LdN098 Abschiebung, Bundeshaushalt, Twitter-Fehler, Musterfeststellungsklage, Republica

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Abschiebung 

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re:publica

Funkzellen-Transparenz-System 

Hausmitteilung 

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  1. Wie immer vielen Dank für eure Lage der Nation.

    Beim Thema re:publica seid ihr auch auf das Thema Toleranz zu sprechen gekommen. Die Ausführungen dazu teile ich uneingeschränkt. Allerdings hätte ich passend gefunden, wenn ihr in dieser Sache den nicht gewünschten Auftritt von uniformierten Bundeswehrsoldaten erwähnt hättet. Hier hat sich mE der Eindruck erweckt, dass es mit der, auch von den Veranstaltern versaerkt postulierten, Toleranz dann scheinbar doch nicht so einfach ist.
    Denn während viele (vielleicht auch eher aus dem linkspolitischen Bürgertum) den von Sasha Lobo beschriebene Menschen akzeptieren würden, wäre die Toleranzschwelle bei nxiht wenigen eben dieser Menschen doch schnell erreicht wäre, wenn es sich dabei um einen Bundeswehrsoldaten handeln würde.
    Und da zeigt sich, wie schwer gelebte Toleranz dann wirklich ist.

    • Die re:publica wollte keine Anwerbung von Menschen für die Bundeswehr unter ihrem Dach. Das ist doch eine legitime Meinung denke ich. Deswegen hat man dem Wunsch nach einem Stand dort nicht entsprochen. Sicher kann man tolerant sein, aber man muss es doch nicht gegenüber jedem sein. Ich muss mich ja auch nicht tolerant gegenüber Rassisten zeigen (dies ist nur ein Beispiel und soll kein kein Vergleich mit der Bundeswehr sein).

  2. Bezüglich der Aufkündigung des Iran-Abkommens durch die USA habe ich Anregung/Frage für die nächste Sendung.

    Da die USA ihr Saktionsregime auf alle internationale Firmen, die im Iran tätig sind, auadehnen, ist zu erwarten, dass Stand heute auch die Europäer die Geschäftsbeziehungen zum Iran abbrechen, auch wenn deren Regierungen auf dem Papier am Abkommen festhalten.

    Mir scheint dass, ernsthafter Wille auf Seiten der Politik vorausgesetzt, sich dieses Problem jedoch relativ leicht lösen, zumindest abmildern ließe.

    Die europäischen Regierungen könnten die Geschäfte mit dem Iran über staatliche Unternehmen abwickeln. Airbus verkauft dann seine Flugzeuge/Ersatzteile/Serviceleistungen nicht an iranische Akteure, sondern eine “Deutsche Aircraft Leasing”, die der Bundesrepublik Deutschland gehört. Dieses Staatsuntetnehmen träte dann als Geschäftspartner der Iraner auf. Ich bezweifle, dass die US-Regierung ein deutsches Staatsunternehmen sanktionieren würde. Irgendwann würde der Kongress aufwachen und Trump stoppen.

    Warum wird so eine Variante in den Medien nirgends diskutiert?

  3. 9. Mai 2018 um 16:33 Uhr
    Louisa Artmann

    Liebes LdN Team,

    seit nunmehr über einem halben Jahr schätze ich euren wöchentlichen Postcast (meist) aufgrund seiner Vielseitigkeit sehr.

    Bei eurem Bericht über die Geschehnisse aus Ellwangen muss ich euch jedoch leider widersprechen.

    In der vorletzten LdN ging es sehr umfangreich um die Ereignisse in Wetzlar und damit verbunden, um die Notwendigkeit von zivilem Ungehorsam bei Aktivitäten der NPD. In meinen Augen hat ein solcher friedlicher Widerstand auch in der Unterkunft von Ellwangen stattgefunden.

    Einzig die beiden Unterschiede, dass es sich in Ellwangen nicht um „Deutsche“ im Sinne des Grundgesetzes handelt, sowie das es bei Überstellungen um tatsächliche persönliche Schicksale geht, lässt meines Erachtens den Unterschied erahnen.

    Als Hintergrundinformation ist es zudem relevant, dass die Person im Rahmen des Dublin-Verfahrens nach Italien überstellt werden sollte. Für Urlauber*innen klingt ein Besuch in Italien zwar verlockend, dies gilt jedoch mitnichten für dort lebende Geflüchtete.
    [https://www.proasyl.de/news/abschiebungen-nach-italien-deutschland-schickt-familien-in-eine-unsichere-zukunft/]

    Die von Heribert Prandl in der SZ und in weiten teilen der übrigen Presse beschriebene Gewalttätigkeit hält den Recherchen der taz nicht stand. Außer einem Faustschlag auf den Streifenwagen kam es zu keinerlei strafrechtlich relevanten Vorkommnissen in Bezug auf die Verhinderung der Überstellung (Ausnahme sind eventuell Nötigungen). Insbesondere ist hier die Berichterstattung aus Polizeikreisen und Medien zu kritisieren, die ohne eigene Recherche Meldungen übernommen haben ,wie beispielsweise die Verletzung von Polizeibeamten, die wie sich später herausstellte, nicht durch Fremdeinwirkung zustande kam.
    [http://www.taz.de/Neuer-Blick-auf-Vorfall-in-Unterkunft/!5500584/]

    Außerdem muss berücksichtigt werden, dass ziviler Widerstand durch Geflüchtete im Verhältnis zu Einheimischen eine wesentlich größere Hürde darstellt, da der Ungehorsam ein großes Maß an Mut abverlangt. Auch die Protestform des Wiederstands stellt zudem eine Versammlung dar, die zwar nur im Rahmen der Allgemeinen Handlungsfreiheit und nicht durch die Versammlungsfreiheit geschützt ist.

    Auch bezüglich der Verhältnismäßigkeit der Polizeiaktionen erachte ich den Zeitpunkt und die Durchführung der Aktion für problematisch. Zum einen wurden beide Aktionen Nachts während der besonders geschützten Ruhezeit durchgeführt (vgl. etwa Art. 23 II BayPAG) und zum anderen wurde die Überstellungsversuche mit einer besonderen Härte durchgeführt (mittels einer Hundertschaft sowie einem Helikopter). Im Rahmen der Verhältnismäßigkeit muss jedoch auch die besonderen Umstände von Unterkünften beachtet werden. Hier wohnen durchweg nur Geflüchtete, die häufig vor Autoritäten aus ihren Ländern geflohen sind. Durchsuchungen von Wohnungen im engsten Privatbereich sind hier besonders eingriffsintensiv und können, wie im übrigen auch bei allen anderen Personen zu erheblichen Unsicherheiten in der eigenen Wohnung führen.

    Hinzu kommt noch, dass immer wieder Bescheide des BAMF Fehler enthalten bzw. von einer Politik möglichst hoher Rückführungszahlen geprägt sind. Gegen einen Dublin-Bescheid können jedoch nur innerhalb einer Woche Rechtsmittel eingelegt werden, was ein viel zu kurzer Zeitraum ist, wenn man abgelegen in einer Unterkunft leben muss, die Sprache des Bescheides nicht spricht und keinen Anwalt kontaktieren kann. Außerdem sehe ich Rückführungen an sich an der Grenze zur Rechtswidrigkeit bzw. zur Unverhältnismäßgikeit. Beispielhaft sei hier genannt, dass auch schwer Traumatisierte oder Schwangere rückgeführt werden.

    Dies sind nur einige meiner Gedanken zu den angesprochenen Protesten, die meines Erachtens jedoch gerade in Zeiten, in denen vieles, besonders in diesem Bereich nur sehr oberflächlich behandelt wird, relevant sind und in die Diskussion einfließen sollten.

  4. Hallo zusammen, wieder einmal Danke für die Lage der Nation. Ich schätze es wert wöchentlich durch alternative Informationsquellen – wie euren Podcast – einigermaßen auf den aktuellen Stand der Geschehnisse gebracht zu werden. Es passiert einfach zu viel gleichzeitig, als dass ich mich über alles informieren oder im Bilde sein könnte.

    In folgendem Beitrag möchte ich ein paar persönliche Worte und Gedanken zu dem Thema „Solidarität“ und „Toleranz“ einbringen.

    Solidarität und Toleranz empfinde ich als Begrifflichkeit und gleichzeitig als Wert negativ. Toleranz bedeutet für mich im weiteren Sinne auch Duldsamkeit. Das kann im Sinne von Zustände dulden, die man selbst nicht möchte, sehr negativ ausgelegt werden. In Sachen Politik ist die deutsche Bevölkerung wohl eine der tolerantesten. Am Ende bringt es wenig, gegenüber anderen Menschen, Politik, Entwicklungen etc. tolerant zu sein, da dies zu keinen sinnvollen Lösungen und Taten führt und möglicherweise wichtige Entscheidungen verhindert, z.B. bei schleichenden Entwicklungen. Toleranz im Sinne von Akzeptanz des persönlichen Raumes, der Vorlieben, der Herkunft, der Lebensweise etc. anderer Menschen – welche sich ebenfalls daran halten – befürworte ich selbstverständlich.

    Wenn ich ein mein Facebook Profilbild mit den Landesfarben eines Landes, in welches Opfer einer Katastrophe war, bin ich solidarisch und gelte als guter Mensch. Das war etwas überspitzt formuliert, zeigt jedoch meine Probleme mit Solidarität gut auf. Denn es passiert danach einfach nichts. Zwar wissen Menschen, gegenüber welchen Solidarität gezeigt wurde – meistens sozial Schwächere, Minderheiten, von schweren Schicksalen betroffene Menschen etc., dass Leute an sie denken. Doch das kann auf diese Art und Weise zu Nachteilen führen. Es ergeben sich Verantwortungsprobleme, da einerseits noch mehr Menschen im Boot des jeweiligen Themas sitzen. Und je mehr Menschen zu einem Thema zuständig oder dabei sind, desto weniger fühlt sich der einzelne Verantwortlich – „soll das doch jemand anderes tun“. Das nennt Hartmut Walz, Autor des genialen Buches „Einfach genial Entscheiden“, auch Verantwortungsdiffusion. Andererseits kommen Opfer, sozial Schwächere, Minderheiten etc. auch nicht aus ihrer Opferrolle heraus. Also, dass sie nicht selbst anpacken müssen, ihr Leben oder Anliegen vorwärts zu bringen, sondern ja so arm und schwach sind und ihnen die Fähigkeiten dazu fehlen, dass es die anderen – die Eltern, die Politik, die Privilegierten, die Lehrer, der Nachbar, etc. – für sie richten muss. Weiterhin reicht es für viele aus, einmal Solidarität gezeigt zu haben, anstatt selbst etwas – so klein die Tat auch sein mag – zur Lösung beizutragen.

    Bedenkenswert finde ich bspw. Events wie „Black Lives Matter“ in der USA in dem Sinne, dass man die Schwarzen somit wieder in eine Opferrolle bringt und ihnen damit mehr oder weniger die Fähigkeit abspricht, sich selbst aus ihrer Lage zu befreien bzw. zu mehr Respekt und Anerkennung in der Bevölkerung zu kommen. Das ist für mich auch eine Art des Rassismus und der Besserstellung: „Die sind ja so arm, dass sie das OHNE UNS nicht schaffen können“. Vielleicht wäre es besser, zu zeigen, wie es besser ginge oder gemeinsam zu überlegen, wie denn der Optimalzustand aussieht, und an dessen Erschaffung zu arbeiten. Also an Stelle der „Weg von Problem X“ Bewegung eine „Hinzu“ Bewegung anzustreben.

    Ich möchte mich hier vielmehr zu Akzeptanz, Respekt und (Selbst)Verantwortung aussprechen.

    Akzeptanz in dem Sinne, dass die aktuelle Situation, wie sie ist akzeptiert wird. Dabei heißt das nicht, dass man diese gut heißen muss. Vielmehr bedeutet das, dass die Realität nicht durch eigene Ideale, Vorstellungen und Weltsicht verzogen wird, sondern die Situation als solche, also mit all ihren positiven und negativen Aspekten wahrgenommen wird. Das Leben ist eben kein Ponyhof, sondern manchmal eine harte, ernste und schmerzhafte Angelegenheit. Dazu passt das Zitat von C.G. Jung ganz gut, was viele andere Themen übertragbar ist: „Die Wurzel aller (geistigen) Krankheiten liegt in der Unwilligkeit des Menschen, legitimen Schmerz zuzulassen“.

