LdN080 Sondierungssondierungen, Österreich, Uber, Bundeskartellamt vs Facebook, Medizinstudium, US-Steuerreform

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| 92 Kommentare

Die letzte Lage des Jahres 2017 ist eine “Lage Live” mit 100 Gästen aus dem Sankt Studio in Kreuzberg. Es war ein Spaß! Das Video folgt. Danke fürs Kommen, danke fürs Zuhören und habt ein paar schöne Tage! Die nächste Lage dann am 5.1.2018.

Sondierungssondierungen

Sigmar Gabriel als Philosoph

Österreichs neue Regierung 

EU-Rechtsstaatsverfahren gegen Polen

EuGH: Uber verliert vor dem EuGH

Bundeskartellamt: Facebook missbraucht marktbeherrschende Stellung

BVerfG: Urteilsverkündung zu NC in der Medizin

USA: Steuerreform 

Umwelt-Geld für Kommunen

Städte warten auf Geld vom Mobilitätsfond (Badische Zeitung)

Hausmitteilung II

92 Kommentare

  1. Hallo,
    auch wenn der Kommentar hier vermutlich etwas spät kommt möchte ich mich noch gerne zur ausufernden Werbedebatte äußern.

    Ich gehöre zur vielbesprochenen Gruppe der finanziell schwachen. So gern ich den Podcast mit einem Abo unterstützen möchte lässt es mein Budget leider nicht zu, also bin ich der Werbung quasi alternativlos ausgeliefert.
    Allerdings empfinde ich diese nicht als Be- sondern als Entlastung. Ich möchte den Podcast unterstützen, kann es aber nicht direkt. Nun habe ich die Möglichkeit durch meine pure Aufmerksamkeit auch etwas für den Podcast zu tun indem ich ihm Clicks verschaffe.
    Das mir die Werbung dabei als native Advertising lieber wäre oder mir die Lautstärke zu hoch ist ist dabei Wohlfühlkritik auf sehr hohem Niveau und für mich nur eine Nebensache.
    Ich sehe eher das mir hier trotz meiner Mittellosigkeit Information und Unterhaltung geboten wird.

    Auch die Gefahr das es den Inhalt korrumpieren könnte sehe ich eher nicht.
    Die allgemeine Gesellschaftsdebatte über Fakenews und gekaufte Journalisten hat glaube ich dazu geführt, dass die Leute glauben derartige Klauseln die Inhalte betreffen o.ä. wären die Normalität im Nachrichtengeschäft.
    Ich dagegen glaube immernoch das jede Nachrichtenredaktion die etwas auf sich hält solche Geschäfte prinzipiell nicht eingehen würde. Und die Herren die diesen Podcast betreiben haben diese Reputation, zumindest bei mir persönlich, eindeutig aufgebaut.

    Dieser Kommentar wird bestimmt vielen zu positiv erscheinen, aber da im Internet die Negativstimmen ja meist die lauteren sind habe ich mir mal erlaubt ein bisschen undifferenziert positiv zu sprechen.

    Ich zumindest freue mich sehr auf die neue Folge.
    Danke und macht weiter so!

  2. Hallo,

    bevor die neue Folge kommt, möchte ich auch noch meinen Senf zur Werbung abgeben. Ich habe nicht alle Kommentare im Detail gelesen, deswegen seht es mir nach, wenn es bereits erwähnt wurde.
    Mein Problem mit Werbung bei Informationsmedien ist, dass an einem gewissen Punkt die Inhalte durch die Werbung beeinflusst werden. Ich kann natürlich nicht sagen, wie die Verträge aussehen, die Ihr mit den Unternehmen schließt, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass da Klauseln drin sind, die eure Inhalte betreffen.
    Ich gehe zwar davon aus, dass ihr euch persönlich nicht davon beeinflussen lasst, aber da ihr die Verträge nicht öffentlich machen könnt,(oder?) kann ich persönlich nur davon ausgehen, dass ihr, solange ihr Werbeverträge habt, irgendwelche vertragsrechtlichen Fesseln mit euch rum schleppt, die eure Objektivität beeinträchtigen.

    Gruß

    Matthias

    • Wie wir schon x-fach erzählt haben gibt es (natürlich) keinerlei derartige Klauseln und auch sonst keine inhaltliche Einflussnahme. Unser Interesse an Werbeeinnahmen steht aber natürlich in einem direkten Verhältnis zu den Einnahmen aus den Plus-Abos ;)

  3. Hallo,
    endlich habe ich den Weg gefunden in LDN einen Kommentar loszulassen (Podcast bis zum Schluß gehört). Jetzt müßt ihr wohl damit leben :)
    “sozial schwach” hat meinem Empfinden nach eher die Bedeutung einer Person, die sich schwer in eine Gesellschaft einfügen kann. Man könnte es auch umgangssprachlich als Abstufung vor asozial verstehen. Von daher nicht so hübsch, aber he’ das ist ein Diskussionspodcast. Wenn man erst jedes Wort so präzise abwägen würde, käme gar keine Diskussion zustande.
    Eine Person die nichts in der Tasche hat ist arm. Und arm zu sein ist keine Schande. Die Diskriminierung liegt eher darin, das Wort aus falscher Rücksichtnahme nicht zu verwenden und zu tabuisieren. Ich finde, man kann das Wort “arm” getrost verwenden oder alternativ “finanziell schwach”.

    Freue mich schon auf den nächsten Podcast,
    Petro Pantero

  4. Hallo Ulf, Hallo Philip

    Ihr habt gemeinsam mit den Lesern ein spannendes Lage-Jahr gestaltet. Vielen Dank dafür, macht weiter so!
    Im Neuen Jahr wünsche Euch weiterhin so viel Engagement und Begeisterung und persönlich nur das Beste, vor allem bleibt gesund.

    Als Anregung für 2018 – Wenn Ihr regelmäßig wiederkehrende Themen über die bisher 80 Folgen “verschlagworten könntet”, um sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal in der zeitlichen Reihenfolge “nachhören” und rekapitulieren zu können, z. B. Fall Amri, AfD, Trumpsinn :) , fände ich das sehr hilftreich.

  5. Ich finde es scheiße, wenn Ihr Leute, die arm sind, als “sozial schwach” bezeichnet. Danke auch.

  6. Moin ihr beiden,
    da ihr in dieser Folge nicht sicher wart, wie ihr die Minuten-Jobs beschreiben sollt:

    Ich bin kürzlich über die Folgenden Begriffe gestolpert:
    “… the “gig”, “on-demand”, “sharing”, “peer-to-peer” or “platform” economy, such as Airbnb, Uber, TaskRabbit and so on.”
    aus:
    Scarpetta, S. (2016). What future for work? OECD Policy Forum. [online]
    Available at: http://oecdobserver.org/news/fullstory.php/aid/5433/
    What future for work .html

    Ein passendes Schaubild zu eurer Aussage ist hier zu finden:
    Thirgood, J. & Johal, S. (2017). Digital Disruption. SSRN Electronic
    Journal. https://doi.org/10.2139/ssrn.2988962 auf Seite 27

    Viele Grüße
    Dominik

  7. Dieser Podcast stellt aus meiner Sicht eines der besten Medienangebote im deutschsprachigen Raum dar.

    Es absolut normal, dass Ulf und Philip die Zeit und die Energie, die sie in dieses Format stecken, auf verschiedene Weisen monetarisieren. Ich betrachte es daher auch nicht als notwendig, dass über die Einnahmen Transparenz hergestellt wird. Es handelt sich hier schließlich nicht um einen gemeinnützigen Verein oder Stiftung, sondern um ein professionell erstelltes Medienangebot auf einer privatwirtschaftlichen Plattform.

    Die Ausgestaltung der Werbung obliegt allein der Podcast-Redaktion und den Werbekunden und sollte sinnvoller Weise zur Hörerschaft passen. Hier den richtigen Ton und Inhalt zu treffen ist sicherlich bei jeder neuen Werbeplatzierung eine Herausforderung. Vielleicht hilft es, darüber nachzudenken wie man den Erfolg einer Anzeigenschaltung messbar machen kann, z.B. in Form von spezifischen Promocodes. Dann wird man ja sehen, ob die Anzeige in Form und Inhalt den Nerv des Publikums getroffen hat. So kann die Redaktion dann auch die Werbekunden besser beraten und die Hörer erhalten sinnvolle Produktplatzierungen.

  8. “24. Dezember 20179:52
    Ulf
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Werbung für Galeria Kaufhof sinnvoll ist, sonst hätten sie sie nicht gebucht. Kaufhof richtet sich mit seinem Angebot ja an die gesamte Bevölkerung, und die Hörerinnen und Hörer unseres Podcast sind tendenziell überdurchschnittlich kaufkräftig.”

    Sorry, aber das halte ich für Quatsch.
    Ihr habt mit eurer Umfrage eine Datengrundlage geschaffen, damit die Agentur euch Werbung einkaufen kann. Ich denke aber, ihr könnt z.B. nicht herausfiltern, wieviele der ‘überdurchschnittlich kaufkräftigen Hörer’ sich durch ein Abo von der Werbung freikaufen. Oder gibt es da Zahlen??

