LdN079 GroKo vs. KoKo, Union, Brexit, EU, Roy Moore vs. Dough Jones

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| 203 Kommentare

Hausmitteilung I

GroKo vs. KoKo

Union

EU

Roy Moore vs Dough Jones

Verabschiedung

kuechenstud.io/shop

  • 20% auf alles
  • Gültig am 21.12.2017 und 22.12.2017
  • Gutscheincode: TOOLATE17

Hausmitteilung II

203 Kommentare

  1. Hab grad die Sendung nachgehört, hab etwas Rückstau.
    Werbung Galeria Kaufhof *träller*
    Und NUR gültig am 20.12.2017.
    Losgelöst von der generellen Finanzierungsthematik (Sind 30 Sekunden Werbung echt 5€ wert? o.o) – Werbung mit so relativ kurzem Ablaufdatum ist danach quasi nur Ballast, der Erschreckeffekt bleibt, der Nutzen gleich null.
    Andererseits haben wahrscheinlich nur noch eine Hand voll Leute die Lage nach dem 20.12. gehört?

  2. Hallo zusammen, ich hätte jetzt die beiden Folgen vom 8. und 15.12. gehört und mir ist aufgefallen, dass ihr zB bei Thema Bahn und Krankenhäuse/Ärzte in der Fläche/Polizei zum Ergebnis gekommen seid, dass die Systeme sich kaputt gespart haben. Mich würde natürlich auch intressieren, dass ihr differenzierter auf das Bild schaut, wie eine Finanzierung aussehen könnte? Explizit auf Bund- bzw. Landesebene. Denn was ich mich frage, wird es kaputt gespart, weil kein Geld da ist oder weil in etwas anderes investiert wird oder oder oder. Also dass gewisse Aussagen konkretisiert werden, so und so viel Geld müsste zu Verfügubg stehen, um das und das auf Optimum zu bringen von der Gesamtsumme X, die als Budget zur Verfügubg steht. Das kann man vielleicht nicht immer genau sagen, aber dann ist die Aussage es wurde kaputt gespart vielleicht nicht ganz so nebulös und man weiß in welchen Verhältnissen man sich bewegt und wo gespart werden könnte.
    Danke

  3. Hallo.

    Nun muss ich mich etwas verspätet doch auch noch zu zwei Dingen äußern:

    1) Werbung
    Ich finde es legitim und OK wenn man das Projekt vergrößern will um damit sowohl als Podcaster als auch als Hörer noch mehr Spaß an der Sache haben zu können. Ich finde nur leider Werbung abstoßend. Es muss doch auch andere Wege geben… Aber wenn es denn nun Werbung sein muss, dann etwas, was die Zielgruppe potentiell interessiert.
    Und für die Werbung ein harter Constraint: Sprecht die Werbung *nicht* selbst. Stellt keine Produkte in der Art “Das ist sehr cool, ich nutze das auch selbst und bin total begeistern” dar. Selbst wenn es so ist, ist das für den Hörer nicht nachvollziehbar und zerstört zumindest für mich etwas das Gefühl der Ehrlichkeit, weil zumindest der Verdacht besteht, dass dies nur zur Befriedigung des Geldgebers gesagt wird.

    2) Inhalt
    Hier wurde verschiedenste Kritik über die Qualität geäußert. Diese teile ich eigentlich nicht. Bin nach wie vor begeistert. Was mir allerdings auch auffällt: Ich meine mich zu erinnern, dass in früheren Lagen zunächst die Fakten “zusammengekehrt” wurden, also wirklich der aktuell Bekannte Sachstand ohne Wertung gesammelt wurde. Erst danach kam eine Bewertung, die auch mit persönlicher Meinung vermischt war (völlig in Ordnung). Diese Trennung hat etwas nachgelassen.
    Die Themenübergänge erscheinen mir manchmal etwas forciert. Als ob man nur der Zeit wegen abbricht. Ich habe auf Twitter schonmal die Frage gestellt, ob an diesen Stellen geschnitten wird. Leider habe ich keine Antwort erhalten.

    Gruß
    Florian

    • Hi Florian, geschnitten wird bei uns gar nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern nur bei echten Pannen (Handy klingelt, Leitung bricht ab etc). Wenn die Übergänge etwas abrupt erscheinen, dann vermutlich weil wir ein volles Pad haben und einfach weitermachen müssen, wenn wir nicht drei Stunden sprechen wollen.

  4. Hallo Philip und Ulf,
    Erstmal vielen Dank für euren Podcast. Ihr macht das toll.

    Nun aber zu dem Thema, eas mich nun auch in die Kommentare geholt hat: die Werbung…

    Als die Werbung in der Folge anfing musste ich sofort abbrechen. Es war unerträglich.
    Ich bin gerade in der Phase meines Lebens in den ich Werbung nicht ertragen kann. Daher laufe ich auch oft mit Noise-Canceling Kopfhöhrern durch die Gegend. Denn akustische Werbung ist heutzutage echt an vielen Orten: Nicht nur Läden und Kaufhäusern sondern auch in lauten Radios oder nebenherlaufenden Fernsehern… Und natürrlich auch im Netz, aber da hilft ja der Werbeblocker.

    Als Azubi ist mein Gehalt leider nicht so üppig. Und gerade so ein Congress schlägt dann auch ordentlich in den Geldbeutel.
    Trotzdem wollte ich dann mal euren Werbefreien Feed testen und darauf hoffen auch von der Lage-Shop werbung verschont zu bleiben…

    Wie mache ich das denn ohne Kreditkarte?

    Ich will euch weiter hören, aber Werbung ist keine Option.

    Danke

  5. Ergänzung:
    Im Sendungstitel wird der Politiker Doug Jones falsch (Dough Jones) geschrieben:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Doug_Jones_(Politiker)

    Oder soll das irgendein Wortwitz sein (dough = Knete)?

  6. Bzgl. Werbung:
    Länge und Häufigkeit war auf jeden Fall ok. Aber die einen völlig unvorbereitet treffenden, überproduzierten, lauten Clips haben mich dann doch schon aufschrecken lassen. Da ich die Lage zudem bei 2,5-facher Geschwindigkeit höre und die Werbung dermaßen radiolike runtergerattert wurde, habe ich nicht wirklich was vom Inhalt mitbekommen. Da sollte man vielleicht mal auf Podcast-optimierte Werbung zurückgreifen.

  7. Ohne merkliche Vorwarnung (nein, „werdet ihr nachher hören“ ist _keine_ Vorwarnung) 08-15-Dudelradio-Werbescheißdreck? Ich meide nicht Werbung, wo ich irgend kann, um mich dann von Euch, deren Inhalte ich bisher sehr mochte, damit terrorisieren oder zu einem Abo zwingen zu lassen.

    Schade. Danke für alles, war schön mit Euch.

