LdN142 Elektrokleinstfahrzeuge, Soziale-Netzwerk-Kontrolle, Azubi-Mindestlohn, Fluggastdaten, Petersberger Klimadialog, Paketboten-Schutz

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Elektrokleinstfahrzeuge

Soziale-Netzwerk-Kontrolle

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Petersberger Klimadialog 

Paketboten-Schutz

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Hausmitteilung

71 Kommentare

  1. 21. Mai 2019 um 21:03 Uhr
    Maximilian Wobst

    Schönen guten Abend!

    Zu dem Verklagen der Accounts:

    Ich halte die Idee für sehr innovativ und gut. Nur eine Anmerkung: wenn die Klagen an die Netzwerkbetreiber gerichtet sind, hat der Accountbetreiber keine direkte Möglichkeit sich zu wehren. Es muss also sichergestellt sein, dass der Account vom Verfahren informiert wird und die Möglichkeit hat sich in persona zu wehren. Sonst droht die Beschneidung von dessen Rechten

    Fraglich ist, ob dies dann auch anonym möglich sein müsste, damit es nicht auf eine Klarnamenplficht hinausläuft.

    Wenn der Accountinhaber von der Möglichkeit der Stellungsnahme kein Gebrauch macht, kann dann eine Art Versäumnisurteil ergehen..

    Viele Grüße,
    Max W.

  2. Meuthen wurde jetzt Sonntag, Montag und Dienstag zur Primetime von ARD und ZDF eingeladen. So macht man den Rechtspopulismus salonfähig. Freie Wähler, Die Partei, Tierschutzpartei und die Piratenpartei werden nicht eingeladen, obwohl sie in Umfragen deutlich über 0,5% liegen.

  3. Zu den E-Scootern ist für mich noch folgende Frage offen geblieben: Wie kann es sein, dass die Scooter überhaupt als KFZ eingestuft werden, Pedelecs aber nicht? Ist nicht die aktuelle KFZ-Definition vor dem Hintergrund dieser neuartigen Fahrzeuge total antiquiert?

    Versicherungspflicht und Promillegrenze wie bei einem Porsche erscheinen mir doch stark übertrieben, insbesondere wenn man die Unfallgefahr eines Fahrrads/Pedelecs vergleicht.

  4. Thema Petersberger Klimadialog
    Ich glaube bei dem Thema etwas entweder falsch verstanden zu haben, oder Philip hat etwas verwechselt. Ich bin konkret über die These gestolpert, dass der CO2 Zertifikatehandel den Staat im Bundeshaushalt Geld kosten würde. Ich habe mich sehr darüber gewundert und nun sogar genau gegenteilige Meldungen gefunden: der Bund profitiert sogar in zunehmendem Maße von den steigenden Preisen bei den Auktionen. Vielleicht klärt ihr mich mal auf was nun stimmt. Ich wäre echt dankbar dafür! Hier mal eine Meldung des Handelsblatts dazu vom 10.12.2018: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/co2-emissionen-verkauf-von-verschmutzungsrechten-beschert-dem-staat-rekorderloese/23741168.html?ticket=ST-1944152-1bwAaFMohBdqRE4jYdUt-ap1

  5. Moin!

    Gerade geht auf YouTube folgendes Video viral: https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ&feature=youtu.be

    Der YouTuber “Rezo” listet die Fehler der CDU auf und möchte sie mit diesem Video ‘vernichten’.
    Ich fände es recht cool, wenn ihr euch diesem Phänomen zuwenden könntet, dass für viele Menschen auf Sozialen Netzwerken v.A. YouTube, die CDU jetzt der Sündenbock ist – außerdem hatte ich beim Anschauen des Videos das Gefühl, dass der Politik Fehler zugesprochen werden, für die sie nicht ausschließlich verantwortlich sind.
    Was haltet ihr von dem Trend Politiker für “Alles” und vor allem für das persönliche Übel schuldig zu sprechen ? Wäre mal ein Thema, dass eine Diskussion wert ist.

    Viele Grüße
    Benedict

    • Zitat aus dem Video:

      “Das wird diesmal ein Zerstörungsvideo; *nicht* weil ich aktive versuche, jemanden zu zerstören…”

      vs.

      Zitat aus Deinem Kommentar:

      “… möchte sie mit diesem Video ‘vernichten’.”

      Wie sachlich.

      • Entschuldige bitte meine Ausdrucksweise.
        Ich finde das Thema nur sehr brisant und denke, dass das auch in diesem Podcast gut thematisiert werden kann. Und ob er die CDU jetzt vernichtet/ zerstört oder einfach nur argumentativ hinterfragt ist egal – interessant wird es bei zwei Sachen: Wie reagiert die Medienlandschaft auf diesen Vorfall – gar nicht! Und inwiefern hat wirklich die CDU Schuld an von Rezo angesprochenen Themen.

  6. Lieber Philipp, lieber Ulf,
    bestimmt habt ihr dieses Video schon durch den FAZ Artikel auf dem Schirm. Falls nicht ist es vielleicht neuer Input und weniger Recherchearbeit: https://youtu.be/4Y1lZQsyuSQ
    Beschreibung:
    “Die Europawahl bzw EU-Wahl steht vor der Tür. Ob CDU, SPD oder AfD gute Parteien sind, die im Einklang mit Wissenschaft und Logik stehen, versuche ich in diesem Video zu beantworten. In jedem Fall: Geht wählen am nächsten Wochenende. Sonst entscheiden Rentner über eure Zukunft und geil ist das nicht.”

  7. Moin,
    erstmal vielen Dank, dass Ihr euch jede Woche die Mühe mit dieser Sendung macht! Ich bin ein sehr begeisterter Zuhörer und weiß insbesondere Eure erläuternden Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Themen sehr zu schätzen.

    Hier eine Anregung für die Lage Live in Konstanz:
    In Freiburg, welches ja direkt um die Ecke ist, findet momentan die “Körperwelten”-Ausstellung von Gunther von Hagens statt. Da ich Medizin studiere, habe ich natürlich ein größeres Interesse an der Thematik. Allerdings haben eine Kommilitonin und ich beim Nachschlagen der näheren Umstände dieser Ausstellung festgestellt, dass die Körper wohl in aller Regel nicht (wie es bspw. in unserem Anatomie-Kurs der Fall war) gespendet, sondern in Asien unter unwürdigsten Umständen gekauft werden. Häufig handelt es sich wohl um die Körper von Personen, die in Gefängnissen, Krankenhäusern und Altenheimen verstorben sind bzw. Opfer der Todesstrafe geworden sind.

    Hierzu einige Artikel, die leider zumeist schon etwas älter sind:

    Ein Spiegel-Artikel, der sehr detailliert die Vorgänge und Geschäftspraktiken hinter den Ausstellungen beschreibt:
    https://m.spiegel.de/spiegel/print/d-29725567.html

    Zwei weitere Artikel, die ähnliche Informationen enthalten und auf weitere Geschäftskonzepte Gunther von Hagens und seiner Frau, Angelina Whalley, eingehen:
    https://mobil.stern.de/panorama/wissen/mensch/koerperwelten-leichen-im-keller-3506276.html
    https://www.welt.de/vermischtes/article10448036/Kritik-an-Gunther-von-Hagens-Leichen-Online-Shop.html

    Der Wikipedia-Artikel, laut dem 10 von 13 Körpern in der Berliner Dauerausstellung nicht mehr dargestellt werden dürfen, da der Betreiber nicht nachweisen konnte, dass die Verstorbenen zu Lebzeiten ihr Einverständnis gegeben habe:
    https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperwelten

    Und um das Ganze abzurunden, noch ein Interview mit einem tatsächlichen Anatomen:
    https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Heidelberg-Kritik-an-Koerperwelten-in-Heidelberg-Auch-Koerperspender-haben-eine-Wuerde-_arid,286898.html

    Meine Kommilitonin und ich können kaum fassen, dass diese Ausstellungen in Deutschland legal durchgeführt werden. Man müsste sich mal vorstellen, dass die Körper deutscher Bürger, die im Gefängnis saßen oder in Krankenhäusern, Altenheimen und Psychiatrien untergebracht waren, gegen ihren Willen (oder zumindest ohne ihr Einverständnis) zu “Kunstwerken” vermischt und in aller Öffentlichkeit für Profit ausgestellt würden. Denn eigentlich passiert laut den Informationen aus diesen Artikeln bei Körperwelten genau das. Einziger Unterschied: Die Verstorbenen sind keine Deutschen.
    Leider scheint dies der breiten Öffentlichkeit kaum bewusst zu sein und wir haben in den letzten Tagen die Erfahrung gemacht, dass sogar Kommilitonen/Kommilitoninnen von uns diese Vorstellung besucht haben bzw. besuchen wollen, obwohl wir im Rahmen unseres Studiengangs speziell für den Umgang mit der Totenwürde unterrichtet wurden.

