dem im Ergebnis fast alle profitieren würden. Und selbst das bekommen manche Politiker nicht auf die Reihe. Mal ganz abgesehen davon, dass die Kohle wegen der Klimaeffekte ohnehin eher heute als morgen aufgegeben werden muss.

    • Die Schlecker-Insolvenz hat seinerzeit auch gut 23.000 Arbeitsplätze gekostet. Innerhalb von ein paar Monaten, nicht gestaffelt über zwei Jahrzehnte.

      Sowas ist in einem Land von 83 Mio Menschen ein normaler Vorgang. Selten natürlich von der Politik direkt vorangetrieben.

      Aber wenn man ernsthaft sagt, es ist nicht zu verantworten, dass irgendwo ein paar zehntausend Arbeitsplätze wegfallen, dann müsste man eigentlich ein gänzlich anderes Wirtschaftssystem einführen.

      • Dummerweise verteilte sich Schlecker auf das ganze Land, während die Lausitz bspw. ein sehr überschaubares Gebiet ist. Dein Vergleich hinkt dsbzgl. also gewaltig.

        Hier würdest du mit “ein paar Tausend” den kompletten Landstrich platt machen, gleichwohl ein Ausstieg selbstverständlich alternativlos ist.

        • 11. Juni 2019 um 8:41 Uhr
          Thomas Anderson

          Das bedeutet doch nur, dass man die Hilfsgelder viel gezielter eisnetzen kann.

          Es bezweifelt doch NIEMAND hier, dass die Regionen die davon getroffen werden, unterstützt werden müssen.

          Früher aufhören heißt auch, dass die Leute jünger sind die da ihren Job verlieren. (Ich hoffe doch sehr, dass da nicht mehr viel ausgebildet wird…) Jünger bedeutet: Umschulungen ergeben mehr Sinn, und wer im Bergbau seine Bestimmung sieht, kann ja evtl. auswandern. Ist ja in anderen Berufen auch nicht ungewöhnlich.

  23. 4. Juni 2019 um 14:06 Uhr
    Michel Fleißner

    Hallo liebes LdN-Team,
    hier eine aktuelle Frage, unabhängig der letzten Podcastfolge. Es geht um die Berichterstattung politisch motivierter Straftaten.

    Ich finde es interessant, wie auf Reddit über den Tod dieses Politikers diskutiert wird (erster Link). Ich frage mich, ob diese Kommentare berechtigt und für euch nachvollziehbar sind? Vielleicht findet dieser Vorfall und dessen Berichterstattung einen Platz in der nächsten Folge.

    https://www.reddit.com/r/de/comments/bwl42g/cdupolitiker_l%C3%BCbcke_tod_nach_zahlreichen/?utm_source=share&utm_medium=ios_app

    https://www.tagesschau.de/inland/rechtsextreme-regierungspraesident-101.html

    https://www.heise.de/tp/features/CDU-Politiker-Luebcke-Tod-nach-zahlreichen-Drohungen-4438272.html

    https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-06/kassel-walter-luebcke-regierungspraesident-cdu-politiker-kopfschuss-toetungsdelikt

    Viele Grüße
    Michel

  24. Hallo ihr beiden!
    Zuerst möchte ich mich an dieser Stelle einmal für den Podcast bedanken, den ich nun schon seit ca. 2 Jahren regelmäßig höre. Ich bin ein absoluter Fan!

    Eine Sache hat mich in letzter Zeit häufiger mal beschäftigt:
    Mir ist aufgefallen, dass ihr eine sehr eindeutige Meinung zum Thema Elektroautos habt. Da ich mich selber als Anhänger der Fridays for Future Generation sehe, dieses Jahr zum zweiten Mal bei einer Wahl die Grünen gewählt habe und einen auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ausgerichteten Masterstudiengang studiere, teile ich größtenteils eure Meinung und stimme den Aussagen zu. Für meinen Geschmack wird jedoch (- auch in der Politik -) ein wichtiger Aspekt vernachlässigt: Im direkten Vergleich zu den anderen Autos, entsteht bei der Produktion und bei dem Recycling des E-Autos, ein relevant höherer CO2-Ausstoß. Daraus resultiert, dass sich ein Elektroauto (abhängig davon ob Kleinwagen oder z. B. obere Mittelklasse) häufig erst ab sehr viel gefahrenen Kilometern lohnt. Zudem ist auch wichtig, dass dabei stets 100 Prozent regenerativer Elektrostrom “getankt” wird und kein Strommix. Als Zweitwagen für beispielsweise das von-A-nach-B-Kommen in den Städten mit einem E-Auto, ist demzufolge nicht unbedingt nachhaltig.
    Vielleicht habe ich ausgerechnet die eine Folge nicht gehört, in der ihr das Thema näher unter die Lupe nehmt und erörtert. Vielleicht bin ich auch falsch oder nicht ausreichend informiert und habe zu einseitige Studien dazu gelesen. Ich würde mich freuen, wenn ihr das Thema CO2 Ausstoß in Zukunft auch über den gesamten Lebenszyklus hinweg betrachten würdet und bin offen gegenüber neuen Erkenntnissen diesbezüglich :)

    Viele Grüße auch euch & macht weiter so!

  25. Ich finde es toll, dass ihr großen Wert auf die korrekte Aussprache der Namen legt! Gerade dänische Namen sind häufig nicht so ohne, da viele Buchstaben nicht ausgesprochen werden. Einen kleinen aber feinen Unterschied gibt es bei „Vestager“ allerdings noch, den ich insbesondere wegen eurer Mühe noch ergänzen möchte: Die Betonung liegt auf der ersten Silbe – bei euch klang es so, als ob die Betonung auf der zweiten Silbe läge.

    Aber das ist wie gesagt nur eine Kleinigkeit, ansonsten lasse ich bei der Gelegenheit noch gerne dieses Lob hier: Top Podcast, den ich sehr gerne höre und mich danach angenehm informiert fühle!

  26. Da eure Auswahl an iOS-Apps doch etwas dünn war würde ich noch eine weitere sehr gute Alternative mit anfüngen: Ich nutze inzwischen seit mehreren Jahren mit Begeisterung die iCatcher-App. Die App ist zwar nicht kostenlos, aber ich denke 3,50 EUR sind für eine gute Software nun wahrlich kein hoher Preis.

    Die App unterstützt soweit auch alle relevanten Lage-Features. Kapitelmarken, Bilder, usw. werden alle korrekt eingeblendet.

    • Ich möchte auch noch was zu den IOS-Apps beitragen. Overcast hat den Nachteil, dass er keine Videos spielen kann.
      RSSRadio zeigt die Kapitelbilder ebenfalls.

  27. Bei dieser Folge ist mir aufgefallen, dass ihr Prozente mit absoluten Zahlen vermischt und damit deutlich falsche Aussagen trefft. Die SPD hat angeblich die Hälfte ihrer Wähler verloren (korrigiert auf 40%) aber selbst das ist nicht richtig. Sie haben im Vergleich zu 2014 etwas über 2 Millionen Wähler verloren, das entspricht grob 25%. Ich verweise hier auf https://www.bundeswahlleiter.de/europawahlen/2019/ergebnisse/bund-99.html#stimmen-prozente8.
    Aufgrund der höheren Wahlbeteiligung wirkt das so, als ob sie 40% verloren hätte. Nur sie hat ihre Wählerschaft schlechter mobilisiert, als andere Parteien.
    Bitte korrigiert das! Eure Dramatisierung ist ein Beispiel, wie man mit Zahlen Stimmungen verstärken (im schlimmsten Fall so komplett verdrehen) kann.
    Ansonsten, danke für eure tolle Arbeit.

  28. Bei eurer Diskussion um das Amtsenthebungsverfahren für Trump kann ich Ulfs Position nicht nachvollziehen. Ehrlich gesagt, triggert mich die (aus meiner Sicht) kaputte Logik ein bisschen.

    Impeachment wird durch ein Gremium entschieden, in dem die Republikaner die Mehrheit haben. Wenn man jetzt eins starten würde und das scheitern würde, würde das zeigen, dass man in den USA mit allem davonkommen kann. Deshalb startet man das Verfahren gar nicht erst, weil die Mehrheit fehlt. Was bedeutet… dass Trump mit allem davonkommen würde. Genial.

    Wir schätzen die Lage verschieden ein, die nach einem gescheiterten Impeachment-Verfahren da wäre. Die muss man ja vergleichen mit dem Status Quo, wo es kein Verfahren gab. Trump geht so oder so in die Opferrolle, das macht er immer, unabhängig davon was man macht. Beim gescheiterten Impeachment ist allen öffentlich klar, dass er nur deshalb noch im Amt ist, weil da ein paar Leute nach Parteibuch Fakten ignoriert haben. Aus meiner Sicht ein Vorteil.

  29. 3. Juni 2019 um 22:51 Uhr
    satchafunkilus

    Kapitelmarken funktioneren beim Plus-Feed in der Tat nicht – dachte schon dieses Problem besteht nur bei mir. Wäre auch sehr dankbar wenn ihr das mal überprüfen könntet. Sehr schade, dass man als zahlender Unterstützer nicht von den Features profitieren kann.

  30. Kleiner Hinweis: “Bipartisanship” heißt zu deutsch “Überparteilichkeit” und ist somit gerade KEIN gutes Stichwort, um auf die politische Gespaltenheit in den USA hinzuweisen.

  31. Hallo,
    Ich höre die Lage eigentlich immer sehr gerne, war aber von der letzten Folge eher enttäuscht.
    1. der Aufruf doch bitte in der CDU zu bleiben und sich dort zu engagieren, denn es MÜSSE ja eine christlich konservative Partei geben. Echt? Ich denke nicht, denn die letzten Jahre zeigen ja wohl offensichtlich, dass diese Partei Deutschland nicht wirklich weiterbringt. Warum sollten (v.a.) junge Menschen in einer Partei bleiben die ihre Zukunft aufs Spiel setzt?
    2. die Bezeichnung der „jungen Menschen, die die Grünen gewählt haben“ als naiv. Das fand ich ehrlich gesagt sehr herablassend! Es ist doch wunderschön, dass sich die Jugend so stark für Politik interessiert! Und Klimaschutz ist dabei nunmal das wichtigste Thema, denn warum um andere Themen streiten wenn es keinen Planeten mehr gibt auf dem wir leben können

    • Hallo
      Grundsätzlich finde ich es sehr wichtig, dass Menschen sich politisch engagieren.
      Aber das Parteiengefüge befindet derzeit in einem Wandel und wenn die CDU bald keine Rolle mehr spielt ist es ihre eigene Schuld da sie die Zeichen der Zeit verpasst hat!
      Liebes Lage Team ich kann euren Aufruf verstehen aber bitte bedenkt, die CDU von innen heraus zu ändern ist fast unmöglich.
      Wenn man die Meinung anderer annehmen muss um in der Partei aufzusteigen ist es doch sehr schwer an seinen Prinzipien festzuhalten!
      Und für Andersdenkende ist der CDU glaube ich kein Platz – zumindest dürfte es schwer fallen mit Progressiven Meinungen in der CDU eine wichtige Position zu erlagen.

  32. Noch ein Wort zur App AntennaPod: es gibt sie auch als FOSS-Version im F-Droid-Repository.

    Hä? Gibt es unter f-droid.org auch ohne Google Zusätze.

  33. Hallo,

    zunächst vielen Dank für die Lage! Einfach nur super was Ihr da macht und wie Ihr es macht.
    Ich habe nur ein paar Anmerkungen zu den Podcast Apps. Ich nutze Pocket Casts. Hier meine Anmerkungen:
    1. Wenn man die App für Android empfiehlt, warum dann nicht für iOS? Ich nutze sie auf beiden Geräten und habe exakt die gleichen Features. Daher verstehe ich nicht warum Ihr die App für Android empfehlt, für iOS aber nicht.
    2. Die App synchronisiert die Podcast-Abos, Playlist etc. über verschieden Devices über Betriebssystemgrenzen hinaus. Das finde ich genial. Insbesondere für Nutzer, die mehrere Geräte nutzen. Ich nutze die App also auf Android, iOS und unter Windows und kann von jedem Gerät aus genau an der Stelle weiterhören, wo ich beim letzten Gerät aufgehört habe (z.B. unterwegs auf dem Smartphone und zu Hause am Windows-Rechner weiter).
    Vielleicht ist diese Info ja für andere Nutzer auch hilfreich.
    Viele Grüße,
    Carsten

    • Danke für die Hinweise!

      Wir haben für iOS Overcast empfohlen, weil uns die App noch deutlich besser gefällt als Pocket Casts. Aber die plattformübergreifende Synchronisation kann natürlich durchaus für einige Leute spannend sein.

  34. Kuration im Apple-Store

    Ich finde euren Kommentar “da sieht man mal wozu das führt, dass Apple im Ggs zu Android seinen App Store kuratiert” etwas unüberlegt.

    Ich sehe euch sonst eher als Pro Open Source und Pluralismus. Beim Google Play Store sind die Veröffentlichungs-Hürden recht niedrig, und das ist doch gut so. Die Kuration macht dann halt auch die Community. D.h. man sucht im Netz nach App-Vergleichen oder lässt sie sich von seinem Lieblingspodcast empfehlen.

    Ich war lange selbst Apple-Nutzer und wollte dann zum Spaß eine App für mein Gerät schreiben. Kostenpunkt: 100$ Developer Gebühr, auch wenn ich nur auf mein eigenes Gerät mit der App will – pro Jahr! Das war zumindest damals der Stand, testen konnte man nur mit Emulator. Bei Google gab es nur eine einmalige Gebühr die bei ca 30$ lag wenn ich mich recht erinnere, und aufs eigene Gerät kann man auch ohne Playstore-Veröffentlichung installieren.

