LdN085 Koalitionsvertrag, Familiennachzug, Einkommensverteilung, PISA-Test

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Foto: Jens B.

Diese Woche mit einer “Lage Live” aus dem Pavillon in Hannover. Schön, dass so viele von Euch da waren und Dank an den Heise-Verlag für die Unterstützung. Wir hatte vor, unsere Abonnenten und Abonnentinnen mit einem Video-Livestream zu überraschen, aber das Internet hat nicht mitgemacht. 2018. Sorry.

Hier die Aufzeichnung – erstmal bei Facebook.

Koalitionsvertrag

Familiennachzug 

Internetüberwachung

Menschenversuche bei VW?

Milliarden-Boni bei Minus-Bank 

Einkommensverteilung 

Aldi baut Wohnung 

Tipp 

 

Hausmitteilung

161 Kommentare

  1. Ich stimme euch zum Thema Drittmittel aus der Wirtschaft völlig zu. Es ist nur wichtig zu beachten, dass ein großer Teil der Drittmittel auch von der DFG oder BMBF kommen.

    In dem Lehrstuhl, in dem ich einige Jahre gearbeitet habe, wurden sehr viele Projekte aus Drittmitteln finanziert. Die Gelder kamen aber alle von der DFG. Die Anträge bei der DFG unterliegen alle einem Peer-Review verfahren und die geförderten Projekte sollten daher wissenschaftlich sinnvoll sein.

    • Ich kann Lennart hier nur zustimmen. Ihr habt sicher recht, dass von privaten Unternehmen finanzierte Forschung gewissen Risiken birgt. Dies ist aber beim überwiegenden Teil der Drittmittelforschung an deutschen Universitäten gar nicht gegeben. Der größte Teil der Drittmittelforschung wird durch Bund, Länder, EU oder DFG finanziert. An der Goethe-Uni in Frankfurt zum Beispiel wurden 2016 163,3 Mio. Euro an Drittmittel eingeworben, davon waren 113 Mio. Euro öffentliche Drittmittel. (siehe S. 80 des Jahresberichts http://www.muk.uni-frankfurt.de/68656801/jahrbuch_2016_deutsch.pdf)

      • ok, das ist dann aber eine andere Definition von Drittmitteln … wir meinen “Forschung” auf Bestellung.

      • Stimmt, öffentliche Drittmittel machen einen viel größeren Teil aus – Industriedrittmittel sind aber die etwas “spannenderen”, denn an den öffentlichen Mitteln hängen natürlich sehr strenge Berichts-, Nachweis- und Verwendungsregelungen, was das Geld angeht. Bei der Industrie ist man da sehr frei, wie und was man da vereinbart, und die Industrie ist auch üblicherweise großzgiger, was die Kalkulationen angeht, als öffentliche Zuwendungsgeber. Die strings attached finden sich halt an anderen Punkten…

      • Das ist aber die Definition, die die Universitäten verwenden. Ihr hatte ja zu Recht angesprochen, dass es auch darauf ankommt, wie groß der Budgetanteil der “bestellten” Forschung ist. Wenn man jetzt einfach naiv z.B. bei Wikipedia nachliest wie hoch der Drittmittelanteil ist findet man z.B. für die RWTH, dass 337 Mio Euro vom Gesamtbudget von 867 Mio Euro Drittmittel sind. Wenn man sich dann noch überlegt, dass Verwaltung, Gebäude etc. wahrscheinlich aus der Landesfinanzierung bezahlt werden, könnte man zu dem Schluss kommen, dass ein großer Teil der Forschung “bestellte” Forschung ist. Leider gibt es, wie ihr auch schon angesprochen habt, überhaupt keine Transparenz bei den Drittmitteln, so dass ein Beurteilung kaum möglich ist.
        Mir würde es aber auch schwer fallen zu beurteilen wie viel industrienahe Forschung noch erträglich ist und ob es überhaupt sinnvolle industrienahe Forschung an Universitäten geben kann. Da bräuchte man mal ein Positivbeispiel, wenn es überhaupt eins gibt.

      • Auf mich wirkte diese Drittmittel Kritik auch ziemlich uninformiert und stammtischlastig. DFG Projekte sind ein ganz klassischer Fall von dem, was man an allen Hochschulen unter “Drittmittelprojekt” versteht und mir leuchtet Ulfs private Verwendung des Begriffs nicht wirklich ein.

        Bevor man von “gekaufter Forschung” oder ähnlichem redet, müsste man außerdem mal vergleichen, wie das Verhältnis innerhalb der Drittmittelgeber je Fachbereich aussieht.

  2. Hallo Ulf, hallo Philip,
    zum Thema Wohnungsknappheit würde ich die von Philip erwähnte Alternativlos Folge 40 mit Andrej Holm zu Stadtentwicklung und Gentrifizierung (http://alternativlos.org/40/ ) auf jeden Fall empfehlen. Egal wie man zu Andrej Holm oder auch Frank Rieger und Fefe steht, ich fand die Folge sehr erhellend.
    Familiennachzug: Daumen hoch für die 10 SPD Abgeordneten im Bundestag, die gegen die Aussetzung gestimmt haben. Alle anderen sollten sich mal fragen, wie sozial sie sind und warum irgendjemand sie noch wählen sollte (so von wegen Projekt 5% Hürde). Das ist echt ein Trauerspiel. Gilt natürlich entsprechend für diese super christliche Entscheidung fast aller CDU/CSU Abgeordneten.
    LG
    Ivo

  3. Hallo Philip und Ulf,
    leider ist euch beim Thema Familiennachzug ein journalistischer Fehler unterlaufen, denn der Familiennachzug ist nicht unbefristet ausgesetzt worden. In eurem Beitrag habt ihr euch auf die Drucksache 19/439 (siehe Shownotes) berufen. Diese stellt jedoch nur den ursprünglichen Gesetzesentwurf der Union vom 16.01.2018 dar. Beschlossen vom Bundestag wurde hingegen die Drucksache 19/439 in geänderter Fassung (Änderungen siehe Drucksache 19/586 http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/005/1900586.pdf). Folglich ist der Familiennachzug nur bis zum 31.07.2018 ausgesetzt und danach auf 1000 Personen pro Monat + Härtefälle begrenzt.

    • Oh. Das wäre aber ein ordentlicher Bock, den Philip und Ulf da geschossen hätten!

    • Als wir das am Freitag recherchiert haben stand in der Tagesordnung der Sitzung des Bundestages nur die 19/439, also ohne den Änderungsantrag. Daher wussten wir nicht, dass die 19/439 mit anderem Inhalt verabschiedet wurde. Die Info war daher zunächst mal nicht korrekt. Das tragen wir natürlich nächstes Mal nach.

      In der Sache ändert das aber skurrilerweise wenig, denn auch nach der Formulierung in dem Änderungsantrag KÖNNEN zwar ab dem 1. August bis zu 1000 Leuten monatlich Visa erteilt werden, aber ob das auch tatsächlich geschieht steht auf einem anderen Blatt, denn: “Das Nähere regelt ein noch zu erlassendes Bundesgesetz.” … im Ergebnis stimmt also unsere Besprechung doch wieder.

      Trotzdem ist es mir ehrlich gesagt ziemlich peinlich, dass unsere Recherche in dem Punkt nicht exakt war, auch wenn das auf der Seite des Bundestags beruhte – oder wir waren beide zu doof, die Seite zu lesen. Wir kennen aber natürlich das Procedere mit den Änderungsanträgen und habe daher extra danach geschaut.

  4. Den DLF-Hintergrund zur Wohnungsnot und problematischen Besteuerung findet man unter http://www.deutschlandfunk.de/reform-der-grundsteuer-modell-bodensteuer-wundermittel.724.de.html?dram:article_id=408360 (Reform der Grundsteuer – Modell Bodensteuer: Wundermittel gegen Wohnungsnot?)

    Die Alternativlosfolge mit Andrej Holm über Stadtentwicklung und Gentrifizierung. : http://alternativlos.cdn.as250.net/alternativlos-40.mp3

  5. Noch paar Anmerkungen:

    Das Kooperationsverbot ist nicht so schlecht wie sein Ruf, denn die Länder sind und sollen für Schulpolitik nach der Verfassung zuständig sein. Der Bund soll nicht gönnerhaft die Länder mit Geldern für seine (ideologischen?) Projekte beschenken, die Länder sollen nach der grundgesetzlichen Konzeption mit ausreichend Mitteln versehen werden, damit sie ihre Aufgaben erfüllen kann. Dass der Bund über soviel Geld verfügt, damit er mit BiIdungsprojekten wedeln kann, deutet schlicht auf eine Fehlverteilung der Steuereinnahmen hin. Was der Bund mit solchen Geldern macht, kann man am Unsinn der Exzellenzinitiave zeigen. Nachhaltige Förderung ist das nicht, nur Leuchtturmpolitik und dann für ganz bestimmte Zielgruppen (in der Regel CDU-Länder…). Die Länder brauchen keine Almosen für die Bildung, sondern schlicht nachhaltig mehr Geld, dann klappt das mit den Schulen, Unis und Kitas auch.

    Das mit dem Familiennachzug freut mich eigentlich, denn erstens glaubt man der SPD-Fraktion und grad Eva Högl eh nicht, wenn da Statements kommen, wie toll alles ist, und zweitens erleichtert es vielleicht einigen einfachen Mitgliedern dann doch noch die Entscheidung zum Mitgliedervotum in Richtung Ablehnung. Die SPD-Spitze hofft auf eine 51 %-Mehrheit seit Wochen, weil sie ideenlos und personenlos durch Zeit und Raum steuert, und da können auch schon kleine Ausschläge große Folgen haben. Vielleicht hat man aber auch das absichtlich mit dem Familiennachzug gemacht, damit man paar rechte oder konservative SPD-Mitglieder zum Abstimmen bewegen kann… wer weiß.

    Das ganze Hickhack zeigt leider nur, dass die SPD dringend Opposition und ein Personalwechsel oben braucht. Gutes Personal wartet in den Ländern seit langem, aber die Bundesspitze ist weder durch Wahlverlust, Ergebnisse unter 20 % oder sonstwas wegzubekommen. Selbst die Grünen haben die unbeliebten Cem & Katrin in Rente geschickt, aber so etwas scheint in der jetzigen SPD undenkbar. Vielleicht braucht es wirklich die 15 % bei der nächsten Wahl, damit sich was ändert…

    • In den USA regeln und finanzieren die Länder (states) die Bildung auch. Der Bund hat aber irgendwann angefangen, sich finanziell und dann auch inhaltlich einzumischen. Direkt einmischen tun sie nicht – aber sie drohen mit der Kürzung der Gelder, von denen die Länder sich abhängig gemacht haben – wenn ein State bestimmte Dinge nicht tut oder Regeln nicht einhält. Stichwort “core curriculum” kann man nachschauen, oder das Unheil, dass die ganzen “title IX” (“title nine”) Bestimmungen an den Unis und Colleges anrichtet, zum Beispiel die extrem fragwürdigen Regeln bei der Untersuchung von Sexualdelikten.
      Die massive Subventionierung (auf Bundesebene) von Darlehen für Studenten hat auch zur rasanten Preissteigerung von Studiengebühren im ganzen Land beigetragen. Die Einhalten föderaler Bestimmungen bläht die Bürokratien der Unis und Schulen auch auf. Unnötig.
      Es mag am einen oder anderen Punkt sinnvoll sein, etwas zu zentralisieren. Aber es wird immer Nebenwirkungen geben und sie sollte man bei der Entscheidung möglichst beachten. Ich möchte Deutschland dazu ermuntern, vom Bildungsföderalismus nicht zurückzuweichen und den Mut zur Vielfalt zu bewahren.

      • @MH

        Gerade die USA zeigen doch, wo man mit dem förderalen Ansatz landet, wenn sich die ökonomische Schere zwischen Regionen öffnet: öffentliche Schulen in New York bekommen fast 20.000 US$ pro Schüler, in Idaho sind es keine 6000 US$ (laut Spiegel)

        Wer schon hat, dem wird reichlich gegeben, wer aber wenig hat, dem wird auch dies noch genommen.

      • Wat? Hier vermischst du aber Hochschule mit mit regulären Schulen. Betreffend den Hochschulen liegst du insofern richtig, als dass die Studienkredite in den USA nur für tertiäre Bildungseinrichtungen gewährt wird und deren Mindeststandards gleich mit vorgegeben werden (#Trump University) das wiederum hat allerdings reingarnichts mit den fragwürdigen Vorgängen bei Sexualdelikten zutun sondern ehr damit das Unis, Studenten und lokale Veerwaltung sich der Phantasie hingeben der Campus stehe ein eigenes zu Hoheitsrecht zu (aka campus police) und die Studenten werden an die Obhut der Universität vertraut. Son bisschen indianer Reservat meets Summer Camp. Was m.E. maßgeblich zu den teils absurden Studiengebühren beiträgt, wenn man das ganze als betreutes Wohnen versteht macht die Rechnung auch mehr Sinn obwohl man sich ein Zimmer teilen soll in dem Land wo Platz sonst nie eine spielt (wobei das roomate konzept auch so nirgendwo mehr neu gebaut wird).

        Der Studienkredit in Deutschland (nicht das BAföG) ist übrigens ähnlich brutal geregelt und überdauert die privat Insolvenz. Wird noch lustig wenn die Gläubiger iwann den Wortsinn von Zahlungsunfähigkeit nachschlagen werden müssen (Gläubiger btw., hier wie dort private Banken oder for-profit schools da kann Uni und Bank auch mals aufs selbe rauskommen, wenngleich natürlich gefördert aus öffentlicher Hand).

        Davon getrennt aber sind reguläre Schulen zu betrachten. Da verschiebt sich nämlich quasi alles um eine Ebene auf die Staaten die können finanzielle anreize setzen (oder es sein lassen) den primäre Finanzquelle sind sog. School districts (meist in etwa deckungsgleich mit den Kommunen) welche eigene Steuern erlassen können. Kurz; ziehen zuviele arme in die Nachbarschaft setzt sich das obere Ende der Einkommen einen neuen School District auf und verlässt das Schiff (je nach Staat gibts dann noch finanzausgleiche oder halt nicht).

        Die ärmeren Schulen machen dann aber meistens jeden Humbug mit den der Bundesstaat so in seinen curicullum schreibt (absolute Autonomie), den der muss getestet werden (no child left behind), weil dieser natürlich meist finanzielle Förderung bereithält (also für die besseren Schulen natürlich es gilt ja Anreize zu schaffen) als ultima ratio wird vllt. mal ein Machtwort gesprochen, was denn ein school district so konstituiert.

        Common core ist letztlich auch nur so ein Wunschgedanke aus Washington das man den jetzigen defacto common core (test) den zwei führenden non-profit aber trotzdem nicht billigen privat Testern entreissen könnte. So ein SAT test kostet nämlich mal eben $200+ (College Board ist Kooperative von gröstenteils ivy league unis und dem ETS der auch den TOEFL durchführt und zufälligerweise sein HQ Adresse am Campus pricentons hat *munkel munkel*) und dem etwas günstigeren aber weniger populären ACT (durchgeführt von einer Kooperation verschieder staatlichen Unis).

        Und zu guter letzt denke ich würd die Einflussnahme vom Bund dahingehend eingeschränkt das Schulen mehrheitlich beabsichtigen die Leute and die Unis und in Ausbildung zu bekommen und damit kann jede Landesregierung dem Bund über den Mund fahren (solang sie Studiengänge bei der EU akkreditiert bekommem versteht sich).

      • “…das wiederum hat allerdings reingarnichts mit den fragwürdigen Vorgängen bei Sexualdelikten zutun…”

        Doch! Die Unis müssen ihre Vorgehensweisen an die Vorgaben der Zentralregierung anpassen, oder die Title IX Subventionen verlieren.

        MH

    • @Zghuk

      Die Bundesländer sind sozioökonomisch sehr unterschiedlich aufgestellt. Nehmen wir mal die Bundesländer Bayern und Bremen. Finanziell und auch von der (durchschnittlichen) Schülerschaft her liegen da Welten dazwischen. Will man den Bremer Schülern auch nur annähernd gleiche Chancen wie denen in Bayern einräumen, dann muss dort ordentlich zugebuttert werden. Wie soll das demokratisch legitimiert ablaufen, wenn nicht durch Sonderprogramme auf Bundesebene?

      Ich könnte dem Argument der (Allein-)Zuständigkeit der Bundesländer nur dann folgen, wenn wir annäherend gleich leistungsfähige Länder hätten. Aber das ist ja eine Fiktion.

      • Über den Länderfinanzausgleich wird doch schon massiv Geld zwischen den Ländern umverteilt.

      • Kann Stefan nur zustimmen, es gibt den vertikalen wie auch den horizontalen Ausgleich, das sollte ausreichend finanziert sein, dann können auch die Länder für ihre Themen das Geld ausgeben und die Wähler in den Bundesländern haben auch echt eine demokratische Möglichkeit, ihre Regierung abzuwählen.

        Gerade die Verklammerung zwischen Bund und Ländern in Bildungssachen greift das Demokratieprinzip an. Insoweit verweise ich auf die Entscheidung des BVerfG zum Jobcenter als gemeinsame Einrichtung zwischen dem Bund (BA) und den Ländern/Kommunen. Diese Vermischung macht eine demokratische Kontrolle praktisch unmöglich.

      • @Stefan und Zghuk

        Ihr wünscht euch also einen Finanzausgleich, der es armen Bundesländern ermöglicht, ihre Schulen in den problematischsten Bezirken zu den besten des Landes zu machen, oder?

        Dann ist eine direkte Bundeszuweisung doch das sinnvollste Instrument.

        Die allgemeinen Finanztransfers dienen ja lediglich dazu, die generelle Lücke zwischen den finanzstarken und -schwachen Bundesländern etwas abzumildern. Somit sind sie nicht dazu geeignet, in einem spezifischen Bereich wie der Bildung die Verhältnisse komplett zu nivilieren.

        Der Verweis auf die demokratische Einflußnahme in den Ländern halte ich zudem für illusorisch. Die Schuldenbremse kann man nicht abwählen. Folglich kann man auch niemanden ins Amt wählen, der Bildung für “systemrelevant” und “Alternativlos” hält, auch wenn die notwendigen Investitionen zu einem Anstieg der Verschuldung führen.

      • Günter,
        Das Geld ist da,auch in Bremen und auch mit Schuldenbremse. Nur ausgegeben wird es halt nicht für Bildung. Das ist keine Frage von noch mehr Geld und noch mehr leistungsfeindlicher Umverteilung sondern von Ausgabepriorisierung und politischem Willen. Weniger Bildungspolitische Experimente sondern stetige Umsetzung etablierter Konzepte.

      • @Stefan

        Kannst du das am Beispiel des Bremer Haushalts näher ausführen?

        Wenn ich mir den anschauen, dann sehe ich:
        – Jugend und Soziales -> 1179 Mio Euro
        – Kinder und Bildung -> 928 Mio Euro
        – Hochschulen/Forschung -> 448 Mio Euro
        – Zinslasten -> 590 Mio Euro
        – Inneres -> 292 Mio Euro
        – Justiz -> 125 Mio Euro
        zusammen -> 3562 Mio Euro
        restliche Ausgaben -> ca. 1300 Mio Euro

        Wolltest du den Schulen z. B. 100 Mio mehr zukommen lassen für zusätzliche Lehrer, Modernisierung, whatever, dann entspräche das den kompletten Ausgaben für Kultur und Sport im ganzen Bundesland.

        (Man könnte natürlich im Gegenzug zu den Einschränkungen durch die Schuldenbremse den Bundesländern die Schulden abnehmen und zum Bund transferieren. Dann wäre plötzlich richtig Geld da.)

      • Man blicke in das Schwarzbuch der Steuerzahler für Bremen. Allein der vergeigte Klinkbau hat über 100 Mio Mehrkosten erzeugt. Einfach weil sich unfähige Politiker für die besseren Bauherren halten. BER lässt grüßen. Geld, verschwendet durch Unfähigkeit das dann am Ende in den Schulen fehlt. Gegen solche Unfähigkeit hilft kein zusätzliches Geld.

      • @Stefan

        Das ist doch unsachlich. Wo gibt es bei Großorganisationen keine Verschwendung? Selbst auf Rendite und Effizienz getrimmte Unternehmen schießen hin und wieder kapitale Böcke.

        Aber nehmen wir mal an, diese Mehrkosten beim Neubau des Klinikums in Bremen wären zu vermeiden gewesen. Nun teilen wir 100 Mio durch roundabout 10 Jahre Bauzeit plus Umzug und landen bei 10 Mio per anno. Wenn du mir nun in Bremen nicht noch 9 weitere Projekte dieser Art zeigst, dann sage ich: Peanuts!

