LdN095 Giftgas in Syrien, Grundsteuer, Münster-Anschlag, Ungarn-Wahl, Upload-Filter, Zuckerberg

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| 56 Kommentare

Hallo zusammen! Wir haben diese Folge Freitagabend (13.4.2018) aufgenommen, es war schon spät und ich dachte, es reicht vielleicht, wenn ich sie Samstagmorgen (14.4.2018) veröffentliche – well, in dieser Zeit haben die USA Syrien bombardiert. Wir haben das zwar vorhergesagt, aber konnten das in der Lage natürlich nicht als Fakt kommentieren – sorry. Ein schönes Wochenende dennoch!

Syrien

Einheitswerte / Grundsteuer

Münster

BGH: Filmen in Ställen

Ungarn

Upload-Filter

Zuckerberg vor Kongress

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Hausmitteilung

56 Kommentare

  1. Liebes Lagerraum, ein bisschen enttäuscht bi ich, weil Ihr bei der Grundsteuer nicht auf den in den Kommunen unterschiedlichen Hebesatz hingewiesen habt. Die Einheitswerte waren gleich, aber durch die Anhebung der Hebesätze könnten die Kommunen durchaus auch der Entwicklung der Bodenpreise hinterhergehen. Die Frage ist ja nun auch, ob sie bei neuen Grundsteuersätzen dann auf 100% Hebesatz zurückgehen.
    Was Facebook angeht, sehe ich das Problem darin, dass wir alle noch nicht genau wissen, was und wie sich die Wirklichkeit von Öffentlichkeit durch so ein Medium verändert hat und noch verändern wird . Grundsätzlich geben die Nutzer Infos ein, nicht FB, grundsätzlich kriege ich nur Meldungen meiner Freunde. Gäbe es mehrere FBs, würden m.E. Viele in allen Medien präsent sein. Ist nicht die Frage eigentlich die, was FB mit den Daten macht, die sie sammeln und wie man das regeln kann?

  2. Bin neulich in der JuS über folgendes Urteil gestolpert… Daran musste ich denken, als ich euren Beitrag gehört habe. Bestehen konkreten Anhaltspunkte dafür, dass Vorschriften über Haltebedingungen nicht eingehalten werden, kommt eine Rechtfertigung eines Hausfriedensbruchs nach § 32 StGB oder zumindest § 34 StGB in Betracht.
    LG Magdeburg, Urt. v. 11.10.2017 – 28 Ns 182 Js 32201/14

  3. Liebe Lageristen,

    zunächst einmal herzlichen Dank für Euren Einsatz für Qualitätsjournalismus und für Grundfreiheiten!
    Ein Kommentar zur neuesten Lage (BVerfG Grundsteuerurteil): ich fand, Ihr wart unnötig schwammig in Bezug auf die voraussichtlichen Auswirkungen der Grundsteuerreform. Mindestens zweimal fiel die Bemerkung, dass diese zu Mehrbelastungen für städtische Immobilien führen könnte. Ich weiß nicht, ob das richtig ist. Die Grundsteuer wird ja von der Gemeinde erhoben; die Gemeinde legt den Hebesatz fest, der auf den Grundsteuermessbetrag angewendet wird. Es dürfte ein signifikanter politischer Druck herrschen, (a) Aufkommensneutralität zu wahren sowie (b) zu starke Mehrbelastungen zu vermeiden. Wenn eine Gemeinde hinterher das gleiche Aufkommen hat wie vorher, dann dürfte das v.a. zu Umverteilungen der Steuerlast innerhalb der Gemeinde führen und a priori nicht zu Verschiebungen zwischen “Stadt” und “Land”. Oder?
    Viele Grüße aus Berlin
    James Denman

  4. 20% auf alles im Shop am 17.+18.4. \\o o// \o/ und der Gutscheincode ist wohl “20April18”, weil “April” zwischen 20 und 18 gesteckt wurde :-) – die Kombi kann also auch ganz harmlos sein

    danke, dass ich nicht mehr 4/7 Tagesschau sehen muss und zusätzlich noch fundierter informiert bin

  5. 17. April 2018 um 13:27 Uhr
    Dorothee Bernhardt

    Hallo,
    danke für das Interview mit Julia Reda,sehr informativ,gerade für Menschen,die nicht so direkt mit der Materie zu tun haben. Zum Kommentar habe ich mich aber deshalb entschlossen, weil ich die Hinweise am Ende, wie und auf welche Weise denn der Einzelne Einfluss nehmen kann, sehr gut fand. Ich finde, das könntet ihr ruhig häufiger machen: Themenbereiche,Vorhaben, Prozesse, auch wenn sie nicht an ein gerade aktuelles Thema gekoppelt sind, vorstellen, um so auf die Gelegenheit aufmerksam zu machen, sich einzumischen, wenn man es denn für wichtig erachtet.
    Beste Grüße, Dorothee

  6. Hallo,
    dass beleuchten des Themas Einheitswert im Rahmen der Grundsteuer hat mich insgesamt deprimiert. Gerne verdränge ich diese Themen und im Grunde hat man bei vielem resigniert. Da der einmal festgelegte Einheitswert mittlerweile mit einem willkürlich festgelegten Hebesatz multipliziert wird, sind für uns die Grundsteuern im Quartal auf über 1500€ festgelegt worden. Allein die Tatsache, dass wir in einem Ballungsraum (Gelsenkirchen, Hebesatz 530%) wohnen soll dafür als Entscheidungsgrundlage ausreichen. Die Realität, dass wir in einem Gelsenkirchener Randgebiet, mit hohem Migrationsanteil, Abwanderung des Einzelhandels, der kirchlichen Gemeinden und seit einem langen Zeitraum Rückgang der intakten Infrastruktur leben, bleibt dabei scheinbar unberücksichtigt. Ich freue mich immerwieder von Menschen zu hören, die sich mit diesen Dingen kritisch auseinandersetzen, ich selbst gehe davon aus, dass wir alle durch die neue Gesetzeslage eher mehr als weniger bezahlen müssen.

  7. Ich kann die ganze “Facebook kontrolliert unser aller Leben und enscheidet Wahlen”-Geschichte ehrlich gesagt nicht mehr hören.

