LdN142 Elektrokleinstfahrzeuge, Soziale-Netzwerk-Kontrolle, Azubi-Mindestlohn, Fluggastdaten, Petersberger Klimadialog, Paketboten-Schutz

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Elektrokleinstfahrzeuge

Soziale-Netzwerk-Kontrolle

Auszubildende-Mindestlohn 

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Petersberger Klimadialog 

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Hausmitteilung

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  1. Zum Thema Netzwerk-Kontrolle kann ich, genau wie Linda, auch nur allen den Film “The Cleaners” empfehlen, eine Gemeinschaftsproduktion von Arte, ORF, BBC und vielen mehr.

  2. Zum Thema der Anonymität im Netz (LdN142 im Kontext der Accountsperrungen bei Twitter): Eine Idee wäre es einzuführen, dass jeder Nutzer seinen Account unter dem bürgerlichen Namen anlegen muss, es ihm/ihr aber freisteht im Anschluss einen Nickname/ein Pseudonym festzulegen, unter dem gepostet wird. Sollten Sanktionen jeglicher Art wg. unangemessenen Verhaltens/Postings nötig werden, könnten Facebook, Twitter&Co. (ggf. durch das vorgeschlagene einzurichtende Gericht) zur Herausgabe des Namens verpflichtet werden. Vielleicht würde das Hinterlegen des eigenen Namens manche Leute schon initial davon abhalten, überhaupt unangemessen zu posten/sich unangemessen zu verhalten?

  3. Lieber Philip, lieber Ulf,

    hab den Artikel hier angezeigt bekommen und gelesen:

    https://m.focus.de/finanzen/boerse/experten/gastbeitrag-von-marc-friedrich-und-matthias-weik-das-maerchen-vom-reichen-land-nach-der-eu-wahl-kommt-bei-uns-das-grosse-beben_id_10683838.html

    Frage 1: wäre das ein Thema für Euch? Weil
    Frage 2: stimmt das so wirklich? Ist das hier gezeichnete Szenario wahrscheinlich bzw. stimmen die genannten Fakten?

    Wisst Ihr (oder ein ander Hörer) sicherlich besser als ich und würde mich sehr interessieren. :)

  4. In einer älteren Lange haben Sie bereits die Reform des Psychotherapeutengesetz angesprochen.
    Hierzu noch folgendens:
    Ansich ist die Reform sehr toll jedoch berücksichtigt diese keine Übergangsregelung für Studierende und Psycholog*innen in Ausbildung im alten System.
    Dies wäre somit der erste Fall, dass es keine Übergangsregelung gibt. Wenn dies der Fall sein wird, dann können wir alle mit unserem Bachelor/Master entweder nichts anfangen order müssen im alten Sytem unter unfairen Bedinungen die Ausbildung absolvieren. Hierbei ist die Übergangszeit von 12 Jahren auch sehr utopisch, da somit kein Krankheitsfall, Familienplanung dazwischen kommen darf.
    Hierfür haben wir eine Petition gestartet und uns fehlen noch einige Stimmen!
    Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie unsere Petition auf ihren Sozial Media Accounts teilen könnten, da es sehr schwer ist etwas so fachspezifisches zu teilen.
    https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2019/_03/_31/Petition_92805.html
    (Es ist bis 28.05 Zeit)

  5. Kurze Anmerkung, weil ihr auf sprachliche Genauigkeit immer so viel Wert legt (Korrekte Bedeutung von evakuieren, Zensur etc.): Die umgangssprachliche und in der Lage genutzte Formulierung “Kosten sparen” ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht korrekt. Kosten sind monetäre Abflüsse, keine explizite Summe des verfügbaren Budgets, und gespart wird nur, wenn ein Teil des Budgets zwecks späterer Verwendung beiseite gelegt wird. Kosten oder Ausgaben können nur gesenkt werden, die im Budget freigelegte Summe lässt sich anschließend sparen.

  6. Thema DSGVO
    Quelle:
    ULD Pressemitteilung vom 24.05.2019 Kiel
    Link: https://uldsh.de/tb37

    1.
    Beschwerden erhielt das ULD auch, als bekannt wurde, dass mehrere Städte in der Fußgängerzone und anderen öffentlichen Bereichen die Besucherströme messen wollten, indem die von Smartphones ausgesendeten technischen Daten erhoben und gespeichert wurden (sog. Offline-Tracking). Ohne Rechtsgrundlage ist dies je-doch nicht erlaubt, die Städte sahen aufgrund der Kritik auch des ULD davon ab. Be-sucherströme könnte man allerdings auf andere Weise messen, z. B. mit Lichtschran-ken an Durchgängen. Auch könnten spezifische Apps Einwilligungen einholen oder statistische Informationen über die Besuche datenschutzfreundlich erheben. Tracking liegt im Trend: Das Nachverfolgen von Nutzerinnen und Nutzern nimmt im-mer krassere Züge an. Es sind Apps aufgetaucht, die das bei vielen Smartphones aktivierte Mikrofon verwenden, um für Menschen nicht hörbare Ultraschallsignale aus der Umgebung aufzufangen und zu interpretieren. Das Tracking findet damit gerä-teübergreifend statt (Cross-Device Tracking). Beispielsweise können solche Signale in Werbesendungen im Fernsehen oder in Computer-Aktivitäten eingestreut werden, die dann vom Smartphone mitgelauscht und weitergegeben werden. So sind Analysen zu Standorten, Gewohnheiten oder Interessen möglich. Dieser Möglichkeit sollte man sich bewusst sein, wenn eine App den Zugriff auf das Mikrofon verlangt.
    2.
    In vielen Behörden und Unternehmen werden Farblaser-Drucker oder Multifunktions-geräte, die Kopier-, Druck- und Scan-Funktionalität vereinen, eingesetzt. Was vielen Anwendern nicht bewusst ist: Diese Geräte codieren gelbe Mikropunkte („Yellow Dots“) in die Farbausdrucke ein. Im IT-Labor hat das ULD die Farbausdrucke vom eigenen Multifunktionsgerät untersucht und die Marker unter Einsatz von Schwarzlicht und Mikroskop sichtbar gemacht. Nachfragen zur Rechtsgrundlage für das Einfügen dieser gerätespezifischen Punktmuster, die auch Informationen zu Datum und Uhrzeit enthalten können, konnte der Hersteller nicht zufriedenstellend beantworten. Geräte ohne „Yellow Dots“ werden kaum angeboten. Das ULD wird sich damit nicht zufrie-dengeben. In der Zwischenzeit informiert ein Schild am ULD-eigenen Gerät darüber, dass diese Punkte in Farbkopien enthalten sein werden und damit eine Nachverfol-gung verschiedener Farbdrucke zum ULD nicht ausgeschlossen ist.

  7. Hallo ihr beiden,

    vielen Dank für die neue Folge!

    Ich hätte ein paar Fragen zur geplanten Mindestausbildungsvergütung:

    Ich habe nicht ganz verstanden, warum die Friseurin aus Leipzig nicht bereits jetzt schon ihre Auszubildenden besser vergütet. Wenn wirklich neue Auszubildende gesucht würden, dann müsste es in bestimmten Bereichen doch automatisch zu einer höheren Ausbildungsvergütung kommen, um sich im Wettbewerb um neue Auszubildende durchzusetzen? Außerdem fand die nette Dame die Vergütung doch offensichtlich auch zu gering und ging auch davon aus, dass ihr Betrieb eine höhere Auszubildendenvergütung verkraften würde.

    Obwohl ich ein Befürworter einer höheren Ausbildungsvergütung bin habe ich mich außerdem gefragt, ob nicht die geringe Vergütung in manchen Bereichen auch – so hart es klingt – einen gewissen Zweck erfüllt. Unternehmen, die einen Bedarf an bestimmten Auszubildenden haben, werden bereit sein, dafür auch mehr Geld auszugeben. Ein geringer Ausbildungslohn ist hingegen ein Indikator dafür, dass ein Beruf eben zur Zeit leider nicht so gefragt ist. Setzt man nicht Fehlanreize durch die Mindestausbildungsvergütung, indem sich Menschen dadurch Qualifikationen aneignen, die in Zukunft nicht mehr gefragt sind, was in der Konsequenz zu Arbeitslosigkeit führen könnte?

    • Das habe ich mich auch gefragt. Es kann aber sein, dass neben der Konkurrenz um Auszubildende auch der Preis Wettbewerb zwischen Frisören ein Faktor ist der einer höheren Vergütung im Wege steht, da diese ja durch höhere Preise wieder eingeholt werden müsste, was in der Preiskonkurrenz ein Nachteil ist.

  8. Hallo,

    vielen Dank, ich freue mich jede Woche auf die neue Folge, Danke!

    Soziale-Netzwerk-Kontrolle:
    Mal eine Frage: Warum werden nicht die Autoren von Beiträgen in Facebook und Co für die Inhalte die sie veröffentlichen zur Verantwortung gezogen. Für mich sind die Plattformen nur Transportmedien der Inhalte. Sie sollten nur dafür Verantwortlich sein, den Autor der Texte zu ermitteln. Dieses hätte vor allem zwei Effekte:
    1. Die Entscheidung ob etwas rechtens ist oder nicht, fällt wieder an den Staat wobei die Plattformen dem Staat helfen die Personen zu ermitteln und/oder Details zu liefern (Plattform ist Zeuge nicht Polizist)
    2. Die Leute würden sich zweimal überlegen was sie da schreiben.

    Flankierend müssen die Plattformen verpflichtet werden jeden aufzunehmen der sich ordnungsgemäß identifiziert und jeder darf weiterhin unter Pseudonymen veröffentlichen aber eben nicht mehr Anonym.
    International nicht möglich? Wenn man Personen aus Swasiland für Illegale Inhalte in Deutschland nicht zur Rechenschaft ziehen kann, dann sollten Inhalte aus Swasiland nicht im deutschen Raum auftauchen. Hier werden sich Lösungen finden, die am Ende weniger Einschränkend sind, als die jetzt angestrebten Lösungen.
    Zu Aufwendig für kleine Plattformen? Hier könnte der Staat bzw. das BSI helfen. Kartenleser für elektronische Personalausweise sind jetzt schon billig und würden sich weiter verbreiten, so dass eine Online-Identifizierung für jeden einfach möglich ist. An diesen BSI-Service könnt sich jede kleine Plattform einfach anschließen. Alternative Angebote für Staats-Skeptiker könnt der freie Markt anbieten…
    Anonym ist besser? Wieviel echte Personen stecken hinter einem Schittstorm, ist eine Frage die man im Zuge von Bots und organisierten Banden heute nicht beantworten kann. Diese Frage könnte man im vorgeschlagenen Modell nun beantworten ohne eine Identität aufdecken zu müssen. Auch kann man Unterlassung erreichen ohne Identitäten aufdecken zu müssen. Natürlich müssten die Hürden sehr hoch gelegt werden um das aufdecken des Pseudonyms zu erzwingen.

    Elektrokleinstfahrzeuge:
    Ihr verlinkt hier bereits zwei Zeit-Artikel. Für mich war zusätzlich der Artikel “Platz da!” von “Marcus Rohwetter” in der Ausgabe 20/2019 (nicht online) eine brillante Analyse. Er beschreibt die Problemen mit der Nutzung des öffentlichen Raumes und die Konflikte die entstehen, wenn dieser Raum einerseits kostenlos und andererseits knapp ist. Zusätzlich zeigt er Wege auf, die aus diesem Dilemma führen können.

  9. Zu erst: Danke für den Podcast und diese Folge!

    Zu Klarnamen: Ich sehe einen erheblichen Aufwand in der Umsetzung. Die Einrichtung eines Kontos wäre dann mit Post-Ident verbunden und ähnlich der Einrichtung eines Bankkontos. Ich halte das alles für sehr unpraktikabel. Weiterhin ist die Frage zu klären, was ein Klarname ist. Für Deutsche ist es vielleicht der Name im Perso, aber was tun Auslandsstudenten in Deutschland usw. Das alles sauber und wasserdicht durchzudeklinieren übersteigt einfach den Nutzen. Da ist Euer Vorschlag mit der Bestrafung der Profile wesentlich leichter umsetzbar und ausreichend.

    Zu sozialen Netzwerken: Meiner Meinung nach sollte man diese wie eigenständige Staaten betrachten und ihnen in großem Umfang zugestehen, dass sie ihre Regeln bestimmen. Genauso wenig wie wir uns über die Regeln bei anderen Staaten beschweren können, ist es eben auch bei den sozialen Netzwerken. Im Internet gibt es nicht die geografischen Grenzen der Nationen, so dass man Akteure gezielt einem Rechtsraum zuordnen kann.

    Wichtig wäre meiner Meinung nach, dass man diese Netzwerke zwingt, sich zu öffnen und eine API für andere Netzwerke zur Verfügung stellt, denn die Netzwerke bilden kein Internet, sondern nur Inseln: https://xkcd.com/1810/ Im gesellschaftlichen Sinn ist es so, dass sich ein Teil der Gesellschaft abspaltet und die Kommunikation mit dem Rest verweigert, außer man tritt dem Netzwerk bei. Facebook zeigt mit seinen Bestrebungen der Zusammenführung der Messanger, dass genau das möglich ist. Das für alle.

    Bei einer Zerschlagung von Facebook würde mich mal ein Vorschlag für eine praktische Umsetzung interessieren. Will man die Softwareentwicklung, vom Rechnenzentrumsbetrieb und dem Marketing trennen? Geht das praktisch überhaupt oder ist das dann nur auf dem Papier und effektiv ändert sich nichts? Mich interessiert dafür eine Machbarkeitsanalyse mit Folgenabschätzung.