      • Du nennst es Peanuts,ich ein Zeichen für die strukturellen Probleme die erst zu Schuldenberg und maroden Schulen geführt haben (beides ist ja nicht einfach von heute auf morgen vom Himmel gefallen). Schlechte Politik und eine unfähige Verwaltung ohne jeglichen Respekt vor der Arbeit des Steuerzahlers. Hier muss erst reformiert werden, dann braucht es auch kein weiteres Geld um die Unfähigkeit zu übertünchen.

      • das ist doch nun wirklich billige Polemik … klar gibt es Missmanagement in der Verwaltung, aber in der Privatwirtschaft ebenso. Außerdem stehen die dadurch versenkten Staatsmittel in keinem Verhältnis zu den Finanzierungslücken.

      • Die Finanzierungslücke ist ,genauso wie die maroden Schulen, doch nicht vom Himmel gefallen sondern Folge jahrelanger
        Misswirtschaft.

      • Nein, die Lücke ist einfach eine Lücke im Sinne von “kein Geld da”. Das hat nicht das Geringste mit Misswirtschaft zu tun, sondern mit zu wenig Geld.

        Und die Schulen sind auch nicht infolge von Verschwendung kaputt, sondern weil man sie nicht saniert hat.

      • Hätte man sie frühzeitig saniert wären die Probleme nie so groß geworden und die Kosten weit geringer.

      • Man hat sie aber nicht saniert, weil keine Kohle da war … auch das hat nichts mit der Schlamperei der Verwaltung zu tun, sondern ihrer chronischen, jahrzehntelangen Unterfinanzierung, weil irgendwelche Talibans des Neoliberalismus (bis hinein in die SPD) meinten, ein Staat funktioniere am besten, wenn man seine Verwaltung ausbluten lässt. Deswegen haben wir jetzt ruinierte Schulen, von der Wirtschaft gekaufte Unis und Straßen, die mancherorts verdächtig nach Entwicklungsland aussehen. Gruselig.

      • Ulf du wirfst mir billige Polemik vor, redest aber selbst von ‘Talibans des Neoliberalismus’? Stelle mir gerade bildlich McKinsey-Anzugträger vor die mordend und brandschatzend durch die Schulen ziehen … nein, ernsthaft Ulf das ist geschichtsvergessen.
        Apropos Geschichte: Die ganzen sozialistischen Staaten waren auch nie zu einer selbstkritischen Introspektive fähig, sondern haben auch immer feindliche Agenten gebraucht um Fehler zu erklären.
        Aber mal ernsthaft: Ist es nicht absurd zu behaupten, im Land mit der zweithöchsten Steuerlast in Europa ist kein Geld für grundlegende Infrastruktur wie Schulen vorhanden? Willst du dich wirklich hinstellen und ernsthaft behaupten, das z.B. im Bremer Haushalt jede einzelne Ausgabe so wichtig war, das dafür die Schulen vernachlässigt werden mussten? Das dort nie Geld für fragwürdige Projekte verschwendet wurde? Oder hat die in Bremen regierende SPD die letzten Jahrzehnte über schlicht und einfach schlechte Politik gemacht? Und sollte man die schlechte Politik noch dadurch belohnen das man ihr noch mehr Geld gibt?

      • Schreib uns doch einfach auf, welche Ausgaben Deines Erachtens gestrichen werden könnten, beispielsweise um Schulen zu sanieren, dann schauen wir weiter … bis dahin ist das für mich ein schlichtes Ablenkungsmanöver.

        Der Hinweis auf die Gesamt-Steuerlast führt ebenfalls ins Nirgendwo, weil a) die internationale Vergleichbarkeit der Belastungen sehr umstritten ist und b) in D der Bund relativ gut finanziert ist, während es bei Ländern und Kommunen ganz anders ausschaut.

      • Beantworte doch einfach die Fragen,Ulf. Was nachgewiesene Verschwendung angeht habe ich ja bereits auf das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler verwiesen.

      • Da gibt es nichts zu beantworten, im Gegenteil hat Günther Dir oben schon vorgerechnet, dass die angeblich ursächliche Verschwendung allenfalls im Promillebereich eine Rolle spielt.

        Abgesehen vom Einzelfall würde ich es wirklich begrüßen, wenn Du nicht nur ideologisch auf Deinen Positionen beharren, sondern Argumente der anderen wenigstens zur Kenntnis nehmen würdest. Die Fakten, die Günther oben schildert, blendest zu einfach aus, gerade so als liefe bei Dir eine Endlosschleife. Das bringt die Diskussion hier aber nicht voran.

      • Ulf, Günter hat selbst vorgestellt, dass Schule und Bildung in Bremen 930 Millionen ausmacht. 100 Millionen sind ~11% davon und nicht etwa Promillebereich. Und die 100 Millionen waren nur ein einziges Beispiel unter vielen im Schwarzbuch. Weitere sind für jedermann nachzulesen.
        Also bitte ich dich nicht nur ideologisch auf deiner Position zu beharren sondern endlich mal die Fakten anzuerkennen.

  6. Bei den Boni kostet das den Steuerzahler gar nichts… Die Leute die den Bonus bekommen müssen hierauf ja auch noch Einkommensteuer zahlen ( diesen Gehhaltsregionen dürfte das der Spitzensteuersatz sein).

    So blöd das ist… Dass man die Zahlungen jetzt nicht doppelt und dreifach versteuert, kann ich nachvollziehen.

    Die Frage wäre jetzt hier auch: warum überhaupt?
    meiner Meinung nach ist das einzige Problem an den Boni, das es einfach Öffentlichkeit schlecht aussieht -insbesondere für Leute wie unsereins, die keine Millionen verdienen… aber es ist jetzt auch nicht so das die Banken die eingesparten Boni dann für gemeinnützige Zwecke spenden.

    Ist glaube ich eher eine Neid-Debatte…

    • Ich würde hier auch gerne meinen Vorredner beipflichten. Die Boni sind als Personalkosten ganz normale Betriebsausgaben. Die sparen keine Steuer, sondern sind aus Sicht der Firma erst mal Geld, das ausgegeben ist. Dass darauf dann keine Körpeschaftsteuer erhoben wird, sollte klar sein. Die so erfolgreichen Manager müssen sie versteuern – spannend wäre hier zu wissen, wo diese leben (London, Schweiz?).
      Die Selbstbedienungsmentalität dieser Kaste ist bei einer AG ein Fall für die Aktionäre. An der Börse stimmen diese ja auch schon mit den Füssen ab – der Kurs fällt.
      Wenn Politiker hier das Lamentieren anfangen, ist das bestenfalls wohlfeil und uns unehrlich. Man sollte sich auch hier die Verbindungen zwischen Politik(ern) und Wirtschaft ansehen. Wie viele der abgehalfterten Politiker aller Couleur machen es sich danach in bequemen Aufsichtsrat-Sesseln bequem.
      Das tragische ist,dass es ja genau die Wirtschaft ist, die unseren Wohlstand in D mit aufgebaut hat – ok, jetzt vielleicht nicht die Banken.
      Disclaimer: bin kein Banker

  7. Moin,
    gute Folge – mir fällt nur (nicht zum ersten Mal) auf, dass ihr es euch bei manchen Themen manchmal etwas zu einfach macht, hattet ihr ja bei dem Thema selbst angemerkt, nämlich Investmentbanking. Dazu könntet ihr ja vielleicht mal eine tiefere Folge machen mit einer Expertin oder so. Das völlig undifferenzierte Rumhacken auf “Gezocke” das man häufig hört hat ja in eurem sonst sehr tiefgründigen Podcast eigentlich nichts verloren. Vielmehr wäre es doch tatsächlich mal spannend zu fragen: Was ist das eigentlich? Was bringt das? Hat das seinen Sinn? Welche Aspekte sind fragwürdig, welche sinnvoll, Stichwort Versicherung, Gründungskapital, und so weiter. Mir scheint, beim Thema Banken ist die öffentliche Meinung häufig sehr uninformiert und neigt zu Pauschalaussagen, daher könnte es doch eine interessante Möglichkeit für euch sein, da mal tiefer reinzuschauen.

    • Guter Hinweis, das Selbe ist mir leider auch aufgefallen. Die Hauptaufgabe von Investmentbanken besteht darin verschiedene Leistungen für Großkunden anzubieten, so wie z.B. die Vorbereitung von Börsengängen und Fusionen. Dabei lässt sich natürlich eine Menge Geld verdienen, aber dass diese Banken auf eigene Rechnung “zocken”, so wie ihr es suggeriert ist eigentlich eher selten.

  8. Ich find es putzig, dass Ihr Investment Banking mit wildem Zocken gleichsetzt. Bitte einmal googeln, was Investmentbanker wirklich machen. Wenn der Kapitalmarkt an sich einen sinnvollen Zweck erfüllt, braucht es auch Investment Banking.

    Davon abgesehen, sind die Boni sicherlich extrem hoch. Warum aber fordert Ihr bei jeder einzelnen gefühlten Ungerechtigkeit ein extra Regelung / Gesetz (fast jede Podcastfolge)? Warum können wir uns nicht einigen, dass wir mehr Umverteilung wollen und dafür dann einfach die Reichensteuer ab 250k EUR auf 60% setzen?

    • Wir meinten die Frage nach dem gesellschaftlichem Sinn von Investmentbanking – im Gegensatz zur Kreditvergabe – durchaus ernst … irgendwie kommentieren hier viele, als sei das sonnenklar, aber niemand hat bisher Beispiele gebracht, warum Banken selbst zocken dürfen sollten (Stichwort Eigenhandel).

      • Es ist deshalb sonnenklar, weil der Eigenhandel stand heute weltweit (wieder) verboten ist (Volcker-Rule in den USA) und damit “zocken” eigentlich ja nicht mehr Teil dieser Diskussion sein sollte (so wahrscheinlich die Annahme vieler?).

        Egal was eine Bank auch macht, das Investmentbanking versucht immer eine Absicherungen für das in Ihrer Bilanz vorhande Risiko zu tätigen. Das können Absicherungen aus dem normalen “Retailbanking” Bereich, wie Währungsabsicherungen, Kreditausfallabsicherungen sein oder auch Absicherungen für Transaktionen aus dem Investmentbanking selbst sein bspw. die Gegenposition zu einem verkauften Zertifikat. Die Deutsche Bank bietet ja eben auch Finanzprodukte an die es Privatinvestoren aber auch Institutionellen erlaubt Absicherungsgeschäfte zu tätigen z.B. Zertifikate, Optionen und Futures (Ja man kann mit diesen Produkten auch Spekulieren/zocken). Für diese Produkte gilt es auch Absicherungen am Markt umzusetzen um das Risiko in der DB Bilanz zu neutralisieren (Das Gegengeschäft eingehen).
        All dies passiert nur noch für die von Kunden getätigten Geschäfte, nicht mehr auf eigene Rechnung, sprich mit eigenem Geld.

        Diese Absicherungs- bzw. Gegengeschäfte zur Risikoneutralisierung der Bilanzwerte werden auch gerne als Spekulation gegen die eigenen Kunden fehlinterpretiert. Aber das ist ein gesonderter Themenkomplex.

        Wenn jetzt noch offen ist was eine Investmentbank dann noch so treibt, lohnt sich definitiv mal ein Blick hinter die Kulissen. Ladet doch mal Markus Koch ein. Der ist ein unterhaltsamer, nicht unkritischer und ehrlicher Typ. Das haben wir mit unserem Akademischen Börsenverein auch oft gemacht.

      • Markus Koch? Ist das der ehemalige Börsen-TV-Mann von ntv?

  9. Ihr habt einen dazu aufgefordert einen Grund zu nennen, warum das Investmentbanking dem Gemeinwohl dient.
    Disclaimer: ich bin selbst nicht in der Branche beruflich tätig (ja richtig, überspezifisches Dementi ;).

    Für den Investmentbankingkunden gibt es keinen Mehrwert, da passives Investieren mit breiten Indexfonds (Buy and hold) das aktive Investmentbanking schlägt.

    Für den Steuernehmer, und somit für alle Menschen die in Deutschland leben kommt einiges zusammen:

    Gewinne aus der “Zockerei” werden mit 25% plus Soli plus Kirchensteuer belegt. Aktive Investmentfonds haben 2-4% jährliche Kosten, mit denen die Banken ihre Mitarbeitergehälter (ja auch Boni) bezahlt, die doch sicher mit etwa 30% Einkommenssteuer belegt werden.
    Je unkluger, d.h. aktiver die Anleger investieren, desto mehr Transaktionen und damit Gebühren und Steuern fallen an. Ihr seht, das “Zocken” ist also finanziell gut für die Banken und für uns. Dem “Zocker” gereicht es langfristig immer zum Nachteil.

    Für hinreichende Beweisargumentationen:
    Gerd Kommer: Souverän investieren, campus Verlag, 2015

    • Was ist ein ´Steuernehmer´? Aus dem Steuerrecht kenne ich den Begriff des ´Steuerpflichtigen´.

      • Alle die hier leben sind Steuernehmer. Die einen nehmen mehr (von den staatlichen Steuereinnahmen), die anderen nehmen weniger. Ich hoffe nur, dass auch jeder etwas der Gesellschaft zurückgibt, ob arm ob reich.

    • Naja, das ist auch nur die halbe Wahrheit. Schlieslich beschäftigt auch ein passiver Indexfonds Investmentbanker. Nur halt eine ganze Ecke weniger und vermutlich mit signifikant niedrigeren Gehältern, daher die geringeren Kosten. Firmen wie Blackrock und Vanguard stehen ja auch vor Problemen wie Indexfrontrunning usw., die dann doch wieder von Experten gelöst werden müssen.

  10. Zur Bonusdiskussion: Sie haben sich darüber aufgeregt dass die Konzerne die Bonuszahlungen von der Steuer absetzen können. Das stimmt natürlich, und sie sparen sich dadurch 25% Körperschaftssteuer. Der Arbeitnehmer muss den Bonus aber natürlich auch versteuern. In diesem Fall können wir vom Spitzensteuersatz von 42% ausgehen. Unterm Strich steigt sogar der Betrag der in die Staatskasse fließt.

  11. Skype-Ersatz mit Studio-Link geht auch ohne die Software beim Interviewten, wenn eine Fritz!Box auf Euer Seite verwendet wird. Aufnahme-Rechner mit Studio-Link als IP-Telefon bei der Fritz!Box anmelden. Dann könnt Ihr von Studio-Link aus jede Telefonnummmer anrufen. In https://sendegate.de/t/aufnahme-mit-reaper-und-studio-link-inkl-telefonischem-teilnehmer/3511/9 ist das ausführlich dokumentiert.

    HTH, Frank

  12. Lieber Ulf, lieber Philip,

    Zum Familiennachzug: Euer vernichtendes Urteil zur SPD stützt Ihr (wenn ich es richtig verstanden habe) auf den Gesetzesentwurf aus Drucksache 19/436, die sich auch in den Shownotes finden.

    Nun handelt es sich aber hierbei um den Entwurf der CDU/CSU-Fraktion.

    Vom Bundestag beschlossen wurde dieser aber in der vom Hauptausschuss geänderten Version (Drucksache 19/586).

    Hierin findet sich dann folgender Passus zur Änderung von § 1 des AufenthG:

    „(13) Bis zum Inkrafttreten der Neuregelung des Familiennachzugs zu
    Personen, denen nach dem 17. März 2016 eine Aufenthaltserlaubnis nach
    § 25 Absatz 2 Satz 1 zweite Alternative erteilt worden ist, LÄNGSTENS JEDOCH
    bis zum 31. Juli 2018, wird der Familiennachzug zu diesen Personen nicht
    gewährt. Ab 1. August 2018 kann aus humanitären Gründen dem Ehegatten
    oder dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers, dem eine Aufenthaltserlaubnis
    nach § 25 Absatz 2 Satz 1 zweite Alternative erteilt wurde,
    sowie den Eltern eines minderjährigen Ausländers, dem eine Aufenthaltserlaubnis
    nach § 25 Absatz 2 Satz 1 zweite Alternative erteilt wurde, eine Aufenthaltserlaubnis
    erteilt werden, bis die Anzahl der nach dieser Vorschrift
    erteilten Aufenthaltserlaubnisse die Höhe von monatlich 1 000 erreicht hat.
    Ein Anspruch auf Familiennachzug besteht für Ehegatten oder minderjährige
    ledige Kinder von Ausländern, denen eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25
    Absatz 2 Satz 1 zweite Alternative erteilt wurde, sowie Eltern minderjähriger
    Ausländer, denen eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 1
    zweite Alternative erteilt wurde, weder aus dieser Vorschrift noch nach Kapitel
    2 Abschnitt 6 dieses Gesetzes. (…) Das
    Nähere regelt ein noch zu erlassendes Bundesgesetz.“

    So scheint mir sind die – zugegeben wenig tröstlichen – 1000+ Härtefall doch schon JETZT geltendes Recht und darüber hinaus KEINE unbefristete Aussetzung zu beklagen.

    Viele Grüße
    Jan

  13. Apropos Vermögensverteilung und Bildungschancen:

    Ich finde die SPD ist oder insbesondere der Vorstand bestes Beispiel dafür, das Vermögen und Bildungserfolg der Kinder nicht mehr wie vor 30 Jahren irgendwas mit Aufstieg Durchlässigkeit und Gerechtigkeit zu tun haben.

    Martin macht 300T€ im Jahr. Siggi wird wohl nicht viel weniger machen, Pierre ist mittlerweile unter die Einkommensmillionäre gegangen und ich weiß jetzt nicht ob das von der Nahles oder von der internen genannten Küsten Barbie das Kind oder von Martin ist, jedenfalls ist durchgesickert, das der Vorstand der vermeintlichen Arbeiterpartei seine Kinder auf private Schulen schickt. Die Leute durch deren Stimmen diese Genossen indirekt ihrer Einkünfte erhalten können nicht mal davon träumen.

    • Die von Ihnen gewählte Bezeichnung für die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern ist sexistisch und diskriminierend. Unterlassen Sie bitte so etwas!
      Kein Politiker, männlich, würde jemals in vergleichbarer Form bezeichnet werden.

  14. Hallo,
    Ulf, du hattest mich ja gebeten das von Twitter nochmal hier zu schreiben.

    Ihr habt im Podcast etwas falsch dargestellt. Ihr habt “aufgedeckt”, dass im neuen Gesetz zum Familiennachzug die 1000 + X gar nicht auftauchen. Darauf habt ihr geschlussfolgert die MdBs der SPD haben das verpeilt oder ihr wurdet in durch die Aussagen der SPD angelogen und habt euch auch etwas über die SPD lustig gemacht.

    Hier habt ihr aber die Absprache falsch verstanden, die lautet, dass das jetzige Gesetz jetzt verlängert wird und spätestens bis zum 1. August 2018 eine gesetzliche Regelung für Familiennachzug da ist und die jetzige Verlängerung für 4 Monate anhält.
    Das ist auch kein geheimes Wissen, sondern steht genau so im Sondierungspapier (Seite 21) und Eva Högl sagt das auch in ihrer Bundestagsrede. Das habt ihr komplett unterschlagen.

    Das ist unterm Strich ein vorab Einlösung einer Koalitonsvereinbarung.

    Ich stimme euch komplett zu, dass man der CDU nicht trauen muss. Dass es noch keine Koalitionsvereinbarung gibt und das natürlich kippen kann. Eure ganze Kritik danach finde ich nachvollziehbar und teile sie.

    Trotzdem habt ihr hier nicht ausreichend recherchiert, was mich wirklich wundert, weil es quasi überall von Stellungnahmen von MdBs, im Sondierungspapier, in der Rede Högls genau so und explizit gesagt wurde.

    Es wurde transparent kommuniziert, dass die 4 Monate die Zeit für die Gestaltung der Neuregelung sind. Da habt ihr euch leider etwas verrannt im Podcast.

    • Es ging uns nicht um die Frist / die Wartezeit, sondern darum, dass die 1000 eben nicht so klar sind, wie es kommuniziert wurde. In Wahrheit ist das nämlich auf Wiedervorlage – “das Nähere bestimmt ein noch zu erlassendes Bundesgesetz”.

