LdN137 Julian Assange, Enteignung Deutsche Wohnen, Brexit, CO2-Steuer, Trisomie, Israel-Wahl, Wahlrechtsreform

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Julian Assange 

Enteignung Deutsche Wohnen 

Brexit 

CO2-Steuer

Bluttest auf Trisomie 

Israel-Wahl 

Gescheiterte Wahlrechtsreform 

B

Bildnachweise 

Hausmitteilung

138 Kommentare

  1. Hi,

    wie immer hat mir auch diese Folge sehr gut gefallen.
    Ich würde hier gerne ein paar Gedanken zum Thema Wahlrecht einbringen. Wir sind mit unserem System immer noch besser dran, als andere Staaten mit “Winner takes it all” Szenarien, jedoch wären auch bei uns grundsätzliche Reformen angebracht.

    Vor einiger Zeit habe ich im Podcast 80.000 hours eine Diskussion über die wissenschaftlich untersuchten Vor- und Nachteile bestimmter Wahlsysteme gehört.
    Das Fazit war, dass ein “approval voting* System das einfachste und beste wäre.
    Dabei würde man im Grunde genommen bei jeder Partei ein Kreuz setzen können oder eben nicht. Entsprechend gibt man also für jede Möglichkeit ein Ja oder Nein an.

    Warum dieses System effektiv wäre kann man entweder hier anhören oder in den verlinkten Quellen nachlesen:
    https://80000hours.org/podcast/episodes/aaron-hamlin-voting-reform/

    Gern würde ich eure Gedanken dazu hören.

  2. Moin, ich möchte nur kurz darauf hinweisen, dass der Bundestag absolut gesehen vielleicht groß sein mag, aber nach Anzahl der Bürger:innen pro Repräsentant:in sieht das ganz anders aus! Hier fällt der Bundestag – zumindest innerhalb der EU – sogar eher klein aus. So vertritt hierzulande jedes MdB mehr als sechs mal so viele Menschen, wie es bspw. in Skandinavien üblich ist.

  3. Zum Thema “Wahlen in Israel”: es wäre gigantisch, wenn ihr Richard C. Schneider als Gesprächspartner gewinnen könntet. Vermutlich haben nur wenige eine ähnlich tiefgreifende Expertise, die so weit über oberflächliche Einordnungen und Klischees hinausgeht. Bei Twitter erreicht man ihn übrigens ganz gut.

  4. Zu Punkt 3 vielleicht:
    Es muss nicht immer mehr Wohnungen geben, nur es fehlen die preisgünstigen Wohnungen, die Marktteilnehmer haben bisher den Anreiz durch die selbst produzierte Ungleichheit zu teure Wohnungen zu bauen und den Bedarf nicht zu decken. Wer Wohnungen besitzt profitiert in starken Maße von der durch die Öffentlichkeit geschaffene Lage – da die aber zu großen Teilen durch Steuern auf Arbeit und Konsum finanziert ist, drückt es die Menschen ins Umland, weil sie sich Stadt im jetzigen System zur Bereitstellung von Wohnraum nicht mehr bezahlen können. Das geht natürlich zulasten des Flächen Verbrauchs & der Umwelt (der häufige Vorschlag wichtige Klima- und Naherholungsgebiete zu bebauen z. B.).

    Es gibt Gegenden mit Leerstand, eine Aufwertung der Gebäude ist da die einfachste Sache – solange diese Gegenden keine entsprechende Qualität & Jobs haben bringt eine gute Wohnung auch nichts ein. Würde man massiv die Infrastruktur aufwerten hätte man exakt dasselbe Problem wie in Berlin und allen anderen erfolgreichen Städte (das erlebt Leipzig), wo Arbeitnehmer die Infrastruktur bezahlen und diejenigen die Immobilien & Boden besitzen Miete als Zugang zu dieser Infrastruktur verlangen.

  5. Mein Kommentar zur Debatte über den Bluttest:
    Ich fand es gut, dass über Grundsätzliches diskutiert wurde und ich würde mir das noch viel mehr wünschen. Als ich erstmalig schwanger war, haben wir auf Pränataldiagnostik verzichtet- es kam uns absurd vor, ein Wunschkind vorher durchzuchecken und wir dachten, das würde sicherlich die Mehrheit genauso tun. Heute bin ich schlauer! Übrigens wurden wir damals nicht über das Recht auf Nichtwissen aufgeklärt, sondern zur Nackenfaltenmessung gedrängt. Haben wir dennoch nicht gemacht.
    Deswegen wundert es mich, dass Ihr Euch an dem Begriff „Selektion“ stört- wenn Föten mit DS gezielt aufgespürt und in der Regel abgetrieben werden, kann man das doch gar nicht anders nennen.
    Und auch mich hat es gestört, dass Ihr die übliche, stigmatisierende und irreführende Floskel „leiden am DS“ verwendet habt. Sprache ist mächtig. Bitte fragt doch mal Menschen mit DS, ob sie daran leiden- ich glaube nicht. Sagen übrigens auch Studien.
    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/lesen-schreiben-laufen-mit-downsyndrom-so-entwickeln-sich-die-kinder-a-1246738-amp.html

  6. Hallo Philip, hallo Ulf,

    zu den Sozialwohnungen habe ich ein paar Anmerkungen bzw. Fragen:

    1) Bei einer Enteignung werden nicht mehr Wohnungen gebaut, so weit so gut. Wenn aber die enteigneten bzw. vergemeinschafteten Wohnungen wieder zu Sozialwohnungen würden oder diese bleiben würden, dann hätten wir wieder mehr Sozialwohnungen ohne neu zu bauen.

    2) Warum haben wir zu wenige Sozialwohnungen? Was ist aus den in der Vergangenheit gebauten Sozialwohnungen geworden?
    Hypothesen:
    2.1 Es gibt mehr arme Menschen, als z.B. vor 10 Jahren.
    2.2 Sozialwohnungen verlieren nach einigen Jahren ihren Status als Sozialwohnungen und werden dann dem allgemeinen Markt zugeführt, stehen also nicht mehr als Sozialwohnungen zur Verfügung.
    2.3 Sozialwohnungen wurden vom Staat (bzw. Ministern, also Menschen) verkauft, z.B. an Kapitalgesellschaften wie die Deutsche Wohnen. Dadurch verlieren sie ihren Status als Sozialwohnungen.

    3) Warum muss es immer mehr Wohnungen geben? Haben wir nicht schon genug Flächenverbrauch?
    Ich verstehe ja, dass man nach Berlin ziehen will, aber muss das auch für alle ermöglicht werden?
    Gibt es keine Gegenden bzw. Städte mit leerstehenden Wohnungen, die man entsprechend aufwerten könnte?

    Ich würde mich darüber freuen, wenn ihr im nächsten Podcast zumindest auf Punkt2 eingehen könntet.

    Liebe Grüße von
    Verita

    • Zu Punkt 3 vielleicht:
      Es muss nicht immer mehr Wohnungen geben, nur es fehlen die preisgünstigen Wohnungen, die Marktteilnehmer haben bisher den Anreiz durch die selbst produzierte Ungleichheit zu teure Wohnungen zu bauen und den Bedarf nicht zu decken. Wer Wohnungen besitzt profitiert in starken Maße von der durch die Öffentlichkeit geschaffene Lage – da die aber zu großen Teilen durch Steuern auf Arbeit und Konsum finanziert ist, drückt es die Menschen ins Umland, weil sie sich Stadt im jetzigen System zur Bereitstellung von Wohnraum nicht mehr bezahlen können. Das geht natürlich zulasten des Flächen Verbrauchs & der Umwelt (der häufige Vorschlag wichtige Klima- und Naherholungsgebiete zu bebauen z. B.).

      Es gibt Gegenden mit Leerstand, eine Aufwertung der Gebäude ist da die einfachste Sache – solange diese Gegenden keine entsprechende Qualität & Jobs haben bringt eine gute Wohnung auch nichts ein. Würde man massiv die Infrastruktur aufwerten hätte man exakt dasselbe Problem wie in Berlin und allen anderen erfolgreichen Städte (das erlebt Leipzig), wo Arbeitnehmer die Infrastruktur bezahlen und diejenigen die Immobilien & Boden besitzen Miete als Zugang zu dieser Infrastruktur verlangen.

  7. Liebes Lage Team,

    Mich würde Eure Meinung zu dem Gutachten der Leopoldina zu der No2-Grenzwerten und der erfolgten Medienberichterstattung der letzten Monate interessieren.

    Ich persönlich habe – sofern man den Aussagen der Beteiligten Wissenschaftler glaubt – das die breite Öffentlichkeit ziemlich am Thema vorbeigeschrammt ist.

    https://www.leopoldina.org/presse-1/pressemitteilungen/pressemitteilung/press/2609/

    BPK – Leopoldina zum Thema Saubere Luft, Stickstoffoxide, Feinstaub & Grenzwerte – 9. April

  8. Moin moin,
    wie immer, eine schöne Zusammenfassung des Geschehens!

    So richtig verstehe ich Berlin nicht. Erst verkauft die Stadt Wohnungen an Investoren und jetzt sind diejenigen an den hohen Mieten Schuld, die diese Wohnungen gekauft haben? Warum richtet sich der Protest nicht gegen die Regierung? Ich finde das schon Paradox. Was hat man den erwartet? Dass diese Wohnungsgesellschaften Sozialträger spielen? Und warum liest und hört man immer nur von den hohen Mieten in Berlin? In vielen anderen Großstädten ist die Mietsituation doch ähnlich, warum ist nur in Berlin der Aufschrei so groß? Man könnte doch auch argumentieren, dass die Mieten in Berlin in den letzten Jahren schlichtweg verspätet denselben Trend durchgemacht haben wie überall sonst.

    Keine Kritik an Eurem Podcast, diese Fragen kommen mir nur immer, wenn es um dieses Thema geht. Vielleicht kann mich ja jemand erhellen :)

    • Zu der damaligen Zeit galt privatisieren als die Musterlösung für absolut alles. Müll, Strom, Internet und eben auch Wohnen, alles wurde für billig verscherbelt, weil der Markt als DAS Allheilmittel galt. Auch der soziale Wohnungsbau ist sehr stark zurückgefahren worden.

      Und das ist definitiv nicht nur in Berlin so gewesen, aber die Stadt erfährt halt einen Boom seit Jahren, alles aus dem Umland will nach Berlin. Und Leute leben dort wo Arbeit ist.

      • Dazu kommt noch die finanzielle Lage Berlins Ende der 90er: Der Bankenskandal hat einen riesigen Berg an Schulden aufgehäuft, den die Stadt übernommen hat. Privatisierung wurde so zu einem Mittel schnell an Kapital zu kommen und Finanzlöcher zu flicken.

  9. Vor dem Hintergrund der (faktischen) Kerosinsubventionierung ist ein Preis für CO2 genau der falsche Weg. Hier sieht man ein Grundübel unserer Zeit. Negatives Verhalten wird gefördert und für den Rest kommen die Bürgenden (das ist kein Gendern, sondern ein Aufzeigen unserer Funktion im kranken Staate – “Bürger” ist in unserem Sprachgebrauch doch noch etwas zu positiv konotiert) auf…
    Trotz der kapitalistischen Grundordnung unseres Gehege, sollten wir vielleicht doch mal schauen ob es Wege außerhalb des Geldes gibt. (ich weiß voll kompliziert und so, weil es ja nur noch den Maßstab € oder $, aber keine Wertmaßstäbe gibt. Und Nein in einem Schuldgeldsystem ist Geld kein Wert sondern der Indikator für “Wieviel halte ich von anderen Menschen in der Hand”

    • Warum schafft man diese Kerosinsubventionen nicht ab?
      Weil die Flugzeuge dann woanders tanken?
      Dann beschränkt man die Freimenge an Kerosin die ein Flugzeug bei der Landung in D bzw. EU haben darf. Jeder liter mehr muss versteuert werden.
      Das Ganze schön EU weit festlegen.

      Es gibt auf viele Probleme einfache Lösungen.

  10. Ich bin offenbar zu spät für einen Kommentar für die vorletzte Sendung LdN136 – würde das aber gern trotzdem loswerden und poste es daher hier:

    Lieber Herr Banse und lieber Herr Buermeyer,

    ich höre Ihren Podcast wie so viele Leute gern, aber ich möchte heute Ihnen heute dennoch ein kritisches Feedback schicken.

    In der LdN136 haben Sie kurz “den lieben Donald” erwähnt, womit Donald Tusk gemeint war.

    https://www.kuechenstud.io/lagedernation/page/2/

    Ich habe mich darüber geärgert, wie Sie ihn eingeführt haben und das aus mehreren Gründen, die ich Ihnen kurz erläutern will. Ich halte dies in dem Punkt nicht nur für eine Unachtsamkeit, sondern befürchte, dass dieser Unachtsamkeit auch ein gewisser “west-zentrischer” Blick auf die EU unterliegt, den ich kritisierenswert finde.
    Ich finde es erstens problematisch, wenn zwei Männer, die einen Politik-Podcast haben, so schludrig mit zentralen Führungspersönlichkeiten unseres eigenen politischen Systems umgehen, wie Sie das in der letzten Folge getan haben. Natürlich muss man ganz genau wissen, wer Donald Tusk ist, wenn man so einen Podcast macht. Sie haben zwar durchaus richtig formuliert, dass er “EU-Ratspräsident” ist. Sie aber haben – offenbar nachhaltig verstört von dem Fakt, dass es sich bei ihm um einen Osteuropäer handelt – zunächst vorgeschlagen, dass er im Rahmen der rumänischen und dann, dass er im Rahmen einer überhaupt nicht stattfindenden, polnischen Ratspräsidentschaft irgendwelche Äußerungen gemacht hat. Daraufhin wunderten Sie sich kurz laut darüber, wieso er denn dann Ratspräsident sei und schlossen daraus, dass er “einfach so” Ratspräsident sei und dies mit Polen nichts zu tun hätte. Stimmt. Aber natürlich hat es dann doch ein bisschen was damit zu tun: Donald Tusk ist natürlich zunächst ein Politiker in Polen gewesen, nämlich polnischer Premierminister. Er ist Mitglied der liberalen “Bürgerplattform” und gehört zu den meist gehassten Personen der derzeitigen polnischen Regierung, die 2017 sogar versuchte, mit einem peinlichen und gescheiterten Coup seine Wiederwahl als EU Ratspräsident zu torpedieren.

    Ich finde, dass man das bei einem der wichtigsten EU-Politiker durchaus wissen kann, wenn man einen Podcast über Politik macht, den so viele Menschen hören. Dass Sie aber dazu noch zunächst kurz überlegten, ob er Rumäne sei und dass Sie überhaupt so irritiert davon sind, dass ein Osteuropäer “einfach so” eine so hohe Rolle innerhalb der EU einnehmen kann, das halte ich dann doch für tiefergehend problematisch. Es offenbart eine gewisse Befangenheit und ein Unwissenheit gegenüber dieser Region, die doch so nah an Deutschland liegt und außerdem eine bestimmte Sicht auf die EU als Projekt von Westeuropäer*innen, in dem andere, an der Peripherie gelegene Gesellschaften “teilnehmen” können, aber nicht essentielle Funktionen übernehmen. Dies in einer Zeit zu tun, in der gerade die Regierungen in Ländern wie Polen in Richtung Autoritarismus entwickeln und anti-EU Parolen salonfähig sind, finde ich gefährlich, weil es einen Beitrag dazu leistet, die Menschen, die unter diesen Regierungen zu leiden haben, als “anders” zu markieren. Gerade im Kontext des Brexit habe ich häufig den Eindruck, dass man mit zweierlei Maß misst. Bei Großbritannien wird ganz klar ein Unterschied zwischen den Menschen und der Regierung gemacht, man sieht natürlich auch Brexiteers, aber lässt häufig Gegner*innen zu Wort kommen. UK wird als komplexe, streitende Gesellschaft gezeichnet. Nicht ganz so befasst man sich mit Ländern wie Polen, wo ebenfalls viele Menschen gegen die Regierung protestieren. Selbst ein so prominenter Gegner der polnischen Regierung wie es Donald Tusk ist, muss sich in Ihrem Podcast gewissermaßen zunächst gefallen lassen, für deren Sprecher gehalten zu werden, weil man eine solche Vielschichtigkeit eben nicht sofort unterstellt. Das wäre alles vielleicht noch okay gewesen, wenn Sie es rhetorisch wieder eingefangen hätten und womöglich auf scherzhafte Weise darauf eingegangen wären, dass Sie den Ratspräsidenten nicht richtig zuordnen konnten. Sie haben jedoch einfach weitergemacht, als sei dies alles nicht so wichtig und nicht so schlimm, Polen und Rumänien zu verwechseln.