    Zum einen sind die Angaben aus der Sendung schon falsch. Facebook selbst gab 2017 für Deutschland nur 30 Millionen aktive Nutzer an, die Zahl dürfte in real deutlich niedriger sein, und “aktiv” heißt aber auch schon seit Jahren nichts mehr. Die Leute verbringen seit Jahren immer weniger Zeit auf der Plattform und posten selbst nichts mehr. Alleine von 2015 auf 2016 gab es bei den User-Posts schon einen Einbruch von 30% (https://www.forbes.com/sites/paularmstrongtech/2017/02/14/facebook-users-posted-a-third-less-content-in-2016-than-in-2015/#2e57ece776db), in den folgenden Jahren hörte das nicht auf. Im Vergleich zu früher ist Facebook heute eine Geisterstadt. Hier wird auf ein totes Pferd eingeprügelt, Facebook hat ja nicht ohne Grund mehrere Konkurrenten gekauft. Es gibt einen gigantischen Unterschied zwischen “Ich habe einen Facebook-Account damit ich die Einladung zur Party nicht verpasse, nutze es aber sonst nicht” und “Facebook ist alternativlos und bestimmt mein Leben”.

    Zum Anderen macht am Ende des Tages jeder immer noch selbst sein Kreuz. Das Volk hat Trump und AfD gewählt. Nicht Facebook, nicht die Werbetreibenden, nicht die Russen. Im Gegensatz zur Gleichschaltung im Dritten Reich kann sich jeder jederzeit über andere Quellen informieren, und an diesen Quellen herrscht absolut kein Mangel. Facebook-Werbung und “Fake News” sind Angebote, genau so wie der Flyer vom Dönermann in meinem Briefkasten oder der Tratsch in der Firmenkantine. Diese Leute wollten Trump/die AfD/Brexit/etc. wählen. Das ist ihr gutes demokratisches Recht. Damit muss eine Demokratie klarkommen. Diesen Leuten die Fähigkeit abzusprechen, selbst Entscheidungen zu treffen, nur weil sie nicht den eigenen politischen Ansichten folgen, ist nicht nur höchst undemokratisch, sondern auch menschenverachtend. In einer Demokratie wird das Wahlrecht mit der Volljährigkeit vergeben, weil man den Leuten zutraut, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Wenn man wirklich der Ansicht ist, 50% der Amerikaner hätten Trump bzw. 14% der Deutschen die AfD bzw. 52% der Briten den Brexit nur deswegen gewählt, weil ihnen das ein Werbebanner oder ein Post auf Facebook gesagt hat, dann ist in dieser Vorstellung nicht Facebook das Problem, sondern die Bürger, denen man offensichtlich das Wahlrecht wegnehmen müsste.

    Man kann bei Facebook auf viele negative Seiten einschlagen, aber man kann eine Webseite nicht für das verantwortlich machen, was erwachsene Menschen in Wahlkabinen und im sonstigen Privatleben tun. Aber es ist natürlich angenehm, sich einzureden, dem wäre so. Dann muss man sich mit den wahren Hintergründen (Wirtschaftlicher Abstieg ganzer Bevölkerungsschichten und prekäre Arbeitsverhältnisse vs. Superreichtum, illegale Massenzuwanderung etc.) nicht befassen.

    • Ich bin zwar aus Facebook ausgestiegen – wollte schon länger, aber der neue Anlass war der letzte Strohhalm – aber ich teile Ihre Ansicht. Es ist zwar ein Problem, aber nicht sooo schlimm. Und die dahinter steckende Bürgerschelte kann ich auch nicht mehr hören. Was ist mit Leuten wie mir, die Trump für widerlich aber Brexit für eine längst überfällige Sache halten? Sind wir so etwas wie Halbdumpfbacken?

      Facebook wird letztendlich für eine Regulierung eintreten – wie alle großen Firmen. Sie wird Regeln befürworten, die ihre eigene Monopolstellung stärken und es neuen Marktteilnehmern schwer machen. Wegen des Netzwerkeffekts ist ein Einstieg schwer genug. Mit neuen Regeln, die hohe Einstiegskosten verursachen (Schwärme von Anwälten für die rechtliche Absicherung im Gestrüpp von neuen Regeln und Gesetzen), wird’s nicht leichter.

    • Das ist leider so nicht 100% richtig. Fast jede Webseite, die Like-Buttons von Facebook (oder auch Google+ etc) einbindet, trackt mich als User in meinen Bewegungen. Ja, sie können meinem Profil keinen Namen zuordnen, aber das brauchen sie ggfs. auch nicht.
      Weiterhin reicht es auch, wenn jemand sein Adressbuch, das meinen Namen enthällt, auf Facebook bzw in den Messengern nutzt. Dagegen kann ich absolut nichts tun. Und wer weiss, vielleicht können sie diese Informationen irgendwann auch miteinander verknüpfen und das sogenannte Schatten-Profil mit meinem Namen verbinden.

      • 18. April 2018 um 14:26 Uhr
        Johannes Burgel

        …und dann? Der Zugriff auf persönliche Daten ist immer dann ein Problem, wenn es um Nachteile geht. Wenn man nicht mehr eingestellt wird, die Wohnung nicht mehr bekommt, höhere Versicherungsgebühren bezahlen soll, nicht mehr auf Rechnung bezahlen kann und so weiter. Darüber kann man sich aufregen, und Facebook verkauft Daten garantiert auch für diese Zwecke.

        Aber mit Werbung, “Fake News” und dem Klatsch in der Kantine muss jeder halt auch abseits von Facebook umgehen können. Wenn ein gesponsorter Trump-Beitrag als das größte Problem bei der ganzen Sache dargestellt wird, tut man sich absolut keinen Gefallen.

    • Imho sagt die ganze aktuelle Diskussion mehr über jene aus die sie anfeuern als über Facebook. Über Facebook ist schlicht nichts neues oder gar überraschendes zu Tage gekommen. Es wurde der Öffentlichkeit nur Facebooks Geschäftsmodell endlich erklärt. Jene allerdings die sagen ein paar Fake-News auf Facebook hätten Wahlen entschieden, zeigen hauptsächlich, dass sie die Unterstützer des (zumindest) ‘anderen’ Lagers für tumbe Trottel halten die ihre politische Meinung ausschließlich auf Facebook bilden. Da tritt ein verheerendes Verständnis von Demokratie zu Tage.

  8. Hallo.
    Ich muss da immer noch ein bisschen schmunzeln, wenn es um das Thema Grundsteuer geht. Mag ja sein das, dass das Urteil des Verfassungsgericht hier einem Problemchen-Gesetz dann doch mal gerade zieht, aber schaut Euch doch mal an wie genau die Grundsteuer ermittelt wird.
    Ja, der Einheitswert ist die Basis, aber in der Realität haben die Gemeinden mit diesem Hebesatz und der Festlegung der Art der Grundstücksnutzung schon immer die Möglichkeit gehabt die Grundstücke nach oben “zu bewerten”. Freilich nur nach oben, dass erkenne ich schon als Problem, aber ich glaube die Verantwortlichen werden schon dafür Sorge tragen, dass auch bei der Neuregelung nicht soviel verloren geht…
    Wenn ich mir meine Nebenkosten so anschaue und die Rate der Finanzierung, dann stören mich die paar Euros für die Grundsteuer nicht wirklich. Ich denke auch in Kreuzberg hat die Grundmiete größeren Anteil als die umgelegte Grundsteuer.