    Alles hat seinen Preis. Wenn man junge EntwicklerInnen auch in armen Schichten will, sollte diese scheinbare Convenience nicht zu hoch hängen. Wie gesagt, die Community kuratiert, wie bei Linux und Co!

  35. Die Podcast features wie Kapitel und Bilder funktionieren in Pocketcast(vermutlich auch in den anderen Apps) nur mit den normalen Feed. Nicht mit dem plus Feed.
    Wäre schön wenn ihr mal schauen könnt warum das so ist, ist doof als unterstützer auf Features verzichten zu müssen.

  36. Vielleicht nochmal hier als eigener Kommentar: Kann jemand eine App für Android empfehlen, mit dem der Feed für Abonnenten mit allen Features funktioniert? Hab vieles ausprobiert, aber bislang wurde ich nicht fündig. Ist etwas ärgerlich, denn die normale Lage, für die ich nix bezahle, kann ich mit allen Features hören.

    • Liegt am Feed für Abonnenten, seit dem kann ich auch Pocket Casts kein Kapitel mehr skippen. Die Bilder sind auch nicht da.

      Stört mich nicht, aber ab und zu will man ja doch auch ein Thema sich nochmal anhören.

  37. Hey ihr beiden,

    hättet ihr Lust ein Interview mit Volker Quaschning zum Thema Energiewende in Deutschland zu führen?
    Er ist Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und war unter anderem Vertreter für Scientists for Future bei der Bundespressekonferenz.

    Seine Ausführungen über die Machbarkeit der Energiewende finde ich sehr interessant und ermutigend und wären bestimmt eine Bereicherung für die Lagehörer.

    Vielen Dank für die Arbeit die ihr macht, es ist jede Woche eine Freude!

    Viele Grüße
    Friedrich

    • Au ja !
      Ich war vor in paar Wochen bei einem Vortrag mit ihm in kleinem Kreis. Das wäre bestimmt ein super Gespräch !

    • Sehr gute Idee. Wobei ich Prof. Dr. Maja Göpel noch besser fand. Sie hat in der Bundespressekonferenz die Dinge sehr gut auf den Punkt gebracht.

  38. Hallo Zusammen!
    Auch ich finde, dass die Antifa als Gegenpol zur Entwicklung in Ostdeutschland eine falsche und höchst bedenkliche Alternative darstellt. Hier gibt es sicherlich bessere Gruppen die dem rechten Gedankengut entgegenwirken können und selbst auf dem Boden des Grundgesetzes stehen.
    Ansonsten freue ich mich auf nächste Woche zur nächsten Lage ;)
    Beste Grüße!

    • Ich wäre sehr vorsichtig mit der Zuschreibung, dass “die Antifa” nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehe, das scheint mir doch eher eine lose Struktur zu sein. Allenfalls mögen einzelne Mitglieder verfassungsfeindliche Ziele verfolgen.

    • Die Nazis im Osten lassen sich nur noch mit Gewalt stoppen, mit Maßnahmen auf Boden des Grundgesetzes hätte man vielleicht vor 25 Jahren nach den Ereignissen in Rostock-Lichtenhagen etwas reißen können. Jetzt ist es zu spät. Die Nazis sind in manchen Regionen in den neuen Bundesländern in der Mitte der Gesellschaft angekommen und sind Lehrer, Richter und Staatsanwälte.

    • Ohne Menschen, die mindestens zu zivilen Ungehorsam bereit sind (z. B. in Form von Sitzblockaden), würden im Osten oftmals die Rechten den öffentlichen Raum beherrschen. Und das wäre katastrophal, denn damit würden deren Gedankengut als gesellschaftliche Normalität, gar Mainstream, wahrgenommen.

  39. Wie meistens eine sehr gute Sendung, danke. Kurzer Hinweis: Ich höre euch problemlos über Podcast Addict, incl Kapitel (wobei ich ohnehin immer alles höre). Ich finde es ist eine sehr mächtige App, sie ist durch diese Vielseitigkeit vlt eher für Technikaffine geeignet.

    • wunderbar! Wir können die App nur nicht empfehlen, weil sie für so viele Probleme verantwortlich ist. Vielleicht ist sie einfach nur etwas für Power-User.

  40. Liebes Team, ich spare mir das Lob – wenn es das Lobenswerte nicht gäbe, hätte ich mein Abo schon gekündigt. Kritisch anmerken möchte ich:
    1. Die Europawahl habt Ihr nur aus deutscher Perspektive beleuchtet und eigentlich auch nur im Blick auf die Veränderungen der Parteienlandschaft bei uns. Wenn Europa wichtig ist, dann muss da mehr blickt auch auf die anderen Länder sein.
    2. 20.000 Menschen – Leute, habt Ihr vergessen, dass die Familie haben, dass Gewerbe und Handwerke von denen auch leben? So einfach können es sich die Jugendlichen machen. Ihr habt zu Recht darauf hingewiesen, dass Politik Kompromisse braucht und einen langen Atem. Den solltet Ihr dann schon auch haben. Dazu kommt, dass wir im Osten nicht schon wieder den Eindruck erwecken sollen, als ob alle Industrie dort sowieso überflüssig (in dem Fall sogar schädlich) sei; die Treuhand hat schon genug Schaden in den Gemütern hinterlassen. Oder wollt Ihr noch mehr AfD Wähler/innen dort? Und dass alle zur Antifa gehen sollen, also tut mir leid, manche von denen sind linke Terrorgruppen. Eine Wohnung zu zerstören (NPD Funktionär in Berlin) ist kein politischer Kampf. Achja, die 20.000 werden kaum alle in den gewünschten Ersatz- und Mangelberufen arbeiten können.
    3. Wenn 70 Zeitungsverleger sich für die Wahl der AfD aussprechen würden, würdet Ihr das kaum als demokratische Meinungsbildung verstehen, sondern an die Hugenbergpresse denken, die Hitler auch an die Macht befördert hat. Es geht um die Menschen, die die Macht haben, Meinung zu machen. Das sind eben heute auch YouTuber. Und die Presse hat sich genaue Regeln gegeben, in welcher Weise sie ihre Macht gebraucht. Ich möchte nicht in eine Richtung informiert werden, sondern erst mal die Fakten “zusammengekehrt” haben. In einem Kommentar kann mir dann ein Journalist gern seine Meinung sagen. Wenn er gut informiert hat, weiß ich, was ich ihm glaube und was nicht. Dass die CDU unfähig reagiert hat, stimmt deswegen trotzdem. Und dann AKK besser zu dem Thema der Regeln geschwiegen hätte, weil das wie Ablenken wirken muss (wie wenn der Papst auf den sicher vorhandenen Missbrauch in anderen Zusammenhängen hinweist, und sollte eigentlich von den Fehlern des eigenen Vereins reden), ist auch klar.

    • Spannend wie unterschiedlich man Podcasts hören kann…

      Zu 2) Die beiden haben doch nicht in Abrede gestellt, dass die 20.000 Menschen wichtig sind. Nur, dass man die gesamte Politik darauf ausrichten sollte diese Arbeitsplätze zu sichern. Wenn dir die 20.000 Menschen und ihre Familien so wichtig sind, was ist dann mit den Millionen Menschen die negativ vom Klimawandel betroffen sind? Auch das ist eine Art Kompromiss.

      Zu 3) “Und die Presse hat sich genaue Regeln gegeben, in welcher Weise sie ihre Macht gebraucht.” Und diese Regeln beinhalten gerade KEIN Verbot von Wahlempfehlungen wie das Beispiel der Financial Times zeigt.

      “Ich möchte nicht in eine Richtung informiert werden, sondern erst mal die Fakten “zusammengekehrt” haben. In einem Kommentar kann mir dann ein Journalist gern seine Meinung sagen.”

      Genau das ist doch der Beitrag von Rezo und der Youtuber. Ein Kommentar.

      Verstehe in beiden Punkten deine Kritik nicht, weil sie aus meiner Sicht einfach 0 zutrifft.

      Bei 1) Stimme ich dir vollkommen zu. Ich finde den Vorschlag aus den früheren Folgen mit einem europäischen Arte großartig. Aus der Lage der Nation ein “Lage der EU” zu machen, wäre vielleicht zu viel verlangt, aber zumindest bei EU-spezifischen Themen könnte man durchaus noch mehr einen europäischen Blick anwenden.

    • P.S: Es gibt übrigens mehr als genug Beispiele wo offen Politik gegen deutlich mehr als 20.000 Menschen (und ihre Familien) gemacht wird. Insbesondere bei Minderheiten wie Flüchtlingen, LGBTQ usw.

      Das ist jetzt polemisch, aber: Was wäre, wenn wir eine echte Chance auf Weltfrieden hätten? Würden wir die dann auch ausschlagen wegen der Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie?

    • Jo am besten war die Aussage: “warum nicht 20.000 Arbeitsplätze opfern, wenn man damit die Welt retten kann” :-D Wie kann man nur so einfältig sein…

      • Kannst Du mal kurz begründen, was daran einfältig ist? Nicht jeder ist gleich doof, nur weil er eine andere Meinung hat als Du.

        • Weil man mit dem bisschen Kohle in Deutschland ganz sicher nichts am Klimawandel ändern wird. Geschweige denn die Welt retten. Wenn man in Deutschland ein Kohlekraftwerk schließt werden woanders 3 neue gebaut. (im schlechtesten Fall importieren wir dann wieder Strom, weil gerade kein Wind und keine Sonne ist)
          Ähnlich irrsinnig ist die E-Auto Diskussion. Als wenn es die Lösung wäre alle Verbrennungsmotoren von der Straße zu nehmen und stattdessen Elektroautos zu fahren. Ökologisch schlauer wäre es, sein Auto einfach mal länger als 3 Jahre zu fahren. Und die bereits verbrauchten und verbauten Ressourcen bis zum bitteren Ende zu nutzen.

        • Aber Ihnen ist schon klar, dass Deutschland, was den CO2 Ausstoß, in Europa an sechst letzter Stelle steht?

          https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-der-europaeischen-union#textpart-2

          Und Ihre Lösung ist für das offensichtliche CO2 Problem auf diesem Planeten ist dann genau welche? Die Anderen mal machen lassen?

        • @Jemas: Gab gerade auf Twitter einen Thread, das in anderen Ländern genau diesselben abstrusen Argumente kommen “Wir machen doch nur x%!!!!”. [1] Der Witz ist halt: Alle Länder, die einzeln nicht signifikant sind, machen zusammen dann doch wieder signifikant viel Unterschied dass es sich lohnt.

          Sorry, wenn das jetzt harsch klingt, aber das ist halt total die Kindergartenlogik. Alle machen die Umwelt kaputt und sagen die anderen sollen lieber mal aufhören…

          [1] https://twitter.com/Afelia/status/1135989073628336129

  41. Kostet zwar 9€ im Jahr, aber unschlagbar: Castro für iOS
    Castro baut auf einen sehr schönen Workflow, um Podcasts zu konsumieren, und bietet alle Funktionen, die man braucht. Ob der +Feed unterstützt wird, kann ich nicht sagen. Dafür hat man allerdings 14 Tage Zeit zum Testen.

    • Castro kann ich auch aller wärmstens für iOS empfehlen. Die App ist allerdings grundsätzlich umsonst und bietet in dieser Variante einen sehr guten Funktionsumfang. lediglich das Plus-Abo kostet (inzwischen) 19,99 im Jahr für extra features…

  42. Erstmal Danke für die wöchentliche Lagebesprechung!

    Habe mir nach eurer App Empfehlung gleich Pocketcast installiert, um auch die Bilder sehen zu können, bisher habe ich Antennapod benutzt.

    Leider kann ich in Pocketcast bei meinem +Feed weder Bilder und, was mich besonders stört, noch nicht mal Kapitelmarken sehen, beim Standard-Lagefeed funktioniert beides.
    Bei Antennapod konnte ich im +Feed zumindest die Kapitelmarken sehen, Bilder nicht.

    Wäre toll, wenn ihr das fixen könntet.

    Viele Grüße
    Jan

    • Kann Jans Ausführungen bestätigen. Ich hab mit meinem + Feed das gleiche Problem. Hab auch noch keine App gefunden, mit der die Funktionen im +Feed funktionieren. Bin dann, um die Bilder zu sehen, manchmal zum normalen Feed gewechselt, aber das kann ja nicht die Lösung sein.

      Für einen Fix wäre ich dankbar.

      • Es kann sein, dass dies an dem Auslieferungs-Format liegt. Auf Android kann PocketCasts die Kapitelmarken und -Bilder nur anzeigen, wenn man MP3s bezieht. Mit MP4/AAC klappt es leider nicht.
        Blöderweise kann die Standard iOS Podcast-App die Kapitelmarken und -Bilder nur via MP4/AAC und gerade NICHT via MP3.

        Für unseren Podcast haben wir damals eine Tabelle angefertigt, um in das Wirrwar ein bisschen
        zu entknoten: https://gamedevpodcast.de/tipps/#podcatcher

  43. 3. Juni 2019 um 8:13 Uhr
    Johannes Bubo

    Bei einem Satz ist mir der Kaffee aus der Kurve gekippt: Die Antifa ist definitiv keine unterstützenswerte „demokratische“ Vereinigung, sondern steht in ihrer stumpfen, einfältigen und ideologisch motivierten Gewaltbereitschaft der SA in nichts nach. G20 in Hamburg lässt grüßen.

