LdN115 Bayernwahl, Klima und CO2, Lehrer-Pranger der AfD, Jamal Kashoggi, Präsidentschaftswahl in Brasilien

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Begrüßung 

Bayernwahl 

Klima und CO2

Lehrer-Pranger der AfD 

Jamal Kashoggi

Präsidentschaftswahlen in Brasilien 

Grundsätze für Werbung in der Lage 

Hausmitteilung 

173 Kommentare

  1. Generell gefaellt mir euer Podcast gut, aber den Kopf musste ich schuetteln, als ihr davon spracht, dass man eben einmal pro Woche oder einmal alle zwei Wochen auf Fleisch verzichten kann.

    Ich esse selber Fleisch, aber diese Einstellung, dass man taeglich Fleisch haben muss finde ich gefaehrlich. Nicht nur, dass es fuer den Menschen selber nicht gut ist, aber wir koennen es uns einfach nicht mehr leisten so viel Fleisch zu essen. Es hat katastrophale Auswirkungen auf das Klima, den Lebensraum von vielen Tieren und auch Menschen. Dieser Egoismus ist doch einfach nicht okay. Stattdessen besser MINDESTENS einen bis zwei Tage pro Woche kein Fleisch essen (also auch keine Wurst). Es ist wirklich nicht so schwierig.

  2. Als Lehrer in NRW werde ich es allen Freunden, Kollegen und Schülern freistellen mich bei der AfD zu melden, wird mir eine Freude sein. Was mich mehr erstaunt hat ist der Abschnitt in meinem Schulgesetz, dass ich zur Ehrfurcht vor Gott erziehen soll – wenn die Kirchen hierfür ein Denunziationsportal eröffnen würden gäbe es auch viel zu berichten. Das widerspricht doch auch der Erziehung zum mündigen Bürger 😉

    • Das kannst Du problemlos auch säkular interpretieren: “Ehrfurcht vor Gott” heisst letztendlich nichts anderes als sich als Mensch nicht absolut zu setzen, sprich sich selbst nicht für das Maß aller Dinge zu halten. Das ist, finde ich, ein nützliches Erziehungsziel.

      • Eine linke Initiative schlug 2011 eine Änderung zu „Achtung vor der Würde des Menschen, die unbedingte Akzeptanz der Menschenrechte und die Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.“ Hätte ich besser gefunden.

  3. @Julia
    Auf der Seite vom Umweltbundesamt sind Zahlen direkt zu finden (siehe „Beitrag der Landwirtschaft zu den Treibhausgas-Emissionen“). Aber: Sie beziehen sich nur auf Deutschland, unterscheiden nicht zwischen tierischer und nicht-tierischer Landwirtschaft und berücksichtigen nur unmittelbare Emissionen. Emissionen durch Transport (zum Schlachter, der Futtermittel, durch andere landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge etc.) sind da nicht berücksichtigt. Viele Studien, die die Auswirkungen der Massentierhaltung aufs Klima untersuchen, beziehen solche mittelbaren Emissionen mit ein. Zudem wird die Menge an Emissionen in Studien oft global angegeben. Da in anderen Ländern andere Mengen Fleisch verzehrt/Tiere gehalten werden, ergeben sich insgesamt höhere Prozentangaben.

    Wenn Emissionen aus der Landwirtschaft mit Emissionen aus dem Verkehr verglichen werden, spielt es eine Rolle, wie die Zahlen zustande kommen (also welche Emissionen zählen, welche ausgeblendet werden). In Deutschland sind laut den Zahlen vom Umweltbundesamt die verkehrsbedingten Emissionen höher als die Emissionen aus der Landwirtschaft. Global relativiert sich das Bild, da sind die Emissionen aus Verkehr und Landwirtschaft nahezu gleichauf (neuste Zahlen stammen aus 2014, siehe IPCC AR5 oder diese Statistik: https://www.statista.com/statistics/270723/distribution-of-global-greenhouse-gas-emissions-by-sector-worldwide/).

  4. Hallo ihr Beiden,

    eine Anmerkung zu eurer Diskussion über die Denunziationsliste für Lehrer der Afd. Aus meiner Sicht gleichen sich hier die ‘Werkzeuge’ des linken und rechten Spektrums wie ein Ei dem anderen. Euer Meinungsbeitrag weckte direkt Erinnerungen in mir zu der Wiki-Liste ‘Neue Rechte’ der Amadeu Antonio Stiftung vor zwei Jahren. Diese hatte im Endeffekt auch keine andere Funktion als einen öffentlichen Pranger zu erstellen. Sicherlich lassen sich hier auch noch viele andere Beispiele auf beiden Seiten finden.

    Eine wahrlich erschreckende Entwicklung, die mit dem Wachstum der Social Media Kanäle noch weiter wachsen wird :-(

    • Diese Gleichsetzung scheint mir doch eine ziemliche Verharmlosung der AfD-Aktivitäten zu sein. Dabei geht es nämlich darum, in undemokratischer Weise legale Kritik an der AfD zu unterdrücken, während die AA-Stiftung vor gewaltbereiten Neonazis warnte, was wiederum völlig legitim ist.

      • Lieber Ulf,

        ich möchte keineswegs die Liste der Afd verharmlosen, ich wollte nur darauf hinweisen, dass sich die politischen Spektren in der Wahl der Werkzeuge aus meiner Sicht gleichen – natürlich aus der jeweiligen Sicht immer im Sinne der ‘guten’ Sache, ist klar ;-)

        Ich nehme deine Kritik zur Kenntnis, allerdings kann man dir ähnliches vorwerfen…ein anonymer Pranger, betrieben von einer Gruppe, deren Mitglieder unbekannt bleiben, die entscheidet, welches anonym zugetragene Material als Gedankengut der „Neuen Rechten“ ausgegeben und damit in Verbindung zu Mord und Terror gebracht wird…hört sich für mich nicht viel anders an als die Prangerliste der Afd. Nicht ohne Grund wurde das Projekt der AA-Stiftung auch offensichtlich eingestampft, man wurde sich wohl der Brisanz selbst bewusst ;-)

    • @Marius

      Ich stimme Ulf in seiner Einschätzung zu. Und eine Partei, die gesetzgebende Kraft inne hat und gegenüber der Exekutive (Polizei etc.) weisungsbefugt ist, mit einer zivilgesellschaftlichen Initiative (wie der AA-Stiftung) gleichzusetzen, ist…mindestens grob fahrlässig.

  5. Noch ein weiterer Vorschlag zum Format. Ich denke ich habe alle Folgen seit der 1 gehört und finde auf die Dauer einige sich stets wiederholende Sendungsteile recht ermüdend. Typischerweise sind das:

    – Hinweise auf I-Tunes und “Sternchen”
    – die sehr ausführliche Beschreibung wie ein Blogkommentar zu finden resp. zu schreiben ist
    – das Buchstabieren der Domain zum Sendungsblog
    – Hinweise auf Tassen und andere “Fanartikel”

    Davon mal ab, dass ich meine eigene Meinung zu bestimmten Formen der Publikumsbindung habe – wäre es nicht möglich zumindest solche “Informationen” formalisiert am Ende des Podcasts abzuhandeln? Recht elegant finde ich macht das der “Heise Developer Podcast” wo diese Dinge einfach im “Abspann” der Show über einem Jingle als statischer Sprechtext laufen. Ähnlich wie Philip jetzt Werbung einspricht, könnte er doch diese Dinge aufnehmen und am Ende läuft dann

    “Wenn Euch diese Show gefallen hat … die Sendung zum Nachhören findet Ihr auch unter … dort könnt Ihr auch unter dem Link zur Sendung Kommentare abgeben, findet Feeds mit allen Folgen und weitere Podcasts aus dem Hause Banse … Philip und Ulf freuen sich über Eure Likes auf … oder …, über Spenden an die GFF und natürlich über Weiterempfehlungen der Lage der Nation. …”

    oder so ähnlich. Schön kompakt, sauber eingesprochen und wer Euch regelmäßig hört, kanns halt auch skippen. Vielleicht mal so als Anregung.

    • Hi, danke für das Feedback, aber ehrlich gesagt möchte ich das lieber nicht ändern, denn es soll ja gar nicht geskippt werden ;) Und erfreulicherweise sind auch jede Woche ein paar hundert bis mehrere tausend Leute neu dabei.

  6. Lieber Ulf, lieber Philip!

    Ich bin ein großer Liebhaber Eures Podcasts. Um ehrlich zu sein, seid Ihr aktuell meine ziemlich einzige Quelle in Sachen Politik & Gesellschaft, da alles andere kaum erträglich ist und mir mein Karma verhageln würde, wenn ich es goutieren müsste.

    Jetzt ist mir schon in Folge 114 und jetzt in Folge 115 wieder sehr bitter aufgestoßen, dass Ihr beiden über das Thema “Einfluss der Nutztierhaltung auf das Klima” recht hemdsärmelig hinweg bügelt. Das scheint ein Thema zu sein, mit dem Ihr Euch vielleicht noch nicht umfassend befasst habt. Vielleicht weil Ihr selbst Fleisch konsumiert und “nicht darauf verzichten” könnt (was würde dramatisch Negatives geschehen in Eurem Leben, wäre die Wurst vom Teller?)? Ich zitiere Euch (aus dem Kopf) selbst: Einen SUV in der Stadt zu fahren, weil es bequem ist, ist keine persönliche Entscheidung, sondern politisch, denn sie betrifft im schlimmsten Falle uns alle.
    Das ist beim Fleischkonsum und ganz allgemein beim Verzehr von tierischen Produkten überhaupt gar nicht anders. Es gibt ganze Bibliotheken von Untersuchungen, gerade auch renommierter Forscher aus Cambridge, Harvard oder im Auftrag unverdächtiger Organisationen wie der WHO, die zeigen, welch unfassbar drastische Auswirkungen es auf die Welt hat, dass wir Tiere züchten, sie und ihre Ausscheidungen als Produkte nutzen, weil es eben gut schmeckt, weil man es schon immer so getan hat und dergleichen bequeme Antworten mehr. Jüngst die Metastudie von J. Poore und T. Nemecek von der Uni Oxford, veröffentlicht 2018 in “Science” – Zitat eines der Autoren im “Guardian”: “Avoiding meat and dairy is ‘single biggest way’ to reduce your impact on Earth.”

    Der Einfluss der Massentierhaltung auf das Klima durch den Methan-Ausstoß ist dabei nur ein Aspekt von viel zu vielen: Transport der Tiere und der Futtermittel (habt Ihr angesprochen), Abholzung des Regenwaldes (eine der Hauptproblematiken des Klimawandels, pro Tag roden Futtermittel-Erzeuger oder Fleischproduzenten Regenwald in der Größe von Köln!), Zerstörung regionaler Marktstrukturen, Einbringen von kaum zu beziffernden Mengen an Gift – entweder für den Anbau der genmanipulierten Futtermittel aus Übersee oder beim Beseitigen der “Scheiße”, die so viel Tier verursacht, man frage einmal Meeresbiologen –, die gesundheitlichen Folgen unseres falschen und viel zu hohen Konsums, Stichwort Zivilisationskrankheiten usw. usf. …

    Ich erwarte nicht, dass Ihr das einmal in einer Sendung fein recherchiert aufdröselt und korrekt darstellt, denn Ihr betreibt in erster Linie ja einen Podcast, der aktuelle, laufende politische Prozess beleuchtet. Aber beim nächsten Mal, wenn das Thema berührt ist: Seid so lieb und wischt das nicht so laissez-faire vom Tisch. Der Einfluss der Tatsache, dass wir Menschen in unbegreiflichen Massen (70 Mrd. Landtiere, 90 Mrd. Meereslebewesen pro Jahr) vertilgen, auf uns alle und vor allem die Welt ist nicht gering zu schätzen!

    Danke Euch, macht weiter so!

    • Wie haben das doch schon angesprochen, und wir haben es auch nicht vom Tisch gewischt. Der Einfluss ist aber nun einmal weitaus unklarer als der des Verkehrs. Außerdem finde ich, dass sich das Mobilitätsverhalten weitaus leichter umstellen lässt als die Ernährung, die ja auch eine Menge mit Lebensfreude zu tun hat.

      • Das sehe ich alles ein, lieber Ulf, aber genau da zeigt sich der Knackpunkt: “Lebensfreude” eben nur für den, der sich den Genuss gönnt (wie der SUV-Fahrer die Bequemlichkeit), nicht für das Geschöpf, dem dessen qualvolles Leben entsprechend qualvoll genommen wird. Aber das ist ein anderes Thema und hat nichts mit Klimaschutz zu tun.
        Davon abgesehen ist der Einfluss gar nicht so unklar, er wird nur sehr gerne verschwiegen oder es wird darüber in Runden, an denen sich die Buffettische mit Fleisch, Wurst und Meeresgetier biegen, nicht gesprochen. Selbst Organisationen wie Greenpeace sprechen kaum über das Thema der ökologischen Gefährdung durch die Massentierhaltung; vermutlich, weil eben auch dort nur statistisch etwa 10% Nicht-Fleischesser anzutreffen sein werden (und weil Greenpeace, zumindest in den USA, auch Gelder von Firmen wie Kentucky Fried Chicken u. ä. erhält, siehe dazu die Dokumentation “Cowspiracy”):
        Die Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen hat bereits anno 2006 (http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM) eine umfangreiche Studie herausgebracht, die zu dem Schluss kommt, dass Massentierhaltung für 18% der schädlichen Treibhausgasemission verantwortlich ist und damit als Klimakiller noch vor dem gesamten Transportwesen rangiert.
        Im übrigen kann Mensch sehr viel einfacher das Fleischessen sein lassen, während viele ökonomisch aufs Autofahren angewiesen sind. Denn wenn man das Fleisch lässt, passiert schlicht nichts (bzw. es stellen sich gesundheitliche Vorteile ein, siehe den Spitzensport, wo immer mehr Athleten auf Anraten ihrer Star-Ärzte auf tierprotein-freie Ernährung umstellen.)
        Aber ich verstehe, dass das Sprechen darüber noch immer wenig Spaß bereitet, geht es dabei doch um den eigenen Lifestyle – und den mag man sich, ebenso wie der SUV-Fahrer, nicht nehmen lassen.

      • Das ist mir offen gestanden zu viel missionarischer Eifer, und den zentralen Punkt oben hast du übersehen: Das Mobilitätsverhalten lässt sich nahezu ohne Einbußen bei der Lebensqualität ändern. Ein E-Auto vom Carsharing ist immer noch ein Auto.

        Das ist beim Essen eben völlig anders. Da geht es für viele Menschen um richtig harte Einschnitte. Daher konzentrieren wir uns auf die Themen, die mehr fürs Klima bringen und zugleich wesentlich leichter umzusetzen sind. Und wie gesagt, wir haben ja auch darauf hingewiesen, dass Fleischkonsum einen Einfluss auf das Klima hat.

      • @Ulf: Das ist doch auch nur eine persönliche Einschätzung von dir, dass sich Mobilität leichter umstellen lässt als Ernährung. Natürlich ist es in Großstädten in bestimmten Lebenssituationen sehr einfach auf das eigene Auto zu verzichten. Und natürlich klingt es simpel den dicken SUV gegen ein schickes kleines E-Auto umzutauschen, wenn man doch aufs Auto angewiesen ist – und schon hat man was fürs Klima getan. Dabei habt ihr selber in der letzten Folge von den Ergebnissen vom VCD gesprochen, nach denen sich ein E-Auto eben aufgrund der energieintensiven Batterieproduktion auch erst bei bestimmten Kilometerzahlen lohnt. Für sehr viele Menschen gibt es also keine einfache Möglichkeit auf eine klimafreundliche Mobilität umzusteigen.
        Ich will gar keine Wertung darüber verlieren, was von beidem (Mobilität und Ernährung) jetzt “wichtiger” ist, da sich die Zahlen von Studie zu Studie auch stark unterscheiden. Aber beide Dinge sind auf lange Frist so, wie sie im Moment bei uns praktiziert werden, einfach nicht zukunftsfähig, darüber muss man sich auch einfach mal klar werden.
        Hier noch einmal die Anmerkung, dass ich es schade finde, dass die von Philip zitierten Zahlen vom Umweltbundesamt nicht in den Shownotes stehen. Ich würde das wirklich gerne mal nachlesen, da die Zahlen zur tierischen Landwirtschaft, die ich aus Studien aus dem amerikanischen Raum kenne, immer eher in Richtung 15-20% gehen.

      • @Ulf

        Hmmm, finde ich problematisch Lebensfreude an Fleisch zu knüpfen.
        Über 400 Millionen Inder leben vegetarisch/vegan, selbst Narendra Modi, amtierender Premierminister Indiens, ist Vegetarier. Der Bundesstaat aus dem Modi stammt, Gujarat, hat eine Jahrhunderte lange vegetarische Tradition. Und in Deutschland leben 8 Millionen (also rund 10 Prozent) der Menschen vegetarisch/vegan. Mit Abstrichen bei der Lebensfreude? Zweifelhaft.

        Im Kontrast dazu, verzehrt der Durschnittsdeutsche rund 60 Kilo Fleisch pro Jahr, das sind über 1 Kilo die Woche und deutlich mehr als DGE und WHO empfehlen. Daher fand ich es gut, dass Philip im Podcast die Empfehlung ausgesprochen hat, den Verzehr auf einmal in der Woche oder einmal in zwei Wochen zu senken. Die Lebensfreude dürfte das nicht bremsen, und ich hoffe viele eurer Zuhörer*innen folgen der Empfehlung.

        P.S. Global betrachtet liegen die Emissionen aus Verkehr und Landwirtschaft nicht weit auseinander: https://www.statista.com/statistics/270723/distribution-of-global-greenhouse-gas-emissions-by-sector-worldwide/

        @Julia: „Aber beide Dinge sind auf lange Frist so, wie sie im Moment bei uns praktiziert werden, einfach nicht zukunftsfähig, darüber muss man sich auch einfach mal klar werden.“ Absolut richtig.

      • Lieber Ulf,
        hinsichtlich der “Klarheit” (Mobilität/Ernährung) scheint mir das bei dir eher ein Bauchgefühl als eine fundierte Recherche.
        Zum Klimaeinfluss der Landwirtschaft gibt’s schon sehr belastbare Zahlen, sowohl für Deutschaland als auch weltweit (s. u.a. in den Kommentaren der vorigen Sendung).
        Zugleich sind die Zahlen beim Verkehr auch oftmals reichlich misrepräsentiert, hinsichtlich Diesel/NOx verweise ich da mal auf ein gut lesbares Interview aus Spektrum der Wissenschaft:
        https://www.spektrum.de/news/streit-um-diesel-pkw-geht-am-problem-vorbei/1603556

        “Ernährung” und Tierproduktion in der Landwirtschaft als eins zusammenzuwerfen ist zudem unpassend, und lässt das Klimaproblem der Landwirtschaft in bester “neoliberaler” Weise (bitte entschuldige das abgedroschene Wort) als eine individualisierte Konsumentscheidung erscheinen. Ganz nebenbei ist Deutschland Weltmeister im Export von Schweineteilen, das halt so erstmal gor nix mit Ernährung zu tun, und Subventionen für die Tierproduktion werden hierzulande ganz klar als Wirtschaftsförderung praktiziert (aber natürlch anders öffentlich gelabelt). Eine Landwirtschaftwende mit Neuausrichtung der stark auf Großbetriebe optimierten Agrarpolitik kann natürlich von einer Ernährungswende sehr gut unterstützt werden, ist aber nicht notwendigerweise von dieser abhängig.
        (Siehe z.B. Wirz et al., 2017: “Kursbuch Agrarwende 2050 – ökologisierte Landwirtschaft in Deutschland” http://bilder.klimaretter.info/filestore/1/8/6/0/8_606aa2524449375/18608_def2a17c822af65.pdf?v=2017-01-16+13%3A09%3A20. )
        Technologisch und finanziell jedenfalls ist die Agrarwende ein wesentlich kleinerer Brocken als eine umfassende Verkehrswende.