    Ich würde mich freuen, wenn Sie nicht sofort mit einem beschwichtigenden Wort reagieren oder sich womöglich dafür entschuldigen, Tusk nicht sofort korrekt benannt zu haben. Ich würde mich freuen, wenn Sie darüber nachdenken, ob das, was ich hier wahrnehme, womöglich stimmt. Ob Sie einen bestimmten Blick auf Osteuropa haben, der – da Sie ja offenbar nicht mehr im Nachhinein schneiden – auch durch Stimmlagen und Herumgedruckse hörbar wird und von Hörerinnen wie mir dann auch als solcher identifiziert wird. Ich will auch nicht zu große Worte bemühen, es ist noch keine Ignoranz und es ist noch keine Arroganz, aber es ist Unkenntnis und Unsicherheit und dagegen kann man ja ganz leicht etwas tun: Befassen Sie sich mit diesen Ländern. Denn auch die haben Einfluss auf “die Lage der Nation”. Ich ahne, dass es extrem aufwendig und anstrengend ist, so einen vielseitigen Podcast Woche für Woche vorzubereiten und aufzunehmen und dass dieses Format eben auch anfälliger dafür ist, dass das Publikum Dinge mitbekommt, die bei einem Zeitungsartikel oder selbst einem Tweet im Verborgenen bleiben. Mir geht es nicht darum, Sie anzugreifen, sondern ich will Sie anregen, solche Stolperszenen zu reflektieren. Ich würde Ihnen das nicht schreiben, wenn ich nicht den Eindruck hätte, dass Sie Menschen sind, die sich auch mal hinterfragen und Freude daran haben, neue Perspektiven kennenzulernen.

    Mit den besten Grüßen und einem Kompliment für Ihren Podcast, den ich sonst sehr gern mag,

    Anna

    • Manche Kommentare hinterlassen mich wirklich ratlos:

      Natürlich muss man ganz genau wissen, wer Donald Tusk ist.

      Wussten wir ja. Aber wir “müssen” gar nichts, denn das ist unser Podcast, den gestalten wir so wie wir mögen, und wir lassen es uns nicht nehmen, auch spontan auf Seitenaspekte einzugehen, die wir nicht vorher recherchieren konnten. Diese Spontaneität macht nämlich das Format Podcast aus.

      Ich würde mich freuen, wenn Sie darüber nachdenken, ob das, was ich hier wahrnehme, womöglich stimmt. Ob Sie einen bestimmten Blick auf Osteuropa haben, der – da Sie ja offenbar nicht mehr im Nachhinein schneiden – auch durch Stimmlagen und Herumgedruckse hörbar wird und von Hörerinnen wie mir dann auch als solcher identifiziert wird.

      Nein, wir haben da keine Vorurteile. Der ganze Kommentar lebt davon, dass uns eine Einstellung gegenüber Osteuropa untergeschoben wird, die mit der Realität nichts zu tun hat. Ich habe mich in der Situation nur gefragt, wie es eigentlich kommt, dass ein polnischer Politiker gerade Ratspräsident ist, obwohl ja nun einmal die Rumänen gerade die Präsidentschaft innehaben. So einfach, so wenig skandalös. Du kannst ja mal versuchen, 90 min am Stück mit jemandem zu diskutieren, ohne jemals über ein Detail nachzudenken oder “herumzudrucksen”, wie du das formulierst.

      • Ich sehe euch auch als sehr unkritisch gegenüber unseren Nachbarn im Westen und überheblich wenn es unsere Nachbarn im Osten betrifft. Habe das soweit als eure Meinung akzeptiert und filtere eure Aussagen dementsprechend.
        Ich denke nicht, dass Anna euch Vorurteile unterschiebt, sondern vielmehr aufzeigt, was sie wie auch ich immer wieder raushören.
        Tusk war kein besonders gutes Beispiel..

  11. Zu Trisomie 21
    Liebe Lage, dass für Trisomie 21 alleinig das Alter der Mutter als Risikofaktor gilt ist falsch.
    Das Alter des Vaters spielt zu gleichen Teilen eine Rolle! Viel zu lange schon wird diese irrige und überholte Annahme weiter verbreitet. Ich denke es wäre wichtig das nochmal richtig zu stellen, da sich nur so dieses überholte Denken ändern wird. Viel zu oft hört man das Munkeln hinter vorgehaltener Hand: „na wenn sie (die Mutter) soooo alt noch ein Kind bekommen musste… selbst Schuld“ und schlimmeres! Wenn es hier überhaupt um eine „Schuldfrage“ geht (was ich nicht teile!), dann tragen beide Eltern diese zu gleichen Teilen. Und die Väter könnten den Müttern hier ruhig ein bisschen Verantwortung von den Schultern nehmen!
    Ein kleiner Artikel dazu als link.
    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2003/daz-27-2003/uid-10030

    • 17. April 2019 um 0:33 Uhr
      Dieses Feld bitte abschalten

      Leider macht der verlinkte DAZ-Artikel die zugrundeliegende Studie nicht unmittelbar verfügbar, und der Artikel selbst ist äußerst dürftig geschrieben. Welchen Einfluss soll denn welches Alter des Vaters nun haben? Und welche Ursachen werden dafür vermutet?

      • Es gibt eine Vielzahl andere Beiträge und Artikel zu dem Thema, die Ihnen vielleicht mehr Aufschluss geben. Einfach mal das Thema in die Suchmaschine Ihrer Wahl eingeben.

  12. Zu Thema Wahlreform im Bundestag:
    Zwei Zahlen auf Bundeswahlleiter nachrecherchiert und in Erinnerung gebracht:
    Die CDU/CSU z.B. hat bundesweit ca. 33% der Zweitstimmen, jedoch ca. 77% der Wahlkreise gewonnen.

    • Nachtrag:
      Ein besserer Vergleich noch:
      Der Erststimmenanteil von CDU/CSU bundesweit beträgt ca. 37,2 % bei eben den 77 % der gewonnen Wahlkreise.
      Der schlechteste Kandidat gewann mit ca. 24% – 25% seinen Wahlkreis. (So etwas wurde ja auch angesprochen)
      Also mindestens 75 % haben sich in diesem Wahlkreis gegen den Gewinner entschieden.

    • Man mag zum Konstrukt CSU/CDU stehen, wie man will, aber im Kontext des Bundeswahlrechts muss die CSU zwingend als eigenständige Partei diskutiert werden. Erstens ist ein Ausgleich zwischen CSU und CDU möglich, d.h. Überhang der CSU kann Ausgleichsmandate für die CDU bringen, die ja de jure eine andere Partei ist (und umgekehrt). Zweitens wird die Größe des Bundestags im aktuellen Wahlrecht und den realistisch zu erwarteten Ergebnissen wesentlich durch das Wahlergebnis der CSU bestimmt, die 2017 als 6,2% Partei ca. 15% der Direktmandate (46 von 299) errungen hat. – Ich fände es gut, wenn dies im Podcast nachgetragen werden würde – neben dem Fehler zum Europawahlrecht (bei EP-Wahlen ist das Verhältniswahlrecht EU-weit vorgeschrieben).

  13. Ich bin zutiefst enttäuscht, wie ihr die Vorwürfe der schwedischen Justiz gegen Assange einfach als Nebensächlich zur Seite geschoben habt und hingegen mehrmals betont habt, wie wichtig seine Arbeit in den Jahren 2000-2010 war. Wie denkt ihr, würde sich die Frauen fühlen, die von Assange angegangen worden sind, wenn sie hören würden das Ihre schrecklichen Erfahrungen mit Assange nebensächlich sind im Vergleich zu den „großen“ Beitrag Assanges zur Informationsfreiheit. Ich finde da hättet ihr zum einen mehr recherchieren sollen und zum anderen achtsamer in eurer Berichterststtung sein können.

    • Hi, bitte hör die Stelle noch einmal. Niemand hat “die Vorwürfe der schwedischen Justiz gegen Assange einfach als Nebensächlich zur Seite geschoben”, im Gegenteil haben wir das problematische Verhalten von Assange insbesondere gegenüber Frauen ausdrücklich kritisiert.

    • Sorry, aber das ist Emanzengeblubber, mit dem Mann sich gerade wirklich zu häufig auseinandersetzen muss.

      Vor kurzem hat mich ein Lächeln, einer Kassiererin so berührt, dass ich ihr sagte:”Lange nicht mehr so ein schönes Lächeln gesehen.” Antwort der Emanze hinter mir in der Schlange. “Das ist jetzt aber ganz schön sexistisch!” Erst jetzt begann in mir der “Sexismus”, jedem Mann hätte ich ordentlich meine Meinung gegeigt, bei ihr habe ich den Kopf geschüttelt und bin gegangen.

    • Evtl sollten Sie sich vorher informieren was passiert sein soll, bevor Sie sich empören. Vergewaltigung ist im schwedischen Recht weiter ausgelegt als bei uns. Assange hat niemanden “angegangen” und zu nicht einvernehmlichen Sex gezwungen, es gab keine traumatisierten Opfer mit “schrecklichen Erfahrungen”. Assange hatte einvernehmlichen Sex mit zwei Frauen und dabei kein Kondom benutzt, obwohl anders abgesprochen. Die Frauen wollten dann dass er sich auf STIs testen lässt, er ist zum Termin nicht aufgetaucht, sie sind dann zur Polizei gegangen um zu fragen ob die Polizei ihn dazu zwingen könnte. Daraus entsponn die Staatsanwaltschaft einen Vergewaltigungsvorwurf, obwohl keine der Frauen davon sprach.
      Sein Verhalten ist trotzdem äußerst problematisch, aber so dramatisch wie Sie es darstellen war es nicht

  14. Hallo, nur ein kleiner Hinweis. Bei Europawahlen gilt im Vereinigten Königreich, anders als bei den nationalen Parlamentswahlen, kein Mehrheitswahlrecht, sondern jedes “Land” (England, Wales, Schottland, Nordirland) bekommen jeweils Sitze zugeteilt und halten dann Wahlen mit Listensystem ab (Nordirland ist etwas anders, aber auch im Grunde proportional). Umso mehr Angst haben aber die Konservativen vor dieser Wahl, denn durch die Proportionale Wahl würden wohl kleine Pro- und Anti-Brexit Parteien (Brexit Party, UKIP, Lipdems, Grüne, Change UK, SNP) sehr gut und die Konservativen sehr schlecht abschneiden. Erste Umfragen scheinen das auch zu bestätigen.

    Quellen/ Links:
    http://www.europarl.europa.eu/unitedkingdom/en/european-elections/european_elections/the_voting_system.html

    https://www.euractiv.com/section/eu-elections-2019/news/poll-tories-facing-crushing-defeat-if-uk-holds-eu-elections/

    https://www.bbc.com/news/uk-politics-47871652

  15. Ich glaube es hat sich bei den Preiszuwächsen im Benzin / Diesel ein Sprechfehler eingeschlichen: es wäre eher so 43/47 Cent nicht Euro.

    Also nicht erschrecken und weiter die CO2-Steuer befürworten. Steuern mit Steuer!

  16. Gibt es ein Recht auf billiges Wohnen in der Stadt?

    Es gibt viele Gemeinden, die sich freuen würden, denn Leute, die günstig wohnen wollen, zu ihnen kommen würden.

    Wie Volksvermögen aussieht kann man sich in einem Geschichtsbuch anschauen, wenn man diese Zeit nicht miterlebt hat.

    Es ist schön, wenn es Firmen gibt, die das Risiko auf sich nehmen um schönen Wohnraum zu schaffen.

    • 15. April 2019 um 14:49 Uhr
      M. Arktungläubiger

      Gibt es ein Recht auf Rendite?

      • Ich habe den grossen Eindruck dass hier viele unterwegs sind, die sich den Sozialismus der DDR zurückwünschen.
        Kommentare wie dieser und der ewiggestrige DVD Verkäufer sind der Beweis.
        Es gibt scheinbar einen haufen Menschen, die nicht kapieren wollen oder können, dass der Sozialismus nicht funktioniert.

        Nein, es gibt kein Recht auf Rendite. Man sollte Rendite abschaffen. Sollen Vermieter doch ohne Rendite leben. Bin gespannt wie viele dann noch Vermieter sein wollen.

        Frage: wo wirst du wohnen, wenn es keinen gibt, der bereit, ist ohne Rendite sich eine Wohnung und einen Mieter ans Bein zu binden?

        • Sie haben Ihr Trollhandwerk wohl gelernt, muss man Ihnen lassen.

          Schon einmal etwas von sozialem staatlichem Wohnungsbau gehört? Schauen Sie doch mal nach Wien, da kann man viel von lernen. Aber klar, funktioniert ja nicht, nur der pure Kapitalismus funktioniert prima. Das sehen wir ja gerade, wie der so funktioniert.

        • 16. April 2019 um 12:35 Uhr
          M. Arktungläubiger

          Das Versprechen der Marktwirtschaft: breite Auswahl, gute Qualität, niedriger Preis.

          In Deutschland fehlen jedoch rund 2 Mio. Wohnungen, die städtebauliche und architektonische Qualität vieler Viertel ist beschissen und die Preise sind zu hoch. Alles super, genauso wollen wir das?

          Was sie als DDR-Ideologie verunglimpfen ist eigentlich systemstabilisierend.

          Ein entspannter Wohnungs- und Gewerbeimmobilienmarkt ist nämlich eine wichtige Grundlage dafür das Firmen entstehen/wachsen können und das die Wirtschaft flexibel und konkurrenzfähig bleibt (siehe Betriebsausgaben, Lohnkosten, Recruiting).

          Genau deshalb forderte P. Justus von Google, das in Berlin bezahlbarer Wohnraum entsteht*. Und selbst Milliardär Peter Thiel regt sich über zu hohe Mieten auf**. Bei beiden ist auszuschließen, das sie Anhänger des Sozialismus sind.

          * https://www.berliner-zeitung.de/berlin/google-in-mitte-ein-rundgang-durch-die-neuen-bueros-des-tech-giganten-31919696

          ** https://sf.curbed.com/2018/3/19/17138290/peter-thiel-slumlords-comments-speech-rent-sf-silicon

        • Antwort auf ChristianE:

          wo haben wir einen puren Kapitalismus? Von den Steuergeldern, die nur jemand zahlt der auch arbeitet/Gewinn erwitschaftet!!!, geht ein grosser Teil in den Sozialhaushalt. Damit haben wir einen, wie ich finde, sehr stark sozialen Kapitalismus.

          Vielleicht lenken die Leute und ChristianE ihre/seine Aufmerksamkeit auf die wirklichen Probleme, statt mich des Trollens zu beschuldigen:
          Wir haben unfähige Politikerinnen die Wohnungen für einen Witzbetrag verkauft haben.
          Dann haben wir eine, wenn man den Berichten glauben schenken darf, kriminelle Firma, die Nebenkosten erfindet um diese von den Mietern kassiert.

          In diesem Rechtstaat kann man den erstgenannten nicht ans Hemd.
          Bei den zweitgenannten sollten Anzeigen wegen Betruges erstellt werden. Aber traut sich keiner, weil läuft gerade Dumpfbackenserie bei RTL2.
          Von Enteignung zu sprechen oder sich den Sozialismus zurück zu wünschen ist idiotisch! Was passiert wenn der Staat die führende Rolle übernimmt sieht man an Miliardengräbern wie: BER und Elbphilharmonie
          Der Staat sollte Rahmenbedingungen festlegen und sich sonst raushalten. Sozialismus ist Mist.

        • @ChristianE
          Man kann doch einem Unternehmen seine Rendite lassen und es gut finden, dass es so zum Vermieter wird, Wohnungen baut, saniert, etc. und trotzdem den sozialen Wohnungsbau ausweiten.

