LdN136 Organspenden, Brexit, Urheberrechts-Richtlinie, Kriminalstatistik, Impfpflicht, Zeitumstellung

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133 Kommentare

  1. Hallo Ulf und Philip,

    ihr habt nach Feedback gefragt, ob ein Standpunkt von eurer Seite von den Hörerinnen gewollt ist oder nicht und ich muss sagen, von meiner Seite ist es auf jeden Fall gewollt.
    Ich finde es ziemlich wichtig, wenn Menschen Standpunkte habe und die auch begründen. Dabei sollte man auf jeden Fall auch die Argumente für und wider abwägen und benennen.
    Aber vor allem so öffentlich über Politik redet, wie ihr, ist es bedeutend, wenn ihr eure Meinung klar äußert. Keine Meinung zu äußern geht einfach nicht.

    Vielen Dank für euren hervorragenden Podcast!

    Ach, habt ihr eigentlich schon über den Fall Hannibal geredet? http://www.taz.de/!5548926/ Wenn ja, muss ich das verpasst haben.

  2. ARTE hat zum Brexit eine sehenswerte Dokumentation auf Youtube.

    https://www.youtube.com/watch?v=FRJ_1znAzmo

    Europa steckt in einem der schwerwiegendsten Scheidungsverfahren aller Zeiten. Die Journalisten Alain de Haleux und Stéphanie Thomas haben den EU-Chefunterhändler Michel Barnier durch die EU-Austrittsverhandlungen mit Großbritannien begleitet, die am 29. März 2019 enden sollen. In ihrem Dokumentarfilm zeichnen sie das Porträt eines verunsicherten Europas am Scheideweg. Der Brexit gilt schon jetzt als Meilenstein in der Geschichte der EU. Er ist eine Prüfung für die Europäische Union – und scheint bis zur letzten Sekunde ein Pokerspiel zu bleiben. Die erste unvorhersehbare Wendung war der Ausgang der Volksabstimmung, angestoßen von David Cameron. Alle rechneten mit einem Nein; dann gewannen die Befürworter des EU-Austritts. Cameron trat zurück, Theresa May nutzte die Gunst der Stunde und organisierte Neuwahlen. Letztlich verlor sie doch einige Sitze und musste mit den Nationalisten der nordirischen DUP-Partei (“Democratic Unionist Party”) koalieren. Auch Europa spielte nicht immer clever – gewagt war etwa der Versuch, den EU-Stabilitätspakt trotz mangelnder britischer Kooperation durchboxen zu wollen. Jetzt soll Chefunterhändler Michel Barnier die Felle retten: Er fährt kreuz und quer durch den Kontinent, trifft Regierungschefs, Unternehmer und Gewerkschaftler. Die 27 EU-Staaten sollen so einmütig wirken wie möglich. Entsandte Arbeitnehmer, Kapitalverkehr, Datenschutz, Eurozone und Schengenraum – alle Themen der EU-Politik werden in den Verhandlungen aufgegriffen. Auch auf die Gefahr hin, die Forderungen der einzelnen Staaten wieder aufleben zu lassen und Öl ins Feuer von Populisten zu gießen. Der Filmemacher Alain de Halleux hat EU-Chefunterhändler Michel Barnier 18 Monate lang begleitet und in Polen, Dänemark, Griechenland, Irland, Bulgarien, Großbritannien, Straßburg und Brüssel hinter die Kulissen der Brexit-Verhandlungen geschaut. Sein Dokumentarfilm beleuchtet die Spannungen zwischen den EU-Staaten und zeichnet das Porträt eines verunsicherten Europas am Scheideweg.

  3. Liebes Lage-Team,
    vielen Dank für Eure wieder einmal sehr gelungene Ausgabe der Lage.
    Was mir zum Thema Sommer- und Winterzeit so ein bisschen fehlt, sind die Auswirkungen einer einmaligen Zeitumstellung um eine halbe Stunde. ;)
    Überall werden Kompromisse geschlossen, warum nicht auch hier?
    Beste Grüße
    Martin

  4. https://donotlink.it/Op0x

    Wollte uns Frau Barley nicht ihre große Vision von Europa verkaufen? Jetzt gibt sie jenen Interviews, die am selben Tag in den sozialen Medien wieder Anspielungen auf den angeblichen Alkoholismus von Jean-Claude Juncker verbreiten. Da stimmt was nicht.

    Der Fehler ist, dass sie diesem Sender überhaupt ein Interview gibt. Denn wenn man sich in die Fänge dieser Journalisten-Darsteller begibt, ist man jeglicher Willkür ausgeliefert. Einer Propagandaagentur gibt man kein Interview.

  5. Hallo liebes Lage-Team,

    ich fand das wieder sehr spannend und informativ.

    Da die Europa-Wahl näher rückt fände ich es toll, wenn Ihr vielleicht so eine Art Vergleich im Überblick der großen Parteien ziehen könntet, wer wofür steht. Nicht bei allen Fragen, aber bei den wichtigen und im Moment viel diskutierten, wie Urheberrecht, Umwelt, Asyl, Gleichberechtigung…

    Seit ein paar Minuten ist ein anderes Thema wieder im Fokus. Julian Assange wurde festgenommen. Das hat neben politischen Dimensionen auch rechtliche. Wie seht Ihr das?

    All the best

    Silke

  6. Hallo,

    super Podcast, vielen Dank dafür!

    Eine Sache habt ihr allerdings bei dem Thema Organspende und der Bewertung des Vorschlags von Frau Baerbock übersehen. Soweit ich weiß, soll es neben spenden und nicht spenden auch die Antwortmöglichkeit “Ich möchte mich jetzt nicht entscheiden” oder so ähnlich geben. Halte ich für problematisch, Ziel soll ja eine klare Aussage sein. Diese Intention (klare Entscheidung) hatte ich auch aus euren Kommentaren herauszuhören gemeint?

    Viele Grüße
    Albrecht

  7. Ich schätze euren Podcast sehr. Doch eure sehr kurze Abhandlung über die Kriminalitätsstatistik hat mich doch ziemlich enttäuscht. Werden da doch wesentlich Informationen ausgelassen. Dann noch daran anzuhängen, dass Populisten “trotz” zurückgehender Kriminalität sich auf dieses Thema stürzen ist schon bedenklich, wenn man sich einmal diese Fakten zu Gemüte führt.

    1. „Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 3261 Deutsche Opfer einer Straftat mit mindestens einem tatverdächtigen Zuwanderer und somit 21 Prozent mehr als noch im Vorjahr (2017: 2706)“

    2. “102.000 Opfer von Straftaten, bei denen mindestens ein Zuwanderer tatverdächtig war – ein Anstieg um sieben Prozent im Vergleich zu 2017. Das heißt: Etwa jedes zehnte Opfer einer der oben genannten Straftaten, zu denen 2018 ein Verdächtiger ermittelt werden konnte, wurde der Täterkategorie „Zuwanderer“ zugeordnet. ”

    Bei jeder Zehnten Straftat bei aus dem Bereich Straftaten gegen das Leben (Mord und Tötungsdelikte), die sexuelle Selbstbestimmung, die persönliche Freiheit und Rohheitsdelikte (vor allem Körperverletzung und Raub) war der Tatverdächtige Zuwanderer.

    Das bei einer Bezugsgröße von 1,2 Millionen Zuwanderern heißt das sie um mehrere Hundertprotzend überrepräsentiert sind. Teilweise um mehrere Tausend Prozent wie der Blick in lokale PKS Statisken z.B. aus Hamburg zeigt. Und es ist eben nicht damit getan “Das es junge Männer” sind. Denn unter den Zuwanderern zeigt sich da ein vielschichtiges Bild, dass z.B. Algerier um den Faktor 18 bei Sexualstraftaten überrepräsentiert sind.

    Man sollte also vllt. dieses real existierende (und für viele im Alltag vor allem beim Feiern) erlebare massiv anti-soziale Verhalten und die Straffälligkeit dieser Gruppen einfach ausblenden, nach dem Motto “es kann nicht sein, was nicht sein darf.” Denn natürlich hat hier das gestiegene Gefühl der Unsicherheit auch etwas mit der tatsächlichen Kriminalität und dem aggressiven Auftreten bestimmter Gruppen zu tun. Das diese sich dann auch optisch und in der Sprache unterscheiden verstärkt dieses Gefühl, es geht aber auf reale Bedrohung zurück. Das ist auch für jeden z.B. auf der Reeperbahn oder am Jungfernstieg erlebbar der dort mal abend alleine oder in einer kleinen Gruppe aus Frauen unterwegs ist.

    Quellen:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article191584235/BKA-Lagebild-Gewalt-von-Zuwanderern-gegen-Deutsche-nimmt-zu.html

    https://www.cicero.de/innenpolitik/kriminalstatistik-Bundeskriminalamt-Horst-Seehofer-Straftaten-Zugewanderte/plus

    https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung_2018.html

    • Man bedenke dazu: Es handelt sich um die Kriminal-Statistik der Polizei. D.h. es geht nur um Anzeigen, die gemacht wurden. Ob es zu einer Anzeige oder einem Strafverfahren kommt sagt die Statistik nichts aus.

      Und jetzt überlegen wir mal, ob im derzeitigen Klima in Deutschland die Chance, dass ein Migrant bei der Polizei angezeigt wird, deutlich über dem Normalniveau liegen wird.

      Eine Statistik alleine hilft hier wirklich nicht weiter. Man muss diese eigentlich mit Statistiken der Staatsanwaltschaften und Gerichte verknüpfen um hier wirklich eine neutrale Aussage treffen zu können.

      • War natürlich Quatsch:
        > Ob es zu einer Anzeige oder einem Strafverfahren kommt sagt die Statistik nichts aus.

        Sollte heißen:
        > Ob es zu einem Strafverfahren oder einer Verurteilung kommt sagt die Statistik nicht aus.

    • Da du so explizit schreibst: was macht dich so sicher, dass die Opfer sexueller Straftaten alle Deutsche waren?

  8. Ich schätze euren Podcast sehr. Doch eure sehr kurze Abhandlung über die Kriminalitätstatistik hat mich doch ziemlich enttäuscht. Werden da doch wesentlich Informationen ausgelassen. Dann noch daran anzuhängen, dass Populisten “trotz” zurückgehender Kriminalität sich auf dieses Thema stürzen ist schon bedenklich, wenn man sich einmal diese Fakten zu Gemüte führt.

    1. „Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 3261 Deutsche Opfer einer Straftat mit mindestens einem tatverdächtigen Zuwanderer und somit 21 Prozent mehr als noch im Vorjahr (2017: 2706)“

    2. “102.000 Opfer von Straftaten, bei denen mindestens ein Zuwanderer tatverdächtig war – ein Anstieg um sieben Prozent im Vergleich zu 2017. Das heißt: Etwa jedes zehnte Opfer einer der oben genannten Straftaten, zu denen 2018 ein Verdächtiger ermittelt werden konnte, wurde der Täterkategorie „Zuwanderer“ zugeordnet. ”

    Bei jeder Zehnten Straftat bei aus dem Bereich Straftaten gegen das Leben (Mord und Tötungsdelikte), die sexuelle Selbstbestimmung, die persönliche Freiheit und Rohheitsdelikte (vor allem Körperverletzung und Raub) war der Tatverdächtige Zuwanderer.

    Das bei einer Bezugsgröße von 1,2 Millionen Zuwanderern heißt das sie um mehrere Hundertprotzend überrepräsentiert sind. Teilweise um mehrere Tausend Prozent wie der Blick in lokale PKS Statisken z.B. aus Hamburg zeigt. Und es ist eben nicht damit getan “Das es junge Männer” sind. Denn unter den Zuwanderern zeigt sich da ein vielschichtiges Bild, dass z.B. Algerier um den Faktor 18 bei Sexualstraftaten überrepräsentiert sind.

    Man sollte also vllt. dieses real existierende (und für viele im Alltag vor allem beim Feiern) erlebare massiv anti-soziale Verhalten und die Straffälligkeit dieser Gruppen einfach ausblenden, nach dem Motto “es kann nicht sein, was nicht sein darf.” Denn natürlich hat hier das gestiegene Gefühl der Unsicherheit auch etwas mit der tatsächlichen Kriminalität und dem aggressiven Auftreten bestimmter Gruppen zu tun. Das diese sich dann auch optisch und in der Sprache unterscheiden verstärkt dieses Gefühl, es geht aber auf reale Bedrohung zurück. Das ist auch für jeden z.B. auf der Reeperbahn oder am Jungfernstieg erlebbar der dort mal abend alleine oder in einer kleinen Gruppe aus Frauen unterwegs ist.

    Quellen:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article191584235/BKA-Lagebild-Gewalt-von-Zuwanderern-gegen-Deutsche-nimmt-zu.html

    https://www.cicero.de/innenpolitik/kriminalstatistik-Bundeskriminalamt-Horst-Seehofer-Straftaten-Zugewanderte/plus

    https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung_2018.html

  9. Mein Vorschlag zum Thema Organspende: Warum nicht eine verpflichtende Patientenverfügung für alle ab 18 Jahren einführen und hierin die Organspende regeln. Die Patientenverfügung könnte z.B. durch eine einheitliche Vorlage aller Krankenkassen versendet werden. Entweder wieder dorthin zurückgesendet werden oder wenn eine “Veröffentlichung” der Regelungen nicht gewünscht ist, bei einer neutralen Stelle gesammelt und nicht ausgewertet werden. Es müsste nur gewährleistet sein, dass jeder über eine Patientenverfügung verfügt. Was darin geregelt ist, kann absolut anonym und geheim bleiben. Da eine Patientenverfügung sowieso eine sehr sinnvolle Sache ist, wären mehrere Probleme gleichzeitig gelöst.

  10. Doch noch eine kleine Ergänzung zum Thema Impfpflicht, die mir in den Sinn kam, nachdem ich in Philips Medienradio-Podcast das Interview mit Heinz Bude gehört habe. Und da kam mir dieser Gedanke:
    Wenn man euch hört, dann machen einen Teil der Faszination die sprühende Energie, eure ungebrochene Leidenschaft, gewiss auch die Effizienz und die Passion aus, mit der ihr euch eurem Tun und den jeweiligen Themen zuwendet. In die 90 bis 120 Minuten Podcast fließt eine Menge Vorarbeit, Recherche, Gespräch, Lektüre und Abstimmung mit hinein, die zu allem anderen, euren Erst-Jobs, noch hinzu kommt. Euch gelingt das alles ganz ausgezeichnet, ihr funktioniert, ihr beeindruckt und begeistert. In einem Alter, das eine tolle Mischung aus körperlicher und intellektueller Hochleistung bietet, schöpft ihr alle diese Möglichkeiten aus. Und euer Arbeitsmittel ist die Analyse, ihr nutzt eure hohe Auffassungsgabe, potenziert deren Kraft durch eure gut funktionierende Zusammenarbeit. — Wunderbar ist das, wenn euch vor dem Hintergrund des Gesagten nicht die Gefahr drohen würde, eine exklusiv technokratische Perspektive einzunehmen.
    Deutlich wurde mir das bei eurer Besprechung des Impfthemas. Ihr kommt in dem Kapitel leicht kopfschüttelnd rüber; könnt erkennbar nicht begreifen, was solche Eltern umtreibt, die sich gegen das sachlich Gebotene wenden und damit zur gesellschaftlichen Bedrohung werden. Da ich ein paar Semester älter bin als ihr, eigene Kinder habe und beruflich mit Familien arbeite, erscheint mir diese Irrationalität der Impfgegner in gewisser Weise plausibel zu sein; auch wenn ich deren Position nicht teile. Sie ergibt sich aus zwei Dingen: Zum einen aus dem grundlegend veränderten inneren Zustand von Eltern (so die sich tatsächlich emotional auf die Elternschaft einlassen). Und zum anderen aus der das Vertrauen korrumpierenden Struktur von Teilen des Gesundheitssystems, die zumeist nur für diejenigen erlebbar wird, die entweder durch Kinder oder durch eine schwere bzw. chronische Krankheit zum Dauergast in seinen Einrichtungen wird. Klarsichtiger wird man in der Hinsicht auch, wenn man ein paar Jahre Teil dieses Apparates war.
    Was will ich damit sagen? Ich würde mir wünschen, dass ihr euch nicht auf der Erfolgsspur intellektuellen Brillanz verliert, sondern auch da zweifelnd und neugierig bleibt. Dazu gehört eine große Vorsichtigkeit, wenn sich Gewissheiten aufdrängen und vordergründig keine Fragen mehr zu klären bleiben.