    Respekt für die Fähigkeiten, Leistungen, Wünsche, Meinungen, persönlichen Raum etc. anderer Menschen und der eigenen Person zu haben, ist essentiell. Respekt kann bzw. muss man sich erst erarbeiten, in dem man sich erstens selbst mehr respektiert, um von anderen Menschen respektiert werden und wiederum zu lernen andere Menschen respektieren zu können.

    Eines der größten Probleme der heutigen Zeit, wenn es nicht sogar eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Entwicklungen, ist meiner Meinung nach, dass zu wenig Verantwortung gelebt wird. Das gilt für das eigene Leben wie für den Umgang mit der Umwelt, anderen Menschen sowie Entscheidungen, die viele Menschen betreffen.
    Um zwei positive Beispiele, wie es gehen kann, hervorzuheben, möchte ich zum einen Hirnforscher Prof. Dr. Geralt Hüther (https://www.youtube.com/watch?v=SEa21m5IAKY) nennen, welcher in Kurzform dafür steht, die Bildung und Erziehung der Kinder zu verbessern bzw. komplett neu zu gestalten, indem den Kindern z.B. schon früh Verantwortung beigebracht wird.
    Zum anderen beschreibt Robert Fritz, Gründer der DMA® and Technologies for Creating, in seinem Buch „The Path of Least Resistance“, in dem Menschen eines Entwicklungslandes beigebracht wird, wie sie selbst du Ideen gelangen, die ihre Situation und Leben besser machen und vor allen Dingen, wie sie diese umsetzen bzw. die gewünschte Situation erschaffen können. (Da ich das Buch gerade nicht zur Hand habe, kann ich die genau Stelle leider nicht nennen). Wie sagt man so schön: „Du kannst ein Pferd zu Wasser führen, aber Trinken muss es selbst“. Am Ende hilft das Leben denen, die sich selbst helfen.
    Zudem halte ich bei beim Thema Verantwortung von Jordan B. Peterson sehr viel.

    Vielleicht halte ich mich auch zu sehr bei den Begrifflichkeiten auf. Insgesamt denke ich, dass es besser ist, den Menschen vorzuleben, beizubringen und nahezulegen, dass sie selbst etwas für sich und deren Umwelt tun können, insbesondere, dass sie etwas tun und Hand anlegen, sich ggfs. die Hände schmutzig machen, anstatt nur MitLEID oder einmal Solidarität zu zeigen, sich in die Opferrolle zu begeben oder in ihr zu verweilen, einmal das Profilbild in Facebook wechseln oder Fähnchen am Hauptbahnhof schwingen, andere Menschen für ihre Fehler oder Meinungen zu verurteilen oder alle anderen zu schuldigen zu machen statt sich selbst und die eigenen Entscheidungen oder sich überall einzumischen und Menschen der Möglichkeit berauben, sich selbst zu helfen. Dieses respektlose und verantwortungslose Gehabe und Getue des Empört Seins, Aufschreis, Niedermachens von gegensätzlichen Meinungen, moralisches Besserstellens und der Rechthaberei kotzt mich mittlerweile richtig an.

    Ich glaube, dass ein ausgeprägteres Leben von Werten und Tugenden (z.B. Respekt und Verantwortung) dazu führen kann, dass sich Menschen und „Minderheiten“ selbst helfen, selbst Unterstützung suchen und selbstständig an der Erschaffung der gewünschten Situation oder dem gewünschten Leben arbeiten bzw. andere Menschen dabei unterstützen können. Dabei ist zu bedenken, dass jegliche Entwicklungen und Prozesse in dieser Welt Zeit dauern bzw. nichts von einem Tag auf den anderen oder sofort geschieht.

    Abschließend bedanke ich mich für eine respektvolle Diskussion. Ich hoffe, meine Punkte verständlich herübergebracht zu haben.

    • Vielen Dank für diesen beeindruckenden und, wie ich finde, sinnvoll ausführlichen Denkanstoß. Sie werden sicher zustimmen, wenn ich noch einmal betone, dass damit Solidarität nicht per se für sinn- oder nutzlos erklärt wird (sie kann immer noch Menschen ermutigen und aktivieren), sondern dass hier von einer bestimmten Weise der Solidarisierung die Rede ist (in massenhafter, konsequenzloser, unpersönlicher, die Abhängigkeiten und Rollenverteilungen nicht verändernder Form usw).

      Es steht ohnehin zu vermuten, dass sehr viele der in die Welt geworfenen Solidaritätsbekundungen, aber auch der Meinungen, Anklagen in verschiedene Richtungen, Verurteilungen anderer usw. in erster Linie gar nicht wirklich dem vorgeblichen Adressaten gilt, sondern mehr der eigenen Positionierung, dem eigenen Seelenheil, der eigenen Bezugsgruppe o. ä., egal auf welcher Seite.

      (Ironie eines Onlinekommentars)

      • Danke für Ihre Antwort. Keinesfalls möchte ich Solidarität per se für sinn- und nutzlos erklären. Immerhin ist hier in Deutschland vieles auf Solidarität aufgebaut und das kann durchaus ein guter und wertvoller Wert sein. Wie Sie angemerkt und haben, geht es mir mehr um die Art und Weise, wie Solidarität bzw. mehr “Solidarisch Sein” ausgelegt und verwendet wird. Das habe ich eventuell etwas unklar formuliert. Wie ich erfahren musste, ist es gar nicht so einfach, einen langen/politischen/argumentativen Text mit rotem Faden sowie klaren und schlüssigen Argumenten zu verfassen.

  5. 8. Mai 2018 um 16:52 Uhr
    Johannes Burgel

    Da ich es langsam nicht mehr hören kann (gefühlt jede der letzten zehn Folgen driftete auf das Thema ab): ja, wir haben noch weiße Flecken auf der Internet-Landkarte, auch wenn ich das Gefühl habe, dass es gerade in den letzten zwei Jahren massiv besser geworden ist (Ich könnte seit sechs Monaten 500 MBit/s via Kabel bekommen, die Verwandtschaft im tiefsten Schwarzwald streamt jetzt Netflix über VDSL 50, und entlang meiner täglichen Bahn-Pendelstrecke sind viele Funklöcher einer guten LTE-Abdeckung gewichen). Ich sträube mich aber gegen dieses pauschale “der Staat muss da jetzt Milliarden investieren”, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Es gibt keine Beweise dafür, dass das notwendig ist oder auch nur funktioniert.

    Wer Deutschland mit Schweden, Polen, Tschechien, Hong Kong, Rumänien, Südkorea etc. vergleicht, unterschlägt grundsätzlich immer, dass deren Netze ohne staatliche Förderung hochgezogen wurden. Es geht also ohne. Auf der anderen Seite haben Länder mit staatlicher Förderung (USA und Deutschland) davon kaum profitiert, ganz im Gegenteil. In den USA wurden schon in den Neunzigern Subventionen beschlossen um Glasfaseranschlüsse auszurollen, gekostet hat das bislang 400 Milliarden, bekommen haben sie dafür nichts (https://newnetworks.com/bookofbrokenpromises.htm). Geld auf das Problem zu werfen scheint also definitiv nicht die Lösung zu sein.

    Ich sehe derzeit zwei Optionen.

    Nummer Eins: Wir wollen einen funktionierenden Markt wie die anderen. Muss ja rauszufinden sein, warum im Ausland alles angeblich immer so viel besser ist, also schauen wir ja einfach mal nach, was die anderen so anders machen. Netterweise schreiben sie sowas ja auf: http://www.government.se/information-material/2017/03/a-completely-connected-sweden-by-2025–a-broadband-strategy/ . So weit ich sehe, liegt es hauptsächlich an soliden Grundregeln, Regulierung und Bürokratieabbau.

    Nummer Zwei: Wir wollen, dass Internet zur Infrastruktur gehört wie Wasser und Straßen und betrachten die ganze Sache als staatliche Daseinsvorsorge, damit nicht ganze Landstriche entvölkert werden. Okay, kann ich nachvollziehen. Aber dann machen wir das bitte richtig. Die freien Anbieter auf dem Markt werden enteignet, die kommunalen Versorger legen dann Glas in jedes Haus und 5G auf jeden Berg, der Rest läuft über Open Access. Ich kann allerdings jetzt schon prophezeihen, dass das den Leuten auf Dauer noch viel weniger gefallen wird. Denn genau so wie die Preise für Wasser, Abwasser, Müll etc. jetzt auch schon zwischen Gemeinden um mehrere Faktoren differieren, wird das dann auch mit dem Internetanschluss sein. Und die klammen Kommunen werden dann auch an Wartung und Ausbau sparen (auch Glasfaser muss gewartet werden), womit wir die ganze Diskussion einfach nur zehn Jahre in die Zukunft verschieben.

    Einfach nur staatliches Geld auf den aktuellen Flickenteppich mit all seiner Marktverzerrung durch Telekom und Stadtwerke zu werfen, und dann den Enpfängern auch noch das Eigentum an der Infrastruktur zu überlassen, ist jedenfalls in meinen Augen einfach nur absurd. Wenn von meinen Steuergeldern Infrastruktur gebaut wird, dann gehört die nachher bitte dem Staat. Der ganze Breitbandausbau ist im Moment ein einziger Fall von “Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren”.

    • Den “funktionierenden Markt” in der Netz-Infrastruktur sollten wir in Deutschland ja eigentlich haben. Wenn da nicht der ehemalige staatliche Akteur wäre, der nun nach Übernahme der alten staatlichen Infrastruktur (für die sie nichts bezahlt haben) als eine Art Gatekeeper fungiert und den Wettbewerber aussperrt bzw. benachteiligt.

      Wie in anderen Bereichen, wo man ehemalige staatliche Betriebe einfach privatisiert hat, diesen aber den alten per Steuergeldern finanzierten Bestand an Infrastruktur überlassen hat, stockt es mit der Liberalisierung. Das ist im Mobilfunk so, im Festnetz, bei den Abfallentsorgern, beim Strom, dem ÖPNV. Die Liste lässt sich bestimmt verlängern.

      Regulierung ist die einzige Lösung, die mir da einfällt, aber die Lobby dieser ehemaligen Staatsbetriebe ist durch die enge Verzahnung mit den staatlichen Organen so stark, dass das Meiste, was beschlossen wurde, am Ende doch nur den Ist-Zustand zementiert. Nicht ohne Grund haben wir in Deutschland mit die höchsten Preise im Mobilfunk, bei der Abfallentsorgung und in anderen Bereichen einen schlecht bis gar nicht funktionierenden Dienst (Bahn *hust*).

      • 9. Mai 2018 um 12:22 Uhr
        Johannes Burgel

        Das ist richtig, aber man darf auch die aktuellen “Staatsbetriebe” nicht vergessen: die Stadtwerke und deren Töchter. In Punkto Glasfaser wird in Deutschland ja oft auf M-Net und netCologne als Vorbilder gezeigt, beide sind Töchter der örtlichen Stadtwerke und nicht den normalen Marktregeln unterworfen, da sie z.B. einfach Zugang zu Schächten bekommen und nach Belieben Schulden machen können (die Stadtwerke München, die Mutter von M-Net, hat über zwei Milliarden Schulden).

        In meiner Stadt haben die Stadtwerke mit Stadt-/Staatsgeld FTTB gelegt, vermarkten dieses aber nur im Industriegebiet selbst. Der Rest des Netzes wurde einfach an die Telelkom vermietet, welche damit in den meisten Haushalten nun alle technisch möglichen Anschlüsse stellt. Ich hatte beispielsweise früher noch die Wahl zwischen VDSL und Kabel von UnityMedia, nun fällt sowohl aus der Telefon- als auch aus der Kabeldose Telekom, beides realisiert über die von der Stadt verlegten Glasfasern. Die Telekom ist ihre eigene Konkurrenz, seitdem steht der Ausbau. Ha Ha. Das ist der Super-GAU. Die Stadtwerke haben mit ihrer neuen Glasaser-Infrastruktur nicht nur den Markt nicht verbessert (kein Open Access), sondern es wurde mit Steuergeld ein Duopol in ein Monopol verwandelt. Völlig ohne Grund. Eigentlich ein Fall für irgend einen Gerichtshof, zeigt aber ganz gut, welche Rolle die sonst kaum wahrgenommen Stadtwerke da im Hintergrund spielen.

