LdN120 G20, UN-Klima-Konferenz, Chinesisches Gen-Baby, Vorsitzenden-Showdown in der Union, Mietpreisbremse

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Begrüßung

G20

UN-Klima-Konferenz

Chinesisches Gen-Baby 

Union

Update Mietpreisbremse 

Asowsche Meer 

Äthiopien 

Sponsor

Ford Nutzfahrzeuge und die neuen Transit Modelle. Mehr Informationen, Ausstattungsoptionen und Modellvarianten unter ford.de/nutzfahrzeuge

Hausmitteilung 

91 Kommentare

  1. Hallo liebes Lage-Team,
    wieder eine schöne Lage! Über eine LageLive im Norden würde ich mich auch freuen!
    Auf die Gefahr hin, dass dieser Kommentar schon gemacht worden ist (ich habe mir nicht alle durchgelesen), möchte ich euch darauf aufmerksam machen, dass ihr in dieser Sendung zwar sehr auf den Klimawandel eingegangen seid, aber dann von guten und einfachen Flugmöglichkeiten in Äthiopien sprecht.
    Auch ich hatte eine anderes Bild von diesem Land und freue mich, dass ihr darüber berichtet habt, aber ich finde man hätte in diesem Atemzug auch unseren ökologischen Fußabdruck erwähnen müssen, der durch unsere Fliegelust deutlich größer wird und im Sinne des Klimawandels immens reduziert werden muss.
    Klimawandel wird eben nicht nur von den “Mächtigen” gesteuert, sondern jemensch hat mit den Handlungen einen Einfluss darauf (Stichwort Suffizienz).
    Es gibt Websiten mit Kompensationsmöglichkeiten (zB atmosfair), bei denen einem nicht nur die Klimabilanz des Fluges vor Augen geführt wird, sondern auch eine Möglichkeit aufgezeigt wird das ausgestoßene CO2 zu kompensieren. Damit käme man dem von euch angesprochenen Klimapreis oder Klimasteuer auf Produkte ebenfalls annähernd nach.
    Vielleicht habt ihr ja Lust auch diesen Aspekt in zukünftigen Themen mehr zu berücksichtigen.
    Viele Grüße
    Isa

  2. Eine schöne Lage nach kurzer Pause – wir hatten nach dem Ausbleiben schon spekuliert, es gäbe möglicherweise eine unvorhergesehene Neubesetzung zum BVerfG.
    Ich freue mich sehr, dass wieder eine Lage Live im Süden stattfinden soll. Allerdings habe ich dazu eine Anmerkung:
    Zwar liegt Bamberg, wie am Anfang hervorgehoben, im Freistaat Bayern. Dass es in “Bayern” liegt, wie zum Ende erwähnt, hört man in Bamberg allerdings nicht immer gerne. Der fränkische Regionalstolz ist zwar aus Berliner Perspektive sicherlich kein Thema – vor Ort in Franken ist die Trennung des baierischen und des fränkischen Kulturaums aber jedenfalls einen Gedanken wert, um Fettnäpfchen bei der Begrüßung zu vermeiden.

  3. Liebes Lageteam, was die Umlage der Renovierungskosten auf MieterInnen angeht, muss ich Euch doch widersprechen. Es ist doch so: Der Eigentümer bietet sein Eigentum (Haus, Wohnung) anderen zur Nutzung an und bekommt dafür einen bestimmten Preis. Von dem muss er Darlehen zahlen, Rücklagen für Renovierungen bilden und – wenn es sich nicht um eine gemeinnützige Gesellschaft handelt (bei der kann es aber auch sein, dass sie Gewinn machen muss, um anderswo zuschießen zu können) ein wenig Gewinn machen. Wir sind uns einig, dass die Mieten in den Großstädten jedes Maß verloren haben und, dass die Waffengleichheit zwischen Mietern und Vermietern nicht mehr besteht, weil man sich keine andere Wohnung suchen kann und deswegen errpressbar ist als Mieter. Aber dass die Mietsache durch Renovierung an Wert gewinnt, die Mieter z. B. Heizkosten sparen oder sicher sind vor Schimmelbildung durch Nässe in der Wand, das ist doch unbestreitbar. Dass auch Mieter Renovierungen fordern (wie im Fall der Mieter, die eine – bisher nicht vorhandene – Schimmelbildung in ihrer Wohnung befürchteten und die Renovierung einklagten), bestätigt, dass es durchaus ein gemeinsames Interesse an der Ausstattung eines Hauses geben kann. Dass die Kosten manchmal überteuert sind, die Maßnahmen machmal mangelhaft ist unbestreitbar, aber eine nicht funktionierende aber umgelegte Isolierung kann man wohl einklagen. Aber dass es “absurd” ist, Renovierungskosten umzulegen, das finde ich gar nicht. Wer bitte soll warum eigentlich noch Wohnungen bauen, wenn damit kein Gewinn zu machen ist? Dass man den begrenzen will, ok. Dass die Mieten zu hoch sind, ok. AM Ende wird das nur besser, wenn MieterInnen Alternativen haben und die teuren Mieten nicht mehr zahlen müssen.

  4. Hi ihr beiden,
    Ich habe mit Freude eurem Minireisebericht über Äthiopien zugehört, da es mein zweites Zuhause ist und ich eine Weile dort gelebt und gearbeitet habe.
    Fand es wirklich sehr schön, es ist sicherlich das gastfreundlichste Land das ich kenne, was meiner Erfahrung allerdings völlig wiederspricht ist eure/ deine Schilderung von Pünklichkeit und Zuverlässigkeit. Ich musste sehr lachen, weil es Standard ist, dass man ein bis zwei Stunden auf Leute warten kann oder Termine gar nicht abgesagt werden. Ich teile Ulfs Einschätzung der Gastfreundschaft, die ist nämlich UNFASSBAR groß. Selbst sehr arme Menschen dort teilen ihr essen mit dir. Das Land ist wunderschön landschaftlich und vor allem durch seine Bewohner. Ein weiterer interessanter „Beifang“ der „Nicht-Kolonisation“ und des erst anlaufenden Tourismus, im Vergleich z.B zu Kenia, ist die wundervolle Kulturauthentizität. Die Menschen dort zelebrieren ihre Kultur in erster Linie für sich selbst und gehen gerne zu kulturellen Tanzabenden bei denen kein Ausländef zu sehen ist.
    Ihr habt mein Heimweh verstärkt, aber es fühlt sich gut an, Danke dafür. 🙏🏼

  5. *** LAGE LIVE IN BAMBERG ***

    Liebe Lage Fans aus Bamberg,

    wäre jemand von euch bereit, zwei Lage-Fans aus Berlin für den Samstag abend (12.01.) couch-surfing mäßig zu beherrbergen? Geht um mich und meine Schwester (27 Jahre, berufstätig, und 23 Jahre, Studentin). Fände es super nett, falls jemand von euch in der Gegend wohnt und vielleicht sowieso hingeht.

    Liebe Grüße in die Runde,
    Fabian

  6. Ich hätte noch eine Anmerkung zur vorletzten Folge zum Thema Pflege. Es ist richtig, dass die Regierung ein Gesetz zur Stärkung der Pflege verabschiedet hat. Beispielsweise werden in Krankenhäusern alle zusätzlich neu eingestellten Pflegekräfte, die am Bett arbeiten (also z.B. nicht im OP, Notfallambulanz etc.) von den Krankenkassen refinanziert, d.h. den Krankenhäusern entstehen keine Kosten und keinen Grund, am Pflegepersonal zu sparen. Klingt zunächst mal gut, jedoch ist der Markt leergefegt. Schon jetzt gibt es viele Krankenhäuser, die Pflegekräfte einstellen würden wenn es welche geben würde. Von daher kann man das Gesetz zwar sinnvoll finden – am Pflegekräftemangel wird sich dadurch jedoch nichts ändern.
    Und die zum 01.01.2019 neu eingeführten Personaluntergrenzen sind mMn nichts weiter als eine Marktbereinigung. Schon lange ist bekannt, dass es in Deutschland zu viele Krankenhäuser sowie Krankenhausbetten gibt. Da Krankenhäuser, gerade in ländlichen Regionen/Kleinstädten, jedoch so etwas wie die heilige Kuh der Bewohner sind, traut sich kein Politiker diese zu schließen, wohlwissend, dass dies zu massiven Protesten sowie Stimmenverlusten bei der nächsten Wahl kommen würde.
    Also wählt die Politik diesen Weg: Krankenhäuser müssen bestimmte Bereiche mit einer festgelegten Anzahl an Pflegepersonal bestücken (kann man ja durch die oben erwähnte Gesetzesänderung kostenfrei einstellen) – wohlwissend, dass es nicht genügend Pflegepersonal gibt. Also müssen die Krankenhäuser das Personal intern umbesetzen. Die betroffenen Bereiche werden mit Personal von anderen Bereichen aufgerüstet, die anderen Bereiche sind dann noch schlechter besetzt als zuvor. Über kurz oder lang werden in diesen Bereichen Betten gesperrt oder die Abteilungen komplett geschlossen werden müssen. Somit wird sich die Anzahl der Krankenhausbetten von ganz alleine reduzieren – obwohl die Regierung ja alles dafür getan hat um die Pflege zu stärken.

  7. Ich hab mich gewundert, warum ihr überhaupt auf die Gen-Baby Geschichte eingeht. So weit ich das beurteilen kann, gibt es dafür doch (noch?) überhaupt keine belastbaren Quellen?
    Keine Begleitstudie, keine Publikation, nichts.
    Finde Eure Auswahl (und euer handwerkliches Vorgehen) nicht nachvollziehbar.

    • So weit ich das beurteilen kann, gibt es dafür doch (noch?) überhaupt keine belastbaren Quellen?

      Da liegst Du falsch, schau mal in die Shownotes … das war eines der Themen der Woche, wir fanden das spannend, also sprechen wir darüber.

  8. Liebes Lage-Team,

    danke für diese umfangreiche und informative Folge. Wie immer fand ich sie differenziert, mit wohl abgewogenen Argumenten.

    Einen Punkt möchte ich dennoch ansprechen: Ich finde eure Berichterstattung über Russland-bezogene Themen oft ziemlich holzschnittartig. So zum Beispiel, als ihr Ralf Fücks interviewt hat und das Gesagte weitgehend unhinterfragt und unwidersprochen stehen gelassen habt. Es kann natürlich sein, dass seine Position einfach eure Position ist. Dann hätten wir einfach unterschiedliche Auffassungen.