  11. 10. April 2019 um 2:12 Uhr
    Anne aus Münster

    Vielen Dank für eine weitere tolle Folge!

    Drei Fragen:
    1. Wie könnten denn Sanktionen bei Verstoß gegen die Impfpflicht aussehen? Kommen dann als letztes Mittel Staatsbedienstete impfen unter Gewaltanwednung?
    2. Ich bin – im Gegensatz zu Ulf – keine Juristin, habe aber gelernt, dass eine Maßnahme u.a. dann verhältnismäßig und rechtmäßig ist, wenn sie das mildeste Mittel darstellt. Ich frage mich, ob eine Pflicht zur Impfung und Androhen von Strafe bei nicht Beachtung wirklich unumgänglich ist, um auf eine herdenschutz-sichere Quote zu kommen…?
    3. Zeitumstellung: Warum kein echter Kompromiss und ne halbe Stunde je zwischen Sommer und Winterzeit, und diese Zeit für das ganze Jahr? Dann ginge die Sonne weder um 18:00 noch um 19:00 Uhr unter, sondern um 18:30. Wie z.B. auch im Iran (UTC+3:30h), in Afghanistan (UTC+4:30h), Indien (UTC+5:30h), in Sri Lanka (UTC+5:30h), Burma (UTC+6:30h) …

  12. Lieber Ulf (ich sag mal “Du”),
    mich würde ja interssieren ob Du Dich schon mal gefragt hast, warum du eigentlich noch SPD Mitglied bist.

    Liebe Grüße

    • Da ich es leider nicht hinbekommen habe, einen eigenen Kommentar zu erstellen, bleibt mir nichts, als mein Anliegen als Antwort unter einen anderen Kommentar zu schreiben. Ich bitte dies zu entschuldigen.

      Außerdem beruht mein Wunsch natürlich auf subjektiver Wahrnehmung und logischerweise auch auf subjektiver Erinnerung. Ich habe mir natürlich nicht noch einmal die Lagen der letzten Wochen/Monate genauer angeschaut, aber ich hoffe, dass meine Wahrnehmung nicht allzu falsch liegt.
      Und zwar habe ich das Gefühl, dass der Klimawandel in eurem Podcast einen noch höhren Stellenwert verdient hätte. (Diesem kann natürlich nie genug Aufmerksamkeit gewidmet werden.) Ich würde mir wünschen, dass es unabhängig von Berichterstattung über unser wunderschönes Verkehrsministerium, Lobbyismus oder Fridaysforfurture weiterreichende Beiträge zum Thema Klimaschutz gibt. Diese sollten mMn
      1) positiver Natur sein (d.h. Erfolge im Kampf gegen den Klimawandel zeigen)
      2) über einzelne Individuuen bzw. Bestrebungen aus der Gesellschaft heraus berichten.

      Beachtet man diese zwei Punkte, so habe ich die Hoffnung, kann man deutlich mehr Menschen zum Nachdenken über die persönlichen Handlungsmöglichkeiten in puncto Klimaschutz anregen, als wenn ständig nur überall über Fehlverhalten von Politikern, Konzernen etc. berichtet wird. Natürlich sind solche Berichterstattung nicht minder wichtig, allerdings vermitteln diese den einzelnen Individuuen immer eine gewisse Machtlosigkeit und möglicherweise auch, dass die Veranwortung ganz bei den Politikern und der Wirtschaft läge.

      Ich sehe zwar mögliches Konfliktpotenzial mit euerm Sendungsrahmen, über das tagespolitische Geschehen zu berichten, allerdings: was gibt es aktuelleres und wichtigeres für die Nation (Menschheit) als die Frage des Klimawandels.

      Lange Rede kurzer Sinn:
      Ich würde mir wünschen, dass es regelmäßig eine Art “positive” Berichterstattung über den Klimaschutz geben würde. Auch wäre zum Beispiel eine Art “Lage Spezial” wünschenswert, in der ihr eine Sendung lang Interviews mit Soziologen und anderen “Experten*” führen würdet, die Anreize und Hilfestellungen für die Menschen am Volksempfänger geben würden, wie diese in ihrem persönlichem Alltag ihr Teil zum Klimaschutz beitragen können. (z.B. bezüglich des Konsums aller Art)

      Ich denke, es ist oftmals nicht die fehlende Annerkennung der Probleme, sondern eine Hilflosigkeit und ein mangelndes Verantwortlichkeitsgefühl auf individueller Ebene.

      Ich bitte die Form des Beitrages zu entschuldigen. Es ist viertel vor fünf und ich hocke auf Nachtschicht.
      Liebe Grüße

  13. Wer soll all die Kommentare lesen… ist was los hier….

    Meine Meinung zum Thema Organspende.
    Jeder soll selbst entscheiden ob will oder nicht. Kein default ja!
    Und schon garnicht eine Liste mit Neinsagern.
    a) ups wir hatten IT Probleme und der Zugang war nicht möglich. Wir gingen davon aus Ihr … war ein guter Mensch und hat nicht widersprochen
    b) was Sie sind zu schnell gefahren und dann haben Sie sich bewusst dagegen entschieden Ihre Organe nicht spenden. Was für ein Unmensch sie sind. -> doppelte Strafe
    c) …

    Stattdessen sollte man die Menschen ermutigen Organe und Blut zu spenden. Z.B. durch Steuergeschenke. Für 2 mal im Jahr Blutspenden x% weniger Steuer. Für 1 Jahr Organspendeausweis x% Steuernachlass
    Man könnte auch +x€ Harz IV geben um auch die zu ermutigen etwas für die Gesellschaft zu tun, die von dieser leben.

    PS: Ich wünsche der SPD 0%

    • Das kannst du nicht ernst meinen!

      Du beschwerst dich, dass Nichtspender evtl. härter bestraft werden, und schlägst stattdessen vor, dass HartzIV-Empfänger zur Organspende gedrängt werden, weil sie auf den “Bonus” angewiesen sind?

  14. Liebe „Lage der Nation“,

    häufig und gerne höre ich euren Podcast, auch wenn es mir manchmal erscheint, dass ihr recht schnell und pauschal zu einer Meinung gelangt, wo ein etwas differenzierterer oder neutralerer Standpunkt (aus meiner Sicht) wünschenswert wäre.

    So zum Beispiel beim Thema „Impfpflicht”. Ich bin defacto kein Impfgegner und ich selbst und alle meine Kinder haben die Standardimpfungen alle durch. Allerdings ist der potenzielle Eingriff in die „Unversehrtheit“ nicht so leichtfertig weg zu reden. Die normal verlaufende Impfung selbst ist vermutlich wenig bedenklich, wobei man auch hier bei den Impfungen unter sechs Monaten oder unter einem Jahr vorsichtig sein sollte. Hier sind die „normalen“ Nebenwirkungen z.T. wesentlich und die Beratung der Ärzte erfolgt oft (leider) nicht individuell sondern per Hinweisblatt zur offiziellen Impfempfehlung.
    Sehr schwer ist allerdings das Thema der Impfschäden zu beurteilen. Die offiziellen Zahlen sind hier wie von euch erwähnt sehr sehr gering. Doch ein Impfschaden kann lebenslange und schwerste Behinderungen auslösen. Wenn man einen solchen Fälle im Umfeld einmal mitbekommen hat, dann ist das evtl. Ein statistisch geringes Risiko im Einzelfall aber eines mit extremen Auswirkungen. In solcher Situation ist eine Abwägung zwischen dem Schutz vieler und dem Risiko einzelner sehr sehr schwer – ich erinnere mich hier an die hypothetischen Debatten um den Flugzeugabschuss bei Terrorangriffen.
    Erschwerend kommt hinzu, dass das Thema der Impfschäden (meines sicher nicht vollständigen Kenntnisstandes nach) wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht ist. Ich habe mich im Kontext meines ersten Kindes viel mit der sachlichen Impfkritik beschäftigt. Ein Problem ist, dass die ursächliche Zuordnung einer Erkrankung/Behinderung zu einem Impfschaden medizinische nicht immer eindeutig ist. Hinzu kommt, dass auftretende Fälle nicht ernsthaft unter dem Aspekt einen möglichen Impfschadens untersucht werden, sondern i.d.R. vor Gericht landen und die Möglichkeit eines Impfschadens (so der Anschein) nicht offiziell zu bestätigen. Breite wissenschaftliche Studien hierzu gibt es nicht. Noch schwerer ist das Thema dadurch, dass Impfstoffe praktisch nicht einzeln verfügbar sind, sondern nur noch erst vierfach und mittlerweile fünf- und sechsfach Impfstoffe hergestellt und angewendet werden. Das mag aus vielerlei Hinsicht praktisch und vereinfachend sein – keine Frage. Aber im Falle von Komplikationen ist eine medizinische Ursachenuntersuchung so eigentlich nicht mehr möglich und auch Studien in differenzierter Form wären kaum realisierbar.
    Solange tatsächlich (und auch jetzt schon nachweisbar) extremste Folgen im Einzelfall möglich sind, finde ich die leichtfertige Zustimmung zu einer Impfpflicht in einem breitunwirksamen Medium schwierig. Zudem bin ich mir gar nicht so sicher, ob die „Impflücke“ gerade bei Kindern so groß ist, wenn man sich die Konsequenz der Kinderärzte bei diesem Thema und die Pflicht für die U Untersuchungen ansieht. Aber die Zahlen wären hier zu recherchieren. Insbesondere wäre die Betrachtung der „tatsächlichen“ Impflücke unter Berücksichtigung der zitierten Fachleute sehr wichtig. Dort wurde ja aus Erfahrungen der Negativwirkung in anderen Ländern berichtet und von einer erst zu nehmenden Impflücke bei Erwachsenen. Sinnvoll wäre ja eine Maßnahme, die dem tatsächlichen Problem gerecht wird. Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen gibt es ja auch bereits. In Kliniken sind mehrere Impfungen vorgeschrieben und werden auch i.d.R. vom Arbeitgeber übernommen – hier ist die Gesetzeslage vermutlich aber auch eine andere und hat vermutlich etwas mit Arbeitsschutz zu tun.

    Viele Grüße, Jan.

  15. Lieber Philip, lieber Ulf, eure Diskussionen über den politischen Entscheidungsvorgang zu Artikel 13 finde ich immer wieder problematisch, weil reißerisch. Fair enough, ihr macht eine meinungsstarke, tech/Internet affine Sendung, wie hier auch immer wieder positiv hervorgehoben wird. Aber bei diesem Thema geht euch m.E. die unaufgeregte, analytische Distanz verloren, die euren Podcast normalerweise auszeichnet. Während ihr über Rüstungsexporte, Parteistrategien oder Dieselmanipulationen im nüchternen Modus von politischen Realisten diskutiert, verfallt beim Thema der Urheberrechtsreform vielfach ins Anklagen — wenn ihr dann einen Hashtag #niewiederSPD ernsthaft als politisches Symptom einbringt, färbt das eure Sendung in den undifferenzierten Tönen des Twitter-verse. Ich hätte es bspw. interessanter gefunden, die (meist) konservativen und nicht-deutschen Positionen besser zu verstehen, die in der Urheberrechtsreform kein Problem sehen — welche Interessen sind im Spiel, wie hat sich das Gesetzesvorhaben über die Jahre entwickelt etc. Mir geht es also nicht um eure Positionierung oder ein vermeintlich »ausgewogenes« Berichten, sondern vielmehr um den Modus und Stil eurer Diskussion in dieser Sache. Liebe Grüße!

    • Was genau war denn an unserer Berichterstattung nicht korrekt oder vollständig? Ich fände es im Gegenteil unehrlich, wenn über eine einfach nur noch skandalöse Fehlentscheidung von Katarina Barley berichten würden als handelte es sich um den Wetterbericht.

      • Ist es wirklich so, dass allein die Nichtzustimmung Deutschlands die Verabschiedung der Richtlinie verhindern würde? Dann hätte D eine Sperrminorität, was aber nach den europäischen Regelungen für derartige Gesetztesvorhaben gerade nicht der Fall sein dürfte, wenn die verlinkte Darstellung zur qualifizierten Mehrheit richtig ist.

        • Wie bereits in der aktuellen Folge und auch hier erläutert: das hat nichts mit einer Sperrminorität zu tun, sondern liegt an den aktuellen Mehrheitsverhältnissen im Rat. Ohne D hat die Richtlinie keine Mehrheit.

  16. Ich fand diese Lage richtig super, informativ und ausgewogen!
    Wenn es Leute gibt, die es nicht gut finden, wenn Ihr klar Stellung bezieht (wie z.B. Ulf in dieser Folge über Katharina Barley / SPD), muss ich sagen: Ich bin klar anderer Meinung. Im Gegenteil: Gerade bei solchen Themen finde ich, dass Eure Meinungen ein wichtiger Bestandteil der Lage sind. Sonst kann ich auch wikipedia-Artikel lesen.

    Es gab in der Vergangenheit vielleicht hin und wieder Themen, wo Ihr nicht 100 % ausgewogen wart. Aber auch dort sehe ich immer viel Selbstreflexion (zum Beispiel wenn es um Themen der “Berliner Großstadtblase” geht, bei Mobilität o.Ä.).

    Mein Fazit ist: Weiter so! (Vielleicht mal wieder mit einer Preshow ab und an für uns Abonnenten ;) )

  17. 9. April 2019 um 10:14 Uhr
    Florian aus Bamberg

    Zur Zeitumstellung zwei Aspekte:

    1. Zeitzone: Warum nicht 1 Zeitzone für die gesamte EU. Diese könnte auch gleich der UTC, also gleich der Londoner Winterzeit sein und man macht sich von dem Gedanken frei, dass die Sonne um 12 Uhr mittags im Süden am höchsten steht. In Deutschland gilt das sowieso nur für Görlitz an der polnischen Grenze. Die Bewohner von Dortmund z. B. stehen im Winter heute schon eine halbe Stunde zu früh auf, im Sommer 1,5 Stunden. In Galicien in Spanien sind sogar 1,5 bzw. 2,5 Stunden zu früh in Bezug auf den Sonnenstand.

    2. Chronobiologie: Vielleicht bringt ja die Einführung einer “ewigen Sommerzeit” unsere Gesellschaft endlich zur Vernunft was den Beginn der Schule betrifft. Wir könnten die Schule nach unserem heutigen Zeitverstädnis doch einfach um 9:00 oder 9:30 starten lassen. Dann haben wir ausgeschlafenere Schüler, die besser dem Unterricht folgen können. Firmen und Betriebe sollten sich dem späteren Schulstart anpassen, damit Eltern keine Probleme mit der Versorgung ihrer Schulkindern bekommen.

    • Welchen Vorteil hat eine einheitliche Zeitzone, wenn die Menschen sich dann in ihrem Tagesablauf doch nach dem lokalen Sonnenstand richten sollen? Wie du schon beschreibst, sind bereits die heutigen Zeitzonen für Bewohner der Randregionen ein Problem.

      • In unserer globalisierten Welt?
        Einige, sowohl privat als auch wirtschaftlich.
        Auf privater Ebene fällt mir zuerst Familien Kontakt mit Auswanderern ein und diverse online Kontakte wo man nicht mehr nach Zeitzone Fragen und rechnen müsste.
        Ähnliches gilt dann auch für die Wirtschaft, wenn man die global Player betrachtet.