    • Grundsätzlich stimme ich dieser Sichtweise zu, die “Problematik Netzausbau” soll und kann nicht mit staatlichem Mittel gelöst werden. Der Staat hat, über die Gründe und Sinnhaftigkeit kann man diskutieren, die Kommunikationsinfrastruktur privatisiert und muss daher über Steuerung der Unternehmen das gesellschaftliche Ziele unterstützen. ZB jedes neuen Baugebiet muss per FTH angeschlossen werden, stufenweise Vorgaben von Bandbreitenmindestwerte bei Neuverträgen, neu (Funk) Lizenzen an Flächenabdeckung mit LTE+ koppeln, …
      Das Mittel der Wahl des Staates und der öffentlichen Träger sind Vorgaben und das Setzen von Randbedingungen an Unternehmen, nicht wirtschaftliches Versagen durch “Zuschüsse” zu kompensieren.
      Man kann nicht gegen Baukindergeld und Mütterrente wettern ( gerade der gesellschaftliche Wert der Mütter wird überhaupt nicht geschätzt) und gleichzeitig Subventionen für die großen Telkos fordern

      • 11. Mai 2018 um 0:19 Uhr
        Johannes Burgel

        Genau das. Wir haben ja Abdeckungsquoten im Mobilfunk, wir haben die Bundesnetzagentur, wir haben alle Werkzeuge. Aber man muss sie halt auch einsetzen. Die Schweden scheinen das zu tun, und der Erfolg scheint ihnen Recht zu geben.

        (Open Access als Grundforderung scheint bei den Schweden auch eine wichtige Komponente zu sein. Wer hätts gedacht.)

  6. Moin,

    wieso wird die Müterrente als so negativ dargestellt? Ich habe bisher kaum von negativ Beispielen/Rechnungen etwas mitbekommen, das liegt vermutlich auch daran, dass meine Mutter eine Profiteurin davon ist.
    Vermutlich ist es ein Einzelfall, den ich mir da immer als Positiv-Beispiel vor Augen halte, denn meine Mutter hat insgesamt 6 Kinder bekommen vier vor 1992 und zwei danach, sodass sich Ihre Zeiten dadurch erhöht etc.. Sie hat immer soweit es geht in Teilzeit (Leider häufig nur auf 400€ bzw. später 450€) Allerdings können sich sicher einige vorstellen, dass es mit teilweise 3 kleinen Kindern zu Hause schwierig war/ist dauerhafte flexibel eine Stelle zu finden. Zumal wir nicht in der Stadt gewohnt haben.
    Aktuell sind nun alle Kinder aus dem Haus mit geregeltem Einkommen etc. aber die Ehe hat das alles nicht überstanden, weshalb sie nun “alleine” ist und zum Renteneintritt dann ein gewisses Risiko der Altersarmut bestand und aus den Gründen bin ich doch froh, dass diese eingeführt wurde.

    Ich könnte hier noch Details ausführen, wieso weshalb warum meine Mutter keine Stelle im Ausbildungsberuf nach der Kindererziehung bekommen hat, aber ich glaube das kann man sich bei sechs Kindern gut vorstellen.

    Könnt ihr “eure” negative Einstellung zur Mütterrente kurz erläutern?

    • Die Standard-Kritik läuft darauf hinaus, dass zusätzliche, versucherungsfremde Leistungen in der gesetzlichen Rente besser nach Bedürftigkeit anstatt per Gieskanne zu verteilen sind.

      Angesichts der Bedeutung von Kindern für die Gesellschaft auf der einen Seite und der massiven Einschränkungen für Eltern, zuvorderst Mütter, auf der anderen Seite, erscheint mir diese Kritik aber verfehlt. Ich würde sogar noch einen draufsetzen: wer sechs Kinder zu abständigen Menschen großzieht, der sollte im Alter in Saus und Braus leben können. Auch wenn derjenige nicht einen müden Pfennig eingezahlt hat.

      • Und wer soll entscheiden ob die sechs Kinder “anständige Menschen” geworden sind? Vielleicht belasten auch alle sechs den Sozialstaat, weil sie Bezieher von Leistungen sind.

        Ich freue mich für jede Mutter, die ihre karge Rente damit etwas aufstocken kann. Aber auf jede Bedüftige komtm vermutlich auch eine Mutter, die heute schon prima über die Runden kommt (durch Absicherung über den Mann, etc). Aber die bekommt eben auch Geld dazu.

        Ist ein schwieriges Thema, aber grundsätzlich ist das Gießkannen Prinzip oft die einfachste, aber selten die beste Lösung.

  7. Vielen Dank zu eurem Beitrag zum Thema ‘Schwarze Null’. Ich kann euch hier nur absolut zustimmen, dass die Rekord-Steuereinnahmen falsch ausgegeben werden. Also nicht für Investitionen, sondern für Transferleistungen des Sozialstaates. Etwas überrascht, dass dies so deutlich von Euch kommt, bin ich allerdings schon. In der Vergangenheit habt Ihr oft auch den Standpunkt vertreten, dass die Transferleistungen des Sozialstaates erhöht werden sollen. Beispiele:
    Erhöhung des Hartz4-Satzes, kostenloser OPNV, Bedingungsloses Grundeinkommen, etc.

    • Ein kostenloser ÖPNV ist doch eine Infrastrukturmaßnahme. Ebenso wie ein kostenloser Park&Ride-Parkplatz eine ist.

  8. Hallo zusammen,

    ich denke hier hat es noch niemand erwähnt, daher eine kleine Anmerkung zum Thema GDPR / EU-DSGVO. Hier wurde die DSGVO wohl mit der E-Privacy Verordnung vermischt, wenn darüber gesprochen wird, dass die DSGVO digitale Geschäftsmodelle (bspw. Online Advertising) “vernichten” könnte.

    Die EU-DSGVO ist im Grunde der europaweite Roll-Out der Datenschutzregeln, die wir in Deutschland schon haben, plus Anpassungen. Hier gibt es sicher einen Hype mit vielen Missverständnissen, da es die DSGVO-Berichterstattung ja wirklich in jedes Medium geschafft hat.

    Diese Regelung hat jedoch nichts mit Schlagworten wie Cookies oder Tracking zu tun. Das wird in der E-Privacy Richtlinie behandelt, durch die die DSGVO ergänzt wird. Dabei ist die Grundfassung der Richtlinie 2002/58/EG (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation) seit mittlerweile 16 Jahren aktiv, wurde zwischenzeitlich um die sogenannte Cookie-Richtlinie (Richtlinie 2009/136/EG) ergänzt und steht mit einer seit 2017 laufenden Diskussion über den grundsätzlich schon verabschiedeten Entwurf vor einer umfassenden Überarbeitung. Diese wird sicher Einfluss auf bestimmte “Geschäftsmodelle im Internet” haben. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten haben sich aber noch nicht über die Umsetzung geeinigt.

  9. Zum Thema ANKER-Zentren bzw. ab 11:56:
    Ulf interpretiert die Aussage von Hermann, “es soll für Menschen aus dem Westbalkan keinen Sinn machen, nach Deutschland zu kommen” in “quasi Abschreckung durch gruselige Verhältnisse”.

    Ich bin echt kein Freund der CSU, aber das finde ich doch an den Haaren herbeigezogen. Die Asylbewerber aus dem Westbalkan, die sich der Flüchtingswelle in sehr hoher Zahl angeschlossen haben, haben dies fast alle aus wirtschaftlichen Gründen (Perspektivlosigkeit) getan. Praktisch alle Asylanträge dieser Gruppe wurden abgelehnt. Dieser Ausgang war den meisten Leuten auch bekannt, jedoch hat es sich für die meisten trotzdem finanziell ausgezahlt. Hermann will nach meiner Interpretation, dass es sich für diese Personengruppe nicht länger “auszahlen” soll, Asylanträge ohne Aussicht auf Erfolg zu stellen und damit Kapazitäten freisetzen, um “echte” Asylbegehren zu bescheiden. Ich finde, dass dies ein legitimes Anliegen ist.

    Dies lediglich mit den Zuständen in den ANKER-Zentren zu verbinden, halte ich für eine Reductio ad absurdum.

    Viele Grüße aus Montenegro,
    Damian

  10. Nachdem mir Lobos Text https://saschalobo.com/2018/05/05/meine-republica-rede-ein-transfeindlicher-begriff-und-internet-hoffnung-am-horizont/ begegnet ist, habe ich bewusst mitgezählt, dass ihr dessen transfeindlichen Begriff in der Folge vier Mal erwähnt habt. Eventuell wollt ihr euch an Lobo orientieren, und in der nächsten Folge ähnlich ausführlich darauf eingehen, warum ihr den Begriff nicht mehr verwendet.

    PS: Mehr Hintergründe zum Trans-Leben gibt es auch in Podcast-Form unter http://whats-in-your-pants.de/

  11. Hallo, eigentlich seid ihr ja differenzierter, aber hier muss ich widersprechen. Bildung ist Ländersache und der Bund durfte bis vor kurzem gar nicht “helfen”. Auch Investitionen und Einstellungen bei Kindergärten sind nicht Sachen des Bundes. Viele Dinge, die Menschen in Deutschland stört ist ausgelöst durch “Versagen” der Länder und Kommunen, weil keine Kompetenz oder kein Geld da ist. Auch die Pflege ist ja nicht staatlich organisiert. Das sind private Unternehmen, die es gar nicht einsehen mehr Geld zu zahlen, um qualifizierte junge Menschen anzutreiben diesen Beruf zu wählen. Auch der Breitbandausbau ist in privater Hand. Bitte nochmal schauen, wo denn eine Bundesregierung wirklich was machen kann… Wenn alles privatisiert wird verliert man als Staat die Einflussnahme. Das Zugeben, dass man von der Privatwirtschaft abhängt mag nur keiner Sagen. Es lohnt sich einfach nicht aufm Dorf Netze auszubauen. Dann passiert das auch nicht. Man kann ja Privatunternehmen nicht zwingen unwirtschaftlich zu handeln, weil es gerade einer Regierung so passt.

  12. Ein weiterer Artikel zu den Zuständen in dem vermeintlichen “bayrischen Vorzeigelager”:
    http://www.akweb.de/ak_s/ak637/39.htm

    • Zu euren Ausführungen zu den Geschehnissen in Ellwangen:
      Zum zweiten Polizeieinsatz: Hier würde ich gerne noch ein paar Informationen ergänzen, die denke ich auch Aufschlüsse darüber geben, wie es da abgelaufen sein muss:
      “Laut Deutscher Presse-Agentur wurden bei dem Polizeieinsatz mehrere Menschen verletzt. Flüchtlinge seien aus Fenstern der Unterkunft gesprungen, dabei hätten einige von ihnen Blessuren erlitten, hieß es. Auch drei Polizeibeamte seien leicht verletzt worden, hätten ihren Dienst aber fortsetzen können.” – http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ellwangen-polizei-wieder-an-fluechtlingsunterkunft-im-einsatz-a-1205916.html
      und Aussagen von der betroffenen Person: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nach-abschiebe-eklat-in-ellwangen-fluechtling-aus-togo-aeussert-sich-zu-vorfaellen.7f92e84c-56d8-46cc-8253-0c224e60b027.html

      (letzterer Artikel kam zugegebener Maßen erst nach der Veröffentlich eurer Sendung raus)

      Ob das da alles noch so “verhältnismäßig” ablief würde ich mal bezweifeln, wenn Menschen aus Fenstern springen. Und zu dem Kommentar von Ulf , sie hätten es ja beim ersten Mal auf “sanfte” Art und Weise versucht – laut allem, was ich bisher an Abschiebungen auf Videomaterial gesehen habe, sind diese meist von dem eisernen Willen der Polizei, die Abschiebung gegen alle Widerstände durchzusetzen bestimmt und dabei wird nun wirklich nicht zimperlich zu Werke gegangen. Ich denke in diesem Fall scheiterte der erste Einsatz einfach nur an der für die Polizei überraschenden Anzahl an UnterstützerInnen, 150 -200 Menschen kommen sonst selten zu solchen Anlässen zusammen.

      Ich hätte mir in eurer Besprechung noch einen Blick auf den Hintergrund der Abschiebung gewünscht:
      1. Grund für die Aschiebung ist nämlich die Dublin Regelung. Sprich der aus dem Togo geflohene Mensch soll nach Italien abgeschoben werden. Ist das irgendwie sinnvoll? Versagt hier nicht eine EU-Regelung auf voller Linie? Ich meine in Süditalien treffen täglich neue Geflüchtete ein und treffen auf eine Infrastruktur, die bereits vollkommen überlastet ist. Und anstatt Italien, Griechenland etc. endlich zu entlasten schieben wir da jetzt auch noch Menschen hin ab? Und das mit einem Aufwand, der das ganze noch lächerlicher erscheinen lässt. Die Dublin Regelung ist ein super Beispiel für eine Regelung, die aufgrund geographisch unterschiedlicher Lagen der Staaten, viele benachteiligt aber u.a. Deutschland sehr nützt. So wird das aber nie was mit einer funktionierenden Asypolitik in der EU. Vielleicht steigt der Betroffene nach Ankunft in Italien ja in den nächsten Zug zurück nach München schickt dann am Münchener Hauptbahnhof einen Selfie mit Grüßen an Herrn Seehofer.

