LdN121 CDU-Parteitag, Digitalpakt Schule, IT-Sicherheitslücken, Brexit, Frankreich, Jemen

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73 Kommentare

  1. Reichlich spät ist mir gerade aufgefallen, dass jegliche Links für den Jemen fehlen wie die versprochene Landkarte.

  2. Erst einmal ein großes Lob,
    2 Dinge waren mir wichtig zu erwähnen:
    1. fand ich die Lage definitiv nicht zu lang- ich denke im Gegenteil habt ihr sowieso eher ein Long run Publikum, welches das zu schätzen weiß
    2. beide Interviews fand ich extrem gut, gerade die Einschätzung zur Lage in Frankreich unfassbar differenziert, eine solch umfassende Einschätzung (wenn auch natürlich von der Meinung der interviewten Person eingefärbt) habe ich noch nie in einschlägigen Nachrichten lesen oder hören können.

    Insofern: bitte bitte weiter so. Vielen Dank!!

    • Ja, das Interview mit Frau Guérot war genial!! Das hat mich echt weitergebracht und die Situation besser verstehen lassen. Is ja immer schwer ein Land zu verstehen, dessen Sprache man nicht spricht…. Mit der Frau habt ihr echt einen klasse Interviewpartner gehabt! Danke!!

  3. Lieber Ulf, lieber Philip,

    ich höre die Lage sehr gerne als zusätzliches Informationsmedium und finde Eure Einschätzung oft spannend und differenziert. Ich finde insbesondere auch positiv das ich das Gefühl habe dass ihr aktiv auf einen korrekten Sprachgebrauch und entsprechende Zwischentöne achtet. In der dieswöchigen Sendung halte ich Eure Sprachwahl an 1-2 Stellen für nicht ganz gelungen, und wollte Euch das spiegeln – oft ist einem ja auch gar nicht so bewusst was man genau sagt, und wie es wirken kann.
    Bei Eurer Kommentierung der (auch in meinen Augen skandalösen) Aussagen von Frau Kramp-Karrenbauer bzgl. der Ehe für Alle sagst Du*:
    “Die Homo-Ehe (sic) in einem Atemzug zu nennen mit Inzest und Mehrehe, also Polygamie gleichzusetzen finde ich ein ziemlich starkes Stück. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Homosexuellen.”
    Hieran finde ich kritisch, dass Du* das Gefühl vermittelst der grundlegenden Argumentation der Aussage von AKK zu Folgen, nämlich dass Polygamie (Inzest ist nochmal komplizierter, würde ich sagen, aber auch da ist die Sachlage nicht eindeutig) grundsätzlich verwerflich und damit eine Beleidigung für homosexuelle Paare ist. Hier hätte ich mir eine grundsätzliche Distanzierung gewünscht. Es ist klar dass es polygame Beziehungen gibt die auf Machtmissbrauch fußen, aber ich glaube dass man mit bewusstem Nachdenken oder nach Begegnungen mit polygam oder polyamorös lebenden Menschen zu der Einschätzung kommen kann dass Polygamie nichts konzeptionell verkehrtes sein muss sondern eine sehr gesunde und wohltuende Beziehungsform sein kann. Es ist lediglich ungewöhnlich, man hat ggfs. nicht so viele Berührungspunkte und natürlich gibt es da ungesunde und missbrauchende Einzelfälle – wie in allen anderen Beziehungsformen (wie zB der Ehe) auch.
    Ich hoffe es ist klar das es mir hier nur darum geht Euch zu spiegeln, wie ich den Kommentar an der Stelle aufgenommen habe!

    Ich danke Euch für Eurer Format und höre mal den Rest der Folge

    Johannes

    *Ich muss sagen, dass ich Eure Stimmen zwar gut ausseinanderhalten kann aber mir nie so ganz klar ist welche Stimme zu wem gehört, mir ist also nicht ganz klar wen ich gerade anspreche

  4. Hallo, kann mir jemand helfen? Bei welchem Podcast player unter Android kann ich wie auf die Karte von dieser und letzter Lage zugreifen?
    Ich habe zwei probiert (Podcast Republik und AntennaPod) und die Karte nicht gefunden.
    Danke im voraus.

  5. Zur “steigenden Ungleichheit“ in Deutschland (die aufgehende Schere zwischen Arm und Reich) als Grund gegen eine Soli Abschaffung: laut offizieller Statistik ist die letzten Jahre die netto Ungleichheit gesunken, und generell im internationalen Vergleich recht niedrig. Siehe http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?wai=true&dataset=ilc_di12

    • lieber PP, Fakten können hin und wieder auch einfach nur störend sein für das wohlige Gefühl der eigenen intellektuellen Überlegenheit… Ich möchte diesbezüglich einen meiner liebsten Kollegen zitieren: “durch Wiederholung entstehen Wahrheiten” – das gilt gerade auch für viele gesellschaftspolitische Diskussionen, die sich durch die ständige Postulierung von (drohender) Ungleichheit bequem legitimieren lassen.

  6. Hallo Ulf und Philip,

    zunächst einmal möchte ich mich meinen Vorrednern anschließen, mal wieder eine tolle Lage! Die beiden Interviews haben mir sehr gut gefallen, weil sie aufgrund ihrer Länge tiefgründige Einblicke bieten, die es in der normalen Berichterstattung so nicht gibt. Daher auch von mir der Wunsch, gerne auch in Zukunft wieder lange Folgen, ich habe genug Zeit zum hören, im Zweifel halt über zwei Tage verteilt, und wer sich nur für bestimmte Themen interessiert kann ja wie von euch vorgeschlagen die Kapitelmarken nutzen.

