LdN113 Zuwanderungs-Kompromiss, Diesel-Gipfel, Hambacher Forst, Terrorgruppe in Chemnitz, CSU-Abstieg

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| 79 Kommentare

Begrüßung

Zuwanderungs-Kompromiss 

Diesel-Gipfel 

Hambacher Forst 

Terrorgruppe in Chemnitz 

CSU-Abstieg 

Hausmitteilung 

79 Kommentare

  1. Hey! Zu der Frage, inwiefern manche Polizisten problematische Sympathien haben, die in der Polizeiausbildung definitiv thematisiert werden müssen: Die Frankfurter Polizei scheint in ihrer social media-Abteilung definitiv einige Leute zu haben, die bei der Ausbildung helfen könnten ;) . Letzte Woche spielte Eintracht Frankfurt gegen Lazio Rom im Europapokal. Lazios Fanszene ist leider nicht frei von einigen Leuten, die den faschistischen Gruß/Hitlergruß in ihrer Kurve zeigen. Die Frankfurter Polizei nahm erstens eine solche Person fest, die den Gruß zeigte. Danach zeigte die Frankfurter Polizei laut Vice auf Twitter Haltung gegenüber komischen Reaktionen im Netz auf die verständliche Maßnahme, diese Person fest zu nehmen. Solche Beamte hätten in den letzten Wochen auch die Demos in Dresden und in Chemnitz und eben auch die angesprochenen Nazikonzerte aus der ARD-Doku beaufsichtigen sollen (sowie am besten auch die Ausbildung zu Pressearbeit in der Polizeiausbildung)…

    https://www.vice.com/de/article/evwm9n/nach-hitlergruss-die-polizei-frankfurt-zerlegt-idioten-auf-twitter?utm_medium=link&utm_source=vicefbde

  2. Liebes Lageteam,
    Gibt es eine Erklärung, warum sich die Union nicht „einfach“ auflöst in ihre ursprünglichen Parteien?
    Ich frage mich immer wieder, welche Absprachen da innerparteilich gelten, dass die CDU ihre (Umfrage-) Werte durch die CSU derartig beeinflussen lässt.
    Gab es mal ein solches Ansinnen? Welches Wissen fehlt mir hier?
    Viele Grüße und ein herzliches Kompliment für euer wöchentliches Engagement!

    • Bei den aktuellen Umfragewerten der CSU besteht die Gefahr, daß sie bei der nächsten bundesweiten Wahl unter der 5%-Hürde bleibt. Sicher wird sie dank Direktkandidaten weiterhin in den Bundestag einziehen, könnte dann aber keine eigene Fraktion bilden. D.h. sie hätte weniger Rechte und Einfluss im Parlament. Ich könnte mir vorstellen, daß das ein Grund ist. Ich könnte mir auch vorstellen, daß wir genau deswegen bei der Neudefinition der Sperrklausel zur Europawahl keine 5%-Hürde bekommen…

      • Gleichzeitig hat die CDU natürlich die Sorge, dass die CSU ihnen in den anderen Bundesländern Stimmen abnimmt. Gerade bei der Flüchtlingspolitik hätten vermutlich viele rechtskonservative Wähler, denen die AfD zu krass ist, dann auf die CSU umgeschwenkt…

  3. Liebes Lage-Team, Liebe Mithörer/Innen,

    eine kurze, juristische Frage zum “Diesel-Skandal”:

    Mir ist nich klar, wieso eine Klage bzw. zunächst ein zivilrechtlicher Anspruch auf Nachbesserung der manipulierten Fahrzeuge keine Aussicht auf Erfolg hätte. Unabhängig davon, ob der/die Betroffene/r nun direkt VW oder den jeweiligen Fahrzeughändler verklagen würde, besteht kein kaufrechtlicher Nacherfüllungsanspruch auf Nachbesserung der betroffenen Fahrzeuge? Schließlich hat der/die jeweilige Verbraucher/in nicht den Kaufgegenstand erhalten, der vertraglich vereinbart wurde.

    Ich würde mich sehr freuen, sollte mir jemand diese Frage beantworten können.
    Beste Grüße!

  4. Hallo Ulf & Philipp,

    zum Thema Diesel noch ein kleiner Nachtrag: Nach dem Willen der Bundesregierung sollen alle Diesel, die <270mg/km ausstossen, trotz Fahrverbot einfahren dürfen. Allerdings hat die Bundesregierung "vergessen", festzulegen, nach welchen Messverfahren denn der Wert ermittelt wird bzw. ob er überhaupt ermittelt wird oder die Angaben aus den Fahrzeugpapieren gelten sollen. Falls letzteres: viele Euro4-Diesel haben diesen Wert schon immer unterschritten.

    Könntet ihr außerdem bitte mal prüfen/erläutern, wie es denn mit der Umsetzung dieser Dieselabsichtserklärung in geltendes Recht aussieht? Dazu habe ich noch keine verlässlichen Infos gefunden…

    • Könntet ihr außerdem bitte mal prüfen/erläutern, wie es denn mit der Umsetzung dieser Dieselabsichtserklärung in geltendes Recht aussieht? Dazu habe ich noch keine verlässlichen Infos gefunden…

      Wir auch nicht – wir gehen davon aus, dass es gar keine verbindliche rechtliche Regelung geben wird und die BReg. stattdessen ihren Kumpels in den Chefetagen der Autohersteller einfach glaubt, frei nach dem Motto: Können diese Augen lügen?

  5. Anlässlich der “Diesel”-Debatte:
    In der Ausgabe Nr. 112 von letzter Woche – zu der Zeit standen die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Regierung und Industrie noch nicht fest – hat Herr Banse gesagt. “Man kuckt immer so ein bisschen, wo wird das Schlupfloch sein.” Und das Schlupfloch, so vermutete er, werde wohl in den sogenannten “Intensivstädten” bestehen. Nun zeigt sich diese Woche, die Resultate sind für die Verbraucher, die ‘Umwelt’ und die vergifteten Leute noch viel magerer, es handelt sich de facto ausschliesslich um ein “Konjunkturprogramm” für die Autoindustrie.
    Frage an die beiden Herren Journalisten:
    Ist das die Voraussetzung dafür, diesen Job machen zu können, dass man sich permanent eine gleichschwebende Aufmerksamkeits- und Skandalisierungsbereitschaft bewahrt, egal wie die Sau im Dorf gerade heisst, und dies, obwohl oder gerade weil man im Voraus weiss, es wird mindestes so laufen wie immer, höchstwahrscheinlich aber noch viel mieser? (Und in Sachen Autoindustrie hätte man ja wirklich aus grosser Höhe auf den Kopf gefallen sein müssen, um nicht vorhersagen zu können, wies ausgehen wird.)
    “Aber wir haben auch noch eine gute Nachricht …”, setzt sich das Gespräch dann fort. ‘Die Bundesregierung deckt ein kriminelles Kartell, wobei sie zuvor ja schon die Grenzwerte ins Bodenlose verfälscht hat, die Leute ersticken im Dreck, aber es blühen die Blümchen.’
    Ist das Ihre Auffassung von Journalismus? ist das nicht dasselbe Infotainement wie ZDF-heute oder -History: Auschwitz, Himbeermarmelade, totes Robbenbaby, totes Flüchtlingskind, Helene Fischer schwanger, schwangeres Robbenbaby, Auschwitzbeeren und dann wieder von vorne?

    • Offen gestanden ist mir gar nicht klar, welche Botschaft dieser Kommentar jetzt eigentlich übermitteln möchte: Sind wir zu sehr bereit, den Kompromiss zu skandalisieren, oder sind wir nicht kritisch genug? Und was daran soll Infotainment sein?

  6. “Schröpfen wir Amazon!”
    Könnt Ihr das bitte in “Lasst uns alle anderen Onlineshops vernichten” umbenennen.

  7. Hallo,
    zunächst einmal auch von mir vielen Dank für die immer wieder gut gemachten Podcasts.
    In vielen Eurer Podcasts ist der Hofstaat des Märchenkönigs Trump ein Thema. Andere europäische Staaten, die gerade einen Rückbau der Demokratie betreiben kommen eher selten vor. Letztendlich spiegelt Ihr dabei die Leitmedien. Warum kommen Polen, Ungarn und andere Staaten so selten vor (auch in den Medien), obwohl dort auch Justizsysteme demontiert und Journalisten ermordet werden?

  8. Liebes Lageteam, was die gendergerechte Sprache angeht, seid Ihr m.E. richtig unterwegs. Auch die sächsischen Polizistinnen zu erwähnen, ist nicht nur “korrekt” sondern wichtig, weil dadurch das Nachdenken beginnen kann, ob es wirklich nur oder mehr Männer sind, die rechtsradikal sind. Auch in der Polizei.
    Aber ich bitte Euch, über was anderes nachzudenken: Ich mag die lockere Sprache – aber “Hotte” ist nicht nur respektlos, sondern macht aus einem problematischen Innenminister einen Deppen. Seine Politik muss man nicht mögen und darf sie kritisieren – aber den Menschen sollte man achten.
    Dasselbe gilt inzwischen (und besonders bei den live-Lagen) aber für den ganzen Podcast: Wenn Ihr einfach nur locker und respektlos redet, betreibt Ihr von links, was die AfD von rechts macht: Das Gefühl stärken, dass die in Berlin alle Deppen sind oder Büttel irgendwelcher Lobbyisten. Sie haben “mal Politik gemacht”, so habt Ihr sinngemäß angefangen. Nein, sie haben sich wirklich Mühe gegeben, ein Problem zu lösen, das so einfach auch nicht ist, wie Ihr das darstellt. Zum Beispiel, weil eben nicht alle Diesel betrügerisch in den Verkehr gebracht wurden und deswegen kein Rechtstitel gegen die Hersteller besteht. Weil der Umbau zwar toll ist, aber die Betriebserlaubnis erlöschen lässt, die dann erst wieder erteilt werden muss – für jeden Typ einzeln, Das dauert ein Jahr mindestens und hilft jetzt nicht. Fahrverbote haben für manche wirklich problematische Auswirkungen, auch wenn wir als BewohnerInnen Berlins das kaum verstehen. Dass man die Diesel anderswo im Land noch fahren darf, hilft, dass sie überhaupt noch verkäuflich sind und nicht nur nach Osteuropa verschifft werden, wo sie ja auch das Weltklima nicht retten. Und so weiter. Ich fände es richtig, wenn deutlich würde, wie schwierig Politik ist und wie oft Kompromisse die einzige Lösung sind. Die darf man kritisieren, muss es manchmal auch (bei der betrügerischen Software stimme ich Euch zu!), aber man sollte den Handelnden zugestehen, dass sie eine Lösung versucht haben. Sonst bedient Ihr nur die, die Politik immer schon schlimm fanden und die am Ende auf die großen Lösungen der AfD und anderer Populisten und Rechten hereinfallen (manchmal touchieren die auch die Linken). Das wollt Ihr nicht und das solltet Ihr auch nicht.

  9. Guten Morgen, die Herren!
    Ein Bekannter von mir neigt dazu, inflationär den Begriff “Nacht der langen Messer” zu benutzen. Dabei durchzuckt es mich jedesmal, da der Ausdruck gerade in Deutschland nicht unbedingt in Sternstunden der Geschichte benutzt wurde (“Die Nacht nach dem Siege gehört Euch S.A.-Leuten, sie wird die Nacht der langen Messer sein!”, siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Nacht_der_langen_Messer).
    Ansonsten vielen Dank für die vergnügliche Stunde, die mich regelmäßig erwartet. Die Sendung ist einer der guten Gründe, Podcasts zu hören.