  15. Sehr interessanter Podcast zum Thema Wohnungsnot/ -bau vs. Parteiinteressen in Berlin.
    https://player.fm/series/1411964/197336059
    Immo.fm
    […] Christian Gérôme ist als Geschäftsführer der „Allgemeinen Immobilien-Börse“ Gast in unserer 50. Ausgabe, allerdings kein „Stargast“ – das ist ihm wichtig. Ohnehin möchte er in keine Schublade gesteckt werden. Das wäre auch gar nicht leicht, angesichts seiner vielen Aktivitäten und seiner Art, über Immobilien und unsere Stadt Berlin zu denken. Da reichen wenige Worte nicht aus. Deshalb haben wir in unserer Jubiläumsfolge viele Worte gemacht. Christian Gérôme entwickelt Immobilien, das steht in jedem Fall fest. In einer Reportage wurde ihm nachgesagt, dass er jede Brachfläche und Baulücke in Berlin kennen würde. Und doch betont er im Gespräch immer wieder, dass er doch nur das tut, was jeder tun kann. Es gelingt ihm dabei, zu überzeugen. Wer schon länger bei uns ist, weiß, dass wir uns schon mit einem größeren Objekt an der Danziger Straße im Prenzlauer Berg befasst haben, unweit des Ernst-Thälmann-Parks, einem Gelände mit durchaus bewegter aber nicht durchgehend schöner Geschichte. Dieser Park grenzt an den S-Bahn Ring zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße, wäre da nicht ein großes Gelände, und zwar der ehemalige Güterbahnhof Prenzlauer Berg, den Christian Gérôme 2010 gekauft hat und bis heute nicht bebauen kann bzw. darf bzw. soll. Ganze 600 Wohnungen sind geplant, sowohl zur Miete als auch zum Kauf, doch nach wie vor ist kein Spatenstich erfolgt. Wie kann das passieren in einer Stadt, die wenig so dringend braucht wie neuen Wohnraum? In einem Bezirk, der (ob nun zu Recht oder nicht) so unglaublich begehrt ist? In einem Bezirk, in dem sich Uhr-Berliner die Mieten doch kaum noch leisten können? Woher rührt der ganze Widerstand? Wie kann so etwas passieren? Wer trägt die Verantwortung? Es ist nur allzu leicht, einem erfolgreichen Geschäftsmann seinen Erfolg vorzuwerfen. Es ist so einfach, sich angesichts der Objekte, mit denen sich Herr Gérôme umgibt, neidisch zu werden. Wir haben uns die Mühe gemacht, uns einmal die andere Seite anzuhören. Zur ausgerechnet 50-minütigen 50. Ausgabe Immo.FM laden wir Sie und Euch herzlich ein und wünschen gute Unterhaltung. PS: Dem ein oder anderen mag die Stimme unseres Moderators komisch vorkommen: wegen einer fast vollen Stimme musste Andi seine Fragen im Nachhinein erneut einsprechen und das ist naturgemäß stellenweise zu hören – und tut uns leid.

  16. Hallo Philip, Hallo Ulf,

    ich wollte nur anmerken, dass ihr im Podcast sagt: “45 deutsche Haushalte besitzen die Hälfte des Vermögens in Deutschland”. Allerdings zeigt die Studie, wie auch schon die Überschrift des Spiegel-Artikels in Euren Shownotes sagt, dass die 45 reichsten Deutschen so viel Vermögen besitzen wie die ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung. Ich denke, dass es doch ein wesentlicher Unterschied ist und vielleicht wollt ihr es, in der nächsten Folge nochmal kurz erwähnen/richtig stellen.

    Sonst wieder eine tolle Folge wie jede Woche. Viele Grüße

    • Das ist natürlich sittlich/moralisch/ethisch gesehen ein riesen Unterschied…

      • Wie man etwas bewertet sollte keinen Einfluss darauf haben, ob die Fakten korrekt dargestellt werden, das sind zwei komplett unterschiedliche Dinge. Sobald man anfängt, die Fakten zu drehen, damit sie zur eigenen Position passen, betreibt man nicht mehr Journalismus, sondern Misinformation.

        Eine grobe Fehldarstellung der Fakten hilft der eigenen Position auch nicht sonderlich, sofern man nicht in bestimmten Kreisen in den USA agiert.

        Der Unterschied zwischen “50%” und “so wie wie die ärmsten 50%” ist ungefähr ein Faktor 20. Das ist der Unterschied zwischen einem Glas Wein am Abend, und 2 Tetrapacks Wein auf der der Bank vorm Bahnhof.

        Ich gehe davon aus, dass das hier nicht absichtlich geschehen ist (Insbesondere da die verlinkte Quelle die Sache ja auch leicht überprüfbar macht). Im Allgemeinen ist dieser Podcast qualitativ ja sehr hochwertig und eher gut recherchiert. Ich hoffe dass so ein Ausrutscher wie das hier die Ausnahme bleibt.

  17. Investment Banking

    Man merkt dass Ihr so überhaupt keine Ahnung habt was das ist. Mit Zocken hat das überhaupt gar nix zu tun. Auch manche der Kommentare hier zeugen von völligem Unwissen. Beim Investment Banking geht es ganz einfach darum: Einer hat Geld, ein Anderer braucht es. Und die treffen sich nicht in der Kneipe um die Ecke. Und es geht wohl in allen Fällen um nicht wenig. Jetzt könnte man beliebig ins Detail gehen, aber alleine daran sieht man, dass jemand zwischen diesen Beiden notwendig ist, damit irgendwo Vertrauen gewonnen wird, dass keiner grob verarscht wird.
    Ein Beispiel auf das man vielleicht nicht sofort käme, nur mal so dahin gesponnen: Siemens will das Görlitzer Werk schließen, das Werks-Managment ist aber überzeugt, dass sie auch alleine gut wären, sie wollen einen Management-Buy Out machen, haben kein Geld dafür. Kommt die Bank, bewertet das Konzept und sucht Investoren dafür und oder gibt dem Management einen Kredit, oder konzipiert ein Finanzierungspaket so dass ein anderer Konzern den BuyOut macht, vielleicht sogar einer der bösen Hedge Fonds. Könnte bedeuten dass das Werk eine Zukunft hat und nicht wie momentan befürchtet geschlossen wird mit all den schlimmen Folgen für die Leute und die Region.

    Zu den Boni: da wurde ja schon gesagt, 45% Einkommensteuer drauf statt 25% Körperschaftsteuer und ca. 15% Gewerbesteuer. (äh, falls die Company überhaupt Steuern zahlt). Und: wichtiger als die Frage ob die Bank insgesamt einen Gewinn erzielt ist doch die Frage ob das Investmentbanking einen positiven Beitrag zum Gesamtergebnis liefert. Da die Branche recht international ist, wie halt auch die Kapitalströme, kann ein Unternehmen da nur gute Mitarbeiter halten wenn sie sie entsprechend bezahlen. Beschneidet man das, heißt das auch dass die hot shots eher zur Konkurrenz gehen. Klar, das ist eine Welt die für uns krass, vielleicht krank ist. Aber da gesetzlich zu holzen hat sehr direkte Folgen für die Firmen. Ich glaube aber auch dass das nur eine relativ kleine Menge an Menschen betrifft und dass das auf andere Branchen nicht übertragen werden kann.

  18. Zum Thema Fahrverbote/Feinstaub etc.: es ist ja nicht so dass nur diese Eine Ursache für die Feinstaub-Problematik besteht. Sicher, Diesel-Abgase und Reifenabrieb sind ein Problem. Diese Bescheißerei der Konzerne ist auch echt krass. Die Reaktion der Politik ist mehr als bescheiden.

    Die Automobilindustrie ist offenbar nach wie vor das goldene Kalb gegen das man nichts tun wird. Statt Innovationen zu fördern lässt man sie sich ausruhen auf Technik aus dem letzten Jahrtausend.

    Aber auch andere Bereiche sorgen für Feinstaubbelastung in unseren Städten. Speziell die wieder aufgekommene Holzverfeuerung ist ein immenses Problem. Selbst wenn man Holz unter optimalen Umständen verfeuert entstehen Unmengen an Feinstaub. Und wenn es so läuft wie weit verbreitet wird zu feuchtes Holz verfeuert und sonstiger Dreck, so dass die Emissionen noch schlimmer werden. Leider sind die Komfortkamine mittlerweile äußerst billig zu haben und äußerst beliebt. Hier laufen wir noch in eine sehr schlimme Entwicklung, wenn dem nicht Einhalt geboten wird. Zudem wird in Deutschland mittlerweile mehr Holz verfeuert als nachhaltig geschlagen werden kann. Was dazu führt, dass Holz importiert wird. Ja, importiert, nur um es hier für die wohlige Atmosphäre zu verbrennen. Zusätzliche Emissionen für den Transport und wahrscheinlich am Abbau-Ort nicht nachhaltig gewonnen. Alle Kaminbesitzer sollten sich einmal vor Augen führen, ob sie darauf nicht zum Wohle ihrer direkten Umwelt (und auch zu ihrem eigenen Wohl) verzichten.

    Weiterer Feinstaub entsteht durch Ammoniak in der Viehhaltung und durch industrielle Prozesse. Auch hier wäre es angebracht für Problembewusstsein zu sorgen. Leider ist das Thema derart vielgestalt, dass es nicht gerade einfach vermittelbar ist.

    Wer sich mehr dafür interessiert sollte mal bei http://luftdaten.info nachsehen. Stuttarger Tüftler haben ein Feinstaubmessgerät entwickelt dass man für ein paar Euro klicken und einfach selbst zusammenbauen kann. Aus meiner Sicht ein großartiges Projekt, eine Grasroot-Bewegung mit dem Ziel die Luftqualität zu verbessern.

  19. Zu aller erst: Grandioser Folge! 👍
    Wenn ihr am Anfang ein AMA macht, könntet ihr in Zukunft das Publikum einbeziehen. Bestimmt kommen da auch interessante Fragen zustande und es würde sie Lage interaktiver machen.

  20. Tolle Episode!

    Ich finde in der Lage Live auch immer super, wenn einer von euch beiden mal etwas aus sich rauskommt und Witze reißt. ^^

    Ich erinnere mich noch gut an die LL wo es um IoT ging.

    “Ja Phillip, das mit dem Internet wird sich nicht durchsetzen.”

  21. Zum Thema Aldi baut Wohnungen:
    In Sindelfingen wird auch Lidl einen Markt bauen der deutlich größer als ursprünglich geplant werden soll und auch Wohnungen beinhaltet:
    https://www.bbheute.de/nachrichten/ausschuss-gibt-gruenes-licht-fuer-die-lidl-plaene-im-mahdental-26-1-2018/

  22. Hey @lagenation,

    Am Anfang der Lage habt ihr das Wort „subsidäre Schutzberechtigte“ so schön benutzt.
    Hier mal ein kleiner Artikel über den von der CDU/CSU geprägten politischen Diskurs.

    http://erikfluegge.de/monsterbegriffe-wie-die-spd-am-nasenring-durch-die-manege-gezogen-wird/

    Vielleicht könnt ihr das noch mal thematisieren beim nächsten mal?

    Grüße,

    Anna

    • Hi Anna, danke, sehr lesenswerter Text!

    • Der Artikel bietet keinen Mehrwert. Subsidiär Schutzberechtigte dürfen nur deswegen bleiben, weil eine Rückführung wegen objektiver Gefahrenlagen im anderen Land derzeit nicht möglich ist. Daraus das Recht abzuleiten, noch mehr Leute ohne eigentliches Recht nachzuholen ist der Gipfel der Maßlosigkeit. Darum ist es auch inzwischen so, dass hier eine Beschränkung von der Mehrheit der Parteien und der Bevölkerung getragen wird. Hier über Begrifflichkeiten wie subsidiär zu schwadronieren ist realitätsfern. Man tut gerade so, als ob das Geld an den Bäumen wächst und jeder böse sei, der gegen unberechtigte Zuwanderung ist. Ein infantiler Artikel aus der Kategorie wünsch dir was…

      • Schön ist auch das Ulf argumentiert Familiennachzug würde Kriminalität bei Flüchtlingen senken.

        Die Logik angewandt, dann müsste alle Harz 4 Empfänger in Deutschland nur regelmäßig Banken ausräumen und schon würde sicher Ulf daraus ableiten Harz 4 erhöhen.

      • @Frank

        Alle Schutzberechtigten dürfen zunächst nur solange im Land bleiben, wie die Notwendigkeit des Schutzes besteht. Auch ein “echter” Asylant oder Flüchtling nach Genfer Flüchtlingskonvention verliert seinen Schutzstatus, wenn die Bedrohung in seinem Herkunftsland wegfällt. Der gemeine Kriegsflüchtling fällt halt nicht unter das Recht auf Asyl oder die Flüchtlingskonvention. Deswegen ist er aber nicht weniger bedroht und also auch nicht weniger schutzwürdig.

        Die Unterteilung in Schutzberechtigte erster (politischer Aktivist, der es sich mit seinem Regime verscherzt hat), zweiter (“Ungläubiger” im Einzugsgebiet des IS) und dritter (von Kriegshandlungen Bedrohter) Klasse ist meines Erachtens unsinnig. Sie führt zu solchen traurigen Absurditäten: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/aleppo-statt-reinheim-zwoelfjaehriger-kehrt-zurueck-15174679.html

      • @Günter
        Sicher ist jeder Mensch schutzwürdig. Allerdings es nicht die Aufgabe Deutschlands, dafür zu sorgen, denn die Mittel hier sind endlich. Die Menschen müssen in ihrer Heimat für Verbesserungen kämpfen, so wie es fast alle tun müssen oder mussten.

      • @Frank:

        Stimmt, es ist nicht Aufgabe Deutschlands alleine, es ist die Aufgabe aller. Weil wir Menschen sind. Und einander helfen. Ich möchte deine Meinung mal hören falls du mal Schutz brauchst.

        D.h. natürlich nicht dass Deutschland nun alle Flüchtlinge der Welt aufnehmen soll/muss. Dass es keinen Verteilschlüssel in der EU gibt zeigt wie schleht es um diese steht. Hier kämpfen alle wieder nur für sich.

      • Falls ich mal Schutz brauchte, würde ich mich über Hilfe freuen. Allerdings bin ich realistisch genug um zu wissen, dass zwar auf die westlichen Länder Verlass wäre, aber bei den muslimisch geprägten nichts kommen würde.

        Die Aufgabe der EU sehe ich darin, für Mitglieder Verbesserungen herbeizuführen. Wer nicht in der EU ist sollte von der EU auch nichts verlangen dürfen.

      • @Christian1313: Für mich ist das tatsächlich eins der Argumente für einen Sozialstaat. Reiche profitieren auch davon, wenn Arme nicht ganz so verzweifelt sind, weil diese sonst randalierend durchs Land ziehen was wiederum größere Kosten verursacht. Wie das aussieht kann man sich in Mexiko, Brasilien und teilweise den USA anschauen.

      • @Venyo

        Ich hab nichts gegen den Sozialstaat. Es ist aber keine Begründung Kriminalität nicht zu anden.

        Es sind für mich zwei Paar Schuhe. Wer Kriminell ist ist nun mal Kriminell. Daran ist nicht der ausgesetzte Familiennachzug schuld. Einen Einfluss wird es geben, wenn man dem aber nachgibt macht man sich eben erpressbar.

      • Bezüglich der Kriminalität ist doch bereits bekannt, dass die äußeren Umstände eine maßgebliche Rolle spielen. Letztendlich ist es ja Ziel des Staates, die Kriminalität schon dadurch zu bekämpfen, dass Umstände, die Kriminalitäts begünstigen, proaktiv vermieden werden.
        Dabei geht es auch nicht darum, den Kriminellen die Verantwortung für ihre Taten abzusprechen, sondern ganz grundsätzlich zu vermeiden, dass es zu Taten kommt. Auch mit Erpressbarkeit hat das nun garnichts zu tun. Es ist eben einfach so, dass wenig Kriminalität im Interesse aller ist.

        Das muss natürlich nicht heißen, dass jede Maßnahme, die Kriminalität potentiell vermindern könnte, auch durchgeführt werden sollte. Man sollte hier aber nicht so an die Sache drangehen, Menschen einfach schwarz-weiß in kriminell und nicht-kriminell einzuteilen und den äußeren Umständen ihren EInfluss abzusprechen. Den nur aus sich heraus grundsätzlich Kriminellen gibt es kaum.

      • @Christian1313: Wie um himmelswillen bist du auf den Trichter gekommen, dass hier irgendjemand fordert Kriminalität nicht zu anden? Ich versteh gar nichts mehr…

  23. Eine unterhaltsame Folge. Einzig dieses AfD Bashing Ende war schwach. Gerade vor Publikum wirkte das wie fishing for compliments, weil die Nazikeule ja immer geht.

  24. Hallo Philip, Hallo Ulf,
    Wieder einmal eine unterhaltsame Folge…. Auch wenn ich finde , dass euch beim Autoindustrie Bashing anfangs ein wenig die Pferde durchgingen. Ja, ihr habt den Begriff KZ nicht verwendet, aber putzige Äffchen vergasen ist nicht weit dahinter – auch wenn ihr das im Verlauf ja relativiert habt. Zum inhalt : die RWTH Studie lief m.w. schon vor dem VW-Abgasskandal. Da könnten sie also nicht wirklich PR-mässig auf diesen Rücksicht nehmen. / n=25: typische studiengrösse einer Doktorarbeit in der Medizin. Wer eine Schadstoffstudie mit diesem n publiziert, macht sich sowieso lächerlich, ausser die Substanz wäre so giftig, dass die Probanden tot umfallen. / Publikationsbias: ist ein wirklich schlimmes Problem, v.a.in der Pharma Forschung.(siehe z.B. Tamiflu).
    Insgesamt sind die unis eben leider unterfinanziert und nehmen dann solche Industrie Aufträge an. / verbeamtete Professoren. Hier denke ich, das sie meisten solcher Studien von Assistenten auf befristeten Kettenverträgen durchgeführt werden – genau denen, die unsere liebe SPD ja erhalten will, weil sie ja nicht von der bösen Wirtschaft gemacht werden. .
    Ansonsten weiter so – wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre dieser, dass ihr noch einen “Andersdenkenden” (z.B. Libertären oder gar Konservativen) in eure Runde aufnehmen würdet. Dies würde der Ausgeglichenheit eures Podcasts guttun und sicher spannende Diskussionen ergeben.

  25. Sehr geehrtes Lage-Team,

    ihr spracht in der letzen Folge über Bildungschancen. Ich selber war fünf Jahre auf einer Gemeinschaftsschule, der Inselschule Fehmarn. Diese war eine der ersten Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein. Das Prinzip ist eigentlich recht simpel gehalten. Man kommt in eine Klasse mit drei verschiedenen Leistungsniveaus, je nachdem wie leistungsstark ein Kind ist. Der Unterricht wird in der Regel von einem Lehrer geleitet, welcher drei unterschiedliche Niveaus im Unterricht bedienen soll. Das In den ersten drei Jahren, also von der 5. bis einschließlich der 7. Klasse gibt es keine vorgesehen tiefergehende Differenzierung. Alle werden in einem Klassenraum unterrichtet, was meiner Meinung nach durchaus sinnvoll ist, da viele die Leistungsschwächer in der Schule sind eigentlich nur sehen müssen, was alles möglich ist in schulischer Hinsicht mit minimalem Mehraufwand. So gab es mehrere Schüler die erst klar ein Kandidat für den ESA, also den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (früher Hauptschulabschluss), waren, haben nun einen MSA, also mittleren allgemeinbildenden Schulabschluss (früher Realschulabschluss), abgelegt.
    Ab der 8. Klasse soll dann in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch differenziert werden in Forder- und Förderunterricht. Dies ist auch an sich sinnig da die Leistungsstärkeren so mehr an Lernstoff bekommen sollen, die Leistungsschwächeren einige Sachen wiederholen. Dieses Konzept kann aber nur funktionieren, wenn mit genügend Lehrerstunden geplant werden kann. Ich war in einem Jahrgang in dem es nicht genug Lehrerstunden gab und so wurde die Differenzierung gestrichen, was eigentlich hieß, dass es nur noch Förderunterricht gab, jedoch nichts mehr um die Leistungsstarken anzusprechen.
    Ich selber bin ein Leistungsstarker Schüler und habe mich ab dem Punkt gelangweilt, auch wenn man die Lehrer ansprach, ob sie möglicherweise mir Aufgaben zur Beschäftigung geben könnten traf man immer nur auf taube Ohren. Deswegen kann ich die Kritik an dem System durchaus verstehen. Es ging sogar so weit, dass ich nicht die Oberstufe der Inselschule besucht habe, sondern eine Oberstufe einer anderen Schule, da ich allen Verantwortlichen dort klar gesagt habe, dass ich das System gut gedacht finde, jedoch nicht gut umgesetzt.
    Ein weiterer Punkt ist, dass die Mindeststunden, wie sie das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein sie vorgibt, aufgrund der fehlenden Lehrkräfte nicht unterrichtet werden konnten. So hatte ich in der 10. Klasse in der Woche 28 Schulstunden.Vorgesehen wären 33 Stunden. Nun mögen Einige sagen, dass das doch super sei, wenn man dann so viel Freizeit hat, jedoch haben auch schon Schüler Ziele für das Leben und wollen gerne eine passende Schulbildung. Während des Wahlkampfes zur Landtagswahl 2017 in Schleswig-Holstein habe ich dazu Herrn Stegner von der SPD gefragt, wie er dazu stehe und dieser sagt lediglich, dass er sich damals freute wenn Schule ausfiel. Was mich wahrhaftig ein wenig enttäuscht hat. Bildung ist eines der wichtigsten Themen, die wir in der heutigen Gesellschaft haben, was aber immer ein wenig stiefmütterlich behandelt wird.