    Außerdem bezweifle ich, dass Kaufhof die Werbung bei euch extra gebucht hat. In der Regel läuft das ja so, dass denen von der Agentur eine Kombi angeboten wird: “5 Radiostation mit x Ausspielungen für y Euro” oder “5 Radiostationen mit x Ausspielungen und 2 Podcasteinsätzen für z Euro”.
    Kaufhof hat sich dann für Variante 2 entschieden (in der Regel ist der Aufpreis zwischen y und z gering); das erklärt auch den Einsatz des ‘normalen’ Radiospots.

    Respekt an die Agentur, dass sie das geschafft hat; gewirkt hat die Werbung wohl nicht (schaut euch die Kommentare an.
    Auch ich habe beim ersten Einsatz des Spots gedacht, ihr wollt uns trollen. Zumal eine andere Werbeform von euch angekündigt worden war…

  9. Nochmal zum Verfahren gegen Polen.
    Ihr habt korrekterweise allen verraten, dass die Rechtslage zur Ernennung der obersten Richter in Deutschland ebenfalls kritisiert wird und habt es dann heruntergespielt mit Aussagen, dass in diesem Land keiner die Missbrauchsmöglichkeit genutzt hat. Gleichzeitig habt ihr ausgesagt, dass die Sitze stillschweigend zu gleichen Teilen mit Kandidaten besetzt werden, die ideologisch einer der beiden großen Parteien zugeschrieben werden können. Was ist daran demokratisch? Warum sollen eigentlich Kandidaten nicht durch das Parlament ernannt werden? Wo steht in der EU Charta oder dem EU Vertrag, wie man die Gewaltenteilung zu realisieren hat. Und wenn es irgendwo steht, warum wurde es nicht auch in DE umgesetzt? Und zuallerletzt die Frage, wo bleibt den das Verfahren nach dem Artikel 7 des EU Vertrages gegen Deutschland?

    • Der wichtige Unterschied zwischen Polen und Deutschland besteht darin, dass der politische Einfluß/Aufsicht über die Justiz im einen Fall konfrontativ ausgeübt wird, um die Machtposition der Regierung zu stärken, im anderen Fall konsensual.

  10. Hallo ihr beiden,

    ich höre die Lage jetzt ungefähr einem halben Jahr sehr gerne und regelmäßig und finde die Auswahl der Themen sehr gut gelungen.

    Natürlich sprecht ihr im Moment viel über die SPD und da sie mal wieder das Zünglein an der Waage ist und wieder einmal staatspolitische Verantwortung zeigen muss, scheint mir das auch gerechtfertigt zu sein. Die SPD ist in der Tat in einer schwierigen Position, in die sie sich aus meiner Sicht nicht alleine hinein befördert hat.

    Ich bin etwas überrascht, dass ihr bei jeder sich bietenden Möglichkeit den Stillstand der großen Koalition aus den letzten vier Jahren beklagt (zu Recht aus meiner Sicht!) und euch jetzt in den letzten beiden Folgen aber geradezu lustig darüber macht, dass die SPD jetzt Sondierungsgespräche mit der Union führen wird. “Die kennen sich doch schon ewig”, war die Begründung.

    Ich sehe darin einen großen Widerspruch. Auch wenn die SPD teilweise sicher nicht unschuldig am “Stillstand” war/ist, ist sie schon eher der Motor als die Union, auf deren überschaubaren Inhalte ihr ja am Rande auch verweist. Was ist also falsch daran, dass die SPD jetzt mit ihren (Wahlkampf-) Themen in Gespräche geht, um einen Neustart zu versuchen? Und wenn man in einer Woche Sondierung merken sollte, es macht keinen Sinn, lässt man es. Warum darf die SPD nicht zehn Tage sondieren, wenn Jamaika vier Wochen hatte?

    Sie haben nun einmal keine andere Möglichkeit als mit der Union. Die Wählerinnen und Wähler haben – warum auch immer – so entschieden. Die Union hätte es mit etwas mehr Engagement schaffen können, eine Regierung ohne die SPD zu bauen. Warum sollte die SPD jetzt so tun, als wäre nichts gewesen und einfach so mit der Union weitermachen?

    Und noch etwas zur Führungsstärke von Martin Schulz: Wir sind uns einig, dass die Aussage “keine GroKo” am Montag nach dem Jamaika-Ende nicht hätte sein müssen. Aber grundsätzlich bin ich als (nicht naives) SPD-Mitglied froh darum, dass da oben nicht immer noch jemand sitzt, der glaubt, alles zu wissen, in einer Situation, in der kaum jemand in der Partei weiß, was jetzt der richtige Weg ist. Ich glaube Martin Schulz das “ergebnisoffen” und ich bin mir nicht so sicher wie ihr, dass er sicher eine GroKo möchte.

    Und ein letztes: Der Namensbeitrag von Sigmar im SPIEGEL ist eine Frechheit aus vielen Gründen: Der Zeitpunkt, die Arroganz, der Anschein, als hätte er mit all dem, was er da beschreibt, nichts zu tun und vor allem der Unsinn, den er zu Industriearbeitsplätzen vs. Umwelt, innere Sicherheit vs. Datenschutz und vielen anderen Dingen schreibt, die ihr ja treffend beschrieben habt.

    Danke für eure Arbeit und einen guten Rutsch!

    P. S.: Werbung fand ich eher amüsant und 2×15 Sekunden finde ich nicht “unerträglich”. Macht, wie ihr das denkt. Wenn es mich nervt, muss ich halt ein Plus-Abo klicken. :-)

  11. Hallo ihr beiden,
    ich finde es an sich OK das ihr Werbung schaltet, auch das ihr einen Dummen gefunden habt der Werbung für etwas macht was für mich in der Vergangenheit liegt ist für mich kein Problem.
    Aber: warum schreit mir die Frau so ins Ohr? Das ist je genau so Mist wie im Fernsehen, wo die Werbung gefühlt doppelt so laut ist wie das Programm.
    Ich höre in der Regel mit Kopfhörern und finde das wirklich mies, bin aber optimistisch, das ihr in Zukunft besser abmischt.
    Grüße
    Michael

    • Machen wir – wir diskutieren gerade intensiv, ob Phil da weiter auf Auphonic vertrauen oder die Werbung nicht lieber manuell reinschneiden sollte, gell Phil? ;)

  12. Hallo liebes Lage der Nation Team,
    hallo Philip, hallo Ulf,

    ich höre den Podcast seit Langem regelmäßig mit großer Freunde und viel Gewinn. Und will meinem Kommentar daher zuballerst ein großes Lob voranstellen und mich als Fan outen. Klasse, was ihr jede Woche im Podcast anbietet!

    Ich komme wie Ulf aus der juristischen Ecke und war lange beruflich im Bereich Datenschutzrecht aktiv (derzeit „nur noch“ wissenschaftlich). Ich höre also besonders bei den Themen Digitalisierung, Datenschutz und Bürgerrechte mit besonderem Interesse zu.

    In Episode 80 der LdN wurde kurz das Thema Social-Media-Plugins angesprochen und die rechtlichen Probleme bei ihrem Einsatz diskutiert. Ulf verwies dabei auf die von heise verantwortete Opt-In-Lösung („shariff“) hin, die die Social Sharing Buttons hinter einem zusätzlichen Schalter verbirgt und so verhindert, dass beim Besuch der Webseite automatisch eine Verbindung zu dem Social Media Anbieter aufgebaut wird. Ulf pries diese Lösung als “optimal”.

    Dazu möchte ich kurz einen Kommentar abgeben. Die Lösung ist meiner (sowie der weiterer Datenschutzrechtler) Ansicht nach nämlich weder ideal noch grundsätzlich überhaupt eine echte Lösung. Der vorgeschaltete Opt-In erreicht im Grunde nur eines: Die Besucherin kann selbst bestimmen, ob und wann die Social Media Anbieter erfahren, das man die Seite besucht hat. Entscheidet sie sich als Ausdruck ihrer Selbstbestimmung dafür, den Sharing Button freizuschalten, werden aber in vollkommen unveränderter Art und Weise ihre personenbezogene Daten an den Social Media Dienst gesendet und dort durch den Anbieter selbst sowie private und staatliche Dritte weiterverarbeitet. An alledem ändert der Opt-In nichts, er macht dieses Vorgang höchstens transparenter.

    Datenschutzrecht dient aber (entgegen hartnäckiger gegenteiliger Ansichten) nicht nur der Selbstbestimmung als Teil des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art. 2 I + Art. 1 I GG), sondern dem systematischen Schutz aller Grundrechte (das Bundesverfassungsgericht verweist im Volkszählungsurteil beispielsweise auf die Versammlungsfreiheit). Datenschutzrecht hat genauso wenig (nur) das Ziel, Datenverarbeitung transparenter zu machen wie das z.B. beim Recht auf körperliche Unversehrtheit der Fall ist. Hier wie dort soll die Gefahr (Verarbeitung von Daten bzw. Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit) nicht nur transparenter gemacht werden, sondern diese idealerweise auch tatsächlich verhindert werden. Ansonsten könnte man ja auch einfach einen Warnaufkleber mit dem Hinweis „Achtung, keine Bremsen“ auf ein PKW-Lenkrad kleben und schon wäre dem Aspekt der Selbstbestimmung im Straßenverkehr genüge getan. Einen Schutz für die körperliche Unversehrtheit der Straßenteilnehmer würde da aber wohl niemand von uns annehmen wollen.

