LdN119 Brexit, 5G-Versteigerung, Funkzellenabfrage, UN-Migrationspakt, AfD-Parteispenden, Diesel-Update

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Foto: Matthias Rathje

Danke an die über 800 Zuschauer, die bei unserer bisher größten Lage Live in Mainz dabei waren!

Brexit 

5G-Versteigerung 

Transparenzportal für Funkzellenabfrage

UN-Migrationspakt 

AfD Parteispenden

Pflegepaket verabschiedet

Diesel-Update

Bundesimmissionsschutzgesetz 

VW-Investitionen

USA-Kurzmeldungen

Verabschiedung 

Sponsor

Ford Nutzfahrzeuge und die neuen Transit Modelle. Mehr Informationen, Ausstattungsoptionen und Modellvarianten unter ford.de/nutzfahrzeuge

Hausmitteilung 

136 Kommentare

  1. Dieser Tage sind die Medien voller gefährlicher Medizinprodukte, sozusagen. Ich glaube, dass dieses Thema mit Gewinn hier in diesem Medium aufgegriffen werden könnte. Es liesse sich zugleich darauf hinweisen und bedenken, dass gerade jetzt (bzw. seit einigen Jahren und noch einige Jahre lang) die EU dabei ist, eine neue Regulierung zu implementieren, die diesen Saustall ausmisten soll, ein Hinweis, der bei Berichten über die “implant files” nach meiner Wahrnehmung zumeist fehlt. Man könnte seitens der Podcast-Sprecher bei der Gelegenheit versuchen, stilbildend einen reflektierten und umsichtigen Blick auf die Europäische Union, ihre Schwächen und Stärken vorzuführen. Und man könnte anhand dieses Beispiels das EU-Schmarotzer- und -Aasgeiertum in der deutschen Politik herausstellen, wo man sich mit Verdiensten in Verbindung bringen will (https://www.deutschlandfunk.de/fehlerhafte-implantate-spahn-kuendigt-register-fuer.1939.de.html?drn:news_id=949957; es fehlt der Hinweis, dass dieses Register “Brüssel” und nicht “Berlin” zu verdanken ist), die man gestern noch, geschweige dazu beigetragen, zu verhindern versucht hat (Dagmar Roth-Behrendt in https://www.deutschlandfunk.de/implant-files-neue-medizinprodukte-schlecht-geprueft.724.de.html?dram:article_id=434172).

  2. Lieber Ulf, Lieber Philip,

    ich bin schon sehr lange Hörer eures Podcasts und möchte euch gerne ein generelles Dankeschön für euer Format aussprechen. Allerdings möchte ich meinen ersten Kommentar auch für Kritik benutzen. Ich hatte gerade am Anfang (ich weiß nicht mit welcher Folge ich eingestiegen bin, aber es müsste so zwischen LdN23-28 passiert sein) eure sehr sachliche Art und Expertise geschätzt. Gerade im rechtlichen Bereich finde ich es immer noch sehr hörsam wenn Ulf ein juristisches Thema aufdröselt.

    Allerdings vermisse ich oft den sachlichen Aspekt etwas. Ihr versucht euch zwar auch selbst immer mal wieder zusammenzureißen (wenn einer von euch zum anderen sagt à la ‘Da muss man auch fairerweise sage…’ etc), aber insgesamt, so mein subjektiver Eindruck, ist das schon etwas verloren gegangen. Das zeigt sich dann oft, etwas unterschwellig, in der Sprache. Ich möchte hier mal Repräsentativ die Dieselsache herausgreifen. Ich glaube ihr tut niemanden einen Gefallen wenn ihr da einfach lapidar und pauschal von Stinkern redet. Es sind nicht mitnichten alle Diesel die Grenzwerte überschreiten bzw. bei allen betrogen worden. Man möge mich da korrigieren, aber soweit mir bekannt hat BMW z.B. keine Problem auf Grund deren Filtertechnik. Mir geht es nicht darum hier BMW oder Dieselhersteller zu verteidigen, aber mit diesem pauschalen Stinkern leitet man meiner Meinung nach nur den Argument der Leute Vorschub die das alles eine art links-grüne Verschwörung darstellen. Ich finde man muss wirklich genau sein und darf sich da nicht zu solchen Ausdrucksformen hinreisen lassen. Ihr habt da klar eure Ausrichtung, aber der helft ihr wenig wenn ihr so pauschal seit.

    Nun ja und das ist jetzt nur mal beispielhaft. Mir fällt das immer wieder auf, das sich solche ‘Unsachlichkeiten’ bei euch einschleichen. Ich weiß dass ihr kein strikt journalistisches Format seit (obgleich ihr schon mehrfach zum Ausdruck gebracht habt dass euer Anspruch sich schon in diese Richtung ausrichtet), aber ihr habt gerade am Anfang (also als ich eingestiegen bin) schon mehr Wert darauf gelegt auch en detail die Sachen sauber darzulegen. In diesem Zusammenhang muss ich sagen dass ich die live Folgen leider ziemlich unhörbar finde. Meiner Meinung nach habt ihr diese eingescripteten Witzchen – die ich furchtbar finde – gar nicht nötig. Im normalen podcast seit ihr auch nicht immer nur bierernst, aber wenn es da mal mit Humor zugeht dann meistens aus dem natürlichen Konversationsverlauf heraus und auch eher mit Niveau. Ich glaube auch dass die Zuschauer denen ihr vielleicht meint etwas live bieten zu wollen nicht deswegen kommen. Die kennen euch ja aus dem ‘normalen’ podcast wo ihr sowas nicht aufzieht und sie fühlen sich trotzdem unterhalten. Meine persönliche Meinung – Bitte einfach eine ‘normale’ podcast Folge im ‘alten’ Stil machen.

    Trotzdem gehört die Lage nach wie vor zu meinen Lieblingspodcasts und ich höre fast jede Folge (außer Live Folgen). Deswegen die Kritik nicht missverstehen, ich möchte konstruktiv sein und ein liebgewonnenes Format gerne wieder bei alter Stärke sehen. Ich hätte auch einen Themenvorschlag bzw. Interesse an einer Bewertung eurerseits (gerade Ulf, da ein rechtliches Thema). Mir ist dieser Bericht bei TechCrunch aufgefallen und mich würde da mal interessieren ob dieses Urteil tatsächlich noch höhere Wellen schlagen könnte:

    https://techcrunch.com/2018/11/20/how-a-small-french-privacy-ruling-could-remake-adtech-for-good/?guccounter=1

    Hoffe ihr erholt euch gut im Urlaub

    Gruß

    tt.kreischwurst

  3. Hallo ihr beiden, großes Lob zunächst für euren informativen Podcast! Besonders gut hat mir in den letzten Folgen gefallen, wie ihr die rechtlichen Grundlagen von Diesel- und anderen Fahrverboten durchleuchtet habt. In diesem Rahmen kam ja mehrfach zur Sprache, dass die Gerichte rechtlich gar keine andere Möglichkeit haben, da Fahrverbote die einzige geeignete Option seien, die Grenzwerte so schnell wie möglich einzuhalten. In der letzten Woche ist nun vom NDR (Link unten) im Bezug auf Hamburg gemeldet worden, dass die Stickoxidbelastung in den gesperrten Strassenabschnitten sogar angestiegen (!) ist. Unabhängig von den Gründen (auch wenn die von der Umweltbehörde genannte Begründung, dass jetzt heimlich mehr alte Diesel durch die Verbotszonen fahren würden, mehr als fragwürdig ist): Wie wäre es rechtlich zu bewerten, wenn Fahrverbote jetzt eben NICHT (mehr) eine geeignete Option zur schnellstmöglichen Reduktion der Schadstoffwerte darstellen? Sind diese dann rechtlich überhaupt noch haltbar oder leicht anfechtbar? Was wären alternative Optionen, die “nachrücken” könnten?

    https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Trotz-Diesel-Fahrverbot-Schadstoff-Ausstoss-steigt,stickoxid136.html

    Danke schonmal, Viele Grüße, Dennis W.

  4. Ich kenne mindestens 99 – 119…

    Ihr kotz mich an mit eurer Wortwahl: „Diesel-Stinker“ vs. „Bier“ aka „Kaltgetränk“!!

    Was denn?? Ihr dürft plötzlich nicht mehr „Bier“ sagen? Aber stempelt Diesel-Fahrzeuge ständig als „Stinker“ ab?!

    Ich besitze einen Kombi-Diesel – Verbrauch 5.5. – 6.5 Liter/ 100km.
    Und einen Sportwagen (Benzin) – Verbrauch 9.5 – 11.5 Liter/ 100km.

    So – mit welchem Auto soll ich lieber an eurem Haus in der Innenstadt vorbeifahren???? Ich mache das den ganzen Tag – immer hin und her!!

    Ich kotze, wenn ich eure „Argumentation“ höre!!

    40mg sind „Europa-Recht“??
    Yep.
    Aber nur auf der Strasse. In Industriebetrieben sind wir bei 960mg!!

    Wer mit Klebstoffen oder Hunden oder Mausmodell arbeitet…. kommt mit 40 Mikrogramm LANGE nicht aus!

    Ihr belegt euch selbst mit einem MAULKORB???
    wg. „Bier“??
    Selbstzensur?

    Ich kenne den Eintrag, der euch dazu aufforderte… aber Zensur? Selbstzensur? “Kaltgetränk”????

    Dann bitte Seeehofer nicht als „Hotte“ und Diesel-Fahrzeuge nicht als „Stinker“ bezeichnen!!!!

    C-Hofer hats verdient! Diesel nicht!!

    Wenn ihr so halbwegs „politisch-korrekt“ sein wollt… und das in der originalen Definition … dann müsst ihr auch einfach mal Wasser mit Wein vergleichen!!

    S.O.X ist einfach eine Hysterie!! Und wer hats erfunden???

    Ähäm…. “Deutsche Umwelthilfe”…. gesponsort von einem Autokonzern, der kein Diesel kann und lieber seine Elektros verkaufen möchte…
    Elektro??? Wurde bereits 1900 für ein “Auslaufmodell” gekennzeichnet….
    Elektro? Wo kommt der Strom her… aus “Braunkohle etwa”???

    Die Batterien…???
    Hm. Sehr wertig, sehr umweltstabil – sehr umweltfördernd…. ach.. blöd… Nickel-Cadmium… sehr vertrauens-erweckend…. sowohl in Herstellung, Erhaltung, Aufladung, Lebensdauer, Weiterverwertung…. äh? Habe ich was vergessen?

    ICH würde mich sehr freuen – wenn ihr ein ZUKUNFTSKONZEPT bereitstellen würdet – statt nur auf “Diesel-Stinkern” herumzuhacken!! Was ist denn EUER KONZEPT der Mobilität????

    Ich bin gespannt!!!

    lg
    bruno

    • Da ist aber jemand wütend.

    • Ist aber was dran.
      Weiter sage ich euch ALLEN – Am Umweltfreundlichsten ist der, der sein Auto repariert und 30 Jahre fährt, statt ständig per Abwrackprämie oder ähnlichem Unsinn ein neues kauft. Und das zählt auch für Handy, Fernseher usw. Ständig von Umweltschutz retten reden, und das neuste iPhone in der Tasche. Mal ein Gesamtkonzept im Kopf haben und nicht nur in des immer gleiche Medienhorn blasen. Bin ja auch für Elektroautos, aber was bringt es wenn die gleichen Snobs hochnäsig zweimal im Jahr in den Urlaub fliegen. Glaubt ihr eure Okobilanz ist dann noch igendwie zu retten ?

      • Das Streite ich ja nicht ab, dass er mit einigen Punkten zumindest nicht unrecht hat. Aber: Angry an der Tastatur kommt nie gut. Man würde sich wahrscheinlich eher mit seinem Text auseinandersetzten, wenn er weniger “!” und “?” benutzen würde. Und gleich anfangen mit “Ihr kotz mich an mit eurer Wortwahl” ist vielleicht auch nicht Diskussionsfördernd.

  5. 25. November 2018 um 19:14 Uhr
    Wolfgang Steinbach

    Hallo zusammen,
    Thema Pflegepersonalstärkungsgesetz und hier Fallpauschalen: Daniel hat das System mit der oberen und unteren Grenzverweildauer schon etwas erläutert. Gibt es zum Beispiel große Komplikationen nach einer Blinddarmoperation und der Patient muss sehr lange im Krankenhaus liegen, gibt es ab einem bestimmten Tag (für jede Fallpauschale individuell geregelt) Zuschläge pro Tag für das Krankenhaus.
    Wird der Patient aber beispielsweise nach der Blinddarmoperation sehr schnell entlassen, gibt es, wenn die Länge des Krankenhausaufenthaltes innerhalb der unteren Grenzverweildauer liegt, erhebliche Abschläge. Der Gesetzgeber hatte das Problem der frühzeitigen Entlassungen erkannt und wollte “blutige” Entlassungen vermeiden.
    Nun haben die Krankenkassen aber im System der unteren Grenzverweildauer eine hervorragende Einnahmequelle entdeckt. Sie behaupten massenweise im Nachhinein, der Patient, der eine ganz normale Verweildauer im Krankenhaus hatte, hätte auch innerhalb der unteren Grenzverweildauer entlassen werden können und machen einen Abschlag von der Rechnung geltend. Dann muss das Krankenhaus darlegen, warum dieser Patient nicht früher entlassen werden konnte. Im Zweifel wird die Sache mit Hilfe eines Sachverständigen vor dem Sozialgericht geklärt. Anreiz für das Krankenhaus: Ich entlasse den Patienten so früh wie irgend möglich, im Zweifel auch innerhalb der unteren Grenzverweildauer, bekomme dann zwar weniger Geld, habe aber keinen Ärger und keinen Aufwand, der mir später eventuell nicht vergütet wird.

    Ansonsten hervorragender Podcast, weiter so.