    Alles in Allem muss ich sagen, dass mir das Konzept der Gemeinschaftsschule gefällt, jedoch müssen hierfür alle Parameter stimmen, damit das Konzept aufgeht, so ist nicht alles schlecht auf der Gemeinschaftsschule, beispielsweise lernt man viel über miteinander leben, Toleranz und ähnliches. Jedoch werden wirklich Leistungsstarke schnell vergessen.

  26. Zur Drittmittelforschung:

    Ich habe einige Jahre in der Uni-Verwaltung einer größeren deutschen Universität als Jurist gearbeitet, und Schwerpunkt war dabei die Verhandlung von Drittmittelverträgen – viel mit öffentlichen Geldgebern (DFG, BMBF und EU sind noch immer mit weitem Abstand die größten Geldgeber), aber auch viel mit “Sonstigen” (also Industrie, Stiftungen, etc.). An der Uni, an der ich gearbeitet hatte, waren wir ein Team von mehreren Juristen, die sich ausschließlich mit diesem Bereich (im weiteren Sinne, also mit allem, was an umliegendem Recht dazu gehört) beschäftigt haben – das war aber auch eine große Universität. Es gab festgelegte Standards z.B. zu IP, Veröffentlichungen und Mitwirkungsrechten von Geldgeber, regelmäßigen Abgleich mit gesetzlichen Vorschriften, Musterträge, die daraufhin angepasst waren, etc. Eine vergleichbare Sturktur gab es auf der Finanz-Seite – mit Vorgaben zu Overhead-Sätzen, Kostenrechnungen, etc..
    Gerade im Kontakt mit kleineren Unis habe ich da aber auch ganz andere Dinge erlebt – da gab es wenig bis keine Juristen, die sich (schon gar nicht hauptsächlich) mit diesem Thema beschäftigen. Oft ist das Drittmittelwesen schlecht aufgestellt (also nicht zentralisiert), so dass jeder Lehrstuhl/jedes Institut damit alleine gelassen wurde. Da wurde dann nicht selten alles unterschrieben, was an Verträgen so vorgelegt wurde, ohne Rücksicht auf gesetzliche und verwaltungsrechtliche Vorgaben. Es gibt nämlich durchaus Vorgaben (im Haushalts-, Personal- und Hochschulrecht, EU-Recht, Verwaltungsanweisungen der Ministerien, etc.) – aber oftmals scheitert es einfach daran, dass es keinerlei Stukturen und Systeme gibt, die auch nachzuhalten, weil die Universitäten zu schlecht ausgestattet sind (und nicht selten auch ganz andere Probleme haben), um solche Strukturen aufzubauen und personell zu unterfüttern.

    Gleichzeitig hatte ich einige Male das Problem, dass die größeren Schwierigkeiten nicht die Unternehmen gemacht haben, sondern die eigenen Wissenschaftler. Ich hatte mit Instituten/Lehrstühlen zu tun, an denen das Geld so knapp war, dass der Professor Drittmittel brauchte, um seine Doktoranden weiter zu beschäftigen. Da war es dann im Grunde egal, was der Inhalt der Forschung war – da ging es ausschließlich um das Geld, das dabei rein kam. Denn wenn die Gleichung ist, dass man mit diesem Projekt, so windig wie es jetzt war, die eigenen Doktoranden noch ein Jahr weiter bezahlen konnte und damit seine eigentliche Forschung machen konnte, dann macht man das eben. Und wenn einem dann jemand aus der Verwaltung mit irgendwelchen Standards querschießt, war das natürlich auch nicht das, was man will. Das war also oftmal nicht böse Absicht, sondern einfach finanzielle Not. (Ja, Hochschulen sind wirklich SO schlecht finanziell ausgestattet.)
    Mal davon abgesehen, dass Wandel immer schwierig ist – ich hatte auch mit altgedienten Wissenschaftlern zu tun, die mir ganz offen gesagt haben, dass ihnen völlig egal ist, was im Vertrag steht und ob es überhaupt einen Vertrag gibt. Früher sei das ja auch alles ohne Vertrag gegangen, und dass wir Bürokraten da jetzt alles schwieriger machen wollen würden, würden sie gar nicht einsehen…

    Der ganze Drittmittelbereich wandelt und professionalisiert sich aber auch, weil man mittlerweile bemerkt, wir relevant das wird und dass es halt auch alles nicht so einfach ist. Das dauert, denn politisch hat man hier eigentlich nur gesagt “Cool, Drittmittel, klappt doch in den USA auch ganz gut. Machen wir auch, dann müssen wir weniger zahlen.”, und danach hat man sich um das Thema nicht mehr gekümmert – und dann hat es lange gedauert, bis man aus den USA gemerkt hat, was da an professioneller Struktur dahinter steht und dass das eben nicht die Gelddruck-Maschine ist, die einfach nur Geld für die Hochschulen ausspuckt, sondern dass damit auch Konsequenzen einhergehen.

  27. Hallo ihr zwei! Danke für die schöne Folge. Gern würde ich zu 3 Dingen einen Kommentar abgeben. Zur besseren Diskturierbarkeit in getrennten Posts.

    Investmentbanking

    Ich denke, eure Aussage “Investmentbanking – das ist, kurz gesagt, zocken an der Börse. Das braucht niemand” zeigt ein massives Unverständnis von dem, was Investmentbanking bedeutet. Investmentbanking ist es beispielsweise auch schon, wenn einen Bank einem (als großem Unternehmen) hilft, eine Anleihe am Markt zu platzieren. Diesen Vorgang würde ich schon als wertschöpfend bezeichnen.

    Wie wäre es mal mit einem “Lage Special” – Investmentbanking – Was ist das eigentlich? Warum brauchen wir das? Was sind die Probleme? Gibt es ggf. Fehlanreize für manche agierende? Wie spielt das mit dem Kapitalmarkt generell zusammen? Dürfte für die meisten Interessant sein!

    Viele Grüße,

    PP

  28. Hallo ihr zwei! Danke für die schöne Folge. Gern würde ich zu 3 Dingen einen Kommentar abgeben. Zur besseren Diskturierbarkeit in getrennten Posts.

    Bankerboni

    Neben dem Argument meiner Vorredner, dass ja nunmal der Bonus von dem Empänfger Einkommensversteuert wird, würde ich gerne noch etwas anderes hinzufügen: So ziemlich jeder Arbeitnehmer bei einer Bank – und sicher auch bei der Deutschen Bank – hat eine “variable Komponente” im Gehalt. Die richtet sich üblicherweise nach persönlichen und nach Firmenbezogenen Kriterien. Wenn nun diese Gelder komplett gestrichen werden, dann ist das so, wie wenn das Weihnachtsgeld in einer “normalen” Firma gestrichen wird. Und hier ist auch der einfache Mitarbeiter in der Buchhaltung oder der IT betroffen – auch hier sind variable Bestandteile nicht unüblich.

    Wie viele Personen denn tatsächlich in der Deutschen Bank “überhöhte” Boni bekommen ist ja (zumindest aus eurer Schilderung) unklar. Bei 1Mrd Boni, und 100.000 Mitarbeitern sind das 10.000€ pro Mitarbeiter im Schnitt. Ich denke, an die vielen durchschnittlichen Mitarbeiter sollte hier auch gedacht werden, wenn über die “Bonusschwemme” berichtet wird.

    PP

  29. Hallo ihr zwei! Danke für die schöne Folge. Gern würde ich zu 3 Dingen einen Kommentar abgeben. Zur besseren Diskturierbarkeit in getrennten Posts.

    Schere zwischen Arm und Reich

    Ihr habt die immer weiter aufgehende Schere zwischen Arm und Reich angesprochen. Ist das gegebenenfalls nur eine gefühlte Wahrheit? Zumindest laut Statistik ist die Ungleichverteilung (lt. Gini-Koeffizient) seit 2008 ziemlich konstant – also eine große Zunahme der Ungleichverteilung (also eine auseinandergehen der Schere) kann man so nicht beobachten:
    Gini Koeffizient Germany
    2008: 30.2
    2009: 29.1
    2010: 29.3
    2011: 29.0
    2012: 28.3
    2013: 29.7
    2014: 30.7
    2015: 30.1
    2016: 29.5
    aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient
    und: https://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensverteilung_in_Deutschland

    • Ist es Absicht, dass du die Datenreihe im Jahr 2008 beginnen läßt? Noch im Jahr 2000 lag der Gini-Wert für die Einkommen bei 0,26 (je geringer der Wert desto gleicher die Einkommenverteilung). Dann ist irgendwas passiert – man schlage mal nach unter “Agenda 2010”.

      Ungleicheit macht sich aber nicht nur an der Verteilung der Einkommen fest. Wichtig ist ja, was vom Einkommen am Ende übrig bleibt (oder eben nicht). Was wir in den letzten 10 Jahren gesehen haben, ist ein massiver Anstieg der Mietpreise in allen gefragten Regionen des Landes. Selbst wenn die Schere bei den Einkommen in den letzten Jahren nicht weiter auseinander ging, so kann ich dir versichern, dass das frei verfügbare Einkommen bei allen Menschen, die seitdem ihre Mietwohnung gewechselt haben, im Schnitt deutlich nach unten ging. Auch das sorgt trägt natürlich zur “gefühlten” Ungleicheit bei.

      • P.S. Schaut man sich nicht die Verteilung der Einkommen an, sondern stattdessen die der Vermögen, dann kann einem auch ein Licht aufgehen: http://www.bpb.de/nachschlagen/datenreport-2016/226294/vermoegensungleichheit

        Wobei wir in Deutschland natürlich den Sonderfaktor Zweiter Weltkrieg plus DDR zu berücksichtigen haben. Wenn man erst große Teile des Mittelstands platt macht und dann zum freien Spiel der marktwirtschaftlichen Kräfte übergeht, werden die großen Vermögen sich sehr schnell bei den Personen ansammeln, die am Anfang mit einem Startvorteil ins Rennen gingen. Wer z. B. nach dem Zweiten Weltkrieg noch über genügend Ressourcen verfügte, um in den zerstörten Städten Mietskasernen zu errichten, der konnte sich und seine Nachkommen einen ungeheuren Vermögensvorteil sichern. Wer dagegen ausgebombt vor dem Nichts stand, der hatte alles verloren, was vorher über Generationen aufgebaut war. Nachdem die Claims aber erstmal verteilt sind, ist der wirtschaftliche Aufstieg sehr schwer. Deswegen ist Deutschland heute noch das Land der Mieter und “Zwei-Immobilien-Nichtbesitzer” im europäischen Vergleich.

  30. Die Punkte zum Thema Bonuszahlungen konnte ich auch nicht nachvollziehen – zusätzlich zu den bereits erläuterten steuerlichen Punkten noch die folgende Anmerkungen aus betriebswirtschaftlicher Perspektive:

    Rolle von Boni: Boni sind einfach als variable Gehaltsbestandteile zu sehen und sind in Konzernen zum Setzen der richtigen Anreize bei den Mitarbeitern verbreitet. Als Einsteiger bei einem Dax30 Unternehmen hatte ich auch einen variablen Anteil von 30% des Jahresgehalts.

    Die Höhe der Bonusauszahlung je Mitarbeiter sollte hauptsächlich von seiner individuellen Leistung abhängig sein (z.B. erzielter Umsatz, Qualität von Unterlagen, Erfolg geleiteter Projekte).

    Den Vergleich von “Jahresgewinn der DB” mit der “Summe der Bonuszahlungen” halte ich daher für falsch. Auf den gesamten Unternehmensgewinn hat der einzelne Mitarbeiter nur wenig Einfluss, und daher spielt dieser für den Bonus meist nur eine kleine Rolle.

    Dass Spitzenkräfte bei ausbleibenden Bonuszahlungen abwandern würden, halte ich für nachvollziehbar. Wenn ich als begehrte Arbeitskraft zwischen verschiedenen Jobs wählen könnte (auch weltweit) würde ich auch das erwartete Gesamtgehalt vergleichen, und davon ist der Bonus eben ein wichtiger Bestandteil (Der Vergleich zu hochbezahlten Fußballern, die deshalb Clubs wechseln, drängt sich auf).

    Bei einer Deckelung von Boni würden Unternehmen also das gleiche Gehalt zahlen, aber mit einem geringeren variablen Gehaltsanteil. Unterschied ist, dass sie nun auf ein wichtiges Steuerungs/Motivationsinstrument verzichten müssten und bestimmte Aufgaben erfolgsbasiert an externe (z.B. Berater) vergaben würden.

    Nutzen von Investmentbanking: Die Frage nach dem “gesellschaftlichen Nutzen” halte ich für schwierig – was ist denn gesellschaftlicher Nutzen? Geschäftsfelder gibt es nun mal, um dem Besitzer/Aktionär Gewinn zu bringen und das war ja wohl beim Investmentbanking der Fall. Wenn man anfangen würde, alle Geschäftsfelder ohne gesellschaftlichen Nutzen abzuschaffen, müsste man auch viele andere Sachen angehen (Waffenindustrie, Schlagermusik z.B.).

    Einordnung der Größenordnung: Bonuszahlungen von 1 Mrd. Eur. klingen viel – verglichen mit dem gesamt-Personalaufwand (laut Bilanz knapp 12 Mrd Eur in 2016) sind es aber auch nicht mehr als 10%.

    • Danke für den Kommentar. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass sich die Besoldung der Richter*innen (und generell des öffentlichen Dienstes) in D so weit von der normalen Einkommensentwicklung abgekoppelt hat, dass mir langsam aber sicher der Blick dafür fehlt, was in der Wirtschaft jenseits der Abgründe der Mini-Jobber und modernen Tagelöhner “normal” ist. Kürzlich erfuhr ich, dass das Einstiegsgehalt für einen Ingenieur mit Bachelor bei einem schwäbischen Maschinenbauer bei 6.000 Euro liegt. Das ist das Doppelte (!) dessen, was das Land Berlin Richterinnen und Richtern – also üblicherweise sehr guten Jurist*innen – mit zehn Jahren Berufserfahrung zahlt. Und ein IT-Verband bot unlängst einem Referenten für politische Lobby-Arbeit mehr als 10.000 Euro Einstiegsgehalt.

      Sorry, aber der öffentliche Dienst in D fährt gerade mit Karacho vor die Wand, einfach weil man ja durchgeknallt oder – was ich für mich in Anspruch nehmen würde – ziemlich idealistisch veranlagt sein muss, um als leistungsbereiter und qualifizierter Mensch sein Talent derart unter Wert zu verhökern. Das lässt befürchten, dass die Kandidat*innen (meistens sind sie in der Justiz inzwischen tatsächlich weiblich) schon wissen, warum sie beim Staat arbeiten: Weil sie den Eindruck haben, dass man mit wenig PS unter der Haube (oder auch mit viel PS, dafür dann aber im Standgas) ganz gut mitschwimmen kann. Nur: so kann eine moderne Verwaltung doch nicht funktionieren.

      • Noch ein Datenpunkt zur Bezahlung im öffentlichen Dienst: Promovierter Physiker, 8 Jahre Berufserfahrung nach Promotion, 5280 Euro brutto (Endstufe wäre 5524 Euro)

      • Naja, die 6.000€ bei einem Bachelor sind sicherlich ein extrem. Bei uns in Franken ist das Einstiegsgehalt für Software-Entwickler auch mit Master “nur” 3,500€. Zum Vergleich das Grundgehalt als Lehrer liegt irgendwo zwischen 3,500-4,500€.

        Ich glaube das Problem sind weniger die Unterschiede zwischen ÖD und Privatwirtschaft, sondern die generellen, immer größer werdenden Unterschiede. Die Anzahl der Tarifbeschäftigten z.B. geht immer weiter zurück. Dazu werden die Gehaltsunterschiede zwischen Großkonzernen und kleineren Unternehmen auch größer.

      • Die hohen Anfangsgehälter in der Wirtschaft weisen auch auf die Verzweiflung der Firmen hin, wenn sie kein geeignetes Personal mehr finden. Hier sehen wir die ersten ausläufer der kommenden Inflation, die von unserer Euro-Rettungs-Geldpolitik verursacht wurde. Immobilienpreise steigen, Neumieten steigen, Berufsanfänger und Wechsler kompensieren das bei der Gehaltsverhandlung. Dumm ist das v.A. für die alten Kollegen mit vielen Jahren Berufserfahrung und für den öD, dem die Hände gebunden sind. Das wird noch interessant werden…

      • Kann es sein, dass hier vielleicht Verbeamtung und entsprechende steuerliche und Sozialabgabenvorteile eingepreist sind? Oder zumindest die Aussicht darauf?
        In der Juristerei ist für Frauen vielleicht die Beamtenlaufbahn bzw. Behördenlaufbahn attraktiver. In der gemeinen Großkanzlei, 40h oder auch 50h Wochen hinlegen, geschweige denn Schwangerschaft oder Sabatical ist deutlich schwieriger. In einer “Ihr Name hier” & Partner Kanzlei dürfte es selbst mit Vollgasmentalität auch nicht einfach sein für Frauen.

        Vielleicht ist Berlin aber auch einfach eine Ausnahme?
        Nachfrage größer als das Angebot?

        Am Ende kann ein Tarifsystem halt auch dafür sorgen, dass alle gleich schlecht bezahlt werden. Man hat halt kaum ein natürliches Korrektiv.

        Die Einstiegsgehälter sind jedenfalls überschaubar zu genannten extremen …
        https://www.absolventa.de/karriereguide/arbeitsentgelt/einstiegsgehalt

      • @Ulf,
        ich streu mal ein paar Fakten in die Anekdotensuppe:
        Ab 3.200€ netto gehörtest Du in Deutschland 2016 zu den top 10%. Ab 6.500€ zum top 1%!
        Klar, hier geht’s um netto. Aber Deine 6.000€ Einstieg als Bachelor verzerren das Bild doch erheblich. Beim 10k€ Lobbyisten zahlt der Verband dessen bestehendes Netzwerk mit.
        Gruß,
        Matthias
        Quelle: http://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/-/ilc_di01, übrigens sehr schön gamifiziert hier: https://www.whatthefact.info/wirtschaft.html

      • Mit den Prozenten (von was eigentlich? Einkommen? was ist mit großen Vermögen?) hast Du einfach die falsche Bezugsgröße gewählt, denn man kann hochqualifizierte Menschen mit Studium und ggf. noch Promotion/LL.M. nicht mit Menschen vergleichen, die als ungelernte Aushilfskräfte arbeiten. Vollzeit arbeitende Jurist*innen mit 3k netto nach zehn Berufsjahren findet man sonst allenfalls noch als Anwält*innen im Bereich Aufenthaltsrecht und Sozialrecht.

        Der öffentliche Dienst ist daher einfach nicht mehr konkurrenzfähig, wenn es darum geht, nicht irgendwen einzustellen, sondern Spitzenkräfte. Und das halte ich für dramatisch – und zwar weniger für die Leute an Bord, sondern für die Allgemeinheit. Man kann beispielsweise lange darauf schimpfen, dass Ermittlungsrichter quasi alle Durchsuchungen durchwinken. Spannender wäre aber die Frage, was die eigentlich verdienen und wie ihre Arbeitsbedingungen sind, also wie viele Fälle sie so am Tag auf den Tisch bekommen.

        Noch eine Anekdote, die das Problem ganz gut beleuchtet: Neulich war ich mal in Moabit zu Besuch und wurde dort von Wachtmeistern angesprochen, die mich fragten, wenn ich denn endlich vom VerfGH an die “Front” zurückkehrte. Warum? Die Leute, die man in den letzten Jahren eingestellt habe, seien einfach nicht fit genug für den Job und könnten keine Sitzung leiten, der “Laden” fahre langsam aber sicher vor die Wand. Das sind harte Worte. Und die Wachtmeister, die ja alle Richterinnen und Richter in den Verhandlungen erleben, wissen ziemlich genau, wer seinen Job versteht und wer nicht – auch wenn sie natürlich keine Jurist*innen sind.

  31. Werte Herren,
    dies war eine durchaus launige Folge und hat sehr viel Spaß gemacht. Lag vielleicht auch daran, dass es sich vor Publikum anders podcastet als in den eigenen vier Wänden.
    Zwei Dinge sind mir beim Hören, ebenso launig durch den Kopf geschossen.
    1.) Wir belächeln immer die Verschwörungstheoretiker mit ihrem Geschwurbel über Chemtrails. Ehrlich gesagt passiert doch genau das, was diese Gruppe immer thematisiert, nur mittels Feinstaub und Stickoxyde, geduldet und ausgesessen von der Politik. Gut, die angenommenen Gründe sind nicht die gleichen, aber im Ergebnis läuft’s auf dasselbe hinaus.

    2.) Wenn Lidl und Aldi sich nun schon im Wohnungsbau engagieren, warum dann nicht ganz generell als Groko?
    Vielleicht noch den Penny dabei. Einige Dinge würden vielleicht tatsächlich bewegt, wenn auch aus wirtschaftlichen Interessen. Ob es schlechter würde, wer weiß das schon.
    Nur wie man diese Koalition dann farblich benennen würde ist mir schleierhaft.