    Die Datenverarbeitung, die soziale Netzwerke durchführen, hat aber nicht nur Relevanz für die Selbstbestimmung, sondern für alle grundrechtlichen Freiheiten wie etwa Meinungsfreiheit, Freiheit der Religionsausübung oder eben auch die Versammlungsfreiheit. Philip sagte das in dieser Folge ja ganz treffend: Die Meinungsbildung im Internet ist kaputt. Und das liegt eben zu einem nicht unerheblichen Teil auch daran, dass Facebook, Twitter & Co. in einem solchen Umfang Wissen über Menschen angesammelt haben, dass sie in die Lage versetzt wurden, öffentliche demokratische Diskurse zu manipulieren, zu steuern und zu verzerren. Die Daten, die ihnen diese Macht verleihen erhalten sie u.a. auch durch Social Media Plugins. Diesen Plugins nun schlicht einen Opt-In vorzuschalten ist im Grunde nichts anderes als eine Fassade und ändert an den datenschutzrechtlichen Problemen rein gar nichts.

    Hinzu kommt, dass der EuGH im Schrems-Urteil (Az. C-362/14) gerade den anlasslosen Zugriff staatlicher Dritter auf die bei Facebook, Twitter & Co. vorhandenen Daten als besonders kritisch angesehen hat. In Rz. 94 des Urteils sprach er sogar erstmals davon, dass dieser Zugriff den Wesensgehalt von Grundrechten verletzt. Der Eingriff in den Wesensgehalt (Art. 19 II GG) allerdings ist jdf. nach einer verbreiteten deutschen Lesart keiner Rechtfertigung mehr zugänglich. Hinsichtlich einer solchen Weiterverarbeitung, über die die Besucherin vor Freischaltung des Shariff-Buttons zudem wohl aufzuklären wäre, hilft dann auch die Einwilligung der Einzelnen nicht mehr.

    Vor diesem Hintergrund möchte ich die Lösung von heise angesichts ihrer technischen Qualität zwar nicht klein reden, tatsächlich ändert sie an dem eigentlichen datenschutzrechtlichen Problem aber nichts. Ideal ist sie schon gar nicht, höchstens eine Verlegenheitslösung angesichts der faktischen Abhängigkeit von derartigen Diensten.

    Beste Grüße

    Malte Engeler

    PS: Übrigens: Die Frage, ob Seitenbetreiber beim Einsatz der Social Media Plugins überhaupt verantwortlich sind für die Erhebung und Verarbeitung der Daten (selbst und durch die Social Media Anbieter), wird ebenfalls gerade vor dem EuGH geklärt (Az. C-210/16 und Az. C-40/17).

    • Hallo Malte,

      ich stimme da zu: Was wir gebaut haben ist in der von Dir benannten Hinsicht eher ein Work-around als eine Lösung des generellen Datenschutzproblems rund um die Datenerhebung von sozialen Plattformen. Unser Ziel war es, den Website-Besucherinnen und -Besuchern wenigstens die Möglichkeit zu geben, die ungefragte Übertragung außerhalb der Plattformen zu verhindern. Darum geht es ja in dem Mißbrauchsverfahren des Bundeskartellamts gegen Facebook: Die Behörde hat sich ausdrücklich darauf konzentriert und die Erhebung innerhalb der Plattform nicht thematisiert.

      Das ändert natürlich nichts daran, dass die Erhebung- und Verarbeitung der “Blackboxes” Facebook, Twitter, Google usw. datenschutzrechtlich mindestens fragwürdig – imho teilweise auch widerrechtlich – ist. Ich verstehe den c’t-Shariff als Maßnahme gegen den totalen Kontrollverlust – also mehr als einen Aufkleber “Achtung, keine Bremsen”. Die Ursache der Probleme können wir als Medium nur immer wieder thematisieren und in den Diskurs werfen, aber nicht beheben;-)

      Viele Grüße
      Holger

      • Hallo Holger,

        danke für deine Rückmeldung, die auf mich einen erfreulichen differenzierten Eindruck macht. Workaround im Sinne eines “immerhin etwas” scheint mir da durchaus eine brauchbare Bezeichnung zu sein. Eine echte Lösung oder gar “ideale Lösung” zu bieten, war meinem Eindruck nach auch nie der Anspruch der heise Lösung.

        Gruss

        Malte Engeler

  13. Moin Ihr Beiden,

    eine Ergänzung hätte ich noch zur Facebook-Kartellamts-Story: Wir haben die von uns entwickelte 2-Klick-Lösung ja nicht nur bei uns selbst eingebunden, sondern stellen sie als Open Source jedem Website-Betreiber inklusive Anleitung via Github frei zur Verfügung, als c’t-Projekt “Shariff”, siehe:
    https://github.com/heiseonline/shariff
    Vielleicht wäre das noch eine Ergänzung wert.

    Viele Grüße
    Holger (c’t)

  14. Anmerkung zum Thema NC für Medizin: Das reiche Deutschland beutet hier auf ziemlich üble Weise seine osteuropäischen Nachbarländer aus. Wir halten seit vielen Jahren deutlich weniger teure Medizinstudienplätze vor als es dem Bedarf (gemessen an den tatsächlich frei werdenden Stellen, nicht an irgendwelchen Wunschvorstellungen) entspricht. Die Lücken werden mit tausenden Ärzten aus Ungarn, Tschechien, Polen oder Rumänien gefüllt. Wer mal in einer für deutsche Jungmediziner eher unattraktiven, dünn besiedelten Region ( z.B. Hunsrück, Bayerischer Wald, Vorpommern) ein Krankenhaus betritt, merkt schnell, welche Dimensionen der (für Deutschland) kostenlose Mediziner-Import mittlerweile angenommen hat. Auch Praxisnachfolger in solchen Gegenden kommen immer häufiger aus Osteuropa. Wir überlassen unseren Nachbarn die teure Ausbildung – und die müssen damit leben, dass viele ihrer aufwändig geschulten Ärzte in den Westen “rübermachen” – weil sie dort weitaus mehr verdienen als in ihrem Herkunftsland.

    • Ein Medizinstudienplatz ist einer der teuersten Studienplätze überhaupt. Diese werden nicht vom Bund finanziert, sondern von den Ländern. Jeder zusätzliche Medizinstudienplatz kostet also direkt Erzieherinnen, Lehrer, Polizisten oder ggf. auch Richter. Insoweit ist die jetzige Zahl der Studienplätze eine politisch Entscheidung, die wohl nicht zu bemängeln ist. Dass sich dann die fertig ausgebildeten Ärzte nicht an den Orten niederlassen, wo man sie braucht, hat nichts mit der Zahl der Ausbildungsplätze zu tun.

      Die rumanischen oder bulgarischen Ärzte kommen auch vor allem aus diesen Ländern, weil die politische und wirtschaftliche Lage (trotz EU) dort unten nur noch hoffnungslos ist und weil trotz EU-Mitgliedschaft die Länder immer noch nicht gehaltsmäßig zu den normalen EU-Ländern aufgeschlossen haben.

      Wo man hier Deutschland einen Vorwurf machen kann, ist mir wirklich schleierhaft.

      • Ein Medizin-Studienplatz muss keine Lehrer, Richter etc. kosten, denn der Staatshaushalt ist kein reiner Verschiebebahnhof – man könnte ja auch mal über höhere Einnahmen nachdenken …

  15. Zur Werbung: Ich wüsste da auch keine gute Lösung. Wenn ihr sie einsprecht, heisst es von anderen, dass das zu manipulativ ist. Zu native.

    Was man aber den Werbekunden vielleicht vermitteln kann: Brüllen in Podcasts ist keine Lösung.. die Leute haben euch oftmals direkt auf dem Ohr und damit gewinnt ihr nichts. Da muss auch die Werbewirtschaft mal Neues ausprobieren.

    mfg
    mh

    • Man muss nicht jeden Jingle, der angeboten wird, auch nehmen. Ist eine freie Entscheidung der beiden. Wenn ihr ihn jetzt dennoch hört, wisst ihr ja, wie die Entscheidung ausgegangen ist. ;)

  16. Thema Diesel und neue Förderprogramme:

    – das „Sofortprogramm saubere Luft“ baut größtenteils auf bestehenden Programmen auf: „Für die einzelnen Maßnahmen des neuen Sofortprogramms wird so weit wie möglich auf bestehende Förderprogramme zurückgegriffen“, vgl. https://m.bundesregierung.de/Webs/Bregm/DE/Themen/Saubere-Luft/_node.html

    – das größte Förderprogramm des letzten Jahres im Bereich Verkehr wurde aus dem Energie- und Klimafonds finanziert: „Die Mittel für die Maßnahmen des Paketes sollen aus dem Sondervermögen “Energie- und Klimafonds” bereitgestellt werden.“, vgl. https://m.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/07/2016-07-01-elektromobilitaet-kaufpraemie-startet-ab-2-juli.html

  17. Schöne Sendung mal wieder.

    Ich finde, Ihr könnt den Hörer_innen ruhig guten Gewissens “schöne Weihnachten” wünschen, bevor hier noch jemand den Ausverkauf des angeblich christlichen Abendlandes wittert. Weihnachten ist inzwischen für Viele ein Konsum- und Familienfest. Atheisten oder Angehörige anderer Religionen dagegen werden sich auf ein paar freie Tage freuen und dürften den Wunsch daher eigentlich nicht als ūbergriffig empfinden. oder?