    Zum Inhalt, ich möchte Ulrike Guerot an einer Stelle unbedingt widersprechen. Sie redet davon, dass die Vermögenssteuer in Frankreich den Mittelstand zu sehr belastet und Macron sie deswegen abgeschafft hat. Zum einen hat Toni schon in einem anderen Kommentar erklärt, dass das so nicht unbedingt stimmt. Aber zum anderen, selbst wenn es so wäre, dass gibt es ja immer noch die Möglichkeit die Steuer entsprechend zu modifizieren (nicht ab 800.000€ Vermögen sondern erst ab 1,5 Mio. € oder ähnlich), dann wäre der Mittelstand, der vielleicht knapp von dieser Steuer betroffen wird, entlastet, aber die Superreichen mit 10, 20 oder 100 Mio. € Vermögen wären immer noch betroffen. Eine Vermögenssteuer ist kein An-/Ausschalter, sondern kann beliebig verändert werden. Wenn Macron die Steuer ersatzlos streicht, wirkt es für den normalen Bürger natürlich so, als macht er Politik für die Reichen, bzw. seine “alten Freunde” er war ja früher mal Investmentbanker.

  7. Bezüglich Länge der Lage:

    Ich hör sie auf Arbeit, da bin ich 8 Std. ^^

    Gerade die Interviews sind in ihrer Tiefe interessant, die Tiefe würde zu Lasten der Dauer verloren gehen. Also bitte nicht kürzer.
    Wenn ihr mehr Interviews führen könnt, dauert die Lage halt länger. Wird dadurch aber auch deutlich besser, denn trotz all der Vorbereitung seid ihr ja nunmal keine Experten für alles.

    Von daher: Daumen hoch und weiter so.

    • Sehr geehrter Herr K.,
      hiermit genehmigen wir nachträglich Ihren Antrag auf 2 Std. Urlaub für gestern, den 13.12.2018.
      MfG,
      Ihre Personalabteilung ^^

      • Ich darf dann davon ausgehen, dass du der papierstapelnden Zunft angehört, die von handwerklicher Produktion irgendwann im Studium mal was gehört hat.

  8. Moin,
    diese Folge war ein neuer Höhepunkt der Lage – schreibt einer, der die vorigen 120 alle gehört hat!
    Ich finde, der besondere Wert liegt darin, dass Ihr Interview Partner gefunden habt, die nicht einfach zusammenfassen, was ich die Woche über schon auf SPON, Tagesschau, Süddeutsche, etc. gelesen habe, sondern ganz neue Fakten UND Bewertungen einbringen.
    Bei dem Frankreich Thema wundere ich mich aber, dass von Euch dreien niemand auch nur ansatzweise das Vorgehen der Gelbwesten kritisiert. Oder meint Ihr, das macht die deutsche Presse ja schon zur Genüge? Autos anzünden und Straßen blockieren finde ich falsch. Irgendwo stand, allein aufgrund der so entstandenen Kosten werde das BIP Wachstum 0,2% niedriger ausfallen als erwartet.
    Meine Meinung: Macron hat genau den Fehler gemacht, den er seinen Vorgängern vorgeworfen hat. Als der Protest zu laut wurde, hat er nachgegeben. Dabei kann er die Gelbwesten gar nicht zufrieden stellen. Jetzt ist er in der Defensive, verliert kostbare Zeit, und gibt Milliarden für Trostpflaster aus. Schade!
    Gruß,
    Matthias

    • Welche ‘Gruppierung’ der Gelbwesten möchtest du denn kritisiert wissen?

      Soweit ich das mitbekommen habe ist das ja eben keine geschlossene Bewegung die du für die Ausschreitungen kritisieren kannst. Das ist so als ob du sämtliche Fussballfans für das Verhalten der Hooligans kritisieren wolltest.

  9. Zum Thema Brexit:

    Das hör ich in LNP auch immer, und Tim is Ja Brite.

    “Die einzige Möglichkeit ist der Exit vom Brexit!”

    Ich denke, das ist ein Filterbubble-Problem.

    Die Briten werden dass jetzt durchziehen, auch wenn es einen harten Brexit bedeutet.

    Es hört sich bei LNP und auch bei euch immer so an, als wäre es selbstverständlich, dass sie den Brexit abbrechen.

    Ich glaube daran nicht.

    • Sicher können sie das durchziehen. Man muß aber auch immer dazu sagen, daß ein harter Brexit die Aufkündigung des Good Friday Agreements und ein neues Unabhängigkeitsreferendum in Schottland bedeutet. Und es ist halt fraglich, ob tatsächlich 52% der Briten genau dafür votiert haben.

    • Ich stimme dir zu.

      Gerade bei diesem Thema wäre ich sehr sehr vorsichtig, irgendetwas als definitive Wahrheit darzustellen.

  10. Es gibt nur zwei große Städte in Frankreich? Paris und Lyon? Dabei vergisst sie schon die zweitgrößte Stadt Marseille.

  11. So aufschlussreich und informativ ich das Gespräch mit Ulrike Guerot fand, bin ich doch immer wieder erstaunt darüber, wie unsere Intellektuellen die von ihr so richtig beschriebene Situation/Stimmung in vielen europäischen Ländern einordnen und nach Lösungen suchen.

    Sie beschreibt treffend die Probleme: Arm/Reich-Verteilung in allen Ländern, Stadt-Land Unterschiede. Sie fordert europäische anstatt nationale Antworten.

    Nur denkt auch sie alles in den aktuellen eingefahrenen Strukturen, die uns erst dorthin geführt haben wo wir jetzt stehen. Sie fordert, wie alle anderen, auch Reformen (oder soll man es “Reförmchen” nennen?), die, wenn man Deutschland als Vorbild nimmt, nur die Kluft erweitern werden, zumindest auf lange Sicht. Alle “Lösungen”, insbesondere von Macron in Frankreich, aber eben auch in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und überall sonst, gehen in dieselbe Richtung:
    Weniger Staat, mehr Selbstverantwortung der Bürger, mehr Macht an private “Player” (Industrie, reiche Familien, etc.), Abschottung gegen alle anderen von außen.

    Ein Zitat, was immer wieder Albert Einstein zugeschrieben wurde, passt auf diese Situation mal wieder treffend: “Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.”

    Zusätzlich habe ich den Eindruck, dass unsere intellektuelle Bildungsschicht nicht einmal mehr in andere Richtungen denken darf. Unsere derzeitige Staats- und Gesellschaftsformen sind “alternativlos”. Und das obwohl sie uns genau hierhin geführt haben. Wir haben uns unsere “Bubble” so perfekt zusammengebaut, dass wir nun nicht mehr hinauskommen.
    Ich sage nicht einmal, dass man ein neues Gesellschaftsmodell dringend braucht, aber man muss es wenigstens mal denken und offen darüber diskutieren dürfen ohne direkt politisch und gesellschaftlich dafür an den Pranger gestellt zu werden. Aber solche Diskussionen sind einfach nicht mehr erwünscht. Der Status Quo muss um jeden Preis erhalten bleiben.