    Ich will dennoch darlegen, warum ich die in dieser Folge angestellte Analyse, Russland wolle sich wichtige Gebiete zurückholen, für grundfalsch halte. Das geben die gegenwärtige Situation und das russische Verhalten in meinen Augen nicht her: Sämtliche Interventionen oder Unterstützung von Separatisten und alles im Graubereich dazwischen, was Russland in Osteuropa tut, ist auf die Schaffung von Frozen Conflicts abgestimmt, sei es in Abchasien und Südossetien, in Transnistrien, auf der Krim und in der Ostukraine. Das geopolitische Ziel, das Russland verfolgt, ist, dass die betreffenden Staaten nicht in EU und NATO aufgenommen werden (können). Das mag das Vorgehen nicht weniger völkerrechtswidrig machen und auch politisch nicht unbedingt weniger verwerflich. Es sagt aber etwas über die künftigen Bedrohungen aus, die von Russland (nicht) ausgehen. Es gibt aber keine Bedrohungen für das Baltikum oder für Polen. Das halte ich für aus der Luft gegriffen und es grenzt für mich an NATO-Propaganda. Ich hätte gern eine nüchternere Analyse mit realistischen geopolitischen Szenarien und keine Dämonisierung Russlands als imperialer Aggressor, der sich um des Ausdehnens Willen ausdehnen möchte.

  9. Lieber Philip, lieber Ulf,

    als treuer Hörer seit zwei Jahren erstmal ganz vielen Dank für euren tollen Podcast. Ich möchte mich nochmal kurz zur Straße von Kerch und Ukraine-Krieg äußern. Erstmal finde ich die Idee mit der Karte super, das kann gerne weiterhin gemacht werden.

    Aber nun zur Hauptsache:
    Ich weiß, dass es ein sehr schwieriges Thema ist, gerade wenn man keinen außenpolitischen Fokus hat, deshalb nur eine kleine Anmerkung. Philip sprach bei 1:19:40 von „ostukrainischen, russen-nahen, Rebellen“ und bei 1:21:30 von „russisch unterstützen Separatisten“ bezüglich des Krieges/Konfliktes im Donbass. Ich würde sagen, das ist eine Verhamlosung, die suggeriert Russland wäre nur indirekt an diesem Krieg(-schauplatz) beteiligt. Bei genauem Hinschauen müsste man aber wohl sagen, dass Russland auch direkt Kriegspartei im Donbass ist.

    Seit 2016 berichtet die Staatsanwaltschaft beim Internationalen Strafgerichtshof nämlich folgendes:
    “reported shelling by both States of military positions of the other, and the detention of Russian military personnel by Ukraine, and vice-versa, points to direct military engagement between Russian armed forces and Ukrainian government forces that would suggest the existence
    of an international armed conflict in the context of armed hostilities in eastern
    Ukraine from 14 July 2014 at the latest, in parallel to the non-international armed conflict.” (https://www.icc-cpi.int/iccdocs/otp/161114-otp-rep-PE_ENG.pdf, para. 169).
    Dies findet sich auch im brandaktuellen Bericht vom 5. Dezember 2018 bestätigt (https://www.icc-cpi.int/itemsDocuments/181205-rep-otp-PE-ENG.pdf, para. 72).
    Damit bestehen dann nach humanitär-völkerrechtlicher Einordung parallel ein “Nichtinternationaler bewaffneter Konflikt” (Separatisten vs. Regierung) und ein “Internationaler bewaffneter Konflikt” (Russland vs. Ukraine).

    Neben dem dort erwähnten Artillerie-Feuer und den Gefangenenaustäuschen berichtet etwa die OSZE, dass im August und September 2018 LKW-Konvoys aus Russland bei Nacht die grüne Grenze in den Donbass überqueren, abseits der von der OSZE überwachten Grenzposten (September: https://www.osce.org/special-monitoring-mission-to-ukraine/392876, August: https://www.osce.org/special-monitoring-mission-to-ukraine/390179). Laut der UK-Delegation bei der OSZE ist das sieben mal vorgekommen, ich konnte jetzt nicht jeden einzelnen Bericht finden (https://twitter.com/UKOSCE/status/1070635251758718976).

    Daneben ist das Joint Investigation Team zum MH17-Absturz (JIT) etwa davon überzeugt, dass die Passagiermaschine im Juli 2014 mit einer BUK-Rakete eines russischen Regiments abgeschossen wurde (https://www.om.nl/onderwerpen/mh17-crash/@103196/update-criminal-0/).

    Diese drei Institutionen sind keine Gerichte, beim IStGH und beim JIT wird potenziell noch ein richtiges Urteil folgen. Dennoch denke ich, dass sie ein erhebliches Gewicht haben.

    Daneben gibt es noch zahlreiche Quellen, die weniger namenhaft sind, aber durchaus überzeugend erscheinen: https://www.vice.com/en_us/article/3b73nn/russias-ghost-army-0000568-v22n2 oder https://www.bellingcat.com/news/uk-and-europe/2016/08/31/russias-war-ukraine-medals-treacherous-numbers/

    Die deutsche öffentliche Diskussion dazu ist ja leider ein Mienenfeld, wie es sich auch hier in manchen Kommentaren zeigt. Ich würde gerne trotzdem vorschlagen, vor solchen vermeintlich “kritischen” Kommentatoren und allerlei dubioser Theorien und Quellen nicht einzuknicken. Nach meinem Verständnis sollte ein Journalist nach bestem Wissen und Gewissen die Fakten benennen, insbesondere wenn sie unbeliebt sind. Wiederum scheint mir, dass man deshalb den Konflikt im Donbass auch durchaus als internationalen benennen muss.

    Anmerkung: im Völkerrecht gibt es seit dem “Kriegsverbot” in der UN-Charta den Begriff “Krieg” nicht mehr, er ist ja verboten. Dennoch sollte man als Journalist nach meinem Empfinden in diesem Fall durchaus von Krieg sprechen (vgl. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ukraine-berichterstattung-das-schreckliche-wort-krieg-15919902.html).

  10. Hallo Ulf und Philipp,
    vielen Dank für euren Podcast, ich höre ihn jede Woche sehr gerne. Ein paar Anmerkungen hätte ich allerdings zu dieser Folge und auch eine Frage an euch, ob ihr in der nächsten Folge etwas erläutern könnt.
    Zu den Anmerkungen
    1. CRISPR/Cas9-Baby: Der Eingriff, der vorgenommen wurde, schützt die Babys gar nicht mal sicher vor einer HIV-Infektion. Das HI-Virus kann auf verschiedene Arten in Zellen eindringen (hängt vom Zelltyp ab) und der CCR5-Weg ist nur einer von beiden.
    2. Das Buch von Noah Harari ist sehr pseudowissenschaftlich, die kognitive Revolution ist kein wissenschaftlicher Begriff, vor allem dass diese Entwicklung durch eine Mutation entstand wäre mir komplett neu. In der Wissenschaft spricht man von der kulturellen Evolution des Menschen, welche unabhängig von Genen geschah, sondern nur durch Erlerntes weitergegeben wurde. Hier ein Link, wo die kulturelle Evolution gut erklärt wird: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/kulturelle-evolution/37630

    Und nun zu meiner Frage für den nächsten Podcast: die Jusos haben auf ihrer Jahreshauptversammlung (?) beschlossen, für die Abschaffung der Paragraphen 218 und 219 einzutreten. Die AfD hat dies direkt zum Anlass genommen und das thematisiert, die Jusos würden sich dafür einsetzen, dass man bis zu den Wehen abtreiben dürfe. Wie genau ist die Rechtslage (vor allem um den Paragraphen 218, der aktuell Abtreibungen nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt)? Was wäre, wenn dieser abgeschafft wird – ist im Rahmen von §218 die 12-wöchige Frist geregelt, während der abgetrieben werden darf?

    Liebe Grüße

    • Danke für den Hinweis. Kannst Du da noch ein paar Quellen zu dem Juso-Thema beisteuern?

      Spontan klingt das nicht besonders plausibel, weil das BVerfG eine Abschaffung des § 218 StGB explizit verboten hat, d.h. der Gesetzgeber MUSS Abtreibungen unter Strafe stellen. Spielraum gibt es da nur noch relativ wenig, etwa bei den Fristen, den Modalitäten der Beratung etc.

      Bei § 219a StGB (Verbot der “Werbung”, worunter auch neutrale Infos durch Ärztinnen und Ärzte fallen können) ist die Lage anders, der könnte von Verfassungs wegen auch gestrichen werden.

  11. Hallo Ihr Lieben,
    die letzten Wochen hatte ich immer wieder Erlebnisse, bei denen ich von der Hannibal-Recherche der taz erzählt habe und meist auf große Überraschung stieß. Ich finde es bemerkenswert, dass dieses Thema kaum Resonanz findet.
    Ich höre euren Podcast regelmäßig seit ein paar Monaten und finde es gut, wie ihr persönlich, doch ausgeglichen und immer bereit zur Selbstkritik die Lage erörtert. Danke erstmal dafür.
    Ich habe jetzt die letzten zwei Wochen auf eine Einordnung oder einen Kommentar von euch gewartet und war heute nahezu enttäuscht, dass dieses Thema in der aktuellen Folge keine Erwähnung fand. Haltet ihr es für irrelevant?
    Liebe Grüße
    Christoph

    • Nein, nicht irrelevant, aber es ist so ein trauriger Fall, weil die taz die Story letztlich kaputtgemacht hat, weil sie zu schnell publiziert hat: Die Geschichte klingt heiß, ist aber nicht ausrecherchiert, strotzt nur so von könnte und vielleicht. Das dürfte auch der Grund sein, warum die Geschichte so wenig Resonanz bekommen hat: Es fehlt halt an dem “harten” Skandal. Wir haben länger darüber gesprochen, ob wir das trotzdem bringen sollen, haben uns aber letztlich dagegen entschieden.

  12. Hallo zusammen,

    ich höre euch jede Woche zu.
    Für Kartendatstellungen könnt ihr auch https://www.openstreetmap.de/karte.html dort wird bevorzugt das Nametag name:de angezeigt. Wenn euch der Auschnitt gefällt unten ist unten rechts einen Buton permalink und in der Adressleiste ist der Link für den Auschnitt.

    Zum Thema CO2 Einsparung hat die Bundesregierung auch schon gewohnt geliefert. Erstmal platt machen!

    https://www.pv-magazine.de/2018/11/28/koalition-einigt-sich-auf-nachbesserungen-im-energiesammelgesetz-mieterstrom-wird-trotzdem-plattgemacht/
    https://www.youtube.com/watch?v=vqOudTlFZis

    Gruß
    Michael

  13. Ich muss das jetzt doch mal loswerden: wie geht es zusammen, in fast jeder Folge gegen die zu vielen Autos auf unseren Straßen zu wettern und dann aber Autowerbung zu verbreiten?
    Aber alles gut, bin dankbarer Hörer und werde das auch bleiben.