    Also wozu der Eiertanz? Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch!

  18. Kleine Anmerkung noch zu euren Festtagswünschen: Ich glaube nicht, dass es zu “christlich” ist, wenn man mal “Fröhliche Weihnachten” wünscht. Abgesehen davon, dass es wohl auch kaum ein Fest gibt, was christlicher als Weihnachten ist, was ist daran eigentlich so anstößig, wenn man die Herkunft des Festes mal nicht verschleiert?

  19. Hallo ihr zwei, vielen Dank für den wie immer sehr informativen und die Dinge gut einordnenden Podcast. Ich freue mich schon auf eure Live-Version in Hannovers Pavillon, zu der ich ein Ticket besitze. Dazu habe ich jedoch auch gleich eine Bitte bzw. eine kleine Kritik zu der vorliegenden Live-Lage aus Berlin: Ich habe mir die ersten 20 Minuten der YouTube-Version angeschaut und festgestellt, dass es eigentlich keinen Unterschied zu einer Audioversion mit Standbild gibt. Frage: Könnt ihr beim Podcast mit Publikum nicht selbiges ein wenig mehr einbeziehen, damit man auch merkt, dass es überhaupt da ist? Beispielsweise könnte man hin und wieder eine Frage ans Publikum richten, um ein Stimmungsbild zu bekommen, oder zu manchen Themen auch im Vorfeld Meinungen einholen und dann gezielt (nach Absprache) Zuschauer mit dedizierten Meinungen / Fragen kurz zu Wort kommen lassen, um anschließend darauf einzugehen. Ich fände es toll, wenn ihr das Format der Publikumssendung hier noch etwas weiterentwickeln würdet, vielleicht schafft ihr das ja noch bis zum Hannover-Event. Ansonsten weiter so!

    • Hallo Andreas, vielen Dank für die Anregung zum Thema Live – Sendung. Wir haben bei der ersten Lage live das Publikum eingebunden, fanden aber, dass das weder im Saal noch vor allem bei der Podcast-Fassung funktioniert hat. Die Fragen waren eher skurril, und wir fanden, dass sie eigentlich keinen Gewinn gebracht haben. Aber wir sind natürlich weiter offen für Vorschläge, wie man das Publikum sinnvoll einbeziehen könnte.

      • Hatte ich nicht in Erinnerung, dass ihr das schon mal ausprobiert habt. Ich muss auch sagen, dass mich auch andere Podcasts mit Publikum bislang noch nicht überzeugt haben. Sinnvolle Beiträge kommen spontan selten zustande. Dann sollte man lieber Fragen und Anmerkungen per Twitter oder so sammeln und einen kleinen Block einbauen, ähnlich wie bei Hart aber Fair. Dazu müsstet ihr aber jemanden im Backend haben, der das kuratiert. Oder vor dem Abend die Themen bekanntgeben und schon vor der Sendung die Beiträge zusammenstellen. Alles mit ziemlichem Aufwand verbunden. Vielleicht sammelt ihr noch weitere Ideen, bevor ihr da was macht …

    • Mir gefallen Sendungen, in denen das Publikum mit einbezogen wird, tendenziell eher nicht.
      Ich denke, dass ist eine ganz eigene Sache, die einen enormen Aufwand verlangt, um etwas Substanzielles rauszuziehen.
      Gruß
      Matthias

  20. Kann mir eigentlich mal jemand genauer erklären warum deutsche Taxi Unternehmen (also in Berlin gesehen) mit Werbung für Uber rumfahren? Woanders wird gestreikt und Uber Fahrzeuge in Brand gesetzt, und hier machen die Werbung für ihre halb legale Konkurrenz. Hab mal einen Taxifahrer gefragt, der meinte nur, hat sein Chef entschieden..

  21. Ein Jahr mit der Lage der Nation geht dem Ende zu. Vielen Dank für komprimierte Berichterstattung über die Wesentlichen Themen der Politik aus Deutscher Sicht!

    Ich höre die LdN auch mit Werbung gerne. Wobei der allererste Spot schon eine Überraschung war, aber irgendwie eine amüsante. Vielleicht wenn schon Jingle, dann etwas die Lautstärke runter nehmen, dann erschrickt man nicht so oder ankündigen wie dieses Mal.

    Zum NC-Urteil: ich vermisse in der sich entfaltenden Diskussion die Auswirkung auf andere Studiengänge. Ehrlicherweise ist es auch bei anderen Berufen nicht anders: auch der angehende Psychologe, Architekt etc. pp. der durch Studiengänge muss wo Anzahl der Plätze << Anzahl der Bewerber hat vorher eine Selektion zu bestehen. Da kann doch nicht anderes gelten als für Ärzte. Also müssten alle Verfahren auf den Tisch. Die Folge? Die Abi-Note verliert ihre normierende Kraft. OK, klingt heute schon lächerlich angesichts der Unterschiede zwischen meinetwegen Bayern und Nordrhein-Westfalen. Trotzdem: kann das das Ziel sein?

    Eine schöne geruhsame Zeit!
    VDZ

  22. Hallo Ihr, zur Werbung… Könntet Ihr in guter Podcast Tradition bitte transparent damit umgehen und mal veröffentlichen, welche Einnahmen so ein Werbespot generiert? Im Aufwachen! Podcast wurden die Einnahmen für so einen Einspieler bei Eurer Reichweite auf einen niedrigen 5 stelligen Betrag geschätzt. also gute 100.000 € Ist das zutreffend?

    Also, wieviel Geld bekommt Ihr für die Werbung? Das ist keine rhetorische Frage. Bitte um Antwort. gerne in der Sendung, um die Transparenz für alle Hörer sicherzustellen. Danke.

    • Kannst doch leicht die Sekundenpreise für Radiowerbung ergoogeln. Würde mich wundern, wenn da im Monat mehr als ein paar Hunderter rumkommen.

      Plausibilitätscheck: bei einer typischen Profitspanne von 2% im Einzelhandel müsste eine Werbung für 5 Mio zusätzlichen Umsatz sorgen, um Kosten von 100.000 Euro zu rechtfertigen.

    • Wir können zu den genauen Einnahmen aus der Werbung aus rechtlichen Gründen keine Angaben machen.

    • Hallo Christian,
      wenn das Küchenstudio für die eine Werbung 100.000,- Euro bekommt, dann heuer ich bei Philip und Ulf an (Kaffee kochen, Micro halten, Schweiß abtupfen).
      Der niedrigste fünfstellige Betrag ist allerdings 10.000,- Euro;
      100.000,- ist der niedrigste sechstellige Betrag.
      Gruß
      Matthias 🤓

  23. Schon von 2015 – ein BR2-Radiobetrag – ziemlich entlarvend und deprimierend. Dort wird wirklich schön aufgezeigt, wie unserer Gesellschaft das Feindbild des faulen Hartz IV-Empfängers bzw. Arbeitslosen eingetrichtert wurde. Dies lässt sich genauso gut auf den “faulen Griechen” und nun auch auf die “faulen Flüchtlinge” übertragen, was ebenfalls angesprochen wird.

    Deshalb bitte wirklich komplett anhören, so ist es doch ein wirklich wichtiges Thema.:

    “Warum unsere Gesellschaft die Armen verachtet.”

    https://youtu.be/u1vGXrSrgMI

    Spannendes Crowdfunding-Projekt:

    “80 Jahre lang hat Hans Bär nicht mehr Deutsch gesprochen. So lange ist es her, seit seine Heimat zur Hölle wurde. Vor 80 Jahren bestieg er als 14-Jähriger in Hamburg mit seiner Mutter das Schiff nach Buenos Aires. Der Rest seiner Familie blieb zuhause in Wohnbach, Hessen – keiner von ihnen überlebte. Nie wieder kehrte er zurück. Auf den letzten Metern seines Lebens ist sein Wunsch, nochmal zurück zu seinen Wurzeln zu reisen. Wir begleiten diesen einzigartigen Moment mit einem Filmtagebuch.”

    https://www.startnext.com/hansbaer

  24. Hallo, mal unabhängig davon, ob ich was gegen die Werbung habe, oder nicht.
    Wie kann ich als Abonnent den Plus Podcast in AntennaPod abonnieren?
    Bzw. wo finde ich die Anleitung dazu, die ich evtl. übersehen habe?
    Falls es überhaupt geht.

  25. Zum Thema Werbung: Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass sich Menschen über Werbung in für sie kostenlose Inhalte aufregen. Anders als im Radio / TV hat man bei euch die Möglichkeit, gegen Bezahlung die Werbung auszuschalten. Das Konzept finde ich super.
    Falls ihr es noch schafft, Werbepartner zu finden, die besser zum Konzept der Lage passen, wäre das schön. Zeitgebundene Werbung für den Offline-Einkauf in einem Online-Medium welches das zeitsouveräne anhören hoch hält, ist schon ziemlich schräg.

    Ich wünsche euch frohe Feiertage und freue mich auf viele weitere Lagen im kommenden Jahr.