        Verhaltensänderungen – das ist ein breiter Forschungsbereich für sich, und auch dort sind je nach Setting sehr unterschiedliche Bereitschaften vorzufinden, stark auch vom Informationsstand abhängend. S. u.a. die Studie von Bailey et al. von 2014 (Livestock–Climate Change’s Forgotten Sector. https://www.chathamhouse.org/publication/livestock-climate-change-forgotten-sector-global-public-opinion-meat-and-dairy ).
        Aus Studien zur gesellschaftlichen Akzeptanz und aktuellen Trends lässt sich jedenfalls durchaus nicht herauslesen, dass das eine Thema ginge und das andere auf Granit stoße (z.B. steigen die CO2-Emissionen des Verkehrssektors in D weiterhin an, der inländische Fleischkonsum in D nimmt aber seit längerem leicht ab).

      • hinsichtlich der “Klarheit” (Mobilität/Ernährung) scheint mir das bei dir eher ein Bauchgefühl als eine fundierte Recherche

        Wie bitte? Wir haben die sehr unterschiedlichen Studien zu dem Thema Einflussfaktoren auf den Klimawandel gerade in der aktuellen Folge vorgestellt. Offenbar haben wir damit eine Art Veganer-Intifada ausgelöst …

      • Lieber Ulf! (Die Kommentarfunktion hier ist irgendwie seltsam, auf tieferen Ebenen fehlt dann der Link zum Antworten…)
        Ihr habt gar keine “Veganer-Intifada” ausgelöst, denn das stimmt ja in mehrere Weisen nicht. Solltest Du in Deinem persönlichen Umfeld eine_n Veganer_in haben, gehe doch einmal mit ihr_ihm auf ein Grillfest und schau’ Dir an, was im Real Life – fernab von Urban Legends über “Hitler-Veganer” passiert. Auf einmal mutieren sämtliche anwesenden “Normal-Esser” zu habilitierten Ernährungswissenschaftlern.
        Aber das ist gar nicht der Punkt, mir ist da relativ egal, was wer wie und wann isst. Denn es geht um die Frage, ob die Entscheidung, was ich auf meinen Teller packe, nun eine persönliche Lifestyle-Entscheidung (“Lebensfreude”) ist oder eine politische in einem auf Konsum aufgebauten System.
        Da Du mir und den hier schreibenden Kolleg_innen und ihren Informationen nicht traust (eine konkrete Auseinandersetzung mit den vorgebrachten Argumenten und den belastbaren Informationen wäre schön anstelle des nun auch schon ausgelutschten aber gerade unter Journalisten sehr beliebten Veganer-Bashing), findest Du diese nette und sehr konservative Animation des SPIEGEL vielleicht weit weniger ablehnungswürdig: https://www.youtube.com/watch?v=xjqBGwnW9P0
        Ich bleibe dabei: Die aufgrund unserer Ernährungsweise und unseres Konsumverhaltens industriell betriebene Massentierhaltung ist eine der Hauptfaktoren für den Klimawandel und alle politisch vereinbarten Kilmaschutzziele würden auch dann scheitern, wäre der Verkehr von heute auf morgen still gelegt, würden wir aber weiter essen wie aktuell. Und alles deutet daraufhin, dass es stetig schlimmer wird und der Verbrauch zunimmt. Gerade weil man dieses Thema – Einfluss unserer Ernährungsweise auf die globale Ökologie – tabuisiert in der breiten Gesellschaft. Keiner mag darüber diskutieren.

      • Niemand basht hier Veganer. Im Gegenteil wird hier ständig behauptet, Fleisch sei ein zentraler Klimakiller, obwohl die Faktenlage zumindest dünn ist – die einen sagen so, die anderen so. Wir haben erwähnt, dass es einen Effekt hat, und damit ist die Frage aus meiner Sicht auch hinreichend erörtert.

        Wir werden uns denke ich primär den zentralen Einflussfaktoren widmen, an denen man außerdem tatsächlich leicht etwas ändern kann, allen voran der Mobilität.

  7. Zum Thema Mobilität in der Zukunft (Verzicht auf Auto, nutzen von Rad und so)

    Ich wohne im Randbezirk von Stuttgart und bin direkt von der schlechten Luft und den Fahrverboten betroffen. Bei einem Blick des Morgens über die Landschaft um Stuttgart, kann man schön die Käseglocke sehen. Ich selbst besitze ein Euro 4 Diesel Kombi. Dieses Auto habe ich vor 8 Jahren aufgrund des geringen Verbrauches und der Langlebigkeit gekauft. Es wird so gut wie nicht bewegt. Schon alleine um dem Stuttgarter Verkehrschaos zu entgehen, nutze ich das Fahrrad wo es geht. Es entfallen quasi nur Langstrecken-Fahrten für Ausflüge/Urlaub und Großeinkäufe auf das Auto.

    Jetzt muss ich das Auto wechseln. Zum einen Aufgrund der Fahrverbote zum anderen brauchen ich “aus Gründen” einen “echten” 5 Sitzer. Die Versuchung war da, komplett auf das Auto zu verzichten. Bei einem Auto sind 10k€ für mich die Schmerzgrenze. Aktuell sieht der Markt aber übel aus. 5 Sitzer mit Diesel 6DTemp gibt es quasi nur als Neu/Jahreswagen. Benziner ist aktuell eine alternative, da sind die CO2 Werte und der Verbrauch aber weniger Prikelnd. Strom fällt aus. Tesla X ist weit über dem Budget und in meiner Gegend gibt es keine Ladestation (und sind auch nicht geplant).

    Die Anreize auf die Bahn und Öffies zu wechseln ist entsprechend hoch. Bei der Bahn reisen die Kinder bis 15 quasi Kostenlos. Bleiben nur die Kosten für die Anreise zum Bahnhof und die Kosten für die Eltern. Busanbieter haben die gleiche Problematik, der Preis schwankt halt. Mitfahrgelegenheiten fallen Aufgrund der Personenanzahl aus. Bei zwei innerdeutschen Urlauben/Jahr und 5-6 Besuchen/Jahr der Verwandschaft/Freunde (ebenfalls in Deutschland) bekommt man als Familie schon eine stattliche Summe an “Fahrtkosten” zusammen. Diese kann man noch drücken, wenn man extrem Früh bucht oder gar auf Gepäck verzichtet (als Familie …). Im “Pi mal Daumen”-Verfahren rechne ich mit ~2K Reisekosten pro Jahr (ohne spontane Ausflüge). So wirklich “günstiger” als ein Auto ist das nicht. Da sind persönliche Befindlichkeiten (Flexibilität, Zuverlässigkeit, …) noch gar nicht eingepreist.

    Aktuell hab ich keine Plan was ich nach dem 1.4.2019 machen werde. So wirklich glücklich bin ich mit keiner Alternative

  8. Ganz nettes Projekt der Piraten aus BW gegen Pranger:
    https://piratenpartei-bw.de/mein-lehrer-wehrt-sich/
    Bei ausreichend Beteiligung kann der Aufwand die Anfragen zu beantworten, das Projekt auch in die Knie zwingen.

    Zum Thema Pranger-nicht-trollen, weil die AfD dann die Namen von Leuten hat, die dieses Projekt doof finden: Da wird dann ja schon von der Aushöhlung des Rechtsstaates ausgegangen. Eine sehr pessimistische Prämisse wie mir scheint.

  9. Hallo ihr beiden,

    ich bin Jurastudent und vielleicht auch nur deshalb ein wenig empfindlich. Trotzdem möchte ich schon seit längerem etwas loswerden.

    Ich glaube, dass wir in der Öffentlichkeit anders über Politik sprechen müssen. In Talkshows und Zeitungen ist dieses Problem meiner Auffassung noch viel ausgesprägter, aber da ihr viel Wert auf die Genauigkeit und Ehrlichkeit der politischen Debatte legt, möchte ich das kurz ansprechen.

    Ich höre und lese immer wieder: ” Da muss sich der Rechtsstaat jetzt beweisen”, ” Die Stärke der AFD muss alle richtigen Demokraten motivieren sich zu erheben”, “Die Demokratie ist in Gefahr” oder “Da muss der Rechtsstaat seine Zähne zeigen”.
    Ich habe ein Problem mit dieser inflationären Benutzung der Begriffe von Rechtsstaat und Demokratie, weil sie häufig mit dem was unser Grundgesetz unter ihr versteht nicht einhergehen. Es wäre in vielen Fällen treffender zu sagen: ” Unsere Art zu leben gerät ins Wanken. Freiheit und Solidarität sind immer seltener die tragenden Säulen unseres Zusammenlebens!”

    Mir ist das so wichtig, weil ich glaube, dass wir auf lange Sicht Gefahr laufen diese Begriffe – und die Werte für die sie stehen – zu entwerten. Wenn wir davon sprechen, dass der Rechtsstaat im Diesel Skandal versagt hat oder einfach mal so behaupten die Rodung des Hambacher Forsts wäre ein Armutszeugnis für den Rechtsstaat, tuen wir uns damit keinen Gefallen.
    Wenn wir diese Begriffe selber falsch gebrauchen, dann können wir auch einen Verfassungsschutzpräsidenten nicht dafür kritisieren, dass er von einem Mord spricht, wenn tatbestandlich nur ein Totschlag Sinn macht.
    Wenn wir bei einer Wahl, die für die SPD schlecht und für die AFD gut ausgeht, sagen das wäre eine Zerreißprobe für die Demokratie, halte ich das für einen Fehler. In Gefahr ist unsere Art zu leben! In Brasilien, Polen, Ungarn und Deutschland steht die liberale solidarische Gesellschaft vor einer Zerreißprobe, nicht die Demokratie.

    Ulf, du bist Jurist und wirst aufgrund deines Backgrounds besser auskennen als viele anderen. Ich glaube es ist Zeit, dass dieser Podcasts mit gutem Beispiel vorangeht und einmal für sich klarmachen sollte, was ihr meint, wenn ihr von Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit sprecht.
    Mein Appel: Wenn wir unsere Errungenschaften so butterweich verwenden, wie es die Rassisten, Faschisten und Radikalen machen, wird es nicht lange dauern, dass sie uns weggenommen und zweckentfremdet werden.

  10. Ich finde die Kommentare sind leider sehr unübersichtlich geworden. Sie sind nicht nummeriert und die Seitenzahlen sind auch nicht nummeriert, man kann nur mehr oder weniger blind navigieren.

    • Die waren schon immer ziemlich unübersichtlich, nur Philip hatte keinen Bock sich an die Arbeit zu machen (was man verstehen kann weil das WordPress Theme zu aktualisieren ist wirklich die Hölle und bringt nicht so viel und bessere Lösungen sind entweder nicht Datenschutzkonform (Disqus, Reddit oder so) oder viel mehr Aufwand (Discourse zB)).

  11. Also ihr behandelt mal wieder das Thema Klimaschutz und versäumt es wieder darüber zu sprechen wie der Ausstieg aus der Kernkraft hier zusätzliche Schwierigkeiten bringt. Es ist nun mal nicht so, dass dieser durch Wind und Solarenergie aufgefangen wird, sondern durch Grundlastkraftwerke wie Stein/Braunkohle (und, ebenfalls fossil, Gas).

    Dieser Aspekt wird wenig thematisiert. Es wird quasi “Atomausstieg” als Umweltschutz gesehen und damit naiv gleichgestzt mit Klimaschutz (ein großes Fragezeichen hinter dieser Gleichsetzung), oder zumindest ziemlich synonym verwendet wo er eher entgegengerichtet ist (die Energiequelle mit dem geringsten CO2 Ausstoß, noch unter Wind, Solar, etc muss ersetzt werden durch CO2-intensivere Energiequellen).

    Man hat sich 2011 (und zum Teil vorher) politisch entschieden, dass man den “Atommüll” für das größere Problem hält, und hat dafür mehr “CO2-Müll” in Kauf genommen. Es ist nun die Frage ob man in dieser Entscheidung sich wirklich für das handhabbarere Form des Abfalls entschieden hat (auch unter großen Energieaufwand, sollte evtl in Zukunft viel Energie zur Verfügung stehen, ist es logistisch nicht möglich CO2 in signifikantem Ausmaß wieder aus der Atmosphäre zu binden). Weiterhin ist die Frage ob das CO2 Problem nicht auch das dringlichere Problem ist.

    Deutschland wird nun nicht mehr zurück in die Kernkraft gehen, der Zug ist abgefahren. Es ist aber festzuhalten, dass die Kernkraft ein hohes Potential hat einen positiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten ( Frankreich, dass zu 80% Strom aus Kernenergie bezieht hat die geringstens CO2/kWh raten. Das ist in diesen Grafiken aus dem Buch “The Energy Conundrum” von Neil Hirst erkenntlich. https://preview.redd.it/cu31yjib5fr11.jpg?width=892&auto=webp&s=4eec1e814a15f06adf2928f2d2e158f9e4fb4a72 ) und dass dieses Potential verloren geht dadurch dass man aussteigt.

    Das Thema wird aber evtl dann verstärkt auf den Tisch kommen, je mehr auf einen Kohleausstieg gedrängt wird, weil es dort einfach offensichtlich wird, dass Kernausstieg UND Kohleausstieg nicht gleichzeitig möglich sind (beim technologischen Stand der nahen und mittleren Zukunft).

    Kritisch muss ich anmerken, dass stattdessen auch der Veganer seine Meinung zu Wort bringen darf, dass Tierhaltung ja so einen so schädlichen Effekt hat. Fakt ist dort aber, dass das allein auf Grund der Tatsache dass der Anteil gering ist, wie ihr selbst vorgerechnet habt, das Einsparpotential sehr gering ist (ohne in das alte “Kleinvieh macht auch Mist” cliche zu verfallen, oder “wer den Pfennig nicht ehrt”). Das wird im Zusammenhang mit veganen Kampagnen gerne Übertrieben und da habt ihr euch evtl lumpen lassen, dass so bereitwillig in die Sendung aufzunehmen, siehe hier:

    https://www.skepticalscience.com/how-much-meat-contribute-to-gw.html

    “There are often suggestions that going vegan is the most important step people can take to solve the global warming problem. While reducing meat consumption (particularly beef and lamb) reduces greenhouse gas emissions, this claim is an exaggeration.”

    Zu sparen ist hauptsächlich an der Verbrennung fossilen Energieträgern, die auch das sind was wesentlich dazu gekommen ist an Emissionen seit die Industrialisierung begonnen hat.

    Ich habe dazu vorher schon ein mal einen Kommentar geschrieben und wenn ich ihn finde werde ich ihn als Antwort hierauf noch zitieren.

    lg

  12. @Faiid

    Zum Thema Filterblasen gibt es gegenteilige wissenschaftliche Erkenntnisse. Spoiler: It’s bad news for OP.
    Hier die Erkenntnis: “Exposure to opposing views on social media can increase political polarization.” https://scholars.duke.edu/display/pub1346854

    BBC schrieb dazu: “A team led by Christopher Bail at Duke University measured a group of more than 1,600 Twitter users’ political positions before paying them a small fee to follow a ‘bot’ that would retweet influencers from across the political divide.

    About half of the participants took them up on the offer, but rather than developing a more moderate or nuanced stance on issues such as gay rights, most simply came to be more confident of their initial beliefs. (The effect was more pronounced for Republicans, who became significantly more conservative, whereas the Democrats retained roughly the same views.)”

    • @Puh: Sorry, aber das ist eine (!) Studie, die davon spricht dass ein Effekt auftreten kann (!) und das wurde untersucht nur auf Twitter (!) bei US-Amerikanern (!) und dort auch noch auf einem speziellen Feld, nämlich Republikaner vs. Democrats (!), die dann auch noch einem Bot (!) folgen und das für Geld (!).

      Das hat einfach 0,0 Aussagekraft auf die Situation hier: Ich höre (was anderes als Twitter), freiwillig (statt gegen Geld) zwei Menschen (statt einem Bot) zu.

      Das ist halt auch so ein Übel unserer Zeit: Verkürzte Darstellung von wissenchaftlichen Erkenntnissen und überstürzte Schlussfolgerungen daraus.

      Ich beobachte nämlich bei mir und bei vielen anderen genau das Gegenteil. Wenn ich mich einen Abend mit einem Vermieter unterhalte habe ich danach mehr Verständnis für Vermietersorgen. Wenn ich mich mit mit einem Renter unterhalte, gewinne ich Verständnis für deren Situation usw.

      Aus so einer extrem spezifischen Studie jetzt für mein Leben abzuleiten, dass es besser ist am besten nie den Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen ist so unfassbarer Bullshit, dass ich gar nicht weiß ich es deutlich genug formulieren soll…

      In diesem Sinne: Ich hoffe dass hat deine Filterblase erweitert und nicht deine Position gefestigt ;)

    • Noch ein direktes Zitat aus der Studie:

      “Before discussing the implications of these findings, we first note important limitations of our study. Readers should not interpret our findings as evidence that exposure to opposing political views will increase polarization in all settings.”

      Wohlgemerkt: Das ist der erste Absatz aus der Conclusion, dort wo das wichtigste steht…

      • Methodisch ist die Studie valide. Auch die Formulierungen und Einschränkungen sind nichts Bemerkenswertes. Das kann ich sogar ohne multiple Ausrufezeichen sagen. Kurze Korrektur: „(statt einem Bot)” ist falsch, der Bot hat die Tweets diverser echter Menschen retweetet.

        Einem Podcast würde ich nicht zwangsläufig die gleiche Wirkung wie Tweets zuweisen, weil Sprecher und Sprecherinnen ihre Überlegungen weiter ausführen können als in 280 Zeichen möglich ist. Aber mit einem Dialog (mit dem Vermieter etc.) ist es auch nicht vergleichbar. Bemerkt ein Hörer ein Bias beim Podcaster, ist anzunehmen, dass dies auch in weiteren Episoden auffallen wird. Ein Gespräch mit dem Vermieter zum Thema Vermietersorgen führt man für gewöhnlich nicht regelmäßig. Durch die Wiederholung beim Podcast-Hören ist denkbar, dass sich ein ähnlicher Effekt wie in der Studie einstellen könnte. Der Hörer ist so vom Bias irritiert (Kommentar), dass er sich in seiner Ansicht eher bestärkt fühlt, als die Sichtweise der Podcaster anzunehmen.

        Podcasts sind sehr insular. In der Hinsicht mit einer kleinen Social Media Community vergleichbar. Warum man davon für sein Leben ableiten sollte, „am besten nie den Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen“, erschließt sich nicht. Müssen wir aber auch nicht weiter diskutieren.