      Noch ein kurzer Hinweis zu eurem Bericht über das Bamberger Lager und “Amos”: Ich kann verstehen, dass ihr nicht alles sofort korekt parat habt, aber ich finde auch die Herkunft von “Amos” verdient eine korrekte Richtigstellung und nicht nur ein “jedenfalls kommt er aus einem afrikanischen Staat” (O-Ton Ulf) – weil das sich schon anhört nach “naja in Afrika sind ja alle Länder gleich” – ich weiß, dass ihr letzteres genau eigentlich genau nicht sagen wollt.

      • Zur Dublin-Regelung: So ganz bekomme ich die Zusammenhänge nicht mehr hin, aber hatte sich die Bundesregierung nicht mal bemüht, für die EU akute Regelungen zu finden, die aktuellen Flüchtlinge in Europa mehr oder weniger gerecht zu verteilen? (Gerecht bedeutet natürlich gerecht aus Sicht der Bundesregierung, die gerade eine große Flüchtlingszahl politisch zu verarbeiten hatte.) Italien war m. E. auch dafür, die meisten anderen jedoch dagegen.

        Zur Herkunfts-Bemerkung: Ulf hatte sich ja mit diesem Wortlaut so unbestimmt ausgedrückt, weil seine erste Vermutung von Philip korrigiert wurde, aber beide es letztlich nicht sicher sagen konnten.

  13. Hallo zusammen,

    kurze Frage am Rande: Ist die fza.berlin Software open source? D.h. z.B. auf Github zu finden? Wenn nicht, wäre es nicht eine prima Idee diese zu veröffentlichen?

    Gruß
    Christian

  14. Kritik an der „Schwarzen Null“ – Nachtrag, weil in LdN schlecht recherchiet. (in der Presse auch, aber da erwarte ich nichts anderes ;-) )

    Zwei Grundvoraussetzungen die in den Medien nicht in dem Zusammenhang dargestellt werden:

    1. Damit die Geld-Menge im System flexibel wachsen kann, und dennoch nicht zu galoppierender Inflation führt, wird Geld immer gegen das entsprechende Rückzahlversprechen generiert – also gegen eine Schuld. Geld kommt dann in Umlauf, wenn jemand Schulden macht – Geld wird dann aus dem Kreislauf genommen, wenn jemand Schulden zurückzahlt, oder bei einem Schuldenschnitt. Eine Geldeinheit existiert also immer einmal auf der Soll- und einmal auf der Haben-Seite.

    2. Das Geldsystem ist so angelegt, dass es einen Wachstumszwang auf die Wirtschaft ausübt. Die Wirtschaft muss quasi exponentiell wachsen, tut sie das nicht, hat es verheerende Auswirkungen.

    Der Staat wird immer als alleiniger Spieler gesehen, der zukünftig keine Schulden mehr machen soll. Aber wenn eventuelle Einnahmen oder Ausgaben des Staates ja auf zwei Seiten gebucht werden müssen (Punkt 1.), dann müssen wir auch einmal die anderen Mitspieler beachten. Nun könnte man meinen, das sind sehr komplexe Zusammenhänge, weil ja sehr viele Mitspieler hier unterwegs sind. Leider nein, die Sache ist sehr Einfach – es gibt nur fünf Volkswirtschaftliche Player, von denen einer bereits der Staat ist. So sind die anderen vier die Verbraucher, die Unternehmer, die Banken und das Ausland.

    Es ist in etwa so wie an einem Pokertisch, wo ich nur das gewinnen kann, was andere bereit sind, zu verlieren. Die Geldmenge am Tisch bleibt dabei gleich, es wird nur anders verteilt – allerdings spielt man hier in der Regel nur Guthaben. In der Volkswirtschaft ist es prinzipiell genauso. Wenn also einer der Player eine Einnahme generiert, so muss diese von einem der anderen am Tisch kommen (Soll/Haben). Das ist eigentlich ganz logisch. Macht einer Schulden, so teilt sich das daraus resultierende Guthaben auf die anderen Spieler auf.

    Die Grundidee in unsere Volkswirtschaft ist nun die, dass die Schulden und die Guthaben, die ja ständig wachsen (Punkt 2.), gleichmäßig von vier de fünf Volkswirtschaftlichen Konten getragen werden. (Auslandskonto sollte möglichst ausgeglichen sein, weil das sonst zu internationalen Spannungen führt.) Wenn die anderen vier Schultern gleich viel tragen, dann sollte das eine gewisse Sicherheit darstellen. Zugegeben, der Staat ist natürlich der schwächste Player weil er keinen Gewinn machen soll. Denn der Gewinn muss er ja dann bei den Verbrauchern oder Unternehmern gemacht haben. Das wollen wir nicht, da wir ja der Saat sind.

    Trotzdem ist die „schwarze Null“ nur die halbe Wahrheit. Denn in einem System, in dem Geld (also Schulden und Guthaben) exponentiell wachsen, muss ein Spieler, der sich aus dem Spiel zurückzieht, und keine der neuen Schulden mehr übernimmt, dann aber auch erklären, wer den Schuldenzuwachs bezahlen muss, wenn er selber keine Schulden mehr machen möchte. Insbesondere dann, wenn er der Staat ist, also der Herr der Rahmenbedingungen. Der Saat sagt aber nicht, wer denn das zukünftige Wachstum trägt. Fragt sich nur warum, aus Unehrlichkeit oder aus Unwissenheit.

    Interessant: Es gibt Gesetze, die im Volksmund Wachstumsbeschleunigungsgesetzt genannt werden, die also auf schnelleren Geldkreislauf aber auch Geldwachstum angelegt sind. Das Gesetz zur „schwarzen Null“ widerspricht dem fundamental, aber die Politiker verstehen das leider vielmals nicht. Ich habe selbst meinem Abgeordneten geschrieben, ohne Erfolg.

    Alles nachzulesen bei:
    Wolfgang Stützel: Volkswirtschaftliche Saldenmechanik
    oder bei Prof.Dr. Heiner Flassbeck
    und “Magisches Viereck der Wirschaftspolitik” in jedem popligen Wirtschaftskundebuch für Berufsschüler

    • Leider will das in Deutschland so gut wie niemand wahrhaben – sich auch nur einmal damit zu befassen, das wird schon als Zumutung angesehen.

      Hoffnungslos …

    • Solange es den anderen Playern gut geht (wirtschaftlicher Aufschwung) spricht doch nicht dagegen, das sich der Staat als Schuldner zurückzieht und erst wieder auf den Plan tritt, wenn die Wirtschaft schwächelt. Damit widersprechen sich deine Ausführungen und die ‘schwarze Null’ Politik derzeit in keinster Weise.

      • Es geht den Playern im Währungsraum (und dieser ist der relevante Referenzrahmen) aber nicht gut. Nichtmal in Deutschland geht es z. B. der Mehrzahl der Kommunen gut, was abzulesen ist an der seit bald zwei Jahrzehnten unter den Abschreibungen liegenden Investitionsquote. Geht es mir gut, wenn ich in mein Eigentum 20 Jahre lang weniger investieren kann, als mir durch bnutzung und Alterung an Wertverlust entsteht?

        Leider haben die Deutschen immernoch nicht realisiert, was eine Währungsunion bedeutet.

        Entweder begreift man die Eurozone als eine gemeinsame Volkswirtschaft, so wie früher einmal den Nationalstaat Deutschland. Dann liegt auf der Hand, dass ein Teilgebiet wie Bayern, in dem es wirtschaftlich gerade akzeptabel läuft, Haushaltsüberschüsse anhäufen kann, während in weiten Teilen des übrigen Landes Stagnation herrscht. Allein schon die vergemeinschaftete Sozialversicherung, Länderfinanzausgleich sowie der Bundeshaushalt sorgt dafür, dass umso mehr Geld von den reichen Regionen in die ärmeren fließt, je mehr die wirtschaftliche Entwicklung außereinanderläuft. Auf Ebene der Eurozone fehlen freilich solche Mechanismen. Macron hat dazu einiges vorgeschlagen, aber die Bundesregierung verfährt nach dem Motto “nix sehen, nix hören, nix sagen”.

        Nun kann man auch sagen, dass man keine Vergemeinschaftung will und die Wirtschaft von Deutschland, Frankreich, etc. bitte schön so weiterfunktionieren soll wie vor Einführung des Euro. Aber auch dann hätte Deutschland keine Haushaltsüberschüsse mehr. Denn es wäre dann unmöglich, jedes Jahr einen weltweit einmaligen Exportüberschuss von 8% der Wirtschaftsleistung zu erzielen. Man müsste also die Handelsbilanzen gewaltsam in Richtung Gleichgewicht treiben. Doch natürlich wird auch das von der deutschen Regierung abgelehnt.

  15. Woanders funktioniert es besser?!
    Hallo. Na ich weiß nicht. Die Aussage in Österreich oder in Tschechien funktioniert es besser, ist glaub ich nicht so zu halten. Ich hab beruflich auch überregional in Europa und darüber hinaus mit Leuten und Organisationen zu tun. Wenn ich in Deutschland von öffentlichen Stellen als auch von privaten Unternehmen irgendwelche Dienstleistungen in Anspruch nehmen will, dann ist in der Regel der Weg klar definiert. Manchmal gefühlt vielleicht etwas bürokratisch, aber die Sache ist die: man kommt ans Ziel, es passiert dann tatsächlich mal was. Versuche ich gleiches in Spanien, Italien, Indien…. naja, ist das teilweise schon sehr anders.
    Vielleicht hat das einfach was mit der Tatsache zu tun, dass immer ALLE gefragt werden und auch berücksichtigt werden? In anderen Ländern ist das vielleicht nicht so? Das kann man gut finden oder auch nicht, aber es sind zwei Seiten der gleichen Medaille.

    • “Woanders funktioniert es besser?!”

      Ist nicht so schlau einen Kommentar zu einer Sendung mit X Themen zu setzen in dem man nicht mal das Thema nennt über das man schreibst…

      • Naja, mir war schon klar, dass es sich um den Vergleich der Beiden bezüglich der deutschen Infrastruktur (gerade des Mobilfunkempfangs) gegenüber den Ländern um uns herum ging…

  16. Zum Stichwort “Steuerverteilung”:

    Ich glaube, man unterschätzt bei heutigen Überlegungen zum Thema Infrastrukturerhalt und dem damit verbundenen Vergleich die veränderten Rahmenbedingungen.
    So wurden alle herausragenden Infrastrukturleistungen in der BRD (Telefon- und Fernsehkabel, Autobahnen, Zugtrassen, Schul-Neubauprogramme) von staatlichen Akteuren realisiert (keine Gewinnabsicht und -abschöpfung), und das häufig in eigener Regie mit eigenen Mitteln. Es gab den einfachen Dienst noch, Post und Bahn, Behörden und Autobahnmeistereien haben deutlich mehr in Eigenregie gemacht und waren ansonsten freier in der Auftragsvergabe.

    Dabei war die private Steuerlast insbesondere bei Spitzenverdienern etwas höher – was man mit einer Vermögenssteuer durchaus wieder einführen könnte.
    Vor allem ist aber ein relativ größerer Teil von Unternehmensgewinnen in Form von Steuern und Abgaben der öffentlichen Hand wieder zugeflossen und stand damit für Invesitionen zur Verfügung. Diese Mittel werden nationalen Systemen im Zeitalter von global agierenden Konzernen und Steueroasen verstärt entzogen.

    Die Frage ist also nicht nur, wo die 46 Milliarden hingehen. Die Frage ist auch, wo sie herkommen – und wieso es nur 46 Milliarden sind.

  17. Ich würde mich freuen, wenn ihr anstelle von “Flüchtlinge” “Geflüchtete” sagen würdet. Der Begriff ist weniger negativ behaftet und sogar geschlechtsneutral!

    • “Ein Geflüchteter” bzw. “eine Geflüchtete”. Finde ich jetzt nicht besonders geschlechtsneutral. Da geht mehr.