    Ok, nicht ganz Ernst gemeinter Kommentar zu einer schönen Folge.

    Viele Grüße aus Köln

  32. Zur Drittmittelforschung: Es gab ein sehr gutes Projekt von Transparency International und der taz, das leider nicht mehr wirklich aktiv zu sein scheint, das Watchblog “Hochschulwatch”. Dort kann man auch direkt nach einzelnen Hochschulen suchen, unter RWTH Aachen Folgendes:
    https://www.hochschulwatch.de/hochschule/rwth-aachen-ohne-klinikum.html

    “Das Projekt des RWTH Campus strebt eine noch engere Verzahnung von Hochschule und Unternehmen an; bis 250 Unternehmen bekommen hier ”die Möglichkeit, sich mit eigenen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten auf dem Campus anzusiedeln und sich über einzelne Forschungskooperationen hinaus langfristig in die Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten der Hochschule einzubringen.” ”Dabei erhalten die auf dem Campus ansässigen Unternehmen besonderen Zugang zu der auf dem RWTH Aachen Campus vorhandenen Infrastruktur(z.B. Nutzung von Mess- und Prüfständen) sowie zu Fort- und Weiterbildungsangeboten und zum dringend benötigten akademischen Nachwuchs.”

  33. In einer Diskussion mit einem Freund, meinte dieser, dass die Miet- und Grundstückspreise deswegen hochgehen, weil das durch den niedrigen Zins am Markt, eine der wenigen echten Geldanlagen sei.

    Ich hab dafür keine Quellen, fand das Argument aber durchaus interessant, weshalb ich es einwerfen wollte.

  34. In der Sendung wurde lapidar behauptet, die Bonizahlungen würden der Gesellschaft 1:1 als Steuereinkommen fehlen, da die Deutsche Bank weniger Körperschaftssteuer bezahlen würde.

    1. Körperschaftssteuer wird auf das zu versteuernde Einkommen (Gewinn) gezahlt. Der Aufhänger des Themas war ja aber, dass die Deutsche Bank einen Verlust macht.

    2. Die Boni werden selbstverständlich mit dem Steuersatz des Empfängers (i.d.R. Spitzensteuersatz) versteuert.

    • zu 1.: klar, aber wenn die DB derzeit Verluste macht, dann kann sie diese Verluste steuerlich vor- oder zurücktragen und in anderen Jahren mit Gewinnen verrechnen

      zu 2.: das gilt natürlich nur, wenn die Menschen, die die Boni beziehen, nicht ihrerseits kreative Steuersparmodelle nutzen … außerdem müssten sie ja ebenso Steuen bezahlen, wenn die Boni auf Seiten des Unternehmens zu versteuern wären

      • Ulf das ist Trotzköpfig. Als ob Unternehmen nicht sogar bessere Möglichkeiten zur Steuervemeidung haben als
        Privatpersonen. Nennen wir doch die Neiddebatte einfach beim Namen.

      • ja klar haben Unternehmen diese Möglichkeit – das ändert aber nichts daran, dass die Abziehbarkeit von Boni die Allgemeinheit schädigt.

      • Die Allgemeinheit wird ‘geschädigt’ wie durch jedes andere Gehalt auch. Was würde Lidl und Aldi doch mehr an Steuern zahlen,würden die Leute dort umsonst an der Kasse arbeiten.

      • Stefan hat Recht.

        Bei einer im Wesentlichen auf Erfolgsbeteiligung basierenden Entlohnung hätte ich eher die Frage, ob diese in einem für die gesamte Volkswirtschaft kritischen Bereich die richtigen Anreize setzt.

        Würde man gern zu einem Piloten in den Flieger steigen, dessen Einkommen wesentlich davon abhängt, den Flieger pünktlich und mit minimalem Treibstoffeinsatz von A nach B zu bringen? In Brasilien ist neulich ein Flieger mit einer Fußballmannschaft an Bord abgestürzt, weil der Pilot, der gleichzeitig Eigentümer der Fluglinie war, genau das versucht hat.

  35. Liebes Lageteam, danke für die Sendung, zu der notwendige Berichtigungen schon nachgetragen wurden. Ich denke, Ihr müsst – bei aller Lockerheit, die mir auch das Zuhören erfreulich macht, doch manchmal ein wenig auf Eure Redeweise achten. Dass “wir” alle 25% der Boni “zahlen”, wenn die Bank sie von ihrem unversteuerten Gewinn nimmt, ist so eine lose Redeweise, die verdeckt, dass wir schlimmstenfalls auf EInnahmen durch Steuern in dieser Höhe verzichten. Vergessen wird, dass m.W. alle Firmen die Gehälter ihrer Mitarbeitenden vom unversteuerten GEwinn zahlen und dass diese die dann nach ihrem individuellen Steuersatz versteuern. Das gilt beides auch für Boni, die Gehaltsbestandteile sind. Dass da weniger als 25% rüberkommen, glaube ich erst mal nicht. Hinzu kommt, dass Ihr wieder mal locker die “Investmentbanker” mit den paar Leuten gleichgesetzt habt, die großes Geld verdienen. Ich kenne eine Menge kleiner Bankmitarbeiter, die auch unter diese Sparte fallen, aber durchaus normale Einkommen haben, auch im Investment arbeiten und auf Boni durchaus angewiesen sind. Schließlich zum Zweck des Bankings: Dass es nur gemeinnützig ist, wenn es Steuern abwirft, finde ich ein wenig kurz gedacht. Einmal müssen Banken irgendwo auch Geld verdienen – mit den Zinsen für Kredite geht das nicht mehr. Ich finde auch dieses Denken zu Steuern schwierig: Da kann man auch die Tabaksteuer als gemeinnützige Leistung der Raucherinnen ansehen, obwohl die doch angeblich den Konsum des Tabaks steuern soll.

    • Dass “wir” alle 25% der Boni “zahlen”, wenn die Bank sie von ihrem unversteuerten Gewinn nimmt, ist so eine lose Redeweise, die verdeckt, dass wir schlimmstenfalls auf EInnahmen durch Steuern in dieser Höhe verzichten.

      ich denke genau das haben wir gesagt, und wirtschaftlich ist es doch egal, ob der Staat beispielsweise eine Subvention gewährt oder in gleicher Höhe auf Steuern verzichtet

      Vergessen wird, dass m.W. alle Firmen die Gehälter ihrer Mitarbeitenden vom unversteuerten GEwinn zahlen und dass diese die dann nach ihrem individuellen Steuersatz versteuern. Das gilt beides auch für Boni, die Gehaltsbestandteile sind. Dass da weniger als 25% rüberkommen, glaube ich erst mal nicht.

      dass die Mitarbeitenden die Boni versteuern will ich ebenfalls schwer hoffen, aber das ändert doch nichts daran, dass die Allgemeinheit zunächst mal auf Einnahmen verzichtet

      Schließlich zum Zweck des Bankings: Dass es nur gemeinnützig ist, wenn es Steuern abwirft, finde ich ein wenig kurz gedacht.

      Das denke ich auch nicht – ich habe mich nur ernsthaft gefragt, worin der volkswirtschaftliche Sinn besteht, wenn Banken ihrerseits an der Börse spekulieren, anstatt ihr Kapital in Form von Krediten auszureichen. Wenn uns das hier mal jemand erläutern könnte würde ich mich freuen.

  36. Zum Thema “Schere zwischen Arm und Reich” haben mir ein bisschen die Aspekte außerhalb der Schulbildung gefehlt.
    Es ist durchaus klar, dass eine Chancengleichheit in der Schule einfacher zu realisieren ist, aber nach meiner Erfahrung ist das nur ein Anfang. Es ist schön, wenn man das Abi macht (in meinem Fall aus eigener Kraft) obwohl man aus einer sehr einfachen Arbeiterfamilie kommt. Aber danach fangen die Probleme trotzdem an. Vom Bafög alleine kann man heute in den Studentenstädten nicht mehr leben, Geld leihen oder Unterstützung von den Eltern ist ausgeschlossen. So muss man noch einen zusätzlichen KfW Kredit aufnehmen und steht nach dem Studium mit einem riesigen Schuldenberg da, während die Kommilitonen etliche Auslandssemester gemacht und ein Auto zum Master bekommen haben. Und vielleicht noch direkt einen guten Job dank Vitamin B der Eltern sowie kurz später eine großzügige Erbschaft wartet.
    Will sagen: Chancengleichheit in der Schulbildung ist ein guter Start, aber eben wirklich nur ein Start. Durch vererbtes Vermögen, also einfach Geld ohne jegliche Leistung der Person selbst, wird die Schere weiter auseinandergehen. Denn selbst mit 1,0 Abi und einem guten Studium kann man die Vermögensunterschiede nicht ausgleichen oder angleichen.

    • Es gibt auch noch ein paar günstige “Unistädte”. Zum Beispiel im Ruhrpott. Oder im Norden und Osten. München, Tübingen, Heidelberg, etc. – das ist natürlich der Wahnsinn.

      • Das impliziert aber, dass man überhaupt eine Wahl hätte, wo man studieren möchte… und da gibt es einige Hürden:
        – Gewünschtes Fach: Nicht jede Universität bietet jedes Fach in ausreichender Quantität an – selbst ein 1,0er-Schnitt hilft nicht, wenn die Uni in dem Fach jedes Jahr nur 20 Studenten aufnimmt.
        – Abiturnote: wer nicht gerade 1,0-1,2 hat, wird es noch schwerer haben; als Extrembeispiel sei hier mal Medizin genannt, aber auch ganz andere Fächer, die man eigentlich gar nicht auf dem Schirm hat, sind davon betroffen – bspw. Bio-(Chemie), diverse Ingenieurwissenschaften usw.
        – Geld der Eltern: seinem Kind eine Existenz mehrere 100km von der eigenen Heimat entfernt aufzubauen ist finanziell aufwendig – selbst wenn der Wohnraum günstig ist. Zum einen sind da die Startschwierigkeiten wie Zimmer finden, Kaution in höherem dreistelligem Bereich, Grundausstattung etc. Und nebenbei jobben kann man sich in den ersten vier Semestern in der Regel auch nicht leisten, weil man dann aus der Regelstudienzeit fliegt und zusätzlich noch seinen BAFöG-Anspruch verliert.

  37. https://www.heise.de/tp/features/Warum-bekommen-Oesterreicher-fast-60-Prozent-mehr-Rente-3921398.html

    Dass es nicht so einfach ist, Rentenversicherungssysteme miteinander zu vergleichen, zeigt dieser Artikel, den ich sehr zur Lektüre empfehle. Die Dinge sind unendlich komplex, mit Schlagworten kommt man jedenfalls nicht weiter. Und natürlich ist es Unsinn, Einzelelemente gegeneinander aufzurechnen.

    Die Österreicher haben ihr demographisches Problem vor allem dadurch „gelöst“, dass sie alle Freiberufler und Selbständigen, die ja eher hohe Einkommen beziehen und folglich auch hohe Beiträge zahlen, in die Sozialversicherung einbezogen haben. Das führt zwar irgendwann auch zu hohen Auszahlungen, aber erst dann, wenn die demographische „Delle“ durchschritten ist. Wenn man in Deutschland gleichzeitig auch noch die neu zu begründenden Beamtenverhältnisse einbeziehen würde, könnte das Rentenniveau erheblich angehoben werden. Das ist ja auch die Idee hinter der Bürgerversicherung.

    Dass die Privatisierung der Altersvorsorge ein Flop würde, war den ExpertInnen übrigens auch 2003 schon klar. Aber die Entscheidungen haben die Deregulierer getroffen, nicht die Experten! Immerhin haben wir das Umswitchen des Systems in die Finanzmärkte vom Umfang her auf 4% begrenzen können. Dem Himmel sei Dank!

    Dass die Österreicher fast um ein Viertel höhere Beiträge zahlen, gehört auch zur Wahrheit. Wenn ich sehe, mit welchen politischen Schwierigkeiten die aktuelle Wiederherstellung der vollen Parität in der Krankenversicherung verbunden ist, dann sind meine Hoffnungen auf eine Anhebung von Beiträgen in dieser Größenordnung allerdings ziemlich gedämpft.

    Ob es Sinn macht, die Pflege komplett aus dem Steuersystem heraus zu finanzieren, finde ich dagegen sehr fragwürdig, denn bezahlt werden muss das natürlich auch, dann eben über das Steuersystem – und da gibt es ja noch genügend Verbesserungsbedarf für Gerechtigkeitsdefizite, so dass beim status quo diejenigen belastet würden, die schon jetzt überdurchschnittlich belastet sind. Also eine klassische Milchmädchenrechnung!

    Und solange die Durchschnittsdeutschen sich mehr Sorgen um die Steuer- und Abgabenbelastungen in den Einkommensgruppen machen, von denen sie träumen, als um die, die sie heute haben, sehe ich wenig Spielräume für Veränderungen.

    In einem Punkt haben wir ja schon von Österreich „gelernt“: Verbesserungen bei der EU-Rente standen ja schon in den Sondierungen auf der Tagesordnung.

    Auf jeden Fall macht auch der Vergleich mit Österreich deutlich, was für ein Unsinn die Agenda 2010 war, denn ein Großteil der Probleme sind genau durch deren Umsetzung entstanden. Entscheidend wird jedenfalls sein, ob wir bei der Bekämpfung der prekären Beschäftigung vorankommen, denn niedrige, unstete Einkommen sind keine Basis für ein solides Altersvorsorgesystem. Auch in diesem Zusammenhang macht übrigens Sinn, was in den Koalitionsverhandlungen diskutiert wird: die Aufhebung der sachgrundlosen Befristungen.

    Auf jeden Fall gibt es viel Rechen- und Bewertungsarbeit für eine Rentenreformkommission, deren Einsetzung zu den Hauptaufgaben der neuen Bundesregierung gehören muss – und das gilt natürlich erst recht für die Umsetzung der Ergebnisse, für die ein breiter Konsens unabdingbar ist!

    Was der Artikel allerdings gar nicht erwähnt, sind die Solidaritätslasten, die durch den deutschen Einigungsprozess entstanden sind. Damals sind ja – anders als bei der Einbeziehung von Selbständigen, neuen Beamten etc. – nicht nur Beitragszahler aufgenommen worden, sondern auch Rentenempfänger und Menschen mit nur noch kurzer Beitragszeit bzw. hohen Arbeitslosenquoten. Das gab es in Österreich natürlich nicht. Und auch das würde einen Teil der Unterschiede erklären.

  38. Lieber Philipp, hat der zitierte Clown als Quereinsteiger in der Schule denn auch eine ordentliche fachliche, didaktische und pädagogische Ausbildung durchlaufen?

    Ansonsten fragen wir vielleicht mal Philipp, wie er es fände, wenn man Clowns in Zukunft auch mal als Richter einsetzt, am besten noch mit Eurem Argument, dass das alles ein bisschen auflockert.

    Nix gegen Clowns. Aber wenn der Eindruck erweckt wird, Lehrer sei etwas, das ja eigentlich jede(r) mal eben machen kann, ist das offensichtlich eher Teil des Problems als Teil der Lösung.

    • Ich denke nicht, dass Philip das sagen wollte … die Bedeutung professioneller Pädagogik ist uns beiden durchaus nicht fremd, in meiner Familie und meinem Freundeskreis gibt es einige Lehrer(innen).

    • Also normalerweise muss man als Quereinsteiger eine entsprechende Weiterbildung erhalten und ebenfalls ein Referendariat machen, bei dem die didaktischen Kompetenzen geprüft werden und so weiter.
      Aber man darf nicht vergessen, dass Quereinsteiger halt potentiell zusätzliche Qualitäten mitbringen, die im Unterricht sehr wertvoll sein können – deshalb finde ich es gut, wenn man solche Leute nicht pauschal ablehnt sondern sie zumindest mal anschaut anschaut und hinsichtlich ihrer Kompetenz bewertet.

      (Das ist IMHO zumindest hierzulande ein generelles Problem; es wird *zu viel* Wert auf Zertifikate, Abschlussnoten etc. gelegt – nicht, dass die nichts aussagen; aber es ist Irrsinn eine 22 Jährige beim Studienplatz *pauschal* abzulehnen, weil ihre Abiturschnitt um 0,2 zu schlecht ist…)

      –––––––––

      Was die mangelhafte Anzahl der Absolventen angeht; das liegt meiner Ansicht nach an drei Hauptpunkten:

      – Das Lehramtstudium ist sehr festgelegt: Mit einem abgeschlossenen Lehramtsstudium kann man halt de-facto oftmals nur Lehrer werden. D.h., ich muss mich bereits mit der Studienwahl (oftmals im zarten Alter von 19 oder 20) auf den Beruf Lehrer festlegen; teilweise sogar schon direkt für die Schulform.

      – Das Studium ist oftmals fraglich aufgebaut: Zum einen werden teilweise überhöhte Anforderungen gestellt; bspw. müssen Lehrämtler in einem fachfremden Modul und mit weniger Semesterwochenstunden die gleiche Prüfungsleistung erbringen wie die Monos, die das Fach studieren – wenn Studenten dann rausfliegen oder dankend verzichten, braucht man sich nicht wundern.
      Zum anderen werden wichtige Inhalte teilweise schlichtweg weggelassen; das ist auch der Grund, weshalb man mit einem Lehramtskombimaster kaum Chancen gegenüber Leuten mit einem normalen Kombimaster oder gar Monomaster hat.

      – Die Arbeitsbedingungen waren lange Zeit (und sind es teilweise immer noch) äußerst fragwürdig – ich meine, wer will nicht gerne nach zig Jahren Studium/Referendariat allerhöchstens mäßig verdienen, unbezahlte Überstunden machen und dann jedes Jahr zu den Sommerferien hin entlassen werden 😄👍🏻🎉

      Sorry; aber so bekommt man halt fast nur Idealisten – insbesondere im vielfach beklagten MatNat-Bereich, wo die Gehalts- und Zukunftsaussichten bei einem normalen Master halt deutlich besser sind.

  39. Ich möchte mich auch gerne in die Drittmitteldiskussion einmischen, da diese in eurem letzten Podcast, meiner Meinung nach, sehr verzerrt dargestellt worden ist.

    Ich bin selbst Masterstudent in einem Ingenieurstechnischen Bereich und möchte daher insbesondere auf die von euch “verteufelten” Industriedrittmittel, vor allem eben auch im technischen Bereich, eingehen.

    Zuallererst möchte ich anmerken, dass es mMn nicht anstrebenswert ist, der Industrie zu verbieten, Studien in Auftrag zu geben. In der Realität kaufen nämlich die Firmen Know-how und konkrete Problemlösungen. Beispielsweise kommt Firma XY zur Uni und gibt die Auslegung/Optimisierung eines Teils oder eines Verarbeitungsprozesses in Auftrag, wozu sie selbst nicht fähig sind. Dadurch bekommt die Uni natürlich Drittmittel, was wiederrum den Studenten zu Gute kommt, da diese entweder einen (Teilzeit-)Job als Juniorforscher bekommen oder eine Abschlussarbeit über dieses Thema schreiben können. Beides hat zur Folge, dass die Universitätsabgänger eine höhere Qualität haben, da diese Projekte oft anspruchsvoller als reguläre Forschungsprojekte sind. Eine Erhöhung dieser Drittmittel hat nur zur Folge, dass mehr Studenten diese Vorzüge genießen können, jedoch erhöht sich dann natürlich auch der Anteil an Drittmittelgelder. Eine Kapselung bei einem bestimmten Prozentsatz verhindert dass dieses Potential voll ausgeschöpft werden kann und führt womöglich zur Abwanderung der Firmen oder zu einem Innovationsstau.

    Ein zweiter Aspekt der von Euch kritisiert worden ist, ist die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Dort möchte ich auch zwei Punkte genauer eingehen:

    -Wenn konkrete Forschung an Teilen, Prozessen, Materialien oder Innovationen vorliegt, ist es selbstverständlich, dass ein Unternehmen diese Ergebnisse geheim halten will. Im Umkehrschluss bedeutet das ja nicht, dass die Öffentlichkeit/Universität nichts davon hat.