  13. Lieber Ulf, lieber Phillip,

    ich habe noch eine intressante Kampange im Rahmen des AFD-Lehrerprangers gefunden. Die Stay Behind Foundation ruft unter dem Hashtag #Bittemeldedich zu zwei Schritten auf:
    1. “Selbstanzeige” so wie ihr es im Podcast besprochen habt.
    2. Eine Art analogen DDos-Angriff. Sie stellen ein Musterschreiben zur Datenauskunft (laut ihrer Website ist die AFD gesetzlich dazu verpflichtet diese zu beantworten) und ein zweites mit Löschauftrag.

    Finde das eine gute Idee, die nicht nur von Lehrern bzw. auf den Portalen eingetragenen Personen wahrgenommen werden kann.

    Mehr Infos findet ihr unter: https://staybehindfoundation.de/bitte-melde-dich/

  14. Ich würde einfach auf dem AFD Portal die AFD Sympathisanten melden. Einfach mit Hinweis auf fehlende Neutralität :-).

  15. Hallo erstmal!

    Höre Euch jetzt schon einige Monate und Ihr informiert mich über politische Themen sehr gut. Leider muss ich aber auch feststellen, dass wir in total unterschiedlichen Filterblasen leben. In Berlin bräuchte ich auch kein Auto oder wenn nur eines von den kleinen die Ihr jetzt öfter erwähnt. Leider ist es hier in NRW etwas anders. Von meinem Wohnort nach Dortmund mit den ÖPNV ist es nicht möglich. Entweder komme ich jeden Tag min. 30min zu spät oder ich bin 5 Std. zu früh da. Ein von Euch erwähntes kleines und deutlich leichteres Auto ist eigentlich eine nette Idee. Leider hat man mit zwei Kindern und einem Hund einen gewissen Platzbedarf und auch ein bestimmtes Sicherheitsempfinden. Autos sind wirklich immer schwer geworden, und ja es muss keine SUV für die breite Masse sein, aber dass Auto deutlich leichter werden ist ein Wunschdenken. Auto bekommen immer mehr technische Hilfsmittel, Assistenten, oder Sicherheitseinrichtungen. Das wiegt nun mal. E-Autos, E-Bikes sind nett, aber für die breite Masse nicht alltags tauglich. Zudem sind sie einfach viel zu teuer. Ein gutes Lastenrad kostet schnell über 4000€! Für ein Fahrrad mit einem kleinem Hilfsmotor und einem Akku. Von E-Autos will ich erst gar nicht anfangen, wer soll das bezahlen? Viele Arbeitnehmer zahlen jetzt schon für Sprit zu viel und die Autohersteller lachen sich kaputt. Statt die Ökosteuer auf den Kraftstoff anzuwenden, hätte man die Steuer auf den Hersteller abwenden müssen. Aber wie so oft, lieber den Bürger zahlen lassen, als die Wirtschaft.
    Ich denke hier müsste viel mehr Wert auf die Politik gelegt werden. Niemand wird freiwillig wechseln. Aber wenn Autos nur noch max. 180 km/h schnell fahren dürfen und auf Autobahnen nur noch Tempo 130 wäre. Würde das die Hersteller schon einschränken. Aber das zeigt halt das Problem unsere Demokratie, warum Entscheidungen treffen, die nicht innerhalb der eigenen Regierungszeit liegt. So behindert man nur die Karriere nach der Amtszeit.

    Und ich habe es leider beim letzten Podcast verpasst, aber ich bin Polizist in NRW und finde es schwierig wie über die Polizei meistens bei Euch berichtet wird. Es entsteht deutlich der Eindruck wir seinen alle rechts. Ja es gibt Polizisten mit rechtem Gedankengut. Wie sollte es auch anders sein, wie sind ein Querschnitt der Gesellschaft. Es gibt auch rechte Richter, Politiker, Ärzte, Handwerker und und und.
    Bei uns wird gegen die Kollegen vorgegangen, sollten Verfehlungen auftreten. Wenn die Gesinnung aber nicht öffentlich gemacht wird ist das nun mal nicht möglich. Die politische Einstellung kann im Rahmen der Einstellung nun mal nicht überprüft werden. Von dem Verhalten einiger Querköpfe aber auf alle Beamten zu schließen ist nicht richtig und zielführend.
    Der Beruf ist so schon schwer genug und wird von allen Seiten eingeschränkt (gerade von Justiz und Politik), da braucht es nicht noch mehr Vorurteile.

    • Ich finde das nicht in Ordnung, wie Sie mit dem Problem des Rechtsradikalismus in der Polizei umgehen. Das halte ich für Verharmlosung.

      Das sind doch eindeutig mehr als Vorurteile. Wir haben Aussagen, dass ein Drittel aller Polizist*innen in Sachsen rechts sind. Aussagen aus dem Bereich der Polizei. Da habe ich als Bürger eine sehr gute Chance an einen derartigen Beamten oder eine Beamtin zu geraten.

      Anhand diesen Beispiels wird deutlich. Es sind eben nicht nur “ein paar schwarze Schafe”, es ist ein systematisches Problem.
      Das ist es eben auch deshalb, weil ein rechtsradikaler Polizist mehr gesellschaftlichen Schagen anrichten kann, als ein rechtsradikaler Klempner.

      • Da würde ich gerne mal wissen, woher Sie diese Zahlen haben! Und ich verharmlose gar nichts. Es ist aber nun mal so, dass die politische Einstellung nicht bei Diensteintritt festgestellt werden kann.
        Wenn ein Polizist Fehlverhalten zeigt wird er aus denn Dienst entfernt.
        Ich finde nun mal, das für alle Berufe das gleiche gelten muss. Auch bei Richtern und Staatsanwälten wird es Rechte geben. Werden dort nun auch alle unter Generalverdacht gestellt?

      • Ich finde es erst mal schön, dass Björn hier mitdiskutieren mag und seinen Standpunkt darstellt. Wir haben nach unserem Aufruf eine Menge Mails von Beamten bekommen, die aber eben lieber nur mailen wollten.

        Pauschale Urteile helfen vermutlich wirklich nicht weiter, ebenso wie die Frage, wie hoch nun die Quote sehr rechter Beamter sein mag. Viel spannender finde ich, wie man dafür Sorge tragen kann, dass wirklich alle auf dem Boden der Verfassung stehen.

    • “Leider muss ich aber auch feststellen, dass wir in total unterschiedlichen Filterblasen leben.”

      Ist das nicht positiv? Es bereichert einen doch ungemein, wenn man Sichtweisen von Menschen außerhalb der eigenen Filterblase erfährt.

      • @Ulf gute Frage. Man wird es kaum schaffen, die Rechten immer beim Einstellverfahren ausfindig zu machen. Und gerade aufgrund des jungen Alters dürfte sich die politische Einstellung noch etwas verschieben. Es geht nur über die Entfernung aus dem Dienst sobald es rauskommt. Da müssen dann aber auch Gerichte mitziehen. Es bringt nichts, wenn der Dienstherr jemanden entferne will, aber ein Verwaltungsgericht entweder widerspricht oder einen Handel möglich macht wie zwar nicht mehr arbeiten, aber trotzdem Bezüge bekommen.
        Und für mich gilt das für alle extrem politischen Äußerungen und Handlungen. Staatsdiener haben dem Staat zu schützen und ihm zu dienen. Das ist hier leider etwas aus der Mode gekommen.

  16. Lieber Philip, lieber Ulf,

    ich wusste nicht, wohin mit meinem generellen Lob, aber dann bring ich es jetzt eben hier an: Das ist der beste Podcast überhaupt! Ein Kita-Papa hat mich darauf aufmerksam gemacht, da ich selbst auch Journalist bin und mich für Politik interessiere. Ohne die LdN am Wochenende würde mir definitiv etwas fehlen. Die Art und Weise, wie Ihr unaufgeregt, aber mit der gebotenen Leidenschaft die Themen der Woche sortiert, aufarbeitet, Fakten recherchiert und das alles auch noch mit einer Haltung oder zumindest einer Quintessenz, das finde ich ausgezeichnet!

    Meine einzige Kritik bisher war, dass Ihr manchmal eine Portion “Denglisch” einstreut, die Ihr gar nicht nötig habt, um klug rüber zu kommen. Ihr seid beide sehr fit in Englisch, aber es ist eben nicht die Muttersprache. Da wird dann aus “thinking outside the box” oder dem Gegenteil (“thinking out of the box”) ein “thinking outside of the box” und das macht keinen Sinn. Oder Pool Position statt Pole – steht da einer am Beckenrand und sagt “Ich bin Erster”? :-) Und bitte keine “default settings” mehr, sondern Werkseinstellungen etc.

    Ansonsten ist das einfach grandios, was Ihr macht. Und in der aktuellen Folge war auch gar kein Denglisch. Großes Lob!!!! Und die lateinischen Zitate und Redewendungen stören mich überhaupt nicht. In diesem Sinne, audiatur et altera pars!

    Und bitte macht weiter so oder kümmert Euch alternativ um eine Ausstiegsdroge, ich bin sowas von auf LDN, ich komm einfach nicht weg davon! :-)

    Herzlichst, Matthias Veit

    • Da wird dann aus “thinking outside the box” oder dem Gegenteil (“thinking out of the box”) ein “thinking outside of the box” und das macht keinen Sinn.

      hmm, die angeblich keinen Sinn machende Formulierung kommt auf 1,6 Millionen Google-Treffer, deren erste zehn augenscheinlich von Muttersprachlern stammen … SOOOO verkehrt kann das nicht sein ;)

      • Aber in sämtlichen Übersetzungsportalen ist da nach outside kein „of“. Kann man, glaube ich, bei Robert Kleinschroth („Stop making mistakes“) nachlesen. Nach onboard (des Schiffes) kommt zum Beispiel auch kein of. Ich wollte auch nur darauf hinweisen, dass der zeitweise Wechsel in eine andere Sprache einen Mehrwert liefern sollte, um nicht zu sagen einen Benefit. 😀 Es wirkt sonst etwas pubertär so to speak, n‘est-ce pas?Allora, muchachos!😀

      • Ich schätze es ist ein wenig wie mit dem weil, das ja im Deutschen inzwischen wie denn verwendet wird (also mit Hauptsatz statt mit Nebensatz) – war mal falsch, ist es aber nicht mehr, wenn es gestandene Nachrichtenportale in Überschriften verwenden. Trotzdem danke für die Korrektur, denn ich wusste es irgendwie nie, obwohl ich es schon zig mal nachgeschaut habe … nun vergesse ich das hoffentlich nicht mehr.

      • Bin ganz bei dir, das scheint sich einzuschleichen! So wie es einmal falsch war nach “dare” mit einem “to” zu kommen – Don’t you dare do that! Auch spricht mein englischer Gastvater inzwischen von seinem “Handy”, um mir gegenüber weltgewandt zu wirken. Das machen andere dann auch und, zack, schon stimmt die Aussage nicht mehr, dass ein Handy im Englischen nicht so heißt. Und was du da über das “Weil” sagt, auch korrekt – inzwischen mach ich das auch schon, dabei fand ich das mal schrecklich! Das Gleiche ist in England mit der “Deadline” passiert. Meines Wissens nach war das mal falsch, die Deadline war eher ein Fall für die Intensivstation. Aber public viewing ist as far as I know BISHER weiterhin eine Leichenschau und Aldi sollte auch nie wieder “body bags” anbieten, das sollten die den Bestattungsinstituten überlassen. Ach ja, Sprache lebt eben und ich finde das spannend. Ist es nicht bemerkenswert, dass es “harmless” im Deutschen gibt (harmlos), aber harmful/harmvoll nicht? Erst mit dem Suffix “-los” bekommt das Wort überhaupt erst Sinn im Deutschen – Simply fascinating! :-)

    • Wenn ich das ergänzen darf: Ich glaube es wäre viel gewonnen, wenn Ihr einfach nicht so schnell sprechen würdet. So manche Sendung wirkt stellenweise echt hektisch und langsames Sprechen gibt einem auch die Möglichkeit, seine Worte deutlicher zu wählen (und hilft auch bei der richtigen Aussprache von Namen; siehe anderer Kommentar).

      Zwei Merkwürdigkeiten seien auch mal angesprochen: Zum Einen, dass Philip oft ganze Satzteile von Ulf “mitspricht”, wenn er das Gespräch fortführt. Noch irritierender finde ich, dass Ihr Euch in der Sendung ständig mit Namen ansprecht, obwohl Ihr nur zu zweit sprecht. Vielleicht lernt man das irgendwo in einem Kurs für Interview-/Moderatorentechnik – im Talk finde ich das irgendwie seltsam. Vielleicht ist das nur ein “Tick”, der sich eingeschlichen hat, z.B., siehe oben, um ein zu schnelles Gespräch zu kompensieren. -> https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84h

      • @Geschwindigkeit: manchen ist es zu schnell, anderen zu langsam … dazu gibt es ja Podcast-Apps, in denen man die Wiedergabe einstellen kann

        @Namen: sagen wir bewusst, damit man uns auseinanderhalten kann

  17. Hallo Ihr Zwei,
    ich fand den Abschnitt, in dem es um den Emissionsrechtehandel ging, besonders spannend. Ihr habt berichtet, dass der Preis für ein CO2-Zertifikat perspektivisch steigen könnte, im Moment aber die Preise noch moderat sind, weil recht viele im Umlauf sind.
    Hier eine Idee dazu: Wäre es nicht denkbar, dass sich auch Privatleute diese Zertifikate kaufen können? Einfach, um das Angebot zu verknappen und ohne die Absicht, sie selber zu benutzen. Dies könnte ein einfaches Instrument sein, um die Industrie zur Bewegung zu zwingen und so den Kohleabbau schnell unwirtschaftlich zu machen.
    Ganz nebenbei könnte eine interessante neue Anlagemöglichkeit für Privatanleger entstehen.
    Oder gibt es bereits heute für Privatleute Wege, dies zu tun? Dann müsste man diese ggf. bekannter machen.
    Ich freue mich auf Eure Antwort und die nächste Folge!
    Besten Gruß,
    Sebastian

      • Anlagemöglichkeit? Dann willst du auch verkaufen. Und dann ist das Angebot wieder da und man kann das CO2 doch in die Atmosphäre blasen. Wenn du willst, dass das Angebot verknappt wird, musst du das Zertifikat kaufen und verfallen lassen (sprich 100% Kursverlust einplanen). Dann hast du aber keine Anlage (im normalen Sinn). Du kannst also nur eins von beiden haben …

        Generell ist eines der Probleme des Emissionshandels über Zertifikate die Möglichkeit, sich abzusichern. RWE soll sich (hat mir ein Hörer unseres Podcasts geschrieben) bereits bis 2021 komplett abgesichert haben. Und wahrscheinlich zu den alten Preisen (zu 3 oder 5€ pro Tonne). Und es könnte auch andersherum passieren: Firmen, die sich nicht rechtzeitig abgesichert haben, müssen uU in einer Spekulationspanik 25 oder 50 oder mehr Euro pro Tonne CO2 bezahlen. Fair finde ich das nicht.

        Hinter dem Handel steckt die Idee, dass der Markt den besten Preis findet und der Staat nur noch die Vorgabe gibt (jedes Jahr 1,7% weniger CO2-Zertifikate). Ich mag die Idee nicht, weil ich die Schwankungen des Preises für erratisch und damit kontraproduktiv halte. Wir reden hier über ein sehr langfristiges Problem mit sehr langfristigen Zielen. Und dafür benötigen Firmen auch langfristige Planbarkeit. Daher finde ich eine CO2-Steuer sinnvoller. Hätte man schon vor Jahren bei (ziemlich wirkungslosen) 20€ pro Tonne einführen können (Wirkung dann wohl nur bei Neuinvestitionen für die CO2-intensivste Energiequelle; sprich Braunkohle; alte (bezahlte) Kraftwerke würden aber weiterlaufen.) Dann jedes Jahr die CO2-Steuer geplant um x% erhöhen. Und die Wirtschaft hätte Planbarkeit. Die Einnahmen der Steuern könnte man in die Förderung von Wärmedämmung, regenerativer Energie, E-Autos, Akkuforschung, … investieren. Man könnte die CO2-Steuer übrigens auch problemlos auf Sprit/Diesel aufschlagen. Eine Steuererhöhung ist da eh überfällig. Die letzte Erhöhung ist anderthalb Jahrzehnte her und wir hatten seit der letzten Erhöhung allein 20% Inflation. Anders gesagt: In den letzten 2 Jahrzehnten stieg die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer) unterdurchschnittlich, sprich langsamer als Inflation und Löhne. Eigentlich sollten wir die Energiequelle, die 100% CO2 verursacht stärker belasten als die Inflation. Stattdessen legen wir die Kosten [der Energiewende] fast ausschließlich auf den Strompreis um, der immerhin schon zu gut einem Drittel CO2-frei ist … Aber ich schwofe ab ;)

  18. Thema AfD und Lehererpranger: Beim Hören hatte ich irgendwie den Eindruck dass die Schlußfolgerung war, dass das zwar sehr fragwürdig ist, aber weil es von der AfD-Fraktion im Landtag betrieben wird kann man da nicht viel machen, weil sonst ja der Vorwurf entstehen könnte, dass hier unzulässig in die parlamentarische Arbeit eingegriffen wird.
    Das kann ich so nicht nachvollziehen. Auch eine Fraktion ist an Recht und Gesetz gebunden (siehe Artikel 20 GG), vielmehr noch, als Repräsentanten einer Wählergruppe erwarte ich, dass hier sehr genau drauf geschaut wird, dass alle Aktionen legal sind. Wenn Lieschen Müller am PC daheim Dossiers über “unbequeme Menschen” anlegt, dann hat das wohl weniger Reichweite und Wirkung wie wenn das eine Fraktion einer Partei mit viel Öffentlichkeitswahrnehmung macht. Und wenn diese Datensammlung gegen die DSGVO verstößt (was sie wohl wird), dann muss es einen Hebel geben, das zu unterbinden. Die Geschichte hat oft genug gezeigt, dass Menschen die Macht die man ihnen gibt leider immer wieder mißbrauchen, also bedarf es wohl eines Kontrollmeachnismus um solchen Mißbrauch zu vermeiden. Und ganz ehrlich, als Arbeitnehmer in einer Firma musste ich eine Schulung zu GDPR/DSGVO über mich ergehen lassen, obwohl meine Arbeit hier kaum Gelegenheit bietet, personenbezogene Datensammlungen zu machen. Und eine Landtagsfraktion soll Narrenfreiheit haben???

  19. Hallo Ihr Beiden!
    Hallo liebe Zuhörer!
    Ich bin tatsächlich leider relativ neue Hörerin, weil ich es bis zum Beginn meines Referendariats (bzw. sogar bis zum Beginn der Anwaltsstation) ganz gut geschafft habe, jeden Morgen meine vier verschiedenen Newsquellen zu lesen. Also, erstmal ein ganz großes Lob an Euch – tolle Arbeit!
    Kurzes Feedback zum Thema Mobilität. Ein selten bekannter Fakt – E-Autos lohnen nicht immer, gut zu wissen! Ich fahre meinen sparsamen Kleinwagen also, wohl genau richtig. Zur Bahn würde ich gerne den Ruf nach “mehr“ unterstützen. Ich pendle für mein Referendariat ans Landgericht Wuppertal und da ich mich nicht beim Massenbetrug an der Uni Düsseldorf beteiligen möchte, zahle ich fast 100 Euro pro Monat für die Bahn. Ja, wir bekommen “Unterhaltsbeihilfe“, aber die ist grade wenn man in einer Großstadt wie Düsseldorf wohnt nicht gerade monumental und irgendwie fehlt mir da die Unterstützung. Das brachte eine Freundin und mich auf das Thema, wie viele Wenigverdiener lieber den günstigen Wagen nutzen als die teurere Bahn… Irgendwas läuft da falsch. Ich denke grade aktiv darüber nach, was man da mal machen kann. Sehr inspirierend, als angehende Juristin neben dem Landtag zu wohnen…

  20. Hallo ihr zwei und alle Zuhörer.
    Ich hätte eine Anmerkung oder auch einen Einwand zum Thema CO2 Regulierung einfach nur durch eine Abgabe. Natürlich kann das besonders in der Industrie Anreize schaffen, birgt aber die Gefahr das Gefühl zu vermitteln man könnte sich von seiner Verantwortung freikaufen.