    • Ganz einfach: Wir suchen die Werbung nicht aus, sondern haben eine professionelle Agentur mit der Vermarktung beauftragt, damit Redaktion und Werbung strikt getrennt sind – siehe auch unsere Werbe-Policy. Daher können wir inhaltlich zu der Werbung nichts sagen. Ich höre die Werbespots auch in der Sendung zum ersten Mal.

      Im konkreten Fall denke ich aber, dass das – wohlgemerkt zufällig – sogar inhaltlich ideal zusammenpasst, denn die beworbenen Fahrzeuge erfüllen die Norm 6d temp, was wir ja dauernd fordern. Außerdem sind es gerade keine Autos, sondern Lieferfahrzeuge, und ohne die wird es wohl nicht gehen.

      • Naja, ich könnte mir vorstellen, dass man der professionellen Agentur auch sagen kann, dass man keine Autos bewerben will. War ja nicht der erste Autohersteller, der in der Lage wirbt.
        6d-TEMP und Elektroantriebe hin oder her, damit sucht man letztendlich auch nur eine Lösung dafür, dass alles mehr oder weniger so bleiben kann, wie es ist. Und das wird auf Dauer nicht funktionieren.
        Ich weiß ja nicht, was der Werbemarkt so hergibt, aber es gäbe auch viele Produktinformationen, die viel besser zur Lage passen.

      • Das wäre aber schon wieder eine inhaltliche Einflussnahme, die wir gerade nicht wollen. Sonst sind wir nämlich nur noch am Überlegen, welche Produkte ok sind und welche nicht – und da gibt es so schnell keinen Konsens. Autos sind zB nicht grundsätzlich schlecht, man muss sie nur richtig einsetzen. Und in der konkreten Werbung ging es nicht mal um Autos.

    • Müsstest du diese Frage nicht eher (oder zumindest auch) an die Werbetreibenden richten?

  14. Thema Nana und Lulu,

    kurze Anmerkungen. Soweit ich den Diskurs verfolgt habe. 1. Die Babys sind nur vor einem Strang des HIV Virus geschützt. Aber wie immer bei Viren, es gibt mehrere Stränge.

    2. Bei der rechtlichen Frage ist ja wichtig zu ergänzen. Das Krankenhaus hat ihn entlassen und die nationalen chinesischen Behörden haben angemerkt, dass es sich bei diesem Versuch auch das okay von der nationalen Ethikbehörde hätte holen müssen. Dies ist nun explizit nicht passiert. Hier gilt es also nochmal Phillips Allgemeinen Satz nochmal zu überprüfen. Denn auch die chinesische Wissenschaft und ggf. auch Regierung hat sich davon distanziert.

  15. Zum Thema Regierungsflieger:
    Wenn man tatsächlich gebrauchte Flugzeuge kauft, um Geld zu sparen, scheint jemand bei der Beschaffung echt nur von der Tapete bis zur Wand zu denken. Ältere Flugzeuge sind nämlich wartungsintensiver und wie man in diesem Fall ja sehr schön gesehen hat auch anfälliger für Ausfälle. Nicht umsonst haben Billigfluglinien immer relativ junge Flotten, weil sich so Wartungsarbeiten sparen lassen. Easyjet z.B. hat eine im Schnitt 7,5 Jahre alte Flotte, bei der Lufthansa sind die Flugzeuge im Durchschnitt 11,2 Jahre alt. Von daher dürfte diese Praxis den Steuerzahler letztlich mehr Geld kosten.

    • Und Lufthansa “gönnt” sich eine ältere Flotte, weil es eine Premium-Airline ist und die deshalb gerne mehr Kosten haben? Oder kennen du und Easyjet ein Geheimnis, das die Lufthansa nicht kennt?

      Ist die jüngere Flotte bei Easyjet nicht einfach eine Konsequenz des Leasings, das man genauso bei Autos kennt?

  16. Vielen Dank für die wie immer sehr gute Folge! Eine kleine Anmerkung hätte ich: Bei 30:39 sprecht ihr über Heizungssysteme. Da ich mich gerade mit dem Thema Hausbau/-kauf beschäftige würde ich da gerne etwas relativieren: Natürlich zahlt man momentan die gleichen Steuern für eine “saubere” Elektroheizung wie für eine “dreckige” Ölheizung. Elektroheizungen sind bislang allerdings nur vermeintlich “sauber”. Sie sind für den Endverbraucher einseits durch den immensen Stromverbrauch aktuell einfach völlig unwirtschaftlich. Im Vergleich: Für die Kilowattstunde Ökostrum muss man wohl zwischen 25 und 30 Cent rechnen, wärend Öl oder Gas zwischen 5 und 10 Cent liegen. Die steuerlichen Vorteile müssten also schon wirklich sehr hoch sein, das halte ich für beinahe unumsetzbar.

    Wenn man (wie die meisten Menschen) von einem nicht 100% Ökostrom-Mix ausgeht ist die Elektroheizung zudem auch viel C02-intensiver als eine Gasheizung. Hier eine Studie zum Thema:

    https://www.bmu.de/fileadmin/bmu-import/files/pdfs/allgemein/application/pdf/studie_stromheizungen.pdf

    Ich fürchte dieses Problem bekommen wir bis auf weiteres nicht durch eine einfache steuerliche Bevorteilung von Stromheizungen in den Griff. Ich halte da die deutliche Subventionierung von Erdwärmepumpen für die bessere alternative. Korrigiert mich gerne, wenn ich Blödsinn rede.

  17. Hallo in die Runde,

    Ich bin regelmäßige und begeisterte Lage Hörerin und möchte heute mal meinen ersten Kommentar dazu abgeben, mit dem ich zwei Punkte ansprechen möchte.
    1) Gen-Babys. Ich habe Psychologie studiert und beschäftige mich seit meiner Masterarbeit verstärkt (davor auch schon, aber seit dem besonders) mit Epigenetik und Humangenetik und strebe ein Zweitstudium Medizin an.
    Die Problematik wie ihr richtig angesprochen habt über die Folgen, wenn diese Kinder sich weiter vermehren ist in seiner gänze noch nicht erfassbar, weil wir vererbung und Genetik noch gar nicht genau verstanden haben. Wir wissen mittlerweile, dass Mutationen, gerade solche, die evolutionär vorteilhaft sein könnten, gar nicht ganz so zufällig sind, wie man das bisher annahm. Sprich, erst Epigenetik, va Methylierung ist hier im Forschungsfokus (“Adaption” der Auslesbarkeit der Gene unter Umwelteinflüssen / Stressoren / zur Ausdifferenzierung von Körperzellen), dann folgt an diesen Stellen eine Mutation. Sprich, wie verhält sich nun ein veränderter DNA-Strang hinsichtlich dieser Mechanismen? Wie im Kontext von Vererbung? All das wissen wir nicht. Zudem sind die Basenpaare eines DNA-Strangs Biochemisch für die Auffaltung und damit auch die Struktur und Eigenschaften der DNA verantwortlich, ein Eingriff in diesese Sequenzen kann letzlich nicht nur auf den “veränderten Schnipsel” wirken, sondern auf das gesamte Chromosom.
    Das nur als Nachtrag, gerade zum Thema “neue Untart des Homo sapiens” – Ist es so klug, und so weitsichtig, einen Schritt zu unternehmen, den man gar nicht in seiner gänze begreift? Ich denke, dass die Natur da diese Eingriffe voll vor die Wand laufen lassen wird, denn ich gehe davon aus dass die meisten Mutationen und genetischen “Fehlbildungen” auch im Big Picture von der Natur duraus seinen Sinn und seine Berechtigung hatten, wir sind nur immer besser geworden darin herumzupfuschen. Aber das nur als Gedankenanstoß.

    2) Thema Äthiopien. Ich habe recht lange in Uganda gearbeitet und war im Zuge dessen auch teilweise in Äthiopien und teile eure Einschätzung über die Menschen und die Schönheit des Landes. Aber. Das WLAN ist scheiße, da stimme ich euch zu, wie in den meisten Ländern in Ostafrika in denen ich bislang war, was aber vor allem daran liegt, dass alles über Mobilfunk läuft. Mit einer Simcard mit der man das normale Netz nutzen kann hat man häufig eine weitaus bessere Netzabdeckung und wesentlich schnelleres Internet als in Dtl. #5G Diskussion. Router zu legen, die über Kabel (Glasfaser oder whatsoever) auf das Internet zugreifen sind völlig ineffizient. Allein die Bodenbeschaffenheit und die Infrastuktur sprechen da für sich. Darum wird alles über Mobilfunk-Masten übertragen und damit sind viele Entwicklungen gerade im Bereich der Bildung aus Äthiopien, Kenia und Ruanda Vorreiter in der sinnvollen Nutzung des Internets.
    Zudem fehlte mir in dem Block der Querschag zu den fehlgesteuerten “Entwicklungshilfen aus DTL und Europa, die vor allem in thiopien die Lage vieler Kleinbauern maßgeblich verschlechtert hat, die Rohdung der Wälder vorantreibt und die Urbanisierung und Umweltverschmutzung befeuert. Hierzu gab es bereits mehrere gute Beiträge auf Arte.
    https://www.youtube.com/watch?v=6PMl7GT1hps
    https://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=6946:aethiopien-verpachtung-riesiger-flaechen-ruiniert-kleinbauern&catid=14&Itemid=88

    Das wars, ganz liebe Grüße und macht weiter so
    Hannah

    PS: Shoutout an die Med-Uni Köln, ich finde meine Forschungsvorhaben wissenschafltich relevant, ich hoffe auf positive Begutachtung selbiger (und Zulassung), dann kann ich das ganze Thema Gen-Babys bald hoffenltich noch dezidierter und fundierter begutachten.