    • Du hörst denke ich noch nicht lange Lage, sonst würdest du hier nicht solchen ideologisch verzerrten Unsinn posten … G20 mit Antifa in einen Topf zu werfen ist BILD-Niveau, bestenfalls. Und natürlich gibt es in Antifa-Gruppen auch Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten – so wie in jedem Schützenverein und jeder Amnesty-Ortsgruppe. So what?

      Du plapperst hier leider die von manchen konservativen Medien seit den 50ern geschürte Kommunistenangst nach. Das lenkt aber vom eigentlichen Problem nur ab: Wir sollten froh über jeden sein, der sich dem Faschismus entgegenstellt. Wenn wirklich mal jemand die Grenzen der Legalität überschreiten sollte, dann muss man dagegen im Einzelfall vorgehen. Aber wir verteufeln ja auch nicht die CDU, nur weil da natürlich mal Leute besoffen fahren oder Steuern hinterziehen.

      • Besoffen fahren, Steuern hinterziehen mit Gewalt gleichzusetzen ist schon nah am intellektuellen Hungertod. Sorry…
        Antifa hat ein Gewaltproblem. Hat die CDU ein Alkoholproblem? Und nicht alles, was daneben ist ist konservativ und 50ziger und nich alles was konservativ ist, ist daneben.
        Das alles klingt sehr nach der Zweck heiligt die Mittel. Ich frage mich, warum es kaum Autonome gibt (Antideutsche definitiv ausgenommen) die sich gegen den islamischen Faschismus stellen oder türkischen Rassismus hier in Deutschland. Das ist alles eine selektive Angelegenheit.
        Um es mit den Worten des Sozialisten Ignazio Silone zu sagen: Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.

        Der erste Schritt ist getan, Gewalt zu verneinen und herunterzuspielen. Ich bin eher für: Keine Gewalt-nirgends. Und wenn Leute die Polizei angreifen oder Autos anzünden, Abgeordnete bedrohen, Büros beschmieren und das Antifaschmismus nennen, kann ich getrost sagen: Nein. Das ist totalitärer, undemokratischer Bullshit. Und dafür steht AUCH, nicht nur aber AUCH die Antifa.

  44. Hallo liebes Lage Team,

    ich finde schade, dass ihr die Europawahl vor allem aus deutscher Perspektive beleuchtet habt. Ich weiß, dass es in den deutschen Medien kein richtiges Vorbild gibt, wie man europäisch über die Europawahl berichtet, aber ich glaube, dass es für ein demokratisches Europa, eine europäische Öffentlichkeit braucht. Dabei hilft es nicht, wenn man das Ganze zunächst als deutsche Wahl interpretiert. Es wäre besser mit den Machtverhältnissen im EP und der Frage wer wird Kommissionspräsident*in einzusteigen und anschließend die nationale Bedeutung der Wahl einzuordnen.

    Vielleicht guckt ihr z. B. mal auf politico. eu nach was Journalisten schreiben, die nur aus europäischer Sicht auf die Wahl gucken. (Das ein Deutscher sich bei europäischen Fragen Einordnungen aus anderen europäischen Ländern anguckt ist selbst bei einer Riesenredaktion wie der der ARD so unrealistisch, das ich es nichtmal ernsthalt Vorschlage)

    Liebe Grüße und Danke für immer wieder Spannendes und Interessantes

    X

  45. Hey,
    nur eine kurze Anmerkung:
    Ich höre die Lage der Nation seit ich sie höre über Podcast Addict.
    War auch kein Problem euch da zu finden.
    Danke trotzdem das ihr euch die Mühe gemacht habt :)
    Liebe Grüße

    • Hallo Hendik,

      genau das wollte ich auch gerade schreiben. Ich finde das das Lage Studio bei der Bewertung der App übers Ziel hinausgeschossen ist.
      Man kann das sicherlich so sehen wenn man “das erste mal” oder nicht ständig mit Android arbeitet.
      Jeder User hat da einen anderen Workflow und Addict ist für “mich” die am leichtesten zu bedienende Podcast App überhaupt.

      bis denne

  46. Auch bei einer nur subjektiven Bewertung kommt der Podcast Addict bei euch zu schlecht weg. Die App ist wirklich durchdacht und vielseitig. Der Entwickler reagiert seit Jahren auf Anregungen und Fehler. Und den einzigen Mängel hat Apple selbst zu verantworten. Zitat :
    “Xavier Guillemane (CEO / Founder, Podcast Addict)
    @Anonymous I’m sorry but there’s no way to review/rate podcast and will not be unless iTune open a review API (which I doubt they will do)”

    • Muss hier auch einhaken.
      Ich bin von AntennaPod zu PodcastAdict gewechselt, weil ich hier die Bilder sehe.
      Und LdN zu finden ist absolut kein Problem. Auch LdN+ macht keine Probleme.
      Empfehlungen finde ich gut, aber von etwas abzuraten, halte ich für kritisch, zumal es sich um ein Umfeld handelte (Android), in dem ihr nicht zu Hause seid, wie ihr selbst zugegeben hattet.

    • Die App nervt einfach kolossal: Sie ist für 90% der Support-Fälle verantwortlich, weil ständig irgendwelche Probleme auftreten. Wir sind daher froh um jeden, der sie nicht nutzt. Du kannst es ja halten wie Du willst. Aber wir empfehlen eben auch was wir für richtig halten.

      • Hallo Ulf,
        welche Support Fälle meinst du?
        Ich höre seit über 8 Jahren Podcast und bin schon fast die ganze Zeit mit Addict unterwegs. Habe da auch ziemlich schnell die Kaufversion geholt. Gelaufen ist sie auf einem HTC Desire, HTC One, LG G5 und einem Huawei P20 und immer ohne Probleme.

        • Ständig beklagen sich User, dass die App neue Folgen nicht anzeigt oder Kapitelmarken / Bilder fehlen. Und teilweise findet man die Lage noch nicht man im Default-Verzeichnis. Außerdem werden offenbar falsche URLs ins Verzeichnis aufgenommen. Alles in allem einfach nicht empfehlenswert.

        • Wie sage ich es diplomatisch? Also ich nutze auch Podcast Addict, und die von Dir beschriebenen Probleme hatte ich entweder gar nicht oder nur bei der Lage (die Geschichte mit der URL, die nicht korrekt aktualisiert wurde).

        • Du kannst ja nutzen was du magst, nur WIR haben ständig Ärger mit dieser App, und jetzt sind die Kommentare hier auch noch voll von Leuten, bei denen sie funktioniert … das hilft doch auch niemandem weiter. Ich meine das freut mich ja für euch :) Trotzdem ist die App für uns maximal nervig, daher hoffen wir, dass die Leute andere Apps nutzen.

      • Das liegt doch eher daran dass sie die höchsgerankte gratis-App ist und vermutlich von vielen Podcast-Neuhörern genutzt wird. Manchmal ist die Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und grossen Podcasts sinnvoll, siehe z.B. ATP+Overcast search ranking issue. Mit jeder App kann irgendwie Mist passieren, z.B. als Prittlove seine Backlogs in die RSS feeds warf und Antennapod seine Server DOS-te…

      • Könnte auch daran liegen, dass 90% eurer Hörer die App nutzen. ^^

        Natürlich gibt es bei geschlossenen Systemen wie iOS weniger Probleme, aber dafür hat mein aktuelles Huawei-Smartphone nur 150€ gekostet, während iPhone-Smartphones mindestens vier Mal so viel kosten. Aber soll jeder selber entscheiden, was ihm wie viel wert ist.

      • Hallo LdN!

        Ich bin auch einer der begeisterten Nutzer von Podcast Addict und war auch sehr überrascht, das ihr explizit davon abratet.
        Mir ist klar, das nur weil ich keine Probleme mit der App habe man das nicht verallgemeinern kann. Ich möchte dennoch einfach mal noch ein paar Zahlen in den Raum werfen:
        Podcast Addict: mehr als 5 Mio Downloads, 465.000 Bewertungen mit 4,6 (von 5) Sternen
        Antennapod: mehr als 100.000 Downloads, 23.000 Bewertungen mit 4,6 (von 5) Sternen

        Was leite ich daraus mal ab:
        1.) Podcast Addict kann nicht generell Schrott sein
        2.) Antennapod z.B. sollte den Downloadzahlen nach ungefähr auch für nicht mehr als 2% eurer Supportfälle verantwortlich sein, Podcast Addict für 98% (nur im direkten Vergleich der beiden)
        Ich weiß also nicht, ob der Umkehrschluss von den 90% der Supportfälle auf die Qualität der Software schließen zu lassen hier wirklich funktioniert.

        just my 2 cents
        Daniel

        • Was arbeitet ihr euch eigentlich so an unserer Empfehlung ab? Niemand nimmt euch eure App weg. Aber wir wollen lieber podcasten als unseren Hörerinnen und Hörern zu helfen, mit kaputten Apps klarzukommen. Daher empfehlen wir eben welche, die auch ordentlich funktionieren.

      • Hallo Ulf,

        drehen wir den Spieß mal um und sagen, die Lage ist ein technisch unglaublich schlecht gemanagter Podcast, da ich mit 90% meiner Podcasts keine Probleme bei Podcast Addict habe – die Kapitel-Probleme beim Abo-cast zeigen das ja auch noch, und mit anderen Podcasts gab es nie URL-Probleme.
        Ach? Das wäre dann anekdotische Evidenz? Da bin ich ja perplex!
        Aber im Ernst: Ich schätze ja eure sonstigen Analysen, Softwaretests scheinen aber nicht so euer Ding zu sein, und aufgrund eines sporadischen Android-Tests eines Apple-Nutzers eine App derart zu verreisen ist dann doch etwas harter Tobak.
        Btw Wisst ihr denn, wieviel Prozent eurer Hörer welche Apps verwenden, um die 90% Support-Fälle zu irgendwas in Beziehung zu setzen? Habt ihr in Erwägung gezogen, dass Podcast Addict Nutzer sich vielleicht eher wegen eines Problems melden, während Nutzer anderer Apps Probleme einfach so hinnehmen bzw. nicht mal bemerken? Alles in allem sieht mir das nach einer weniger gelungenen Analyse eurerseits aus…

        • Ich bin wirklich erstaunt, welche Glaubenskriege manche Leute hier für eine App anzetteln … wir haben überhaupt nicht den Anspruch, einen kompletten Softwaretest durchzuführen. Wir wollen unseren Hörerinnen und Hörern sagen, wie sie uns möglichst unproblematisch hören können. Dazu haben wir die subjektiv (!) angenehm zu bedienenden Apps empfohlen, die alle unsere Features unterstützen, und von der App abgeraten, die uns auf die Nerven geht.

          Du benutzt sie gern? Super. Niemand will sie Dir wegnehmen. Aber sie klaut uns wertvolle Lebenszeit, also raten wir ab, fertig.

        • Es geht überhaupt nicht um “Glaubenskriege”. Wie ich bereits weiter oben angemerkt hatte, und was jetzt Stephan hier noch einmal versucht euch klar zu machen, ist, daß ihr schinbar völlig kritiklos mit eurer eigenen technischen Umsetzung umgeht, während der Fehler nur bei gewissen Apps gesucht wird.

          Im Fall von PodcastAddict:
          1. Vielleicht sind diese Nutzer bei eurem Podcast die Mehrheit, was dann ggfs dazu führt, dass sie eben 90% der Supportfälle sind?
          2. Vielleicht sind die Nutzer anderer Apps Probleme schon so gewöhnt, dass sie nicht mehr nachhaken, sondern alles bereits akzeptieren?
          3. Vielleicht ist eure Art, wie ihr die Dateien bereitstellt problematisch? Darauf deutet zumindest hin, dass anscheinend die PodcastAddict Nutzer, die sich hier zu Wort gemeldet haben, alle übereinstimmend berichten mit anderen Podcasts keine Probleme zu haben.

          Ich sage hierbei ausdrücklich nicht, dass dem so sein muss. Und ich sehe auch ein dass man sich sowohl als Journalist als auch als Jurist mit anderen Aufgaben und wenig Zeit nicht auch noch ausgiebig um dieses Thema kümmern möchte. Aber vielleicht holt man sich dann eben KnowHow von jemanden, der sich damit besser auskennt.

          Und noch einmal: Ich bin zwar PodcastAddict Nutzer, aber mir ist es völlig egal, ob ihr den Player verreißt oder nicht, aber die Probleme werden bleiben. Denn Leute hören nicht nur euch exklusiv und die meisten werden vermutlich wegen Schwierigkeiten mit eurem Podcast nicht den Player wechseln.

        • Als vollkommen zufriedener Podcast Addict User, höre LdN seit ca. 1 1/2 Jahren nur über Podcast Addict mit allen Funktionen die LdN liefert. Läuft bestens und ich kann den anderen Kommentatoren zu dieser App nur zustimmen.

          Aber ich wollte wissen was ihr empfehlt und habe mal “Antenna Pod” auf meinem Nexus5 (mit LineageOS 7.1.2) installiert und versucht den LdN Podcast zu laden…

          Das war schon umständlich, denn ich muß entweder den Button “Itunes durchsuchen” oder “FYYD durchsuchen” oder “GPODDER.NET durchsuchen” nutzen oder direkt die UL eingeben oder den “OPML Import” nutzen……
          soviel zum Thema Power User Kenntnisse sind für Podcast Addict nötig. Da klicke ich auf suchen (ok, leider sind es das ‘+’ Symbol und dann eine Lupe) , tippe “Lage” ein und habe die Ergebnisse.