    (Das ist wie mit dem freiwilligen Aufpreis für Flüge aus der letzten Folge. Man zahlt einfach 10€ mehr pro Flug und schon hat man kein schlechtes Gewissen mehr das man 3 mal so oft fliegt wie nötig, denn irgendwo werden ja irgendwie Bäume gepflanzt… hat mir jemand versprochen… )

    Mir ist sofort die Studie zu Gebühren für zuspätkommende Eltern in KiTas eingefallen. Nachdem die KiTa die Gebühren eingeführt hatte kamen mehr und nicht weniger Eltern zuspät um Kinder abzuholen. Die Studie sagt, weil es nicht mehr um Scham und Gewissen ging sonder die Eltern das Gefühl bekommen haben sie könnten sich durch die Strafe von der Verantwortung pünktlich zu sein frei kaufen.

    Die Gefahr sehe ich auch bei z.b. SUV FahrerInnen, Vielfliegern etc. die es sich leisten können.

    PS: von der Studie habe ich häufig gehört konnte sie aber noch nicht aufspüren.

    • Gneezy & Rustico, A fine is a price, Journal of Legal Studies 29, no. 1 (Jan. 2000), pp. 1-17

      • https://www.jstor.org/stable/10.1086/468061

        Abstract

        Abstract The deterrence hypothesis predicts that the introduction of a penalty that leaves everything else unchanged will reduce the occurrence of the behavior subject to the fine. We present the result of a field study in a group of day‐care centers that contradicts this prediction. Parents used to arrive late to collect their children, forcing a teacher to stay after closing time. We introduced a monetary fine for late‐coming parents. As a result, the number of late‐coming parents increased significantly. After the fine was removed no reduction occurred. We argue that penalties are usually introduced into an incomplete contract, social or private. They may change the information that agents have, and therefore the effect on behavior may be opposite of that expected. If this is true, the deterrence hypothesis loses its predictive strength, since the clause “everything else is left unchanged” might be hard to satisfy.

    • Freikaufen? Kaufst du dich mit den Steuern, die du zahlst, von irgendwas frei? Ich meine, mit dem Argument kannst du jede Steuer als kontraproduktiv aburteilen.

      CO2 soll teurer werden. Also Steuer drauf (oder teure Zertifikate ausgeben). Dadurch kauft sich doch niemand frei, sondern es werden besonders CO2-intensive Energiequellen (Braunkohle, Steinkohle, Öl, Gas; in dieser Reihenfolge) tendenziell benachteiligt und CO2-arme und CO2-freie bevorzugt. Damit kauft sich (zB) RWE von nichts frei, aber die werden keine neuen Kohlekraftwerke mehr bauen, keine neuen Gruben mehr ausbuddeln, sondern den Strom anders produzieren.

      Ich glaube du machst den Fehler, dass du Unternehmen “Gewissen” unterstellst. Die wollen Sachen verkaufen (die Kunden kaufen) und damit Geld verdienen. Also musst du denen die Möglichkeit nehmen, mit Braunkohle Geld zu verdienen. Ende aus.

  21. Ich bitte euch ein wenig objektiver über die Grünen zu berichten. Man merkt euch eure Präferenz zu der Partei von Folge zu Folge stärker an. Die Grünen hatten ähnliche Umfragehochs schon einmal, faktisch sind Sie die kleinste Fraktion im deutschen Bundestag – das solltet ihr bei eurer Berichterstattung beachten. Ansonsten weiter so!

    • Kannst Du bitte konkret werden, wo wir nicht objektiv berichtet haben sollen?

      Davon abgesehen bin ich bekanntlich SPD-Mitglied.

      • Konkret bitte ich mal die Redezeiten der Grünen mit denen der beiden nächst größeren Fraktionen im Bundestag (Linke und FDP) zu vergleichen. Die Aussagen zur Bayern Wahl von Herrn Habeck, wurden in meinen Augen nicht ausreichend kritisiert und das die Grünen in der Opposition mehr erreichen können als in der Landesregierung ist zum jetzigen Zeitpunkt sehr spekulativ.

  22. Zum Thema Denunziationsplattform der AfD: Euer Vorschlag der Selbstanzeige hat tatsächlich in Berlin schon stattgefunden. Super Idee, hoffentlich schließen sich weitere Schulen an!
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article182406456/AfD-Berliner-Lehrer-zeigen-sich-selbst-an.html?wtrid=socialmedia.socialflow….socialflow_facebook

  23. Um auf den Kommentar zu den CO2-Zertifikaten einzugehen, stelle ich mir die Frage wie geht man mit Firmen um, die einerseits CO2-Zertifikate kaufen müssen, aber andererseits staatlich subventioniert werden?
    Hier ist für den Endkonsumenten nicht mehr ersichtlich wie sich das Produkt auf die Ökobilanz niederschlägt, da der Endpreis verfälscht wird. Sollte man diese Firmen eventuell von einer Subventionierung ausschließen? Was für Möglichkeiten würde es stattdessen geben um die Umweltschädlichkeit der Produkte transparent zu gestalten?

  24. Hallo,

    neben dem E.Go ist auch Sonomotors Sion ein interessantes Projekt. Hier gäbe es dann Auto und Mobilitätsdienstleistungen aus einer Hand. Guckt euch das mal kurz an, ich finde das erwähnenswert.

  25. Ich selber ernähre mich vegan und in der veganen/vegetarischen Community wird immer wieder der Klimaschutzaspekt der pflanzlichen Ernährung betont bzw. der schädliche Einfluss der tierverarbeitenden Industrie auf das Klima. Da es in diesen Kreisen aber auch sehr viele Eso-Spinner gibt fände ich es spannend, wenn ihr euch mal mit dieser Thematik befassen könntet.

    • Hallo, dazu ist hier ein Link

      https://www.skepticalscience.com/how-much-meat-contribute-to-gw.html

      Du hast recht, dass es ziemlich viel als Argument benutzt wird (gefühlt/anekdotisch sage ich das jetzt mal), einfach weil von manchen “missionierenden” Veganern (sicherlich sind das nicht alle) gerne versucht wird zu beweisen dass es “der überlegene Weg” sich zu ernähren ist – in jeglicher Hinsicht, wenn man halt auf Menschen trifft denen das Leiden der Tiere evtl egaler ist als die eigene Art sich zu ernähren (ohne zu bewerten).

      Also wenn jemand sich sagt “ob Tiere leiden oder nicht ist mir egal”, dann hilft man bei ihm evtl damit nach dass man Klimaschutz und Umweltschutz und evtl noch weitere Aspekte einbringt.

  26. Bitte gebt euch doch wieder ein bisschen mehr Mühe bei den Namen: diese Fole war es Mohamed bin Salam (richtig: Salman), letzte Woche Saad Habibi (richtig: Hariri). Das stört schon sehr beim Zuhören!

  27. Hallo, als Stammhörer der Lage muß ich mal etwas einwerfen.Ihr diskutiert über CO2 und Stickoxide, E-Autos u.s.w. Warum diskutiert ihr nicht mal ein Tempolimit wie von der Polizeigewerkschaft vorgeschlagen? Tempo 130 auf Autobahnen, 90 auf Landstraßen. Das hätte nicht nur weitreichende Vorteile für die Umwelt, würde Ressourcen schonen und würde auch den stattfindenden Kleinkrieg auf den Autobahnen beenden. Macht Euch doch mal dafür stark. Sieht das Keiner oder will das Keiner sehen? Warum steht das in Deutschland überhaupt nicht zur Debatte?

    • Gibt es denn Informationen darüber wieviel das bringen könnte? Im Bereich Verkehr kommt viel der Verschutzung (meines Wissens) in Städten zustande sowie durch vermeidbare Strecken von unter 5km also gerade nicht durch Raser auf der Autobahn.
      Bei der Temporeduktion auf Autobahnen geht es doch viel mehr um Verkehrssicherheit als um Ressourcen. Natürlich ein berechtigtes Interesse besonders der Polizei aber für eine andere Diskussion.

      • Mach doch einfach Mal einen Selbsttest: fahr auf der Autobahn eine Tankfüllung mit konstant 120 km/h und danach mit maximal möglicher Geschwindigkeit, incl. Bremsen und Beschleunigung. Dann merkst du selber den Unterschied in der Reichweite.

  28. Zum Thema Präsidentschaftswahlen in Brasilien:
    Mich stört bei dem Potcast so ein bisschen die Linke Einstellung. Der “vermutlich” neue Präsident ist Neo-Liberal eingestellt. Es soll privatisiert werden und die Steuer gesenkt werden. Kommentar im Potcast “Die Reichen werden Reicher auf Kosten der Armen” Warum auf Kosten der Armen?? Was wird den Armen denn weggenommen, wenn die “Reichen” weniger Steuern zahlen??? In den ganzen Industrienationen, geht es den Menschen besser. Klar haben die Reichen mehr Geld, aber die “Armen” haben auch immer mehr Geld. Was bezeichnet denn Arm?? Dadurch das die Reichen immer Reichen werden, brauchen die “Armen” auch immer mehrt Geld um nicht als “Arm” zu gelten. Die Armen haben auch immer mehr Geld, da redet nur niemand von. Noch dazu, was ist daran falsch, wenn der Staat viele Einrichtungen privatisiert?? Wurde in Deutschland auch gemacht und so wird der Wettbewerb gestärkt. In letzter Zeit ist mir dir Einstellung hier zu weit in die Linke Ecke getreten.

    Im letzten Potcast wurde über das Thema Wohnungsbau in Deutschland gesprochen. Die Mieten seihen zu hoch?? Es ist einfache BWL-Rechnung. Angebot und Nachfrage. Es gibt viel mehr Anfragen, als es Wohnungen gibt. Ergo, mehr Nachfrage als Angebot = Hoher Preis. Wie kann also der Preis gesenkt werden?? Das Angebot muss erhöhnt werden. Und hier ist der Knackpunkt. Der Staat stellt

    1. Nicht genug Grundstücke zum Bauen bereit
    2. Die Bürger wollen nicht, dass Wald stirbt oder irgendwo gebaut wird(Beispiel Erlangen: Abstimmung gegen ein Neubaugebiet)
    3. Die Baunebenkosten sind viel zu hoch. Der Staat hat Steuerrekordeinnahmen und erhöht trotzdem überall die Steuer z.B. Grundsteuer.

    Wenn mehr Bauland zur Verfügung gestellt wird und die Baunebenkosten gesenkt werden, können auch wieder günstige Wohnungen gebaut werden. Eine Mietpreisbremse nützt absolut nichts. Sobald der Staat in die Preisbindung/ -Findung eingreift, geht dies immer in die Hose und zerstört den Wettbewertb.

    Hier werden auch die Grünen gelobt, dass sie angeblich ach so ein tolles Konzept für den Wohnungsbau haben? Wie oft haben die Grünen Bauprojekte gestoppt, weil irgendwelche Kröten, Fledermäuse oder sonstige Tiere waren. Teurer Baustopp, Teure Umsiedlung der Tiere und dann teuer weiterbauen. Wie sollen die “Bauherren” so bitte günstige Wohnungen anbieten, wenn durch solche Aktionen teure Nebenkosten entstehen??

    Thema Klimawandel:

    Ja es ist wichtig, dass wir auf unserer Umwelt achten. ABER: Die Politik hat die Energiewirtschaft komplett zerstört. Immer mehr irrsinnige Vorgaben und Gesetzte und Kosten, dass hier absolut kein richtiger Wettbewerb mehr stattfindet. Der Bürger möchte keine Atomkraftwerke, keine Kohlekraftwerke, bloß keine Windräder vor der eigenen Haustür, keine Trassen, keinen Baum fällen, keine Landschaft verschänden mit Windrädern. Wo bitte kommt der Strom dann bitte her?? Ach ja, der Strom kommt aus der Steckdose. Sich aber dann beschweren, dass alles ach so teuer ist. Atomkraft ist die sauberste Sache. Warten wir nochmal 5-10 Jahre, dann können die Brennelemente wieder sicher aufbereitet werden und die Umwelt wird mit keinen schädlichen Gasen belaster

  29. Ich habe dieses Jahr mein Abitur, mit den Leistungskursen Politikwissenschaften (PW) und Deutsch gemacht. Mein PW Lehrer ist der wohl beste, den ich je hatte. Dieser kam nun auf Grund einer Aktion, an der er mitarbeitete, zu dem Lehrer-Denunziations-Thema, in den Tagesspiegel (https://m.tagesspiegel.de/berlin/lehrer-protest-gegen-beschwerdeportal-in-berlin-elf-gestaendnisse-an-die-afd/23209414.html). Ich finde den Gedanken, den ihr ja auch angeschnitten hattet, sich selbst zu „stellen“, in diesem Falle auch noch mit höchster Intelligenz und in humorvoller Art und Weise, einfach großartig! Guckt euch das vielleicht mal an!

  30. Zur Diskussion des “Lehrer-Prangers” der AfD:
    Ich vermute, dass es der AfD nicht nur darum geht, Lehrern “Angst zu machen”, wie es in der Sendung heißt, sondern ebenso um eine Art Nachwuchsrekrutierung. Man will den Schülern, denke ich, suggerieren, die AfD vertrete ihre Interessen, und ihnen das Gefühl der Stärke gegenüber ihren Lehrern geben.

  31. Hallo.
    Themenvorschlag.
    Ihr beide seid oder zumindest kam es so rüber, Verfechter dieser Datenschutzverordnung. Mich würde mal interessieren, inwieweit Ihr so den Erfolg beurteilt.
    Aus meiner Sicht hab ich nämlich nur folgendes festgestellt:
    – ich musste beim Friseur mein Einverständnis geben
    – ich werde jetzt immer angehalten die Hermes Pakete doch mit der Adresse nach unten abzugeben
    – muss ich jetzt mein Türschild abmachen (kleiner Scherz am Rande)
    Dafür werde ich nun aber auf so gut wie jeder Webseite mit dem Einverständnis zu den Cookies genervt. Mein TrackingBlocker macht immer noch Überstunden. Was hats uns denn nun eingebracht. Eure Bewertung wäre?

  32. Hm, wie schreibe ich das jetzt mitfühlend… ich versuchs mal
    Hallo Philip, hallo Ulf,
    ich mag Euren Podcast und höre ihn fast schon regelmäßig.
    Aber manchmal geht ihr mir ein wenig auf den – nein positiv schreiben…
    Manchmal könntet Ihr Eure Berichterstattung noch optimieren :)
    1) Ihr müsst nicht – bei Themen, denen man in den Medien nicht aus dem Weg gehen – die Basics nochmal erklären. Das wirkt gelegentlich so, als ob Ihr Euer Publikum für dämlich haltet.
    Beispiel: Jamal Khashoggi: dass dieser in der Saudi-Botschaft ging und dort verschwand, mitsamt des kolportierten Tathergangs, kann man voraussetzen, wenn man auch nur ansatzweise Nachrichten hört/liest. Und wer das nicht macht, hört sicher nicht diesen Podcast.
    2) Wenn Ihr über so etwas berichtet, sollten jedoch Eure Fakten “sitzen”. Beispiel:
    Mohammed bin Salman, nicht Salaam (Sohn des Friedens wäre auch sicher nicht angebracht, oder?)
    Weiter: Derjenige Arzt, der die Leichen begutachtet, ist der Rechtsmediziner. Das sind die, die auch immer in Krimis mitspielen. @Ulf: Für Juristen gab es da zu meiner Zeit sogar spezielle Vorlesungen …
    Ein Pathologe hantiert üblicherweise nicht mit Knochensägen, macht keine Leichenschau, sondern bekommt Patientenproben zugesandt, um diese zu untersuchen, z.B. auf Tumorwachstum.

    Ansonsten: weiter so und viele Grüße

    • Ich finde es total gut, wenn die Geschichte nochmal kurz erzählt wird. Ja, das führt dazu, dass man Sachen hört die man schon wusste. Sagen wir mal, ich hätte das nicht live verfolgt, weil ich zum Beispiel eine Woche beruflich unterwegs oder im Urlaub war und keine Nachrichten geguckt habe. Dann ist es doch optimal, wenn sie die gesicherten Fakten kurz in der richtigen Reihenfolge aufzählen, und ich mich nicht durch eine Woche Nachrichten wühlen muss, von denen vielleicht die Hälfte eh am Folgetag korrigiert wurde.

      Ich will bei der Gelegenheit auch mal Danke an Philip und Ulf sagen. Kleine Geschichte, über die ihr euch vielleicht freut: Ich habe ein paar Arbeitskollegen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen und die Deutsch üben wollen. Denen habe ich die Lage empfohlen. Ihr sprecht schön deutlich und in besseren Sätzen als die normale Alltagssprache, und man lernt noch ein bisschen darüber, was in Deutschland gerade passiert. Total gut. Ein bisschen langsamer könntet ihr noch sprechen. Nehmt mal öfter in Kirchen auf, wo es zu sehr hallt ;-)

      • Stichwort Lage für Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen: Ein guter Podcast Player erlaubt es, die Geschwindigkeit herunterzuschrauben. Wenn man die Lage mit 0,8 facher Geschwindigkeit hört, dann versteht man uns vielleicht noch ein bisschen besser.

  33. Hallo Lage,
    ein guter Weg zu verstehen, wie die AfD sich radikalisiert hat und nun tickt, wie sie tickt, ist das Interview mit einer Aussteigerin (Franziska Schreiber, Vorstandsmitglied der „Jungen Alternative“), die bei den „Elementarfragen“ ein langes Interview gegeben. Sie fügt den allgemeinen Erklärungsansätzen für den Erfolg der AfD noch einige Aspekte hinzu. Fand ich so erhellend wie erschreckend.
    https://viertausendhertz.de/ef21/
    Ansonsten, liebes Lage-Team, weiter so!