    -Wenn eine Studie zu dem Ergebnis kommt, dass z.B. Autoabgase oder auch gewisse Zusatzstoffe in Farben oder Kunststoffen schädlich sind, dann muss ich den Vergleich mit einem juristischen Fall ziehen: Eine Firma kann einen Anwalt zu rate ziehen und ihn “erforschen” lassen, ob beispielsweise die derzeitige Steuerpraktik des Unternehmens rechtsmäßig ist. Die Ergebnisse werden hierbei natürlich nicht veröffentlicht. Wenn ein Unternehmen eine Studie zu den Auswirkungen eines technischen Produktes in Auftrag gibt, soll das Ergebnis, eurer Auffassung nach, veröffentlicht werden, wobei womöglich noch nicht einmal gegen Umwelt-/Gesundheitsauflagen verstoßen worden ist, da diese oftmals etwas nachhängen. Die Konsequenz beider Fälle ist, dass das jeweilige Unternehmen Nachbesserungen anstellt. Jedoch hat es in einem Fall konkret gegen das Steuerrecht verstoßen, im anderen Fall womöglich aber gegen gar keine derzeitigen Regulierungen. Im illegalen Fall ist also die Geheimhaltung ok, in einem Fall in dem kein konkreter Rechtsbruch vorliegt wird das Unternehmen womöglich mit negativer Presse bestraft. Der Hauptunterschied zwischen dem Anwalt und der Studie ist nur, dass eines in öffentlicher Hand und das andere in privater liegt. Jedoch hat ein technisches Unternehmen keine andere Möglichkeit ihr Problem wissenschaftlich erforschen zu lassen, da das Fachwissen oftmals nur in Unis zu finden ist.

    Natürlich kann man argumentieren, dass Firmen mit solchen Studien ihre Weste wieder weiß waschen wollen. Wenn aber wissenschaftlich gearbeitet wird(anders als bei der NO2-Studie ;) ), dann ist es doch begrüßenswert, dass Dinge ins richtige Licht gerückt werden. Hierzu 2 Beispiele: Der ewige Kampf gegen die Plastiktüte hat zur Folge, dass nun oftmals Papiertüten eingesetzt werden. Dass dies ökologischer Unsinn ist, zumindest in D, Ö & Ch, wo einfach keine Tüten ins Meer gelangen, und genau das Gegenteil zur Folge hat, wird aufgrund des Mantras des “bösen Plastiks” ignoriert[1]. Gleiches bei der in Plastik eingeschweißten Gurke – auch die hat eine bessere Ökobilanz[2]. Wenn also durch solche Forschungen ein “white-washing” betrieben wird, muss das nicht unbedingt schlecht sein, da somit das Licht der Öffentlichkeit auf die eigentlichen Probleme gelenkt werden kann. Etwas, das ihr zu Recht, oft bemängelt.

    Zu guter Letzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass beim nächsten Mal etwas genauer zwischen Grundlagenforschung und andersweitiger, nennen wir es “technische”, Forschung unterschieden werden sollte. Grundlagenforschung ist viel mehr auf öffentliche Gelder angelder angewiesen, als technische Forschung. Dies ist bereits bei den EU-Forschungssubventionen so geregelt(Je nach Grad der Abstraktheit des Problems schießt die EU mehr oder weniger zu). Dass der Grundlagenforschung oft Gelder fehlen ist leider Tatsache. Mit Drittmitteln in der technischen Forschung kann aber so die Grundlagenforschung querfinanziert werden.

    Abschließend möchte ich sagen, dass teilweise Studienzweige erst aufgrund der Finanzierung der Industrie(Stichwort Fachkräfte) realisiert werden können, ebenfalls ein nicht zu verachtender Punkt.

    [1] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/muenchhausen-check-jute-statt-plastik-a-935161.html
    [2] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/analyse-zum-muell-wenn-verpackung-ihren-sinn-verfehlt-1.3496990-2

    • Du sprichst einige wichtige Punkte an; insbesondere die Unterscheidung der Forschungs”arten”:

      Grundlagenforschung zielt oftmals nicht in eine kurz-/mittelfristig finanziell verwertbare Richtung sondern dient dem gesamtgesellschaftlichen Erkenntnisgewinn und ist dadurch normalerweise erstmal kein Fall für private Drittmittel*.
      Das heißt, es bleiben praktisch nur noch zwei Geldquellen übrig: zum ersten die Universität selber und zum anderen öffentliche Drittmittel (bspw. durch den Bund oder die EU). Das Problem ist bloß, dass der erste Topf relativ leer und der zweite Topf sehr wählerisch ist.
      Und jetzt bleiben den Forschern/Hochschulen zwei Möglichkeiten:
      – Entweder sie streben eine politische Lösung an, um die Töpfe zu vergrößern; da ist halt das Problem, dass es sehr schwer ist und dauert.
      – Oder man sorgt dafür, dass der eigene Topf voller wird, indem man Gelder aus dem privaten Sektor abgreift, wo es nur geht.

      Die Konsequenz ist, dass Grundlagenforschung lediglich indirekt, dafür oft aber massiv von privaten Drittmitteln abhängt. Wenn man das ändern will, muss man zum einen die öffentlichen Drittmittel aufstocken und zum anderen eine Zweckbindung der Gelder einführen (der Finanzierungskanal über private Drittmittel ist jetzt da, den will man nicht unbedingt aufgeben). Ich persönlich bin der Ansicht, dass man das tun sollte, um eine übermäßige wirtschaftliche Abhängigkeit zu verhindern.

      Nun steht man allerdings, wie du schon gesagt hast, vor dem Problem, dass man sich an Hochschulen nicht nur auf Grundlagenforschung beschränken kann (und sollte). Und deshalb muss man halt schauen, wie wirtschaftsfern/-unabhängig man noch sein kann; denn generell wird man für praxisorientierte Forschung auf “Anstöße” von Firmen angewiesen sein.

      Man könnte jetzt sagen, dass jeder Auftrag von Firmen öffentlich sein muss und dann eine öffentliche Institution (die Hochschule, das Land, der Bund…) über die Annahme entscheidet und das auch finanziert. Dadurch wäre man finanziell komplett von den Firmen unabhängig – allerdings zu einem hohen Preis: zum einen lagert die Firma ihre Kosten auf die öffentliche Hand um und zum anderen entgehen den Hochschulen (und damit den Studenten) praktisch alle interessanten Aufträge, da die oft (und zu Recht) an Betriebsgeheimnisse gekoppelt sind. Dieser Preis wäre IMHO zu hoch.

      Der meines Erachtens nach beste Kompromiss wäre eine Ethikklausel:
      Forschung, die gesellschaftlich essentielle Resultate liefert, darf nicht geheimgehalten werden. Wenn jetzt bspw. ein Mobilfunkmodemhersteller eine Studie bezüglich 5G in Auftrag gibt und dabei käme heraus, dass jede Mobilfunkstrahlung generell gesundheitsschädlich ist, sollte die Universität das veröffentlichen dürfen (und müssen).

      –––––

      Noch ein paar Worte zu Geldgebern und Wissenschaft an sich:
      Gute Wissenschaft spricht für sich selbst!
      Wissenschaftlich betrachtet** ist es egal, wer die Forschung in Auftrag gibt und was der für Intentionen hatte – entweder die Forschung wurde sorgfältig durchgeführt und dokumentiert und ist reproduzierbar oder eben nicht!
      Und wenn auf diese Art und Weise festgestellt wird, dass NOx-Abgase völlig harmlos sind, dann ist es egal, ob die Studie von Greenpeace oder VW finanziert wurde. Und wenn die Methodik dieser Studie mangelhaft ist, dann gehört sie in die Tonne – egal, ob die Studie von Greenpeace oder VW finanziert wurde!

      Das Problem ist nicht die Forschung, die – möglicherweise absichtlich – falsch konzipiert wird oder Wissenschaftler, die unsauber arbeiten; das Problem liegt teilweise bei der Wissenschaftskommunikation aber insbesondere beim Journalismus.
      Wenn man seriös arbeiten möchte und keine Ahnung vom Thema hat, dann lässt man die Finger davon oder schreibt zumindest dick in Rot oben drüber, dass man keine Ahnung hat! Und veröffentlich keinen Artikel über ein Paper, dass man überhaupt nicht einschätzen kann oder gar nicht erst versteht.

      Ein gutes Beispiel dafür, wie man es besser macht, sind die Leute bei Heise bezüglich Spectre und Meltdown gewesen; die haben viel Kritik einstecken müssen, dass sie so langsam waren – aber die haben sich halt die Mühe gemacht, die Paper soweit möglich zu verstehen und sagen auch, so sie sich nicht ganz sicher sind. Und da kann man natürlich immer noch Fehler machen, aber die sind dann i.d.R. vergleichsweise harmlos und werden normalerweise auch korrigiert.

      –––––
      * Die verbale Differenzierung ist da durchaus wichtig da die privaten Drittmittel oft nur ein kleiner Teil der Drittmittel darstellen

      ** Ethische Aspekte spielen bei sowas natürlich eine Rolle; es gibt einige Firmen, von denen man kein Geld annehmen möchte.

  40. Lieber Philipp, lieber Ulf,
    danke für die tolle Sendung.

    Bezüglich des Themas Flächen erwerben und langfristig halten, hat die Stadt Potsdam in einem aktuellen Entwicklungsprojekt die Vorschrift eingebaut, dass alle Projekte innerhalb von 4 Jahren nach dem Kauf fertiggestellt sein müssen. Sicherlich ein guter Ansatz um Flächenspekulationen einzudämmen. Im letzten Absatz des Artikels findet ihr die Info: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/leipzig-realisiert-erstes-grosses-neubaugebiet-seit-der-wende-15426716-p2.html

    Noch ein kleiner Hinweis zu Markt- und Verkaufsfläche: Die Verkaufsfläche macht einen Teil der Marktfläche aus. Hier spricht man etwa von einem Verhältnis von 5:1 bei der Verkaufsfläche zu Nebenflächen (Büro-, Lager-, Sozialräume). Das heißt bei 800m² Verkaufsfläche ist die Marktfläche etwa 960m² groß zzgl. Konstruktionsgrundflächen. Bei 1400m² Verkaufsfläche wächst die Marktfläche somit etwa auf 1680 m² zzgl. Konstruktionsgrundflächen.

    Aus ökologischer Sicht stellt sich die Frage wie sich die Nutzungsdauer der Einzelhandelsimmobilien durch die Überbauung von Wohnungen verändert. Normalerweise spricht man hier bei Verbrauchermärkten von 20-40 Jahren Lebensdauer, während Mehrfamilienhäuser etwa 60-80 Jahre ausweisen (Quelle: Vorlesungsfolien, gerne auf Anfrage per Mail). Eine Verlängerung der Lebensdauer der Märkte würde sich unter Gesichtspunkten des Ressourcenverbrauchs positiv auswirken, da Gebäude einen großen Anteil unseres Energie- und Materialverbrauchs darstellen (etwa 1/3), sowie einen großen Teil zum Abfallaufkommen beitragen – ca. 40% (Quelle: Umweltbundesamt – https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/planungsinstrumente/umweltschonende-raumplanung/stadtentwicklung#textpart-3 sowie https://www.bauforumstahl.de/upload/publications/Nachhaltige_Gebaeude_240113(1).pdf).
    Optimal wäre es natürlich nicht wie angesprochen “abreißen und neu bauen”, sondern so umbauen, dass direkt drauf gesattelt werden kann. Zusätzlich leistet höhere Dichte natürlich immer einen Beitrag zum 30-Hektar-Ziel, von dem wir derzeit noch ziemlich weit entfernt sind.

    Viele Grüße!

    • Gelten für reine Verkaufsräume wie Supermärkte nicht auch andere (sprich: schlechtere) Vorgaben zur Energieieffizienz als für Wohngebäude? Auch unter diesem Gesichtspunkt wäre eine Überbauung ein klarer Gewinn.

  41. 5. Februar 2018 um 15:35 Uhr
    Alexander Boehme

    Investmentbanking:

    Da habt ihr aber die große Keule der Veralgemeinerung geschwungen und es spiegelt ehrlich gesagt den katastrophalen Kenntnisstand der Deutschen in den Bereichen Kapitalmarkt und Finanzen allgemein wider.
    Bitte nehmt euch mal die Zeit mit entweder detailierterer Recherche oder einem Interviewpartner und guckt euch mal an warum es Banken und letztendlich Investmentbanken überhaupt gibt (Rentenfonds verwalten bis hin zu Investitionen finanzieren etc.).
    Ohne jetzt alles aufzulisten, stellt ihr damit implizit die Systemfrage. Wer Kapitalismus, egal in welcher Ausprägung gutheißt, muss auch Banking inklusive Investmentbanking grundsätzlich gutheißen.

    Sämtliche stark erfolgsorienterte Jobs sind individuell und auch auf Basis persönlicher Arbeitsverträge bonifiziert. Das gilt für den Autoverkäufer bis hin zum Banker oder höherem Management (mit GuV Verantwortung).
    Wenn der individuelle Erfolg nun eine meinetwegen Umsatzbasierte Bonifizierung begründet, kann nicht das Gesamtunternehmen sagen “Wir zahlen aber nicht, weil wir gesamtunternehmerisch gerade nicht erfolgreich oder sogar verlustreich sind”. Nach der Logik könnte man ja auch die Gehälter zurückhalten, wenn Firmen mal gerade keinen Gewinn ausweisen. Hinzukommt, dass große Firmen in der Regel mehrere unabhängige Bereiche haben. Was kann also der gemeine Investmentbanker mit seiner bonifizierten Überperformance in 2017 dafür, dass der Deutschen Bank die Kosten für die Filialen in Hinterpusemuckel aus dem Ruder laufen oder Restrukturierungskosten aus der jüngsten Historie?

    Wie man es auch dreht und wendet. Entweder man findet Banking relevant genug um es gut zu heißen, dann muss man ein Stück weit akzeptieren, dass in dieser Branche momentan noch viel verdient wird, vor allem wenn man die besten Mitarbeiter haben möchte oder man findet Banking nicht gesellschaftlich relevant, dann aber bitte mal konkrete Alternativen vorschlagen wie es ein Land wie Deutschland denn anders machen könnte und trotzdem auf der Weltbühne mitspielt.

    Wenn euch Banker zu viel verdienen und zu wenig Steuern zahlen, dann ist das aus meiner Sicht eine andere Diskussion, als die dieser Folge.

    Warum solidarisiert Ihr euch eigentlich lieber einseitig mit dem malochendem Tarifarbeiter als einem malochendem Banker, wenn dieser seinen vertraglich zustehenden Verdienst (inkl. Bonus) gegen das Mismanagement seines Unternehmens durchsetzen möchte?

    • Wir haben nicht die “Systemfrage” gestellt (ich habe sogar ausdrücklich von der Notwendigkeit der Kreditvergabe gesprochen). Aber wir haben die Frage nach dem gesellschaftlichen Nutzen von Eigengeschäften der Banken am Kapitalmarkt gestellt. Soweit ich sehe enthält Dein Kommentar darauf keine Antwort. Dabei würde es mich wirklich interessieren, falls es solche Gründe gibt.

      • Danke für die Antwort Ulf:

        Der Eigenhandel der namhaften Geschäftsbanken ist seit 2008 weltweit nahuzu komplett eingestellt und findet sogut wie nur noch durch Gesellschaften statt die keinen anderen Geschäftszweck haben, z.B Hedgefonds, Venture Capital oder Private Equity Firmen.
        Auch über diese Firmen und Ihre Geschäftsmodelle könntet ihr mal reden, idealerweise losgelöst von den Instrumenten die sie verwenden (wie z.B. Short Selling).

        Auch wenn die Kritik von euch/dir sich auf das Investment Banking im Sinne des Eigenhandels bezogen haben soll, so war meine Wahrnehmung hier doch eine etwas andere. Ihr kritisiert die Deutsche Bank dafür, dass Sie trotz ausgewiesener Verluste Boni auszahlt und dass dem Deutschen Staat dadurch auch noch Steuern entgehen sowie indirekt die Boni mitfinanziert werden.

        Unabhängig vom Eigenhandel finde ich meine Punkte dennoch relevant zu beleuchten.
        Das investmentbanking hat einen sehr starken, vertrieblichen Fokus und entsprechend sind auch die Entlohnungssysteme in der Branche. Wenn ich das individuelle Mitarbeitererfolgsrisiko mit dem unternehmerischen Risiko zusammenbringen möchte oder hier zumindest eine Angleichung der Interessen wünschenswert finde, lohnt sich mal die Diskussion wie das gehen kann.
        Ob die Branche das annehmen würde.
        Ob sich die Deutsche Bank damit positiv oder negativ positionieren würde, insbesondere im internationalen Investment Banking Geschäft.
        Ob das gesellschaftlich akzeptierbar ist etc.

        Meines Wissens nach gibt es laut Arbeitsgesetzt ja nicht mal die Möglichkeit Mitarbeiter wegen nicht “Performance” zu Kündigen. Daher ist eine Steuerung über die Bonifizierung essentiell für diese Branche.

      • Danke, DAS leuchtet mir ein, gerade im Zusammenhang mit dem Arbeitsrecht … ich kann aus meinem Umfeld ein Liedchen singen von Leuten (allerdings im nichtrichterlichen Dienst), die sich bei vollen Bezügen quasi zur Ruhe gesetzt haben, weil sie eben unkündbar sind. Das ist nicht die Regel, aber das gibt es.

      • Auch von meiner Seite möchte ich gern ergänzen, dass ihr da etwas arg mit grobem Kamm unterwegs wart.
        Zum gesellschaftlichen Nutzen (der zwangsläufig immer ein Nutzen über das Funktionieren der Kapitalmärkte sein wird) lohnt es sich vielleicht auch zunächst zu unterscheiden zwischen Investment Banking im engeren Sinne, also dem Bereich Fusionen und Unternehmenszusammenschlüssen, und den im weiteren Sinne, also das Kapitalmarktgeschäft insgesamt.

        Ein wesentlicher Nutzen ist zum Beispiel das Bereitstellen von Liquidität. Damit meine ich weniger, dass die Banken in ihren Handelsbüchern langfristig Positionen von Wertpapieren halten, die sie dann Kunden anbieten, bzw. die sie Kunden abnehmen, von denen sie wissen, dass sie die nicht loswerden (wo schnell immer das “Die Bank handelt ja gegen das Interesse des Kunden” hereingedichtet wird). Das ist für Banken ziemlich teuer geworden. Sondern dass zum Beispiel der “Sales” – also der Vertriebler der nah an den Kunden ist – weiss, welche Kunden welche Anleihen halten und welche Kunden Anleihen suchen, um mal ein ganz einfaches Beispiel zu machen. Beziehungsweise dass mein Kunde von mir weiss, dass er mir die Information im Vertrauen geben kann, und ich dann damit für ihn in seinem Interesse arbeite. Im übrigen bezahlt er mich dann dafür auch gerne.

        Wenn die Kapitalanlagegesellschaft eines deutschen Versicherungsunternehmens zu mir kommt und sagt, sie möchte gerne x Mio Griechenland-Anleihen loswerden, bevor die explodieren, dann ist es in der Tat gut, dass jemand so einen Job macht. Ich gebe das dann weiter an einen Fonds, der mit riskanten Papieren handelt, zu dem die Kollegen in New York Kontakt haben. Für solche Geschäfte würden sie typischerweise nicht an den Bankschalter der Commerzbank gehen. Ebenso muss so etwas diskret passieren, also ein Ausweichen auf öffentliche Handelsplätze beispielsweise ist immer schwierig. Denn wenn man weiss, dass jemand unter Druck etwas verkaufen möchte, dann sind die Preise für denjenigen eher schlechter als besser.

        Boni sind eine erfolgsabhängige Prämie. Die Ziele, die Kollegen gesteckt bekommen, orientieren sich in der Regel am Ertrag (in der Regel unter Berücksichtigung der Kosten aus der Regulierung), den IBs dadurch erzielen. Ich persönlich habe keine Investmentbank kennen gelernt oder von Kollegen gehört, bei denen einer einen Bonus bekommen hat, der seiner Bank keinen Ertrag gebracht hat. Daher haben diejenigen, die einen Bonus zugewiesen bekommen, idR nach Abzug ihres Gehalts immer für die Bank einen Nettonutzen. Und gerade in London ist es nicht unüblich, dass die Grundgehälter eher gering gehalten werden, und man dann eigentlich erst was von dem Job hat, der einen 24/7 begleitet, wenn man einen Bonus bekommt.

        Vollkommen unabhängig vom Unternehmensergebnis ist der Bonus nie. Zum Beispiel zu meiner Zeit bei SocGen, als der Kerviel da fünf Milliarden versenkt hat, da war die Stimmung überall schlecht, um das nett zu formulieren. Da gab es dann auch für den Großteil der Leute auf der Anleihenseite (wo ich war) nur wenig mehr als das Grundgehalt, obwohl sich alle dann da den A aufgerissen haben, das zu kompensieren, indem sie arbeiteten was sie konnten. Übrigens das Jahr in dem dann die Finanzkrise auch noch begann zuzuschlagen.

        Viele gerade jüngere Kollegen, haben auch nach vielen Jahren in der Industrie noch in einer WG gewohnt. Was mir in der Regel nicht gefällt, ist das moralisierende, überhebliche. Alleine bei der Societe Generale arbeiteten damals 3.500 Leute in der Abteilung Corporate & Investment Banking. Auch wenn man diejenigen Kollegen kennt, die Millionen verdienen, oder die menschlich unter aller Sau sind… da geht es dann vielleicht um etwa 1% der Angestellten? Selbst wenn es 100 Leute wären (is nicht so). Dennoch hält sich dieser Eindruck immer gerne, dass das für alle zuträfe.