        • Ich glaube, du hast den zweiten Teil überlesen: “[…] wenn die Menschen sich dann in ihrem Tagesablauf doch nach dem lokalen Sonnenstand richten [sollen]”
          Du musst trotzdem überlegen, ob dein Verwandter/Geschäftspartner gerade vielleicht schon ins Bett gegangen ist bzw. das Büro verlassen hat.

          Genau daran krankt auch Philips Hinweis, man könne ja eine “Weltzeit” einführen. (Gibt’s im Übrigen schon; und wird auch benutzt, wenn es wirklich relevant ist: UTC) Es bringt mir nichts, dass es in Australien gerade auch 16:34 Uhr ist, wenn ich dann überlegen muss, was mein Kontakt eigentlich gerade macht.
          Es ist nunmal auf der Erde nicht überall gleichzeitig hell; und solange wir Menschen das Tageslicht gönnen wollen, können wir keinen synchronisierten Tagesablauf haben.

    • Ich möchte zustimmen und ergänzen, dass bei einer ewigen Sommerzeit mehr Freizeit bei Tageslicht stattfinden kann.
      Im Winter ist es für mich (noch) dunkel wenn ich zur Arbeit fahre und (schon wieder) dunkel wenn ich Feierabend habe. Ich jogge dann monatelang ‘bei Nacht’. Das war, soweit ich mich erinnere, schon in der Grundschule so.
      Die Wissenschaft lässt außer acht, dass der Mensch sich im Tageslicht aufhalten muss um davon beeinflusst zu werden.

  18. Hallo Andreas!

    Habe ich das richtig verstanden, dass du denkst, es sei sinnvoll, wenn zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen und erst dann die Organspende bzw. Entnahme beginnen solle? Falls ja, dann ist es bereits genau so. Der Patient muss natürlich zu Lebzeiten einer potentiellen Organentnahme zugestimmt haben, ist also möglicher (!) Organspender, auch wenn er nicht tot ist.

    Erst nach dem Hirntod zustimmen, könnten bloß Angehörige, falls sie den (mutmaßlichen) Willen des Verstorbenen kennen. Im Übrigen keine leichte Entscheidung für die Familie – also zwingt niemanden dazu, das für euch zu entscheiden, sondern tut es zu Lebzeiten. Nur ein kleines Kärtchen ausfüllen, egal wie, und alle Beteiligten haben es bei einem Unfall/Todesfall leichter.

    Die Diagnose Hirntod zu stellen, machen sich übrigens weder Ärzte noch Gesetzgeber einfach. Die (öffentlich einsehbaren) Richtlinien sind diesbezüglich sehr strikt.

    Außerdem sind die Vorabkriterien für ein möglicherweise geeignetes Spender-Organ so spezifisch, das nur wenig Tote überhaupt in den Kreis potenzieller Spender gelangen (Todesursache/Unfallart, Vorerkrankungen). Danach werden sie ein weiteres Mal gefiltert (Zustimmung, Hirntod-Dianostik) und selbst dann, weiß man erst nach der Entnahme bzw. nach einer gewissen Zeit nach der Transplantation, ob das gespendete Organ wirklich helfen/heilen kann.

  19. Sie sprechen bei der Impfpflicht an, dass diese rechtlich möglich sei, allerdings unter engen gesetzlichen Grenzen. Das widerspricht jedoch der späteren Aussage, dass man im Rahmen der (Pflicht-)Masernimpfung ja über die Mehrfachimpfung auch für andere Krankheiten wie Windpocken, Mumps oder Röteln geimpft werde. Durch die engen gesetzlichen Regelungen dürfte die Pflichtimpfung doch tatsächlich nur eine reine Masernimpfung sein, solange man den anderen Krankheiten nicht eine entsprechende Bedrohung nachweisen kann. Oder sehe ich das falsch?

  20. Nach dem 12. April dürfte sich der Druck auf die Briten erhöhen, ein Freihandelsabkommen auszuhandeln, da Großbritannien unter einem No Deal Brexit leiden wird und ein Freihandelsabkommen mit der EU benötigt, damit sich die Lage entspannt. Daher hätten dann die Europäer die Zügel in der Hand, bei einer Teilnahme an den EU-Parlamentswahlen gibt es keinen Grund für die Briten den Austritt nicht weiter zu verzögern und die EU solange zu blockieren bis diese den gewünschten Änderungen an dem Deal zustimmt. Von daher spräche aus strategischen Gründen schon einiges dafür es auf den No Deal Brexit ankommen zu lassen und dann abzuwarten wie lange die Briten durchhalten bis sie den Bedingungen der EU zustimmen und quasi ein Norwegen 2.0 werden. Sprich sie müssen sich an die EU-Regeln halten, haben aber kein Mitsprachrecht mehr.

  21. Eine überaus facettenreiche, wie immer gut vorbereitete sowie inspirierende Folge der “Lage” – erneut ein Dankeschön für eure konstant gute Arbeit!
    Eure Position zu einer Masern-Impfpflicht kann ich allerdings überhaupt nicht teilen. Ich möchte im Folgenden meine vollständige Ablehnung einer Impfpflicht genauer begründen.
    Meines Erachtens ist zunächst wichtig, dass auch 2019 nicht “immer mehr” Kinder an Masern erkranken, sondern sich die Zahl der Masern-Erkrankungen in Deutschland seit 2001 (seitdem ist die Krankheit meldepflichtig) in den ersten 10 Kalenderwochen (vgl. https://faktenfinder.tagesschau.de/inland/spahn-masern-impfung-101.html) und allgemein (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Praevention/elimination_04_01.html) auf einem ähnlichen Niveau bewegt. Es geht um eine dreistellige, bei lokalen Epidemien manchmal vierstellige Zahl von Masern-Erkrankungen.
    Sicherlich ist diese Zahl, wenn man die Krankheit ausrotten und möglichst alle Menschen vor ihr schützen will, immer noch zu hoch. Dass das Problem der Masern seit fast zwei Jahrzehnten – trotz nachweisbar gestiegener Impfquoten – ungelöst ist, wäre auf den ersten Blick natürlich ein Argument für eine Impfpflicht. Es gibt aus meiner Sicht aber auch sehr gute Gründe dagegen.
    Zunächst aber noch eine Klarstellung zum sogenannten “Nestschutz”, den Schutz von Babys durch ihre Mütter, den ihr etwas oberflächlich beschreibt. Ihr sprecht von “leichtem Schutz” (“in den ersten Wochen ein bisschen”). Genauer ist es so: “Das Kind einer gegen Masern immunen Mutter ist bis längstens 6 Monate nach der Geburt vor Masern geschützt, wobei der Nest­schutz bei Kindern geimpfter Mütter kürzer ist als bei Kindern von Müttern, die die Ma­sern­infektion durchgemacht haben.” (vgl. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html)
    Ehrlicherweise muss man hinzufügen, dass gerade die Masernimpfung dazu geführt hat, dass Kinder im ersten Lebensjahr kaum noch Nestschutz haben: “[…] selbst Mütter, die früher Masern durchgemacht haben, vermitteln nur noch einen Schutz von etwa drei Monaten, da bei ihnen wegen des fehlenden Kontakts mit Masern die Antikörper allmählich absinken […]. Mit zunehmender Durchimpfung steigt daher prozentual der Anteil an Säuglingen, die sich mit Masern infizieren. Die Masernimpfung kann jedoch nicht immer weiter vorverlegt werden, da sie vor dem Alter von neun Monaten zu keiner ausreichenden Antikörperbildung führt.” (Vgl. Hirte, Martin: Impfen Pro & Contra: Das Handbuch für die individuelle Impfentscheidung, 2018, Abschnitt “Zunahme der Masern im Säuglingsalter”). Gerade deswegen ist die Masern-Impfung natürlich jetzt so wichtig geworden, weil Masern inbesondere für Säuglinge so gefährlich sind. Das Buch von Martin Hirte kann ich übrigens jedem empfehlen, der sich umfassend mit dem Thema Impfungen auseinandersetzen will. Hirte ist Mitglied im “Verein Ärzte für individuelle Impfentscheidung” und beleuchtet jede Impfung ausführlich auf dem Stand der derzeitigen Forschung und zeigt am Ende seines Buches Möglichkeiten für eine individuelle Impfentscheidung auf. Für Masern lautet sein Fazit: “Bei Geburt eines Kindes sollten die anderen Kinder im Haushalt geimpft sein.”
    Zurück zur Impfpflicht: Wir haben in den letzen Jahren eine gestiegene Zahl der geimpften Personen, auch bei der Schuleingangsuntersuchung. Richtig ist sicher, dass die 95%-Quote noch nicht erreicht wurde, aber das Problem sind eben nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen. Ich finde an dieser Stelle der aktuellen “Lage” etwas schade, dass ihr die Argumente des Leiters des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler (nur 60 Prozent der Erwachsenen seien zweifach geimpft, durch aktives Abfragen des Impfstatus ließen sich die Impflücken leicht schließen) und Wolfram Henn vom Ethikrat (es sei zu hinterfragen, ob staatliche Impfpflicht das geeignete Mittel ist – wahrscheinlich sei die eher kontraproduktiv, es gebe schlechtere Impfquoten bei anderen Impfungen) nicht überzeugend findet. Die kompetentesten Experten sind dagegen, das allein würde für mich schon reichen, um gegen eine Impfpflicht zu sein.
    Für mich kommt eine Impfpflicht aber auch deswegen nicht in Frage, da Erwachsene eine tickende Zeitbombe bleiben, die man ziemlich sicher auch durch Impfungen nicht entschärfen kann: Aufgrund von primärem und sekundärem Impfversagen kommen nämlich – sogar wenn man 95% der Bevölkerung zweimal impft – “10 Prozent jedes Jahrgangs ungeschützt ins Erwachsenenalter” (vgl. ebenfalls bei Hirte, Abschnitt “Die Wirksamkeit der Masernimpfung”).
    Umso unsinniger erscheint mir – wie es Spahn ja auch fordert – eine Impfpflicht für Kitas und Schulen zu fordern. Ich bin relativ sicher, dass eine allgemeine Impfpflicht in Bezug auf Masern auch nicht juristisch zu lässig wäre. Im von euch verlinkten Spiegel-Artikel (https://magazin.spiegel.de/SP/2019/14/163159160/index.html) wird darauf hingewiesen, dass laut Infektionsschutzgesetz (vgl. https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__20.html) gilt: “Das Bundesministerium für Gesundheit wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates anzuordnen, dass bedrohte Teile der Bevölkerung an Schutzimpfungen oder anderen Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe teilzunehmen haben, wenn eine übertragbare Krankheit mit klinisch schweren Verlaufsformen auftritt und mit ihrer epidemischen Verbreitung zu rechnen ist.” Juristen würden dem Spiegel-Artikel nach bezweifeln, dass ein lokaler Masernausbruch wie in Hildesheim dazu zählen könnte. Ein Gedankenspiel des Ministeriums sei, eine Masernimpfung für Kinder so einzuführen, dass Kinder Gemeinschaftseinrichtugen wie Schulen etc. nur noch besuchen dürfen, wenn sie geimpft sind. Spätestens ab dem Schulbesuch hätte das durchschlagende Wirkung, weil in Deutschland Schulpflicht herrsche. Ungeimpfte könnten nicht die Schule besuchen, und der dadurch unmögliche Schulbesuch habe Konsequenzen (z.B. Geldbußen).
    Ich verstehe das so: Es geht offenbar nicht allgemein, also konstruiert man eine Möglichkeit, wie man es doch in Bezug auf Kinder und Jugendliche umsetzen kann, obwohl diese höchstens ein Teil des (möglicherweise sogar auf absehbare Zeit unlösbaren Problems) sind. Für mich ein weiterer Grund, eine Impfpflicht in dieser Form abzulehnen.
    Abschließend: Die Impfung kann – sicherlich in seltenen, aber nachprüfbar dokumentierten – Fällen schwere allergische oder neurologische Impfreaktionen hervorrufen.
    Ich kann daher nach ausführlicher Auseinandersetzung mit dem Thema nur für eine individuelle Impfentscheidung in Bezug auf Masern sein. Auch eine Impfpflicht für andere Krankheiten lehne ich ab, solange sie sich nicht mit dem Infektionsschutzgesetz rechtfertigen lässt. Eine Anerkennung von Impfschäden ist in Deutschland zudem sehr schwierig, in der Regel müssen die Betroffenen jahrelang prozessieren. Es ist eben statistisch sehr unwahrscheinlich und geht in Bezug auf Versorgungsleistungen natürlich um viel Geld.
    Offenlegung in eigener Sache: Ich bin kein Mediziner. Ich wurde als Kleinkind im Jahr 1976 im Alter von 16 und 18 Monaten zweimal gegen die Masern geimpft. Auch nach dem heutigen Impfkalender wäre das vorschriftsmäßig: Demnach wird die erste (MMR-)Impfung im Alter von 11-14 Monaten empfohlen, die zweite (MMR-)Impfung kann frühestens 4 Wochen nach der ersten durchgeführt werden. Noch 1985 war übrigens Stand der Forschung: “Eine einmalige Impfung führt zu einem langanhaltenden, wahrscheinilich lebenslänglichen Impfschutz gegen die Erkrankung. Der Impferfolg (Antikörperkonversion) nach Impfung liegt bei 97% der geimpften, noch für Masern empfänglichen Kinder.” (Vgl. Stickl, Helmut A.: Impfungen in der Praxis, 1985, S. 38). Ich habe dann im Alter von 17 Jahren doch die Masern bekommen, bin also quasi ein “doppelter Impfversager”. In einem Fall von Masern in meiner Stadt könnte und müsste ich im Jahr 2019 trotzdem Immunität durch meine Impfungen vorweisen, da ich in einer Schule arbeite. Wenn man wirklich konsequent wäre, müsste man zugeben, dass sogar eine Kontrolle des Impfausweises eigentlich nicht ausreicht. Man müsste zusätzlich auf eine Titer-Bestimmung zurückgreifen. Ich weiß allerdings nicht, was an den Schulen in Hildesheim und Bad Segeberg jetzt losgewesen wäre, wenn man bei jeder/jedem eine Blutuntersuchung angeordnet hätte.

    • “Das Buch von Martin Hirte kann ich übrigens jedem empfehlen, der sich umfassend mit dem Thema Impfungen auseinandersetzen will.”

      Dieser “Arzt” ist Impfgegener und HOMÖOPATH damit muss alles was er zu dem Thema sagt und schriebt ignoriert werden.

      • Dr. Martin Hirte ist promovierter Mediziner, hat eine Facharztausbildung und arbeitet als Kinderarzt. Er ist einer der Ärzte, die sich in einem Verein für eine individuelle Impfentscheidung engagieren. Aus der Lektüre seines Buches konnte ich nicht herauslesen, dass er “Impfgegner” sei. Ich würde Sie um Belege für Ihre Behauptung bitten, damit ich meine Einschätzung nochmals überprüfen kann.
        Das Thema Homöopathie finde ich hier unpassend. Für mich reicht an dieser Stelle, dass in Deutschland über 7000 Ärzte (Quelle: https://www.dzvhae.de/aerzte-und-fachpublikum/vertrags-und-privataerzte/) homöopathisch tätig sind, um dem Buch von Hirte nicht deswegen grundsätzlich zu misstrauen.
        Die von mir angeführten Stellen in dem Buch werden dort durch Studien belegt.

  22. Da hier in den Kommentaren einige Leute euch (= der Lage) ein wenig zu viel “eigene Meinung” unterstellen, muss ich hier mal meine persönliche, gegenteilige Meinung zum Ausdruck bringen: ich finde, gerade in dieser Folge hier habt ihr sehr gut den Spagat zwischen “objektiver” Berichterstattung und dem Verargumentieren eurer auf Basis der Fakten gebildeten Meinung geschafft.

