LdN138 Notre-Dame, Fridays for Future Interview mit Luisa Neubauer, Europawahlen, Urheberrecht-Richtlinie, 5G und Gesundheit, AfD-Parteispenden

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115 Kommentare

  1. Was Abzugsfähigkeit von Steuern in FR angeht, so kann man tatsächlich einen Anteil des gespendeten Betrags von der Einkommenssteuerlast abziehen – das haut ganz schön rein:

    1) Spenden an bestimmte Organisationen (z.B. UNICEF, Care usw.) können bis zu einer Höhe von EUR 546 zu 75% vom Einkommensstteuerbetrag abgezogen werden.
    2) Darüber hinausgehende Beträge oder Spenden an andere anerkannte Organisationen können zu 66% abgezogen werden.
    3) Obergrenze sind 20% des zu versteuernden Nettoeinkommens.
    4) Dies gilt auch für Organisationen in anderen EU-Staaten.

    Siehe: https://www.impots.gouv.fr/portail/particulier/questions/jai-fait-des-dons-une-association-que-puis-je-deduire

    Ich kann also z.B. Spenden an die GFF in Frankreich von der ESt absetzen.

    Durch den Abzug nicht von der Bemessungsgrundlage sondern von der Steuerschuld hat eine Spende hier einen enormen finanziellen Hebel. Eine Spende von EUR 3000 kostet mich also ganz grob EUR 1000, den Rest trägt der Staat.

    Das führt zu einer moralischen Frage: Ist es legitim, dass ich meine eigenen Steckenpferde hier bevorzuge, und die normalerweise anfallende Einkommenssteuer der normalen Verwendung entziehe?

  2. Die Behauptung, dass man Kopfschmerzen von GSM/EDGE bekommt, hat mir auch direkt starke Kopfschmerzen bereitet.

  3. Hallo liebe Lage-Macher,
    ich höre euer Podcast nun schon seiten vielen Monaten und bin eigentlich durchgehend beigeistert von der Qualität eurer Berichterstattung.
    Allerdings habe ich mich gefragt, warum man schon so lange nichts mehr von euerer Außenpolitikkorrespondentin Lea gehört hat? Ich fand es in vergangenen Folgen schön, dass sie im Bezug der Themen die sie behandelt hat, für etwas Abwechslung und frischen Wind gesorgt hat und würde mich über weitere Folgen mir ihr sehr freuen. Ansonsten natürlich weiterhin ein großes Lob an euch!
    Viele Grüße

  4. Hallo alle,
    Danke für die gute Sendung.
    Tausende Wissenschaftler hätten schon sehr gerne Karriere gemacht mit einer sehr hochrangigen Veröffentlichung einer randomisierten Doppeltblindstudie, die eine schädliche Wirkung von weicher elektromagnetischer Strahlung zusätzlich zu den bekannten thermischen Effekten nachweist. Es hat keiner geschafft. Ein negativ Beweis ist extrem aufwendig und führt kaum zu hochrangigen Veröffentlichungen.
    Wir können daher davon ausgehen dass eine schädliche Wirkung zusätzlich zu thermischen Effekten unwahrscheinlich ist, ganz ausschliessen können wir es nicht.

  5. Erstmal großes Lob, eure Arbeit ist klasse und ich bin immer Froh über den doch oft anderen und globaleren Blick auf viele Themen und Diskussionen. Die große und so vielseitige Diskussion rund um den Klimaschutz hat in den letzten beiden Folgen verschiedene Ansatzpunkte diskutiert. Ein Aspekt wurde dabei einmal kurz erwähnt, die Rolle der Landwirtschaft. Ich bin kein alle zu bekehren wollender Vegetarier, oder gar Veganer, doch mich würde sehr interessieren, dass die CO2 Belastung durch die Landwirtschaft (Fleischproduktion, Milchproduktion, etc.) mal ins Verhältnis gesetzt wird zu anderen Balstungen durch den Straßen-/Schiffs-/Flugverkehr oder ähnliches. Bei dem CO2 preis klang dies kurz an in der vorletzten Folge, als der Preisaufschlag von Milch genannt wurde. Allerdings wurde die nicht so sehr ins prozentuale Verhältnis gesetzt und das Volumen thematisiert um das es bei 80 Millionen Bürgern geht. Aufklärung der Bevölkerung ist beim dem Punkt Klimaschutz für mich zwar ein langfristiger Punkt, aber ein wichtiger. Daher würde ich mich freuen, wenn die C02 Belastung durch die Landwirtschaft mal ins Verhältnis gesetzt wird und diskutiert wird, warum dies in der Politik keine so starke Beachtung findet. Ich möchte an diesem Punkt Bewusst keine Zahlen nennen, oder Theorien aufstellen, die man in dem Zusammenhang oft liest, weil ich wie anfangs erwähnt sehr an eurem Podcast schätze, dass ihr immer einen globalen Blick auf Themen habt und man dem hier in den Kommentaren nicht gerecht werden könnte. Es soll viel mehr ein “Denkanstoß” sein, weil mich freuen würde irgendwann einmal darüber etwas zu hören.

  6. Hallo liebes LdN Team, ich höre euer Podcast sehr gerne, stets ergeben
    sich nachher stundenlange Diskussionen in der Familie. Ich war jetzt
    lange auf dem Land (und damit zwangsgetrennt vom Internet) im Urlaub und
    bin mit den Podcasts hinterher.

    Da bin ich über Eure Diskussion zur Entscheidung des BGH stutzig
    geworden, nachdem flächendeckende Scans von Kennzeichen zwecks Abgleich
    mit gesuchten Fahrzeugen durch die Bayerische Polizei nicht mehr erlaubt
    sind.

    Was hat das BGH genau verboten? Meine Frage bezieht sich darauf, ob nur
    die Methode der elektronischen Kennzeichenerfassung untersagt ist, oder
    das generelle Beobachten des Straßenverkehrs (sowohl durch Menschen als
    auch Maschinen).

    Dazu einige Beispielsituationen:
    – Die Polizei hat (angenommen) einen massiven Überfluss an Beamten.
    Diesen drückt sie dann eine ausgedruckte Liste mit allen zur Fahndung
    ausgeschriebenen Fahrzeugen in die Hand und stellt sie an
    Autobahnkreuzen auf dem Seitenstreifen mit der Aufgabe, jedes
    vorbeifahrende Fahrzeug anzuschauen und das Kennzeichen mit der Liste
    abzugleichen.

    – Die Polizei tut das vorher beschriebene Praxis, nur ersetzt es die
    Beamten durch Rechner, die vorher die Datenbanken gespeichert haben.

    – Die Polizei hat immer noch einen massiven Überfluss an Beamten. Sie
    schickt sie daher zu Autobahnkreuzen, wo sie auf dem Seitenstreifen
    stehen das Kennzeichen jedes vorbeifahrenden Fahrzeuges lesen und
    schnell in der Zentrale anrufen, um zu erfragen, ob der beschriebene
    Fahrzeug zur Zeit gesucht wird.

    – Die Polizei tut das vorher beschriebene Praxis, nur ersetzt es die
    Beamten durch Rechner, die bei jedem Scan ein Datenabgleich mit der
    Zentrale über das Internet machen.

    Welche dieser vier Szenarien wären jetzt eigentlich verboten? Dürfen
    noch Polizeibeamte überhaupt Autos anschauen?

    Für eine Aufklärung wäre ich dankbar. Euer Diskussion hat sich angehört,
    als ob die Polizei gar nichts mehr auf den Autobahnen überwachen dürfte,
    um die Privatsphäre der Reisenden nicht zu verletzen. (Schließlich
    könnten sich ja die Polizisten und die temporären Speicher der Rechner
    an Autos erinnern)

    Gruß,
    Matyas

    • Hallo liebe Mithörer!
      Vor einiger Zeit wurde ein Wahlkampfmanager erwähnt, der Trump, aber auch Netanjahu und andere Staatsoberhäupter beraten hat die sehr populistischen Wahlkampf gemacht haben. Leider kann ich es Anhand der Sendungsnotizen nicht mehr finden. Es wäre toll wenn jemand sich an die Folge und den Namen dieses Wahlkampfmanagers erinnert. Es wär glaube ich nur ein kurzer Exkurs, aber ich recheriere gerade zu den immer populistischer werdenden Wahlkämpfen und es wäre sehr interessant das herauszufinden. Vielen DANK Jana

  7. Zu Notre Dame: Entgegen Ulfs Meinung ist Eichenholz egal welchen Alters nur sehr schwer entzündlich.

    • herrschaftszeitennocheinmal, wieso entwickelt es sich hier eigentlich zum Volkssport, Fehler zu finden, wo keine sind? Ja, die Balken sind schwer entzündlich, mit einem Streichholz muss man es gar nicht erst versuchen, aber WENN es einmal ein Feuer auf dem Dachboden gibt, dann brennt das knochentrockene Holz wunderbar – wie man gesehen hat.

      Leute, das ist ein Podcast! Wir können nicht an jeden Satz eine Fußnote hängen, das würde sich doch niemand mehr anhören.

  8. Hallo Lageteam,

    mir hat kürzlich jemand von einem Gerät erzählt, das CO2 aus der Luft filtern und in Benzin umwandeln kann (wenn auch mit großem Energieaufwand).

    Ich hab davon noch nie gehört, aber es klingt doch grandios.
    Ist das so unsinnig? Vielleicht höherer CO2 Verbrauch bei der Anlagenherstellung, als letztlich damit gefiltert wird?
    Hattet ihr das schonmal als Thema in der Lage?

    Online habe ich diesen Artikel dazu gefunden:
    https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die-loesung-fuer-alles/da-brennt-die-luft-85859

    Ich dachte ich schicke euch das mal. Ich fände es interessant, was ihr dazu sagt, falls ihr es als Thema einmal aufgreifen wollt. Bei euch werden Hintergründe doch immer deutlicher aufgezeigt.

    gespannte Grüße
    Dagmar

    • “wenn auch mit großem Energieaufwand”

      Die Frage ist: Woher kommt die Energie bzw. wie viel CO2 entsteht bei deren Erzeugung? Wenn man z.B. Kohle dafür verstromt und dadurch mehr CO2 entsteht als das Gerät nachher aus der Luft saugt, dann hat man am Ende mit Gerät mehr CO2 als ohne.

      Ansonsten steht im Artikel noch folgendes:

      “Billiger und besser wäre es natürlich, das CO2 gar nicht erst in die Luft zu lassen. »Wir sollten als erstes versuchen, den Kohlendioxidausstoß zu bremsen. Es ist billiger, CO2 gar nicht erst auszustoßen als es dann wieder einzusammeln«, sagt Keith”

  9. Frage zur Europawahl – Briten im EUausland:

    Unionsbürger(innen), die im EU-Ausland leben, können entweder im Wohnsitzland oder in ihrem Herkunftsland Abgeordnete des EU-Parlamentes wählen. Dies gilt auf für Briten, denn sie sind ja noch Unionsbürger(innen).

    Was passiert, wenn Briten Anfang Mai per Briefwahl in ihrem Wohnsitzland abstimmen, aber UK doch noch vor der Europawahl oder zumindest vor der konstituierenden Sitzung des Europäischen Parlaments Anfang Juli aus der EU austritt?

    Hätten dann Briten an der Wahl teilgenommen, obwohl sie eigentlich nicht hätten wahlberechtigt sein sollen?