  18. Vielen Dank für die wieder gelungene Folge des podcasts.
    Zu der Umfrage der BamS möchte ich gerne auf den Artikel aus Bildblog hinweisen.
    Wenn man den liest, dürfte sich die Frage nach der prognostischen Validität stellen.
    Bild war ja in der Berichterstattung ohenhin eher “Pro-Merz”.
    https://bildblog.de/104791/mit-bild-am-sonntag-habe-ich-nie-gesprochen/

  19. Ich tue mich mit eurer Einschätzung von AKK ziemlich schwer. Es scheint einen allgemeinen Konsens zu geben, dass AKK eine Fortführung des Merkel Kurses bedeuten würde, in den denn sehr viel hinein interpretiert wird was ich schwierig finde.
    AKK steht wahrscheinlich für eine Fortsetzung des Merkel Kurses wenn es um den Habitus geht, um zurückhaltendes und bescheidenes Auftreten etc. Aber Begriffe wie “progressiv” verbieten sich für mich im Zusammenhang mit ihr. Man google einfach einmal ihre Aussagen zur Ehe für alle (“demnächst ist dann das Inzest-Verbot dran”), ihre Haltung zur Abtreibung, ihre etwas netter formulierten Aussagen dass man die Einwanderungspolitik drastisch verschärfen muss oder ihre letzten Forderungen zum Umgang mit Russland. Alle 3 Kandidaten stehen für einen klaren Rechtsruck in der Union, bei AKK lässt sich höchstens hoffen dass sie hier und da die Größe haben wird mal eine Abstimmung frei zu geben.

  20. 6. Dezember 2018 um 9:20 Uhr
    Isabella Naujoks

    Ich bin ein großer Fan der Lage der Nation. Aber: Nachdem in den letzten Folgen immer ein großer Fokus auf Klimawandel hingewiesen wurde und auf die Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, folgte jetzt eine Empfehlung, nach Äthiophien zu fliegen und in Äthiopien ganz easy herumzufliegen. Fand ich enttäuschend.

    • Ich finde es dagegen erfrischend ehrlich.

    • Mir ging es genauso. Erst munter SUV bashen und dann schnell schnell per App ein paar Inlandsflüge buchen während zeitgleich die Klimakonferenz tagt, ist nicht konsistent. Wieviel hätten die Flüge mit einer CO2-Steuer gekostet? Wäre wahrscheinlich nicht so teuer geworden, dass man darauf hätte verzichten müssen. Weniger reisen und sich dann mehr Zeit dafür zu nehmen (das heißt dann halt mal zwei Tage lang im Bus sitzen), halte ich für die bessere Variante. Oder es eben sein lassen.

      Alle machen Sachen, die fürs Klima nicht ideal sind. Aber dass Fliegen eine regelrechte Klima-Sünde ist, ist ziemlich offensichtlich und ich hätte mir gewünscht, dass das thematisiert wird.

    • 8. Dezember 2018 um 16:56 Uhr
      Tina Finsterbusch

      Ging mir genauso. Ich höre die Lage supergern und finde Euch auch sympathisch, aber das erschien mir doch wir ein klassisches Beispiel für Doppelmoral. Es ist ja doch leicht, die Autofahrer zu kritisieren, wenn man selbst so wohnt, dass man nicht wirklich drauf angewiesen ist – aber auf die spektakuläre Fernreise möchte man dann doch nicht verzichten…

      • Ich kann diese moralinsaure Kritik an Phils Urlaubsreise nicht nachvollziehen. Wollt ihr allen Ernstes verlangen, dass wir bitteschön nicht mehr über den Klimawandel berichten sollen, solange wir gelegentlich noch privat in ein Flugzeug steigen?

        Abgesehen davon hat niemand von uns behauptet, dass wir uns in unserem Privatleben CO2-neutral verhalten (auch wenn ich das sehr ernsthaft versuche). Das macht unsere politische Analyse keinen Deut weniger valide.

      • 8. Dezember 2018 um 17:12 Uhr
        Tina Finsterbusch

        “Moralinsauer”, wow. Ehrlich gesagt fand ich Euch (eher Ulf) bisher überaus moralisch in Bezug auf SUV-Fahrer. Finde es nicht okay, wenn man für sich selbst andere Maßstäbe ansetzt als für andere.

      • Abgesehen davon, dass es hier um Phils Urlaub geht und die SUVs auch eher Phils Thema sind, ist der Unterschied doch offensichtlich: SUV sind moralisch verwerflich, weil es für 99% der Menschen keinen plausiblen Grund gibt, ein solches Monster und keinen kleinen und spritsparenden Wagen oder ein eAuto zu fahren, wenn man denn überhaupt ein Auto braucht. Fliegen muss man zu Urlaubszwecken zwar auch nicht, aber dann kann man eben viele Reisen nicht machen.

        Mit anderen Worten: SUV – wenn wenigen Ausnahmen (Förster etc) abgesehen – eine SINNLOSE Umweltverschmutzung. Flugreisen sind zum einen potentiell CO2-neutral, weil man den CO2-Ausstoß kompensieren kann, und zum anderen gerade nicht sinnlos, weil sie bestimmte Reisen erst ermöglichen.

      • Hallo Ulf,

        der Unterschied, so wie du ihn beschreibst, besteht für mich nicht. Was ist hier sinnvoll und was sinnlos?
        Kurzstreckenflüge empfinde ich genauso als “sinnlose” Bequemlichkeit wie SUV-Fahren. Aber in erster Linie geht es doch darum, weniger Treibhausgase in die Luft zu pusten (und dazu drängt die Zeit, wie ihr selbst sagt). Und solange es keine klimaneutralen Treibstoffe oder reale Kompensationsmöglichkeiten gibt (welche Art von Kompensation meinst du?), ist es halt am besten, Autofahren UND Fliegen zu reduzieren und möglichst sein zu lassen. Das solltet ihr nicht kleinreden und müsste differenziert dargestellt werden.

      • Ich habe den Unterschied erläutert; mehr kann ich dazu nicht sagen.

      • 8. Dezember 2018 um 18:43 Uhr
        Tina Finsterbusch

        Hallo Anna,

        Eigentlich ist es ganz einfach:

        Mit dem Auto zur Arbeit, aber Auto ist etwas größer als nötig = moralisch verwerflich

        Mit dem Flugzeug in den Urlaub und dort zusätzlich Inlandsflüge = moralisch okay
        ;)

  21. Zum Thema Gen-Baby und den ungleichen Start-Chancen mit denen Eltern ihre Kinder in Zukunft ausstatten können:
    Ich stelle mir schon die Frage, was das für Auswirkungen auf die Geburtenrate in unserer Gesellschaft hat.
    Als Eltern muss man sich nicht mehr nur die Frage stellen ob/wann man ein Kind in diese Welt setzen möchte, sondern soll sich in Zukunft aus dem Katalog die passende genetische Ausstattung für die gesamte Lebenszeit des Kindes entscheiden? Wie viele Beziehungen gehen denn schon an den Entscheidungen über die Einrichtung der ersten gemeinsamen Wohnung kaputt?!
    Was bedeutet es für die Eltern, oder die Eltern-Kind Beziehung, wenn sich die Modifikation später als „die falsche Entscheidung herausstellt?

    Und was könnte man tun um die sich immer weiter verstärkende Spaltung der Gesellschaft über die Generationen hinweg aufzufangen? Brauchen wir so etwas wie die „genetische Erbschaftsteuer“? Und wie könnte die aussehen?

  22. Hallo, ich fand die Diskussion um CO2-Ausstoss schade. Ihr habt Ideen und Rechnereien gesucht und aufgezählt, mit denen dann doch irgendwie alles beim alten bleiben kann und also ist es gar nicht so schlimm. Dabei muss man ganz klar einfach weniger produzieren. Degrowth. Diese Idee hat gefehlt.

    • Dann bilde ich mir den Satz “wir müssen aufhören, fossile Energieträger zu verbrennen” wohl nur ein.

    • Noch einfacher: Keine oder weniger Kinder haben

      http://iopscience.iop.org/1748-9326/12/7/074024/downloadHRFigure/figure/erlaa7541f1
      http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/aa7541/meta

      30x höheren Einfluss auf CO2 als alle anderen Maßnahmen, die man persönlich treffen kann.

      • Naja, dann können wir doch wirklich so weitermachen.
        Wenn die Menschen aussterben, hat sich das mit den Kindern ja auch erledigt.
        Mich nervt das sowieso, dass immer so getan wird, als würden “wir” (die Menschheit) die Natur vernichten.
        Tatsächlich ist es doch so, dass wir nur Angst davor haben uns selbst auszurotten. Die Natur kann auf uns verzichten. Und wenn wir weg sind, ist es uns (ich beziehe “uns“ jetzt auch mal auf die Menschen in der Zukunft) ja auch egal, dass wir zuvor einige Arten ausgerottet haben. Die Natur sorgt für Nachschub. Oder eben nicht. Dann auch egal. Womöglich reißen wir und den Arsch auf um die Temperatur zu stabilisieren. Und wenn es soweit ist, explodiert der Yellowstone. Und so wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit passieren. In erdgeschichtlichen Zeiträumen auf jeden Fall.
        So, Zynismus vorbei.

        Ach ja. Glaubt Ihr tatsächlich, dass die Urmenschen einen Fehler begangen haben, als sie mit der Landwirtschaft begonnen haben, weil es dann danach manchmal schlimm wurde?
        Wenn ich mir die Entwicklung seither so anschaue, finde ich es toll wie gut es lief.
        Unsereins lebt drei- bis viermal so lange wie die Vorfahren. Wärmt sich im Trockenen den Hintern und kann nachts schlafen ohne Angst vorm Säbelzahntiger zu haben.
        Wenn dass die Idioten, die mit der Landwirtschaft und Sesshaftigkeit angefangen haben, gewusst hätten.
        Oh Mist, schon wieder Zynismus…
        Sorry und trotzdem frohe Adventszeit.

  23. Ich freue mich über die Erwähnung von OpenStreetMap. Die internationale Karte zeigt, wie ihr es richtig bemerkt habt, die Beschriftung in der jeweils nationalen Sprache.
    Die deutsche OpenStreetMap-Karte beschriftet zweisprachig, deutsch und jeweils nationale Sprache. Hier ein Beispiel von der Krim
    https://www.openstreetmap.de/karte.html?zoom=7&lat=45.38334&lon=36.89241&layers=B000TT

  24. sorry dass ich das ohne eiene Worte nur hier reinkopiere, aber ich wollte euch auf das Thema hinweisen und fänd großartig wenn ihr das in die Sendung aufnehmen könnt:

    es gibt einen schwerwiegenden Angriff seitens unseres Bundes-Gesundheitsministers Spahn auf die Psychotherapie: Er möchte, dass Patienten nicht mehr zu einem Therapeuten/in ihrer Wahl gehen und diese*r diagnostiziert, welche Hilfe nötig und richtig wäre. Statt dessen soll ein besonders qualifizierter Behandler vorgeschaltet werden.
    D.h. Patienten sollen zukünftig einen solchen Diagnostiker davon überzeugen müssen, dass sie Psychotherapie brauchen.