    Es ist nun einmal gerade bei Themen wie der Impfpflicht und der Frage der Organspenden-Default-Einstellung so, dass die “Dagegen”-Seite nicht unbedingt mit Argumenten, sondern mit Dingen aus dem “Bereich des Ungewissen” operiert. Da wird dann die Möglichkeit eines Wiederaufstehens aus dem Hirntod herangezogen (“weiß man denn, ob man dann wirklich tot ist?”), unterschwellig behauptet, es bestünde dann eine reale Gefahr, dass man nicht behandelt wird, weil ja die Organe jemandem anderen nutzen könnten, oder es werden Ängste bezüglich potenzieller Impf-Schäden geschürt (“man weiß ja nie, was so alles passieren könnte, die Pharmaindustrie belügt uns vermutlich eh bezüglich der Risiken…”). All diesen “Argumenten” ist gemein, dass sie durch konkrete, nachweisbare Fakten entkräftet werden können und dass sie ihre Kraft einzig und allein aus dem FUD-Prinzip beziehen: man verbreitet einfach “Fear, Uncertainty and Doubt” und hofft dann, dass die Zweifel an den Menschen nagen und die Faulheit, sich konkret über die Faktenlage zu informieren und sich eine Meinung zu bilden, das ihr Übrige tut, damit die Menschen den für sie scheinbar “sichereren” Pfad einschlagen, der um den FUD herumführt.
    Mit allzu vorsichtigem Vermeiden des Ausdrucks einer auf Basis der Faktenlage gebildeten Meinung spielt man dieser FUD-Taktik leider massiv in die Hände: denn das scheint dann so, als wäre da wirklich irgendeine “Unklarheit”, als wären Zweifel tatsächlich angebracht. Stimmt eben nur nicht – wenn die Faktenlage das Ziehen eines Schlusses weitgehend uneingeschränkt zulässt, dann finde ich, dass man diesen auch in einer informativ angelegten Sendung wie eurer auf jeden Fall ziehen darf – ja, sogar ziehen MUSS. Eure Argumentation ist in beiden Fällen – Organspende wie auch Impf-Pflicht – stringent und nachvollziehbar, und ich bin sehr erfreut, dass ihr nicht den “bequemen Weg” der Pseudo-Objektivität gegangen seid, die manch einer an eurer Stelle wohl eingenommen hätte, schlicht um Kontroversen aus dem Weg zu gehen und keinen mit seiner persönlichen Meinung zu vergrätzen.

    • Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen!
      Im Übrigen: vielen Dank für den hohen Erkenntnisswert, durch deine Ausführungen zu FUD!
      Macht weiter so, Ulf und Philip.

    • Das kann ich zu 100% unterschreiben!

  23. Liebes Lage der Nation Team,

    Sehr schönes und informatives Segment zum Thema Widerspruchslösung in der Organspende. An einer Stelle hat mich euer Beitrag jedoch ein wenig verwirrt. Ich weis nicht mehr ganz genau wie der Satz ging aber inhaltlich ging es darum, dass es in den letzten Jahren einen Vertrauensverlust in die Organspende gegeben habe. Es war nur ein Nebensatz aber es ist nicht das erste Mal, dass ich sowas höre und für die meisten Leute ist das wohl ein Hauptgrund gegen Organspende sein: Die Angst vorzeitig als tod deklariert zu werden, sodass Organe entnommen werden können.
    Jetzt betreffen die Skandale, die ich in den letzten Jahren mitbekommen habe, vor allem die Warteliste der Organempfenger. Eine schlimme Sache aber doch sicherlich kein Argument gegen Organspende (Eher ein Problem, das sich mit mehr Organspenden reduzieren würde).
    Daher die Frage/Bitte an euch: Wenn ihr den Vertrauensverlust erwähnt, bitte auch erklären woher die kommen oder kommen könnten. Meine Verwirrung entstannt nämlich dadudurch, dass ich mich an keinen entsprechenden Skandal erinnern konnte. Welche Skandale gab es in den letzten Jahren? Besteht ein Grund für Vertrauensverluste? Welche politischen Reaktionen gab es?

    Falls ihr zu dem Thema bereits was gebracht habt und ich das nur nicht mitbekommen habe (bin erst seit ein paar Monaten dabei), bitte gerne nochmal die entsprechende Folge oder Links teilen.

    Beste Grüße und weiter so!
    Yannik

  24. Hallo ihr beiden,

    zunächst einmal vielen Dank für euren wöchentlichen Podcast und die viele Arbeit bzw. Recherche, die ihr reinsteckt. Euer Podcast ist seit 2 Jahren u.a. fester Bestandteil meiner politischen Meinungsbildung.

    Zum Thema Kriminalstatistik und „gefühlte Unsicherheit“. Ich denke, diese „psychologische Unsicherheit“ kommt hauptsächlich aus 2 Richtungen.

    Erstens, ihr spracht es kurz an: Die Medien. Die Boulevardblätter walzen „Schock-Taten“ bis ins Detail aus. „Gefühlt“ hat sich zudem die Berichterstattung der öffentlichen („serösen“) Medien über weltweite Kriminal- & Terrorvorfälle in den letzten Jahren „gefühlt“ extrem ausgedehnt. „Live-Schalte“ (ohne jeglichen Mehrwert. 6 Stunden lang: „Wir können noch nichts Konkretes sagen“), „Brennpunkte“ und Sondersendung zu jedem lokalen und vor allem weltweiten Vorfall mit quantitativ hohen Opfern. Ich frage mich seit Jahren, was diese „Informationen“ für mich beinhalten, außer einem verbleibenden „Gefühl“ der Unsicherheit, denn das menschliche Hirn abstrahiert nicht, ob der Vorfall in Deutschland, Afghanistan, Irak, Syrien, Neuseeland, Norwegen oder den USA geschehen ist. Es ist der gleiche „Bubble-Effekt“, den wir im Netz beobachten. Hier geht die Berichterstattung weit über eine selbstauferlegte „Informationspflicht“ hinaus: „Crime sells“, wie ihr auch festgestellt habt..

    Zweitens, den Punkt finde ich noch bedenklicher, ist die selbst gewählte „Mordlust“ der Deutschen. Deutschland hat meines Wissens über 70+ Krimiformate und ist damit weltweit führend. Ob Vorabendprogramm oder Serienschiene, täglich grüßt die Mordlust auf allen Kanälen. Kein Werbeblock auf den Privaten, der nicht mindestens einen Krimi/Thriller anfeatured, wobei die Gewalttaten und Details immer drastischer dargestellt werden. Die Öffentlichen schwenken zudem auf diesen Kurs ein.

    Ein Blick in eine Buchhandlung “beweist” zudem mit einem Blick die „Mordsehnsucht“ der Deutschen. Geschätzt min. 2/3 der Buchauslagen sind Krimis. Wie fühlt man sich, wenn man am Abend nach 3 Krimiformaten und seiner „bluttriefenden“ Nachtlektüre mit min. 10+ Toten jeden Abend ins Bett geht? Wohl nicht anders, als gefühlt „unsicher“.

    Ich würde mir wünschen (den Punkt hatte ihr aber auch schon einmal), dass die Medien Ihrer „Informationspflicht“ nachkommen, aber dementsprechend, wenn sie meinen sie müssten, auf den „Vorfall“ kurz verweisen anstatt in epischer Breite darüber zu berichten. Es reicht, dass man in Land XYZ auf eine „politisch instabile Lage/Bürgerkrieg, etc. verweist und dies mit z.B. Terorattentaten belegt and “that’s it”. Wichtiger sind meines Erachtens Hintergründe, die oftmals zu kurz kommen.

    Raus aus der „Bubble“. Nicht an stundenlangen live oder Sondersendungen mit einem minimalen Mehrwert, gem. an der Sendezeit, kleben. Einfach keine Krimis schauen oder lesen. Das macht das Leben lebenswerter und verringert das „Gefühl der Unsicherheit“.

  25. Danke für das Aufgreifen dieses Themas! Hier nur ein paar ergänzende Gedanken, die mir dazu noch kamen:
    Die Art und Weise, in der eine Gesellschaft mit der Organspende-Problematik umgeht, dürfte ganz wesentlich die Atmosphäre mit prägen, die in dieser Gesellschaft herrscht. Leben wir in einer Gemeinschaft, in der sich ihre Mitglieder bis zum letzten Atemzug in jeder denkbaren Hinsicht nutzen und benutzen lassen müssen? Wie lebt es sich in einem Umfeld, das den Menschen zwangsläufig auch als Ersatzteillager ansieht? Als Psychologe hätte ich zudem noch die Befürchtung, dass angesichts des nahenden Todes immer eine gewisse Ungeduld mitschwingen dürfte. Der Bestatter hat es nie eilig, während es für die Reihe der diversen Organempfänger schon aus logistischen Gründen immer auch um Zeit geht; selbst bei sehr vielen Spendern ist das so. Eine unschöne Note hat auch der Umstand, dass die Ungeduld um so größer ausfällt, je jünger die oder der Sterbende ist: junge Organe sind gute Organe!
    Zu kurz fiel für meinen Geschmack in eurer Diskussion auch eine differenzierte Betrachtung der Organspende als Behandlungsoption aus. Denn es ist ja keineswegs so, dass die Sache so unproblematisch ausfällt wie die Überkronung eines Backenzahns: Das Leben ist nach einer Organspende ein komplett anderes. Eine grundlegende Einschränkung der Lebensqualität und Komplikationen sind wahrscheinlich, die Abhängigkeit von Medikamenten und engmaschiger medizinischer Überwachung unausweichlich. Und was ist das für eine Unterstellung, dass sich tatsächlich Jeder in so einer Situation für die lebensverlängernde Organspende entscheiden würde? Wir stecken auch nicht alles das Geld ein, wenn wir ein Portemonnaie auf der Straße finden. Nein, da wäre ich mir ganz und gar nicht sicher. Gewiss ist jedoch, dass das System einen enormen, einen noch viel größeren Druck zu dieser Behandlungsoption aufbauen würde. Auch deshalb, weil die Behandlungsoption Organspende für die Institutionen extrem lukrativ ist. Und eine sprechende Medizin, die mit dem Patienten tatsächlich nach der für ihn besten Lösung sucht, die gibt es bekanntlich nicht.
    Unerwähnt blieb auch die Frage, welche Auswirkungen die Verfügbarkeit eines unbeschränkten Organ-Ersatzteillagers auf die Lebensführung der Menschen hat: Was macht das mit unserem Umgang mit Risiken? Hat sie Auswirkungen auf unseren Respekt vor unserem Körper, dem Leben ganz generell? Sehr hilfreich sind ja immer “Grenzwertbetrachtungen”: Säuft und raucht es sich dann nicht (noch) unbedachter, wenn man sich ganz fix eine neue Leber und Lungen einklicken lassen kann?

    • > Eine unschöne Note hat auch der Umstand, dass die Ungeduld um so größer ausfällt, je jünger die oder der Sterbende ist: junge Organe sind gute Organe!

      Eine unschöne Note hat die unausgesprochene Behauptung in deiner “Argumentation”, dass Leute anderer Leute Leben neiden werden, weil sie deren Organe haben wollen würden. Das ist klassische FUD-Taktik (Fear, Uncertainty, Doubt).

      > Denn es ist ja keineswegs so, dass die Sache so unproblematisch ausfällt wie die Überkronung eines Backenzahns: Das Leben ist nach einer Organspende ein komplett anderes.

      Das ist korrekt. Aber immerhin ist es noch ein “Leben”, wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Wenn die einzige Alternative “Tod” ist, sind die meisten Menschen zu erheblichen Einschränkungen in ihrem Alltag bereit.

      > Und was ist das für eine Unterstellung, dass sich tatsächlich Jeder in so einer Situation für die lebensverlängernde Organspende entscheiden würde? Wir stecken auch nicht alles das Geld ein, wenn wir ein Portemonnaie auf der Straße finden.

      Und was ist das für ein absurder Vergleich? Sollte man bei dem Organ eines Toten denn, statt es als Spende anzunehmen, lieber mal kurz auf den Perso schauen, wem es gehört, und es dem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben?

      > Säuft und raucht es sich dann nicht (noch) unbedachter, wenn man sich ganz fix eine neue Leber und Lungen einklicken lassen kann?

      Okay, jetzt wird es komplett absurd und widersprüchlich. Gerade eben noch der Hinweis, Organspenden seien ja kein Zuckerschlecken und Leute würden sich daher womöglich auch gar nicht dafür entscheiden, und jetzt plötzlich gilt die Betrachtung einer nach dieser Aussage komplett aus Absurdistan stammenden Situation eines Organwechsels “wie der Wechsel der Unterwäsche” als “hilfreich”?

      • > Eine unschöne Note hat die unausgesprochene Behauptung in deiner “Argumentation”, dass Leute anderer Leute Leben neiden werden, weil sie deren Organe haben wollen würden. Das ist klassische FUD-Taktik (Fear, Uncertainty, Doubt).

        Dass es rund um die Organspende reichlich Neid gibt, der sich in Skandalen, Bestechung, Manipulationen und krimineller Energie manifestiert, darüber sind wir uns doch einig oder? Wenn nicht, dann lies dich zum Anfang hier ein wenig ein: https://de.wikipedia.org/wiki/Organspendeskandal_in_Deutschland

        > Das ist korrekt. Aber immerhin ist es noch ein “Leben”, wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Wenn die einzige Alternative “Tod” ist, sind die meisten Menschen zu erheblichen Einschränkungen in ihrem Alltag bereit.

        Das bitteschön läuft unter Küchenpsychologie. In Extremsituationen ticken Menschen nicht nach Standardmustern. Auch führen die wenigsten Menschen ihr Leben so, als wollten sie ewig leben. — Aber überlassen wir es doch einfach ganz vorurteilsfrei jedem Einzelnen, was sie oder er sich in dieser Situation für sich wünscht. Und damit befänden wir mitten in der schwierigen Debatte, die wir hier gerade zu führen versuchen.

        > Und was ist das für ein absurder Vergleich? Sollte man bei dem Organ eines Toten denn, statt es als Spende anzunehmen, lieber mal kurz auf den Perso schauen, wem es gehört, und es dem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben?

        Das war wiederum eine Botschaft an die Küchenpsychologen unter uns. Das menschliche Verhalten ist nämlich überaus vielfältig und komplex. Wir sind Menschen und keine Lemminge.

        > Okay, jetzt wird es komplett absurd und widersprüchlich. Gerade eben noch der Hinweis, Organspenden seien ja kein Zuckerschlecken und Leute würden sich daher womöglich auch gar nicht dafür entscheiden, und jetzt plötzlich gilt die Betrachtung einer nach dieser Aussage komplett aus Absurdistan stammenden Situation eines Organwechsels “wie der Wechsel der Unterwäsche” als “hilfreich”?

        Sorry, ich hatte höhere Schulbildung vorausgesetzt. Ohne die ist dieser Absatz natürlich nicht ganz einfach zu verstehen. Schau gschwind hier nach, was eine Grenzwertbetrachtung ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Grenzwert_(Funktion)

        • > Wenn nicht, dann lies dich zum Anfang hier ein wenig ein: https://de.wikipedia.org/wiki/Organspendeskandal_in_Deutschland

          Dabei ging es um Geschiebe auf den Wartelisten. Sicher weder ethisch korrekt noch legal, aber sorry, das ist ja wohl schon noch ein bisschen weit weg davon, dass man sich Sorgen machen müsste, dass der Arzt einem im Krankenhaus statt dem Leberfleck mal eben die Leber entfernt.
          Und dieser himmelweite Abstand zwischen dem, was wir wollen (legale Spenden von Organen von durch zwei Ärzte unabhängig voneinander für hirntot erklärten Patienten) und dem, was du da an die Wand malst (Organdiebstahl bei lebenden Patienten), ist ein wunderbares Beispiel für FUD – eine argumentative Strategie, die für gewöhnlich darauf hinweist, dass sonst wenig stichhaltige Argumente zu greifen sind. Hier habe ich auch für dich mal was zum Einlesen, mit Wikipedia-Links um mich werfen kann ich nämlich auch ;-) https://de.wikipedia.org/wiki/Fear,_Uncertainty_and_Doubt

          Oh, und hey, mal ganz naiv theoretisiert: inwiefern soll denn konkret einen kriminellen Arzt, der dir zu Lebzeiten deine Niere klauen will, die Tatsache aufhalten, dass du kein Einverständnis zur Organspende gegeben hast…? Erwartest du ernsthaft, dass der dich noch fragt, bei all der kriminellen Energie?