  26. Hallo zusammen,

    Nur eine kleine Anmerkung zum individual mandate in den USA. Die Abschaffung selbiger wird nicht dafür sorgen das die Reichen rausgehen und die Armen drin bleiben sondern genau andersrum. Individual mandate wurde vor allem geschaffen um einen Anreiz zu schaffen eine Krankenversicherung abzuschließen. Die Strafe soll Leuten mit weniger Geld (aber genug um sich eine KV leisten zu können) wehtuen, damit sie ne Krankenversicherung abschließen.
    Sonst sparen sich die gesunden Leute das Geld und nehmen keine KV. Reiche haben in aller Regel eine KV und keinen Berührungspunkt mit dem individual mandate.

  27. Ich finde es etwas erstaunlich, was für dramatische Vokabeln von einigen Hörern in Bezug auf die Werbung gefallen sind – wie Ulf ja selbst gesagt hat, ist der Anteil an Werbung am Gesamtpod auch im Vergleich zu anderen Pods sehr gering. Ja, ich finde diese laute Radiowerbung auch unangenehm, aber wenn da gleich Wörter wie “UNERTRÄGLICH” fallen und man mit Abostop “droht” kann ich mich nur am Kopf kratzen.

    Zum Thema USA hätte man noch auf einen anderen Konflikt zeigen können, nämlich dass ein neues Budget verabschiedet werden muss, um einen “Government Shutdown” wie weiland 2013 zu verhindern. Wegen einer gewissen Zahl an Extremisten bei der GOP brauchen diese die Hilfe der Demokraten um ein nachhaltiges Gesetz zu beschließen. Nun gibt es Druck von der progressiven Basis, hier den Preis hoch zu halten. Zum Beispiel indem man folgendes zu Bedingungen macht:

    1. Die vollständige Finanzierung von Gesundheitsprogrammen. Hier ist vor allem CHIP zu nennen, das Children’s Health Insurance Program. Bis neulich war das noch eine überparteiliche Angelegenheit, aber nun konnte man sich bei den Republikanern nicht durchringen die Kinderkrankenversicherung (!) zu finanzieren.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Children%27s_Health_Insurance_Program

    2. DACA – komplexes Thema- Um es kurz zu halten, sollen dadurch Kinder von illegal eingewanderten Menschen vor einer Deportation bewahrt und stattdessen gefördert werden. Nachdem Trump es beendete muss nun der Kongress per Gesetz einschreiten um die drohende Abschiebung 800.000 Leute (!) zu verhindern.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Deferred_Action_for_Childhood_Arrivals

    Der Kongress hat sich kürzlich auf einen Mittelweg geeinigt, die Deadline einen Monat zu verschieben. Danach wird es wahrscheinlich auf die Demokraten ankommen und darauf ob sie einen Shutdown riskieren wollen um diese Vorhaben durch zu bringen.

    https://www.nytimes.com/2017/12/21/us/politics/house-republicans-government-shutdown.html

  28. Hi,
    vielen Dank für die schöne Folge.
    Mir ist auch aufgefallen, dass über die Abschaffung des individual mandate etwas wenig berichtet wird. Insbesondere ironisch ist es für mich, da es lange Zeit die Republikaner waren die das individual mandate gefordert haben. Und unter anderem ein gewisser Obama das im Wahlkampf noch abgelehnt hatte und erst nach der Wahl im Laufe der Diskussionen auf den Zug aufgesprungen ist. Eine Übersicht der verschiedenen Standpunkte und Claims kann man noch aus dem Wahljahr 2012 bei Politifact nachlesen. http://www.politifact.com/truth-o-meter/article/2012/jun/28/fact-checking-claims-about-individual-mandate/ Die Republikaner schaffen also im Grunde gerade ihre eigene Idee ab.
    Schöne Feiertage,
    Johannes

  29. Ganz ehrlich, die Art Medienhaltung, wie sie in den ersten paar Minuten der Folge mit hämischem Kommentieren von prozeduralen Nichtigkeiten demonstriert wird, trägt mehr zur Politikverdrossenheit bei und beschädigt unsere (sogenannte) Demokratie eher als die vermeintlich hier aufgeführte Farce.

  30. Hallo ihr zwei,

    An dieser Stelle ein allgemeines Feedback.
    Vielen Dank für eure Arbeit, macht einfach weiter so mit der Lage!

    Freue mich darauf, wenn ihr in Stuttgart eine live Sendung macht!

  31. hi.
    Habe leider kaum Zeit, da ich euch beim viel zu späten Koffer packen höre.
    Find den podcast echt gut…bla…bla….

    Aber wollt ihr mir, mit kleinen Mühen auf eurer Seite, einen riesen Gefallen tun und euch mal die Definitionen von Transgender, “Transvestit” usw. anschauen.
    Es wirkt auf mich ein wenig so, als würdet ihr da einfach ein paar Begriffe durcheinander werfen und so unbeabsichtigt Begriffe benutzen, die zu “Fehlzuschreibungen” führen oder auch Begriffe die von “Betroffenen” abgelehnt werden (zb. weil die Begriffe ihnen von außen aufgezwungen wurden und meist einen abwertenden Beigeschmack besitzen; oder weil sie einfach falsche sind, wie “transsexuell” hier wird eine nicht vorhandene sexuelle Komponente suggeriert).

    Vielen Dank

    • Hier muss ich mich leider auch noch anschließen – und zwar “leider”, weil ich da bei Moderatoren, die grundsätzlich so auf nicht-sexistische Sprache achten, wie mir das bei euch aufgefallen ist, eigentlich mehr erwartet hätte.
      Aber gut, jeder macht Fehler – an deren Behebung erkennt man ja dann erst die Gesinnung.
      Danke!

  32. Hallo ihr Beide,

    ich möchte die Gelgenheit der ruhigeren Tage nun auch einmal nutzen um euch beiden mein Kompliment auszudrücken. Ich höre die Lage der Nation mit großer Begeisterung! Eure Art und Weise der Berichterstattung ist angenehm und macht sehr viel Spaß zuzuhören.
    Da es aktuell ist auch ein Wort zur Werbung. Es ist absolut legitim diese Einzubauen, da die Qualität das Podcasts sich im wesentlichen durch die gute Recherchearbeit von euch beiden auszeichnet und da dies ein nicht unerheblicher Aufwand ist, finde ich es absolut legitim dies auch entgolten zu bekommen.

    In diesem Sinne, macht weiter so und ich freue mich jetzt schon drauf wenn es wieder heißt “Willkommen zur Lage der Nation”!

  33. Ich finde das Feedback über die Werbung schon ein Bisschen übertrieben. Aber ich hatte mich schon sehr darauf gefreut Ulf und Philip putzige Texte vorlesen zu hören über lokale Qualitätsprodukte (wie Pod Save America das macht).

    Könnt ihr dieses Kaufhof-Ding nicht selbst vorlesen und einfach das abspielen?

    • Wir bieten den Werbekunden beides an, Galeria Kaufhof hat sich aber für vorproduzierte Spots entschieden.

      • Und ich habe jetzt die Folge zu Ende gehört und:
        – Native Werbung nur am Anfang beeinflusst den Einhalt nicht so.
        – Lasst die Werbung vorlesen von einer dritten Person?

  34. Hallo,

    in einer Live-Show sind die Gespräche leider etwas unsachlicher, emotionaler. Das bedauere ich.

    Ich bin für die Umbenennung des Podcast in “Lage der SPD”. Es werden alle, auch die irrelevantesten Zuckungen irgendwelcher Hinterbänkler in der SPD in großer Ausgiebigkeit diskutiert. Zum Glück gibt es Kapitelmarken.
    Was dem Format (dringend) fehlt ist der Hauser zum Kienzle! Es fehlt leider ein “sowohl-als-auch”, eine zweite Perspektive.

    • Welchen Hinterbänkler meinst du denn genau? Sigmar Gabriel?

      • Auch wenn der Ausgangskommentar etwas aggressiv daher kommt finde ich schon auch dass die SPD gegenüber allen anderen Parteien einen sehr hohen inhaltlichen Anteil hat. Auch wenn ich jetzt bisher kaum Uninteressantes gehört habe wüsste ich doch gerne was aus den anderen Lagern zu berichten wäre. Fairer Weise muss man auch sagen dass diese Woche doch auf den Titelseiten nichts aufgeschlagen ist und die big story letzte Woche der CSU hattet Ihr auch ausführlich dabei.

    • Ich muss mich der Kritik im Kern (nicht emotional) anschliessen. Euer Tonfall bei den Liveschalten ist schwer erträglich.. es soll irgendwie besonders cool sein, rutscht aber zu oft ins Arrogante ab. Ich verstehe zwar, dass es ein schmaler Grat ist.. aber ich werde mir die liveaufnahmen besser auch nicht mehr anhören. ;op

      Die Analyse zu Sigmar Gabriel war dann auch eher oberflächlich.. wenn ich Bernd Ulrich lesen wöllte, würde ich Bernd Ulrich lesen. Nur versteht der die innerparteilichen Machtstrukturen der SPD auch eher selten und verwechselt das Sprechen nach innen mit dem Sprechen nach außen.

      Gabriel richtete sich nach innen. Dort findet sich nunmal, leider, einer meist ältere Klientel nicht selten proletarischer Natur, die man so noch kriegt. Und Gabriel kämpft gerade ohne offenes Visir gegen Schulz. Was ihr nichtmal erwähnt.