    Das ist absurd, absurd ist auch, dass der entsprechende Passus in den Kabinettsentwurf zum “Terminservice- und Versorgungsgesetz” (TSVG) in letzter Minute praktisch hinein geschmuggelt wurde, so dass die Psychotherapeutenverbände keine Möglichkeit der Einflussnahme mehr hatten.

    *Eine solche Hürde würde für viele eine Psychotherapie unerreichbar machen. Das darf nicht passieren!*

    Nun wurde eine Petition ins Leben gerufen, um den Protest der Fachleute und der Bevölkerung dagegen kund zu tun. Man kann online unterschreiben:

    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.nc.html

    • Super!! danke für den kommentar!! :)

      • Ich würde mich auch freuen, wenn das Thema aufgegriffen wird . Die Petentin Ariadne Sartorius vom bvvp (https://bvvp.de/ueber-uns/) steht auch sicher für ein Interview oder Rückfragen zur Verfügung. Spannend ist ja auch nicht nur der Inhalt, sondern auch das Vorgehen von Spahn, den Gesetzentwurf kurzfristig nochmal zu verändern und damit den Einfluss der Beratungsgremien zu umgehen.

  25. Liebe Lage,

    erst einmal ein großes allgemeines Lob für euren Podcast, ich freue mich jede Woche darauf!

    Eine kleine Anmerkung zu dieser Woche: ich war ein wenig überrascht, dass das Thema ‘Gelbwesten’ gar nicht zur Sprache kam. Gut möglich, dass mir das Thema nur so zentral erscheint, da ich derzeit in Paris studiere. Jedenfalls hätte ich eine Analyse von euch, im Vergleich zu den innerfranzösischen, sehr interessant gefunden. Vielleicht eine Anregung für die nächste Folge ;)

    LG,
    Juliana

  26. Vielen Dank für euren informativen Podcast. Ich höre ihn von Beginn an und möchte mich nun mit meinem erstem Kommentar hier beteiligen:

    Ich frage mich, ob Ulfs Zweifel an dem neuen Gesetz zur Nachbesserung der Mietpreisbremse eine Verschlechterung im Bezug auf allgemeine Gerichtsfestigkeit bedeutet.

    Ich war direkt betroffen. In Berlin habe ich vor knapp zwei Jahren eine Wohnung angemietet. Aufgrund der Wohnungsknappheit blieb mir nichts anderes übrig als einen Mietvertrag mit einer überhöhten Miete (von rund 100%) zu unterschrieben. Alsbald habe ich mich dagegen gewehrt. Dabei habe ich die Miete nicht selbständig gemindert, sondern die Rüge formuliert und die überhöhte Miete weiter bezahlt. Nachdem der Vermieter nicht auf meine Briefe eingegangen ist habe ich geklagt und Recht bekommen. Dabei hat sich die Miete nicht auf die im Mietspiegel angegebenen Betrag plus 10% gemindert, sondern auf den Betrag den die vorherige Mieterin bezahlte.

    Nach der erfolgreichen gerichtlichen Klärung, musste mir der Vermieter die zuviel bezahlte Miete sowie anteilig die Kaution erstatten. Insofern scheint mir der alte Gesetzestext wohl generell gerichtsfest zu sein. Nach den von Ulf angedeuteten Zweifeln, stellt sich mir die Frage, ob der neue Gesetzestext tatsächlich unklarer geworden ist und man aufgrund der Unterschrift argumentieren kann das Gesetz würde gar nicht greifen.

    Selbstständig die Miete verringern würde ich jedoch nicht empfehlen. Dazu gibt es in der Tat zu viele Variablen im Mietspiegel und zudem kann ja leider, wie auch in meinem Fall, die Miete gegebenenfalls nur auf den Betrag des vorherigen Mieters gemindert werden. Das ist meiner Meinung nach sowieso eine krasse Lücke: In meinem Haus werden die Wohnungen gerne europäische Ausländer, meist Studenten in einer WG, vermietet. Da kann der Vermieter nach Belieben die Mieten sukzessive nach oben schrauben. Die Mieter haben weder Probleme die Wohnung zu bezahlen, noch eine Motivation sich mit deutschen Gesetzen auseinanderzusetzen.

  27. Also die Besprechung der Kertsch-Straßen-Thematik war ja mal wieder niveaulos und weitgehend faktenbefreit. Welche Quellen könnt ihr dafür vorlegen, dass es “schon jeher russische Absicht war, so viele ehemalige sowjetische Gebiete wie möglich” einzuverleiben? Die Quelle würde ich gerne mal lesen. In der praktischen Politik dürfte diese These auch schon längst widerlegt sein (Krim 1990–1994, Transnistrien 1992–heute, Südossetien 2008-heute).

    Die ukrainischen Schiffe sollten übrigens in Berdjansk stationiert werden:

    https://www.dekoder.org/de/article/felgengauer-asowsches-meer-berdjansk

    Das ist auch weiterhin nicht vom Tisch, da die Ukrainer ja einen Kanal bauen könnten:

    https://jamestown.org/program/ukraine-struggles-retain-presence-azov-sea-plans-new-canal-around-crimea/

    Die Ukrainer haben auch Schiffe inspiziert und sogar eins in diesem Frühjahr beschlagnahmt und später dann (trotz russischer Proteste) versteigert:

    https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/europa/europastaaten/999778_Riskantes-Muskelspiel.html

  28. Eure Bemerkungen zu Äthiopien fand ich an einigen Stellen etwas despektierlich. Da sind mal ein paar Christen hingewandert – so redet man doch nicht über das auserwählte Volk :-) Die Äthiopier waren seit den Zeiten Salomons jüdischen Glaubens (durch Menelik, den Sohn von Salomon und der Königin von Saba), und haben noch vor Rom das Christentum zu ihrer Staatsreligion erhoben. Außerdem besitzen sie die Bundeslade! Nicht umsonst wurden sie für mehr als 700 Jahre von Kaisern der Salomonischen Dynastie regiert, die in direkter Linie von besagtem Menelik abstammten. Soweit zumindest die Legende aus dem 13. Jh.

    Aber im Ernst: Äthiopien ist einer der ältesten Staaten der Welt, seit dem 1Jh. schriftlich belegt, und archäologisch noch länger fassbar. Auch die Missionierung und der frühe Übertritt zum (koptischen) Christentum sind belegt. Letzlich ist Äthiopien das letzte Überbleibsel einer langen Kette christlicher Staaten, die bis ins späte Mittelalter zwischen Ägypten und dem Äthiopischen Hochland existierten – und die zu einem großen Teil selbst auf eine lange, vorchristliche Geschichte zurückblicken konnten. Das Christentum hat sich dort in erster Linie durch kulturelle Kontakte entlang der Handelswege verbreitet, und weniger durch Wanderungen größerer Bevölkerungsteile.

  29. Bezüglich “Rechercheleistung” der “Bild am Sonntag” zu den Delegierten der CDU:

    https://bildblog.de/104791/mit-bild-am-sonntag-habe-ich-nie-gesprochen/

    Die haben, wie eigentlich zu erwarten war, sich vieles einfach aus den Fingern gesogen.

    • Danke für die Verlinkung, ich bin auf Twitter nur über einen langen Thread gestolpert in dem sehr viele CDU Politiker direkt an die BamS geschrieben haben dass die Liste einfach nicht zutrifft und sie sich die Zuordnung der Leute aus den Fingern gesogen haben. Mindestens 5 Leute über die ich gescrollt habe meinten, dass sie niemals nach ihrer Wahlpräferenz befragt worden sind, danach habe ich dann das Interesse verloren weil klar war womit man es hier zu tun hat.
      Überhaupt glaube ich dass man es hier nicht nur mit dem Phänomen zu tun hat, dass Merz die interessantere Story liefert – Da könnte man auch aus Jens Spahn oder dem wunderbaren Leben der Annegret eine schöne Story basteln. Vielmehr liegt die Politik für die Merz steht halt stark auf der Agenda von Springer und Faz: Steuersenkung, Steuererklärung auf dem Bierdeckel, harte Hand und markige Worte wenn es um Ausländer geht, AfD Wähler zurück gewinnen indem man deren Politik übernimmt… Da ist man sich eben nah.

  30. zu Genbaby: – man kann die Gen-Schere nicht mit Word vergleichen; – wir verstehen nicht die Strukttur/ Rechtschreibung/Grammatik/Alphabet/…/Programmstrucktur/Syntax von Genen… ;-)

    • Ja, das ganze ähnelt eher einem Hex-Editor mit dem man ein Programm für eine unbekannte Computerarchitektur editiert. Man kann zwar einigermaßen genau einzelne Informationsblöcke editieren, aber man hat kaum eine Ahnung, was das Programm danach macht – vor allem nicht in fernerer Zukunft.

  31. Die Lage auf Valium

    Ich kann garnicht verstehen warum ihr anscheinend öfters Beschwerden bekommt, ihr würdet zu schnell reden. Ich höre, seit ich euch kenne, eure Sendung auf 1,5-facher Geschwindigkeit, da die Sendung dann meistens gut in meine einstündige Zugfahrt passt, die ich täglich zurücklege. Jetzt habe ich begonnen euch (aus Entschleunigungsgründen) in normaler Geschwindigkeit zu hören und ihr hört euch an als wäret ihr auf Valium…

  32. Zwei Kommentare:
    1. Merkel Flug nach BS: Skandalös finde ich nicht, den Ausfall einer Maschine, sondern dass man es nicht geschafft hat Frau Merkel pünktlich in BS abzuliefern. Da zeigt sich eben wie unflexibel die Bundeswehr ist. Dabei hätte es Möglichkeiten gegeben: die Lufthansa hat einen Nachtflug, der Frankfurt um 22:15 verlässt (und wahrscheinlich hätte sie auch noch 20-30 Minuten gewartet, wenn die Regierung schön bitte bitte gesagt hätte, außerdem sind sie sowieso immer zu spät). Auch dass es keine zweite Crew für die Ersatzmaschine in der gesamten Bundeswehr gab, ist lächerlich, zudem sich militärische Piloten nicht unbedingt an die strikten Ruhezeitvorgaben der zivilen Luftfahrt halten müssen (und man hätte eine Ersatzcrew in die Ersatzmaschine packen können, die zuerst schläft und den Flug dann übernimmt, wenn die Hauptcrew an ihre Zeitgrenze kommt.) Beim Militär sollte ein Anruf reichen und eine Crew springt aus den Federn.