  9. Hallo liebes Lage Team,

    vielen Dank für die weitere tolle Ausgabe der Lage.
    Habt ihr neben dem PAG auch von den geplanten “Psychisch-Kranke-Hilfe-Gesetz” gehört?
    Es scheint in Kombination mit dem PAG eine klare Linie bzw. Strategie seitens der CSU geben.
    Ein Rechtsstaat sieht anders aus.
    Wie bewertet Ihr diese Entwicklung?

    Hier der SZ Artikel: http://www.sueddeutsche.de/bayern/umstrittener-gesetzentwurf-bayern-will-psychisch-kranke-wie-straftaeter-behandeln-1.3944987

  10. Als erstes möchte ich einen großen Lob loswerden: danke für euren Podcast und für die Objektivität und die richtig gut recherchierten Themen.

    Ich wollte noch ein bisschen Feedback zum Thema Upload-Filter einwerfen (und evtl. eine etwas breitere „Debatte“ anstoßen. Ihr habt über Upload-Filter gesprochen, und wie in der Politik darüber debattiert wird und überlegt, solche Filter per Gesetz einzuführen.

    Nun habe ich die ganze Zeit dabei das Gefühl gehabt, dass sich die Gesetzgeber, aber auch ihr als „politische Beobachter“ immer nur dieselben 3-4 große Firmen vorstellen, die es betreffen soll. Dabei gibt es so viele kleine Unternehmen, Startups und Organisationen die halt mit den Konsequenzen / Auswirkungen bestimmter Gesetze und Vorschriften klarkommen müssen und vergleichsweise relativ viele von den verfügbaren Ressourcen reinstecken müssen im Vergleich zu den großen. Als Mitgründer von einer aktuell 2-Mann Firma mit ein paar externen Mitarbeiten habe ich schon ein paar solche Gesetzesänderungen miterlebt. Mir fällt z.B die MWSt-Reform von vor 2 Jahren ein, wo Firmen in der EU, die Produkte an Privatkunden in der EU verkaufen, die MWSt / USt im Land des Käufers abführen müssen. War sicher eine sehr gute Idee um evtl. Steuervorteile von Großunternehmen mit Sitz in Irland & co zu minimieren, aber praktisch war das so, dass viele KMUs einen massiven Aufwand hatten, dies so umzusetzen.

    Anderes Beispiel, die DSGVO. Ich bin absoluter Fan davon aus Sicht des Konsumenten / Kunden. Aber als Kleinunternehmer habe ich das Gefühl nicht genügend unterstützt zu werden und einen massiven Aufwand betreiben zu müssen, für die überschaubaren menschlichen und finanziellen Ressourcen die meine Firma besitzt. Hätte uns das Thema vor 2 Jahren „erwischt“, weiß ich nicht, ob wir in der Lage gewesen wären ein paar Tausend Euro für einen Anwalt zu bezahlen, und dann noch der Aufwand es technisch umzusetzen, wodurch wir z.B keine Bugfixes oder neuen Features entwickeln können und einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den großen Playern haben.

    Um den Bogen jetzt zum Thema Upload-Filter zu schlagen, sehe ich hier eine ähnliche Situation. Die Idee bestimmte urheberrechtlich geschützte Inhalte schon beim Upload zu identifizieren und zu filtern mag für Google und Facebook natürlich Sinn machen. Meine Firma, als Podcast-Hoster, könnte sich sowas einfach nicht leisten, weil bei uns tonnenweise Audio-Content hochgeladen wird und wir sicherlich unsere Server-Infrastruktur verdoppeln müssten, um überhaupt in der Lage sein zu können, den Content zu analysieren. Der technische Aufwand sowas umzusetzen wäre einfach massiv. Nicht nur Speicherkapazitäten sondern auch enorme Mengen an Rechenpower werden für solche Operationen gebraucht. Warum stellt die EU z.B keine offizielle API zur Verfügung, um bestimmte Inhalte aus urheberrechtlicher Optik zu analysieren und zu evaluieren? So könnte ich mir es auch aus Kleinunternehmer-Sicht gut vorstellen.

    Problem ist einfach, dass das Gesetz mit der „Zielgruppe“ Facebook, Google oder Apple entworfen wird, im Endeffekt aber alle Firmen groß und klein betrifft. Oder zumindest habe ich bisher dieses Gefühl gehabt – lasse mich aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen. Ich möchte nochmal betonen: ich finde viele von diesen Gesetzen auch tatsächlich sehr sinnvoll!

    • Der Witz ist: Bei der DSGVO haben sie eigentlichen Ziele, also die großen Konzerne, nicht mal getroffen. Die haben sich schon lange darauf eingestellt und können sich auch weiterhin einfach die Zustimmung des Nutzers zu allen möglichen Schweinereien einholen. Für Facebook war meinem Empfinden nach die einzige echte Änderung der “Deine Daten herunterladen”-Button. Ich als kleiner Webseitenbetreiber hingegen muss mich aber nun mit lauter Detailproblemen rumschlagen, kann es im Zweifel gar nichtig machen und habe neben dem Impressum eine weitere potentielle Abmahnmöglichkeit für findige Anwälte. Suuuuuper.

      Wenn die DSGVO zum Beispiel einfach sagen würde: Hier, gewisse Daten über die Nutzer (z.B. sexuelle Orientierung und Vorlieben, Alter, Einkommensschicht, Hobbies etc.) dürft ihr ab jetzt einfach gar nicht mehr sammeln und es darf keine Zusammenführung vorgenommen werden, aus welchen sich diese Daten ableiten lassen, dann hätte man die Großen schön ins Mark getroffen und alle anderen hätten kein Problem gehabt. Aber gekommen ist es genau andersrum.

      • Johannes trifft heir ins Schwarze – Regeln helfen eher den Großen, denn sie können Anwälte und Programmierer in Regimentstärke anfordern, um sich im Gesetzesgestrüpp abzusichern. Wie ich oben schon angemerkt habe, wird Facebook über kurz oder lang für eine Regulierung eintreten – eine, die es den kleinen noch schwerer macht, zu konkurrieren.