    Kann man in den Wahlbriefen die Staatsbürgerschaft des Wählenden erkennen und sie ggf. vor der Stimmauszählung aussortieren?

  10. Hi

    Es wird immer wieder das Thema “Digitalsteuer” angebracht gerade von linken Parteien. Was soll das denn konkret sein? Besteuert wird grundsätzlich der Gewinn eines Unternehmens, ob digital oder nicht (und wie digital ist digital, wenn Software irgendwie genutzt wird? Das dürfte auf jedes Unternehmen zutreffen. In welcher Tiefe der Wertschöpfung?). Geht es nicht eher um die Frage von Transferpreisen innerhalb von Unternehmen anstelle einer neuen Steuer?

    Vielleicht könntet ihr das mal prüfen. Ich habe noch nie etwas konkretes darüber gehört bis auf diesen difusen Begriff Digitalsteuer selbst.

    Danke und Grüsse
    Andreas

    • Besteuert wird grundsätzlich der Gewinn eines Unternehmens
      Stimmt so nicht ganz, siehe Umsatzsteuer. Wobei da ja fraglich ist, wer da genau besteuert wird. In Österreich soll die Digitalsteuer als Umsatzsteuer auf Werbeeinnahmen erhoben werden, um Gewinnverschiebungen zuvor zu kommen.
      https://mikrooekonomen.de/podcast/episode/mikro136-baukaesten-fuer-ehe-und-autos/

      • Danke für den Link Martino
        Es gibt natürlich viele andere Steuern, wie z.b das ganze Spektrum der Verkehrssteuern. Die bezahlt aber idr immer der Käufer wie z.b bei Mineralöl, Tabak, Brennelemente bei AKWs, etc und nicht der Anbieter, der sammelt nur ein und führt an den Staat ab.
        Wie wäre das bei der Digitalsteuer, wenn Hinz und Kunz für ihre Google /FB Werbung noch eine Steuer zahlen, wem ist geholfen? Ausserdem wären viele sogenannte Digitalunternehmen (wie auch immer man die definiert) gar nicht betroffen da sie nicht oder kaum über Werbung finanziert sind (Beispiel Amazon).
        Wäre es nicht sinnvoller über eine Regulierung von Leistungsverrechnung in Unternehmern zu diskutieren um dann wirklich den Gewinn zu besteuern auch wenn das vielleicht weniger sexy klingt. Würde auch bei Fällen wie Starbucks helfen.

  11. 24. April 2019 um 18:45 Uhr
    Andreas Schwarz

    Hallo,

    macht doch mal wieder etwas zur Bildungspolitik. In NRW soll das Fach Wirtschaft eingeführt werden. Würde mich interessieren, wie ihr dazu steht.

    Liebe Grüße

    Quelle:

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bildung-nrw-will-wirtschaft-als-schulfach-einfuehren-doch-es-fehlen-lehrer/24244750.html?ticket=ST-3909162-Wj2Vo4hmWxgwa2EestvA-ap1&fbclid=IwAR1l-FsS4wPqjLXf5PKWdHN5DfT4dhnWKUIQKWXWfG7RsJCcGPqxJ4nfcjA

    • Als linksgrünversiffter Antikapitalist bin ich voll und ganz FÜR ein Fach Wirtschaft!

      Je mehr die Leute verstehen wie Wirtschaft funktioniert desto mehr werden sie das bestehende System ändern wollen und auch die Fähigkeit haben es zu ändern. Je gebildeter die Leute sind, desto weniger werden sie auf neoliberale Propaganda hereinfallen!

      Schulfach Wirtschaft: Ja, bitte!

      • > Je mehr die Leute verstehen wie Wirtschaft funktioniert desto mehr werden sie das bestehende System ändern wollen und auch die Fähigkeit haben es zu ändern.

        Da wäre ich mir nicht so sicher, es könnte auch sein dass die Leute dann nur das System besser “exploiten” können und dann doch FDP Wähler werden. ;-)

        • “Exploiten” funktioniert üblicherweise nur dann, wenn es eine Minderheit macht. Und die Mehrheit müsste dank besserer Bildung schneller merken, dass andere das System “exploiten”.

          Und selbst wenn nicht: Wenn mehr Leute das System “exploiten” ist das doch fairer als wenn es nur eine kleine Minderheit tut ;-)

        • Ich befürchte das ist so ähnlich wie die Anzahl an Menschen die Ahnung vom Steuer-System haben. Die meisten treibt es auf die “Haben”-Seite, sprich die der Steuervermeidung, weil es dort eben mehr zu verdienen gibt. Die wenigsten handeln im Sinne des Gemeinwohls und sorgen dafür, dass Steuern eingetrieben werden.

          Ich glaube nicht mehr daran, dass man ein krankes System (und für das halte ich den Kapitalismus) von innen zum Guten verändern kann.

  12. Ich bin Physiker und kein Mediziner oder Biologe, aber aus meiner Sicht kann ich mir keinen Effekt jenseits der Erwärmung vorstellen, wie die Strahlung im Gigaherzbereich einen Einfluss auf den menschlichen Körper haben könnte. Natürlich kann es niemand ausschliessen, genauso wie niemand ausschliessen kann, das morgen der Apfel nach oben und nicht nach unten fällt. Aber ein Nachweis wäre eine riesige wissenschaftliche Sensation, die sehr vieles von dem, was wir seit gut 100 Jahren (ich zähle mal ab Einsteins Nobelpreis für den Photoelektrischen Effekt, der hier relevant ist) wissen total auf den Kopf stellen würde. Insofern würde ich auch nicht von einer “unsicheren Faktenlage” sprechen. Vor allem muss man den Effekt mit anderen vergleichen: Durch das Tragen einer Mütze dürfte sich im Winter auch die Temperatur meiner Kopfhaut wesentlich erwärmen. Hier fragt niemand nach unbekannten Effekten. Auch sind wir seit langem elektromagnetischen Strahlen im entsprechenden Frequenzbereich ausgesetzt, ich sage nur terrestrisches Fernsehen. Ich bin ziemlich sicher, dass die Zahl der Toten durch nicht verfügbaren Notruf im Funkloch in Deutschland wesentlich höher ist, als die Gefahr, die wir hier diskutieren.
    Und lieber Ulf, deine persönlichen Erfahrungen in allen Ehren und natürlich darfst Du über alles reden, aber ich fürchte deine Fähigkeit GPRS von UMTS durch Kopfschmerzen unterscheiden zu können unterliegt so vielen Störfaktoren (schlechtere Sprachqualität, momentane Stimmung, selection bias, self fulfilling proficy), dass ich sie nicht ernster nehmen kann, als die Leute in meinem Freundeskreis, die sich den Tag des Haarschnitts nach der Mondphase aussuchen. Wenn Du ernsthaft daran glaubst, lass das untersuchen! Ich schlage vor, Du bekommst ein praepariertes Handy, an dem Du nicht den Mobilfunkstandard erkennen kannst und musst ihn nach einem langen Gespräch ansagen. Wenn diese Ansage signifikant besser als geraten ist, wäre das, wie gesagt, eine wissenschaftliche Sensation, die die Forschungsgruppe, mit der Du das machst, über Nacht berühmt machen würde. Go for it (oder finde einen befreundeten Schüler, der das als Jugend Forscht Projekt macht, nach meiner Erfahrung dürfte da bei ordentliche Ausführung selbst bei einem Nullresultat ein Landessieg im Raume stehen). Ernsthaft.

    • Danke für den Hinweis, finde ich spannend, weil ich subjektiv nämlich in der Tat spüre, mit welchem Netz ich spreche, auch ohne aufs Display zu schauen – allerdings weniger GSM vs. UMTS/LTE als Mobile vs. Wifi. Und auch das vor allem dann, wenn ich ohnehin Kopfschmerzen habe, nicht im “Normalbetrieb”.

      Dass das wissenschaftlich nicht nachweisbar ist (bzw. die Studienlage eher in die Gegenrichtung weist) wundert mich wirklich. Manchmal etwa denke ich, im WLAN zu sein (=Wifi Call), es schmerzt, und beim Blick auf das Display sehe ich dann, dass ich aus irgendeinem Grunde doch nicht im WLAN war. Das wäre ja das Gegenteil eines confirmation bias. Insofern fände ich eine Studie dazu ausgesprochen erhellend … Freiwillige vor ;)

      • Naja, das du den Unterschied durch Kopfschmerzen bemerkst ist nicht so unwahrscheinlich: schlechtere Sprachqualität → angestrengteres Zuhören → mehr Stress → Kopfschmerzen
        Die Reihenfolge der Sprachqualität passt übrigens auch hervorragend zu deiner Wahrnehmung: 2G < 3G < LTE < WLAN; am Ohr < Freisprechanlage/Headset.

        Und ich kann mir vorstellen, dass du da auch einen Doppelblindtest bestehst und du dir das nicht einbildest. Aber dass du die Strahlung selbst wahrnehmen kannst ist nach derzeitigen Erkenntnissen sehr, sehr unwahrscheinlich.

    • und zu den Wirkmechanismen: Was ist mit elektromagnetischen Effekten? Elektromagnetische Wellen induzieren doch in Leitern schwache Ströme, in der Nähe von starken Mittelwellensendern (klar, wir reden hier von ganz anderen Feldstärken) gab es früher sogar bizarre Effekte, wo ohne Verstärkung Töne zu hören waren. Diese Induktion ist ja gerade der Witz hinter der Funktechnik. Warum soll das nicht mit den Leitern im Hirn = Nervenbahnen möglich sein?

      • Das findet auch statt, ist aber genau der thermische Effekt: Die Energie der Strahlung wird im Gewebe in Wärme umgewandelt. Es werden da irgendwelche Atom- oder Molekülschwingungen angeregt. Aber das Ausmaß dieses Effekts kennt man (er ist durch die Leistung (in mW des Senders komplett zusammengefasst) und er konkurriert mit anderen thermischen Effekten (Mütze, siehe oben) und Sonneneinstrahlung. Und als Warmblüter hat uns die Evolution sehr gut darauf vorbereitet, damit umzugehen.

        Aber ohne Quatsch: Die Wirkung ist diffus, es wird nur gleichmäßig irgendwie Energie verteilt. Wolltest Du beeinflussen können, was an Signalen in den Nerven übertragen wird, müsstest Du quasi für jedes einzelne Elektron das Feld genau ausrichten, damit dieses in die richtige Richtung bewegt wird und nicht nur diffus zufällige kleine Stöße irgendwie ueber alle Elektronen des Gewebes verteilen.

        Denn das ist genau die Lehre des photoelektrischen Effekts (wie gesagt, dafür hat Einstein den Nobelpreis bekommen, nicht für eine der Relativitaetstheorien): In der Quantentheorie wird die Energie der elektromagnetischen Strahlung nicht kontinuierlich übertragen, sondern in Form von Paketen (“Photonen”). Und die Energie eines einzelnen Photons ist eben durch die Frequenz der Strahlung gegeben. Wenn Du nur die Leistung eines Senders misst, also etwa 1 Watt = 1 Joule pro Sekunde, weisst Du erstmal nicht, wie sich dieses Joule auf Photonen verteilt. Ist die Strahlung von hoher Frequenz (zB Roentgen- oder Gammastrahlen), sind es vergleichsweise wenige Photonen, die jedes sehr viel Energie haben. Bei sichtbarem Licht sind es schon mehr Photonen mit weniger Energie pro Paket und bei Radio (5G) Strahlung noch mehr Photonen mit jeweils noch weniger Energie pro Stück (und die Faktoren sind eben durch die Frequenzunterschiede gegeben, da liegen jeweils viele 10er-Potenzen dazwischen).