    • Wenn wir schon bei Wortklauberrei sind, dann ein Vorschlag der die Diskussion ehrlicher macht:
      Da Flüchtlinge beim Erreichen eines sicheren Drittstaates ihre Flucht abgeschlossen haben und in Sicherheit sind, werden sie zu Migranten sobald sie weiterreisen. Da diese Migranten i.d.R. ohne gültige Papiere reisen, sind sie illegal eingereist, also illegale Migranten. Man könnte noch ihr Ziel, also das Sozialsystem oder den Arbeitsmarkt beifügen. Also wären es illegale Sozial-/Arbeitsmigranten. Um der Geschlechtsneutralität genüge zu tun, müssen es natürlich illegale Sozial-/ArbeitsmigrantX sein (binnen I o.ä. diskrimminiert ja Menschen außerhalb des binären Geschlechtschemas.).
      Ach das klingt zu negativ? Vielleicht ist es da ganze ja auch.

      • Klingt nicht nur negativ, sondern auch unsachlich.

        Denn ein “sicherer Drittstaat” ist nicht jeder Staat, in dem gerade kein Krieg herrscht. Denn es muss den Geflüchteten auch praktisch möglich sein, dort Zuflucht zu finden. Dies ist in einigen Transitstaaten ganz klar nicht der Fall. Entweder weil dort in kurzer Zeit soviele Flüchtlinge anlanden, dass Behörden und Zivilgesellschaft völlig überfordert sind, oder aber weil diese Staaten ganz offen eine Abschreckungspolitik verfolgen.

      • @Günter:
        Die Migranten müssen um in Deutschland anzukommen fast zwangsläufig wohlhabende Staaten der EU durchqueren. Ein sicherer Drittstaat der die Migranten aufnehmen KÖNNTE wäre sicherlich dabei, nur WOLLEN die meisten NICHT.

    • “Geflüchtete” impliziert dass die betreffenden Personen ihre Flucht beendet haben (also irgendwo dauerhaft angekommen sind), während “Flüchtlinge” immer noch dabei sind zu flüchten. Solange ersteres nicht klar ist, etwa weil noch kein dauerhafter Aufenthaltsstatus besteht, stellt letzteres die präzisere Beschreibung da.

      Davon abgesehen ist “Flüchtlinge” der in Gesetzestexten verwendete Begriff.

  18. Moin,

    bei der ganzen Diskussion um das Thema Lieblings Passwort Manager und warum Hashing ≠ Verschlüsselung ist, ist das Thema Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) etwas untergegangen.

    Twitter, Google, Paypal und viele weitere Anbieter unterstützen diese zusätzliche Sicherheitsfunktion, die ein Login nur mit Kenntnis des Passworts und dem Besitz eines weiteres Geräts, wie z.B. ein Mobiltelefon ermöglicht. Im Zweifel ist der Login Vorgang etwas umständlicher, da man auf das Eintreffen der SMS mit der PIN warten muss, auf der anderen Seite kann sich niemand einloggen, der nur im Besitz des Kennworts ist. Da die Anbieter diese zusätzliche Sicherheitsfunktion unentgeltlich anbieten kann ich nur jedem empfehlen, diese Funktion auch zu nutzen.

  19. Hier ein guter Betrag bei Frontal 21, warum Integration scheitert. So wie ihr es beschreibt – es ist einfach politisch nicht gewollt, dass Integration funktioniert.

    https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal-21-vom-24-april-2018-100.html

    • 9. Mai 2018 um 22:01 Uhr
      Damian Mainka

      Guter Beitrag oder Frontal21 – pick one. Ich musste in der Vergangenheit feststellen, dass sobald man sich selber in dem Thema auskennt, über das in Frontal21 berichtet wird, man sich wirklich nur die Haare raufen kann. Aber das gilt wohl für die meisten solcher Formate. Ob es daran liegt, dass gezielt Einfluss auf die Willensbildung genommen werden soll oder die journalistische Arbeit einfach nur schlampig durchgeführt wurde, weiß ich nicht. Ich weiß, dass dies nun nach Ärger Verschwörungstheorie klingt, aber man muss sich vor Augen führen, dass solche Fehler sehr häufig sind. Als Paradebeispiel können z. B. Artikel aus BILD-Zeitung zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen dienen (Bild-Artikel über Gold und d-Orbitale aus 1996 ist so ein “Klassiker”).

      • Ich verstehe deinen Beitrag als Pauschalkritik an Frontal 21 – denn du gehst überhaupt nicht auf den Inhalt des Links ein.
        Stattdessen bringst du ein Beispiel aus der BILD.

  20. Keynes erwähnen und im gleichen Atemzug sagen dass ein Staatshaushalt ähnlich ist wie ein privater Haushalt? Ist das kein absoluter Widerspruch?

    • Denke nicht, dass wir das so gesagt haben ..

      • Philip: “man muss sich ja vorstellen, so ein Haushalt ist letztlich nicht viel anders im Kern als ein private Haushalt eben auch”

        Aber ich weiß nicht ob man dies euch vorwerfen kann, weil das eben der Fehler ist worauf fast alle deutsche Finanzpolitik sich basiert.

  21. Seit einigen Monaten funktionier nicht mehr das abspielen des Downloades auf meinem Samsung S3 . Die Datei wird vom Gerät nicht erkannt .Der Download über eine Platform wie Podcast.de funktiniert im Smartphone.

  22. Hallo,
    höre die Lage nur unregelmäßig, bin aber immer wieder begeistert, wie es Euch gelingt, auch juristisch komplexe Sachverhalte, wie ich finde, verständlich und verhältnismäßig einfach zu erläutern. Bin da aber als ehemaliger Richter vielleicht auch nicht der richtige Beurteiler.

    Zu ANKA-Zentren: Warum sollten Leute, denen man doch signalisiert, dass sie dieses Land so schnell wie möglich zu verlassen haben, nach dem Motto “unsere Barracken sollen schöner werden”, noch Hand anlegen? Etwas weltfremd, oder?

    Zu Funkzellen: @Ulf, wird das System auch digital barrierefrei?

    • Moin Uwe, was genau meinst Du mit “digital barrierefrei”? Mein persönlicher Anspruch wäre selbstverständlich, dass ich das hinbekomme! Wenn Du da ggf. bereit wärest zu testen schreib mir bitte mal eine Mail an ulf (a) buermeyer.de. Danke!

      • Hallo Ulf,

        es gibt da verschiedene Maßnahmen mit denen man erreich kann, dass eine Website für z.B. Screenreader einfacher zu verarbeiten ist.

        Ich würde gerne mal in das FZA rein schauen. Ist der Code Open Source?

    • Zu den “Ankunftszentren” hänge ich mich lieber hier ein, als im ausgeuferten Post weiter unten.

      Schon um unserer eigenen Menschlichkeit und Selbstachtung willen sollten wir potentiell gebetene Gäste (Asylrecht, hatten wir uns aus Erfahrung ja mal so vorgenommen) nicht schlechter behandeln als uns selbst.
      Aus meiner Kinder- und Hundeerziehung kenne ich als wirksames Prinzip die “liebevolle Konsequenz”, die derzeitigen Zustände missachten Beides. Über das Gute an der “Konsequenz” wurde im Podcast treffend berichtet, prima.
      Das “liebevoll” ging im Podcast und in diesem Kommentar aber komplett daneben. Es geht nicht um deren Menschenrechte oder unsere Leitkultur und ob und wann welcher Deutsche oder Nicht-Deutsche unter welchen Umständen Dreck macht.
      Es geht darum, dass wir als Gesellschaft eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Gästen haben, solange sie von uns abhängig sind weil sie im Verfahren hängen. Diese Verantwortung können wir wahr nehmen oder wir können verrohen. Unsere alleinige Entscheidung.
      Unsere Gäste sind da weder Grund noch Wirkung, sie halten uns nur unfreiwillig den Spiegel vor, in dem wir uns selbst sehen.

  23. Bezueglich Klagenindustrie: Schaut mal spasshalber hier (https://www.bloomberg.com/view/articles/2017-05-25/the-texas-town-that-patent-trolls-built-j34rlmjc) Samsung baut bestimmt aus Spass in Texas ne openair Eisbahn. Es gibt eine berechtigte Befürchtung das Klagen als Wettbewerbsverzehrrende Massnahme eingesetzt werden. Den Unternehmen entstehen nämlich nicht nur bei berechtigten Klagen Kosten. Wie man das jetzt im Einzelnen abwägen möchte sei jedem selbst überlassen, aber die Sorgen sind (leider) nicht vollkommen grundlos.

    • Bei dem konkreten Beispiel ging es doch um Musterfeststellungsklagen. Die Frage ist also ob durch diese neue Möglichkeit mehr unnötig geklagt oder nicht. Ich sehe bisher nicht wie es dadurch zu mehr unnötigen Klagen kommen sollte.

  24. iOS anonymisiert Bilder gerne, sprich entfernt auch GPS-Daten. Das ist auf jeden Fall der Fall, wenn man auf einer Website ein file Upload Widget einfügt. Bei E-Mail bin ich mir gerade nicht sicher.

  25. Rundfunkregulierung im Internet

    Ich lehne die Argumente, die jetzt gebracht werden, um Rundfunk und Presse im Internet zu regulieren, ab. Denn die sind nicht neu, sondern galten gegenüber der Presse schon immer. Die Presse war in der BRD aber nie stark reguliert, sondern unterliegt nur einer recht zahnlosen Selbstregulierung, und der Vertriebt unterliegt der Buchpreisbindung. Wo waren die ganzen Regulierungsverfechter in den letzten 100 Jahren? Nicht da! Aber jetzt, wo wir im Internet eine Medienkonvergenz haben, kommen sie aus den Löchern gekrochen. Und sie könnten recht haben, wenn die Medienkonvergenz in Richtung Rundfunk gehen würde, tut sie aber nicht. Technisch bewegt sich das Internet vom Rundfunk weg: Im Internet sind faktisch alle Verbindungen 1:1 Verbindungen und keine “Broadcasts”, die das Medium fluten und dadurch andere Inhalte unterdrücken.

    Wenn es jetzt in der Presse oder im Internet wegen Monopolbildung tatsächlich erhöhten Regulierungsbedarf gibt, dann sollte in erster Linie das Monopol über das Kartellamt aufgelöst werden, und nicht die Industrie als ganzes reguliert werden. Die marodierende Rundfunkregulierung im Internet trifft im Moment nämlich eher die kleinen Anbieter und nicht die großen Monopolisten.

    • Ja, insbesondere das Argument “Wir dürfen den Plattformen nicht alleine überlassen, welche Nachrichten bei der Suche oben angezeigt werden” – warum gehen wir dann nicht noch einen Schritt weiter und regulieren die großen Onlinezeitungen, welche Nachrichten sie oben in den Headlines anzeigen?

      Ich finde das Argument extrem heikel, weil sich da auch die Frage stellt: wie soll das umgesetzt werden?
      – In dem die Anbieter ihre Such- und Empfehlungsalgorithmen offen legen müssen? Das sorgt vielleicht für mehr Transparenz (und wäre IMHO eine gute Idee), ändert aber nichts an der Sortierung der Nachrichten.
      – In dem die Reg(ul)ierungsbehörden selber entscheiden, welche Nachrichten/Angebote relevant sind? Das hätten die wahrscheinlich gerne, aber die Probleme dabei liegen auf der Hand…
      – In dem man die Anbieter dazu verpflichtet, immer Nachrichten aus dem ÖR mit anzuzeigen? Fragwürdig…

      Wie du schon gesagt hast, im Prinzip kann man sich die ganzen Argumente anschauen und jedes mal sagen: Ja, und warum haben wir das bei der Presse nicht gemacht? Weil …, und deshalb ist das eine Scheißidee!

      Ich denke, wir sollten uns bei der Regulierung von Medien extrem zurückhalten… Es gibt natürlich Grenzen wie bspw. Jugendschutz oder illegale Inhalte, aber ansonsten sollte der Staat sich da weitgehend raushalten.
      Das heißt nicht, dass man große Konzerne oder Monopole nicht kontrollieren und u.U. einschränken sollte, aber dabei muss man extrem aufpassen, dass dadurch nicht (indirekt) die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird, wie das ja bspw. auch jetzt mit den Rundfunklizenzen für Onlinestreams der Fall ist.