  11. Eine weitere interessante Statistik:
    Wenn man harte Daten (aus der Versicherungsstatistik) und nicht subjektive Erzählungen zu Grunde legt, dann sinkt die Gewalt an deutschen Schulen seit Jahrzehnten. “Raufunfälle” an deutschen Schulen nehmen seit den 1990er Jahren stark ab. Schulen sind also im Durchschnitt sicherer als vorher – nicht unsicherer.
    https://www.researchgate.net/figure/Abbildung-7-Entwicklung-von-Schulen-gemeldeter-Raufunfaelle-und-Frakturen-infolge-von_fig6_242388702
    Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

  12. Ich moechte mich erstmal bei euch fuer den super interessanten und informativen Podcast bedanken. Ich warte jedes Mal sehr gespannt auf die neue Folge!

    Zum Thema Giftgas hab ich mal eine Frage/Anmerkung an Ulf und Philip:

    USA, Großbritannien und Frankreich (sowie zahlreiche andere Laender) verurteilen Russland’s Unterstuetzung des Assad Regime’s im Sinne von Waffenlieferungen etc. und beschuldigen Assad seine eigene Bevoelkerung mit Giftgas attackiert zu haben. Eine extrem scheußliche Tat, falls dies der Wahrheit entsprechen sollte.

    Gleichzeitig aber, sind die USA, Großbritannien und Frankreich eines der groessten Waffenexportlaender an Saudi Arabian, ein Land, dass tausende Zivilisten in Jemen auf dem Gewissen hat (wobei Deutschland als Waffenexporter sicher auch einen gewissen Anteil dazu beigetragen hat.)

    Wie schaetzt ihr diese Situation ein? Besteht eine gewisse Doppelmoral? Ich wuerde es interessant finden, wenn ihr einmal die strategischen Absichten von den genannten Laendern bzgl. deren Waffenhandel nach Saudi Arabien erläutern koenntet bzw. warum Raketenangriffe auf Zivilisten im internationalen Strafrecht eher zu tolerieren sind als ein Giftgasangriff.

    Quelle: https://www.rt.com/news/424195-us-uk-yemen-saudi-syria-double-standards/

    PS. Definitiv nicht meine Quelle der Wahl normalerweise aber ist ja auch schon mehrfach von verschiedenen Quellen dokumentiert worden.

  13. Ich finde es schon komisch. Erst werden rote Linien gezogen. Wenn Assad Giftgas einsetzt, dann flogt ein Militärschlag. Als Macron das gesagt hat, habe ich nur darauf gewartet, bis dann tatsächlich die Meldung von Giftgas durch die Medien getrieben wird. Ich habe mir dann die Frage gestellt, warum Assad wirklich ein Angriff des Westens riskieren sollte, obwohl doch der Krieg in Syrien doch fast als gewonnen gelten kann. Warum sollte er seine aktuell durchaus starke Position wieder damit schwächen, dass er 100 Menschen durch Gas tötet? Mir ist da nichts gutes eingefallen.
    Warum wartet man mit einem Luftschlag eigentlich nicht die offizielle Untersuchung der Zuständigen Behörden ab? Ist so ein bisschen so wie mit Skripal, erst mal anklagen und dann auch gleich verurteilen. Ach ja, was ist eigentlich mit Skripal? Da hatte ich diese Woche gar nichts mehr gehört. Die Briten haben offensichtlich gelogen, Schwamm drüber, nächste Meldung in die Qualitätsmedien geben, in paar Raketen abfeuern, ein bisschen über den dritten Weltkrieg reden, dann denken die Leute schon wieder an was anderes. Wann bekommen die da oben eigentlich mal mit, dass Gewalt zu mehr Gewalt führt und nicht zu Frieden. Oder wissen die da oben das? Da haben wir wieder den Raum für Verschwörungstheorien.

    • Erklärtes Ziel der syrischen Regierung und ihrer Verbündeten ist es, die in zahlreichen städtischen Gebieten verschanzten Aufständischen zu vertreiben. Denn selbst für eine syrische Armee auf der Siegerstraße ist der Häuserkampf unerhört verlustreich. Angriffe mit chemischen Waffen sind dazu augenscheinlich ein brauchbares Instrument. Und da die “Luftschläge” der USA und Co rein symbolischer Natur sind, ist für mich nicht erkennbar, dass das Assad-Regime seine Position geschwächt hätte. Mit dem mehrfachen Einsatz von Chemiewaffen davon zu kommen ist eher als Zeichen der Stärke zu werten.

    • Hallo,

      ich fand die Diskussion in der Phoenix Runde vom 12.04.2018 ganz gut. Hier wird ein etwas differenzierteres Bild der Lage und er Verschiedenen Player gezeigt. Die Runde hat für mich mal wieder klar gezeigt, dass in einem Krieg die Wahrheit das erste Opfer ist.

    • Ich stimme Günter zu und ich sehe auch nicht, dass die USA oder “der Westen” so wahnsinnig viel gewonnen hätten. Ganz im Gegenteil: Die syrischen Regierungstruppen kontrollieren jetzt ohne viele Verluste die Stadt Duma und damit die Region, die Infrastruktur der Stadt wurde nicht noch weiter zerstört (Berlin war nach dem 2. WK vor allem durch die Straßenkämpfe mit Artillerie so ein Trümmerhaufen) und Wer-auch-immer-es-war kann sich damit brüsten, dass er/sie sogar Giftgas einsetzen kann, ohne besonders schwere Konsequenzen davon zu tragen.

      Und zusätzlich trägt der Giftgaseinsatz noch dazu bei, dass “im Westen”, ich vermute v. a. in der EU, die Diskussion um eine angemessene Reaktion darauf die Politik und auch die Gesellschaft weiter spalten könnte. Wie Marco sagt (aber wohl nicht so meint): “Da haben wir wieder den Raum für Verschwörungstheorien.” Ich vermute, dass es keine Rolle spielt, wie beliebige Staaten “des Westens” auf das Giftgas reagiert hätten, es würde immer heißen, dass alles nur inszeniert wäre u. ä.