    2. Kommentar:
    So toll die Lage der Nation bei Inlandsthemen ist, bei Auslandsthemen fehlt oft etwas Recherche Arbeit, gerade wenn überwiegend spanischsprachige Medien wie El Pais oder Clarin darüber berichten. Deshalb kurz die Bemerkungen zu G20: Leider ist es so, dass das Bekenntnis zum Klimaschutz der 19 (ohne die USA) bald auf 18 Staaten schrumpfen wird. Brasilien wurde noch von Michel Temer vertreten, da Jair Bolsonaro erst ab 1. Januar im Amt ist. Er war zwar eingeladen, hatte aber keine Lust (was schon viel über ihn aussagt). Allerdings hat er schon wieder über den Umweltschutz geschimpft, brasilanischen UmweltNGOs gedroht und gesagt, dass er Brasilien möglichst bald aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigt. Ein Punkt übrigens der zur Verstimmung zwischen Frankreich/der EU und Brasilien/Mercosur geführt hat, das Macron in Buenos Aires sagte, dass Frankreich ein evtl. Freihandelsabkommen oder eine intensivere Zusammenarbeit zwischen der EU und dem Mercosur blockieren wird, sollte Brasilien das Klimaschutzabkommen von Paris tatsächlich aufkündigen. Von der Bundesregierung hört man dazu übrigens nichts.
    Quellen zB.: https://www.elperiodico.com/es/internacional/20181203/bolsonaro-organizaciones-ambientalistas-fondos-7180991

    • So ein Eurofighter fliegt sich leicht andes als ein Airbus :)

      Neben Verkehrspilotenlizenz (ATPL) braucht man auch eine Zulassung für genau diesen Flugzeugtyp (type rating). Ich weiss nicht wieviele Bundeswer-Piloten für die A340 zugelassen sind, aber ich hoffe weniger als für die Militärmaschinen.

  33. Liebe Lage,

    Mein Kommentar oder zusätzliche Informationen bezüglich der Luftwaffe Regierungsflugzeug “Konrad Adenauer”.

    Nach meinen Recherchen ist die A340-313X (MSN 274) im May 1999 als D-AIGR an die Lufthansa ausgeliefert worden und später im März 2011 von der Luftwaffe als 16-01 übernommen.
    Ihr Alter ist demnach zirka 19.5 Jahre.
    https://www.airfleets.net/ficheapp/plane-a340-274.htm
    https://www.jetphotos.com/info/A330/40-274

    Die Maschine ist mit großer Wahrscheinlichkeit in überdurchschnittlich gutem Zustand von Lufthansa übergeben worden, mit allen Wartungsarbeiten korrekt ausgeführt.

    Das “Alter” eines Airliners ist bestimmt von der Anzahl von Stunden in der Luft und die Anzahl der Start / Landungen.
    Für diesen Typ können es leicht zwischen 50000 und 100000 Flugstunden und 20000 Cycles sein. Konsequente Wartung vorausgesetzt.
    Die Wartungsintervalle der Triebwerke werden separat gehandhabt.
    https://www.airliners.net/forum/viewtopic.php?t=772333

    Während des Fluges werden viele, insbesondere Triebwerksdaten, mit protokolliert um anhand von Trends Ausfälle vorherzusagen. Das gelingt bei den Triebwerken sehr gut. Viele andere Komponenten gehen leider einfach ohne Vorwarnung kaputt…

    Was mich erstaunt, dass angeblich alle drei VHF (UKW) Funkgeräte ausgefallen sind. Die hängen an verschiedenen DC (Gleichstrom) Netzen, die voneinander isoliert werden können. Sehr ungewöhnlich…

    Was machen die USA in dieser Hinsicht? Die zwei Air Force One 747-200 werden rund um die Uhr gewartet und es steht immer eine bereit. Just throw tons of money at it… Die zwei sind jetzt 28 Jahre alt und werden locker noch 10 Jahre fliegen.

    LG
    Tom

  34. Eine gute Grundlagenfolge zum Wesen und Stand der CRISPR-Mechanismen, auch, um ein eigenes Verständnis für die Bewertung ethischer Fragen in dem Feld zu entwickeln, scheint mir die Nummer 292 des omega-tau-Podcasts zu sein: http://omegataupodcast.net/292-gene-editing-with-crispr-cas/

  35. Hallo und vielen Dank für diesen Podcast und die viele Mühe!

    Eine Frage: Um welchen Betrag müsste das Spendenaufkommen steigen, damit Ihr überlegen könntet die Werbung für alle Hörer komplett zu streichen?

  36. Danke auch für diese Folge.

    Eine kurze Bemerkung zu eurer ABC-Waffen-Analogie: Ich sehe den entscheidenden Unterschied bezüglich Ächtung beider technologischer Phänomene darin, dass Waffen immer gegen andere gewandt werden – eine Gen-Modifikation an Embryos jedoch auch mit Einwilligung des Menschen, in dessen Körper jener Embryo heranwachsen soll stattfindet. Ich halte ethische Diskussionen (gerade in unserer neoliberalen Gesellschaft) für enorm wichtig, glaube jedoch nicht, dass man Menschen langfristig daran hindern kann Dinge mit ihrem eigenen Körper zu tun.

    • Der Knackpunkt ist hier das es keine universale Ethik gibt. Hier bei uns, in der ersten Welt, im globalen “Norden” oder wie auch immer man es bezeichnen will ist alle medizinische Ethik sehr stark vom christlichen Glauben beeinflusst. Mit unseren Argumenten kommt man daher in asiatischen Ländern nur bedingt voran.

      Ich denke auch das man diesen Geist nicht mehr in die Flasche bekommt. Selbst wenn er geächtet oder reguliert wird kann man fest davon ausgehen das weiter geforscht wird – privat, universitär, vielleicht sogar staatlich/militärisch. Und je weiter das Genom entschlüsselt wird desto länger wird der Katalog mit Eigenschaften die man potentiell für sein Designerbaby “einkaufen” kann. Wenn nicht legal, dann ggf. auf dem grauen Markt. Urlaub in einem asiatischen Tigerstaat mit Keimbahnmodifikation nach Wunsch. Wie soll man das regulieren? Wie sollte vor allem ein Nachweis geführt werden?

      Ich denke das ist ähnlich wie beim Doping. Der Trend geht hierzulande zur !-Kind Familie, und das eine Kind wird mit allen Ressourcen und Möglichkeiten gepampert. Das Eltern da schon im Vorfeld geneigt sind dem Kind einen Startvorteil zu gewähren indem Konzentration, Kraft, Sprachentalent, Krankheitsresistenzen oder äußerliche Merkmale “getuned” werden ist schon fast natürlich und unumgänglich.

      Ob sich dadurch eine ganz neue Art entwickelt? Vermutlich nicht in absehbarer Zeit, aber klar ist das sowas zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft führen kann – zwischen arm und reich, jung und alt dann auch zwischen gen-normativ und geCRISPRed.

      Lesetipp dazu: BIOS (engl. Originaltitel: Change Agent) von Daniel Suarez. Spielt in einer nahen Zukunft in der genau diese Technologie eine starke Veränderung der Gesellschaft hervorgerufen hat…

  37. Kuzer Fun Fact zur Flugbereitschaft: diese ist vollständig in Köln stationiert weil der Flughafen in Berlin noch nicht fertig ist.
    Das bedeutet: jedes Flugzeug muss von Köln nach Berlin um einen Politiker (Minster, Bundespräsidenten usw.) abzuholen. Erst danach fliegt es zum Zielflughafen. Das bedeutet auch, dass jedes mal eine Flugstunde für den Weg nach Berlin und zurück drauf geht.
    In den vergangenen fast 20 Jahren kommt da schon eine menge Steuergelder zusammen, die man in neue Maschienen investiert hätte können ;)
    Vllt weiß ja jemand was so eine flugstunde kostet…
    Umweltaspekt und Klimaziele lassen wir mal bei dem Thema raus.

  38. Wieder eine schöne Sendung.

    Mich überrascht allerdings, wie kurzsichtig Ulf’s Vorschlag zur rückwirkenden Erstattung zu hoher Mieten ist. Für Privatvermieter, die nur sehr wenige Wohnungen vermieten, bspw. als Teil der Altersvorsorge, wäre es fatal, wenn nach vielen Jahren eine große Summe auf einmal zurückgezahlt werden müsste. Das Risiko, dass durch Mieter verursachte Schäden und Kosten auftreten, ist sowieso recht hoch. Wenn nun noch dazu käme, dass man ggf. aufgrund eines Rechenfehlers vor 20 Jahren [1] auf einen Schlag (Zehn-)tausende Euro zurückzahlen müsste, könnte es dazu führen, dass noch mehr Wohnungen an Investmentfirmen und Großvermieter verkauft werden, was dem eigentlichen Ziel der Mietpreisbremse entgegenwirkt, da Privatvermieter seltener die Miete erhöhen usw.[2].
    Ich kann zwar nachvollziehen, was er erreichen möchte, aber sein Vorschlag scheint mir tatsächlich nicht gut durchdacht. Andere Mittel, z.B. schnelle und einfache Verfahren, um eine überhöhte Miete an die zugelassene Höchstmiete anzupassen, wären vielleicht sinnvoller.

    [1] die durchschnittliche Mietdauer ist in Deutschland sehr lang, in Berlin Stand 2014 bspw. ~16 Jahre https://www.morgenpost.de/berlin/article135221227/In-Berlin-steigen-die-Mieten-bundesweit-am-staerksten.html
    [2] https://www.iwd.de/artikel/die-unbekannten-vermieter-361339/

    • Vielen Dank für den Einwand! Ich würde gegenhalten, dass man ja auch einfach die Wohnung zu einem legalen Mietzins vermieten kann … da genügt ein Blick in den Mietspiegel – oder man verlangt eben die Vormiete. Ich denke, Dein Einwand zeigt, dass die von mir vorgeschlagene Ergänzung der Mietpreisbremse genau die richtigen Anreize setzen würde: Zurückhaltung beim Mietpreis statt „Schluck aus der Pulle“.

      Transparenz-Hinweis: Ich wohne selbst seit 20 Jahren zur Miete, habe aber auch seit Teenager-Zeiten Wohnungen vermietet, kenne also beide Seiten des Markts aus eigener Anschauung.

      • Lieber Ulf,

        hast Du schon mal einen Mietsspiegel gelesen? Nimm mal beispielsweise den Mietsspiegel Frankfurt am Main. Den zu lesen und daraus die korrekte Miete abzuleiten dürfte viele Menschen überfordern. Aber auch für jene, die den Mietsspiegel lesen können, besteht ein hohes Fehlerpotenzial.