  8. Der flapsige Kommentar zur Kohlekraft war wieder sehr ärgerlich. Die Kohlekraftwerke hängen doch nicht aus Spaß an der Freude am Netz und verpesten aus reiner Bösartigkeit die Luft (im übrigen auch mit Radioaktivität, stärker noch als jedes AKW: https://www.bund-nrw.de/fileadmin/nrw/dokumente/braunkohle/2008_11_BUNDhintergrund_Radioaktivitaet_aus_Kohlekraftwerken.pdf)! Sie werden dringend benötigt, gerade eben in Zeiten der Energiewende.
    Und genau deswegen können sich Verhandlungen nicht darum drehen wieviele Kohlekraftwerke man gedenkt wie schnell abzuschalten um irgendwelche arbiträren CO2-Ziele zu erreichen. Sondern sie müssen sich primär darum drehen, was man gedenkt als gleichwertigen(!) Ersatz rechtzeitig(!) zur Verfügung zu stellen. Und genau wegen der Grundlastfähigkeit kann man nicht hoffen das eben ein paar Windrädchen einspringen (Und selbst wenn man rein von der Energiebilanz rechnet, muss man schon viel Nordsee zupflastern). Moderne AKWs wären eine gute Option, leider durch Fakenews Kampagnen gegen diese Technologie derzeit undenkbar. Vielleicht könnte man auch Wasserkraftwerke von der Größenordnung des Drei-Schluchten-Staudamms errichten, aber selbst in einem Land wie China ist das sehr umstritten.
    Meines Erachtens wird die Diskussion, auch auf höchster politischer Ebene, viel zu sehr von Menschen geprägt, die Denken Strom kommt aus der Steckdose und die auch noch Stolz darauf sind, Mathe schon in der Schule nicht kapiert zu haben. Genau deswegen bin ich ja froh, dass Jamaika gescheitert ist. Die Grünen haben mit Verbotsforderungen um sich geworfen, sich mit Zeitplänen zum Kohleausstieg überboten, aber realistische Alternativen hat dort niemand aufgezeigt.

    • Allen Befürwortern der Kernkraft möchte ich immer Folgendes entgegenhalten: Es gibt kein Endlager für das strahlende Material. Es gibt nicht mal ein vernünftiges Zwischenlager derzeit.

      Wenn du also Kernkraft als Übergangtechnologie haben willst, dann spricht ja nichts dagegen in deinem kleinen Garten hinter dem Haus (oder im Keller) ein wenig der Abfallprodukte der Kernkraft zu lagern. In ganz sicheren Behältern, voll nach Vorschrift. Passiert schon nichts. Versprochen.

      Ach, das willst du dann doch nicht? Dachte ich mir irgendwie.

      P.S. Sorry für die Polemik, aber beim Thema Kernkraft muss es manchmal einfach sein.

      • [bitte keine persönlichen Angriffe]

        informiere dich doch bitte, wie die Welt der Wissenschaft auf das sogenannte ‘Endlagerproblem’ blickt. Du könntest bei der Gelegenheit auch merken, dass radioaktive Abfälle nicht nur aus den AKWs, sondern auch aus Industrie und Medizin kommen (siehe Asse) und viel Giftmüll der im Gegensatz zu radioaktivem Abfall, nie zerfällt und trotzdem gelagert wird.
        Abgebrannte Brennstäbe werden tatsächlich nach Abklingen eher als Rohstoff für moderne Reaktoren betrachtet (siehe Brutreaktoren BN-600 Reaktor und BN-800 Reaktor in Russland). Transmutation wäre eine weitere mögliche Option. Brennstäbe also irgendwie irgendwo zu verbuddeln wäre als eine gigantische Ressourcenverschwendung.

      • Es ist ziemlich egal, ob Brennstäbe in anderen Reaktoren weiterverwendet werden können, solange am Ende weiterhin strahlendes Material entsteht. Das dann auch gelagert werden muss.

        Und nur weil andere Industriezweige ebenfalls strahlenden Atommüll produziert ist das noch lange kein Argument wieso man deswegen AKWs einsetzen sollte.

        Was die “Welt der Wissenschaft”: Da gibt es die verschiedensten Meinungen. Wie bei fast allen Themen. Aber es gibt einen Grund warum Deutschland weiterhin nach einem “Endlager” sucht. Es gibt einfach noch keine gute Idee wie mit dem strahlenden Sondermüll auf Dauer umzugehen ist. Sicherlich kann man sagen: Uns alles egal, wir verbuddeln es, und in X Generationen gibt es eine Lösung für das Problem. Und wenn alles hart auf hart kommt und wir genug Energie auf anderem Weg nicht herstellen können, dann wird dies wohl tatsächlich die “Lösung” sein. Aber noch ist es nicht so weit.

      • Ich sehe das mit der Endlagerung auch kritisch, aber es erscheint mir ebenso logisch, dass man nicht gleichzeitig aus Kohle und Atom aussteigen kann.

        Es wäre spannend, den Kritikern mal die Pistole auf die Brust zu setzen und zu fragen, aus welcher Technologie man denn zuerst aussteigen soll und an welcher man vorübergehend festhalten sollte. Beides gleichzeitig abschalten hat was von “wasch mich aber mach mich nicht nass.”

  9. Es hätte wie bei Radiotopia, oder noch besser Pod Save America sein können, aber stattdessen ist es wie bei kenne-keinen-Podcast-mit-so-schrecklicher-Werbung. Sorry, aber wer das nicht unangenehm findet guckt wahrscheinlich Fernsehen oder so.

  10. Nochmal was zur Mietpreisbremse. Als Entgegnung auf Bernd (und Julian) weiter oben, aber auch, weil das Thema meines Erachtens noch gravierend unterschätzt wird.

    Grundsätzliche Frage: Welche Folge haben steigende Mietpreise?

    Berlin hat ca. 3,5 Mio Einwohner. Der durchschnittliche Deutsche hat 45 m2 zur Verfügung. das wird in Berlin sicher etwas weniger sein; nehmen wir mal 35 m2 an. In Berlin werden also gut 125 Mio m2 bewohnt. 85% der Berliner sind Mieter – also sagen wir mal 100 Mio m2 sind vermietet. Ein durchschnittlicher Anstieg der Kaltmiete um 2 Euro/m2 führt also dazu, dass in Berlin jeden Monat 200 Mio Euro zusätzlich von Mietern zu Vermietern fließen. Zur Einordnung: Diese 2,5 Mrd Euro jedes Jahr sind ein größerer Batzen als das Budget des Berliner Jugendamts (2,3 Mrd in 2017, davon z. B. 1,4 Mrd für Kinderbetreuung).