          Berlin hat zu wenige Wohnungen, unter Umständen vor allem im niedrigen Preissektor. Da hilft nur eins: Bauen! Und wenn die Stadt Berlin ihre Ressourcen darauf verwenden würde neue Sozialwohnungen zu errichten, anstatt (wie von manchen vorgeschlagen) bestehende Wohnungen zu kaufen und deren Mietniveau zu senken, wäre doch schon viel gewonnen. Nicht alle in Berlin gehören zu den untersten 20% und sind auf Sozialwohnungen angewiesen. Und dass es Quadratmeter in der Hauptstadt schon mal mehr als 10€ warm kostet sollte einen ja nicht verwundern.

        • @Silvan:

          Neue Wohnungen bedeuten, so sie dann von privaten Investoren gebaut werden, hauptsächlich eines: Viele Bürger könenn sie sich nicht leisten. Entweder muss man dann als Staat die Investoren verpflichten, einen gewissen Prozentsatz als Sozialwohnungen mit langfristiger Bindung zu bauen, oder man muss es, wie Wien, eben selbst tun.

          Und nur weil die Stadt Berlin jetzt den Bestand aufkaufen will, bedeutet das doch nicht gleichzeitig, dass man keine neuen Wohnungen bauen wird. Man kann doch das eine tun ohne das andere zu lassen.

          Niemand hat etwas gegen Rendite, aber die Steigerungsraten, die in den letzten Jahren in den Ballungszentren am Mietmarkt vorkommen, sind schon ziemlich pervers.

        • Ich glaube auch niemand hat dagegen das Unternehmen Geld verdienen solange sie es – wie in jedem anderen Markt auch – mit der eigenen Leistung tun. Ein großer Teil der Miete fließt aber für die durch die Öffentlichkeit geschaffene Lage direkt in die Taschen des Eigentümers.

          Das ist ökonomisch unsinnig, sozial ungerecht und ökologisch nicht praktikabel (Menschen werden aus der Stadt verdrängt, im Umland verbrauchen sie mehr Ressourcen).

          Man stelle sich mal vor analog zur Modernisierung würde man auf dem lokalen Wochenmarkt einmal von Anbietern (mit Sitz im Ausland) widerliches Zeug, das man nie im Leben freiwillig essen würde, zugesteckt bekommen und müsste das bis in alle Ewigkeit abbezahlen. Man hätte sogar den gesetzlichen Zwang so ein Verhalten zu dulden. Und niemand auf den Marktplatz würde von der Anbieterseite irgendwas dagegen tun, weil sie wissen das niemand an ihren “Lebensmitteln” vorbei kommt. Die Leute wollen nichts mehr kaufen bei dem Verhalten? Auf diesen “Markt” gibt es ohnehin nur Konserven die unbegrenzt haltbar sind – die Anbieter können zu geringen Kosten abwarten.

          Die Anbieter können für ein und dieselbe Konserve, je nach Stadt, das doppelte und x-fache verlangen. Sie könnten sich öffentlich hinstellen und sagen das sie unverzichtbar für die Ernährung der Stadt sind. Sie würden an sogar an Parteien spenden, damit es so bleibt. Sie würden öffentlich sagen mehr Konserven zu geringeren Preisen führen – und gleichzeitig sich mit Händen & Füßen dagegen wehren das der Marktplatz durch neue Anbieter vergrößert wird (ja, hier sind kommunale Wohngesellschaften und Genossenschaften gemeint). Was sie nicht wissen wollen – da ihr Marktplatz selber Gewinner (reich durch Konservenbesitz) und Verlierer produziert, bieten sie bereits Konserven an, die eigentlich für die meisten viel zu teuer sind.

          Der Wunsch vieler selber zu entscheiden was man isst würde auf die harte Machtposition derjenigen treffen, die bereits Konserven besitzen. Die Bundesbank würde Studien veröffentlichen die zeigen das die Reichen eigentlich vor allem Konserven als Vermögen besitzen.

          Eine Initiative fordert die Stadt Berlin sogar auf von ihren rechtlichen Möglichkeiten gebrauch zu machen und Großkonservenbesitzer zu enteignen. Im Fokus dabei – die Deutsche Konserven AG, die erst vor wenigen Jahren 100.000 Konserven von der städtischen LeKos zu sehr günstigen Preisen aufgekauft hatte. Die Deutsche Konserven AG steht in der Kritik vom Deutschen Esserverband für dieselben Konserven nun sehr hohe Preise zu verlangen. Von jedem Euro Konservenpreis gehen geht knapp 40ct an die Aktionäre der Deutschen Konserven AG…

          Und das kann man endlos so weiterführen.

        • Natürlich ist es intuitiv gerechter, wenn ein Unternehmen, welches Wohnungen vermietet, nicht mit der Notlage einiger Menschen Geld macht.
          Das Argument, dass eine hohe Rendite per se ungerecht ist und das allein schon ein Hinweis auf ein Marktversagen, führt allerdings zu nichts.

          1. während in großen Ballungszentren und Universitätsstädten die Mieten in den letzten Jahren stark steigen, gehen sie auf dem Land und in Kleinstädten runter oder stagnieren. Jeder Investor, der in solchen Regionen investiert hat (und das Risiko eingegangen ist), guckt im Moment in die Röhre. Ein Investment ist halt nur rückblickend betrachtet risikolos (“war ja klar, dass die Mieten in Berlin steigen werden!”).

          2. immer dann zu enteignen, wenn das Risiko sich auszahlt und immer dann auf den Markt zu pochen, wenn es schief geht, ist ein wenig verlogen. Genauso, wie ich dagegen bin, Banken, Autohersteller und co. in (hausgemachten) Krisenzeiten zu entlasten, bin ich dagegen Unternehmen für geglücktes Investment zu bestrafen.

          3. Der Staat hat die Möglichkeit zu regulieren. Zum einen geschieht dies über die rechtlich erlaubten Mieterhöhungen, maximal zulässige Umlage der Renovierungskosten usw. Wenn man nun feststellt, dass die aktuellen Regelungen nicht weitreichend genug sind, kann man dort weiter regulatorische eingreifen. Immer noch ein milderes Mittel als Enteignungen. Für Neubauten eine quote an Sozialwohnungen zu verhängen ist ein weiterer Ansatz und trägt im Übrigen ja auch dazu bei, die Segregierung unserer Städte zu verringern.

          4. Der Staat kann als Vermieter auftreten. Wohnungen neu bauen und als Sozialwohnungen vermieten.

          5. Menschen, die neu in eine Stadt mit begrenztem Wohnraum ziehen möchten, profitieren nicht davon, dass die bestehenden (und belegten Wohnungen) günstig sind. Man kann darüber streiten, ob der Preis allein ein gerechtes Kriterium ist, nach denen Menschen auf dem Wohnungsmarkt konkurrieren, aber nennen Sie mir ein besseres, welches Umsetzbar ist! Ein Punktesystem wie in China (“bessere” Bürger bekommen die Wohnung)? Losverfahren?

        • “Das Argument, dass eine hohe Rendite per se ungerecht ist und das allein schon ein Hinweis auf ein Marktversagen, führt allerdings zu nichts.”

          Hohe Renditen sind ebenso wie große Vermögen ein starker Hinweis das kein Wettbewerb vorliegt, sondern es sich um durch die speziellen Eigenschaften um Monopole handelt.

          1.”Investoren” hängen an der durch die Öffentlichkeit geschaffene Lage, da sie den Zugang zu ihr mit verkaufen. Deswegen “investieren” sie in den (*hust* Universitäts-) Städten und nicht auf dem Land. Es ist eine einfache Kalkulation Gebäude aufzukaufen, den Mieter die Modernisierung zahlen zu lassen und mehr Miete zu verlangen. Mit Risiko hat das nichts zu tun, daher auch “Betongold”.

          2. Was in den Städten passiert ist kein geglücktes Investment mit normalen zufriedenen Kunden, sondern Monopolgewinne. Bei einer Enteignung werden vorher (viele) privatisierte Wohnungen wieder zu einer Miete vermietet die sich den realen Kosten annähert (indem ua leistungsloses Einkommen verhindert wird). Ein solches Vorgehen ist in jedem anderen ökonomischen Bereich der unter Wettbewerb steht üblich.

          3. Der Staat hat viele Instrumente im Nachinein rentenorientierte Unternehmen zu überzeugen doch noch ein Quäntchen Milde zu Zeugen. Vielfach verstoßen die Vermieter & Investoren gegen die Vorschriften und bleiben unbestraft. Die zunehmende Polarisierung und Ungleicheit (reichsten besitzen zu ca 80 Prozent nur Immobilienvermögen) der Gesellschaft, die durch einen Monopolmarkt aktuell entsteht, äußert sich eben in BIs. Es ist bis auf einige Ausnahmen tatsächlich so das städtische Vermieter sich eher an der Kostenmiete orientieren, also wirtschaftlicher arbeiten. Zumal die Regelung mit (einen Drittel) Sozialwohnungen eher unter Wirtschaftsförderung mit sozialer Zwischennutzung fällt, die nach einigen Jahren wegfällt – diese Wohnungen liegen weit über den Preisen die man mit einer Verhinderung von Spekulation und leistunsloser Einkommen erreichen kann.

          4. Der Staat kann natürlich etwas bauen, wenn diejenigen, die auch die ehemals durch den Staat gebauten Wohnungen verscherbelt haben, nicht gleichzeitig die kommunale Handlungsfähigkeit abgeschafft hätten. Kein Geld, keine Stellen, keine Wohnungen, keine Grundstücke, keine Handlungsfähigkeit. Zumal ein Neubau durch die Stadt auch nur wirken kann wenn effektiv gegen leistungslose Einkommen und Spekulation vorgegangen wird.

          5. Doch sie profitieren z. B. über den Mietspiegel. Gleichzeitig ist aber vollkommen richtig das es preisgünstigen Neubau braucht – gerade bei Zuzug. Dieser wird nur erreicht wenn die Konzerne unter Wettbewerb gesetzt werden und man gleichzeitig – vielleicht wiederhole ich mich hier ;) – gegen Spekulation und leistungslose Einkommen vorgegangen wird, z. B. mithilfe einer Bodenwertsteuer.

    • es gibt auch kein recht auf hohe rendite in der stadt.

      für das wohnen in der stadt spricht, dass arbeitswege deutlich verkürzt werden, im vergleich zu ausserstädtischen wohnlagen. der klassische trend, der in berlin wohl lange lief, war ja, ich bin alt genug, ich zieh jetzt raus in umland. dann folgt fast immer die endlose zeit des pendelns, manchmal mit öffentlichen, oft mit dem auto, weil es auf dem land keinen nennenswerten öpnv gibt.

      insofern spricht einiges dafür, die leute in der stadt wohnen zu lassen, anstatt sie mit hohen mieten daraus zu verjagen.

  17. Ihr habt behauptet, Assange habe die Emails des Clinton-Teams von russischen Hackern erhalten. Das ist falsch bzw. nicht ausreichend belegt, egal wie oft es wiederholt wird. Die Behauptung stammt von Hillary Clinton und ihrem Team und sollte vom Inhalt der Emails ablenken, einen Beweis dafür ist sie immer noch schuldig. Auch das Wort “Einmischung” halte ich für unangemessen. Die Emails haben den Wähler aufgeklärt, und zwar über Absprachen zwischen der Parteiführung (DNC), den großen Medienhäusern und dem Wahlkampf Team Clintons, so dass Clinton den Vorzug gegenüber dem weitaus populäreren Bernie Sanders erhält.

  18. Zur Berliner Volksinitiative für Enteignung oder Vergesellschaftung von Mietwohnungen: Ein klasse Lage in alter differenzierender, hintergründiger und fast vollständiger Darstellung! Ich habe viel gelernt über eine jetzt noch spannendere Konzeptfrage unserer sozialen Marktwirtschaft, gerade mit der juristischen Differenzierung der Vergesellschaftung (GG Art. 15 vs. 14). Und welch eine Labsal, endlich (gefühlt nach über 30 Jahren!) einmal wieder den Satz zu hören “Eigentum verpflichtet”! Diese Ethik, wie auch die wunderbare Initiative in Freiburg, auf die Daseinverpflichtung von Grundstückseigentümern mit Baugenehmigung zu pochen, beschreibt doch ein zukunftsfähiges, mehr am Gemeinwohl orientiertes Wirtschaftssystem. Einziger Bias für mich in dem Beitrag ist das bashing von “Luxusrenovierungen” (es gibt ja kein Menschenrecht für all die Zuzüger auf eine billige Wohnung in Berlin) und das Nicht-Eingehen auf die Erfüllung energetischer Renovierungsauflagen, welche den riesigen Klimafussabdruck des Wohnraum-Heizens (welches ja ebenfalls nicht dem ETS unterliegt) reduziert. DANKE!

    • Eigentum verpflichtet?!?
      Zu was verpflichtet es?

      Soll ich dass durch harte Arbeit geschaffene Vermögen (mein Eigentum) der Gesellschaft zur Verfügung stellen? Welche Gegenleistung bekomme ich dafür?

      Erst lässt die Politik die Häuser verkaufen, dann wird zu wenig Neubau gefördert, dann werden 1,5Mio Menschen ins Land gelasen und jetzt soll der Eigentum verpflichten?

      Nennt bitte Roß und Reiter die für diese Misere auf dem Wohnungsmarkt in einigen Städten verantworlich sind.

      Und wie ich schon woanders schrieb: wenn es zu teuer ist, zieht weg. Ich kann mir in München auch kein Haus leisten. Also habe ich ein Haus 70km entfernt gekauft.

      • Steht im Grundgesetz: “(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.”

        https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html

        • Ein schöner Satz. Dann werde ich mir dein Auto/Zahnbürste/Schuhe/Kleidung (dein Eigentum ) ausleihen um es zum Wohle der Allgemeinheit zu verwenden….

          Das möchtest du bestimmt nicht, und ich bin mir sicher, dass es so vom GG nicht gemeint ist.

          Leistung und nicht Faulheit muss sich lohnen. Und das durch harte Arbeit/Glück/Erbe/Zufall erworbene Eigentum muss geschützt werden.
          Wenn das GG dem entgegen steht dann muss es umgeschrieben werden.

      • > durch harte Arbeit geschaffene Vermögen

        Da macht sich aber jetzt jemand lächerlich. Oder meine Sie die “Deutsche Wohnen” würde ihre Renditen hart erarbeiten? Aber vermutlich haben wir wohl andere Vorstellungen von harter Arbeit.

        Es geht hier nicht darum dass Sie Ihr Eigentumshäuschen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen sollen. Aber auch dieses Eigentum verpflichtet, eben z.B. zur Grundstückspflege.

        • Wenn das alles so einfach ist, warum gründen Sie und die Protestierenden nicht eine “Berliner Wohnen” und machen es besser und günstiger als die Deutsche Wohnen?

          Die Deutsche Wohnen ist eine Aktiengesellschaft. Sie bekommen Geld von Aktionären und sind diesen verpflichtet das hart erarbeitete Geld eben dieser Aktionäre zu vermehren.

          Wie der Sozialismus, den sich viele herbeiwünschen, die Häuser verfallen lässt kann man sich noch in der Provinz anschauen. In Berlin hat das Kapital die Häuser in einen bewohnbaren Zustand gebracht.

        • Auf diesem Niveau kann man doch nicht diskutieren. Hart verdientes Geld? Wer weiß … es kann sich ebensogut um gewaschene Mafiakohle oder um hinterzogene Steuern handeln. Darauf kann man also nicht abstellen. Und mit Sozialismus hat das auch nichts zu tun, sonst wären die Häuser ohne Entschädigung futsch.

        • Hallo Ulf (ich maße mir einmal an Dich beim Vornamen anzureden),

          mach Dir keine große Mühe, der Herr Diktator trollt sich hier durch einige Beiträge, es macht wenig Sinn ihm Futter zu geben. Ich bin leider auch erst einmal wieder darauf reingefallen.

        • na ja, die Alternative wäre löschen, da sind wir hier zurückhaltend – und außerdem haben ja die geneigten Leser*innen durchaus etwas von dem Austausch. Der “Diktator” ist vermutlich in der Tat nicht mehr zu retten, aber die vielen tausend Menschen im Publikum können vielleicht etwas davon mitnehmen.

        • Ich brauche keine Rettung. Mir geht es gut.