          Pocket Casts habe ich nicht getestet, da es nur eine Bezahlversion (3,99€) gibt.

          Nicht bewerten kann ich die Support Cases die Euch, Ulf und Philip, erreichen, verstehe aber, dass das ärgerlich und Zeitaufwändig ist.

          Dennoch an dieser Stelle nochmal vielen Dank für die unterstützenden Bilder und Kapitelmarken und sowieso für die Inhalte des Podcasts.
          Da war es selbstverständlich ein + User zu werden.

  47. Bezüglich der “Spaltung” der Gesellschaft sagt Philip sinngemäß, dass unterschiedliche Interessen ja nichts unnatürliches seien und dass es nur dann ein Problem darstelle, wenn die Spaltung zu “gewaltsamen Auseinandersetzungen” führe oder wenn “keine Kompromissfähigkeit” bestehe.

    Achtung, vollkommen subjektiv – aber derzeit sehe ich das Problem genau in der Mitte: es besteht schon seit langem keinerlei Interesse an den Interessen der jeweils anderen – das sieht man meines Erachtens auch gut daran, wie bisher mit der Klimakatastrophe, der sozialen Spaltung, dem Infrastrukturausbau etc. umgegangen wurde. Es ist ja nicht so, dass sich die Regierenden hingestellt hätten und erklärt hätten, warum sie jetzt Position A und nicht B vertreten – sondern man gewinnt den Eindruck, dass Position B in deren Realität nicht existiert… wie kann man sonst als CDU oder SPD ernsthaft über das Wahlergebnis überrascht sein?

    Und das gleiche bemerkt man auch im gesellschaftlichen Diskurs. Ich bin noch weit vom Rentenalter entfernt und gehe auch davon aus, dass der Sozialstaat der letzten ~60 Jahre dann nicht mehr in dieser Form existieren wird – aber es ist mir doch nicht egal, wenn ich sehe, wie Rentner zitternd die Mülleimern durchsuchen und in der Suppenküche anstehen…
    Oder wenn ich bei älteren Verwandten in Brandenburg bin und mitbekomme, wie die Jugendlichen versumpfen, weil es dort einfach nichts mehr gibt – kaum gleichaltrige, keine heißen Jungs/Mädels/etc. (von Internet oder Freizeitangeboten mal ganz zu schweigen) – und die Buslinie zum nächstgrößeren Ort fährt auch nur noch zweimal täglich, nämlich um 07 und 15 Uhr.

    Nur – viele interessiert das anscheinend gar nicht… weil sie zu jung oder zu alt sind, weil sie in Berlin oder einem schnuckeligen Weststädtchen wohnen, weil sie gut geerbt haben und nie finanzielle Engpässe erleben mussten oder warum auch immer – aus den Augen, aus dem Sinn; nicht in meiner Welt.
    Und das ist das große Problem und auch der Grund, warum man durchaus von einer Spaltung der Gesellschaft reden kann; selbst wenn man das nicht im Bezug auf Jung/Alt, Arm/Reich, Pro/Kontra machen will – im Bezug auf unterschiedliche Realitäten und Lebenswirklichkeiten muss man das auf jeden Fall.
    Um irgendeine Art von friedlichem oder feindseligem Austausch hinzubekommen muss man erstmal raffen, worüber man sich streiten kann und darf nicht einfach so aneinander vorbeileben.

    –––––

    Und allen, die das noch nicht gehört haben, kann ich die hochinteressante Folge von Philip im Medienradio mit Heinz Bude über Solidarität empfehlen: https://www.kuechenstud.io/medienradio/podcast/mr076-heinz-bude-solidaritaet-als-ausweg-aus-der-globalen-sinnkrise/

    • Doch, Sandra, es interessiert mich hier in meinem schnuckeligen Weststädtchen.
      Ich sehe auch, dass es Desinteressierte gibt, aber ich gehöre nicht dazu.
      Also, was kann ich tun?
      Identität scheint mir etwas zu sein, was stark davon abhängt, wo ich lebe oder gelebt habe. Ich sehe die unterschiedlichen Lebensbedingungen und -erfahrungen, hier und dort und anderswo. Und ich habe absolut keine Idee, wie eine verbindende Antwort darauf sein kann. Erstrecht dann nicht, wenn Desinteresse bei ihrer Weltsicht bleiben wollen.
      Ich hatte jüngst bei einer Familienfeier im wohlsituierten Ostwestfalen eine wilde Diskussion über Rezo/Friday for Future/Europawahl. So haben wir in der Konstellation zuvor noch nie diskutiert… ich würde deinen Spaltungskategorien deshalb noch statisch/dynamisch hinzufügen wollen.
      Okay, lass uns immer wieder unsere Standpunkte/Probleme/Sichtweisen vorbringen. Steter Tropfen….
      Aber so ganz verstanden, was ich gegen die spezifischen Probleme im ländlichen Brandenburg tun kann, habe ich immer noch nicht.

      • „Also, was kann ich tun?“

        Eine sehr gute Frage, Andrea! Ich denke, dass wir aus den „schnuckeligen Weststädtchen“ als Einzelperson nur begrenzt etwas bewegen können.

        Aber ein bisschen was können wir mE tun.

        ZB versuchen, weniger von „Ost“ und „West“ zu sprechen und uns über die Lebensbedingungen in Sachsen und Brandenburg (medial) zu informieren – siehe dazu ausführlicher mein Kommentar vom 2. Juni 11:41 weiter unten.

        Die Lebensumstände in Sachen/Brandenburg werden sich jedoch vermutlich nur dann ändern, wenn die Politik handelt. Und wie kann man die Politik „wachrütteln“? Vor allem dadurch, dass Missstände an die breite Öffentlichkeit gelangen. Dies kann Aufmerksamkeit erregen und Interesse wecken. Dadurch kann öffentlicher Druck entstehen und dieser kann die Politik zum Handeln „zwingen“. Und wie gelangen Missstände an die Öffentlichkeit? Ua und insbesondere durch reichweichenstarke Akteure.

        Man stelle sich mal vor, Rezo würde ein 1stündiges Video machen, das die Lebensverhältnisse in Sachsen realistisch wiedergibt und anprangert oder es gäbe eine „Fridays-for-bessere-Lebensbedingungen-in-Sachsen“- Bewegung…

        Eine Nummer kleiner wäre aber auch schon ein Anfang: Ich gehe davon aus, dass die LdN sich demnächst noch mal eingehend mit Sachsen und Brandenburg beschäftigen wird (es sind ja Anfang Sept. in beiden Ländern Landtagswahlen). Und dann müssen wir die LdN weiter „pushen“: Die Werbetrommel im Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis rühren, damit die LdN noch mehr Reichweite erhält.

        Liebe Grüße :-)

        • Z.B. das :)

          Ich glaube vor allem, dass man sich klarmachen muss, dass es im gleichen Land ganz normale Leute gibt, die in vollkommen unbefriedigenden Umständen leben. Dass das nicht die “Ossis”, die “rechten Sachsen”, die “Versager”, die “Anderen” sind – und sowas passiert schnell: man neigt dazu, Leute zu kategorisieren und man vermutet auch oft irgendwelche selbstverschuldeten Zusammenhänge kombiniert mit Pseudolösungen (“hätten ja wegziehen können”, “soll der halt arbeiten”).
          Was kann man tun? Das ganze thematisieren – manche haben größere Hebel, andere kleinere; aber man kann es zumindest versuchen.

          Man sollte offen bleiben und diese Einstellung auch weitervermitteln – die Leute mit den großen Hebeln (Politik, LdN etc.) müssen zwar den ersten Schritt machen, aber sobald das passiert ist, muss die Bevölkerung dann auch mitziehen. Man darf z.B. keine Neiddebatte starten, sondern klar sagen: “Das betrifft mich zwar nicht, aber klar; die brauchen auch Unterstützung!”.
          Politik und Medien neigen dazu – oft absichtlich, teilweise versehentlich – Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen. Aber die Frage ist nicht, ob die Flüchtlinge in Berlin Unterkünfte bekommen sollten, obwohl ich mir meine Wohnung kaum leisten kann; sondern es muss klar sein, dass beides machbar ist und passieren muss. Usw. etc. pp…

  48. Liebe Lage,
    zuallererst: vielen Dank für Eure unermüdliche Arbeit. Das wollte ich schon lange mal gesagt haben.
    Zwei Kleinigkeiten würd ich außerdem gern anmerken, eine zur Lage von dieser Woche und ein allgemeiner Hinweis, den Ihr nach der Ausgabe von letzter Woche bestimmt schon mehrfach erhalten habt.
    Eine zu Sachsen, wo ich zwar nicht herkomme, aber seit Jahren gern lebe. Klar habt Ihr recht, wenn ihr sagt, ihr gebt nur die Tatsachen wieder. Die Leute, die sich übers “Sachsenbashing” beschweren, haben aber auch recht, irgendwie: Das ganze Land hackt auf Sachsens AfD-Wählern herum (zu denen ich übrigens ausdrücklich nicht gehöre), aber kaum jemand versucht mal, an dieser Oberfläche zu kratzen und zu schauen, was eigentlich los ist. Erklärungsansätze sind meist nur sehr oberflächlich und schablonenhaft. Entsprechend fühlen sich die Leute auch völlig unverstanden. Ob die “Lage der Nation” für tiefere Analysen der richtige Ort ist, sei erst einmal dahingestellt. Worauf ich hinauswill, ist der daraus resultierende Eindruck des Abgestempeltwerdens. Das ist nicht nur ggf. verletztend, sondern unter Umständen auch insofern gefährlich, als dass es das Potenzial hat, diejenigen, die sich engagieren oder engagieren wollen, zu entmutigen. Aber angesichts des gruseligen Wahlergebnisses bleibt eben auch: 3/4 der Wähler_innen haben bei den Europawahlen nicht AfD gewählt. Bei den gleichzeitig abgehaltenen Kommunalwahlen hat die AfD 16 % der Stimmen erhalten. Klar sind das 16 % zuviel, keine Frage. Aber die 84 % der Wähler, die eben nicht AfD gewählt haben und die offensichtlich nicht in der eigenen Verwaltung haben möchten, tauchen in der Berichterstattung gar nicht auf, sind aber gleichzeitig diejenigen die sich – wie ihr es ja zu recht fordert – tagtäglich damit auseinandersetzen. Das Gefühl, das sich bei vielen breitmacht, erinnert ein bisschen an die Schule, wenn eine ganze Klasse wegen eines einzigen Arschlochkindes stigmatisiert wird. Das Muster erinnert an die erfolgreiche Diskursverschiebung nach der Flüchtlingskrise, wo migrationsfeindlichen Thesen im öffentlichen Diskurs viel mehr Raum gegeben wurde, als ihnen im gesamtgesellschaftlichen Stimmungsbild zusteht. Das verstellt aber gleichzeitig den Blick auf die Themen, über die tatsächlich geredet werden müsste. So stinkt der Sachsen-Fisch zum Beispiel auch vom Kopf, das wiederum taucht aber kaum jemals auf.
    (Meine Zahlen sind übrigens von der freien Presse, die einzigen, die ich bei schwankendem Internet im Zug verlässlich auftreiben konnte. https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/so-hat-sachsen-gewaehlt-artikel10526683)
    Der zweite Punkt, den ich ansprechen wollte, ist eher technischer Natur: Ihr hattet in Konstanz überdurchschnittlich viele O-Töne dabei. An sich eine coole Sache, aber leider waren die im Podcast sehr, sehr leise. Ich nehme an, die wurden nur über Eure Mikros aufgezeichnet, oder? Die sauber reinzuschneiden ist ja bestimmt eine Heidenarbeit, aber vielleicht geht da trotzdem irgendwas?
    Vielen Dank und viele Grüße
    Ulla

    • O-Töne: war ein technisches Problem, haben wir korrigiert. Eine gute Podcast-App sollte die Folge eigentlich automatisch neu geladen haben.

    • “Sachsen, beschwert euch nicht, engagiert euch mehr in der Antifa!” — ? Ist das euer Ernst? Ist das euer Blick und eure Antwort auf rechte Bewegungen in Sachsen? Ich finde Ullas “Klassenarschloch”-Gleichnis sehr passend. Allerdings finde ich nicht problematisch, dass die gesamte Klasse stigmatisiert, sondern dass das Kind zum Amokläufer wird. Wer ständig in die Ecke gestellt wird, zur Wand schauen und sich schämen soll, der braucht halt früher oder später ein Ventil für das Gefühl der kontinuierlichen Abwertung und Demütigung. Der “Klassenarsch” wird schließlich zu dem, was auf ihn projeziert wird. Wenn Journalisten also auf Menschen herabschauen — aus einer vermeintlich erhabenen moralischen Position — und immer wieder ins Horn stoßen “Ihr Rechten, ihr seid ja so dumm!”, mögen sie zwar im humanistischen Sinne das richtige Anliegen vertreten. Aber leider befeuern sie auch die Dynamik, dass Rechtsgerichtete dieser Herablassung nur begegnen können, indem sie sich noch “dümmer” verhalten, jetzt erst recht. Die “Antifa” ist nicht nur die falsche, weil undemokratische und gewalttätige, Antwort, sondern außerdem eine humanistische Bankrotterklärung. Eine Entkräftung rechter, menschenfeindlicher Tendenzen ist — so meine Überzeugung — nur per Menschlichkeit, Respekt, Zuwendung und Demut zu erreichen. Gerade und besonders seitens euch “Meinungsmacher”, lieber Ulf und Philip.