  10. Hallo Lage-Team,

    ich schätze euren Podcast seit vielen Monaten – aber ganz ehrlich – euer Versuch einer gendergerechten Sprache nervt mich zunehmend. Die sächsischen Polizisten sind auf dem rechten Auge blind, das habe ich verstanden – die Polizistinnen natürlich auch. Politikerinnen, Managerinnen, Soldatinnen, Richterinnen und Automechanikerinnen sind schon seit Jahrzehnten in der Gesellschaft angekommen und keine gesonderte Pressemitteilung mehr wert. Warum ständig und immer wieder besonders hervorheben, dass unter diesen Berufsständen selbstverständlich Angehörige beiden Geschlechts sind? Handelt es sich nicht eher um eine Abwertung, wenn man betonen muss, dass auch Frauen in der Lage sind diesen und jenen Beruf auszuüben? Es mag Situationen geben in denen es wichtig ist, beide Geschlechter anzusprechen oder die Leistung beider Geschlechter hervorzuheben. Bei den meisten Aussagen ist diese Zweiteilung aber weder erforderlich noch nützlich – oft schwächt eine gendergerechte Sprache den eigentlichen Kern der Aussage.

    Sprecht ihr eigentlich genauso konsequent von Demonstrierenden wie von Studierenden, von Faschistinnen und Faschisten, Nationalsozialisierenden statt Nazis?

    Wenn schon immer ganz korrekt, dann nennt unseren Innenminister bitte zukünftig auch wieder “Horst Seehofer” oder nur “Seehofer” – und nicht “Hotte”, das ist respektlos. Der Mann macht sich auch ganz gut durch seine Taten und Äußerungen selbst zum “Horst”.

    Liebe Grüße

    • Finde ich jetzt sehr inkonsistent. “Hotte” sagen darf man nicht, da respektlos.

      Weibliche Formen in der Sprache sind aber unnötig.

      Ist es respektvoll Frauen zu ignorieren? Tut mir leid, für diese Haltung habe ich überhaupt kein Verstännis.

      • 11. Oktober 2018 um 20:58 Uhr
        Genderingkritiker

        Hat Ihr Vorredner doch auch so geschrieben: wenn schon korrekt, dann auch “Horst”. Finde “Hotte” übrigens auch etwas daneben, einfach “Seehofer” sagen. Ansonsten plädiere ich auch für das generische Maskulinum. Das hat nichts mit dem Ignorieren anderer Geschlechter zu tun, sondern sprachpraktische Gründe. Sonst hätten die Herren nämlich in Zukunft auch noch die Diversen in ihren Aufzählungen zu berücksichtigen. Habe das neulich sogar schon in einer Postfiliale in natura gesehen, wo per Zettelaufsteller Mitarbeiter (m/w/d) gesucht wurden.

  11. Moin! Grundsätzlich höre ich die Lage sehr gern und schätze sie als Informationsquelle. Manchmal wundere ich mich aber. Zum Beispiel wieder, als ich das Diesel-Thema in der aktuellen Folge hörte.

    Ein Podcast von zwei Männern, derer berufliche Tätigkeit durch den Umgang mit Sprache geprägt ist: Textproduktion, Exegese, Rezeption. Aber das Diesethema war für mein Erachten geprägt von einer massiven sprachlichen Naivität. “Stinker” vs. “saubere Diesel” stellt Ihr das dar. Es gibt aber keine sauberen Diesel! Jedes Fahrzeug mit Verbrennungsmotor erzeugt umwelt- und gesundheitschädliche Abgase. Die unterscheiden sich vielleicht in Menge und Toxizität, Dieselfahrzeuge sind aber immer Stinker und sollten eigentlich umgehend verboten werden. Benzinfahrzeuge stoßen vielleicht weniger giftige Abgase aus, sind aber auch Stinker. Selbst bei Elektrofahrzeugen kann ich doch davon ausgehen, dass die nicht gänzlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Und wenn ich ein Elektrofahrzeug mit Atomstrom oder Kohlestrom betreibe, wird es vermutlich mit der Ökobilanz schon wieder ganz schwierig.

    Auch ein Fahrzeug, das laut Automobilindustrie die Abgasnormen einhält, ist nicht sauber. Der Dieselskandal hat sehr nachdrücklich bewiesen, dass die Automobilkonzerne lügen können, dass die Schwarte kracht, ohne dass es nennenswerte negative Konsequenzen für sie gibt.
    Jede Umtauschaktion ist nur ein Tausch von einer Dreckschleuder gegen eine andere.

    Ich lebe in einer der 14 Städte, in denen die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Ich bin gezwungen, die Abgase einzuatmen, den Lärm zu ertragen und mich damit zu arrangieren, dass manche Stadtteile derart zugeparkt sind, dass es nicht möglich ist, problemlos die Straßenseite zu wechseln. Eine Stadtplanung, die die Menschen ins Zentrum rückt, ist nicht in Sicht. Stattdessen streiten hochrangige Politiker mit der Industrie um “saubere” Diesel.

    Ulf, vielleicht kannst Du als Jurist mir vermitteln, warum die Automobilkonzerne damit durchkommen? Warum dürfen die mit betrügerischer Absicht Produkte mit gefälschten Produkteigenschaften verkaufen, ohne dafür haften zu müssen? Wenn ich ansonsten ein Produkt kaufe, zu dem vorsätzlich falsche Angaben vom Hersteller gemacht wurden, habe ich doch das Recht, das Produkt zurückzugeben und mein Geld zurückzubekommen, oder? Oder nicht?

  12. Lügt Brett Kavanaugh? Auch wenn das Thema ja eigentlich abgeschlossen ist, so fehlt mir ein Punkt, der aber in allen Situationen wie dieser mir enorm wichtig erscheint. Herr K. ist sicher zu hundert Prozent davon überzeugt, dass er NICHT lügt. Und leider ist das vermutlich auch verständlich: Während er und sein Kumpel auf dieser ominösen Party vermutlich ziemlich betrunken sich nur einen Spass erlaubt haben, den sie in der gleichen Nacht in ihrem Suff für immer vergessen haben, erlebte die beteiligte junge Frau ein Trauma, welches ihr Leben beeinflusst. Herr K. hat vermutlich tatsächlich keinerlei Erinnerungen und verteidigt dies mit aller Kraft – und lügt somit tatsächlich nicht. Was soll da eine FBI Ermittlung helfen? In diesem Raum damals waren 3 Personen – zwei haben keine Erinnerungen, leider nur eine Person sehr genaue. Dieses Spannungsfeld macht meiner Meinung nach die Bewertung des Umfeldes umso wichtiger ( heavy drinker…) aber natürlich auch umso emotionaler und hier mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten hilft leider den Falschen . Und so passiert es doch jeden Tag: Männer erlauben sich einen “Spass”, den die beteiligten Frauen als übergriffig und persönlich belastend empfinden. “Beweise” sind hier natürlich nie zu erwarten. Spannend wäre zu beobachten was passiert, wenn Herr K. sich über eine versuchte Vergewaltigung beschwert hätte….

  13. Hallo alle,
    Danke für die interessante Sendung. Besonders die Klarheit des Diesel-Beitrags gefiel mir sehr gut.
    Bei den Themen Kohle und Rechtsradikale würde es sich meiner Ansicht lohnen auch globale Hintergründe zu analysieren:
    Kohle: da gibt es viele Menschen, die viele Jahrzehnte mitgearbeitet haben und die dringend nötige Energiewende als Kritik an ihrem Lebenswerk empfinden; “das kann doch nicht alles falsch gewesen sein”. Da ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten dass ein globaler Temperaturanstieg über 1,5 Grad für die ganze Menschheit lebensbedrohlich ist und die Verbrennung von Kohle nicht nur CO2 freisetzt sondern auch Beifang: hochgiftiges Quecksilber u.a.
    Rechtsradikale: es gibt wie in allen Ländern sehr reiche und mächtige Interessengruppen, die nicht wollen dass sich die Deutsche Michaela und der Deutsche Michel mit “Panama Papers”, “Paradise Papers” und anderen Gründen für die schnell auseinanderlaufende Schere zwischen Armen und Reichen befassen, sondern lieber mit Sportberichten, Lottozahlen, Promiklatsch und wenn das zur Betäubung nicht ausreicht eben noch mit “Flüchtlingsschwemmen” und anderen Angstmachern; das ist omnipräsent u.a. in der Bild.

  14. Philip, Ulf, vielen Dank erstmal für Euren Podcast!

    Das Dieselthema verfolge ich mit Interesse, denn wir wohnen nicht weit von Stuttgart, besitzen 2 nicht neue Diesel und müssen gelegentlich mit einem von ihnen in die Landeshauptstadt.
    Einen Aspekt habe ich noch nie irgendwo behandelt gesehen:

    Gibt es eigentlich nur die zwei Möglichkeiten „fahre nie wieder mit diesem Auto dorthin“ und „fahre soviel du willst“?
    Wenn ich 20x mal im Jahr nach Stuttgart muss, und 15x nehme ich die S-Bahn und 5x meinen alten Diesel (meistens wegen schweren Gepäcks), ist das dann nicht immer noch besser, als dass ein neuer Diesel gebaut wird und ich den 20x nehme?

    „Fahrverbot“ halte ich irgendwie für eine nicht sehr intelligente Lösung. Oder sitze ich einem Denkfehler auf? Falls nein, würde ich mich freuen, Ihr würdet über diese Sache mal laut nachdenken. :-)

    Es dankt und grüßt der Ralf

    • “Gibt es eigentlich nur die zwei Möglichkeiten „fahre nie wieder mit diesem Auto dorthin“ und „fahre soviel du willst“?”

      Ist das eine rhetorische Frage? Natürlich gibt es noch viele andere Ansätze. Die werden auch regelmäßig diskutiert. Manche Städte haben z.B. sowas wie “Montags Fahrverbot für Fahrzeuge mit ungerader Nummer, Dienstags für solche mit gerade Nummer usw.”. In Stuttgart gibt es m.W. auch an einzelnen Tagen starke Rabatte auf ÖPNV-Tickets (vielleicht sogar 100%?).

      Es ist auch völlig klar, dass Fahrverbote eines der letzten Mittel sein müssen, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen.

      Ein Problem bei deinem Vorschlag dürfte sein, dass er schwer umzusetzen ist. Wie will ich kontrollieren, dass die Person ihre Fahrten um 25% reduziert hat? Muss ich 3 mal mit dem ÖPNV fahren, damit ich 1 Freischein für den dreckigen Diesel erhalte? Bekommt jeder 5 Freifahrten im Jahr und an der Grenze werden diese Tickets dann kontrolliert? Ein Fahrverbot ist deutlich simpler: Plakete drauf und wer ohne Plakette fährt wird bestraft.

      “Einen Aspekt habe ich noch nie irgendwo behandelt gesehen:”

      Sorry, aber dann schaust du offenbar an der falschen Stelle…

      • Ist doch ganz einfach. Wir machen einfach eine City-Maut wie in London. Da kannst du dann ganz kreative Mautmodelle zugrunde legen. Euro4-Diesel haben eine Fahrt im Monat frei, die zweite Fahrt kostet dann 50cent, die dritte 60cent mit steigenden preisen, Euro6 d TEMP haben zwei Fahrten die Woche frei und erst danach kostet es. etc. Da könnte man schon was machen. Das hätte auch den Vorteil, dass wirklich kontrolliert wird. Denn sei doch mal ehrlich: die Behörden haben doch garnicht die Möglichkeit flächendeckend die Plaketten zu kontrollieren. Der Pendler aus dem Umland, der in der City immer in der Firmentiefgarage parkt wird doch im Endeffekt niemals kontrolliert werden können…

    • Die Situation ist noch absurder, weil sie die Anzahl der Fahrzeuge und die gefahrenen Strecken nicht berücksichtigt.
      Die Begrenzung des Ausstoßes pro Km ist der Versuch, die Ressource Stickoxid-Ausstoß fair unter den Bürgern zu verteilen. Eine andere Lösung, die sicherlich auch ein stärkeres Umdenken provoziert, wäre: Jeder darf mit allem in die Stadt fahren, und sobald die Luft schlecht ist, darf niemand mehr fahren.