          Vor einigen Sendungen habt ihr beklagt, dass es keine Chancengleichheit gibt. Doch die gibt es und ich bin das beste Beispiel.
          Bin als Ausländer ohne die deutsche Sprache zu sprechen, ohne dass meine Eltern reich oder auch nur vermögend waren, in die deutsche Schule gekommen. Habe mich integriert und irgendwann sogar einen Diplomstudiengang erfolgreich beendet.
          Jetzt habe ich zwei Häuser und eine Wohnung. Und warum?
          Weil ich mich angestrengt habe.
          Das hört man in links versüfften Kreisen nicht gerne. Nein, das Grundeinkommen soll vom Himmel fallen, wohnen soll nichts kosten, das Fernsehen soll uns mit Dumpfbackenniveau unterhalten und Brot wollen wir auch noch.

          Wie wäre es mal sich anzustrengen (falls das ein Fremdword für den ein oder anderen ist, kann ich es gerne buchstabieren) ?!?

          Wenn meine Meinung hier den sozialen Spirit stört, dann werde ich eure Zeit nicht mehr beanspruchen.
          Wenn aber nur einer von den Lesern sich aufgrund Meiner Geschichte aufrafft etwas aus seinem Leben zu machen, dann waren die Worte nicht umsonst.

        • > Vor einigen Sendungen habt ihr beklagt, dass es keine Chancengleichheit gibt. Doch die gibt es und ich bin das beste Beispiel.

          Vielleicht sind Sie auch nur eine Ausnahme, hatten Glück dazu, Hilfe am richtigen Zeitpunkt, etc.

          Einzelschicksale als Gegenbeweis zur Statistik heranziehen macht keinen Sinn.

          Niemand fordert das hier:
          “das Grundeinkommen soll vom Himmel fallen, wohnen soll nichts kosten, das Fernsehen soll uns mit Dumpfbackenniveau unterhalten und Brot wollen wir auch noch.”

  19. Guter Beitrag zu den CO2 Bepreisung. Habt ihr schon ein zwei mal geteasert, aber ist ja auch ein kompliziertes Thema. Repetition ist ja auch ein Stilmittel.

    Wenn ihr beim nächsten Mal mehr in die Tiefe gehen wollt, hab ich noch eine weitere Quelle:
    Vielleicht habt ihr euch direkt darauf bezogen in der Sendung – habs nicht in den Shownotes gefunden – falls nicht, hier ein Editorial von Nature Climate Change vom letzten Jahr mit Bezug auf die Klenert et al. perspective (“Making carbon pricing work for citizens”) und das Bataille et al. paper mit Zitatauszügen unten.

    Editorial: https://www-nature-com.e-bis.mpimet.mpg.de/articles/s41558-018-0256-0

    Klenert et al. Perspective: https://www-nature-com.e-bis.mpimet.mpg.de/articles/s41558-018-0201-2:
    “The carbon price is more likely to survive successive partisan changes in government if it benefits constituencies across the political spectrum.”
    “when distributional concerns are the greatest obstacle to higher carbon prices, transfers directed to the poor outperform other recycling mechanisms. When efficiency and competitiveness concerns are the greatest obstacle and trust in the government is high, reimbursing firms through transfers or tax cuts can be superior.”

    Bataille Paper: https://www-nature-com.e-bis.mpimet.mpg.de/articles/s41558-018-0239-1
    “desirable to have cross-country differences in carbon price”

    Das Totalschlagargument “das kostet Arbeitsplätze der dt. Autoindustrie” habt ihr zu CO2 Preisen noch nicht genannt ;) aber hey, damit lässt sich für und gegen alles argumentieren.

  20. Liebes Lage-Team,

    ich bin ein großer Fan der Sendung und schicke zu meinem Kommentar als Disclaimer vorweg, dass ich in meinem Leben mehrheitlich die Linke gewählt habe. Ich hatte bisher häufiger das Gefühl, dass die Linke etwas stiefmütterlich behandelt wird, bzw. die Positionen von Grünen und SPD vielleicht etwas ausgiebiger von euch recherchiert und im Anschluss dargestellt werden. Das ist euer Podcast hier und daher störe ich mich grundsätzlich nicht allzu sehr daran.
    Dass ihr aber bei der Enteignungsinitiative, die über die gesamte Zeit maßgeblich von der Linken begleitet wurde, mit Robert Habeck startet und die Linke kaum erwähnt, fand ich schon recht merkwürdig. Es ist ja bereits in der gesamten Medienlandschaft so, dass alles, was Robert Habeck macht, auf den Titelseiten landet. Ich hatte jedoch gehofft, dass ihr da nicht mitspielt.

    Ich bleibe selbstverständlich trotzdem ein großer Fan der Sendung und finde, dass ihr einen wahnsinnig tollen und wichtigen Job macht.

    Viele Grüße

  21. Liebes Lage-Team,

    ich bin seit langer Zeit wöchentlicher Hörer und begeistert von eurer Arbeit. Vielen Dank für den stetigen Input!
    Was mir allerdings schon häufiger bei der Behandlung von Themen mit Wirtschafts-/Finanzbezug aufgefallen ist (zuletzt bei der Enteignungsdebatte, aber auch bei Rententhemen oder der Cum-Ex-Geschichte), ist die deutschlandtypische geringe Wertschätzung der Börsen und Aktienmärkte.
    Deutschland ist ein Land mit einer vergleichsweise sehr, sehr geringen Anzahl an (privaten) Investoren und Aktionären. Es fehlt hierzulande eine gesunde Aktienkultur, die in anderen (auch europäischen) Ländern viel stärker ausgeprägt ist und u.a. als eine wichtige private Säule des Vermögensaufbaus und der Altersvorsorge gesehen wird.
    Hierbei geht es nicht um das “Spekulieren an den Aktienmärkten” (wie in der aktuellen Lage als einzige Möglichkeit der Kapitalanhäufung neben dem Erwerb bzw. Besitz von Immobilien beschrieben), sondern im besten Fall um langfristiges Investieren in solide Unternehmen, was letztlich auch dazu führen kann, dass sich die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes stärker mit ihrer Wirtschaft identifizieren und auch Unternehmenspolitik mitgestalten können (Stichwort: Hauptversammlungen). Wenn man sich ansieht, aus welchen Ländern die Anteilseigner unserer deutschen DAX-Unternehmen kommen, dann kann einem Angst werden.

    Das soll keine Kritik sein, da ich mir sicher bin, dass ihr beide nicht als Aktionäre an den Börsen agiert, allerdings sollte vor dem Hintergrund wohl stark sinkender Renten und immer höher Ausgaben für Gesundheit und Pflege den Aktienmarkt und die Beteiligung an Unternehmen (und die daraus folgende Gewinnbeteiligung durch Dividenden) – denn nichts anderes ist das Halten von Aktien – als seriöse Geldanlagestrategie sehen, die lediglich risikobehafteter ist als des Deutschen liebes Sparbuch, aber keinesfalls “schlechter”.

    • Woraus schließt du denn, das wir irgendwas gegen Aktien oder Aktionäre hätten?

      • Ich finde schon, dass oft eine negative oder zumindest gleichgültige Haltung “mitschwingt”. Alleine das Wort “Spekulieren” ist für mich deutlich negativ konnotiert und für das Verhalten der meisten Aktionäre sicherlich nicht zutreffend.
        Es geht mir auch primär nicht um Bekehrung, aber meiner Meinung nach ist eine gesunde Aktien- und Anlagekultur jenseits der von vielen bevorzugten Spartipps (Sparbuch, Bausparvertrag, Girokonto) für die Zukunft unseres Wohlstandes wichtig.

        Nun etwas OFF-TOPIC, aber mit aktuellen Überlegungen der SPD, die pauschale Kapitalertragssteuer durch den persönlichen Steuersatz zu ersetzen, würde man vielen Menschen, die versuchen, mit Unternehmensbeteiligungen vermögender zu werden oder vorzusorgen, einen zusätzlichen Stock in die Speichen werfen. Man muss sich schließlich vor Augen halten, dass “kleine” private Aktionäre ihr bereits voll versteuertes Geld mit einem nicht zu leugnenden Risiko an den Börsen investieren (bzw. bei IPOs / Börsengängen sogar aufstrebenden Unternehmen zur Verfügung stellen). Die Unternehmensgewinne wiederum werden versteuert und der Teil der Gewinne, der dann als Dividende an die Aktionäre ausgezahlt wird, muss dann wiederum versteuert werden (aktuell mit 25+X %, wenn der sehr geringe Freistellungsauftrag von 801 € aufgebracht ist.)

        Wie gesagt, keine Kritik an euch, ich wollte nur erwähnen, dass es auch andere/konträre wirtschaftliche Meinungen gibt.

        • Mein Problem damit ist, dass Du uns eine Meinung unterschiebst, die wir gar nicht haben. Ich kann mich nicht einmal erinnern, dass Aktien überhaupt explizit Thema gewesen wären.

          Für mich kann ich sagen, dass ich mich damit schon sehr intensiv beschäftigt und auch durchaus gut mit Aktien verdient habe, nur investiere ich meine Zeit inzwischen anders.

        • Der originale Kommentar dazu ist vielleicht zu lang. Mir ist das allerdings auch aufgefallen. Paraphrasiert hat Ulf gesagt, dass Immobilien zurzeit die eigentlich letzte Investitionsmöglichkeit darstellt es sei dem man spekuliere mit Aktien, mit Anleihen sei nichts zu verdienen.

          Der Inhalt ist schon faktisch falsch; was mich jedoch mehr stört ist dieser lapidar dahin gesagte Nebensatz, der tatsächlich die überwiegende Meinung in der deutschen Bevölkerung widerspiegelt. Dabei wäre es so unfassbar wichtig, der deutschen Bevölkerung die Angst vor dem Aktienmarkt zu nehmen (über den man im Übrigen in Deutsche Wohnen und Co. investieren kann…).

          Klar mag das Thema Aktien in eurem Podcast nicht so relevant gewesen sein, nur solche unvorsichtig gegebenen Kommentare verfestigen eine solche Meinung obwohl wahrscheinlich ursprünglich nicht beabsichtigt .

  22. Zum Thema Klimawandel bzw. -katastrophe (hier wäre letzterer Begriff durchaus angebracht) zwei interessante Artikel bzw. Bücher:

    – Im “Standard” erschien kürzlich folgender Essay: “Losing Earth”: Die Erde ist bald Geschichte.
    – Sollte eigentlich viel öfter Beachtung finden: “Die Grenzen des Wachstums”, Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit.

    Was bezogen auf das Zweitgenannte aus meiner Sicht viel zu selten thematisiert wird ist die zunehmende Geschwindigkeit, mit der wir gegen die Wand fahren, ausgelöst durch das weltweit gepredigte Dogma des exponentiellen Wachstums, was sich erst einmal recht harmlos z.B. hinter dem 2% Inflationsziel der EZB oder dem Ziel von 2% jährlichem Wachstum versteckt.

    Vergleichbar in den Auswirkungen sind der Zinseszins oder die Reiskörner auf dem Schachbrett.

    Viele Grüße

  23. CO2-Steuer? Grundsätzlich eine gute Idee und vermutlich braucht es das um zukünftig mehr und mehr CO2 einzusparen.
    Aber dann die Einnahmen dazu zu verwenden, sie den Menschen in Form von Bedingungslosem Grundeinkommen oder einem Klima-Dividende-Scheck wieder zurück zu geben, klingt für mich wie, “linke Jackentasche raus, rechte Jackentasche rein”.

    Was haltet Ihr von der verwegenen Idee, mit den Einnahmen dafür zu sorgen, das dass in die Atmosphäre geblasene CO2 langfristig dort wieder raus kommt. Zum Beispiel durch Investitionen in Forschung und Entwicklung von klimafreundlichen Technologien. Aufbau einer klimafreundlichen Infrastruktur (besserer ÖPNV, Ladestationen, Energiespeicher).
    Der Klimawandel ist ein ernstes Problem und nicht ein Vehikel um irgendwelche soziale Wohltaten zu verteilen.

    • Darüber habe ich auch nachgedacht und sehe es genau so. Das Ziel kann ja nicht sein, dass “Reiche” über diese Abgabe massive Aufschläge auf ihre Weltreise zahlen und von diesem Geld dann “Arme” weiter Auto fahren können. Dann ist das ganze nur eine Umverteilung, bei der kein CO2 gespart wird.

      Die Idee muss ja sein, dass aus diesem Kreislauf nach und nach mehr Geld (und damit auch CO2) entzogen als reingesteckt wird. Das kann zum Beispiel dadurch gelingen, dass okölogische Technologien plötzlich billiger werden als ihr Kohlenstoff-Pendant (wie von dir beschrieben).

      • Das Hadern um die Verwendung der CO2-Steuer-Einnahmen ist mE a) müssig, und b) zeigt wieviel besser eben immer noch die Einbindung ins Europäische CO2-Handelssystem ETS wäre. Eine CO2 Steuer wäre zur Not tolerabel, wenn die Einbindung ins ETS aus (unerfindlichen) Gründen politisch nicht durchsetzbar wäre. Die Möglichkeit, wirklich etwas gegen Klimawandel zu tun, besteht für die Politiker mti dem ETS übrigens seit langem – schon erstaunlich dass erst jetzt und nur mit dem f4f-Phänomen genug Druck da ist, dass sich unsere scheinheiligen Umweltpolitiker damit befassen. Warum ist das Hadern müssig? Weil es mE völlig naiv ist, zu glauben, der Staat würde die CO2-Steuereinnahmen womöglich aufkommensneutral (an wen auch immer) zurückspülen … der Staat wird diese Mittel vielmehr all den neuen Begehrlichkeiten der Politiker, die damit Wählerstimmen und Macht erkaufen wollen, natürlich mit Umwelthütchen, zukommen lassen. Noch ein Grund besser alle Emissionen dem ETS zu unterwerfen …

  24. 14. April 2019 um 18:45 Uhr
    Maximilian Kosich

    Zur Sozialisierungsdebatte;

    Häufig fällt in der juristischen (und politischen) Debatte unter den Tisch, dass die Berliner Verfassung zwar Art. 14 GG in seinem Kern wiedergibt (s. Art. 23 VvB), aber keinen vergleichbaren Art. 15 GG enthält. Wäre eine Sozialisierung durch Berlin dann überhaupt zulässig? Immerhin ist der Schutz des Eigentums durch Landesverf. weiter als der durch Bundesverf.? Wie verträgt sich das mit Artt. 31, 142 GG?

    Vielleicht könnte man das zum Aufhänger zu einem viel größeren Thema machen (ähnlich dem Interview zu Formen der Demokratie mit Herrn Prof. Möllers). Mich interessiert nämlich brennend das Verhältnis zwischen Landes- und Bundesverf. und insbesondere auch zwischen den Verfassungsgerichten der Länder und dem BVerfG.

  25. Hallo Philip, hallo Ulf,

    die Sendung hat mir gut gefallen. An ein paar Stellen hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen.
    Philip sagt an einer Stelle, dass derzeit 11% der Modernisierungskosten pro Monat auf die Mieter umgelegt werden können. Die 11% sind richtig bzw. seit 01.01.2019 8%, jedoch ist dies pro Jahr möglich. Dies macht natürlich bei der Betrachtung der Amortisierung der Kosten einen deutlichen Unterschied (12,5 Monate bzw. 12,5 Jahre bei 8% der anfallenden Kosten) [vgl. § 559 Abs. 1 BGB].

    Ähnlich wie Silvan oben schreibt, spielen bei den Durchschnittskosten natürlich auch die Neubauten mit rein. Hier sind die Baupreise in den letzten Jahren enorm gestiegen (um 13,9 % im Vergleich der Jahre 2018 mit 2015) [https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Basisdaten/Haeuserpreise-Bauland.html]. Hierdurch werden Mieten von unter 10 € kalt/m² bei guter Qualität sehr schwierig.

    Eure Idee der Parkplätze im Erdgeschoss finde ich in einigen Fällen ebenfalls attraktiv, wird aus meiner Praxis jedoch mittlerweile von der ein oder anderen Stadt bei Baugenehmigungen abgelehnt, da die Fläche natürlich dann für die eigentliche Zielnutzung wegfällt.

  26. SUVs: warum darf das geschätzte Lage-Team nicht mehr gegen diesen “SUV-Wahnsinn” wettern?

    Die SUV-Besitzer sollten mit einer Sondersteuer (Luxussteuer) belegt werden. Zumindest jeder, der nicht nachweisen kann, dass er ein derartiges Gefährt bspw. beruflich benötigt.