    Und nur weil jetzt bestimmt Fragen kommen: Nein, ich habe da keine Lösung parat. Dafür haben wir deutlich hellere Köpfe als meinen.

    Sorry für den Rant, aber das musste ich mal loswerden.

    Ansonsten: Top-Sendung, danke für all eure Mühen in den letzten Jahren. Macht weiter so.

    • “Weniger Staat, mehr Selbstverantwortung der Bürger, mehr Macht an private “Player” (Industrie, reiche Familien, etc.), Abschottung gegen alle anderen von außen.”

      Sorry, aber das hat sie im Interview einfach nicht gesagt. Im Gegenteil: Sie hat ja z.B. die schlechte Infrastruktur kritisiert und dass der Staat dort so wenig investiert. Sie hat auch die Anregung dort Behörden usw. anzusiedeln nicht abgelehnt. Sie hat doch sogar gesagt, dass das Macron viel Zeit und mehr Geld bräuchte. Mehr Geld bedeutet mehr Staat.

      In einem anderen Interview hat sie auch davon gesprochen eine europäische Arbeitslosenversicherung aufzubauen und die EU endlich sozialer zu gestalten.

      All das läuft in die genau gegenteilige Richtung, die du ihr hier unterstellst.

      In einem Punkt hast du natürlich Recht: Sie fordert Reformen und nicht die Revolution. Aber die Frage ist ob das hier überhaupt das Thema war. Ihre Vorschläge zur EU sind z.B. definitiv Revolutionär (Abschaffung der Nationalstaaten und ein Europa der Regionen).

      • Oh, sorry, das hätte ich wohl besser abgrenzen müssen.

        Die Aussage: “Weniger Staat, mehr Selbstverantwortung der Bürger, mehr Macht an private “Player” (Industrie, reiche Familien, etc.), Abschottung gegen alle anderen von außen.” war meine Zusammenfassung der Entwicklund der letzten Jahre, ich wollte das nicht Frau Guerot in den Mund legen.

  12. Da ihr nach Feedback bzgl. der letzten Folge, insbesondere der Länge von fast 2 Stunden gefragt habt, hier meine Empfindung:
    Ich fand diese eine der besten Sendungen, seit ich euch höre. Tolle Interviewpartner, super Themenauswahl. Nach meinem Empfinden darf ein Thema oder Interview lieber länger und ausführlicher sein. Gute Folge!

  13. Zum Exit vom Brexit: Da hätte ich mir presönlich auch eine inhaltliche Betrachtung gewünscht,
    aber das ist für den Podcast vielleicht etwas zuviel Detail. Man kann die EuGH-Entscheidung
    nämlich teilweise auch kritisch sehen. Warum war die EU-Kommission gegen die Möglichkeit des
    einseitigen Widerrufs des Austritts? Weil das natürlich der Ausnutzung dieser Option als
    Verhandlungstaktik Tür und Tor öffnet. Das UK könnte dann, weil das erzielte Verhandlungsergebnis unbefriedigend für sie ist, den Brexit kurzerhand vorläufig absagen, sich dann 2-3 Jahre neue Winkelzüge überlegen, mit denen man der EU weitere Zugeständnisse abpressen könnte und dann den nächsten Anlauf starten. Das mag vielleicht auf den ersten Blick absurd klingen, aber wenn man den Brexit-Diskurs auf der Insel folgt, gibt es da doch entsprechende Anzeichen. Beispiel: Irland ist bekanntermaßen stark vom UK abhängig, u.a. da der Warenverkehr zwischen Irland und der EU größtenteils über Großbritannien erfolgt. Wenn sich das UK also querstellt, könnte es da Versorgungsprobleme geben. Das ließe sich doch hervorragend als
    Druckmittel in den Verhandlungen einsetzen. Das sind natürlich (noch) abseitige Stimmen, aber immerhin von einem ehemaligen Kabinettsmitglied ins Spiel gebracht.
    (https://www.independent.co.uk/news/uk/politics/brexit-ireland-food-shortages-threat-risk-priti-patel-negotiate-better-deal-a8672326.html)
    In den Gutachten von Generalanwalt Manuel Campos Sánchez-Bordona wurde das Problem übrigens noch berücksichtigt. Er hat zwar auch empfohlen, dass der einseitige Widerruf möglich sein soll, aber nur wenn er nicht in missbräuchlicher Absicht erfolgt: “[…]does not involve an abusive practice.”
    (https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2018-12/cp180187en.pdf)
    Soweit ich das sehe, aber da mag mich ein kundiger Rechtsexperte korrigieren, hat der EuGH diese Einschränkung so nicht übernommen.

    • Ich muss sagen, hier hatte ich auch auf einen ausführlicheren Kommentar gehofft, denn für Laien sieht diese Entscheidung ganz schwer danach aus, dass sie den Briten als Rettungsanker dienen soll.

      Die EuGH-Entscheidung widerspricht ja auch Ulfs früherer Einschätzung (ich möchte es jetzt nicht raussuchen), wonach der Brexit-Prozess nicht einseitig zurückgezogen werden kann. Eben weil das Austrittgesuch damit völlig belanglos wird.

      • für Laien sieht diese Entscheidung ganz schwer danach aus, dass sie den Briten als Rettungsanker dienen soll

        richtig, so würde ich das auch bewerten

        Die EuGH-Entscheidung widerspricht ja auch Ulfs früherer Einschätzung (ich möchte es jetzt nicht raussuchen), wonach der Brexit-Prozess nicht einseitig zurückgezogen werden kann. Eben weil das Austrittgesuch damit völlig belanglos wird.

        richtig, habe ich so gesehen und würde es rechtsdogmatisch auch immer noch so einschätzen, aber diese Sicht der Dinge wäre schlicht nicht zu vermitteln – warum? Siehe oben. Man möchte dem UK eine Goldene Brücke bauen.