  15. “Die DDR war ein antifaschistischer Staat” ist eine sehr einfache Sicht auf die politische Identität des Faschismus. Denn der war politisch/wirtschaftlich gesehen in erster Linie mal eine Kopie des Kommunismus (man kopierte einiges vom Sozialismus, daher auch der Begriff “Nationalsozialismus”), also: Einparteiendiktatur mit Führerkult, staatlich organisierter Planwirtschaft und Unterdrückung der individuellen Freiheit (Polizeistaat mit staatlich organisierter Erziehung bis runter in die Jugendorganisationen). Abgesehen von Protektionismus und Ausländerfeindlichkeit entspricht das politische Konstrukt der DDR schon ziemlich dem des Faschismus, die Idee dahinter ist ziemlich die Gleiche!

    Dementsprechend fühlen sich Nachfahren der DDR-Politik durchaus sehr wohl im Rechtsverständnis der rechten Szene, bei dem die zunehmend skeptisch betrachtete Demokratie einer zentralistischen Regierung von oben weichen soll. Der inzwischen offen ausgelebte Protektionismus und die Ausländerfeindlichkeit sind im Vergleich zur DDR (wurde dort unter der Decke gehalten) schon neu, bei aller Dramaturgie dahinter aber “eher ein unbedeutendes Detail”, mit dem man sich im Osten offenbar anzufreunden bereit ist :(

    • Das sieht mir doch sehr nach einer Relativierung und dem Herunterspielen der Verbrechen der Nazizeit aus. Und Du vergisst eins: Im Gegensatz zu den Westdeutschen haben sich die Ostdeutschen die Demokratie selbst erkämpft. Wenn sie nicht zufrieden sind mit dem, was aus ihrer Revolution geworden ist, dann haben sie verdammt nochmal das Recht, das zu artikulieren. Auch wenn einige von ihnen jetzt den falschen Propheten hinterherrennen. Und das Argument, daß die Ostdeutschen in 40 Jahren DDR so sehr deformiert wurden, daß 28 Jahre Demokratie das nicht wieder gerade rücken konnten, ist ohnehin sehr merkwürdig. Ich frage mich immer, wann das mal aufhört – sicher nicht in den nächsten 12 Jahren.

  16. Zur Einordnung meines Posts:

    Ich komme aus Kerpen, und bin seit einem Jahrzehnt hier sehr stark politisch aktiv.

    Man darf also davon ausgehen, dass ich mich schon lange mit dem Thema Hambacher Wald beschäftige, und Auseinandersetzungen mit RWE mir nicht ganz fremd sind (wir haben versucht Stadtwerke im europaweiten Ausschreibungsverfahren durchzusetzen, was uns wegen einer verlorenen Bürgermeisterwahl mitten im Verfahren nicht bis zum Schluss gelungen ist).

    Ich weiß wo ich in der Sache des Waldes stand, und meine Meinung da nicht mehr so einfach ausfällt wie ihr es einschätzt (der Wald bleibt ist gut!). Ich versuche mal die wesentlichen Informationen und Einschätzungen kurz zusammenzufassen. Mal schauen zu welchem Schluss ihr am Ende kommt.

    Ich werde das nicht umfassend machen (obwohl der Post dennoch megalang wird). Ihr könnt euch vorstellen, dass es nicht möglich ist, dutzende Fachtagungen, Workshops und Hintergrundgespräche über die letzten Jahre zusammenzufassen.

    Manches ist euch sicher bekannt (weil es öffentlich bekannt ist), aber ich versuche es auch etwas konsistent zu gestalten. Ich habe zu allem Quellen. Manche Zahlen verschieben sich schonmal je nach Jahr der Datenerhebung. Die Größenordnungen waren aber immer in ihrer Bedeutung gleich.

    – Vor Ende 2020 wird das Haupsacheverfahren nicht entschieden sein.
    – Die oberste Sohle (es gibt 5) wird 2019 “gegen den Wald” laufen. Die restlichen Sohlen werden nachgeführt. Wann die ankommen kann ich nicht sagen, wird aber jetzt sicher hinausgezögert.
    – Um bis auf die letzte Sohle zu kommen muss das Loch ~400m tief ausgegraben werden.
    – Ein Arbeitshang kann steil stehen und geht im Verhältnis 1:3 bis nach unten. Man braucht also 1,2km um auf die maximale Tiefe von 400m zu kommen.
    – Ein fertiger Hang (um bspw einen See vollaufen zu lassen) bewegt sich zw. 1:5 und 1:7 (2-2,8km).
    – Die Erdmengen hierfür sollten von 2020 bis 2030 von Ost nach West an der Süd-Kante wo ziemlich in der Mitte der hambacher Forst jetzt steht gewonnen werden.
    – Ende 2019 endet damit auch die Rekultivierung am Nordende (Kein Löß mehr).
    – Die modernsten Kohlekraftwerke im Revier (Boa 2+3) laufen nur mit Hambacher Kohle.
    – Diese hat einen höheren Brennwert (was wohl der Grund ist, warum RWE in Garzweiler “bereitwillig” was abgegeben hat und die Leitentscheidung 2016 unterstützt hat).
    – Alle Veredelungsbetriebe laufen nur mit Hambachkohle (Betriebe wo Kohle stofflich genutzt wird. Also vereinfacht als alternative Kohlenstoffquelle zum Öl, Schaumstoffmatratzen bspw).
    – Die energiepolitische Begründung, die in Frage gestellt wurde, ist von diesem OVG wie auch vom BVG in anderen Urteilen eindeutig gesehen worden.
    – Es gibt 2 “Gruppen” an Bechsteinfledermäuse in Hambach.
    – Hambach war lange zeit der einzige Wald in dem die Fledermaus existierte
    – es gibt 2018 10 Gruppen in anderen Wäldern NRWs
    – RWE wird die Abtragung der Hambach Kohle drosseln (Mutmaßlich damit die Fläche bis zur Entscheidung im Hauptsacheverfahren reicht zu verzögern).
    – Wenn weiterhin gleiche Energiemengen durch RWE produziert werden, wird von Boa 2+3 auf andere Blöcke/Kraftwerke umgelegt
    – Andere Blöcke produzieren mehr Treibhausgase
    – Es sind 4600 Menschen direkt von mutmaßlichen Freistellungen in Folge der Entscheidung betroffen
    – es existieren über 200 EEG befreite Betriebe (bsp Zuckerherstellung 30% Energiekosten, Papierproduktion 35%, Alu 40%, Chlorverarbeitung 80%) im Revier (Rhein Erft Kreis, Rhein Kreis Neuss, Kreis Düren)
    – Die Ansiedlungen hier in NRW sind historisch wegen der guten Preise, und der Versorgungsqualität (keine Schwankungen, keine Ausfälle im Netz).
    – Amprion hat im Jahr 2001 10 mal zur Stabiliserung ins Netz eingegriffen, 2016 mehrere hundert mal am Tag.
    – Es haben Lieferanten von RWE (auch welche die Gerät für die Räumung geliefert haben) Todesdrohungen erhalten. Für sich, Partner und Kinder!
    – Das Urteil strahlt nun auch in diverse andere Verfahren (Grundabtretungen/Enteignungen).
    – Es wurde die oberste Bergbehörde des Landes beklagt. Nicht RWE (die waren natürlich beigeladen).
    – Die Landesregierung hat die Räumung unter der vorgeschobenen Begründungen mit Baurecht durchsetzen lassen.
    – Die Landesregierung wäre für eine ausreichende Darstellung der energiepolitischen Notwendigkeit verantwortlich gewesen.
    – Laut IHK Rheinland arbeiten im Revier 90.000 Menschen in energieintensiven Industrien. Mittelbar seien über 500.000 Menschen von Veränderungen im Sektor betroffen.
    – RWE hat den Umweltverbänden angeboten die Rodungen bis zum Ende der Kohlekommission auszusetzen (Angebot ist vom 11.09. bis Mitte Dezember). Es wurde im Gegenzug verlangt die Empfehlung dann aber auch zu akzeptieren, und aus dem Wald abzuziehen (soweit möglich), und eine ggfls anstehende Rodung zu akzeptieren (Weiß Frau Kemfert, ich habe aber das Interview mit ihr nicht gehört).
    – Es werden aktuell neue Baumhäuser errichtet (ich habe montag früh Holz zum Wald gefahren). Dies wird nicht unterbunden, obwohl immernoch kein Brandschutzkonzept vorliegt. Noch Rettungswege eingeplant sind.
    – In der Sturkturkommission wurde festgestellt, dass die Frage des hambacher Forstes ausdrücklich nicht zu Ihrer Agenda gehört.
    – Wenn die Tagebaue Garzweiler, Inden und Hambach, wie in der Leitentscheidung – Anfang 2018 das letzte mal durch den Landtag NRW bestätigt – verliefen, wären nachher 1.900 Hektar (19 km²) mehr Wald in NRW wie vorher.
    – Aktuell sind 7300 Hektar gerodet worden, und 7300 Hektar aufgeforstet worden (Stand Ende 2017)
    – Die DIW Studie geht von Stromimporten ab 2023 aus (nach AKW Abschaltung). Diese kommen im Westen wohl maßgeblich aus Frankreich.
    – Die Fraunhofer Studie im Auftrag von Greenpeace geht von Stromimporten ab 2023 aus (nach AKW Abschaltung). Diese kommen im Westen wohl maßgeblich aus Frankreich.
    – Die Klimaziele für das 1,5 oder 2 Grad Ziel muss nicht in einem Sektor ereicht werden.
    – Der Energiesektor in NRW steht bei -34% und wird die -50% 2030 bei Umsetzung des derzeitigen Plans (inkl Vereinnahmung Hambacher Forst) bis 2030 erreichen.
    – Im Verkehrrssektor sind die absoluten Emissionen gleich geblieben (2015-1% 2016 +2% zu 1990)
    – Die Innovation City in Bottrop hat in 8 Jahren die Treibhausgas Emission durch Wohnbebauungen (im Bestand!) um knapp ein Drittel gesenkt.

    – Wenn der Abbauplan nicht mehr rechtssicher ist, sind es dann noch die Renaturierungsversprechen?
    – Wo ist der Unterschied zwischen einem Wald und einem Forst?
    – Wenn der Hambacher Forst ein mehrerer tausend Jahre alter Waldbestand ist, wie kam er zu dem Namen? Und warum sind die ältesten Bäume “nur” 350 Jahre alt?
    – Warum gab es keinen “RWE wechseln” Shitstorm als die ersten 950.000 Bäume gefällt wurden? Warum erst für die letzten 43.000?
    – Könnt ihr erkennen wo AltWald aufhört und Aufforstung anfängt? https://www.aachener-zeitung.de/imgs/48/3/1/0/1/1/4/8/7/tok_a3e478764057c167d060ec10a4c46cfc/w1200_h797_x750_y498_74f71deb29c15770.jpg
    – Wo kommt die Erde her um das Hambacher Loch zu stabilisieren und den See voll laufen zu lassen? Wer bezahlt das? Graben wir die Sophienhöhe wieder ab? Kommt nach Garzweiler nun auch ein Riesensee, und die A61 wird dann von Nord und Süd abgebunden?
    – Wieso sorgen wir nicht einfach dafür das die Braunkohle nicht mehr gebraucht wird, und sich nicht mehr rechnet anstatt Sie zu verbieten, ohne eine Alternative fertig zu haben?

    Und nun zu meiner Meinung, falls sie von Belang ist. Wenn nicht danke ich für eure Aufmerksamkeit an der Stelle:
    Es sind hunderte von Dingen zu beachten. Und die Beurteilung eines komplexen Sachverhaltes nur auf Basis einer Anschauung zu tätigen erscheint mir zu kurz gegriffen. Die Grünen schauen NUR nach dem Wald, die CDU NUR nach der Industrie. Wer schaut auf die Menschen in der Region, und ob die Argumente wirklich stichhaltig sind? Ob der Erhalt des Waldes nämlich das Beste für die Umwelt (im Sinne des Klimawandels ist) ist mEn zweifelhaft. Da geht es mir nicht um Whataboutism. Wir müssen etwas tun. Aber das es ein Symbol sein muss, das Probleme nach sich zieht, für den Bereich dem ich damit helfen will, halte ich für falsch.