      Und noch ein paar Worte zu: “Wann bekommen die da oben eigentlich mal mit, dass Gewalt zu mehr Gewalt führt und nicht zu Frieden.” (s. o. Marco)
      Erstens sollte dies nicht nur für “den Westen”, sondern auch für die andere(n) Seite(n) gelten, sofern eine solch simple Aufteilung der Welt überhaupt sinnvoll ist.
      Zweitens sollte dies nicht nur für “die da oben”, sondern auch für “die da unten” (wahrscheinlich ist sogar “wir hier unten” gemeint) gelten, sofern eine solch simple Aufteilung der Gesellschaft überhaupt sinnvoll ist. Ich denke hier an sehr aggressiv geführte Diskussionen und massive Polemik gegen “die da oben” oder “den Westen”, die nicht gerade dazu beitragen, eine besonders friedliche Atmosphäre in unserer Gesellschaft zu schaffen.
      Und (ich vereinfache allerdings jetzt sehr) Drittens kann Gewalt auch dazu führen, dass der Schwächere einfach mal verliert, wenn ihm nicht jemand hilft. Und wenn der Stärkere dann noch weiß, dass diese Hilfe mit viel Diskussionen und Streitereien verbunden ist, dann kann er umso härtere Gewalt einsetzen. Vielleicht sogar Giftgas.

  14. Was mich mal wirklich interessieren würde, was genau ist an Chemiewaffen so viel verachtenswerter wie an konventionellen Kriegsgerät? Ich mein, ist es wirklich so viel humaner mit Bomben und Raketen ganze Städte in Schutt und Asche zu legen, ist es wirklich besser wenn unschuldige durch Sprengstoff zerfetzt auf der Straße liegen und ihre Gedärme herausschauen und sie letztlich an diesen grausamen Verletzungen elendig sterben? Die Ächtung von Chemiewaffen fand doch nach dem ersten Weltkrieg statt, damals gab es längst noch nicht so effektive Kriegswaffen wie heute, aus damaliger Sicht war die Ächtung also vielleicht gerechtfertigt, die modernen konventionellen Waffen allerdings sind doch wohl ebenfalls so effektive Tötungs-Werkzeuge, das ich nicht erkennen kann was an denen jetzt so viel besser sein soll.
    Hat schon mal jemand einen Vater, der gerade sein durch Gift getötetes Kind in Armen hält, gefragt ob er es besser gefunden hätte wenn es durch ne Bombe zerfetzt worden wäre?
    Ich empfinde es als so perfide Doppelzüngigkeit einerseits Chemiewaffen-Angriffe zu verurteilen, um dann im nächsten Atemzug mit konventionellen Waffen nen Gegenschlag zu befehlen bei dem dann möglicherweise noch mehr Menschen ums Leben kommen. Und diese Waffen unterscheiden dann leider ebenfalls nicht zwischen Kind und Kämpfer…

  15. 15. April 2018 um 14:37 Uhr
    Martin Schröder

    Könnt ihr in der nächsten Sendung mal kurz erklären, daß wir eine Parlamentsarmee haben und wie die Parlamentsbeteiligung eigentlich ablaufen würde, wenn Merkel/Scholz unbedingt in Syrien mitmachen wollten? Das Mandat für den derzeitigen Einsatz gibt ja wohl nicht her.

  16. In der Diskussion über Einheitswert / Grundsteuer habt ihr den gemeindespezifischen Hebesatz nicht erwähnt. Der führt dazu, dass das Ganze nur eine Debatte um die Umverteilung innerhalb einer Gemeinde sein dürfte; entscheidender aber leider zu oft unterschlagener Aspekt also (dazu: http://www.zeit.de/2018/16/bundesverfassungsgericht-grundsteuer-reform-wohnen – leider, aber voll verständlich hinter Paywall).

  17. Ihr macht echt eine super Arbeit. Im Prinzip hat alles Hand und Fuß, was ihr sagt und falls nicht, korrigiert ihr euch spätestens in der nächsten Woche. Es macht immer wieder Spaß euch zuzuhören.

    Dieses oder letztes Mal habt ihr erwähnt wie schwer es sei, sich von Facebook zu lösen. Ich habe einfach mal rein aus Interesse den Versuch gestartet, weil ich Facebook rein als Newsfeeder genutzt habe und mich stört, dass ich nicht wirklich selbst entscheide, welche meiner Likes mir angezeigt werden.

    Ich habe versucht so gut wie alles aus meinem Profil zu löschen und logge mich wirklich nur noch ein, wenn ich jemanden kontaktieren möchte, von dem ich nichts anderes habe als den Facebook-Kontakt. Ich denke dafür war Facebook ja auch ursprünglich gedacht.

    Und jetzt zu dem Thema, das ich eigentlich ansprechen wollte, die vernetzten Konten anderer Anbieter. Ich habe “nur” knapp 3-4 vernetzte Konten gehabt und bei allen hat es gereicht vorher auf die Website zu gehen “Passwort vergessen” anzuklicken, die Mailadresse anzugeben mit der man bei Facebook registriert ist und zwei Minuten später kann man ein neues Passwort eingeben. Danach konnte ich das Konto aus Facebook löschen und mich mit meiner Mail-Adresse und dem neuen Passwort anmelden ohne irgendwelche Daten zu verlieren. Sehr, sehr einfach. Jetzt nutze ich Feedly für Nachrichten aller Art und Facebook nur noch im Ausnahmefall ohne mich eingeschränkt zu fühlen.

    Grüße :)

    • Wer Facebook nur als Newsreader benutzt hat es natürlich sehr leicht zu wechseln. Aber das ändert nichts daran, dass es für vielen den angesprochenen Netzwerkeffekt gibt.

      Ich persönlich wäre schon vor Jahren aus Facebook weg, aber es ist für 3-4 Freundeskreise (wohlgemerkt: Kreise, nicht einzelne Freunde) einfach die zentrale Kommunikationsplatform. Ich würde einfach Einladungen verpassen und weniger mitbekommen.

      Natürlich könnte ich versuchen die einzelnen Gruppen auf eine andere Platform zu bewegen, aber das ist dann deutlich schwieriger als das was du beschrieben hast.

  18. Hi Leute. Wollte nur etwas kleines korregieren. Und zwar fand der erste Gistgasangriff in Ghuta am 21. August 2013 statt und das Obama Zitat stammt aus einer Rede genau ein Jahr zuvor am 21. August 2012.

    https://www.google.at/url?sa=t&source=web&rct=j&url=http://m.spiegel.de/politik/ausland/obama-droht-assad-mit-militaerschlag-bei-chemiewaffen-einsatz-a-851110.html&ved=2ahUKEwjT1p2O-bvaAhVjC8AKHebkDCEQFjAAegQIARAB&usg=AOvVaw0mPlgwLUaePOZpPwiXiJbH

    Phillip hat etwas von 2016 gesagt. Mir ist das deshalb so aufgefallen weil ich das selbst erst kürzlich im DLF Hintergrund gehört und mich so über die Jahreszahlen erschrocken habe.