        Und für viele führt die Ablehnung, die man dann erfährt, dazu, dass man sich in einer Parallelgesellschaft in einer Stadt im Taunus am wohlsten fühlt und zunehmend von der Restgesellschaft abkapselt. Was dann als Konsequenz hat, dass gängige Probleme der Gesellschaft nicht mehr verstanden werden. Und je weniger sich jemand als Teil der Gesellschaft empfindet, umso geringer die Bereitschaft Steuer zu zahlen, im übrigen.

  42. Stichwort Ungleichheit:

    Ich bin immer wieder irritiert warum für die Ungleichheitsdebatte ausgerechnet diese Verhältnisse von X Personen oder Prozent besitzen soviel wie der Rest zusammen aufgreifen.
    Aus meiner Sicht ist es total irrelevant solange diese Personen sich damit nicht ungerecht viel Einfluss kaufen können.
    Klappt die Schere von heute auf morgen wieder zusammen, wenn alle besagten Personen ihr Vermögen spenden, verbrennen würden oder sich auf eine einsame Insel begeben und dort ihr Geld zählen?
    Sicherlich nicht, daher kann man es doch fast getrost als statisische Ausreißer bezeichnen und sich auf den Median konzentrieren.
    Dann kommen wieder Themen auf die viel spannender sind, wie unser schrecklich undurchlässiges, soziales System, das von Bildung bis Kinderbetreuung, in dieser hinsicht nahu komplett versagt.
    Die Rufe nach Reichensteuer und ähnlichem laufen häufig nur auf die “macht uns alle gleicher” Parole hinaus und nicht auf die angesprochene gleiche Berechtigung und Chancen für alle oder zumindest so viele wie möglich.

    Die Diskussion hierzu erinnert mich immer stark an zwei Wahlplakate der Linken aus einem früheren Wahlkampf. “Wohlstand für alle” und das andere “Reichtum besteuern”.
    Daher die Frage, wenn man Wohlstand auch immer ein Stückweit mit Reichtum gleichsetzt, können wir Reichtum solange besteuern, bis wir alle Wohlstand haben?

    Oder mit anderen Worten, können wir so lange Umverteilen bis alle gleich viel/wenig haben?

    Oder müssen wir noch woanders ansetzen?

    • Du hast vollkommen Recht. Prozente usw. bringen wenig. Für mich ist selbst das subjektive Empfinden kein guter Maßstab, da der Mensch fast immer dazu neigt, sich bei Befragungen seine Situation schön zu reden und vielleicht auch die Erfahrung fehlt, wie es mit mehr Mitteln aussieht. So habe ich nicht selten Friseurinnen erlebt, die unter 1000 Euro verdienen und FDP wählen.

      Es geht nicht darum, alle gleich zu machen. Es muss aber darum gehen, dass das Geld , welches jemand erarbeitet, nicht zu einem erheblichen Teil abfließt. Sei es, weil Staatsschulden gezahlt werden, Gelder an die EU fließen oder sonst wo hin. Der Großteil muss der Person dienen, die es erarbeitet. Bei der Altersvorsorge, bei seiner Gesundheitsversorgung etc. Parallel zu dieser Grundlage muss es faire Löhne geben.

      Aber momentan sieht es so aus, dass dieses Geld, welches ja in eine Art großen Topf fließt, einfach für Zwecke verwendet wird, die der arbeitenden Person nicht zugute kommen. Der Gipfel trat bei der Finanzkrise ein, mit Soffin und Co, wo einfach Verluste sozialisiert wurden, in bester Planwirtschaft.

      Dazu kommen noch die Einpeitscher der Politik, die immer mehr Leistung von der Bevölkerung verlangen, getarnt als Emanzipation der Frau etc. So dürfen heute oft Mann und Frau für das arbeiten, was früher der Mann alleine brachte. Zudem darf dann noch oft die Oma mitarbeiten, indem sie die Kinder betreut, während die Frau arbeitet und somit auch ihr Arbeitgeber profitiert und wieder quasi ehrenamtlich von der Oma subventioniert wird, durch unentgeltliche Betreuungsarbeit.

      Zudem müsste es eine Regionalförderung geben, die Ortsansässige Kleinunternehmen steuerlich bevorzugt, damit der kleine Betrieb im Ort bleibt.

      Seit ca. 1990 bis jetzt hat man es aber fast geschafft, dass viele durch Riesenunternehmen ersetzt wurden und so das Geld zu Douglas, Amazon und einigen anderen fliesst. Egal welche Stadt, überall gibt es die gleichen Unternehmen.

      Und genau dafür stehen SPD und CDU und insofern ist eher eine indirekte Umverteilung das Problem.

    • Geld für zusätzliche staatliche Ausgaben muss im Wesentlichen bei den 10% der Haushalte beschafft werden, die gut 60% des privaten Vermögens in Deutschland besitzen (denen also auch die Erträge dieses Vermögens zufließen).

      Vor diesem Hintergrund sind Forderungen nach einer “Reichensteuer” sowie schärferen Erbschaftssteuer zu verstehen. Es geht nicht darum, nur ein paar Superreiche um des symbolischen Wertes willen abzukassieren.

  43. Hallo zusammen,

    unterhaltsame Folge, vielen Dank. Der Fokus weg von den Koalitionsverhandlungen hat mir gefallen.

    Was mir aber leider zum wiederholten Male negativ aufgefallen ist, ist die zu stark verkürzte bis gar falsche Darstellungen von steuerlichen Sachverhalten. Ja, das ist ein mitunter komplexes Thema, bei dem viele abschalten. Umso mehr finde ich, dass man die Nuancen nicht verwischen sollte und die Dinge im Zweifelsfall auch detailliert darstellen sollte.

    Im Podcast ist die Rede davon, dass die Allgemeinheit quasi 25% der Bonizahlungen mittragen würde. Das ist schlicht und ergreifend Unsinn. Es sind abziehbare Betriebsausgaben. Einige Vorredner haben das schon herausgearbeitet.

    Eine Differenzierung nach „Güte“ oder „Angemessenheit“ zur Qualifizierung der Ausgabe als abzugsfähige Betriebsausgabe fände ich sehr heikel und schwierig umsetz- und überprüfbar.

    Ein viel gravierenderer Fehler im Cast ist jedoch, dass der Körperschaftssteuersatz nur 15% und nicht 25% beträgt. Die Gewerbesteuer kommt noch in etwa gleicher Höhe hinzu, so dass man im Allgemeinen mit einer Steuerbelastung um die 30% rechnet.

    In einer der letzten Folgen ging es um die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge und die vorgesehene Änderung bei Zinserträgen. Dort hieß es dann, dass das Belassen der Kapitalertragsteuer bei 25% auf die übrigen Kapitalerträge wie Dividenden ja noch so eine Ungerechtigkeit sei.

    Auch das ist in der Form falsch. Dividenden werden aus dem versteuerten Gewinn gezahlt, d.h. der Staat hat hier von 100€ schon etwa 30€ bekommen. Von den verbleibenden 70€, die der Aktionär bekommt, bekommt der Fiskus nochmal etwa 18€, so dass insgesamt knapp dir Hälfte an Steuern gezahlt wurde. Daran darf im Ergebnis – ceteris paribus – nicht gerüttelt werden, weil sonst die Gleichbehandlung der Einkunftsarten nicht mehr gewährleistet ist.

    Einzig die Priviligierung von Zinserträgen war eine seinerzeit aus anderen Gründen gewollte Ungleichbehandlung, die jetzt zum Glück abgeschafft werden soll.

    Viele Grüße aus Friedenau

    Simon

    • Hi Simon, danke für Deine Anmerkungen.

      Im Podcast ist die Rede davon, dass die Allgemeinheit quasi 25% der Bonizahlungen mittragen würde. Das ist schlicht und ergreifend Unsinn. Es sind abziehbare Betriebsausgaben.

      klar – aber vielleicht ist das ja gerade das Problem? Wir reden an der Stelle nicht vom geltenden Steuerrecht, sondern von dessen Reformbedürftigkeit. Was man abziehen kann und was nicht lässt sich in weitestem Umfang gesetzlich regeln.

      Eine Differenzierung nach „Güte“ oder „Angemessenheit“ zur Qualifizierung der Ausgabe als abzugsfähige Betriebsausgabe fände ich sehr heikel und schwierig umsetz- und überprüfbar.

      d’accord, deswegen hatten wir ja auch den Vorschlag einer Kappungsgrenze diskutiert (abziehbar bis 500k pro Kopf und Jahr) – das scheint mir recht einfach umsetzbar

      Ein viel gravierenderer Fehler im Cast ist jedoch, dass der Körperschaftssteuersatz nur 15% und nicht 25% beträgt. Die Gewerbesteuer kommt noch in etwa gleicher Höhe hinzu, so dass man im Allgemeinen mit einer Steuerbelastung um die 30% rechnet.

      danke! Ich war mir da nicht mehr sicher und meine, dass ich das auch gesagt habe … aber mal ehrlich, im Ergebnis beträgt die Belastung der Allgemeinheit durch die Boni dann ja sogar mehr als 25% ;)

  44. Du hast vollkommen Recht. Prozente usw. bringen wenig. Für mich ist selbst das subjektive Empfinden kein guter Maßstab, da der Mensch fast immer dazu neigt, sich bei Befragungen seine Situation schön zu reden und vielleicht auch die Erfahrung fehlt, wie es mit mehr Mitteln aussieht. So habe ich nicht selten Friseurinnen erlebt, die unter 1000 Euro verdienen und FDP wählen.

    Es geht nicht darum, alle gleich zu machen. Es muss aber darum gehen, dass das Geld , welches jemand erarbeitet, nicht zu einem erheblichen Teil abfließt. Sei es, weil Staatsschulden gezahlt werden, Gelder an die EU fließen oder sonst wo hin. Der Großteil muss der Person dienen, die es erarbeitet. Bei der Altersvorsorge, bei seiner Gesundheitsversorgung etc. Parallel zu dieser Grundlage muss es faire Löhne geben.

    Aber momentan sieht es so aus, dass dieses Geld, welches ja in eine Art großen Topf fließt, einfach für Zwecke verwendet wird, die der arbeitenden Person nicht zugute kommen. Der Gipfel trat bei der Finanzkrise ein, mit Soffin und Co, wo einfach Verluste sozialisiert wurden, in bester Planwirtschaft.

    Dazu kommen noch die Einpeitscher der Politik, die immer mehr Leistung von der Bevölkerung verlangen, getarnt als Emanzipation der Frau etc. So dürfen heute oft Mann und Frau für das arbeiten, was früher der Mann alleine brachte. Zudem darf dann noch oft die Oma mitarbeiten, indem sie die Kinder betreut, während die Frau arbeitet und somit auch ihr Arbeitgeber profitiert und wieder quasi ehrenamtlich von der Oma subventioniert wird, durch unentgeltliche Betreuungsarbeit.

    Zudem müsste es eine Regionalförderung geben, die Ortsansässige Kleinunternehmen steuerlich bevorzugt, damit der kleine Betrieb im Ort bleibt.

    Seit ca. 1990 bis jetzt hat man es aber fast geschafft, dass viele durch Riesenunternehmen ersetzt wurden und so das Geld zu Douglas, Amazon und einigen anderen fliesst. Egal welche Stadt, überall gibt es die gleichen Unternehmen.

    Und genau dafür stehen SPD und CDU und insofern ist eher eine indirekte Umverteilung das Problem.

  45. Bezüglich bezahlbaren Wohnraum sollte man sich auch mal gemeinnützige Trägermodelle anschauen, Berlin hat da einige gute Projekte.

    Boden hat keinen Wert an sich, sondern dem den man auf ihnen erzielen kann. Über die steigenden Bodenpreise werden die Produktivitätsfortschritte an den Eigentümer weitergereicht, denn Boden ist zwingend notwendig um jeder Aktivität nachzugehen.

    Vielleicht können euch Stiftungen wie die Edith-Maryon oder die trias weiterhelfen?

  46. Die Frage zum Investmentbanking, die ihr im letzten Beitrag gestellt habt, lässt sich mit dem viel diskutierten Buch von Thomas Piketty “Das Kapital im 21. Jahrhundert” beantworten. Im wesentlichen hat dieser mit seinem Team Steuerdaten der letzten 150 Jahre untersucht, um daraufhin Aussagen über Vermögensverteilung u. -gerechtigkeit machen zu können. Die Ergebnisse sind nichts neues, allerdings ist der Umfang der quantitativen Daten so Umfrangreich und undiskutabel, dass das Werk großen Eindruck unter den politischen Ökonomen gemacht hat.
    Vor allem hat er es geschafft die Ergebnisse mit einer fast schon lächerlich einfachen Formel zusammenzufassen: “Auf lange Zeit – also im Kapitalismus (und davor) – wachse die Rendite (r wie return) auf Kapital tendenziell schneller als die Wachstumsrate des jährlich verfügbaren Einkommens aus Arbeit und Kapital bzw. die Wirtschaftsleistung (g für growth), und es konzentrierten sich Einkommen und Vermögen immer mehr an der Spitze der Gesellschaftspyramide.” Der gesellschaftliche Nutzen von der Konzentration von Kapital an der Gesellschaftspyramide ist dann Inteprationssache.
    Bevor ich selber dazu viel schreibe möchte ich euch einen Link zukommen lassen, der die Ergebnisse sehr gut zusammefasst: https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2014/november/thomas-piketty-und-das-maerchen-vom-gleichheitskapitalismus
    Zur Beantwortung eurer Frage ist besonders der Teil unter der Überschrift “Das Kapital ist zurück: r>g” relevant.

    Beste Grüße und vielen Dank für eure Arbeit

  47. Ich habe meinen Master in BWL in Mannheim gemacht (eine der Top-Unis für BWL) und dadurch einen ganz guten Einblick in die Welt des Investment Bankings. Des Weiteren ist einer meiner besten Freunde Investment-Banker bei der Deutschen Bank.

    Zuerst muss man verstehen, dass die Deutsche Bank eine Universalbank ist, d.h. sowohl das klassiche Kreditgeschäft bedient und auch das Investment Banking unter einer Marke führt. Das führt zu dem “Problem” das ihr über die Boni der Investmentbanker schimpft, obwohl doch die Filialmitarbeiter, die seit 20 Jahren dabei sind, gefeuert werden. Die Deutsche Bank hat in der Vergangenheit häufiger über die Aufteilung nachgedacht. Dann gäbe es nämlich nicht das PRoblem, da 1. die Gesellschaft gar nicht wüsste, wer diese Investmentbank der DB ist (oder kennt ihr die ganzen Investmentbanken?) und 2. das auch die Gewinne sichtbar aufgeteilt werden.

    Das eine sind high-end Jobs für Top ausgebildete Leute, die anderen braucht man halt nicht mehr.
    Um nochmal zu verdeutlichen, dass diese Vergleiche wirklich Schwachsinn sind. Es handelt sich um 2 komplett unterschiedliche Berufsgruppen in einem Unternehmen. Hypothese: Der Online-Autokauf setzt sich durch. VW braucht keine Autohäuser und Verkäufer mehr. Verkäufer werden entlassen. Soll dann VW aufhören den Ingeneuren Boni zu zahlen?

    Zum Investmentbanking
    Das Investmentbanking hat viele Facetten. Ihr habt nur eine angesprochen, nämlich den Handel mit Wertpapieren. Da gebe ich euch recht, dass dieser Bereich keinen großen Mehrwert für die Gesellschaft stiftet.

    Ein großer und prominenter Bereiche des Investmentbankings ist das Merger & Aquisition. Hier arbeitet die Bank als Vermittler zwischen Geldgebern und denjenigen, die das Geld brauchen.
    Beispiel 1: Ein Unternehmen braucht mehr Kapital um zu wachsen. Die Bänker können z.E helfen, dass es an die Börse kommt, oder einen Käufer für Anteile finden.

    Beispiel 2: Ein Unternehmen hat viel Kapital und möchte es anlegen. Die Bänker helfen, indem Sie andere Unternehmen als Kaufobjekt heraussuchen und die Transaktion abwickeln.

    Im Grunde handelt es sich um Kapitalmakler.

    Hinweis zum Gehalt
    Diese Leute arbeiten unheimlich viel. Start ist in der Regel um 9 Uhr im Büro. Feierabend im Schnitt um 1 Uhr nachts. Das jeden Tag. Wochenende gibt es nicht wirklich. D.h. selbst das Einstiegsgehalt von 100k (inkl Bonus) ist am Ende noch immer kein guter Stundenlohn.

    Falls ihr noch fragen habt, könnt ihr euch gerne bei mir melden.
    Beste Grüße

    Kevin

    • > Start ist in der Regel um 9 Uhr im Büro. Feierabend im Schnitt um 1 Uhr nachts. Das jeden Tag. Wochenende gibt es nicht wirklich

      Wenn dem so ist würde mich interessieren wie so die durchschnittlich Verweildauer in einem solchen Job ausschaut. Weiterhin würde ich annehmen das extrem viele Fehler passieren unter einer solchen Arbeitslast. Oder aber von den 16 Stunden “Arbeit” wird produktiv dann doch eher nur die Hälfte “gearbeitet”. Ach ja, wie hoch ist die “Burnout” Quote?

      • ad Burnout: das hängt davon ab, als wie erfolgreich man sich empfindet. Gleichzeitig gestaltet sich das durch das Umfeld.

        Ad erfolgreich: Gerade die unteren Ränge, die viel an Recherche-Arbeit etc leisten, wissen, dass sie einen Großteil der Arbeit für den Müllkorb produzieren. Der Managing Director trifft seine Kunden und schlägt ihnen mögliche Transaktionen vor (als Beispiel). Die müssen vorbereitet sein, sind aber häufig eben aus der Luft gegriffen. Oder wenn du jemanden triffst, der noch nicht so lange dein Kunde ist, dann gilt das gleiche. Erfolg ist also u.a. deinen MD gut zu beliefern. Und wenn du zusätzlich noch mit der Karotte “Knete” wedelst, dann geht das.

        ad Umfeld: Dadurch dass man sich – auch durch die Arbeitszeiten – vorrangig mit Kollegen umgibt, wird das Gefühl von Versagen oder dass man etwas sinnloses machen würde relativiert. Von Gruppeneuphorie zu sprechen würde zu weit gehen, aber wenn es ein übliches Verhalten in der peer group ist, dann schaut man nicht so schnell aus dem Hamsterrad raus.
        Und in wieweit es zu Belastungsdepressionen kommt – das ist eine Frage des Managers. Da gibt es gute und schlechte.

        Die Verweildauer ist unternehmensabhängig, würde ich sagen. In manchen Häusern wird häufiger “rotiert”, in anderen werden Mitarbeiter recht lange gehalten. Gerade in IB wie Goldman finden sich viele, die aufgrund der leistungsorientierten Erfolgsversprechen 20 Jahre und mehr dabei sind. Bei GS gilt aber auch “up or out”, also wenn man den Leistungserwartungen nicht entspricht, dann darf man gerne gehen.

    • Kein Mehrwert von Märkten – was wohl Bühler, Albrecht und gerade Weber dazu sagen würden? Gerade der Anleihehandel ist immer noch personenbezogenes Geschäft, in dem Vertrauen eine große Rolle spielt. Insbesondere wenn der Markt nicht im “Normalzustand” ist zeigt sich, dass die Umsätze auf den Handelsplattformen wegbrechen, und man dann lieber den Hörer in die Hand nimmt, wenn man etwas “bewegen” muss.
      Man muss ja nicht mit Luhmann argumentieren, indem man fragt, warum es etwas denn noch gibt, wenn es gesellschaftlich nicht komplexitätsreduzierend oder anderweitig nutzenstiftend sei. Der Blick auf das eigene Kauf-/Verkaufsverhalten hilft ja auch schon weiter.

  48. Erstmal ein großes Lob. Ich mag euren Podcast sehr gerne. Vielen Dank für die unermüdliche Berichterstattung und weiter so!

    Eure Bewertungen zum Thema Investmentbanking waren aber leider sowohl in der Folge als auch in den Kommentaren sehr oberflächlich und teilweise auch sehr unrichtig.

    Die spannende Frage zuerst – welchen realwirtschaftlichen Nutzen hat Investmentbanking denn eigentlich und was ist das? Ganz einfach: Zum Beispiel dient Investmentbanking der internen Risikoaussteuerung in Banken. Ohne Investmentbanking wären unsere heutigen Banken nicht leistungsfähig und die von euch schon angesprochene Kreditvergabe könnte nicht in dem Rahmen stattfinden, wie Banken sie betreiben.
    Zudem sind es die Investmentbanker, die dazu beitragen, dass sehr große Unternehmen Aktien begeben können, Zugang zu Fremdkapital in vielerlei Form haben, die die Möglichkeiten eines klassischen Bankkredites weit übersteigen, oder die dafür sorgen, dass große Infrastrukturprojekte finanziert werden. Alles Dinge, die einen echten Nutzen haben.