    Da ich denke, dass dieses Thema überregional von Bedeutung sein sollte, da eine solche Missachtung der Menschenwürde uns alle angeht und in unserer Gesellschaft nicht geduldet werden darf, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr euch entscheiden würdet bei der Lage Live in Konstanz dieses Thema kurz zu behandeln.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Linus

  8. Liebes Lage Team,
    könntet ihr euch mal mit der Wiedereinführung der Sperrklausel bei der EU-Wahl beschäftigen? Nachdem das Bundesverfassungsgericht mittlerweile mehrfach eine Sperrklausel für verfassungswidrig erklärt hat, haben CDU/CSU und SPD relativ unbemerkt die Wiedereinführung einer solchen Klausel auf europäischer Ebene durchgesetzt:
    https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/2018-06-06/kleine-parteien-soll-aus-eu-parlament-ferngehalten-werden-morgen-entscheidung
    Mittlerweile gibt es eine Art geheime “Formulierungshilfe” des Innenministeriums an den Bundestag, die aktuell Anlass einer Klage ist:
    https://fragdenstaat.de/blog/2019/05/15/klage-bmi-formulierungshilfe/

  9. Lieber Ulf, lieber Philipp,

    ich möchte nochmal ganz explizit darauf hinweisen, dass die Mindestauszubildendenvergütung KEIN “Lohn”, ergo auch kein “Mindestlohn” ist, sondern eine Vergütung. Das Wording ist hier gerade da so wichtig, weil “Lohn” impliziert, dass Auszubildende mehrwertschaffende Tätigkeiten mittragen. Aber Auszubildende sind gerade in Betrieben um etwas zu lernen, nicht um dort direkt als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt zu werden. In Zeiten, wo gerade in den Berufen, die so wenig Vergütung bekommen, Auszubildende als billige Arbeitskräfte benutzt werden, ist es so dringend, da einen Unterschied zu machen. Ich bitte euch da, beim Wording aufzupassen.

    Mit vielen Grüßen einer Gewerkschafterin, die jahrelang für diese MiAu ( ;-) ) gekämpft hat,
    Melanie

  10. Hallo Lage-Team,

    zum Thema “Paketboten-Schutz”:
    Ihr sagt, das es bei Amazon nicht möglich ist den Paketdienst auszuwählen (~Minute 83). Das ist allerdings nicht ganz korrekt. Man kann dort für jeden Paketdienst seine Kundennummer hinterlegen und wenn man z. B. eine DHL Packstation angibt, dann wird das Paket auch mit DHL versendet. Das gleiche gilt auch für Hermes-, DPD- und UPS Abholshops.

    Gruß
    Marcel

  11. Lieber Ulf, Lieber Philip,
    in der aktuellen Ausgabe sprecht ihr über das Problem von Facebook und co. Inhalte zu verwalten und auf deren strafrechtliche Relevanz zu überprüfen. Zu dem Thema war letztes Jahr ein faszinierender Dokumentarfilm in den Kinos, der auf den Phillipinen sogenannte Content-Moderatoren durch ihren Alltag begleitet und andeutet, was es psychisch für diese Menschen bedeutet tagtäglich mit Fotos und Videos von Enthauptungen, Pornographie etc. aus den sozialen Netzwerken zu tun zu haben und innerhalb weniger Sekunden entscheiden zu müssen, ob diese Inhalte gelöscht werden oder nicht.
    Vielleicht habt ihr ja demnächst mal Lust auf einen inspirierenden Filmabend ;)
    https://youtu.be/1h7-JyQ-JR4
    Viele Grüße und tausend Dank für euren informativen Podcast!
    Leo

  12. Guten Morgen,

    erstmal ein Lob: coole Sendung, habe sie zum ersten Mal gehört und werde es wohl in Zukunft auch weiter tun. Etwas enttäuscht war ich leider von eurer Darstellung zu Algorithmen und Big Data, und welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten. Es wurde im Podcast so dargestellt, als würden “selbstlernende Algorithmen” Ergebnisse liefern (zum Beispiel die Einstufung eines Fluggasts als potentielle Gefahr), ohne dass nachvollzogen werden könne, wie dieses Ergebnis zustande kommt. Das entspricht leider häufigen Vorurteilen über Machine Learning, ist aber leider irreführend und falsch aus zwei wichtigen Gründen:

    1) Der “Schöpfer” des Algorithmus hat natürlich totale Kontrolle darüber, welche Informationen er in das Machine Learning System einspeist. Möchte er basierend auf vorherigen Flugreisen, dem Alter und dem Kontostand eines Fluggasts schätzen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieser eine Straftat begehen wird, dann ist völlig ausgeschlossen, dass das System andere Informationen wie das Geschlecht oder die Nationalität für seine Vorhersage benutzt. Speist er diese Information nicht ein, wird sie auch nicht genutzt.
    2) Wie das System basierend auf den eingespeisten Informationen zum Ergebnis kommt, muss keinesfalls undurchsichtig sein. Die meist genutzte Methode für das beschriebene Problem (Logistische Regression, https://de.wikipedia.org/wiki/Logistische_Regression) ist völlig transparent und einfach interpretierbar. Auch für sogenannte Black-Box Methoden (insbesondere Neuronale Netze) existieren Möglichkeiten, um genau sichtbar zu machen, wie das System zu seinen Entscheidungen gekommen ist (“Why Should I Trust You?” – Explaining the Predictions of Any Classifier, https://arxiv.org/pdf/1602.04938.pdf).

    Zusammenfassend: Die Sorge, dass wir in Zukunft am Flughafen verhaftet werden, und die Frage nach einer Begründung mit Achselzucken und Verweis auf einen Computer beantwortet wird, ist unbegründet, vorausgesetzt die entsprechende Behörde lässt solche Probleme von Leuten lösen, die etwas von ihrem Handwerk verstehen.

    Ich hoffe ich konnte mich mit meinem Kommentar nützlich machen und den Einen oder Anderen motivieren, sich ein wenig in die spannende Welt des Machine Learning einzulesen. Dem Leser mit etwas mathematischem Vorwissen lege ich sehr “The Elements of Statistical Learning” (https://web.stanford.edu/~hastie/Papers/ESLII.pdf) ans Herz.

    Einen guten Start in den Tag und schöne Grüße!

  13. Danke für diese wieder mal sehr informative Lage, aber diesmal war die Redegeschwindigkeit wirklich extrem hoch, v.a. beim Thema Facebook. Ich muss mich bei diesem Thema auch immer selbst am Ohr ziehen, aber diesmal konnte ich ein bisschen nachvollziehen warum die Leute da manchmal meckern…

    • Danke Nora … wir nehmen uns das zu Herzen. Wobei man in den meisten Podcast Apps auch die Geschwindigkeit regeln kann, auf 0,75 müsste es ja eigentlich passen ;)

    • Die Wahrnehmung der Redegeschwindigkeit in Podcasts scheint mir sehr individuell zu sein. Mir z.B. ist die Normalgeschwindigkeit viel zu langsam, auch bei der Lage. Ich höre gern so schnell, wie ich den Text auch lesen würde. Ein Hoch auf die von Ulf erwähnte anpassbare Geschwindigkeit^^

  14. Liebes Lage Team,

    es schreiben euch zwei Psychologiestudentinnen und Lage-Fans aus Bonn.

    Habt ihr schon einmal was von den Ausbildungsbedingungen von angehenden Psychotherapeut*innen gehört? Viele s.g. ‚PIAs‘ (Psychotherapeut*innen in Ausbildung) leisten nach abgeschlossenem Masterstudium 40h die Woche in Kliniken reguläre psychotherapeutische Arbeit, werden dafür aber häufig unterhalb des Mindestlohns vergütet, wobei es für die Arbeitgeber noch nicht einmal eine Sozialversicherungspflicht gibt. Die Ausbildung, die meist in Form von Wochenendseminaren parallel stattfindet, muss darüber hinaus selbst bezahlt werden, wobei es sich je nach Ausbildungsinstitut um Kosten im fünfstelligen Bereich handelt.
    Nach jahrelangen Protesten befasst sich die Bundesregierung nun mit dem Thema und es liegt im Bundestag ein Gesetzesentwurf vor, der das komplette Psychologiestudium, sowie die Therapeut*innenausbildung reformieren soll, jedoch lässt dieser viele Fragen und Wünsche offen.
    So weit, so gut… Ein großer Makel ist, dass die aktuellen Studierenden und Pias in diesem gar nicht berücksichtigt werden.
    Wir würden gerne noch so viel mehr dazu schreiben, aber das sprengt wahrscheinlich hier den Rahmen. Könntet Ihr euch vorstellen darüber zu berichten? Wir haben den Eindruck, dass die meisten Menschen diesbezüglich nicht informiert sind, obwohl auf der anderen Seite die psychologische Gesundheitsversorgung sehr viele Menschen mindestens einmal in ihrem Leben betrifft – die Prävalenzraten zeugen davon! Die mehrmonatigen Wartelisten auf einen Therapieplatz verdeutlichen, dass – zumindest in Deutschlands Großstädten – eine defizitäre psychotherapeutische Versorgung vorherrscht mit einer zu geringen Anzahl an Kassensitzen. Aus unserer Sicht haftet psychischen Erkrankungen leider immer noch ein Stigma an, was einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema zu oft im Wege steht.
    Wir lassen euch mal ein paar Links da, die auf die Ansichten der Psychologie Fachschaften Konferenz zum Gesetzesentwurf schließen lassen. Natürlich gibt es auch andere Positionen – bildet euch doch gerne selbst eine Meinung bzw. verschafft euch einen Überblick. Wir würden uns auf jeden Fall sehr über einen Bericht zu diesem kontroversen und für viele Menschen auf den zweiten Blick sehr relevanten Thema freuen!