    Grüße

  6. Zum Thema Dieselskandal: ich habe am 18.11. auf dem WDR den Stichtag gehört. Dort ging es um die Lamda Sonde. Die Folge ist in der Mediathek verfügbar. Es wird deutlich, dass schon vor über 30 Jahren sich die Autohersteller geweigert haben Abgasreinigung freiwillig einzuführen, obwohl die Technik vorhanden war. Sowohl die Hersteller als auch die Politik betreiben seit vielen Jahren Augenwischerei und Betrug am Kunden und der Umwelt. Wer den Beitrag hört wird die Parallelen von damals zu heute ziehen können…

  7. Grenzwerte NOx
    Es ist wichtig zu wissen, wie die Messungen, die zum NOx- Grenzwert führen, ermittelt werden. Normalerweise wird mittels Messstationen an der Straße gemessen. Da die Konzentration von NOx aber mit zunehmender Entfernung von der Quelle, also der Straße, exponentiell abfällt, macht es einen Riesenunterschied, ob die Messstation sich 25m oder 5m von der Straße entfernt befindet.
    Wenn die Abstände größer sind, misst man weniger NOx und hat dort bezüglich des Grenzwertes plötzlich auch kein Problem.. Die Luftbelastung bleibt ja aber gleich.
    Viele Grüße aus Neuseeland,
    Jan
    https://www.merkur.de/wirtschaft/schadstoffwerte-in-muenchen-sind-messtationen-falsch-platziert-9671855.html

  8. Hallo zusammen, ich bin Gesundheitsökonom und möchte euch auch Rückmeldung zum Pflegepersonalstärkungsgesetz. Leider fällt diese – wie bei den vorangehenden Kommentaren zu diesem Thema – auch nicht allzu gut aus.
    Das Gesetz wird die Probleme nicht lösen. Es klingt zwar ganz toll in der Öffentlichkeit einem Pflegepersonalmangel mit Untergrenzen und der Schaffung von Stellen zu begegnen, die ist aber weit entfernt von einer Lösung, welche die Ursachen umfänglich berücksichtigt. Jörn, Christoph, Claudia und Marco haben schon wesentliche Punkte genannten, die ich nicht wiederholen brauche. Aber gerade beim Stichwort sinnvoller Anreiz möchte ich einhaken:
    Welcher ökonomische Anreiz resultiert aus der hundertprozentigen Weitergabe von Personalkosten? Zum Beispiel in Hinblick auf Lohnverhandlung? Zum Beispiel in Hinblick auf Stellenbeschreibungen? Welchen Anreiz brauchen wir wirklich um Pflege attraktiv zu machen?
    Die hohe Belastung und zu niedriges Gehalt sind sicherlich zwei wesentliche Probleme. Darüber hinaus muss jedoch die Attraktivität des Pflegeberufs massiv erhöht werden, sodass junge Menschen, die sich überlegen, womit sie ihr Geld verdienen wollen, für die Pflege entscheiden. Ausländische Pflegekräfte, die nach Deutschland kommen, gehen nicht selten frustriert zurück, weil sie hier auf ein völlig obsoletes Berufsbild treffen, das jenem in vergleichsbaren Ländern gerade in Hinblick auf die Übernahme von verantwortungsvollen Tätigkeiten enorm hinterherhinkt. Wenn Krankenpfleger/innen sich für ein Studium der Pflege entscheiden, dann muss dies mit attraktiver Gehaltsentwicklung verbunden sein, die jedoch auch in der Wertschöpfungskette ihre Berechtigung findet. Wofür sonst studieren? Wofür sonst Studierte einstellen? Abgesehen von Führungsaufgaben sind wir davon meilenweit entfernt.
    Und dies vor dem Hintergrund, dass wir auf einen Ärztemangel zusteuern. Nun wird bereits vonseiten der Ärzteschaft gefordert weitere Berufsbilder (Ärzte, Therapeuten, …) aus der DRG herauszunehmen, da auch diese häufig an ihrer Belastungsgrenze seien – anstatt Verantwortung an Pfleger, Physiotherapeuten, etc. abzugeben, was dringend geboten wäre. Dies wird aber durchweg von der Ärzteschaft blockiert. Zuletzt hat sich dies geäußert indem Modellprojekte in der Physiotherapie, die zu mehr Autonomie geführt hätten, weiter auf die lange Bank geschoben werden, anstatt sie sinnvoll umzusetzen (z. B. Blankoverordnung).
    Seit langem wird gefordert, dass Mediziner, Therapeuten und Pflege gemeinsam Kurse im Studium besuchen, insb. um die Wertschätzung für die Kompetenz des jeweils anderen Berufsbilds zu stärken. Umsetzung: Fehlanzeige.
    Die Pflegekosten als buchhalterischen Durchlaufposten zu gestalten ist ein massives Problem für die Pflege außerhalb des Krankenhauses und verwässert außerdem das Berufsbild im Krankenhaus, da es plötzlich Sinn macht alles Mögliche als Pflege zu bezeichnen. Somit wird das Berufsbild gerade nicht attraktiver – ganz im Gegenteil.

    Nun noch zu den Fallpauschalen, die ihr als katastrophal und völlig fatale Anreize beschrieben habt: Um zunächst bei Ulfs Beispiel mit dem Blinddarm zu bleiben. Dies wird gemeinhin als blutige Entlassung bezeichnet. Um dem Entgegenzuwirken ist für jede DRG eine untere Grenzverweildauer (UGV), eine mittlere Verweildauer (MVD) und eine obere Grenzverweildauer (OGV) definiert. Wird der Patient vor der UGV entlassen, werden selbstverständlich erhebliche Abschläge geltend gemacht. Wird der Patient erst nach der OGV entlassen, werden ab dem Tag der Grenzüberschreitung ebenfalls Abschläge verbucht. In beiden Fällen ist die Anzahl der Tage der Über-oder Unterschreitung erlösrelevant. Nur innerhalb der MVG wird nur die Pauschale gezahlt, womit der Gesetzgeber vermutlich einen Anreiz setzen möchte mittels qualitativ hochwertiger Medizin die Verweildauer auf das Notwendige zu begrenzen.
    Hieraus lässt sich ableiten, dass weniger die Fallpauschalen selbst, sondern eher deren Ausgestaltung der Knackpunkt ist. Je nach Gestaltung von UGV, MVD, OGV, Anteil Pflegetagessatz, etc. ergeben sich andere Anreize. Beispielsweise wird in Deutschland zu viel operiert, weil in der Regel operative Eingriffe besser vergütet werden als konservative Therapien, was definitiv einen Fehlanreiz darstellt, der jedoch nicht am System selbst liegt.
    Fraglich ist auch was die Alternative dazu ist – eine perfekte Vergütungsform wurde bislang nicht gefunden. Früher gab es ‚Fee For Service‘ – also hundertprozentige Kostenerstattung (Philip’s Thailand Modell). Die Gefahr der Überversorgung ist unübersehbar und muss nicht weiter ausgeführt werden. Pay for Performance (P4P) ist das, was alle gerne hätten – also Vergütung nach medizinischer Qualität – aber wofür ebenfalls noch keine tragfähigen Vergütungsmodelle auf Marko-Ebene vorliegen.

    Abschließend: Das Gesetz mag in die richtige Richtung gehen, ist aber an allen Ecken und Enden ungenügend und verursacht vermutlich zahlreiche weitere Probleme wie etwa die Abwanderung aus der Altenpflege ins Krankenhaus. Das Kind ist längst in den Brunnen gefallen und dafür macht es sich Hr. Spahn viel zu einfach, in dem auf einen Pflegepersonalmangel mit der Vorgabe reagiert neue Stellen vorzuschreiben. Letztlich ist es eine populistische Lösung, da es auf den ersten Blick einleuchtend ist und der breiten Öffentlichkeit sinnvoll erscheint, dabei aber die Komplexität und die Tragweite des Problems völlig außen vor lässt.

  9. Nordirland: Mir erschließt sich nicht, weshalb eine Grenze mit Zollkontrollen (LKW kontrollieren auf Straßen, kein zaun) zu Krieg dort führen kann. Wieso soll eine bloße popelige Grenze dazu führen? Ist das Ganze vielleicht vorgeschoben?

    • Der Konflikt dort (Nordirland als Teil Irlands oder Teil des Vereinigten Königreiches?) ist gut 100 Jahre alt. Seit 20 Jahren ist die Frage in einer Art “Waffenstillstand” eingeschlafen, und zwar über den Umweg dass die Frage praktisch egal geworden ist da beide Länder (Irland und UK) Teil der EU sind, es also mehr so ein philosophischer Unterschied ist da sich rein praktisch so oder so beide Länder letztendlich unter dem selben “Dach” befinden. Und das ändert sich nun durch den Brexit, wodurch die Frage wieder existenziell wird.

      Ein gutes Erklärvideo (auf Englisch):
      https://www.youtube.com/watch?v=1cfI5on5n84

      Etwas ausführlicher, mit Eindrücken vor Ort (auch Englisch):
      https://www.youtube.com/watch?v=ene8A2Wy-h4

  10. Brexit : Ich frage mich, wäre es für die Briten in dieser Situation nicht am cleversten wenn sie den Austrittaantag einfach zurück nehmen (das können sie doch – sogar einseitig – jederzeit, oder?) und dann ihr Gekaspere auf der Insel fortführen: sprch: Neues Referendum, Neuwahlen… oder was auch immer.

    Ich meine für die EU wäre das eine schreckliche Lösung (komplette Unsicherheit, keinerlei Steuerungsmoglichkeit durch EU) – aber für die Briten der Weg wie sie dort rauskommen, ohne dem Volk gegenüber das Gesicht zu verlieren.

    teilt ihr meine Meinung, dass dieser Weg so rechtlich möglich wäre ?

    • Das ist unklar. Wie ansprochen gibt es dafür keine rechtliche Regelung in Artikel 50.
      Die EU-Kommision ist jedenfalls der Meinung, dass die Rückname der Austrittserklärung
      nicht einseitig möglich ist:
      Once triggered, can Article 50 be revoked?
      It is up to the United Kingdom to trigger Article 50. But once triggered, it cannot
      be unilaterally reversed. Notification is a point of no return. Article 50 does not
      provide for the unilateral withdrawal of notification.
      (http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-17-648_en.htm)

      Es gibt zu dieser Frage am 27. November eine Anhörung vor dem Europäischen Gerichtshof,
      das sollte also in absehbarer zeit noch offiziell geklärt werden.
      (https://www.theguardian.com/politics/2018/nov/16/uks-top-court-to-consider-government-appeal-in-brexit-reversal-case)

      Der Originalton von Sven Giegold dazu war da leider ziemlich unergiebig, da er
      leider nur eine Meinung ohne substanzielle Unterfütterung geäußert hat. Das natürlich
      der politische Wille und Wunsch in den EU-Institutionen besteht, dass die Briten
      EU-Mitglied bleibt, ist ein Platitüde und wurde schon lange von verschiedenen
      Amtsträgern so kommuniziert und immer wieder bekräftigt. Die Frage ist, ob das
      juristisch sauber möglich ist. Man stelle sich nur vor, das UK sagt den Brexit
      in letzter Minute ab und dann klagt einer der Brexiteer-Vereine wie UKIP dann vor
      Gericht, um den Brexit durchzusetzen. Da das nicht geregelt ist, gibt es ja
      verschiedenen Möglichkeiten zur Interpretation. Vielleicht könnte das
      LdN-Team sich mal um ein Gespräch mit Sabine Weyand bemühen? Als stellvertretende
      Verhandlungsführerin der EU bei den Brexit-Verhandlungen kann sie da bestimmt
      interessante Einblicke und Erkenntnisse liefern.

  11. Bei eurem Nachtrag zu dem Thema Emmissionsgrenzwerte habe ich mich daran erinnert, dass ich woanders mal einen sehr Interessanten Kommentar zur Messmethodik von Emmissionswerten gehört habe. Dabei geht es darum, die Gesamtemmissionen einer Stadt zu erfassen und nicht nur wie bisher lokale Messpunkte einubeziehen. Es geht zwar weniger um die Bildung und ums zustande kommen von Grenzwerten, aber es passt dennoch ganz gut in den Kontext denke ich. So, und da ich mich nicht mit fremden Ruhm bekleckern will, würde ich den Link zum Kommentar gerne hier teilen (den zu finden ich mehrere Abende dieser Woche gebraucht habe ;)), da wirklich alles verständlich erklärt wird und er weiterführende Informatioenen enthält …

    https://youtu.be/sYZsyjD7sZQ?t=11414

    Ansosnsten bleibt mir noch für euren tollen Podcast zu danken und euch ein schönes Wochenende zu wünschen

    Tom

  12. Ihr Lieben,
    ohne jetzt päpstlicher sein zu wollen als der Papst: nudging baut eben explizit nicht auf monetären Anreizen auf, sondern optimiert die choice architecture OHNE finanzielle Anreize dahingehend, dass ein Individuum eine Wahl trifft, die eher dessen Langzeitinteressen entspricht, als die wegen mental shortcuts wie Prokrastination oder present bias andernfalls regelmäßig gewählte Option.

    Falls es euch tiefer interessiert, hier etwas Hintergrund:
    https://eml.berkeley.edu/~sdellavi/wp/01-DellaVigna-4721.pdf
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4265800/

    Und hier etwas Populärwissenschaft:
    https://www.researchgate.net/publication/50371114_Richard_H_Thaler_-_Cass_R_Sunstein_Nudge_Improving_Decisions_about_Health_Wealth_and_Happiness

    Grüße aus Singapur, Julian

    PS: Please keep the good work up 🙂

  13. 22. November 2018 um 18:19 Uhr
    Alina von Klitzing

    Lieber Ulf, lieber Philip,
    Erst einmal ein großes Kompliment, ich bin ein riesiger Fan Eures Podcasts und verpasse eigentlich nie eine Folge. Bei der letzten Lage live aus Mainz hat mich nur folgende Sache gestört: Warum betitelt Ihr Alice Weidel und Beatrix von Storch als „AfD-Prinzessinnen“, die mit „Stiefelettchen“ auftreten? Bitte versteht mich nicht falsch, ich finde diese beiden Damen darf und sollte man mit Kritik auf keinen Fall schonen. Nur ist es leider ganz schön sexistisch, sich dafür des spottenden Diminutivs zu bedienen, mit dem Frauen bis heute leider allzu oft entwertet und klein gemacht werden.
    Wie gesagt, ich finde Ihr kritisiert diese Frauen zu recht und ich habe auch kein Problem damit, wenn man sich über sie lustig macht. Nur diese sexistische Art und Weise hat mir Bauchschmerzen bereitet, v.a. weil ich finde, dass gerade Ihr, als so fähige und eloquente Podcaster, das nicht nötig habt.
    Liebe Grüße, Alina

  14. Hallo Lage,
    unverändert informativ und gut. Danke vorweg. Ich geniesse jede Sendung.

    Das Thema Organspende und den Vorstoss von Herrn Spahn habt Ihr zwar schon mehrmals aufgegriffen, mich würde aber interessieren, ob denn der Staat und seine Organe nicht – per Verfassungsauftrag (oder was auch immer)- die Aufgabe hat Schaden von den Bürgern abzuwenden. Das hieße doch, dass bei der Organspende eine Widerspruchslösung diesem Schutzauftrag zuwider liefe. Denn dann würde ja jeder Bürger per default zum Spender (Organe entnehmen, obgleich derjenige noch am Leben ist) und somit in seiner Unversehrtheit beeinträchtigt. Sollte diese Überlegung Blödsinn sein, freue ich mich über eine kurze Antwort. (by the way: ich habe seit Jahren einen Spenderausweis). Euch beiden einen wunderbaren Urlaub vernab des Internets.
    Beste Grüße Ulrich Fricke

  15. Das Werbung durch Jingles abgetrennt wird habt ihr nun scheinbar auch aufgegeben, das wurde abfangs noch genau so betont wie wichtig das sei

  16. Hallo liebe Lage!
    Ich finde euren Podcast immer wieder sehr gelungen! Die Themenauswahl und vor allem ihre Aufbereitung finde ich super, da die wenigsten Medien so hinter die Kulissen schauen, oder es versuchen.

    ABER: Beim Thema Pflege habt ihr in der letzten Sendung danebengegriffen. Ihr habt quasi den SPAHN gemacht. Ihr habt es nur einseitig betrachtet. Aber nun mal etwas strukturierter…
    1. Der Deutsche Pflegerat ist eine Verband der Berufstätigen in der Pflege, nicht der Patienten https://deutscher-pflegerat.de/ Ihn eint mit allen anderen Berufsverbänden (z.B. DBfK u.a.) das sie zahnlose Tiger sind. Niemand interessiert was sie sagen, weil sie als Interessenverband schlicht zu doof sind.

    2. Das angesprochene PpSG ist zwar ein guter Ansatz aber ist GENAU wie ihr es besprochen zu einseitig auf die Krankenhäuser ausgelegt. Die Pflegenden in der stationären Pflege und vor allem der ambulanten Pflege haben da nichts davon. Es wird erwartet das die Krankenhäuser durch die neue Finanzierung eine Sogwirkung auf Pflegefachkräfte ausüben wird, da in der ambulanten Pflege die Personlakosten nicht angepackt werden.
    Das Krankenhaus hat seine Finanzierungsgrundlage im SGB V, die ambulante Pflege im SGB V und SGB XI. Durch diese Mischung muss immer mit der Krankenkasse und der Pflegekasse einzeln verhandelt werden. Höhere Personalkosten können bei der Pflegekasse geltend gemacht werden und sollen i.d.R. auch finanziert werden. Problem ist nur das die Pflegeversicherung nur eine Teilkasko ist und somit die Kunden die Erhöhungen immer mittragen müssen.
    Anders bei der Krankenkasse. Hier greift das Vollkaskoprinzip. Hier diktieren die Kassen die Preise, die seit Jahren per Erlass nicht höher als die allgemeine Lohnsummensteigerung sein darf. Das sind im Schnitt 2,3%… Wenn, wie hier in Bremen, ein Tarifvertrag abgeschlossen wird für die Pflege der eine Steigerung von 8% vorsieht wird es schwierig dies umszusetzen. Bei einem Umsatzmix von 40% Krankenkasse und 60% Pflegekasse kann man sich ausrechnen wohin das führt.
    Die Kunden der Pflegekasse werden deswegen nicht mehr Geld ausgeben und die Krankenkassen bleiben bei ihrer Lohnsummensteigerung…

    Vergleicht man nun die Lohn- und Preisentwicklung zwischen Krankenhaus und ambulanter Pflege, stellt man fest das gleich qualifizierte Mitarbeiter im Krankenhaus ca. 20% mehr verdienen. Diese Schere wurde durch den Erlass zu Lohnsummensteigerung forciert. Wenn die Stellen im Krankenhaus nun noch unterfüttert werden, dann klafft die Schere bald noch weiter auseinander.