  34. Hallo Ulf, hallo Philip,
    diese Woche war ein Artikel über Meinungsforschung in der SZ. Es geht darum, inwiefern sie Wahlen beeinflusst und wer davon profitiert. Als Gegenvorschlag kommt auf, zwei Wochen vor der Wahl Umfragen bzw. die Berichterstattung darüber komplett zu verbieten.
    Ich finde, das ist ein interessantes und kontroverses Thema und wollte euch mal fragen, was ob ihr euch vorstellen könntet, diesem Thema einen Block in eurer Sendung zu widmen.
    Ganz liebe Grüße nach Berlin,
    Jette

    https://www.sueddeutsche.de/politik/demoskopie-wie-meinungsforscher-die-wahlen-beeinflussen-1.4177815!amp

  35. Danke für Euren großartigen Podcast!
    Ein wichtiger Aspekt zum Thema E-Auto, der mir immer wieder zu kurz kommt, ist, dass es die einzige (mir bekannte) Antriebstechnik ist, wo Energiequelle und Antrieb vollständig voneinander getrennt sind. Das birgt große Chancen für zukünftige Entwicklungen. Sprich, ich kann beim E-Auto ja nicht nur die Herkunft des Stromes wählen (von Kohle bis Windkraft), sondern theoretisch auch den Energiespeicher im Auto selbst. Ob da nun ein Akku, eine Brennstoffzelle oder die nächste Generation von Superdupersolarzelle werkelt, ändert nicht viel, der eigentliche Antrieb ist immer der Elektromotor. Diese Flexibilität ist bei Benzin, Gas etc. nicht möglich.

  36. Dass sich Punkt 4 Eurer Werberichtlinien in jeder Hinsicht damit beißt, dass Philipp die Texte einspricht, seht Ihr aber selbst?

    An “Wir machen keine Werbung” könnte man daher ein ganz großes Fragezeichen setzen. Und auch die Verneinung einer “persönlichen Identifikation” mit den Produkten wirkt wie eine Schutzbehauptung, ist der Sinn von diesen Werbeformen doch gerade, den Rezipienten über die Glaubwürdigkeit der/das Vertrauen in die Plattform und die Vertrautheit mit den Protagonisten zu erreichen. Wieviel wert ist diese Distanzierung, wenn der Hörer das aufgrund des Formats anders wahrnimmt? Eure Werberichtlinien erscheinen mir wie die versuchte Quadratur des Kreises und nach wie vor sehe ich einen Werbeblock in einem Medienformat, das sich als unabhängiges Format zur politischen Meinungsbildung verstehen will, hochgradig kritisch. Sponsorings wie kürzlich die e-Mobilitäts-Kampagnen der Autohersteller, stoßen mir da echt sauer auf.

    Z.B. die “Radioshow” von Radioeins, auf der die Inhalte in witziger, ebenfalls selbst eingesprochener (t.w. sehr aufwendig gescriptet), bekommt das wesentlich besser hin. Es macht halt doch einen Unterschied, ob in einem politischen Format mit tagespolitischem Thema Dieselskandal der Sponsor Audi heißt oder Photo Meyer.

    • Hinzu kommt die Machart des Audi Podcasts. Ich bin der Werbung mal gefolgt, aber bin nach zwei Folgen abgestorben. Dieser Podcast trieft so von AUDI IS GREAT; das war schon unangenehm zuzuhören.
      Ich denke auch, ihr solltet Euch schon ein wenig mehr dafür interessierten welchen Inhalt die Werbung hat. Einfach nur “das sucht eine Agentur aus”, ist ein wenig, naja… Gedankenlos?

      • Bitte schau Dir mal unsere Werbe-Policy an. Wir interessieren uns ganz bewusst nicht für die Inhalte, sofern bestimmte abstrakt definierte rote Linien nicht überschritten werden, gerade weil wir nicht den Eindruck erwecken wollen, dass wir uns damit identifizierten.

    • Ich muss nk hier recht gegen, obwohl ich kein grundsätzliches Problem mit Werbung in eurem Podcast oder native Advertising habe.

      Zu sagen ihr würdet euch durch das Einsprechen der Werbung mit ihr gemein machen wäre vielleicht zuviel gesagt. In jedem Fall seid ihr aber an deren Produktion beteiligt. Ihr macht also Werbung und widersprecht damit euren eigenen Grundsätzen. Eine andere Stimme könnte dieses Problem schon deutlich entschärfen.

  37. Ein Pranger, der das Denunziantentum verbreitet ist natürlich grundsätzlich kritisch zu sehen. Im Fall des „Informationsportals Neutrale Schulen“ ist das aber die falsche Wortwahl. Es werden dort keine Namen oder andere schutzbedürftige Angaben veröffentlicht.

    Ich wünsche mir einen Unterricht, der dem Beutelsbacher Konsens entspricht, würde dies aber anders als ihr interpretieren, nämlich so, dass auch kontroverse Themen ohne Indoktrination seitens der Lehrerschaft diskutiert werden können. Fakt ist, dass Schüler teilweise bei Androhung schlechter Noten gezwungen werden zu Anti-AfD Demos zu gehen oder dass bei Argumenten für eine alternative Migrationspolitik die Schüler sofort in die rechte Ecke gestellt werden und unten durch sind bei den Lehrern. Besonders Schüler, die auf einen guten Notendurchschnitt angewiesen sind, weil sie beispielsweise ein Medizin-Studium anstreben, werden gezwungen sich wegzuducken und gegen ihre eigene Überzeugung die vorgekauten Phrasen der Lehrer nachzubeten.

    Der Schritt mit dem Portal scheint auf den ersten Blick etwas extrem zu sein, aber dass Ziel für unserer Gesellschaft sollte eine offene Diskussionskultur sein und die bekommt man nur, wenn die Lehrer im Unterricht auch andere Argumente außerhalb ihrer eigenen Filter-Blase sanktionsfrei zulassen. Die öffentliche

    • “Fakt ist, dass Schüler teilweise bei Androhung schlechter Noten gezwungen werden zu Anti-AfD Demos zu gehen”

      Schüler werden irgendwo unter Notendruck gezwungen, an schulfremden Veranstaltungen teilzunehmen? Diesen “Fakt” hätte ich gerne konkret belegt, ansonsten ist das offensichtlicher Unsinn.

      • Klingt nach klassischer Fake-News-Munition für die Troll-Armeen der AfD: wir müssen leider leider zu illegitimen Mitteln greifen, denn die linksgrünversifften Lehrer tun’s ja auch …

      • So, jetzt habe ich noch einmal bezüglich der Demo nachgeschaut. Meine Aussage war aus dem Gedächtnis und hat es in der Tat nicht vollkommen korrekt getroffen. Es ging es um eine Anti-Pegida-Demonstration (offiziell natürlich „für religiöse und kulturelle Vielfalt“) und es gab auch keine schlechten Noten, sondern bei Nicht-Teilnahme hätte es unentschuldigte Fehlstunden im Bewerbungszeugnis gegeben. Hier ist der entsprechenden Verweis zu den Lübecker Nachrichten: http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Ministerium-prueft-Kritik-an-Schuelerdemo

      • „… Dabei missbrauchen offenbar auch einige zwielichtige Websites die Debatte, um Stimmung für die umstrittene Pegida-Bewegung zu machen. Das Kieler Bildungsministerium sieht unterdessen keine Hinweise dafür, dass eine Teilnahme erzwungen wurde. …“

    • “Ich wünsche mir einen Unterricht, der dem Beutelsbacher Konsens entspricht, würde dies aber anders als ihr interpretieren, nämlich so, dass auch kontroverse Themen ohne Indoktrination seitens der Lehrerschaft diskutiert werden können.”

      Hast du die Sendung gehört? Genau das erklären die beiden doch in der Sendung exakt so. Kontroversen anstoßen, keine Indoktrination.

      Außer du meinst mit “kontroversen Themen” Sachen, die nicht im Einklang mit dem Grundgesetz stehen… Wobei selbst dort keine “Indoktrination” statt findet..

      • Ich denke bezüglich des Beutelsbacher Konsens sind wir einer Meinung. Die Aussagen der Landeszentrale für Politische Bildung aus Baden-Württemberg waren diejenigen, mit denen ich mich nicht mehr identifizieren konnte. Dort hieß es, dass kritisch hinterfragt werden muss, wenn Parteien Antisemiten in ihren Reihen dulden, auf Demonstrationen verfassungsfeindliche Symbole gezeigt werden und es Überlappungen zur rechtsextremistischen Kreise gibt. Im Prinzip stimme ich damit auch überein. Nur ist die Stoßrichtung hier sehr eindeutig, gegen wen im Unterricht argumentiert werden soll.

        Nehmen wir die in den Medien so gefeierte Demonstration in Berlin #unteilbar als Beispiel. Dort wurde die Abschaffung des Verbots der PKK gefordert, die israel-feindliche BDS-Bewegung sprach und die linksextremistische Antifa war mit dabei. Das gleiche, was die Landeszentrale kritisiert sehen möchte in links. Trotzdem wird so etwas im Unterricht sicherlich nicht thematisiert. Ich würde mir hier einfach mehr Ausgewogenheit wünschen.

  38. Hallo Ihr Beiden! Toller Podcast. Eine Sache zum Autowahnsinn. Auf die Gefahr hin, das jmd anderes dieses schon thematisiert hat: Was passiert eigentlich mit den ganzen alten Batterien, die bei dem Wandel zur E-Mobi anfallen? Stichwort: Atomendlager.
    Liebe Grüße aus Berlin

  39. Hallo!

    Eine Anmerkung zum Thema Klimaschutz und Fleischkonsum:

    Ihr beendet das Thema mit dem Satz (ich paraphrasiere) “Wenn jeder einmal in zwei Wochen auf Fleisch verzichtet, ist schon ein großer Schritt getan.”

    Da musste ich doch sehr schlucken. Denn dass das bei den Fleischmassen, die konsumiert werden, alleine praktisch null bringt, oder? Das Thema mit der Aussage abzuschließen, ist sehr verharmlosend. Leider stellt Ihr Euch damit in eine Reihe mit allen Politikern, Unternehmen und Medien, die auch im Jahr 2018 noch so tun, als müssten wir einfach nur ab und zu das Fahrrad oder die Bahn nehmen (oder eben zweimal im Monat auf das Schnitzel verzichten) und alles wird schon noch so schlimm werden. Dabei wisst Ihr doch sicher sehr genau, wie ernst die Situation ist und dass wir selbst mit radikalen Maßnahmen allenfalls noch den Schäden begrenzen können.

    Ich fürchte, sehr viele Eurer Hörer haben an dieser Stelle (zumindest unterbewusst) mit einem Gedanken a la “hach ja, so schlimm ist es ja nicht* reagiert. Sehr schade, dass Ihr Eurer großen Reichweite da nicht bewusst seid. Mir gefiel an der Lage eigentlich immer, dass Ihr zum Nachdenken angeregt habt. Das Thema mit so einer “feel-good”-Aussage abzuwürgen (auch wenn Ihr es besser wisst), fand ich leider sehr schwach.

    Viele Grüße

    • Hey Simon,
      ich hab’s so gehört, dass Philip empfiehlt, einmal die Woche oder einmal alle zwei Wochen Fleisch zu essen (fängt bei Minute 39 an). Wäre toll, wenn die über 100.000 Lage-Hörer*innen das beherzigen.

      • Puh: “dass Philip empfiehlt, einmal die Woche oder einmal alle zwei Wochen Fleisch zu essen”

        Habe ich auch so gehört.

        Simon: “Da musste ich doch sehr schlucken.”

        Kleiner persönlicher Tipp: Wenn sowas passiert am besten die Stelle noch 2-3 mal hören. Mir selber fällt in 80% der Fälle dann auf, dass die Stelle doch nicht so dramatisch war, wie ich es beim ersten mal gehört habe.

        Ich überfliege immer gerne die Kommentare, weil dort häufig nützliche Ergänzungen zum Podcast stehen und die Diskussionskultur hier relativ gut ist. Aber es kommt dann doch relativ häufig vor, dass Leute Sachen kritisieren, die nie gesagt wurden…

      • Ab 39:01 “[…] wie groß dieser Effekt [des Fleischkonsums] nun auch immer sein mag, er ist auf jeden Fall da. Fleisch ist relativ klimaschädlich und wer es also mag und drauf verzichten kann, der muss vielleicht nicht komplett drauf verzichten, glaube das muss nicht sein, aber diesen Fleischkonsum einfach einzuschränken, ich glaub das ist schon mal ein Schritt, den jeder tun kann, einmal in der Woche oder vielleicht einmal in zwei Wochen. Wenn wir das alle machen würden, wären wir schon einen ganzen Schritt weiter. Jetzt kommen wir zum Thema […].”

        Nachdem ausgiebig über Klimaschutz gesprochen hat, wird der Abschnitt so beendet (“schon einen ganzen Schritt weiter”).

        Auch wenn diese Zahl nicht repräsentativ ist: Für die meisten Lage-Hörer, die ich kenne, stellt dieser Podcast fast der einzige mehr oder weniger kritische Umgang mit Politik, Gesellschaft und Medien dar. Alles andere sind FB, Twitter und andere Filterblasen, in denen man eh nur liest und hört, was man ohnehin schon glaubt. Die Diskussion zum Klimaschutz und VOR ALLEN DINGEN zur Frage, was man tun kann, wird nach meinem Eindruck sehr bestimmt von Bequemlichkeit. Das Thema im Podcast so zu beenden, zeigt doch sehr deutlich, wie tief diese Verharmlosung in uns allen steckt.

        Faiid: Danke für den Tipp, mache auch ich so. Tatsächlich ist es mir nur so aufgefallen. Vermutlich weil ich beim ersten Mal auch “gerne” gehört habe, dass das alles nicht so wild ist.

        Ich bin übrigens weder Veganer noch Vegetarier. Es ist reiner Zufall, dass es hier um Fleischkonsum ging. Ich könnte auch andere Zitate aus der Lage anführen, wo z.B. die Förderung von Elektroautos sehr unkritisch gelobt wird. Dass es ein richtiger Schritt ist, weniger Fleisch zu essen, ist ja richtig, aber das so als Ratschlag wegzumoderieren und auf zum nächsten Thema… kann man m.E. viel besser kommunizieren. Es geht mir nicht darum, dass der Podcast radikaler sein muss. Er soll doch wohl vor allem die Hörer zu eigenem Nachdenken anregen, oder? Das tuen solche Beiträge nicht, sondern sie sorgen dafür, dass sich Leute ganz großartig fühlen, weil sie einmal in der Woche ne Veggie-Pizza bestellen o.ä. (Mir fallen übrigens keine solchen Beispiele aus Ulfs Beiträgen ein, er scheint mir da in der Kommunikation wesentlich differenzierter. Vielleicht liegt es auch an der Themenverteilung.)

      • Hey Simon,

        scheint Du hast tatsächlich etwas überhört. Im Zitat fehlt das Wort „auf“ an folgender Stelle:
        „[…] ich glaub das ist schon mal ein Schritt, den jeder tun kann, *auf * einmal in der Woche oder vielleicht einmal in zwei Wochen. Wenn wir das alle machen würden, wären wir schon einen ganzen Schritt weiter. Jetzt kommen wir zum Thema […].”

        Ändert das etwas an Deiner Kritik, dass ein wichtiges Thema verharmlosend wegmoderiert wurde? Wie würdest Du das Thema Einschränkung beim Fleischkonsum kommunizieren? Ist eine ernst gemeinte Frage. Ich lebe vegan und gehe mit Dir d’accord, dass viele Menschen beim Thema Klimaschutz ihre Bequemlichkeit priorisieren – und viel zu wenig am eigenen Verhalten ändern.

        Persönlich habe ich die LdN erst vor ~ 6 Wochen entdeckt, und Ulf’s Einschätzungen gefallen mir meist auch besser. Mag aber an den bisherigen Themen gelegen haben. Zum Thema Fleisch fand ich Philip’s Empfehlung gut. Denn aktuell isst der Durchschnittsdeutsche rund 60 Kilogramm Fleisch(produkte) pro Jahr. Durch 52 Wochen geteilt sind das über 1 Kilo Fleisch pro Woche. Philip’s Empfehlung würde also tatsächlich zu einer großen Reduktion führen, da die typische Portion Fleisch bei etwa 200 Gramm liegt (mehr als von DGE/WHO empfohlen).

        Übrigens kam eine Metastudie zu dem Ergebnis, dass es 4 big impact Dinge gibt, die jede*r tun kann, um das Klima zu schonen. Kein Kind/ein Kind weniger haben (Einsparung: 58,6 Tonnen Co2e/Jahr), autrofrei leben (Einsparung: 2,4 Tonnen Co2e/Jahr), weniger fliegen (Einsparung: pro transatlantischem Flug 1,6 Tonnen Co2e) und sich vegan ernähren (Einsparung: 0,8 Tonnen Co2e/Jahr). http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/aa7541

    • Sorry, da muss man sich aber Fragen ob da nicht eher der Aspekt verharmlost wird dass fossile Brennstoffe verbrannt werden, der wesentlich größer ist und mit wesentlich höherem Einsparpotential.

      • Nein Luke, Du hast Dein Argument trotz mehrfacher relativ gleichlautender Kommentare nicht zu Ende gedacht. Dein Relativierungsversuch hinkt, weil Du Dinge, die jede*r individuell und sofort tun kann, mit Dingen vergleichst, auf die Individuen kaum Einfluss haben. Jede*r kann sofort Dinge wie Ernährung, Mobilität, Reiseverhalten, Familienplanung hinterfragen und ggf. ändern – das hat eine sofortige und direkte Wirkung. Keiner kann die Abhängigkeit der Menschheit von fossilen Brennstoffen sofort beenden. Während wir also darauf hinarbeiten (durch Wahlverhalten etc.) uns von fossilen Brennstoffen zu verabschieden, spricht nichts dagegen unsere individuellen Emissionen zu drosseln.

        Und der Anteil an Emissionen aus der Landwirtschaft ist nicht klein. Das Umweltbundesamt schreibt: „Die Landwirtschaft in Deutschland trägt maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase bei.“ In 2017 waren es 65,4 Mio. Tonnen CO2e. Zuzüglich des Transports von 745 Millionen Tieren zum Schlachter wird ein Anteil von bis zu 10 Prozent an den Gesamtemissionen in Deutschland angenommen.

  40. Hallo!

    Bin seit mehreren Jahren großer Fan der Lage. Super Sache, weiter so!

    Ein Kommentar zum Fleischkonsum und Umwelt:
    Ich kann den Schluss, weniger Fleisch zu essen, nicht nachvollziehen. Wenn ich weniger Fleisch esse, dann muss ich doch deutlich mehr Pflanzen essen – und Nutzpflanzen tragen doch auch zum Klimawandel bei (siehe Monokulturen an Mandeln/Soja/Mais/Weizen/Roggen…).

    Ich denke es ist vor allem wichtig, regional und saisonal zu essen. Fleisch ist immer saisonal und die meisten Metzger verkaufen eh nur Fleisch aus der Region. Selbst bei Aldi kommt das Fleisch nicht immer aus Uruguay ;-)

    • Deine Logik greift nicht ganz. Wenn du kein Fleisch isst, isst du maximal die Pflanzen, die die Tiere auch gefressen hätten, aber du verwertest sie direkt für dich.
      WEnn du Fleisch isst, wurden die Pflanzen zuvor von den Tieren gefressen und quasi ein Teil der Energie mit den Tieren “vergeudet”.
      Das ist so, als würdest du mit einem Benzingenerator eine Elektroheizung betreiben um die Wohnung zu heizen. Ja, der Vergleich hint ziemlich, aber es geht um das Prinzip, ob man die Energie eines Energieträgers direkt nutzt, oder über einen Zwischenverbraucher Energie verliert.
      Ja, Kühe fressen Pflanzen, die wir nicht verwerten können (Gras), aber in der Fleischerzeugung will man schnelles Wachstum, das geht hauptsächlich über Kraftfutter –> meist Soja, das wiederum an Orten angebaut wird, wo Regenwald abgeholzt wurde.
      Davon abgesehen produzieren eben Rinder sehr viel klimaschädliches Methan.
      Das Fleisch-Klima-Thema ist sehr vielschichtig.
      Und nur so nebenbei: Ich bin einem saftigen Stück Fleisch oder einem Burger nicht abgeneigt.
      Nur halt in Maßen. wie bei vielem gilt: Der goldene Mittelweg passt. Aber der Spruch passt fast überall, wird aber immer weniger beherzt. Sowohl von Rechts als auch von Llinks.