  10. 23. Mai 2019 um 20:26 Uhr
    Anne aus Münster

    Liebes Lage-Team,
    vielen Dank für Euer Tun & Wirken!!
    Paketboten: Ich teile Eure Einschätzung und Meinung. Die Politik ist gefordert, die (schwachen) Arbeitnehmer zu schützen. Bis das in ausreichendem Maße geschehen ist, hier ein Tipp:
    Wenn der Paketbote vor der Tür steht, ein kleines Trinkgeld geben. Oder zu Weihnachten vielleicht auch mal ein Scheinchen. Wenn der Paketbote nie in die oberen Stockwerke kommt, kann man soetwas ggf. bei Nachbars oder dergleichen deponieren …

    • Würde man nicht damit indirekt die gängige Praxis der Paketdienste unterstützen?

  11. Regierungswechsel, bitte. Dringend. Bitte ohne die Union und gern auch ohne die SPD. Neue Ideen, neuer Schwung und endlich massive Investitionen in Klima und Digitales. Grüne und FDP zusammen wären eine erfrischende Kombination, auch wenn sie sich in vielem uneinig sind, könnte eine Zusammenarbeit interessant werden.

    • Dem stimmte ich voll zu. “Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.”, könnte man hier zitieren.
      Grün/Gelb wäre tatsächlich interessant.

  12. Hey allerseits,
    Ich beobachte auch mit grauen und schrecken die Klarnamensdebatte, die hätte auch bei Kampagnen wie #MeToo sicherlich viele daran hindern sich öffentlich über ihre Erfahrungen zu äußern. Auch am Beispiel von dem traurigen Trend zu Morddrohungen bei (politischen) Inhalten die manchen nicht passen, würde ich nicht gern mit meinem Namen noch im Internet stehen. Auch die Ideen eines pseudonymen Ansatzes, wo die Nutzer gegenüber dem Unternehmen (Plattformbetreiber) mit Klarnamen und vielleicht sogar noch Adresse sich identifizieren müssen aber nach außen noch mit einem Pseudonym auftreten, ist nicht viel besser.

    Das würde vor allem noch viel stärker die Unternehmen stärken, sowohl was Werbung angeht, als auch in ihrer Rolle. Außerdem gibt es keinen Grund darauf zu vertrauen, dass die Daten bei den Unternehmen sicher sind. Im Gegenteil hat jedes Unternehmen auch Facebook und Google seine Datenlecks gehabt, mal mehr mal weniger prominent.

    Facebook aufteilen (zerschlagen klingt so heftig…) ist der vernünftige Ansatz. Besser als irgendwelche Filtergesetze etc. die nur die großen noch größer und stärker machen.

    Ich teile eure Analyse, dass sich die Staaten zu häufig einen schlanken Fuß machen und Kompentenzen an die Sozial-Media Unternehmen übertragen, anstatt eigene Strukturen einzusetzen. Daher gefälllt mir euer Vorschlag den Rechtsweg über das Gericht und die Löschung/Sperrung von Accounts zu stärken.

  13. Hallo ich beiden,
    ersteinmal vielen Dank für die tollen Themen jede Woche. Mir hat der Podcast sehr bei der Vorbereitung für meine mündliche Prüfung des 1. Juristischen Staatsexamens im vergangenen Jahr geholfen und auch jetzt verfolge ich jede Woche gerne eure Sendung. Daumen hoch und bitte weiter so!
    Eine kurze Anmerkung zur Anonymität im Internet:
    Ich finde, den Vorschlag und alle Argumente sehr nachvollziehbar und denke auch, die Nachteile überwiegen bei einem gänzlichem Verbot der Anonymität sehr.
    Allerdings komme ich gebürtig aus dem wunderschönen Emsland. Es ist sehr richtig, dass sehr katholisch und konservativ gewählt wird. Auch jetzt stehen wieder Bürgermeister- und Landratswahlen an und es wird wohl gleich laufen. Man muss aber sagen, dass die Menschen alle sehr offen sind und ein Outing wirklich – nach Erfahrungen von Freunden und Bekannten – keine Probleme (leider muss man sagen mehr) mit sich bringt. Außerdem, die Wirtschaft bei uns boomt, es gibt Vollbeschäftigung, es werden überdurchschnittlich viele Kinder geboren und es gibt wunderbare Gemeinschaften, viel Ehrenamt und Organisationen, die das Leben einfach wunderbar machen. Zu guter Letzt nicht zu vergessen, tolle Natur und viel zu erleben. Nur als kleine Anmerkung, dass es eben keine Peripherie im Nirgendwo mehr ist, natürlich auch keine Großstadt.

  14. Zum Thema Paketboten:

    Ich bin als leitender Angestellter bei einem der größten deutschen Logistikdienstleister beschäftigt und frage mich was diese neue Gesetzesinitiative bringen soll?
    Wir haben jetzt seit mehreren Jahren schon das Mindestlohngesetz, das auch die sogenannte “Auftraggeber-Haftung” vorsieht.

    Haftung des Auftraggebers
    Nach § 13 findet § 14Arbeitnehmer-Entsendegesetz entsprechend Anwendung. Danach bürgt ein Unternehmer, der einen anderen Unternehmer mit der Erbringung von Werk- oder Dienstleistungen beauftragt, für die Verpflichtungen dieses Unternehmers, eines Nachunternehmers oder eines von dem Unternehmer oder einem Nachunternehmer beauftragten Verleihers seinen Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen mindestens den Mindestlohn zu zahlen. Er kann auch in Anspruch genommen werden, ohne dass der Arbeitnehmer vorher versucht hat seinen eigenen Arbeitgeber in Anspruch zu nehmen.

    Wir zumindest lassen uns jedes Jahr auf’s neue von allen unseren Subunternehmern schriftlich mit Namen derer Mitarbeiter bestätigen, dass das Mindestlohngesetz eingehalten wird (ist in der Regel kein Problem, da unsere Subunternehmer entsprechend zahlen, da LKW-Fahrer ohnehin Mangelware sind).

    Die Einhaltung des MiLoG wurde auch bei uns in einigen Niederlassungen durch den Zoll überprüft.

    Warum wendet man nicht schlicht dieses Gesetz entsprechend an?

    Zum Thema “DHL hat fast nur eigene Fahrer”…..ich kringel mich vor Lachen. Ich weiß nicht woher diese Information stammt, aber die kann eigentlich nur mit der Deutschen Post verwechselt worden sein. DHL arbeitet nach demselben System wie alle anderen auch.

    Zum Thema Amazon – möglichst billiger Versand:

    Da ich selbst als Logistik Manager mehrere Jahre bei Amazon beschäftigt war muss ich Euch auch hier widersprechen.
    Das Versandsystem von Amazon arbeitet deutlich komplexer als nur den billigsten Paketdienst auszuwählen. Wenn das so wäre, dann würden alle Pakete mit Hermes verschickt werden.

    Tatsächlich werden mehrere Kriterien vom Versandsystem geprüft, schon bevor das System entscheidet in welchem Logistikzentrum der Artikel überhaupt gepickt wird.

    Das entscheidenste Ziel ist immer: Die Sendung auf schnellstem Weg zum Kunden zu bringen und dabei den kostengünstigsten Weg zu suchen.

    Das hat zur Folge, dass das Versandsystem zu allererst prüft ob das nächts gelegene Logistikzentrum zum Standort des Empfängers diesen Artikel auf Bestand hat – und lastet dort den Auftrag ein.
    Wenn nicht, sucht es in anderen Logistikzentren und prüft hier ebenfalls die Kosten der Gesamtstrecke – die nicht nur von den Kosten der letzten Meile abhängen.

    Gleichzeitig wird geprüft welcher Paketdienst abhängig vom Zeitpunkt der Bestellung noch in der Lage ist die Sendung entsprechend zu transportieren und zuzustellen (man muss sich vorstellen dass abgehend von einem Logistikzentrum die unterschiedlichen Zielregionen unterschiedliche Abfahrtszeiten haben – ähnlich dem Flugplan eines Flughafens) – und auch hier versucht das System den schnellsten und kostengünstigsten Weg zum Kunden zu finden – in Abhängigkeit des Zeitpunkts der Bestellung und der Vernetzung der unterschiedlichen Paketdienstanbieter in Deutschland.
    Konkretes Beispiel: Ich bestelle als Empfänger im München eine Sendung, die aber im LZ Augsburg nicht auf Bestand ist, wohl aber in Hamburg. Ich gebe die Bestellung um 15.00 Uhr auf.
    Sie wird gepickt und ist um 15.30 Uhr in der Verpackung.

    Es kann nun sein, dass Hermes aufgrund einer schlechteren Netzabdeckung in Deutschland schon um 16.00 Uhr ab Hamburg abfahren muss, damit es noch rechtzeitig am nächsten Tag im Gebiet München ankommt um dort zugestellt zu werden.

    DHL hat möglicherweise eine bessere Netzabdeckung, kleinere Zustellgebiete und mehr Zustelldepots im Raum München und der Nachlauf (also die Zustelltour am nächsten Tag beginnt später), somit kann ich auch von Hamburg aus später weg fahren – also wählt das System DHL aus.

    Insofern möchte ich wieder einmal an Euch appellieren: Lasst dieses Amazon-bashing sein.

  15. Liebes Lage-Team,
    ich höre euren Podcast seit Langem sehr interessiert.
    In der Vergangenheit ist es mir immer wieder aufgefallen, dass ihr euch leider häufiger sehr abwertend und verallgemeinernd über Sachsen äußert. Dies gipfelte nun in der aktuellen Folge mit eurem Beispiel eines demokratischen Schülers im rechtsradikalen Sachsen. Schade, dass ihr euch dem allgemeinen “Sachsen-Bashing” so ungefiltert anschließt!
    Ich lebe in Sachsen und mache dies auch sehr gern. Keineswegs habe ich das Gefühl, hier von rechtsradikalen Nazis umzingelt zu sein, so dass ich meine Meinung nicht frei äußern kann.
    Ihr stellt Sachsen als rechtsfreien Freistaat dar, in dem die Polizei grundsätzlich nicht ihrer Arbeit nachkommt.
    Vorfälle aus der Vergangenheit könnt ihr doch nicht auf 4 Millionen Einwohner und Tausende Polizisten übertragen! Damit tut ihr vielen Unrecht!
    Zu oft fällt das Wort “Nazi” im Zusammenhang mit Sachsen. Ist dies nicht eine Verharmlosung und Relativierung der brutalen Diktatur und Ideologie des Nazi-Regimes?
    Gern seid ihr eingeladen, Sachsen auch jenseits von Leipzig kennenzulernen und euch ein realistisches Bild zu machen!

    • Du kannst doch aber nicht allen ernstes abstreiten, dass es in Sachsen eine merkwürdige Häufung von rechten “Situationen” gibt. Ganz aktuelles Beispiel: https://www.mdr.de/sachsen/dresden/meissen/ausgefuellter-stimmzettel-kommunalwahl-meissen-versendet-100.html

    • Hallo,
      da würde ich gern einhaken. Ich denke nicht, dass Ulf “Sachsen-Bashing” betreiben wollte, aber so ist eben leider aktuell das Bild von Sachsen, dass durch die Berichterstattung entsteht.
      Ja – Sachsen hat ein Problem mit Rechtsradikalen und Ja – es wird viel zu wenig dagegen getan.
      Aber ich stimme dir auch zu Jule, es ist keineswegs so, dass in sächsischen Kleinstädten ein demokratischer Schüler nur von rechten umgeben ist. Ich bin in Plauen (!) zur Schule gegangen und von meinen ganzen Klassenkameraden und Bekannnten kann ich mich an einen erinnern, der vielleicht eine eher rechte Gesinnung hat. Also das Verhältnis ist doch ein anderes, als Ulf es in dem Beispiel darstellt…
      Mag sein, dass es in anderen sächsischen Kleinstädten anders ist oder eine wenige “Hochburgen” gibt. Das kann ich nicht einschätzen, aber wie ich bin auch gern in Sachsen und fühle mich hier auch nicht von Nazis umzingelt, wie du schreibst, Jule.

  16. Mein Vater wohnt in Düsseldorf und hat mir soeben erzählt, dass er bis heute keine Wahlbenachrichtigung für die Europawahl erhalten hat. In der letzten Woche hat er dann eine E-Mail an das zuständige Wahlamt geschickt und hat eine Rückmeldung bekommen, in der stand, dass auf jeden Fall eine Wahlbenachrichtigung gedruckt wurde und dass er aber ja auch ohne diese wählen gehen kann. Ihm wurde dann noch das zuständige Wahllokal genannt und das war’s.

    Dazu habe ich noch diesen Artikel im Express gefunden: https://www.express.de/duesseldorf/panne-in-duesseldorf-gerresheimer-strassen-bekamen-keine-wahlbenachrichtigung-32545708 . In dem Artikel steht:
    >>Ein Stadtsprecher bestätigt die Panne auf Nachfrage: „Die Beschwerden über nicht zugestellte Wahlbenachrichtigungen konzentrieren sich auf den Bereich Heinrich-Könn-Straße und Ursula-Trabalski-Straße in Gerresheim. Aus anderen Bereichen kommen vereinzelte Rückmeldungen, wie zu jeder Wahl.“

    Wo der Fehler liegt, ist offenkundig nicht auflösbar.<<

    Es geht hier ja immerhin um das Wahlrecht, eine Hauptsäule der Demokratie. Zwei ganze Straßen werden – im Gegensatz zum Rest der Stadt – nicht auf die kommende Wahl hingewiesen.
    Ich finde es skandalös, dass erstens die Wahlbenachrichtigungen überhaupt nicht angekommen sind und zweitens wie mit der ganzen Sache umgegangen wird, gerade auch von Seiten der Stadt. Nach meinem Verständnis sollten Behörden des öffentlichen Dienstes ein Interesse daran haben die Wahlbeteiligung zu maximieren.