    Sicherlich gibt es Einzelfälle, wo jemand in München fünf Häuser vermietet, aber in Berlin selbst zur Miete wohnt. Oder die alte Oma mit kleiner Rente, die aber eine Wohnung in guter Lage an einen Bundestagsabgeordneten vermietet. Aber im Wesentlichen fließen die Mietzahlungen von ärmeren Haushalten zu wohlhabenderen Haushalten, denn letztere sind direkt oder indirekt (über Anteile an Wohnungsunternehmen/Immobilienfonds) die Besitzer des meisten Wohnraums. Steigende Mietpreise befördern also die Umverteilung von Einkommen von “unten” nach “oben”. Ihre Auswirkung ist nicht anders, als wenn der Gesetzgeber die Einkommensteuer für niedrige Einkommen anhebt und für höhere Einkommen senkt. Der Unterschied ist lediglich, dass das eine ein Marktprozess ist, das andere eine direkte Folge von (Steuer-)Gesetzgebung.

    Nächste Frage: Wenn die Fakten nun geklärt sind, wie beurteilt man das?

    Ich wandele einmal Art. 14, Paragraph 2 des Grundgesetzes etwas ab: “Marktwirtschaft ist kein Selbstzweck. Ihr Funktionieren soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.”
    Das freie Spiel der Kräfte auf einem Markt für ein existentielles Bedürfnis wie Wohnraum halte ich nur insoweit für legitim, als dass das Ergebnis letztlich der Allgemeinheit dienen muss.
    Zweifellos ist ein Mietpreisanstieg, insbesondere von insgesamt eher niedrigem Niveau wie in Berlin, grundsätzlich sinnvoll, um potentiellen Investoren den Mehrbedarf anzuzeigen und so den Bau von Wohnraum anzuregen. Aber wenn man sich klarmacht, dass (!) unabhängig von der Höhe des Anstiegs (!) in jedem Fall einige Jahre ins Land gehen, bevor nennenswert zusätzlicher Wohnraum auf den Markt kommen kann, halte ich ein Abbremsen des Mietpreisanstiegs gesamtgesellschaftlich für geboten. Wohlgemerkt: ein Abbremsen des Anstiegs, nicht ein Einfrieren der Bestandsmieten – und schon gar keine Begrenzung für Neubauten.

    Natürlich kann durch die Mietpreisbremse nicht eine Person mehr in Berlin unterkommen. Aber darum geht es auch gar nicht. Mit oder ohne Mietpreisbremse passt nur eine begrenze Zahl von Personen auf eine begrenzte Wohnfläche. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, werden immer Interessenten hinten runter fallen. Und mit oder ohne Mietpreisbremse werden das die gleichen Leute sein: arm, krank, kinderreich, ausländisch
    Diese missliche Lage kann allein durch zusätzlichen Wohnraum gemildert werden (den man in gewissen Grenzen sicherlich auch durch eine bessere Anbindung des Umlands erreichen könnte – aber auch das dauert wenigstens Jahre, wenn nicht Jahrzehnte). Ob die Kaltmiete nun aber im Schnitt um 1 Euro/m2 oder 3 Euro/m2 steigt, es gibt aktuell in jedem Fall keine bessere sichere Anlage als “Betongold” in deutschen Ballungsgebieten. Sprich: auch bei einem auf 1 Euro/m2 gebremsten Mietpreisanstieg wird es jede Menge Investoren geben, die bauen wollen – es dauert halt Jahre, bis der zusätzliche Wohnraum im Markt ankommt.
    Während dieser Wartezeit auf zusätzlichen Wohnraum, in der Knappheit herrscht (völlig unabhängig von der Existenz der Mietpreisbremse), kann man nun entweder dafür plädieren, dass die Vermieter ihre Kundschaft auspressen dürfen wie ein Zitrone (ohne Mietpreisbremse) oder lediglich mal ordentlich zur Ader lassen (mit Mietpreisbremse).

    • Das eigentliche Problem ist aber, dass Dank der Mietpreisbremse andere, langfristig wirksamere, Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbau eben nicht angegangen wurden. Kein Bürokratieabbau, keine weitere Eigenheimförderung, keine Steuerentlastung, keine Förderung der ländlichen Infrastruktur. Noch nicht einmal sozialer Wohnungsbau.
      Maßnahmen die so schnell wie möglich kommen müssen weil sie erst mittel- bis langfristig wirken. Stattdessen haben wir eine Mietpreisbremse die privilegierten Mietern eine billigere Wohnung verschafft aber nicht eine einzige Wohnung zusätzlich schafft.

      • @Stefan

        Was du schreibst, hat meines Erachtens nichts mit der Realität zu tun.

        Auf dem Planeten Erde, Region Deutschland vertreten die schärften Gegner der Mietpreisbremse folgende Position zum Sozialen Wohnungsbau:
        *********************************
        Die „Subjektförderung“ mit Wohngeld verdient daher aus sozialliberaler Sicht den Vorzug vor einer „Objektförderung“ durch eine angeblich „soziale Wohnungsbauförderung“.
        *********************************

        Und in Berlin lebt doch nicht 85% der Bevölkerung zur Miete, weil Ihnen 20.000 oder 30.000 Euro (auszahlbar über 8 Jahre) zum Erwerb eines Eigenheims fehlen. Wie absurd. Mach mal 200.000 bis 300.000 Euro draus, dann kommen wir der Sache näher. Soll das die zukünftige Höhe der Eigenheimzulage sein, ja?

        Und es mag dich schockieren, aber die wenigsten Mieterhaushalte haben eine so hohe Einkommensteuerbelastung, dass eine Sekung um ein paar Prozent genug Mittel für den Kauf eines Eigenheims freisetzen würde.

        Und sowieso: Nix davon wird durch das Vorhandensein einer Mietpreisbremse verhindert.

      • Günter,

        Und in Berlin lebt doch nicht 85% der Bevölkerung zur Miete, weil Ihnen 20.000 oder 30.000 Euro (auszahlbar über 8 Jahre) zum Erwerb eines Eigenheims fehlen. Wie absurd. Mach mal 200.000 bis 300.000 Euro draus, dann kommen wir der Sache näher. Soll das die zukünftige Höhe der Eigenheimzulage sein, ja?

        Und es mag dich schockieren, aber die wenigsten Mieterhaushalte haben eine so hohe Einkommensteuerbelastung, dass eine Sekung um ein paar Prozent genug Mittel für den Kauf eines Eigenheims freisetzen würde.

        Den Teil mit 20 – 30 k über 8 Jahre verstehe ich nicht. Auf welche Förderung beziehst Du Dich?

        Ich habe gelesen, dass aufgrund der niedrigen Zinsen die Zinsbelastung oft niedriger sei als eine vergleichbare Kaltmiete – und das trotz Kaufpreise auf Rekordniveau. Allerdings haben die Haushalte, die Du hier ansprichst in der Regeln keinerlei Ersparnisse, sodass sie zwar die Zinsen bedienen könnten, aber keine Hypothek von der Bank erhalten. 30 k zum Stemmen der Kaufnebenkosten würden dieses Problem exakt lösen. Eine 100 % Finanzierung bekommt man in der Regel, wenn auch zu höheren Zinsen, eine 110% Finanzierung bekommt man eher nicht.