    Die nackte Zockerei, die ihr anführt, findet bei sehr großen Instituten wie der Bank auf die ihr euch bezieht überhaupt nicht statt. Was ihr meint ist Eigengeschäft (nicht Eigenhand!); und ebendieses ist nach § 3 (2) KWG für – vereinfacht gesagt – große Banken in D schlicht und einfach verboten.
    Der von euch im Kommentar ebenfalls genannte Eigenhandel hingegen hat mit Zocken nichts – aber auch gar nichts – zu tun, sondern wird stets als Dienstleistung für andere betrieben. Wer’s nicht glaub, dem sei ein Blick ins Gesetz oder ein zugehöriges Merkblatt der BaFin empfohlen (https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Merkblatt/mb_110322_eigenhandel_eigengeschaeft_neu.html)
    Wikipedia als Quelle für dieses Thema heranzuziehen, ist in jedem Fall keine gute Idee.

  49. Ein Zitat:

    „Wenn ich alle unsere Staaten, die heute irgendwo in Blüte stehen, im Geiste betrachte, und darüber nachsinne, so stoße ich auf nichts anderes, so wahr mir Gott helfe, als auf eine Art Verschwörung der Reichen, die den Namen und Rechtstitel des Staates missbrauchen, um für ihren eigenen Vorteil zu sorgen. Sie sinnen und hecken sich alle möglichen Methoden und Kunstgriffe aus, zunächst um ihren Besitz, den sie mit verwerflichen Mitteln zusammengerafft haben, ohne Verlustgefahr festzuhalten, sodann um die Mühe und Arbeit der Armen so billig als möglich sich zu erkaufen und zu missbrauchen. Haben die Reichen erst einmal im Namen des Staates, das heißt also auch der Armen, den Beschluss gefasst, ihre Machenschaften durchzuführen, so erhalten diese sogleich Gesetzeskraft. Indessen … scheint es mir – um offen zu sagen, was ich denke – in der Tat so, dass es überall da, wo es Privateigentum gibt, wo alle alles nach dem Wert des Geldes messen, kaum jemals möglich sein wird, gerechte oder erfolgreiche Politik zu treiben, es sei denn, man wäre der Ansicht, dass es dort gerecht zugehe, wo immer das Beste den Schlechtesten zufällt, oder glücklich, wo alles an ganz wenige verteilt wird …“

    Utopia (1516). Ist es heute denn anders? Geld regiert die Welt, so ist es immer noch. So lange unsere Politiker nicht dem Volk dienen, sondern dem Kapital wird sich auch nichts an der Einkommensverteilung ändern, es wird nur noch ungerechter. Man muss sich auch nicht wundern, warum VW tun kann was sie wollen. Wer gegen die Leitlinie verstößt, der wird medial bekämpft und wer der Medien nicht auf seiner Seite hat, der erreicht in diesem Land keine politische Spitzenposition. An Donald Trump kann man gut sehen, was passiert, wenn man gegen der Strom schwimmt, nur gehört dieser selbst zu den 0,0001% der Menschen, deren Status unsere Politiker verteidigen.

  50. Hi Ulf, hallo Philip

    zunächst ein Dankeschön, dass Ihr mich – zumeist beim Kochen – zu grundsätzlicheren Gedanken anregt. Hier nur ein drei Beobachtungen zum Investmentbanking:

    1. Weshalb fragt ihr, ob Investmentbanking einen gesellschaftlichen Nutzen hat? Was wäre die Konsequenz einer Bewertung, dass diese Branche nicht dem Gemeinwohl, sondern ausschließlich Privatinteressen dient? Könnte man dann das Investmentbanking in einem freiheitlich verfassten Staat wegen ihrer – unbestrittenen – Risiken abschaffen, oder so klein machen, dass es in Deutschland keinen Sinn mehr macht, Investmentbanking zu betreiben?

    2. Was ist Investmentbanking? Dein Kommentar, Ulf, zum Eigenhandel zeigt – ohne dies kritisieren zu wollen – tatsächlich, dass die Definition nicht klar zu sein scheint, und sie ist es ja auch nicht: Wenn man als Maßstab nimmt, was Deutsche Bank AG, London Branch (also der Investmentarm der Deutschen Bank) so alles im Winchester House macht, dann fällt darunter – soweit ich weiß – auch Beratung für Aktiengänge/Anleiheemissionen, Arrangieren von Syndizierungen von Bankdarlehen und auch Trading (allerdings tatsächlich kein proptrading (Eigenhandel) mehr, soweit ich weiss). Die Definition von Investmentbanking bei Investopia geht noch weit darüber hinaus. Kritik am Investmentbanking als solchem erscheint vor diesem Hintergrund als ziemlich pauschal.

    3. Was wäre die Folge, wenn Deutsche (auf Dauer) drastisch weniger Boni ausgezahlen würde? Investmentbanker würden wahrscheinlich zu den anderen Spielern abwandern. Deutsche Bank würde dann über kurz oder lang nicht mehr in der internationalen Liga des Investmentbanking mitspielen . Ich denke, auch diese Konsequenz ist ziemlich naheliegend (sie kämpfen ja jetzt schon!).

    Bitte beachtet (und diesen Punkt hatte ich noch nicht in den Kommentaren gelesen), dass die Deutsche Bank mit Abstand die einzige deutsche Bank und eine der wenigen europäischen Banken ist, die in diesem Gebiet überhaupt eine internationale Rolle spielt. Wäre eine Welt besser, in der sich europäische/dt. Unternehmen nur noch an Goldman Sachs, J.P. Morgan, Morgan Stanley und all die anderen meist US-amerikanischen Banken wenden könnten? Diese Banken unterliegen im Zweifel eher US-amerikanischen Einfluss und US amerikanischen Regeln. Es ist – gerade zur Zeit – nicht sicher, dass dieser Einfluss und diese Regeln immer fair sind und vor allen Dingen im europäischen/deutschen Interesse liegen. In diesem Lichte, erscheint die Kritik (und hier meine einzige Kritik an der letzten Lage) an den Bonizahlungen vielleicht etwas verkürzt und nicht angemessen abgewogen.

    Viele Grüße
    Philipp

  51. Nochmal zu den sachgrundlosen Befristungen:

    Bei meinem AG ist es so, dass quasi nur hochrangige Führungskräfte einen unbefristeten Vertrag bekommen, bei mittleren Führungskräften wird der Vertrag idR nach einem Jahr entfristet, bei normalen Angestellten ist man immer die vollen zwei Jahre gegangen, bzw. immer zwei Verlängerungen. Und das, obwohl wir bundesweit händeringend Mitarbeiter suchen.

    Auch bei meinem ehemaligen AG war es so, dass ich einer der Letzten war, die noch ab Start einen unfristeten Vertrag bekommen habe, die Kollegen danach waren mindestens auf ein Jahr befristet.

    Gerade wenn man irgendwohin frisch zieht oder eine neue Stelle annimmst, ist ein umbefristeter Vertrag eher die Seltenheit. Das macht die Wohnungssuche zum Geduldsspiel.

    Habe eben gelesen, dass sachgrundlose Befristungen nicht abgeschafft sondern von maximal zwei auf anderthalb Jahre reduziert werden sollen. Das bringt doch nichts. Klar, der Arbeitgeber muss früher zur Sache kommen ob eine Entfristung oder Entlassung kommt. Im blödesten Fall muss man alle anderthalb Jahre statt alle zwei Jahre einen neuen Job suchen. Die Sinnhaftigkeit erschließt sich mir aktuell nicht.

    • Ich kenne es aus einem der kleineren Bundesministerien, dass alle zwei Jahre rund zwei Dutzend Leute im Referentenlevel befristet eingestellt wurden, von denen dann drei oder vier bleiben durften; der Rest wurde durch neue Leute ersetzt. Meine eigene Erfahrung ist jetzt schon ein paar Jahre her, aber dem Vernehmen nach ist es dort immer noch so.

      Vermutlich will die Personalabteilung auch beschäftigt sein…?

  52. Zum Thema Investmentbanker und was die Gutes fürs Gemeinwohl tun können. Ich möchte dafür ein bisschen vom konkret besprochenen Thema der Rückstellungen bei der Deutschen Bank weg, da mir dort auch kein besonders gutes Beispiel einfällt.

    Aber nehmen wir mal Verbände, Körperschaften öffentlichen Rechts, Versicherungen oder überhaupt Firmen die Gelder verwalten, die z.B. Mitgliedern oder den Mitarbeiter*innen gehören oder sogar Steuergelder sind. Als Beispiel mal Pensionsrückstellungen bzw. betriebliche Altersvorsorgen:

    Das Geld liegt ja nicht irgendwo auf einem Konto, sondern wird meist in Fonds verwaltet. Diese Fonds unterliegen in Deutschland gewissen Regelungen, damit nicht durch hoch spekulative Geschäfte die Altersvorsorge leichtfertig vernichtet werden kann. Gemanaged werden solche Fonds von beauftragten Fondsmanager*innen z.B. bei Goldman Sachs, Deutsche Bank, Blackrock usw. Auch die werden nach Performance bezahlt. Wenn die es also ohne große Möglichkeit zu spekulativen Geschäften schaffen das Volumen zu erhöhen, profitieren nicht nur die, sondern auch diejenigen am “Ende der Nahrungskette”. Der Anreiz einer hohen Performance Fee, die der Anleger zahlt, ist sogar das beste Mittel um Vermögenswerte mindestens zu erhalten. Inflation würde ja sonst Vermögenswerte dezimieren und da spekulative Geschäfte nur sehr, sehr eingeschränkt möglich sind, muss sich ein*e Fondsmanager*in schon was einfallen lassen um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

    Es ist dabei übrigens egal wo der Sitz der/s Fondsmanager*in ist. Für institutionelle Anleger in Deutschland gelten die Vorschriften des KAGB (Kapitalanlagegesetzbuch): Neben Privatfirmen sind das auch Krankenkassen, alle sonst. Versicherungen, Verbände wie IHK, TÜV oder BRAK,… usw.

  53. 7. Februar 2018 um 22:19 Uhr
    Benjamin Pfeiffer

    Unfassbar, was manch ein Journalist so unbedarft in die Kamera plappert. Ich hoffe ihr könnt die Aussagen von Herrn Strunz in der nächsten Lage thematisieren.

    Er verfolgt hier eine eindeutige Agenda und nutzt die Plattform Sat.1 zur Verbreitung. Vlt. war das vielen bereits früher bewusst, mich hat es jedoch jetzt erst erschüttert. Wenn man dann noch bedenkt, dass es unter anderem seine Fragen waren (oder gewesen sein können) die beim Kanzlerduell die Flüchtlingsthematik in den Vordergrund gerückt haben und damit der AfD zumindest ein wenig in die Karten gespielt haben, dann ist das noch unfassbarer

    https://www.facebook.com/fruehstuecksfernsehen/videos/1885305858208519/?hc_ref=ARTbUqgmpHmlrMf1fqX_d4IRHiVOTT_YmmuPsuBBRoOiiKQoRsrV7A-AKWDreY2CTgo

    https://www.youtube.com/watch?v=Ykr8c-sLAtg

    https://www.youtube.com/watch?v=gwAQ4LvLhjY

    • Danke für die Links. Das sind gute und richtige Ideen. Heutzutage ist berechtigte Kritik direkt eine “Agenda”, wenn diese nicht mainstreamkonform ist. Aber wo kämen wir hin, wenn jemand eine konträre Meinung verbreiten dürfte?

  54. Vermögensverteilung…

    …eine Anmerkung zur Vermögensverteilung:

    Die Studien arbeiten normalerweise so, dass die Haushalte nach ihren Vermögen gefragt werden. Allerdings wird üblicherweise nicht mit einberechnet, dass “normale” Menschen ja Anrecht auf eine Pension (in Deutschland: Rente) haben und dies !nicht! zu ihren Vermögen zählt. D.h. zu dem “Vermögen” der Haushalte in Deutschland müssten eigentlich auch die Rentenkassen und das Vermögen der Arbeitslosenversicherungen gezählt werden. Und dieses Vermögen wird üblicherweise ignoriert obwohl es natürlich sehr viel ist.

  55. Liebes Lage-Team,

    zu allererst möchte mich ich gerne für euren tollen Podcast bedanken! Jede Woche aufs Neue macht es wirklich Spaß euch zuzuhören.

    Zu der Investmentbanking Debatte würde ich gerne 1-2 Punkte ergänzen. Ich bin selbst in einer amerikanischen Investment Bank tätig und auch wenn ich noch kein ganzes Jahr dabei bin, habe ich doch ein gewissen Verständnis für dieses Geschäftsmodell entwickeln können. Die wichtigste Sparte des Investment Bankings ist ohne Zweifel das M&A-Geschäft, also das Verkaufen, Kaufen und Verschmelzen von Unternehmen und hier sehe ich sehr wohl einen gesellschaftlichen Nutzen.

    ZB hatten wir vor Kurzem einen Kunden, der viele Jahre seines Lebens und einen erheblichen Teil seines Ersparten genutzt hat um ein Gerät der Medizintechnik zu entwickeln. Er selbst ist natürlich Experte in seinem Fachgebiet, kann aber nur schwer abschätzen wie viel sein Gerät letztendlich wert ist, wer es ihm abkaufen könnte (zb welche Finanzinvestoren oder welche strategische Investoren) oder auch wie man einen solchen Verkaufsprozess grundsätzlich gestaltet. All das haben wir ihm abgenommen sodass er lediglich den Investoren die technischen Eigenschaften seines Gerätes erklären musste. Ohne Investment Bänker (die letztendlich auch nur Berater sind), würde der Gründer das Risiko eingehen seine Erfindung unter Wert zu verkaufen. Bezahlt werden Bänker übrigens nur im Erfolgsfall, also wenn es zu einer Transaktion kommt. Darum spielen Boni auch so eine große Rolle. MDs (Managing Directors = höchste Karrierestufe im Investment Banking) bekommen ein sehr geringes Fixeinkommen, was oft sogar geringer ist als das der Analysten, erhalten aber einen signifikanten Prozentteil des Umsatzes den sie generieren. MDs die es nicht schaffen Unternehmen zu verkaufen oder kaufen, erhalten dementsprechend ein sehr geringes Gehalt.

    Ein anderes Beispiel für den gesellschaftlichen Nutzen des Investment Banking ist das Begleiten von Konsolidierungstrends. Jüngstes Beispiel ist wahrscheinlich der Merger von DriveNow und Car2Go. Weil sie befürchten als einzelne Unternehmen nicht gegen ausländische Konkurrenz standhalten zu können, verschmelzen sie zu einem größerem Unternehmen und nutzen Skaleneffekte um wettbewerbsfähiger zu sein. Solche Merger werden ebenfalls von Investment Banken begleitet.

    Das M&A Geschäft ist seit Jahren am boomen und ohne die genauen Zahlen der Investment Banken zu kennen, ist mein Eindruck doch dass der meiste Umsatz genau damit generiert wird. „Gezockt“ wird bei uns gar nicht, aber ich kann dabei nur für meine europäischen Kollegen sprechen. Eine andere Sparte des Investment Banking ist das ECM (Equity Capital markets). Hier recherchieren Banker Infos zu einzelnen Aktien und Fonds und sprechen in den sogenannten Broker Reports Kaufs, Verkaufs- und Halte-Empfehlungen aus. Die Bank verdient wenn Sie für Kunden im Nachgang Transaktionen ausführt. Dabei hat die Bank aber kein Risiko sondern führt nur Orders aus.

    Grüße

  56. 8. Februar 2018 um 6:09 Uhr
    Wolfgang Ramming

    http://www.grundsteuerreform.net/
    Vielleicht steht das schon irgendwo in den 143 Kommentaren aber das könnte der Schlüssel zur Verfügbarkeit von Bauland statt Spekulation.
    https://rent-grabbing.com/
    Dirk Löhr ist einer der Hauptinitiatoren…

  57. Der ehemalige Bürgermeister von München, Hans Jochen Vogel hat in der SZ geschrieben, wie er die Bodenspekulation einschränken würde. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wohnen-die-verdraengte-herausforderung-der-steigenden-baulandpreise-1.3744678?reduced=true (€)

  58. Vorschläge zum Umgang mit Boden aus der Schweiz:
    https://tageswoche.ch/politik/jacqueline-badran-die-mieten-der-schweiz-sind-40-prozent-zu-hoch/

    Kurzfassung: Boden verstaatlichen, Pacht verlangen, sämtliche Steuern könnten aufgehoben werden

  59. Über Bildungschancen und soziale Differenzierung:

    Es gibt halt Dinge, die sowohl erblich sind als auch mit Bildungs- und deswegen auch allgemeinen Erfolgschancen zu tun haben: IQ (ja, sie ist echt), Schönheit (auch wenn dies zum Teil ein soziales Konstrukt ist), Sitzfleisch, physische Stärke sind Beispiele, die mir spontan einfallen. Sie sind mindestens zum Teil erblich. Es ist egal wie viel oder wie wenig – sobald sie auch nur 1% erblich sind (und sie sind weit mehr als das), dann können wir zwangsläufig erwarten, dass der Bildungs- und Lebenserfolg auch mindestens zum Teil erblich sind. Wenn dies nicht eintritt, wenn wir etwa entdecken sollten, dass das Elternhaus gar nichts mit Erfolg zu tun hätte, dann könnten wir schlussfolgern, dass der Erfolg -zufällig- verteilt wird – nicht gerecht, nicht leistungsorientiert. Also ist der Befund, dass in Deutschland der Erfolg zum Teil vererbt wird, zunächst kein Skandal. Es ist folglich auch kein Skandal, dass Bildung in Deutschland irgendwie mehr mit dem Elternhaus zu tun hat als sonst wo. Es _könnte_ das bedeuten. Vielleicht ist das ungerecht. Vielleicht ist es aber gerechter, weil in einem gerechten System diese Erfolgsvoraussetzungen zum Tragen kommen.
    Es kommt eben darauf an, womit wir als Gesellschaft Erfolg verknüpfen wollen.
    Man kann sicherlich darüber streiten, in welchem Maße dies der Fall sein sollte. Wir müssen als Gesellschaft genau hinschauen und entsprechende Maßnahmen durchführen oder unterlassen. Wir müssen aber vermeiden, jedes ungleiche Ergebnis, jede ungleiche Verteilung, jede Proportion, die der allgemeinen Demographie nicht entspricht, automatisch als Versagen oder Diskriminierung oder Ungerechtigkeit wahrzunehmen. (Dies gilt natürlich ganz besonders in der Geschlechterdebatte.)

  60. http://www.fr.de/politik/bundestagswahl/groko-gabriel-schiesst-gegen-spd-fuehrung-a-1444470

    Gabriel scheint ehrlich getroffen, dass er das AA abgeben muss. Wie naiv kann man denn bitte sein, grade in diesem Intrigantenstadel namens SPD?

    Die Mehrheit der SPD-Anhänger (nicht Mitglieder) soll übrigens für eine GroKo sein. Wie auch nicht, wenn überproportional viele Schlüsselpositionen der Macht an die SPD gehen. Da mag im Koalitionsvertrag stehen was will – und auch da stehen jede Menge SPD Dinge – umgesetzt, oder auch nicht umgesetzt wird durch die Ministerien. Und das Geld hat der Finanzminister. Die SPD kann in den nächsten vier Jahren dieses Land inhaltlich prägen (mit nur 20 Prozent der Wählerstimmen!) und Merkel noch mal großzügige Mutti sein.

  61. Hallo zusammen,

    mir ist aufgefallen, dass es mehrere Versionen des Koalitionsvertrags gibt.
    https://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2013/2013-12-17-koalitionsvertrag.pdf?__blob=publicationFile&v=2
    https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/download-koalitionsvertrag-quelle-spd-100.html
    Bei einem Anruf im Willi Brandt Haus wurde mitgeteilt, dass die SPD Basis über das vom mdr veröffentlichte Dokument abstimmen soll. Die CDU hingegen hat bestätigt, dass das von der Bundesregierung veröffentlichte Dokument valide sei.
    Weiß jemand was es damit auf sich hat?

    Mit freundlichen Grüßen

  62. Nach dem Versailler Vertrag ist der aktuelle Koalitionsvertrag das Beste, dass die SPD jemals ausgehandelt hat.
    #Weiterso #Füreinstarkesdeutschland #Werwillschonmitseinerfamiliezusammensein #Hauptsacheminister

    • Die Ironie ist bekanntlich in Deutschland kennzeichnungspflichtig.

      Falls das nicht ironisch gemeint ist: Es ist natürlich quatsch zu behaupten, die SPD hätte den Versailler Vertrag “ausgehandelt.” Gehandelt wurde ohne deutsche Beteiligung.

      Die Obrigkeit des Kaiserreiches war zu feige, für die von ihr selbst eingebrockte Niederlage den Kopf hin zu halten.