        Der Effekt, den die Strahlung auf die Materie hat, bestimmt sich nun dadurch, was jedes einzelne Photon anrichten kann: Bei Röntgenstrahlung reicht die Energie eines Photon aus, um ein Elektron aus einem Atom herauszuschlagen (es zu ionisieren). Dadurch ändert sich die Chemie und es kann zB zu Schäden an der Chemie eines DNA-Strangs kommen, was am Ende Krebs auslösen kann.

        Bei Radiowellen ist die Energie eines Photons aber um Größenordnungen geringer als die atomaren Bindungsenergien, die Absorption eines Photons bringt kein Elektron aus seiner Bahn, lässt es nur ein ganz klein wenig zittern. Es gibt keinen grossen Stoß, die Energie verteilt sich einfach in der Masse der Atome. Das genau ist die Wärme. Die vielen niederenergetischen Photonen sind nicht in der Lage einzeln etwas zu bewirken, sondern deponieren nur in der Summe ihre Energie als Wärme. Das hattet ihr ja auch sehr gut bei der Einführung des Themas erklärt (es fehlte nur der Aspekt der “Energiepakete”).

        Für einen Einfluss auf die Nervensignale wäre es nötig die beteiligten Elektronen koordiniert in eine Richtung (etwa entlang des Nervs) zu schieben. Das können niederenergetische Photonen aber nicht leisten, sie lassen die einzelnen Elektronen nur in zufälligen Richtungen ein klein wenig zittern.

        So, das war jetzt eine lange Vorlesung. TL;DR: Ja, elektromagnetische Felder haben Einfluss auf Elektronen, im GHz-Beriech ist dieser aber pro Elektron viel viel zu klein.

    • Nach meinem physikalischem Verständnis erwärmt sich Kopfhaut nicht durch Tragen einer Mütze, sondern die Kopfhaut kühlt nicht so stark aus.

      Kann sich Gewebe durch Tragen dicker Kleidung auf wesentlich über Normaltemperatur (36,3-37,4°C) erwärmen?

      Ich denke, der Körper “drosselt die Heizung” bei zu dicker Kleidung bzw. schmeisst die Kühlung durch Schwitzen an.

      Aber grundsätzlich kann ich mir gut vorstellen, dass es andere Effekt gibt, die für eine stärkere Gewebeerwärmung als Handystrahlung verursachen können; nur eben nicht die Mütze.

      • Im Vergleich zu einer abgekühlten Kopfhaut ist eine nicht so stark abgekühlte erwärmt würde ich sagen. Aber um nochmal ein paar Größenordnungen reinzubringen: Das Gehirn verbraucht etwa 20 Watt (https://de.wikipedia.org/wiki/Gehirn#Leistung_des_Gehirns), wobei “verbraucht” eigentlich “wandelt chemische Energie in Wärme um” bedeutet. Diese Wärmemenge ist der Körper gewohnt ohne Schäden dauerhaft abzutransportieren. Da kommt jetzt die von der Handyantenne produzierte Wärme dazu…

    • Sichtbares Licht ist auch elektromagnetische Strahlung mit einem Frequenzband von 460 THz (rot) bis 790 THz (violett).

      Hat sichtbares Licht auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit?
      (ausser Augenschäden bei zu hellem Licht)

      In Mitteleuropa bestrahlt die Sonne zu Mittag bei wolkenlosem Himmel je Jahreszeit den Quadratmeter mit 250 bis 700 Watt. Nur ein Teil davon ist sichtbares Licht. Für Hautschäden sorgen der UVA-Anteil (790-950 THz) und der UVB-Anteil (950-1070 THz).

      Allerdings braucht der Körper UVB um Vitamin D herzustellen. Die Dosis ist wohl entscheidend. Vielleicht verhält es sich mit Handystrahlung ähnlich. Ob diese in Maßen auch die Gesundheit fördern könnte ? ;-) ?

  13. Liebes Lage-der-Nation Team,

    ich bin seit Beginn Eures Podcasts dabei und generell auch ein richtiger Fan Eures Produkts. Ich finde es prima, wie Ihr regelmässig relevante Themen auf diese/eure Art einem interessierten Publikum näher bringt – vor allem auch Menschen, die sich sonst nicht regelmässig mit allen politischen & gesellschaftlichen Themen tiefer auseinandersetzen wollen/können.

    Ab und an gab es immer wieder Punkte, bei denen ich der Meinung war und bin, dass Ihr Eure politische Gesinnung zu stark in die Berichterstattung einfliessen lasst, aber auch dazu gab es eine schöne Diskussion (u.a. auch durch Sascha Lobo, meine ich) und daher darf und kann das meiner Meinung nach in Nuancen passieren, evtl ist das sogar wichtig.

    Mittlerweile ist mir allerdings ab und zu aufgefallen, dass Ihr partiell (ungewollt) Mechaniken nutzt, die Ihr gerne anderen Gesinnungen „vorwerft“. Hierzu zählt unter anderem, das nur partielle Nutzen und Verwerten von Statistiken, Studien und Sachverhalten. Zum ersten Mal aufgefallen ist mir dies prägnant im Rahmen der Kriminalitätsstatistiken (u.a. von Migranten). Ich bin ein absoluter Fan eines multi-kulturellen Europas und daher absolut kein Gegner der Migrationspolitik Deutschlands im Allgemeinen – ganz im Gegenteil – ich bin da selbst engagierter Fürsprecher, aber hier habt ihr teilweise die Fakten und Darstellungen schon zu Euren Ziel-Aussagen „verzehrt“.

    Gestern Abend habe ich mich dann erneut geärgert, was Eure Berichterstattung über die französischen Milliardäre und deren Spenden für Notre Dame betrifft. Wir sollten uns freuen, wenn wohlhabende Menschen schnell und unbürokratisch helfen möchten, denke ich. Nur weil man wohlhabend oder reich ist (und dafür kann es vielerlei Gründe geben), kann man jedoch nicht überall helfen und Helfer sollten entscheiden dürfen, wo und wie sie helfen. Ich verstehe auch die eventuelle Chance/Absicht und/oder Überlegung aus deren Sicht, eine Familie so nachhaltig kulturell/prestigereich in Frankreich zu platzieren, dass muss meiner Ansicht nach aber “erlaubt” sein.
    Eure Darstellung bzgl der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Spenden ist aus meiner Sicht jedoch nicht korrekt, siehe dazu auch den Artikel aus dem SPIEGEL https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/notre-dame-spende-pinault-verzichtet-auf-steuerabzug-a-1263344.html.
    Sollte ich hier nicht irren, so wäre dies eine nicht korrekte Darstellung in Eurem Podcast und erweckt den Eindruck, Reiche spenden, weil Sie Steuern sparen wollen. Das sehe ich eindeutig so nicht in diesem konkreten Fall.

    Ich würde mich freuen, wenn ich dazu Eure Gedanken höre. Als euer Fan verbleibe ich mit besten Grüßen und weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

    Dennis

    • Die Herren und Damen Milliardäre spenden eben lieber (für etwas, was Ihnen genehm ist oder soagr am Herzen liegt) als Steuern zu zahlen (denn da würde das Geld ja nicht nach ihrem Gutdünken verteilt.

  14. Hallo Ulf und Philip,

    wir hören euren Podcast regelmäßig und finden ihr macht eine tolle Arbeit. Uns ist aufgefallen, dass über die Serie von rechtsextremen (Brand-)Anschlägen in Berlin medial sehr wenig berichtet wird, und dass auch in der Lage bis jetzt unseres Wissens nach kein Beitrag dazu kam. Wir würden uns wünschen, dass dieses wichtige Thema -besonders in Zeiten wie diesen- mehr Beachtung findet.
    Hier ein kurzer aber guter Beitrag von Kontraste
    https://www.youtube.com/watch?v=aKKIaFTrZWo

    Liebe Grüße

  15. Danke euch für die Folge, muss aber doch Mal eine Kritik äußern:

    Ulf’s subjektiver Wahrnehmung zum Thema Elektrosensibilität in Bezug auf verschiedene Mobilfunkstandards (2G vs LTE) so viel (unreflektierten) Raum zu geben ist kein guter Journalismus und wirklich unterhalb eures Anspruchs.
    Immer wieder zeigen medizinische Studien, wie extrem schwierig es ist das eigene subjektive Empfinden auch nur in Ansätzen objektiv einzuordnen, und wie rationale, wohlmeinende Menschen sich auch beispielweise Symptome komplett einbilden können. Davon abgesehen ob das hier der Fall ist, so würde ich es mir doch wünschen dass solche Beiträge in Zukunft etwas selbstkritischer behandelt würden.

    Liebe Grüße aus Berlin!

    • sehe ich völlig anders. Ich habe ja nicht behauptet, dass ich eine wissenschaftliche Studie dazu parat habe, sondern ich habe nur einen persönlichen Eindruck geschildert. Das kann dann jeder so bewerten wie er mag.

      • Meine Bewertung: Finde ich nicht ok. Ihr habt Reichweite und viele eurer Zuhörer vertrauen eurem Urteil oder lernen durch euch erst sich eines zu bilden. Da würde ich mir ein wenig mehr Problembewusstsein (und wenn es im Nachhinein nach Aufklärung ist) erhoffen. Elektrosensibilität wie du sie beschreibst ist nach aktuellem Erkenntnisstand und belastbarer Studienlage einfach totaler Humbug.

        Das ist wie wenn du in der Sendung die brutalen Effekte von Erdstrahlen auf deinen Schlaf oder die Vorzüge von Eigenurin bei Erkältung – natürlich nur aus deiner Eigenen Erfahrung heraus – beschreiben würdest. Nur das hier die Gefahr das es jemand ernst nimmt hoffentlich geringer wäre.

        Was kein Humbug ist ist der Nocebo Effekt. Solchen Quatsch über Elektrosensibilität zu verbeiten kann bei der falschen Person echt Schaden anrichten.

        Keiner hat ein vollkommen rationales und wissenschaftlich hintermauertes Weltbild. Das gibt es bei Menschen einfach nicht. Deswegen wäre es auch Quark von euch zu erwarten jede eurer spontan geäußerten Erfahrungen/Meinungen recherchiert und belegt zu haben. Aber zumindest auf Hinweis hin sollte man selbstkritisch genug sein sowas zu hinterfragen. Was passiert wenn man das vermeidet sieht man diese Tage leider allzu häufig und ihr beklagt euch regelmäßig bitterlich darüber.

        • Dann haben wir da eben einen Dissens … ich werde mir ganz sicher keinen Maulkorb umbinden lassen und eine persönliche Erfahrung nicht in den Podcast einfließen lassen, nur weil ich keine Studien dafür zu bieten habe.

        • 24. April 2019 um 9:44 Uhr
          Thomas Anderson

          Und natürlich wirst du im Umkehrschluss es auch bei niemand anderen kritisieren, wenn er sein Gefühlswelt über die Studienlage stellt.
          Also wenn sich jemand von Zuwanderung bedroht fühlt oder Globalisierung für ein Wohlstandsrisiko hält oder persönlich noch nie Probleme mit Stickoxiden oder Feinstaub hatte?