    Es ist nicht einzusehen, dass 2,5-3,0 t Gewicht verbunden mit einem unterirdischen cw-Wert mit tollen, effizienten Motoren bewegt werden, um im Bio-Supermarkt einzukaufen oder die Kids in den Kindergarten zu bringen.

    Mein Freund (Redakteur bei Auto-Motor u. Sport) fragte ich, wie der Coup gelang, dieses “perverse” Auto-Segment derart erfolgreich zu etablieren. Auch Experten standen diesem Phänomen etwas ratlos gegenüber. Offenbar belegen Studien, dass insbesondere Frauen das sichere, etwas “entrückte” Fahrgefühl besonders schätzen.
    Achja: die Spirale dreht sich weiter…..die noch etwas größeren Pickups sind aktuell in gewissen Kreisen total angesagt…

    • Halte ich für Unsinn.

      Lieber den Verbrauch verteuern.
      Warum soll Person X für seinen SUV mit dem im Jahr 5000km gefahren werden bestraft werden und Person Y die 50000km im Jahr mit einem nicht SUV fährt, nicht?

      • Schreibst du selber – das zweite Auto verursacht weniger gesellschaftliche Kosten / gefahrenen Kilometer, das erste Auto ist unnötig groß & steht eigentlich 24/7 mehr oder weniger nutzlos rum.

        (Das Problem beim Auto ist nicht nur der Verbrauch von Treibstoff.)

  27. Ich finde es ja ziemlich verlogen, wenn die Deutsche Wohnen sagt: “Enteignen/Vergesellschaften kostet Geld, was nicht für den Bau von mehr Wohnungen verwendet wird”. Warum eigentlich nicht? Was da passieren würde, ist doch, dass eine große Vermieterorganisation sehr viel Geld kriegt, und dass einige Mieter-Vermieterverhältnisse anders organisiert werden.

    Warum baut ihr eigentlich von dem Geld keine Wohnungen, liebe Deutsche Wohnen? Ihr habt doch dann Geld und wollt weiterhin mit dem Vermieten von Wohnungen Geld verdienen. Bietet sich doch total an.

    • Die Idee, weswegen “Deutsche Wohnen” aus Berlin rausgeschmissen werden soll, ist doch, dass die Auffassung herrscht, mit Wohnraum soll kein Geld verdient werden, oder zumindest nicht um jeden Preis. Darauf zu hoffen, dass der Anbieter von Wohnraum, den man in Berlin enteignet, daraufhin in ebendieser Stadt investiert, ist doch sehr unrealistisch. Es von “Deutsche Wohnen” zu erwarten, dass sie ebendies tut, ist vermessen.

      • das ziel ist ja nicht, dass mit wohnungen kein geld mehr verdient werden soll. es soll nur die wohnungswirtschaft nicht mehr ausschließlich zum abgreifen immer höherer rendite dienen. und die “deutsche wohnen” tut ja nun alles, um ausschließlich ihre rendite zu erhöhen, wie man ja an der klage gegen den mietspiegel in berlin gut sehen kann.

        da die mietpreisbremse nicht funktioniert, muss es eben etwas anderes sein um diese leute einzuhegen. eine vergesellsschaftung wäre recht gut dafür geeignet.

        • Ich bleibe dabei, dass dies lediglich ein symptom eines verzerrten Marktes ist.
          Nun kann man über einzelne Machenschaften der Vermieter streiten und es wäre sicher schön, wenn man Unternehmen für umgesetzmäßiges Fehlverhalten häufiger drangekommen würde (verzerrte Machtposition, nicht nur bei großem Unternehmen, welches als Vermieter auftritt. Leider viel zu häufig auch ausgehend von privaten Vermietern).

          Allerdings sieht das Kernproblem doch folgendermaßen aus:
          1. Nachfrage nach Wohnraum steigt, das Angebot bleibt konstant.
          2. Neuankömmlinge sind bereit, über dem aktuellen Mietspiegel zu zahlen, damit sie eine Wohnung in Berlin bekommen können.
          3. Alteingesessene haben eine extrem unelastische Nachfrage, heißt: sie fragen die Wohnung immer noch nach, auch wenn sie viel teurer wird. Man möchte ja (verständlicher weise) nicht weg ziehen.

          Unternehmen wie private Vermieter möchten natürlich davon profitieren. Man muss sie dafür nicht mögen, manche verhalten sich sicherlich auch nach wie vor fair, aber es gibt einen Anreiz an diesen Gewinnen teilhaben zu möchten.

          Die Lösungsmöglichkeiten sind doch jetzt folgende:
          1. Preis per Gesetz oder Enteignung stabil halten. Es gibt nach wie vor eine zu hohe Nachfrage und zu geringes Angebot. Neuankömmlinge haben es schwer eine Wohnung zu finden, da sie auch mit hoher Zahlungsbereitschaft nicht an eine Wohnung kommen. Alteingesessene profitieren.
          2. Wohnungen bauen, in allen Preisklassen. Der Preisdruck verschwindet, alle profitieren.

    • Hatte irgendwo gelesen das die deutsche Wohnen selber keine einzige Wohnung bisher gebaut hat in Berlin (ist aber mit Vorsicht zu genießen, bei der Wohnungslage). Es lohnt sich halt generell eher Bestand aufzukaufen & teuer zu vermieten vermute ich.

  28. Assange haben wir Trump zu verdanken, er hat mit dem gefährlichsten und reichsten Mann auf diesem Planeten (Putin) kooperiert, um die westlichen Demokratien zu destabilisieren, gegen ihn wurden glaubwürdige Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs erhoben – und das sind nur die drei Dinge, die mir sofort einfallen, wenn der Name Assange fällt. Weitere Nachforschungen zeigen ihn als Antisemit, homophob und Helfershelfer von Holocaustleugnern. Der Mann hat sich und Wikileaks vollständig im Dienste eines Autokraten korrumpiert, um ein paar Jahre länger vor dem Zugriff der USA geschützt zu sein. Assange hat sich zum Steigbügelhalter eines weltweit um sich greifenden Faschismus gemacht. Die Pressefreiheit, in deren Namen jetzt überall Solidaritätsaufrufe für ihn ergehen, ist durch sein Agieren heute weltweit bedrohter als jemals zuvor in den letzten 30 Jahren. Assange hat seine eigenen Interessen jederzeit über die Pressefreiheit gestellt.

    Die Person Assange hat keinerlei Solidarität über seine reine Funktion als Journalist hinaus verdient. Diese ist zu schützen. Der Mann selbst kann, wenn er zurecht schuldig gesprochen wird, meinetwegen in irgendeinem Loch verrecken. Hat er eher verdient als die reflexhafte Solidarität einer uninformierten “Linken”.

  29. Weil Ulf meinte, dass er den Eindruck hat, dass die Initiatoren der Volksinitiatve sich nicht so wirklich über die juristischen Grundlagen im Klaren sind (den Eindruck habe ich auch): Auf ihrer Homepage schreiben die Initiatoren, dass sie gerade deshalb das Konzept des Beschlussvolksentscheids (und nicht das des Gesetzesvolksentscheids) gewählt haben:

    ” Ein Gesetz auszuarbeiten, das diesem Thema gerecht wird, ist sehr kompliziert. Wir haben als ehrenamtlich Aktive nicht genügend Ressourcen um dies zu bewerkstelligen. Hinter uns stehen eben keine großen Konzerne und mächtige Lobbyverbände. Zusätzlich besteht bei einem Gesetz die Gefahr, dass der Senat dies zur „Prüfung“ an das Landesverfassungsgericht verweist und wir dadurch jahrelang untätig auf eine Gerichtsentscheidung warten müssen.

    Durch einen Beschlussvolksentscheid können wir zwar die wesentliche Inhalte des Gesetzes festlegen, müssen aber nicht darauf achten, dass jedes Komma richtig gesetzt wird. Der Senat, der die entsprechenden Kapazitäten hat, bekommt durch unseren Volksentscheid den Auftrag einen Gesetzesentwurf aufgrund unserer Vorlage auszuarbeiten.”

  30. Liebes Lage Team,

    erst mal großes Kompliment! Auch wenn (oder gerade deshalb) ich nicht immer mit eurer Meinung übereinstimme höre ich euren unfassbar gerne. Immer wieder beeindruckend, wie ihr auf unterhaltsame Weise neue Themen und neue Argumente zu alten Themen einbringt.

    Ein kleiner Kritikpunk allerdings:
    Ich finde es grundsätzlich extrem erfrischend, dass ihr eure Haltung und Meinung klar zum Ausdruck bringt. Ich finde es nur schade, dass ihr dies oft entlang parteipolitischer Linien tut. Ein bisschen mehr Objektivität was die Parteien angeht fände ich sehr spannend. Gerade auch, da ihr in eurer letzten Sendung genau dieses Schwarz-Weiß denken in politischen Lagern kritisiert.
    Konkret ist mir das in der aktuellen Sendung noch einmal aufgefallen, als ihr den Preis für CO2 als exzellente Maßnahme im Klimaschutz thematisiert. Da bin ich vollkommen eurer Meinung. Ihr zitiert Ökonomen und erklärt das Für und Wider ganz wunderbar. Allerdings habt ihr dort auf der politischen Bühne Berlins z.B. die FDP, die dort eurer Meinung ist und eben diese Argumente schon seit dem letzten Bundestagswahlkampf aufführt. Jetzt ist die FDP natürlich nicht für ihre Umweltpolitik bekannt, die Grünen manchmal aber nicht für das Wählen des besten Weges um das Ziel zu erreichen (einer der Gründe warum ich die beiden Parteien ganz gerne zusammen in der Bundesregierung sehen würde).

    Grundsätzlich ein riesen Kompliment an eure Arbeit, für jemanden, der sich gesellschaftspolitisch Grün-Gelb und wirtschaftspolitisch Gelb-Rot sieht manchmal nur ein wenig ermüdend, dass überall nur in links vs. rechts gedacht wird.

  31. 14. April 2019 um 11:59 Uhr
    Mag. iur. plebs

    Hallo liebes Lage der Nation Team,

    Zu eurer Aussage bzgl Diskontern und Supermärkten, die (um Raum effizient zu nutzen) auf ihren Gewerbegebäuden Wohnungen bauen sollen, möchte ich folgendes beisteuern:

    Ich arbeite seit einigen Jahren als Projektentwicklerin in der Konzernexpansion einer int. agierenden Supermarktkette. Wir sind tatsächlich seitens Vorstand dazu angehalten Wohnungen (vor allem Sozialbau) bei Umbau-, Modernisierungs- und Neubauprojekten zu inkludieren ABER (!) diese Projekte erweisen sich, zmd meiner Erfahrung nach, als langwierig, kompliziert und schlichtweg „pain in the ass“. Als aktuelles Beispiel möchte ich einen Neubau eines Marktes mit 7 geförderten Wohnungen für Bedürftige erwähnen, der nun 2020 statt 2017 fertig gebaut wird, anführen. Diese Projekte birgen durch die Anzahl der (externen) Akteure regelmäßig Schwierigkeiten in sich, was wiederum in der Bilanz Auswirkungen zeigt (es ist ein Rattenschwanz: wenn der Bau sich verzögert -> gibt es keine Einnahmen -> gibt es keine Arbeitsplätze für die hiesigen Mitarbeiter -> Mitbewerber gewinnt an Umsatz -> (Projekt-)Controlling, Vertrieb, Finanz, Expansion, Vorstand -> alle verfallen in Panik).

    Danke für euren tollen Podcast!

    Schöne Grüße!

    • Interessante Perspektive, danke. Was könnte man denn machen, damit diese Projekte besser laufen?

      • Ein weiterer Aspekt ist, dass der Bau von Wohnungen nicht das Kerngeschäft von Lebensmittelhändlern ist. Das Unternehmenskonzept ist demnach bspw. von ALDI/Lidl/Rewe mit Lebensmitteln zu handeln. Möchte man von diesen Unternehmen nun, dass sie zudem Wohnungen bauen, so bedeutet dies einen höheren Bedarf an Personal und somit höheren Kosten in einem Bereich, der nicht ihrem wirtschaftlichen Hauptzweck dient, was teilweise von den Unternehmen nicht gewünscht ist und meiner Ansicht nach aus der unternehmerischen Perspektive auch gut nachvollziehbar ist.

      • Ja, das kann ich gut verstehen … da könnte dann ja eine Kooperation mit einer städtischen Immobiliengesellschaft helfen: Discounter verkauft Grundstück an die Gesellschaft zum Discount-Preis (haha), im Gegenzug bekommt sie im Grundbuch das Recht eingetragen, einen Laden zu betreiben (“Dienstbarkeit”). Die Immobiliengesellschaft bebaut das Grundstück mit Wohnhaus mit Laden im Erdgeschoss, Discounter zieht wieder ein. Klingt nach einer win-win-Situation, abgesehen davon, dass der Discounter für ca. ein Jahr schließen muss, nämlich bis wenigstens das Erdgeschoss fertig gebaut ist. Das müsste man bei der Preisgestaltung natürlich berücksichtigen.

  32. Hallo liebes Lage-Team,

    ich möchte gerne einmal Bezug zu ihrer aktuellen Folge nehmen. Es geht um das Thema Bluttest auf Trisomie 21. Für mich kam der Grund für die Debatte nicht so richtig raus. Eine Fruchtwasseruntersuchung wird in aller Regel nur dann durchgeführt, wenn ein begründeter Verdacht auf einen genetischen Defekt beim Kind vorliegt. Im Fruchtwasser befindet sich weit aus mehr genetisches Material vom Kind als im Blut der Mutter. Das heißt bei einer Fruchtwasseruntersuchung, kann ein sehr großes Spektrum an erblichen Krankheiten beim Kind aufgedeckt werden. Auch Krankheiten die ein Leben des Kindes unmöglich machen und eine Fortsetzung der Schwangerschaft zum großen Risikofaktor für die Mutter werden kann.
    Dieser Bluttest hat sich jedoch auf die Trisomie 21 spezialisiert. Er ist also gar nicht in der Lage so ein umfassendes Krankheitsspektrum aufzudecken, da sich zu wenig genetisches Material vom Kind im Blut der Mutter befindet. Es handelt sich um einen Defekt mit dem man lebensfähig ist und durchaus ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen kann. Deshalb ist es ein großes Problem, diesen Test einfach für alle zur Verfügung zu stellen, weil nach einer ganz bestimmten Krankheit “gefahndet” wird. Und sollte die Politik dem zustimmen, dann kann man das so verstehen, dass es ok ist, diese erbliche Krankheit aufzudecken und zu dezimieren. Denn genau das würde sehr wahrscheinlich passieren. Wenn werdenden Eltern erstmal um diesen Defekt ihres Kindes wissen, dann ist die Wahrscheinlichkeit für einen Schwangerschaftsabbruch stark erhöht. Hier fehlt nämlich auch die Aufklärung über ein Leben mit Trisomie 21.
    Deshalb ist im Bundestag auch der Begriff Selektion gefallen, an dem sich beim Podcast etwas gestoßen wurde. Doch leider muss man dem, meiner Meinung nach, zustimmen.
    Zudem ist dieser Test, da risikofrei für das Kind, schnell gemacht und wird nicht wie eine Fruchtwasseruntersuchung nur bei einem begründeten Verdacht durchgeführt.

    Hoffe, dass ich das verständlich aufgeschrieben habe.
    Ich mag diesen Podcast aber trotzdem sehr gerne… ;)

    Viele Grüße!

    • Die Bluttests können in der neuesten Generation auch rund hundert erbliche Krankheiten entdecken … der Bundestag hat also auch insoweit etwas am Thema vorbei diskutiert, indem er sich auf Tests konzentriert hat, die nicht mehr Stand der Technik sind. Siehe Links in den Shownotes.