      • Ich finde, dass wurde hier sehr gut auf den Punkt gebracht. Viellicht eine passende Anmerkung:
        Grund für die fehlende Regulierung bei der Presse war, dass es viele verschiedene Anbieter gab. Vielfalt durch Wettbewerb war (und ist dort) das Credo. In den Anfangsjahren des Fernsehens fehlte es aufgrund technischer Gegebenheiten an einer solchen Vielfalt. Deshalb sollte eine neutrale Instanz sicherstellen, dass ein möglichst vielfältiges Angebot entsteht: Vielfalt durch Regulierung.
        Mittlerweile gibt es aber schon im Fernsehen deutlich mehr Senderkapazitäten, weshalb sich die Frage stellt, ob die momentane Medienregulierung dort nicht schon fehl läuft. Insbesondere besteht im Internet deutlich mehr Vielfalt durch Wettbewerb. Wenn es zur Monopolisierung von Macht kommt, ist das ein Fall fürs Kartellrecht und nicht das Medienrecht

  26. Ich ich möchte mal ein paar Worte zum Thema Anker-Zentrum und Camps verlieren. Denn hier zeigt sich ganz deutlich die Moral und Kultur von “Deutschen” gegenüber den Kulturfremden.

    Zunächst finde ich es allgemein eine beschissene Idee, irgendwelchen Leuten absichtlich die Lust und Laune an Deutschland zu vermiesen, in denen man ihnen die schlechten Seiten an Deutschland zeigt. Aber zu den Camps:

    Wenn 1.500 Leute in so einem Camp quasi “gefangen” sind und die Zeit dort verbringen ohne etwas zu machen….. Und das Camp in einem sehr schlechten Zustand ist….. Finde den Fehler!?! Wieso beschäftigen sich die Flüchtlinge nicht einfach damit, das Camp in dem sie selbst wohnen, mal auf Vordermann zu bringen, damit es auch für sie dort besser ist? Stattdessen heißt es: Wieso sollte ich aufräumen, wenn ein anderer es schmutzig gemacht hat? – Das sind keine deutschen Werte. Deutsch ist es viel mehr etwas für die Gesellschaft zu tun.

    • Weil man ohne Geld auch mal eben so Baumaterialien und Putzzeug kaufen kann…

      “Stattdessen heißt es: Wieso sollte ich aufräumen, wenn ein anderer es schmutzig gemacht hat?”

      Wo heißt es das? Hat das ein Flüchtling gesagt oder stand das auf irgendeinem rechten Blog?

      “– Das sind keine deutschen Werte.”

      AHAHAHAHAHAHAHA. Schonmal in einem deutschen Studentenwohnheim gewohnt? Schonmal Bahn gefahren? Schon mal bei einer Großveranstaltung gewesen? Schonmal Kontakt zu Mitmenschen gehabt in den letzten 10 Jahren?

      “Deutsch ist es viel mehr etwas für die Gesellschaft zu tun.”

      Woran macht man das fest? Typisch deutsch sind meistens preussische Tugenden und dort kommt Altruismus nicht vor. Überhaupt: Einfach so in den Raum zu stellen, dass deutsche Altruistischer sind als andere ist schon heikel.

      • @Venyo

        Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. An fehlenden Baumaterialien oder Putzmitteln wird es nicht liegen.

        Was ist denn bitte ein “deutscher Studentenwohnheim”? Und nein, ich habe in keinem gewohnt, da ich damals schon eine eigene Wohnung hatte. Habe aber genug andere Kommilitonen in Studentenwohnheimen besucht. Ich kenne jetzt deinen Background nicht, aber du willst doch nicht ernsthaft den Zustand der Flüchtlings-Heimen mit den in den Wohnheimen vergleichen??? Zumindest vor 10 Jahren waren die nämlich sauber, weil die Studenten auch ein sauberes Umfeld haben wollten, in dem sie leben. Und in den Heimen wurde alles getan, um die Situation für sich und für andere zu verbessern.

        Aha, Altruismus ist keine typische deutsche Tugend? Hmm.. Wieso haben wir dann die Freiwillige Feuerwehr oder den THW, der mit ehrenamtlichen Mitmenschen besetzt ist? Wieso spenden die Deutschen so viel an verschiedene Hilfsvereine? Wieso gab es bei uns eine Refugees Welcome Kultur, die es z.B. in der USA nicht gab?

      • “Was ist denn bitte ein “deutscher Studentenwohnheim”?”

        Keine weiteren Fragen….

        “du willst doch nicht ernsthaft den Zustand der Flüchtlings-Heimen mit den in den Wohnheimen vergleichen??? Zumindest vor 10 Jahren waren die nämlich sauber, weil die Studenten auch ein sauberes Umfeld haben wollten”

        Also in den Studentenwohnheimen in denen ich war, war es nicht sauber, weil die Studenten das so wollten….

        “Wieso haben wir dann die Freiwillige Feuerwehr oder den THW, der mit ehrenamtlichen Mitmenschen besetzt ist? Wieso spenden die Deutschen so viel an verschiedene Hilfsvereine?”

        Das gibt’s in vielen anderen Ländern auch, nur hat es dort oft eine andere Form, weil die Gesellschaft anders strukturiert ist. Ich sehe zum zweiten mal nur vage Behauptungen ohne Belege, damit ist

    • @Mathias

      Die Vorstellung, dass Asylbewerber damit anfangen, “ihr” Lager herzurichten, erscheint mir völlig absurd. Wie soll das gehen? Die “Lagerleitung” stellt ein paar Pinsel und Farbeimer und los geht’s? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn da einer von der Leiter fällt? Wer koordiniert Menschen mit zig verschiedenen Sprachen und Kulturen?

      Und sobald es an Sachen wie Gas/Wasser/Scheixxx oder Elektro geht, muss sowieso eine Fachfirma ran. Dachdecker dito. Fassade auch. Fenster sowieso.

      • @Günter

        Keiner verlangt von den Flüchtlingen, dass die jetzt Bauarbeiten durchführen. Denn oft reichen einfache Aufräum-Arbeiten mit Putzeimer aus. Ich stelle mir auch nicht vor, dass die Camp-Verwaltung von sich aus etwas macht, sondern dass die Flüchtlinge die Initiative ergreifen und selbst für sich etwas ändern wollen.

        Wer koordiniert die Menschen? Die sich selbst.

        Wer trägt die Verantwortung, wenn etwas passiert? Nun in einigen Städten gibt es die “Dreck-weg-Wochen”, in denen die Einwohner das eigene Viertel schick machen und dort aufräumen. Wer trägt da die Verantwortung, wenn etwas passiert?

        Das sind alles nur Vorwände, damit man die Schuld an einer anderen Stelle suchen muss.

      • @Mathias

        Grundlage von freiwilligen Aufräumaktionen ist die Verbundenheit zu dem Ort. Ein Flüchtling, der nicht weiß, ob er morgen, in zwei Monaten oder zwei Jahren noch im gleichen Lager haust, wird das schwerlich entwickeln.

        Wobei man kaum etwas besseres tun könnte, als da eine Kehrwoche einzuführen. Irgendwie muss man die Menschen ja beschäftigen.

      • @Günter

        Ist es tatsächlich so? Darf ich dich mal fragen, wie du deinen letzten Urlaub verbracht hast? Hast du aus dem Koffer gelebt oder hast du dich in deinem Hotelzimmer wohnlich eingerichtet? Hast du die schmutzige Wäsche oder den Abfall einfach auf den Boden geworfen oder in einen Mülleimer? Und wenn dir etwas heruntergefallen ist, hast du es dann einfach liegen gelassen?

        Ich denke, dass du es nicht getan hast, obwohl du an dem Ort auch eine eher überschaubare Zeit warst. Wieso? Ich vermute mal, weil du dich an dem Ort auch wohlfühlen wolltest. (Das wird zumindest einer der Gründe sein.) Und das kann man eben nicht, wenn überall der Dreck herumliegt. Und was macht man gegen den Dreck: Man räumt ihn weg.

    • Ja mal ehrlich. Wieso sollte man etwas sauber machen, was andere schmutzig gemacht haben. Ist für dich ein Flüchtling für einen anderen Flüchtling verantwortlich? Und was ist das für eine komische Konnotation zwischen “Deutsch” und “sauber”? Sauber ist ein deutscher Wert?

      • Zunächst einmal habe ich nicht behauptet, dass die Sauberkeit ein deutscher Wert ist, aber Ja, es ist tatsächlich so. Merkt man sehr gut, wenn man im Ausland unterwegs ist. Meine Behauptung war allerdings, dass die Deutschen für die Gemeinschaft arbeiten.

        Wieso sollte ein Flüchtling den Dreck eines anderen wegmachen? Damit der Dreck weg ist! So einfach ist es!

      • Ach komm bitte. Deutschland ist keine Schrebergärten-Siedlung. Und selbst da würden Sie den Dreck vom Nachbarn nicht wegfegen. Manchmal glaub ich echt dran.

      • Hmm, bei dieser Dikussion fällt mir die Zeit ein, als ich ein Auslandssemester in den Niederlanden verbracht habe. Dabei hatten die meisten Austauschstudenten kaum Kontakt mit Niederländern, dafür aber besonders viel Austausch mit den ganzen anderen internationalen Studenten. (Oft auf Kosten der Studienarbeit. 😁)
        Was ich sagen will: Ich habe mich eigentlich nie für einen besonders ordentlichen Menschen gehalten, aber im Vergleich mit so vielen Nationalitäten ist mir (und nicht nur mir) aufgefallen, dass tendenziell die deutschen, österreichischen und besonders auch schweizerischen Studenten durch Pünktlichkeit bei Veradredungen und Ordentlichkeit in der eigenen Bude auffielen. Erst dort habe ich verstanden, wieso man „Deutschen“ (hier: DACH) so etwas nachsagt. (BTW: Am stärksten verschrien waren die Engländer, die z. T. keine Zimmer bekommen haben, weil niemand mehr privat an Sie vermieten wollte. Da müssen einige wohl ziemliche Schlachtfelder hinterlassen haben.)

        Ich denke, dass Mathias’ Überlegungen nicht völlig an den Haaren herbeigezogen sind. Inwieweit man solche „Urlaubserfahrungen“ aber auf die Situation von Geflüchteten übertragen kann, fällt mir wirklich schwer zu sagen.

      • Natürlich ist das an den Haaren herbeigezogen. Hört doch auf Eigenschaften wie Sauberkeit oder Pünktlichkeit mit dem Deutschen zu verbinden, das ist einfach konstruierter Quatsch. Und vor allem wenn ihr von den Eigenschaften auf Erfolg oder Nicht-Erfolg im Leben schließt.

        Zum Leben in Abschiebeanstalten hat die FAZ heute ein interessantes Feature: http://www.faz.net/-gpf-97x2l

      • Von Eigenschaften auf Erfolg oder Nicht-Erfolg im Leben schließen tue ich nicht. Dazu wäre es auch viel zu unbestimmt, so etwas wie “Erfolg im Leben” überhaupt für sich und andere festzulegen.
        Ich habe aber trotzdem die genannten Erfahrungen in meinem Auslandsaufenthalt gemacht im privaten Kontakt mit Italienern, Niederländern, Spaniern, Engländern, Dänen, Frankokanadiern, Isländern, Deutschen, Österreichern, Schweizern, Belgiern, Schweden und ich weiß nicht mehr wem noch.
        Natürlich kann es auch sein, dass ich einfach nur zufällige Mengen von Personen kennengelernt habe, die ausgerechnet in der Verteilung ihrer Eigenschaften in (nicht nur) mir den o. g. Eindruck erweckt hatten. Und betraf, wie gesagt, die Tendenz, traf also nicht immer und für alle zu.
        Möglicherweise sind Deine Auslandserfahrungen im privaten Kontakt mit einem Haufen unterschiedlicher Nationalitäten ja auch ganz andere. Das will ich auch gar nicht ausschließen.

  27. Ich fand es bemerkenswert, dass ihr den Lobo-Satz gleich als zu der Berliner-Akademikerblase zugehörig eingeordnet habt. Versteht mich nicht falsch, ich möchte auch in so einer Gesellschaft leben, aber mit dem Programm bekommt man doch keine Massen auf die Straßen. Meine Eltern würden schon gar nicht verstehen worum es da überhaupt geht.

    Wenn das die große Alternative ist, dann sehe ich schwarz… Im Grunde hat doch der Lobo-Vortrag nur wieder gezeigt wie abgewirtschaftet das linksliberale Mileu ist. Keine Vision hinter der man große Massen vereinigen können und keine neuen Ideen…

  28. Ich hätte noch eine Anmerkung bezüglich Bcrypt (der Passworthashalgorithmus den Twitter hier verwendet hat) und Industriestandard – es stimmt zwar formal, dass Bcrypt ein Industriestandard ist aber das sagt letztlich nichts aus; Windows XP ist in einigen Bereichen auch immer noch Industriestandard.
    Und Bcrypt ist definitiv nicht mehr “best practice” sondern kann von Graphikkarten sehr effizient berechnet werden (nicht so schnell wie das inzwischen wirklich veraltete PBKDF2 – auch immer noch ein Industriestandard). Eine bessere Wahl wäre Argon2d, u.U. sogar zusammen mit Bcrypt.