    Bei Rückfragen meldet euch gerne!

    Liebe Grüße!

    Leo & Lena

    https://psyfako.org/index.php/2019/04/30/bundestagspetition-fuer-angemessene-uebergangsregelungen/

    https://psyfako.org/index.php/2019/03/25/unsere-stellungnahme-zum-kabinettsentwurf-zur-pia-reform/

    https://www.psystudents.org/fertig-was-nun/pia-psychotherapie-und-ausbildung/reform-der-psychotherapie-ausbildung-ueberblick-rueckblick-ausblick/

  15. Hallo Philipp, Ulf und Community,

    mir wurde von einer Freundin folgende Seite inklusive Petition zugespielt und nach teilweisem Lesen und Links Checken bin ich doch hellhörig geworden.
    Hat jemand schon erst davon gehört oder eine Zweitmeinung dazu?

    https://www.5gspaceappeal.org

  16. Zum Thema inhaltliche Regulierung bei Facebook, Twitter und Co:
    Ich finde es hier auch nochmal wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Moderation von Inhalten bei Facebook und anderen Plattformen ja eben auch in vielen Fällen (vor allem bei Bildern und Videos) nicht maschinell erfolgt, sondern von Menschen, sogenannten Content-ModeratorInnen, durchgeführt wird. Diese Content-ModeratorInnen arbeiten häufig unter schlimmen äußeren Arbeitsbedingungen, die inhaltliche Arbeit als solche ist aber wohl das Schlimmste an der ganzen Sache. Die Content-ModeratorInnen müssen den ganzen Tag lang Inhalte sichten und entscheiden, ob diese auf den Plattformen veröffentlicht werden dürfen oder nicht. Dazu gehören beispielweise auch Videos von Kindesmissbrauch, Enthauptungen, Selbstmorden und anderen Dingen, die anzusehen extrem belastend und traumatisierend sind.

    https://sz-magazin.sueddeutsche.de/internet/three-months-in-hell-84381
    https://www.zeit.de/kultur/film/2018-05/the-cleaners-dokumentation-facebook (in diesem Artikel wird Bezug genommen auf eine Dokumentation zu dem Thema, „The Cleaners“, die übrigens sehr sehenswert ist).

    Die inhaltliche Regulierung hat also nicht nur dahingehend, WAS veröffentlicht oder gelöscht wird, sondern auch dahingehend, WER sich um diese Moderation von Inhalten kümmert und unter welchen Bedingungen, extrem große Schwachstellen. Ich finde, das ist ein wichtiger Punkt, der leider oft vergessen wird, wenn es um die Regulierung von Inhalten auf Plattformen wie Facebook, Twitter etc. geht.

  17. Hi ihr,
    Ich höre euch seit einer Weile regelmäßig, und ich möchte euch hier ein großes Lob und meine Dank für eure tolle Arbeit aussprechen.
    Zum Thema Klarnamen in sozialen Netzwerken hätte ich eine Frage. Ist die Idee schon diskutiert worden, eine Ausweispflicht für “Primäraccounts” einzuführen, unter dessen Schirm es dann möglich wäre weitere, anonyme Accounts einzurichten? Birgt natürlich viele Risiken, aber vielleicht auch viele Möglichkeiten. Freue mich über eine Antwort. Liebe Grüße

  18. Liebes Lage der Nation Team,

    zunächst einmal möchte ich mich bei euch ausdrücklich für euren oft sehr hochwertigen und tiefgründigen Content bedanken. Das findet man in der heutigen Medienlandschaft nur noch sehr selten.

    In der aktuellen Ausgabe geht ihr auf die Fluggastdatenspeicherung ein, und erklärt, dass von August 2018 bis Ende März 2019 (wenn ich mich noch richtig erinnere) 1,2 Millionen Fluggastdaten gesammelt wurden. Dies scheint mir irgendwie sonderbar, da diese Zahl in deutlichem Widerspruch zu den Angaben das statistischen Bundesamts stehen.

    Beim statistischen Bundesamt kann man nachlesen,

    https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Transport-Verkehr/Publikationen/Downloads-Querschnitt/verkehr-aktuell-pdf-2080110.pdf?__blob=publicationFile&v=7

    Seite 82

    dass in 2018 222,551 Millionen Fluggäste registriert wurden. Okay August-März sind 8 Monaten und nicht 12 Monate, aber dennoch sind 222 Mio * (8/12) = 148 Mio Fluggäste. Angesichts dessen sind ja 1,2 Mio Fluggastdaten beim BKA irgendwie noch nicht einmal 1% des tatsächlichen Passagieraufkommens.

    Irgend etwas stimmt hier also nicht. Sie sagen ja, dass die Fluglinien ihre Daten melden MÜSSEN. Aber offensichtlich werden dann ja mehr als 99% der Daten doch nicht gemeldet.

    Können Sie Licht ins Dunkel bringen?

    herzliche Grüße
    Elmar

  19. Ahoi ihr zwei.
    Ihr habt mal im Februar von der Berater-Affäre berichtet. Als der U-Ausschuss eingesetzt wurde. Seit dem aber nie wieder. Wäre es nicht gut, wenn ihr mal ein bisschen drüber redet? Ich meine das ist ein fucking Untersuchungsausschuss, bei dem es um Millionen geht. Und die Ministerin UND auch die Staatssekretärin für Digitales (Katrin Suder) sind auch betroffen.

    Das plänkelt so dahin und wird nicht beachtet. Wenn ihr keine eigene Expertise habt, dann holt euch doch einen Experten rein? Vielleicht nicht jemanden aus den Abgeordnetenbüros.
    Aber ich höre zum Beispiel immer den Podcast Berateraffäre. Die kümmert sich nur um das Thema. Die Leute da sind gut in dem was sie tun. Bestimmt könnt ihr sie erreichen, eine Website haben sie jedenfalls: https://Berateraffaere.de

  20. Zum Thema Paketboten: schon mal darüber nachgedacht, sich nicht alles in die eigenen vier Wände liefern zu lassen, sondern Packstationen zu verwenden. Das bringt gleich mehrere Vorteile. Erstens, können die Boten, Pakete zentral zustellen. Dadurch wird der Job der Boten sehr erleichtert und der Kunde muss sich nicht darüber ärgern, dass der Bote keinen Bock hatte in den vierten Stock zu rennen. Zweitens, der Kunde kann sich die Packstation selbst aussuchen und dort seine Lieferung zu jeder Tageszeit abholen. Bei der Post in der Schlange warten fällt auch weg.
    Es ist auch möglich, sich Pakete in den Späti liefern zu lassen, wenn dieser eine DHL Station betreibt. Bei Hermes geht das auch, eben nur an den entsprechenden Stützpunkt.

    PS: schönen Dank für die regelmäßige Lage

  21. Moin ihr beiden,
    vorab, ich finde euren Podcast sehr gut und weitestgehend neutral wird das wichtigste zusammen gefasst ohne das man sich durch alle Zeitungen u.ä. lesen muss, sehr praktisch, vielen Dank für die tolle Arbeit.