        Hier in NRW beträgt die Grunderwerbssteuer 6,5%. DAS ist ein Problem.

        Ebenso ist es ein Problem, dass der Käufer den vom Verkäufer beauftragten Makler zahlen muss. Beim Vermieten wurde das schon zum Guten klärend geregelt (Vermierter / Beauftrager muss zahlen), beim Kauf wurde dies versäumt.

        Mit niedrigeren Kaufnebenkosten finden mehr Leute zu Eigentum statt Miete, auch weniger gut betuchte. Man kann die Kaufnebenkosten ja meinetwegen nur für den “Eigenbedarf” senken.

        Ein ganz anderer Ansatzpunkt ist, wie von Stefan H. geschrieben, die Infrastruktur _AUßERHALB_ der Stadt auszubauen, um einfacher in die Stadt rein und raus zu kommen.

        Oder man schafft Anreize für Fahrgemeinschaften in Städte, um den Verkehr zu entlasten und auch das CO2 Thema zu entschärfen. In den USA gibt es eine Spur, auf der man nur fahren darf, wenn man mindestens zu zweit im Auto ist. Ein echter Mehrwert morgens im Berufsverkehr!

    • Günter,

      sicherlich ist es erstrebenswert, wenn Wohnraum bezahlbar ist. Ich bin lediglich der Meinung, dass der Eingriff des Staates die Situation nicht unbedingt verbessert.

      Nehmen wir an, ein Investor möchte seinen Gewinn maximieren. Der Einfachheit halber sei dies sein einziges Ziel.

      Wenn man die Preisanstiege für Bestandswohnungen kappt, schafft dies einen Anstieg an Nachfragern. Warum sollte ein rein gewinnorientierter Investor jetzt noch groß die Wohnung in schuss halten? Da zieht und pfeift es an jeder Ecke wenn er nicht die Miete erhöhen darf.

      Eine alternative Überlegung wäre, ein altes Mietshaus abzureißen und ein neues zu bauen falls dies mehr Rendite abwerfen sollte.

      Ich bin kein Vermieter und kann mich da nur teilweise reindenken. Ebenfalls ist es ein Unterschied, ob man einzelner Vermieter ist und eventuell zumindest ein oberflächliches Verhältnis zu seinen Mietern aufbaut und ihnen zumindest keine unzumutbaren Verhältnisse zumutet oder ein Immobilienfonds der unpersönlich ausschließlich auf Gewinn guckt. Ich will lediglich sagen, dass ich die Sinnhaftigkeit einer Mietpreisbremse in Frage stelle.

      Ob die Kaltmiete nun aber im Schnitt um 1 Euro/m2 oder 3 Euro/m2 steigt, es gibt aktuell in jedem Fall keine bessere sichere Anlage als “Betongold” in deutschen Ballungsgebieten.

      Weiß ich nicht. Wohnungen sind doch extrem teuer. Jetzt einsteigen lohnt sich nicht unbedingt. Im Gegenteil, viele warnen, dass Wohnungen vermieten grundsätzlich eine schlechte Form Kapitalanlage sei (z.B. Gerd Kommer). Übers Vermieten habe ich gelesen, dass etwa jedes zweite Objekt auf Dauer keinen Gewinn abgibt, also absolut schlecht ist – nicht gegen eine Alternativinvestition gemessen.

      Auch wenn es um die Mieter und deren Wohl geht, muss man verstehen wie Vermieter sich verhalten und welche Entscheidungsrelevanten Stellschrauben und welche Denkmuster es gibt, um mit einem staatlichen Eingriff in die richtige Richtung zu lenken.

  11. Es gibt hauptsächlich einen Grund, warum ich vor vielen Jahren aufgehört habe, Radio zu hören: Nervtötende, laute, völlig überdrehte Jingle-Werbung auf fast jedem Sender. Die ruhigen Podcasts waren da ein wahrer Segen.

    Wenn ein Podcast nun mit genau dieser Werbung anfängt, ist das Deabonnieren nicht mehr weit weg.

    Ich höre euch zwar grundsätzlich ganz gerne und würde auch problemlos dezentere Werbung akzeptieren, aber keine Nerv-Jingles auf diesem Niveau. Als Alternative 5€ im Monat sind mir dann auch zu viel, wenn ich bedenke, dass es ja noch 50 weitere Podcasts mit hochwertigem Content in meiner Abo-Liste gibt, die ohnehin schon mehr produzieren als ich hören kann.

    • Etwas Dankbarkeit für eine unentgeltliche Leistung wäre in Form von 1 Minute Werbung ertragen vielleicht angebracht.

      • Du meinst also nicht dass die Werbung unpassend war und sehr dem Radio entsprach, dem sich viele Hörer wie Sebastian und cih auch genau deswegen entzogen haben?

        Dankbarkeit hin oder her, aber es kann ja nicht Ziel der Werbung sein die Hörer zu verschrecken, oder?

  12. 20. Dezember 2017 um 21:36 Uhr
    Anna-Maria Rudolf

    Hallo Ulf und Philip,

    nur als kleine Anekdote: euren Podcast habe ich mir im ICE, mit dessen WLAN, nach Berlin angehört, weswegen mich euer Kommentar zur WLAN-Qualität zum Schmunzeln brachte. Stolz sollte die DB auf die Verbindung nicht sein, aber zumindest hat es mir das Hören eures Talks ermöglicht. In Hong Kong durfte ich erleben, dass in Bussen generell WLAN vorhanden ist, wodurch mir unsere Rückständigkeit erst komplett bewusst wurde. Einen Vorteil hat es jedoch, in alten ICs ohne Steckdosen und WLAN zu sitzen. Im Falle dessen, dass alle elektronischen Geräte keinen Saft mehr haben, unterhält man sich dann vielleicht doch mal mit seinem Sitznachbarn.

    Liebe Grüße aus dem Zug, wo schweigend meinem Sitznachbarn gegenüber sitze.