    Und weil Philip nicht der einzige ist, der das Regelmäßig falsch macht: Ein Hash ist _KEINE_ Verschlüsselung! 😊
    Ein in diesem Kontext anschaulicher Begriff wäre “Einwegfunktion” oder so – und daran sieht man auch den Unterschied: Wenn es sich um eine Verschlüsselung handeln würde, könnte man sie im Zweifel wieder umkehren, das geht mit einer Hashfunktion nicht und ist gerade in diesem Kontext ein wichtiger Unterschied.
    Denn falls man mit einer Sicherheitsschwankung Daten ausleiten kann, dann könnte man die Passwortdatenbank und den Schlüssel extrahieren und die Passwörter im Klartext wiederherstellen. Bei einer Einwegfunktion geht das eben nicht, da sie nicht umkehrbar ist.

    Außerdem bereitet mir die Empfehlung von 1Password offen gesagt ziemliche Bauchschmerzen; zum einen ist weder im Detail dokumentiert, wie 1Password kryptographisch arbeitet und zum anderen ist die App nicht OpenSource – was meiner Ansicht nach gerade bei einer derart sensiblen Anwendung eigentlich ein no-go ist! Das gleiche gilt für LastPass.
    Bitwarden (https://bitwarden.com) ist wohl nicht schlecht; verwendet leider aber auch PBKDF2 um aus dem Masterpasswort einen Schlüssel zu generieren weshalb das für mich persönlich erstmal ausscheidet – im Gegensatz zu den beiden ersteren würde ich aber nicht explizit davon abraten.
    Und für Leute, die ausschließlich Apple-Produkte verwenden, ist die Keychain/der Schlüsselbund
    wahrscheinlich eine sinnvolle Alternative: die kann sich über mehrere Geräte hinweg synchronisieren, ist nach jetzigem Kenntnisstand sicher, wohl einigermaßen komfortabel und das Vertrauen ist auch kein Problem wenn mein Betriebsystem und meine Hardware sowieso auch von Apple kommen.
    Letztlich ist das Thema “Password-Manager” alles andere als einfach; ich war irgendwann so genervt, dass ich mir selber was zusammengehackt hab^^

    • Guter Tipp mit Bitwarden, ich kann mich mit LastPass und 1Password auch nicht so richtig anfreunden, auch wenn das sicherlich für den Privatanwender kein Problem darstellt, so richtig traue ich dem Closed-Source dann doch nicht, wenn alle meine Daten da sind, wenn auch hinter 10000 verschlüsselungscontainern.
      Meine bisherige Lösung und ich bin mir sicher, dass es nicht so sicher ist wie möglich, aber dafür dezentraler, KeePass. Das ist auch Open Source und wird lokal in einer Datei gespeichert (die dann wiederum sonst was für Verschlüsselungen verwendet). Die Datei kann auch über einen Server/Dropbox/XYZ mit mehreren Geräten kommunizieren, so verwende ich es zum Beispiel mit meinem Android “Keepass2Android” und auf Windows und Linux (vorher auch mal auf Mac) verwende ich das vom Design sehr ansprechende KeeWeb (https://keeweb.info/). Mit Tastenkombinationen oder auch Plugins in Browser fühlt sich das ganz angenehm an, man kann es außerdem bei anderen Anwendungen mit Tastenkombinationen verwenden, weiß nicht ob die anderen das auch können, finde ich aber super hilfreich wenn sich was mal nicht im Browser abspielt.
      Last but not least, es ist kostenlos und zwar uneingeschränkt. Die Datei mit ein paar KB liegt in meiner Dropbox die nur die Datei hat und nat. auch ein eigenes Passwort. Könnte man jetzt noch mit 2FA einrichten, aber irgendwo hört meine Paranoia ja auf..

      @Sandra Admin, du kennst das sicherlich, hast du Erfahrungen mit KeePass und gibt es einen Grund es absolut garnicht zu verwenden? Das wäre Hilfreich, wenn ich da auf dem Holzweg bin :D

      • Im Gegenteil klingt KeePass 2 ziemlich gut. Es gibt da einen Part, der mich ein bisschen stört; der wäre aber auch nur ein Problem wenn man ChaCha20 benutzt*.
        Seit dem ich mir das das letzte mal angeschaut habe, scheint sich einiges getan zu haben; ich muss da nochmal reinschauen 😊
        Allerdings solltest du nicht die AES-KDF für das Password-Hashing verwenden, sondern Argon2 (https://keepass.info/help/base/security.html#secdictprotect) – außer du benutzt zusätzlich ein Keyfile, dann ist das nicht so wichtig.

        Von KeePass 1 ist dagegen unbedingt abzuraten, da es zum einen veraltete und unsichere Verfahren einsetzt und zum anderen einige wichtige Best-Practices ignoriert hat.
        Aber da du KeeWeb verwendest und das laut eigenen Angaben nur das KeePass 2 Format unterstützt, scheinst du da auf der sicheren Seite zu sein.

        Danke, dass du mich nochmal drauf aufmerksam gemacht hast 😄

        –––––
        * Und zwar der zufällige IV – die Key+IV-Kombination darf sich bei ChaCha20 _NIEMALS_ wiederholen. Jetzt unterstützt ChaCha20 allerdings nur 2^64 verschiedene IVs, d.h. die Wahrscheinlichkeit, 2x einen gleichen IV zu bekommen liegt bei 2^32.
        Ich hoffe, dass sie da noch was eingebaut haben; hab mich noch nicht durch den Code gelesen – falls nicht, wäre das ein Grund, auf hier keinen Fall ChaCha20 zu verwenden.

    • Mich interessiert eine Empfehlung für einen Passwort-Manager, den auch meine Mutter bedienen kann. Sie versteht nicht einmal das Konzept eines Master-Passworts. (Oder ich kann es ihr nicht erklären.) Und sie versteht auch nicht die Konsequenzen eines Passwort-Leaks auf einer 08/15-Webseite, die sie besucht, wenn sie überall das gleiche Passwort benutzt. Früher ist sie ohne diesen neumodischen Schnickschnack ja ganz gut zurechtgekommen.

      Der einzige Lichtblick ist, dass das Risiko bei ihr vergleichsweise gering ist, weil sie eben wenige Webseiten besucht. Andererseits: Bank, Telefonvertrag, Handyvertrag, … da kommt schon einiges zusammen.

      Falls jemand konkrete Vorschläge hat, sie benutzt Windows auf dem Desktop und iOS mobil.

      • Hm, eine Konkrete Softwareempfehlung kann ich da leider nicht geben, tut mir leid 😕

        Aber häufig hilft es, Analogien finden; Beispiel Passwortmanager und Masterkey:
        Weil es unpraktisch ist, sich immer diverse Passwörter zu merken (einen Schlüsselbund mit 50 großen Sicherheitsschlüsseln mit sich rumzuschleppen), packt man die in einen Passwortmanager (Schlüsseltresor.) Dann muss man sich nur noch ein Masterpasswort für den Manager merken (einen Hauptschlüssel für den Tresor mitschleppen).
        Wenn man sowas noch mit ein paar grundlegenden Verhaltensregeln kombiniert, kann man vielen Leuten schon echt weiterhelfen. Man kann die Regeln auch ruhig ausdrucken und aufhängen; dadurch erspart man den Leuten auch, dass sie nachfragen müssen, wenn sie etwas vergessen haben (das ist vielen Leuten überraschend peinlich).

      • Ich betone bei nicht-IT-Umfeld ohne PW-Manager-Nutzung immer gerne, dass es am allerwichtigsten ist, dass mind. der (Haupt-)Mailaccount ein anderes und einzigartiges Passwort haben muss, als alle anderen, da man sich hierhin neue PW zuschicken lässt (PW vergessen? Mailadresse angeben). Und solange es im Privatgebrauch passiert, halte ich ebenfalls das Aufschreiben von Passwörtern für unproblematisch. Kaum ein Hacker wird in einen gewöhnlichen Privathaushalt einbrechen, um den Zettel mit den Passwörtern auszuspähen.
        So kann man eine gewisse Absicherung mit einer Handvoll Standard-Passwörtern erreichen, die man aber trotzdem hin und wieder mal wechseln sollte.
        Allerdings: Mehr Sicherheit ist natürlich immer besser.

        Ich kenne übrigens auch so einige, die Passwortmanagern sehr skeptisch gegenüberstehen, da damit die gesamte Passwortsicherheit auf allen Plattformen in die Hand einer Software gelegt wird.

  29. Also ich finde auch, dass die Befürchtung einer “Klageindustrie” ziemlich vorgeschoben sind; insbesondere wenn man bedenkt, dass es bisher keinerlei Ambitionen gab, gegen die “Abmahnindustrie” vorzugehen.
    Allerdings kann man das Argument der unberechtigten Klagen gegenüber Unternehmen meiner Meinung nach auch nicht einfach wegwischen, wie Ulf das hier getan hat – *sollte* es nämlich wirklich zu mehr Klagen kommen (das Gegenteil wäre ja durch die zusammengeführten Verfahren auch denkbar), kann das für kleinere Unternehmen durchaus eine ernsthafte Belastung darstellen.
    Denn selbst wenn die Klagen unbegründet sind, müssen trotzdem erst einmal Zeit und Geld investiert werden – und das kann im Zweifelsfall relativ viel werden (VW ist ja was die Unternehmensgröße und -liquidität angeht nicht unbedingt repräsentativ).

    Aber trotzdem stimme ich Ulf letztlich zu; meiner Ansicht nach handelt es sich auch um Protektionismus für Unternehmen gegenüber berechtigten Anforderungen – denn wenn man kleine Unternehmen gegenüber unberechtigten Klagen schützen wollte, könnte man andere Maßnahmen treffen.

    • Der Vergleich hinkt aber an mehreren Stellen. Zum einen lässt sich mit einer unberechtigten Sammelklage kein Geld verdienen. Das ist ja der Witz an der unberechtigten Abmahnung. Der Abgemahnte zahlen absurde Gebühren. Wenn das Gericht aber die Klage ablehnt, sehe ich keine Profitmöglichkeit für den Kläger.

      Zum anderen kann man ja jetzt schon unberechtigt gegen ein Unternehmen klagen, daran ändert doch eine Sammelklage nichts oder?

      • Ja, der Vergleich hinkt, da hast du recht.
        Ich dachte jetzt nicht primär an das Geldverdienen, sondern eher daran, dass man unliebsame Unternehmen (bspw. den lokalen Schlachthof) stören will. Aber es stimmt, dass man das ja im Zweifel auch mit Einzelklagen (und so möglicherweise effektiver) tun könnte…

  30. Moinsen,

    wollte nur kurz sagen, dass ihr euch mal JUCY Rentals anschauen solltet, wenn ihr in Kalifornien rumfahren wollt. Der Laden kommt aus Australien und die haben so große Vans ausgebaut zum Camper. Ist natürlich etwas weniger kompfortabel als mit nem richtigen RV, aber für Cali top!

    Vorteile:
    – Fährt sich eher wie ein Auto als wie ein LKW
    – man kommt auch gut durch Städte oder unebene Gelände
    – Kostet deutlich weniger als ein RV
    – Man hat trotzdem alles (Kühlschrank, Waschbecken, Geschirr, Kocher, bis zu 4 Betten)
    – Einweg Miete möglich (in LA anmieten, in SF zurück geben)
    – Schafft auf Highways die erlaubte Maximalgeschwindigkeit
    – Man zieht mit den grün-lila-farbenen Autos alle Blicke auf sich

    Nachteile:
    – Natürlich weniger Platz als im RV
    – Wenn draußen doch mal scheiß wetter ist, kann man drinnen nicht einfach so kochen
    – Kein Klo, keine Dusche
    – Wenn man oben im Zelt schläft, kann der nächtliche Klogang zur Akrobatik werden

    Unter’m Strich hatte ich mit dem Ding aber einen der besten Urlaube aller Zeiten. Und das, obwohl ich stolzer VW Bus Besitzer bin, mit dem man den JUCY ungefähr vergleichen könnte … haben damals glaub 65$ pro Tag bezahlt. Wenn man dann Standplätze in den State- und National-Parks online vorbucht, was nochmal so 20-50$ pro Nacht all inclusive kostet, halten sich die Fixkosten tatsächlich im Rahmen. Durch Selbstverpflegung und so Dinge waren wir auf jeden Fall günstiger unterwegs als mit “normalem” Mietwagen und billigem Hotel. Dafür hatten wir aber die besten Übernachtungsplätze (Big Sur Statepark ist zB sehr zu empfehlen!).