        Darüber hinaus: nicht jede Kommune verfügt unbedingt über einen Mietsspiegel bzw. der Mietsspiegel wird nur in einem Turnus von 4 Jahren oder mehr aktualisiert. Darf es in der Zeit keine Mieterhöhung geben? Damit wäre beispielsweise auch eine Indexierung an die Inflation unzulässig.

      • Die vorgeschlagene Verjährungsüberdehnung lädt m.E. auch alle (nur in Reine-Lehre-Träumen von vorneherein vermeidbare) Risiken erstrebenswerter Zwischenwege zwischen “man verlangt eben” dauerhaft nur “die Vormiete” und man nimmt immer den größtmöglichen “Schluck aus der Pulle” doch recht einseitig auf Vermieterrseite ab!

      • Danke für die Antwort, und vor allem auch die Transparenz!

        Dein Argument stimmt zwar, ich glaube dennoch, dass das Risiko eher die kleineren Vermieter abschreckt, von denen man tendenziell eher mehr haben möchte.
        Selbst wenn sie sich zurückhalten und einen Fehlerspielraum lassen, ist es ein weiterer Aspekt, der Vermietung in kleinem Rahmen unattraktiver macht. Großvermieter oder Firmen können trotzdem den Maximalpreis ausnutzen oder in einem gewissen Bereich darüber hinausgehen (nicht jeder wird das Geld zurückverlangen, das zu viel eingenommene Geld kann in der Zeit anders genutzt werden usw.).

        Eine interessante Überlegung und Diskussion ist es trotzdem :)

        Transparenz-Hinweis dann auch von mir: Ähnliche Situation, allerdings größtenteils nur indirekte Erfahrung aus Vermietersicht (meine Eltern vermieten eine einzelne Wohnung).

  39. Flugzeuge und Kerosin

    Das Problem mit dem Kerosin ist nicht, dass er “gefährlich in Flammen aufgehen kann”, sondern, dass die Maschine zu schwer zum landen ist. Die meisten großen Flugzeuge müssen beim landen leichter sein als beim starten. Die Differenz ist immer das Kerosin. Wenn alles nach Plan läuft, ist der Flugzeug am Zielflughafen leicht genug und kann landen. Wenn man früher landen muss, gibt es 3 Möglichkeiten:
    1. Kerosin ablassen (fuel dumping). Ablasssystem war hier aber auch kaputt.
    2. Solange rumfliegen bis genug Kerosin verbraucht ist. Das kann Stunden dauern, war wahrscheinlich keine Option.
    3. Übergewichtig landen (overweight landing). Grundsätzlich möglich, danach braucht die Maschine aber eine längere Untersuchung und eventuelle Reparatur.

  40. 4. Dezember 2018 um 20:55 Uhr
    Thomas Hesselbarth

    Schön dass ihr erneut das bestehende EU CO2 Handelssystem ETS und Anpassungsmöglichkeiten beleuchtet. Es ist das einzige Tool für jemanden der Klimaschutz ernst meint. Natürlich müssten vorallem alle relevanten Sektoren (Individualverkehr, Hauswärme, Flugverkehr) eingebunden werden… Der Charme: man könnte sich alle anderen Massnahmen sparen weil es basal über Preise wirkt. Der Haken: man muss sich alle weiteren Massnahmen verkneifen! Wer unter dem ETS etwa Wind oder Solar subventioniert, unterläuft die Preisbildung für CO2 – es wird billiger weil diese Stromerzeugung eben keine CO2 Zertifikate nachfragt! Das ETS wurde also unterlaufen. Ob Politiker das ETS daher stützen und auf ihre politischen Spielwiesen Steuern, Wählerstimmen und Aufmerksamkeit verzichten werden ist leider fraglich. Daher könnte die Kombi mit Mindeststeuern wenn der CO2 Preis zu niedrig (eher 35+ statt 20 Euro/to!) ist, eine geschickte Wiederbelebung des ETS sein …

    • Da ein ubiquitäres CO2-Handelssystem eine verknappte und verteuerte Ressource zur Folge hätte, wären schnell halt doch Zwangsmaßnahmen zur Versorgung an vielerorts sich auftuenden CO2-Armutsgrenzen unumgänglich.
      Ein gesellschaftliches Selbststeuerungssytem auf maktwirtschaftlichen Prinzipien ist eine ehrenwerte Alternative zu bestehenden, noch untauglicheren Steuerungsmechanismen. Sie trägt aber leider nur bis zu dem Punkt, wo wirtschaftliche Potenzen um Größenordnungen auseinanderklaffen.

  41. Ich bin mild enttäuscht darüber dass ihr es nicht geschafft hat Sapiens kritisch zu lesen und so über diesen Müll schwärmt.

    Ich habe das Buch Hassgelesen nur um mal zu erfahren was diese Hype ausgelöst hat und es ist wirklich dämlich.

    Leute im englischsprachigen Raum haben es schon ausführlich kritisiert aber ich weiss nicht ob das irgendwann hier in Deutschland ankommen wird.

    “we should not judge Sapiens as a serious contribution to knowledge but as ‘infotainment’, a publishing event to titillate its readers by a wild intellectual ride across the landscape of history, dotted with sensational displays of speculation”
    https://www.newenglishreview.org/C_R_Hallpike/A_Response_to_Yuval_Harari%27s_%27Sapiens%3A_A_Brief_History_of_Humankind%27/

    • Allerdings… wäre das ganze ein Physikbuch, müsste man es in die Eso-Ecke stellen.
      Da die meisten allerdings deutlich weniger Ahnung von Anthropologie etc. haben und Harari nicht schlecht schreibt, wird er leider mehr akzeptiert – das ändert aber nichts daran, dass die wissenschaftliche Qualität des Buches gewisse Parallelen zum Granderwasser aufweist.

      • Was vor Kurzem veröffentlicht wurde, viele ähnliche Themen behandelt, von einem Anthropologen geschrieben ist aber trotzdem ziemlich gut lesbar ist: “Against the Grain”, James C. Scott.

  42. Hallo,
    Wie immer sehr interessante Diskussion und Zusammenfassung der Lage! Ein kleiner Kommentar meinerseits zur “Gen-Baby” Story. Und vorne Weg, ich stimme euch zu, dass das Verhalten des Forschers in diesem Fall unangebracht und falsch war. Warne aber auch deswegen auf die Technologie an sich zu generalisieren. Fast die gleiche Art von Debatte gab es nämlich auch als zum ersten Mal die künstliche Befruchtung erfolgreich durchgeführt wurde.

    So Hauptteil: Ich bin selbst kein Humangenetiker, aber ich bin Wissenschaftler und als solcher um eine objektive Sprache bemüht. In anderen Fragen wie der Migration (e.g. die “Transit-Zentren”) und rechtsextremistischer Propaganda beispielsweise, habt ihr darauf hingewiesen wie Sprache benutzt wird eine Diskussion in ein bestimmtes Licht zu Stellen. Mir Fallen hier zwei sehr “wertende” Begriffe auf die ihr in der Sendung mehrfach benutzt habt: zum einen die “genetischer Manipulation”. “Manipulation” ist von vornherein extrem negativ besetzt und impliziert umgangssprachlich, dass etwas nicht mit rechten Dingen vor sich geht. Klingt schlimm, unterstellt niedere Absichten, klingt “unnatürlich” und geht in die Richtung “naturalistischer Fehlschluss” (die fälschliche Argumentation, dass etwas ethisch/moralisch gut ist weil es “natürlich” ist. Oder im Umkehrschluss, schlecht weil es “unnatürlich” ist). Um eine Debatte um diese Technologie objektiv führen zu können (e.g. eine echte risk-benefit Analyse) schlage ich vor in diesem Kontext sachlich von “Modifikation” zu sprechen, was einfach bedeutet, dass etwas willentlich verändert wurde. Ob das jetzt Gut oder Schlecht ist, kommt wie immer, auf den Kontext an (e.g. gab es andere Möglichkeiten? Was sind die konkreten Risiken? Wie wurde die Arbeit beaufsichtigt? Wie wurde sichergestellt, dass keine Fehler passieren?)

    Weiterhin muss ich sagen, dass ich den Ausdruck “Gott spielen” sehr kritisch sehe, aus dem gleichen Grund, dass an das “Natürliche” als das “Gute” appelliert wird. Und zwar für jede neue Technologie. Es ist einfach eine opportunistische Argumentationsstrategie. Jede neue Technologie kann so beschrieben werden. Agrarwirtschaft? Was erlauben sich die Leute in der freien Natur Felder anzulegen! Medizin? Das Schicksal will es so. Die Lebenszeit ist begrenzt. Künstliche Befruchtung? Was? Leben aus der Petrischale!?

    Es gibt keine klare Definition für “Gott spielen”. Alles was früher als unmöglich erachtet wurde fällt in diese Kategorie und ist einfach nur eine Wertung *ohne Argumentation warum etwas schlecht ist*. Auch wird generell ein expliziter Leichtsinn unterstellt, selbst in Fällen in denen womöglich eine sehr detaillierte Risikobewertung durchgeführt wurde. Das war hier nicht der Fall, aber in zukünftigen Debatten wird auch wieder von “Gott spielen” die Rede sein, selbst wenn es womöglich um eine legitime medizinische Anwendung geht, die von einem Ethikrat abgesegnet wurde, z.B. zur Heilung einer erblichen genetische Erkrankung die von einem einzelnen isolierten Gendefekt erzeugt wird und durch gezieltes Abschalten nur dieses Gens ohne Nebenwirkungen behoben werden kann.

    Lange rede, kurzer Sinn. Wir müssen aufpassen, was für Sprache wir benutzen, besonders wenn es um sehr komplexe Themen geht bei denen Emotionen eine große Rolle spielen.

  43. *„Chinesische GenBabys”*

    Empfehlung dazu, ein für Nichtchemiker sehr verständliches 14 Minuten Video von MaiLab:
    https://www.youtube.com/watch?v=N-1-cKLUvjg

  44. Zum ersten möchte ich für das wöchentliche führen dieses Podcasts danken. Ich finde hier immer wieder viele Themen, die mir sonst entgangen wären und durchaus von Interesse sind.