    Das hat der Spahn nicht verstandn und ihr leider auch nicht.

    Bei diesem Thema habt ihr unzureichend recherchiert, denn mit dieser Maßnahem und dem Pflegeberufegesetz steuern wird geradewegs auf eine Katastrophe für Heimbewohner und ältere Menschen die zu Hause leben zu.

    Bitte korrigiert das! Ich kann euch nur wärmstens Hr. Roland Richter aus Hamburg als Erxperten ans Herz legen.
    Bitte bleibt an diesem Thema dran.

    Grüße, und hoffentlich bis Freitag!

  17. 22. November 2018 um 1:24 Uhr
    Ulf Kroekershagen

    Hallo zusammen,

    denjenigen von Euch, die sich bezüglich des UN-Migrationspaktes ein ausführlicheres Bild als hier in diesem Podcast besprochen machen möchten, kann ich den nachfolgenden Podcast sehr empfehlen:

    https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/vereinte-absichtserklaerungen-der-streit-um-den-un-migrationspakt/-/id=660214/did=22879022/nid=660214/1ku9e1c/index.html

    Die Gesprächsteilnehmer gehen recht ausführlich darauf ein, ob “soft-law” nicht noch auch verbindlichen Charakter hat bzw. verbindlichen Charakter entwickelt wird/muss.

    Gruß

    Ulf Kroekershagen

    • Vielen Dank für die Link. In fand auch, dass in der Lage das Thema etwas zu undifferenziert gesehen wurde. Neben der Diskussion um die Verbindlichkeit des Paktes werden im SWR-Podcast auch Kritikpunkte geäußert, wie z.B. die einseitig positive Darstellung von Migration, das grundsätzliche Ziel Migration zu fördern (also nicht nur zu steuern oder gar zu begrenzen) oder die Einschränkung des Rechts auf Meinungsfreiheit (Verpflichtung öffentliche Finanzierung bei migrationskritischen Medien zu streichen).

  18. Guter Podcast. Hat mir wieder sehr gut gefallen und war sehr informativ.
    Würde mir für eine sachliche und professionelle Nachricht mehr politische Neutralität von euch wünschen. Diese Art des Journalismus ist m.E. ursächlich für die politische Spaltung in Deutschland.
    Bezüglich der Dieseldebatte haben inzwischen viele die ??? was wirklich dahinter steckt und welche Interessen befriedigt werden. Die aktuellen Berichte über Vergleichbarkeit der Messstationen, Grenzwerte und Co. wecken große Zweifel. Die vermeintliche Lösung, Elektromobilität die ihr offensichtlich befürwortet hat ebenfalls Nachteile. Vielleicht könnt ihr dieses Thema bei Gelegenheit aufnehmen und Experten dazu einladen….

  19. 21. November 2018 um 21:09 Uhr
    Claudia Steinbach

    Hallo liebe Lage,
    mein Name ist Claudia. Ich bin Krankenschwester und seit einigen Monaten Zuhörerin eures Podcasts.
    Beim letzten Podcast habt ihr die Gesetzesvorschläge von Hr. Spahn zu den Pflegeuntergrenzen gelobt.
    Grundsätzlich kann ich da auch zustimmen. Sieht man jedoch genauer hin, wird man feststellen, dass die Untergrenzen sehr willkürlich gesetzt wurden, denn sowohl für die Auswahl der “pflegeintensiven Bereiche” (ich persönlich kenne keine nicht-pflegeintensiven Bereiche in einer Klinik), als auch für die Menge des veranschlagten Personals gibt es keine nachvollziehbare Grundlage.
    Die verwendeten Zahlen wurden vielmehr an die Krankenhäuser angepasst , die zu den personell schlecht ausgestatteten Häusern gehören.
    Ich bin schon seit vielen Jahren im Betriebsrat und im Aufsichtsrat eines großen Konzerns tätig.
    Wisst ihr, was die Reaktion auf die neuen Regelung in vielen Häusern ist?
    Betten einer Intensivstation werden aufgrund der personellen Anforderungen umgewandelt in IMC Betten (Intermediat care = eine Intensivstation light) für die es solche Personalanforderungen nicht gibt – die Patienten bleiben die Gleichen.
    Auf den “Normalstationen” werden Mitarbeiter aus den arbeitsintensiven Frühdiensten in den Spätdienst verlegt, da die Abdeckung der jetzt verpflichtenden Sollbesetzungen am Nachmittag sonst nicht möglich ist.
    Statt diese neuen Grenzen auch als Untergrenzen anzuerkennen, werden sie als neuer Benchmark angesetzt.
    Es wird so lange an den Dienstplänen gedreht, bis es irgendwie passt.
    Ein wahrlich zynisches System, von dem am Ende 12% Rendite fließen müssen, sonst wird der Druck eben noch mal erhöht….
    Und jede Woche sitzt mindestens ein weinender Mitarbeiter in meinem Büro, der einfach nicht mehr kann.
    Statt an diesem kranken System nur wieder ein neues Rädchen einzubauen oder zu drehen, sollte über eine grundsätzliche Reform nachgedacht werden.
    Gruß aus Nordhessen, Claudia

  20. Hallo,

    vielleicht ein interessantes Thema für den nächsten Podcast:
    Ich bin über eine Webseite gestolpert, die Verbrauchern endlich die Möglichkeit geben soll, ihr privaten Daten gem. DSGVO bei den “Internetriesen” einzufordern.
    Und das ganze in nur wenigen Klicks. Funktioniert bisher nur auf Niederländisch, ist aber ein echter Lichtblick!

    Beste Grüße

    • Lieber Ulf, lieber Philipp,
      vielleicht wäre es grundsätzlich mal wieder an der Zeit, das Thema DSGVO aufzunehmen, und zwar unter dem Gesichtspunkt, dass die DSGVO mittlerweile seit einem halben Jahr in Kraft ist. Was hat sich für die Bürger und die Unternehmen geändert, was steht noch aus, haben sich die Befürchtungen und Hoffnungen bestätigt?
      Danke und viele Grüße. Weiter so!
      Gero

  21. 21. November 2018 um 19:22 Uhr
    Daniel Konstantin Bürck

    Die FDP spricht heute im Bundestag beim Thema 5G genau das an, was ihr auch kritisiert habt.

    https://www.facebook.com/fdpbundestag/videos/1207441436078206/

  22. Super Podcast mal wieder!
    Eine Anmerkung zu eurem Humor würde ich aber doch ganz gerne machen
    Ich weiß nicht, wie angebracht ich den Witz über Massagen im Krankenhaus in Thailand fand. Denn erstens, glaube ich, ist das Thema Prostitution in Thailand eigentlich gar nicht so witzig, wenn man mal über die Bedingungen / Lage der dortigen Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen dort denkt (Menschenhandel, ökonomische Zwänge, Ausbeutung…) und zweitens habt ihr es damit ganz hervorragend geschafft ein altes Klischee aufzuwärmen und zwar das der sexy Krankenschwester, die auch noch für zahlreiche extra Dienstleistungen zur Verfügung steht.
    Natürlich kann man so einen Witz machen, wenn man Prostitution in Thailand und Sexy-Krankenschwester-Klischees witzig findet. Wenn nicht, dann kann man sich das auch getrost sparen. Das würde die Qualität und den Unterhaltungsfaktor des Podcasts glaube ich in keinster Weise senken ;)

  23. Seit ein paar Monaten freue ich mich jede Woche über die Lage. Ich finde es extrem erfrischend, wie ihr sachlich und weltoffen über Dinge diskutiert. Und die meisten eurer Witze sind auch ganz lustig.

    Dieses Mal aber ist mir eines sehr negativ aufgefallen… Ihr habt da ein bisschen zu arg abge-bro-t, meiner Meinung nach:

    1. “AFD Prinzessinnen”: Wieso Prinzessinnen? Weil sie Frauen sind? Weil sich die Mädels in einem ernsten Männerberuf versuchen, wie süß! Warum sind die Männer in der AFD dann nicht “AFD Prinzchen”? Ich denke, ihr wisst, was ich meine… Das ist genau der unterschwellige Sexismus, der es Frauen schwer macht. Wenn zwei Politikerinnen einfach so im Nebensatz als “Prinzessinnen” abgestempelt werden. Und noch nebenher ihre Kleidungswahl kommentiert wird…
    2. Krankenschwester sollte Krankenpfleger heißen… Ähnlicher Grund, den ich denke ich auch nicht erläutern muss. Diesmal aber auch unfair den männlichen Pflegern gegenüber, die schon genug zu kämpfen haben.
    3. Die ganze Thailand-Episode… Ich weiß, das war spontan und witzig gemeint, aber im Endeffekt habt ihr nur Stammtisch-Stereotypen wiederholt, die ein ganzes Land in eine fürchterliche Tonne treten. In Thailand dreht sich nicht alles um Sex, schon gar nicht für Weiße. Das ist nicht fair, nicht wahnsinnig lustig, und auch ziemliche koloniale Denkweise.

    Bis auf solche Sachen macht bitte weiter so!

    • Sorry, aber die Verbindung von Thailand und Sex stellst Du her, nicht wir. Davon war im Podcast gar nicht die Rede.

      • Da es hier offenbar einige gibt, die das Witzeln in diese Richtung verstanden;

        kannst du erklären worüber sonst die Menschen im Publikum so gelacht haben? Was war für dich der Witz an der Sache?

      • Die Idee eine Massage im Krankenhaus zu bekommen ist für Deutsche Ohren einfach aberwitzig.

        Keine Ahnung wieso man sonst lachen sollte. Thailand und Massagen? Was soll daran lustig sein?

        LOL. Genau.

      • Hi Ulf, höre dir die Stelle gerne nochmal an. Ich glaube dir, wenn du sagst, dass du das alles ganz unschuldig gemeint hast, aber Philip und das Publikum haben definitiv an was anderes gedacht. Warum sonst die Pause nach “Massage”, etc. Und wie schon von Thomas gesagt, ich bin nicht der einzige, der so denkt.

      • Sorry, aber ich bin da einfach anderer Meinung. Ein Podcast darf auch lustig sein und mit anderer Leute Stereotypen spielen – wir haben sie schließlich nicht bestärkt oder gar neu geschaffen: wer sich nichts dabei denkt, für den ist es eben einfach nur unverständlich. Ich glaube diese Kritik – ebenso wie die Kritik an unserer Passage zu Alice Weidel – übertreibt es doch sehr mit der political correctness.

      • Ich glaube wer von Political Incorrectness nicht betroffen ist, sollte sich gegen Kritik daran besser nicht immunisieren. “Ihr übertreibt halt” als Argument ist eurem Format eigentlich nicht würdig.

        Mit anderer Leute Stereotype zu spielen hätte in dem Fall beispielsweise geheißen, dass ihr euch über jemanden lustig macht, der diese Stereotype internalisiert hat. Was ihr macht ist ziemlich klar eine Reproduktion derer. Gerade in diesem öffentlichen Rahmen.

  24. Zu der Thematik der Fahrverbote:
    Ihr habt den Vorwurf einiger Politiker, die Urteile seien Unverhältnismäßig, unter Berufung auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sowie der Rolle einer Richters (lediglich geltendes Recht anzuwenden) als inhaltlich nicht sachgemäß entkräftet.

    Soweit ich mich erinnere, hattet Ihr bei der Kommentierung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts erklärt, dass die Verhältnismäßigkeit vom BVerfG geprüft wurde und mit dem Argument “Eine Straßensperrung ist etwas, mit dem ein Autofahrer rechnen muss – das passiert immer mal wieder, z.B. bei Baustellen” als gegeben angenommen wurde.

    Bei den jüngeren Urteilen, z.B. Köln und A40 in Essen: ist hier diese Argumentation noch anwendbar? Ist eine Straßensperrung eines kompletten Innenstadtbereiches immernoch etwas, womit ein Autofahrer einfach rechnen muß? Oder ist damit die Verhältnismäßigkeit nicht doch überschritten. Anders als bei der Sperrung einzelner Straßen kann der Dieselfahrer nämlich nicht mehr – unter Inkaufnahme persönlicher Umwege – sein Ziel doch noch erreichen.

    Viele Grüße und vielen Dank für eure Sendung,
    PP

    • Um das noch einmal zu präzisieren: ich möchte hier nicht wertend pro oder kontra Diesel Fahrverbot argumentieren, lediglich die juristische Argumentation hinsichtlich des von mir angefügten Punktes würde mich interessieren: inwieweit ist ein Fahrverbot in der gesamten Kölner Innenstadt noch im Rahmen des vom Bundesverwaltungsgericht ausgesprochenen Urteils verhältnismäßig?

      Viele Grüße,
      Pp

  25. Liebe Lage,

    Die Grenzwerte für das Stickoxid sind nicht völlig aus der Luft gegriffen. Zum NO2 gibt es eine Vielzahl an Beobachtungsstudien als auch experimentelle Daten aus Menschen- und Tierversuchen. Aus denen leitet die WHO Empfehlungen ab, die der EU als Vorlage dienten. Das Problem beim NO2 ist, dass es durch photochemische Reaktionen mitunter in ebenfalls giftige Produkte wie Ozon umgesetzt wird – dadurch sind die tatsächlichen Folgen schwierig abzuschätzen bzw. werden tendenziell eher unterschätzt. In Studien wurde festgestellt, dass dauerhafte NO2-Exposition zu Lungenschäden sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen führt. Die festgelegten 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurden festgelegt, weil sich für diese Werte keine sichere Evidenz für eine Schädlichkeit mehr fand, es gilt als erstmal unbedenkliche Dosis. Allerdings gibt es auch einige Studien, die schon bei geringeren Konzentrationen und chronischer Belastung (30 Mikrogramm z.B. für Erwachsene in der Schweiz in der SAPALDIA-Studie) gesundheitliche Folgen gemessen haben, dementsprechend sind die 40 als Zahl eher so der rationale Kompromiss und alles andere als superprotektiv.

    • Ich sehe das wie Ulf und Philip. Über die genauen Mengen mögen sich bitte die Wissenschaftler streiten und dann hoffentlich auch einigen. Derzeit gibt es aber rein rechtlich einen festgelegten Grenzwert. Der sollte dann auch bindend sein. Gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es sicherlich einen Prozess diesen anzupassen.

      • Hallo, der Grenzwert ist gesetzt und der ist einzuhalten. Ulf und Philip kritisierten die Abweichung der Bundesregierung auf 50mg. Man bedenke aber: Wer misst, misst Mist! Zu einem Messergebnis gehört ein Messverfahren. Allein dieses lässt einen höheren Spielraum zu als die 10mg, die die Bundesregierung als Toleranz gewährleistet. Hamburg misst auf einer Höhe von 1,50m, Stuttgart auf 2,50m Höhe und München auf 4m. Und jetzt beachte man welche Staft zuerst ein Fahrverbot verkündet hat und welche danach kam.

      • @Alex: Der Grenzwert liegt bei 40 µg/m³ und nicht 40 mg.

  26. Ein Fünftel Grauwal? Wer hat sich das denn ausgedacht? Seltsamer Use Case. Wie lange braucht man um ein Fünftel Grauwal passend zuzuschneiden? Und was macht man dann damit?

    Autowerbung ist komisch.

  27. Herzlichen Glückwunsch zu eurer größten Lage live! Ich bin erst seit ca. 5 oder 6 Folgen dabei, mir gefällt euer Programm aber generell sehr gut. Ich habe diese (deutlich längere) Lage noch nicht ganz zu Ende gehört, möchte aber dennoch kurz an einer Stelle innehalten, die ich problematisch finde: “Helmut Kohls jüdische Vermächtnisse.” Diesen Satz relativ unkommentiert stehen zu lassen, finde ich nicht gut. Gerade in Zeiten zunehmenden Antisemitismus sollte es normal sein, dass so etwas nicht einfach so in den Raum geworfen wird, ohne es direkt zu erläutern. Ihr habt dann dazu zwar später ein bisschen erklärt, das hätte aber meiner Meinung nach früher kommen müssen, direkt bei der ersten Nennung dieses Satzes. Als Medienmacher mit nicht unerheblicher Reichweite sollte dies für euch die Norm sein.