      Also ich kann mit diesen SPD Analysen auch wenig anfangen. Gibt noch andere Parteien.

      mfg
      mh

  35. Hallo,

    sehr informative und angenehme Folge. Besonders der Anfangsteil über die SPD hat mich sehr schmunzeln lassen (leider auch mit einer Prise Tragik verbunden, da die SPD meine Stimme ohne ein Wunder in der kommenden Groko verloren hat). Ich höre euch schon relativ lange und fand gerade die vielen Gerichts-Besprechungen klasse. Ja ich weiß, ihr seit kein Jura Podcast, wobei gerade dieser Teil mir bei euch immer besonders gut gefällt. Mit der Folge zur Vorratsdatenspeicherung in Verbindung mit dem Verwaltungsgericht in Münster, sowie Netzwerkdurchsetzungsgesetz hattet ihr mich und ich höre euch seitdem jede Woche.

    Zur Werbung: Stört mich gar nicht und wie Ulf sagt, in % Zeit auf die ganze Folge ausgerechnet ist die Menge Werbung schon eher ein Witz. Eine kleine Sache wäre vllt. gut: Die Werbung mit einem Einspieler durch Philip oder Ulf ankündigen z.B. “Jetzt kommt Werbung.” und in ruhiger Stimme vorgetragen. Hintergrund: Die Werbung in der letzten Folge kam für mich aus dem nichts und da sie relativ peppig ist, hat mich das im Spaziergang mit dem Hund im Wald erstmal aus dem Konzept gebracht. :) Wie gesagt nur eine kleine Anmerkung und wenn ihr es nicht umsetzt auch ok.

    Ich würde gerne ein paar Dinge zur Diskussion über Polen anmerken: Ich finde gerade wir in Deutschland sollten aufpassen die sog. ehemaligen Ostblockstaaten nicht von oben herab zu behandeln. Unser Rechtsstaat hat sich in meinem Augen nicht spätestens mit den 68ern fertig gebildet und schon gar nicht aus uns selbst heraus, sondern von den Alliierten auferzwungen in Kombination mit der NS-Schuld + Marshall Plan + strategische Bedeutung als Bollwerk + nur über mehrere Generationen. Davon hat Westdeutschland profitiert, tut aber häufig so als wären das unsere ganz eigenen Errungenschaften. Polens Perspektive: Unterdrückung über Jahrhunderte durch Ost und West, hat die EU aus eigener Entscheidung heraus gewählt und bekommt nun erneut Dinge “von außen” vorgeschrieben. Völlig egal ob es rational korrekte Vorschreibungen sind, aber ich finde gerade Deutschland sollte hier mehr Empathie zeigen und Kompromisse finden (bzw. innerhalb der EU Organe darauf hinarbeiten), die es Polen einfacher machen sich als EU Partner auf Augenhöhe zu fühlen. Indem wir eine “Take it or leave it” (Plexit) Haltung signalisieren, überhöhen wir uns und geben Demagogen Munition. Insbesondere wenn unser Richtersystem gar nicht so unterschiedlich ist (wie ich von euch gelernt habe) und wir mit 13% AFD wirklich keinen Anlass haben. Wie können wir erwarten, dass andere einen Rechtsstaat nach EU Regeln in gerade mal einem Jahrzehnt EU “perfekt” hinbekommen, wo wir 2 Weltkriege und mehrere Generationen benötigt haben ganz zu schweigen die Hilfe von außen? Beim erneuten Hören, bemerke ich, dass ihr vor allem Stimmen aus dem Spiegel und der SZ bemüht und das ggf. gar nicht eure Meinung darstellt. Plexit fand ich aber dennoch unnötig. Ich stimme mit Philip überein, dass es einen starken psychologischen Aspekt gibt (z.B. DE hat eine boomende Forstwirtschaft, verbietet Polen aber über die EU ihre Urwälder abzuholzen. Nicht falsch verstehen: Ich finde wir müssen die letzten Urwälder Europas schützen, aber sorry, dann müssen wir auch bereit sein Alternativangebote oder -Unterstützung/-Zahlungen zu machen.) Mir ist klar, dass mein DE Bild keine beliebte Meinung ist und vermutlich einiges an Reaktionen herrufen könnte. Dennoch würde mich eure Meinung hierzu sehr interessieren und ich würde mich freuen wenn ihr dazu Stellung beziehen würdet.

    • Die deutsche Regierung bemüht sich sehr, den Konflikt mit Polen auf der europäischen Ebene zu belassen und eben nicht zu bilateralisieren. So werden die regelmäßigen Anwürfe aus Warschau bis hin zum Vorwurf, Deutschland würde in Polen eine ihm hörige Presse unterhalten, aus Berlin nicht beantwortet oder zumindest auf kleinstmöglicher Flamme geköchelt.

      Gleichzeitig verletzt die Bundesregierung freilich polnische Interessen (wie sie von der dortigen Regierung definiert werden): Nordstream-Pipeline, Fordeeung nach EU-weiten Flüchtlingskontingenten, Festhalten an Donald Tusk, etc.

      • Hallo Günter,

        ich denke das ist der punkt. der konflikt mit polen ist recht komplex und wurde in der folge ziemlich unterirdisch behandelt. salopp, dann sollen sie halt austreten.

        das ist die klassische arroganz gen Osten, die man sich ggü. UK bsp. nicht geleistet hat. da war man schockiert… es herrscht kein bewusstsein dafür, dass polen ein wichtiges eu-land ist.. dass ein Austritt Polens vollkommen unkritisch hingenommen würde, hat mich regelrecht schockiert. für mich tun sich da Wissensabgründe auf. Aber such menschliche. Ein Europa der Beliebigkeit.

        mfg
        mh

      • ein Europa der Beliebigkeit? Nein, ganz im Gegenteil, wir haben ja ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht hinnehmbar ist, wenn ein Land seinen eigenen Rechtsstaat demontiert und gleichzeitig in der EU bleiben will. Die Menschen in Polen müssen einfach Farbe bekennen: Befürworten sie Rechtsstaat und Demokratie, dann sind sie herzlich willkommen. Aber sie müssen eben auch den Preis kennen, wenn sie weiter einen national-konservativen Konfrontationskurs wählen wollen.

      • @ulf: mal abgesehen davon, dass dieses problem politisch gelöst werden muss, ist es mE immer die einfachste Lösung, sofort nach Ausschluss/Austritt etc. zu rufen. Die AfD war bei Griechenland ähnlich schnell.

        Der Konflikt mit Polen ist aber komplexer als das, was ihr auffahrt und da liegt die Kritik von mir. Und auch darin, dass ihr euch mit UK wesentlich mehr Mühe gebt als mit dem Verstehen Polens.. worin auch eine gewisse Wahrnehmung liegt, die nun wiederum die Polen haben.

        mfg
        mh frohe Weihnachten ;o)

      • Dann lass uns doch an deinem großen Wissen teilhaben und erzähle uns, welche Aspekte des komplexen Problems der Polen die beiden in der Sendung nicht erwähnt haben …

      • Man stelle sich folgendes vor: Die Air Force One mit The Donald und großen Teilen des Generalstabs an Bord stürzt im Ausland ab. Daraufhin beschuldigen große Teile der Republikaner die Demokraten den Absturz zusammen mit einer ausländischen Macht, z. B. den Chinesen, herbeigeführt zu haben oder mindestens diesen feigen Mordanschlag auf den Präsidenten zu decken. Klingt echt krass? Willkommen bei der PiS und ihrer Sicht auf den Flugzeugabsturz von Smolensk.

        Wenn man nun erst einmal davon überzeugt ist, dass der politische Gegner aus dem liberalen Lager dem Grunde nach nichts weiter als eine Bande von Vaterlandsverrätern und gefährlichen Dummköpfen ist, dann braucht es nicht wundern, wenn nach dem Erlangen der Macht (die PiS gewann zunächst die Präsidenten-, dann auch die Parlamentswahl) sofort der Staat so umgebaut wird, dass diese Volksfeinde nie wieder was zu sagen haben.

        Muss man davon ausgehen, dass jeder PiS-Wähler dieses Weltbild teilt? Nein. Nicht umsonst trat die Graue Eminenz der PiS nicht selbst an, sondern schickte in beiden Wahlgängen mehr oder weniger treue Marionetten vor. Zudem gab es erst durch das Versprechen zahlreicher Sozialprogramme einen Wahlsieg.

        Was kann man aus deutscher Sicht tun? Den paranoiden Wahnsinn der Nationalkonservativen müssen die Polen selbst überwinden. Das kann man nicht von außen erzwingen. Schon gar nicht, wenn die Schulmeister aus Deutschland kommen. Sehr wohl kann man aber vermeiden, der PiS noch Munition zu liefern. Nordstream (wovon in Deutschland kein Mensch redet, was aber in Europa von zahlreichen Stellen kritisiert wird) wäre hier ein Beispiel. Oder eben der Versuch, den Osteuropäern per Mehrheitsentscheid ein paar tausend Flüchtlinge zuzuweisen.

      • @peter: in guter alter tradition: wird was kommen. ich suche gerade nen gast.