    • Lieber Ian,

      so viele Pflanzen, wie das Fleisch auf Deinem Teller beansprucht hat, könntest Du gar nicht essen. Um 1 Kg Fleisch zu produzieren, braucht es je nach Tierart bis zu 15,000 Liter Wasser und bis zu 3,4 kg Futter (also Weizen, Soja, Mais und Ölsaaten. Weidehaltung ist selten und braucht eine noch größere Menge, weil der Kaloriengehalt in Gras, Klee usw. geringer ist).

      Der Durchschnittsdeutsche isst fast 60 Kg Fleisch und Fleischprodukte jährlich. Interessant dabei: Fleisch deckt nur 17 Prozent der Kalorien der Menschheit, beansprucht dabei 77 Prozent der gesamten Ackerfläche für Weide- und Futteranbau. Das schadet der Artenvielfalt, verursacht die Rodung von Wäldern und heizt den Klimawandel an. Denn die Fleisch- und Milchindustrie für rund 10 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich, global liegt die Zahl noch höher. Sich pflanzlich zu ernähren, ist also in mehrfacher Hinsicht sinnvoll.

    • Lieber Ian,

      leider sind Tiere – vor allem Kühe – sehr schlecht darin, aufgenommene Kalorien (also ihre Nahrung, z.B. Soja) in von dem Menschen schließlich verwertbare “Fleischkalorien” umzuwandeln- Der Durchschnitt (Geflügel, Schweinefleisch, Rindfleisch, aber auch Milch und Eier) liegt laut einer Studie (http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/11/10/105002/meta) bei 7%, bei Rindfleisch alleine sind es sogar nur 3%. Das muss man sich mal vorstellen: 97% der an Kühe verfütterten Nahrung wird quasi einfach weggeworfen – und dabei produziert die Kuh auch noch ordentlich Methan und schädigt das Klima doppelt.
      Auch wenn man statt Kalorien Protein betrachtet (Fleisch wird ja immer als gute Proteinquelle genannt), sieht das ganze kaum besser aus, siehe Artikel.

      Fleisch ist auch nur dann regional, wenn man das Tier an sich betrachtet – die Futtermittel (meist Soja) werden vom anderen Ende hertransportiert.

      Die Thematik fand ich in der letzten Lage auch etwas zu einseitig beleuchtet – das Methanproblem ist nur eine Seite der Medaille, die andere ist die Ineffizienz von Fleisch. Ich würde mir diesbezüglich auch noch einmal gerne die von Philip erwähnten Zahlen vom Umweltbundesamt anschauen, leider sind die aber nicht in den Shownotes verlinkt (zumindest sehe ich sie nicht). Wäre interessiert, wie die sich zusammensetzen.

  41. Hi,

    schade, dass ihr euch entschieden habt zu berichten, dass das Hetzportal der AfD in Baden-Württemberg aus Datenschutzgründen vom Netz genommen worden wäre, und gleichzeitig kein Wort über die Aktion der PIRATEN gesagt habt (was eigentlich recht sichtbar berichtet wurde). Noch bevor da die Voruntersuchung des LandesDSB eingeleitet wurde (https://www.rtl.de/cms/datenschutzbeauftragter-prueft-beschwerde-wegen-afd-plattform-4235656.html), war die Seite schon lahmgelegt.

    Es wurde auch in dem Sinn nicht mit Falschmeldungen geflutet, um ein Grundrauschen zu erzeugen, sondern mit Aussagen der AfD-Abgeordneten, die wirklich in die Kategorie der Hetze fallen (“Die „Piraten“ sammelten unter „mein-abgeordneter-hetzt.de“ Zitate von AfD-Abgeordneten, die sie als Hetze einstufen. Die Piratenpartei flutete damit nach eigenen Angaben das AfD-Lehrerportal.” – http://www.fr.de/politik/afd-piraten-legen-lehrer-meldeportal-der-afd-lahm-a-1600705).
    Selbst die FAZ berichtete: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/piratenpartei-schaltet-meldeportal-fuer-afd-abgeordnete-15834649.html

    Insgesamt haben sich einige Zehntausende Leute daran beteiligt, ein schöner zivilgesellschaftlicher und erwähnenswerter Protest.

    Mehr dazu findet sich hier, ebenso der Code für diejenigen, die das – natürlich aus rein akademischem Interesse – gerne einmal anschauen möchten oder prüfen möchten, ob der Code funktioniert:
    https://piratenpartei-bw.de/2018/10/13/hunderttausende-nutzer-bringen-meldeplattform-der-afd-zu-fall/

    Cheers.

    • Du kannst Dir gewiss sein, dass wir den Punkt “Datenschutz” aus sicherer Quelle haben ;)

      Von der Piraten-Aktion habe ich jdf bis zu Deinem Kommentar hier nichts gewusst.

      • Das passt irgendwie zur aktuellen Medienlandschaft. Warum wird über jeden AFD Pups und jede Straftat eines Nicht deutsch aussehenden tagelang in den Medien breitgetreten.
        Eine Demo für Toleranz in Berlin mit 250.000 Teilnehmern blinkt aber nur einen Tag kurz auf.
        Weil es dabei nix zum aufregen gibt?

  42. Zum Thema Bahn-Fahrplan / Deutschlandtakt:
    https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/394/durch-s-21-aus-dem-takt-5406.html
    Zitat: “Das Bundesverkehrsministerium hat vergangene Woche ein Konzept für einen “Deutschlandtakt” vorgestellt, der die Bahn in Zukunft attraktiver und pünktlicher machen soll. Als großes Hindernis sieht Matthias Lieb, Landesvorsitzender des VCD, dabei aber den geplanten Tiefbahnhof S 21, denn der ist ein programmierter Engpass.”

  43. Hallo lieber Ulf und lieber Philipp,

    In Bezug auf eure sehr spannende Diskussion zum Beutelsbacher Konsens möchte ich euch auf eine in der Erziehungswissenschaft sehr einflussreiche Alternative, die Frankfurter Erklärung für eine kritisch-emanzipatorische Politische Bildung hinweisen. https://sozarb.h-da.de/politische-jugendbildung/frankfurter-erklaerung/.

  44. Zum Beutelsbacher Konsens:

    Ich habe sehr viele SPD nahe Lehrer miterlebt, die subjektiv andere für dumm gehalten haben, sofern sie von ihrer politische Meinung abgewichen sind.

    In einer Abiabweichprüfung gab es dann eine zweit und Erstprüfer Differenz von 6 und 3 bezüglich Adolf Hitlers Testament, das nie Thema gewesen ist im Curriculum.

    Meine Erklärung dazu ist, das mein intp Persönlichkeitstyp INTP, anders als ich es bei Ulf einschätze es schwierig macht andere Meinung als eigene Meinung zu übernehmen und mehr oder weniger angeboren ist und wenig durch Umwelteinflüsse veränderbar ist was durch psychologische Forschung gesichert ist und auch in Klassenräumen stärker berücksichtigt werden müsste.

    Ich denke, dass das mit dem Dehnung Plattformen in erster Linie ein Seitenhieb der AfD auf Heiko Maas ist.

    Wir aber sollten das Thema Beutelsbacher Konsens noch mal separat beleuchten müssten. Lehrer sind keine Journalisten oder Juristen die andere Meinungen aufnehmen und stehen lassen, sondern sehr unter Stress stehende Menschen, die Heranwachsende disziplinieren und auch als praktische Erziehungswissenschaftler über jahrelang eingeübte Klassenraum Autorität verfügen.

    Liberalität oder Fairplay ist dem erstmal untergeordnet.

    Als Lehrerkind muss ich auch noch sagen, das wenn über 20 Jahre hinweg wenig dem Lehrer widersprochen wird, das auch Auswirkungen auf die Persönlichkeit hat. Bei meinem Vater ist der Danning-Kruger Effekt sehr ausgeprägt und insbesondere was Donald Rumsfeld mal mit unknown unknowns beschrieben hat existiert wie bei vielen seiner Kollegen nicht in der Lebenswelt, weil sie wirklich zu allem eine Meinung haben.

    Das soll jetzt auch keine Lehrerschellte sein, denn es ist wirklich der wichtigste Beruf, den wir in einer zivilisierten Gesellschaft haben.

    Was in erster Linie vermieden werden muss ist, das Lehrer politisch über die Zukunft junger Menschen Vorurteilen, egal auf welchem Fahrt Sie sich kurzzeitig bewegen.

    Ich finde daher fast schon hilfreich, dass die AfD solche Plattformen hochfährt, auch wenn ich keinen Bock habe, das jemals irgendetwas, was braun aussieht politische Macht ausübt. Das dann auch rechtswidriges Verhalten auf dem normalen Verwaltungsweg bearbeitet ohne dass der Schüler schlechter benotet wird und hoffe wirklich, dass die Aufsichtsbehörden sich dann mal den einen oder anderen voll politisieren Lehrer (die gibt es und das weiß jeder) anschauen und dessen Benotung die vielleicht auch den Besuch der Oberschule oder der Hochschule verhindern zur Brust nimmt und gegebenenfalls vorpensioniert.

  45. 21. Oktober 2018 um 17:06 Uhr
    Hilmar Kleinschrot

    Moin und Hallo…
    Neu in der Runde hier und ich muss sagen, bin angenehm überrascht.
    Über den Podcast sowieso, seit zwei Monaten erst Abonnent.

    Thema Politik im allgemeinen…

    Ich finde ja das die AFD und die anderen RECHTEN die Mediendemokratie, im 21. Jahrhundert, mit den vielen Internet Seiten und vielen Social Media Seiten, das diese die Wirklichkeit BESSER verstanden haben, als die klassischen Parteien.

    Thema setzen… Aufregung erzeugen ….mit Grenzüberschreitenden Aussagen
    Gefühle wecken…KLICKS produzieren…
    Im Bundestag auch mal Anträge einbringen die KLAR gegen die Verfassung verstoßen…(hier ist der Antrag gemeint einen Journalisten zu „rügen“…) so das sich das Parlament damit beschäftigen MUSS…
    Mahnwachen und Fackelumzüge GEGEN …irgendwas…(egal was)…

    Man kann das schön aktuell in den USA beobachten…da schauen die sich eine Menge ab und haben damit auch, nicht nur scheinbar, Erfolg.
    Während dessen versuchen die anderen Parteien hinterher zu hecheln und dem Bürger/Wähler klar zu machen das das alles Quatsch ist, die AFD ist da schon wieder weiter gezogen.
    Eine Inhaltliche Debatte findet so nicht statt und DAS macht es den anderen Partein schwer.
    Ignorieren können Sie diese allerdings auch nicht, sie sitzen ja gewählt in den Parlamenten.
    Eine LÖSUNG kann ich hier leider auch nicht pauschal anbieten… vielleicht reicht es aber schon wenn man den Parteien hilft, egal welche, wenn man einfach WÄHLEN geht und dafür sorgt, das sich nicht zu viele Wähler empört abwenden.
    Denn DAS wäre dann das echte Ende der Demokratie.
    Schönen Sonntag noch ✌️

  46. Zum Thema Treibhausgase aus der Landwirtschaft und importierte Futtermittel:

    In der Fachsprache bezeichnet man importierte Emissionen als “indirekt” in Abgrenzung zu den “direkten” Emissionen, die im Inland anfallen. Dazu gibt es aktuelle Daten vom Statistischen Bundesamt, in Zeitreihen, gegliedert nach Sektoren und Bedarfsfeldern (z.B. Mobilität, Ernährung). Letzteres siehe Abb. 3 auf S. 12 des hier verlinkten PDFs.

    https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/UmweltoekonomischeGesamtrechnungen/CO2EmissionenPDF_5851305.html

    Die Schweiz ist bei der Bilanzierung der direkten und indirekten Umweltbelastungen schon etwas weiter als Deutschland. Das BAFU hat dazu kürzlich einen interessanten Bericht veröffentlicht, der indiziert, dass Umweltentlastungen im Inland seit 1996 zu einem großen Teil durch Umweltbelastungen im Ausland kompensiert wurden. S. dieser NZZ Artikel und darin verlinkte Studie:

    https://www.nzz.ch/wissenschaft/die-schweizer-umweltbelastung-faellt-vor-allem-im-ausland-an-ld.1418901

    Viele Grüße
    Jan

  47. Ein guter Hintergrundartikel zu Bolsonaro, von jemand der sich intensiv mit ihm beschäftigt hat:
    https://www.americasquarterly.org/content/what-expect-jair-bolsonaro

    Zu den Gründen:

    “After the crisis of recent years, many Brazilians see democracy as a synonym for chaos, corruption and leniency with criminals. Just 8 percent of Brazilians told the Pew Research Center in 2017 that representative democracy is a “very good” form of government – the lowest of all 38 countries surveyed. One veteran diplomat who knows South America well compared the current climate in Brazil to Venezuela on the eve of Hugo Chávez’s election. “The hatred of the establishment was so strong that Chávez could do whatever he wanted,” the diplomat said. “People just didn’t care.””

  48. Von der AfD und dem Projekt kann man ja halten was man will (ich finde es selbst problematisch), aber weshalb wird hier irrefuehrend gesprochen von

    a) einem “Pranger”, wenn das wirklich offensichtlich nicht der Fall ist (Zitat Website AfD HH: “Die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten haben dabei höchste Priorität. Es werden keine Namen oder andere schutzbedürftige Angaben veröffentlicht. Sollte ein begründeter Anfangsverdacht auf einen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot oder eine andere diesbezügliche Rechtsvorschrift vorliegen, bieten wir an, den Vorgang unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte an die Schulbehörde zur Überprüfung weiterzuleiten.”)

    b) “totalitaeren Methoden”, wenn eine demokratisch gewaehlte Oppositionspartei Hilfestellung bei der Durchsetzung von Gesetzen bieten moechte? Ombudsleute, Verbraucherschutzportale etc. gibt es ja nun auch zur Genuege und keiner beschwert sich ueber “Denunziation”. Wenn es die Schulaufsicht oder die Landesregierung selbst waere, koennte ich das Argument ja noch nachvollziehen, aber hier sind die Verhaeltnisse ja genau umgekehrt.

    Davon abgesehen raet die AfD ja selbst dazu, primaer das direkte Gespraech zu suchen (“Schüler, die den Verdacht haben, Verstöße gegen das schulische Neutralitätsgebot wahrzunehmen, sollten das Gespräch mit dem Fachlehrer oder ggf. seinem Vorgesetzten, also einem Mitglied der Schulleitung, suchen und beschreiben, wie sie die Situation im Unterricht erlebt haben. Hierbei ist es wichtig zu begründen, warum sie darin einen mutmaßlichen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot sehen. In der Regel lässt sich mit einem persönlichen Gespräch die Sache klären (…)”).

    • einem “Pranger”, wenn das wirklich offensichtlich nicht der Fall ist …

      Da bist du offenbar der AfD komplett auf den Leim gegangen. Die Denunziation von Lehrerinnen und Lehrern bei Abgeordneten hat nichts mit der Durchsetzung des Schulrechts zu tun, wie wir in dieser Folge ausführlich diskutiert haben, dafür aber eine Menge mit Einschüchterung.

      • Die Erinnerung daran, dass Regelueberschreitungen Konsequenzen haben koennen, sehe ich nicht als problematische “Einschuechterung”, nur weil Ihr hier das Opfer der Regelueberschreitung selbst ablehnt. Mit diesen moeglichen Konsequenzen muessen schliesslich – zu Recht – sehr viele Berufsgruppen leben, deren Arbeit sich in der Oeffentlichkeit abspielt (Polizisten, Richter etc.). Und wenn nichts dran ist, gibt es eben auch keine Konsequenzen, da vertraue ich der Schulaufsicht gerne.

        Ein “Pranger” ist sicher nicht nur meinem Verstaendnis nach eine oeffentliche Zurschaustellung. Das AfD Portal stellt aber ueberhaupt niemanden aus, sondern vermittelt hinter den Kulissen – man vergleiche das mal mit einem echten Pranger wie bspw. dem unsaeglichen “Muenkler-Watch” Blog an der HU Berlin (und selbst der konnte angesichts der Irrelevanz der erhobenen Vorwuerfe keinen Schaden anrichten, ausser vielleicht fuer das Ansehen der verantwortlichen Studenten…).

      • Es geht bei dem Pranger gar nicht um Regelüberschreitungen, sondern um legitime Kritik. Und selbst wenn es zu solchen kommen sollte, gibt es längst Mittel und Wege, wie man damit ohne Stasi-Methoden umgehen kann.

        Wie öffentlich die AfD die Informationen macht ist für niemanden eindeutig vorauszusehen.
        Ich persönlich halte es durchaus für möglich, dass Namen auch mal gewaltbereiten Skins zugespielt werden – immerhin haben genug AfD-Abgeordnete Kontakte in die rechtsextremistische Szene.

        Bitte hör dir erst mal die Folge an, ehe du hier Dinge in den Raum stellst, die wir längst diskutiert haben.

    • 21. Oktober 2018 um 16:35 Uhr
      Hilmar Kleinschrot

      Moin…
      Also ganz unter uns…meiner Meinung nach, ist der AFD die Legalität und/oder die Wirkung dieses Vorhabens…vulgo „Pranger“ vollkommen egal.
      Die cleveren Jungs und Mädels der AFD haben nur einfach besser verstanden wie unsere …….Mediendemokratie…. tatsächlich funktioniert .
      Ein Steve Bannon reist bestimmt nicht zum Spaß durch Europa .
      Während also alle anderen Parteien, sich noch darüber erregen/aufregen WAS man damit jetzt macht, oder WIE man damit umgeht…treiben die demnächst eine „neue Sau“ durch das Dorf, sprich die Medienlandschaft.
      So bleibt eine Partei, in den Medien, besonders den ONLINE Medien weiter oben in den Algorithmen der Anbieter.
      Es geht um Stimmungen und Gefühle und diese kann man so schön befeuern.
      In anderen Ländern, auch in Europa (siehe Brexit), kann man so Politik machen.
      Fakten stören da nur und der Rechtsstaat/Medien/DIE-DA-OBEN wird/werden da eher als Zitat: FEIND DES VOLKES dargestellt.

    • Just asking. Was mir nicht nur an Deinen Posts hier auffällt, sondern auch an vielen anderen Stellen in Netzforen schon gesehen habe: Die Vermeidung von Umlauten – vorwiegend bei Beiträgen, die Trump, die AfD oder Putin verteidigen. Wie kommt das? Kann man sich in St. Petersburg keine deutschen Tastaturen leisten?

  49. Hallo,

    Danke für Euren Podcast und die Themen!