    Vielleicht ist sowas ja auch an anderen Orten in Deutschland passiert. Das ganze Thema stimmt mich doch sehr nachdenklich.

    • Ich gehe davon aus, dass es Fehler beim Versand der Wahlbenachrichtigungen immer schon gegeben hat. Mal ganz ehrlich, wenn rund 50 Millionen Briefe verschickt werden müssen, dann ist es doch völlig normal, dass auch hier und da etwas schief geht. Und man muss schon sehr unter einem Stein leben, um nicht mitzubekommen, dass am 26. Mai eine Wahl stattfindet …

  17. 22. Mai 2019 um 16:17 Uhr
    Anja Hausamann

    In Bezug auf die Ausbildungsbedingungen habt ihr in einem Halbsatz auch die Lage der PsychotherapeutInnen in Ausbildung erwähnt. Ich studiere im Master Psychologie, werde kommenden Sommer dann die Ausbildung beginnen und bin dementsprechend genau mit dieser Situation konfrontiert.
    Die neue Regelung des Systems ab 2020 ist sicher ein guter Schritt in die richtige Richtung, allerdings fehlt es an einer Übergangslösung für Studierende wie mich, die im alten System stecken.

    Mich wird die Ausbildung ca. 20.000€ kosten, je nach dem für welches Institut ich mich entscheide. Mit einem Masterabschluss werde ich wohl 500€ pro Monat für meine Arbeit in der Klinik verdienen, ohne Anspruch auf Mutterschutz oder Urlaub.

    Es läuft momentan, bis 28.05., noch die Petition zur Verbesserung der Bindungen für eine bessere Übergangsregelung: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2019/_03/_31/Petition_92805.html

    Könntet ihr darauf hinweisen in der nächsten Lage? Und die Situation zum Thema machen? Viele Personen haben kaum eine Idee davon wie die Lage für uns angehende TherapeutInnen aussieht, da das Thema kaum medienpräsent ist.

  18. Als Anmerkung: Ich fänds ganz gut, wenn ihr Tipps geben könntet wie man sich auf Wahlen vorbereitet kann, außer Wahl-o-mat und sich durchs Parteiprogramm kämpfen, denn da ist oft auch schwer zu durchschauen was mit der Forderung genau gemeint ist bzw was das bedeutet.

    • Meine Empfehlung: Nicht auf Wahlprogramme (sprich: Versprechungen) schauen, sondern auf dass, was die Parteien die letzten Jahre gemacht haben, wofür sie eingetreten sind, wo sie der Regierung widersprochen haben, etc. Das Wahlprogramm ist in vielen Bereichen heiße Luft, gespickt mit Allgemeinplätzchen und darauf ausgelegt, den Wähler positiv zu beeinflussen.

      Ja, das ist leider recht schwierig bei der Europawahl, da so viele relativ kleine, neue und auch unbekannte Parteien antreten, aber

  19. Thema Paketversender

    Für meine Begriffe fährt doch DHL schon seit Jahren den gleichen Kurs wie Hermes und Co.? Deren PR Abteilung kommt doch vor Lachen nicht in den Schlaf dass DHL immer als leuchtendes Beispiel genannt wird. In dem Markt nehmen sich alle nichts. Falls ihr echt belastbares Material für eine Herausstellung von DHL findet, teilt es gerne. Plus, subventioniert nicht die Post DHL quer über das Briefgeschäft?

    LG

    Matthias

  20. Hallo:)

    Wie immer gerne die Lage gehört, war vor allem gespannt auf das Thema “Azubi-Mindestlohn”, da Psychologie-Studentin.

    Ihr habt sogar ganz kurz das Thema “Psychotherapieausbildung” angeschnitten, allerdings gleich abgewunken, weil zu offensichtlich zu viel verkehrt läuft?!
    Dabei ist dieses Thema gerade aktueller den je und muss an die Öffentlichkeit getragen werden.
    Gerade wird nämlich das Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG) reformiert. Die aktuellen und zukünftigen Studierenden, sowie die derzeitigen Psychotherapeut*innen in Ausbildung (PiA) werden jedoch von den Verbesserungen der Reform ausgeschlossen. Deshalb gibt es eine Petition, die angemessene Übergangsregelungen fordert und bis in einer Woche noch 10.000 Unterschriften braucht.
    Vielleicht könnt ihr in der nächste Lage hierzu ein paar ergänzende Sätze sagen und den unten stehenden Link in die Shownotes packen, damit die fehlendrn Unterschriften noch zusammenkommen?!

    Danke!!!

    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_03/_31/Petition_92805.nc.html

  21. Hallo zusammen,

    früher wurde auch schon über Mindestlöhne in der Ausbildung diskutiert und ein wesentliches Gegenargument damals war: es handelt sich ja schließlich um eine Ausbildung.

    Der ausbildende Betrieb „bezahlt“ einen großen Teil des Lohnes in „Wissen“ aus. Zudem arbeiten ja die wenigsten Azubis sofort in einer Wertschöpfungskette sondern werden erstmal geschult und überwacht, was den Betrieb Geld kostet. Zudem sind sie ja auch ca. drei (?) Tage die Woche in der Berufsschule und arbeiten dann gar nicht.
    Weiteres Argument: die meisten Azubis sind minderjährig und leben noch bei ihren Eltern.

    Kamen diese Punkte gar nicht in Euren Recherchen auf? Ist heute ein Azubi gängigerweise eine „vollwertige“ Arbeitskraft?

    • Eine vollwertige Arbeitskraft ist ein Azubi meist nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel), aber deswegen bekommen Auszubildende nur eine “Ausbildungsvergütung”, die deutlich unter dem Gehalt eines vollwertigen Arbeiters ist.

      Ob die “meisten Azubis” tatsächlich heutzutage minderjährig sind würde ich so pauschal auch erst einmal nicht unterschreiben. Es gibt immer noch genügend Jugendliche die nach dem Abitur oder z.B. der Fachhochschulreife eine Ausbildung machen. Dann sind sie meist zumindest 18 Jahre alt.

      Weiterhin jammern alle darüber nicht genug Nachwuchs, besonders im Handwerk zu haben. Nun kleiner Tipp am Rande: Bezahlt eure Azubis und behandelt sie wie Menschen, dann entschließen sich vielleicht auch wieder mehr für eine klassische Ausbildung.

  22. Zum Thema Facebook, Overblocking:
    “The only answer to this…to make facebooks content moderation decisions less consequential.”
    Dann folgert ihr daraus, Facebook zerschlagen. Das sagt doch dieser Satz überhaut nicht aus mMn. Wer die Entscheidung trifft ob etwas blockiert, Facebook oder wenn es zerschlagen wird Facebook 2, ist letztenendes egal. Das Problem ist, dass eine Firma die Entscheidung trifft.
    Twitter und Youtube haben das Problem mit dem Blockieren doch auch wie ihr zwei Minuten vorher erzählt habt.

  23. Hey, ich wollte mich Mal für Eure tolle Arbeit bedanken. Ich habe nächste Woche meine mündliche Abiturprüfung im Fach Politik- Wirtschaft und Eure Informationen haben mich super darauf vorbereitet, danke!!

    Viele Grüße aus Hannover

  24. Kleine Anmerkung: Philips Aussprache des Namens “Doctorow” war korrekt!

  25. Zum Thema ‘Petersberger Klimadialog’
    Hallo und danke für den Podcast.
    Ihr beschreibt richtigerweise, dass Industrie und Energiewirtschaft Teil des Zertifikatehandelssystems sind, in dem es schon einen Preis für CO2 gibt und eine Obergrenze. Wenn es dann aber um die drohenden deutschen Zahlungen für zu geringe CO2-Einsparungen in anderen Sektoren geht, schiebt ihr das u.a. auf den stockenden Kohleausstieg. Kohleverstromung = Energiewirtschaft = Zertfikatehandel. Eure Argumentation passt daher an der Stelle nicht, das Tempo des Kohleausstiegs hat nichts mit den Strafzahlungen zu tun.
    Gruß
    Klaus

  26. Liebes Lage-Team,

    als ehemaliger Westrhauderfehntjer bin ich schwer begeistert, dass es mein Dorf – wahrscheinlich erst- und auch letztmalig – in euren fantastischen Podcast geschafft hat. Als journalistischer Fachkraft des “Kirchenboten” ist dir natürlich klar, dass Westrhauderfehn jenseits der emsländischen Kulturgrenze und damit in Ostfriesland liegt: Bei uns ist man lutherisch und die SPD holt bei Landtags- bzw. Bundestagswahlen zwischen 35% und 45%. Aus eigener Anschauung kann ich aber Euren Punkt zur Notwendigkeit der Anonymität nur voll unterstreichen.
    Danke für Eure Arbeit und die Lage!

    • Oh Himmel! Da haben sich doch 20 Jahre nach meinen journalistischen Untaten die Tatorte vermischt, fürchte ich. Vielleicht war es also doch das KFD-Jubiläum in Meppen oder Lingen oder … who knows. Herzliche Grüße nach Ostfriesland!

  27. 21. Mai 2019 um 21:03 Uhr
    Maximilian Wobst

    Schönen guten Abend!

    Zu dem Verklagen der Accounts:

    Ich halte die Idee für sehr innovativ und gut. Nur eine Anmerkung: wenn die Klagen an die Netzwerkbetreiber gerichtet sind, hat der Accountbetreiber keine direkte Möglichkeit sich zu wehren. Es muss also sichergestellt sein, dass der Account vom Verfahren informiert wird und die Möglichkeit hat sich in persona zu wehren. Sonst droht die Beschneidung von dessen Rechten

    Fraglich ist, ob dies dann auch anonym möglich sein müsste, damit es nicht auf eine Klarnamenplficht hinausläuft.

    Wenn der Accountinhaber von der Möglichkeit der Stellungsnahme kein Gebrauch macht, kann dann eine Art Versäumnisurteil ergehen..

    Viele Grüße,
    Max W.

  28. Meuthen wurde jetzt Sonntag, Montag und Dienstag zur Primetime von ARD und ZDF eingeladen. So macht man den Rechtspopulismus salonfähig. Freie Wähler, Die Partei, Tierschutzpartei und die Piratenpartei werden nicht eingeladen, obwohl sie in Umfragen deutlich über 0,5% liegen.

  29. Zu den E-Scootern ist für mich noch folgende Frage offen geblieben: Wie kann es sein, dass die Scooter überhaupt als KFZ eingestuft werden, Pedelecs aber nicht? Ist nicht die aktuelle KFZ-Definition vor dem Hintergrund dieser neuartigen Fahrzeuge total antiquiert?

    Versicherungspflicht und Promillegrenze wie bei einem Porsche erscheinen mir doch stark übertrieben, insbesondere wenn man die Unfallgefahr eines Fahrrads/Pedelecs vergleicht.

    • Meine Vermutung: Das Pedelec fährt nicht, wenn der Mensch nicht Energie reinsteckt. D.h. man muss treten, damit die Verstärkung des Elektromotors etwas bewirkt. Es ist sozusagen nur ein Trittkraftverstärker. Der E-Scooter fährt ganz von alleine, wie ein Mofa.

      Beim Fahrradfahren gibt es zwei Promilelgrenzen:
      0,3 (relative Fahruntauglichkeit) –> Hier wird bei auffälligem Fahren und Unfällen droht eine Strafanzeige
      1,6 (absolute Fahruntauglichkeit) –> Straftat, 3 Punkte + Geldstrafe + Anordnung einer MPU

      Es wird wohl schon länger über eine weitere Abstufung bei 0,5 Promille diskutiert, aber man konnte sich bisher wohl nicht einigen.

      https://www.bussgeldkatalog.org/promillegrenze-fahrrad/

      • Prinzipiell sind erst mal alle Landfahrzeuge, die nicht schienengebunden sind und “durch Maschinenkraft bewegt” werden, Kraftfahrzeuge. Es gibt dann allerdings eine Ausnahmeregelung speziell für Fahrräder:

        https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__63a.html

        Darin wird unter anderem ein Fahrrad als “ausschließlich durch Muskelkraft” angetrieben definiert, um direkt darauf in einer Ausnahmeregelung von der Ausnahmeregelung dann auch noch Pedelecs in die Fahrraddefinition aufzunehmen, sofern sie so gebaut sind, dass sie bis max. 6 km/h (alles unter 6 km/h ist per se ausgenommen von der KFZ-Definition) ohne Muskelkraft fahren, darüberhinaus nur die Muskelkraft unterstützen und die Unterstützung bei 25 km/h einstellen.

  30. Thema Petersberger Klimadialog
    Ich glaube bei dem Thema etwas entweder falsch verstanden zu haben, oder Philip hat etwas verwechselt. Ich bin konkret über die These gestolpert, dass der CO2 Zertifikatehandel den Staat im Bundeshaushalt Geld kosten würde. Ich habe mich sehr darüber gewundert und nun sogar genau gegenteilige Meldungen gefunden: der Bund profitiert sogar in zunehmendem Maße von den steigenden Preisen bei den Auktionen. Vielleicht klärt ihr mich mal auf was nun stimmt. Ich wäre echt dankbar dafür! Hier mal eine Meldung des Handelsblatts dazu vom 10.12.2018: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/co2-emissionen-verkauf-von-verschmutzungsrechten-beschert-dem-staat-rekorderloese/23741168.html?ticket=ST-1944152-1bwAaFMohBdqRE4jYdUt-ap1

  31. Moin!

    Gerade geht auf YouTube folgendes Video viral: https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ&feature=youtu.be

    Der YouTuber “Rezo” listet die Fehler der CDU auf und möchte sie mit diesem Video ‘vernichten’.
    Ich fände es recht cool, wenn ihr euch diesem Phänomen zuwenden könntet, dass für viele Menschen auf Sozialen Netzwerken v.A. YouTube, die CDU jetzt der Sündenbock ist – außerdem hatte ich beim Anschauen des Videos das Gefühl, dass der Politik Fehler zugesprochen werden, für die sie nicht ausschließlich verantwortlich sind.
    Was haltet ihr von dem Trend Politiker für “Alles” und vor allem für das persönliche Übel schuldig zu sprechen ? Wäre mal ein Thema, dass eine Diskussion wert ist.