  14. Wann immer ich irgendwo ein Interview mit Ulrike Guerot höre fühlt sich das wie wie eine (positiv empfundene) Druckbetankung fürs Gehirn an. Danke für das Interview!

  15. Hallo!
    Beim Brexit hat man den Eindruck, dass den mittlerweile keiner mehr so richtig will (bis auf ein paar britische Hardliner).
    Spricht juristisch etwas dagegen, den Brexit durchzuführen und am nächsten Tag wieder der EU beizutreten?
    Könnte man nicht einfach neues Referendum machen und über einen solchen Wiedereintritt abstimmen lassen? Müsste doch zu gewinnen sein und alle können ihr Gesicht wahren.

    • Oder man macht einen Brexit, mit “Übergangsfrist”, in der alles beim Alten bleibt. Und die Übergangsfrist wird dann auf das Jahr 2525 befristet. Fertig.

      • Das ist der Deal, für den es keine Mehrheit im Parlament gibt – und diese “Lösung” ließe außerdem die Frage offen, was danach gelten soll.

        Daher gibt es eigentlich nur einen sinnvollen Weg: Mitteilung nach Art. 50 EU zurücknehmen und den Deal zur Volksabstimmung stellen: Wollt ihr diesen Brexit – oder dann lieber doch keinen? Falls der Deal eine Mehrheit findet kann man dann ja wieder gem. Art. 50 EU kündigen. So bekommt man zugleich die im Deal vorgesehene Übergangsfrist bis Ende 2020, während der der Brexit eh weitgehend ausgesetzt bleiben soll.

      • @Ulf: Das mit dem Volksentscheid über den Deal nach einer Austrittserklärungsrücknahme finde ich etwas leichtfertig dahergesagt. Ist denn das aktuell ausverhandelte Abkommen nach einer Rücknahme der Austrittsabsichtserklärung und anschließender erneuter Erklärung überhaupt noch verfügbar? Da wird es doch wohl eine Angebotsfrist geben, bis zu der das Angebot überhaupt gültig ist, die doch wohl mit Sicherheit mit Rücknahme der Austrittsabsicht enden sollte? Bei erneuter Absichtserklärung müsste auch ein dann mögliches Abkommen erneut vereinbart werden.

    • Ich glaube da ist bei uns “Kontinentaleuropäern” der Wunsch der Vater des Gedanken. Im DLF hört man des öfteren von Friedbert Meurer aus London, dass die Briten weiterhin gespalten sind und dass teilweise sogar ein Teil der Remain Wähler aus Trotz gewechselt haben.

    • Die eigentliche Lösung ist doch ganz einfach: das UK zieht den Artikel 50 zurück. Und dann treten alle die Teile von England, die den Brexit wollten (England ausser London, basically) aus dem UK aus und somit auch aus der EU. Alle andern (London, Schottland usw) dürfen somit drin bleiben. Ist doch eigentlich perfekt, oder?

      Wahlweise: die SNP tritt einfach in ganz UK zur Wahl an, gewinnt eine absolute Mehrheit, Nicola Sturgeon wird neue PM und führt das gesamte UK (innerhalb der EU) in eine erleuchtete, vernünftige Zukunft.

      Auch nicht? Mist.

      • Wahlweise: die SNP tritt einfach in ganz UK zur Wahl an, gewinnt eine absolute Mehrheit, Nicola Sturgeon wird neue PM

        Das ist vielleicht nicht mal so abwegig. Auf BBC hat vor kurzem ein Reporter die Meinung vertreten, daß Frau Sturgeon die letzte seriöse Politikerin im UK ist. Und als die Schotten ihr letztes Unabhängigkeitsreferendum hatten, gab es in Nordengland laute “Nehmt uns mit”-Forderungen.
        (Sicher wird die SNP keine UK-weite Mehrheit erreichen, aber wenn sie nach England expandieren würden, könnten sie sich sicher Hoffnung auf ein paar zusätzliche Mandate machen).

    • Das würde die Briten aus keinen Fall machen, denn damit würden sie ihre ganzen Sonderregelungen verlieren. Die Briten habe ‘ne Menge Opt-Outs, sie sind wohl das am wenigsten integrierte EU-Mitglied. Bekanntermaßen machen sie beispielsweise beim Euro und Schengen nicht mit. Oder man denke an den Britenrabatt. Euro und Schengen sind aber für Neu-Mitglieder Pflicht. Wenn sie also austreten und neu beitreten, würde nicht alles beim Alten bleiben, das geht nur, wenn sie den Brexit vor Austritt absagen.

    • “Spricht juristisch etwas dagegen, den Brexit durchzuführen und am nächsten Tag wieder der EU beizutreten?”

      Das ist wohl nicht so simpel, weil ein Eintritt ja auch ein komplexerer Vorgang ist, der normalerweise mehrere Jahre dauert. In dieser Zeit wären die Briten dann nicht in der Zollunion, hätten keine Mitspracherechte, keine Personenfreizügigkeit usw. usw.

  16. Ganz kurz einfach Gratulation für die Sendung im Allgemeinen! Ich bin sehr zufrieden! Weiter so!

  17. Warum zieht ihr keinen Zusammenhang zwischen dem Brexit und der Situation in Frankreich? Viele von Macron vorgeschlagene Reformen wurden bisher nicht in die Tat umgesetzt, weil die Briten diese blockieren würden und man nicht alle Türe zuknallen will in Deutschland. Noch besteht die Chance, dass alles so bleibt wie es ist wenn z.B. der neue Premierminister Artikel 50 zieht. Nur nach einem harten Brexit hätte die deutsche Regierung keine Ausreden mehr und müsste dem Reformwillen in Ländern wie Frankreich, Spanien, Portugal und Italien nachgeben. Solange der Brexit nicht vollzogen ist, wird Merkel alle Vorschläge aussitzen und es gibt weiter Stillstand. Vielleicht hofft sie auch darauf, dass bei den Europawahlen die konservativen und rechten Kräfte die Gewinner sind und dann linke Vorschläge nicht mehr durchs Parlament kommen.