    Nun ein kleiner Kritikpunkt bzw. viel mehr ein anderer Blickwinkel zum Thema Mobilität in den Städten.
    Ich denke es ist wichtig hier Städte zu unterscheiden. Natürlich habe ich in den großen und auch schon mittelgroßen Städten eine Vielzahl an Verkehrsmitteln. Dort kann man entscheiden ob man die Öffentlichen nimmt, eine Auto, Fahrrad oder seit neuestem einen Scooter leiht.
    Nur vergesst ihr leider ein bisschen die kleinen Städte. Ich komme aus einer eben solchen,40000 Einwohner im Norden Bayerns. Der letzte Bus innerorts fährt gegen 18:30 Uhr, Irgendwelche Sharing Modelle gibt es nicht und um ein Dorf außerhalb zu erreichen braucht es gefühlt eine Tage lange Planung. Ich würde ohne mein Auto nicht einmal die knapp 7 Km in die Arbeit kommen.
    Versteht mich nicht falsch, ich würde es auch begrüßen wenn wir weniger Emissionen ausstoßen aber nur das Auto fahren zu verteufeln ist mir zu kurz gedacht, denn dann nimmt man in vielen eher provinzialen Gegenden den Menschen absolut ihrer Flexibilität in einem nicht mehr angemessenen Maß. Einfach pauschal zu sagen, parken in der Stadt muss exorbitant teuer sein mag in manchen Städten funktionieren, ist aber nicht das Allheilmittel.
    Natürlich seid ihr nicht dafür zuständig, dieses Problem im Lande zu lösen, nur finde ich es Schade, wenn ihr euch schon Lösungen überlegt, ihr diese sehr einseitig aus Sicht der Großstadt seht und den Autoverkehr komplett über den Haufen werft.
    Vergesst bitte nicht die Leute in den Käffern dieses Landes :)

    • Das wissen wir. Wir sagen das manchmal, aber offenbar nicht oft genug: Natürlich ist das Auto auf dem Land/in kleineren Städten nicht so leicht zu ersetzen wie in Berlin, München oder Hamburg. Nur die Tendenz ist klar: Das Auto muss zurückgedrängt und ÖPNV muss massiv ausgebaut werden – gerade auf dem Land!

  22. 20. Mai 2019 um 9:11 Uhr
    Florian Wehmann

    Zum Thema Mobilfunk-Versorgung

    Hallo ihr Zwei,
    wie immer habe ich aufmerksam die Lage gehört. Ein weiteres Mal äußert ihr Euch zu Recht kritisch über die Mobilfunkversorgung in DE. Das Beispiel mit dem Telefonat beim Grenzübertritt nach Polen enthielt auch Fehler. Es ist richtig und technisch auch bisher nicht anders möglich, als beim Roamingübergang das Gespräch abzubrechen, allein um auch sauber abzurechnen.

    Ich fand Eure Forderungen in Sachen Ausbauziele auch sehr einseitig. Hier wird immer mehr Last auf Anbieterseite gelegt. Was ist mit der Regulierung? Es gibt kaum eine Branche, mit so hohen Eingriff der Regulierung (u.a. seit Jahren beim Thema Roaming), immensem Preisverfall (mehr Leistung für weniger Preis, gepaart mit hohem Subventionierungsaufwand) und gleichzeitig andauernd hohem Investitionsbedarf in Netze und Lizenzen.

    Mir fällt keine weitere Branche ein, wo zum einen so hoher Aufwand für den Betrieb fortwährend nötig und gleichzeitig immer so viel investiert werden muss. Soll heißen, hier muss ein Förderprogramm her. Statt Lizenzen für Milliarden zu versteigern, sollte das Geld als Ausbauverpflichtung beim Anbieter allokiert werden. Hier könnte man ja auch den Ausbau in GSM/2G oder andere Technologien (3/4G) festlegen, weil gerade diese Technologien für ländliche Räume relevant sind. 5G wird dort erst 2026 relevant, weil die aktuell zur Versteigerungen stehenden Frequenzbänder im 2GHz Bereich erst ab 2026 genutzt werden dürfen. Das 3,6GHz Frequenzband ist für Innenstädte sowie Campus-Lösungen relevant.

    Viele Grüße,
    Florian

    • Hi, natürlich bricht das Gespräch an der Grenze ab. Unser Punkt war, dass die Qualität hinter der Grenze in Polen mit einem mal super war. Und die Qualität ist überall auf der Welt deutlich bis dramatisch besser als in D. An der Technik kann es also nickt liegen.

      Ich kann auch ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wie Du die Mobilfunkbetreiber in Schutz nehmen kannst. Die liefern seit 25 Jahren einen im weltweiten Vergleich so unfassbar schlechten Dienst für so viel Geld, dass man denen gar nicht genug in den Allerwertesten treten kann. Und das funktioniert in einem Rechtsstaat nun einmal über rechtliche Regulierung. Denn von alleine bauen die nun einmal keine 99% Flächendeckung mit 4G oder 5G.

  23. Liebes Lage der Nation-Team,

    ich bin sehr treuer Hörer Eures wöchentlichen Rückblicks auf das politische Geschehen in Deutschland. Bei vielen Themen fühle ich mich durch Euch informiert und gut unterhalten.

    Ich ärgere mich aber als gebürtige und ansässige Sächsin sehr darüber, dass es von Eurer Seite beständig Seitenhiebe gegen unser Bundesland gibt, die ich nicht immer begründet und nachvollziehbar finde. Nicht alle in Sachsen lebenden Menschen sind rechtsradikal, sondern sehr viele vertreten durchaus liberale und demokratische Ansichten und ich fühle mich sehr angegriffen und auch verletzt, als Bewohnerin eines Bundeslandes immer verallgemeinert negativ dargestellt zu werden.

    • Liebe Katja,
      dein Post bietet aus meiner Sicht eine gute Gelegenheit zur Selbstreflexion, da er sich, wenn du ehrlich bist, mehr auf deine Wahrnehmung als Empfänger bezieht als auf die Frozeleien der Sender. Diese sagen ja eindeutig nicht, dass alle Sachsen rechtsradikal wären. Das ist das, was du hörst.
      Ich habe in meinem Leben schon von sovielen Weißwurstäquatoren, Blitzschwaben und Gelbfüsslern gehört, dass ich ziemlich sicher sagen kann, dass man sich in diesem Fall von einem persönlichen Gefühl des angegriffen werdens frei machen kann (und sollte).
      Alles Gute!

    • Hi Katja,

      ehrlich gesagt weiß ich jetzt gar nicht genau worauf du dich beziehst, ich kann nur vermuten, dass es um eines der Beispiele für Anonymität geht, also die Geschichte vom Aufklärer im Nazidorf. Da muss ich leider sagen: Sachsen ist nun einmal ein Bundesland, in dem es ein massives Problem mit solchen Orten gibt. Daher liegt es nicht fern, dieses Beispiel zu wählen. Ganz abgesehen davon, dass das in diesem Fall auch nicht unser eigenes Beispiel war, sondern – wie wir auch gesagt haben – ein Zitat von netzpolitik.org.

      Aber ganz abgesehen vom konkreten Fall kann ich mit Sicherheit sagen, dass wir natürlich nicht Sachsen als solches ablehnen – ich habe da immerhin studiert -, sondern den allgegenwärtigen Neofaschismus in diesem Bundesland. Wenn dir diese Berichterstattung nicht zusagt, dann gibt es ja vielfältige Möglichkeiten, sich gegen Rechtsradikalismus in Sachsen zu engagieren. Wenn das Problem gelöst ist, dann haben wir auch keine Veranlassung mehr, es zu erwähnen.

      Aber totschweigen massiver Gefahren für unsere Demokratie kann auch nicht die Lösung sein, denke ich. Im Gegenteil scheint mir die Neigung insbesondere der CDU in Sachsen, die Situation schönzureden, eine große Rolle dabei zu spielen, dass Polizei und Justiz nicht konsequent gegen Nazis in Sachsen vorgehen.

  24. Hallo Ihr!
    Thema “Algorithmen und künstliche Intelligenz”: der Ansatz eurer Unterscheidung war schon ganz gut jedoch fallt ihr in die selben (falschen) Sprechmuster wie z.B. auch Politiker und Medien. Um es kurz zu machen: ein Algorithmus ist dadurch definiert, dass er deterministisch ist bzw. nur endlich viele Schritte enthalten darf. Daher ist es Quatsch bei Techniken wie maschinellen Lernverfahren oder neuronalen Netzen diesen Begriff zu verwenden. Weiterhin gibt es bei Algorithmen Einschränkungen wie:
    “Der Algorithmus muss bei denselben Voraussetzungen das gleiche Ergebnis liefern” (wikipedia Definition, Fachliteratur ähnlich).
    Genau das ist aber bei Lernenden Verfahren eben NICHT der Fall.

    Weiterhin finde ich den Vorschlag zur Regelung der sozialen Netzwerke zu “theoretisch” gedacht. Wenn man in Betracht zieht wie lange die deutsche Justiz benötigt um Sachverhalte zu klären (siehe Verjährung im CumEx Skandal) glaubt ihr doch nicht wirklich, dass bei der Verbreitung von strafbaren Inhalten über soziale Medien die notwendigen Bearbeitungsgeschwindigkeiten verfügen. Und die meisten Aktionen leben von der Schnelllebigkeit (siehe z.B. Christchurch Attentat) da sind schon “ein paar Tage” zu lang.
    Mal abgesehen davon ist das Verfahren ausschließlich für zentrale Dienste ausgelegt, was wenn dezentrale Plattformen die miteinander verbunden sind (Mastodon und Co.) mal wirklich populär werden und hinreichende Verbreitung finden. Dann ist es eher nicht zielführend die Adresse von allen Netzerkteilnehmern ausfindig zu machen.