    Viele Grüße
    Benedict

    • Zitat aus dem Video:

      “Das wird diesmal ein Zerstörungsvideo; *nicht* weil ich aktive versuche, jemanden zu zerstören…”

      vs.

      Zitat aus Deinem Kommentar:

      “… möchte sie mit diesem Video ‘vernichten’.”

      Wie sachlich.

      • Entschuldige bitte meine Ausdrucksweise.
        Ich finde das Thema nur sehr brisant und denke, dass das auch in diesem Podcast gut thematisiert werden kann. Und ob er die CDU jetzt vernichtet/ zerstört oder einfach nur argumentativ hinterfragt ist egal – interessant wird es bei zwei Sachen: Wie reagiert die Medienlandschaft auf diesen Vorfall – gar nicht! Und inwiefern hat wirklich die CDU Schuld an von Rezo angesprochenen Themen.

    • Ich find das Thema auch wichtig – auf jeden Fall in der Lage in Konstanz erwähnen!

  32. Lieber Philipp, lieber Ulf,
    bestimmt habt ihr dieses Video schon durch den FAZ Artikel auf dem Schirm. Falls nicht ist es vielleicht neuer Input und weniger Recherchearbeit: https://youtu.be/4Y1lZQsyuSQ
    Beschreibung:
    “Die Europawahl bzw EU-Wahl steht vor der Tür. Ob CDU, SPD oder AfD gute Parteien sind, die im Einklang mit Wissenschaft und Logik stehen, versuche ich in diesem Video zu beantworten. In jedem Fall: Geht wählen am nächsten Wochenende. Sonst entscheiden Rentner über eure Zukunft und geil ist das nicht.”

  33. Moin,
    erstmal vielen Dank, dass Ihr euch jede Woche die Mühe mit dieser Sendung macht! Ich bin ein sehr begeisterter Zuhörer und weiß insbesondere Eure erläuternden Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Themen sehr zu schätzen.

    Hier eine Anregung für die Lage Live in Konstanz:
    In Freiburg, welches ja direkt um die Ecke ist, findet momentan die “Körperwelten”-Ausstellung von Gunther von Hagens statt. Da ich Medizin studiere, habe ich natürlich ein größeres Interesse an der Thematik. Allerdings haben eine Kommilitonin und ich beim Nachschlagen der näheren Umstände dieser Ausstellung festgestellt, dass die Körper wohl in aller Regel nicht (wie es bspw. in unserem Anatomie-Kurs der Fall war) gespendet, sondern in Asien unter unwürdigsten Umständen gekauft werden. Häufig handelt es sich wohl um die Körper von Personen, die in Gefängnissen, Krankenhäusern und Altenheimen verstorben sind bzw. Opfer der Todesstrafe geworden sind.

    Hierzu einige Artikel, die leider zumeist schon etwas älter sind:

    Ein Spiegel-Artikel, der sehr detailliert die Vorgänge und Geschäftspraktiken hinter den Ausstellungen beschreibt:
    https://m.spiegel.de/spiegel/print/d-29725567.html

    Zwei weitere Artikel, die ähnliche Informationen enthalten und auf weitere Geschäftskonzepte Gunther von Hagens und seiner Frau, Angelina Whalley, eingehen:
    https://mobil.stern.de/panorama/wissen/mensch/koerperwelten-leichen-im-keller-3506276.html
    https://www.welt.de/vermischtes/article10448036/Kritik-an-Gunther-von-Hagens-Leichen-Online-Shop.html

    Der Wikipedia-Artikel, laut dem 10 von 13 Körpern in der Berliner Dauerausstellung nicht mehr dargestellt werden dürfen, da der Betreiber nicht nachweisen konnte, dass die Verstorbenen zu Lebzeiten ihr Einverständnis gegeben habe:
    https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rperwelten

    Und um das Ganze abzurunden, noch ein Interview mit einem tatsächlichen Anatomen:
    https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Heidelberg-Kritik-an-Koerperwelten-in-Heidelberg-Auch-Koerperspender-haben-eine-Wuerde-_arid,286898.html

    Meine Kommilitonin und ich können kaum fassen, dass diese Ausstellungen in Deutschland legal durchgeführt werden. Man müsste sich mal vorstellen, dass die Körper deutscher Bürger, die im Gefängnis saßen oder in Krankenhäusern, Altenheimen und Psychiatrien untergebracht waren, gegen ihren Willen (oder zumindest ohne ihr Einverständnis) zu “Kunstwerken” vermischt und in aller Öffentlichkeit für Profit ausgestellt würden. Denn eigentlich passiert laut den Informationen aus diesen Artikeln bei Körperwelten genau das. Einziger Unterschied: Die Verstorbenen sind keine Deutschen.
    Leider scheint dies der breiten Öffentlichkeit kaum bewusst zu sein und wir haben in den letzten Tagen die Erfahrung gemacht, dass sogar Kommilitonen/Kommilitoninnen von uns diese Vorstellung besucht haben bzw. besuchen wollen, obwohl wir im Rahmen unseres Studiengangs speziell für den Umgang mit der Totenwürde unterrichtet wurden.

    Da ich denke, dass dieses Thema überregional von Bedeutung sein sollte, da eine solche Missachtung der Menschenwürde uns alle angeht und in unserer Gesellschaft nicht geduldet werden darf, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr euch entscheiden würdet bei der Lage Live in Konstanz dieses Thema kurz zu behandeln.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Linus

  34. Liebes Lage Team,
    könntet ihr euch mal mit der Wiedereinführung der Sperrklausel bei der EU-Wahl beschäftigen? Nachdem das Bundesverfassungsgericht mittlerweile mehrfach eine Sperrklausel für verfassungswidrig erklärt hat, haben CDU/CSU und SPD relativ unbemerkt die Wiedereinführung einer solchen Klausel auf europäischer Ebene durchgesetzt:
    https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/2018-06-06/kleine-parteien-soll-aus-eu-parlament-ferngehalten-werden-morgen-entscheidung
    Mittlerweile gibt es eine Art geheime “Formulierungshilfe” des Innenministeriums an den Bundestag, die aktuell Anlass einer Klage ist:
    https://fragdenstaat.de/blog/2019/05/15/klage-bmi-formulierungshilfe/

  35. Lieber Ulf, lieber Philipp,

    ich möchte nochmal ganz explizit darauf hinweisen, dass die Mindestauszubildendenvergütung KEIN “Lohn”, ergo auch kein “Mindestlohn” ist, sondern eine Vergütung. Das Wording ist hier gerade da so wichtig, weil “Lohn” impliziert, dass Auszubildende mehrwertschaffende Tätigkeiten mittragen. Aber Auszubildende sind gerade in Betrieben um etwas zu lernen, nicht um dort direkt als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt zu werden. In Zeiten, wo gerade in den Berufen, die so wenig Vergütung bekommen, Auszubildende als billige Arbeitskräfte benutzt werden, ist es so dringend, da einen Unterschied zu machen. Ich bitte euch da, beim Wording aufzupassen.

    Mit vielen Grüßen einer Gewerkschafterin, die jahrelang für diese MiAu ( ;-) ) gekämpft hat,
    Melanie

    • Danke für den Hinweis, das war mir gar nicht so klar!

    • Super Podcast. Ich bin so gespannt auf Eure Meinungen zu Österreich und Jan Böhmermann…..

    • Hallo,
      danke für die Sendung. Ich möchte gerne Melanie’s Hinweis unterstützen. Eure Argumentation, dass für “volle Arbeit” auch vernünftiger Lohn/Vergütung gerechtfertigt ist, geht hier doch etwas am Thema vorbei. Auszubildende werden ausgebildet und ihnen wird dabei in vielen guten Ausbildungsbetrieben von extra dafür bezahlten Ausbildern oder von Leuten, die das von Ihrer direkt produktiven Arbeit abzwacken, etwas beigebracht.
      Das ist gut so und es ist auch richtig, dass die Azubis eine vernünftige Vergütung bekommen. Aber sie leisten eben keine “volle Arbeit”.
      Gruß
      Klaus

      • Schön, dass dieser Sachverhalt schon aufgegriffen wurde, das ist mir beim Hören des Podcasts auch aufgefallen. Der Ausbilder zahlt ja auch die Zeit in der Berufsschule und in vielen Fällen ist das keine Vollzeit sondern nette Nachmittagsfreizeit (eigene Erfahrung).

  36. Hallo Lage-Team,

    zum Thema “Paketboten-Schutz”:
    Ihr sagt, das es bei Amazon nicht möglich ist den Paketdienst auszuwählen (~Minute 83). Das ist allerdings nicht ganz korrekt. Man kann dort für jeden Paketdienst seine Kundennummer hinterlegen und wenn man z. B. eine DHL Packstation angibt, dann wird das Paket auch mit DHL versendet. Das gleiche gilt auch für Hermes-, DPD- und UPS Abholshops.

    Gruß
    Marcel

  37. Lieber Ulf, Lieber Philip,
    in der aktuellen Ausgabe sprecht ihr über das Problem von Facebook und co. Inhalte zu verwalten und auf deren strafrechtliche Relevanz zu überprüfen. Zu dem Thema war letztes Jahr ein faszinierender Dokumentarfilm in den Kinos, der auf den Phillipinen sogenannte Content-Moderatoren durch ihren Alltag begleitet und andeutet, was es psychisch für diese Menschen bedeutet tagtäglich mit Fotos und Videos von Enthauptungen, Pornographie etc. aus den sozialen Netzwerken zu tun zu haben und innerhalb weniger Sekunden entscheiden zu müssen, ob diese Inhalte gelöscht werden oder nicht.
    Vielleicht habt ihr ja demnächst mal Lust auf einen inspirierenden Filmabend ;)
    https://youtu.be/1h7-JyQ-JR4
    Viele Grüße und tausend Dank für euren informativen Podcast!
    Leo

  38. Guten Morgen,

    erstmal ein Lob: coole Sendung, habe sie zum ersten Mal gehört und werde es wohl in Zukunft auch weiter tun. Etwas enttäuscht war ich leider von eurer Darstellung zu Algorithmen und Big Data, und welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten. Es wurde im Podcast so dargestellt, als würden “selbstlernende Algorithmen” Ergebnisse liefern (zum Beispiel die Einstufung eines Fluggasts als potentielle Gefahr), ohne dass nachvollzogen werden könne, wie dieses Ergebnis zustande kommt. Das entspricht leider häufigen Vorurteilen über Machine Learning, ist aber leider irreführend und falsch aus zwei wichtigen Gründen:

    1) Der “Schöpfer” des Algorithmus hat natürlich totale Kontrolle darüber, welche Informationen er in das Machine Learning System einspeist. Möchte er basierend auf vorherigen Flugreisen, dem Alter und dem Kontostand eines Fluggasts schätzen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieser eine Straftat begehen wird, dann ist völlig ausgeschlossen, dass das System andere Informationen wie das Geschlecht oder die Nationalität für seine Vorhersage benutzt. Speist er diese Information nicht ein, wird sie auch nicht genutzt.
    2) Wie das System basierend auf den eingespeisten Informationen zum Ergebnis kommt, muss keinesfalls undurchsichtig sein. Die meist genutzte Methode für das beschriebene Problem (Logistische Regression, https://de.wikipedia.org/wiki/Logistische_Regression) ist völlig transparent und einfach interpretierbar. Auch für sogenannte Black-Box Methoden (insbesondere Neuronale Netze) existieren Möglichkeiten, um genau sichtbar zu machen, wie das System zu seinen Entscheidungen gekommen ist (“Why Should I Trust You?” – Explaining the Predictions of Any Classifier, https://arxiv.org/pdf/1602.04938.pdf).

    Zusammenfassend: Die Sorge, dass wir in Zukunft am Flughafen verhaftet werden, und die Frage nach einer Begründung mit Achselzucken und Verweis auf einen Computer beantwortet wird, ist unbegründet, vorausgesetzt die entsprechende Behörde lässt solche Probleme von Leuten lösen, die etwas von ihrem Handwerk verstehen.

    Ich hoffe ich konnte mich mit meinem Kommentar nützlich machen und den Einen oder Anderen motivieren, sich ein wenig in die spannende Welt des Machine Learning einzulesen. Dem Leser mit etwas mathematischem Vorwissen lege ich sehr “The Elements of Statistical Learning” (https://web.stanford.edu/~hastie/Papers/ESLII.pdf) ans Herz.

    Einen guten Start in den Tag und schöne Grüße!

  39. Danke für diese wieder mal sehr informative Lage, aber diesmal war die Redegeschwindigkeit wirklich extrem hoch, v.a. beim Thema Facebook. Ich muss mich bei diesem Thema auch immer selbst am Ohr ziehen, aber diesmal konnte ich ein bisschen nachvollziehen warum die Leute da manchmal meckern…

    • Danke Nora … wir nehmen uns das zu Herzen. Wobei man in den meisten Podcast Apps auch die Geschwindigkeit regeln kann, auf 0,75 müsste es ja eigentlich passen ;)

    • Die Wahrnehmung der Redegeschwindigkeit in Podcasts scheint mir sehr individuell zu sein. Mir z.B. ist die Normalgeschwindigkeit viel zu langsam, auch bei der Lage. Ich höre gern so schnell, wie ich den Text auch lesen würde. Ein Hoch auf die von Ulf erwähnte anpassbare Geschwindigkeit^^

  40. Liebes Lage Team,

    es schreiben euch zwei Psychologiestudentinnen und Lage-Fans aus Bonn.