          > Das bitteschön läuft unter Küchenpsychologie. In Extremsituationen ticken Menschen nicht nach Standardmustern.

          Jup, und da dem Menschen ein Überlebensdrang innewohnt, der insbesondere in Extremsituationen, die das Leben gefährden, voll zu Tage tritt, werden sich die meisten Menschen mit aller Macht ans Leben klammern – egal, welche Einschränkungen das mit sich bringt, denn gerade in Extremsituationen ist der logische, rationale Denkapparat, der reflektiert über die Einschränkungen nachdenken könnte, auf Sparflamme geschaltet. Und nein, das ist keine Küchenpsychologie, das ist ganz gewöhnliche Psychologie.

          > Das war wiederum eine Botschaft an die Küchenpsychologen unter uns. Das menschliche Verhalten ist nämlich überaus vielfältig und komplex. Wir sind Menschen und keine Lemminge.

          Okay, also ich wies auf einen echt miserablen, unpassenden Vergleich hin, und…inwiefern hat diese Antwort jetzt damit etwas zu tun? Darf ich das als Zustimmung deuten, dass der Vergleich nicht passt und daher argumentativ niemanden weiterbringt?

          > Sorry, ich hatte höhere Schulbildung vorausgesetzt. Ohne die ist dieser Absatz natürlich nicht ganz einfach zu verstehen.

          Och doch, ich verstehe den schon, keine Sorge. Das war der Versuch, durch Rückgriff auf einen völlig unpassenden Begriff aus der Mathematik ein “Beispiel” zu legitimieren, dessen einziger Zweck es ist, ein Schreckensszenario an die Wand zu malen, das komplett an jeglicher Realität vorbei geht. Ist im Grunde dieselbe Taktik wie im allerersten Absatz auch, nur das Schreckensszenario ist ein anderes. Während im ersten Teil die Angst vor diebischen Ärzten, die einem die Organe klauen, stimuliert werden soll, versuchst du im letzten Absatz, eine genauso völlig unbegründete Angst vor einer Zukunft auszumalen, in der man sich Lebern wie vom Fließband “reinklicken” kann und daher hemmungslos “saufen” (deine Wortwahl). Aber auch dieses Szenario ist völlig weltfremd und fernab dessen, worüber hier diskutiert wird und was mit einer möglichen Änderung der Rechtslage erreicht werden soll und kann.

          Oh, und zudem ist es genau so voller logischer Fehler, wie das erste Schreckensszenario. Ich bin SciFi-Fan und kann mir eine Welt mit Organen, die man mal geschwind wechseln kann, daher lebhaft ausmalen – aber in meiner Vorstellung kommen die dann auch wirklich “vom Fließband” bzw. aus der Petrischale. Wenn die Biotechnologie mal so weit fortgeschritten ist, dass man sich mal eben ein neues Organ reinklicken kann, dann werden wir wohl ziemlich sicher nicht mehr auf hirntote Menschen als Spender angewiesen sein.

          So, gibt es also jetzt noch irgendwelche tatsächlichen Argumente, über die wir diskutieren können?

  26. Ewige Sommerzeit wäre eine sehr große Fehler und das merkt man ganz schnell. Die Türkei ist seit 2-3 Jahren in der Sommerzeit und obwohl das Land deutlich südlicher als Deutschland ist, Winter ist da eine Hölle. Das Gefühl von Mittenachts aufstehen führt zu Depression und erhöhten stress im Alltag. Aber das schlimmste ist, was die Kinder durchziehen müssen. Sogar in der 2. Pause ist es immer noch dunkel und sie kriegen große konzentrations und schlafprobleme. Und Wintermorgens werden noch kälter!

    • Also ich sehe ja deinen Punkt. Aber sind die von dir aufgeführten Argumente nicht ein Problem der Organisation unseres gesellschaftlichen Lebens? Mir war es schon immer schleierhaft, warum der Unterricht in der Schule zwischen 7.30 – 8 beginnen muss und Kinder teilweise vor 6 Uhr aufstehen müssen, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Klar, liegt das auch an der Berufstätigkeit der Eltern etc.pp. Aber hier müsste man doch insgesamt ansetzen, oder?

  27. Also Ihr habt es ja selber angesprochen am Anfang der Sendung: viele sagen das ihr zu sehr eure Meinung sagt. Und so ging es mir heute auch.

    Ich hab angefangen die Lage zuhören weil ihr die Themen analysiert habt, von verschiedenen Blickwinkel aus verschiedenen Quellen berichtet habt, zusammen hänge erklärt und Background Informationen gebt.

    Klar macht ihr das immer noch, aber was ihr glaube ich vergesst ist das ihr, wenn ihr anfangs noch eher an einem seriösen Nachrichtensprecher dran wart. Ihr heute mehr und mehr zum Rockstar werdet (natürlich nicht Wort wörtlich). Und in dieser neuen Position wird euere Meinung immer einflussreicher.

    Das ist gerade auch ein Trend, denn kann man gut auf Youtube sehen. Es geht um authentische Personen, mit welchen man sich identifiziert und von welchen man auch einen Tipp so ernst nimmt wie den einen guten Freundes.

    Aus diesem Grund finde ich “die Lage live” auch sehr bescheiden. Klar geht es darum das Ihr mit der Sache auch Geld verdient. Aber “die Lage live” stellt in ihrem Format, Show Business vor Informationsvermittlung.

    Kurz früher habt ihr oft gesagt: “Ich glaube wir haben das Thema ausreichend erörtert?!”
    Heute wäre der Satz eher gewesen: “Jetzt sollten wir die Hörer von unserer Meinung überzeugt haben”. Ziel sollte es meiner Meinung sein, das sich der Hörer nach einem Beitrag eine eigene Meinung bilden kann.

    Was ich euch aber vor allem sagen möchte, ist das ich eigentlich in eurem Format eine Riesen Chance sehe. Etwas was wir in unser heutigen Zeit auch brauchen. Eine Sendung die auch die Menschen abholt die sich noch nicht so mit Politik auseinander setzen. Die nicht 10 Artikel zu seinem Thema lesen wollen.

    Aber als Vison würde ich mir wünschen das ihr nicht zu einem zweiten Neo Magazin oder einem Lefloid werdet. Sondern das Ihr in ein, zwei Jahren, Sonntags als Tagesschau Ersatz lauft.

  28. Ich frage mich zum Thema “Abstimmung über die Urheberrechtsreform im Rat”, ob es bereits in der Vergangenheit Abstimmungen im Rat gegen Gesetzesvorhaben dieser Tragweite und öffentlicher Aufmerksamkeit gegeben hat, d.h. geht die Chance schon deshalb gegen null?

    • Das ist eine berechtigte Frage. Es ist in der Tat unüblich, dass ein Mitgliedstaat der EU das Ergebnis eines Trilogs erst billigt und dann nach der Schlussabstimmung im EP trotzdem im Rat dagegen stimmt. Aber unüblich heißt eben nicht unzulässig oder unmöglich.

  29. Könntet Ihr mal gelegentlich darauf hinweisen, dass u.U. Verfügungen in einer Patientenverfügung der Einwilligung in eine Transplantation widersprechen kann? Wenn Hirntod, müssen u.U. Lebenserhaltende Maßnahmen (Beatmung, Ernährung) ergriffen werden, bis die Organe entnommen werden können. Muss man also in der P-Verfügung berücksichtigen. –
    Es nervt, wenn Ihr bei jeder Gelegenheit das Wort Uploadfilter einbaut. Sie stehen nicht in der Verordnung. Also achtet lieber darauf, dass sie nirgendwo verlangt und verwendet werden. Wenn das Google Probleme macht, ist das doch nicht mein Problem. Es kann doch nicht sein, dass ein unerwünschtes Mittel verwendet werden darf, nur, weil die zu groß sind, um andere Mittel anzuwenden.
    Urheberrechte mögt Ihr nicht so – und jetzt die Rechte der Verlage. Fair, das wenigstens zu erklären. Man sollte nicht so tun, als ginge es nur um Lobbyinteressen.

    • @Uploadfilter: Du bist da der Union auf den Leim gegangen, die allen Ernstes behauptet, eine nationale Umsetzung ohne solche Software sei möglich. Sogar der Netz-Verein der Union hält das nicht für möglich. Sorry, wenn es Dich nervt, aber wir schreiben die Gesetze nicht, wir berichten nur.

      Don’t shoot the messenger.

    • In der Verordnung steht, daß die Plattformen die Veröffentlichung von urheberrechtsverletzenden Beiträgen verhindern müssen, d.h. sie müssen die Verdachtsfälle aussieben. Sowas nennt man auch “Filtern”. Und es ist dabei völlig egal, ob das in Software, mit Manpower oder irgendwie anders gelöst wird: Letztlich wird der Upload blockiert, also Uploadfilter.

  30. Das Argument, dass die Unterteilung in “Pflichtimpfung” und “Optionale Impfung” dazu führt, dass die “Optionalen Impfungen” als nicht mehr so wichtig wahrgenommen werden, ist durchaus plausibel.

    Generell gibt es einige emotionale Hemmschwellen, sich impfen zu lassen; viele Menschen (auch Impfbefürworter)…
    – …gehen nicht gerne zum Arzt
    – …finden den Prozess des Impfens und einen schmerzenden Arm nicht so toll
    – …verplanen sowas (gerade weil viele Impfungen nicht gleichzeitig gegeben werden)

    Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch viele Hörer hier ihre Impfungen nicht wie empfohlen haben auffrischen lassen – obwohl sie immer mal wieder daran erinnert wurden (“Deutschland sucht den Impfausweis”-Kampagne, Grippeimpfungsangebote durch den Arbeitgeber, etc.).
    Aber viele Menschen schieben sowas gerne vor sich her, bis sie es wieder verdrängt haben – “Auffrischimpfungen sind ja nicht so wichtig”, “Ich wurde ja schon mal geimpft, das hält sicher noch ein bisschen” etc.
    Und wenn man jetzt Impfungen in diese Kategorien unterteilt, generiert man die Botschaft “Diese Impfung ist wichtig, aber die andere nicht wirklich; sonst wäre sie ja vorgeschrieben” – gefundenes Fressen für den inneren Schweinehund, um nach der einen Impfung nachlässig zu werden.

    Also das Argument funktioniert schon – aber ich finde trotzdem nicht, dass es sticht…
    Der Gewinn, den eine verpflichtende Immunisierung bestimmter Krankheiten für die Gesellschaft mitbringen würde, überwiegt dieses Problem in meinen Augen deutlich. Wichtig ist aber, dass auch alle sinnvollen optionalen Impfungen (weiterhin) von der Krankenkasse übernommen werden.

    • Guter Punkt, würde bei mir aber wohl genau andersrum funktionieren:
      Wenn ich sowieso zur Impfung gehen muss, würde ich die Gelegenheit vielleicht nutzen, und die anderen Impfungen prüfen lassen.

  31. Moin Zusammen,
    ich verstehe eine Sache bei der Impfpflicht nicht, wenn Person A nicht Gegend masern geimpft ist und erkrankt, dann Person B begegnet und diese Person auch nicht geimpft ist dann angesteckt wird, gehe ich davon aus, dass beide Personen sich bewusste diesem Risiko ausgesetzt haben. Ansonsten hätten Sie doch ihre Impfung vornehmen lassen können.
    Gehen wir davon aus, alle anderen Personen, die beide erkrankten begegnen, sind geimpft und daher sehe ich da gar keine große Handlungsnotwendikeit. Die „Gefahr“ von der die beiden sprechen sehe ich nicht, da jeder der die Gefahr für zu hoch einschätzt die Möglichkeit hat sich zu impfen. Das Gesetz zielt also auf genau die Gruppe Menschen ab die sich nicht impfen (wollen / können / dürfen).
    Also ganz unabhängig davon betrachtet ob man Impfgegner oder -befürworter ist, finde ich, ist das Gesetz gänzlich falsch angelegt. Es mag eventuell eine kleine Körperverletzung sein, dennoch finde ich jeder Bürger muss die freie Wahl dazu treffen dürfen! Ich möchte meine Entscheidung dazu selber treffen dürfen und da dies jeder tut sollte jeder einzelne Respekt vor der Entscheidung des Gegenüber aufzeigen.
    Die Gruppe Menschen, welche sich nicht impfen wollen, stellen doch für die geimpfte Bevölkerung keine Gefahr dar, oder habe ich da ein wichtigen Aspekt der Impfung nicht begriffen? Ich gehe davon aus, wer geimpft ist, ist geschützt gegen diese Krankheit, somit haben die geimpften Personen doch vor nicht-impfern gar nichts zu befürchten!?

    • Haben wir in der aktuellen Folge erklärt: Es geht um die sogenannte Herdenimmunität zum Schutz von Menschen, die man aus verschiedenen Gründen nicht impfen kann – zB weil sie zu jung oder zu krank sind.

      • Aha, dieser Aspekt ist mir nicht klar geworden beim hören. Also wäre es eine Art Solidarität gegenüber Personen bei denen einen Impfung nicht vorgenommen werden kann.
        Danke! Ich finde euren Podcast übrigens klasse!

      • Ja genau, bzw das ist eine Begründung, mit der sich eine Impfpflicht mMn begründen lässt.

    • Wie argumentierst du bei Babys und Kleinkindern. Die haben keine Willensäußerung gemacht um nicht geimpft zu werden?

      Gerade in den letzten Wochen sind in unsere Umgebung mehrer Masernfälle aufgetreten. Wir mit zwei Babys die noch nicht geimpft werden können, sind jetzt dieser Gefahr ausgesetzt.

      Wie ich unten geschrieben habe bin ich gegen eine Impfpflicht. Wenn allerdings ein Kind ein anderes Ansteckt obwohl es geimpft werden hätte können, die Eltern dies aber unterlassen haben, bin ich dafür die Eltern strafrechlich zu belangen.

      • > Wie ich unten geschrieben habe bin ich gegen eine Impfpflicht. Wenn allerdings ein Kind ein anderes Ansteckt obwohl es geimpft werden hätte können, die Eltern dies aber unterlassen haben, bin ich dafür die Eltern strafrechlich zu belangen.

        Ist das dann nicht ein Widerspruch in sich?

        • Nein ist es nicht. Ich zwinge niemanden sich zu Impfen bzw. die Kinder impfen zu lassen, allerdings muss dann mit den Konsequenzen gelebt werden.

  32. Nur ein Nebensatz, aber dennoch wichtig zur erwähnen: Ihr sprecht über die Zeitumstellung und, dass in Russland die Sommerzeit erprobt wurde. “Es gab chronischen Schlafmangel, mehr Reizbarkeit – kann man sich bei den Russen garnicht vorstellen, dass es noch mehr Reizbarkeit gibt.”
    Man darf sehr gerne die politischen Entscheidungen oder Aktionen russischer Politiker*innen infrage stellen oder kritisieren, aber den “Russen” mit dem Stereotyp des immer gereizten Menschen zu pauschalisieren und so der altbekannten Rhetorik des negativen Bildes von Russland zu entsprechen, finde ich politisch nicht korrekt. Ich würde mich freuen, wenn ein Podcast eurer Reichweite auf solche “Kleinigkeiten” acht gibt.

    • Der Witz ist ja, dass Phil lange genug in Russland gelebt hat, um das aus eigener Erfahrung sagen zu können.