    LG

  19. Die Anhörung Zuckerbergs war reines Kabukitheater. Zum einen wurde er nicht vereidigt, zum andern spendete facebook beträchtliche Summen an die Politiker, die ihm dann auf den Zahn fühlen sollten.

  20. Nur “kurz” zu Facebook:

    (Habe die bisherigen Kommentare (noch) nicht gelesen, daher ist das vielleicht
    redundant.)

    Bei Facebook greift der sogenannte Netzwerkeffekt: alle sind bei Facebook weil
    alle bei Facebook sind.

    Bei E-Mail-Anbietern greift dieser Effekt nicht, weil die ihren Nutzerinnen und
    Nutzern erlauben, Nachrichten an die Nutzerinnen und Nutzer anderer Anbieter zu
    senden. Posteo, Yahoo, Gmail, GMX, Fastmail, Protonmail, Hotmail und
    abertausend andere Providers können problemlos Nachrichen austauschen, so dass
    es egal ist, wer welchen E-Mail-Provider nutzt. Die unterscheiden sich
    qualitativ in vielen Punkten: Spam, Speicherplatz, Web-Interface, Latenz,
    Standort, Ausfallsicherheit, Größe der Anhänge, Kontaktverwaltung und Kalender,
    Unterstützung von Mail-Clients, Datenschutzfreundlichkeit, Verschlüsselung,
    etc… aber die Grundfunktion — das Versenden von Nachrichten an beliebige
    Adressaten — beherrschen die alle. Andere Dienste im Netz sind auf ähnliche
    Weise offen (XMPP, Matrix[1], WWW), aber ich gehe darauf nicht ein, weil das
    hier schon wieder viel zu lang wird.

    Wie wäre es also damit, Facebook und vergleichbare Plattformen ab einer
    bestimmten Anzahl von Nutzerinnen gesetzlich zu verpflichten, ihre Dienste nach
    außen zu öffnen. Warum kann ich keine E-Mail-Nachricht an ein Facebook-Konto
    schreiben? Oder die Ankündigungen auf der Facebook-Page meines Sportvereins
    unangemeldet als RSS-Feed abonnieren?

    Das sind die eigentlichen Probleme. Dort müssten gesetzliche Regelungen
    ansetzen. Ab einer gewissen Größe findet auf diesen Plattformen de facto
    Öffentlichkeit statt, und wir sollten an dieser Öffentlichkeit teilhaben
    können, auch wenn wir keinen Beitrag zum Datenreichtum[2] südkalifornischer
    Rechenzentren leisten wollen.

    Ich hoffe, dass ich hier nicht Äpfel mit Birnen vergleiche. Ich weiß nicht,
    was die Leute auf Facebook treiben. Vermutlich wollen sie in Echtzeit andere
    Menschen erreichen und selbst erreichbar sein und über Events informiert
    werden. Es müssten also die Grundfunktionen eines Social Network nach Art von
    Facebook festgestellt werden, und dann müsste Facebook verpflichtet werden, für
    diese Funktionen öffentliche Schnittstellen zur Verfügung zu stellen. Es gibt
    bereits einige Lösungen für Federated Social Networks[3], aber die wenigsten
    Leute nehmen diese Alternativen zu Facebook zur Kenntnis. Weil Netzwerkeffekt.

    Wenn man allerdings Facebook zu Federated Social Networking zwingen würde, dann
    wären die Leute, die sich dafür interessieren, wer ein neues Auto gekauft hat
    und wer gerade Single ist, und die ihren Freunden im Ausland zum Geburtstag
    gratulieren wollen, nicht mehr gezwungen, ein Facebook-Konto zu haben.

    Die meisten Leute würden wahrscheinlich trotzdem bei Facebook bleiben, aber
    zumindest wäre Facebook dann kein Monopol mehr. Facebook würde sich natürlich
    mit allen Tentakeln gegen so etwas wehren. Politisch/gesellschaftlich wäre das
    allerdings der richtige Weg.

    Man kann das natürlich auch durch die neoliberale Brille betrachten und
    wertungsfrei feststellen, dass Facebook sich wie ein “gutes kapitalistisches
    Raubtier” verhält. ;-)

    [1] https://matrix.org/

    [2] https://neusprech.org/datenreichtum/

    [3] https://en.wikipedia.org/wiki/Distributed_social_network

  21. Würde mich freuen, wenn Ulf die Hörer hierzu auf dem Laufenden halten könnte: http://m.spiegel.de/netzwelt/web/bea-rechtsanwaltsregister-musste-abgeschaltet-werden-a-1202841.html

  22. 14. April 2018 um 20:43 Uhr
    Christoph Stein

    ad Facebook:

    Der Link zu dem erwähnten Artikel von Sascha Lob fehlt leider ….

  23. * 2015 stieg die Bevölkerungsanzahl um 1 Million *durch Flüchtlinge*, die Mordrate hingegen sank um 6%.

    • Und die Kriminalitätsstatistik insgesamt? Und der Anteil an der (verbliebenen) Kriminalität, der von Migranten begangen wird? Anteil an Morddelikten unter Migranten? (Vielleicht wäre die Rate ohne Migrantenansturm um 8% oder 10% gesunken). Und die Zahlen sollen nicht “Flüchtlinge” aussondern – vermutlich nur “Anerkannte” oder “Antragssteller” – sondern verschiedene Kategorien abbilden.

      Ich kenne die Zahlen nicht, aber ohne diese Zahlen ist der Vergleich Bevölkerungszuwachs/Mordrate wenig aussagekräftig.

      • Da Morddelikte erst nach Abschluß der Ermittlungen in die Statistik einfließen – mitunter also erst Jahre nach der eigentlichen Tat – lassen sich Kriminalitäts- und Bevölkerungsstatistiken ohnehin kaum aufeinander abbilden.

      • Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst Anzeigen, nicht Verurteilungen.