    Habt ihr schon einmal was von den Ausbildungsbedingungen von angehenden Psychotherapeut*innen gehört? Viele s.g. ‚PIAs‘ (Psychotherapeut*innen in Ausbildung) leisten nach abgeschlossenem Masterstudium 40h die Woche in Kliniken reguläre psychotherapeutische Arbeit, werden dafür aber häufig unterhalb des Mindestlohns vergütet, wobei es für die Arbeitgeber noch nicht einmal eine Sozialversicherungspflicht gibt. Die Ausbildung, die meist in Form von Wochenendseminaren parallel stattfindet, muss darüber hinaus selbst bezahlt werden, wobei es sich je nach Ausbildungsinstitut um Kosten im fünfstelligen Bereich handelt.
    Nach jahrelangen Protesten befasst sich die Bundesregierung nun mit dem Thema und es liegt im Bundestag ein Gesetzesentwurf vor, der das komplette Psychologiestudium, sowie die Therapeut*innenausbildung reformieren soll, jedoch lässt dieser viele Fragen und Wünsche offen.
    So weit, so gut… Ein großer Makel ist, dass die aktuellen Studierenden und Pias in diesem gar nicht berücksichtigt werden.
    Wir würden gerne noch so viel mehr dazu schreiben, aber das sprengt wahrscheinlich hier den Rahmen. Könntet Ihr euch vorstellen darüber zu berichten? Wir haben den Eindruck, dass die meisten Menschen diesbezüglich nicht informiert sind, obwohl auf der anderen Seite die psychologische Gesundheitsversorgung sehr viele Menschen mindestens einmal in ihrem Leben betrifft – die Prävalenzraten zeugen davon! Die mehrmonatigen Wartelisten auf einen Therapieplatz verdeutlichen, dass – zumindest in Deutschlands Großstädten – eine defizitäre psychotherapeutische Versorgung vorherrscht mit einer zu geringen Anzahl an Kassensitzen. Aus unserer Sicht haftet psychischen Erkrankungen leider immer noch ein Stigma an, was einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema zu oft im Wege steht.
    Wir lassen euch mal ein paar Links da, die auf die Ansichten der Psychologie Fachschaften Konferenz zum Gesetzesentwurf schließen lassen. Natürlich gibt es auch andere Positionen – bildet euch doch gerne selbst eine Meinung bzw. verschafft euch einen Überblick. Wir würden uns auf jeden Fall sehr über einen Bericht zu diesem kontroversen und für viele Menschen auf den zweiten Blick sehr relevanten Thema freuen!

    Bei Rückfragen meldet euch gerne!

    Liebe Grüße!

    Leo & Lena

    https://psyfako.org/index.php/2019/04/30/bundestagspetition-fuer-angemessene-uebergangsregelungen/

    https://psyfako.org/index.php/2019/03/25/unsere-stellungnahme-zum-kabinettsentwurf-zur-pia-reform/

    https://www.psystudents.org/fertig-was-nun/pia-psychotherapie-und-ausbildung/reform-der-psychotherapie-ausbildung-ueberblick-rueckblick-ausblick/

  41. Hallo Philipp, Ulf und Community,

    mir wurde von einer Freundin folgende Seite inklusive Petition zugespielt und nach teilweisem Lesen und Links Checken bin ich doch hellhörig geworden.
    Hat jemand schon erst davon gehört oder eine Zweitmeinung dazu?

    https://www.5gspaceappeal.org

  42. Zum Thema inhaltliche Regulierung bei Facebook, Twitter und Co:
    Ich finde es hier auch nochmal wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Moderation von Inhalten bei Facebook und anderen Plattformen ja eben auch in vielen Fällen (vor allem bei Bildern und Videos) nicht maschinell erfolgt, sondern von Menschen, sogenannten Content-ModeratorInnen, durchgeführt wird. Diese Content-ModeratorInnen arbeiten häufig unter schlimmen äußeren Arbeitsbedingungen, die inhaltliche Arbeit als solche ist aber wohl das Schlimmste an der ganzen Sache. Die Content-ModeratorInnen müssen den ganzen Tag lang Inhalte sichten und entscheiden, ob diese auf den Plattformen veröffentlicht werden dürfen oder nicht. Dazu gehören beispielweise auch Videos von Kindesmissbrauch, Enthauptungen, Selbstmorden und anderen Dingen, die anzusehen extrem belastend und traumatisierend sind.

    https://sz-magazin.sueddeutsche.de/internet/three-months-in-hell-84381
    https://www.zeit.de/kultur/film/2018-05/the-cleaners-dokumentation-facebook (in diesem Artikel wird Bezug genommen auf eine Dokumentation zu dem Thema, „The Cleaners“, die übrigens sehr sehenswert ist).

    Die inhaltliche Regulierung hat also nicht nur dahingehend, WAS veröffentlicht oder gelöscht wird, sondern auch dahingehend, WER sich um diese Moderation von Inhalten kümmert und unter welchen Bedingungen, extrem große Schwachstellen. Ich finde, das ist ein wichtiger Punkt, der leider oft vergessen wird, wenn es um die Regulierung von Inhalten auf Plattformen wie Facebook, Twitter etc. geht.

  43. Hi ihr,
    Ich höre euch seit einer Weile regelmäßig, und ich möchte euch hier ein großes Lob und meine Dank für eure tolle Arbeit aussprechen.
    Zum Thema Klarnamen in sozialen Netzwerken hätte ich eine Frage. Ist die Idee schon diskutiert worden, eine Ausweispflicht für “Primäraccounts” einzuführen, unter dessen Schirm es dann möglich wäre weitere, anonyme Accounts einzurichten? Birgt natürlich viele Risiken, aber vielleicht auch viele Möglichkeiten. Freue mich über eine Antwort. Liebe Grüße

  44. Liebes Lage der Nation Team,

    zunächst einmal möchte ich mich bei euch ausdrücklich für euren oft sehr hochwertigen und tiefgründigen Content bedanken. Das findet man in der heutigen Medienlandschaft nur noch sehr selten.

    In der aktuellen Ausgabe geht ihr auf die Fluggastdatenspeicherung ein, und erklärt, dass von August 2018 bis Ende März 2019 (wenn ich mich noch richtig erinnere) 1,2 Millionen Fluggastdaten gesammelt wurden. Dies scheint mir irgendwie sonderbar, da diese Zahl in deutlichem Widerspruch zu den Angaben das statistischen Bundesamts stehen.

    Beim statistischen Bundesamt kann man nachlesen,

    https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Transport-Verkehr/Publikationen/Downloads-Querschnitt/verkehr-aktuell-pdf-2080110.pdf?__blob=publicationFile&v=7

    Seite 82

    dass in 2018 222,551 Millionen Fluggäste registriert wurden. Okay August-März sind 8 Monaten und nicht 12 Monate, aber dennoch sind 222 Mio * (8/12) = 148 Mio Fluggäste. Angesichts dessen sind ja 1,2 Mio Fluggastdaten beim BKA irgendwie noch nicht einmal 1% des tatsächlichen Passagieraufkommens.

    Irgend etwas stimmt hier also nicht. Sie sagen ja, dass die Fluglinien ihre Daten melden MÜSSEN. Aber offensichtlich werden dann ja mehr als 99% der Daten doch nicht gemeldet.

    Können Sie Licht ins Dunkel bringen?

    herzliche Grüße
    Elmar

  45. Ahoi ihr zwei.
    Ihr habt mal im Februar von der Berater-Affäre berichtet. Als der U-Ausschuss eingesetzt wurde. Seit dem aber nie wieder. Wäre es nicht gut, wenn ihr mal ein bisschen drüber redet? Ich meine das ist ein fucking Untersuchungsausschuss, bei dem es um Millionen geht. Und die Ministerin UND auch die Staatssekretärin für Digitales (Katrin Suder) sind auch betroffen.

    Das plänkelt so dahin und wird nicht beachtet. Wenn ihr keine eigene Expertise habt, dann holt euch doch einen Experten rein? Vielleicht nicht jemanden aus den Abgeordnetenbüros.
    Aber ich höre zum Beispiel immer den Podcast Berateraffäre. Die kümmert sich nur um das Thema. Die Leute da sind gut in dem was sie tun. Bestimmt könnt ihr sie erreichen, eine Website haben sie jedenfalls: https://Berateraffaere.de

  46. Zum Thema Paketboten: schon mal darüber nachgedacht, sich nicht alles in die eigenen vier Wände liefern zu lassen, sondern Packstationen zu verwenden. Das bringt gleich mehrere Vorteile. Erstens, können die Boten, Pakete zentral zustellen. Dadurch wird der Job der Boten sehr erleichtert und der Kunde muss sich nicht darüber ärgern, dass der Bote keinen Bock hatte in den vierten Stock zu rennen. Zweitens, der Kunde kann sich die Packstation selbst aussuchen und dort seine Lieferung zu jeder Tageszeit abholen. Bei der Post in der Schlange warten fällt auch weg.
    Es ist auch möglich, sich Pakete in den Späti liefern zu lassen, wenn dieser eine DHL Station betreibt. Bei Hermes geht das auch, eben nur an den entsprechenden Stützpunkt.

    PS: schönen Dank für die regelmäßige Lage

  47. Moin ihr beiden,
    vorab, ich finde euren Podcast sehr gut und weitestgehend neutral wird das wichtigste zusammen gefasst ohne das man sich durch alle Zeitungen u.ä. lesen muss, sehr praktisch, vielen Dank für die tolle Arbeit.

    Nun ein kleiner Kritikpunkt bzw. viel mehr ein anderer Blickwinkel zum Thema Mobilität in den Städten.
    Ich denke es ist wichtig hier Städte zu unterscheiden. Natürlich habe ich in den großen und auch schon mittelgroßen Städten eine Vielzahl an Verkehrsmitteln. Dort kann man entscheiden ob man die Öffentlichen nimmt, eine Auto, Fahrrad oder seit neuestem einen Scooter leiht.
    Nur vergesst ihr leider ein bisschen die kleinen Städte. Ich komme aus einer eben solchen,40000 Einwohner im Norden Bayerns. Der letzte Bus innerorts fährt gegen 18:30 Uhr, Irgendwelche Sharing Modelle gibt es nicht und um ein Dorf außerhalb zu erreichen braucht es gefühlt eine Tage lange Planung. Ich würde ohne mein Auto nicht einmal die knapp 7 Km in die Arbeit kommen.
    Versteht mich nicht falsch, ich würde es auch begrüßen wenn wir weniger Emissionen ausstoßen aber nur das Auto fahren zu verteufeln ist mir zu kurz gedacht, denn dann nimmt man in vielen eher provinzialen Gegenden den Menschen absolut ihrer Flexibilität in einem nicht mehr angemessenen Maß. Einfach pauschal zu sagen, parken in der Stadt muss exorbitant teuer sein mag in manchen Städten funktionieren, ist aber nicht das Allheilmittel.
    Natürlich seid ihr nicht dafür zuständig, dieses Problem im Lande zu lösen, nur finde ich es Schade, wenn ihr euch schon Lösungen überlegt, ihr diese sehr einseitig aus Sicht der Großstadt seht und den Autoverkehr komplett über den Haufen werft.
    Vergesst bitte nicht die Leute in den Käffern dieses Landes :)

    • Das wissen wir. Wir sagen das manchmal, aber offenbar nicht oft genug: Natürlich ist das Auto auf dem Land/in kleineren Städten nicht so leicht zu ersetzen wie in Berlin, München oder Hamburg. Nur die Tendenz ist klar: Das Auto muss zurückgedrängt und ÖPNV muss massiv ausgebaut werden – gerade auf dem Land!

  48. 20. Mai 2019 um 9:11 Uhr
    Florian Wehmann

    Zum Thema Mobilfunk-Versorgung

    Hallo ihr Zwei,
    wie immer habe ich aufmerksam die Lage gehört. Ein weiteres Mal äußert ihr Euch zu Recht kritisch über die Mobilfunkversorgung in DE. Das Beispiel mit dem Telefonat beim Grenzübertritt nach Polen enthielt auch Fehler. Es ist richtig und technisch auch bisher nicht anders möglich, als beim Roamingübergang das Gespräch abzubrechen, allein um auch sauber abzurechnen.

    Ich fand Eure Forderungen in Sachen Ausbauziele auch sehr einseitig. Hier wird immer mehr Last auf Anbieterseite gelegt. Was ist mit der Regulierung? Es gibt kaum eine Branche, mit so hohen Eingriff der Regulierung (u.a. seit Jahren beim Thema Roaming), immensem Preisverfall (mehr Leistung für weniger Preis, gepaart mit hohem Subventionierungsaufwand) und gleichzeitig andauernd hohem Investitionsbedarf in Netze und Lizenzen.

    Mir fällt keine weitere Branche ein, wo zum einen so hoher Aufwand für den Betrieb fortwährend nötig und gleichzeitig immer so viel investiert werden muss. Soll heißen, hier muss ein Förderprogramm her. Statt Lizenzen für Milliarden zu versteigern, sollte das Geld als Ausbauverpflichtung beim Anbieter allokiert werden. Hier könnte man ja auch den Ausbau in GSM/2G oder andere Technologien (3/4G) festlegen, weil gerade diese Technologien für ländliche Räume relevant sind. 5G wird dort erst 2026 relevant, weil die aktuell zur Versteigerungen stehenden Frequenzbänder im 2GHz Bereich erst ab 2026 genutzt werden dürfen. Das 3,6GHz Frequenzband ist für Innenstädte sowie Campus-Lösungen relevant.

    Viele Grüße,
    Florian

    • Hi, natürlich bricht das Gespräch an der Grenze ab. Unser Punkt war, dass die Qualität hinter der Grenze in Polen mit einem mal super war. Und die Qualität ist überall auf der Welt deutlich bis dramatisch besser als in D. An der Technik kann es also nickt liegen.