      • Hallo liebes Lage Team,

        eine kurze Sache vorweg: ich habe vor 3 Wochen 300€ für den “Harmony” Test (ist auch ein interessanter Name für den Test) gezahlt. Insofern kann man schon sehen – die Kosten sind nicht das Thema, da der Test in der Tendenz noch preiswerter werden wird und auch für ärmere Familien sicherlich bezahlbar.
        Das aber nur am Rande.
        Herr Hecken, seines Zeichens Vorsitzender des GBA und CDU-Mann, hatte die Diskussion v.a. anberaumt, um die ethischen Knackpunkte zu besprechen und das war für meinen Geschmack in eurer Diskussion gestern nicht so richtig klar besprochen.
        Letztlich wird es mit den neuen Genanalysemethoden (Stichwort crispr cas9) immer mehr Tests für alles Mögliche geben und das eben auch zu geringen Kosten (fürs Portemonnaie und die Gesundheit).
        Die Frage, die eigentlich im Raum steht:
        Soll der Staat das “Gott spielen” unterstützen?
        Was passiert, wenn sich Familien für ein behindertes Kind entscheiden?
        Sollte dann irgendwann der Punkt kommen, dass sie die Kosten für diese Entscheidung selbst tragen müssen und nicht die Allgemeinheit (durch die Eingliederung in Rente und Pflege)? Das mag heute noch abwegig sein, aber die Gesellschaft hat evtl. in 20 Jahren andere Antworten auf die gleiche Frage – zumal wir uns ja in Deutschland mit dem Thema besonders gut auskennen…

        Letztlich war das Thema evtl vorher nicht ganz so auf der Tagesordnung, weil die Nackentransparenzmessung eben auch relativ gefährlich war und damit eine “Barriere” eingebaut war. Die Antwort gab es eben nur unter einem klaren Risiko.

        Wäre cool, wenn wir das Thema noch mal etwas weiter aufbohren würdet, damit die eigentliche Dimension hervortritt.

        Schöne Grüße, Nils

        • Hi Nils, diese Dimension haben wir ja auch diskutiert. Wir haben dann nur darauf hingewiesen, dass es einfach neben der Sache liegt, dieses „Gott spielen“ ausgerechnet über die Frage der Finanzierung zu verhandeln. Denn es lässt sich denke ich nicht rechtfertigen, dass reiche Menschen selbst entscheiden können, ob sie ein Kind trotz Gendefekts bekommen möchten, während ärmere Menschen dazu gezwungen sind, entweder einen gefährlichen Test zu machen oder es einfach drauf ankommen zu lassen.

        • Hallo zusammen,

          die Angabe von Nils kann ich bestätigen, auch wir haben 300 € für den Harmony-Test bezahlt. Der Test prüft auf die Trisomien 13, 18 und 21. Das Ergebnis lag nach acht Tagen vor und enthielt recht ausführliche Informationen zu den Testergebnissen, für deren Interpretation und Einschätzung man allerdings Hintergrundwissen und Statistikkenntnisse benötigt. Nebenbei bestimmt der Test übrigens das Geschlecht des Kindes. Bei uns war es so, dass die Frauenärztin nicht etwa mehrere unterschiedliche Test angeboten hätte, sondern Harmony die einzige Option für einen Bluttest war, die sie angeboten hat.

          Vor einem solchen Test sollte man sich meiner Ansicht nach ausführliche Gedanken um die Konsequenzen machen. Die Verlässlichkeit der Testergebnisse sollte genauso hinterfragt werden, wie mögliche Konsequenzen des einen oder anderen Ausgangs. Für wen eine Abtreibung auf keinen Fall in Frage kommt, der kann sich einen solchen Test vermutlich sparen. Ich persönlich hätte den Test nicht gemacht, weil die Wahrscheinlichkeit bei unserer durchschnittlichen Situation für Trisomie 21 etwa bei 1:500, Trisomie 18 bei 1:2.000 und Trisomie 13 bei 1:12.000 liegt. Die Entscheidung für oder gegen einen Test und eventuelle Folgen gewisser Ergebnisse kann durchaus zu erheblichen Spannungen in der Beziehung führen. Konsequenzen aus den Testergebnissen liegen bei jedem persönlich. Für mich wäre die entscheidende Frage gewesen, ob das Kind Spaß am Leben gehabt hätte, was bei Trisomie 21 sehr wohl der Fall wäre, bei Trisomie 13 aber weniger. Andere mögen Abtreibung grundsätzlich ablehnen oder das Risiko einer Ausgrenzung durch die Gesellschaft nicht eingehen wollen.

          Die Aussagekraft der Testergebnisse wird meiner Ansicht nach unzureichend dargestellt. Zwar werden sowohl die Erkennungsrate als auch die Falsch-Positivrate für die jeweilige Trisomie genannt, es wird aber nicht dargestellt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit tatsächlich ist, dass ein Kind eine Trisomie hat, auf die der Test angeschlagen ist. Bei Trisomie 21 ist es bspw. so, dass eine Erkennungsrate von 99,5 % angegeben wird und eine Falsch-Positivrate von 0,06 %. Bei einer Häufigkeit der Trisomie 21 laut Wikipedia von etwa 1:500 der Neugeborenen sind unter etwa 800.000 Neugeborenen laut Statista pro Jahr in Deutschland 800.000 * 1/500 = 1.600 Fälle von Trisomie 21. Von diesen 1.600 Fällen erkennt der Test 1.600 * 99,5 % = 1.592, er erkennt aber 1.600 * (100 % – 99,5 %) = 8 Fälle nicht. Bei einer Falsch-Positivrate von 0,06 % liefert der Test darüber hinaus 800.000 * 0,06 % = 480 Falsch-Positive. Es erhalten also 1.592 + 480 = 2.072 ein positives Ergebnis, aber nur 1.592 sind tatsächlich positiv. Die Wahrscheinlichkeit für tatsächliche Trisomie 21 bei positivem Ergebnis beträgt also 1.592 / (1.592 + 480) = 0,7683 = 76,83 % also etwa 3 von 4. Das ist weit entfernt von einer Sicherheit von 99,5 %, wie vermutlich die Erkennungsrate von vielen Personen fälschlicherweise gedeutet wird.

          Der Test enthält dazu den Hinweis, dass er “nicht als diagnostisches Verfahren validiert” ist, sodass wohl nicht allein auf dessen Basis abgetrieben werden würde. Stattdessen würden wahrscheinlich invasive Tests zur Anwendung kommen. Für Trisomie 21 würde das jedoch bedeutet, dass bei 1.592 positiv getesteten Ungeborenen ein invasiver Test vorgenommen wird, obwohl 480 von ihnen keine Trisomie 21 haben sondern Falsch-Positive sind. Das sind 480 Fälle oder etwa 1 von 1.666 Schwangerschaften pro Jahr, in denen das falsche Testergebnis über Tage und Wochen zu nennenswerter psychischer Belastungen führen wird. Wenn wir dann das von euch erwähnte Risiko von 1 % der Fehlgeburten dieser invasiven Tests annehmen, sind es in dieser Rechnung knapp 5 der Falsch-Positiven, die fehlgeboren werden. 5 von 800.000 sind zwar sehr wenige, aber es sind individuelle Schicksale. Bei der aktuellen niedrigen Verbreitung der Tests sind es vermutlich Fälle, die keinen Test vorgenommen hätten, wäre er nicht kostenlos. Eine Wertung möchte ich damit nicht vornehmen, es ist lediglich die Darstellung eines statistischen Zusammenhangs.

          Bei Trisomie 18 beträgt diese Wahrscheinlichkeit bei positivem Testergebnis tatsächlich betroffen zu sein meinen entsprechenden Berechnungen zufolge grob 80 % also 4 von 5, bei Trisomie 13 allerdings nur etwa 28 % oder 2 von 7.

          Insbesondere, wenn diese Tests kostenlos werden, dadurch die Zugangsschwelle nennenswert sinkt und die Verbreitung stark steigen könnte, sollten solche Zusammenhänge plastischer dargestellt werden, um der Aufklärungspflicht gerecht zu werden.

          (Alle Zahlen sind meine eigenen groben Berechnungen auf Basis teils widersprüchlicher Quellen und daher nur für die Darstellung der Zusammenhänge und Größenordnungen geeignet. Fehler in den Berechnungen sind nicht ausgeschlossen, deshalb habe ich sie für die Überprüfbarkeit so ausführlich aufgeschrieben.)

          Viele Grüße
          Markus

    • Liebe Lage Team,

      vielen Dank für euren Beitrag zum Thema Bluttest zur Untersuchung von genetischen Abweichungen des heranwachsenden Feten.
      Mir hat bei dem Beitrag das medizinische und medizinethische Fachwissen gefehlt. Ich war vor einigen Monaten bei einem Vortrag eines Pränatalmediziners für Ärztinnen und Ärzte in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Selbst für Insider ist dieses Thema sehr komplex und die Frage welcher Test am sinnvollsten ist, ist nicht pauschal zu beantworten. Die Frage hier ist, mit welchen medizinischen Untersuchungen erhält man auf die schonendste und sicherste Art und Weise Informationen zur Gesundheit des Feten mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, dass das, was der Teat sagt, auch stimmt. Und welche Informationen sind im Individualfall nötig oder nützlich.
      Dazu vorab: bei jeder Art von Test wird die werdende Mutter darüber aufgeklärt, dass sie das Recht des „Nichtwissens“ hat, denn wenn man einen Test durchführt wird dieser Test zu einem Ergebnis führen welches eine informierte Entscheidung von Seiten der Mutter erfordert.

      Das Spektrum der normalen Vorsorgeuntersuchung ist relativ gering, die Ultraschalluntersuchung z.B. relativ simplem. Ab dem mütterlichen Alter vor 35 werden jedoch von den Krankenkassen komplexere Ultraschalluntersuchungen durch Experten, die sich darauf spezialisiert haben Fehlbildungen bei Feten mittels Ultraschalluntersuchung zu erkennen erstattet. Diese Mütter ab 35 und die jüngeren, die selbst für die Kosten dieser speziellen Ultraschalluntersuchung aufkommen, sind deutlich im Vorteil, weil sie einen höheren Standart an Medizinqualität erhalten. Werden diese Ultraschalluntersuchungen und damit auch Beratungen dieser Experten wahrgenommen, so ist das Risiko einer ungewollt unentdeckten Fehlbildung signifikant geringer. Wenn z.B. bei der ersten Ultraschalluntersuchung um die 12. Schwangerschaftswoche durch einen Experten alles komplett unauffällig ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Trisomie 21 sehr gering und kann anhand vieler verschiedener Kriterien errechnet werden. Wenn die Eltern sich noch mehr Sicherheit wünschen, könnte zusätzlich der Bluttest (z.B. Harmonie) gemacht werden.
      Nur ist es auch sehr wichtig zu bedenken, dass das Ergebnis eines Bluttests (z.B. Harmonie) auch falsch negativ oder falsch positiv sein könnte. Was bedeutet dass die Aussage des Tests nicht stimmt. Wenn das Ergebnis des Bluttests sagt, es liegt KEINE Trisomie 21 vor, dann ist diese Aussage im Zusammenhang mit einer Ultraschalluntersuchung durch einen Experten mit sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtig und die Wahrscheinlichkeit, dass trotz allem eine Trisomie 21 vorliegt verschwindend gering. Ist das Ergebnis einen Bluttests (Z.B. Harmonie) jedoch positiv so ist die Aussage in bis zu jedem dritten Fall falsch, also jeder dritte Fet in Wirklichkeit gesund. Aus pränatalmedizinischer Sicht sollte bei jedem positiven Bluttest deshalb einen Fruchtwasserpunktion folgen, welche eine sichere Aussage liefern kann auf dessen Basis die Mutter dann entscheiden kann ob sie die Schwangerschaft vorzeitig beenden möchte oder nicht.
      Wenn werdende Mütter also nur einen Bluttest (z.B. Harmonie) durchführen lassen würden, ohne professionelle Beratung oder weitere Untersuchungen, so besteht die Gefahr das zu oft Konsequenzen, wie ein Schwangerschaftsabbruch, in Fällen in denen der Fet eigentlich gesund ist und die Aussage des Tests falsch positiv war folgen würden.
      Wenn etwas diskutiert werden sollte und es uns dabei um die ethisch richtigste Art und Weise und das medizinisch hochwertigste Verfahren ginge, dann sollte die Altersgrenze für professionelle Ultraschalluntersuchungen aufgehoben werden und jede Schwangere diese umsonst erhalten. Je nach Ergebnis könnte der medizinische Experte über die Notwendigkeit weiterer Tests mit der werdenden Mutter zusammen entscheiden. Bei gestellter Indikation könnten die Kosten durch die Krankenkassen getragen werden.
      Um einen weiteren komplexen Punkt mit ins Spiel zu bringen, die „Bluttests“ habe nur eine relativ sicher Aussage im Bezug auf Trisomie 21. Trisomie 13 und 18 sind in dem Test nicht gut erfasst, sind jedoch weitaus schwerwiegender. Ein Ultraschallexperte ist so professionell und geschult dass er auf sehr sehr viele Anzeichen sehr vieler verschiedener Fehlbildungen achtet und damit viel professioneller ein viel größeres Spektrum erfasst.
      Ich hoffe ein bisschen Klarheit in die Komplexität dieser pränatalen Untersuchungen bringen zu können.

    • Liebes Lage Team,
      Vielen Dank dass ihr über dieses wichtige Thema sprecht. Vor der Geburt unserer Tochter im letzten Jahr haben wir uns auch viel damit beschäftigt und uns aus vielen Gründen dagegen entschieden: Risiko aber auch Unsicherheit! Letzteres habt ihr finde ich zu wenig angesprochen, das Ergebnis ist nämlich nach meiner Info häufig nur eine wahrscheinlichkeit (1:1000 ist schon hoch, was für mich in keinem Fall ein Abtreibungsgrund wäre. Selbst bei 1:100 würde ich im Zweifel 99 gesunde Kinder abtreiben….).

      Natürlich ist die Krankheit für die Familie ein Lebensverändernder Faktor. Daher sehe ich die Entscheidung keinesfalls als einfach und unbedingt als persönlich.
      Abgesehen davon möchte ich aber mit euch die beeindruckende Reise eines Freundes mit seinem Betreuten mit Trisomie21 teilen. Die Arte Doku “Ein downie in Down Under” darüber hat meine Ansichten über das Leben mit der Krankheit unglaublich verändert und macht Mut es sich zu trauen.

      Siehe https://www.arte.tv/sites/de/das-arte-magazin/2018/12/07/down-under/

  33. 14. April 2019 um 11:21 Uhr
    Michael Müller

    Diesel statt Benzin PKW zur CO2 Einsparung hört sich theoretisch ganz nett an. Theoretisch…

    Eines ist klar: die Kohlenwasserstoffe im Diesel sind langkettiger als die von Benzin. (Deshalb verdunstet Benzin auch schneller). Verbrennt man nun 1 Liter Diesel, entsteht deshalb mehr CO2, als bei 1 Liter Benzin.
    Der Dieselmotor ist jedoch effizienter (geringerer spezifischer Kraftstoffverbrauch) wodurch er das überkompensiert und deshalb bei gleicher Leistung weniger CO2 ausstößt.

    Leider sind die 90er Jahre schon vorbei. Damals lernte der Diesel im PKW dank Turbolader und Direkteinspritzung das laufen. TDI war schon nahezu ein Synonym für den VW Golf. Das Ding ging wie der Teufel und verbrauchte unter 5 Liter.

    Den gab es zwar auch als Benziner, aber der war ohne Turbo und Direkteinspritzung eher lame und verbrauchte 7,5—8 Liter pro hundert km.

    Aber dann… kamen die SUVs. Und dank Diesel frassen diese lächerlichen Allraddinger einem nicht mehr die Haare vom Kopf. Verbrauchen aber was? 7 Liter!
    Während die Benziner dank Turbo und Direkteinspritzung sparsamer wurden. (Wenn man nicht vmax auf der Autobahn fährt).

    Würde der Verbraucher (der Schussel) sich normale Autos mit Diesel statt dieser SUV kaufen, dann ginge das mit dem CO2 auch auf. Macht er aber nicht…

  34. Zum Thema Trisomie 21: Ich finde die Formulierung “x Menschen *leiden* an Trisomie 21“ nicht gut, da es impliziert, dass diese Menschen dauerhaft leiden und daher kein lebenswertes Leben haben. Besser wäre eine Formulierung wie ” x Menschen leben mit einer Trisomie 21″.
    Schaut sich dazu gerne mal den Leitfaden von leidmedien.de an: https://leidmedien.de/wp-content/uploads/2016/07/Leidfaden2016.pdf (Die Webseite kann man in dem Kontext sowieso empfehlen.)