  24. Sehr informative Lage mal wieder, vielen Dank dafür!

    Zu Zuckerbergs Auftritt vor den Kongress-Ausschüssen:
    Der relevante Aspekt ist hier weniger der Inhalt denn die Form. Ausschuss-Anhörungen sind politisches zeremoniell in den USA, die selten bis nie wirklich inhaltlichen Mehrwert bringen. Sie dienen vor allem dazu, politische relevante Themen in den Fokus zu rücken. Dass nun beide Häuser des US-Kongresses überhaupt – und noch dazu abgestimmt und in der gleichen Woche – Zuckerberg vor die jeweiligen Ausschüsse laden und über Stunden befragen, anstatt sich mit einem der ungezählten anderen Themen zu befassen, gibt der Thematik an sich schon mal eine ziemliches Gewicht und sehr viel Publicity. Das zeigt, dass auch die Republikaner – die diese Ausschüsse ja kontrollieren – an dem Thema nicht mehr vorbei können und wollen und ihm also eine enorme politische Bedeutung einräumen. Denn normalerweise kommen politische ungewollte Themen noch nicht mal auf die Agenda eines Ausschusses, sondern werden einfach wegignoriert.
    Es mag sein, dass da in absehbarer Zeit nicht viel an regulatorischen Regelungen folgen wird. Aber das Signal ist klar: Wenn Facebook Mist baut, interessiert sich inzwischen auch der US-Kongress dafür und Facebook muss sich auf der größten Bühne, die die USA politisch für solche Dinge auffahren kann, rechtfertigen und erklären. Das spricht für ein gesteigertes Interesse sowohl der Politik als auch der Öffentlichkeit. Und das ist natürlich auch ein Zeichen für Facebook, wo die Reise hingehen kann, wenn sie nicht aufpassen.

    • Gestiegenes Interresse der Netzaktivisten würde ich sagen, der Otto-Normaluser ist unbeeindruckt.

      „Facebook users aren’t changing their privacy settings, despite uproar“

      https://www.engadget.com/2018/04/13/facebook-users-aren-t-changing-privacy-settings/

    • Wir werden den Effekt wohl an den Veränderungen messen müssen, die tatsächlich vorgenommen werden. Die ganze Anhörung lässt sich natürlich einfach nur als große öffentliche Abbitte Zuckerbergs lesen, damit die Gemüter beruhigt werden. Salopp gesagt ist die Öffentlichkeit so erregt, dass Zuckerberg vor den Rektor zitiert wird, bzw. gleich ein ganzes Rektorengremium, und unter deren strengen Augen noch einmal sagen muss, wie leid ihm das alles tut und dass alles nur seine Schuld ist. Und damit können wir alle sehen, was er doch eigentlich für ein feiner Kerl ist.
      Man muss natürlich auch überlegen, was man von einer solchen öffentlichen Anhörung tatsächlich erwarten kann. Der Chef eines der wichtigsten und einflussreichsten Unternehmens der digitalen Welt soll stundenlang Fragen beantworten und Millionen schauen dabei zu. Dass er versuchen wird, möglichst vage und unkonkret zu antworten, besonders in Bezug auf künftige Maßnahmen, überrascht mich nicht. Es hätte mich eher überrascht, wenn er bereits einen konkreten Plan parat hätte, den er den Gremien anbieten könnte. Was meiner Menung nach besonders ist, dass Zuckerberg die alleinige Schuld auf sich nimmt und dies auch mehrfach betont. Und ich frage mich, wie ein Mensch allein an dieser Affäre schuld sein kann.
      Ulf und Phillip haben deutlich gemacht, dass dieses Schuldeingeständnis für Zuckerberg persönlich letztlich kaum Konzequenzen haben dürfte und dass zumindest die republikanischen Fragesteller möglicherweise gar nicht allzuviel Interesse an einer harten Bestrafung eines erfolgreichen, als „Global Player“ geltenden amerikanischen Unternehmen haben. Und die Vermutung, dass durch diesen Datenmissbrauch der amerik. Wahlkampf beeinflusst wurde, bedeutet ja auch, dass mglw. dadurch ein Republikaner Präsident wurde. (Wie ich das verstanden habe, ist die tatsächliche Wirksamkeit einer solchen Einflussnahme noch immer recht umstritten.)

  25. Ich habe das – noch nicht vollständig ausfomulierbare – Gefühl, dass eine Zerschlagung von Facebook bzw skizzierte Aufteilung in verschiedene unabhängige Dienste das Problem nicht vollständig adressiert.

    Das Grundproblem für mich ist das Lemming-Argument “Ich bin bei Facebook, weil jeder da ist”. Man stelle sich vor, ein Paketdienst würde mir nur dann Pakete bringen, wenn ich auch ihn zum verschicken von Paketen nutze. Auf exakt dieser absurden Basis, also ohne vereinbarte Standards kapselt Facebook seine Nutzer in sein eigenes Ökosystem und deshalb bekommt man das Ökosystem auch jetzt nicht mehr los.

    Zusätzlich zur Zerschlagung müsste daher auch eine Öffnung der Schnittstellen erzwungen werden, die es anderen Anbietern erlaubt, mit gleichen Chancen einzutreten.

    Wer das Beispiel mit den Paketen nicht mag, darf sich gerne an Email oder Telefon orientieren :)

  26. Ich bin beim Lesen über eine hochinteressante Statistik in der Zeitschrift der Polizeigewerkschaft gestoßen, die die Mordrate seit 1945 analysierte. Die Ergebnisse sind sehr interessant und ermutigend.
    Mich würde dazu besonders die Meinung von Ulf als Richter interessieren.

    https://www.kriminalpolizei.de/nc/ausgaben/2017/maerz/detailansicht-maerz/artikel/morde-1950-bis-2015.html?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1

    Money Quotes:

    “Tatsächlich gibt es aber 1993 deutschland- wie weltweit eine Wende. Die Kriminalität fällt. Innerhalb von zwanzig Jahren kommt es zu einer Kriminalitätshalbierung. Auch die Anzahl der Morde geht zurück.”

    “Von daher sind die eingangs zitierten Pressemitteilungen eines Trends zu immer mehr Brutalität und Gewalt komplett falsch. Gegenüber 1993 hat sich die Brutalität und Gewalt beim Spitzendelikt Mord in den letzten zwei Jahrzehnten sehr stark verringert. Dass die Medien wie eingangs angeführt von einer Zunahme der Gewalt schreiben, ist angesichts eines Mord-Rückganges von 1993 bis 2015 auf fast ein Drittel des Ausgangsniveaus eine Verdrehung der Tatsachen.”

    “Dass ausgerechnet die Ostdeutschen, die die Mordkriminalität nach der Wiedervereinigung wie man am Graphen erkennen kann regelrecht nach oben katapultiert haben, jetzt die Flüchtlinge von 2015 thematisieren, ist angesichts der eigenen Historie unangebracht.“

    • Danke Tim, das schauen wir uns mal an!

      • Besonders pikant dabei ist folgender Absatz, der wenn er stimmt, das komplette Narrativ der AFD in einem Streich zusammen fallen lässt.

        Kurzfassung:
        Nach der Wiedervereinigung stieg die Bevölkerungszahl um 17 Millionen, die Mordrate stieg aber um 98%. 2015 stieg die Bevölkerungsanzahl um 1 Million, die Mordrate hingegen sank um 6%.