      Ich kann auch ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wie Du die Mobilfunkbetreiber in Schutz nehmen kannst. Die liefern seit 25 Jahren einen im weltweiten Vergleich so unfassbar schlechten Dienst für so viel Geld, dass man denen gar nicht genug in den Allerwertesten treten kann. Und das funktioniert in einem Rechtsstaat nun einmal über rechtliche Regulierung. Denn von alleine bauen die nun einmal keine 99% Flächendeckung mit 4G oder 5G.

  49. Liebes Lage der Nation-Team,

    ich bin sehr treuer Hörer Eures wöchentlichen Rückblicks auf das politische Geschehen in Deutschland. Bei vielen Themen fühle ich mich durch Euch informiert und gut unterhalten.

    Ich ärgere mich aber als gebürtige und ansässige Sächsin sehr darüber, dass es von Eurer Seite beständig Seitenhiebe gegen unser Bundesland gibt, die ich nicht immer begründet und nachvollziehbar finde. Nicht alle in Sachsen lebenden Menschen sind rechtsradikal, sondern sehr viele vertreten durchaus liberale und demokratische Ansichten und ich fühle mich sehr angegriffen und auch verletzt, als Bewohnerin eines Bundeslandes immer verallgemeinert negativ dargestellt zu werden.

    • Liebe Katja,
      dein Post bietet aus meiner Sicht eine gute Gelegenheit zur Selbstreflexion, da er sich, wenn du ehrlich bist, mehr auf deine Wahrnehmung als Empfänger bezieht als auf die Frozeleien der Sender. Diese sagen ja eindeutig nicht, dass alle Sachsen rechtsradikal wären. Das ist das, was du hörst.
      Ich habe in meinem Leben schon von sovielen Weißwurstäquatoren, Blitzschwaben und Gelbfüsslern gehört, dass ich ziemlich sicher sagen kann, dass man sich in diesem Fall von einem persönlichen Gefühl des angegriffen werdens frei machen kann (und sollte).
      Alles Gute!

    • Hi Katja,

      ehrlich gesagt weiß ich jetzt gar nicht genau worauf du dich beziehst, ich kann nur vermuten, dass es um eines der Beispiele für Anonymität geht, also die Geschichte vom Aufklärer im Nazidorf. Da muss ich leider sagen: Sachsen ist nun einmal ein Bundesland, in dem es ein massives Problem mit solchen Orten gibt. Daher liegt es nicht fern, dieses Beispiel zu wählen. Ganz abgesehen davon, dass das in diesem Fall auch nicht unser eigenes Beispiel war, sondern – wie wir auch gesagt haben – ein Zitat von netzpolitik.org.

      Aber ganz abgesehen vom konkreten Fall kann ich mit Sicherheit sagen, dass wir natürlich nicht Sachsen als solches ablehnen – ich habe da immerhin studiert -, sondern den allgegenwärtigen Neofaschismus in diesem Bundesland. Wenn dir diese Berichterstattung nicht zusagt, dann gibt es ja vielfältige Möglichkeiten, sich gegen Rechtsradikalismus in Sachsen zu engagieren. Wenn das Problem gelöst ist, dann haben wir auch keine Veranlassung mehr, es zu erwähnen.

      Aber totschweigen massiver Gefahren für unsere Demokratie kann auch nicht die Lösung sein, denke ich. Im Gegenteil scheint mir die Neigung insbesondere der CDU in Sachsen, die Situation schönzureden, eine große Rolle dabei zu spielen, dass Polizei und Justiz nicht konsequent gegen Nazis in Sachsen vorgehen.

  50. Hallo Ihr!
    Thema “Algorithmen und künstliche Intelligenz”: der Ansatz eurer Unterscheidung war schon ganz gut jedoch fallt ihr in die selben (falschen) Sprechmuster wie z.B. auch Politiker und Medien. Um es kurz zu machen: ein Algorithmus ist dadurch definiert, dass er deterministisch ist bzw. nur endlich viele Schritte enthalten darf. Daher ist es Quatsch bei Techniken wie maschinellen Lernverfahren oder neuronalen Netzen diesen Begriff zu verwenden. Weiterhin gibt es bei Algorithmen Einschränkungen wie:
    “Der Algorithmus muss bei denselben Voraussetzungen das gleiche Ergebnis liefern” (wikipedia Definition, Fachliteratur ähnlich).
    Genau das ist aber bei Lernenden Verfahren eben NICHT der Fall.

    Weiterhin finde ich den Vorschlag zur Regelung der sozialen Netzwerke zu “theoretisch” gedacht. Wenn man in Betracht zieht wie lange die deutsche Justiz benötigt um Sachverhalte zu klären (siehe Verjährung im CumEx Skandal) glaubt ihr doch nicht wirklich, dass bei der Verbreitung von strafbaren Inhalten über soziale Medien die notwendigen Bearbeitungsgeschwindigkeiten verfügen. Und die meisten Aktionen leben von der Schnelllebigkeit (siehe z.B. Christchurch Attentat) da sind schon “ein paar Tage” zu lang.
    Mal abgesehen davon ist das Verfahren ausschließlich für zentrale Dienste ausgelegt, was wenn dezentrale Plattformen die miteinander verbunden sind (Mastodon und Co.) mal wirklich populär werden und hinreichende Verbreitung finden. Dann ist es eher nicht zielführend die Adresse von allen Netzerkteilnehmern ausfindig zu machen.

    • Ich fürchte, nun hast Du Dich in der Terminologie verheddert: Natürlich gibt es auch bei KI einen deterministischen Algorithmus, der das “Lernen” kontrolliert, und mindestens einen weiteren, der das Ergebnis produziert – nur ist eben dieses Ergebnis nicht deterministisch.

  51. …dankt für die Lage :)
    Kann man Euch auch im Fediverse mit Mastodon und ähnlichem folgen, falls bei Twitter mal was gesperrt sein sollte?

  52. Zum Thema “Zensur”. Mir ist unverständlich, warum sich Philip so sehr darüber empört, dass betroffene Nutzer die Sperrung von Twitteraccounts wegen völlig harmloser Tweets als “Zensur” bezeichnen. Mir ist klar, dass es v.a. in der Netzgemeinde eine lange Tradition hat, bei der leichtfertigen Verwendung des Begriffs meinungsstark einzuschreiten a la “das ist keine Zensur, das ist Moderation” oder “Zensur machen nur Staaten”. Richtig ist: wenn man Definitionen des Zensurbegriffs liest auf wikipedia, wiktionary, duden.de etc. steht dort, dass sich der Begriff “meistens” / “insbesondere” / “in der Regel” auf Informationskontrolle durch Staaten bezieht. Aber muss man sich deswegen so aufregen, wenn jemand sich den Begriff zu eigen macht, um auf einen Missstand hinzuweisen? Sprache ist immer im Wandel und wenn Philip in der nächsten Sendung dafür die Zeit hat, würde ich gern mal von ihm erklärt hören, welche große Gefahr davon ausgeht, den Begriff “Zensur” umgangssprachlich auch auf z.B. auf soziale Netzwerke anzuwenden. Wie ihr selbst ja lang und breit ausführt, findet ein großer Teil des öffentlichen Diskurses mittlerweile nun mal bei Facebook, Twitter und auf Whatsapp statt und wenn man wegen einer nicht strafbaren politischen Meinung von diesem Diskurs ausgeschlossen wird, auf Basis fragwürdiger und intransparenter Algorithmen, die entscheiden, ob ein Tweet “die Wahlbeteiligung senken” könnte, dann ist das meiner Meinung nach eben eine Twitter-interne Zensur. Jetzt könnte man argumentieren “der oder die bei Twitter gesperrte Nutzer/in ist ja nicht komplett mundtot, man kann seine Meinung ja anderswo öffentlich verkünden”. Nur: (1) schränkt eine von so vielen Menschen genutzte Plattform wie Twitter durch die Sperrung die Reichweite eine/r NutzerIn mit vielen Followern drastisch ein (genau wie bei der “staatlichen” Zensur), insofern handelt es sich also auch hier um “Informationskontrolle”, die zusätzlich möglicherweise sogar vorauseilend im Sinne der Politik vorgenommen wird. Und (2) ließe sich dieses beliebte Gegenargument genauso darauf anwenden, wenn der ARD vom Bundesverkehrsministerium verboten würde, in den Tagesthemen über den Dieselskandal zu berichten, so lang das Thema bei kleinen Blogs erlaubt bliebe. Dass man auch noch andere Wege hat sich zu äußern bedeutet nicht, dass eine mächtige Institution keine Informationskontrolle vornimmt.

    • Die Beschränkung des Begriffs “Zensur” auf staatliche Akteure verkennt m.M.n. die gegenüber früheren Jahrhunderten viel stärkere Rolle von privaten Akteuren, insbesondere Plattformen und Sozialen Medien für den öffentlichen Diskurs.

      Statt die Verwendung des für diese Quasi-Monopolisten durchaus angebrachten Begriffs “Zensur” zu verteufeln sollten wir besser überlegen, ob für solche Unternehmen nicht eine unmittelbare Grundrechtsbindung angebracht wäre.

  53. Kommentar zu den Paketboten:

    Amazon gibt einem die Möglichkeit zu wählen, ob das Paket mit Hermes oder DHL versendet wird. Der Preis ist jedoch für beide Möglichkeiten der Gleiche.

  54. Hallo Phillip und Ulf, in der neuesten Folge Logbuch Netzpolitik 301 ab 1:20h ist Linus ziemlich irritiert, dass die Interviews der LdN141 auf der Re:publica hinter eurer Paywall verschwunden sind und ich kann das vollkommen nachvollziehen. Erstmal ist es nicht nur eure Arbeit mit der ihr bei dieser Folge Geld verdient sondern auch die Arbeit von Linus und eule. Außerdem haben beide den Anspruch (so nehme ich es zumindest wahr), Wissen möglichst frei zur Verfügung zu stellen, dass man dafür eben nicht zahlen muss. Diesen Anspruch torpediert ihr.

    Vor ein oder zwei Jahren habt ihr in eurer Sommerpause mehrere Sonderfolgen (wenn ich mich richtig erinnere ging es um E-Autos) exklusiv für eure +Abonnenten produziert, anschließend aber gesagt, dass ihr das in Zukunft nicht mehr tun werdet. Erstens weil manchen eurer Zuhörer dann die Diskussionsgrundlage fehlt, zweitens weil viele gesagt haben, dass sie euch nicht wegen Bonus Content unterstützen und heute das sicher noch genauso sehen.

    Auch ich schließe nur wegen dem Republica Spezial kein Abo ab. Das habe ich bereits getan, weil ich eure Arbeit allgemein unterstützen möchte. Auch die Werbefreiheit ist zwar nett, aber nicht der ausschlaggebende Punkt.

    Deshalb bitte ich euch, (auch wenn ihr es nur selten macht) Podcasts nicht nur für eure +Abonnenten zu produzieren, sondern allen kostenlos zur Verfügung zu stellen,. Insbesonders wenn man nur das Republica Spezial betrachtet, bei dem nicht nur ihr beide Zeit hineininvestiert habt.

    • Sorry, aber hier geht doch einiges durcheinander: Zunächst mal ist das nicht LdN141, sondern ein Extra. Die ganze Show gibt es außerdem wie viele andere Inhalte der rp bei YouTube. Wir haben da also nichts hinter einer Paywall versteckt, sondern im Gegenteil die Show noch als Bonus für unsere Abonnenten in den Plus Feed gestellt. Wir wissen aus dem Feedback, dass einfach sehr viele Menschen solche Extras schätzen. Aber wer kein Lage plus hat bzw. will, der kann die Show auf YT ansehen.

      Das machen wir übrigens auch bei unserem übrigen Bonus-Content so – fast alles ist auch irgendwo frei verfügbar, jedenfalls etwas später.

      Und was die “Arbeit” angeht: Das ist nun wirklich Quatsch, Linus und Eule waren zu Gast, weil sie die Position der Fusion im Konflikt mit der Polizei verdeutlichen wollten. Wir haben ihnen also Öffentlichkeit für ihre Anliegen geboten. Ich finde es zwar super, dass sie da waren, aber mit Arbeit hat das nichts zu tun.

  55. Zum Thema Paketboten.

    Alleine aus persönlicher Erfahrung und auch zwei Nachfragen vergibt der Versender A. nicht nur nach dem günstigsten Preis. Dass der Preis auch die Qualität / den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen zur Zustellung eines Pakets beeinflußt, wird ebenfalls “benutzt”, um Kunden dazu zu bringen, darauf zu achten, dass A. auch der Versender ist.

    Hintergrund: Liegt die Ware nicht bei A. , sondern bei Firma B., die über A. die Ware anbietet, schreibt A. der Firma B. vor, mit welchem Paketdienst die Ware versendet werden MUSS. Ich habe das bis jetzt zweimal festgestellt und habe auch jedes Mal beim eigentlicher Anbieter nachgefragt.

    Ergebnis: A. versendet nur über die (Wertung nur für meinen Wohnort!) zwei besten Paketdienste, andere Paketdienste hat A. selbst in den letzten 5 Jahre NIE beauftragt. Bestelle ich entgegen dieser Erfahrung Ware, die vom Anbieter versandt wird, wird immer mit dem Paketdienst C., der (auch hier: nur Erfahrung an m/einem Wohnort!) weder klingelt, noch eine Benachrichtigung einwirft, vorgeschrieben. Die Erfahrung mit dem Paketdienst C. wird durch die Angestellten des Geschäfts bestätigt, in dem man seine Pakete abholen kann, sofern man täglich die Paketverfolgung kontrolliert und ca. 2 Tage nach angeblichem Zustellversuch feststellt, dass das Paket in einem Geschäft zur Abholung liegt.