  18. Zum Thema Aberkennung der Gemeinnützigkeit der DUH unterliegt ihr scheinbar einem kleinen Fehler. Denn die DUH kämpft mit der Durchsetzung von Dieselfahrverboten eben genau nicht FÜR, sondern GEGEN den Umweltschutz. Es ist nunmal so, dass ein Dieselfahrzeug bei gleicher Leistung im vergleich zu einem Benziner weniger CO2 ausstößt. Wenn man es überspitzt betrachtet, fördert somit die Sperrung der Max-Brauer-Allee in HH die Überflutung der Malediven. Denn es ist ja nicht so, dass die Leute ihren Diesel-PKW abgeben und dann auf ein Elektroauto mit Strom aus ihrer eigenen PV-Anlage oder Tretroller umsteigen. Sie kaufen sich nunmal einen Benziner. Mit höherem Verbrauch und höherem CO2-Ausstoß. Nur weil “Umwelt” in deren Namen vorkommt, ist es nicht gleich eine Umweltorganisation.

    • „Umwelt“ ist nicht nur CO2, sondern auch NOx.

      • Das ist leider falsch. Die strengen Grenzwerte der EU im Bezug auf NOx-Belastung ist ein Thema des Gesundheitsschutzes. Nicht des Umweltschutzes. Es wird immer von X Toten / früher gestorbene etc. durch die NOx Belastung berichtet. Das ist ganz klar kein Umweltschutzthema. Sondern ein Bevölkerungs- bzw. Gesundheitsthema. Die von der DUH geforderten Dieselfahrverbote in einzelnen Straßenzügen führen ja auch gerade NICHT dazu die Gesamt-NOx-Belastung zu reduzieren. Sondern nur eine punktuelle Reduktion an stark befahren Teilbereichen der Stadt. Die Fahrverbote helfen also auch bei Umwelt-NOx-Themen nicht. Der Gesamt-NOx-Ausstoß führt z.B. zur Übersäuerung des Regens. Hier ist es aber komplett irrelevant, ob der Ausstoß punktuell in der Max-Brauer-Alle erfolgte, oder durch Umverteilung des Verkehrs in den benachbarten Wohngebieten. Der Gesamtausstoß ist durch die nötigen Umwege eher noch gestiegen. Also auch in Betrachtung der Umwelteinflüsse des NOx-Ausstoßes kämpft die DUH nicht für, sondern gegen die Umwelt…

    • Geht leider nicht auf deinen 2. Post zu antworten, daher so:

      Dass die punktuellen Fahrverbote Schwachsinn sind, ist quasi unbestritten. Aber: vor ein paar Folgen gab es eine gute Erklärung hier in der LdN warum nur diese einklagbar sind und nichts generelleres.

      Ich hab heute auch eine der frühen Folgen gehört, aus dem Zeitraum des Beginns des Dieselskandals, also von vor zwei Jahren. Da ging es gar nicht um Fahrverbote, auch nicht von Seiten der DUH, es ging schlicht um Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte. Und wenn weder Politik noch Wirtschaft innerhalb von zwei Jahren etwas wirksames unternehmen, bleibt halt irgendwann nur noch die Gerichtskeule mit ihren Einschränkungen.

      • Welche oder wessen Interessen vertritt denn eigentlich die DUH? Offensichtlich nicht die aller Bürger. Der Umwelt? Nein, denn diese Fahrverbote sorgen für mehr Emission, mehr Verschrottung und somit Ressourcenverschwendung. Außerdem nimmt die DUH volkswirtschaftliche Schäden in Kauf – und daran hat jetzt wer genau ein Interesse? Die DUH schert sich nur um sich selbst, finanziert sich zu 30% als Abmahnverein – und ist übrigens nicht der Objektivität und Wahrheit verpflichtet, wie ein Gericht im Plastiktütenverfahren geurteilt hat. Man wundert sich, dass so reflektierte Menschen Ulf und Philip so vehement unkritisch mit der DUH ungehen. Dieser Verein kann alles machen, verstößt in seiner Verschlossenheit gegen die Auflagen die an gemeinnützige Vereine gestellt werden („Angst vor Unterwanderung“ *hust*). Ich will nicht abstreiten, dass durch die mediale Präsenz der DUH eine prinzipiell zu befürwortende Debatte über unsere Mobilität in der Zukunft entfacht wurde (die sich leider viel zu sehr in die E-Auto-Sackgasse bewegt). Was aktuell auf der Website der DUH abgeht, ist allerdings wirklich fragwürdig: Dieselkonzerne stecken hinter einer Verschwörung, der DUH die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Es fallen Vergleiche zum Umgang von Ungarn und Russland mit NGOs. Ach ja, und AfD-getrieben soll das alles auch noch sein – da werden alle Register gezogen, Gegner der DUH mit Demokratiefeinden gleichzusetzen. Das nicht noch von „Nazis“ die Rede ist, ist ein Wunder. Die DUH trifft auf Unverständnis in der Bevölkerung, ganz normal das Petitionen dann ihren Weg gehen. Aber wie die DUH ihre Kritiker in die rechte Ecke stellt oder „Dieselkonzerne“ beschwört, das ist wirklich nicht mehr feierlich.

  19. Ich denke bei der Betrachtung der Deutschen Umwelthilfe wäre zumindest der Hinweis auf die Spenden von Toyota angebracht gewesen. So falsch die Angriffe auf die DUH durch die Politik auch sind, und so wertvoll die Arbeit der DUH ist, ein solcher Grossspender hat schon ein Geschmäckle.

    Zumindest der Anschein, der Verdacht einer gezielten Aktion gegen den Diesel besteht auf diese Weise, da sich Toyota vor Jahren aus dem Dieselmarkt zurückgezogen hat und bei dieser Nummer nicht verlieren, nur gewinnen konnte, wenn man unterstellt das es da eine Einflussnahme gegeben hat.