        • Ich denke nicht, dass diese Vergleiche hilfreich sind. Bitte bleib sachlich.

        • Ich finde persönliche Erfahrungen zu erwähnen völlig unproblematisch, aber nur wenn eben klar ist, dass es “nur” persönliche Erfahrungen sind und sie nicht über wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt werden.

          Genau das tun ja Rassisten mit denen Ulf zu Recht nicht auf eine Stufe gestellt werden möchte. “Wir ignorieren die Faktenlage, weil uns das nicht ins Weltbild passt!” ist bandgefährlich.

          “Die Faktenlage ist XY und das erkenne ich an, wobei meine persönliche Erfahrung Z ist” dagegen völlig okay.

        • Wer sich von Zuwanderung in ihrer derzeitigen Ausgestaltung bedroht fühlt bzw. den vorgeblichen Fakten zuwiderlaufende persönliche Alltagserfahrungen vorweisen kann, ist nicht zwangsläufig Rassist. Alleine diese Gleichsetzung spricht wieder mal Bände.
          Gibt es neben dieser albernen Rassismuskeule auch noch eine gehaltvollere Ausführung, inwiefern die gezogenen Vergleiche unsachlich sind? Ich kann dem leider nicht ganz folgen…

    • 29. April 2019 um 8:51 Uhr
      Magnus aka MJKW

      Lieber Mirko, für den Betroffenen ist es letztlich aber egal ob die Symptome psychosomatisch oder durch externe Faktoren beeinflusst sind, zumal die Grenze sehr fließend ist (für ne Einführung zum Thema empfehle ich regelmäßig die Bücher von Oliver Sacks.) D.h. für den politischen Diskurs zum Thema kann und sollte Mensch das nicht rauslassen. Und natürlich hat der Podcast hier eine Meinung. So wie ich die beiden verstanden hab, ging es hier nie um objektive Berichterstattung sondern um faktenbasierte Diskussionskultur.

  16. Da ich diesen Umstand beim Überfliegen der Kommentare nicht gefunden habe: Wenn mich nicht alles täuscht, wurde in dieser Folge die Aussage getroffen, dass die Itensität elektormagnetischer Strahlung mit dem Quadrat der Entfernung abnehme, bei doppelter Entfernung also um das Dreifache reduziert werde. Das ist gleich doppelt falsch. Zunächst würde sie bei doppelter Entfernung um den Faktor ein Viertel reduziert werden. Allerdings nimmt in einem Volumen Strahlung, oder auch jedes andere Kraftfeld, mit der dritten Potenz ab, im selben Maße wie eben das Volumen zunimmt. Doppelte Entfernung würde also zu einer Achtelung der Intensität beziehungsweise Energie führen.

    • Du hast dich verhört ;)

      Wir sprachen von doppelter Entfernung -> Viertelung der Feldstärke, und das trifft auch zu:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Abstandsgesetz

      Die Achtelung, die Du ins Spiel bringt, stimmt hingegen nicht, weil sich die Energie nicht auf ein Volumen verteilt, sondern auf eine zweidimensionale Fläche, nämlich die Oberfläche einer gedachten Kugel rund um die Strahlungsquelle (siehe Link oben).

  17. Hallo ihr beiden,

    gar kein Kommentar zur Whistleblower-Direktive der EU? Da würde mich gerne mal Eure Meinung interessieren.
    Wenn alles so kommt, wie jetzt abgestimmt, sind knapp 250.000 Unternehmen demnächst in der Pflicht, vertrauliche Meldekanäle für Hinweisgeber einzurichten. Das ist gut so! Aber ich sehe die Gefahr, dass Unternehmen sich zu spät darauf vorbereiten und das wieder verschlafen. Die DSGVO lässt grüßen.

    Wie denkt ihr darüber?

    Alexander

    Disclaimer: Mein Arbeitgeber bietet ein digitales Hinweisgebersystem an (EQS Integrity Line) und wir sind natürlich daran interessiert, dass Unternehmen sich mit professionellen Lösungen auf die Direktive vorbereiten. Bei mehr Interesse stelle ich gerne Infos bereit, wir haben auch spannende Studien zur Nutzung solcher Systeme.

  18. Vielen Dank für euren großartigen Podcast, den ich immer mit sehr viel Interesse verfolge.
    Ich glaube die Diskussion um Strahlungsgrenzwerte ist sehr wichtig, da sie ein sehr emotionales Thema ist, das viele Menschen bewegt. Allerdings haben mir bei eurer Einschätzung einige wichtige Punkte gefehlt.

    Das von euch oft erwähnte 1°C Kriterium ist lediglich die Grundlage zur Bemessung des Grenzwerts. Der eigentlich Grenzwert ist 50 mal niedriger angesetzt, um unbekannte Schäden zu vermeiden, die schon bei geringerer Belastung entstehen.

    Es gibt keinerlei wissenschaftliche Grundlage für nicht-thermische Effekte im Intensitätsbereich der Mobilfunkstrahlung. Die von euch zitierten Studien sind teilweise bereits falsifiziert (nicht reproduziert) oder methodisch höchst fragwürdig, das wurde hier ja schon in mehreren Kommentaren ausgeführt. Nicht reproduzierbare Studien sind aus wissenschaftlicher Sicht wertlos und sollten nicht zitiert werden.

    Bei der Erklärung der elektromagnetischen Strahlung hättet ihr vielleicht erwähnen können, dass im Energiespektrum zwischen Röntgenstrahlung und Mobilfunkstrahlung noch das sichtbare Licht liegt. Dem Thema Strahlung wird mit sehr viel Angst begegnet. Ich glaube das Bewusstsein, dass Strahlung (auch im GHz-Bereich) natürlich vorkommt kann etwas mehr Neutralität in die Debatte bringen, die von Furcht vor synthetischer und künstlicher Strahlung geprägt ist.

    Ich finde es falsch, bei Elektrosensibilität pauschal eine bloße Einbildung der Symptome vorzuwerfen. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Studien, die bei Betroffenen keinerlei Belege für Elektrosensibilität gefunden haben (siehe z.B. diese Meta-Analyse: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19681059).

    Eure strukturelle Kritik an ICNIRP als privatem Verein teile ich. Allerdings sollte man erwähnen, dass die Komission des Vereins mit internationalen Expertinnen besetzt ist (übrigens keine einzige Deutsche), die allesamt etliche (viel-zitierte) wissenschaftliche Artikel zum Thema verfasst haben (einfach mal die Namen auf PubMed/Google Scholar suchen). Dass ihr hier impliziert, der Verein tue nur so als sei er international und arbeite unwissenschaftlich kann ich nicht nachvollziehen. Das 1°C Kriterium wurde auch nicht von ICNIRP “erfunden”. Es kommt aus diversen Laborstudien und entspricht außerdem in etwa der täglichen natürlichen Variation der Körpertemperatur. Nicht umsonst wurde der tatsächliche Grenzwert 50 mal niedriger angesetzt, um der Forschung noch unbekannte Schäden zu vermeiden.

    • Hier möchte ich auch nochmal kurz einhaken. Das Thema, welche Effekte elektromagnetische Strahlung auf biologische Systeme hat, ist klar eine wissenschaftliche Frage. Mein Eindruck war, dass ihr euch jetzt recht stark auf die Studien und Erfahrungsberichte bezogen habt, die entgegen der etablierten Ansicht gehen. Generell gilt ja im Journalismus, dass man immer beide (bzw. alle) Seiten einer Diskussion beleuchten muss. Für Themen z.B. in der Politik ist das klar die richtige Herangehensweise, da dort eine Meinung oft erstmal nicht mehr oder weniger wert ist, als eine andere. In der Wissenschaft ist es jetzt hingegen so, dass man ganz oft klar sagen kann, was stimmt und was nicht (das ist ja auch das Schöne an daran). Im Fall elektromagnetische Strahlung ist das auch eindeutig so: wenn man sich die viele Studien zu dem Thema alle anschaut, dann gibt es immer solche, die in die eine Richtung gehen, und solche, bei denen das Gegenteil herauskommt. Wenn jetzt aber der Großteil der Studien, und insbesondere die qualitativ hochwertig durchgeführten Studien klar in eine Richtung zeigen, dann ist das ein eindeutiges Ergebnis (auch zum Thema Homöopathie [als schönes Beispiel für etwas, von dem man zu 100% überzeugt sein kann, dass es nicht funktioniert; das soll kein Homöopathiebashing sein] finden sich reihenweise Studien, die da einen Effekt beschrieben). So ist es eben auch beim Thema Gesundheitsrisiken elektromagnetischer Strahlung. Wenn man über solche wissenschaftlichen Fragestellungen berichtet, sollte man also aufpassen, keine “false balance” zu präsentieren. Das ist leider ein generelles Problem, wenn von Journalisten über Wissenschaft geschrieben wird, da sind gut geschriebene Artikel wirklich eine absolute Rarität muss man leider sagen.
      Da es keinerlei ernstzunehmende Hinweise gibt, dass Handystrahlung in irgendeiner Weise gefährlich wäre, muss man auch nicht seine Handynutzung restringieren. Darf man natürlich, aber eine rationale Grundlage dafür gibt es nicht.
      Eine schöne Zusammenfassung gibt die WHO: https://www.who.int/peh-emf/about/WhatisEMF/en/index1.html

  19. Vielen Dank für die aktuelle Lage, sie war wie immer sehr erhellend.

    Ich habe allerdings den Eindruck, dass auch bei Euch der Faktor Landwirtschaft, insbesondere die Massentierhaltung (welche ja den größten Teil des verkauften Fleisches liefert) nicht die Aufmerksamkeit in Bezug auf Klimagase bekommt, die er verdient. Offenbar wird von den Produzenten in ihrer Bilanz ein großer Teil der Lieferkette ausgeblendet, wodurch der Preis bei einer möglichen CO2-Steuer gar nicht die Realität wiederspiegeln würde. Ich denke das ist durchaus vorstellbar, da die Tiere zu einem Großteil Soja fressen, wofür in Südamerika Regenwald weichen musste und das nach Deutschland transportiert wird. Dann gibt es gerade bei Rindern die Produktion von Methan und Lachgas, welche um ein vielfaches klimawirksamer sind als CO2. Ich habe jetzt nicht genau recherchiert aber dieser Artikel und die zitierte Studie sind interessant:
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-fleischkonzerne-co-emissionen-1.4058225

    Vielleicht könnt ihr das Thema mal etwas genauer beleuchten, danke!

    • Nun ja, für das Brandenburgische Bio-Rind müsste kein Regenwald weichen … aber klar, auch Fleischkonsum trägt zu den CO2-Emissionen bei. Persönlich finde ich allerdings, dass es andere CO2-Quellen gibt, auf die man wesentlich leichter Einfluss nehmen kann als durch einen Verzicht auf ein wesentliches Stück Lebensqualität: ein EAuto macht sogar mehr Spaß als ein Verbrenner, von einem Tofusteak kann man das nicht so leicht sagen.

      • Puh, zum Thema E-Auto:

        Das E-Auto wird doch maximal als Zweit- bzw. sogar Dritt-Fahrzeug gekauft (so lange sich an der Reichweite nichts ändert). Wieso sind eigentlich Autos mit Brennstoffzelle so überhaupt kein Thema? Vielleicht weil nach der Produktion keiner mehr daran verdient?