  35. I generally am in agreement with your analyses and greatly appreciate your depth and ability to transcend ideology. So hearing you present Julian Assange as a sort of tragic hero was disappointing to say the least, particularly in conjunction with the comments that seemed to dismiss his treatment of women (and rape charges) as irrelevant to the importance of his work (sure, Harvey Weinstein produced great movies, but I don’t think we should rehabilitate him any time soon). For whatever good Assange might have done, he also is directly responsible for helping get Trump elected and I suspect that we are underestimating the long-term global impact of Trump’s presidency. This article might provide more nuance in your discussion:https://www.theatlantic.com/ideas/archive/2019/04/julian-assange-got-what-he-deserved/587008/

  36. Eine absolut katastrophale Entscheidung der EU den Briten einen Aufschub bis zum 31. Oktober zu gewähren. Und Merkel hat ja schon durchscheinen lassen, dass eine weitere Verschiebung möglich ist. Die Briten werden jetzt ihre schlimmsten Leute ins EU-Parlament schicken. Macron kann sich alle seine Reformpläne abschmieren und es würde mich nicht wundern wenn nach dieser krachenden Niederlage gegen Merkel der Front National stärkste Kraft bei den Europawahlen nächsten Monat wird. Auch in anderen Ländern dürfte durch die Entscheidung die Anzahl Protestwähler deutlich zunehmen. Ich überlege auch erstmals für Die Partei statt für die Grünen zu stimmen. In diesem Parlament wird wahrscheinlich eh keine vernünftige politische Arbeit möglich sein. Hoffentlich verliert wenigstens Trump nächstes Jahr die Wahlen.

    • Das könnte eine Boomerang-Entscheidung werden und ich kann sie auch null nachvollziehen. Da hat man sich am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. Was hierfür schon an Zeit, Geld, Manpower verloren ging, …. erschreckend. Das wirft kein gutes Bild ab.

      PS: Kennen Sie „Die Humanisten”?

  37. Eine Anmerkung zum Brexit:

    In GB gilt für die Europawahl das Verhältniswahlrecht unter Verwendung der d’Hondt-Methode zur Mandatsverteilung. Einzige Ausnahme ist wohl Nordirland, wo mit “übertragbarer Einzelstimme” gewählt wird (Single Transferable Vote).
    Dementsprechend sollten Parteien also proportional vertreten werden. Interessant ist hier vor allem die “neue” Brexit Party, die gemäß aktueller Umfragen nicht schlecht darsteht. Auch die mindestens rechtsextreme UKIP schneidet erschreckend gut ab.

  38. Wäre es nicht gut, wenn unter “Hausmitteilungen” noch ganz banal
    – “Lage der Nation” in diesem Internet
    als Link dazukommen würde?

  39. Bezüglich der Diskussion über die Wahlkreise:

    Kollegen von der RWTH Aachen haben mal etwas Mathematik benutzt, um die aktuellen Wahlkreise zu analysieren und neue, optimierte Wahlkreise zu bestimmen (mit ggf. Reduktion der Zahl der Wahlkreise): https://www.or.rwth-aachen.de/wahlkreiskarte/

    Auf der Seite findet man eine anschauliche Karte, die darstellt, welche Wahlkreise zu groß / klein sind und wie die (mathematisch) optimalen Wahlkreise aussehen.

    • 14. April 2019 um 9:45 Uhr
      Brunken Stephan

      Also wenn ich den Wikipediaartikel zum Verkauf der städtischen 60000 Wohnungen, die heute der Deutschen Wohnen gehören, richtig verstehe, wurde damals dafür 400 Millionen bezahlt und die Schulden von 1.7 Milliarden übernommen. Also ist die minimale Entschädigungssumme ja eher 2.1 Milliarden plus Inflationsausgleich und zwischenzeitlich getätigte Investitionen. Für die anderen 40000 Wohnungen ist dann ja wohl auch mindestens 1 Milliarde fällig oder mehr (das sind ja schliesslich keine ehemaligen zum „Schleuderpreis verhökerten“ kommunalen Immobilien). Macht also mindestens 4 Milliarden, wofür man meiner Meinung nach lieber neue Wohnungen bauen sollte. Die kann man dann ja für 5 Euro kalt vermieten, wenn man meint, dass das wirtschaftlich ist und man damit eine zeitgemässe (energieeffiziente) Wohnung finanzieren kann.

      • dieses “lieber Wohnungen bauen” ist leider aus vielen Gründen nicht so einfach:

        – Neubauten sind deutlich teurer, als dass man sie für 5 Euro oder auch 7 Euro kalt vermieten könnte – daher ist die Enteignung tatsächlich die einfachste Möglichkeit, um kurzfristig viele Wohnungen (weiter) günstig vermieten zu können

        – die Entschädigung muss bei einer Enteignung nicht in einer Summer gezahlt werden, sondern man kann sie auch über 30 Jahre abstottern – dann kann man das über die Mieten leicht finanzieren. Für einen Neubau muss man das Geld hingegen von vornherein entweder haben (ist nicht der Fall) oder leihen (nicht so einfach, Stichwort Schuldenbremse)

        – selbst wenn das Land das Geld hätte, fiele es sehr schwer, geeignetes Bauland zu finden: Spielraum gibt es vor allem für die Verdichtung (Parkplätze / Supermärkte überbauen), und da gehören die Grundstücke nicht dem Land und lassen sich auch nicht so einfach erwerben

        • 14. April 2019 um 17:25 Uhr
          Brunken Stephan

          Dass die Mieter dieser Wohnungen die Entschädigung durch ihre Mieten selber abzählen, wäre auch unabdingbar(das wären übrigens etwa 100 Euro im Monat pro Wohnung für 30 Jahre bei einer minimalen Summe von 4 Milliarden.) Warum sollte die Allgemeinheit dafür zahlen, dass ein kleiner glückseliger (privilegierter) Teil billig wohnen kann, während sie selber höchste Marktpreise bezahlt? In diesen Wohnungen wohnen ja sicher viele, die sich auch deutlich höhere Mieten leisten könnten. Bin übrigens nicht der Meinung, dass Investitionen in Immobilien absolut risikolos sind. Würde ansonsten sofort einen Kredit aufnehmen, Häuser kaufen, vermieten und reich werden; mach ich aber nicht, ist mir und der Bank sicher auch zu riskant. Warum sollte eigentlich ein Vermieter Immobilien modernisieren (auch energetisc) wenn sich das für ihn nicht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auszahlt? Grüsse aus der Schweiz, 20 Euro kalt (70-ger Jahre Standart auf dem Land!)

        • @Brunken Stephan: Die Enteignung ist doch nur möglich, wenn dadurch die Allgemeinheit und demnach nicht nur die betroffenen Mieter*innen profitieren. Es muss doch also davon ausgegangen werden, dass durch die Enteignung eine solche Wirkung auf den Mietmarkt insgesamt ausgeübt wird, dass auch andere Mieter*innen davon profitieren.

          @Ulf: Theoretisch ist das alles klar. Und ich denke auch, der Staat sollte die Enteignung zumindest Drohmittel einsetzen gegen solche Vermieter. Aber rein praktisch sehe ich hier die Gefahr, dass sich das Land Berlin durch eine drohende hohe Entschädigung finanziell handlungsunfähig macht. Weil egal wie man die Entschädigung ausgestalten wird, in Ermangelung an entsprechender Rechtssprechung in dem Gebiet wird die Deutsche Wohnen durch alle Instanzen gehen, um das Maximum an Entschädigung zu erhalten. Nach eigener Aussage geht man davon aus, dass der eigene Berliner Wohnungsbestand einen Wert von 23,2 Mrd. Euro hat. (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1109917.rekommunalisierung-milliarden-fuer-deutsche-wohnen.html) Das wird der Benchmark sein, den die Deutsche Wohnen erhalten will. Und weil das Land Berlin auch nicht sicher sein kann, dass nicht am Ende ein Gericht der Deutschen Wohnen tatsächlich diese Summe zuspricht, wird es Rückstellungen in diese Höhe bilden müssen – für ein Verfahren, das sich potentiell über Jahre, vielleicht ein Jahrzehnt zieht. Und bei einem Haushaltsvolumen von 30 Mrd. Euro ist das halt schon eine ziemliche Menge – besonders, wenn man wie Berlin immer noch einen kameralen Haushalt verwendet und somit die zugewonnenen Wohnungen nicht als Aktiva verbuchen kann.

        • 15. April 2019 um 15:04 Uhr
          M. Arktungläubiger

          @Brunken stephan: Die DW hat ihre Bestände in Berlin häufig in Stadtrandsiedlungen, sprich: Plattenbauten. Die dortigen Bewohner als privilegiert zu bezeichnen ist etwas absurd. Un nein, sie können sich keine höheren Mieten leisten.

        • Es ist interessant, man ließt die Stadt soll doch schon so 10 Euro den qm kosten, 7 oder gar 5 Euro unmöglich. Neubau minimum 16. Wien so: Spekulation mit Boden & Wohnraum unterbinden. 4,87 Euro.

          https://www.wien.gv.at/bauen-wohnen/bauordnungsnovelle-gefoerderter-wohnbau.html

  40. 13. April 2019 um 18:19 Uhr
    Patrick Huesmann

    Bzgl. CO2-Steuer bin ich einigermaßen entsetzt, daß ausgerechnet der Verkehrssektor, der Jahrzehnte lang den Leuten immer größere & schwerere Autos angedreht und durch Lobbying auf allen Ebenen jeglichen Fortschritt verhindert hat, dafür zur Belohnung jetzt einen Freifahrtschein erhalten soll.

    Und da der Bund deshalb nun teure CO2-Zertifikate im Ausland erwerben muss, subventioniert man als Fahrrad- und ÖPNV-Nutzer auch noch diesen Wahnsinn mit und hält ihn am Leben.

    Da fällt es schwer, Worte zu finden, die sich noch innerhalb der Netiquette bewegen.

    • Das Problem bei der Geschichte ist , selbst wenn man sich jetzt ein Elektroauto anschaffen würde, wären die CO2 Probleme nicht gelöst, da bei der Produktion und beim Laden dreckiger Kohle-Strom verwendet wird. Daher macht es schon Sinn, erst einmal andere Sektoren klimafreundlicher zu gestalten, da zum einen es anderswo einfacher ist und es ohne den Individualverkehr zu beschränken und massive Einschnitte in das Leben der Menschen vorzunehmen gar nicht möglich ist, mal eben auf Elektro umzustellen, da es dank des Energiesektors immer noch nicht klimafreundlich ist.

  41. Berlin – mental vereint in den 1980er (“Enteignung Deutsche Wohnen”)

    Niemand mag Luxussanierer, Haifische und sonstige Turbokapitalisten. D’accord!

    Immer vorausgesetzt die genannten Zahlen erweisen sich als belastbar, so zeigt die Bewegung zur Enteignung vermeindlicher Miethaie doch letztlich nur die arrogante Abgehobenheit einer hauptstädtischen Boheme, die die Augen vor dem Heute verschließt. Wer mit Verve für einen Anspruch auf 4 Euro mietwohnen in der deutschen Haupstadt eintritt, hat die alimentierten 80er Jahre in West- wie auch in Ostberlin mental nie verlassen.

    Berlin wurde auf beiden Seiten des Zauns aus rein politischen Gründen über Jahrzehnte mit Geldern und Privilegien (zB keine Wehrpflicht im Westen) überhäuft. Während in anderen Städten und Regionen die letzten Jugendclubs schließen, baut die Haupstadt fröhlich Ihr überragendes Kulturprogramm aus. Beschwert sich eigentlich irgendjemand in Berlin über die zahlreichen (preisgünstigen) Kultureinrichtungen oder den – natürlich immer noch verbesserungswürdigen aber durchaus benutzbaren – ÖPNV sowie die enorme Anzahl an KiTas (als Relikt aus Ostberliner Zeiten)?

    Obgleich ich selbst nicht kapitalismusgläubig bin, so erkenne ich doch an, dass die demokratisch legitimiere Mehrheit in diesem Land eine soziale Marktwirtschaft als das “geringst mögliche Übel” ansieht. Vielleicht sollte in diesem Sinne dem zitierten Initiator und DVD-Händler mal irgendjemand den freundlichen Tipp geben: “Kollege, entschuldige, aber Dein Geschäftsmodell ist obsolet.”

    Besonders absurd ist bei dieser Debatte, dass die Täter (nämlich die Mehrheit der Abgeordnenten des Berliner Senats des Jahres 2004, namentlich SPD und Linke) nicht als solche benannt werden. Deren Nachfolger schwingen sich im Gegenteil noch zu Propagandisten gegen jene Missstände auf, die sie selbst respektive ihre Parteikollegen verursachten. Und aller Voraussicht nach, wählen die bewegten Bürger genau jene Parteien auch beim nächsten Mal wieder.

    Berlin, Ihr nervt.

    • sorry, aber der Kommentar liegt leider komplett neben der Sache, denn der bunte Strauß an Ressentiments steht in keinem Zusammenhang zum Thema “Mieten in Berlin”. Die Wohnungen der Deutschen Wohnen würden keinen Cent billiger, wenn Berlin weniger Geld für Kultur ausgeben würde. Und niemand hat die soziale Marktwirtschaft als solche angezweifelt, es geht nur darum, dass sie tatsächlich sozial bleibt. Schließlich haben wir ausdrücklich darauf hingewiesen, dass SPD und Linke durch die Privatisierung von vielen tausend Wohnungen eine Mitschuld an der Misere tragen – also von wegen “die Täter werden nicht als solche benannt”.

      • Lieber Ulf, lieber Theo, lieber Michael (siehe Kommentare nachfolgend)!

        Deine Antwort, Ulf, verwundert mich sehr: im System der sozialen Marktwirtschaft korrespondieren die Lebenshaltungskosten mit den Lebensumständen. Das ist so gewollt von einer breiten Mehrheit der deutschen Gesellschaft. Daraus ergibt sich eine immanente Verdrängung: lukrative Wohnlagen erzielen höhere Preise. Kauf doch mal 2 Häuser, eins in Briesen und eins in Potsdam und Du wirst diesen Zusammenhang erleben. Man kann das zurecht beklagen – aber dies ist das gewünschte Fundament unserer Gesellschaftsordnung. Chancengleichheit – nicht die Gleichheit der Lebensumstände – das ist die Doktrin.

        Die BI zielt nicht darauf ab, irgendjemanden zum Bau von Wohnraum zu bewegen. Die BI zielt einzig auf den Erhalt des Status Quo ab. Wir, die glücklichen Nutzer einer (viel zu) billigen Wohnung, stellen uns nicht dem Wettbewerb der Wohnungssuchenden. Wir hätten gerne marktenkoppelte Mieten.
        Was ist mit den Zehntausenden, die jedes Jahr nach Berlin ziehen, wo sind deren Rechte auf marktenkoppelten Wohnraum? Er findet in der Diskussion um die Deutsche Wohnen nicht statt.

        Zu den Tätern: ja, natürlich habt Ihr mit den Fingern auf die Täter gezeigt. Sehr gut. Ich habe nichts anderes behauptet.
        Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass die “Berliner Cold Drip Flat White Boheme” (Danke, Michael) weiterhin an Ihrer sozialromantischen Vorstellung einer Politik festhalten wird, die so nicht existiert: Mieten wie früher im Osten, Gehälter wie früher im Westen.
        Wer in Berlin Linke, SPD oder CDU wählt, weiß was er bekommt: Verlogenheit, Egomanie, Inkompetenz, Linke Metaphern und Rechtes Handeln. Wie gerne würde ich jetzt noch auf die Rechten draufhauen, aber in diesem Fall waren sie nicht involviert.

        Beste Grüße aus dem Ruhrgebiet!

        • Ist es Chancengleichheit wenn ein paar Wenige großen Vermögen und Wohnraum zum vermieten geboren werden während immer größere Teile der arbeitenden Gesellschaft kaum ihre Miete zahlen können?

          Der Bau von Wohnraum ist ein schwierigeres Thema, weshalb im übrigen auch viele Immobilienkonzerne nur Bestand aufkaufen und dann teuer vermieten. Die BI möchte erstmal die 97 Prozent schützen, die bereits im Bestand wohnen – das kann man ihnen kaum vorwerfen. Und Neubau, sofern preisgünstig unter Wettbewerb errichtet (den es aktuell nicht gibt), kann langfristig folgen. Einer gemeinwohlorientierten BI vorwerfen sie sei eigennützig unterwegs – nunja.