    • Benedikt kann ich mich nur anschließen. Habe durch eine Empfehlung mit euren Podcasts angefangen. Bin sehr positiv überrascht von dem
      Format, aber an dem Satz habe ich mich – gerade weil ihr sonst so eloquent auftretet – sehr gestoßen. Das klingt wie eine Redewendung aus dem letzten Jahrhundert.

      Wäre das nicht auch ein interessantes Thema für nächstes Mal? Entwicklung von Antisemitismus in Zahlen?

    • Ich kann das nicht nachvollziehen. Wir haben das Zitat eindeutig Helmut Kohl zugeschrieben, da kann man eigentlich nicht auf die Idee kommen, das sei unsere Meinung.

      Und selbst wenn: Das war schon damals bei der Union zwar politisch eine Sauerei, aber keine antisemitische Äußerung. Ich denke wir sollten alle mal ein wenig durchatmen und nicht gleich in die Luft gehen, wenn irgendwo das Schlagwort “jüdisch” fällt. Das KANN antisemitisch verwendet werden, klar – aber nicht jede Verwendung ist kritisch oder diskriminierend.

      • Die jüdischen Verhältnisse wurden zweimal angesprochen:

        “Seit die CDU dort auch mehrmals, sagen wir mal illegal, Spenden eingesammelt hat. Aber deswegen gibt’s jetzt.” – (Einwurf): “Die jüdischen Vermächtnisse von Helmut Kohl.”

        “Das ganze hat mich schon sehr erinnert an Helmut Kohls jüdische Vermächtnisse, denn wie gesagt Helmut Kohl hat ja damals auch wie man weiß illegale Parteispenden für die CDU angenommen.”

        Meines Ermessens ist dadurch NICHT deutlich, dass es Helmut Kohl war, der von jüdischen Vermächtnissen sprach. Vor allem für jüngere Hörerinnen und Hörer, die sich an diese Episode nicht bewusst erinnern können. Stattdessen klingt es eher so, als habe Kohl Geldmittel von Juden angenommen, und in dem Moment kann das ganze schon sehr leicht als Anschuldigung missverstanden werden.

        Das könnt ihr natürlich anders sehen, ich versuche hier nur noch einmal deutlich zu machen, worum es in meinem Beitrag ging.

        Ich möchte auch klarstellen, dass ich weder der CDU noch euch Nähe zu antisemitischem Gedankengut vorhalte (noch vorgehalten habe). Da aber Antisemitismus immer eine besondere Art des Rassismus ist, nämlich nicht ausgehend von der Idee, dass man der anderen Gruppe überlegen sei, sondern den Juden unterlegen sei, die auch davon zehrt, dass eine angebliche jüdische Verschwörung mit vielen Geldmitteln Einfluss auf politische Entscheidungen nimmt, sind solche Aussagen kritisch zu hinterfragen.

        Abgesehen davon stimme ich dir aber absolut zu, dass wir vor allem in Deutschland ein sehr negatives Verhältnis zu der Terminologie “Juden” oder “jüdisch” haben, es nämlich generell immer in einer Art Furcht vor Verurteilung aussprechen.

      • Was allerdings inhaltlich falsch ist. Helmut Kohl hat nie von jüdischen Vermächnissen gesprochen. Es war die hessische CDU, die illegale Parteispenden als jüdische Vermächnisse verbucht hatte. Das war die Geschichte, die Roland Koch brutalstmöglich aufklären wollte. Dabei war er selbst beteiligt.

        Details da https://de.wikipedia.org/wiki/CDU-Spendenaff%C3%A4re#Die_Spenden_der_Hessen-CDU

      • @hilti: Danke, das war mir nicht bewusst. Unabhaengig davon haette aber eine deutlichere Einordnung erfolgen sollen.

  28. Zum Thema Funkzellenabfragen-Transparenz-System:

    Mein Hinweis zu dem fehlerhaften HSTS-Header von fts.berlin.de:
    https://twitter.com/bidde/status/1064123207454810112

    Ulf ist vielleicht nicht direkt verantwortlich für den Bug, aber er weiß sicher wer dies ist, um eine entsprechende Info weitergeben zu können.

  29. Zu eurem Thema Diesel-Gate, das ihr meiner Meinung nach mit einer viel zu grünen Brille bearbeitet (die Luftqualität hängt nicht nur von der Automobilindustrie ab): Ihr unterstellt dem Verkehrsministerium und der Automobilindustrie Verschleierung ohne Hintergrund zu kennen geschweige denn zu recherchieren (habt ihr mal beim KBA nachgefragt?).Eure Kernaussage: Die technische Möglichkeit um Stickoxid mit einer Nachrüstlösung zu reduzieren ist gegeben und damit ist alles andere mangelnder Wille an der Umsetzung! Das KBA soll mal schnell eine Zulassung erteilen und sich nicht so anstellen!“ Die technisch physikalische Seite ist geprüft und umsetzbar, das ist korrekt (also das Katalysatorsystem und die AdBlue-Dosierung von z.B. Baumot – wobei diese das bisher auch nur für 6 Fahrzeugvarianten garantieren). Damit ist aber nur ein Teil erfüllt! Für eine Typgenehmigung braucht ein Fahrzeug ein funktionierendes On-Board-Diagnose-System (OBD). Der gesetzliche Aspekt für die Zulassung von Fahrzeugen mit einem Reagenzsystem ist in der VERORDNUNG (EG) Nr. 692/2008 Anhang XVI (VORSCHRIFTEN FÜR FAHRZEUGE, DIE EIN REAGENS FÜR IHR ABGASNACHBEHANDLUNGSSYSTEM BENÖTIGEN) beschrieben. Hierbei wird ein Warnsystem gefordert, welches die Nachrüstlösung beinhaltet. Allerdings kann die Nachrüstlösung Punkt 8 aus dem Anhang XVI nicht erfüllen, bei dem ein Aufforderungssystem für den Fahrer erforderlich ist. Und genau das ist der heikle Punkt an der ganzen Sache. Ich kann mir eine Nachrüstlösung einbauen lassen, kann den Stecker ziehen und mit exakt den gleichen Emissionen rumfahren wie bisher. Das Aufforderungssystem ist ein in der Software integriertes System, das auf eine von 4 beschriebenen Möglichkeiten einen Manipulationsschutz beinhaltet. Fährt der Kunde ohne Reagenzmittel oder mit einem Defekt im SCR-System, so muss innerhalb vorgeschriebener Fahrstrecke das Warnsystem angehen und nach Ablauf eines Countdowns entweder einen Motorstart verhindern, Anlasssperre nach Betankung, Tanksperre oder Leistungsdrosselung bewirken, sodass sichergestellt wird, dass der Kunde ein funktionsfähiges SCR-System dabei hat. Und genau das geht mit der Nachrüstlösung nicht. Denn das Bedarf einen gezielten Eingriff in das Motorsteuergerät und ist von der Anbindung bei den meisten Steuergeräten noch nicht mal mit SW-Updates lösbar. Das bedeutet, der Aufwand ist hier viel größer und das macht die Nachrüstlösung aktuell nicht serientauglich! Vor allem kann ein externer Anbieter das Thema nicht ohne den OEM sauber in Serie bringen. Gruß Alex

    • @Alex: Die Automobilindustrie hat aber nunmal betrogen, den Kunden Autos in einem bewusst fehlerhaften Zustand verkauft und dann mittels enormen Lobbyismus die Politik dazu gedrängt, dass die Käufer und die Bevölkerung auf dem Schaden sitzen bleiben. Natürlich werden die jetzt unter genauere Beobachtung gestellt.

      • Hallo Florian,

        In erster Linie zielt mein Kommentar darauf ab, dass es nicht so einfach ist eine Nachrüstlösung auf den Markt zu bringen wie Im Podcast behauptet weil es gesetzliche Bedingungen gibt, die den meisten Hörern unbekannt sind und das führt nur zu einem Fingerzeig auf die Automobilindustrie und die Verunglimpfung der dort arbeitenden Ingenieure.
        Das wird deutlich in deinem Kommentar indem du sagst die Automobilindustrie hat betrogen. Nachweislich hat ein Hersteller betrogen. Dass der gesetzliche Spielraum ausgenutzt wird und Graubereiche ebenfalls genutzt werden ist ein anderes Thema darf aber nicht mit Betrug verwechselt werden.

      • @Alex: Wieso schreiben Sie, dass nur ein Hersteller betrogen hätte? Es sind neben Daimler u.a. alle zum VW-Konzern gehörigen Hersteller betroffen.

        Und wie kommen Sie zu der unerhörten Aussage, dass ich die Ingenieure dort verunglimpfe? Schuld sind doch die Vorstände und Politiker, die Hand in Hand arbeiten.

        Naja, getroffene Hunde und so…

      • Da bist du leider falsch und informiert. Betrug wurde lediglich Bein EA189 von VW festgestellt (ja dieser Motor wurde auch bei anderen Herstellern des Konzerns verbaut) und bei dem Nachfolgemotor EA288. Grundsätzlich hat das KBA festgestellt und die Hersteller angeschrieben, dass die Abweichung zwischen Labor und Straße nicht plausibel sind.

        Wenn es sich um Betrug handelt kann das doch gerichtlich festgestellt werden, warum ist das bei allen anderen Herstellern außer VW nicht der Fall?
        https://de.m.wikipedia.org/wiki/Abgasskandal
        Zum Thema getroffene Hunde…ich fahre einen EU5-Diesel und freue mich dass ich das Auto mit 4,5l/100km bewegen kann. Wenn dann auch in diesem Podcast dauernd von Stinkern die Rede ist ärgert mich das (sobald Stickoxid vorbei ist geht das Thema CO2 los und dann mal sehen wie das Elektroauto abschneidet) weil hier nicht Argumente gegenübergestellt werden sondern Ideologien. Viel Spaß an alle die im nächsten Monat ihre Adventskerzen Anzünden, denn da haben Sie mehr Stickoxid als beim Diesel-Stinker

      • @Alex:
        Und wieso hat das KBA dann Autos von Daimler zurück gerufen?
        https://www.heise.de/autos/artikel/KBA-Abschalteinrichtung-im-Mercedes-Vito-4057769.html

  30. Zu dem Migrationspakt hätte ich eine eher technische Frage, die Ihr aber vielleicht beantworten könnt: Das ist ja ein Pakt, und kein Vertrag. Wie passiert da die Zustimmung? Soweit ich weiß, passiert das per Akklamation, also einfaches Handheben bei der Konferenz in Marokko. Jetzt reden da aber immer alle von Unterschreiben und auch unsere Rechten heften sich das ganz heftig an die Brust, dass Sie da niemals unterschreiben werden bzw. würden.

    Irre ich mich da, oder wird das tatsächlich missverständlich kommuniziert?

    • Ich hätte auch eine Frage zum Pakt. Gibt es eine Grundlage, weshalb das Ding “Pakt” heißen muss? Mit Pakt verbindet man ja direkt etwas negatives, teils auch heimliches (Pakt mit dem Teufel, Hitler-Stalin-Pakt). Das war ja auch beim Warschauer Pakt (bei den Mitgliedsstaaten Warschauer Vertrag genannt) nicht anders.
      Mit einer solchen Rhetorik gibt man ja schon die Grundstimmung an.

  31. Hallo zusammen,

    erst einmal ein ausdrückliches Lob für diese meiner Meinung nach sehr gut geglückten Lage-Live. Ich würde gerne den Begriff Echtzeit erklären und dann noch eine Frage an Ulf stellen. Wer sich für das erstere nicht interessiert kann den nächsten Absatz gerne überspringen.

    Echtzeit bedeutet im technischen Kontext, dass ein Prozess nach einer definierten Zeitspanne beendet ist. Echtzeitfähig bedeutet dann, dass ein Dienst, wie z.B. 5G, eine so kurze Latenz besitzt, dass es den Echtzeitprozess nicht behindert. Beispiel: Autonomes Fahren ist ein Echtzeitprozess bei dem die Reaktion auf einen Input, wie z.B. ein auf die Straße laufender Fußgänger, innerhalb von 50 ms geschehen muss. Wenn man autonomes Fahren über 5G realisieren wollte, unabhängig davon ob dieses sinnvoll ist oder nicht, muss gesichert werden, dass nicht durch ein Lag (technischer oder physikalischer Natur) dieses Zeitfenster verlassen wird. Sorry fürs klugscheissen aber der Begriff wird immer öfter synonym für unmittelbar verwendet.

    Eigentlich hatte ich aber eine Frage an Ulf:
    Wie wahrscheinlich viele Lage-Hörer höre ich ebenfalls regelmässig das Logbuch Netzpolitik. Dort wurde ja auch in LNP276 das Funkzellenabfrage-Transparenz-System besprochen und besonders das opt-in, welches alle 90 Tage erneuert werden muss, kritisiert.
    Dass das aus datenschutzrechtlichen Gründen wahrscheinlich anders erstmal nicht möglich war, kann ich mir gut vorstellen. Da du auch schon mehrmals Gast in dem Podcast warst, wäre meine Frage nun, ob du bezüglich dieser Themen mit Linus und Tim oder anderen Leuten von Netzpolitik oder vom CCC in Kontakt stehst, bzw. dir da Feedback oder Ratschläge holst? Mich würde auch dein Kommentar zu der vorgebrachten Kritik interessieren.
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    Grüße Max

    • “Autonomes Fahren” braucht allerdings keine Entscheidungsfindung, die über ein externes Netzwerk funktioniert. Dies wäre Fernsteuerung. Die lokalen Entscheidungen trifft der Wagen selbst, vom Netz kommen maximal Abstände der anderen Wagen, Verkehrssituationa llgemein, Telemetry-Daten, etc.

      • Mein Beispiel oben wahr wohl nicht das beste aber selbst wenn das Auto vom Netz nur Verkehrssituation, Telemetriedaten, etc bekommt, müssen bei harter Echtzeit diese Daten i.d.R. für einen verlässlichen Betrieb jeden Zyklus einmal ausgewertet werden.
        Sobald sich aber auf einen gemeinsamer Standart für autonomes Fahren geeinigt werden kann, wird diese Datenmenge wohl schnell zunehmen, da die Fahrzeuge dann auch untereinander (autonom) kommunizieren könnten. Wie unten schon erwähnt ist es ebenfalls vorstellbar, dass Rechenpower und Algorithmik aus dem Netz bezogen werden, wie es z.b. bei Alexa und Siri, die man auch als autonome Prozessautomaten verstehen könnte (allerdings ohne Echtzeit), auch der Fall ist.
        Dritter Punkt, ebenfalls weiter unten schon einmal gemacht: Jedes autonom fahrende Auto ist ferngesteuert; wie sollte es auch anders Möglich sein?

      • Du wirst immer mal kurzzeitige “Ausfälle” bzw. weisse Flecken haben bei Netzwerken. Ob es nun beim handover passiert, oder in Bereichen wo die Abdeckung zu schlecht ist, oder zu viele Teilnehmer eingeloggt sind, etc. Dies darf keine Relevanz haben für das autonome Auto.

        Also ist es erst einmal nicht wichtig, ob die Daten mit 1, 10, oder 100 ms transportiert werden. Viel wichtiger ist das sie transportiert werden. Das Argument autonomes Fahren ist in dem Kontext 5G ein absolutes Scheinargument.