      Ich höre übrigens regelmäßig und sehr gern eure Meinung zur Lage. Vielen Dank dafür!
      Fabian

      • Ich bin immer wieder irritiert, welchen Einfluss offenbar (sehr) rechte Medien auch bei Lage-Hörer*innen haben, weil ja doch einige Leute hier antifaschistisches Engagement mit Linksextremismus oder gar Gewaltbereitschaft gleichsetzen … wie kommt man eigentlich auf sowas?

        • Hallo Ulf,

          Mit AntiFa verbindet man in meinem Umfeld (Dresdner Speckgürtel) gewaltbereite (und ausübende) Linksextreme. Die sind meiner Meinung zwar leider notwendig, um die extreme Rechte in Schach zu halten. Ich würde diese Gruppierung allerdings nicht als demokratisch bezeichnen, und auch nicht dazu aufrufen sich da anzudocken. Gewalt lehne ich in allen Ausprägungen ab.

          Gruß
          Robert

        • Ich lehne Gewalt ebenfalls ab, aber wir sollten nicht in die Falle tappen, antifaschistisches Engagement automatisch mit Gewaltbereitschaft gleichzusetzen – ganz abgesehen von der Frage, in welchen Kontexten Gewalt sogar legal sein kann.

        • @Robert. Dresden ist noch harmlos im Vergleich zu Leipzig.

          (für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist hier kein Platz)

        • Hast du dafür auch Belege oder ist das eher so ein Bauchgefühl?

        • Man muss einfach mal mit Polizisten oder anderen Berufsgruppen, die damit unmittelbar zu tun haben, sprechen.

      • Am Rande: Sehr schöne Argumentation dafür, dass wir die Antifa brauchen. So es “die Antifa” denn überhaupt gibt (was imho so nicht stimmt), da geht der Artikel aber auch gleich drauf ein.
        Hier:
        https://www.woz.ch/-89a5

        • @ Ulf

          Wie gesagt, leider ist die Antifa notwendig. Insbesondere da, wo Rechtsstaat und Politik gegenüber faschistischen Strömungen versagen. Allerdings sehe ich das mit einer Mischung aus Abscheu und Bewunderung.

          @ Ulla

          Sehr lesenswerter Text, Danke dafür…

        • Danke für den Artikel, Ulla! Gewaltätige rechte Horden brauchen eine Gegengewalt, klar! Und gerade im versumpften Sachsen haben da Antifa-Organisationen eine Berechtigung. Aber über 25% sächsische AfD- bzw. Protestwähler sind keine rechten Hooligans. 25 % der Bevölkerung kann man nicht mit “Anti-“, Kampf und Gegengewalt begegnen. Diese “Front” führt doch nur zu mehr Gewalt und Borniertheit. Für diese “Faschismus-Volkskrankheit”, wie Ulf das nennt, gibt es keine einfache (ideologische) Behandlung. Ich bleibe noch einmal beim “Klassenarschloch”-Gleichnis: Wenn der Streber zum Arschloch sagt, “Du musst so werden, wie ich, sonst hat dich keiner lieb. Und wenn das nicht klappt, fliegst du von der Schule,” wird das Arschloch erst recht aufdrehen. Was aber vielleicht hilft: zuwenden, zuhören, Frustration anerkennen, gemeinsam Auswege aus der Angst erarbeiten, Ohnmachtsgefühle entkräften, Perspektiven eröffnen. Den Vorschlag, dass sich die Lage mal konkret der Lage im Osten (vielleicht sogar Ostblock?) und dem Nährboden des Rechtspopulismus zuwendet, finde ich richtig gut. Das wäre meiner Ansicht nach ein sinnvoller Schritt im “Kampf” gegen Rechts.

  49. Meines Erachtens war euer Urteil in Sachen Klimaschutz sehr zahm. “Nun haben die die Bundesregierung tragenden Parteien einen Weckruf erhalten – mal schauen, was sie draus machen.”, so habe ich euch verstanden.

    Meines Erachtens kann man dieser Regierung jedoch keinerlei guten Willen in Sachen Energiewende/Klimaschutz unterstellen. Alles, was in diesem Gebiet in den letzten Jahren geschah, diente vordergründig dazu, allzu offensichtliche Blamagen auf nationaler und internationaler Bühne zu vermeiden. Und hinter den Kulissen wurde ausgebremst und bekämpft, was nur ging.

    So hat es die Groko geschafft, den Windkraftausbau nahezu zum Stillstand zu bringen. Aktuell werden an Land weniger neue Windkraftanlagen aufgebaut als zu jedem anderen Zeitraum seit dem Jahr 2000. Das muss man sich mal klarmachen.

    Deutsche Medien berichten kaum darüber, aber jenseits des Atlantiks wundert man sich schon gehörig: https://www.greentechmedia.com/articles/read/germanys-onshore-wind-market-struggles-to-rebound-after-permitting-setbacks

    Sowohl die Union als auch die SPD müssten die Fachpolitiker, die dies zu verantworten haben, umgehend kaltstellen, um auch nur ein Körnchen Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

  50. Die Antifa als demokratische Institution zu bezeichnen, das von einem Richter, hat mich dann doch einigermaßen überrascht. Eine Organisation, die regelmäßig für Straftaten verantwortlich ist, auch in Sachsen.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article186669502/Anschlagsserie-Sachsens-Problem-mit-dem-Linksextremismus.html

    http://www.verfassungsschutz.sachsen.de/download/Linksextremismus_in_Sachsen_WEB_VERSION.pdf

    • der VS und die Welt als Belege? Seriously?

      Außerdem geht es da nur um eingeleitete Verfahren, nicht um Verurteilungen, und ein signifikanter Anteil der Polizei in Sachsen ist halt leider AfD-nah. Wenn solche Leute Menschen aus der Antifa willkürlich Verfahren anhängen, dann ist das schon fast ein Qualitätsmerkmal.

      • Man kann natürlich Quellen per se verteufeln, oder aber auf den Inhalt Eingehen. Aber ok. Fern ab davon gab es Urteile gegen die Antifa
        https://www.sn-online.de/Schaumburg/Bueckeburg/Bueckeburg-Stadt/Linker-wegen-Koerperverletzung-verurteilt
        https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.sachbeschaedigung-und-anstiftung-arbeitsstunden-fuer-antifa-mitglied.787f46cd-daca-4227-af39-eeed0077b7da.html
        Und das war 60 sec Recherche.

        Dieses Potential erkennt nicht nur der Verfassungsschutz Sachsen, Link siehe oben, sondern auch der Gesamtdeutsche: https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-linksextremismus/zahlen-und-fakten-linksextremismus/aktionsfelder-von-linksextremisten-2017

        Ich glaube, du machst es dir zu einfach. Nur weil die Antifa Sachsen AfD nah sei, aoll das alles Käse sein, was die machen? Es gibt gute Gründe, warum man nicht mit der Antifa paktieren sollte.

        Woher nimmst du die Gewissheit, dass die Antifa „demokratisch“ ist? Hast du hierzu Quellen? Oder heiligt der Zweck in dem Fall die Mittel? Es ist bedenklich, diese Organisation als Widerstand gegen Rechts zu bezeichnen. Unabhängig der eigenen, Linken Gesinnung. Ich würde Rechte.n auch kein Kuscheln mit den Identitären durchgehen lassen.
        Hier auf https://autonome-antifa.org/ kann man unter anderem ein Ranking von AfD Politikern sehen, mit Anschrift, wer davon der Meinung der Antifa am schlimmsten sei. Würdest du das als „demokratisch“ legitim ansehen? Und wenn ja, ist das auch moralisch vertretbar?

      • Hmm die Welt als Beleg auszugrenzen nur weil sie nicht dem “linken” Lager zuzurechnen ist, halte ich doch für sehr gewagt… Das die Antifa linksextreme Tendenzen hat sollte doch jedem klar sein, ist im Endeffekt doch nichts anderes als die AfD als rechtsextrem zu betiteln!

        Das viel mir sowieso in diesem Beitrag der Lage etwas negativ auf, dass einerseits die 25 % Sachsen Wähler der AfD pauschal als rechtsextreme betitelt wurden, was ich doch für eine arge Übertreibung der Verhältnisse dort ansehe. Ihr habt sicher Recht. dass es dort größere Rechtstensdenzen gibt als in anderen Bundesländern aber diese dann als rechtsextrem zu betiteln wird der ganzen Situation dort kaum gerecht, denn die große Zustimmung zur AfD dort hat mit Sicherheit noch andere Gründe, die auch in der Abgehängtheit des Ostens liegen. Wie oben schon angedeutet, ist es sicher in der Lage nicht möglich so intensiv auf Thematiken einzugehen, aber es wäre schön wenn ihr dazu mal ein Spezial machen könntet, worin ihr euch explizit mit der Situation im Osten und der AfD auseinandersetzt

        • Wir haben ausdrücklich gesagt, dass vermutlich NICHT alle Menschen, die AfD wählen, selbst rechtsextrem sind.

        • Scheint eine harte Frage zu sein, da meine Beiträge nicht veröffentlicht werden:

          Ist die Antifa demokratisch wie im Podcast gesagt und wenn ja, welchen Beleg habt ihr dafür?

        • Die Frage ist nicht “hart” (wobei Du wohl eher “schwer|” meinst), sondern einfach trollig: lose Gruppen von Menschen, die keine Satzung haben und sich nicht zu Wahlen stellen, können per se nicht demokratisch sein. Aber die Ziele – nämlich die Ausbreitung faschistischen Gedankenguts zu stoppen – scheinen mir demokratisch, auch wenn einige Leute innerhalb von Antifa-Aktionen sicher über die Strenge schlagen. Aber im Vergleich zu militanten Nazi-Gruppen ist das sicher das geringere und insbesondere mit unserer Verfassung weitaus besser zu vereinbarende Übel.

        • (Kommentar bearbeitet – für persönliche Angriffe ist hier kein Platz)

          Ich kenne selber einige (vielleicht so gar viele) AfD Wähler. Ich komme aus Sachsen, da ist es ja jeder vierte. Hier wünscht sich aber keiner den Holocaust zurück, auch wird sich nicht mit Sieg Heil begrüßt. Es sind auch nicht alle verbittert.
          Ich glaube die Aussage, dass es keine vernünftige Alternative zur CDU gibt, trifft es ziemlich auf den Punkt. Ich gehe davon aus, dass AfD Wähler immer noch zu großem Teil Protestwähler sind.
          Wohl ein ähnlicher Effekt wie bei den Grünen. Die haben null komma nichts zu ihrem derzeitgen Hoch beigetragen (außer der Parteiname). Das waren im Wesentlichen Greta, Rezo und die Fridays for Futur Bewegung. Man wählt sie, weil es keine vernünftige zu den Grünen gibt. Also keine richtige grüne Partei.

    • Jaja, die sächsischen Verhältnisse. Wenn die Behörden dort jemanden aus dem linken Spektrum etwas vorwerfen, dann fällt einem gleich sowas ein: https://www.focus.de/panorama/welt/200-stunden-video-keine-beweise-polizei-bearbeitete-videos-um-pfarrer-koenig-zu-belasten_aid_1032572.html

      • Und so weiter, und so fort … es ist einfach nur erschütternd, wir hier das Antifa-Feindbild mancher Konservativer nachgeplappert wird. Vermutlich ist es einfach zu bequem, sich über Parkverstöße von Antifa-Aktivisten zu erregen, weil man dann nicht mehr über die wirklichen Probleme – nämlich Faschismus als Volkskrankheit – nachdenken muss.

        • Wenn hier etwas erschüttert, dann dass ein Richter eine linksradikale Organisation nicht nur als demokratisch bezeichnet, sondern öffentlich ein Engagement empfiehlt. Dein Versuch, in einer vom eigentlichen Thema wegführenden Selbstverteidigung konservative Medien für einen illegitimen Spin verantwortlich zu machen oder deinen Kritikern implizit mangelnde Positionierung gegen Faschismus vorzuwerfen, macht die Sache nur schlimmer.
          Vielleicht haben die Leute hier auch einfach verstanden und verinnerlicht, dass es kein Recht im Unrecht gibt und auch der Banner “Antifaschismus” es nicht rechtfertigt, mit einer radikalen Organisation zu kooperieren. Ich kann nicht beschreiben, auf wievielen Ebenen mich das sprachlos zurücklässt, darüber auch nur ansatzweise mit dir diskutieren zu müssen.

        • Niemand hat hier Rechtsbrüche oder Extremismus gefordert … ihr solltet mal runterkommen und antifaschistisches Engagement nicht mit Linksextremismus gleichsetzen, das ist ja übelste Klassenkampf-Rhetorik.

        • Wir haben überhaupt nicht verlangt, Unrecht zu tun, sondern die Menschen in Sachsen aufgefordert, sich gegen Nazis zu engagieren. Ob Du manche Organisationen für radikal hältst oder nicht ist mir ehrlich gesagt gleichgültig. Für mich ist entscheidend, dass das Engagement selbstverständlich legal sein muss, und wir haben auch nichts anders gefordert. Dein Posting ist letztlich nur der peinliche Versuch, uns eine irgendwie problematische Botschaft unterzuschieben, der die Diskussion hier nicht weiterbringt.

        • Hallo Ulf,
          ich fand den Tipp mit der Antifa-Arbeit auch problematisch.

          Jedoch nicht weil Antifa-Arbeit als solche nicht akzeptabel und wünschenswert sei.