    • Ich fürchte, nun hast Du Dich in der Terminologie verheddert: Natürlich gibt es auch bei KI einen deterministischen Algorithmus, der das “Lernen” kontrolliert, und mindestens einen weiteren, der das Ergebnis produziert – nur ist eben dieses Ergebnis nicht deterministisch.

  25. …dankt für die Lage :)
    Kann man Euch auch im Fediverse mit Mastodon und ähnlichem folgen, falls bei Twitter mal was gesperrt sein sollte?

  26. Zum Thema “Zensur”. Mir ist unverständlich, warum sich Philip so sehr darüber empört, dass betroffene Nutzer die Sperrung von Twitteraccounts wegen völlig harmloser Tweets als “Zensur” bezeichnen. Mir ist klar, dass es v.a. in der Netzgemeinde eine lange Tradition hat, bei der leichtfertigen Verwendung des Begriffs meinungsstark einzuschreiten a la “das ist keine Zensur, das ist Moderation” oder “Zensur machen nur Staaten”. Richtig ist: wenn man Definitionen des Zensurbegriffs liest auf wikipedia, wiktionary, duden.de etc. steht dort, dass sich der Begriff “meistens” / “insbesondere” / “in der Regel” auf Informationskontrolle durch Staaten bezieht. Aber muss man sich deswegen so aufregen, wenn jemand sich den Begriff zu eigen macht, um auf einen Missstand hinzuweisen? Sprache ist immer im Wandel und wenn Philip in der nächsten Sendung dafür die Zeit hat, würde ich gern mal von ihm erklärt hören, welche große Gefahr davon ausgeht, den Begriff “Zensur” umgangssprachlich auch auf z.B. auf soziale Netzwerke anzuwenden. Wie ihr selbst ja lang und breit ausführt, findet ein großer Teil des öffentlichen Diskurses mittlerweile nun mal bei Facebook, Twitter und auf Whatsapp statt und wenn man wegen einer nicht strafbaren politischen Meinung von diesem Diskurs ausgeschlossen wird, auf Basis fragwürdiger und intransparenter Algorithmen, die entscheiden, ob ein Tweet “die Wahlbeteiligung senken” könnte, dann ist das meiner Meinung nach eben eine Twitter-interne Zensur. Jetzt könnte man argumentieren “der oder die bei Twitter gesperrte Nutzer/in ist ja nicht komplett mundtot, man kann seine Meinung ja anderswo öffentlich verkünden”. Nur: (1) schränkt eine von so vielen Menschen genutzte Plattform wie Twitter durch die Sperrung die Reichweite eine/r NutzerIn mit vielen Followern drastisch ein (genau wie bei der “staatlichen” Zensur), insofern handelt es sich also auch hier um “Informationskontrolle”, die zusätzlich möglicherweise sogar vorauseilend im Sinne der Politik vorgenommen wird. Und (2) ließe sich dieses beliebte Gegenargument genauso darauf anwenden, wenn der ARD vom Bundesverkehrsministerium verboten würde, in den Tagesthemen über den Dieselskandal zu berichten, so lang das Thema bei kleinen Blogs erlaubt bliebe. Dass man auch noch andere Wege hat sich zu äußern bedeutet nicht, dass eine mächtige Institution keine Informationskontrolle vornimmt.

    • Die Beschränkung des Begriffs “Zensur” auf staatliche Akteure verkennt m.M.n. die gegenüber früheren Jahrhunderten viel stärkere Rolle von privaten Akteuren, insbesondere Plattformen und Sozialen Medien für den öffentlichen Diskurs.

      Statt die Verwendung des für diese Quasi-Monopolisten durchaus angebrachten Begriffs “Zensur” zu verteufeln sollten wir besser überlegen, ob für solche Unternehmen nicht eine unmittelbare Grundrechtsbindung angebracht wäre.

  27. Kommentar zu den Paketboten:

    Amazon gibt einem die Möglichkeit zu wählen, ob das Paket mit Hermes oder DHL versendet wird. Der Preis ist jedoch für beide Möglichkeiten der Gleiche.

  28. Hallo Phillip und Ulf, in der neuesten Folge Logbuch Netzpolitik 301 ab 1:20h ist Linus ziemlich irritiert, dass die Interviews der LdN141 auf der Re:publica hinter eurer Paywall verschwunden sind und ich kann das vollkommen nachvollziehen. Erstmal ist es nicht nur eure Arbeit mit der ihr bei dieser Folge Geld verdient sondern auch die Arbeit von Linus und eule. Außerdem haben beide den Anspruch (so nehme ich es zumindest wahr), Wissen möglichst frei zur Verfügung zu stellen, dass man dafür eben nicht zahlen muss. Diesen Anspruch torpediert ihr.

    Vor ein oder zwei Jahren habt ihr in eurer Sommerpause mehrere Sonderfolgen (wenn ich mich richtig erinnere ging es um E-Autos) exklusiv für eure +Abonnenten produziert, anschließend aber gesagt, dass ihr das in Zukunft nicht mehr tun werdet. Erstens weil manchen eurer Zuhörer dann die Diskussionsgrundlage fehlt, zweitens weil viele gesagt haben, dass sie euch nicht wegen Bonus Content unterstützen und heute das sicher noch genauso sehen.

    Auch ich schließe nur wegen dem Republica Spezial kein Abo ab. Das habe ich bereits getan, weil ich eure Arbeit allgemein unterstützen möchte. Auch die Werbefreiheit ist zwar nett, aber nicht der ausschlaggebende Punkt.

    Deshalb bitte ich euch, (auch wenn ihr es nur selten macht) Podcasts nicht nur für eure +Abonnenten zu produzieren, sondern allen kostenlos zur Verfügung zu stellen,. Insbesonders wenn man nur das Republica Spezial betrachtet, bei dem nicht nur ihr beide Zeit hineininvestiert habt.

    • Sorry, aber hier geht doch einiges durcheinander: Zunächst mal ist das nicht LdN141, sondern ein Extra. Die ganze Show gibt es außerdem wie viele andere Inhalte der rp bei YouTube. Wir haben da also nichts hinter einer Paywall versteckt, sondern im Gegenteil die Show noch als Bonus für unsere Abonnenten in den Plus Feed gestellt. Wir wissen aus dem Feedback, dass einfach sehr viele Menschen solche Extras schätzen. Aber wer kein Lage plus hat bzw. will, der kann die Show auf YT ansehen.

      Das machen wir übrigens auch bei unserem übrigen Bonus-Content so – fast alles ist auch irgendwo frei verfügbar, jedenfalls etwas später.

      Und was die “Arbeit” angeht: Das ist nun wirklich Quatsch, Linus und Eule waren zu Gast, weil sie die Position der Fusion im Konflikt mit der Polizei verdeutlichen wollten. Wir haben ihnen also Öffentlichkeit für ihre Anliegen geboten. Ich finde es zwar super, dass sie da waren, aber mit Arbeit hat das nichts zu tun.

  29. Zum Thema Paketboten.

    Alleine aus persönlicher Erfahrung und auch zwei Nachfragen vergibt der Versender A. nicht nur nach dem günstigsten Preis. Dass der Preis auch die Qualität / den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen zur Zustellung eines Pakets beeinflußt, wird ebenfalls “benutzt”, um Kunden dazu zu bringen, darauf zu achten, dass A. auch der Versender ist.

    Hintergrund: Liegt die Ware nicht bei A. , sondern bei Firma B., die über A. die Ware anbietet, schreibt A. der Firma B. vor, mit welchem Paketdienst die Ware versendet werden MUSS. Ich habe das bis jetzt zweimal festgestellt und habe auch jedes Mal beim eigentlicher Anbieter nachgefragt.

    Ergebnis: A. versendet nur über die (Wertung nur für meinen Wohnort!) zwei besten Paketdienste, andere Paketdienste hat A. selbst in den letzten 5 Jahre NIE beauftragt. Bestelle ich entgegen dieser Erfahrung Ware, die vom Anbieter versandt wird, wird immer mit dem Paketdienst C., der (auch hier: nur Erfahrung an m/einem Wohnort!) weder klingelt, noch eine Benachrichtigung einwirft, vorgeschrieben. Die Erfahrung mit dem Paketdienst C. wird durch die Angestellten des Geschäfts bestätigt, in dem man seine Pakete abholen kann, sofern man täglich die Paketverfolgung kontrolliert und ca. 2 Tage nach angeblichem Zustellversuch feststellt, dass das Paket in einem Geschäft zur Abholung liegt.

    Ich gewöhne mir inzwischen an, solche Anbieter direkt anzuschreiben und um Zusendung durch eine Paketdienst zu bitten, der noch ein gewisses Mass an Rest-Anstand im Umgang mit seinen Angestellten hat. Bin ich zuhause, bekommt der Paketbote jedes Mal ein Trinkgeld. Tut mir nicht weg und jemand, dessen Dienst mir viel bedeutet, hat ein Feierabend-Bier frei.