  13. Wenn Werbeclips in der Länge und Anzahl bleiben, habe ich kein Problem damit.

  14. Danke für die wöchentlichen Podcasts, die ich immer gerne höre. Ein kleiner Hinweis zu eurer These, das Abgeordnetenhaus sei eine “uneinnehmbare Festung” für die Demokraten in den nächstjährigen midterm elections in den USA. Das stimmt so – trotz des angesprochenen Effekts des enormen gerrymandering und der Repression von Minderheiten etc. nicht; im Gegenteil ist es so, dass das House im Vergleich zum Senat die bessere Möglichkeit für die Übernahme der Kontrolle einer der beiden Kammern bietet.
    Es bahnt sich zurzeit durchaus eine überwältigende Mehrheit für die Demokraten in der allgemeinen Wählergunst an, siehe
    die Umfragen zum sog. generic ballot: https://projects.fivethirtyeight.com/congress-generic-ballot-polls/?ex_cid=rrpromo Die Zahlen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, da der landesweite Trend nicht ultimativ entscheidend für die letztendliche Verteilung der Stimmen auf Staatenebene ist (der generic ballot ist quasi die Zusammenfassung aller “Sonntagsfragen” auf Staatenebene auf eine landesweite Zahl und sagt nichts über die Verteilung auf die einzelnen Staaten aus). Jedoch wird allgemein davon ausgegangen, dass ein Vorsprung von acht Prozentpunkten (54-46) im generic ballot genug wäre, um die Mehrheitsverhältnisse im House zu kippen. Bei einem momentanen Vorsprung von 12,5% scheint das durchaus machbar, zumal die Auswirkungen der äußerst unpopulären “tax reform”, die nebenbei 13 Millionen Menschen die Krankenversicherung kosten und für den Rest die Beiträge in die Höhe schießen lassen wird, noch nicht absehbar sind. Zudem haben die republikanischen Führer im Kongress für 2018 bereits weitere unpopuläre Gesetzesvorhaben im Visier, allen voran die drastische Kürzung des sozialen Sicherheitsnetzes, um die heute verabschiedeten Steuerkürzungen bezahlen zu können. Nicht nur Umfragen, auch sämtliche Ergebnisse in den special elections 2017 für kurzfristig frei gewordene Sitze im Abgeordnetenhaus (+ Wahlen für Parlamente in den Staaten/Gouverneurswahlen) deuten auf einen ganz klaren Stimmungsumschwung zugunsten der Demokraten hin. Zwar konnten viele der Wahlen von Republikanern gewonnen werden, diese fanden jedoch v.a. in tiefroten Wahlkreisen statt. Die durchschnittliche Wählerwanderung lag bei 20% zugunsten der Demokraten im Vergleich zu den Wahlen von 2016.
    Kurz gesagt, sollte sich dieser Trend bestätigen, werden die Demokraten das House übernehmen. Im Senat wird es deutlich schwieriger, da hier nur 1/3 der Sitze neu besetzt werden und von den 33 zur Wahl stehenden Sitzen 25 von Demokraten verteidigt werden müssen. Sollten diese gehalten werden können, gibt es jedoch mit Nevada und Arizona zwei Staaten, in denen Sitze erobert werden können, je nach weiterer Meinungsentwicklung scheinen sogar eigentlich fest konservative Sitze wie der von Ted Cruz in Texas im Spiel zu sein.

    • Klar, ab einer bestimmten Mehrheit kippen natürlich auch Districts in hart durch Gerrymandering zerstückelte Staaten – aber mir scheint es nach wie vor einfacher, dass zwei der acht republikanischen Amtsinhaber ihre Senatssitze verlieren. Warten wir’s ab, es ist ja noch fast ein Jahr bis zu den Wahlen.

  15. Erst einmal herzlichen Dank an Ulf & Philip für die wunderbare LdN, die ich seit einem guten Jahr regelmäßig höre.
    Auch ich hatte bei dem ersten Werbejingle einen gehörigen WTF?! – Moment. Ich schließe mich der Mehrheit der Kommentatoren hier an, Werbung ja, aber bitte nicht so! Ich habe auch bei der Umfrage damals mitgemacht und ich wäre im Traum nicht drauf gekommen, dass dann sowas dabei rauskommt. Irgendjemand schrieb das schon, und auch mir ging es so: Ich dachte ich hätte aus Versehen ein Youtube Video gestartet. Sorry, aber das.geht.gar.nicht. So sehr ich Euch die Einnahmen gönne.
    Eine kurze Anmerkung noch zum Thema KoKo: Das hat der Ulrich Kelber (Staatssekretär bei Heiko Maas) schon im November ins Spiel gebracht: http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/deutschland/Ulrich-Kelber-%C3%BCber-eine-Regierungsbildung-mit-der-Union-article3708982.html
    einfach so der Vollständigkeit halber. Liebe Grüße

  16. Zur Werbung möchte ich als Hörer anmerken, dass mich Philipps Ansage von vor einigen Wochen, dass man noch nicht da angekommen sei, wo man hinwollte, schon einigermaßen irritiert hat. Es ist zwar einerseits verständlich, dass man Geld mit einem zeitintensiven Projekt machen will, gerade wenn das Projekt ins eigene Berufsfeld passt, aber wie das jetzt aufgezogen wird und wie offenbar Philipp da rangeht, gefällt mir gerade nicht so. Da ist der unpassende Spot wohl auch nur die Krönung einer Entwicklung. Klar, dass Ihr beide Eure Kosten reinholen müsst, klar, dass Ihr beide auch mehr davon haben sollt als nur eine schnöde Aufwandsentschädigung, aber wie der Podcast hier in den letzten Monaten kommerzialisiert wird, verändert den Podcast leider in eine unschöne Richtung. Das fing wohl spätestens mit den komischen Sommerinterviews an, die ich dann auch gar nicht mehr gehört hab, weil für halbe Interviews mir dann die Zeit zu schade ist (mal abgesehen von der komischen Auswahl der Interviewten).

    Man merkt das bei Philipp zB inzwischen öfter, wenn er desinteressiert ein Thema abwürgt, wo Ulf noch interessiert diskutiert/referiert, oder wo Philipp dann keine Geduld mit der SPD hat und einfach mal rummault. Vielleicht liegts an der Weihnachtszeit oder am Jahresende oder vielleicht am Denken an die nächste Umsatzsteuervoranmeldung, keine Ahnung, aber der Drive scheint da etwas verloren zu sein teilweise. Ich kanns auch verstehen, dass bei Ulf es ja vor allem ein Projekt zum Ausleben ist und Abwechslung zum Beruf darstellt, während es bei Philipp der schnöde Berufsalltag ist, aber irgendwie gefiel mir das früher wesentlich besser, wo es noch deutlicher hobbymäßiger betrieben wurde.