    Das ist einfach doof gelaufen und sollte als Debattenansatz dienen. Können sich Umweltvereine von Autofirmen finanzieren lassen? Können eich Tierschutzvereine von Gutfried sponsern lassen? Kann sich attac von der Deutschen Bank finanzieren lassen? Brot für die Welt von Monsanto? Irgendeo gibt es da, bei aller Notwendigkeit Spenden einzusammeln, eine Grenze bei der die Glaubwürdigkeit, mithin die wichtigste Währung einer NGO, abhanden kommt…

    • Passend dazu: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Toyota-dreht-Umwelthilfe-Geldhahn-zu-article20754639.html Demnach hat Toyota maximal 1% der Finazierung bzw 100k€ pro Jahr zugeschossen.
      Es ist aber schon interessant, daß man im Dieselskandal nicht gegen die Verursacher, sondern gegen den Überbringer der schlechten Nachricht vorgeht. Genauso wie beim CumEx Steuerbetrug jetzt wieder.

      • > Es ist aber schon interessant, daß man im Dieselskandal nicht gegen die Verursacher, sondern gegen den Überbringer der schlechten Nachricht vorgeht. Genauso wie beim CumEx Steuerbetrug jetzt wieder.

        Korrekt beobachtet. Die beste Politik, die man sich für Geld kaufen kann.

  20. Sehr interessantes Gespräch zum Thema Frankreich. Allerdings fallen mir spontan viele französische Städte neben Paris und Lyon ein. Z.B. Nantes, Marseille, Metz, Straßburg, Toulouse, Bordeaux oder Nizza. Das Problem ist, dass die französische Gesellschaft sehr elitär ist. Wer seine Adresse in den Banlieus hat, wird oft gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Auch ein Hochschulabschluss garantiert keine sorgenlose Zukunft. Wer nicht auf den Grand Écoles war, hat es schwer an die gutbezahlten Jobs in den Konzernen zu bekommen. Ich mag Macron nicht sonderlich, aber er hätte sicher auch bei einem Ausnahmezustand nicht die Proteste totgeschossen wie ein Assad oder Mubarak. Da war die Wortwahl etwas unpassend.

    Ich finde es schade, dass ihr Werbung für Ford macht. Das passt so überhaupt nicht zu Euren kritischen Aussagen über Autos in der Vergangenheit. Lassen sich da wirklich keine anderen Werbepartner finden?

    • Viele “Fakten” oder Zahlen von Ulrike Guerot sind auch einfach falsch. Paris hat nicht 1/3 der Einwohner in Frankreich. Die ca. 12 Millionen Einwohner in der Metropolregion sind gegenüber der knapp 67 Millionen Einwohner in Frankreich eher zwischen 1/5 und 1/6. Auch sind die zweitgrößten Städe in Frankreich und Deutschland etwa gleich groß: Hamburg 1,7M vs Marseille 1,6M; München 1,4M vs Lyon 1,5M; Köln 1M vs Lille 1M. Ebenfalls ist der Größenvergleich Deutschland vs. Frankreich grob falsch. Deutschland ist nicht 1/3 von Frankreich. Deutschland ist ca. 55% von Frankreich. Also mehr als halb so groß.
      Das klingt vielleicht nach Kleinkariertheit. Ich finde es allerdings merkwürdig, wie hier Fakten verbogen werden, um ein überzogenes Bild zu malen. Es hätte gereicht zu sagen, dass in Frankreich ca. 16% der Einwohner in den 5 größten Metropolregionen wohnen und in Deutschland gerade einmal ca. 10%. Aber das klingt ja nicht so krass….

      • Das kann aber nichts daran ändern, dass Ulrike Guerot qualitativ die Struktur Frankreich sehr lehrreich und richtig beschrieben hat.
        Das wird auch jedem klar, der so wie ich, Frankreich viel bereist hat. Die Räume sind einfach viel größer. leerer und einsamer. Denke mal, dass das auch jeder bestätigen wird, der wirklich im Land gereist ist.

        Für mich war das Guerot-Interview ein Highlight der Lage der Nation überhaupt! Solche Interviews mit viel Vermittlung von Hintergrund sind eine absolute Bereicherung der Lage.

        Derartige Hintergrundinformationen fehlen so sehr in den Medien. Wie Guerot es auch selbst gesagt hat: Wenn der Hintergrund fehlt, dann kommt man zu Vorurteilen und Fehlurteilen.

      • @Alexander Ratai: Zumindest bei dem Flächenvergleich müssten Sie aber auch nochmal genauer hinhören. Es wurde nicht gesagt, Deutschland besäße ein Drittel der Größe Frankreichs, sondern dass Frankreich ein Drittel größer als Deutschland sei. Das ist zwar auch falsch, aber wohl eher eine sprachliche Verwechslung. Was der Gast wohl meinte: Deutschland ist ein Drittel kleiner als Frankreich (ohne die französischen Überseegebiete). So, wie es gesagt wurde, hätte es jedoch zugegebenermaßen heißen müssen: Frankreich ist über fünfzig Prozent größer als Deutschland.

      • Der 55%-Wert würde dann allerdings auch die französischen Überseegebiete einrechnen. Wenn man die Fläche in Europa vergleicht, ist die Aussage, dass Frankreich rund ein Drittel größer als Deutschland ist, korrekt. Frankreich: 547.030 km², Deutschland: 357.168 km².

      • @Markus: Sie haben es ebenfalls nicht korrekt gesagt: Wenn sie zu 357000 (Fläche Deutschland) ein Drittel davon hinzuzählen, kommen Sie auf 475000. Sie müssen die Hälfte dazuzählen, um auf 535000 (Frankreich ohne Übersee) zu kommen. Korrekt wäre: Deutschland ist ein Drittel kleiner als Frankreich, denn 547000 weniger ein Drittel davon ergäben gerade 364000.

  21. Super geile Folge! Die zwei Interviews waren super fühle mich jetzt richtig gut informiert gerne öfter so lange ❤️

  22. Wie immer ein Genuß! Allerdings ein Nebensatz hat mich gestört, der stört mich allerdings immer weil er genauso falsch ist wie er oft gesagt wird. Es geht um Immobilien, “Lage, Lage, Lage”. Das ist aus meiner Sicht Unfug. Da von Immobilien gesprochen wird, also der Mehrzahl, geht es wohl darum Geld zu verdienen, durch Miete oder Kauf/Verkauf. Kaufe ich eine Immobilie in bester Lage zahle ich einen üppigen Aufpreis, die Miete ist meist nicht proportional höher da sie halt Obergrenzen unterliegt. Dazu kann die Lage nur gleich bleiben oder schlechter werden durch verschiedenste Einflüsse. Eine schlechte Lage bringt meist nicht viel weniger Miete, kostet aber erheblich weniger und kann nur besser werden, zumindest nicht mehr schlechter. Von daher wird sich mir niemals so recht erschliessen woher “Lage, Lage, Lage” eigentlich kommt 8-)

    Und ja, wir wissen wovon wir reden, wir haben seit fast 30 Jahren vermietete Eigentumswohnungen.