        Zitat:
        “Die fünf neuen Bundesländer und Berlin verursachen 1993 36% aller vollendeten Morde und Totschläge, stellen aber nur 22% der Bevölkerung (PKS 1993, S. 35, 119). Auch wenn die Explosion beim Mord und Totschlag in den Jahren nach der Wiedervereinigung zum Teil mit weiteren Sonderfaktoren (Asylanten, Aussiedler, Grenzöffnung, DDR-Grenztote) erklärbar ist, sind die DDR-Menschen ein Bevölkerungszuwachs, der kriminell hochbelastet ist. Dass ausgerechnet die Ostdeutschen, die die Mordkriminalität nach der Wiedervereinigung wie man am Graphen erkennen kann regelrecht nach oben katapultiert haben, jetzt die Flüchtlinge von 2015 thematisieren, ist angesichts der eigenen Historie unangebracht. Für 2014 zu 2015 kann man die Entwicklung wie bei internationalen Vergleichen üblich anhand der Mordopferzahlen verfolgen. Diese sind von 2014 zu 2015 von 624 auf 589 vollendete Mord- und Totschlagopfer gefallen. Weil gleichzeitig 890 000 Flüchtlinge zugewandert sind, kann man sagen, dass die Flüchtlinge zu keiner Erhöhung der Morde und Totschläge in Deutschland geführt haben.”

        https://www.kriminalpolizei.de/fileadmin/img/ausgaben/2017/1-2017/Morde-1950-bis-2015-2.jpg

        https://www.kriminalpolizei.de/nc/ausgaben/2017/maerz/detailansicht-maerz/artikel/morde-1950-bis-2015.html?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1

        Ich bin sehr gespannt, wie Ihr die Daten einschätzt.
        Cheers
        Tim

    • Es geht ja bei dem kulturellen Umschwung zuletzt um Mord. Es geht um die “kleinen’Delikte, die sittlich und moralisch auf einer Stufe stehen, welche das Zusammenleben zu stören geeignet sind. Oft ist es auch noch nicht strafrechtlich relevant (aggressive Anmache junger Mädchen) aber dennoch geeignet, die Freiheit erheblich zu beeinträchtigen.

      Im Osten mag es vieles gegeben haben, junge Frauen konnten aber in der Regel eine ungestörte Jugend erleben.

      Hier mal ein Beispiel, was das Problem ist:

      https://www.welt.de/politik/deutschland/article175454480/6200-Koerperverletzungen-Deutlich-mehr-Gewaltdelikte-an-NRW-Schulen.html

      • “Im Osten mag es vieles gegeben haben, junge Frauen konnten aber in der Regel eine ungestörte Jugend erleben.”
        Ich fürchte, das ist mal wieder eine gefühlte Wahrheit aus männlicher Perspektive. Sexuelle Gewalt wurde in der DDR oft unter den Teppich gekehrt, verschwiegen oder bagatellisiert, wie unter anderem eine Umfrage aus den 1980ern zeigt.

        Zitat:
        “Insgesamt gaben 22 Prozent der Befragten an, vergewaltigt worden zu sein, 72 Prozent schildern andere Formen sexueller Belästigung.”
        https://www.mdr.de/zeitreise/sexismus-in-der-ddr-102.html
        Das klingt nun wirklich nicht nach einer ungestörten Jugend.

        Meine Hauptbeobachtung ist, dass wir (statistisch belegt) in den sichersten Zeiten seit 1945 in Deutschland leben. Trotzdem wird täglich eine Bedrohungslage herfantasiert, die jeglicher Grundlage entbehrt und damit politische Stimmung gemacht. Ich finde das unredlich.

    • “oft unter den Teppich gekehrt, verschwiegen oder bagatellisiert”

      Ich glaube ja das ist der Hauptgrund für die Früher-war-alles-besser-Nostalgie. Früher gabs laut Statistik auch weniger psychische Erkrankungen, einfach weil die nicht als solche erfasst wurden. Es gab auch weniger Probleme mit Schwulen, weil diese ihre sexuelle Orientierung verstecken mussten usw.

    • Insgesamt guter Artikel. Die Veränderung der Fallzahlen ist wirklich erstaunlich. Weder hätte ich gedacht, dass die Nachkriegszeit derart “mordarm” war (mit zalhreichen Kriegsheimkehrern und Traumatisierten im Land), noch hätte ich seit 1990 eine so deutliche Abnahme der Fallzahlen erwartet.

      An einer Stelle widerspricht sich der Artikel jedoch erklatant und zwar hier:

      “1971 gibt es zwar eine Delle nach unten, die aber künstlich entsteht, weil 1971 auf eine Ausgangsstatistik umgestellt wird. Bis 1970 gibt es eine Eingangsstatistik. D.h. alle Fälle des Jahres 1970 stehen in der PKS 1970. Die Fälle des Jahres 1971 werden erst nach Abschluss der Ermittlungen, also bei Abgabe der Akten an die Staatsanwaltschaft in der Polizeistatistik registriert. Das kann bei Morden durchaus das Jahr 1972 sein. Deswegen liegt die PKS-Fallzahl 1971 zu niedrig.”

      “Für 2014 zu 2015 kann man die Entwicklung wie bei internationalen Vergleichen üblich anhand der Mordopferzahlen verfolgen. Diese sind von 2014 zu 2015 von 624 auf 589 vollendete Mord- und Totschlagopfer gefallen. Weil gleichzeitig 890 000 Flüchtlinge zugewandert sind, kann man sagen, dass die Flüchtlinge zu keiner Erhöhung der Morde und Totschläge in Deutschland geführt haben. ”

      Was 1971 gilt, müsste auch im Jahr 2015 gelten. Sprich: Dass man erst ein, zwei Jahre später weiß, wieviele Mordfälle es in diesem Jahr gab. Zudem stieg die Zuwanderung im Zuge der “Flüchtlingskrise” erst im zweiten Halbjahr 2015 stark an.
      Hier ist der Artikel leider sowohl inkonsistent als auch voreilig.

    • Zum Thema “Früher war die Jugend unbeschwert”:
      An deutschen Schulen ist die Gewalt seit den 1990ern rückläufig.
      Stand der Grafik: 2015 (Aus: Gutachten zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland, Prof. Dr. Christian Pfeiffer, 2018)

      https://www.bmfsfj.de/blob/121226/0509c2c7fc392aa88766bdfaeaf9d39b/gutachten-zur-entwicklung-der-gewalt-in-deutschland-data.pdf#page=22

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