  30. Kleiner Hinweis zum Thema Facebook-Monopol:
    Als Facebook 2012 Instagram gekauft hat, konnte weder durch die EU-Kommission noch durch das Bundeskartellamt eine Fusionskontrolle vorgenommen werden. Weder die FKVO noch das GWB sehen Kontrollen vor, wenn das Target (also in diesem Fall Instagram) zu geringe Umsatzerlöse erzielt. Instagram hatte 2012 einen Umsatz von 0$ und das obwohl sie 13 Mitarbeiter und 30 Millionen Individual users hatten. Mithin haben die Kartellbehörden was Facebook / Instagram betrifft keineswegs Fehler gemacht, vielmehr hatten sie gar nicht die Möglichkeit zu kontrollieren, weil der Anwendungsbereich des Kartellrechts sich durch Umsatzschwellen eröffnet. In der Rechtswissenschaft wird jetzt spätestens seit dem Facebook / Instagram Merger diskutiert alternative Schwellen (zum Beispiel eine bestimme Größe an Datensätzen) als Schwelle einzuführen. Das wird jedoch nach wie vor weitesegehend abgelehnt, da das Wettbewerbsrecht nicht das Datenschutzrecht ablösen solle. Ich finde das wenig überzeugend, denn schließlich kann ein Unternehmen durchaus eine marktbeherrschende Stellung durch Zukauf von Tech-Konzernen gewinnen, schon allein aufgrund der Kundendaten des targets.
    Vielleicht könnte ihr das Thema bei einem passenden Aufhänger ja mal einbringen ;)

    P.S: Mal wieder eine sehr gute Folge! Macht weiter so!

  31. Vielen Dank für alles – super! Ich höre Euch seit ein paar Wochen regelmäßig.

    Anregung: Habt ihr schonmal über das Thema Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer gesprochen? Ich bin gerade nur zufällig darüber gestolpert: https://twitter.com/kaffeecup/status/1128281583843196929 oder https://twitter.com/BR24/status/1128222129697300480
    Ich fände es sehr spannend, von Euch mal etwas über die Fakten und Spekulationen zu diesem Thema zu erfahren.

  32. Zu den Thema Regulierung von Facebook.

    Da dies ja eigentlich eh auf landesebene erfolgen muss aufgrund der unterschiedlichen Gesetze von Ländern wäre es da nicht sinnvoller facebook usw. da komplett rauszunehmen? Die Länder müssten doch eigentlich nur eine Art Polizeiwache für das Netz aufbauen mit Beamten die entsprechend geschult sind. An diese können sich dann alle wenden, die dortigen Polizisten würden dann aktiv und könnten die Sachlage wahrscheinlich deutlich besser beurteilen als günstige Arbeitskräfte der Konzerne. Sollte än die Beamten dann zu der Entscheidung kommen „ja, das könnte eine Verletzung unserer Gesetze sein“ dann müsste fb eine Stelle haben mit der die Beamten dann die ip-Adresse bekommen und ggf. Beiträge (oder User) offline nehmen zu können.
    Und mit der ip könnte dann ja dank vorratsspeicherung auch zumindest der anschlussinhaber ermittelt werden.

    Ok, ich weiß, wir haben eh zu wenig Beamte, aber das würd imho mehr Sinn machen wie zb citis oder sonstige schnellschüsse.

  33. Das Thema E-Scooter wurde für mein Empfinden von euch etwas lieblos und uninspiriert abgehandelt.
    Mit keinem Wort wird die Möglichkeit erwähnt, dass es sich bei dem Hype um ein Angebot handelt, dass dem Gemeinwesen nicht nützt, sondern ihm womöglich schadet. Ihr schweigt dazu oder es fällt euch nicht auf, dass diese Elektrifizierungswelle auf die Infantilisierung der Gesellschaft aufsetzt. Die Gesellschaft krankt dramatisch Bewegungsmangel. Trotzdem findet es die Öffentlichkeit großartig, wenn ihr auch noch die letzten Nischen genommen werden, in denen man zumindest ein wenig Bewegung zusammen kommt. — Dieser Trend ist derart absurd, dass ich mir eine Erwähnung dieser Sichtweise gewünscht hätte.

  34. Diese Lage war wirklich mega entspannt und Spaß gemacht zu hören. Vielleicht weil der Brexit mal nicht vorkam ;-) ?!?!

  35. Bezüglich des Mindestlohns für Azubis.

    Ich würde mich freuen, wenn auch die derzeitigen Umbrüche in den Gesundheitsfachberufen Eingang in euren Podcasts finden würden. Im Gegensatz zu den betrieblichen Ausbildungen zahlen angehende Physiotherapeut*innen, Ergotherapeut*innen und Logpäd*innen für ihre dreijährige, schulische Ausbildung häufig 300 bis 600 € im Monat. Was insbesondere vor dem Hintergrund von – durch Leistungserbringer wie die Krankenkassen mitverursachten-niedrigen Löhnen und dem bereits bestehenden Fachkräftemangel von Bedeutung ist. An Mindestlohn oder Ausbildungsvergütung ist weiten Teilen nicht zu denken, obwohl Lernende ebenfalls etwa ein Drittel bis die Hälfte ihrer Ausbildung im Praxiseinsatz sind.

    https://dve.info/service/aktuelles/1787-„ohne-geht%60s-nicht“-der-dve-macht-sich-für-die-lernenden-stark

  36. Liebe Lage,

    wie immer danke für euren spannenden und informativen Podcast!
    Zum Thema Mindestlohn in der Ausbildung: ein sehr wichtiges Thema, das öffentliche Aufmerksamkeit und Diskussion verdient. Allerdings fand ich es sehr schade, dass ihr zwar kurz die prekäre Lage von PsychotherapeutInnen in Ausbildung (kurz PiA) erwähnt, diese gleichzeitig aber als “das ist etwas anderes” abgetan habt. Momentan arbeiten PiAs in manchen großen Intitutionen für rund 1,40€ Stundenlohn, und das nach 5 Jahren Studium! Zusätzlich müssen die Kosten für die theoretische Ausbildung, die 3 bis 5 Jahre dauert, sowie die Supervisionsstunden aus eigener Tasche bezahlt werden und belaufen sich auf 20.000-30.000€. Wie soll ein Mensch ohne Kapital das stemmen? Trotz dieser seit Jahren stattfindenden Ausbeutung bekommt dieses Thema kaum Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit. Aus diesem Grund würde ich mich persönlich sehr freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Vor allem weil gerade diese Woche eine Anhörung zur Reform der Psychotherapeuten-Ausbildung im Gesundheitsausschuss stattgefunden hat. Zwar ist der Reformentwurf ein riesen Schritt in die richtige Richtung, jedoch ist immernoch unklar, wie die Übergagngsregelungen für aktuelle Studierende bzw. Auszubildende aussehen sollen.

  37. zu Mindestlohn für Azubis
    Die genannte Dame aus Leipzig bildet nicht aus weil die Azubiverügtung zu gering ist?
    Verstehe ich nicht.
    Sie hat doch die Möglichkeit eine höhere Ausbildungsvergütung zu zahlen. Da werden potzenzielle Bewerber sicherlich nichts dagegen haben. Die Ausbildungsvergütung könnte zudem auch schon in der Stellenauschreibung genannt werden, falls es bisher an Bewerbungen gemangelt hat.

    • Hey, genau das habe ich mich auch gefragt. Selbst wenn es einen Tarifvertrag gibt, dürfte der Arbeitgeber doch stets in der Lage sein positiv zugunsten des Arbeitnehmers davon abzuweichen.

      Das Einzige was hier für die Meisterin aus Leipzig sprechen könnte wäre der Gedanke, dass dies im Verhältnis zu anderen Friseursalons ein Wettbewerbsnachteil darstellen würde. Ich weiß nicht, ob das überzeugt. Eine gleichmäßige Erhöhung durch einen Mindestlohn könnte dem vorbeugen. Hiergegen spricht jedoch wiederum, dass hierdurch Negativanreize gesetzt sind, die Einstellungen von Auszubildenden entgegensteht.

      Am Ende des Tages erscheint es mir deshalb sinnvoller das Ziel zu verfolgen Friseure über Tarifverträge einen höheren Lohn zu verschaffen. So steigt der Anreiz, dass junge Menschen dem Beruf nachgehen und gleichzeitig vergrößert eine bessere Entlohnung die Spanne um die es einem Arbeitgeber möglich ist Geld in Auszubildene zu stecken.
      Selbstverständlich alles zu dem Preis eines teureren Haarschnitts.