    Ich glaube, dass wir begrenzte Ressourcen haben, um Dinge zu ändern. Die Masse an Euros, die nun bezahlt werden um RWE freizukaufen, um die Region vor dem Strukturbruch zu bewahren, wird angesichts dieses Urteils und der Tatsache das wir ein Ausstiegsdatum vor 2040 erzwungen bekommen, weit über 50mrd € bis 2030 sein.

    Natürlich können wir bis 2021 alle Gaskraftwerke anfahren, paar neue bauen und losgehts ohne Braun- und Steinkohle. Dann wird aber der Strom massiv teurer (die Braunkohlekraftwerke sind abgeschrieben, die Gaskraftwerke wären es nicht), oder wir subventionieren ihn/senken die Steuern darauf massiv. Das kann man machen, ob das nur der beste Weg ist… Das Geld sehe ich lieber in der Entwicklung von bspw. Hochtemperaturspeichern. Dann könnte man die Braunkohle im bestehenden Krafwerk gegen einen Hochtemp Speicher ersetzen, würde die netzstabilisierende Wirkung der großen Turbinen halten, bräuchte keine neuen Überlandleitungen weil die Standorte schon super erschlossen sind und man kann den grünen Strom endliuch speichern.
    Das aktuelle Vorgehen hat für mich den Eindruck heute festzustellen ich will in 3 Monaten einen Marathon laufen. Klar kann das sein. Es kann aber auch sehr gut sein, dass der Weg dahin immens Ressourcen frist. Und egal was ich tue, kann es sein das ich zusammenklappe beim Marathon.
    Warum nicht mit dem Training anfangen. Und zwar mit Trainer und ernsthaft. Aber nicht mit nem 15 köpfigen Staff so das ich nach 2 Monaten pleite bin. Und wenn ich dann nach 6 wochen merke ich laufe schon 30km, kann ich mich vielleicht auch schon zum Marathon nach 8 Wochen anmelden.

    Angesichts der Tatsache, dass in der Energiebranche hier im Revier seit 1990 bereits 34% CO2 eingespart wurde (und die bestehende Planung bis 2030 50% erreicht hätte), wird dadurch beträchtlich weniger fürs Klima getan, als wenn man diese Ressource an anderer Stelle investiert hätte. Hinzu kommen die offenen biologischen Probleme mit dem Restloch, die fehlende Renaturierung.

    Die Landwirtschaft hat seit 1990 erst 15% CO2 (Äquivalente) eingespart (bis 2016). Hier hätte man die Massentierhaltung massiv zurückfahren können, und die wirtschaftlichen Auswirkungen ebenfalls abfangen können. Die Vorteile für das Klima wären höher.
    Ich habe zudem Angst, dass wir wenn unklar ist wo die Erde her kommt, Jahrzehnte eine Zwischenlagerthematik bekommen könnten. Keiner will bei sich ein Loch damit wir eins weniger haben.

    Ich denke, dass alle auf Deutschland schauen. Wenn wir das mit Industrie hinbekommen wird es ein Exportschlager. Wenn wir es verkacken weil wir AKW Strom einkaufen müssen, oder Stromausfälle bekommen, oder wie in Ostdeutschland nach der Wende deindustriealisieren oder massiv auf Gas umstellen um es “autark” kurzfristig zu lösen und so von Russland abhängig werden (Trump hats vor der UN gesagt… man stelle sich vor in den Geschichtsbüchern steht “Trump hatte Recht…”), dann würde das weltweite Entwicklungen Jahre verzögern.

    Wenn wir jetzt aber die richtigen Schritte machen, virtuelle Flächenkraftwerke ermöglichen (Zusammenschaltung von Erneuerbaren Energien, per Gesetz Zugriff zur Netzstabilität auf diese Anlagen einräumen) endlich massiv Speichertechniken fördern dann haben wir einen Kohleausstieg vor 2030 und das ohne Strukturbruch.

    Aber je komplexer die Welt desto einfacher die Geschichten, so mein Eindruck.
    Ich war in den letzten Jahren oft im Forst. Ich habe mit Bewohnern einen Waldspaziergang machen dürfen, abseits vom Trubel. Habe mit Menschen da gesprochen, und habe unheimliche Sympathien für ihren Einsatz. Unter Ansicht aller Dinge glaube ich nur nicht, dass es das Richtige ist dieses Symbol zu “retten”.

    Mir tut das fast körperlich weh. Aber es ist eben eine Abwägung. Und die kann niemals so schwarz weiß sein.

    Mir gehen die Eventbaumschützer da auch massiv aufn Sack! Jetzt labern sie was vom Anbieterwechsel. Ich war Naturstromkunde als ich noch Student war, da hat mich das richtig Geld gekostet. Die Verivoxen sich jetzt einen CO2 Zertifikat freigekauften Kohlestrom und Posten wie wichtig dieser Restwald ist und kaufen sich damit ihr Gewissen rein.

    Würden sie sich mit der Bahn und dem Schiff statt mim Flieger in den Urlaub bewegen hätten wir mehr CO2 gespart als die Abschaltung der modernsten Braunkohleblöcke damit 5% des Hambacher Forstes bleiben.

    • “Mir tut das fast körperlich weh. Aber es ist eben eine Abwägung. Und die kann niemals so schwarz weiß sein.”

      Das trifft es ziemlich gut, wenn ich deinen Kommentar lese. Und das ist eindeutig Positiv gemeint. Danke dafür, die Welt ist niemals nur Schwarz oder Weiß, und egal wie man zu Klima/Hambach/Kohle oder was auch immer steht, danke, dass du das mal aufgezeigt hast.

  17. Hallo liebes Lage Team,

    erst mal danke! Ihr macht das toll. Ein besonders Lob geht an Philipp für die Werbung. Du machst das großartig. Könntet Ihr vielleicht mal beide die Werbung sprechen? So als Dialog vielleicht…

    Nun zum inhaltlichen Teil, dem Spurwechsel für Einwanderer:
    Das große Problem besteht ja darin, dass man nur auf deutschem Boden Asyl überhaupt beantragen kann. Also sind die Leute, die einen solchen Antrag stellen schon mal im Lande. Dazu kommt noch, dass bei einer Ablehnung des Antrags eine Abschiebung nicht immer machbar ist.
    Wenn die Leute schon da sind, dann wäre es doch viel sinnvoller sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Anstatt jetzt vollmundig von einem Spurwechsel zu sprechen, könnte man ja gleich, weil die Leute eh schon da sind, beides gleichzeitig vorantreiben. Mit einem Einwanderungsgesetz wäre vermutlich allen geholfen. -Aber bitte liebe Regierung kein Stückwerk und keine faulen Kompromisse wie beim Dieselskandal!

  18. Zum Thema Dieselskandal:

    Auf http://www.bundestag.de liegt das Rechtsgutachten von Prof. Dr. Brenner frei zugägnlich vor. Dort wird auf Seite 22 Absatz aa klar benannt, dass tatsächlich Bußgelder in Höhe von 5.000,- € pro Fahrzeug verhängt werden könnten. Wie Ihr ja auch schon so schön herausgestellt habt…

    Da dies ja offensichtlich nicht passiert, stellt sich mir die Frage, ob es rechtliche Möglichkeiten gibt die Behörde zur Verhängung eines solchen Bußgeldes zu zwingen. Das eigentliche Problem ist ja, dass die Behörde ihren Entscheidungspielraum nutzt, um die Hersteller vor Sanktionen zu schützen.

  19. Liebes Lage-Team,

    auch ich muss mich meinen Vorrednern anschließen, dass ihr beim Thema Dieselgipfel leider etwas zu emotional und teilweise auch falsch berichtet habt. Die meisten Punkte wurden bereits angesprochen. Was ich jedoch noch hinzufügen möchte ist, dass die PKWs von VW auf dem Gelände des BER keinesfalls “Drecksschleudern” sind, sondern Autos nach den neuesten gültigen Standards (Euro 6c und Euro 6d temp). Die Autos können jedoch noch nicht an die Käufer ausgeliefert und angemeldet werden, da für die Modelle noch nicht die entsprechende Typisierung nach dem WLTP-Zyklus durchgeführt wurde. Diese Typisierung muss für jede Motorisierung zusammen mit Getriebe und Ausstattung durchgeführt werden – da hat der VW Konzern jedoch geschlafen und ist zeitlich im Verzug.

    Viele Grüße

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ber-wird-zum-riesenparkplatz-fuer-volkswagen-a-1215229.html

    • IIRC ist es so, dass die Regeln, wie nach WLTP zu testen ist, erst recht spät finalisiert wurde, es immer noch Unklarheiten gibt und es nicht genügend Prüfstände gibt. Das heißt, alle Hersteller konnten garnicht rechtzeitig anfangen und sind daher (massiv) in Verzug. Und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es alle Hersteller gleichermaßen betrifft.

  20. Hallo,
    ich würde mir wünschen dass ihr nochmal recherchiert wieviel der gesamten Schadstoffe in der Luft (vorrangig Feinstaub und Stickoxide) tatsächlich von Autos stammen. Ein paar klare Zahlen würden hier helfen die Problematik besser einordnen zu können. Dieser Bitte liegt folgende Hypothese zugrunde: Wäre es nicht denkbar einer Fabrik eine Auflage zu erteilen und das gleiche Ergebnis zu erzielen anstatt den einzelnen Bürger in dieser Weise einzuschränken bzw. zu belasten?
    Vielen Dank für die hervorragende Arbeit!
    Grüße aus Stuttgart,
    Simon E.

  21. Ein Chemiker (aka Harnstoff-Nerd :D) meldet sich zu Wort und vorab, meine Tischkante ist noch intakt. ;) Also zum Punkt Harnstoff vs. Ammoniak:

    Ulf hat sich da auf alle Fälle beim Thema Harnstoff-Produktion richtig erinnert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Deutschland in der Zeit des Ersten Weltkriegs das Haber-Bosch-Verfahren (https://de.wikipedia.org/wiki/Haber-Bosch-Verfahren) realisiert, das es ermöglichte, im industriellen Maßstab Ammoniak (NH₃) aus Stickstoff (N₂) aus der Luft (besteht zu 78 % aus Stickstoff) und Wasserstoff (H₂) zu gewinnen.

    N₂ + 3 H₂ → 2 NH₃

    Ammoniak ist der Ausgangsstoff für die Synthese von u. a. Ammoniumnitrat (NH₄NO₃), Harnstoff (H₂N-CO-NH₂) und Salpetersäure (HNO₃), was wiederum vor allem für die Düngemittel- („Brot aus Luft“) und Sprengstoffproduktion verwendet wird. Man kann sich denken, welche immense Bedeutung dieser Rohstoff und die Erfindung dieses neuen Syntheseverfahrens zwischen den zwei Weltkriegen hatte. Davor musste man noch Unmengen verwitterten Vogelkots u. a. in der Atacama-Wüste abbauen und aus Übersee verschiffen, um an das wertvolle Nitrat zu kommen, in dem Fall Natriumnitrat (NaNO₃), auch bekannt als Chilesalpeter.

    Beeindruckende Zahlen hierzu: 1-2 % des weltweiten Energiebedarfs entfallen heute allein auf das Haber-Bosch-Verfahren, das für 3-5 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist.

    Zur Abgasreinigung kommt eine 32,5 %-ige wässrige Harnstofflösung zum Einsatz (weitere Bezeichnungen „AUS 32„, „AdBlue“ etc.; https://de.wikipedia.org/wiki/AUS_32). Philip hatte aber auch nicht Unrecht mit „Ammoniak“, denn bei der Abgasreinigung mittels SCR-Verfahren (https://de.wikipedia.org/wiki/Selektive_katalytische_Reduktion) zersetzt sich beim Einspritzen der Harnstoff-Lösung in den heißen Abgasstrom zunächst Harnstoff rückstandsfrei in Kohlenstoffdioxid (CO₂) und Ammoniak unter anschließender katalytischer Reduktion der Stickoxide (NO, NO₂) zu Stickstoff (N₂) und Wasser (H₂O).