      • “Du wirst immer mal kurzzeitige “Ausfälle” bzw. weisse Flecken haben bei Netzwerken.” Auf welcher Grundlage fusst diese Behauptung? Bei kabellosen Echtzeitsystemen geht es ja gerade darum ausfallsichere Netzwerke zu konstruieren. 5G ist hier definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Ich kenne mich im einzelnen nicht mit der 5G Technik aus, weiss aber dass es dort Funktionen wie das “Slicing” gibt, mit denen evtl. ausfallsichere Netzwerke realisiert werden könnten.
        “Also ist es erst einmal nicht wichtig, ob die Daten mit 1, 10, oder 100 ms transportiert werden.” Das stimmt so auch nicht. Bei Interesse beschäftigen sie sich mal damit wie man Ethernet echtzeitfähig machen kann; da sind Latenzen überhaupt nicht egal.
        Generell konnten wir in der Vergangenheit sehen, dass Datenmengen nicht linear steigen, also ist 5G im Hinblick auf autonomes Fahren auf jeden Fall nicht nutzlos; ich gebe ihnen aber recht dass es wahrscheinlich in den nächsten Jahren nicht gebraucht wird. Wie die Lage in 5-10 Jahren aussieht, vermag ich allerdings nicht einzuschätzen.

      • Ich sage nicht, dass “Echtzeit” bzw niedrige Latenzen im 5G Netz (oder späteren Evolutionsstufen) nicht möglich ist. Ich sage nur, dass autonomes Fahren vermutlich in näherer Zukunft nicht auf ein Echtzeitnetz angewiesen sein darf. Zumindest nicht, was die zeitkritischen Entscheidungen angeht. Das muss im Wagen passieren.
        Sicher braucht man ein funktionierendes flächendeckendes Netz für die ganzen Metadaten, aber da reden wir eben bei mitleren laufzeiten von ganz anderen Werten.

  32. Hallo Ulf und Philipp,
    vielen Dank für diese und alle vorangegangenen Folgen, die mir schon auf vielen Autofahrten die Laune gerettet haben.
    Zum Vergabedesign bei 5G: natürlich kann man eine Budgetausschreibung oder funktionale Ausschreibung machen – allerdings bringt das erhebliche vergaberechtliche Probleme mit sich (Vergleichbarkeit und Wertung der Angebote), löst die qualitativen aber nicht unbedingt. Wenn die Leistungsbeschreibung, die dann Vertragsgegenstand wird, vom Bieter stammt und das Budget gesetzt ist, dann passiert vermutlich das, was Ihr bei den Fallpauschalen im Gesundheitswesen kritisiert: die betriebswirtschaftliche Optimierung erfolgt im Vollzug.

    Allgemein muss ich feststellen, dass mir die Live-Aufzeichnungen weniger gut gefallen als die Studio-Aufzeichnungen, für meinen Geschmack sind zu viele klamaukige Passagen drin, was ich bei Auftritt vor Publikum nachvollziehen kann. Mischung ist aber ok, Ihr könnt ja nicht permanent touren ;-)

    Unterm Strich daher “Chapeau”: Ihr habt was Tolles auf die Beine gestellt, ich hoffe Ihr macht noch lange und gut weiter!

  33. Zum Thema Funkzellenabfragen-Transparenz-System:

    Ich versteh die Logik nicht: Das Argument der ‘Abfrage des Namen und der Adresse’ als zusätzlicher Eingriff in die personenbezogenen Daten ist ja hinfällig, das System ist ja auch auch anonym und kommt nur mit der Handy Nummer aus.
    Warum kann nicht bei Beendigung des Verfahrens an jeden Betroffenen eine SMS geschickt werden:

    “Ihre Rufnummer (xxxx-xxxxxxxxx) wurde bei einer Funkzellenabfrage erfasst. Mehr Informationen unter $SHORTLINK mit OTP: YYYYY”

    Die einzige Date ist in dem Fall ja die Rufnummer, die ja aber bereits herumgereicht und bespitzelt wurde in dem Fall.

    • Das geht nicht, weil die Nummer in der Zwischenzeit von jemand ganz anderem genutzt werden kann – die Provider vergeben die Nummern teilweise schon nach wenigen Monaten neu. Daher brauchen wir eine durchgehende Kette von Einwilligungen.

      • Hi,

        mir persönlich ist nicht ganz klar, was mir die Information, dass meine Rufnummer erfasst wurde, überhaupt nützen soll.
        Ich sehe kein schlagendes Argument, warum man sich da anmelden sollte.

        Viele Grüße
        Ben

  34. Guten Tag,

    vielen Dank für diese Lage der Nation.
    Ich habe aber, zusätzlich zu dem anderen Kommentar bzgl Pflege, auch ein paar Anmerkungen.

    Kurz zu meiner Person: ich bin Gesundheits- und Krankenpfleger, arbeite in einem Krankenhaus und studiere Pflegewissenschaft/Pflegemanagement im Bachelor. Bei Fragen oder so bzgl Gesundheit und Pflege stehe ich Ihnen auch gerne zur Verfügung.

    Also: Ihr redet die meiste Zeit, wenn ich das richtig gehört habe bis auf eine Ausnahme, von “Krankenschwestern” und -Pflegern. Ich bitte euch darum (Kranken-)Pflegerin statt Krankenschwester zu sagen, einfach weil “Krankenschwester” noch von den Ordensschwestern kommt und bzgl Berufung konnotiert ist, was der Pflege als Profession leider entgegenwirkt. Deshalb wurde die Berufsbezeichnung auch 2004 geändert, ist aber leider nicht in den allgemeinen Sprachgebrauch übergewechselt, auch weil Pflegerinnen sich gerne als “Schwester Steffi” vorstellen, was ein weiteres Problem daran ist (sowohl die Verwendung des Vornamens als auch das “Schwester”). Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Menschen aufhören Pflegerinnen als “Schwester” oder “Krankenschwester” zu bezeichnen, damit das auf Dauer besser wird.

    Dann zum Pflegepersonalstärkungsgesetz: Leider sind da der ambulante Sektor sowie die Reha-Einrichtungen komplett unberücksichtigt was dort Probleme nach sich ziehen wird. Insbesondere weil Krankenhäuser durch die vollständige Refinanzierung bessere Konditionen bieten können.
    Weiterhin gibt es das Problem, dass für 4 Bereiche in Krankenhäusern Untergrenzen aufgestellt wurden. Die Auswahl der Bereiche erfolgte auf Basis einer heftig diskutierten und angreifbaren Schreyögg-Studie, die Festlegung der Untergrenzen nach nicht nachvollziehbaren Kriterien wobei die Untergrenzen selbst auch nur eine ungenügende Pflege unterbinden soll, leider besteht die Gefahr, dass die Untergrenzen zur Norm werden (spätestens sobald nicht mehr alle neuen Stellen in Krankenhäusern refinanziert werden). Diese Untergrenzen an sich sind auch in der Kritik, gerade bzgl der Intensivstation, da ein Einhalten der Untergrenze immer noch heißen würde, dass durch Unterbesetzung Patienten stark gefährdet sind (https://www.dgf-online.de/bankrotterklaerung-der-politik-sicherheit-der-intensivpatienten-in-zukunft-gefaehrdet/) gleichzeitig aber klagen Krankenhäuser darüber, dass sie die Untergrenzen nicht einhalten werden können ohne Betten zu sperren (https://www.klinikumdo.de/newsartikel/zusammenschluss-von-kliniken-in-dortmund-und-umgebung-schreibt-offenen-brief-an-bundesgesundheitsmin).
    Was viel über das bisherige Investitionsverhalten von den betroffenen Krankenhäusern bzgl angemessener Pflege aussagt.

    Wesentlich mehr dazu hat Dr. Michael Simon zusammengefasst (PDF dazu: https://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_096_2018.pdf).

    Die starren Untergrenzen nach Köpfen anstatt nach Pflegebedarf sind ein riesiges Problem, wobei eine Personalbemessung nach Pflegebedarf in Krankenhäusern bisher nicht geplant ist. Eine Finanzierung der Pflege durch pflegerelevante Nebendiagnosen bzw Pflegediagnosen und Pflegemaßnahmen (sogenannte NRGs) steht leider momentan auch nicht zur Debatte, würde Krankenhäusern aber generell einen Anreiz geben gut qualifizierte Pflegekräfte einzustellen anstatt auf deren Rücken zu sparen.

    So viel erstmal dazu.
    Einen schönen Abend wünsche ich.

    Jörn

  35. Hallo Ulf, Hallo Phillip,

    ich bin etwas traurig darüber, dass ihr bei Fragen der Auktionsgestaltung nicht auf die Experten hört, ohne ganz genau zu wissen -wissen zu können- wovon ihr redet.

    Zunächst muss ich glaube ich zwei Biases brechen, die ihr habt, um dann das eigentliche Argument zu bringen.
    1. Ich glaube ihr habt einen qualitativen Bias: Jura, Geschichte, Russisch, Politik, das sind alles Wissenschaften, bei denen es auf das Abwägen von Argumenten ankommt (iudex non calculat).
    Ihr versucht hier diese Methode auf den Entwurf eines Auktions Design zu werfen, tragt Argumente vor und probiert diese gegeneinander abzuwägen. DAS IST IN DIESEM WISSENSCHAFTLICHEN FELD NICHT SINNVOLL. Hier ist die sprache der Wahl die präziseste, die es gibt um Strukturen, Anteile, Präferenzen, Geld, Flächen zu beschreiben gefragt: Mathematik. Die Frage welche Fälchen abgedeckt werden, wird nirgendwo in einem Büro ausgehandelt. Das ganze wird als Optimierungsproblem formuliert, der Computer berechtnet eine Lösung und der Mensch setzt ihn um. Um das Verhalten des Computers zu beeinflussen braucht es Mathematik und Informatik: QUANTITATIVE METHODEN!
    2. Wenn man an Wirtschaftswissenschaften denkt, denkt man an Makroökonomen: die sagen Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen vorraus: BIP, Finanzkriesen, Staatsschulden usw. alles hochpolitisch und die Vorhersagen sind relativ unzuverlässig.
    Das Mechanism Design fällt in die Mikroökonomie. Diese beschäftigen sich maximal mit einem einzigen Markt und sind dann auch relativ gut darin Vorhersagen zu treffen (insbesondere wenn man Unternehmen als Aktuere hat).
    Auch die Vorstellung des “Homo Ökonomikus”, den man vielleicht noch aus der Schule kennt, ist dort lange überholt.

    Nochmal zur Bekräftigung: https://youtu.be/TttPqjl991A ist ein Video von 2013 eines Informatik-Professors aus Standford, in dem die Frage welche Effekte berücksichtigt werden müssen diskutiert wird.
    Jetzt zum Argument: aus dem Video sollte klar werden, dass alleine die technische Umsetzung so kompliziert ist, dass es Experten braucht, die das Problem lösen. So z.B. das man verhindern will das jedes Unternehmen Trillionen Gebote abgeben muss. Oder das die Berechnung: Wer erhält denn nun wo welche Frequenzen und was muss er dafür zahlen nicht länger dauert als das Universum alt ist.
    Deshalb: die Frage was das Ziel der Auktion sein soll: Möglichst hohe Einnahmen, Möglichst hohe einnahmen so dass 98% der Haushalte abgedeckt werden, Lücken im Netz schließen ist politisch. Bitte weiterhin um Podcast diskutieren!
    Die Frage wie diese Ziele am besten erreicht werden ist etwas, mit dem sich Mathematiker, Informatiker und Wirschaftswissenschaftler noch Jahrzehnte beschäftigen werden.

    LG

    • Durchgehende Großschreibung von ganzen Wörtern oder Sätzen führt übrigens selten dazu dass man mehr ernst genommen wird…

      • Da der OP die Leser offensichtlich nicht anschreien wollte, sonder nur nicht wusste, wie er Text hervorheben kann, hättest Du ihm lieber Alternativen zur Formatierung aufzeigen sollen. Ich weiß nicht ob das funktioniert, aber ich probier mal was:
        <b> –> Fett
        <i> –> Kursiv
        <u> –> Unterstrichen

      • Kleine Verbesserung:
        <b>Fett</b> –> Fett
        <i>Kursiv</i> –> Kursiv
        <u>Unterstrichen</u> –> Unterstrichen

  36. Zum Thema Brexit, lesenswerte Blogbeiträge von Chris Grey, Professor of Organization Studies at University of London, “The Brexit Blog”, http://chrisgreybrexitblog.blogspot.com

  37. 5G schön und gut, aber was bringt uns das, wenn die Kunden (im Vergleich zu Nachbarländern) nur weiter nur geschröpft werden, man sein LTE-/5G-Volumen dann innerhalb von Sekunden aufgebraucht hat und es danach schneller wäre, auf dem Standstreifen ein Lagerfeuer für Kommunikation mittels Rauchzeichen zu entfachen?
    Was früher die Wucherpreise für SMS waren, sind heute die für Datenvolumen und sofern der Gesetzgeber nicht endlich Tatsaschen schafft und vernünftige Mindestgeschwindigkeiten selbst NACH Drosselung erzwingt, wird das wieder nur ABM für die Werbeabteilungen der Netzbetreiber.

  38. Guten Tag,

    also ich empfinde die Gefahr einer neuen Brexit-Abstimmung für viel viel größer als die eines “harten Brexit”. Der Ansehensverlust den westeuropäische Demokratien dadurch erleiden würden, wenn man das schon wieder so lange abstimmen lässt, bis das Ergebnis Brüssel und Supranationalen gefällt, wäre in meinen Augen immens. Macht das, aber beschwert euch nicht, wenn irgendwer dann auf die Idee kommt zu behaupten, seine Stimme würde ja eh nicht zählen oder “die da oben machen eh was sie wollen”.

    Und die Argumente gegen einen Hard-Brexit sind auch nur Pseudo-Argumente.
    “Plötzlich” müsste man Grenzkontrollen machen. Na und? Wir reden hier von einer Insel. Als man vor einiger Zeit wirklich plötzlich (ohne 4 Monate Vorlauf) wieder Grenzkontrollen zwischen Österreich und Bayern eingeführt hat, da ist das Abendland auch nicht zugrunde gegangen.

    Der Frieden in Irland würde brechen? Seit wann lassen sich Demokratien von Terroristen einschüchtern? Ich behaupte, dass weder die Iren noch die Nord-Iren Lust auf Terror und Bürgerkrieg haben. Die werden dass einfach lassen. Und selbst wenn nicht ist das eine Aufgabe der Polizei vor Ort. Hat sich die IRA, die sich doch aufgelöst hat, denn schon gemeldet, dass sie den Kampf wieder aufnehmen will? Oder ist das alles nur Panikmache?

    Es gäbe eine grüne Grenze zwischen Irland und Nordirland, wer soll das kontrollieren? Ja wie machen denn die USA das mit der Grenze zu Kannada? Steht da neuerdings eine Mauer? Und nur, weil nicht jeder LKW durchsucht wird, heißt das noch lange nicht, dass die Grenze nicht kontrolliert wird.

    Die Zulieferer mit Just in time Produktion können nicht mehr zuliefern! Also, wie viele von denen gibt es denn bitte? Und die haben jetzt auch 2 Jahre Zeit gehabt, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

    Ich glaube, die Hard Brexit Angstmache ist die gleiche Angstmache, wie vor dem Referendum. Der Pfund stürzt ins Bodenlose und die britische Wirtschaft geht zugrunde, hieß es da. Ha.

    Klar, vielleicht gibt es ein paar Monate Chaos, aber die Welt wird sich weiterdrehen. Viel gefährlicher ist in meinen Augen die Lehre die man ziehen könnte, dass demokratische Entscheidungen nicht gelten, wenn sie gegen das Establishment sind.

    • Sicher ist es eine unverschämte Vorstellung, die Wähler zu fragen ob sie mit der Arbeit ihrer Politiker zufrieden sind. Noch dazu in einer Demokratie! “Ihr wolltet den Brexit, wir haben hier etwas ausgearbeitet. Passt das so?” Unmöglich!

      “Plötzlich” müsste man Grenzkontrollen machen. Na und? Wir reden hier von einer Insel

      Von einer Insel mit einer recht komplexen Landgrenze zu einem EU-Staat – die bei einem Hard Brexit rechtlich völlig ungeregelt wäre. Häfen kann man vielleicht dicht machen, aber hunderte Feldwege? Auch an der Bayrisch-Österreichischen werden im Wesentlichen nur die Autobahnübergänge kontrolliert. Wen das nervt, der umfährt die Kontrollen auf der Landstraße.