        @günter: ja, das schulmeistern ist ein problem. das andere problem ist, dass polen gerade immer noch lernt sich selbst zu entdecken. in der ukraine brauchte es den maidan, die annexion der krim und den krieg in der ostukraine, damit im kopf eine nationenwerdung stattfand, die nun zu anderen problemen führte.

        iS polen fehlte bspw. jahrelang das bewusstsein dafür, dass die polen ernstzunehmen sind und einen eigenständigen kulturellen beitrag zu europa beizusteuern haben. beidseitig. dass das land mittlerweile ein wirtschaftlich wichtiger faktor innerhalb der eu ist.. leider hat ulf hier gebau das denken wiedergegeben.. der pole wird schon sehen, was er davon hat, wenn er an der grenze wieder seinen pass vorzuzeigen hat.
        da begreift man polen als belasting, nicht etwa als bereicherung. va zeigt es eine gewisse reisepräferebz und samit auch ein gewisses desinteresse.

        bei uk war es genau andersherum und da werden iS EU nicht weniger verschwörungstheorien geschwungen. aber ist ein land nur dann eine bereicherung, wenn es ideologischer mainstream ist? wo ist hier der kampf um die köpfe per argument? das platte beharren auf dem „das ist aber so“ macht hier den unterschied. die fehlende mühe, die man sich gibt.

        und die aberkenntnis, dass völker aus fehlern lernen.. was nunmal das kernelement der demokratie ist. demokratie heisst nicht, immer gutes zu tun.. aber die immerwährende möglichkeit sich zu korrigieren.

        mfg
        mh

  36. Ich wollte noch mal was zur Werbung anmerken nachdem ich mich schon neulich auf Twitter dazu geäußert habe.
    Ich finde Werbung nicht generell falsch, und ich finde es gut wenn ihr euch dadurch besser finanzieren könnt. Es gibt allerdings Varianten der Werbung, die sie zwischen unerträglich und okay einordnet. Klassische Radiospots sind dabei ersteres. Sie sind laut, schnell, anstrengend, denn nur so können sie sich im hektischen Radiobetrieb durchsetzen. Deswegen brüllen überreizte SprecherInnen über Jingles, um Aufmerksamkeit zu kriegen. Beim podcast ist die Aufmerksamkeit schon da, und zwar sehr geschärft, erst recht in einem Format wie eurem. Wenn dann die Galleria Kaufhof Frau einem ins Ohr brüllt, dann nervt das so gewaltig, dass ich fluchend den skip knopf suche. Und da ihr nicht wie zum Beispiel ATP eine Kapitelmarke nach der Werbung setzt, verpasse ich zwangsläufig den nächsten Satzanfang.
    Akzeptable Werbung existiert. 4000 Hertz weiß wie mans macht. Dutzende US podcasts wissen wie es geht. Ich wünsche mir ihr würdet euch daran orientieren, aber im Endeffekt ist es natürlich mein Problem, wenn ich laut fluche wenn wieder ein Werbeblock kommt. Muss ich halt in die Tasche greifen und das zweite Plus Abo im Haushalt abschließen. Das fühlt sich dann aber nicht gut an.

    • Nachdem vom ganzen negativen Feedback nach der letzten Folge offenbar angekommen ist, dass das mit der Brüll-Werbung schon in Ordnung ist und es den Kaufhof-Spot schon wieder gab, ziehe ich bei der Lage jetzt einfach die gleiche Konsequenz wie damals beim Radio: Ich höre sie einfach nicht mehr und habe sie aus meiner Abo-Liste gelöscht. Schade eigentlich. Ich werde in ein paar Monaten noch einmal reinhören, um zu sehen, ob es dann besser ist.

      • Diesmal könnten wir das Feedback schon deswegen nicht berücksichtigen, weil der Deal mit unserem Kunden über zwei Folgen lief ;)

        Ansonsten finde ich es eine interessante Idee, >90 Minuten Information und Unterhaltung zu verschenken, um zwei mal 15 Sekunden a.k.a. 0,55% Werbung zu umgehen, die man ja auch skippen könnte. Fährst Du auch mit Augenbinde U-Bahn? Reißt Du die Werbung aus SPIEGEL und c‘t?

      • Lieber Ulf,

        die Werbezeit mit dem Aufwand gegenzurechnen funktioniert nicht. Das macht Eure unangenehme Werbung nicht auf eine wundersame Weise wieder angenehm oder erträglich.

        Die beiden Beispiele Vandalismus an Außen- oder Zeitschriftenwerbung zu verüben sind im übrigen Totschlagargumente. Außenwerbung wird durch Blicke geflüchtet, Internetwerbung durch Adblock und Podcastwerbung durch Kapitelmarken oder App-Steuerelemente Solange man die Werbung nicht auf eine einfache Weise umgehen kann, solange werdet Ihr Kritik dafür bekommen.

      • @ Markus: Ich rechne die Werbezeit nicht pro Arbeitsaufwand für die Lage (sonst wären wir unter der Promille-Schwelle), sondern pro Spieldauer einer Episode. Trotzdem liegen wir bei einem Werbeanteil von deutlich unter einem Prozent (in der aktuellen Folge 0,55%). Das halte ich für zumutbar.

      • Ich finde diesen herablassenden Tonfall im Sinne von “stellt euch nicht so an” in eurer Reaktion auf das Feedback zur Werbung übrigens nicht besonders gut. Das kam sowohl in dieser Folge als auch in diesem Kommentar so herüber.

        Es geht nicht um Werbung an sich. Auch nicht um die Länge. Sondern einfach um die genaue Art der Werbung. Wenn sie blinkt oder laut ist, ist es nervige Werbung. Plakate in der Öffentlichkeit oder Werbung in Zeitschriften ist da übrigens das schlechteste Beispiel, denn die bewegen sich nicht und sind auch nicht laut. Aber ansonsten: Ja, ich verschenke problemlos Content, wenn Werbung nervt. Ich höre kein Radio, ich schaue kein Privatfernsehen, bin im Netz ausschließlich mit Adblocker unterwegs. Ich höre auch kein Viertausendhertz mehr, weil ich mir nicht noch 20 mal von Klopp sagen lassen will, dass ich mir einen Opel kaufen soll.

        Aber ich höre durchaus ein paar Podcasts mit Werbung. Die Amerikaner schaffen das irgendwie, Werbung so zu integrieren, dass sie zum Programm passt und nicht großartig nervt. Warum geht das in deutschen Podcasts nicht?

      • Das ist nicht herablassend, sondern ehrlich fassungslos … selbst nach x-fachem Nachhören kann ich nicht mal im Ansatz verstehen, wo da ein Problem sein soll. Die meisten Leute, die hier kommentieren, kratzen sich ja auch am Kopf. Aber klar, wenn es für Dich schlimm ist, dann kommen wir leider nicht mehr zusammen (sofern ein Abo für Dich keine Option ist).

      • @Markus

        “Außenwerbung wird durch Blicke geflüchtet, Internetwerbung durch Adblock und Podcastwerbung durch Kapitelmarken oder App-Steuerelemente Solange man die Werbung nicht auf eine einfache Weise umgehen kann, solange werdet Ihr Kritik dafür bekommen.”

        …dann nimm halt für 15 Sekunden die Kopfhörer runter oder dreh die Lautstärke auf 0, schon hast du den selben Effekt.

      • “Die meisten Leute, die hier kommentieren, kratzen sich ja auch am Kopf.”

        Ist das so? Das habt ihr ja auch in der Live-Folge so postuliert… Ich dagegen habe mal in den Kommentaren der letzten Folge die klaren Pro (“is mir egal”, “find ich ok/gut”, “weiß nicht was ihr habt”, “kann ich mit leben”) und Contra-Stimmen (“geht garnicht”, “wenn dann bitte nicht so”) gezählt mit folgendem Ergebnis:

        33 Contra, 13 Pro.
        Weggelassen hab ich je einen beleidigenden Pro und Contrabeitrag. Mitgezählt wurden Beiträge die beiden beinhalteten als jeweils +1.

        Wo genau holst du denn jene Meinung der “Mehrheit”/”meisten” her? Aus eMails?

      • Same here. Habe die Lage auch erst einmal aus meiner Abo-Liste gelöscht und wenn ich die Kommentare hier so lese bereue ich das kein Stück.

    • möchte mich auch ähnlich äußern. Gegen Werbung generell habe ich nichts. Die Werbung in vielen US-Podcasts stört mich aber deutlich weniger als die aufgeregten Radio-Jingles, die für mich weder intellektuell noch emotional irgendwie in euer Angebot passen.

      Das ist kein Grund die Lage schlechter zu finden. Es ist auch kein Grund euch deswegen nicht zu hören. Aber ich finde es schon sehr unangenehm und störend und würde mich freuen, wenn ihr eine Form der Werbung finden könntet, die sich (gefühlt) nicht so gänzlich gegen euer Format wendet. (ihr: ruhige Diskussion. Werbung: übersteuerte Rumblüllerei).

      dennoch wünsche ich Euch ein frohes Weihnachtsfest und ein schönes neues Jahr. Vielen Dank für das Projekt, das ich seit Anfang an verfolge! :)

      • Persönlich würde ich auch lieber von Philip gesprochene Werbung einbauen. Aber das entscheiden wir ja nicht alleine, sondern zusammen mit unseren Werbekunden. Galeria Kaufhof hat sich für die vorproduzierten Spots entschieden.