    Zersetzung von Harnstoff zu Ammoniak:
    (NH₂)₂CO + H₂O → 2 NH₃ + CO₂

    NOₓ-Reduktion, bspw. bei gleichzeitiger Anwesenheit von Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid:
    2 NH₃ + NO + NO₂ → 2 N₂ + 3 H₂O

    Warum der Umweg von der Produktion von Ammoniak mittels Haber-Bosch-Verfahren über den organischen Feststoff Harnstoff (bzw. in wässriger Lösung) und wieder zurück zum Ammoniak im Abgasstrom? Im Gegensatz zu Ammoniak ist Harnstoff gesundheitlich und von der Handhabung völlig unbedenklich, man kennt es u. a. als Düngemittelbestandteil, aus medizinischen Cremes und natürlich als menschliches Ausscheidungsprodukt in Urin und Schweiß. Ammoniak ist dagegen gasförmig, giftig, ätzend und umweltgefährlich. Gelöst in Wasser wird es nicht angenehmer. Jeder, der schon einmal eine Flasche Ammoniakwasser (Salmiakgeist) geöffnet hat, kennt den unangenehmen, stechenden Geruch.

    Danke für den Podcast und Fragen könnt ihr immer wieder gerne stellen!

    • Danke für die ausführlichen Erläuterungen!

    • Hallo ihr Lieben,

      Das ist ein sehr guter und ausführlicher Kommentar und ich will auch nicht pedantisch ergänzend sein. Vielleicht ist es aber auch für Ulf interessant zu wissen, dass mit der erstmaligen Synthese von Harnstoff von Friedrich Wöhler 1828 eben nicht die organische Chemie begründet, sondern ganz Gegenteilig in eine Krise gestürzt wurde. Die Unterteilung organische und anorganische Chemie entwickelte sich noch aus dem aristotelischen Gedanken einer “vis vitalis” oder Lebenskraft, die den Elementen innewohnt. Es gab eine Unterteilung in belebte und unbelebte Natur, welche trennbar von einander verschieden schienen. Als es Wöhler aber bei der langsamen Erhitzung von dem Salz (NH4)[NCO], welches eindeutig in die anorganische Chemie eingeordnet wird, Harnstoff, also eine organische Verbindung zu synthetisieren, waren diese Grenzen verwoschen und die Einteilung schien hinfällig. Die organische Chemie versuchte sich neu zu definieren (Chemie der Kohlenstoffe, etc.) aber sie wurde nicht erst begründet. In den Zeiten des alten Griechenlands wurden dieses Gebiet abgetrennt.

      Liebe Grüße aus Dresden :)

  22. Das automatisch Ablesen von Kennzeichen wird überall in den Niederlanden gemacht sowohl für Umweltzonen als auch für die Parkraumbewirtschaftung und funktioniert super.

    Datenschutz ist halt eine schöne Ausrede um nichts für die Umwelt tun zu müssen.

    • Es mag sein, dass einige Leute Datenschutz auch als Ausrede verwenden – aber im Grundsatz ist Skepsis gegenüber unbegrenztem Kennzeichen-Scanning, am besten noch mit Vorratsdatenspeicherung der Scans, eine sehr sinnvolle Haltung, Stichwort Bewegungsprofile.

      • 1. Man kann daran zweifeln ob Leute anonym mit Autos durch den städtischen Raum unterweg sein dürfen. Es ist einfach zu wenig Platz da und zu viel Potenzial für Misbrauch weswegen eine viel starkere Regulierung gewünscht ist. Wer anonym sein möchte, kann auch laufen.

        2. Man kann diese Technologien sehr einfach einsetzen ohne jegliche Form von Datenspeicherung. Ein Kennzeichen wird geprüft und bei Fehlverhalten den Beweis gespeichert und ein Bußgeld mit der Post verschickt.

        3. Statt jeder Fortschritt mit der Canard des Datenschutzes vorzubeugen, könnte man auch darauf einsetzen dass diese Technologien angewendet werden UND vernünftig demokratisch kontrolliert werden.

  23. Was mir immer wieder und bei fast jeder Berichterstattung im Bereich der NOx-Belastung auffällt: Ich habe bisher noch kein einziges mal eine wirkliche kritische Betrachtung der deutschen Messmethoden der Umweltbelastung gesehen. So gibt es z.B. Vorgaben, dass die Luftschadstoffbelastung bis 25m von Kreuzungen und 10m von Fahrbahnen entfernt zu erfolgen hat. In HH stehen die Luftmesscontainer direkt am Fahrbahnrand im Parkstreifen. Und da wundert man sich, dass man zu hohe Schadstoffbelastungen misst? Vielleicht sollte man erstmal wirklich europaweit einheitliche Vorgaben machen und dann mal schauen, wie viel man dann wirklich noch machen muss, um die Grenzwerte einzuhalten.

    • Valider Punkt mit den Aufstellorten der Messstationen. Man kann aber auch in die andere Richtung argumentieren, dass die Autofahrer selbst, auch was die Luftqualität angeht, zu den Hauptgeschädigten gehören. Schließlich sind sie diejenigen, die den Abgasen am stärksten ausgesetzt sind. Oder anders gesagt: Da, wo Abgase anfallen, sind auch Menschen, die sie erzeugen und selbigen ausgesetzt sind. Hinzukommt dass die Schadstoffe sich im Autoinnenraum anreichern, sodass die Belastung drinnen stärker ist als draußen (siehe http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/radfahrer-und-abgase-feinstaub-verkuerzt-lebenszeit-a-824534.html).

      Es ist also nicht nur wichtig, für die Menschen um die Ecke, hinter der Baumreihe an der Straße, im von Hecken umringten Wohngebiet saubere Luft sicherzustellen, sondern auch allen Verkehrsteilnehmern, die sich nun mal täglich in unmittelbarer Nähe zum Kfz-Verkehr aufhalten. Sich dessen bewusst zu werden, könnte auch helfen, dieses Schwarz-Weiß-Schema „Autofahrer gegen den Rest“ aufzulösen. Denn bessere Luft heißt nicht gleich, dass es den Autofahrern an den Kragen geht, sauberere Luft kommt ihnen genauso zugute und ist im Interesse aller Verkehrsteilnehmer.

      • Bitte nicht falsch verstehen. Wenn es nach mir geht, könnten wir auch sofort den Verkauf von Verbrennungsmotorgetriebenen Fahrzeugen verbieten und nur noch E-Fahrzeuge erlauben. Der Strom für die Fahrzeuge wird mit Windrädern erzeugt, die im Mindestabstand neben unseren Autobahnen stehen (Dort ist die Landschaft schon verschandelt, Infraschall spielt keine Rolle und Stromleitungen kann man wunderbar im Grünstreifen neben der Autobahn vergraben) Dann hätten wir das Problem mit den CO2- und NOx-Belastung durch den Individualverkehr nicht mehr. Ich weiß aber auch selber, dass das unrealistisch ist…

        Was ich als Problematisch ansehe ist eben, dass bei der Luftverschmutzung so sehr auf Deutschland und den deutschen Autobauern rumgehackt wird. Wir aber keine effektive europaweite Vergleichbarkeit der Belastungen haben. Deshalb brauchen wir als erstes mal einheitliche Messstandards, um dann im zweiten Schritt europaweit die Gesamt-Schadstoffbelastung zu reduzieren. Die Belastung muss aber großflächig reduziert werden und nicht nur auf 600m der Max-Brauer-Allee in Hamburg…

  24. Themenpunkt Diesel-Gipfel:

    […]Der ADAC hat getestet…[…]
    Kann man natürlich 100% vertrauen.

    *lauthals lacht*

    • Wenn die Tests des ADAC das Auto und seine Hersteller der Schwindelei überführen, dann halte ich das schon für einigermaßen glaubwürdig. Sie nicht?

  25. Liebes Lage-Team,

    Mit Begeisterung und großem Vertrauen in Euren Podcast höre ich diesen nun schon seit sehr langer Zeit sehr regelmäßig. Dieses Vertrauen, so muss ich es leider sagen, wurde durch Eure Berichterstattung und Diskussion zum Diesel Skandal schwer erschüttert.

    Ähnlich zu vielen anderen Medien werden hier viele Themen zum Thema Diesel, Luftqualität und Abschaltautomatiken
    komplett durcheinander geworfen.

    Drei Beispiele möchte ich rausgreifen

    1) Fehlende Differenzierung der Abgasnormen und Prüfvorgaben: wie vom Vorkommentator Elmar bereits angesprochen, wird Pauschal behauptet, dass bei Euro 6 Dieseln betrogen wurde und diese gegen geltende Regeln verstoßen würden. Das ist – bis auf wenige Ausnahmen – falsch. Sie halten die damals gesetzten Grenzwerte in der Prüfnorm auf dem Prüfstand ein. Ein Test unter Straßenbedingungen ist erst Teil von 6D Temp, oft werden aber „ältere“ Euro 6 Fahrzeuge einfach pauschal nach irgendwelchen anderen Kriterien vermessen und behauptet der Grenzwert würde überschritten. Das geht übrigens mit jedem 6D Temp Auto heute immer noch, einfach beliebig schneller fahren, irgendwann überschreitet man immer den definierten Grenzwert.

    2) Fehlende Differenzierung der Hersteller: Es wird ständige auf „die deutschen Hersteller“ eingehackt, an einer Stelle sogar auf Renault als Alternative verwiesen. Zunächst mal hatte BMW praktisch keine Involvierung im Diesel Skandal, wird aber häufig in Gruppenhaft genommen. Mehrere Tests des ADAC und der Auto Motor Sport haben ergeben, dass insbesondere Renault deutlich höhere Abweichungen von Realität von Prüfstand aufweist als beispielsweise VW. Wobei wie gesagt, dass bei der damaligen Entwicklung entsprechend der politischen Prüfstandsvorgaben auch gar nicht entscheidend war.

    3) Pauschale Verteufelung des Diesels und Bezeichnung „Dreckschleuder“: man merkt, dass man in eine Ideologische Diskussion mit Nicht-Ingenieuren eintritt wenn eine Technologie pauschal diffamiert wird während gleichzeitig keinerlei positive Aspekte (geringer Verbrauch, geringe CO2-Werte, geringer Footprint bei der Herstellung im Vergleich zum Elektroauto) genannt werden und eine andere Technologie als Pauschal in allen Fällen besser dargestellt wird. Bitte prüft doch einmal vorab, wie viele der NOx Emissionen überschaut durch Diesel in Städten verursacht werden und wie viele vonindustrie, Schiffsfahrt und Komfort Kaminöfen ? wie viel Euro pro reduzierten Gramm Schadstoff kostet es an stationären Verursachern zu verbessern und wie viele an mobilen ? Ich lasse euch das selbst rausfinden, damit ihr mir nicht vorwerft ich hätte selektive Quellen ausgewählt.

    Damit ihr mich nicht falsch versteht, ich bin absolut bei Euch beim Thema Schadenersatz des Wertverlustes durch Abschaltautomatiken und Verantwortung der Industrie. Hier müsste etwas getan werden, aber bitte nicht pauschal alle Fakten ignorieren und verschiedene Hersteller oder ganze Technologien in einen Pott als Art Gruppenhaft nehmen. Vor drei Jahren haben die gleichen Ahnungslosen nämlich alle von Benzinern zu diesel (wegen CO2) getrieben, jetzt von Diesel wegen NOx zurück zu Benzin oder Elektro, und in weiteren 3-5 Jahren weg von Benzin wegen Nanopartikeln und weg von Elektro, weil man dann drauf kam welche Nachteile diese Technologie beispielsweise bei der Herstellung von Batterien hat. Weniger Hysterie, mehr Wissenschaft! Interviewt doch dazu mal einen Professor vom WKM (zum Beispiel Professor Beidl).