    Zum Lehrer Pranger: fällt es keinem auf, dass es hier vielleicht nicht um die Lehrer geht? Gibt es heute einen einfacheren Weg, um potentielle Wähler zu identifizieren? Jeder Minderjährige der sich dort meldet, hat offensichtlich Probleme mit »dem System« und sieht in der AfD eine Anlaufstelle, die ihr oder ihm später auch beistehen könnte.
    Die Denunzianten und Verlierer die sich dort melden passen sehr gut zu der Wählerklientel und können bis zur nächsten Wahl noch etwas aus- und aufgebaut werden.

    Der alte Pranger, kann auch als Köder dienen. Denk drüber nach.

    VG.

    • Sehr smarter Gedanke – das hatte ich noch gar nicht bedacht, macht aber natürlich Sinn, sofern man die Personalien derjenigen einsammelt, die den Pranger benutzen

    • Guter Gedanke.
      Ich dachte daran, die Liste nachher als Beleg zu nutzen, dass sich “das System selbst schützt”, indem es “kritische Stimmen unterdrückt”.

  50. Zum Thema Methan:

    Was man auch nicht vergessen darf ist, dass Methan nur 9-15 Jahre in der Atmosphäre verbleibt, während Kohlendioxid 120 Jahre in der Atmosphäre verbleibt.

    https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/treibhausgas-emissionen/die-treibhausgase

    • Dann darf man aber auch nicht vergessen, dass es gleich 25-mal so wirksam wie CO2 ist. Steht auch auf der von dir verlinkten Seite vom Umweltbundesamt.

    • Wobei man letztendlich aus dieser Angabe so oder so nur eines halbwegs sicher folgern kann:

      Verringerung des Ausstoßes von Methan würden sich vermutlich schneller bemerkbar machen als die bei Kohlendioxid.

      Nicht mehr und nicht weniger, denn da es sich um Systeme handelt, bei denen einerseits ständig nachgeliefert und genauso ständig abgebaut wird, stellt sich ein sog. “dynamisches Gleichgewicht” ein, welches sich dann eben aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeiten in Auf-/Abbau unterschiedlich schnell “nachjustiert”.

      Irgendwelche Vergleiche was nun “schlimmer” ist, machen nur aufgrund der unterschiedlichen Verweildauern nicht wirklich Sinn.

      HW

  51. 21. Oktober 2018 um 5:16 Uhr
    Dr. Kirsten Renz

    Was mir Sorge macht bzgl. Lehrer-Pranger der AfD, ist die Tatsache, dass da junge Menschen/Schüler dazu gebracht werden sollen, zu denunzieren. Könnte mir vorstellen, dass die Kids das ganz toll finden, ihre Lehrer unter Druck zu setzen und zu posten. Schöne Methode zur Gewinnung von Nachwuchs!

  52. Hallo zusammen,
    Philip hatte den eGo angesprochen. Wie bereits im Kommentar oben, schaut echt bitte den Sion von Sonomotors an https://sonomotors.com/de/sion.html/. Die Finanzierung wurde mit 5000 Vorbestellungen über eine Crowdfunding Kampagne gestartet. Sie versuchen eine Reihe neuwertiger Konzepte einzuführen.
    Auf dem Auto sind Solarzellen angebracht, sodass an einem Tag bis zu 30 Kilometer geladen werden kann – realistisch werden in unseren Breiten scheinbar ca. 4000 Kilometer pro Jahr. Auch kann der Sion selbst als Stromlieferant genutzt werden. Sie versuchen nicht das Rad neu zu erfinden, sondern greifen auf lizenzfreie Teile anderer Automobilhersteller zurück um Entwicklungskosten zu sparen. Die CarSharing Funktion wird direkt mit ausgeliefert. Das Handbuch soll mit Tutorials komplett offengelegt werden, damit man selbstständig viele Reparaturen durchführen kann. Weiterhin werden CAD-Modelle veröffentlicht um diese ggf. selbst fertigen / 3D-drucken zu können. Er soll eine Reichweite von 250 km (mind. 35 kWh) und sogar eine Anhängerkupplung besitzen. Der Preis soll 16.000 € und ca. 4.000 € für den Akku betragen.
    Mir gefällt insgesamt die Vision von Sonomotors sehr, da es nicht um die Maximierung Absatzzahlen gehen soll.
    “Im Juni 2017 haben wir beschlossen alle Emissionen, die bei der Produktion des Sion entlang der Lieferkette anfallen, zu kompensieren. […] Entsprechend unseres Selbstverständnisses und unserer Zielsetzung das Klima zu schützen, ist die CO₂-Kompensation im Kaufpreis des Sion enthalten.” https://sonomotors.com/de/frequently-asked-questions.html/

    Vielleicht erwähnt ihr es ja in der Sendung. Ich bin auf euer Feedback gespannt.

    • Danke, auf den Sion wollte ich auch hinweisen aber so ausführlich hätte ich das nicht hin bekommen, top!

      • Hat den hier schon jemand probegefahren? Ich hab mir mal die Homepage angeschaut und dort nur Termine in der Vergangenheit gefunden …

      • Ja, ich habe ihn reserviert und Ende September auch probegefahren. Leider waren die Termine durch die Städte sehr eng getaktet, sodass die Probefahrt nur 5 Minuten dauerte. Sie haben aber scheinbar auch nur zwei Prototypen. Einige Probefahrten und Einschätzungen findet man auch bei Youtube.

  53. [Podcast als Newsmedium und aktuelle Hörerzahlen]

    Zwei Fragen, die sich nicht um die aktuelle Folge drehen: 1) Ich schätze mal, dass sich seit den letzten Angaben (zb wikipedia) die Hörerschaft stark erweitert hat. Möchtet ihr darüber Zahlen bekanntgeben? 2) Weiter gesponnen, dürfte sich euer Podcast mittelfristig (und hoffentlich auch langfristig!) als Newsmedium in Deutschland etablieren und nicht wenig zur Meinungsbildung beitragen. Seid ihr eurer Stellung bewusst? Kennt ihr vergleichbare Podcasts, eure “Konkurrenz”?

  54. Klima / Co2-Zertifikate

    Wir haben seit 2005(!) eine Bepreisung von CO2, sie ist ineffizient. Der Preis müsste bei etwa 50 Euro pro Tonne CO2 liegen, um einen spürbaren Effekt zu haben, nicht bei etwa 20 Euro. Zudem betrifft die Bepreisung nur Industrie und Energie, nicht den Verkehr, nicht die Landwirtschaft. Die Bepreisung betrifft also nur rund die Hälfte aller Emissionen. Die aktuelle Regierung sieht keine Ausweitung auf weitere Gebiete vor (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/027/1902747.pdf).

    Der IPCC-Bericht hat klar identifiziert, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichend sind, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das, was bisher passiert, läuft auf eine 3 bis 5 Grad wärmere Welt hinaus. Momentan gibt es keinen politischen Willen adäquate Maßnahmen zu ergreifen. Wenn Dekarbonisierung nicht durch die Politik vorangetrieben wird, bleibt nur noch der Weg von unten – indem jede*r sein eigenes Tun hinterfragt. Individuelles Tun hat eine Wirkung, (Reduktion der eigenen Emissionen → Awareness Raising im eigenen Umfeld → finanzielle Unterstützung klimaschonender Produkte/Unternehmen) und kann politische Entscheidungen forcieren. Ist doch besser, als dooming und glooming über unsere (Klima-)Zukunft.

    Meldeplattform für Lehrer

    Philip! Es geht der AfD nicht um Qualität. Da darf man sich keine Illusionen machen. Die AfD wird die Daten nutzen, sobald sie Gelegenheit dazu hat. Somit werden auch gut gemeinte Selbstanzeigen mit Klarnamen nicht folgenlos bleiben (Zwangsvorruhestand etc.).

    Jamal Kashoggi

    Nicht vergessen: Auch Deutschland handelt mit Saudi-Arabien, liefert sogar Waffen. Das Saudische Königreich ist der zweitbeste Kunde der hiesigen Rüstungsindustrie. Darüber hinaus exportieren deutsche Firmen Waren und Dienstleistungen dorthin (im Volumen von 6,5 Milliarden Euro). Und bei “Davos in the desert” werden auch Deutsche dabei sein…..höchste Zeit, dass Deutschland seine Beziehung zu Saudi-Arabien neu bewertet.

    Präsidentschaftswahl in Brasilien

    Brasilien ist stark fragmentiert, es sitzen 30 Parteien im Parlament, Korruption und Gewalt sind an der Tagesordnung, PT hat sich in eine Sackgasse gefahren, indem sie alle aufstrebenden Kandidaten neben Lula klein gehalten haben…aber ein wichtiges Puzzlestück zur Erklärung für den Erfolg von Bolsonaro scheint in einer massiven Fake-News-Kampagne via WhatsApp zu liegen. Laut Statista nutzen 54 Prozent der Bevölkerung Brasiliens WhatsApp.
    Außerdem hat wohl Bannon (ex-Breitbart) beim Wahlkampf geholfen. Bild zeigt ihn mit Bolsonaro’s Sohn. (https://twitter.com/serbretas/status/1053073040601419777

    https://www.theguardian.com/world/2018/oct/18/brazil-jair-bolsonaro-whatsapp-fake-news-campaign
    https://netzpolitik.org/2018/brasilien-vor-der-wahl-desinformation-und-geruechte-millionenfach-ueber-whatsapp-verbreitet/
    Hintergrund: https://www.theguardian.com/world/2018/sep/26/brazil-elections-comprova-project-misiniformation-whatsapp

  55. Grundsätze für Werbung in der Lage
    Ich habe ein bisschen das Gefühl, ihr habt euch bei diesem Thema von entsprechenden Kommentaren leiten lassen, die ich immer übertrieben und kleinlich fand. Für mich ist vollkommen klar, dass man ein werbefinanziertes Angebot nicht finanzieren kann, wenn man sich auf in jeder Hinsicht lupenreine Werbetreibende beschränkt.
    Trotzdem finde ich es natürlich toll, dass ihr dieses Problem so transparent behandelt. ;-)

  56. Danke an James und Euch, dass Ihr euch dem Thema der “Bepreisung” von CO2 annehmt. Warum eine solche Herangehensweise nicht schon längst praktiziert wird, hat sich mir noch nie erschlossen. Ich bin kein Ökonom, aber bei CO2-Emissionen handelt es sich doch im Grunde schlichtweg um negative Externalitäten, die der freie Markt klassischerweise schlecht bis gar nicht abbilden kann (Stichwort Marktversagen). Dann liegt es doch nahe, diese Externalitäten zu internalisieren, etwa indem sie besteuert werden. Wenn es gelänge, jedes Gramm zusätzliches CO2 mit einer Steuer zu belegen und mit dem konkret eingesammelten Geld CO2-Vermeidungsmaßnahmen (z.B. Bäume pflanzen) zu finanzieren, wäre das doch der ideale Weg. Die Höhe der Steuer könnte sich an den konkreten Kosten der entsprechenden CO2-Reduzierung orientieren (Beispiel: wenn 1 Liter Benzin in X Gramm CO2 gewandelt wird, muss 1l Benzin mit den Kosten für die Anpflanzung von XY Bäumen besteuert werden, die genau diese X Gramm CO2 wieder binden – will sagen, dass sich die CO2-Vermeidung ja etwa in einem Preis ausdrücken lassen müsste). Insofern verstehe ich auch nicht wie jemand auf die Idee kam, zum Umweltschutz Autos zu besteuern, denn verantwortlich für das CO2 ist das Verbrennen des Treibstoffs (und nicht das in der Garage stehende Auto). Am einfachsten wäre es demnach, direkt das Benzin zu besteuern.
    Klar, das Ganze müsste dann auch analog für Kohle, Gas, Zigaretten, Methan, etc. gelten – eben alles, was einen direkten negativen Einfluss auf das Klima hat.
    Klar, das ist sicher saumäßig kompliziert und müsste schrittweise eingeführt werden.
    Klar, man müsste sich überlegen, ob insbesondere aus sozialen Gründen gewisse Ausnahmen oder Befreiungen gelten müssten, um weiterhin jedem Menschen Mobilität zu ermöglichen.
    Klar, das Zertifikate-Modell der EU realisiert genau dieses Prinzip (meines Wissens war auch von Anfang an geplant, dass die Menge der verfügbaren Zertifikate erst Schritt für Schritt reduziert wird, damit sich die Industrie langsam anpassen kann), aber unter den genannten Schwächen (nur wenige Branchen; zu langsam) wäre es doch angemessen, über ein paralleles Modell “von unten herauf” über Besteuerungen einzurichten.
    Was man in der Hinsicht vielleicht auch betonen kann: Wenn es der EU gelingt, ein solches marktwirtschaftliches Modell der CO2-Vermeidung zu etablieren, wäre das doch tendenziell ideal in die restliche Welt zu “verkaufen” – denn das Modell sorgt auf marktwirtschaftliche Weise selbst dafür, dass CO2 eingespart wird.

  57. Ich hätte gerne mehr gehört wie rassifiziert die brasilianische Gesellschaft ist und wie das in diesen Wahlen mitspielt.

    Man muss sich das so vorstellen: obwohl Brasilien sehr divers ist, sind fast alle politische Macht und wirtschaftliche Mitteln in Händen von weißen Leuten (Portugiesische oder oft auch Deutsche).

    Bolsonaro setzt auf den Stimmen von diesen Leuten genau so wie Trump gewählt wurde von den eher wohlhabenderen weißen Menschen. Es stimmt dass für diese Leute die physikalische Drohung im Alltag echt ist. Du kannst in Brasilien auf jedem Moment sterben. Dann kann man sich gut vorstellen dass die Medien echtes Gefahr noch viel einfacher hochhetzen können als Chemnitz hier oder MS-13 in den USA.

  58. Ich habe mich an der Werbung eigentlich nie gestört. Trotzdem super, dass ihr eure Richtlinien dazu schriftlich festhaltet.

    Was ich aber anmerken muss: Wenn ihr ausdrücklich keine Werbung *macht*, sondern nur *veröffentlicht*, finde ich es (nicht objektiv, aber in meiner persönlichen Wahrnehmung) sehr schwierig, wenn Philip die Werbetexte selbst einspricht.

    Ich verstehe den Reiz dieser Vorgehensweise für Werbetreibende, aber ich finde, das lässt trotz expliziter Policy ebendiese Trennung von Redaktion Werbung machen und Werbung veröffentlichen unangenehm verschwimmen.

    • Lieber Philip, lieber Ulf,

      ich kann hier Florian nur zustimmen, Werbung ist ein problematisches aber akzeptables Mittel zur Finanzierung eures tollen Podcasts.

      Ich find es sehr begrüßenswert, dass ihr offensichtlich eure Einstellung zur Werbung weiterentwickelt habt, weg von den persönlichen Empfehlungen in den ersten Spots.

      Trotz allem spricht Philip die Werbung weiterhin selbst ein. Wie schon mehrfach erwähnt macht das Punkt 4. eurer Werberichtlinie schlicht unglaubwürdig.
      Ich hoffe Philip ist bewusst, dass er damit jedes Mal zum Werbegesicht für den jeweiligen Werbetreibenden wird. Und das obwohl ihr selber unter Punkt 6. sagt, dass ihr evtl. Produkte bewerbt, “…die Mitglieder der Redaktion bedenklich finden.” Ich persönlich würde dies nicht wollen.

      Vermutlich würde es für euch große finanzielle Einbußen bedeuten “normale” Radiowerbespots zu spielen. Trotzdem bitte ich euch, besonders der nachhaltigen Glaubwürdigkeit Philips wegen, diese Option noch einmal zu prüfen.

  59. Lehrer-Pranger der AfD
    Irgendwie verstehe ich nicht, was Ihr mit “Falschmeldungen” meint. Wo ist denn da das Problem? Sind denn Meldungen sogenannter besorgter Eltern denn echte Meldungen? Ich denke doch, dass es in jedem einzelnen Fall es sich um eine unrechtmäßige Denunziation handelt. Wer da postet, setzt einen Menschen im Zweifel auf eine Todesliste, denn wer weiß, was die AfD mit den Daten anstellt. Und wer weiß, aus welchen Gründen Menschen einen Lehrer auf einem solchen Portal melden, das muss nicht im Unterricht des begründet liegen.

    • Die “Falschmeldungen” waren eine Idee, die Portale mit Müll zu fluten – und zwar mit echten Lehrern. Nun finden diese echten Lehrer es aber höchst wahrscheinlich total uncool, wenn sie mit Dingen am Pranger stehen, die nie passiert sind.

    • Genau, deswegen haben wir darauf hingewiesen, dass sich idealerweise einfach möglichst viele Lehrerinnen und Lehrer selbst anzeigen sollten. Notfalls können das auch andere Leute tun, dann aber natürlich immer nur mit Einwilligung der Betroffenen. Wesentlich ist eigentlich nur, dass vor lauter Unsinn diese Denunziationsplattformen sinnlos werden.

      • Genau genommen müssten es nichtmal Lehrer sein, die sich selbst anzeigen. Ich könnte auch einfach *mich* anzeigen. Ich bezweifle, dass die AfD ohne weiteres an Listen mit “echten” Lehrern kommt. 😁

      • Der Philologenverband legt zumindest in Rheinland-Pfalz regelmäßig Listen aller Lehrer in einem Buch an, das man als Mitglied erwerben kann. Mittlerweile wird das nur noch nach Bestätigung der Einverständnis getan, aber erstens tun das meines Wissens nach die Meisten und zweitens kann man ja zumindest auf vorherige Listen in (fast?) hundertprozentigem Umfang zugreifen.

        Den Ansatz, dass sich Lehrer selbst melden, halte ich für wenig zielführend, weil sich vermutlich entweder ein zu geringer Anteil der Lehrer beteiligt, um das System effektiv lahmzulegen oder die AfD bei hoher Beteiligung eine gute “Abschussliste” erhält, da sich schließlich AfD-nahe Lehrer nicht beteiligen würden.

        Man könnte natürlich erwägen, genau Lehrer, die sich positiv über die AfD äußern, auf der AfD-Plattform wegen negativer Äußerungen zu melden, aber ob das moralisch und rechtlich vertretbar ist, bleibt anzuzweifeln.

      • Das habe ich verstanden. Vielleicht bin ich ein Korinthenkacker, aber der Begriff Falschmeldung suggeriert, dass es eben auch richtige oder sogar berechtigte Meldungen auf diesen Portalen gäbe. Damit wären die tatsächlichen Denunzationen dann mit einem Mal scheinbar legitimiert. Es kann aber nichts Richtiges im Falschen geben: Jede Meldung in diesen Portalen ist in meinen Augen falsch und damit eine Falschmeldung. Ich kann hier grundsätzlich nichts Richtiges an diesen Portalen erkennen. Ich weiß, dass Ihr das Ähnlich seht, ich finde den Begriff Falschmeldung in diesem Zusammenhang unpassend. AfDler könnten aus ihrer Persoektive schon rein rhetorisch den Spieß umdrehen und sagen, da seht her, die Linksgrünversifften versuchen hier unser eigentlich legitimes Anliegen mit Falschmeldungen zu sabotieren. Das haben sie genauso in ihren Foren diskutiert. Und wieder hätten sich Täter zu Opfern stilisiert.

      • Die “Falschmeldung” bedeutet, dass Dinge gemeldet werden, die nicht passiert sind.
        Die meisten Dinge, die da gemeldet werden, sind wohl passiert (meine Annahme), aber eben zulässig.

      • @Martino: Genau das bezweifle ich.