  38. Zum Thema Mindestlohn in der Ausbildung:
    Bei dem Rechercheaufwand von Philipp hätt ich mir noch gewünscht, dass ihr auf zwei weitere Punkte eingegangen wärt:

    1. Es ist eben noch Ausbildung: Das heißt ein Unternehmen investiert über die Vergütung hinaus in Azubis. Das Studium wird bspw. den Studierenden auch nicht bezahlt. Die Auszubildenden arbeiten eben noch nicht.

    2. Es geht im Grunde (häufig) um die Verteilung der Einkommensquellen zwischen Steuerzahler und Unternehmen: Was nicht als Ausbildungsvergütung gezahlt wird, muss im Zweifel als Ausbildungsbäfög oder andere Sozialleistungen ausgeglichen werden (Gilt sicher nicht in jedem Fall).

    Aus beiden Punkten zusammen – denke ich – sollte die Ausbildung durch staatliche Maßnahmen attraktiver gemacht werden.

    • Dass die Azubis nicht voll arbeiten würde ich nur zum Teil unterstützen. Ich habe meine Ausbildung in einem International tätigen Energieversorgungsunternehmen gemacht. Dort ist es ganz klar so: Die Azubis sind in der Ausbildungsabteilung und lernen über verschiedene Projekte ihr Ausbildungsinhalte.
      Die Mitazubis aus der Berufsschule berichten aber zum Teil etwas ganz anderes. Gerade der kleine Elektro-Krauter schickt doch den Azubi aus dem 3. Lehrjahr zusammen mit dem Azubi aus dem 1. LJ alleine auf die Baustelle und lässt die Elektro-Verkabelung erstmal von den beiden alleine erledigen. Der Meister schaut evtl. zwischendurch mal vorbei und der Geselle schaut sich am Ende stichprobenartig eineige Steckdosen an.
      Gerade im Handwerk werden Azubis nur als billige Arbeitskräfte bezahlt, und eben zum Teil schon von anfang an als vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt.

  39. Zum Thema EU:
    Ich möchte die Website europa.eu für Informationen über die EU empfehlen, also hauptsächlich Sachinformationen zu den Organen und Institutionen der EU, Gesetze, Beteiligungsmöglichkeiten und vieles mehr an Grundinformationen.
    Sehr neutral und verständlich aufgebaut.

    Desweiteren wollte ich mal darum bitten, dass die Lage sich mit dem Thema Europaparteien beschäftigt und diese erklärt.

  40. Zu dem Punkt mit der Anonymität im Internet hatte ich vor einiger Zeit mit einem Kumpel auch diskutiert und wir hatten uns folgende Lösung ausgedacht:
    Die Bundesrepublik Deutschland oder sogar die EU richtet einen online Service ein. Dieser Service unterliegt höchsten Datenschutzbestimmungen und arbeitet natürlich nicht gewinnorientiert. Bei diesem online Service kann jeder Bürger eine oder mehrere künstliche online Identitäten beantragen. Mit einer Identität registriert er sich bei Facebook, mit einer anderen bei Google und so weiter. Facebook und co erhalten demnach nur eine künstliche Identität. Wenn nun ein Account eine Straftat begeht, kann gerichtlich beantragt werden, dass in dem staatlichen online Register die jeweilige Verknüpfung geöffnet wird.

    • Ohne dass ich das rechtlich irgendwie beurteilen kann, klingt dieser Vorschlag vernünftig und zielführend. Schon seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, dass Google/Facebook/Twitter etc. Dienste anbieten, die immer unentbehrlicher und damit mächtiger werden und in keinster Weise kontrolliert wird, was mit den Daten passiert.
      Ich bin schon älter und habe (noch) ein gewisses Vertrauen in den Staat und unsere Gesetze und Rechtstaatlichkeit. Beim obigen Vorschlag würde ich daher sofort mitmachen.
      Trotzdem schützt dies nicht vor Veränderungen, sollte der Staat zu einem Unrechtsstaat werden. Es müsste Verfahren und Fristen geben, die Verknüpfung zwischen online Identität und Realnamen zu löschen.
      Es wäre zu überlegen, ob es sinnvoll wäre, Identitäten mit allen Äußerungen vollständig löschen zu können – auch wenn dies Löcher in Diskussionen hinterläßt.
      Abgesehen davon, müsste sowieso der Wissens- und Speicherhunger dieser Dienste kritisch hinterfragt werden – was leider bisher versäumt worden ist und weiterhin versäumt wird.

      • Ich finde die Idee weniger gut. Der Gedanke hinter Anonymität ist derjenige, dass gerade niemand weiß, wer ich bin. Hierzu zähle ich (gerade) auch den Staat.
        Der Ansatz einen Service anzubieten, der zentralisiert meine tatsächlichen Daten hat, beruhigt mich da nicht wirklich. Nicht zuletzt deshalb, weil es keine Sicherheitsvorkehrungen im Netz gibt, die nicht auch “geknackt” werden könnte. Das eine Problem wäre für mich also die zentralisierte Seite des Ansatzes und das andere Problem die Vorstellung es gäbe so etwas wie save havens für deine Daten die 100% sicher sind.
        LG Marcel

      • Meine Idee dient ja gerade dazu, die Anonymität zu bewahren. Ich halte auch nichts von einem solchen gigantischen Datenhaufen. Wenn sich sogar die NSA ihre Hackertools stehlen lässt, dann könnte man drauf warten, dass die Klarnamen von Twitter und Facebook im Darknet stehen.

  41. Zum Thema E-Scooter:
    Einer der wichtigsten Punkte ist meiner Meinung nach der ersparte Platz im Vergleich Auto zu E-Scooter. Das sollte auch bei der ganzen Abstelldebatte berücksichtigt werden. Den Platz den ein abgestelltes Auto in Anspruch nimmt, lässt sich mit einer Großzahl an Scootern auffüllen. Die Effizienz ist somit viel größer. Deshalb finde ich die ganze Debatte, um den richtigen Abstellort und eine befürchtete Überflutung der Städte mit E-Scootern übertrieben.
    Vergleiche ich deutsche Städte mit meinem Wohnort (Kopenhagen), würden viele Verwaltungen in DE sich auch über die Art und Weise wie Fahrräder hier abgestellt werden beschweren. Trotzdem hat hier niemand einen Nachteil oder sonstige Probleme durch abgestellt Fahrräder/E-Scooter. Man ist eher froh darüber sich schnell und flexibel durch die Stadt bewegen zu können.

    Ich denke es bedarf einer radikalen Veränderung der Fahrrad/E-Scooter-Infrastruktur, z.B. durch Umbau von PKW Parkplätzen zu Fahrradständern und PKW-Spuren zu Fahrradwegen. Dann lässt sich ein “Chaos” mit den E-Scootern auch vermeiden. Jedoch muss diese Veränderung von der Stadtverwaltung ausgehen und nicht die E-Scooter Firmen dafür in Verantwortung gezogen werden, da sie keine Möglichkeit haben diese Platzverhältnisse zu ändern.

    • Meine Erfahrung aus Lissabon und Berlin sind da andere. In Lissabon gibt es zwei oder drei Anbieter für Leihscooter und die stehen da überall rum, oft auch im Weg. Und das, obwohl es ausgewiesene Abstellbereiche gibt. Denn bei jeder Abgabe des Scooters muss per Foto dessen Standort dokumentiert werden. Eng nebeneinandergestellt, zwischen mehreren Autos, ist so ein Foto schwerer zu schießen und ohne Foto kostet das extra. Deswegen habe ich mehr als einmal beobachtet, wie jemand den Scooter einfach mitten auf den Gehweg stellte, zwei Schritte zurück machte, ein Foto knipste und dann weg ging. Die Scooter sind übrigens schwer genug, als dass man sie einfach zur Seite stellen könnte.

      Und in Berlin bin ich oft genug mit dem Fahrrad den E-Rollern ausgewichen, die faule Ausleihende einfach auf dem Radweg geparkt haben. Ich glaube, die ohnehin schon miese Qualität der Radwege wird durch eine Flut an Leihscootern noch mal schlechter.

      So sehr ich diese Dinger eigentlich mögen will, so sehr graust es mir vor den Effekten des ungezügelten Markteintritts von großen Verleihern.

      • Natürlich, ich gebe dir recht, dass die Scooter vernünftig abgestellt werden müssen! Es gibt auch hier schlecht abgestellte Scooter, das möchte ich gar nicht bestreiten. Aber dadurch, dass es viele Fahrradständer gibt stehen Scooter auch häufig neben diesen. Dort stören sie nicht so häufig.

        Wie du auch sagst, denke ich auch, dass die Radinfrastruktur in DE mit den neuen Nutzern noch mehr überlastet sein wird. Genau das ist doch ein Grund die Radinfra radikaler umzubauen. Mehr Stellplätze, breitere Fahrradwege! Der Platz wird von der Autoinfrastruktur weggenommen, aber genau die Autos sollen ja auch ersetzt. Also eigentlich eine Win-Win-Situation. (Alles sehr optimistisch gedacht, das gebe ich zu!)