    Auch die Entwicklung, dass Ihr Euch Hilfe einkauft, verbessert den Podcasts nicht wirklich. So gut Eure Assistentin ist, aber der Vortrag erinnert mich von Sprechweise und vom Inhalt eher an typische (uninteressante) Uni-Referate und den intellektuellen Mehrgewinn seh ich da einfach nicht. Die Leute wollen doch Eure Einschätzung hören und nicht erst lange einen Vortrag zum Sachverhalt und Geschehen hören, der ohne starke Meinungen oder Thesen auskommt. Nachrichten kann auch jeder dpa-Roboter schreiben, auf die starken Ansichten kommt es an und da fehlts bei den Blöcken leider völlig. Ich bin zudem der Meinung, dass ihr diesen internationalen Block alleine auch selbst viel besser machen könntet, zu internationalen Beziehungen usw. kennt Ihr Euch doch selbst gut aus. Da hätte ich lieber jemanden für ein Themengebiet gesehen, auf dem Ihr nicht so gut unterwegs seid, zB Umweltschutz (Tier/Natur), Subkulturen, Wirtschaft, andere Gesellschaftsansichten jenseits Eurer Blase usw. Mit kurzen Interviews mit Gästen könnte man da z.B. viel machen, das Tempelinterview war da sicherlich ein Höhepunkt, auch wenn streckenweise zu unkritisch war. Einfach mal neue Meinungen in den Podcasts bringen, die Ihr dann auch bitte, kritisch diskutieren sollt. Aber so hat

    Die Kommentatoren hier, die meinen, es laufe alles toll mit der Lage, können ja gerne es so sehen, für mich läuft die Lage im Podcastplayer nun unter Bewährung. Für die Lage wärs wohl eher kein werberelevanter Verlust, wenn ich nicht mehr weiter dabei wäre, dennoch fänd ich es schade, aber ich will mich auch nicht jede Woche über die Rahmenbedingungen aufregen müssen; von daher schaue ich mal abwartend zu, wie es sich weiter entwickelt.

  17. Hallo liebes Team der Lage der Nation.
    Ich würde mir wünschen, wenn ihr in einer der nächsten Folgen darauf eingehen könntet, wie sich die Dauer der Koalitionsverhandlungen auf das Politikgeschehen in Deutschland auswirkt.
    Ich habe das Gefühl, dass seit Frühjahr/Sommer nichts mehr wirklich passiert ist, weil dann der Wahlkampf stattgefunden hat. Im September haben wir dann gewählt und das ist nun auch drei Monate her und es sieht ja auch so aus, als würde sich bis Weihnachten auch keine Koalition mehr finden. Also wird das erst irgendwann Mitte Januar. Da sind schon 4 Monate von den 4 Jahren vorbei. Wenn sich dann eine Regierung gefunden hat, dauert es ja sicher noch eine Weile, bis die Ministerien besetzt sind, dort die entsprechenden Mitarbeiter angestellt sind und diese ihre Arbeit aufnehmen können. Da ist zu befürchten, dass vor Sommer keine wichtige Entscheidungen getroffen werden. Und das finde ich doch sehr verwunderlich.
    Ich bin in der Wissenschaft im Bereich der alternativen Energien beschäftigt und habe bisher eine Finanzierung über das BMWi. Aber diese läuft bald aus und solange sich keine Regierung gefunden hat, wird es auch keine neuen Förderrichtlinien geben. Für mich heißt das vermutlich das Ende meines Forschungsprojektes und damit meines Jobs. Aus diesem Grund lauere ich Woche für Woche darauf, das sich endlich eine Regierung findet. Mittlerweile ist mir auch ziemlich egal, wie die Regierung dann aussieht. Ich warte nur darauf, dass es eine gibt, die dann andere Leute wieder arbeitsfähig macht, in dem sie Entscheidungen trifft.
    Ich bin mir sicher, dass dies nicht nur die Forschung, sondern viele andere Bereiche ebenfalls betrifft. Deswegen wundert es mich, dass auf die schon verstrichene Zeit nie wirklich eingegangen wird.
    Liebe Grüße
    Franziska

    • Interessant! Bei unseren BMBF-geförderten Projekten würde kürzlich einen pauschale Verlängerung bis Ende 2018 bewilligt (wären sonst Mitte 2018 ausgelaufen).

  18. Hallo liebes LDN Team,

    laut dem Profi von der Bahn ist es zügen ja prinzipiell unmöglich, bei Schnee zuverlässig zu fahren. Das ist natürlich – wie von euch dargestellt – quatsch. Siehe hierzu:
    https://www.youtube.com/watch?v=Yja2VmZOfdA

    Vg,
    PP

  19. Eine Anmerkung zu Verspätung von Zügen der DB: tagtäglich sind 40.000 , Vierzigtausend, Züge auf den Gleisen unterwegs; die 16 die an diesem besagten Tag ausgefallen oder verspätet waren entsprechen gerade mal 0,04%. Diese Abweichung entsprechen 4ml bei einer Maß Bier. ;P

    Wenn man bedenkt, dass es auf einige Strecken nur ein/e Gleis/Spur gibt, kann eine Störung eine Kettenreaktion hervorrufen. Das ist wie im Flugverkehr bei den pendelnden innerdeutschen Business-Strecken. Die am Abend haben auch oft Verspätung, weil im Betriebsablauf am Mittag sich eine Verspätung eingeschlichen hat; hier gibt es oft auch nur eine Startbahn.

    Nein ich arbeite nicht für die Bahn und bin auch eher um Auto oder im Flieger unterwegs.

    Grüße,
    Felix

  20. Alles super und interessant sonst, danke!
    Aber gefühlte halbe Stunde Loblied auf CDU, weil “die haben seit Jahren ihre Themen und bleiben dabei, das ist ein Wert ansich!” war echt etwas zu viel.
    Nicht, dass ich demnächst noch ein Loblieb auf die NPD höre. mit dem gleichen Argument… %-)

    • Das ist der Problem mit der Wahrnehmung der Parteien. Auf die SPD einzuschlagen und sich lauthals aufzuregen, warum die noch nicht zur GroKo zugestimmt haben, und andererseits die Sturköpfigkeit der CDU nicht als Problem sehen. Dass Merkel es nicht geschafft hat, eine Regierungsaussage im Wahlkampf zu treffen und die Regierungsbildung vergeigt hat, wird hier nirgends in den Medien als Problem nachhaltig diskutiert. Offenbar hat man sich doch schon zu sehr an die “Kanzlerin” gewöhnt. Ein Leben ohne Merkel scheint nicht vorstellbar.

      In anderen Ländern wäre jedoch nach einem solchen desaströsen Wahlergebnis und dem Scheitern der Regierungsbildung der Abgang des Spitzenkandidaten unumgänglich gewesen. Aber natürlich nicht in Deutschland. Das sagt wohl dann auch viel über das Politikverständnis in den Medien und vielleicht auch über das Demokratieverständnis in Deutschland aus.

      • Ein Problem erscheint mir auch, dass die CDU im Wesentlichen alles so lassen will, wie es ist. Vielleicht ne kleine Senkung der Einkommensteuer, ein bisserl Innere Sicherheit – das war’s.

        Dagegen hat die SPD zahlreiche Reformanliegen. Das ist eine grundsätzlich asymmetrische Frontstellung. Üblicherweise wollen beide Seiten größere Dinge durchsetzen und dann macht man einen Kuhhandel. Die CDU dagegen sieht jede Abkehr vom Status Quo schon als Zugeständnis an die SPD. Es gibt auf CDU-Seite einfach kein Großprojekt, gegen das die SPD zum Beispiel einen Schritt hin zur Bürgerversicherung eintauschen könnte.