      • Sorry, aber Fleischverzicht mit Verlust an Lebensqualität gleichzusetzen ist doch genau so hanebüchen wie beim Verbrenner-Auto oder Tempo 200. Vegetarische Gerichte sind oft genug sogar leckerer und machen mehr Spaß als sinnlos Fleisch zu konsumieren.

        Zumal man ja nicht ganz verzichten muss. Ich esse seit Anfang des Jahres 1/Woche Fleisch und kann keinen Verlust an Lebensqualität feststellen – im Gegenteil ;)

        Mal abgesehen davon, dass sich viele Leute eh kein deutsches Bio-Rind leisten können – zumindest nicht ohne ihren Fleischkonsum massiv zu reduzieren…

        • Das dürfte doch sehr subjektiv sein … und die wenigsten Menschen brettern wir irre über die Autobahn, während die meisten Menschen mit Freuden mal ein Steak essen, insofern ist auch der Vergleich abwegig.

        • Ich geb dir Recht, es dürfte deutlich mehr Leuten das Steak wichtig sein als Tempo 200.

          Andererseits: Eine Fleischreduktion dürfte deutlich einfacher zu machen sein als eine Umstellung von Verbrenner auf E-Auto. Für eine Fleischreduktion ist schon alles da. Es gibt Lebensmittel im Laden und Kochbücher ohne Ende. Für zig Millionen E-Autos fehlen noch massig Ladesäulen und einige Technologiesprünge.

          Das eine spart in den meisten Fällen sogar noch Geld, während für E-Autos noch viele Milliarden investiert werden müssen.

          Ich ich finde – rein subjektiv – Fleischverzicht unproblematischer als ein E-Auto ;-)

        • Wenn wir schon keine 6.000 Arbeitsplätze in der Braunkohle-Branche “verlieren” können, was wird man dann über eine deutlich größere Anzahl an Jobs in der Massentierhaltung sagen?

          Ich entschuldige mich direkt für die Polemik, aber das eine Gebiet gegen das andere “auszuspielen” taugt halt leider nicht wirklich. Insbesondere weil man eigentlich in allen gebieten ran muss.

      • Ich finde das Argument des Brandenburgischen Bio-Rindes etwas schwierig. Grundsätzlich ist das richtig, auch viele andere Probleme wie Tierwohl, Antibiotika, Gülle etc. sind hier weniger problematisch, aber die Menge an Fleisch, die tatsächlich konsumiert wird, ist durch eine solche Produktion einfach nicht zu decken. Somit müsste mit dieser Argumentation davon ausgehen, dass Fleisch definitiv nicht jeden Tag auf dem Teller liegen kann und dafür wäre eine politische Steuerung nötig.

        Die Sache mit dem Spaß ist natürlich sehr subjektiv, aber es gibt viele Menschen, die eine pflanzliche Erweiterung ihrer Ernährung als eine große Bereicherung empfinden. Klar, das ist eine emotionale Diskussion, die brauchen wir hier nicht zu führen.
        Zudem ist der Vergleich mit dem E-Auto etwas schwierig: Das E-Auto, was wirklich mehr Spaß macht, also der Tesla, ist kein umweltfreundliches Auto. Ich glaube das ist auch in dem Interview mit Axel Friedrich deutlich geworden. Ich bezweifle, dass der BMW-Fahrer den Umstieg auf eine Zoe als eine Verbesserung seiner Lebensqualität wahrnimmt.

        Wie schon von jemand anderem erwähnt wäre im Bereich Ernährung die Veränderung vergleichsweise einfach: Die Alternative ist vorhanden, man müsste nur am Preis der stark Klimabelastenden Lebensmittel drehen durch Steuern o.ä.

  20. Moin,
    kurze Ergänzung zu den Notre-Dame spenden: die Groß-Spender haben zugesagt die sich aus der Spende ergebenden steuerlichen Vorteile nicht in Anspruch nehmen zu wollen. Ob’s tatsächlich so kommt erfährt natürlich niemand, und die grundsätzliche Kritik an diesem Spendenwettbewerb bleibt natürlich davon ungeachtet berechtigter Weise bestehen.
    Danke für die Lage.

  21. Liebe Lage,

    ich höre Euren Podcast sehr sehr gerne und freue mich jede Woche auf die Einsortierung der politischen Geschehnisse, frische Blicke auf die Welt und Gedankenimpulse. Auch Eure klare politischen Haltung, mit der ich zum überwiegenden Teil auch übereinstimme, empfinde ich als nicht-störend und sogar gut.

    Dieses Mal habe ich leider ein großes Aber. Mit der Art und Weise zu der Diskussion der Handystrahlung verlässt Ihr leider meinen journalistischen Anspruch. Ein Großteil meiner Kritik wurde bereits in den Kommentaren genannt, hier nochmal beispielhaft aufgelistet:
    -Ihr vergleicht ionisierende Strahlung (z.Bsp. Röntgen) mit elektromagnetischen Wellen.
    -Ich habe bei Euch die ganze Zeit gehört, dass die Grenze 2 Watt beträgt und mich über die Einheit gewundert. Kurzes googlen hat mir die Antwort gegeben. Es ist eine spezifische absorptionsrate von 2 Watt pro Kilogramm gemeint. Mit einer Leistung von zwei Watt werden pro Minute 1 Gramm Wasser um knapp 30 °C erhöht. Bei einem Kilogramm mit einer angenommenen equivalenten spezifischen Wärmekapazität führt dies also zu einer Erwärmung von 0,03 °C/min, angenommen die Wärme wird nicht an die Umgebung abgeben oder weitergeleitet, was aber der Fall ist.
    -Ulf Buermeyer berichtet von Kopfschmerzen beim telefonieren mit schlechten Empfang. Aus einzelnen Empfindungen lässt sich nicht auf die Gesamtheit schließen. Dazu ist auch noch die Frage zwischen Kausalität und Korrelation zu klären. Ich empfinde mich bei schlechten Empfang beispielsweise als leichter reizbar und erkläre mir das über die Verbindungsabbrüche.

    Den Stand der Technik zu hinterfragen, ist natürlich gut und sogar notwendig. Ich finde es aber schwierig, dass dies, gerade in einem von Veschwörungstheorien so vorbelasteten Bereich, von zwei Journalisten ohne naturwissenschaftliche Vorkenntnissen und dazu noch mit persönlichen Anekdoten erfolgt.

    Ich freue mich trotzdem wieder auf die nächste Lage. :)

    Vielleicht findet ihr ja auch den richtigen Mix an Interviewpartner aus den Bereichen der Epidemiologie, Physik und Medizin zu diesem hochsensiblen Thema. Könnt ja auch mal bei Methodisch Inkorrekt anklopfen, die recherchieren bestimmt gerne mal mit ihrem kritischen Blick aus der Wissenschaft und geben ihre Meinung zu den Studien ab.

    Liebe Grüße
    Florian

  22. Ich habe das Gefühl, ihr fallt euch gegenseitig in den beiden letzten Folgen häufiger ins Wort als früher. Das führt dazu, dass manche Gedanken nicht zu Ende geführt werden bzw unterbricht den Fluss etwas. Dieses Mal zum Beispiel zu sehen an der Geschichte mit Trump und den Wasserbomben.

    Ansonsten wie immer eine sehr schöne Sendung, vielen Dank!

  23. Noch zwei Links zum Entschwurbeln von 5G:

    https://quantenquark.com/blog/2019/04/14/5g-mobilfunk-und-die-party-der-verschwoerungs-schwurbler/

    https://futurezone.at/meinung/5g-das-handynetz-des-todes/400463449

    Wobei euer Punkt mit der vollkommen unnötigen Verquickung von Interessen zwischen dem Bundesamt und diesem Forscherverein durchaus berechtigt ist. Ganz unabhängig von den wissenschaftlichen Fakten.

  24. Zum rechtsaußen-Staatsanwalt und §129: dieser Paragraf wird häufiger zum ausspähen politisch missliebiger (oft linker) Organisationen verwendet. Diese Verfahren werden in der Regel ergebnislos eingestellt, denn dabei steht eigentlich nur das Informationen sammeln im Vordergrund. Hier ein Artikel von netzpolitik.org dazu: https://netzpolitik.org/2019/gegen-das-zentrum-fuer-politische-schoenheit-wird-wegen-bildung-einer-kriminellen-vereinigung-ermittelt/
    Der Staatsanwalt, der offenbar eine sehr rechte Gesinnung hat, konnte also 16 Monate lang das volle Repertoire nutzen, um das ZPS und deren unmittelbares Umfeld auszuspionieren. Da liegt für mich zumindest der Verdacht nahe, dass die gesammelten Informationen auch den Weg zu anderen Menschen gefunden haben könnten, die dem ZPS eher kritisch gegenüberstehen, um es mal nett zu formulieren. Meiner Meinung nach müsste der ganze Paragraf abgeändert werden. Die Hürden für so einen massiven Eingriff in das Leben der Betroffenen müssten deutlich höher sein. Es ist ein Skandal, dass es überhaupt möglich ist in so einem Fall eine Ermittlung nach 129 einzuleiten.

    • Ich teile Deine Kritik im Ansatz: Dass §§ 129, 129a StGB besonders gerne zum Ausschnüffeln verwendet werden und vergleichsweise selten zu einer Verurteilung führen ist in der Tat eine juristische Binsenweisheit. Allerdings kann ein Staatsanwalt nicht alleine aufgrund der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens Ermittlungseingriffe durchführen, er braucht dafür in den allermeisten Fällen noch einen Beschluss des Ermittlungsrichters. Der sollte zumindest den Tatverdacht nochmals prüfen.

  25. Vielen Dank für den Podcast!

    Das Thema der Strahlung wurde hier ja schon von einigen Kommentatoren kritisiert. Man kann sicherlich eine gewisse Willkürlichkeit in der Wahl der der Grenzwerte feststellen. Auch ist es sicherlich nicht zu 100 % geklärt, ob eine gesundheitliche Gefahr für den Menschen wirklich bei genau 1 Grad Erwärmung entsteht.

    ABER: Die Grenzwerte haben einen erheblichen Puffer. Entweder habt Ihr das nicht erwähnt, oder ich habe es überhört. Es wird ja nicht der SAR Wert als Grenzwert bestimmt, bei dem eine derartige Erwärmung stattfindet. Der Grenzwert liegt um den Faktor 50 (!) darunter. (https://www.icnirp.org/cms/upload/publications/ICNIRPemfgdl.pdf Seite 509)

    Hinzu kommt, dass selbst dieser Grenzwert in den seltensten Fällen auch nur ansatzweise in den Körper, das heißt Kopf eindringt. Ich habe selbst im meinem Studium Simulationen dazu durchgeführt. Da liegt in der Regel auch noch mal ein Faktor 10 zwischen. Die Strahlenbelastung ist also bei einem herkömmlichen Gerät etwa 500 Mal geringer, als sie sein müsste, damit sich der Kopf (bzw ein Teil von ihm) um 1 Grad erwärmt.