    Ansonsten gerne weiter so, der einzige Podcast den ich auch laufen lassen darf wenn meine Frau dabei ist, die findet ihn ebenfalls immer erfrischend und sehr gut aufbereitet.

    • Mag ja durchaus richtig sein, dass auch in einfacheren Lagen heutzutage gut vermietet werden kann, aber ich denke mal die beiden wollten hier eher auf die Preisentwicklung von Immobilien anspielen und da kann man nunmal nicht verschweigen das die Lage da weitaus mehr als Kriterium mitspielt als jedes andere Merkmal. Ihre Sichtweise ist natürlich nicht falsch, aber man muss trotzdem sehen das ein Vermieter sich in gewissen Lagen niemals sorgen machen muss einen Mieter zu finden, sondern sich dieser quasi von selbst findet und obendrein noch mit einem Mietaufschlag ;)

  23. Gelbwesten, Wutbürger, Provinz,….warum werden Menschen so defamiert und verbal angegriffen ? …. ;-)

  24. Ich finde bei Eurer Analyse bleibt liegen, dass die CDU nicht nur Leute von rechts wieder einfangen muss, sondern auch von links. Die CDU hat mehr Wählerabwanderung zu den Grünen als zur AfD.
    Letztere ist nur auffälliger, weil die Migrationsdebatte so im Mittelpunkt steht und man viele CDU´ler sieht die mit der Partei seit 2015 fremdeln.
    Auch würde ich nicht sagen, dass die Union gespalten ist. Das hat man vor allem in den Regionalkonferenzen gesehen, hier war der Tenor: “Wir haben drei tolle Kandidaten die geeignet sind, aber ich würde mir xyz wünschen”. Letztlich war vielen wichtig, dass Merkel abgelöst wird und sich die CDU reformiert. Wer es wird war zweitrangig.
    Die von Euch genannte Spaltung kann ich nur bei der JU sehen. Hier wurde sehr schnell Spahn fallen gelassen und vor allem der Süden, um die JU-Ravensburg, hat sich für Merz stark gemacht. Auch für viele andere JU´ler galt er als Heilsbringer wegen seines klaren Profils und der rhetorischen Stärke.
    Hier muss ich als ebenfalls JU´ler und CDU´ler auch vehement Jens widersprechen. Ich war in Hamburg, wenn auch nicht als Delegierter, aber mit Delegierten der JU und zu mindest die JU Rheinland-Pfalz hat nichts von einer solchen Mobilmachung mitbekommen, obwohl wir einen sehr guten Draht zu AKK haben und kräftig im Wahlkampf geholfen haben. Vielmehr scheint es mir so als das enttäuschte JU´ler hier eine Dolchstoß-Legende um den Verrat von Friedrich Merz spinnen, weil sie die Ergebnisse nicht akzeptieren wollen. An dieser Stelle möchte ich klar machen, dass auch wir uns für Friedrich Merz ausgesprochen haben und ich nicht dem Lager von AKK angehören.
    Dennoch kann ich sehr gut mit AKK leben und ich denke genauso wie Ihr, dass eine Basis-Abstimmung am Ergebnis nichts geändert hätte.

    • Das Wort Dolchstoßlegende ist denkbar unpassend. AKK hat sich ihre Mehrheit besorgt, das ist ganz normales Politikgeschäft.

      Ich weiß von mehreren Quellen, dass Ziemiak und Spahn für AKK mobilisiert haben. Es ist kein Zufall, dass Ziemiak GS geworden ist, einige haben den Braten gerochen und er wurde in der JU oft genug darauf angesprochen und hat verneint, dass er AKK unterstütze.

      Deine Perspektive kann ich nicht teilen: Ich kenne viele, die AKK gegenüber skeptisch standen, weil sie den Unterschied zu Merkel nicht sehen. Merz beinahe 50% sind auch nicht nur zustande gekommen, weil diese Merz so toll fanden, sondern weil es auch ein Frustpotenzial gibt. Ob AKK die Wogen Glätten kann, wird sich zeigen.

      Und ja, es gibt Teile in der Union, die “not amused” sind. Allen voran bspw. der MIT. Wirtschaftspolitisch fühlen sich viele Unionler zurückgelassen, da das Feld weder von AKK, noch von Merkel bestellt wurde.

  25. Zum Thema Kanzlerinnenwechsel (Merkel-AKK) während der Legislatur

    das von Ulf beschriebene Szenario “konstruktives Misstrauensvotum” mit der Bedingung der Mehrheit der Mitglieder des BT würde hier nicht greifen, da Merkel ja (vermutlich) freiwillig zurücktreten würde. In dem Fall würde dann das Wahlverfahren analog der Neuwahl eines Kanzlers/einer Kanzlerin wie zu Beginn einer neuen Legislatur greifen, so dass dann wieder die Mehrheit der Stimmen ausreicht. Zumindest legt Wikipedia das so nahe.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bundeskanzler_%28Deutschland%29#Wahlverfahren

  26. Unglaublich spannendes Gespräch mit Frau Guerot! Klasse. Anderes Thema: Mir wäre lieber, Ihr würdet die Werbung NICHT selbst sprechen. Findet Ihr nicht auch? Für mich bleibt Ihr so oder so glaubwürdig aufgrund Eurer präzisen Vorbereitung und der kompetenten Umsetzung. Es ist mehr so ein Gefühl, dass es besser wäre, wenn Ihr nicht selbst in die Rolle des Verkäufers schlüpft…Herzliche Grüße.

  27. Ich würde mir wünschen, dass ihr euch bei euren Quellen nicht auf Angaben von BamS stützt aber zugleich alle anderen aus eurer Sicht unglaubwürdigen Medien verteufelt. Alles andere macht euch sonst unglaubwürdig!