    • Zur sozialen Marktwirtschaft, dem „geringst möglichen Übel”, gehören kein gutes Kulturprogramm, Kultureinrichtungen, der ÖPNV und Kitas – Berlin muss ja nicht alle Fehlentwicklungen aus anderen Städte nachmachen. Und wo passen böswillige „Luxussanierer, Haifische und sonstige Turbokapitalisten” in eine solchen Staatsform?

      Woher weißt du, wie obsolet sein Geschäft ist? Schau mal auf eBay, dann weißt Du, wie obsolet das ist.

      Die Initiatoren der Bewegung, „die hauptstädtische Boheme”, ist doch komplett genervt von „der” Politik, deshalb machen sie diesen Schritt doch und wollen auf ihren Demos keine Politiker oder Parteien haben.

      • 14. April 2019 um 11:01 Uhr
        Michael Müller

        Ich muss dem Kommentar von Thorsten beispringen. Ihr beklagt tatsächlich WARM(!)mieten von unter 10€ als zu hoch, mit dem Argument, dass es Leute gäbe, die sich nicht mal 4 oder 5€ leisten könnten.
        Und ich sitze hier im Neckartal —nicht mal in der Landeshauptstadt und erst recht nicht in der Hauptstadt der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt— und denke ich höre nicht richtig.

        Da erinnere ich mich auch an die Volksabstimmung zum Tempelhofer Feld. Die Berliner Latte Macchiato…sorry… ich komme aus der Provinz… die Berliner Cold Drip Flat White Boheme hat zur Bebauung „nein“ gesagt. Typisches NIMBY Verhalten. Sozialwohnungen müssen her für die Armen, aber bitte doch nicht hier.

        Und das, was ihr als “kleine Fußnote“ bezeichnet habt, ist doch der eigentliche Skandal: der Verkauf von 60.000 städtischen Wohnungen für schlappe 400 Millionen Euro durch den OB Wowereit und seinen Finanzsenator Sarrazin. Was haben die denn mit der Kohle gemacht?
        Und welches Signal senden wir mit einer Enteignung an die Wirtschaft? Denn damals war noch nicht abzusehen, dass Berlin irgendwann zur hippen Stadt wird in die die Gründerszene und wohlhabende Schwaben scharenweise ziehen wollen. Nachdem der Investor das finanzielle Risiko getragen hat, alles hübsch renoviert hat und den Wert gesteigert hat, dann nimmt ihm der Staat das alles wieder weg.
        Und wenn ihr die 7 Milliarden anzweifelt, dann bitte bessere Zahlen vorlegen oder schweigen… journalistische Sorgfaltspflicht und so.

        Enteignung ist im wahrsten Sinne des Wortes die nukleare Option. Denn auch hier wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die im schlimmsten Fall mit einer schweren Wirtschaftskrise enden könnte. Denn jeder Investor braucht erst mal Rechtssicherheit. Ist diese nicht gegeben, dann muss de, Risiko höhere Renditen gegenüber stehen. Habe ich aber nur noch Risiko und wenig Rendite, dann… do your Math. It’s the economy, stupid!

        • Ihr beklagt tatsächlich WARM(!)mieten von unter 10€ als zu hoch, mit dem Argument, dass es Leute gäbe, die sich nicht mal 4 oder 5€ leisten könnten.

          Wo ist das Problem? Wir beschreiben einfach nur die Realität. Übrigens müsste vor allem die Allgemeinheit höhere Mieten in bisher sehr günstigen Wohnungen bezahlen – nämlich über den Mietkostenzuschuss für Hartz-4-Beziehende … auch schön, wenn sich Wohnungsspekulanten auf Kosten der Steuerzahlenden die Taschen füllen.

          Nachdem der Investor das finanzielle Risiko getragen hat, alles hübsch renoviert hat und den Wert gesteigert hat, dann nimmt ihm der Staat das alles wieder weg.

          doppelt nein:

          – der Investor trägt keinerlei Risiko, denn er kann die Kosten auf die Mieter abwälzen und bekommt die ersten zwölf Jahre seine Kosten vom Mieter bezahlt, ab dem 13. Jahr bekommt er ohne Gegenleistung 8% seiner ehemaligen Kosten vom Mieter geschenkt.

          – der Staat nimmt auch nichts weg, sondern muss den bisherigen Eigentümer entschädigen, haben wir ja alles in der Folge besprochen

        • Mir ging es beim Hören der Se dung wie Michael Müller- Warmmieten von 10 Euro in Berlin als zu hoch zu beklagen, ist doch- wenn man aus irgendeiner anderen Westdeutschen Großstadt kommt, sehr weltfremd…
          natürlich wäre 4 oder 5 Euro schöner, aber nur weil Berlin Berlin ist, haben die Berliner ja kein Anrecht auf so niedrige Mieten gepachtet.
          In Köln, Frankfurt, Stuttgart oder Freiburg (Hamburg und München lasse ich mal außen vor) gibt es auch viele Menschen, die das gleiche Einkommen haben, wie die Menschen in Berlin und sich freuen, wenn sie eine Wohnung für 10 Euro warm bekommen, da eher Mietpreise von 15-20 Euro warm normal sind…
          Ich weiß wirklich nicht, ob die Berliner, deren Stadt in den letzten Jahrzehnten sehr aufgewertet wurde und deren Mieten immer deutlich unterdurchschnittlich waren, auf ihre günstigen Mieten „bestehen“ können…

        • 15. April 2019 um 15:26 Uhr
          M. Arktungläubiger

          – Durchschnitts Neuvermietungsmieten in Berlin: knapp über 10 Euro/kalt pro qm

          – Durchschnitts Nettoeinkommen pro Haushalt in Berlin: 1600 Euro

          – 30% vom Einkommen für Mietausgaben gilt als leistbar und ist auch für Vermieter Richtlinie ein Wohnung zu vergeben – do the math ;)

          – Investoren bezahlen keine Renovierung, sondern die Mieter/innen (siehe Modernisierungsumlage)

          – Tempelhofer Feld war nicht für die Bebauung mit Sozialwohnungen vorgesehen

        • Dass 10€/qm nicht viel seien, weil es in anderen Städten noch teurer ist, halte ich für kein gutes Argument. Etwas schlechtes wird nicht besser durch Verweis auf etwas noch schlechteres. Im Gegenteil spräche es nach meinem Verständnis eher für die Notwendigkeit weiterer Initiativen in besagten anderen Städten.
          Soweit ich mich entsinne, lag übrigens das Durchschnittseinkommen in Berlin auch immer unter dem anderer Städte.

        • “alles hübsch renoviert hat und den Wert gesteigert hat”
          Die Renovierung zahlt der Mieter und die Stadt selber wurde von Vielen Stadtbewohnern in Wert gesetzt, aber nicht vom Eigentümer.

          – “schwere Wirtschaftkrise”: die letzte wurde durch Immobilienspekulation verursacht
          – Bodenpreise von München seit 1950 +34.000%
          – Bodenpreise in Berlin in den letzten Jahren vervierfacht
          -> leistungslose Einkommen

          It has nothing to do with economy, stupid!

    • Es ist in der Tat dem Rest des Landes immer schwerer vermittelbar warum in der dysfunktionalen Hauptstadt das Geld mit offenen Händen zum Fenster rausgeschmissen, während der Rest des Landes, der diesen Wohlstand erst erarbeitet hat, den Gürtel immer enger schnallen muss.

      Die Wohnungsmisere in Berlin ist hausgemacht, es gäbe genug freie Flächen, aber wenn das Tempelhofer Feld, ein ehemaliges militärisches Übungsgelände, zum Naturschutzgebiet verklärt wird, dann muss man sich nicht wundern, dass nicht genug gebaut wird.

      Die Politik könnte die Großstädte entlasten, wenn sie die Landflucht stoppt. Dafür braucht es flächendeckendes Breitbandinternet, einen Rechtsanspruch auf Home Office und Steueranreize für Unternehmen ihren Sitz und Niederlassungen in strukturschwache Regionen zu verlagern.

      • Haben Sie auch sinnvolle Beweise/Beispiele, oder ist das ein haltloser Rant à la „wir hier, die dort”?

        Das Tempelhofer Feld nicht zu bebauen, ging aus einem Volksentscheid hervor. Und das ist und bleibt die richtige Entscheidung. Wer mal da war, weiß das auch.

      • 15. April 2019 um 15:38 Uhr
        M. Arktungläubiger

        Vorwurf: Berlin verballert nur Geld, ist total verschuldet
        Lösung: Berlin verkauft Tafelsilber, läuft im Austeritätsmodus
        Ergebnis: Probleme, Probleme, Probleme
        Vorwurf: in Berlin funktioniert ja überhaupt nichts!

        Und nein, der Rest des Landes muss nicht den Gürtel enger schnallen. Deutschland erwirtschaftet Überschüsse (trotz Milliarden-Verlusten durch Steuervermeidung).

  42. die Deutsche Wohnen: „Durch Enteignung werden keine neuen Wohnungen gebaut.”

    D.h. also die DW wird neue Wohnungen bauen?

  43. In GB werden die Europaabgeordneten übrigens auch nach Verhältniswaldrecht gewählt.

  44. Ich dachte ich höre mal wieder eine Folge und keine fünf Minuten drin und da passiert völlig unnötiges Deadnaming.

    Da kann man drüber streiten aber fest steht dass die deutsche Gesellschaft und Medienlandschaft da verbesserungsbedürftig sind. Dies wäre eine Chance gewesen um es besser zu tun aber leider verpasst.

    • Kannst Du bitte erläutern was Du meinst? Und vor allem: geht es auch sachlich und ohne Pöbelei?

      • Deadnaming – referring to someone by their birth name. Particularly problematic in the case of transgendered when deadnaming not only causes potential trauma and embarrassment to the person being deadnamed, but can also expose them and put them in real physical danger. In terms of this podcast, it was unnecessary in the case of Chelsea Manning; deadnaming her did not provide necessary additional information to the listener.

        • Kannte das Konzept nicht, deswegen danke für den Hinweis. In diesem Fall ist es aber schon angemessen, den Geburtsnamen zu nennen, weil er vielen hilft, sich zu erinnern und den Zusammenhang zu verstehen.

        • Sehe ich wie Phil.

          Außerdem: “Deadnaming” meint, dass man die Namensänderung ignoriert und jemand bei seinem alten Namen nennt. Das wäre falsch, weil man damit die neue Identität negiert. Das haben wir ja gerade nicht getan: Wir sprechen von “Chelsea” und erwähnen nur, dass sie früher anders hieß. Das ist ok, zumal wenn es dafür gute journalistische Gründe gibt.

          Aber auch abgesehen davon finde ich, sollte man zu seiner eigenen Geschichte / früheren Identität stehen und lernen damit umzugehen. Verdrängen führt doch zu nichts. Klar, die neue Identität muss von allen anderen anerkannt werden! Aber zu verlangen, dass die Umwelt die frühere Identität vergisst oder totschweigt, scheint mir übergriffig zu sein und das Problem eher zu verdrängen.

    • Hallo liebes Lage-Team,

      wieder eine sehr gute Sendung!
      Ich finde allerdings, dass es noch etwas gibt, ihr verbessern könntet:
      Beim Thema Klimaschutz habt ihr euch der Empfehlung von Ökonomen angeschlossen, bei DWenteignen habt ihr scheinbar keine Ökonomische expertise eingeholt. Dabei sind die Auswirkungen von Mietmarkteingriffen relativ gut erforscht. Diese Folge http://freakonomics.com/podcast/rent-control/ von Freakonomics heißt zwar “why rent control doesn’t work”, zeigt aber doch beide Seiten der Debatte auf: ein Enteignen/Vergesellschaften würde ähnlich wirken wie das einfrieren der Mieten. Der positive Effekt ist: Leute die bereits eine Wohnung haben, zahlen niedrige Mieten. Insbesondere Gruppen die Diskriminiert und Minderheiten ziehen so ca. 20% seltener um (und man kann davon ausgehen, dass diese 20% sonst “herausmodernisiert” wurden).
      Allerdings zeigt sich das der Wohnungsmarkt sich für alle anderen Teilnehmer verschlechtert: es werden weniger Wohnungen gebaut, Wohnung die nicht unter die kontrolle fallen werden sehr viel schneller teurer und wenn man alle Wohnungen vergesellschaftet (so in Stockholm) führt dies zu Wartelisten von mehreren Jahren und einem Schwarzmarkt um an Wohnungen zu kommen. Wenn man nicht enteignet sondern nur die Mieten beschrenkt werden Wohnungen vermehrt als Eigentumswohnungen verkauft.
      Schranken auf die Miete führen zu überverbrauch an Wohnraum: wer in einer Wohnung wohnt die er mit einer 5 köpfigen Familie bezogen hat, bleibt wohnen selbst wenn kinder und partner nicht mehr mit einem wohnen, weil es nicht möglich ist, 30 Jahre später eine kleine Wohnung zum selben oder niedrigeren Preis zu finden. Dadurch wird die Wohnungssituation noch angespannter.
      Außerdem gibt es einen statistischen zusammenhang zwischen Eingriffen in den Wohnungsmarkt und erhöhter Kriminalität.

      Maßnahmen die nachweißlich den Wohnungmarkt entspannen: mehr Wohnungen bauen, also erhöhen des Angebots
      und die Infrastruktur auf dem Land und in Kleinstädten ausbauen, also die Nachfrage verringern
      dazu ist interessant, dass insbesondere Universitäten ein Haupttreiber von umzügen sind, denn:
      Universitäten ziehen sowohl junge menschen an, die dann sehr gut ausgebildet sind und nicht wegziehen wollen und diese Menschen ziehen dann Unternehmen an. Und die Universitäten selbst ziehen auch Unternehmen an.
      Wer den Wohnungsmarkt in Berlin entspannen will, könnte sehr viel effktiver sein,wenn er die TU Berlin nach Pasewalk, die freie Universität Berlin nach Parchim und die Humboldt Universität nach Bautzen umziehen lässt.

      Der Wohnungsmarkt wird zu Zeit ganz wesentlich von MIGRATION in die Großstädte bestimmt. Wer das Problem lösen will, muss sich fragen was er in seiner Großstadt (Europa) machen kann, damit es auf dem platten Land (in Afrika/im nahen Osten) weniger Migrationsdruckaufgrund durch unterschielichen Lebensstandards gibt.

      • Toller Kommentar!

        @Ulf: Enteignungen welcher Art auch immer sollten in meinen Augen immer das aller letzte Mittel sein, well alles andere schon ausgeschöpft ist. Z.B. die Tatsache, dass Modernisierungskosten auf die Mieter abgewälzt werden können, könnte ja unter Umständen in Berlin ausgesetzt werden oder bspw. der Anteil von 8% auf z.B. 2% gesenkt werden.
        Außerdem sprecht ihr an, dass die durchschnittliche Warmmiete von “Deutsche Wohnen” bei knapp unter 10€ liegt. Deine Kritik im Podcast ging in etwa so: Das ist immer noch viel zu viel für manche Menschen. Die können sich halt nur 5-6€ leiste.
        Aber genau das ist doch die Eigenschaft eines Durchschnittswerts, dass es Wohnungen gibt die billiger sind und welche, die deutlich mehr kosten. Dementsprechend hat also auch die Deutsche Wohnen Wohnungen in ihrem Portfolio, welche auch für weniger zahlungskräftige Berliner bezahlbar sind. Deine Aussage allerdings suggeriert, solche Wohnungen gäbe es nicht von Deutsche Wohnen, ergo sie gehört enteignet.

    • Ich lese inzwischen gerne Kommentare, bevor ich die Folge höre. Immer wieder erstaunlich, was man hier liest.
      Philip sagt: “… der Vorwurf, mit Chelsea – damals Bradley – Manning gemeinsam …”

      • Leider sieht Ulf B. es nicht ein, den Deadname nicht zu erwähnen (siehe oben).

        Ich finde das so krass, dass ich langsam überlege, den Podcast abzubestellen.

        • Wir haben die Frage gestern beraten und sind beide der Meinung, dass es hier journalistisch richtig war, den früheren Namen zu erwähnen, denn wir negieren nicht den neuen Namen. Kommt mal runter.

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