      • 19. Mai 2019 um 6:19 Uhr
        DFB gefgfdfbh

        Wenn der Ausleiher ein Foto des abgestellten Fahrzeugs macht, ließe sich das im Falle einer unsachgemäßen Abstellung doch prima nutzen, um dem Kunden ein Ordnungsgeld aufzuerlegen. Sobald ein Passant sich am abgestellten Fahrzeug stört, könnte er die Fahrzeugnummer melden und das Unternehmen anhand des Fotos den Verursacher identifizieren. Ein Mietwagen darf ja auch nicht einfach im Parkverbot abgestellt werden, ohne dass der Benutzer mit Konsequenzen zu rechnen hätte.

    • Dem waere so, wenn E-Scooter _anstelle_ von KFZ genutzt werden wuerden. Das ist das Verkaufsargument, mit dem auch die Scooter-Anbieter derzeit an die Kommunen herantreten und sowas wie die elektromobile Verkehrswende versprechen. Ein Beleg, dass das tatsaechlich so passiert, fehlt bislang jedoch – genauso koennte es sein, dass die bisherigen Traeger im Umweltverbund (vor allem der Fussverkehr und der ÖPNV) von den Rollern kannibalisiert werden. Arg viel gewonnen ist damit erstmal nichts.

      Spannend ist indes ueberhaupt, wie die Kommunen mit den neuen Anbietern umgehen. Da ist die Bandbreite wirklich enorm und offen gestanden zum Teil etwas erschreckend.

    • Dann müsste man aber PKW Parkplätze in Leih-Scooter bzw -Räder Parkplätze umwandeln. Allein mir fehlt der Glaube, die Parksituation in deutschen Großstädten für PKWs ist jetzt schon angespannt (natürlich weil jeder ein Auto hat, manche auch mehr als eins).

    • Vieles ist hier angeschnitten worden, was auch mich an der Debatte irritiert. In der Lage kam mir zu kurz, dass es ein generelles Infrastrukturproblem gibt. Bevor man über die Zulassung spricht, sollte man überlegen, ob die bestehende Infrastruktur die zusätzliche Beanspruchung aufnehmen kann. Meines Erachtens kann die Antwort nur nein lauten, es reicht ja nicht einmal für die Radfahrer. Die Zulassung der E-Scooter ist aus meiner Sicht kein Beitrag zur Mobilitätswende, ich behaupte, es wird niemand das Auto deswegen stehen lassen. Die Leute hätten ja bereits jetzt auf Fahrrad oder Pedelec umsteigen können. Ein Grund, dass dies nicht passiert ist liegt wohl darin, dass der Straßenverkehr wie er jetzt ist auf Umsteiger zu gefährlich wirkt (s. https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-04/radfahren-stadt-risiken-gefahren-studie). Vor diesem Hintergrund halte ich es für kontraproduktiv, jetzt noch mehr Verkehr auf die schlechte Infrastruktur zu schicken, statt erst einmal ein ordentliches Konzept aufzustellen und umzusetzen.

      Was das Abstellen angeht, ist meine Erfahrung mit den Leihrädern auch, dass es leider zu viele rücksichtslose Menschen gibt, die diese mitten im Weg, auf Bahnsteigen oder sonstwo abstellen. Ich denke dies liegt auch daran, dass man sich für ein fremdes Fahrrad weniger verantwortlich fühlt als für ein eigenes.

      Zuletzt zum Thema Mitnahme in der Bahn, ich halte es für sinnvoller die flächendeckende, kostenlose Fahrradmitnahme zu ermöglichen, auch was den Platz in den Bahnen angeht, da sonst die verzahnten Verkehrskonzepte scheitern werden. Hier nun die E-Scooter zu bevorzugen halte ich für falsch.
      Ohne bessere Bedingungen für

  42. Danke für die Lage!
    Was Thema E-Scooter angeht und mitnähme von Rädern gibt es im HVV etwas Chaos. Fahrräder können in U-Bahnen kostenlos mitgenommen werden außer in den Sperrstunden Mo-Fr 7-9 & 16-18 Uhr. In Regionalbahnen im HVV kosten sie extra und Busse wäre es kostenlos möglich, kommt aber sehr selten vor. Klapräder wiederum können immer kostenlos mitgenommen werden wenn die zusammen geklappt sind.

  43. Danke fürs Zusammenkehren der Lage um soziale Netzwerke. Ich möchte ein paar Gedanken anmerken, die bei Euch so nicht oder nur wenig angeklungen sind.

    Die Deanonymisierung von Nutzer*innen hat nicht nur keinen Nutzen für den Umgang im Netz (man frage mal beliebige Feminist*innen, wie viel Hass sie unter Klarnamen oder von Firmenemails erhalten), die Deanonymisierung stärkt Facebook und Google ungemein. Man stelle sich vor, man müsse sich per Ausweisdokument (Perso o.ä.) bei Facebook identifizieren. Wie hoch stünden die Chancen, dass Facebook diese hochsensiblen Daten auch wirklich nach Authentifizierung wieder löscht? Wir bauen damit eine bestätigte Datenbank von Personendaten in den Händen von privaten Firmen außerhalb der EU. Diesen Punkt vermisse ich bei jeder Klarnamenpflichtsdebatte im politischen Kontext. Wenn ich verklagt werden kann, weil mein Name bei Facebook genutzt wird, will ich korrekte Authentifizierung, aber mit korrekter Authentifizierung gebe ich Facebook Macht über meine sensiblen Daten.

    Das führt mich zu dem Gedanken, der auch von Cory Doctorow vorgebracht wird: Jeder kleine Aktionismus gegen FB, Google & Co stärkt diese Unternehmen und macht Mitbewerbern das Leben schwer. Die Giganten wissen immer genauer, wie sie sich genau bis zum Rand der Legalität bewegen können, während Mitbewerber Risiko laufen, mit massiven Strafzahlungen für Vergehen im komplexen Feld digitaler Richtlinien überzogen zu werden. Egal ob die Klagen von Max Schrems (Facebook adaptiert im Detail das Verhalten und ist im Großen genauso übel wie zuvor), die DSGVO (Google investierte hunderte Mannjahre in die gerichtsfesten Texte zum Datenschutz, etwas das kein Mitbewerber sich leisten könnte), Artikel 13 (Uploadfilter finden bei FB oder Google statt, Alternativen können sich technisch kaum dagegen behaupten) oder das schlimmste Beispiel, das Leistungsschutzrecht, das Googles Marktmacht zementierte und alle Mitbewerber aus dem Markt warf und jetzt auch auf EU Ebene kommt (danke, SPD!). Ich frage mich, ob das auf politischer Ebene Unfähigkeit oder Absicht ist. Vermutlich ist es aber unvermeidbar. Demokratische Prozesse sind langsam, kompromissbehaftet und Lobbyeinflüssen unterworfen.

    All das führt zum Schluss: Facebook, Google und Twitter können wir nicht demokratisch kontrollieren, ohne sie dadurch zu stärken. Alles, was wir tun können, ist diese Services sterben zu lassen, aktiv oder passiv. Wir müssen Facebook und vor allem Twitter seinen Stellenwert aberkennen. Twitter ist ein Plattform, die von zweifelhaften Menschen geführt wird, massiv blind ist auf dem rechten Auge und die willkürlich Accounts sperrt. Wenn wir aufhören würden, so zu tun, als wäre Twitter die einzig mögliche Form, sich öffentlich zu äußern, wären Twitters Nachteile egal. Wir müssen da ja nicht sein. Stattdessen werden dutzende Artikel geschrieben, wenn ein einziger Grünenpolitiker sagt, er habe auf das Netzwerk keine Lust mehr und geht. Die Netzwerke haben nur die Macht, die wir ihnen geben, und da ist besonders die Blase aus Jorunalist*innen, Medienschaffenden und Netzaktivist*innen gefragt. Schaut und schreibt und lest nicht nur bei Twitter, sondern nutzt Blogs, Podcasts, statische Websites, Mastodon und andere Alternativen ernsthaft, besonders wenn ihr euch über Twitter echauffieren möchtet.

    TL;DR: Wir können Netzwerke nicht kontrollieren, ohne ihre Position zu zementieren. Deanonymisierung fördert Facebook. Hört auf, soziale Netzwerke so ernst zu nehmen, wie bisher, denn daraus ziehen sie ihre Macht.

    • Schön, dass ich es nicht mehr schreiben muss. Nämlich der 2. Absatz, beginnend mit “Die Deanonymisierung von Nutzer*innen hat nicht nur keinen Nutzen für den Umgang im Netz …” Mich graust bei der Vorstellung, irgendwelchen Firmen, denen aus welchem Grund auch immer nicht untersagt ist, alle möglichen Daten für ewig zu speichern, meinen Klarnamen samt Real-Adresse direkt zu geben.

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