  28. Zu der Frage weshalb es manchen Frauen vereinzelte gelingt in einer Männerdomäne Erfolg zu haben (und btw Thatcher), gibt es natürlich Untersuchungen, die müßt Ihr Euch aber selber suchen. Ich verweise mal auf eine Podcastepisode von Malcolm Gladwell: The Lady vanishes, die sich mit dem Thema beschäftigt.

    Ich muss mal ganz direkt sagen: auf dem Feld Diskriminierung egal welcher Form (von Rassismus bis Sexismus. Ich erinnert mal an Euren Transgenderlapsus), seid Ihr ein bisschen blind. Das ist zT sehr nervig. Ich empfehlen mal noch als Lektüre: Weit vom Stamm (vllt besser in Englisch) , aber danach ist Inklusive eigentlich erklärt.

  29. Das Interview mit Frau Guérot war sehr erhellend und hat die Situation in Frankreich, für mich wesentlich verständlicher gemacht. Es gibt allerdings einen Punkt in dem ich Ihr vehement widersprechen möchte. Sie erwähnte das die Vermögenssteuer in Frankreich sehr niedrig angesetzt gewesen wäre und es vor allem dem Mittelstand belastet habe. Daher für die “Superreichen” keine Rolle spielen würde.

    Laut diesem Zeit-Artikel [1] hat die Vermögenssteuer erst ab €800.000,- gegriffen. Laut einer Statistik der Credit Suisse hatten 2016 in Frankreich 46,7% der Bevölkerung ein Vermögen zwischen 100.000$ und 1.000.000$. [2] Weitere 3,3% haben mehr als 1.000.000$. Man könnte jetzt zu der Erkenntnis kommen, dass die Abschaffung der Steuer bis zu 50% der französischen Bevölkerung zu Gute käme. Da die Staffelung aber so grob ist kann nicht genau beziffert werden wie groß der Anteil derjenigen ist die von der Steuer tatsächlich betroffen ist.

    Wen wir einfach annehmen, dass das Vermögen gleichmäßig zwischen 100.000$ und 1.000.000$ verteilt ist. Dann wären dies 5.1% pro 100.000$ Bei aktuellem Umrechnungskurs entsprechen 800.000€ 911.572$. Ergo profitieren von dieser Steuersenkung die oberen 10%.

    Hier ist mitnichten eine Entlastung des Mittelstandes angestrebt worden.

    [1] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/frankreich-die-wohlhabenden-werden-zur-kasse-gebeten-11824694.html
    [2] http://publications.credit-suisse.com/tasks/render/file/index.cfm?fileid=AD6F2B43-B17B-345E-E20A1A254A3E24A5

  30. Auf eure am Ende in den Raum gestellte Frage der Lage-Länge von 2 Stunden:

    Ich finde (u.a.) durch die Kapitelauswahl kann es kaum eine “zu lange” Lage geben (die ordinäre Woche hat ja immerhin ca. 7×14 “Wachstunden”).
    Die beiden Interviews finde ich keinesfalls zu viel.
    Im Gegenteil – sie sind sehr Hilfreich als Ergänzung zu euren Ausführungen!
    Gerade der Beitrag von Frau Guérot war außerordentlich aufschlussreich.

    Danke!

    • Praktisch: Brauche ich keinen eigenen Kommentar schreiben.
      Ich schließe mich Georgs Worten vollständig an.
      Danke
      André

    • Auch ich kann mich dem nur anschließen. Ich weiß wie viel Arbeit es ist solche Interviews zu führen und zu organisieren, somit erwarte ich sie nicht jede Woche. Aber ich fand beide Interview toll (und würde mich auch auf weiterer solcher Interviews freuen), weil sie viel tiefer in die Themen eingreifen als ihr alleine in der Lage wärt – was keine Kritik an euch sein soll, aber ihr seid eben nun mal keine Fachleute für französische Sozialpolitik. Besonders das Interview zu Frankreich hat mir die Situation dort viel besser erklärt als ich es trotz viel Lesen in der Lage gewesen wäre.

      Somit: gerne wieder! :)

    • Oh ja, ich habe eine Woche zum hören, macht so viel ihr wollt/könnt.

  31. Digitalpakt
    Um mal Reinhard Remfort zu zitieren:
    “Wir wollen Internet in der Schule, Internet! Und “WLAN” ist kein fucking Synonym für “Internet”. Wir wollen ordentliches Netz in der Schule haben.” MInkorrekt133 32:02
    ;-)

  32. Muss mal als CDUler ein paar Insider geben:

    Ziemiak ist sowohl im Merz-Lager als auch bei der JU verbrannt.

    Das liegt vor allem daran, dass In der JU Merz favorisiert würde. Aus mehreren Deligiertenquellen weiß ich, dass Ziemiak vor der Stichwahl für AKK mobilisiert hat. Das stösst vielen JU-lern sauer auf und AKKs Schachzug, Ziemiak einzubinden, ist zwar Klug aber ebenso durchschaubar.

    Ziemiak wird von vielen Merz-Anhängern kritisch gesehen. Er ist das Gegenteil von dem, was viele an Merz schätzen: Merz hat ernsthaft in der Wirtschaft gearbeitet, Ziemiak hingegen hat sein studium nicht abgeschlossen und war lediglich Werkstudent.

    Damit gewinnst du die Herzen des bürgerlichen Lagers nicht.

    Dass Zimiak jetzt auch noch umgefallen ist, wird von vielen so interpretiert, als sei er der Berufspolitiker, dem die Karriere wichtiger sei als Überzeugungen. Man muss in seinem Alter ja seine Schäfchen ins Trockene bringen, vor allem ohne abgeschlossenes Studium, heißt es….

    • Danke Jens für diese Hintergründe, das liest sich für mich plausibel.

      • Sehr gerne, falls ihr weitere Hintergründe braucht, könnt ihr mich auch mal anschreiben. Ich finde man merkt schon, dass ihr sowohl inhaltlich als personell eher im linieren Lager einzuordnen seid (was absolut okay ist).

        Deshalb höre ich gerne LdN, ärgere mich aber manchmal auf die ein wenig abwegige Perspektive auf die Union ;)