      • Ja, aber auch die sagt: So pauschal kann man das nicht sagen, das stimmt schon. Klar, für einen guten Witz muss man mal Klischees überspitzen, aber er muss dann halt auch gut sein.

    • Erstens muss ich sagen alle Witze die in der Lage gemacht werden sind schlecht.
      Zum Glück ist keiner von beiden Comedian geworden, dann würden sie jetzt von Harz4 leben müssen.

      Zweitens auch schlechte Witze dürfen gemacht werden, auch wenn es einigen berufsbetroffenen nicht gefällt. Schließlich darf ich auch schlechte Kommentare schreiben.

  33. Den Vergleich der Abstimmung zur Zeitumstellung mit dem Brexit finde ich passend. Ich selbst habe mich damals *intuitiv* für die Sommerzeit entschieden. Aber nachdem jetzt einige Stimmen dazu gekommen sind und ich länger darüber nachgedacht habe, bin ich für die Winterzeit. Es ist einfach auch die natürliche Zeit. Wenn an der Uhr drehen oder ein Zeitverschiebung so sinnvoll wäre, hätten es schon die Pharaonen erfunden. Ausschlaggebend war für mich, dass ich vor zwei Wochen in England war und da schon mit der 1 Stunde Umstellung zu kämpfen hatte. Wenn das permanent 2 Stunden wären, würde das sicher das Leben innerhalb Europas erschweren. Auch im Sinne der Gemeinschaft sollte der Sprung zu den Nachbarn (GB) klein gehalten werden.

  34. Zeitumstellung

    Ich bin für ständige Winterzeit. Hauptgrund ist dabei für mich die Temperatur beim Schlafen gehen.
    Klar spielt dabei meine Wohnlage (Ruhrgebiet und Dachgeschosswohnung) eine Rolle. Aber mich stört es nicht ob es drausen schon ab 4:00 oder 5:00 heller wird. Maßgebender ist für mich ob ich 30° oder 25° oder 20° habe wenn ich schlafen gehen will. Das führt in Kombination mit der Sommerzeit zu 5 Stunden Schlaf pro Arbeitstag innnerhalb der Woche, da ich Temperaturbedingt selten vor 1:00 im Sommer schlafen gehe.

  35. Liebes Lageteam,
    Prinzipiell bin ich ein Befürworter der Opt-Out Regelung, weil man eben diejenigen erwischt, denen egal ist. Zu viele Menschen machen sich keine Gedanken darüber, wenn man aber auf Organe wartet, dann wäre whs jeder von uns froh, sobald wie möglich eines zu bekommen. In den Niederlanden funktioniert das ja auch. Es würde die Defizite an Organen sicher reduzieren und Leben retten. Eine Datenbank ist eher weniger sinnvoll, denn dann braucht es ja auch wieder Personal, welches sie pflegt und vor allem konsultiert, wenn es um die Entscheidung geht – Organspende vorbereiten oder nicht.
    Der Alternativvorschlag mit der Frage beim Ausstellen des Personalausweis ist meiner Meinung nach keine schlechte Lösung, weil jeder „gezwungen“ wird sich mit der Frage auseinander zu setzen. Ich denke nicht, dass es ein bürokratisches Problem darstellt. In den USA ist diese Frage Teil des Antragsformulares für den Führerschein. Und wer Organspender ist, hat das zumindest in einigen Bundesstaaten auf dem Führerschein stehen. So muss kein Beamter die Frage stellen, aber der Antragsteller muss sich mit dem Thema befassen. In den USA ist der Führerschein ähnlich wichtig, wie bei uns der Personalausweis. Daher wäre das eine vertretbare Alternative. Auf jeden Fall sollten wir weg kommen, von der Zustimmungsregelung. Es überfordert die Angehörigen häufig, wenn man im Angesicht eines Verlustes auch noch mit der Frage kommt, was hätte der Angehörige gewollt hätte. Alternativ hat jeder eine Krankenkassenkarte, auch da könnte man es dokumentieren.
    Vielen Dank für eure tollen wöchentlichen Recherchen.
    Anne

  36. Hallo liebe Lage,

    vorweg ich bin neuer Lagehörer, habe sie erst vor ein paar Wochen entdeckt, finde sie super um politisch up to date zu bleiben, sehr vielseitig und informell. Mir gefallen auch euer Diskurs und eure Diskussionen in der Sendung sehr, zwischen euch, aber auch mit euren Hören.

    Ich studiere im 8. Semester Medizin und möchte einen kleinen Kommentar zur Organspende los werden. Dazu muss man sagen, dass das Medizinstudium in Deutschland sehr verschult und theoretisch ist, und ich wenig Eindrücke von vom klinischen Alltag und Praxis habe. Trotzdem ist man als Student häufig als Praktikant oder Famulant in einer Beobachterrolle, und ich habe Erfahrungen mit Organspende gemacht, die ich gerne teilen möchte.

    Ich finde die Idee generell gut, die Infrastruktur durch bessere Organisation in Krankenhäusern zu verbessern, und durch Transplantationsbeauftragte wird diese Rolle jemandem zugewiesen, der aktiv zur Koordination und Verbesserung beitragen muss.
    Allerdings steht das generelle Problem der Gesundheitsbranche im Raum, dass es einfach an Personal fehlt. Gerade potentielle Organsender sind i.d.R. intensiv pflichtige Patienten mit sehr hohem Pflegebedarf und Personal aufwand. Besonders auf Intensivstationen ist man auf Zusammenspiel zwischen Pflegern, Ärzten und weiteren Berufen der Gesundheitsbranche angewiesen um adäquate Versorgung zu gewährleisten und Ziele umzusetzen.
    Es fehlt meiner Meinung nach nicht nur an Infrastruktur, sondern auch an Personal. Und auch eine verbesserte Koordination brauch Akteure, die diese Umsetzt.
    Beispielsweise müssen zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod des Patienten diagnostizieren (das darf nicht der behandelnde Arzt selber machen).

    Ich habe einmal einen Fall erlebt, bei dem einem Patienten nur die Hornhäute der Augen entnommen werden konnten, da nicht genug Personal im Krankenhaus vorhanden war um ihm alle für einen Empfänger passenden Organe entnehmen zu können.
    Je nach Organ kann es dem Patienten zu unterschiedlichen Zeiten entnommen werden. Gewebespenden z.B. Hornhäute können auch zu späteren Zeitpunkten entnommen werden, wo hingegen innere Organe wir das Herz frühzeitig entnommen werden müssen, da diese “selber schneller absterben” würden, da sie empfindlicher sind und einem höheren Sauerstoffbedarf haben.

    Ich würde mich freuen, wenn sich noch weitere Kommentare, ähnliche Geschichten und Erfahrungen finden würden, die von anderen Hören mit fundierterem Wissen und mehr Praxiserfahrung hier als Antworten geteilt werden würden.

    Personalmangel ist ein generelles Problem, was nicht nur Empfängern und Spendern, sondern jedem Patienten und auch berufstätigen in der Gesundheitsbranche schadet.
    Ein schönes Argument, welches mir ein Intensivmediziner erzählt hat, möchte ich auch noch gerne anführen. Und zwar ist es nicht nur bedauerlich für den Empfängern, der kein Organ erhält. Ein Spender hat ja den Wunsch seine Organe post morten iemandem zu spenden, und ihm so das weiterleben zu ermöglichen. Wenn die Medizin diesem Spendenwunsch nicht nachkommt oder nachkommen kann handelt sie ja auch nicht im Interesse des spendenden Patienten.

  37. Hallo ihr beiden! Ihr fragt! Wo der Haken sein könnte bei dem Ansatz, dass bei der Beantragung des Persos die persönliche Entscheidung pro oder con Organspende abgefragt wird. Für mich ist das eine persönliche Entscheidung, die ich auch auf dem Amt nich offenlegen will. Gerade in kleinen Gemeinden mit besonders „christlichem“ Selbstverständnis geht diese Entscheidung bis zum Zeitpunkt meine Ablebens keinen etwas an. Dieses ist heute mit dem Tragen des Spenderausweises sichergestellt. Da finde ich die Span Lösung noch anonymer.
    Bei jeder Datenbank sehe die übrigens die Gefahr, dass sie irgendwann einmal offen im Netz liegt. Für mich gehört eine solche Entscheidung zu den besonders schützenswerte.
    Ich kann Eurer Begeisterung in diesem Fall überhaupt nicht folgen.

    Danke für die Podcastreihe, Uwe

    • Guter Punkt, Uwe! Ich denke auch, dass man die Entscheidung so ausgestalten müsste, dass sie geheim getroffen werden kann.

  38. Angenommen, ich habe eine große Datenbank, in der alle Organspender verzeichnet sind. Angenommen, ich habe eine andere Datenbank, die die HLA-Merkmale (also die Spenderantigene, die mit den Empfängerantigenen übereinstimmen sollten, damit ein Organ nicht abgestoßen wird) der deutschen Bevölkerung enthält. Angenommen, ich brauche ein Organ und angenommen, ich lasse die Datenbanken hacken und auf Übereinstimmung vergleichen z.B. mit künstlicher Intelligenz. Jetzt brauche ich nur noch den künftigen Spender ausfindig zu machen und dafür zu sorgen, dass ich an seine Organe komme. Wie man das am besten anstellt, kann man dann näher überlegen. Klingt nach Science-fiction? Geht aber von der Technik heute schon – keine Daten sind sicher. Ich will jedenfalls nicht, dass mein Wille, Organspender zu werden, staatlicherseits erfasst wird. Mein Körper gehört mir und was ich damit machen möchte, geht den Staat nichts an. Ich habe zur Zeit einen Organspendeausweis bei mir – meine Privatsache! Wenn die Datenbank kommt, muss ich mir echt überlegen, ob ich dann ein nein angeben werde – keine Organspende. Auch habe ich keine Lust, unserer hiesigen Dame auf dem Amt sagen zu müssen, ob ich eine Organspende wünsche oder nicht, denn wie gesagt, das ist ganz allein meine Privatsache und geht niemanden was an, und diese Dame (oder den Herrn) vom Amt schon gar nicht und die Speicherung in staatlichen Datenbanken – nein danke!

    • Klingt ein bisschen verschwörungstheoretisch, aber Du weist auf wichtige Punkte hin, die man bei der Umsetzung der Datenbank beachten muss. Ich denke beispielsweise, dass die Datenbank unbedingt pseudonym geführt werden sollte, um solche und andere Megafails zu verhindern.

      • Wissen wir denn jetzt, ob die DB jene erfassen soll, die Spenden wollen, oder jene, die nicht spenden wollen?

      • Hallo Ulf,

        noch ein anderer Punkt: Die Spahnsche Default Lösung erlaubt mir weiterhin, mir keine Gedanken zu machen. Auf dem Amt werde ich zu einer Antwort Ja/Nein gezwungen: Ich muss mich mit meinem Tod beschäftigen: Das ist mMn mehr Einschränkung, als den Default zu ändern.

        Grüße,
        Chris

  39. Hallo, vielen Dank für euer Engagement beim Vorbereiten und Aufnehmen des Podcasts, freue mich jede Woche sehr darüber!
    Folgende zwei Kommentare hätte ich noch anzubringen:
    Zum Thema Organspende hat mir ein bisschen eine Größeneinordnung gefehlt, wie viele Menschen denn, wenn sie sterben, überhaupt hirntot sind und wie viele aber vorher herztot sind und daher in Deutschland für eine Organspende nicht mehr infrage kommen (wegen sehr schnell abnehmender Organqualität nach Durchblutungsstopp meines Wissens). Die Website der BZgA spricht von 1200 diagnostizierten hirntoten Verstorbenen pro Jahr, von denen 850 auch Organe zur Organspende entnommen werden (https://www.organspende-info.de/organ-und-gewebespende/verlauf/hirntod). Die Zahl von 1200 könnte sich vielleicht durch mehr Aufklärung etc. noch besser ausreizen lassen, wird aber den 10000 auf ein Organ wartenden Patienten nicht gerecht werden. Außerdem wäre es, denke ich, auch wichtig, den Menschen, die selbst keine Organ spenden wollen und daher oft “Angst” vor der Änderung der Organspende-Regelung haben, klar zu machen, dass es sowieso äußerst unwahrscheinlich ist, dass sie nach ihrem Ableben für eine Organspende infrage kommen, da sie viel wahrscheinlicher vor dem Hirntod einen Herztod erleiden werden.
    Zum Thema Zeitumstellung glaube ich ehrlich gesagt, dass die Sommerzeit auch im Winter für die meisten Leute mehr Benefit hätte. Ob die Sonne jetzt um 8 oder 9 aufgeht ist schließlich egal, wenn die meisten eh um 6 oder 7 zum arbeiten aufstehen müssen. Dafür wäre es am Feierabend eine Stunde länger hell. Ich zumindest schaffe es im Dezember manchmal nicht vor Sonnenuntergang, die Arbeit zu verlassen, obwohl ich auch schon vor Sonnenaufgang anfange, und würde die eine Stunde nachmittags länger hell sehr begrüßen.
    Die Idee mit der Weltzeit finde ich super! :)

  40. Hallo,

    danke für euren Beitrag zur Organspende. Zu euren Überlegungen zum “Zwang” sich mit dem Thema Tod/ Organspende auseinander zu setzen, hätte ich noch folgende Anmerkung bzw. folgendes Argument: Stirbt eine Person einen Hirntod und hat sich (wie der Großteil unserer Mitbürger), aus welchen Gründen auch immer nicht damit auseinander gesetzt, ob und welche ihrer Organe gespendet werden sollen, so löst sich dieser Entscheidungszwang ja nicht in Luft auf. Die behandelnden Ärzte kommen dann in einer ohnehin schon emotional schwierigen Situation auf die Angehörigen des Toten zu, um diese zu einer (aus medizinischen Gründen notwendigerweise) schnellen Entscheidung zu befragen. Ich finde, mit dem Anerkennen des Rechts sich nicht mit seinem Willen zur Organspende befassen zu müssen, wälzt man den Zwang zur Entscheidung auf seine Angehörigen ab. Vielleicht könnte man das auch noch bedenken und anführen.

    Viele Grüße

  41. Hallo Ulf, Phillip,

    zwei kurze Anmerkungen zu impfpflicht und zu Organen.
    Bei der impfpflicht hat mir bei eurer Diskussion zur potentiellen verfassungsmässigkeit der Aspekt gefehlt (nur wikipediawissen, aber ich hatte das irgendwie im Ohr) das es jahrzehntelang in der BRD eine impfpflicht gegen pocken gab die scheinbar nicht von Gerichten eingefangen wurde.

    Bzgl der Organe finde ich noch folgenden Gedanken ganz interessant: bei dem Vorschlag bei Abfrage bei Beantragung des personalausweises gibt es m.e. noch zwei weitere Vorteile:
    – man hat ganz natürlich eine gewisse Ac laufzeit der Entscheidung, d.h. man wird spätestens 10jahre später( oder wie lange der Ausweis dann jeweils hält) erneut gefragt
    -man hätte die Möglichkeit die Daten eben *nicht* in einem zentralen Register sondern lokal auf dem Ausweis zu speichern. Der wird natürlich dann nicht in allen fällen vor ort sein aber ich vermute dass genügend Menschen ihren Ausweis häufig genug mit sich herum tragen. Und das würde uns ersparen eine bundesweite Datenbank aufzuziehen in der im wesentlichen alle erwachsenen Bürger ( oder nur die verweiger? Oder die die zuatimmen?, auf jeden Fall relevant viele) drin stehen. Datenschutzrechtlich sind solche Datenbanken m.E. zu vermeiden wenn sie nicht nötig sind und dass was mich als organspendeausweisbesitzer viel mehr stören würde als alles andere in diesem kontext

    Liebe grüße
    Johannes

    • @Pocken: Der Hinweis ist historisch korrekt, aber die Krankheiten sind nicht vergleichbar, weil die Letalität bei Pocken deutlich höher ist als bei Masern – 30% im Vergleich zu 0,1%. Und die Überlebenden sind bei Pocken für den Rest ihres Lebens gezeichnet. Außerdem gab es damals eine Initiative der WHO, die Pocken komplett auszurotten, die inzwischen ja auch erfolgreich war:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Pocken

      Insofern haben wir denke ich aus gutem Grunde auf den Vergleich verzichtet.