    Wenn ich zu Ulfs Eindrücken eine Ferndiagnose stellen darf: Ich habe selbst auch ab und an Migräne. Ich könnte mir vorstellen, dass unterschiedliche Sprachqualitäten mit zum Teil hochfrequenten Soundartefakten zu den besagten Kopfschmerzen führen können. Das erscheint mir zumindest deutlich wahrscheinlicher, als das irgendwelche Strahlen des Handys dafür verantwortlich wären.

    Eine weitere Anmerkung: Die Leistung der Strahlung, die die Antennen eines Mobilfunkgerätes emittieren, sinkt mit der Entfernung zum nächsten Mobilfunkmast. D.h. je näher ein Mast, desto geringer die Strahlung. Ein weiterer Grund, möglichst viele Masten aufzustellen.

    Der Punkt, dass niederfrequentere Strahlen tiefer in den Körper eindringen ist zwar richtig, aber die Implikation, dass das dadurch gefährlicher wäre ist nicht haltbar. Dafür sind die Energien viel viel zu gering.

    Zuletzt finde ich Euren Rat, möglichst auf Freisprechgeräte zurückzugreifen sehr gut. Abschließend geklärt ist das Thema letztlich nicht, auch wenn bislang in meinen Augen nichts auf ernsthafte Gefahren hindeutet.

    • Im übrigen kann ich Eure Kritik, dass Grenzwerte von einem Verein empfohlen werden nicht nachvollziehen. Der TÜV ist auch ein Verein. Genau wie Max Planck Institute.

      • Verein ist nicht das Problem – das hat Ulf ja mehrmals betont. Es geht auch weniger um den Verein, als um die Tatsache, dass er so großen Einfluss hat und unnötig verquickt ist mit staatlichen Stellen. TÜV macht keine Grenzwerte, sondern prüft im Auftrag des Staats.

        • Das sollte man sicher auch immer aufmerksam beobachten. Bei aller Kritik scheint mir die Kommission von ICNIRP aus internationalen Experten und Wissenschaftlern zu bestehen bei denen ich auf den ersten Blick keine Interessenkonflikte sehe.

          Wenn diese Menschen Grenzwerte empfehlen, vertraue ich dem intuitiv eher als den Grenzwerten, die staatliche Stellen zum Beispiel beim Schadstoffausstoß vorgeben. Es ist doch naiv zu glauben, der Staat sei unabhängiger oder weniger anfällig für Lobbyismus. Vielleicht ist ja sogar das Gegenteil der Fall.

  26. Ihr habt zwar erwähnt, dass die Brexit-Partei in der jüngsten YouGov-Umfrage zu den EP-Wahlen im Vereinigten Königreich führt, aber nicht erwähnt, was das für eine Partei ist. Von Farages Jüngern gegründet und von ihm selbst auch seit einer Weile angeführt, ist das die UKIP von vor fünf Jahren, während “das Original”, ja immer weiter nach rechts driftet. Die führende Kraft bei den EP-Wahlen im Vereinigten Königreich ist also eine islamfeindliche, rassistische, rechtspopulistische Partei. Die rechten offen EU-feindlichen Kräfte sind damit bei 34 % insgesamt – und die Tories noch einmal bei 15 % zusätzlich.

  27. Bei den Studien zur Handystrahlung denke ich immer, wer telefoniert denn heute noch? Hätte es in den späten Neunzigern und den Zweitausendern dann nicht eine viel stärkere Häufung von Hirntumoren geben müssen? Damals Konten Handys tatsächlich noch nicht viel mehr wie telefonieren und SMS, das war auch ihr primärer Anwendungsbereich. Bei den heutigen Smartphones ist das doch längst nicht mehr so, die wenigstens Menschen telefonieren noch, es werden oft nur noch Sprachnachrichten verschickt, aber kaum mehr jemand hat heute sein Smartphone tatsächlich noch stundenlang am Ohr.
    Wird das bei diesen Studien überhaupt berücksichtigt? Mir scheint das nicht der Fall zu sein.
    Während der Nutzung befindet sich ein Smartphone heute ca. 20 cm entfernt vor dem Gesicht des Nutzers, eine Schädigung müsste also aus dieser Entfernung heraus stattfinden, das Gehirn ist aus dieser Position des Smartphones aber relativ gut durch den Knochen an der Stirn geschützt. Wenn ich es mir so recht überlege müssten die Augen das empfindlichste Organ sein das aus der Position von der Strahlung getroffen wird. Gibt es in den letzten Jahren eine Häufung von z.B. Augenkrebs?

    • Sprachnachrichten ersetzen doch kein Gespräch, sondern nur eine SMS. Finde das ist eine ziemlich umständliche Art zu kommunizieren.

      Gibt es keine Zahlen wie viele Gehirntumore es pro 100.000 Einwohner gibt und das Durchschnittsalter der Erkrankten? Dann könnte man ja sehen, ob die Zahlen ab Mitte der 90er-Jahre deutlich nach oben gegangen sind.

  28. Nur als zusätzliche Info beim Bewerten der CO2-Steuer (hab mir selbst noch kein abschließendes Urteil gebildet: https://www.unsere-zeit.de/de/5116/positionen/11063/Noch-eine-Steuer.htm

  29. Hallo liebes Lage Team!
    Wie schon einige Vorposter schrieben, war die gerade die Anmoderation und der Vergleich zur ionisierenden Strahlung bei dem Beitrag zur elektromagnetischen Strahlung ziemlich schwach.
    Im Prinzip stimmt es natürlich, dass man wenn man bei der Gammastrahlung startet und die Frequenz immer weiter verringert bis man irgendwann bei der elektromagnetischen Strahlung landet, aber man hätte schon erwähnen können, dass dazwischen der ganze Bereich des sichtbaren Lichtes und der Infratrotbereich liegt. Also elektromagnetische Felder können noch viel weniger Energie transportieren wie Licht. Und Unmengen von Licht sind nicht gesund, aber bei der Leistung einiger mW wird man sich schwer tun eine physiologische Wirkung festzustellen. Bei elektromagnetischen Feldern dürfte es noch weniger sein. Außerdem sind Mobilfunkstandards nicht die ersten Elektromagnetischen Feldern, denen sich Menschen aussetzen. Da gibt es die natürlichen (Sonne) und dann in den letzen Jahrzehnten neben Mobilfunk und WLAN, natürlich auch Funkfestnetztelefon, Bluetooth, Zigbee und zahlreiche Funkdienste (Radio, TV, Behördenfunk, Betriebsfunk, Flugfunk, Seefunk, Amateurfunk, CB Funk, usw). Dann gibt es um jede Welchstromleitung (zu jeder Nachttischlampe: zu jedem Lichtschalter) ein elektromagnetisches Feld. Und schlichtweg erzeuge jede Elektronik elektromagnetische Felder (Geräte mit Zulassung in der EU sollten zwar einen EMV Test bestehen, aber in erster Linie um die oben beschriebenen Funkdienste nicht zu stören, aber viele Geräte gerade aus asiatischen Ländern, stören = Funken ohne Ende quer über den Frequenzraum. Einfach mal Amateurfunker fragen, die ein Lied davon singen können, weil ihr Hobby immer schwieriger wird, weil es soviel Störstrahler gibt). Kurzum, wenn elektromagnetische Felder zu großen gesundheitlichen Problemen führen würden, hätten wir seit Jahrzehnten bessere Hinweise, wie ein paar esoterische Studien. Ich habe selber an Mikrobiologischen Studien als Student mal mitgearbeitet, bei denen man die Wirkung von EM Feldern auf Zellen beobachtet hat und bei Feldstärken, die nicht jenseits von gut und böse waren, hat man einfach nichts beobachtet. So dürften viele Studien gescheitert sein und übriggeblieben sind dann eben Befragungen, unsaubere medizinische Rattenstudien (bei der die Kontrollgruppe vor der Testgruppe gestorben ist), usw.

  30. Seit dieser Folge kann ich mit dem Podcatcher downcast keine Folgen mehr runterladen. Hat sich irgendwas geändert?

    • Manche Apps haben anscheinend eine falsche Adresse für den Feed gespeichert: Wir nutzen wie eigentlich alle größeren Medien verschiedene Server, um unsere Inhalte ins Netz zu stellen. Daher gibt es eine dauerhafte Adresse, die dann zu öfter wechselnden Servern umleitet. Offenbar gibt es nun Podcast Apps, die fälschlich nicht die dauerhafte Quelladresse speichern, sondern das Ziel der Umleitung. Dann gibt es jedesmal Probleme, wenn wir den Server wechseln.

      Das ist ein ziemlich böser Fehler in der App, sodass ich ehrlich gesagt die App wechseln würde. Wenn du das nicht willst, schau mal auf unserer Homepage nach dem richtigen Feed (AAC oder MP3) und kopier den deine App.

      • Ich habe es geschafft, den Feed zu ändern. Danke für die Hilfe und euren hervorragenden Podcast.

        • Ich hatte das selbe Problem und habe die Lage im Stream gehört.
          Heute funktioniert der automatische Download, ohne die App zu wechseln.
          Lag es nun doch am Server?

        • Nein, der Fehler liegt an der App. Wir haben zwar an unserer Infrastruktur gearbeitet, aber normalerweise dürftet ihr das gar nicht merken, weil die einzelnen Server bewusst nicht öffentlich gemacht werden, sondern nur Ziel einer Umleitung sind. Leider speichern aber einzelne nicht sauber programmierte Apps das Ziel der Umleitung ab, als handele es sich um die eigentliche Adresse. Dann kommt es bei Wartungsarbeiten oder Serverwechseln zu Problemen.

          Wir haben uns aber bereits eine Lösung überlegt, die solche Probleme in Zukunft verhindern sollte (für die Nerds: feste URL, wechselnde IPs – die sollte hoffentlich keine App speichern).

  31. Anmerkung zur Themenwahl: Habe mich diese Woche sehr gewundert, dass ihr Notre Dame aufgenommen habt und dann sogar noch so prominent an erste Stelle platziert. Ich sehe dabei keine politische Brisanz. Außerdem beleuchtet ihr ja selbst kritisch, wie unnötig überprominent das in der medialen Berichterstattung im Vergleich zu anderen Themen der vergangenen Woche war – und packt es dann selbst an erste Stelle. Gabs dafür einen Grund?

    Danke für die sonst wie immer gute Show!

    • Wo ist denn das Problem? Wenn du das Thema nicht interessant findest kannst du es ja jederzeit überspringen.

      Und warum wir es spannend fanden hast du ja selber schon geschildert: Zum einen ist die Berichterstattung bemerkenswert, zum anderen kann man sich Gedanken machen, was eigentlich schief läuft, wenn die öffentliche Hand auf Spenden angewiesen ist, um ihren Job zu machen.

  32. Eine Anmerkung bezüglich der medizinischen Studien, die ihr erwähnt habt; für mich kam das nicht klar genug raus: Studien, die nicht reproduziert werden können, sind im Bezug auf ihre Fragestellung wissenschaftlich vollkommen wertlos. Und Forscher, die sich auf Studien berufen, von denen man weiß, dass sie nicht reproduziert werden können sind alleine schon dadurch in höchstem Maße unseriös, weil das einfach zeigt, dass sich diese Menschen nicht im geringsten um wissenschaftliche Methodik scheren bzw. diese nicht beherrschen. Und das ist es eigentlich, was bei mir da alle Alarmglocken schrillen lässt; dass sich die Kritikerseite oft (auch) auf solche Studien beruft und man dadurch so ein FUD (fear, uncertainty and doubt) Klima schaffen will – wir können es nicht kausal nachvollziehen und schon gar keinen Wirkmechanismus nachweisen, aber…

    Ansonsten fand ich das ganze relativ interessant und das obige gilt natürlich nicht für alle Kritiker – da gibt es auch viele seriöse Forscher, die nicht mit so verachtenswerten Methoden arbeiten – und nicht zu letzt gilt: es lohnt sich natürlich immer, die den offiziellen Kenntnisstand regelmäßig zu evaluieren und zu erweitern – was wir früher alles zu wissen geglaubt haben… Alter…

    • +1 guter Kommentar!