    Viele Grüße

    (Getippt auf dem Handy)

    • zu 1) Der ADAC und andere haben getestet, welche Euro 6b sich an die gedetzlichen Grenzwerte halten. Ergebnis: Die meisten übertreffen ihn um ein Vielfaches: „69 gemessene Modelle zeigten im Schnitt einen Ausstoß von 341 mg/km – allerdings bei einem Grenzwert von 80 mg/km.“

      Wir haben nicht behauptet, dass das immer durch Betrug passiert, aber es wurde getrickst. Und wenn es um saubere Luft und die Gesundheit geht und es Grenzwerte gibt, dann hätte ich gern, dass Autos, die als Austausch-Autos erlaubt sind, diese Grenzwerte auch einhalten. Tun sie aber oft nicht. (Link siehe Shownotes)

      2) Wir haben nicht gesagt, dass alle betrügen oder betrogen haben. Fakt ist aber, dass auch viele BMW die Grenzwerte nur auf dem Prüfstand einhalten und nicht auf der Straße.

      3) „Diesel-Pkw sind die Hauptquelle für Stickoxid in den Städten. Der Verkehrsbereich trägt zu rund 60 Prozent zur Stickstoffdioxid (NO2)-Belastung bei. Daran sind die Diesel-Pkw mit 72,5 Prozent beteiligt.“
      https://www.umweltbundesamt.de/themen/neun-fragen-antworten-diesel

      Dass es natürlich auch andere NOx- und CO2-Emitenten gibt, ist klar, kann aber kein Argument dafür sein, dem Diesel das durchgehen zu lassen. Wir argumentieren auch gar nicht gegen den Diesel als solchen. Ich will generell weniger Autos in den Städten und die, die da fahren, müssen sich auch auf der Straße an Grenzwerte halten. Diesel mit Euro 6d-Temp tun das in der Regel, deswegen auch unsere Forderung, diese als Austauschautos vorzuschreiben.

      • @1/2
        Aber leider ist der Prüfstand das was zählt. Das liegt natürlich an der langjährigen Klüngelei zwischen Autoindustrie, Behörden und Politik, die wir auch heute noch gut beobachten können.
        Aber zur Rechenschaft ziehen müsste man dafür die Politiker, die das möglich gemacht haben.

      • Ach so ist das. Die einen haben betrogen und die anderen haben “getrickst”. Also sind alle schuldig oder wie?
        Wenn Christiano Ronaldo den Ball mit der Hacke spielt, ist er dann auch sowas wie ein Betrüger?
        Der Ramen ist das Gesetz und wenn ein Autokonzern diese Vorgaben nicht ausschöpft, kann er sich in im Markt nicht halten, bzw. macht sich gegenüber den Aktionären sogar angreifbar. Ich finde das ja auch nicht gut, aber wenn der Gesetzgeber zu blöd ist die Regelungen so zu formulieren das sie eindeutig sind, gehört er halt abgewählt oder zur Rechenschaft gezogen.

      • Danke an David und danke an Philip. Ich hatte in dem gesamten Auto-Segment die Frage auf den Lippen “Schlimm genug, aber was sind die rechtlichen Grundlagen der Tests und der Regressmöglichkeiten?” Auf die sind Ulf und Du, Philip, ja zum Schluss des Segments auch eingegangen. Schön, dass diese Themen hier im Forum auch noch weiter bearbeitet werden.

        An die gesellschaftliche Verantwortung von Aktiengesellschaften glaube ich nicht. Wie beim Hambacher Forst sehe ich weder RWE noch die Autoindustrie als erste Verantwortliche, sondern die Politik, die Verträge und Richtlinien mangelhaft ausgearbeitet, mit nicht genügend abschreckenden Strafen belegt und mangelhaft überwacht hat.

        Der Abgasskandal und auch Eure Anmerkungen zur Entwicklung der Polizei (höre auch hier: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/polizeigewalt-104.html) bringen mich (immer) wieder dazu, dass der Schutz und die Stärkung von Whistleblowern gestärkt werden muss: Wieviele hundert Ingenieurinnen und Ingenieure waren im Laufe des letzten Jahrzehnts am kriminellen Teil des Abgasskandals beteiligt – und wieviele Milliarden- und Reputationsschäden hätten abgewendet werden können, wenn nur eine Person aus dem Autocorps die Machenschaften verpfiffen hätte?

        Die Tatsache, dass die Aufdeckung nicht aus der Reihe der Beteiligten selbst kam, beweist für mich, dass der Schutz von Whistleblowern nicht gut genug ist. Ein Whistleblower muss belohnt werden, dass er Schaden von der Gesellschaft abwendet.

    • Hallo David,
      das ist genau das, was ich mit meinem Beitrag von vorgestern anstossen wollte.
      In unserem Land fehlt eine sachliche und differenzierte Betrachtung verschiedener Herausforderungen, sei es jetzt Zuwanderung oder aber eben der “Diesel-Skandal”, der eigentlich nur ein VW-Skandal ist.
      Die Deutschen schwanken immer von “komplett ignorieren” auf “Hysterie”-Modus mit leider wenigen Nuancen dazwischen. Wenn wir beim zweiten angekommen sind, ist die Sachlichkeit dahin.
      Ich wollte nochmal den Artikel aus dem Ärzteblatt bewerben. Ich versuche es mal mit dem Link:

      https://www.aerzteblatt.de/archiv/200863/Feinstaub-und-Stickstoffdioxid-(NO-sub-2-sub-)-Eine-kritische-Bewertung-der-aktuellen-Risikodiskussion

      Falls das nicht klappt, hier das Fazit als Zitat:

      – Die Analyse der Studiendaten zu Feinstaub und NO2 entbehren einer soliden wissenschaftlichen Basis.
      – Die derzeitigen Grenzwerte für Feinstaub und NO2 sind daraus nicht ableitbar, ebenso die hochgerechnete Mortalität.
      – Dieser Beitrag soll einer Versachlichung der Diskussion dienen. Sie ist keine „Absolution“ für die unverantwortlichen Manipulationen wesentlicher Teile der Autoindustrie bezüglich des Schadstoffausstoßes.

      Dass mit der NO2-Hypothese vielleicht etwas nicht passen könnte, erschliesst sich auch jedem Stadt-Radler. Wann bekommen wir denn an der Ampel beim Radfahren Atemnot?
      a) hinter einem Euro-5-Diesel-PKW?
      b) hinter eienem Euro-6-Betrugs-Passat?
      c) hinter einem rumänischen Sattelzug (nur als Beispiel, habe nix gegen Rumänen)
      d) hinter einem 10 Jahre alten Benz-Sprinter von der lokalen Schreinerei?

      Bei mir sind das eher c und d, aber meldet Euch, wenn es in Eurer Stadt anders ist.

      Und noch zum Thema Elektro. Das sehe ich auch wie David. Habe einen Tesla probegefahren. Ist cool, aber einfach ein Luxusauto, das die meisten sich weder leisten können, noch eine Möglichkeit zum Aufladen desselben haben.
      Für mich ist Elektromobilität z.Zeit eine Umverteilung von unten nach oben. Der “Normalo” finanziert qua Steuer die Mobilität der Anwälte und anderen Gutverdienern mit. Kann man machen, muss man aber halt dann auch als solches benennen. Unsere Abgasprobleme in den Städten löst das sicher nicht. Hier wäre eher die Förderung von E-Bikes anzudenken. Die kann man wenigstens in der Wohnung aufladen.

      Viele Grüße

      PS: @David
      Renault erwähnte ich nicht, weil sie saubere(re) Autos bauen, sonder weil sie die ersten waren, die die Aktion der Bundesregierung für eine Marketing-Kampagne nutzen…

  26. Thema Diesel: Sorry aber ihr vereinfacht da unzulässig.
    Mir ist bewust das es sich dabei um einen komplizierten Sachverhalt handelt, aber wenn ihr euch an eine Faustregel haltet wird das wohlmöglich klarer:
    1. Gibt es einen Gesetztesverstoß, also einen Betrug, muß der Herrsteller von Gerichten oder Regierung gezwungen werden das Auto zurückzunehmen oder nachzurüsten. Das ist bisher nur bei den Autos aus dem VW-Konzern der Fall.
    2. War die Zulassung des Autos legal kann man dem Herrsteller gar nichts. Die Abgasnorm mit allen Ausnahmetatbeständen wurde erfüllt und fertig. Ob die Grenzwerte jetzt ausreichend sind oder ob einem das Prüfverfahren jetzt unrealistisch vorkommt oder nicht ist schlicht und einfach irrelevant.
    Aussagen wie “Die Autoindustrie hat Betrogen” sind genau so falsch wie:”Alle Sachsen sind Nazis”, “Alle Anwälte sind Gauner” oder “Alle Ärzte sind von der Pharmaindustrie geschmiert”.
    Bei den NOx Grenzwerten haben wir eine Situation in der ein Konzern betrogen hat, der jetzt versucht die anderen Hersteller mit in die Verantwortung zu ziehen. Dabei bekommt er tatkräftige unterstützung von schlecht informierten Medien und selbsternannten Umweltverbänden, die das technische und juristische halbwissen der Journalisten eiskalt ausnutzen, indem sie markige Schlagzeilen produzieren die für Aufmerksamkeit und für Quote sorgen.
    Wenn man eine reduzierung der NOx werte in den Städten erreichen will geht das nur langfristig. Euro 6d-temp ist jetzt eingeführt. Genauso wie früher mal der Katalysator gegen das Waldsterben, oder FCKW freie Sprühdosen und Kühlschränke gegen das Ozonloch. Ich kann mich nicht erinnern das in den neunzigern alte Kühlschränke von den Herstellern kostenlos gegen neue umgetauscht werden mussten, weil sie FCKW enthielten.

  27. 00:39:15 “…empfehlen diese Experten den sehr schnellen und beherzten Ausstieg aus der Stromgewinnung” … Badumm tzzz…. :-) so stellen sich viele in der Republik das auch vor.

    Immerhin. Viele haben eine Erregung verspürt. Viele haben Beiträge verfasst. Viele haben geklickt. Viele die ‘anderen’ in den ‘sozialen’ Netzwerken angepöbelt. Einige ein schönes Fest gehabt. Es wurden Helden und Martyrer geschaffen.

    Ich frage mich nur wie lange es wohl dauert bis die Tiere nach dem ganzen Trubel zurück in den Wald kommen werden. Und wie viele der Besetzer Ihre Ausscheidungen im Wald hinterlassen haben. Die Tiere könne ja dann wider über den Tagebau und die Autobahntrassen zurück wandern….

    Kurzweiliger Wohlfühl-Aktionismus für 200 Hektar. Viele fühlten sich ‘stimuliert’.

    Menschen. Immer bereit fürs Reputationsmanagement innerhalb der Peer-Group sich ins nächste Wasserglas zu erbrechen und zu behaupten es wäre ein Sturm.

    Läuft.

    Der Rentner sind weiterhin besorgt und schockiert um ‘die Arbeitsplätze ™ ‘ .
    Die ‘Progressiven’ haben Familie und ‘den Konzernen ™’ gezeigt was ein echter Che Guevara ist.

    Jaja, ein Zeichen musste gesetzt werden. Ich schlage als bronzenes Denkmal Toilettenpapierfetzen mit Häufchen vor Baum mit eingeritztem Like vor.

    • Was für ein nutzloser Kommentar.

      Bricht die Versorgungssicherheit in Deutschland zusammen wenn der Hambacher Forst nicht gerodet wird? Glauben Sie allen ernstes, dass Deutschland bei der Abkehr von der Kohleverbrennung den schnellst möglichen Weg geht? Oder doch eher den, den die Konzerne gerade noch so bereit sind mitzutragen?

      • Top Priorität muss die Versorgungssicherheit sein und die können die Erneuerbaren Energien derzeit nicht mal annähernd leisten (vielleicht mal an windigen Sommertagen, aber wir wollen auch Januar Nachts Strom). Und solange die nicht gegeben ist, ist nichts aber auch gar nichts mit Kohleausstieg. Und an die vielen tausend Mitarbeiter, Steuerzahler und Bürger die bei RWE in einer eher strukturschwachen Region arbeitet denkt auch keiner. Schon der Ausstieg aus der Steinkohle hat ja Arbeitsmarkt mäßig super funktioniert..