      Und was das Good Friday Agreement angeht: Die offene Grenze ist Teil des Vertrages. Wird diese wegen Brexit geschlossen, dann ist der Vertrag hinfällig, und damit auch alle Verpflichtungen, die IRA und Ulster Unionists eingegangen sind. Außerdem fallen dann alle sich aus dem Vertrag ergebenen Vorzüge für die Iren beideseits der Grenze weg. Die Mehrheit der Nordiren wird sicher nicht wieder zum Bürgerkrieg zurück wollen, aber eine geschlossene Grenze wird Unzufriedenheit schüren, und damit extremistischen Gruppen wieder zu Zulauf verhelfen. Und davon gibt es noch einige: https://www.bbc.com/news/uk-northern-ireland-10866072

      Und Just in Time: Die europäische Wirtschaft ist halt eng verflochten. Da dürfte es tausende Beispiele geben – und zwar in beide Richtungen. In UK werden PKWs mit Teilen aus der EU gebaut (Motoren, Elektronik, Sitze etc), und Airbus importiert Tragflächen und Motoren aus UK, etc.

      Die betroffenen Industrien sind auch schon dabei, ihre Aktivitäten von UK in die EU zu verlagern. Viele haben bereits ihre Verwaltungssitze verlegt und bereiten sich darauf vor, die Produktion auf der einen Seite der künftigen Grenze runter- und auf der anderen Seite raufzufahren, bzw. sich nach alternativen Lieferanten umzusehen. Um die Wirtschaft in Europa muß man sich keine große Sorgen machen. Die Erde dreht sich halt weiter.

      • >> Auch an der Bayrisch-Österreichischen werden im Wesentlichen nur die Autobahnübergänge kontrolliert. Wen das nervt, der umfährt die Kontrollen auf der Landstraße.

        Genau. Und die Welt dreht sich weiter.

        >> Die offene Grenze ist Teil des Vertrages. Wird diese wegen Brexit geschlossen, dann ist der Vertrag hinfällig, und damit auch alle Verpflichtungen, die IRA und Ulster Unionists eingegangen sind.
        Das ist ein lokales Problem, das sich die Briten ganz alleine eingehandelt haben. Ich weiß nicht, warum die EU darauf Rücksicht nehmen sollte. Nord-Irland hat mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib gestimmt. Vielleicht spalten sie sich mittelfristig ab und vereinigen sich wieder mit Irland. Keine Ahnung, das ist deren Sache.

        >> Um die Wirtschaft in Europa muß man sich keine große Sorgen machen. Die Erde dreht sich halt weiter.
        Genau.

        >> Sicher ist es eine unverschämte Vorstellung, die Wähler zu fragen ob sie mit der Arbeit ihrer Politiker zufrieden sind. Noch dazu in einer Demokratie! “Ihr wolltet den Brexit, wir haben hier etwas ausgearbeitet. Passt das so?” Unmöglich
        Und in zwei Jahren fragen wir noch mal nach: “Jetzt haben wir noch mal zwei Jahre in der EU gehabt, sollen wir vielleicht noch mal versuchen es neu zu verhandeln oder es gegebenenfalls als Hard Brexit veruchen?” Oder ist das dann final?
        Die Abstimmung zum Brexit war keine Abstimmung über das ausarbeiten eines Brexit-Vorschlags. Keins der jetzt auftretenden Probleme ist neu, ich bin halt nicht der Meinung, dass der Bürger damals so ein unmündiges Stimmvieh war, dass sich hat belügen lassen und von Facebook-Ads umstimmen lassen. Wenn ich das glauben würde, dann müsste ich eher in frage stellen, warum wir überhaupt sowas wie Demokratie versuchen.

      • Österreich ist nach wie vor EU-Mitglied. Die Kontrollen dort sind reine Symbolpolitik zur Beruhigung Besorgter Bürger. Nach dem Brexit wird die Grenze zu UK aber eine EU-Außengrenze sein. Ob das dann so geregelt wird wie mit der Schweiz, der Türkei oder Weißrussland ist in Verhandlungen zu klären. Bei einem Hard Brexit fällt sie aber schlagartig weit unter den Status zurück, den die Grenze zu Weißrussland hat (mir fällt da jetzt kein passender Vergleich zu ein – wie eine Grenze der EU zu Somaliland?). Und wie auch immer die Grenze zu Weißrussland aussieht, und wie dort der Warentransfer kontrolliert wird – das wäre dann die Mindestanforderung an die Grenze EU-UK.

        Und bei den Verhandlungen dürfte die EU weniger Rücksicht auf die Briten genommen haben, als vielmehr auf die Iren, deren Wirtschaft dank der noch offenen Grenzen eng mit der Wirtschaft Nordirlands verflochten ist. Schließlich müsste die EU wieder einen Rettungsschirm aufspannen, sollte Irlands Wirtschaft nach dem Brexit ins Trudeln geraten.

        Und in zwei Jahren fragen wir noch mal nach…

        Ich weiß nicht. In welchen Abständen ist es denn opportun über ein Thema abzustimmen?
        Letztlich gibt es offensichtlich eine nennenswerte Anzahl Briten, die ein zweites Refferendum wünschen. Ich wüsste jetzt keinen Grund, ihnen das Recht dazu abzusprechen. Ob das dann stattfindet oder nicht sollen die Briten mal schön unter sich klären. Und daß kein Grund gegen Wiederholungen spricht sieht man sehr schön an den Schotten, die inzwischen ihr viertes Unabhängigkeitsrefferendum seit 1979 vorbereiten.

      • >> Ich weiß nicht. In welchen Abständen ist es denn opportun über ein Thema abzustimmen?
        Letztlich gibt es offensichtlich eine nennenswerte Anzahl Briten, die ein zweites Refferendum wünschen. Ich wüsste jetzt keinen Grund, ihnen das Recht dazu abzusprechen.

        Wie gesagt, das Problem ist, dass die letzte Abstimmung keine “macht mal einen Vorschlag”-Abstimmung war. Es hat sich nichts geändert. Wir machen auch nach dem Abschluss von Koalitionsverhandlungen keine neue Bundestagswahl um zu schauen, wie die Leute das Ergebnis finden. Den Inhalt einer Abstimmung nachträglich zu ändern ist für mich nun mal problematisch. Das darfst du gerne anders sehen.

        Und klar können die Briten auch gerne eine Pro-Europa-Partei wählen und dann einen Beitritt wieder anstreben. Das steht ihnen frei.

      • Auch wenn in beiden Fällen der Wähler gefragt wird, sind eine Parlamentswahl und ein Refferendum zwei sehr verschiedene Dinge. Ein passenderer Vergleich wäre die Abstimmung zur Hessischen Verfassung neulich, bei der für jeden einzelnen Artikel ganz konkret gefragt wurde: “Hier ist der aktuell gültige Text, hier ist unser Änderungsvorschlag – Stimmen sie der Änderung zu?”. Eine solche Befragung liefert ein eindeutiges Ergebnis, das man zügig umsetzen kann.

        Mir ist nicht bekannt, daß bei der Brexit-Abstimmung über irgendeinen umsetzbareren Plan abgestimmt wurde. Auf dem Stimmzettel wurde nur gefragt: “Should the United Kingdom remain a member of the European Union or leave the European Union?” Für mich sieht das nach einem Arbeitsauftrag aus, dessen Ergebnis durchaus nochmal begutachtet werden darf. Zumal sowohl die lediglich 51,9% Zustimmung beim Refferendum, als auch der massive Absturz von UKIP – den stärksten Befürwortern des Brexits – und der Verlust der Regierungsmehrheit für die Tories – den Initiatoren der Abstimmung – bei den darauf folgenden Parlamentswahlen den Eindruck erweckt, daß man das Projekt doch eher mit etwas mehr Fingerspitzengefühl angehen sollte.

      • Klar kann man
        “Should the United Kingdom remain a member of the European Union or leave the European Union?”
        so verstehen, dass es
        “Should we think about leaving the European Union, try to negotiate a contract and then ask you again if you would like that deal?”
        bedeutet. Dann brauch man sich aber nicht wundern, wenn irgendjemand behauptet, dass man so lange abstimmen lässt, bis das Ergebnis dem Establishment gefällt.

        Es gab nach der Abstimmung eine Parlamentswahl in GB, ich kann mich nicht erinnern, dass da eine Partei die Pro-EU Wahlkampf gemacht hat, die Mehrheit gewonnen hätte.

        Ich bin Pro EU und gerade deswegen fände ich es wesentlich besser, wenn die Briten austreten und dann 2030 die Wiederaufnahme anstreben, weil es tatsächlich besser für sie ist. Es gibt genug Demokratiedefizite in der EU, das muss man nicht noch weiter forcieren. Die britische Wirtschaft ist ein Kollateralschaden, den ich gerne bereit bin in Kauf zu nehmen.

  39. Hallo,
    zum Thema Parteispenden glaubte ich mich erst verhört zu haben. Die Bemerkung “… Die Stiftung fungiert hier quasi wie eine Geldwaschanlage und das Ganze hat mich schon sehr erinnert an Helmut Kohls jüdische Vermächtnisse …” ist ja wohl hoffentlich nicht euer Ernst? Wieso herrschen jüdische Verhältnisse, wenn unlautere Geldgeschäfte gemacht werden? Vielleicht habe ich den Kontext nicht verstanden?

    • Jüdische Vermächtnisse, nicht Verhältnisse. Und das ist natürlich nicht von uns, sondern ein Zitat von Helmut Kohl. Haben wir in der Sendung ja auch erklärt.

  40. Zum Thema Pflege:

    Erstmal zu meiner Position ich bin Gesundheits- u. Krankenpfleger in einem Krankenhaus.

    Wo die 13.000 herkommen Pflegekräfte herkommen sollen weiß ich nicht, vor allem weil nicht nur Krankenhäuser das Problem haben sondern alle Institutionen die Pflegekräfte benötigen. Viele offene Stellen können derzeit gar nicht besetzt werden. Eine Möglichkeit wäre, dass Vorhandene, in Teilzeit Beschäftigte ihren Stundenumfang aufstocken. Dies geht nur mit besseren, anderen Arbeitsbedingungen. (Gehalt, Anzahl der MA, Übernahme von heilkundlichen Aufgaben ). Dabei ist aber die Qualität und nicht die Quantität entscheidend. Das funktioniert natürlich nicht von heute auf Morgen.

    Bei den Fallpauschalen ist es so, dass Pflege den größten Anteil an einer DRG hat. Häufig kommt dieses Geld nicht komplett bei den Pflegekräften an, sondern wird u. a. für benötigte Investitionen abgezweigt um Konkurrenzfähig zu bleiben.
    Die Gefahr, wenn die Pflege aus der DRG rausgerechnet wird, dass es sich lohnen kann, pflegefremde Tätigkeiten von Pflegefachkräften durchzuführen, da sie komplett reafinanziert werden.

    Deswegen ist es wichtig den Pflegebedarf wissenschaftlich zu erfassen, dafür braucht es Professionalität in der Pflege und damit kommen wir zu einem Problem, das die Pflegekräfte selbst betrifft.

    In diesem Zusammhang habt ihr den deutschen Pflegerat als Pflegegewerkschaft bezeichnet. Das ist falsch. Der Pflegerat ist ein übergeordneter Zusammschluss von mehreren Berufsverbänden. Das Problem ist, dass die Organisationsrate in der Pflege bei unter 10 % liegt (Verdi und Berufsverbände). Und Verdi stellt sich meiner Ansicht nach, gegen ein Professsionalisierung der Pflege, weil sie Pfegekammern ablehnt.

    Ihr seht, ein sehr komplexes und schwieriges Thema. Für Rückfragen und Kontakt adressen Informationen stehe ich gerne zu Verfügung.

  41. Ich habe ein paar Kommentare zum Thema Mobilfunk:

    1. Das Versteigern der 3G Lizenzen und die anfallenden Kosten für die Firmen hat nicht nur dazu geführt, dass der Ausbau größtenteils in dicht besiedelten Regionen durchgeführt wurde, indirekt ist er auch “Schuld” and den immer noch relativ hohen Kosten für den Endverbraucher. Das sollte bedach werden bei der Neuvergabe.

    2. 5G ist nicht die richtige Technik um “weiße Flecken” abzudecken. Hohe Frequenzen (und damit schnellere Übertragung) bedeuten gleichzeitig kurze Strecken zwischen Funkturm und Verbraucher. Extra dafür wurde damals das terrestrische Fernsehen abgeschafft, um das 800 MHz Band für weitreichende Abdeckung per UMTS zu schaffen. Ja, das sind dann eben keine 10 GBit sondern eben nur 2, aber eigentlich reicht das ja um z.B. mal im Wald sein Maps Programm nutzen zu können. Oder das Forsthaus anzubinden.

    3. Roaming innerhalb Deutschlands zwischen den Providern klingt wie ein guter Plan, damit eben nicht alle 3 Provider ihre Antennen in wirtschaftlich unrentablen Gebieten aufstellen müssen. Leider sehe ich da bisher keinen vernünftigen Anreiz, wieso einer der Provider voran gehen sollte. Was hat er davon? Kommen die Kosten wieder rein? Wo kommt das Geld her? Zahlt der Privatanwender dann Roamingkosten innerhalb Deutschlands?
    Wenn man das zu Ende denkt gehört eigentich die Infrastruktur (d.h. das eigentlich Netz) in eine neutrale, staatliche Gesellschaft, und die Anbieter können sich dann Bandbreite mieten. So sollte eigentlich auch mit dem Stromnetz, dem Bahnnetz, etc verfahren werden. bei den Autobahnen haben wir das Prinzip ja größtenteils. Leider ist man landläufig der Meinung, dass der Staat so etwas nicht gut oder nur sehr teuer kann.

    • “indirekt ist er auch “Schuld” and den immer noch relativ hohen Kosten für den Endverbraucher. Das sollte bedach werden bei der Neuvergabe.”

      Vielleicht täuscht meine Erinnerung, aber sind die beiden nicht genau darauf im Podcast eingegangen? Ich meine sie hätten erklärt, dass nicht die Versteigerung an den hohen Preisen Schuld war, sondern die Unternehmen sich einfach verkalkuliert hätten und deshalb viel zu hohe Gebote abgegeben. Es war also keine Konsequenz des Modus, sondern schlicht unternehmerische Fehler, die zu hohen Preisen geführt haben.

      • Ja, sind sie. Ob das nun unternehmerische Fehler waren sei allerdings mal dahingestellt, die Kosten der Versteigerung muss halt irgendwieder eingespielt werden.

        In Norwegen hat man das mit den Lizenzen übrigens anders geregelt, die Auflagen waren dort, dass der Provider alle Orte anbinden musste (auch abgelegene Inseln und Fjorde), dafür bekam er die Lizenz umsonst. Auch da gab es wohl heftige Wortwechsel (unbezahlbar, technisch unmöglich), aber irgendwie hat es doch geklappt, auch weil die Regierung dort hart geblieben ist.

    • Man merkt hier halt wieder wie schon so häufig, dass die Berliner Blase das mit dem Mobilfunk ganz anders wahrnimmt, als der größte Teil Deutschlands. Während dort alles unter LTE als Funkloch wahrgenommen wird, wäre man in den meisten Gebieten schon sehr zufrieden wenn man 3G oder überhaupt ein Netz empfangen würde.

  42. Was Trump in Florida tut ist extrem gefährlich. Alles in einer Demokratie hängt davon ab dass die Verlierer es akzeptieren wenn sie verloren haben. Trump weiß dass er das nicht tun muss weil die andere Seite nicht die Macht hat (oder haben wird) etwas dagegen tun zu können.

    Komisch auch diese Empfehlung für Sapiens, ein Buch das bei einer genaue Lesung ein Wegbereiter für menschenfeindliche Ideologien ist. (Genauer wird das hier erklärt: https://medium.com/@oliverwaters_76079/the-imagined-humanism-of-yuval-noah-harari-aa282f08a6b6 )

  43. Zur Zone in Essen:

    Von der Autobahn abfahren und innerörtlich zu umfahren, geht nicht, weil die Straßen nebenan natürlich auch gesperrt/verboten sind. Die Zone in Essen (und das ist erst das zweite Mal nach Köln) ist wirklich groß; das ist nicht eine alberne Straße wie zB in Hamburg. Einen Unterschied könnte es natürlich machen, wenn auf der A40 automatisch kontrolliert würde. Da man auf der A40 die Autos nicht anhalten kann, weil es im entsprechenden Bereich keine Parkplätze, keinen Standstreifen, o.ä. gibt, ist dort automatisierte Kennzeichenerkennung im Gespräch! (Ein Thema für euch :) ).