    Für Detailfragen einfach melden! :)

    VG Erik

  31. Danke für die aktuelle und wieder einmal sehr informative Folge! Ein Punkt allerdings zu und von der Lobo-Rede:
    https://saschalobo.com/2018/05/05/meine-republica-rede-ein-transfeindlicher-begriff-und-internet-hoffnung-am-horizont/

    Viele Grüße ganz ohne ich-photographiere-mit-dem-Handy-im-Auto-Photo-da-ich-da-immer-die-Lage-höre 😉
    Johannes

    • Trotzdem etwa enttäuschend dass die das gleiche getan haben und so nachdrücklich und so oft den gleichen Begriff verwendet haben.

      Dazu kommt, ist was Lobo gesagt hat wirklich so neu, spannend und gut?

  32. Boom, Boom, Boom!

    Könnt ihr mir den “Boom” hier bitte einmal zeigen? -》 https://de.statista.com/graphic/1/2112/veraenderung-des-bruttoinlandprodukts-im-vergleich-zum-vorjahr.jpg

    Ich sehe da nix. Ein reales Wirtschaftswachstum von um die 2% im Jahr ist erfreulich, aber kein Boom.
    Das einzige, was boomt, ist die Verwendung des Begriffs “Boom” in den deutschen Medien.

    Schaut man sich einmal die Zahlen zur Gesamtwirtschaft des Euroraums an, dann wird einem gar angst und bange: https://blog.zeit.de/herdentrieb/files/2018/02/Euroraum_BIP_und_Produktionspotenzial_1995Q1-2017Q4.gif

    Kein Boom, stattdessen anhaltende Krise.

    Deswegen ist es auch verfehlt, in Deutschland von einem Sparen in guten Zeiten zu sprechen. Die Zeiten sind nicht gut! Und Deutschland müsste eigentlich massiv Geld ausgeben, damit sich etwas bessert.

    Zum Abschluß noch die Nettoinvestitionen der Kommunen in Deutschland: https://www.haushaltssteuerung.de/bilder/nettoanlageinvestitionen-abschreibungen-kommunen-deutschland-1995-2015.png
    Seit dem Jahr 2000 liegen die Abschreibungen (sprich: der alters- und gebrauchsbedingte Verfall) über den Investitionen. Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.

    • Ich habe die Wachstumszahlen von 2010 bis 2017 aus deiner ersten Grafik mal kumuliert, so wie es die zweite Grafik tut. Das ergibt für mich ein Wachstum von 13% (die unbeschrifteten Balken musste ich schätzen).
      Das liegt zwar unter dem “Trend” (der kein Trend ist, sondern ein “Potential” von 1,9% Wachstum – wo auch immer dieses Potential herkommen soll), ist aber mehr als der Euroraum als Ganzes erreicht hat.

      Weiterhin verstehe ich nicht, wieso man zwar im Untertitel “2010=100” schreibt, dort aber bereits einen “Trend” (s.o.) von 108 unterstellt. Mir scheint, das Basisjahr ist hier eher 2006. So nimmt man die Effekte der Finanzkrise natürlich gerne mit, um die “Lücke” zu vergrößern.

      Also nochmal die Zahlen aus dem ersten Bild von 2006 bis 2017 kumuliert: 20% Wachstum

      • @Martino

        Das Wirtschaftswachstum in Deutschland sieht verglichen zur insgesamt sehr traurigen Entwicklung der gesamten Eurozone gut aus, keine Frage. Ein Boom ist das aber nicht. Dieser Begriff bezeichnet einen Zeitraum mit überdurchschnittlichem Wachstum gepaart mit stark steigenden Löhnen und einer anziehenden Teuerungsrate. Davon sehen wir nix.

        Wirklich interessant ist ohnehin nur die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Währungsraums. Und da sieht es super schlecht aus. Unter anderem, weil Deutschland eine der Lage angemessene Investitionspolitik blockiert hat. Während andere Währungsräume nach der letzten Krise wieder auf den Wachstumstrend zurückfanden, leistete sich die Eurozone unter deutscher Führung einige verlorene Jahre: https://www.federalreserve.gov/econresdata/notes/ifdp-notes/2014/gifjpg/fig1_20141112.jpg

        Entsprechend katastrophal entwickelte sich die Arbeitslosenquto im Euroraum im Unterschied zu z. B. den USA: https://community.nasdaq.com/uploadedimages/author/jsimonds/111116a.jpg

        Daher: Die wirtschaftliche Lage der Eurozone ist weiterhin krisenhaft. Die guten Zeiten, es gibt sie nicht. Man müsste jetzt massiv Geld ausgeben, um die Wirtschaft wieder in Ordnung zu bringen. Stattdessen: schwarze Null

      • Dein Verständnis eines “Booms” hat mich überrascht, deckt sich aber mit der Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Konjunktur#Hochkonjunktur_(Boom) ), und auch mit dem, was ich mal gelernt habe (als ich es las, fiel es mir wieder ein). Dementsprechend befinden wir uns gerade in der “expansiven Phase”.

        Dazu sollte man jedoch anmerken, dass die “Boom-Phase” keineswegs so positiv ist, wie man vermuten könnte. Hier wird wohl im Volksmund gerne “Boom” mit “Aufschwung” gleichgesetzt.

  33. Hallo.
    Bestimmt habt ihr Sascha Lobos Entschuldigung bezüglich seiner Republica Rede schon gesehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr in der nächsten Lage kurz darauf eingeht. Da ihr dieses Wort in der aktuellen Lage (05.05), anknüpfend an die Erwähnung der Rede, auch verwendet habt und bestimmt nicht alle Menschen die die Lage hören, auch um die Problematik des Begriffes wissen oder Lobos Entschuldigung gelesen haben. So könnte an einer weiteren Stelle Aufklärung erholen und das Wort wird zukünftig vielleicht weniger genutzt. DANKE!

  34. Vielen Dank für die Lage!
    Ich möchte mich im weitesten Sinne zu Ellwangen äußeren. Das Thema Integration ist eben so eine Sache. Integration isr teuer und mühsam. Ein Freund von mir ist in der Erwachsenenbildung tätig und hat von Anfang an Integrationskurse zuleiten gehabt. Sein Fazit ist wenig positiv. Wenig Eigeninitiative, teilweise Analphabetismus, wenig Disziplin, unregelmäßiges Erscheinen. Gerade was Deutsch Kurse angeht, sieht er kaum Fortschritte.
    Ich will es mal anders sehen: Der Ghanae ist womöglich „Flüchtling“ gemäß der Genfer Konvention. So wie sein Status sich geändert hat, so hat er das Land wieder zu verlassen. Das gilt für alle Flüchtlinge. Es ist durchaus möglich , dass sich die Situation zb in Syrien verbessert. Ab diesem Moment geht es zurück. Das Problem ist wie so oft, dass Flüchtlinge zu Einwanderern gemacht werden, denen Gesetz und Steuerug fehlt. Deutschland braucht vereinzelt sicherlich qualifizierte Zuwanderer, jedoch braucht Deutschland, ja das klingt nun hart, nicht die Flüchtlinge, die sie sich eben nicht aussuchen kann, Und bei vielen Ländern fehlt mir die Fantasie, dass sie wirklich fliehen müssen oder ob sie ihre ökonomische Situation verbessert wollen. Am Peek der Flüxhtlingskrise gab es eine Erhebung von der EU im Auftrag gegeben, wie viele Menschdn ob wirtschaftlicher Gründe flohen. Es waren 60%. Hier kann man nicht vom Flüxhtlongen sprechen (http://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/4912359/Fluechtlingskrise_60-Prozent-der-Fluechtlinge-sind)
    Es ist natürlich schwierig, wenn man alle möglichen Einwanderer Flüchtlinge nennt. Integration sollten die genießen, die entweder „schon länger hier leben“ aber schwaxh integriert sind oder die, die bleiben werden. Da haben wir schon genug zu tun.
    Wo ich aber ausdrücklich zustimme, ist die Kritik an den Zuständen dieser Lager. Unabhängig wie man zu dem Thema Flüchtlinge steht und ich bin da ein sogenannter Kritiker, was die Politik 2015 bis heute angeht. Aber die Leute sind nun mal da. Ich war wirklich schockiert, als ich in der Reportage von Tuvia Tenebom gesehen habe (gibt es als Buch und als Reportage https://programm.ard.de/TV/Programm/Sender/?sendung=28113619099541) wie mit Flüchtlingen umgegangen wird – wie schrecklich die Zustände sind. 2015/16 teilweise heute noch. Man hat die Leute eingeladen und es ist völlig inakzeptabel, wenn man die Zustände teilweise sieht. Eine Toilette für hunderte Leute, kaum fließend Wasser, keine Privatsphäre. Die Teddywerfer haben sich so gefreut, als die Flüchtlinge kamen aber haben sie in asoziale Lager gesteckt. Und da ist es egal, ob sie nachher irgendwann, was viel zunlange dauert, abgeschoben werden. Deutschland ist so ein reiches Land und schafft es nicht, Menschen vernünftig unterzubringen. Das macht mich schon wütend. Der moralische Impetus der Beführworter der offenen Grenzen war laut und deutlich. Aber viele haben sich einen Scheiss um die Menschen gekümmert, sondern wollten sich mit pseudo humanitären Bildern schmücken. Deutschland, ehemals Land der Täter, heute die Samariter.
    So.. das musste mal raus. XD
    Schwarze Null Thema… naja , immerhin mal ein ökonomisches Thema, leider so oberflächlich, dass ich kaum darauf antworten kann. Es ist bei euch wie bei Außenpolitik.. im Zweifel sein lassen. Ich rede auch nicht über Chemie, Salsa Tanz oder Labskaus. Nicht böse gemeint, aber ein SZ Artikel, eine Zeitung ohne nennenswerter Ökonomieprofession, ist ein bisschen dünn für ein so umfangreiches Thema wie die schwarze Null ivm mir Keynes.
    Was mir gefehlt hat, wenn schon republica, dann ist das Böhmermanns Zensur Aktion, „Reconquista Germanica“ , ein Thema, dass ich zum Glück in meinem Blog befasst habe, den ich euch nicht vorenthalten möchte
    https://neomarius.wordpress.com/2018/05/04/1799/

    Viele Grüße aus der zweitgrößten Stadt Bayerns

    • @Julian

      Je mehr vermeintlich komplizierte Themen wie Finanzpolitik in der breiten Öffentlichkeit diskutiert werden, desto besser.

      Der FAZ unterstellt man ja Kompetenz auf diesem Gebiet. Dennoch wird dort seit locker 20 Jahren im Wesentlichen ein Schmarrn zusammengeschrieben. Sowas hält sich nur, weil der gemeine Bürger sich nicht drum kümmert und die Debatte vermeintlichen Experten überlässt.

      • Es wurde ja nicht diskutiert – sondern ein Artikel rezitiert. Das ist mir zu dünn. Zum Thema ausgeglichenener Haushalt gibt es zich Artikel, die zwar nicht das Niveau von Fachartikeln aufweisen, aber immerhin Meinungsdiversifikation aufweisen

      • Dass die Argumentation eines Artikels kurz zusammengefasst wird, finde ich völlig legitim. Man kann bei so einem Wochenrückblick kaum erwarten, dass die beiden zu jedem Thema mehrere Fachbücher gelesen, Experteninterviews geführt und dann eine eigene, dedizierte Meinung gebildet haben. Ich finde es an der Stelle sogar sehr redlich von den beiden, wenn sie das transparent machen und darauf hinweisen, dass das eben die Argumentation des Artikels ist.

        Wo ich dir aber zustimme, ist der Verweis auf die fehlende Pluralität. Es wäre schön gewesen noch 2-3 andere Sichtweisen (z.B. aus anderen Artikeln) darzustellen.

    • Ein Kommentar/ eine Einschätzung zu “Reconquista Internet” hätte ich auch interessant gefunden und war enttäuscht. Nächste Woche vielleicht 😃? Was digitales und juristisches angeht sind die LdN-Beiträge immer top und helfen mir so Manches besser einzuordnen. Danke dafür!
      Was die teilweise nur semirecherchierten und oberflächlich durchdachten Beiträge angeht, lohnt es sich finde ich dennoch oft zuzuhören. Und wem das zu amateurhaft ist, der kann halt zum nächsten Thema spulen.