      • > Und an die vielen tausend Mitarbeiter, Steuerzahler und Bürger die bei RWE in einer eher strukturschwachen Region arbeitet denkt auch keiner.

        Na immerhin sagt es mal einer der Kommentatoren die hier so sehr Pro Kohleabbau sind: Es geht um eure Jobs. Ich kann verstehen, dass das natürlich nicht so toll ist, aber wo ist die Grenze? Die Technologie hat eben einen entscheidenden Nachteil, sie sorgt dafür dass unsere Kinder und deren Kinder einen immer weniger lebenswerten und lebensfähigen Planeten vorfinden werden. Alternativen sind aktuell da, und werden weiter entwickelt.

      • Ich habe noch immer keinen Grund gehört, warum die Braunkohle unbedingt aus dem Hambacher Forst kommen muss.
        Oder gab es Berichte, dass ohne genau diese Kohle nächstes Jahr die Kraftwerke ausgeschaltet werden müssen und dann die Netze zusammenbrechen werden?

      • In der Tat. Und welch eine darauf wunderbar ergänzende Antwort.
        Ich Gratuliere zum Gemeinsam geschaffenen Gesamtkunstwerk.
        Sie bestätigen sehr schön die Grundlage für meinen sarkastischen Grundtenor.

        Um Ihre Fragen zu beantworten?
        1. Nein
        2. Nein
        3. Ja

        Ich hätte im Gegenzug auch ein paar Fragen wenn Sie so freundlich wären:

        1. Wieso wird denn Nützlichkeit an Gefälligkeit bemessen und wieso ist das ein valides Kriterium?

        2. Wieso attackieren sie die antizipierte Strohpuppe anhand von Aspekten die nicht mal in Abrede gestellt – oder überhaupt dazu ernsthaft Position genommen wurde?

        3. Ging es Ihnen dabei um einen Austausch von Argumenten oder darum den eigenen Standpunkt los zu werden?

        Nur um den Standpunkt meines Kommentars nochmal zu verdeutlichen:

        Die Frage nach dem warum wird meist wage mit einer Art Utilitarismus beantwortet.
        Mein Zweck heiligt das Mittel. Aber ab wann wird das denn mal hinterfragt oder zur Farce?

        Warum dieses gallische Dorf umstellt von Industrie? Doch nur weil es eines ist oder?
        Wieso dieser Waldrest? Was soll das bewirken? Warum ist das dort geboten? Fragen die jeder zu jederzeit von ‘seiner’ Gegenseite beantwortet haben möchte, aber nicht selbst rechtfertigen will.

        Es ist nicht definiert was das erstrebenswerte Ziel überhaupt wäre. Geschweige denn welche Zeit und Rahmen es dazu macht? Vage Beschreibung als Wegpunkte und Mittel zur Erreichung ‘höherer’ Ziele.

        Weltfrieden ist für mich leider keine valide Antwort auf die Frage nach einem konkreten Zweck und Legimitation – es sei denn man bewirbt sich als Miss Universe.

        Dann als Ziel nur ein ‘spuckt den anderen in die Suppe’ zu unterstellen halte ich für legitim.

        Das war der Grund für meinen Sarkasmus. Es geht nicht darum in der Sache Fortschritte zu erzielen, sondern sich in seiner Position wohl zu fühlen. Ist das bedroht, wird gegrantelt.
        Dabei sieht dann an der Montranz die man vor sich her trägt aber keiner der Seiten gut aus.

        Sei es nun Versorgungssicherheit (Gewinn) oder Umwelterhalt (Abwehr von Konzerninteressen).

        ‘Die Hölle? Das sind immer die anderen!’

  28. Zur Diskussion um das Erstarken der (extremen) Rechten: war heute in Apolda (Thüringen). Dort wurde ein Nazikonzert ziemlich schnell aufgelöst. Dank der Gegendemo, die den Rechtsradikalen nur sehr, sehr langsam den Raum freigaben, und des kompromisslosen Vorgehens der Polizei, sobald von Seiten der Rechten Gewalt angewendet wurde. Meines Erachtens macht es einen großen Unterschied, welche Marschrichtung der Polizei durch den Dienstherrn vorgegeben wird.

  29. Vielen Dank für die Informationen und Bewertungen zu dem “Ergebnis” des Dieselgipfels. Es gab wieder eine Menge interessanter Informationen über die man nachdenken konnte. Allerdings bin ich mit einem Punkt – der in den Kommentaren der letzten Folgen auch immer mal wieder aufkam – etwas unzufrieden mit der Darstellung.
    Ihr redet immer wieder davon, dass die auch die Euro 6 Fahrzeuge die Grenzwerte überschreiten. Das sehe ich – nach meinem aktuellen Informationsstand – anders.
    Wenn ich Grenzwerte festlege, dann brauche ich ein Prüfverfahren um diese Grenzwerte zu kontrollieren. Dieses Prüfverfahren muss nachvollziehbar, wiederholbar und nach klar definierten Regeln durchzuführen sein. Bei Euro 6 hat man sich nun entschieden, dieses Verfahren im “Labor”/auf dem Prüfstand auf Basis eines bestimmten Fahrzyklus mit definierten Ausnahmen und Rahmenbedingungen durchzuführen. Und nach diesem Verfahren dürfen die Grenzwerte nicht überschritten werden. Mein Verständnis ist, dass dies die Fahrzeuge – abgesehen von einigen wenigen Betrügern, welche die Rahmenbedingungen nicht eingehalten haben (Abschaltvorrichtungen mit falschen Parametern) – erfüllen.
    Damit werden die gesetzlichen Grenzwerte durchaus eingehalten!

    In der Diskussion ist allerdings immer gemeint, dass der Schadstoffaustausch auf der Straße wesentlich höher ist. Das wurde vor 6c und d temp aber auch nicht geprüft. Damit nutzen die Hersteller ein offensichtlich dämliches Prüfverfahren aus, können aber wohl nicht dafür belangt oder zu Änderungen gezwungen werden. Und damit kommt es zu solchen wachsweichen Aussagen wie sie von Euch kritisiert wurden.
    Der einzige Weg aus dieser Misere heraus ist die Einführung eines realistischeren Prüfverfahrens mit weniger Sonderlocken, wie es wohl mit Euro 6d temp wohl auch endlich kommt. Und siehe da, auf einmal erfüllen neue Fahrzeuge auch diese Anforderungen und sind endlich sauber(er).
    Ich sehe hier also vor allem ein Versagen bei den Gesetzen und Vorschriften, und ein “nur” moralisch bedenkliches aber nicht rechtlich verfolgbares Vorgehen der Hersteller.

    • Hallo Ihr beiden und danke Elmar,
      das ist *einer* der Punkte, die ich auch zur Diesel-“Ergebnis”-Berichterstattung schreiben wollte.

      In der Gesamtschau stimme ich mit Euch komplett überein. Das Ganze war ein peinlicher Kniefall vor der Autoindustrie. (Stichworte “die Regierung erwartet…” – da kann sie wohl lange darauf warten. Und Umrüstung der gewerblichen Fahrzeuge auf Steuerzahlerkosten)
      Einige Aspekte sehe ich aber doch etwas differenzierter.

      1.
      Elmar hat m.E. Recht. Die Kombination aus (zu) ehrgeizigen Schadstoffzielen, dann aber Prüfkriterien für Autos, die man sich vermutlich von der Lobby hat schreiben lassen, führt dann zu dem Ergebnis, das wir jetzt haben. Hier hat man – ausser den Fahrzeugen, die auch noch auf dem Prüfstand betrogen haben – nichts in der Hand. Daher auch der freche, fast schon unverschämte Tonfall der Industrie nach diesem “Gipfel”.

      2.
      Die Rabatte scheinen jetzt offenbar doch auch markenübergreifend angeboten zu werden. Das heisst, dass das sicher unter Marketing gebucht werden kann – aber auch, dass kein VW-Fahrer gezwungen ist, wieder einen solchen zu kaufen, wenn z.B. das Vertrauen in den Hersteller erschöpft ist. Hier war m.W. Renault der Vorreiter; mal sehen, was da noch kommt.

      3.
      Angekaufte Autos können wieder auf dem Land verwendet werden. Ich wohne auf dem “Land”. Ich halte das ehrlicherweise für die umweltfreundlichste Lösung. Diese Autos haben sind ja CO2-sparend. Das NOx ist ausserhalb der Städte eher kein Problem aufgrund der geringeren Verkehrsdichte. Wir haben hier eher mit Landwirten zu kämpfen, die die Gülle aus ihren Massentierställen in großer Menge auf Äckern verklappen. Der Ammoniakgehalt der Luft kann dann je nach Witterung wirklich (und das meine ich so, bin selbst Arzt) zu akuter Atemnot führen.
      Was wäre die Alternative? Diese Autos, die mit hohem Energieaufwand gebaut wurden, verschrotten? Nach Afrika verschiffen?

      4. Wieso ist das wieder primär in D so ein Theater. Kann es sein, dass wir die einzigen sind, die die Messstationen nach DIN und TÜV mustergültig aufgestellt haben? Ist nur bei uns das Wetter so, dass es Inversionslagen gibt? Oder ist hier wieder die gute alte deutsche Hysterie am Start. Zur kritischen Diskussion hier noch ein Lesetipp aus dem vorletzten Ärzteblatt. (www.aerzteblatt.de Suche nach “Stickstoffdioxid”)

      5. Zuletzt noch ein Vorschlag, den ich aus Paris gehört habe und genial finde, auch wenn er für D wahrscheinlich zu pragmatisch ist. Hier werden m.W. rollierend Dieselautos, die > 10 Jahre alt sind, aus der Stadt verbannt. Das führt zum einen zur Entfernung der schlimmsten Stinker sofort – und jedes Jahr zu einer kontinuierlichen Verbesserung. Zum anderen ergibt sich Planungssicherheit für die Anwohner, die zumindest nicht fast neue Autos mit hohem Wertverlust abstossen müssen.
      Ist aber wie gesagt vermutlich zu pragmatisch :)

      • Nichts desto trotz hat die Bundesregierung die Chance in der Situation verpasst. Gab es nicht einmal ein Ziel, den Anteil der Elektromobilität zu erhöhen? Ich meine, wenn man schon der heimischen Autoindustrie auf die Sprünge helfen will, warum stellt die GroKo die Industrie nicht vor die Alternative: Entweder Hardware-Nachrüstung oder Angebot eines Elektrofahrzeugs mit Rabatt in Höhe der Nachrüstung plus Werverlust? Mir scheint dies ein aktuelles Beispiel dafür zu sein, dass die Wirtschaft die Regeln in unserer Gesellschaft festlegt, weil gewählte Politiker, die eigentlich für die Regeln zuständig sind, das zulassen. Selbst wenn ich mich hier täusche: Schlimm, dass der Eindruck nicht von der Hand zu weisen ist.

      • Es gibt halt noch keine E Fahrzeug in allen Preis- und Nutzungsklassen. Wo bleibt die bezahlbare Familienkutsche? Daran würde auch politischer Aktionismus nichts ändern.

      • Dann sollen sie halt Teslas einkaufen und ihr Markenschildchen draufkleben. Das Ziel der Elektromobiltät gibt es schon länger. Hat also nix mit Aktionismus zu tun. Wenn das das Argument der Autoindustrie ist, hat sie den Knall noch nicht gehört.