  21. Dem Problem mit dem Lautstärkepegel kann ich mich nur anschließen. Ich finde Werbung auch in Ordnung, man kann sich ja tatsächlich “freikaufen”. Mich haben jedoch zwei-drei Sachen an der Umsetzung gewundert, vielleicht wollt ihr da hier oder im Podcast noch was zu sagen.

    – Auf der subscribe sagte Philip, dass er keine Radiospots haben wollte. Das ist es jetzt doch geworden, gab es da einen speziellen Grund zu?

    – Ihr habt ja die Umfrage gemacht, damit die Werbung auf die Zielgruppe abgestimmt wird und hattet auch darüber gesprochen wer euch so hört. Mich hat jetzt nur gewundert, dass Werbung für “Playmobil und Kuscheltiere, Schuhe und Damenhandtaschen” wirklich eurer Zielgruppe entspricht. In wieweit eine Werbung für heute und morgen beim Podcast Sinn macht könnte man vielleicht auch nochmal mit der Agentur absprechen. Aus anderen Podcasts kenne ich eher Gutscheincodes, da diese dann eine gewisse Zeit gültig sein können und es für alle besser nachvollziehbar ist wieviel die Werbung tatsächlich bringt.

    – Ich fände eine kurze Pause zwischen sprechen und Werbung gut, da es einen doch sehr überrumpelt hat und auch das gesprochene “Werbung” erst beim zweiten Mal hören aufgefallen ist. (Speziell beim ersten Spot)

    Bezüglich Roy Moore: Die republikanische Partei hat sich dort speziell mit Aufkommen der Debatte von ihm distanziert und unter anderem finanzielle Commitments gestoppt. Mit einem näher rückenden Wahltermin wurde diese Opposition jedoch immer schwächer und am Ende wurde der Wahlkampf von Roy Moore auch nochmal finanziell unterstützt. Auch Mitch McConnell klang am Ende auch nicht mehr so als würde er zur Wahl von Moore abraten. (Quelle bspw: https://www.theatlantic.com/politics/archive/2017/12/roy-moore-re-endorsements/547529/ ). Vielleicht wäre Lea hier eine gute Ergänzung gewesen.

    Ansonsten wieder eine sehr schöne Folge.

    Viele Grüße,
    Johannes

  22. Ein (meiner Meinung nach) wichtige Ergänzung zu den Brexit-Terminen gibt es:

    In der Folge erwähnt ihr, dass es nach den zwei Jahren zum Austritt Großbritanniens kommen muss. Dem ist aber nicht so:
    Laut Art. 50 (3) EUV gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten, eine Frist für den Austritt zu geben: Mit Inkrafttreten des Austrittsabkommens, 2 Jahre nach Einreichen des Austrittswunsches oder zu einem anderen Zeitpunkt (Fristverlängerung), der zwischen EU und dem Austrittsland vereinbart wird.

    Meines Erachtens wird es sehr wahrscheinlich zu einer gemeinsamen Fristverlängerung kommen, da wie auch im Podcast besprochen die Situation ansonsten für alle Beteiligten sehr chaotisch werden würde.

  23. Ich habe überhaupt nichts gegen Werbung. Ich höre sehr viele US-Podcasts, in denen es völlig normal ist, dass für Produkte geworben ist. Aber diese Radiojingle-Werbung für Kaufhof? Ernsthaft?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr klassische Podcast-Werbung nicht kennt, etwa wie sie in Pod Save America präsentiert wird. Die Sprecher kennzeichnen klar, dass es sich um Werbung handelt, bewerben die Produkte (hinter denen sie halbwegs stehen) aber selbst, teilweise humorvoll, auf jeden Fall niemals so unsäglich aufdringlich.
    Also bitte, das kann doch nicht sein, dass es in Deutschland keine Unternehmen gibt, die nicht auf ähnliche Weise werben wollen. Das Kaufhof-Gedudel schreckt mich auf jeden Fall massiv ab.

    • Ich stimme zwar tendenziell zu, aber Pod Save America ist alles andere als klassisch. Eher die Radiotopia/PRX Ecke. Zumindest ist mir kein großer Podcast bekannt der sich über die Produkte im oft negativen Licht lustig macht. Nicht das ich das nicht gerade deswegen sehr unterhaltsam finde :)

  24. Hej, ihr erwähnt die Zukunftsthemen innerhalb der EU und ich bin gerade bis Mitte September zurück gegangen um zu schauen, ob ihr euch mit der Estnischen Ratspräsidentschaft inhaltlich auseinander gesetzt habt. Gerade im Bezug auf Digitales und free movement of data wäre es sehr interessant, euch diese Themen erörtern zu hören.

    Beste Grüße
    T

  25. Wegen der Bahn und dem lieben Schnee:
    In anderen Ländern gibt es deutlich mehr Schnee, die haben auch kein Problem. Siehe z.B. hier:

    “Spectacular footage Train plowing through deep snow Arthurs Pass”
    -> https://youtu.be/6acPX_00M9Q

    ;)

    Viele Grüße
    Nico

  26. Also ich würde euch empfehlen mal nach einer anderen Werbeagentur Ausschau zu halten, da eure derzeitige sich nicht eine einzige Sekunde mit dem Medium Podcast geschweige denn mit der Lage der Nation auseinandergesetzt hat. Die haben irgendeine Soundbite genommen von einem ihrer Werberpartner der noch ein paar Euro Werbebudget übrig hatten und das in den Podcast geklatscht. Das ein Podcast etwas völlig anderes als ein klar strukturiertes, an Zeiten gebundenes, ggf. regional begrenztes Radio Programm ist scheinen die nicht zu wissen. Dann komm noch die extreme Lautstärke dazu, diese extrem Laute mega nervige Werbung ist für mich einer der Gründe warm ich quasi überhaupt kein Radio mehr höre sondern weitestgehend auf Podcasts umgestiegen bin. Als ihr die ganze Diskussion über Werbung aufgemacht habt, wurde noch explizit gesagt das es keine 0815 Radio Werbung sein soll, genau das ist das was wir jetzt haben. Schon erschreckend wie wenig die Werbeagenturen in der Lage sind jenseits des absoluten Mainstreams zu denken. Beim Daily der NYT finde ich das mit der Werbung gut gelöst, jetzt ist es aber unwahrscheinlich das sich Google hinsetzt und Extra für die LdN ein Werbespot produziert. :-)

    Zudem höre ich die Lage öfter Abends zum Einschlafen, da plötzlich jemand Lauthals schreien zu hören ist dem Übergang in den Schlaf nur bedingt zuträglich. Ihr könnt ja gerne Werbung machen aber bitte nicht so Billo 0815 Schreihals Radio Gedöns.