    • Ernsthaft? Todesliste?
      Nur weil man nicht der Ansicht ist, dass alle Menschen auf der Welt das Recht haben sollten hier einzureisen und Stütze zu kassieren ist man bereit Menschen systematisch zu ermorden?

      • Was weiß ich, warum? Und was weiß ich, wozu die AfD die Namen haben will.

      • “Nur weil man nicht der Ansicht ist, dass alle Menschen auf der Welt das Recht haben sollten hier einzureisen und Stütze zu kassieren”

        Niemand ist dieser Meinung… Was für ein Strohmannargument…

      • Ernsthaft? Die AfD ist „nur“ gegen wie sie es nennen „Sozialschmarotzer“? Sie arbeitet nicht darüber hinaus mit Leuten von Pegida, mit Hooligans und gewaltbereiten Nazis zusammen? Glaubst Da das im vollen Ernst? Also ich nicht. Und dass Nazis grundsätzlich lügen, wissen wir in Europa seit mindesten 80 Jahren.

  60. Hallo Leute, vielen Dank für euren Podcast – ist eine der wenigen Quellen für ‘Dinge die hier geschehen’ den ich noch aushalte zu hören.

    Kurz zu den E-Auto Kommentaren, dem Gejammer wegen des Energieverbrauchs bei der Produktion: kauft Tesla – die Fabriken laufen mit Solar- und Windenergie.
    Und/oder: kauft gebraucht! Ein gebrauchtes Auto ist eh schon da – braucht man sich viel weniger Kopf machen dass das Ding irgendwann mal produziert wurde. Und wenn Tesla zu teuer ist: gebrauchter Tesla! Bin jetzt etwas polemisch, aber mich regt diese ganze Diskussion immer wieder auf, weil so dermaßen einseitig. Wird bei dem Geschwafel eingerechnet was die gesamte Produktionskette von Treibstoff eigentlich für eine Energie- und CO2-Bilanz hat? Für den energetischen Aufwand der nur dafür nötig ist um Dinosauriersaft für 100km Strecke aus dem Boden bis in den Tank zu befördern fährt ein E-Auto nämlich schon mindestens 25%-33% von diesen 100km.

    Was das Thema Auto betrifft ist alles mit Verbernner sowas von passé, es ist ein Unding dass auch nur diese Gewissens-Beruhigungs-Hybriden nach wie vor hochgehalten werden.
    Zum Beispiel: wenn wir das Thema Klimaerwärmung nach den letzten Reports auch nur halbwegs ernst nehmen wollen, dann muss die Menschheit in 20-30 Jahren den Treibhausgasausstoß auf NULL reduzieren (bzw eine dem Ausstoß enstprechende Menge CO2 der Athmosphäre wieder entziehen). Autos die heute produziert werden werden locker für diese 20 Jahre im Markt bleiben…

    Pet Peeve – ich bin jetzt wieder still.

  61. Hallo Leute,
    zum Thema Klimaschutz: Tatsächlich ist es relativ ineffizient, Klimaschutz zu betreiben, indem man weniger Fleisch ist. Soweit ich weiß, spart man, wenn man 1 Jahr kein Rinderfleisch isst, ca. eine Tonne CO2-Äquivalent. Soviel kann man ebenfalls einsparen, wenn man 5€ an eine *effektive* Klimaschutz-Organisation spendet. Ich spende monatlich 5€ an coolearth.org und lebe so (als Deutscher) CO2-neutral. Diese Daten habe ich aus William McAskill’s “Doing Good Better”. Mehrere Klimaschutz-Organisationen wurden verglichen, und coolearth ist als eine der effizientesten (also in Euro/Tonne CO2 Ersparnis) weggekommen. Selbst wenn man seinen gesamten Lebensstil auf Klimaeffizienz umstellt, ist es glaube ich nicht möglich auf eine annähernd neutrale Bilanz zu kommen, ohne an *effektive* Klimaorganisationen zu spenden.
    Beste Grüße, Tilman :)
    PS: Ich hoffe, das kommt nicht als Werbung rüber. Ich bin in keiner Weise offiziell mit coolearth affiliiert.

    • Ist es nicht irgendwie merkwürdig, dass du für 5€ eine Tonne CO2 kompensieren kannst, das Zertifikat der EU aber heute bereits 20€ kostet?
      Wäre es nicht viel einfacher, Deutschland würde die 5 Mrd. Euro (60€ * 80 Mio Einwohner) im Jahr für seine Bürger in die Hand nehmen, und wir könnten uns alle weiter so schlecht verhalten wie bisher?

      Ich glaube die Rechnung geht, spätestens im großen Stil, nicht auf.

      • Hi Martino,
        ja, das hat mich auch erst stutzig gemacht, aber du nennst du Auflösung ja schon: Die Methode, die coolearth verwendet, um CO2 einzusparen (Abholzung von Regenwäldern verhindern), ist nicht beliebig skalierbar. Allerdings besteht heute noch einiges an Potential, weitere Spendeneinnahmen zu verwenden. Wenn die Organisation an ihre Grenzen kommt, wird es natürlich irgendwann “diminishing returns” geben, sodass es weniger effizient wird.

        Aber die ökonomische Frage, wie teuer so ein Zertifikat sein sollte, ist ziemlich interessant. Threoretisch sollte das ja so etwas, wie eine Ausgleichszahlung an zukünftige Generationen/Menschen sein für den Schaden, den man ihnen durch die Emission zufügt…
        Beste Grüße, Tilman

  62. Zur Bayernwahl im historischen Kontext:
    Der Stimmenrückgang von 52,3% bei der Wahl 1946 auf 27,4% 1950 dokumentiert den Einbruch der Bayernpartei in die katholisch-konservative Wählerschaft der CSU – aber auch die Abwendung von Wählern im fränkisch-protestantischen Raum. Nur ein einziges Mal war die CSU nicht wählerstärkste Partei: 1950, als die neue Bayernpartei und der Bund der Heimatvertriebenen sie bedrängten.

    Der Gesamtdeutsche Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE) war 1950-1961 eine politische Partei mit diesen Forderungen:
    1. „Lebensrecht im Westen“ (Lastenausgleich/Wohnungsbauförderung)
    2. „Heimatrecht im Osten“ (Wiederherstellung des Reiches in den Grenzen von 1937 mit friedlichen Mitteln)

    Die Partei beschwor das Bild des christlichen Abendlands und spielte eine zentrale Rolle bei der Beendigung der Entnazifizierung und der beruflichen Wiedereingliederung ehemaliger Nationalsozialisten, die aufgrund ihrer Vergangenheit berufliche Probleme bekommen hatten.

    Siehe auch: https://twitter.com/Huusmeier/status/1051506251711037440

    In der Chronik des Bayerischen Landtags wird auf S. 78 nur von einer „Spaltung des bürgerlichen Lagers“ 1950 gesprochen, welches die SPD stimmenmäßig zur stärksten Partei machte – die Hintergrundinfos zu GB/BHE und eines der Mitbegründer Waldemar Kraft finden sich auf:
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gesamtdeutscher_Block/Bund_der_Heimatvertriebenen_und_Entrechteten
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Waldemar_Kraft

  63. Wie immer eine tolle Folge und mittlerweile fester Bestandteil meiner Morgenroutine am Samstag (Grüße aus den USA). Danke für dieses tolle Format!

    Kleiner Verbesserungsvorschlag:
    Mir erschien die Schilderung bzgl. Jamal Kashoggi diesmal ein wenig zu detailliert für gewisse Hörergruppen. Ggf. solltet Ihr zu Beginn solcher Folgen eine Anmerkung einbauen, dass diese nicht für junge/empfindliche Ohren geeignet ist. Dies hat sich bei vielen Podcasts mittlerweile sehr gut bewährt.

  64. Wie immer top! Merci für die tollen Sendungen! Aus typographischer Sicht wollte ich anmerken, dass CO2 sich heute mit Unicode auf fast allen Systemen auch korrekt als CO₂ schreiben lässt.

  65. Bzgl. E-Auto habe ich zum eGo eine Alternative. Der eGo ist recht klein und definitiv für den Stadtverkehr entworfen. Für diejenigen, die beim Pendeln vielleicht auch mal über die Autobahn fahren, ist vielleicht der Sion von Sonos Motors interessanter. Auch ein deutsches Startup mit vielen neuen Ideen.
    https://sonomotors.com/de/

    • Hallo Karsten,
      immer interessiert an neuen Fahrzeugkonzepten frage ich mich nach deinem Kommentar nun, was den Sion so fundamental vom e.GO unterscheidet, dass ersterer auf der Autobahn fahren können soll, letzterer aber nicht. Denn mir war bisher nicht klar, dass der e.GO das nicht kann. Und ich finde dafür auch keine Belege. Kannst du mir da weiterhelfen?
      mfG, Peter

  66. Wir haben uns bereits vor über einem Jahr einen Produktionsslot für einen e.GO reservieren lassen. Da man ihn noch nicht kaufen und auch nicht reservieren konnte, was es stattdessen möglich, sich durch eine Einlage auf ein Treuhandkonto eine Position in der Warteschlange zu sichern, die zu Produktionsbeginn vorrangig abgearbeitet wird.

    Mittlerweile haben wir den e.GO mehrmals (in unterschiedlichen Entwicklungsstadien) gesehen und auch bei der Eröffnung der Produktionshallen in Aachen einen Prototypen Probe gefahren. Leider nur ein paar Meter auf dem Werksgelände, da es nur sehr wenige fahrbereite Prototypen gibt (ich glaube, man kann sie an einer Hand abzählen) und sehr viele Leute fahren wollten.

    Nach meinem Kenntnisstand hat sich wegen der “Dieselaffäre” der Produktionsstart nun ins kommende Jahr verschoben. Bis dahin, wenn man dann schließlich eine verbindliche Bestellung abgibt, soll es auch Autos für Probefahrten geben.

    Aktuell ist wegen der nur sehr geringen Anzahl an Fahrzeugen sicher keine verlässliches Aussage über die Reichweite möglich. Geplant ist, je nach Modell, 100-160 km.

  67. Sind die Lehrer-Meldeportale der AfD alle wieder offline? Ich habe nicht ein einziges gefunden. Könnte jemand ggf. einen Link posten, bitte?

  68. Hallo,

    ich höre Euch echt gerne, aber jedesmal wenn Ihr von Autos sprecht dreht‘s mir die Zehenägel hoch. Wenigstens habt Ihr mittlerweile eingesehen, dass nicht jeder in Deutschland ÖPNV hat und daher ein Auto braucht, aber bitte ladet Euch einen Experten zu folgenden Themen ein um Eure (und meine) Fakten geradezuziehen:
    – CO2 ist kein Gift sondern ein Treibhausgas, (somit stoßen Benziner kein „Gift“ aus)
    – Stickoxide sind Reizgase die sowieso schnell zu NO2 reagieren, aber zur schädlichen Konzentration gibt es meines Wissens nichts konkretes.
    – Ein punktuelles Fahrverbot in einer Staße hilft, weil dadurch die Lastpitze auf (mehrere) umliegende Straßen verteilt wird und sich dadurch nivelliert.
    – Die Rohstoffe für Batterien sind endlich und werden unter katastrophalen Bedingungen gewonnen.
    – wäre Wasserstoff ein alternativer Energiespeicher?
    – was ist mit synthetischen Kraftstoffen? Wäre das eine Neuauflage von „Brot im Tank“?

    • Nun dreht es mir allerdings (als Chemiker) auch an einer Stelle die Zehnägel hoch.
      -> NO2 ist ebenfalls ein Stickoxid, genau so wie NO (welches dann mit Sauerstoff zu N02 reagiert).

      NO =Stickstoffmonoxid – NO2 = Stickstoffdioxid (eigentlich ganz einfach)

      BTW:

      https://www.umweltbundesamt.de/themen/unterschied-zwischen-aussenluft

      Zum Thema Wasserstoff als Alternativtreibstoff, da gibt es ein nicht unerhebliches Problem. Durch seine sehr tiefe kritische Temperatur kann man Wasserstoff nicht wie z.B. Butan/Propan (Feuerzeuggas) bei Zimmertemperatur durch Druck verflüssigen, man muss also im Fahrzeug einen Druckbehälter _sicher_ unterbringen, und wir reden hier von Drücken, die sinnvollerweise im Bereich von einigen Hundert Bar liegen müssen, damit man eine halbwegs ordentliche Reichweite hat.

      Und selbst wenn man einen halbwegs brauchbaren chemischen Wasserstoffspeicher hätte (Platinmetalle sind da zwar super geeignet aber scheiden schon aus Kostengründen aus), durch die kleine relative Atommasse des Wasserstoffs (“leichtestes” Element) würde der Speicher zig mal schwerer als der getankte Wasserstoff werden.

      Welche synthetischen Kraftstoffe sollen das denn sein? Aus welchem Rohstoff? Das Benzin aus dem Fischer-Tropsch-Verfahren nutzt z.B. direkt oder indirekt Kohle und bei unserem derzeitigen Verbrauch an Erdöl kann man Biomasse (z.B. Raps) ziemlich vergessen, man will vielleicht auch noch etwas Anderes anbauen (um was zu Beissen zu haben).

      HW

      HW

      • Noch ein wenig Nachschlag:

        – Auch ein Benziner stößt natürlich giftige Abgase aus, zum Einen CO (Kohlenmonoxid) und auch Stickoxide (wenn auch weniger als ein Diesel).
        ABER: Dadurch, daß mittlerweile beim Benziner der Drei-Wege-Katalysator Standard ist und die Hersteller ihn auch nicht wie beim Diesel “zur Schonung des Motors” praktisch mehr ab- als anschalten, sind die Konzentrationen dieser Schadstoffe sehr viel geringer. Fun-Fact am Rande: In Bezug auf die Verringerung des CO-Ausstosses sind Benziner mit Katalysator mittlerweile nicht mehr wirklich “suizidgeeignet” (OK, ausser natürlich, man schafft es sich mit der Karre selbst plattzufahren).

        – Die Metalle (z.B. Lithium) in Batterien sind nicht im selben Sinne “endlich” wie Erdöl/Gas/Kohle. Ein Liter Öl, der verbrannt ist, ist wirklich weg (=als Abgas durch den Auspuff/Schornstein abgehauen), eine ausgelutschte Batterie enthält immer noch die selbe Menge an Lithium wie eine nagelneue Batterie und kann zumindest theoretisch wieder komplett wiederverwertet werden, sie wie auch ein Haufen Rost theoretisch (und hier auch praktisch) wieder zu einem neuen Stahlträger verwertet werden kann, wenn auch mit entsprechendem Energieaufwand.

        – Die “Wiederverwertung” von CO2 zu potentiellem Brennstoff macht die Natur allerdings viel besser als der Mensch, Stichwort Photosynthese, aber das ist dann auch noch lange kein Erdöl/Erdgas/Kohle und da wir (die Menschheit) dann auch noch nicht nur fossile Brennstoffe verfeuern sondern auch großflächig Wälder abholzen, ………

        Die miserablen Bedingungen unter denen die Metalle für Batterien gewonnen werden, sind natürlich wirklich ein Problem, allerdings kein technisch/chemisches sondern eines der üblichen Menschenverachtung, wenn es um Rohstoffe aller Art geht.

        Die Bedingungen in frühen Kohlebergwerken/Uranminen etc. waren auch unter aller Kanone und ohne öffentlichen Druck ändert(e) sich auf diesen Gebieten noch nie etwas, Rohstofferzeuger/-gewinner sind leider fast immer die armen Schweine und die Rohstoffverwerter genau so oft die “Kameradenschweine”.

        HW

  69. Min. 16 ff
    Was Dobrindt sagt, zeugt nach mM von der Meinung der CSU für absolut alle Bürger Bayerns zu sprechen. Ausgenommen irgendwie “Linke“.
    Nach dieser Lesart sind die AfD-Wähler eigentlich CSU-Wähler, die das vergessen oder sich sonstwie vertan haben.
    Die Gesamtgleichung ist diese:
    Links der CSU gibt es nichts bürgerliches, rechts nichts demokratisches.
    Manche Menschen haben scheint’s die 80er nie verwunden…

  70. Lehrer-Pranger der AfD

    Inzwischen hat sich ein Schulleiter selbst angezeigt:
    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/Kirnbachschule-in-Niefern-Oeschelbronn-Rektor-zeigt-sich-bei-AfD-Portal-an,av-o1062578-100.html

    Der Rektor der Kirnbachschule in Niefern-Öschelbronn hat sich aus Protest selbst auf dem sogenannten “Petz-Portal über Lehrer” der AFD gemeldet.

    Es hat für heftige Proteste gesorgt: das sogenannten Petz-Portal des baden-württembergischen AfD-Abgeordneten Stefan Räpple. Schüler und Studenten sollen auf dieser Seite Lehrer oder Dozenten melden, die ihrer Meinung nach im Unterricht gegen die Partei hetzen.
    “Ich werde mich weiterhin für Toleranz, Grundrechte und Menschenwürde in den Schulen einsetzen!”
    Joachim Eichhorn, Rektor der Kirnbachschule Niefern-Öschelbronn
    Ein Skandal, dass es Derartiges heute wieder gebe, sagt zum Beispiel Joachim Eichhorn, Rektor der Kirnbachschule in Niefern-Öschelbronn. Er hat nun auf seine eigene Art reagiert – und sich selbst auf der AfD-Plattform angezeigt.

    Weitere Artikel folgen per Twitter

  71. Danke für die Lage.

    Meine Kritik spielt auf die Sektion Bahn/Flug an, bei der ihr meiner Meinung nach am Thema vorbeiredet. Ich habe letzte Woche für das erste Novemberwochende versucht eine Bahnticket zu buchen. Trotz dem BahnCard 25 war die Fahrt zu humanen Uhrzeiten (nach 7 Uhr morgens und vor 19 Uhr abends) immer mindestens 50% teuerer pro Fahrt einfache Strecke nach Berlin, als der Flug mich der Lufthansa (!sprich nicht Billigflug)! 50%, sprich, 50-60 Euro, sind fast Mindestlohn/proStundex6. Wie ist das im Angesicht von IPCC zu rechtfertigen? Ich sehe da keinen Spielraum bzgl. von Co2-Quellen oder anderer Kritik und fordere ganze knapp mehr Radikilität.

    • Natürlich ist das absurd … deswegen haben wir das Thema Subventionen für Flugreisen in der aktuellen Folge ja auch ausführlich diskutiert ;)

    • Und darüber hinaus ist der Reisebus meist billiger und klimafreundlicher als die Bahn, nur nicht so bequem.

    • Hallo Nicki, was Du beschreibst sind die direkten Auswirkungen der Bahnreform von 1994. Der Fernverkehr der DB (und der ganz wenigen Konkurrenten) wird eigenwirtschaftlich durchgeführt. Im Nahverkehr haben wir eine anderes Konstrukt mit staatlicher Beaufragung und Durchführung durch Aufgabenträger und Verkehrsverbünde.
      Der Schienenpersonenfernverkehr disponiert ausschließlich betriebswirtschaftlich. Preise werden halt so gestaltet, dass Gewinne maximiert werden, nicht so, dass es möglichst viele Reisende gibt und auch nicht so, dass in erster Linie das Klima geschützt wird.

      • … was genau das Problem beschreibt: Aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive war und ist es gerade skandalös dumm, die Bahn nur als Cash Cow zu betrachten.