    Ich gewöhne mir inzwischen an, solche Anbieter direkt anzuschreiben und um Zusendung durch eine Paketdienst zu bitten, der noch ein gewisses Mass an Rest-Anstand im Umgang mit seinen Angestellten hat. Bin ich zuhause, bekommt der Paketbote jedes Mal ein Trinkgeld. Tut mir nicht weg und jemand, dessen Dienst mir viel bedeutet, hat ein Feierabend-Bier frei.

  56. Kleiner Hinweis zum Thema Facebook-Monopol:
    Als Facebook 2012 Instagram gekauft hat, konnte weder durch die EU-Kommission noch durch das Bundeskartellamt eine Fusionskontrolle vorgenommen werden. Weder die FKVO noch das GWB sehen Kontrollen vor, wenn das Target (also in diesem Fall Instagram) zu geringe Umsatzerlöse erzielt. Instagram hatte 2012 einen Umsatz von 0$ und das obwohl sie 13 Mitarbeiter und 30 Millionen Individual users hatten. Mithin haben die Kartellbehörden was Facebook / Instagram betrifft keineswegs Fehler gemacht, vielmehr hatten sie gar nicht die Möglichkeit zu kontrollieren, weil der Anwendungsbereich des Kartellrechts sich durch Umsatzschwellen eröffnet. In der Rechtswissenschaft wird jetzt spätestens seit dem Facebook / Instagram Merger diskutiert alternative Schwellen (zum Beispiel eine bestimme Größe an Datensätzen) als Schwelle einzuführen. Das wird jedoch nach wie vor weitesegehend abgelehnt, da das Wettbewerbsrecht nicht das Datenschutzrecht ablösen solle. Ich finde das wenig überzeugend, denn schließlich kann ein Unternehmen durchaus eine marktbeherrschende Stellung durch Zukauf von Tech-Konzernen gewinnen, schon allein aufgrund der Kundendaten des targets.
    Vielleicht könnte ihr das Thema bei einem passenden Aufhänger ja mal einbringen ;)

    P.S: Mal wieder eine sehr gute Folge! Macht weiter so!

  57. Vielen Dank für alles – super! Ich höre Euch seit ein paar Wochen regelmäßig.

    Anregung: Habt ihr schonmal über das Thema Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer gesprochen? Ich bin gerade nur zufällig darüber gestolpert: https://twitter.com/kaffeecup/status/1128281583843196929 oder https://twitter.com/BR24/status/1128222129697300480
    Ich fände es sehr spannend, von Euch mal etwas über die Fakten und Spekulationen zu diesem Thema zu erfahren.

  58. Zu den Thema Regulierung von Facebook.

    Da dies ja eigentlich eh auf landesebene erfolgen muss aufgrund der unterschiedlichen Gesetze von Ländern wäre es da nicht sinnvoller facebook usw. da komplett rauszunehmen? Die Länder müssten doch eigentlich nur eine Art Polizeiwache für das Netz aufbauen mit Beamten die entsprechend geschult sind. An diese können sich dann alle wenden, die dortigen Polizisten würden dann aktiv und könnten die Sachlage wahrscheinlich deutlich besser beurteilen als günstige Arbeitskräfte der Konzerne. Sollte än die Beamten dann zu der Entscheidung kommen „ja, das könnte eine Verletzung unserer Gesetze sein“ dann müsste fb eine Stelle haben mit der die Beamten dann die ip-Adresse bekommen und ggf. Beiträge (oder User) offline nehmen zu können.
    Und mit der ip könnte dann ja dank vorratsspeicherung auch zumindest der anschlussinhaber ermittelt werden.

    Ok, ich weiß, wir haben eh zu wenig Beamte, aber das würd imho mehr Sinn machen wie zb citis oder sonstige schnellschüsse.

  59. Das Thema E-Scooter wurde für mein Empfinden von euch etwas lieblos und uninspiriert abgehandelt.
    Mit keinem Wort wird die Möglichkeit erwähnt, dass es sich bei dem Hype um ein Angebot handelt, dass dem Gemeinwesen nicht nützt, sondern ihm womöglich schadet. Ihr schweigt dazu oder es fällt euch nicht auf, dass diese Elektrifizierungswelle auf die Infantilisierung der Gesellschaft aufsetzt. Die Gesellschaft krankt dramatisch Bewegungsmangel. Trotzdem findet es die Öffentlichkeit großartig, wenn ihr auch noch die letzten Nischen genommen werden, in denen man zumindest ein wenig Bewegung zusammen kommt. — Dieser Trend ist derart absurd, dass ich mir eine Erwähnung dieser Sichtweise gewünscht hätte.

  60. Diese Lage war wirklich mega entspannt und Spaß gemacht zu hören. Vielleicht weil der Brexit mal nicht vorkam ;-) ?!?!

  61. Bezüglich des Mindestlohns für Azubis.

    Ich würde mich freuen, wenn auch die derzeitigen Umbrüche in den Gesundheitsfachberufen Eingang in euren Podcasts finden würden. Im Gegensatz zu den betrieblichen Ausbildungen zahlen angehende Physiotherapeut*innen, Ergotherapeut*innen und Logpäd*innen für ihre dreijährige, schulische Ausbildung häufig 300 bis 600 € im Monat. Was insbesondere vor dem Hintergrund von – durch Leistungserbringer wie die Krankenkassen mitverursachten-niedrigen Löhnen und dem bereits bestehenden Fachkräftemangel von Bedeutung ist. An Mindestlohn oder Ausbildungsvergütung ist weiten Teilen nicht zu denken, obwohl Lernende ebenfalls etwa ein Drittel bis die Hälfte ihrer Ausbildung im Praxiseinsatz sind.

    https://dve.info/service/aktuelles/1787-„ohne-geht%60s-nicht“-der-dve-macht-sich-für-die-lernenden-stark

  62. Liebe Lage,

    wie immer danke für euren spannenden und informativen Podcast!
    Zum Thema Mindestlohn in der Ausbildung: ein sehr wichtiges Thema, das öffentliche Aufmerksamkeit und Diskussion verdient. Allerdings fand ich es sehr schade, dass ihr zwar kurz die prekäre Lage von PsychotherapeutInnen in Ausbildung (kurz PiA) erwähnt, diese gleichzeitig aber als “das ist etwas anderes” abgetan habt. Momentan arbeiten PiAs in manchen großen Intitutionen für rund 1,40€ Stundenlohn, und das nach 5 Jahren Studium! Zusätzlich müssen die Kosten für die theoretische Ausbildung, die 3 bis 5 Jahre dauert, sowie die Supervisionsstunden aus eigener Tasche bezahlt werden und belaufen sich auf 20.000-30.000€. Wie soll ein Mensch ohne Kapital das stemmen? Trotz dieser seit Jahren stattfindenden Ausbeutung bekommt dieses Thema kaum Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit. Aus diesem Grund würde ich mich persönlich sehr freuen, wenn ihr davon berichten würdet. Vor allem weil gerade diese Woche eine Anhörung zur Reform der Psychotherapeuten-Ausbildung im Gesundheitsausschuss stattgefunden hat. Zwar ist der Reformentwurf ein riesen Schritt in die richtige Richtung, jedoch ist immernoch unklar, wie die Übergagngsregelungen für aktuelle Studierende bzw. Auszubildende aussehen sollen.

  63. zu Mindestlohn für Azubis
    Die genannte Dame aus Leipzig bildet nicht aus weil die Azubiverügtung zu gering ist?
    Verstehe ich nicht.
    Sie hat doch die Möglichkeit eine höhere Ausbildungsvergütung zu zahlen. Da werden potzenzielle Bewerber sicherlich nichts dagegen haben. Die Ausbildungsvergütung könnte zudem auch schon in der Stellenauschreibung genannt werden, falls es bisher an Bewerbungen gemangelt hat.

    • Hey, genau das habe ich mich auch gefragt. Selbst wenn es einen Tarifvertrag gibt, dürfte der Arbeitgeber doch stets in der Lage sein positiv zugunsten des Arbeitnehmers davon abzuweichen.

      Das Einzige was hier für die Meisterin aus Leipzig sprechen könnte wäre der Gedanke, dass dies im Verhältnis zu anderen Friseursalons ein Wettbewerbsnachteil darstellen würde. Ich weiß nicht, ob das überzeugt. Eine gleichmäßige Erhöhung durch einen Mindestlohn könnte dem vorbeugen. Hiergegen spricht jedoch wiederum, dass hierdurch Negativanreize gesetzt sind, die Einstellungen von Auszubildenden entgegensteht.

      Am Ende des Tages erscheint es mir deshalb sinnvoller das Ziel zu verfolgen Friseure über Tarifverträge einen höheren Lohn zu verschaffen. So steigt der Anreiz, dass junge Menschen dem Beruf nachgehen und gleichzeitig vergrößert eine bessere Entlohnung die Spanne um die es einem Arbeitgeber möglich ist Geld in Auszubildene zu stecken.
      Selbstverständlich alles zu dem Preis eines teureren Haarschnitts.

  64. Zum Thema Mindestlohn in der Ausbildung:
    Bei dem Rechercheaufwand von Philipp hätt ich mir noch gewünscht, dass ihr auf zwei weitere Punkte eingegangen wärt:

    1. Es ist eben noch Ausbildung: Das heißt ein Unternehmen investiert über die Vergütung hinaus in Azubis. Das Studium wird bspw. den Studierenden auch nicht bezahlt. Die Auszubildenden arbeiten eben noch nicht.

    2. Es geht im Grunde (häufig) um die Verteilung der Einkommensquellen zwischen Steuerzahler und Unternehmen: Was nicht als Ausbildungsvergütung gezahlt wird, muss im Zweifel als Ausbildungsbäfög oder andere Sozialleistungen ausgeglichen werden (Gilt sicher nicht in jedem Fall).

    Aus beiden Punkten zusammen – denke ich – sollte die Ausbildung durch staatliche Maßnahmen attraktiver gemacht werden.

    • Dass die Azubis nicht voll arbeiten würde ich nur zum Teil unterstützen. Ich habe meine Ausbildung in einem International tätigen Energieversorgungsunternehmen gemacht. Dort ist es ganz klar so: Die Azubis sind in der Ausbildungsabteilung und lernen über verschiedene Projekte ihr Ausbildungsinhalte.
      Die Mitazubis aus der Berufsschule berichten aber zum Teil etwas ganz anderes. Gerade der kleine Elektro-Krauter schickt doch den Azubi aus dem 3. Lehrjahr zusammen mit dem Azubi aus dem 1. LJ alleine auf die Baustelle und lässt die Elektro-Verkabelung erstmal von den beiden alleine erledigen. Der Meister schaut evtl. zwischendurch mal vorbei und der Geselle schaut sich am Ende stichprobenartig eineige Steckdosen an.
      Gerade im Handwerk werden Azubis nur als billige Arbeitskräfte bezahlt, und eben zum Teil schon von anfang an als vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt.

  65. Zum Thema EU:
    Ich möchte die Website europa.eu für Informationen über die EU empfehlen, also hauptsächlich Sachinformationen zu den Organen und Institutionen der EU, Gesetze, Beteiligungsmöglichkeiten und vieles mehr an Grundinformationen.
    Sehr neutral und verständlich aufgebaut.

    Desweiteren wollte ich mal darum bitten, dass die Lage sich mit dem Thema Europaparteien beschäftigt und diese erklärt.

  66. Zu dem Punkt mit der Anonymität im Internet hatte ich vor einiger Zeit mit einem Kumpel auch diskutiert und wir hatten uns folgende Lösung ausgedacht:
    Die Bundesrepublik Deutschland oder sogar die EU richtet einen online Service ein. Dieser Service unterliegt höchsten Datenschutzbestimmungen und arbeitet natürlich nicht gewinnorientiert. Bei diesem online Service kann jeder Bürger eine oder mehrere künstliche online Identitäten beantragen. Mit einer Identität registriert er sich bei Facebook, mit einer anderen bei Google und so weiter. Facebook und co erhalten demnach nur eine künstliche Identität. Wenn nun ein Account eine Straftat begeht, kann gerichtlich beantragt werden, dass in dem staatlichen online Register die jeweilige Verknüpfung geöffnet wird.

    • Ohne dass ich das rechtlich irgendwie beurteilen kann, klingt dieser Vorschlag vernünftig und zielführend. Schon seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, dass Google/Facebook/Twitter etc. Dienste anbieten, die immer unentbehrlicher und damit mächtiger werden und in keinster Weise kontrolliert wird, was mit den Daten passiert.
      Ich bin schon älter und habe (noch) ein gewisses Vertrauen in den Staat und unsere Gesetze und Rechtstaatlichkeit. Beim obigen Vorschlag würde ich daher sofort mitmachen.
      Trotzdem schützt dies nicht vor Veränderungen, sollte der Staat zu einem Unrechtsstaat werden. Es müsste Verfahren und Fristen geben, die Verknüpfung zwischen online Identität und Realnamen zu löschen.
      Es wäre zu überlegen, ob es sinnvoll wäre, Identitäten mit allen Äußerungen vollständig löschen zu können – auch wenn dies Löcher in Diskussionen hinterläßt.
      Abgesehen davon, müsste sowieso der Wissens- und Speicherhunger dieser Dienste kritisch hinterfragt werden – was leider bisher versäumt worden ist und weiterhin versäumt wird.