      • Hallo Ulf,

        Danke für den Hintergrund und die schnelle Rückmeldung!

        Schönes Wochenende
        Johannes

  42. Zur Zeitumstellung; ist die Wahrnehmung der langen Nächte nicht dadurch bedingt, dass wir das ganze Jahr den Berufstakt star halten (nine-to-five)? Man könnte den Arbeitsbeginn ja auch der Sonne nachführen, dann würde man im Sommer halt früher anfangen und früher Zeit zum Genießen der Sonne haben.

    • Die Chronobiologen sagen: Ja, wir – vor allem Schüler – sollten später mit der Schule anfangen. Aber in der Sommerzeit stehen im Gegenteil noch eine Stunde früher auf, gehen aber nicht früher ins Bett. Die argumentieren: Winterzeit UND später aufstehen/arbeiten.

  43. 6. April 2019 um 14:08 Uhr
    Thomas Hesselbarth

    Ihr batet um Deutungen für Min. Barley‘s widersprüchliches Verhalten (ihre geplante Zustimmung zum EU Urheberrecht): Wenn die These vom politischen Deal zw. D und F zu Nordstream 2 stimmt, wäre ihr Verhalten ja kein Wunder (inner-SPD- sowie Regierungsdisziplin). Ob die These stimmt ist wohl formal offen, aber nach aller Erfahrung halte ich die These für sehr wahrscheinlich. Dass Politik unappetitlich ist, und zwar nicht erst seit G. Schröders Engagement für russische Staats- und Firmeninteressen, sollte hier nun wirklich niemanden wundern… Gruss!

  44. Hallo ihr Beiden,
    danke für die wie immer tolle Folge!
    Mich persönlich bewegt das Thema Zeitumstellung sehr, und ich kann es einfach nicht verstehen dass man sich eine dauerhafte Winterzeit wünscht.
    Die Argumente der Gesundheit scheinen mir wenig plausibel, wie jetten alle dauernd durch die Welt oder am Wochenende nach London, da hat auch keiner gesundheitliche Zeitprobleme.
    Sicherlich ist es sinnvoll wenn sich der Tagesablauf an der Sonne orientiert, aber wer steht bitte im Sommer um 4 Uhr auf? Und wer geht abends um 8 ins Bett? Und im Winter steht man sowieso im Dunkeln auf, egal ob Winter oder Sommerzeit. Ob man dann eine Stunde im Büro sitzt während es draußen dunkel ist oder zwei spielt doch keine Rolle. Wenn man Glück hat kann man dafür sogar im Hellen nach Hause kommen
    Der wirklich entscheidende Faktor ist doch die Lebensqualität, und da sind lange Sommerabende nun mal unersetzbar. Ich kenne niemanden der Bereit ist dies aufzugeben, und fände es persönlich einen enormen Eingriff in mein persönliches Glück wenn diese schöne Zeit wegfallen würde.
    Sicherlich mag es Berufsgruppen geben die von langen Sommerabenden nix haben weil sie z.B. früh ins Bett müssen, aber Ausnahmen gibt es immer, die große Mehrheit dürfte davon profitieren, man gehe mal im Sommer abends in einen städtischen Park etc…. Und dass es viele Menschen gibt, die zu unterschiedlichen Zeiten aufstehen müssen und arbeiten zeigt ja auch, dass es so gesundheitlich schlimm nicht sein kann, ich glaube nicht dass alle Bäcker krank und depressiv sind

    Naja, in ewiger Winterzeit möchte ich nicht leben, sollte die Mehrheit das anders sehene (was mir absolut unverständlich wäre), wander ich zur Not aus;)
    LG Niko

    • Für die Klientel, die sich an Sommerabenden im Park aufhält dürfte die Außentemperatur und nicht die Helligkeit entscheidend sein. Ansonsten dürfte sich ja nach Einbruch der Dunkelheit keiner mehr im Park aufhalten.

      Im Übrigen frage ich mich, wieviele Menschen ihre Sommerabende durchgehend draußen verbringen und wieviel Prozent der Bevölkerung dies entspricht. Jeder der schulpflichtige Kinder hat und/oder um 6 wieder aus dem Bett muß, wird wohl kaum täglich bis 23 Uhr in einem Park abhängen.

    • Immer schön wenn einer von sich auf die Allgemeinheit schließt.

      Es ist für mich ein Lebensqualität wenn ich am Morgen vor der Arbeit bei Sonne laufen gehen kann. Wenn ich mein Kind auch im Sommer spätestens um 8 Uhr ins Bett bringen kann. (Weil es eben schneller abkühlt oder weniger lange noch hell ist)
      Auch im Büro macht es für mich einen Unterschied ob es noch 2 oder 3 Stunden dunkel ist. (Anscheinend haben Sie ein Kellerbüro ohne Fenster)

      Nur weil Sie ihren Tagesmittelpunkt lieber um 13 /14 Uhr haben gilt das nicht für alle.

      Wenn lange Sommerabende so wichtig sind sollten wir besser bei der Zeitumstellung bleiben.

    • Leider habt ihr das Thema Zeitumstellung sehr stiefmütterlich behandelt. Wenn du das, Philip, was du als „lange Abende“ beschreibst, gerne weiterhin haben möchtest, kannst du auch künftig einfach im Sommer eine Stunde früher anfangen zu arbeiten, das sollte dir als Selbständiger nicht schwerfallen. Der Effekt ist genau derselbe. Weil im Sommer Abende mit der Sommerzeit länger wirken (der Blick auf die Uhr zeigt eine spätere Uhrzeit), denken wir, dass wir mehr Tageslicht haben, weil es „später“ dunkel wird. Gerade Nachtmenschen gehen daher dieser Illusion auf den Leim. Auf Idee, den Chef zu bitten, im Sommer eine Stunde früher (!) anzufangen, damit am Abend noch mehr Tageslicht übrig ist, käme sicherlich kein Nachtmensch (was genau dasselbe ist wie die Sommerzeit). Diesen Logik-Fail, dem insbesondere viele Nachtschwärmer und Langschläfer unterliegen (auch hier in den Kommentaren), aufzuklären, habt ihr leider nicht geschafft. Eure gespielte Naivität, um Sachen besser zu erklären, in allen Ehren, aber so entsteht der Eindruck, dass wieder mal jemand die Zeitumstellung nicht verstanden hat.

  45. Organspende

    1) Ich verstehe das Freiheitsargument in diesem Punkt nicht. Ist das hier nicht reine Status Quo Abhängikeit. Ich hbae seit 40 Jahren eine Spendeausweis.
    Wurde da nicht mein Freiheit eingeschränkt da ich exklusiv erklären muss ja ich will spenden?

  46. Sehr geehrtes Lage-Team,

    ich habe voll Interesse die Diskussion zum Thema Organspende verfolgt. Ich bin selbst Ärztin in einem großem Krankenhaus und habe im Rahmen meiner Facharztausbildung mehrere Jahre auf Intensivstationen verbracht. Ich bin natürlich für ein Ermöglichen von Organspende und finde den Diskurs darüber, wie es mehr Menschen ermöglicht werden kann, ein lebensrettendes Organ zu erhalten, wichtig und richtig.

    Ein Thema, welches von weder von Ihnen noch an anderer Stelle adressiert wird, ist der enorme Arbeitsaufwand, der mit einer Organspende für ÄrztInnen und Pflegepersonal entsteht. Im Hinblick auf die Krankenhäuser bezieht sich die politisch- und medialgeführte Diskussion isoliert auf die Vergütung, bzw. den monetären Mehranreiz für die Krankenhäuser. Immer wieder klingt der negative Unterton “Gesundheitsversorgung ist eine reine Geldfrage, Klinikleitungen und Personal sind gierig und geizig” durch.
    Die Tatsache, das jede Organspende einen enormen organisatorischer und bürokratischen Aufwand – pro Schicht pro Patient locker 4-6 Extrastunden Arbeit für Ärzte und Pflege – bedeutet im Rahmen eines bereits sehr arbeitsreichen Alltags – wird völlig außer Acht gelassen.

    Ich bin absolut dafür, dass mehr Organspenden durchgeführt werden müssen aber es muss unbedingt darüber geredet werden, was die Krankenhausverwaltung mit der besseren Vergütung tatsächlich im Arbeitsalltag realistisch umsetzt: bei dem schon jetzt bestehenden Ärzte und Pflegemangel und der absoluten Überlastung muss eine Verbesserung der Arbeitsbedigungen (und hier meine ich nicht die Vergütung sondern die Bereitsstellellung von mehr Workforce und/oder ein wirkliches Outsourcen dieser Mehrarbeit an zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Organspende) ein Thema der Diskussion werden.

    Beste Grüße
    Lea

    • Hallo Lea,
      sehr wichtiger Punkt – allerdings denke ich, dass dieser Punkt durch das am 1.4. in Kraft getretene Gesetz angegangen wird. Oder übersehe ich was?

      • Meine Befürchtung ist leider, dass dieses Gesetzt zu unkonkret ist und mehr auf die “allgemeine Vergütung der Organspende” und auf die “Verbesserung der Information durch Personalzuwachs im Sinne eines oder einer Transplantationsbeauftragten mit Aufklärungsauftrag” abzielt. Eine verbindlicher Anspruch, an der direkten Arbeitsfront mehr medizinisches Personal bereit zu stellen ist, soweit ich das übersehen kann aber nicht verschriftlicht. Hier sieht man häufig von Seiten der Politik und der assoziierten Klinikleitung eher eine “wird-schon-irgendwie-kompensiert-Haltung”. Gerade in Anbetracht der bristanten Themen des Pflege- und Ärztemangels und auch nahenden Ärztestreikes wäre in hier eine konkrete Zielformulierung zum Aufstrocken des Personals wichtig. Ich hoffe aber, dass sich mein Einwand in ein paar Monaten als zu pessimistisch erweist.

  47. Sehr geehrte Lage,
    Ihre Ansichten zur Kriminalitätsentwicklung sind aus meiner Sicht nur bedingt richtig.
    Gemäß der BKA Fallentwicklung Grundtabelle sind zwar die Straftaten (insgesamt) um 3.6% gesunken. Die Anzahl der Mord (010000) sind jedoch um 14,8% gestiegen. Damit war die Steigerung wesentlich höher als 2017, wo der Anstieg nur 3,2% betrug.
    Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (100000) sind um 13,2 % gestiegen. Der Anstieg dieser Kategorie hat sich damit abgeschwächte, denn in der PKS (2017) betrug der Anstieg noch 18,2%.
    Ein Schluss daraus muss jeder selber ziehen.
    Mfg
    Peter

    https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2018/BKATabellen/bkaTabellenFaelle.html?nn=108686
    https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2017/BKATabellen/bkaTabellenFaelle.html?nn=96600

    • Hab ich das falsch in Erinnerung oder war nicht der Punkt bei der sexuellen Selbstbestimmung, dass sich da die stafrechtlich relevanten Handlungen rechtlich geändert haben (in dem Sinne, dass mehr Taten nun strafbar sind)?

      • Korrekt, ich weiß aber nicht, ob es daran liegt. Gerade in diesem Bereich könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es eine höhere Sensibilität gibt, sodass bei gleich bleibender Anzahl an Taten wesentlich mehr Strafanzeige gestellt werden.

    • Hallo und vielen Dank für die Lage(n). Ich bin begeistert.

      Zum Thema PKS empfinde ich – wie Peter – Eure Darstellung deutlich zu knapp und einseitig. Nur einige Beispiele:

      Die Annahme, dass alle polizeilich angezeigten Straftaten in der PKS erfasst werden, ist schlicht falsch. Es werden nur die Anzeigen in der PKW erfasst, zu denen aus polizeilicher Sicht eine Straftat in Deutschland anzunehmen ist. Stellt der Kriminalbeamte also fest, dass der tatsächlich angezeigt Fall eine “Auslandstat” oder strafrechtlich unbedeutend ist, leitet er das Verfahren eben ohne PKS-Erfassung der Staatsanwaltschaft (zur Einstellung) weiter.

      Der Tatort-Aspekt (“Auslandstat?”) darf nicht unterschätzt werden, wenn in der Cybercrime nach aktueller Weisung als Tatort eben nicht Deutschland anzunehmen ist, sofern kein konkreter Anhaltspunkt dafür besteht. Als Ort, in dem der Schaden realisiert wird, reicht “Deutschland” zur Erfassung in der PKS eben nicht.
      Konkret unterbleibt damit bei “Erpressungstrojanern” (aber auch bei betrügerischer Kreditkartenzahlung bei einem außerdeutschen Händler (“Carding”) oder Verfahren des CEO-Fraud, …) wegen der Tatort-Definition die PKS-Erfassung. Sehr viele (“alle” wäre nur leicht übertrieben) dieser Cybercrime-Anzeigen werden also in der PKS trotz Belastung der Geschädigten in Deutschland nicht abgebildet. Die Aussage, dass die “Anzeigen” laut PKS rückläufig (oder steigend) sein könnten, wäre rein vernünftig nicht möglich. Diese (also die Anzeigen) werden nicht erfasst.

      Letztlich will ich nur kurz auf absolute, quantitative Bewertung im Ganzen eingehen. Einige Delikte (Kapitaldelikte z. B.) belasten die Bevölkerung natürlicherweise stärker als Massendelikte. Die Quantität dokumentiert damit kaum die Qualität der tatsächlichen Straftaten. Da sollte man differenzieren.

      Über grundsätzliche Aussagen zu Statistik gerade bei Analyse im politischen Kontext will ich gar nicht eingehen.
      Dies ist nur schnell geschrieben mein Eindruck.

      Macht gerne weiter so! Nochmals Danke!

  48. Frage zur Organspende:
    Wenn jemand nicht spenden möchte, folgt daraus ein Opt-Out zur Erhaltung eine Spende?

    • Sie meinen, ob man als Nicht-SpenderIn keine Organe erhält? Das ist nicht der Fall. Jede/Jeder darf Organe, egal ob er/sie spendet oder nicht, erhalten.

  49. Hallo,
    erstmal vielen Dank für die spannende neue Podcast-Folge.

    Bezüglich des Abstimmungsverfahrens im Rat habt ihr euch zumindest sehr missverständlich ausgedrückt.
    Deutschland repräsentiert 16,2% der EU-Bevölkerung. (https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/9063743/3-10072018-BP-DE.pdf/95b21d9e-d8ed-47ad-881d-318fe9bdb147)
    Für eine Sperrminorität sind mindestens 4 Mitgliedstaaten erforderlich. Andernfalls hätte Deutschland ja sogar ein Veto-Recht.

    Wenn das Abstimmungsverhalten von Deutschland tatsächlich das Zünglein an der Waage der Urheberrechts-RL ist, müssten auch einige andere Mitgliedstaaten dagegen stimmen. Habt ihr das in einer früheren Folge erwähnt oder wisst ihr dazu mehr?

    Würde mich mal sehr interessieren.

    Beste Grüße

    • Wir haben das doch genau beschrieben: Angesichts der Mehrheitsverhältnisse kommt es bei DIESER Abstimmung auf D an, weil die anderen Staaten sich in die eine oder andere Richtung festgelegt haben. Niemand hat behauptet, dass D ein Vetorecht hätte.