      • Ich möchte auch nochmal anmerken, dass das Verschrotten funktionstüchtiger PKW aus Umweltgesichtspunkten eine wirklich schlechte Idee wäre. Die Problematik der Stickoxidkonzentration in Großstädten sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Herstellung und das Recycling von Autos energie- und damit CO2-intensiv ist. Der ADAC hat hierzu neulich interessante Zahlen veröffentlicht: https://www.adac.de/infotestrat/umwelt-und-innovation/abgas/oekobilanz/default.aspx

        Selbst beim Diesel machen Herstellung und Recycling nach 150.000 km noch ein gutes Viertel des CO2-Footprints aus. Zudem sind moderne Autos selten merklich sparsamer als ihre Vorgänger. Wer also einen sparsamen Diesel hat, sollte ihn zum Wohle der Umwelt fahren, bis er auseinander fällt…

  30. 6. Oktober 2018 um 20:48 Uhr
    Oliver Hentschel

    Liebes Lage-Team,

    ich verwende mein politisches Interesse derzeit um ein möglichst konkretes Parteiprogramm zu schreiben. Die LdN ist dabei eine meiner Quellen und ich habe mittlerweile auf diversen Wanderungen und Spaziergängen alle alten Folgen nachgehört.

    Ich finde gerade Ihre offene Subjektivität gepaart mit der von Ihnen gelebten Transparenz hinsichtlich persönlicher und / oder beruflicher Interessen und Verflechtungen und Ihren Quellen sehr erfrischend.

    Meiner Meinung nach leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur politischen Willensbildung in Deutschland. Vielen Dank dafür.

    Mit freundlichen Grüßen

  31. Nach dem die SPD den Weg für die Niedriglohnbranche freigemacht hat und kräftig bei der Etablierung der Zeitarbeitbranche mitwirkte kommt sowas. Toll! Jetzt mal ganz davon abgesehen ob so eine Spurwechsel gerecht ist oder nicht, das ist die Forderung der Industrie! Es geht hier schlicht und einfach um billige Arbeitskräfte. Das hatte Bernie Sanders [1] auch ganz klar und deutlich so geschildert.

    Es gibt ohne Witz SPDler wie Ulf, die von dieser Idee begeistert sind. Es mag eine pragmatische Idee sein, nur sie dürfte nicht die Unterschrift der SPD tragen… Genau wie Hartz IV. Außer man will natürlich sich ganz von der Arbeiterklasse abwenden. Dann viel Spaß unter 10 %. Manch mal frage ich mich echt was solche Menschen in der SPD verloren haben. Engagiert euch doch gleich bei den Grünen. Moralisch auf dem hohen Ross und ihr könnt die Interessen der neuen Mittelschicht/Pavenu vertreten. Aber bitte hört auf die SPD kaputtzumachen!

    1. https://www.youtube.com/watch?v=vf-k6qOfXz0

    • Da Abschieben in vielen Fällen nicht klappen wird, bleibt nur die Frage: hab ich den jungen Herren lieber als Billiglöhner im Land oder als Drogendealer.

      Mindestlohn rauf auf 12 Euro und diese Diskussion ist erledigt.

      • Hallo ihr beiden,

        vielen Dank auch von mir für die ausführliche Berichtserstattung zum Dieselgipfel. Aufgefallen sind mir jedoch zwei Punkte, zum einen was Elmar unten bereits schrieb: die meisten Autohersteller haben ihre Autos ohne betrügerische Software nach geltenden Vorschriften und anerkanntem Testverfahren typisieren lassen und haben dabei die erforderlichen Grenzwerte erfüllt. Somit haben die Hersteller hier nicht betrogen.
        Ein weiterer Punkt ist, dass Ihr ansprecht, dass durch die Dieselprämie alte, bisher unverkäufliche, Euro 6 Fahrzeuge nun doch noch auf den Markt gebracht werden. Das kann so nicht stimmen, denn seit dem 01.09.18 dürfen in Deutschland nur noch Autos neu zugelassen werden, die die Abgasnormen Euro 6c oder 6d temp erfüllen. Neuwagen die diese Anforderungen nicht erfüllen, können nicht mehr angemeldet werden und müssten somit verschrottet werden. Dies sind allerdings nicht die von Euch angesprochenen Autos auf dem Gelände des BER – dort stehen nämlich Autos die den aktuellsten Anforderungen entsprechen, jedoch noch nicht entsprechend getestet wurden. Um eine Typisierung nach den neuen Normen zu erhalten, muss jede Kombination von Getriebe, Motorisierung und Ausstattung nach dem neuen Fahrzyklus (WLTP Zyklus) typisiert werden. Das haben die Autohersteller nicht rechtzeitig geschafft und die Autos müssen somit in Berlin geparkt werden. Sobald die Typisierung abgeschlossen ist, können die Autos ausgeliefert und angemeldet werden.

        Auch in den weiteren Themen eine sehr spannende Lage.
        Viele Grüße

      • Das ist sowohl rassistisch als auch kurzsichtig. Rassistisch weil es unterstellt arbeitslose Migranten wären kriminell. Kurzsichtig weil es unterstellt unser Staat könnte seine Grenzen nicht schließen und auf keinen Fall unliebsame Gäste entfernen.
        Kurzsichtig auch weil es unterstellt, ein höherer Mindestlohn würde die Arbeitsmarktsituation für die neue Masse an Geringverdienern irgendwie verbessern. Im Gegenteil gibt es dann spätestens bei der nächsten Wirtschaftskrise dann kein Job mehr für die ganzen Spurwechsler und schon länger hier lebenden Geringverdiener.

      • @Rüdiger

        Mit Rassismus hat das doch nichts zu tun. Wenn du, aus einem bitterarmen Land stammend, ein paar Tausend Euro auf den Tisch gelegt hast, um nach Europa zu kommen, dann *musst* du hier zu Geld kommen. Scheiß egal wie. Du *musst*. Unter diesem Druck kannst du, in Abwesenheit legaler Verdienstmöglichkeiten, wählen zwischen Schwarzarbeit, Prostitution und Kriminalität. Nicht wenige sind gleich auf allen drei Feldern aktiv.

        Und: nein, Deutschland wird seine Grenzen nicht dicht machen. Geschweigedenn den notwendigen Polizeistaat aufbauen, um ein paar hunderttausend bereits im Land befindliche Illegale, zu erst zu internieren und irgendwannn irgendwohin abzuschieben. Schlochtweg weil das so saudumm wäre, wie sich einen juckenden Pickel mit der Schrotflinte von der Nase zu schießen.

      • Alle Staaten die ihre Grenzen vor illegaler Einwanderung schützen sind Polizeistaaten? So wie die Schweiz?
        Es ist vollkommener Blödsinn zu behaupten Deutschland könnte seine Grenzen nicht schützen und illegale Migranten effektiv ausweisen. Das kann jedes andere Land in Europa und dem Rest der Welt auch, ohne faschistischen Polizeistaat. In Deutschland will es ein maßgeblicher Teil der politischen Kaste nicht und behauptet dann dreist es wäre alternativlos. Und genug Menschen glauben diesen Blödsinn auch noch.
        Ps. Selbstverständlich ist es rassistisch Migranten würden in ihrer Geldnot zur Kriminalität greifen. In dir steckt rechtsradikales Gedankengut ganz tief drin und du reflektierst es nicht mal wenn man dich darauf aufmerksam macht.

      • Es ist vollkommener Blödsinn zu behaupten Deutschland könnte seine Grenzen nicht schützen und illegale Migranten effektiv ausweisen. Das kann jedes andere Land in Europa und dem Rest der Welt auch, ohne faschistischen Polizeistaat. In Deutschland will es ein maßgeblicher Teil der politischen Kaste nicht und behauptet dann dreist es wäre alternativlos. Und genug Menschen glauben diesen Blödsinn auch noch.

        Dass man Deutschlands Grenzen nicht wirklich “dicht” bekommt ist schlicht und einfach die Wahrheit: Es gibt praktisch nirgends mehr Zäune – wie soll man denn einen Grenzübertritt wenige hundert Meter neben einem Grenzübergang wirksam verhindern? Im Gebirge zwischen Deutschland und Österreich? An der Grünen Grenze in die Niederlande? Kannst Du das einmal konkret ausführen? Und welches andere Land meinst Du denn damit, das “jedes andere Land in Europa” das besser hinbekomme?

        Idealerweise mit Quellenangaben / Belegen.

      • Warum bleibt die Errichtung von Grenzzäunen Hightech Nationen wie Ungarn vorbehalten? Milliarden für die Flüchtlinge sind ja da, könnte man also einsetzen als hübsches Konjunkturpaket. Tut mir Leid, Grenzanlagen sind weder unmöglich noch verwerflich. Man will halt nicht. Genau gesagt will der kleine Teil der Großstadt Linken nicht, die von einer globalisierten Welt träumen und dabei die Sorgen und Nöte der Arbeiter vollkommen vergessen und sich dann über die AFD wundern. Der Arbeiter hat 0 Interesse an zusätzlichen Konkurrenten im Arbeits- Wohnungsmarkt oder Sozialsystem.

      • Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendjemand außerhalb von kleinen Splittergruppen unkontrollierte Immigration wirklich gut findet – und sei es nur, dass daran nervt, dass es Gruppierungen wie der AfD Auftrieb gibt.

        In Ungarn ist eine Schließung der Grenzen relativ trivial, weil das Land viel kleiner ist als D und nur über wenige Kilometer der Grenze wirklich Migration zu erwarten ist (kein Mensch migriert zB von Österreich nach Ungarn). Das ist bei uns völlig anders – aus allen Nachbarländern, vielleicht mit Ausnahme von Dänemark und den Niederlanden, gibt es Migrationsbewegungen nach D. Und es ist eben nicht so einfach, 3.714 km deutsche Außengrenzen wirklich abzudichten. Leider hast Du dazu auch keinen konkreten Vorschlag …

        Und zu den “Milliarden”: Ökonomisch betrachtet bringen die Migrantinnen und Migranten etwas, statt zu kosten, sobald man die Kranken- und Rentenkassen einbezieht, weil sie eine viel günstigere Altersstruktur haben als die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt: Sie sind im Schnitt jung, leistungsbereit und extrem fit, weil die meisten eine harte Flucht hinter sich haben, bei der die Schwachen auf der Strecke geblieben sind.

      • Wie viele Migranten Kommen den aus der Nordsee,Ostsee oder Niederlande? Man kann einfach mal mit den Hotspots anfangen und dort Zäune ziehen, dann wäre schon viel gewonnen.

        Zu den Milliarden: Die Milchmädchen Rechnung mit den Sozialversicherungen funktioniert nur falls die Konjunktur für Geringqualifizierte für die nächsten 40 Jahre gut bleibt. Gleichzeitig erzählt man mir aber die künstliche Intelligenz würde bald massenhaft Jobs vernichten und wir brauchen deswegen ganz dringend das Bürgergeld. Eines von beiden ist wohl falsch, nur was?

      • @Rüdiger

        1. Es gibt kein Land auf der Welt, das illegale Einwanderer reibungslos abschieben kann, wenn das Herkunftsland nicht mitmacht bzw. es um Menschen geht, deren Identität und/oder Staatsbürgerschaft tatsächlich unklar ist. Die einzige realistische Möglichkeit, diese Menschen loszuwerden, ist menschenunwürdige Behandlung ohne Hoffnung auf Besserung. Am besten noch außerhalb des eigenen Staatsgebiets, so wie es Australien vorgeführt hat. Dummerweise hat ein australisches Gericht neulich den Insassen eines solchen Camps 70 Mio an Entschädigungszahlungen zugesprochen.

        2. Die Europäer in grenznahen Regionen haben sich an die offenen Grenzen gewöhnt. In Belgien arbeiten, in Deutschland wohnen und in Holland zu den Partner/die Partnerin haben, das ist stinknormal. Da werden Grenzen von Menschen mehrfach am Tag überquert. Wie soll deren Leben künftig aussehen, wenn man nur noch an ein paar Übergängen mit kilometerlangen Warteschlangen von Land zu Land kommt?

      • @Rüdiger

        Alle Staaten die ihre Grenzen vor illegaler Einwanderung schützen sind Polizeistaaten? So wie die Schweiz?

        Kannst Du das mal bitte genauer ausführen? Als ich das letzte Mal dort war, war das eine grüne Grenze. Die ist in etwa so gut zu erkennen, wie die Grenze zwischen Niedersachsen und Hessen. Und wird auch genauso streng bewacht.