      • Ich finde die Idee weniger gut. Der Gedanke hinter Anonymität ist derjenige, dass gerade niemand weiß, wer ich bin. Hierzu zähle ich (gerade) auch den Staat.
        Der Ansatz einen Service anzubieten, der zentralisiert meine tatsächlichen Daten hat, beruhigt mich da nicht wirklich. Nicht zuletzt deshalb, weil es keine Sicherheitsvorkehrungen im Netz gibt, die nicht auch “geknackt” werden könnte. Das eine Problem wäre für mich also die zentralisierte Seite des Ansatzes und das andere Problem die Vorstellung es gäbe so etwas wie save havens für deine Daten die 100% sicher sind.
        LG Marcel

      • Meine Idee dient ja gerade dazu, die Anonymität zu bewahren. Ich halte auch nichts von einem solchen gigantischen Datenhaufen. Wenn sich sogar die NSA ihre Hackertools stehlen lässt, dann könnte man drauf warten, dass die Klarnamen von Twitter und Facebook im Darknet stehen.

        • So sehe ich das auch!
          Bei deinem Vorschlag, Ulf, habe ich mich gefragt, ob so etwas nicht schon längst gemacht wird? Faktisch ist es doch so, dass FB, Twitter und Co Accounts löschen, die sich nicht an ihre Regeln halten.
          Dein Vorschlag verschiebt die Kompetenzen: Weg von den sozialen Netzwerken, hin zum Gesetzgeber und den Gerichten. Was ich total gut und richtig finde.

          Auf Anhieb habe ich während des Podcasts nicht gesehen worin die Bewahrungskraft für mehr Anonymität liegt. Dann wurde mir klarer, was du vielleicht meintest: Wenn wir auch anonyme Accounts durch unsere Gerichtsbarkeiten jagen können, werden die Schreie nach einer Klarnahmenpflicht geringer. Ergo: Anonymität bleibt möglich.

          Lg Marcel

        • Ja, genau so habe ich das gemeint.

  67. Zum Thema E-Scooter:
    Einer der wichtigsten Punkte ist meiner Meinung nach der ersparte Platz im Vergleich Auto zu E-Scooter. Das sollte auch bei der ganzen Abstelldebatte berücksichtigt werden. Den Platz den ein abgestelltes Auto in Anspruch nimmt, lässt sich mit einer Großzahl an Scootern auffüllen. Die Effizienz ist somit viel größer. Deshalb finde ich die ganze Debatte, um den richtigen Abstellort und eine befürchtete Überflutung der Städte mit E-Scootern übertrieben.
    Vergleiche ich deutsche Städte mit meinem Wohnort (Kopenhagen), würden viele Verwaltungen in DE sich auch über die Art und Weise wie Fahrräder hier abgestellt werden beschweren. Trotzdem hat hier niemand einen Nachteil oder sonstige Probleme durch abgestellt Fahrräder/E-Scooter. Man ist eher froh darüber sich schnell und flexibel durch die Stadt bewegen zu können.

    Ich denke es bedarf einer radikalen Veränderung der Fahrrad/E-Scooter-Infrastruktur, z.B. durch Umbau von PKW Parkplätzen zu Fahrradständern und PKW-Spuren zu Fahrradwegen. Dann lässt sich ein “Chaos” mit den E-Scootern auch vermeiden. Jedoch muss diese Veränderung von der Stadtverwaltung ausgehen und nicht die E-Scooter Firmen dafür in Verantwortung gezogen werden, da sie keine Möglichkeit haben diese Platzverhältnisse zu ändern.

    • Meine Erfahrung aus Lissabon und Berlin sind da andere. In Lissabon gibt es zwei oder drei Anbieter für Leihscooter und die stehen da überall rum, oft auch im Weg. Und das, obwohl es ausgewiesene Abstellbereiche gibt. Denn bei jeder Abgabe des Scooters muss per Foto dessen Standort dokumentiert werden. Eng nebeneinandergestellt, zwischen mehreren Autos, ist so ein Foto schwerer zu schießen und ohne Foto kostet das extra. Deswegen habe ich mehr als einmal beobachtet, wie jemand den Scooter einfach mitten auf den Gehweg stellte, zwei Schritte zurück machte, ein Foto knipste und dann weg ging. Die Scooter sind übrigens schwer genug, als dass man sie einfach zur Seite stellen könnte.

      Und in Berlin bin ich oft genug mit dem Fahrrad den E-Rollern ausgewichen, die faule Ausleihende einfach auf dem Radweg geparkt haben. Ich glaube, die ohnehin schon miese Qualität der Radwege wird durch eine Flut an Leihscootern noch mal schlechter.

      So sehr ich diese Dinger eigentlich mögen will, so sehr graust es mir vor den Effekten des ungezügelten Markteintritts von großen Verleihern.

      • Natürlich, ich gebe dir recht, dass die Scooter vernünftig abgestellt werden müssen! Es gibt auch hier schlecht abgestellte Scooter, das möchte ich gar nicht bestreiten. Aber dadurch, dass es viele Fahrradständer gibt stehen Scooter auch häufig neben diesen. Dort stören sie nicht so häufig.

        Wie du auch sagst, denke ich auch, dass die Radinfrastruktur in DE mit den neuen Nutzern noch mehr überlastet sein wird. Genau das ist doch ein Grund die Radinfra radikaler umzubauen. Mehr Stellplätze, breitere Fahrradwege! Der Platz wird von der Autoinfrastruktur weggenommen, aber genau die Autos sollen ja auch ersetzt. Also eigentlich eine Win-Win-Situation. (Alles sehr optimistisch gedacht, das gebe ich zu!)

      • 19. Mai 2019 um 6:19 Uhr
        DFB gefgfdfbh

        Wenn der Ausleiher ein Foto des abgestellten Fahrzeugs macht, ließe sich das im Falle einer unsachgemäßen Abstellung doch prima nutzen, um dem Kunden ein Ordnungsgeld aufzuerlegen. Sobald ein Passant sich am abgestellten Fahrzeug stört, könnte er die Fahrzeugnummer melden und das Unternehmen anhand des Fotos den Verursacher identifizieren. Ein Mietwagen darf ja auch nicht einfach im Parkverbot abgestellt werden, ohne dass der Benutzer mit Konsequenzen zu rechnen hätte.

    • Dem waere so, wenn E-Scooter _anstelle_ von KFZ genutzt werden wuerden. Das ist das Verkaufsargument, mit dem auch die Scooter-Anbieter derzeit an die Kommunen herantreten und sowas wie die elektromobile Verkehrswende versprechen. Ein Beleg, dass das tatsaechlich so passiert, fehlt bislang jedoch – genauso koennte es sein, dass die bisherigen Traeger im Umweltverbund (vor allem der Fussverkehr und der ÖPNV) von den Rollern kannibalisiert werden. Arg viel gewonnen ist damit erstmal nichts.

      Spannend ist indes ueberhaupt, wie die Kommunen mit den neuen Anbietern umgehen. Da ist die Bandbreite wirklich enorm und offen gestanden zum Teil etwas erschreckend.

    • Dann müsste man aber PKW Parkplätze in Leih-Scooter bzw -Räder Parkplätze umwandeln. Allein mir fehlt der Glaube, die Parksituation in deutschen Großstädten für PKWs ist jetzt schon angespannt (natürlich weil jeder ein Auto hat, manche auch mehr als eins).

    • Vieles ist hier angeschnitten worden, was auch mich an der Debatte irritiert. In der Lage kam mir zu kurz, dass es ein generelles Infrastrukturproblem gibt. Bevor man über die Zulassung spricht, sollte man überlegen, ob die bestehende Infrastruktur die zusätzliche Beanspruchung aufnehmen kann. Meines Erachtens kann die Antwort nur nein lauten, es reicht ja nicht einmal für die Radfahrer. Die Zulassung der E-Scooter ist aus meiner Sicht kein Beitrag zur Mobilitätswende, ich behaupte, es wird niemand das Auto deswegen stehen lassen. Die Leute hätten ja bereits jetzt auf Fahrrad oder Pedelec umsteigen können. Ein Grund, dass dies nicht passiert ist liegt wohl darin, dass der Straßenverkehr wie er jetzt ist auf Umsteiger zu gefährlich wirkt (s. https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-04/radfahren-stadt-risiken-gefahren-studie). Vor diesem Hintergrund halte ich es für kontraproduktiv, jetzt noch mehr Verkehr auf die schlechte Infrastruktur zu schicken, statt erst einmal ein ordentliches Konzept aufzustellen und umzusetzen.

      Was das Abstellen angeht, ist meine Erfahrung mit den Leihrädern auch, dass es leider zu viele rücksichtslose Menschen gibt, die diese mitten im Weg, auf Bahnsteigen oder sonstwo abstellen. Ich denke dies liegt auch daran, dass man sich für ein fremdes Fahrrad weniger verantwortlich fühlt als für ein eigenes.

      Zuletzt zum Thema Mitnahme in der Bahn, ich halte es für sinnvoller die flächendeckende, kostenlose Fahrradmitnahme zu ermöglichen, auch was den Platz in den Bahnen angeht, da sonst die verzahnten Verkehrskonzepte scheitern werden. Hier nun die E-Scooter zu bevorzugen halte ich für falsch.
      Ohne bessere Bedingungen für

  68. Danke für die Lage!
    Was Thema E-Scooter angeht und mitnähme von Rädern gibt es im HVV etwas Chaos. Fahrräder können in U-Bahnen kostenlos mitgenommen werden außer in den Sperrstunden Mo-Fr 7-9 & 16-18 Uhr. In Regionalbahnen im HVV kosten sie extra und Busse wäre es kostenlos möglich, kommt aber sehr selten vor. Klapräder wiederum können immer kostenlos mitgenommen werden wenn die zusammen geklappt sind.

  69. Danke fürs Zusammenkehren der Lage um soziale Netzwerke. Ich möchte ein paar Gedanken anmerken, die bei Euch so nicht oder nur wenig angeklungen sind.

    Die Deanonymisierung von Nutzer*innen hat nicht nur keinen Nutzen für den Umgang im Netz (man frage mal beliebige Feminist*innen, wie viel Hass sie unter Klarnamen oder von Firmenemails erhalten), die Deanonymisierung stärkt Facebook und Google ungemein. Man stelle sich vor, man müsse sich per Ausweisdokument (Perso o.ä.) bei Facebook identifizieren. Wie hoch stünden die Chancen, dass Facebook diese hochsensiblen Daten auch wirklich nach Authentifizierung wieder löscht? Wir bauen damit eine bestätigte Datenbank von Personendaten in den Händen von privaten Firmen außerhalb der EU. Diesen Punkt vermisse ich bei jeder Klarnamenpflichtsdebatte im politischen Kontext. Wenn ich verklagt werden kann, weil mein Name bei Facebook genutzt wird, will ich korrekte Authentifizierung, aber mit korrekter Authentifizierung gebe ich Facebook Macht über meine sensiblen Daten.

    Das führt mich zu dem Gedanken, der auch von Cory Doctorow vorgebracht wird: Jeder kleine Aktionismus gegen FB, Google & Co stärkt diese Unternehmen und macht Mitbewerbern das Leben schwer. Die Giganten wissen immer genauer, wie sie sich genau bis zum Rand der Legalität bewegen können, während Mitbewerber Risiko laufen, mit massiven Strafzahlungen für Vergehen im komplexen Feld digitaler Richtlinien überzogen zu werden. Egal ob die Klagen von Max Schrems (Facebook adaptiert im Detail das Verhalten und ist im Großen genauso übel wie zuvor), die DSGVO (Google investierte hunderte Mannjahre in die gerichtsfesten Texte zum Datenschutz, etwas das kein Mitbewerber sich leisten könnte), Artikel 13 (Uploadfilter finden bei FB oder Google statt, Alternativen können sich technisch kaum dagegen behaupten) oder das schlimmste Beispiel, das Leistungsschutzrecht, das Googles Marktmacht zementierte und alle Mitbewerber aus dem Markt warf und jetzt auch auf EU Ebene kommt (danke, SPD!). Ich frage mich, ob das auf politischer Ebene Unfähigkeit oder Absicht ist. Vermutlich ist es aber unvermeidbar. Demokratische Prozesse sind langsam, kompromissbehaftet und Lobbyeinflüssen unterworfen.

    All das führt zum Schluss: Facebook, Google und Twitter können wir nicht demokratisch kontrollieren, ohne sie dadurch zu stärken. Alles, was wir tun können, ist diese Services sterben zu lassen, aktiv oder passiv. Wir müssen Facebook und vor allem Twitter seinen Stellenwert aberkennen. Twitter ist ein Plattform, die von zweifelhaften Menschen geführt wird, massiv blind ist auf dem rechten Auge und die willkürlich Accounts sperrt. Wenn wir aufhören würden, so zu tun, als wäre Twitter die einzig mögliche Form, sich öffentlich zu äußern, wären Twitters Nachteile egal. Wir müssen da ja nicht sein. Stattdessen werden dutzende Artikel geschrieben, wenn ein einziger Grünenpolitiker sagt, er habe auf das Netzwerk keine Lust mehr und geht. Die Netzwerke haben nur die Macht, die wir ihnen geben, und da ist besonders die Blase aus Jorunalist*innen, Medienschaffenden und Netzaktivist*innen gefragt. Schaut und schreibt und lest nicht nur bei Twitter, sondern nutzt Blogs, Podcasts, statische Websites, Mastodon und andere Alternativen ernsthaft, besonders wenn ihr euch über Twitter echauffieren möchtet.

    TL;DR: Wir können Netzwerke nicht kontrollieren, ohne ihre Position zu zementieren. Deanonymisierung fördert Facebook. Hört auf, soziale Netzwerke so ernst zu nehmen, wie bisher, denn daraus ziehen sie ihre Macht.

    • Schön, dass ich es nicht mehr schreiben muss. Nämlich der 2. Absatz, beginnend mit “Die Deanonymisierung von Nutzer*innen hat nicht nur keinen Nutzen für den Umgang im Netz …” Mich graust bei der Vorstellung, irgendwelchen Firmen, denen aus welchem Grund auch immer nicht untersagt ist, alle möglichen Daten für ewig zu speichern, meinen Klarnamen samt Real-Adresse direkt zu geben.