      • 6. April 2019 um 11:11 Uhr
        Jaspar Seidlitz

        “Zustimmen müssen 55% der Mitgliedstaaten und zusammen müssen diese zustimmenden Staaten 65% der EU-Bevölkerung repräsentieren. Und das heißt: Ohne Deutschland gibt es keine Mehrheit bei dieser Abstimmung im Rat. Gerade weil bei den anderen Mitgliedstaaten im Rat klar ist, dass niemand mehr umfallen oder seine Meinung ändern wird.”

        Ich fand eure Ausdrucksweise an dieser Stelle missverständlich und habe es eher so verstanden, dass alle anderen Mitgliedstaaten pro Richtlinie sind. Möglicherweise ist es aber auch nur bei mir falsch angekommen – jedenfalls wäre es spannend zu erfahren, welche Staaten gegen diese Richtlinie stimmen werden.

        Keinesfalls wollte ich sagen, dass ihr ein behauptet hätte, es gäbe ein Vetorecht. Das wird lediglich suggeriert, wenn man euch missversteht.

  50. Verhaltensforschung zum Thema Organforschung:

    https://youtu.be/9X68dm92HVI?t=302

    Dan Ariely “Are we in control of our decisions”.

  51. Guten Morgen zusammen,

    zum Thema Organspende kam mir eben noch eine Idee, was die skezpis von vielleicht einigen Menschen dem gegenüber angeht. Ich habe jetzt keine Zahlen oder ähnliches parat, ob das überhaupt ein Problem bei der Skepzis ist oder nicht, aber ich erläutere es mal einfach:

    Jemand ist erst dann Organspender, wenn er von zwei unabhöngigen Ärzten als “Hirntot” gilt und damit nicht mehr eigenständig lebensfähig. Die Information, ob er überhaupt Organspender ist oder nicht, erfolgt dann erst nach dieser Diagnose und nicht schon während der Behandlung.
    Damit will ich natürlich keinem Arzt unterstellen, er würde so eine Diagnose aus anderen Motiven stellen oder gar den Tod herbeiführen, wollen! Es würde aber vielleicht manchen skeptikern dem Thema gegenüber etwas mehr vertrauen schenken, dass er in guten Händen ist und alles medizinisch mögliche versucht wurde. Einen Nachteil bei so einem Prozess kann ich auch nicht erkennen, wenn die Organspendeinformation erst ganz zum schluss offenbart wird.

    Viele Grüße

  52. Auch wenn ich tendenziell für ein Impfpflicht bin kann ich das Argument, es könnte dazu führen gegen andere Krankheiten würde dann evt seltener geimpft durchaus nachvollziehen. Außerdem hatte ich den Wortlaut so verstanden als wäre das keine Theorie sondern in anderen Ländern mit Impfpflicht schon so festgestellt.

    Und ich finde es leider sehr gut vorstellbar das dann mehr Leute sagen, naja natürlich impfe ich gegen die Pflichtkrankheiten aber dann noch die ganzen freiwilligen Sachen dazu finde ich etwas viel, so schlimm kann das ja nicht sein… sonst wären die ja auch Pflicht.

    • Ich finde eine Impfpflicht auch nicht unbedingt sinnvoll.

      Vielmehr sollte es so sein das ungeimpfte Kinder der Zugang zu staatlichen Kitas und Schulen nicht möglich ist. Ausgenommen sind natürlich die Kinder die aus tatsächlichen (medizinischen) Gründen nicht geimpft werden können oder keinen Impfschutz entwickeln.

  53. Die Briten sollen sie sich bis zum 12. 4. einigen oder endlich rausgehen. Wir spielen ihr Spielchen schön mit und die Briten haben mal wieder ihren Bonus. Pacta sunt servanda. Die EU kann nichts dafür, dass May erst 5 vor 12 einfällt mal mit dem Oppositionsführer zu reden. Die hatten JAHRE Zeit. Wenn die nicht jetzt endlich gehen wird das Damoklesschwert des Brexits über Jahre über der EU hängen.

    Wenn man jetzt diesen doch sehr schönen Termin vor der EU-Wahl platzen lässt, kann man auch gleich einen Verlängerungs-Automatismus bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag einrichten.
    Da fehlt dann ja jeglicher Druck sich zu einigen. Ein Schrecken ohne Ende.

    Solchen Politikern muss endlich das Handwerk gelegt werden, sonst war es das mit der EU und die Nationalisten übernehmen das Ruder in Frankreich, den Niederlanden und womöglich auch Deutschland.
    https://twitter.com/Jacob_Rees_Mogg/status/1114086264024727554?s=19

    • Das sehe och genauso. Die EU baded das innenpolitische Versagen in UK aus.

      Meiner Meinung nach bringe eine Verlängerung um bis zu einem Jahr auch nichts.
      Die Britten müssen in diesem einen Jahr ihr komplettes politisches System überarbeiten um tatsächlich eine demokratische Meinungsfindung durchführen zu können. (Mehrheitswahrecht in UK)

      Die Britten sollten mit No-Deal rasugehen. Dann sollten Sie ihre internen poltischen Probleme demokratisch lösen und in 2-5 Jahren einen Neuantrag stellen. Dem dann schnellstens ohne iregndwelchen Sonderrechten zugestimmt wird.

  54. Bzgl. Impfpflichtdiskussion scheint mir der Faktenfinder der tagesschau diesbzgl. noch relevant zu sein:
    https://faktenfinder.tagesschau.de/inland/spahn-masern-impfung-101.html

    Ansonsten scheint mir die Auswahl an Informationen doch sehr den Quellen anzuhängen, die gerade Bert Ehgartner in seinem verlinkten Blogpost so treffend kritisiert. Um bei eben dem zu bleiben, noch dies hier https://ehgartner.blogspot.com/2018/12/was-ist-gefahrlicher-die-krankheit-oder.html

    Der Hinweis, man atme ja auch Aluminium ein scheint mir völlig unangemessen, wenn man den Weg des Aluminiums bei der Impfung mit dem beim Einatmen vergleicht. Die Diskussion beim Aluminium wird aber m.E. genauso irrational geführt, wie bei den Impfungen. Interessant nur, wieviele Hersteller Aluminium(salz)freie Deos auf den Markt gebracht haben, kann ja so falsch nicht sein oder alles Marketing um den hysterischen paar Prozent der Bevölkerung nach dem Mund zu reden?

    Schade, dass es im Internet quasi unmöglich zu recherchieren ist ohne entweder auf “böse Impfgegner bedrohen unsere Kinder mit dem Tod” oder “die Bösen … (Beliebiges einsetzen) wollen uns mit den Impfungen … (erneut Beliebiges einsetzen)” Informationen zu treffen.
    Gruß,

    • 6. April 2019 um 10:00 Uhr
      Thomas Anderson

      Hm, also Treffer 1 bei Google zu “aluminium in impfstoffen” war bei mir ein sehr emotionslos geschriebener, eindeutiger Spiegel Artikel.

      Ich denke, das Problem liegt eher darin, dass die Wissenschaft sich im großen einig ist, du dir aber eine ergebnisoffene Diskussion wünschst, bei der am Ende alle Studien zum gleichen Ergebnis kommen, alle Autoren widersprüchlicher früherer Studien ihren Fehler einsehen und auch der letzte Impfgegner sagt: juo, sorry, hab mich geirrt, impfen ist gut (oder der letzte Impfarzt sagt: sorry, Impfen war ein Irrweg, mach ich nie wieder).

      Und selbst dann wird sich irgendwo jemand erheben und behaupten: Klar, 100% Zustimmung… Mk Ultra ich hör dich tapsen. Wir können uns nicht mal darauf einigen ob die Erde eine Kugel oder Scheibe ist, aber bei Impfungen ist man sich plötzlich einig? Verschwörung!

  55. Hallo ihr Beiden,
    Meiner Meinung nach würde der Vorschlag von Fr. Baerbock die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger ebenfalls beeinflussen, möglicherweise sogar in größerem Maße als der Vorschlag von Hr. Spahn. Der Grund dafür liegt darin, dass die Entscheidung nach dem Vorschlag von Fr. Baerbock, auch wenn sie nur in Form eines Kreuzes auf einem Formular getätigt würde, doch dann von einer/einem Sachbearbeitenden in persönlicher Anwesenheit bearbeitet werden würde. Dieses könnte zu einem Effekt vergleichbar mit dem Interviewer*inneneffekt aus der Sozialwissenschaftlichen Forschung führen, welcher das Antwortverhalten aufgrund von bspw. sozialer Erwünschtheit in eine Richtung beeinflussen könnte. Angesichts der generellen Zustimmung von fast 85% innerhalb der deutschen Bevölkerung wäre so ein Effekt nicht auszuschließen. Ein derartiger Effekt würde bei einer postalischen Beantwortung (Verneinung) nicht in derartigen Maße auftreten. Nicht jede Person möchte von einer anderen Person direkt mit ihrer Entscheidung konfrontiert werden können, und sei es auch nur in Form eines Blickes. Einfach ‚Nein‘ zu sagen, ist in dem Falle somit nicht so einfach, wie dies in einem Formular zu tun, welches ohne persönlichen Kontakt bearbeitet wird.
    Liebe Grüße!

  56. Bei Organspenden könnte man auch einfach einen Markt einführen, um einem Angebotsmangel gegenzusteuern. Ihr hättet das ja zumindest mal diskutieren können. Eine Implementierung eines legalen Organmarktes gibt es ja etwa im Iran: http://www.econtalk.org/tina-rosenberg-on-the-kidney-market-in-iran/

    Denkbar wäre hierzulande ja statt eines Opt-Outs auch eine Anreizschaffung für Opt-In, indem man die Leute einen Preis für ihre Organe festlegen lässt. Hätte natürlich seine eigenen ethischen Bedenken, aber einen Organspendeausweis mit Preisauszeichnungsmöglichkeit würden vielleicht mehr Leute ausfüllen, als gegenwärtig Leute Organspendeausweise ausfüllen.

    • Das ist jetzt ein Troll-Post, oder?

      • Was veranlasst Sie zu der Frage? Haben Sie sich die verlinkte Podcastfolge angehört? Wenn sie auf der Seite nach unten scrollen oder den Ankerlink verwenden, können Sie auch das Transkript lesen: http://www.econtalk.org/tina-rosenberg-on-the-kidney-market-in-iran/#audio-highlights

        Aspekte für und wider werden dort angesprochen. Es geht dort jedoch zugegebenermaßen nur um Nieren, aber auch daran wird ja schon einiges deutlich. Beispielsweise die alternativen Kosten, die durch Dialyse entstehen bei gleichzeitig schlechterem Ergebnis der Blutreinigung. Die Aufwände, die lebenden Spendern entstehen (Anreise zu geeignetem Krankenhaus, stationärer Aufenthalt, Arbeitsausfall nach dem Eingriff, generelles Operationsrisiko). Der Gast nennt dort Untersuchungen, die die Höhe einer geschätzten erforderlichen Kompensation für den Spender auf etwa $15.000 für eine Niere beziffern für ein dabei untersuchtes Land. Aber hören Sie sich die Episode doch am besten an oder lesen Sie das Transkript, bevor Sie anfangen, sich zu empören, ohne zu wissen, worüber.

        • Ich weigere mich, mich damit ernsthaft zu beschäftigen. Gesundheit sollte keine Handelsware sein. Es gibt eben Dinge, deren Diskussion sich verbietet.

  57. Bei der Widerspruchlösung sollten auch Menschen mit Lernschwierigkeiten (geistiger Behinderung) berücksichtigt werden. Denn ich denke, es ist schon viel verlangt, sich darüber zu informieren, wo und wie Widerspruch eingelegt werden kann. Daher würde ich den Vorschlag von Frau Bearbock bevorzugen, der es Möglich machen würde, die Menschen an Ort und stelle über ihre Rechte zu informieren.

  58. Auf eure Frage im Podcast: ich finde es super, dass ihr Stellung bezieht und euch danach ausrichtet. ‘Mehr Luft und Fragezeichen’ braucht es meiner Meinung nach nicht. Eure Haltung macht die Lage gerade spannend – vor allem in der deutschen Medienlandschaft, in der euer Ansatz einfach fehlt.

    • 5. April 2019 um 23:28 Uhr
      Keyan Ghazi-Zahedi

      Das sehe ich ganz genauso. Bitte weitter Stellung beziehen. Oft teile ich die Meinung, manchmal auch nicht. Gerade in solchen Fällen überlege ich dann warum ich andere Meinung bin. Für mich ist das wertvoll.

  59. Was mich bei der Zeitumstellung wundert, ist, dass gefühlt gar keine Zwischenlösungen diskutiert wurden. Es wäre doch ein Leichtes, die Uhr jeden Monat zehn Minuten zu verstellen. Da käme doch alle sechs Monate auch eine Stunde bei heraus, während die Belastung für den Menschen geringer ausfiele.

    • Zeitumstellungen verursachen einige Probleme, z.B. bei der Bahn.
      Ein häufigeres Umstellen mit noch schwieriger zu rechnenden Einheiten macht sowas nur noch schlimmer.

  60. Die Möglichkeit einer Impfpflicht dürfte rechtlich wenig strittig sein. In der Bundeswehr sind ja bestimmte Impfungen bereits dienstlich vorgeschrieben, und Impfungen wurden, als die Wehrpflicht noch nicht ausgesetzt war, durchaus auch gegen den bekundeten Willen einzelner Soldaten durchgeführt.

  61. Sorry, Ulf, m.E. nicht haltbar: Die körperliche Unversehrtheit schützt auch die Leiche. Sonst würde der Grundrechtsträger im Augenblick seines Todes zum bloßen Objekt staatlichen Handelns, was nicht mit der Menschenwürde vereinbar wäre. Das mag in anderen Rechtsordnungen gehen – legt vorsorgendes Handeln nahe, wenn man in so ein Land reist. Aber nach deutschem Verfassungsrecht greift die überragende Bedeutung der Menschenwürde durch, und es ist m.E. ein Zeichen des Verfalls grundrechtlicher Standards, dass aus verfassungsrechtlicher Sicht überhaupt so argumentiert wird, wie du es in dieser Folge getan hast. Die Zustimmung des Betroffenen zu einem Zugriff auf die körperliche Substanz ist auch nach dem Tod unabdingbar.

    • Ergänzung: Angenommen, ein Angehöriger widerspricht? Wie steht es denn um dessen Interessen? Muss die/der Partner mitansehen, dass der/die Partner/in in dieser Weise verwendet wird? Es hat seinen guten Grund, dass bisher sich noch niemand getraut hat, eine Widerspruchslösung tatsächlich einzuführen. Es wäre ein Dammbruch.

      • Hirntote als “Leichen” zu qualifizieren ist m.E. auch sehr realitätsfern.

        Zu solchen Einschätzungen kommt es, wenn Organtransplantation nicht konkret in ihrem Ablauf beschrieben und durchdacht werden. Das daran beteiligte Personal zB würde nicht von “Leichen” sprechen. Dasselbe gilt für Angehörige (auch solche von langjährigen Komapatienten).

        Empfehlenswertes Buch zum Thema: https://www.deutschlandfunkkultur.de/sterben-um-leben-zu-retten.950.de.html?dram:article_id=137937

        • Guter Punkt, war mir gestern Abend leider entgangen. Gerade *weil* es sich nur um Hirntote handelt, greift das Argument, die Leiche sei vom Schutzbereich von Art. 2 II 1 GG nicht erfasst, bei der Organspende nicht ein. Der Organismus wird in Funktion gehalten. – Es wird auf eine Grundsatzentscheidung hinauslaufen, denn falls das Gesetz in Kraft träte, würde ich auf jeden Fall dagegen rechtlich vorgehen.

        • Info: Auf der Website des Bundesverfassungsgerichts taucht das Stichwort „Organspender“ nur in drei Entscheidungen aus dem Jahr 1999 auf. Dreimal nicht zur Entscheidung angenommen:

          BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 18. Februar 1999
          – 1 BvR 2156/98
          BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 11. August 1999
          – 1 BvR 2181/98
          BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 14. Oktober 1998
          – 1 BvR 1526/98