    Auch in der Stadt ist eine Überprüfung nicht viel einfacher. Viel mehr als *gaaanz* seltene Stichproben sind doch eh nicht drin. Wie soll das gehen? Das Auto hat keine Plakette (gegen die blaue Plakette hat sich der Verkehrsminister erfolgreich gesperrt) und da auch Autos betroffen sind, die erst ein paar Jahre alt sind, wird der Polizist kaum auf Entfernung Stinker von Nichtstinkern unterscheiden können. Oder von vorne, ob es ein Benziner oder Diesel ist. Und wenn dann noch Ausnahmeregeln für Anwohner, Besucher, Supermarkteinkäufer, Taxifahrer und Lieferdienste (wie in Hamburg) dazukommen, wird das Ganze zur Farce.

    Ich bin sehr gespannt, ob wir Knöllchen in relevanter Anzahl sehen werden. Ich zweifle SEHR daran.

  44. Ich verstehe, dass man in der Wirtschaft mit Anreizen Unternehmen bewegen kann Dinge zu erledigen. Aber wieso kann so ein Anreiz nicht auch mal sein, nicht eine auf den Deckel zu bekommen, wenn man der Verantwortung nicht nachkommt? Also Strafzahlungen, etc. Es wäre schön mal zu sehen, dass in und an Großkonzerne(n) nicht nur Prämien ausgezahlt werden. Auch mal Peitsche zum Zuckerbrot.

    Der Mobilfunk, in dem es Beispielsweise ja in dieser Episode ging, ist, wie viele wichtige Teile, in privaten Händen. Der Staat hat aber trotzdem noch Macht, die er, für mich unerklärlich, nicht genügend einsetzt um fürs Volk positiv zu wirken. Die Diesel-Affäre ist ein weiteres aktuelles Beispiel.

  45. Zu LTE: Wenn es x Frequenzpakete in der Versteigerung gibt, gilt es x weiße Flächen zu versorgen. Man teilt Deutschland halt in x Gebiete auf und wer das Paket ersteigert, muss x Fläche versorgen. Ende. Kann der Provider bei der Versteigerung aussuchen, welche Frequenz/Flächenpakete er ersteigert, ab dann ist er in der Pflicht. In diesen Flächen ist die Öffnung für die anderen Anbieter jeweils Pflicht. Ist man nun der Meinung, dass der finanzielle Ausgleich mit der Versteigerung ein für alle Male abgeschlossen ist, braucht der Staat nichts zu machen. Glaubt man nicht daran, muss man die Verrechnungspreise durch die Bundesnetzagentur berechnen und festlegen lassen. Wenn man aber die Bundesnetzagentur eh Verrechnungspreise berechnen und festlegen lässt und das Roaming erlaubt, dann könnte man sich viele andere Modelle vorstellen. Unter anderem auch “Bürgerfunkmasten”, mit dem der nicht versorgte Ort in Brandenburg selber die Initiative ergreifen kann. Man baut den Mast selber, betreibt das Netz, stellt Roaming für die Kunden der anderen Provider bereit, … Das könnte auch durch andere Firmen (Reseller wie 1&1), kommunale Energieversorger, etc. passieren. So viele Möglichkeiten, die die jetzige Ausschreibung nicht nutzt.

    Ein Punkt noch zu LTE (4G) vs 5G: Es könnte sehr sinnvoll sein (wird daher nicht passieren ;) ), die Versteigerung von 5G mit LTE zu koppeln. Da 5G (wegen der hohen Frequenzen) nur kleine Flächen abdeckt, bieten die Provider an, die Flächenabdeckung nicht über 5G, sondern über LTE sicherzustellen. Das ist zwar nicht so toll wie 5G, dürfte aber deutlich preiswerter sein und für viele Anwendungen eben auch ausreichend und überall 4G ist immer noch besser als die tollste neue Funktechnologie, die dann aber wieder weiße Flecken hinterlässt.

    Ein Gedanke, der in dem Teil fehlt, ist eine Diskussion über das Glasfasernetz, das im Rahmen des 5G-Ausbaus zwangsweise erfolgen muss. Denn jeder 5G-Mast muss ans Glasfasernetz, um die vielen Daten rein- und rausschaufeln zu können. Bekommen wir hier endlich Leerrohre, die alle mitnutzen können? Bekommen wir vielleicht sogar einen direkten Zugriff auf die Glasfaser wie in Schweden, wo jeder die Faser “spleißen” darf und sich von dort aus ein Kabel in seine Ortschaft/Kaff/Siedlung legen kann? Wisst ihr was darüber? Ich fürchte, da verpasst Deutschland gerade wieder eine große Chance. Wir ziehen demnächst durchs ganze Land Glasfaser und verpennen erneut die gemeinsame Nutzung dieser Infrastruktur? Darf eigentlich nicht so sein.

    Wir haben das Thema in unserem Podcast mikrooekonomen #119 und #120 (v.a. auch den Kommentaren auf der Website) diskutiert. Vielleicht hat ja jemand Lust, da mal reinzuhören. https://mikrooekonomen.de/podcast/episode/mikro119-kommt-ein-horst-aus-der-lootbox-gesprungen/#t=1829

    Danke für den Brexit-Teil. Sehr guter Überblick, jetzt können wir uns das Thema in unserem Podcast sparen :)

  46. Hallo Ihr beiden,
    wollte Euch nochmal kurz Feedback zur Lage in Mainz geben.

    War cool Euch nach 118 Folgen endlich mal in Natura zu sehen, ABER…

    Unter’m Strich war ich dann doch ziemlich enttäuscht. Der Sound war extrem schlecht. Philip war so leise, dass man der Diskussion stellenweise schlicht nicht folgen konnte.
    Ich bin auch davon ausgegangen, dass man da noch etwas mehr “Event” stattfindet (Ihr habt immer wieder von einer Pre/Show oder einer Fragerunde gesprochen).

    Hatte eine Freundin eingeladen, um sie für das Format zu begeistern, aber die fand das alles nicht so toll, obwohl sie die Inhalte gut fand.

    Fand ich etwas schade, fast 20 Euro für eine Veranstaltung bei der man jemandem dabei zuschaut, wie er in den Laptop schaut und ist nicht das gelbe vom Ei – und dann noch schlechter Sound…

    Mein Vorschlag wäre:
    – Macht eine Pre-Show und etwas Programm drumrum
    – holt Euch so einen Live-Zeichner, das bietet großen Mehrwert
    – Fangt früher an (war echt lang)
    – Macht eine Pause wenn es über 1,5h geht…
    – besorgt Euch Leute die von Veranstaltungstechnik und Sound etwas verstehen

    Ich hoffe, dass wenigstens möglichst viel Geld bei Euch hängen geblieben ist und das nicht vom Veranstalter

    Ansonsten macht bitte weiter so…

    Liebe Grüße,
    Dave

    • Hi Dave, sorry, wenn es Dir nicht so gut gefallen hat. Wir nehmen Deine Punkte mal mit, wobei wir nach der Show noch mit vielen Leuten gesprochen haben und es keine Kritik gab, allenfalls an der Länge. Das Veranstaltungsteam fand ich extrem professionell, und außer Dir hat auch niemand über den Sound geklagt.

    • Kann mich dem grundsätzlich anschließen. Ich glaube, viele sind mit der Erwartung gekommen, dass es noch ein klein wenig Drumherum geben wird. Auch ein Getränkeverkauf wäre noch nett gewesen. Ich verstehe natürlich, dass das alles eine Menge an Organisation bedeutet und mit so vielen Gästen ein nettes Beisammensein im Anschluss mit Bierchen auch nicht so gut passt. Aber zumindest noch so 10 Minuten vor uns nach der Aufzeichnung Gespräch mit dem Publikum wären schön gewesen. Vielleicht muss sich das Format ja auch erst noch entwickeln und auch das Team für ein solches Event wachsen. Das ist jetzt auch als konstruktive Kritik gemeint, die Lage hat mir sehr gut gefallen und es war ein gelungener Abend! Danke.

      • Wir waren noch bis ca. 0:30 vor Ort und haben mit unseren Gästen diskutiert, erst im Saal, dann in der Gaststätte auf dem Campus …

        Normalerweise gibt es auch immer einen Getränke-Verkauf, das ging hier wegen der Location nicht.

    • Hey! Ich war bei der Live-Show in Leipzig, deine Kritik kann ich daher sehr gut nachvollziehen. Damals war der Veranstaltungsraum unerträglich heiß, das Wetter hat ihres beigetragen.

      Meine Freunde waren ebenfalls nicht wirklich begeistert und eine nächste Lage wird es wohl mit denen nicht geben, dafür war es dann für Studenten doch zu teuer und zu wenig Event.

      Ich habe schon einige Veranstaltungen besucht, die von Thilo Jung – welche fast immer kostenlos sind und man viel Diskussionen auch untereinander hat fand ich super, aber auch die Veranstaltungen von lnp, die waren eher ein Event.

      Ich kann also deine Vorschläge nur unterstützen.

      • In leipzig war ich ebenfalls. Fande die veranstaltung sehr gut! Und will die 2 Männer mal in einer Sache entlasten: für das unerträglich heiße Wetter in dieser Zeit können sie ja nichts, inkl. der wahrscheinich dann in diesem Saal nicht mehr wirklich helfenden Klimaanlage.

    • Hallo Zusammen.
      Mir geht es da ähnlich. Ich höre die Lage sehr gerne und das wird auch weiterhin so sein, aber der Mehrwert des live dabei seins hält sich meiner Meinung nach in Grenzen. Dafür hatte das ganze zu wenig Event Charakter, und es fand meiner Meinung nach zu wenig Interaktion mit den Publikum statt. Es ist zwar zu begrüßen, dass Ulf und Philipp noch lange da waren und Gespräche geführt haben, aber das habe ich zum Beispiel gar nicht mitbekommen, sondern erfahre das erst hier in den Kommentaren. Das ist auch eine Form von Publikumskommunikation, von der bei über 800 Teilnehmern nur ein sehr kleiner Teil der Anwesenden profitiert. Ich würde es sehr Begrüßen, wenn sich Lage Live von ‘normalen’ Lagen unterscheidet. Der Soziopod kann hier als Beispiel angeführt werden, hier sind die Live Events immer sehr auf Diskussion mit dem Publikum ausgelegt. (Mir ist bewusst, dass dort andere Themen verhandelt werden die eher zu einem Austausch anregen, dennoch möchte ich dies als gelungenes Beispiel eines Livekonzepts anführen).

      Um die Kritik konstruktiv zu gestalten hier ein kleiner Vorschlag: Man hätte nach dem Abschluss der Aufzeichnung eine Pause machen können, und das Publikum nach der Pause zu einer Fishbowl Einladen können. Die Anzahl der aktiven Diskussionsteilnehmer wäre so zwar nicht zwangsweise höher gewesen als im informellen Gespräch danach, aber es hätten dem mehr Menschen folgen können.

      Viele Grüße
      Gunnar

      • Wir experimentieren derzeit mit verschiedenen Formaten – bei der Lage live in Essen und im Heimathafen Neukölln hatten wir zB am Ende einen Block mit Publikumsfragen. Ich mag das ehrlich gesagt nicht besonders, aber wenn es gewünscht wird, damit es ein ‘Event’ wird, will ich mich auch nicht sperren.

        Ich finde allerdings drei Kritiker bei 850 Leuten im Saal auch noch kein wirklich aussagekräftiges Feedback … wir sollten vielleicht einfach mal eine Umfrage unter allen durchführen, die Karten gekauft haben, wie ihnen der Abend gefallen hat.

  47. Liebes Lageteam, ich habe mal eine Frage zur Werbung.
    Ihr hattet immer wieder gesagt, dass ihr euch umfassende Gedanken über Werbung und Werbepartner macht. In dieser Lage war es beispielsweise Ford, angepriesen mir Leistungsstark und wirtschaftlich etc. — irgendwie ist mir hier nicht ganz klar wie dies mit eurer Einstellung zum Dieselskandal oder Mobilität zusammen passt. Es wird z.B. bemängelt das so viele SUVs gekauft werden etc.

    Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich finde die Art wie Werbung „eingeblendet“ wird absolut fair und wenn Werbung nötig ist, dann soll sie geschaltet werden.

    Nur wenn ich mir überlege was sich die Marketingabteilung von beispielsweise Ford denkt, dann komme ich irgendwie zu dem Schluss, dass hier bisschen der Nachrichtenwert z.B. von Dieselskandal abgemildert wird.

    „Die kritisieren Autos, aber am Ende sagen sie nochmal kauft unsere Autos, also alles gut“ — Kann man dann nicht besser Autowerbung in eine Lage packen in der es nicht unbedingt um Diesel etc. geht?

    Vermutlich gibt es hie reinen guten Grund und ich möchte das nicht überinterpretiert wissen, es ist mir lediglich aufgefallen. Es stört mich nicht, aber ich bin damit auch nicht wirklich zufrieden. Seid ihr denn wirklich auf diese „Sponsoren“ angewiesen? Ich mein das die das Kapital haben ist ja klar. Audi mit seiner „Emobilität“ etc. – ich finde es irgendwie inkonsequent. Ich überlege nun wirklich ob ich nicht doch ein Abo abschließe, als Student spare ich zwar gere, aber das eure Nachrichten dann „unterlaufen“ werden will ich irgendwie auch nicht.

    Hoffe ich trete hier niemandem auf den Schlips.

    Grüße

    • Die Antworten dazu findest Du in unseren Guidelines für die Werbung. Wir entscheiden überhaupt nicht über die Spots, sondern unsere Agentur. Deswegen machen Diskussionen dazu, wie die Werbung zum Rest der Show passt, auch nicht viel Sinn.

      • Hey Ulf,

        diskutieren wollte ich überhaupt nicht. Ich wollte lediglich meinen Eindruck schildern. Eine diskussion wäre also tatsächlich überflüssig.

        Wenn die Agentur das hier sieht, dann kann sie sich darüber ja Gedanken machen. Oder aber euch gefällt es auch nicht, wie es zu eurer Show passt und die Agentur müsste sich eher euren Vorstellungen anpassen (falls die abweichend sind). ;-)

      • Hi, bitte schau dir noch mal die Guidelines an. Wir wollen gerade keine inhaltliche Kontrolle über die Werbung, sondern die Agentur weitgehend alleine entscheiden lassen. Sonst gäbe es am Ende noch eine fatale Rückkopplung nach dem Motto “Lass uns lieber nicht über stinkende Diesel reden, sonst entgehen uns noch die schönen Werbeaufträge … “

      • Mach ich.

        »Ende noch eine fatale Rückkopplung nach dem Motto “Lass uns lieber nicht über stinkende Diesel reden, sonst entgehen uns noch die schönen Werbeaufträge … “«

        Ehrlich gesagt überrascht mich das, ich hätte eher gedacht, dass euch die Werbeeinnahmen weniger wichtig sind als der Inhalt. Ich muss mich also doch etwas genauer mit der Werbung beschäftigen. Das da nun ein größerer Komplex hinter steht wusste ich nicht, ich hatte angenommen ihr seid eher ein kleines »independent Team”.

        Danke für Deine Hinweise! Ich beschäftige mich damit etwas näher. Ich war/bin wohl insgesamt zu Lage der Nation zu schlecht informiert. Sorry.

      • Ich weiß nicht, was das Getrolle und die Unterstellungen sollen. Ich schrieb doch gerade, dass wir eine inhaltliche Beeinflussung vermeiden wollen, eben weil für uns der Inhalt zentral ist. Deswegen haben wir unsere Grundsätze für den Umgang mit Werbung ja auch veröffentlicht und eine Organisation gewählt, die eine inhaltliche Beeinflussung ausschließen soll.