          Sondern weil es heißen würde, sich mit seinem Engagement in Ländern wie Sachsen oder Brandenburg einer persönlichen Gefährdung für sich und seine Familie auszusetzen. Das würde doch alles ggf. auch nicht auf der verbalen Ebene haltmachen.

          Kann ich von Menschen eine bestimmte Arbeit erwarten, wenn sie sich dabei einer konkreten Gefahr aussetzen?

        • Leute, macht mal locker … niemand hat gefordert, sich persönlichen Gefahren auszusetzen oder gar Gewalt anzuwenden oder sonst Straftaten zu begehen. Uns war es nur wichtig, dass man sich in Sachsen lieber gegen Nazis und AfD engagieren sollte, statt von uns zu verlangen, unsere Kritik an bestimmten Erscheinungen im Freistaat einzustellen.

        • Nur für den Fall, dass der Link oben untergeht, auch hier nochmal eine sehr schöne Erörterung aus der Schweizer Wochenzeitung, die darlegt, warum wir die Antifa brauchen.
          mal ganz abgesehen von dem rein terminologisch-definitorischen Ding, demzufolge strenggenommen jeder, der sich antifaschistisch einbringt, schon Teil der Antifaschistischen Aktion ist – das ist ja bei weitem keine monolithische Gruppe, auch wenn es immer wieder so klingt.
          https://www.woz.ch/-89a5

  51. Zunächst einmal vielen Dank für diesen super Podcast, der immer wieder wertvolle Denkanstöße liefert. Über eine Sache bin ich aber bereits mehrfach gestolpert. Ihr sprecht auch in diesem Podcast am Rande über Elektromobilität.

    Ihr sagt, dass Elektromobilität gefördert werden müsse, aber auch Sanktionen für klimaschädliches Verhalten notwendig sind. Den Sanktionen für klimaschädliches Handeln stimme ich vollkommen zu, aber ist die Elektromobilität denn die einzige klimafreundliche Alternative und somit auch der zu präferierende Ansatz in der Zukunft?

    Mein Eindruck ist, dass durch die Förderung der Elektromobilität nur ein „Austausch“ der bestehenden Fahrzeugflotten erfolgen würde, was nicht zwangsläufig einen positiven Einfluss auf das Klima haben wird. Die Herstellung der Fahrzeuge ist bei weitem nicht klimaneutral. Nichtsdestotrotz werden hohe finanzielle Mittel in die Automobilindustrie gepumpt. Dies sowohl direkt (durch den Verbraucher) wie auch indirekt durch Förderprogramme aus Steuergeldern. Für mich stellt sich die Frage, ob dies nicht nur ein gigantisches Konjunkturprogramm für unsere Automobilindustrie wäre.

    Alternativen werden aus meiner Sicht in eurem Podcast zu wenig dargestellt, wenn von der Mobilität der Zukunft gesprochen wird. Was ist beispielsweise mit der Brennstoffzelle? Was ist mit klimaneutralen Kraftstoffen? Warum muss es Elektromobilität sein? Gibt es hier einen Konsens, dass Elektromobilität bzw. batteriebetriebene Fahrzeuge die richtige Lösung für unser Klima sind? Sofern es diesen nicht gibt, finde ich, dass sich durch die wiederholte Nennung des Begriffs Elektromobilität, der Begriff und diese eine Lösung in den Köpfen manifestiert, wenngleich nicht festgestellt wurde, dass das der richtige Weg sein muss. Sollte man das dann nicht allgemeiner formulieren?

    Der Punkt ist für mich, dass die Elektromobilität für mich nicht wie der einzig richtige Weg erscheint und aus diesem Grund auch nicht als solcher verkauft werden sollte.

    Sehr hörenswert fand ich in diesem Zusammenhang den nachfolgenden Podcast:

    Forschergeist
    FG066 Klimaneutralität – Klimakompensation als Mittel der Öffentlichkeit zur Erreichung von Klimaneutralität jenseits politischer Verwerfungen

    https://forschergeist.de/podcast/fg066-klimaneutralitaet/

    Hierin werden diverse Thesen in Bezug auf unsere Klimapolitik erläutert, Mobilität in der Zukunft ist nur ein Thema. Kernaussage ist jedoch, dass bestehende Technologien u.U. klimaneutral weiterverwendet werden können – z.B. durch den Einsatz klimaneutraler Kraftstoffe. Wenn dies möglich sein sollte, wäre eine solche Lösung wesentlich günstiger und klimafreundlicher. Dies betrifft dann nicht nur die Mobilität, sondern auch die Bauwirtschaft und zahlreiche weitere Bereiche…

    Viele Grüße
    Michael

    • Der anscheinend wichtigste deutsche Industriezweig muss natürlich weiter subventioniert werden (nach der Abwrackprämie), sonst würden ja die Gewinne kleiner ausfallen. E-Autos schaffen in der Breite auch keine Autos mit Verbrennungsmotoren ab, die meisten E-Autos werden Zweit- oder Dritt- Wagen sein.

  52. Die Lage war wieder so gut dass mir mehrere Gedanken im Kopf hängenbleiben :-)
    Zum Kommentar von Ulf zu den 68ern und dass es jetzt nicht um Identität gehe: ich glaube sehr wohl dass Essen, Auto fahren wann und wohin man will (Städtereisen, Skiurlaub) und Fernreisen soviel man sich leisten kann bei vielen Menschen zur Identität gehören. Dazu muss ich mir in meiner Firma nur mal ansehen wie die Firmenwagen (gerne BMW 5er Kombi oder SUV) die €70.000 oder auch €80.000 im Preis überschreiten. Das macht niemand weil er das Auto als Gebrauchsgegenstand sieht. Genauso beim Essen: die meisten Kalorien aus Tierprodukten (Fleisch, Milch, Käse, Joghurt) ist bei den meisten „normal“, d.h. „so leben wir“. Da fällt Änderung vermeintlich schwer. Die wird aber kommen müssen wenn wir es ernst meinen mit dem Klima.
    Das mit dem Essen habe ich für mich geändert. Und ich kann sagen nach 3 Monaten war es ganz einfach und ich frage mich wo eigentlich das Problem war. Elektroauto habe ich jetzt auch (immer noch ein Auto aber immerhin). Bei den Flugreisen ist es am schwersten, wegen des Jobs und den Diskussionen in der Familie. Aber wenn man mal anfängt diese Dinge nicht mehr als Teil seiner Identität zu sehen sondern wie eine Mode die sich halt auch mal ändert dann geht fast alles.
    Freue mich auf weitere Diskussionen dazu in der Lage !

  53. 2. Juni 2019 um 15:06 Uhr
    Thomas Anderson

    Bezüglich eurer Mueller Analyse bin ich ins Grübeln gekommen. Was Mueller sagt ergibt keinen Sinn. Man beauftragt einen Sonderermittler, dessen Ergebnis darf aber nicht lauten: Hat sich wahrscheinlich der Strafvereitelung schuldig gemacht, weil A, B und C. Stattdessen muss er in verschiedenen Abstufungen der Entlastung zwischen den Zeilen andeuten, dass er was gefunden hat? Und das glaubt ihr?

    Dann muss man wohl davon ausgehen, dass Kenneth Starr schwer gemaßregelt wurde, denn der hat das irgendwie anders gemacht… Der hat nämlich 11 Gründe aufgezählt die Basis für ein Impeachment sein können, inklusive: “Clinton had lied under oath during a sworn deposition on January 17, 1998, while he was a “defendant in a sexual harassment lawsuit” and “to a grand jury.””

    Wirkt für mich eher, als wäre im Zweifel für den Angeklagten hier nicht erwünscht.

  54. Ich bin mit Podcast Addict eigentlich ganz zufrieden, das mit den Kapitel-Marken klappt auch problemlos. Ein iOS-Gerät hatte ich zuletzt vor zehn Jahren, hab also nicht die Vergleichsmöglichkeiten zu Overcast. Davor, von 2005 bis 2009, hab ich immer eine Sony PSP für Podcasts genutzt. Die war noch etwas klobiger als aktuelle Smartphones mit ihrem optischen Laufwerk. ^^

    • Ich bin mit Podcast Addict auch seit Jahren sehr zufrieden und hatte nie Probleme mit der Lage damit. Das man gern die Itunes-Suche verwenden will scheint mir auch klar, da es das Verzeichnis für Podcast schlechthin ist.

      • aber es ist doch Murks, wenn das eigene Verzeichnis einer App die Lage nicht findet … und andere Leute bekommen die aktuellen Folgen nicht angezeigt, weil die App irgendwelche ungültigen URLs verwendet. Sorry, aber diese App ist ganz alleine für mindestens 90% der technischen Probleme verantwortlich. Die können wir echt nicht empfehlen.

        • 2. Juni 2019 um 22:09 Uhr
          Auch Podcast Addict Nutzer

          *Auch Podcast Addict Nutzer*
          Das eine Abspiel-App alle kleinen und grossen Podcasts kennt, erwarte ich nicht. Dafuer hoere ich zu durcheinander.

          Was Podcast Addict richtig macht, den Podlove Subcribe Button annehmen. Oder wenn man ne RSS Url im Clipboard hat und auf das Subscription-Plus drueckt ist die gleich vorausgefuellt.

          Auch finde und empfehe ich die meisten Podcasts via direktlink zur Episode deren Webseite.

          *stichel* Ists fuer Euch nicht sogar gut wenn mehr via I-Tunes subscriben, da dann wichtiger im I-Tunes-Verzeichnis ?

        • @Ulf: Hier bist du meiner Meinung nach tatsächlich zu sehr in der “Apple Denke” verhaftet.
          Wie schon geschrieben ist PodacstAddict ein Player. Und er gibt einem die Möglichkeit eben “auch” im iTunes Katalog zu suchen (ich finde LdN auch in der normalen Suche).
          Mit AntennaPod musst du auch bei der sUche entscheiden, in welchen Katalogen du suchen willst.
          Ich will hier keinen Apple-Android-Krieg lostreten, aber mit einer Apple App bist du eher auf iTunes eingeschränkt. Wer seinen Podcast dort nicht listet, hat eben Pech gehabt.

        • die Apple App haben wir ja auch nicht empfohlen ;)

        • Vielleicht merkt man den Unterschied zwischen Apple und Android-Nutzern? Bin mit Podcast Addict auch sehr zufrieden und hatte bisher nie Probleme, die nicht lösbar waren. Von überdesignten Apps, die für mich denken wollen wäre ich eher genervt.

    • 2. Juni 2019 um 18:13 Uhr
      Michael H. Gerloff

      Ich bin nach meinem Teil-Umstieg auf Android auch begeisterter Nutzer von Podcast Addict, weil für mich als Heavy User (über 200 Abos – call me Messi) gerade die Vorauswahl, was ich herunterladen will und was nicht, extrem wichtig ist. Zudem hat das Programm extrem gute individuelle einstellbar ist.
      Und genau deshalb ist bei iOS für mich immer noch Downcast die App meiner Wahl. Mal abgesehen davon, daß ich die Ton-Qualität beim schnellen Hören (1,5-2x) deutlich besser finde als bei Overcast (ich habe das mal verglichen).

    • Bin auch begeisterter Podcast Addict-Nutzer. Technische Probleme hatte ich noch nie. Vor allem ist Podcast Addict eine Menge Comfortfunktionen, die ich bei anderen Apps (auch bei Overcast, kenne ich von iPhone meiner Frau) vermissen würde.

      Nur die Bilder werden leider nicht angezeigt.

      • Hi Sven,
        seltsam. Ich bin extra zu PodcastAddict gewechselt um die Bilder zu sehen und es funktioniert.
        Am besten mal bei der Supportseite nachfragen. Die sind echt schnell und hilfsbereit.

  55. Eine kleine Ergänzung zu eurem Overcast-Tipp: auf GitHub gibt es ein schönes open source tool, mit dem ihr eure Podcasts bequem über die Menüleiste des Macs steuern könnt. Einfach einmal anmelden und ihr müsst nicht immer zwischen iPhone und Mac switchen, falls ihr noch was anderes nebenbei am Mac macht :)
    Hier wäre der passende Link: https://github.com/insidegui/PodcastMenu

  56. Bin zufriedener PocketCasts-User (Android), bei mir funktioniert allerdings die Bilderanzeige beim Lage-Podcast nicht korrekt. Bei mir werden da Bilder von vergangenen Episoden angezeigt, z.B. im das Aschermittwoch-Bild von AKK sehe ich immer noch jede Woche (in der aktuellen Episode im Kapitel Europawahl). Der Fehler ist mir bisher nur beim Lage-Podcast aufgefallen, deswegen würde es mich interessieren, ob der Fehler auch bei anderen Hörern auftritt.

    Und wo ich schon beim Schreiben bin, möchte ich mich bei Philipp und Ulf bedanken für das wöchentliche Zusammenkehren der politischen Ereignisse. Das ist goldwert und ich hoffe, dass Ihr noch lange so weitermacht!

  57. Auch ich bin etwas zusammengezuckt bei der Engagements-Aufforderung an die Sachsen.

    Aus folgendem Grund.

    Natürlich, Engagement in demokratischen Organisationen ist sinnvoll und kann etwas bewirken. Ich denke jedoch, dass das nicht reicht. Um tatsächlich etwas zu bewegen, müssen wir alle Verantwortung übernehmen und die Sachsen dabei unterstützen, für vernünftige Lebensverhältnisse in ihrem Bundesland zu sorgen.