      Mir wird allgemein immer ein wenig schlecht, wenn Mediziner in meinem Freundes- und Bekanntenkreis über ihre “Forschung” sprechen. Ich kenne kaum einen Fachbereich, indem methodisch so schlampig gearbeitet wird.

  33. Also beim Thema 5G wird’s aber ganz schön schwurbelig bei euch.

    Nächstes Mal gibt’s dann alternative Studien zu 9/11 mit der Frage warum die Regierung sich damit nicht beschäftigt? Ich bekomme nämlich komischerweise immer Kopfschmerzen wenn ich eine Doku darüber sehe, ganz bestimmt.

    • Wir fanden es wichtig, das Thema aufzunehmen, gerade weil die Studienlage so unübersichtlich ist. Und es wäre unseriös, eindeutige Wahrheiten zu berichten, wenn es eine solche Klarheit einfach gar nicht gibt. Eins ist aber eindeutig: Die Funkmasten sind jedenfalls nicht das Problem, wenn überhaupt muss man sich über die Strahlung der Endgeräte Gedanken machen. Und das wiederum ist aus meiner Sicht ein Erkenntnisgewinn, denn es steht zu hoffen, dass der fanatische Widerstand mancher Bürgerinitiativen endlich ein Ende findet.

      • Ist es nicht auch unseriös auf der einen Seite diesen wissenschaftlichen Anspruch zu haben und auf der anderen Seite einfach mal so die Vermutung in den Raum zu stellen, dass die eigenen Kopfschmerzen von Handystrahlung ausgelöst werden?
        Solche unwissenschaftlichen Aussagen tragen finde ich nicht zur Diskussion und Meinungsbildung bei, sondern erschweren es nur noch weiter den Überblick über den tatsächlichen wissenschaftlichen Stand der Dinge zu behalten. Und das ist denke ich genau das Gegenteil von dem was ihr doch eigentlich erreichen wollt.

        • Ich finde es nicht unseriös, eine persönliche Erfahrung zur Illustration zu schildern, solange man eben deutlich macht, dass es eine solche persönliche Erfahrung und keine wissenschaftliche Studie ist.

  34. @ulf, da scheint mir aber ne Fehler bei deinem Gefühl zu sein, dass beim Telefonieren mit Edge die Belastung größer sei als beispielsweise mit LTE. Beides spielt beim “normalen” telefonieren mit GSM doch keine Rolle oder seh ich das falsch? Ich war bisher der Meinung, dass man immer über GSM telefoniert, es aber dann zusätzlich noch LTE oder 3G gibt fürs Internet. Und wenn man Pech hat, gibts halt kein LTE oder 3G und man muss auch versuchen Internet über GSM zu machen = Edge. Vielleicht lieg ich da aber auch falsch.

    • PS, übers internet telefonieren ist natürlich ne ganz andere Nummer dann

    • Ja, da liegst du wirklich ziemlich falsch.

      • Da ist allerdings ein Fehler: Man benutzt praktisch immer nur einen Mobilfunkstandard gleichzeitig – d.h. wenn man telephoniert und das Handy gerade 3G verwendet, dann wird auch die Sprache über 3G abgewickelt.
        Wenn das Handy den neuen Standard (derzeit) nicht für Sprache verwenden kann – z.B. für LTE/4G – wird für den Zeitpunkt des Telephonats komplett auf z.B. 3G zurückgeschaltet.

  35. Hallo Liebe Lage,
    Ich schätze euren Podcast sehr, habe aber ein bisschen wissenschaftliches Feedback zum Thema Handy und Krebs. Die Studien die Ihr im Podcast angesprochen habt sind wissenschaftlich sehr umstritten und auch teilweise in den Medien und Artikeln darüber nicht akkurat dargestellt.

    Zur Interphone studie selbst: diverse Subkomponenten dieser Studie wurden vorzeitig veröffentlicht. Im abschließenden finalen Report zur Studie heißt es allerdings:
    “Overall, no increase in risk of glioma or meningioma was observed with use of mobile phones. There were suggestions of an increased risk of glioma at the highest exposure levels, but biases and error prevent a causal interpretation. The possible effects of long-term heavy use of mobile phones require further investigation.” Das könnt ihr hier selbst nachlesen: http://ije.oxfordjournals.org/content/39/3/675.full.pdf

    Wie es dazu kam das diese Studie trotzdem häufig als Beweis für einen Zusammenhang genannt wird ist in einem interessanten Artikel auf Sciencebased Medicine nachzulesen (einen Blog von Wissenschaftlern über kontroverse Themen in der Medizin; https://sciencebasedmedicine.org/a-disconnect-between-cell-phone-fears-and-science/) und scheint hauptsächlich an einem… etwas dubiosen Buch mit dem Titel: “Disconnect: The Truth About Cell Phone Radiation, What the Industry Has Done to Hide It, and How to Protect Your Family” zu liegen.

    Trotzdem wird die Studie oft als beweiß für einen Zusammenhang zwischen Krebs und Handy-Nutzung herangezogen.

    Die Ratten-Studie die Ihr erwähnt hat methodisch wirklich große Probleme, die der Yale Neurologe Dr. Steven Novella auf seinem Blog in detailierter und verständlicher Breite beschreibt:
    https://theness.com/neurologicablog/index.php/underwhelming-cell-phone-rat-study/
    Und ein Update nachdem die Studie erneut die Runde in den Medien gemacht hat:
    https://theness.com/neurologicablog/index.php/that-rat-cellphone-study-im-still-not-impressed/

    Zusammenfassend: In wirklichkeit waren das zwei Studien, eine an Ratten und eine an Mäusen. Die Tiere wurden abwechselt 10 Minuten Radiowellen ausgesetzt und dann 10 Minuten nicht, in verschiedener Stärke, immer am ganzen Körper, und vom Mutterleib bis zum Tod. Alleine die Tatsache das die Bestrahlung schon im Mutterleib, ganzkörper, stärker als im echten Leben, und deutlich länger als bei realer Handynutzung stattfand, macht jeglichen Vergleich mit Menschen und typischer Nutzung extrem schwierig.

    Anyway: Die Forscher fanden eine statistisch signifikante Erhöhung in “manchen” Hirn-und Herztumoren, nur in männlichen Ratten die Radiowellen ausgesetzt waren, nicht aber in weiblichen, und nicht in männlich und/oder weiblichen Mäusen.

    Für einen Wissenschaftler wie mich (oder auch Dr. Novella in der verlinkten Zusammenfassung), lässt das schon mal alle möglichen Warnlampen leuchten. Warum nur männliche Ratten? Und warum sollte man erwarten, dass wenn das Ergebnis nicht einmal auf weibliche Ratten oder Mäuse übertragbar ist, dass es für Menschen gilt?

    Diese Studie ist ein schönes Beispielt dafür wie man durch das Durchführen vieler verschiedener statistischer Vergleiche mit verschiedener Gruppen und Kriterien, rein zufällig signifikante Ergebnisse erhalten kann, wenn man nicht dafür korrigiert, dass man mehrere Vergleiche durchgeführt hat (Stichwort: p-hacking). Auch wird die Signifikanz für diverse Arten von Tumoren einzeln errechnet: so findet man eine signifikante Steigerung für eine bestimmte Tumorart (Schwannoma) im Herz, aber nicht in anderem Gewebe, und nicht in allen Schwannomas, sondern nur wenn man das Herz separat vergleicht.

    Auch bewegt sich die Studie im Bereich der Statistik kleiner Zahlen mit weniger als 10 betroffene Individuen. Es gibt noch weitere schwächen in der Studie auf die ich jetzt nicht weiter eingehen will. Wer sich dafür interessiert kann die Zusammenfassungen in der verlinkten Beiträgen lesen.

    Das Paper ist ein gutes 1×1 für das kritische Lesen einer medizinischen Studie. :)

    Liebe Grüße,
    Matt

  36. Mmmh,bei 5G melden sich bestimmt auch bald Arbeitsschutzleute,weil die Mitarbeiter am Arbeitsplatz gefährdet werden könnten. :p

  37. Hallo Liebes Lage Team,
    noch als Vorschlag für einen Link zu 5G. Wikipedia zum elektromagnetischen Spektrum:https://de.wikipedia.org/wiki/Elektromagnetisches_Spektrum
    Damit gleich auch noch ein Hinweis auf die beliebteste elektromagnetische Strahlung: Licht. ;-)
    Außerdem vielleicht auch oben direkt verlinken: https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrosensibilit%C3%A4t

    Studien basierend auf Beschreibungen von Selbstwahrnehmung, haben grundsätzlich das “Homöopathe-Problem”, dass ohne Doppelblindstudien nicht lösbar ist. Sobald jemand gerade weiß, in welchem Funkstandard das eigene Telefon funkt, muss die gefühlte Wirkung nicht mehr objektiv auftreten, sondern könnte durch sympathische Effekte (vielleicht Blut[hoch]druck?) selbstverstärkt wahrgenommen werden.

    Ich muss sagen, ich bin auch skeptisch in Bezug auf eine gefundene Wirkung bei der Krebs-Telefonseiten Studie. Wie wurden die Teilnehmer ausgewählt? Es müssten alle Studienteilnehmer aus meiner Sicht vor der Krebsdiagnose ausgewählt und zur Kopfseite befragt worden sein, um (Selbst-)Selektionseffekte zu vermeiden. Wobei ich, wenn ich mich beobachte, glaube ich gar nicht sagen kann, auf welcher Seite ich mein Handy/DECT-Telefon überhaupt halte. Meist gehe ich zuhause durch den Raum und wechsele ständig die Seite. Dabei bin ich eindeutig rechtshändig.
    Die Teilnehmer müssen also angeweisen werden, unbedingt und über Jahre ihre Telefone nur auf einer Seite zu halten. Eventuell könnte man auch einseitig stark Schwerhörige oder einseitig gehörlose Personen für die Studien auswählen. Nur mit konsequentem Studiendesign kann eine Auswertung objektiv und effektiv erfolgen.