      • Ich wollte nicht trollen und entschuldige mich falls ich den Eindruck erweckt hatte. Für mich laß sich die Aussage so, dass ein Interessenkonflikt entstehen könnte, ein solcher könnte aber doch nur entstehen, wenn euch wirklich die Werbeeinnahmen wichtiger sein.

        Das ich euch nicht so einschätze habe ich auch geschrieben und ich bin mir ziemlich sicher das ihr Inhalte von Einnahmen stellt.

        Das ihr mit der Agentur einen solchen Interessenkonflikt vermeinen wollt habe ich verstanden, mich hatte nur das Argument gewundert. Denn die Aussage “lass uns” wirkte auf mich so, als sei es ein “Gespräch” zwischen Dir und Philip. Ich hatte nur dieses Szenario schonkategorisch ausgeschlossen und war dementsprechend verwundert über das Argument. Genau das schrieb ich, dass mich dieser Satz überrascht hat.

        Na ja, ich möchte hier keine falschen Eindrücke hinterlassen und natürlich unterstelle ich euch nichts, im Gegenteil ich achte eure persönlichen Auffassungen. Da ich nur hier offenbar schwer meine Ansicht deutlich machen kann bzw. meine Kommunikationsfähigkeit nicht Aussicht möchte ich mich nochmal entschuldigen und das hier beenden.

        Muss aber ehrlich gestehen, dass ich nun doch ein blödes Gefühl habe. Ich habe weder getrollt noch habe ich euch direkt angegriffen und diese Reaktion habe ich nicht erwartet. Vermutlich weil ich es schlecht ausgedrückt habe.

        Machs gut Ulf und sorry?

  48. Hallo ihr beiden!
    Mal wieder eine sehr schöne Sendung. Und Gratulation zum Rekord (längste Sendung und meiste Live-Zuschauer).
    Ich finde ja ihr solltet mir eurer Reichweite immer wieder mal auf den Klimawandel hinweisen und wie spät wir schon dran sind.
    Dazu fiel mir ein aktueller Artikel ins Auge der den Tod 80-90% der Weltbevölkerung zitiert wenn wir nicht SCHNELL und WIRKLICH was ändern.

    http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/wissen-und-bildung/wissenschaft/Verschwiegene-Wahrheiten-article3979505.html

    Ansonsten macht bitte weiter so und danke :)

  49. Geil-Thailand-Krankenhaus – ein leicht rassistischer, sexistischer und deshalb völlig geschmackloser Lacher, finde ich..

    Ansonsten bedanke ich mich auch für diese Folge!

    • Ich habe mich in diesem Zusammenhang eher gefragt, ob ich das folgende richtig verstanden habe: Philip Banse hat auf Kosten der anderen Beitragszahler seiner Versicherung eine Woche „Extra-Urlaub“ bezahlen lassen (und sich so Kosten für Hotel, Verpflegung etc gespart). Das finde ich verwerflich von jemandem der immer andere für ihr Verhalten (SUV fahren etc.) kritisiert. Wer selbst so ein Verhalten an den Tag legt sollte vielleicht mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger etwas sparsamer umgehen.
      Wenn das so stimmt, fände ich das schrecklich schade und würde für mich die Bewertungen die ich ansonsten sehr gerne in der Lage höre in ein anderes Licht rücken.
      Bin ich hier gerade etwas zu sensibel und auf dem falschen Dampfer?

    • Ich finde derartige Witze können grundsätzlich aber sind eher schlecht zu kombinieren mit einem Podcast der so genannt eine der beste und populärste von Deutschland ist.

  50. Zum Thema Parteispenden:
    Auf der Website des Bundestages kann man sich die einzelnen Spenden auch durchlesen. https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/parteienfinanzierung/fundstellen50000/2017
    Interessant hierbei ist , dass solche Spenden überraschend gering und selten sind. Beispielsweise soll die Afd im Jahr 2017 (Wahljahr für den Bundestag) von niemandem Spenden im Gesamtwert von über 50000 Euro erhalten haben. Witzigerweise hat die MLPD eine Spende von einer Viertel Million Euro bekommen.
    Ich habe mir dann noch einmal den Wikipedia-Artikel zu Parteispenden durchgelesen und festgestellt, dass Spenden von mehr als 3300 Euro pro Jahr und Spenden von Unternehmen nicht steuerlich absetzbar sind. Das schafft natürlich Anreize für politische Einflussnahme an “gemeinnützige” Organisationen wie den Bund der Steuerzahler oder in größerem Maßstab teilweise Milliarden in Stiftungen wie z.B. die Bertelsmannstiftung oder Greenpeace zu investieren. Diese sind dann weniger transparent und steuerbegünstigt. Um das ganze ins Verhältnis zu setzen
    Ich fand das ganze Thema beim Lesen sehr interessant und würde eine Thematisierung der politischen Einflussnahme anregen.

  51. Entschuldigt bitte aber ein Großteil eures Kommentars zum Brexit ergibt leider genauso wenig Sinn, wie das was die Brexiteers derzeit fordern. Natürlich kann 1 für ein Peoplesvote sein, dafür ist es jedoch einfach zu spät. Wann soll diese Volksabstimmung bitte noch stattfinden. Das Enddatum der Brexitverhandlungen wird mit einem Brexit enden oder mit der Aussage wir bleiben drin. Dieses Datum ist am 28.03.2019.
    Bis dahin sind noch 4 Monate, eine Volksabstimmung zu organisieren, würde selbst im beste Fall 2-3 Monate brauchen. Die Abstimmung in den Parlamenten über einen Brexitvertrag (28 Nationale Parlamente + das Europaparlament,)würde minimum 1-2 Monate brauchen. Also zu sagen, dass es doch jetzt bitte eine Volksabstimmung über das vorliegende Papier geben sollte ist nicht realistisch.

    Wir müssen uns damit abfinden, dass ein Brexit kommen wird. Entweder der von T. May oder ein No Deal. Für alles andere ist keine Zeit mehr.

    • Du übersiehst, dass sich der Brexit durch einstimmigen Beschluss im Rat auch verschieben lässt. Das würde die EU natürlich tun, wenn im UK ein Referendum angesetzt wird.

    • Ich glaube auch, dass der Brexit kommen wird. Aber nicht wegen Zeitmangel sondern wegen Dickköpfigkeit.
      Auch wenn es keine Regularien zum Exit vom Brexit gibt. Ich bin mir sicher, das würde von der EU in kürzester Zeit auf dem kurzen Dienstweg möglich gemacht werden.

      • Ich habe außerdem das Gefühl, dass “wir Kontinentaleuropäer” die Möglichkeit eines neuen Referendums viel zu rosarot sehen.
        Im DLF hat der Korrespondent in London schon mehrfach darauf hingewiesen, dass er vor Ort nicht wirklich einen großen Umschwung sieht, der bei einem zweiten Referendum für ein gegenteiliges Ergebnis sorgen würde.
        Grundsätzlich sehe ich das Problem auch in der qualifizierten Mehrheit. Ein solches Referendum mit einer einfachen Mehrheit zu verknüpfen halte ich grundsätzlich für fahrlässig. Zwei Drittel, oder zumindest 60% wären da meiner Meinung nach besser gewesen.
        Wenn jetzt das Gegenreferendum mit 51:49 für Remain stimmt, wird es doch auch nicht besser.
        Die Briten werden dann von der EU nur wieder akzeptiert, wenn sie im Ihre ganzen Sonderloicken von vor dem ersten Referendum aufgeben.
        Das würde evtl. die Waage wieder in die andere Richtung kippen lassen.

  52. Och, bitte nicht 5G mit autonomen Fahren zusammenbringen. Autonomes Fahren braucht kein Echtzeit Internet, jedenfalls nicht für die Fahrsicherheit … daher auch “autonom” und nicht “ferngesteuert” …

    • Autonomes Fahren über 5G und eine Fernsteuerung sind 2 verschiedene Sachen, die sie hier leider nicht richtig getrennt bekommen.
      Beim autonomen Fahren über 5G ist der Vorteil, dass Rechenpower und Algorithmen von extern zugespielt werden können und somit Hard- und Software Updatecycles wesentlich verlängert werden können.
      Die Möglichkeit der Fernsteuerung eines Autos ist Grundvoraussetzung für autonomes Fahren!

      • Und im Funkloch bleibt das autonom fahrende Auto dann stehen? Oder fährt es weiter geradeaus bis es durch das nächste Hindernis autonom aufgehalten wird?

  53. Zum Thema “Hard Brexit” empfehle ich die entsprechende Folge des Klabautercast:
    https://klabautercast.de/folge-157-hard-brexit/

  54. 19. November 2018 um 7:46 Uhr
    Cornelius von Funkenstien

    Ist wahrscheinlich die Aufregung bei einem live Auftritt, aber ihr habt unglaublich schnell und hektisch gesprochen, fand ich etwas anstrengend. Trotzdem danke für eine gehaltvolle Episode, Ich hoffe die Meenzer haben euch gut behandelt.

    • Live konnte ich dem Redetempo gut folgen. In der Regel reden mir die beiden eher zu langsam, so dass ich den Podcast meist mit ~1,2-facher Geschwindigkeit höre. Aber ich habe auch schon bemerkt, dass sich “Lage live”-Aufnahmen anders anhören, weil manche Dinge fast nur mit Publikum funktionieren. Finde es aber ok.

  55. Zum Thema Stickoxid-Grenzwert: Im Sommer gab es eine Ausgabe Leschs Kosmos über Feinstaub und Co. und da wurde über Stickoxidgrenzwerte gesagt: „Eins haben die Studien aber auch gezeigt: Es gibt keinen Schwellenwert, unter dem Stickstoffdioxid aufhört, schädlich zu sein.“
    https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/feinstaub-und-co-die-wahrheit-ueber-das-risiko-100.html

    Und zu Feinstaub wurde auch noch etwas interessantes gesagt, nämlich dass aus Stickoxid auch eine Feinstaubbelastung mit besonders schädlichen Partikeln kleiner als 2,5 µm resultieren kann: „Kleinere Partikel dagegen, kleiner als 2,5 Mikrometer, gelangen bis tief in Bronchienverästelungen und Lungenbläschen. Sie können dort Reizungen und Entzündungen verursachen. Diese PM 2,5 Teilchen entstehen durch chemische Reaktionen der Abgase mit anderen Bestandteilen in der Luft. Aus Stickstoffdioxid, wenn es zum Beispiel mit Ammoniak aus Abgasen reagiert, entsteht sogenannter „sekundärer“ Feinstaub. Diese sehr leichten Teilchen können sich über Stunden, teilweise Tage in der Luft halten.“
    https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/feinstaub-ist-nicht-gleich-feinstaub-100.html

    Laut diesen Informationen könnte der Grenzwert, wenn man die Gesundheit in höchstem Maße priorisierte, also gar nicht gering genug sein.

    • Grenzwerte sind immer “aus der Luft gegriffen” also politische Entscheidungen. Für alle schädlichen Stoffe gibt es diese.

      Alkohol z.B. ist auch ein Giftstoff, für den es keinen Schwellwert gibt unter dem er keine giftig wirkende Wirkung entfaltet. Es gibt zwar auch immer wieder Studien, die auch diverse “guten” Wirkungen bescheinigen, aber Gift bleibt halt Gift, auch wenn kleinere Dosen sich nicht unbedingt sofort so stark schädlich auswirken. Demnach müsste, wenn man die Gesundheit in höchstem Maße priorisierte, für Alk auch ein Grenzwert von 0 (Totalverbot) gelten.

  56. Maximal viele Zuhörer, maximal viel Freude und Aufregung bei Euch beiden, maximal rekordverdächtiges Redetempo, maximal viel Meinung. Allerdings weiß ich auch bei den Studioaufnahmen und bei deutlich weniger persönlichen Stellungnahmen, was “Bullshit” ist oder was Ihr dafür haltet. So gesehen, tut eine Live-Lage der Sendung nicht nur gut, sondern verschiebt die Balance zwischen Fakten und Meinung zugunsten der Unterhaltung im Saal, die ich am Lautsprecher nicht teilen kann. Ich weiß nicht genau, was helfen könnte – vielleicht die bewusstere Trennung von Information und Meinung?

    Trotzdem: Ad multos annos! und Grüße, Heiner

  57. Der Gag gleich zu Beginn über die Definition des Tages als Kalendertag im “Brexit-Vertrag” ist sehr wenig intelligent, fast so blöd, wie sich über die “Gurkenverordnung” lustig zu machen. Schliesslich geht es dabei um die naheliegende Alternative des Arbeitstages, ein Unterscheid, der bei allen Fristen, die im Vertrag definiert sein mögen, eine wesentliche Rolle spielt, erst recht, wenn die entsprechende Frist nur relativ wenige Tage umfasst.
    Solche peinlichen Witze sind es, die das desaströse, ideologische und desavouierende Bild vom angeblichen EU-Bürokratismus und, einer von beiden Sprechern sagt es dann auch gleich, “Macht”-Apparat erzeugen und zementieren. Ein Bild, das nicht im Ansatz Gedanken darüber enthält, wie eine Verwaltung für 500 Millionen Menschen in (bald noch) 26 Nationalstaaten und mit nicht viel weniger Amtssprachen funktionieren kann.
    Empfehle, sich zB mithilfe von Robert Menasses Europäischem Landboten etwas mehr Problembewusstsein anzulesen.

    • Sehe ich anders. Ein Tag ist ein Tag ist ein Tag. Wenn man einen Arbeits- oder Werktag meint, dann muss man das eben reinschreiben. Zu definieren, dass A = A ist, macht leider wirklich nur in einer Brüsseler Parallelwelt Sinn.

      Niemand in der Redaktion ist übrigens europakritisch oder auch nur -skeptisch. Aber sowas als Unsinn zu bezeichnen ist nicht dumm oder europafeindlich, sondern notwendige Kritik an einem mitunter allzu weltfremden Apparat.

      • Nun gelingt es mir hier anscheinend leider kaum, mich verständlich zu machen, hélas! Aber ich probiers noch ein letztes Mal:
        Wenn man etwas liest (whatever, [vielleicht muss ich meine Sprache anpassen?]), steht man immer vor der Wahl, vorab Unsinn zu unterstellen, weil *weltfremder Apparat”, “Parallelwelt” etc., oder man versucht zu verstehen, was einem der/die Autoren wohl mitteilen wollen, ausgehend von der Unterstellung, dass die doch wohl mindestens so vernünftig sein werden wie Du und Ich selbst (https://de.wikipedia.org/wiki/Prinzip_der_wohlwollenden_Interpretation). Bauernregel: “Wenn Kopf und Buch zusammenstossen, und es klingt hohl, ist nicht immer das Buch schuld.” (Mein Kommentar scheint auch nicht wirklich sorgsam gelesen worden zu sein.)
        Und dann, so meine Überzeugung, brauchts in diesem Fall recht wenig, um auf den Trichter zu finden, dass in der fraglichen Definition “Tag” offensichtlich als Oberbegriff verwendet wird, unter den man verschiedene Arten von Tagen subsumieren kann: Kalendertage steht drin, Werktage behaupte ich, Feiertage wären auch denkbar, etc. Und dann, und jetzt muss ich mich wiederholen, bedeutet es erheblich Unterschiedliches, ob gemäss dieses Vertrages – sagen wir – eine Behörde 10 Werk- oder 10 Kalendertage Zeit für einen Entscheid hat.

        Aber eben: wenn man vorab weiss, dass da entweder gegen Mittag weltfremde, abgespacete Deppen ins Büro schlurfen, oder gar Übelwollende sich lachend zurücklehnen und unter grossem Hallo gemeinsam die blödsinnigsten Regeln ausdenken (und eine der beiden Möglichkeiten ist die notwendige Implikation von “weltfremder Apparat”), dann hat mans natürlich viel leichter und einen preiswerten Gag in einer Art Infocomedyshow. Nur dass man dann auf dem Niveau so mancher Deutschlandhütchenträger funktioniert, die auch immer schon wissen, dass die hiesigen Journalisten “Mainstreammedienvertreter” sind.

        Aber Sie werden das anders sehen.