    Außerdem empfinde ich angenehm, dass hier meist ambivalent beleuchtet wird und somit eine, in meinen Augen, ausgewogeneres Bild dieser Vorfälle entsteht.
    Daher habe ich mich etwas an dem Bericht über den Ausfall der Flugmaschine Merkels gestört. Dieser schien mir unnötig reißerisch. In der Regierungskonferenz betonte der Pressesprecher, dass zu keinem Zeitpunkt wirkliche Gefahr bestand und die Vorgänge keiner Katastrophe glichen. Das war jetzt meinerseits etwas überspitzt, aber das war der Gedanke der mir in den Kopf kam, als ich eure Thematisierung hörte. Denn weiterhin wurde in der Konferenz berichtet, dass die Bremsen nach der Landung zwar erhitzt waren, nicht aber überhitzt. (Auch von Explosionsgefahr durch Kersoin wurde nicht gesprochen, sondern nur von dem “Problem” des Gewichts für die Bremsen. Aber auch das nur eingeschränkt)

    Es ist zwar nur ein recht kleiner Punkt an dem ich mich störe, der dazu noch eher eine Einleitung war. Dennoch empfand ich es als “unpassend” gemessen an der üblichen Berichterstattung dieses Podcasts, die ich so sehr schätze.
    Ich hoffe dieses Kommentar wird als so konstruktiv verstanden, wie es gemeint ist.

  45. Wie geil ist denn bitte das Bildeinbettungsfeature! Gerne in Zukunft wiederholen – aber immer schön Bescheid sagen, ich gucke ja nicht dauernd auf’s Display ;)

    P.S.: War übrigens Pocket Casts…

  46. Liebe Lage der Nation,

    besten Dank für die aktuelle Lage. Hinsichtlich der aktuellen Zuspitzung der Lage an der Krim wart Ihr dieses Mal m.E. ein wenig einseitig bzw. zu wenig differenziert.

    Nach der Annexion der Krim durch Russland hat die Ukraine jegliche Versorgung der Krim über die bestehende Brücke ad hoc gestoppt. Damit konnte die Halbinsel weder mit Strom, noch mit Wasser direkt versorgt werden. Zumindest die Wasserversorgung konnte über Schiffe halbwegs aufrecht erhalten werden. Als Reaktion darauf wurde seitens Russlands die Brücke gebaut. Hier könnte ggf. die Möglichkeit, dadurch die Bewegungsfreiheit der Ukraine einzuschränken, ein Motivator gewesen sein, ich weiß darüber nichts Näheres.

    Im März 2018 wurde ein auf der Krim registriertes Fischerboot durch die Ukraine festgesetzt, als Grund wurde dafür die “illegale Einreise in das besetzte Gebiet” genannt. Gegen den Kapitän wurde ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet. Von den 9 Besatzungsmitgliedern sind Angabe gemäß bisher 2 freigelassen und nach Russland ausgewandert, 7 leben aktuell in der russischen Botschaft. Die Ukraine soll angeblich die Ausreise nach Russland verweigern, weil sie Legitimationsdokumente mit der russischen Staatsbürgerschaft für Personen, die auf der Krim leben, nicht anerkennt. Angeblich soll Russland mehrfach einen Gefangenenaustausch angeboten haben, der von der Ukraine immer abgelehnt wurde.

    Auf der anderen Seite sieht die ukrainisch-russische Vereinbarung über die Nutzung des Asowschen Meeres vor, dass Schiffen die Durchreise zwar zu genehmigen ist, jedoch Grenzkontrollen zulässig sind. Russland hat diese massiv ausgeweitet, sodass diese Stunden, z.T. Tage dauert. Es wird wohl nicht weit an der Realität vorbeigehen, bei der Dauer einen gewissen Vorsatz anzunehmen.

    Verschiedene Regierungsmitglieder der Ukraine haben mehrfach damit gedroht, die Brücke zur Krim zu zerstören. Vor diesem Hintergrund ist m.E. die Motivation Russlands, die Brücke zu schützen, nachvollziehbar. Auch lässt es die Vereinbarung zu, dass Russland ukrainischen Kriegsschiffen die Einfahrt verwehrt, wenn sie unter Waffeneinsatz oder deren Androhung erfolgt.

    Spannend ist die von der LTO am 28.11.2018 diskutierte Rechtslage im Asowschen Meer aber auch aus einer weiteren Perspektive. Die LTO führt aus, dass (hier verkürzt, zur ausführlichen Erläuterung siehe LTO) es sich beim Asowschen Meer um ein Binnengewässer handelt. Eine der Rechtsfolgen (bei LTO nicht weiter ausgeführt) ist, dass die Einfahrt ausländischer Schiffe nach internationalem Seerecht der Genehmigung bedarf. Die Einstufung als Binnengewässer basiert u.a. auch auf der oben genannten bilateralen Vereinbarung von Ukraine und Russland aus 2003. Allerdings ist schon seit 2015 ein ukrainischer Gesetzesentwurf im Parlament registriert, dieses Abkommen zu kündigen. Sollte dies geschehen, könnten beispielsweise NATO-Schiffe in das Asowsche Meer einfahren.

    Möglicherweise ändern alle diese Ausführungen nichts an der Tatsache, dass Russland die Hauptschuld trifft. Möglicherweise ist dies aber auch eine bewusst provozierte Krise. Denn laut einem Deutschlandfunk-Spezial der letzten Tage soll Poroschenko angeblich Umfragewerte im einstelligen Prozentbereich haben und für die im März 2019 geplante Wahl chancenlos abgeschlagen sein…

    • Wichtig: Im Asowschen Meer ergibt sich “automatisch” keine (Dreimeilenzonen-) Landesgrenze und vertraglich vereinbart ist auch (noch) nichts. D.h. die gesamte Meeresfläche ist die Grenze. Daher sind beide Anlieger auf der gesamten Wasserfläche zu jederzeitigen Kontrollen berechtigt und müssen diese zulassen!

    • Wegen der Brückenhöhe: Gibt es eine Begründung dafür, warum 33m Durchfahrtshöhe ein Problem für die Urkainer ist, aber nicht für die Russen? Schließlich hat Russland bei Rostow am Don auch größere Häfen (Taganrog und Asow) mit einem recht großen Einzugsgebiet (man kann von Moskau und Baku Waren mit dem Schiff nach Rostow transportieren, Bahn und Fernstraßen gibt’s natürlich auch). Und wenn ich mich nicht ganz irre, dürften diese Häfen neben Petersburg die einzigen größeren eisfreihen und verkehrstechnisch gut erreichbaren Häfen im Westen Russlands sein.

  47. Zum Thema CO2
    Wenn man weiterhin die meisten Einsparungen bei den kleinen bis mitleren Leuten erwartet und die Kosten auf diese abwälzt siehe eeg kommen die gelbwesten irgendwann zu uns.
    Der Geburtsfehler des eeg war die Kosten nicht aus Steurn zu bezahlen so hätte jeder nach seinem Einkommen bezahlt. Nur wenn nicht alles besteurt würde insbesondere Aktien etc träfe auch das wieder die Mittelschicht. Der Solarboom Mitte der 2000er in Ostdeutschland hat ja gezeigt was passiert wenn eine subventionierte Industrie auf die noch mehr subventionierten Chinesen trift. Die Chinesen bauen Atommeiler wie bolle und sagen sich wir machen ja die alten Kohlemeiler zu also sparen wir CO2 ein. Und würde die KP es nicht E Autos forcieren würden die Chinesen auch verbrenner aus dem Ausland kaufen. Askese war noch nicht ein Kassenschlager. Statt Mineralölstuer hoch E Autos significant zu subventionieren wie in China. Kleine Familie Häuschen auf dem Land braucht nen zweitwagen können sich vllt ein 16000 Auto Euro leisten. Der E flitzer koste 9000 Euro mehr. Der Familie den Wagen auf 18000 zu subventionieren und einen 0% KFW kredit würde sicher vielen Familien ein E Auto als zweiwagen schmackhaft machen. Der Strom für dieses Auto dann zusätzlich Mwst und Stromsteuer frei und die meisten würden die Reichweite von kanpp über 100km im Winter sicher verschmerzen. Nur die Mehrkosten müsten halt Leute wie Quandt etc bezahlen und Amazon sollte verdonnert werden für senen Umsatz hier auch hier Stuern zu bezahlen. So lange der Staat nicht massiv Stromspeicher ausbaut und nicht durch doppelte EEG Abgage behindert und die Stromspeicher die Stromspitzen abfangen und so den Börsenstrompreis steigen lassen würden. Nur besagte energieintensive Industrie wäre davon auch betroffen. Mein Sofortmaßnahmen Vorschlag von Tesla oder sonst wem neben jeden größerem Windpark bzw in den Umkreis größere sammlungen an windparks große Stromspeicher auf Staatskosten noftfall schulden Hinstellen abschreiben und zu 0€ an ein zu gründene regionale gemeinnützige Stiftung übergeben die dann das Ding gemeinützig zum Betriebskostenpreis den Strom von den Windradbetreibern abkauft und bei Hoher Nachfrage verkauft. Und bei größerem Einnahmen die an die Windrad etc betreiber teilweise weiterreicht. So würde die EEG Umlage rapide fallen nur die besagte Industrie würde mekkern und noch mehr Kohlemeiler würden unrentabel werden. Wenn wird von den 40 % peak EEg strom nicht wie jetze 8-10 geschäftz nutzen sondern über puffer 20%+ nutzen würde würden weniger Gaskraftwerke benötigt die man dann leider ebenfalls erstmal subventionieren müsste. So würde man Strom sparen nur Bayer und Co würden meutern und das Ausland würde sie mit Billigem Atomstrom locken. Ich bin kein Fan von Atomstom nur wenn man keinen Atomstom will muss man die Kosten mit Steuern abfangen und nicht per eeg an den kleinen Bürger weiter reichen.

  48. Wieder eine schöne Sendung.
    Leider werft ihr bei eurem Genetikthema immer wieder Begriffe durcheinander (Gen, Genom, Chromosom, etc.), was als Laie ja durchaus mal passieren kann. Ich denke aber, dass in solchen Fällen ein Expertengast ganz angebracht ist. Dann kann das immer wichtiger werdende Basiswissen zu Genetik und Gentechnik, etwas besser vermittelt werden.

    • Kannst Du die Ungenauigkeiten etwas genauer schildern? Ich habe die Folge noch mal nachgehört und keinen Fehler gefunden, aber wenn Du das hier kommentierst können wir das demnächst klarstellen.

  49. 2 Empfehlungen zur Vertiefung von Top „Chinesisches Gen-Baby“:
    – Podcast https://forschergeist.de/podcast/fg064-ethik-und-genetik/
    – Das Buch „Homo Deus“ von Yuval Noah Harari. Sein 2tes Buch, im Podcast wird nur sein erstes Buch genannt, wo das Thema nur kurz angerissen wird.