    Mit „wir“ meine ich im Allgemeinen zunächst einmal alle uns Bürger. Wir könnten (und sollten) uns zB angewöhnen, nicht so häufig von „Ost“ und „West“ zu sprechen. Das ist nicht ganz leicht, aber wir sollten es versuchen. Denn in diesen Begriffen schwingt immer so ein trennendes Element mit („Hier die Besserwessis, dort die Jammerossis…). Wir sind seit knapp 30 Jahren vereint. Aber es scheint immer noch diese „Schere im Kopf“ zu geben – und die Verwendung der Begriffe „Ost“ und „West“ ist mE kontraproduktiv, wenn wir diese Schere schließen wollen.

    Mit „wir“ meine ich im Besonderen auch die Bürger, die die Lebensverhältnisse in Sachsen nicht wirklich kennen (so wie ich): Wir haben die Verantwortung, uns zu informieren: Was ist los in Sachen, was bewegt die Leute dort? Auch das kann schwierig sein; vor allem, wenn man keine (persönlichen) Verbindungen nach Sachsen hat. Aber man kann dann zumindest versuchen, sich über mediale Berichterstattung einen groben Eindruck zu verschaffen. Das habe ich versucht und ich empfehle, folgende „Bestandsaufnahmen“ von Menschen, die in Sachsen leben bzw. groß geworden sind, zu lesen:

    https://juergenkasek.wordpress.com/2019/05/31/ich-klage-an/
    https://twitter.com/TaliDelabocha/status/1132909426241867776
    Und hier ein Bericht zu Sachsen-Anhalt: https://www.bento.de/politik/sachsen-anhalt-meine-heimat-waehlt-afd-aber-warum-ein-erklaerungsversuch-a-0230741b-99e9-4180-b5df-364a70fea7c4

    In diesen Berichten geht es nicht um das Rezo-Video oder Klimawandel. Es geht um die (analoge und digitale) Infrastruktur. Um (niedrige) Löhne und (hohe) Lebenserhaltungskosten. Um ein fragmentiertes Sozialleben. Um fehlende Aufklärungsarbeit zur AfD. Und um vieles mehr.

    Und eines wird auch ganz deutlich in den Berichten: Man bittet uns um Unterstützung.

    Mit „wir“ spreche ich deshalb auch die (Bundes-)Politik an. Sie hat die Verantwortung, die „Hilferufe“ zu hören, ernst zu nehmen und zu handeln. Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen in Sachsen enttäuscht, verzweifelt und auch wütend sind. Die AfD scheint diesen Frust aufzugreifen und ihn für ihre nationalistischen Ziele zu vereinnahmen. Es ist höchste Zeit, dass die demokratischen Parteien aktiv werden und konkrete Lösungen für die Probleme in Sachsen finden und umsetzen. Nur so kann den Rechten der Nährboden entzogen werden.

    Und, liebe Lage: Ihr habt eine enorme Reichweite. Ihr 2 seid brillante Analytiker. Und das Beste: Ihr erarbeitet oft eigene, sinnvolle und nachvollziehbare Lösungsvorschläge zu Problemfeldern.
    Ich würde mir daher wünschen, dass ihr euch in einer der nächsten Lagen noch mal eingehend mit der Situation vor allem in Sachsen auseinandersetzt. Ich weiß, dass habt ihr in der Vergangenheit schon getan. Aber vielleicht mögt ihr ja noch mal „nachlegen“ – auch mit Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen.

    Vielen Dank und liebe Grüße :-)

  58. Erstmal Danke für die Lage !
    Zu AKK: für mich ergibt sich klar das Bild dass sie nicht kritikfähig ist. Das gleiche Verhalten zeigte sie nach ihren Kommentaren zur gleichgeschlechtlichen Ehe und nach ihrem misslungenem Karnevals-Auftritt. Kritikfähigkeit ist für mich eine wesentliche Anforderung für politische Ämter. Sie ist dafür schlicht ungeeignet, unabhängig von ihren Positionen.
    Zur CDU überhaupt: mir ist schleierhaft warum so viele denken die CDU müsse unbedingt überleben. In der Marktwirtschaft ist das ganz einfach – wenn niemand Dein Produkt will dann verschwindet das Unternehmen vom Markt. Die Politik der CDU ist für Rentner und alle die keine Veränderung wollen außer Einschränkung der Freiheit, und das werden offenbar weniger. Ich kann da nichts schlimmes dran finden. Was fehlt ist eine neue Partei, die die Stärken der alten FDP (Liberal, Bürgerrechte) und eine progressive, „Green New Deal“ Wirtschafts- und Europapolitik verbindet. Die würde ich gerne mit den Grünen konkurrieren sehen um die besten Ideen für Deutschland.

  59. 2. Juni 2019 um 11:12 Uhr
    Christian Theimer

    Hier ein Paar Anmerkungen des CDU Ort-Verband Rantrum zum Video von Rezo.

    https://youtu.be/avWdz11lnbw

    • Ich habe mir das Video einmal angesehen und muss sagen, dass alle meine Vorurteile gegenüber CDU Ortsverbänden bestätigt wurden. Der Mann befasst sich gänzlich mit der Meta-Diskussion über Rezo (Haare, Ausdruck, “sowas sagt man nicht”, etc) und zu den angesprochenen Problemen wird klassisches Umschiffen der Fragestellung durch Ablenken genutzt (also z.B. die Schere zwischen Arm und Reich wird mit dem Hinweis auf den Wohlstand in Deutschland zur Seite gewischt).

  60. Seitdem mir die Lage empfohlen wurde, höre ich mit echter Begeisterung jede Folge und finde das Format eine der besten, ausgewogensten Informationsquellen überhaupt, und definitiv die unterhaltsamste!

    Insbesondere eure kleinen (leicht bis mittelstark) polemischen Anmerkungen machen die Lage so unterhaltsam, dazu aber jetzt auch mal eine kleine Kritik:

    Ihr habt mit Unverständnis gefragt, warum Kraftwerkbetreiber nun Geld bekommen sollen für ein vorzeitiges Abschalten bzw. dafür, “die Umwelt nicht mehr zu verschmutzen”.

    Wenn das ähnlich gelagert ist wie bei den Atomkraftwerken, kann ich mir das nur so erklären, dass die Betreiber ihre eigentlich deutlich länger laufenden Betriebsgenehmigungen vorzeitig verlieren. Das würde, so wie ich das verstehe, einen erheblichen Eingriff in ihr Eigentumsgrundrecht – auch vor dem Hintergrund milliardenschwerer Investitionen, die bei Verlust eben Aktionäre und Endkunden über den Preis tragen müssten – bedeuten.

    Ich finde, wenn man sonst so viel Wert auf Grundrechte legt, sollte man das gleich für alle Grundrechtsträger tun.

    Vielen, vielen Dank für Eure großartige Arbeit! Auch, wie ihr auf Kritik eingeht, ist absolut vorbidlich!

    • Hypothethischer Fall:

      Jemand macht mit einem umweltschädlichen Energieträger buchalterische Gewinne, weil die relevanten Kosten die entstehen an die Gesellschaft ausgelagert sind. Objektiv gesehen ist der Energieträger unwirtschaftlich.

      Sollte man nun aufhören diesen Energieträger zu verwenden und verlangen das der Betreiber für die Schäden aufkommt oder lieber den Betreiber Geld schenken damit er noch länger weitermacht?

    • Ich kann Nils hier nur voll und ganz beipflichten. So toll und wunderbar dieser Podcast in vielen Dingen recherchiert ist und gerade auch juristisch umfassend informiert, so wird dann doch manchmal zu leichtfertig mit grundrechtlich gesicherten Positionen umgegangen. Das ist mir gerade in dieser Sendung hinsichtlich des Kohleausstieges aufgefallen und würde ich anregen hier auch bei nicht so geliebten Energieträgern etwas umfassender vorzugehen.
      Gleiches ist bei der Ausgabe mit dem Thema Enteignung großer Wohnungsunternehmen in Berlin aufgefallen. Da wurde sehr stark auf die – offenbar etwas anders und weiter als in Österreich ausgestaltete – Möglichkeit der Enteignung eingegangen. Es wurde hier sehr stark argumentiert, dass das Grundgesetz hier keine volle Entschädigungspflicht vorsieht. Dies kann möglicherweise im Europarecht anders sein (bin ich zu wenig informiert), ist aber zB im internationalen Investitionsschutz jedenfalls anders und wird hier oftmals eine unmittelbare, adäquate und effektive Entschädigung gefordert. Aus diesem Blickwinkel wären die Ergebnisse ganz anders als im Podcast dargestellt.

      • Dass in der Lage mit Grundrechten unsensibel umgegangen werde ist wirklich eine skurrile Kritik. Der Schutz derselben ist schließlich mein wichtigstes Hobby – und wir haben in beiden genannten Fällen auch erläutert, warum Grundrechte von Konzernen nicht verletzt werden.

        • Das ist mir bewusst und in den meisten Fällen bin ich von der umfassenden rechtlichen Beurteilung auch sehr angetan und möchte ausdrücklich hervortun wie sehr mich das freut und ich das schätze. Mein Kommentar war insofern wohl zu scharf formuliert und möchte ihn in diesem Punkt entschärfen. Unsensibel trifft es nicht, passender wäre nicht vollumfassend.
          Gerade bei der Folge über die Enteignung von Wohnungsunternehmen war das für mein Empfinden der Fall und das habe ich persönlich schade gefunden. Gerade ein Thema wie Enteignung ist eben nicht nur aus dem rein innerstaatlichen Grundrechtschutz vollständig und umfassend beleuchtet. Hier sind das Völkerrecht und Investitionsschutzabkommen wichtig und bei Fragen wie etwa Enteignungen zu beachten. Im Ergebnis hatte ich aus der Folge den Eindruck, dass Enteignungen gegen eine – wenn auch nicht adäquate – Entschädigung zu einfach möglich seien. Wenn ich hier einen falschen Schluss gezogen habe, bin ich für den entsprechenden Hinweis dankbar.

  61. 2. Juni 2019 um 10:40 Uhr
    Tobias Käppler

    Hallo zusammen,
    ihr habt auf die Kritik reagiert, Sachsen komme im Podcast zu schlecht weg und Euch damit gerechtfertigt, in Sachsen seien nun mal 25 % Rechtsradikale, Nationalisten, Ausländerfeinde.
    Ich möchte mit einem Video von Yuval Harari antworten, der ebenfalls in Eurer Sendung zitiert wurde und der kürzlich in Budapest eingeladen war, um über “the bright side of nationalism” zu sprechen:
    https://www.youtube.com/watch?v=2jz7hsqsObU
    Kernpunkt: Zusammenhalt in einem Land ist ein fragiles Gut, das er derzeit von links wie von rechts bedroht sieht und daher dazu aufruft, vom “wir” gegen “die” hin zu einem gemeinsamen kontroversen Diskurs zu kommen (meine Meinung gegen deine Meinung).
    Gilt für “Liberale Westdeutsche” (wir) gegen “AFD Wähler in Ostdeutschland” (die) ebenso wie für “Bio-Deutsche” (wir) gegen “Menschen mit Migrationshintergrund” (die).
    Alle sind doch Teil des Landes, haben ihre Rechte, ihre Meinung, ihre Wünsche.
    Den AFD-Wähler im Osten pauschal als rechtsradikal oder ausländerfeindlich zu dikreditieren, wird kaum Einsicht bei diesem hervorrufen, lediglich zu zustimmendem Schulterklopfen Gleichgesinnter führen, also das Wir-Gefühl der liberalen Westdeutschen stärken, aber keine integrative oder überzeugende Wirkung auf die Gesamtgesellschaft haben.
    Mit freundlichem Gruß
    Tobias

    • Danke für den Kommentar! Es ist in der Tat sehr wichtig, nicht alle Wählerinnen und Wähler der Rechtsradikalen auch selbst für rechtsradikal zu halten. Da schwingt einfach sehr viel Frust und Protest mit.

    • Was mich an eurer Zusammenfassung und euren Hinweis auf Sachsen stört, ist das weitverbreitete Narrativ, die AfD wäre ein primär sächsisches Problem. Um nur einen kleinen Hinweis auf den Fehler in dieser Aussage geben zu können, ein Verweis auf das Ergebnis in Baden-Württemberg. In B-W hat die AfD 10 % der Stimmen erhalten und dabei 486679 Stimmen erhalten (Sachsen 520568). Prozentual ist es natürlich eindeutig, bedenkt man hingegen den Faktor Altersdurchschnitt und wirtsch. Hintergrund (der in Sachsen höher bzw. schlechter ist) sollte das noch deutlich mehr zu denken geben. Für diverse andere westl. Bundesländer (bspw. Bayern) gilt ähnliches und es sollte endlich (jetzt nicht auschließlich auf euch gemünzt) zur Kenntnis genommen werden, dass die AfD ein GESAMTDEUTSCHES Problem darstellt. Worin liegen die Ergebnisse denn begründet? Sind das auch alles ausländerfeindliche Nörgelossis oder könnte die Problematik doch etwas tiefer liegen?

      • Und die Äußerung “ostdeutsche Befindlichkeiten” empfinde ich als arrogant und herablassend, gleichwohl ihr das so sicherlich nicht gemeint habt.

    • Danke! Genau das vermisse ich im Moment (fast) überall und davon brauchen wir dringend mehr.