      • Wie passt Galeria Kaufhof eigentlich zur Zielgruppe Eures Podcasts? Dort geht doch ein eher älteres Publikum einkaufen würde ich mal vermuten.

        Würden Kunden wie Netflix, Jimdoo, Audible und Samsung nicht viel besser zu euch passen?

        Beim The Easy Allies Podcast sind alle Sponsoren kleine Fische, die sonst keine Aufmerksamkeit erhalten würden. Aber weiß natürlich nicht, ob sich die Werbung dann noch rechnet und ob sich genug Nischenwebsites/Unternehmen finden lassen.

      • Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Werbung für Galeria Kaufhof sinnvoll ist, sonst hätten sie sie nicht gebucht. Kaufhof richtet sich mit seinem Angebot ja an die gesamte Bevölkerung, und die Hörerinnen und Hörer unseres Podcast sind tendenziell überdurchschnittlich kaufkräftig.

      • Hallo zusammen,
        Mich hat die Werbung nicht gestört. Wenn diese dazu beiträgt, denn Aufwand den alle beteiligten haben (nicht zuletzt auch Philip und Ulf) zu finanzieren, dann ist das absolut akzeptabel. Und das Thema Finanzierung und Erlöse durch die Abos sind ja nun auch hinlänglich transparent gemacht worden. Man muss sich sicher auch von dem “alles für lau” Gedanken verabschieden, wenn es um qualitativ gute Inhalte im Internet geht.
        Noch eine kurze Frage zum Thema Abo und Erlöse. Ich höre die Lage über mein Spotify Premium Abo. Ist dieser “Kanal” für Euch auch erlösrelevant, oder ist ein Abo hier als Unterstützung der Lage sinnvoller?

      • Wir dürfen über unsere Abmachungen mit Spotify nichts sagen. Nur soviel: Ein Abo ist für uns die weitaus größere Unterstützung. Danke!

      • Ich stimmt Jan zu; das Format der Werbung passt einfach nicht. Außerdem war sie viel lauter als der Rest, oder zumindedt habe ich es so wahrgenommen. Ich werde trotzdem die Lage weiterhören, weil ich die Informationen sehr gut recherchiert finde. Ich würde sie aber deutlich mehr genießen mit Werbung, die einem nicht die Ohren zum bluten bringt.

    • Ich finde, beim Thema Werbung wird viel aneinander vorbei geredet.

      Ich möchte hoffen, dass niemand der Lage ein venünftiges Einkommen für die viele tolle Arbeit missgönnt.

      Das Problem liegt in meinen Augen eher darin begründet, dass viele Menschen durch tausendfaches kommerzielles Angeblöke im mehr oder weniger öffentlichen Raum so roh und auf Zinne sind, dass ein Spot, egal wie kurz und seriös, wenn er mit den Mitteln der herkömmlichen Werbung daherkommt (Piano, Frauenstimme, Wohlfühlatmosphäre) eine Reaktion auslöst, die in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Zumutung steht.
      Dazu kommt, dass wir uns gegen auditive Reize nun mal weniger abgrenzen können und diese viel unmittelbarer emotional wirken als visuelle.

      Ich selbst akzeptiere die Werbung, hätte auch gegen 2 Min. Kaufhof überhaupt nichts einzuwenden, wenn die Art der Ansprache dergestalt wäre, dass ich mich als Mensch ernstgenommen fühlen kann. Herkömmliche Werbung erreicht das genaue Gegenteil

      • Hallo,
        ich möchte mich hier auch noch ein mal ganz deutlich gegen die Werbung aussprechen. Ich persönlich meide Werbung so gut es eben geht und wie oben angesprochen finde ich auch Werbeplakate im öffentlichen Raum mehr als Fragwürdig.

        Klar muss aber auch sein:
        Arbeit muss bezahlt werden und die Lage ist, so finde ich exzellente Arbeit.

        Ich glaube da ist halt viel der Konsument in der Pflicht etwas zu spenden. Was mir da etwas fehlt ist die Transparenz. Also ich fände es voll ok, wenn ihr vor oder nach der Sendung mal sagen würdet, was ihr an Geld braucht, dass es gerade eben so geht, wie viel es sein müsste, dass diese Sendung ganz gut bezahlt ist und ab wann es fürstlich wird.
        Und vielleicht auch wie viele Hörer der letzten Lage gespendet haben und was da zusammen kam.

        Ich persönlich weis ehrlich gesagt nie, wie viel ich bei Podcasts allgemein spenden sollte, weil ich die o.g. Informationen nicht habe.
        LG

      • Das berichten wir ja regelmäßig: Wir haben gut 500 Menschen, die ein Abo angeschlossen haben, macht mit Rabatt für Jahresabos rund 2000 Euro monatlich, macht nach Abzug der Kosten derzeit keine 200 Euro pro Nase und Folge. Das ist bei mir nur Raubbau an der privaten Altersvorsorge, aber natürlich möglich. Bei Philip bedeutet es aber, dass er jede Woche erhebliche Verluste macht, weil er mit anderweitigem Einsatz seiner Arbeitskraft deutlich mehr verdienen würde. Wo auch immer er seinen persönlichen break-even setzt – er liegt jedenfalls bei einem Mehrfachen der gegenwärtigen Abo-Einnahmen. Mit Werbung sieht die Welt allerdings anders aus; da können wir aber aus rechtlichen Gründen keine genauen Zahlen nennen.

      • Von meiner Seite kann ich zur Werbung nur sagen: Klar ist sie nervig, klar hat sie vom Ton her nicht so genau zum sonstigen Ton der Lage gepasst.
        Ersteres finde ich aber erträglich, insbeondere, wenn es doch die Abo-Funktion gibt, mit der man der Werbung entgehen kann, wenn es einen schon so schlimm nervt – und dann bekommen die beiden eben auf diesem Wege etas fürihre Mühe und ausgezeichnete Arbeit.
        Und Zweiteres empfinde ich eher als Pluspunkt, denn ich habe persönlich etwas gegen Werbung, die sich quasi hinterhältig im Content tarnt; da fühle ich mich dann eher überlistet.

        Nicht verstehen kann ich, wenn Julius Schmid hier schreibt, dass er wissen möchte, wie viel er denn spenden soll – das ist doch prinzipiell sehr deutlich kommuniziert, wenn es eine Abo-Funktion gibt, dass das dann eben der Betrag ist, für den der Inhalt erbungsfrei verkauft werden soll?

        Ich höre die Lage erst seit Kurzem und bin sehr sehr angetan – und ich finde auch die innenpolitischen Themen sehr spannend aufbereitet, obwohl ich aus Österreich komme und es mich also nicht so direkt betrifft; an dieser Stelle: Hut ab!

        Vielen Dank und schöne und erholsame Feiertage!

  37. Hallo,

    das von Philip angesprochene Zitat zur Suche der finanziellen Mittel für den Mobilitätsfonds habe ich nicht gefunden, aber einen in diesem Zusammenhang dennoch ganz interessanten Bericht zur aktuellen Lage der geschäftsführenden Bundesregierung.

    http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/der-finanzielle-spielraum-ist-klein-bis-eine-neue-regierung-gebildet-ist–145444077.html

    Demnach darf die geschäftsführende Regierung nur bereits beschlossene bzw. notwendige Ausgaben tätigen – die zugesagten, aber noch nicht beschlossenen Millionen für den Mobilitätsfonds fallen da offensichtlich nicht drunter, so dass es noch eine Weile dauern dürfte, bis über die Mittelbereitstellung entschieden werden kann – wobei…das kann man doch sicherlich schon mal aussondieren und dann ist der Parlamentsbeschluss nur noch eine Formalie…

  38. Hallo ihr Beiden!
    Ich habe dieses Mal inhaltlich nicht viel zu euren Einschätzungen zu ergänzen, ich habe nur eine Bitte: bitte lest euch ein bisschen in die Terminologie bezüglich Gender ein. Ich mag euren Podcast und verstehe auch, dass euer Fokus bei anderen Themen, als den Gender Studies; etc pp liegt, aber ich fände es echt super, wenn in einem Podcast wie dem euren das Wort “Transvestit” als Ersatz für transgender/transident nie wieder fällt. Ich erwarte keine eigene Folge zu dem Thema – auch wenn es mich natürlich freuen würde, ein bisschen mehr aus der Richtung bei euch zu hören – ich fänd’s nur schön, wenn ihr da ein bisschen sensibler mit eurer Sprache umgehen würdet.
    Hier zwei Links, die in aller Kürze gängige Begriffe auflisten und zum Teil auch erklären.

    http://nonbinarytransgermany.tumblr.com/terminology

    https://i-d.vice.com/de/article/vbdzn3/a-z-lgbt

    Ich wünsche euch auch für 2018 ganz viel Erfolg mit der Lage!

    • Danke für den Kommentar! Das ist mir bei der aktuellen Folge auch wieder stark aufgefallen. Ich fände es auch gut, wenn ihr euch entweder mit der Thematik näher befasst (lohnt sich!) oder zumindest solche Begriffe vermeidet, um niemanden unbeabsichtigt zu verletzen.

    • Ja! Vielen Dank für den Kommentar, ist mir leider schon öfter aufgefallen. Klirrt ganz schrecklich in den Ohren.