    Mit welchem physikalischen Mechanismus könnte nicht-ionisiernde Strahlung Krebs auslösen? Habt ihr da einen Experten?
    Soweit ich weiß haben Radiowellen oder Mikrowellen nicht genug Energie je Quant/Welle, um überhaupt Änderungen an Molekülen oder Atomen auszulösen. Sie könnten eben nur durch Anregung Temperaturänderungen bewirken. Aber, ein Handy ist ja keine Mikrowelle (die zum Kochen), so dass bei lokalen Maxima der Strahlungsintensität Gewebe im Körper punktuell so sehr überhitzen würde, was vielleicht zur Zerstörung von komplexen Molekülen oder Moleküstrukturen führen könnte. Die lokale Überhitzung würde dann aber auch ganz normalen Schmerz auslösen und wäre keine elektrosensible Wahrnehmung. Außerdem müsste der Schmerz bei Bewegung des Handys durch den Kopf “wandern” und ein Handy, dass solche Effekte auslösen würde, würde nie eine Zulassung bekommen oder wäre eindeutig defekt (und vermutlich wäre de Akku innerhalb von Minuten leer und die Antenne müsste spontan sehr gerichtet absenden und es würde nichts mehr am Funktmast ankommen).
    Was Temperaturänerungen angeht, könnte man nicht auch Erfahrungen aus Temperaturschwankungen bei Fieber und Entzündungen heranziehen? Löst fortgesetzte erhöhte Temperatur/Fieber bei Entzündungen auch an andere Stellen als dem Entzündungeherd im Körper Krebs aus? (Nicht am Entzündungsherd selbst, da dort auch andere bio-chemische Ursachen wirken könnten.)

    Für ionisiernde Strahlung würde ich vermuten, dass für einige Grenzwert zugrundeliegende Annahme vermutlich ist, dass bei geringen Strahlendosen es einen Schwellwert geben würde, unterhalb dessen keine Krebsfälle auftreten würden. Mit einer der historischen Quellen dieser Annahme ist die erste Untersuchung von Strahlenopfern nach Hiroshima und Nagasaki, die aber auch vor dem politischen Hintergrund der Zeit im kalten Krieg gesehen werden muss.
    Aktuelle Studien, z.B. https://www.nap.edu/read/11340/chapter/1 “BEIR VII PHASE 2” legen nahe, dass es keinen Schwellwert zur Auslösung von Krebs oder Mutationen bei ionisiernder Strahlung gibt (z.B. Röntgen, UV, Gamma, Hintergrundstrahlung). Insofern müssen dort Grenzwerte mit Vorsicht gesehen werden.
    Aber wie gesagt, Handys senden keine ionisierende Strahlung aus.

    • “Mit welchem physikalischen Mechanismus könnte nicht-ionisiernde Strahlung Krebs auslösen? Habt ihr da einen Experten?
      Soweit ich weiß haben Radiowellen oder Mikrowellen nicht genug Energie je Quant/Welle, um überhaupt Änderungen an Molekülen oder Atomen auszulösen. Sie könnten eben nur durch Anregung Temperaturänderungen bewirken.”

      Naja, das stimmt so auch nicht; es gibt durchaus Verbindungen, die chemisch reagieren, wenn sie von nichtionisierenden Photonen getroffen werden – z.B. unsere Sehrezeptoren (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Rhodopsin etc.).
      Und es ist natürlich auch denkbar, dass andere Verbindungen in unserem Körper “versehentlich” darauf reagieren und sich deshalb “falsch” verhalten – gemessen an der Zahl der Moleküle müssen wir auch davon ausgehen, dass das passiert.
      Folgendes Szenario wäre z.B. denkbar: Irgendein Syntheseprozess in der Zelle wird gestört, weshalb Stoffwechselprodukte entstehen, die das Erbgut schädigen – wenn diese Mutation jetzt bösartig ist und auch noch in mehreren Zellen gleichzeitig stattfindet, könnte sich daraus prinzipiell ein Tumor entwickeln.

      Nur ist das ganze halt auch ausgesprochen theoretisch: man hat bisher im Bereich der verwendeten Leistungen auf mikromolekularer Ebene bisher kaum solche Mechanismen nachweisen können.
      Und man muss sich auch klarmachen, dass sowas selbst wenn es passiert überhaupt nichts ungewöhnliches ist und im Körper sekündlich in Unmengen stattfindet und problemlos abgefangen wird…

  38. Ich war sehr enttäuscht vom Gesprächsverhalten im Interview mit Luisa Neubauer. Es wurde immer wieder unterbrochen und drüber geredet – das ist ein Verhalten, was ich so noch nicht bei Interviews mit anderen Expert*innen bemerkt habe, was nahelegt, dass durch Alter und Geschlecht der Person eine andere Dynamik eurerseits eingeschleicht hat. Ich bin sonst mit dem Podcast immer sehr glücklich, aber das war unter normalen Niveau ( vielleicht Sequenz nochmal anhören und Unterbrechungen zählen).

    • habe ich nachgehört, kann ich nicht nachvollziehen – und den Erklärungsversuch noch weniger … was ist hier eigentlich los, dass uns ständig Kommentierende irgendwelche Vorurteile unterstellen?

    • Die Male, an denen unterbrochen wurde, waren eher, um die Interviewte nicht in Verlegenheit zu bringen (zum Beispiel bei dem Thema der CO2 Steuer). Denn sie ist ja gerade KEINE Expertin, sondern eine Vertreterin einer Bewegung, die ermuntern soll verstärkt auf Experten zu hören.
      So zumindest mein Eindruck.

  39. Mein Podcast Addict beschwert sich dass https://cdn.kuechenstud.io/feeds/ldn-mp3.xml nicht erreichbar ist. Ist das ein temporäres Problem oder auf Dauer? Bisher habe ich alle Episoden über diesen Feed gehört.
    Seltsamerweise ist ein zweiter Feed (mit 41240 statt 40958 subscribers) über https://www.kuechenstud.io/lagedernation/feed/mp3/ eingetragen, welcher funktioniert. Allerdings sind da jetzt natürlich alle Episoden als ungehört markiert :(

    • Richtig ist alleine der zweite Feed, der erste ist ein CDN-Feed, der sich jederzeit ändern kann. Daher kommunizieren wir den ersten auch nicht.

      • Ok, danke für die Info. Konnte in Podcast Addict über “Bearbeite Podcast URL” die Adresse anpassen. Jetzt habe ich die neue Episode und der Status der alten Episoden bleibt erhalten.
        Schönen Samstag!

        • Danke für den Hinweis, hatte den gleichen Fehler.

        • Super, danke für den Hinweis.

          @Ulf: Die cdn URL wird so, wenn man einfach nach eurem Podcast sucht, vom Player gefunden und eingetragen. Das Problem werden also vermutlich mehrere Leute haben, vielleicht kann man das ja irgendwo anpassen.

        • Danke, dann führt der Player offenbar ein schlechtes Verzeichnis … bei iTunes haben wir jdf die permanente URL eingetragen. Am besten wäre es wohl, wenn User die falsche URL melden.

  40. CO2-Steuer: Das Anliegen, ökologische und soziale Nachhaltigkeit zu verbinden, ist ehrenwert, aber ist es nicht auch widersprüchlich? Gibt man Menschen, die sich eine Flugreise mit CO2-Pricetag nicht leisten könnten, das Geld dazu über Transfers zurück, so dass sie dann doch fliegen können, dürfte der Effekt in Sachen Emission eher ungenügend sein. Hart aber ehrlich wäre, zu sagen: Viele Konsumgüter und Services gibt es nun mal in keiner umweltfreundliche Variante, sondern wir alle müssten eigentlich unterm Strich weniger (Flugreisen, Plasmabildschirme, beheizte Wohnfläche, Avocados, …) konsumieren.

    • “…, aber ist es nicht auch widersprüchlich? Gibt man Menschen, die sich eine Flugreise mit CO2-Pricetag nicht leisten könnten, das Geld dazu über Transfers zurück, so dass sie dann doch fliegen können, dürfte der Effekt in Sachen Emission eher ungenügend sein”

      Es würde trotzdem ein positiver Effekt eintreten, da sich Preise von Produkten relativ zueinander aufgrunde der unterschiedlichen Kohlenstoffemmissionseffekte verschieben würden und sich die Menschen eher für günstigere Alternativprodukte entscheiden. Die Geschwindgkeit der Änderung ist abhängig von der Preiselastizität der Produkte. D.h. als Urlaubsreisen würden bereits sehr schnell weniger Fernflüge gebucht werden, denn es gibt Alternativen. Aber auf dem Land müssten die Menschen vielelicht weiterhin Autos fahren, die eine lange Reichweite und schnelle Tankmöglichkeit haben, etwa um zur Arbeit zu pendeln, einfach deswegen weil sie keine Alternative haben um weiterhin zur Arbeit zu kommen. Auch sind Autos langfristige Konsumgüter, man kauft nicht jedes Jahr ein neues.

      Z.B. würde eine Flugreise von Hamburg nach München im Verhältnis viel teurer werden als ein Bahnticket. Eine aufwändig energiesanierte Wohnung wäre viel günstiger als eine, bei der ein höherer Heizbedarf bestünde. Statt Avocados, Bananen und Mangos würden sich vielleicht mehr Menschen für Äpfel und andere lokale Produkte entscheiden. Wenn die Autohersteller im Alltag funktionierende Elektroautos massenhaft anbieten können, würden auch die oben genannten Pendler früher umsteigen, wenn die Haltungskosten der Benzin-/Dieselautos im Verhältnis teurer sind.

      Es tritt also auf Verbraucher und Hersteller/Verkäuferseite ein Anpassungsverhalten auf, dass zyklisch und mittel- bis langfristig zu einer Senkung der CO2-Emmissionen führt.
      Flugreisen werden teurer und Menschen fliegen weniger, Fluggesellschaften fahren ihr Geschäft zurück, Airbus und Boeing bauen sparsamere oder vielleicht sogar hybrid-elektrische Flugzeuge, wodurch Fliegen im Vergleich zu einer Bahnfahrt wieder günstiger wird. Dadurch entsteht evtl. wieder Handlungsdruck für die Bahngesellschaften. Über die Zeit sinken die CO2/Methan etc. Emmissionen.

      • Alles richtig, die entscheidende Frage ist eben nur, ob der gewisse Effekt, der dann eintritt, auch ausreicht. Auch z.B ein Elektroauto wäre mit einem ehrlichen CO2-Preisschild irre teuer (importierte Rohstoffe, Herstellung, derzeitiger Energiemix), d.h. entweder man quersubventioniert auch das und hat unterm Strich kaum ökologische Einsparungen oder es können halt nur Reiche Auto fahren und man hält diese Ungleichheit aus. Umgekehrt werden es sicher einige als unsozial empfinden, wenn man ihr Massenhaltungs-Steak und ihren Billigflieger nach Antalya durch CO2-Abgabe so teuer macht, dass sie tatsächlich weniger davon kaufen können, denn die Alternativen werden nicht als gleichwertig wahrgenommen. Aber das wäre eben der Preis für spürbar geringere Emissionen – volle Konsumentenzufriedenheit und effektiver Klimaschutz gleichzeitig wird nicht gehen, fürchte ich.

        • Die Dinge werden unterm Strich nicht teurer wenn man die CO2 Kosten berücksichtigt, sondern billiger.

          Selbst ressourcenintensiver Konsum (wie Mobilität) wird langfristig günstiger, weil man die Umweltkosten als das begreift, was sie sind: Variabel.

          Konsum künstlich zu verbilligen um sozialen Ausgleich zu erhalten ist wie Straßen fluten um einen Platz zum Baden zu haben. Effiziente Maßnahmen zum sozialen Ausgleich sind ua Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer und Bodenwertsteuer.

    • Sehe ich ganz genauso. Die CO2-Steuer soll den Konsum von CO2-schädlichen Produkten massiv einschränken. Und die Steuer soll im besten Fall direkt in CO2-kompensierende Maßnahmen und in den Klimaschutz gesteckt werden.