      Ganz egal was wir alle für politische Meinungen haben, sollten wir uns doch wenigstens auf Diskurs und Demokratie einigen können. Wenn wir weiter immer nur unserem eigenen Lager zuhören, driften die entstehenden Realitäten immer weiter auseinander (und niemand versteht mehr den anderen).
      AfD-Wähler oder (militante) Antifa-Anhänger sind ja nicht blöd, böswillig oder aus Spaß aufständisch, sondern haben Gründe, die sie dorthin geführt haben. Diese anderen Standpunkte zu verstehen und dann alle Interessen möglichst gut zu vereinen, müssen wir echt mal wieder mehr in den Vordergrund stellen.

      An dieser Stelle dann auch natürlich noch ein Lob an Philip und Ulf, die eigentlich immer gut ausgewogene Meinungen vertreten. Höre immer wieder gerne :)

      • Wir haben in der Lage schon oft sehr viel Zeit darauf verwandt zu verstehen, was Menschen in den neuen Bundesländern dazu treiben mag, rechtsradikal zu wählen. Wir können aber nicht immer die ganze Analyse wiederholen, sonst würde die Lage ja furchtbar langweilig.

  62. 2. Juni 2019 um 10:34 Uhr
    Felix Hofmeister

    Liebe Lage,

    ich finde es sehr schade dass auch ihr die Europwahl analysiert, indem ihr euch die deutschen Wahlergebnisse anschaut. Bei einer europäischen Wahl muss man sich doch hinterher auch die europäischen Ergebnisse anschauen! Eine vernünftige Analyse wäre sich die Gewinne und Verluste der europäischen Fraktionen anzusehen, zu benennen aus welchen Ländern diese kommen und was dort jeweils in groben Zügen die wahlenscheidenden Themen/Strömungen waren. Wo gewinnen die Sozialdemokraten, wo verlieren sie? Wenn man Deutschland außen vor lässt, gewinnen die Grünen dann noch Stimmen hinzu? Wo kommen die Gewinne der Liberalen her? Wenn man Italien ausklammert, wie schneiden dann die Rechtspopulisten ab? Was ändert sich an diesen Analysen in dem Moment in dem UK die EU verlässt? Und nebenbei, Le Pens Rassemblement National in Frankfreich gewinnt nicht, sie haben Stimmen verloren!

    Und ihr sprecht von 10% für Nationalisten und extreme Recht auf europäischer Ebene, damit bezieht ihr euch denke ich auf die ENF. Das bedeutet die Brexit Party will “mehr Europa”? PiS und Fidesz stehen für “weniger Nationalismus”? Liebe Lage, das kann nicht euer Ernst sein!

    • Muss mich dem leider anschließen, fand die Einordnung der gesamteuropäischen Wahlergebnisse auch etwas oberflächlich.

      Der Economist hat die Positionen der Parteien mal schön grafisch aufgearbeitet:
      https://twitter.com/r_senninger/status/1134198221369217025?s=20

    • Hi,

      Ich habe jetzt erst gesehen, dass hier schon ein Kommentar ist, der anspricht, was mir auch aufgefallen ist, deshalb will ich hier nochmal ergänzen:)
      Ich finde, dass es in den deutschen Medien kein gutes Vorbild für Berichterstattung mit europäischer Perspektive gibt.
      Als mögliche Quelle weise ich deshalb nochmal auf politico.eu und vielleicht auch Euronews hin.
      Auf twitter lohnt es sich @EuropeElects @pollofpolls_EU und Ryan Heath (@politicoryan) zu folgen.

      LG
      X

  63. Zu AKK:
    Ich weiß wirklich nicht, ob man ihre Äußerungen einfach als kleine unüberlegte Dummheit abtun kann. Das sieht AKK nicht ähnlich. Ihre Einlassungen sind im Voraus geplant und sehr bewusst gesetzt und man sollte sie sehr ernst nehmen.
    Was ich da höre: Stellungnahmen kontra CDU gerade im Vorfeld einer Wahl müssen unterbunden werden und dafür werden wir etwas tun. Meine These: AKK weiß sehr genau, was Sie da sagt und sie meint es so.
    Wir sollten auch nicht immer davon ausgehen, dass politische Akteure sich in dem gleichen rechtlichen Rahmen bewegen, den wir in unseren Köpfen haben.
    Der globale Kontext ist ja auch der, dass freie Medien und freie Meinungsäußerung unter Druck geraten (siehe Ungarn, ein Beispiel unter vielen).
    Warum glauben wir eigentlich, dass ausgerechnet, dass wir gerade in Deutschland immun sind gegen autoritärstaatliche Eingriffe in Meinungs- und Pressefreiheit?

    • Ob das langfristig durchdacht bzw. geplant war, weiß ich nicht…
      Aber ich glaube auch nicht, dass das einfach nur ungeschickt formuliert war; sowas rutscht einem nicht einfach mal so raus – und schon gar nicht legt man dann bei Twitter nochmal so nach!

      Für mich steht außer Frage, dass AKK kein Problem mit Zensur in diesem Kontext hätte, sondern diese als legitime Regulierung sähe – und dass sie die wahrscheinlich auch umsetzen wollen würde, wenn sich eine Gelegenheit böte.

  64. Hallo, ein kurzer Hinweis bzgl. der Podcast-App-Empfehlungen:
    Die von euch genannten Lage-Features wie Bildeinblendungen und Kapitelsprungmarken finde ich sehr wohl problemlos auch in der Apple-Podcast-App. Sobald der Podcast gestartet wird, sind die Kapitelmarken unten zu finden. Es klang etwas so, als würdet ihr diese Features in der App vermissen.
    Ansonsten: Weiter so.
    Viele Grüße

    • ja, kann man irgendwie finden, sind aber einfach nicht gut in die App eingebaut … und Bilder klappen gar nicht zuverlässig

      • Nicht gut eingebaut ist insofern relativ, als dass es das gleiche Konzept wie bei der Music-App oder der Books-App ist – wenn man keine der beiden Apps verwendet (weil man z.B. Spotify und Audible benutzt), rechnet man vielleicht nicht damit, dass man da scrollen kann, aber so versteckt ist das nun auch wieder nicht…

        Das mit den Bildern scheint ja auch in anderen Apps unter Android teilweise nicht zuverlässig zu funktionieren; falls Ihr Zeit habt, lohnt da vielleicht eine Recherche.

        Mein Problem ist halt, dass die iOS-Podcast-App (in Kombination mit iTunes) die einzige mir bekannte und vernünftige Lösung ist, die sowohl auf meinem Smartphone und der Uhr als auch auf Windows und macOS läuft und sich entsprechend synchronisiert – so bekackt iTunes auch ist, aber es funktioniert hinreichend.
        Die ganzen üblichen Empfehlungen sind leider keine Alternative, weil die sich immer nur auf die Mobilklein(st)geräte konzentrieren.

        Falls jemand eine Multiplattformalternative hat, immer her damit 😊

  65. Bei der Folge bin ich an ein paar Stellen auch zusammengezuckt.

    1) Die Grünen sind die neue “linke Mitte”? Ihr weißt ja mehrfach drauf hin, dass sich die Grünen häufig anders geben. Die Grünen sind eher Konservativ mit gesunden Menschenverstand. Das große Problem der BaWü CDU ist, dass Kretschmann nicht in der CDU ist. Die Grünen sind hier gefühlt Konservativer als die CDU, einzig das Ausländerfeindliche und unsinnig Aggressive fehlt.

    2) Ihr empfehlt den Grünen Kompromisse? Ich stell mir euch zwei mit der Argumentation auf einer Fridays for Future Veranstaltung vor. “Lassen wir Mecklenburg Vorpommern absaufen, damit sie in Bayern und BaWü noch ne runde SUV fahren können …” Zuspitzung/Spaß bei Seite: Das große Problem von CDU/SPD ist gerade das sie zu viele Kompromisse gemacht haben und damit ihren Markenkern aufgegeben haben. Ihr könnt doch Barley nicht dafür abwatchen ihre JuSo demotiviert zu haben (mit einem Kompromiss) und gleichzeitig den Grünen selbiges raten (ohne es Zynisch zu meinen). Gerade beim Thema Umweltpolitik müssen die Grünen kompromisslos werden, zur Not müssen auch mal Minderheiten politisch und wirtschaftlich geschröpft werden. Kompromisse hatten wir die letzten Jahre mit SPD und CDU genug, das hat uns da hin gebracht wo wir gerade sind.

    3) die CDU als einzige “nicht Rechtsradikale” konservative Partei zu bezeichnen entspricht absolut nicht meiner Wahrnehmung. Gerade in den von euch Angesprochenen neuen Bundesländern ist der Wahlkampf von AFD und CDU nicht zu unterscheiden. Auch in BaWü steht die CDU nicht gerade für die “Bürgerliche Mitte”. Es hat ja einen Grund, das viele AFD Mitglieder früher bei der CDU wahren. Die Parteien sind aktuell Thematisch nicht auseinander zu halten. Die AFD lebt ihre Markenkern nur mehr aus…

  66. 2. Juni 2019 um 1:57 Uhr
    Johannes Kuhn

    Ich bin etwas zusammen gezuckt als ich die Empfehlung hörte, dass die Sachsen sich in der Antifa [oder anderen demokratischen Organisationen] engagieren sollten. Das mag krotesk klingen, aber die Antifa ist für mich Teil der Ursache für rechts. So wie ein Internet-Troll/-Hater eine Überreaktion eines Opfers benötigt, so brauchen Rechte die Bestätigung durch linke (ggf. emotionale) Überreaktionen. Und die Antifa steht für Überreaktion. Was wir brauchen ist eine grundsätzliche Ablehnung der breiten Masse von Werten, die den Regeln und Erwartung an unser gemeinsames Zusammenleben nicht entsprechen. Dieser Konsens ist in bestimmten Themen zu erarbeiten, aber weit links und rechts hat bei dieser Definition meines Erachtens nach nichts zu suchen.
    Ihr habt selbst festgestellt, dass die AfD oder der “Rechtsruck” zu viel mediale Aufmerksamkeit genießen durfte als überhaupt nötig war. Das ist natürlich Teil des angesprochenen gesellschaftlichen Ablehnungsprozesses, aber die AfD gibt es doch nicht ohne Grund. Sie vertreten offensichtlich die Position von vielen Wählern bspw. in Sachsen. Warum identifiziert keine andere Partei diese Probleme? Ich kann nur spekulieren; in den neuen Bundesländern ist die die Angst vor der Islamisierung vermutlich ein Thema. Warum nimmt ihnen niemand die Angst? Warum sagt niemand klar: “Leute, wir leben in einer säkularen kapitalistischen Demokratie, ein Priester oder Imam wird mit uns an der Macht nie mehr zu sagen haben als der IKEA Vorstand!”? Ich kenne keine Statistiken, aber es würde mich nicht wundern, wenn Wochenends mehr deutsche ins IKEA gingen, als in Moscheen oder Kirchen. Warum reden wir also über rechts, links oder Religionen? Sprecht über das was die Leute wirklich wollen. Beispielsweise, dass demnächst die Simpsons Wohnzimmerausstattung bei IKEA erhältlich sein wird.
    Was ich aus den Wahlergebnissen interpretiere ist, dass die Politikverdrossenheit der jungen Generationen davon kommt, dass irrelevante aber polarisierenden Themen so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ob jemand nen Fascho, Punker, Kanacke, Trans, Christ, Jude oder Moslem ist, dass interessiert doch nur Kleingeister die sich zu elitär für das RTL Nachmittagsprogramm sind. Die Regierung soll endlich Grip auf die Gasse bekommen und Fakten schaffen. Die Unfähigkeit dazu beweist die Regierung, trotz der Rezo Sache und dem Grünen Zuwachs, jedoch wieder in der aktuellen Regierungs-Pressekonferenz zum Thema Klima.
    Gibt es eigentlich demokratische Mittel Politiker als ganzes abzuwählen und durch Experten zu ersetzen? Das wäre mir lieber als den Sachsen die Antifa ans Herz zu legen.

    • Sie erklären das selbst schon sehr gut, weswegen die AfD dort soviel Zustimmung bekommt: Wenn es reichen würde Fakten zu präsentieren (wie z.B. die Anzahl an “Ausländern”, die im Vergleich zum Westen extrem gering ist, oder den Einfluss irgendwelcher Gläubiger des Islams) dann gäbe es die AfD vermutlich nicht, oder zumindest wäre sie deutlich schwächer.

      Und zum Thema “Experten”: Die sind ja auch politisch. Und auch sogenannte Experten sind nicht gefeit vor Einflußnahme durch die Wirtschaft aka Lobbyverbände, wie man schön an den Lungenarzt-Experten sehen konnte, die vor wenigen Wochen noch durch die Presselandschaft gezogen wurden.

  67. 1. Juni 2019 um 22:48 Uhr
    Nicola Schlichting

    Danke für die Analyse der deutschen Politik. Dazu die Frage oder Anmerkung, dass es in unserem politischen System mit seiner 4-jährigen Wahlperiode wohl auxh schwierig ist jemanden zu finden, der sich für ein Ziel einsetzt für dessen mögliches Erreichen man dann nicht per Wahl belohnt wird. Da denke ich nur an Blüm dessen Renten immer sicher waren, da hat sich auch keiner getraut die Wahrheit zu sagen. Von daher denke ich dass solche großen gesellschaftlichen Fragen zwangsläufig durch eine APO angestoßen werden muss. Außerdem finde ich, ist vielleicht auch das Konzept einer Volkspartei zu hinterfragen. Wäre es nicht ehrlicher zu sagen dass es unterschiedliche Interessen gibt, die sich dann miteinander auseinander setzen und zu einem Konsens kommen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.