    Inhaltlich zum Thema Bahn wollte ich nur sagen das wir denke ich davon wegkommen müssen die Deutsche Bahn als Instrument zur Sanierung des Staatshaushaltes zu missbrauchen. Die Bahn macht jedes Jahr Milliardengewinne und pumpt die in den Staatshaushalt. Warum ? Wäre es nicht viel sinnvoller die Gewinne zu reinvestieren und am Ende bei +- 0 aus dem Jahr rauszuhegen ? Damit würden für Infrastruktur, Personal, Material in kürzester Zeit signifikanten Geldmengen frei werden. Gut dann macht der Staat weniger Gewinn aber ist das in Zeiten von 20 Milliarden € Steuermehreinnahmen pro Jahr so ein Problem ?

    Sp genug geranted für Heute, ihr macht ja ein super Podcast :=)

    • Das ganze Thema ÖPNV wird noch ein großer Spaß in der näheren Zukunft.

      Man kann ja gerne wollen, dass Pendler und andere Reisende den PKW stehen lassen, nur muss dafür auch eine entsprechende Infrastruktur vorhanden sein. Wenn ich mir die aktuelle Taktung der Nahverkehrsmittel ansehe und dazu noch mitbekomme, wie überfüllt viele der Wagen sind (wohl gemerkt: In den Stoßzeiten bei Ab- und Anreise zur Arbeit), dann ist da kaum noch Spielraum. Das gilt für U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge. Und Montags morgens bzw. Freitags nachmittags auch in den Fernzügen der DB.

      Man stelle sich nur mal vor, dass ein-drittel aller Autofahrer auf den ÖPNV umsteigen. Das Desaster wäre vorprogrammiert. Aber Investitionen ins Streckennetz gibt es bei der DB anscheinend nur noch auf “Prestige”-Strecken und in den Städten gibt es meist gar keinen Platz, um mehr Gleise zu verlegen bzw. neue Tunnel zu buddeln. Und tut man es doch dann endet es im Chaos, so wie hier in Köln. Da muss sich drastisch etwas ändern, denn wenn keine Alternativen zum Auto vorhanden sind, wie will man dann davon wegkommen?

      Dasselbe wird uns vermutlich auch bei der Elektro-Mobilität passieren. Man stelle sich nur vor wenn 1/3tel der Autos abends gleichzeitig an die Ladestation gehen. Ob das unser Stromnetz nach heutiger Prägung mit macht? Aber hier haben vielleicht andere Hörer mehr bzw. bessere Information.

      Zurück zur Bahn: Sie wurde “fit gemacht” für den Börsengang (Fehler 1), der dann nicht kam. Als das Thema Börsengang zu Grabe getragen war, wurde aber weiterhin gespart (Fehler 2). Weiterhin werden Prestigeprojekte mit Milliarden subventioniertm, während in der Fläche Haltestellen abgebaut werden (Fehler 3). Und zu guter Letzt wird viel zu wenig in das Schienennetz investiert (Fehler 4). Nur mit einem guten Netz kann man auch pünktlich sein und ggfs. eine höhere Taktung fahren.

      Ich fahre wirklich gerne Bahn, und es kommt sehr oft vor, dass ich, besonders bei weiteren Reisen, einigermaßen pünktlich und erholt ans Ziel komme. Solange aber die Bahn weiterhin “Gewinne” machen muss und damit Investitionen besonders in der Breite rar sein werden sehe ich leider Schwarz für die Bahn und den ÖPNV allgemein.

  27. Die Wahl in Alabama zeigt die Perfektion des Garrymandering. Bei der Wahl zum Senat war 1 Sitz zu besetzen, der Demokrat gewann mit 1,5 Prozentpunkten Vorsprung. Wäre dies eine Wahl zum Repräsentantenhaus (7 Sitze) gewesen, und alle Wähler hätten genau identisch abgestimmt, wäre das Ergebnis wie folgt

    Demokraten: 1 Sitz
    Republikaner: 6 Sitze

    Das republikanisch dominierte Landesparlament in Alabama hat die 7 Wahlkreise zum Repräsentantenhaus so zugeschnitten, dass in einem Wahlbezirk so viele Demokraten wie möglich wohnen und dass die übrigen Demokraten möglichst gleichmäßig auf die anderen Bezirke verteilt werden. Dadurch haben die Demokraten in einem Wahlbezirk eine erdrückende Mehrheit (78 %) und in allen anderen Bezirken knapp unter 50 %.

    Quelle und Karte der Wahlbezirke: https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2017/12/13/how-doug-jones-lost-in-nearly-every-congressional-district-but-still-won-the-state/

  28. Hallo Ulf und Philip,
    erstmal danke zur Produktion der Lage, macht immer Spaß sie zu hören.
    Zum Thema Bahn: Ich würde mich selbst als interessierten Laien in der Thematik bezeichnen. Ich habe gerade Maschinenbau fertig studiert und zusätzlich arbeitet meine Schwester in der IT der Bahn, sodass ich doch ein bisschen Einblicke in die Materie habe.
    Zum Thema Eis und Schnee: Wie bei allen Verkehrsträgern ob Auto, Flugzeug oder Bahn kommt es bei schlechter Witterung zu Behinderungen im Betrieb. Allerdings ist gefühlt der Anspruch gegenüber der Bahn, auch bei solchem Wetter pünktlich anzukommen unfair hoch. Niemand würde fordern, dass die Autobahn auch bei starken Schneefall zu 100% frei und mit 200 km/h befahrbar ist wie bei 20°C und strahlenden Sonnenschein, einen ähnlichen unrealistischen Anspruch haben aber einige für die Bahn. Ich hoffe es ist klar, dass dieser nur schwer zu erfüllen ist.
    Die am Wochenende 9./10. Dezember beschädigten Züge waren, laut Bahn, vor allem ICE 1 und ICE 2, welche zum Teil bereits seit fast 30 Jahren unterwegs sind und zusätzlich noch die 1. Generation von Hochgeschwindigkeitszügen in Deutschland darstellen, sodass hier nur sehr wenig Erfahrung bei der Konstruktion der Züge vorhanden war. Neuere Baureihen ICE 3/T scheinen bei dieser Thematik bereits deutlich Unempfindlicher zu sein. Das eigentliche Problem, soweit mir bekannt, scheinen Eis und Schneeansammlungen, die sich irgendwo am Zug bilden, zu sein. Diese lösen sich dann bei höheren Temperaturen (z.B. in Tunneln) oder bei Erschütterungen (z. B. Weichen) vom Zug und treffen dann auf andere Bauteile, die dann möglicherweise beschädigt werden können. Nicht zu vergessen ist, dass die Züge mit sehr hohen Geschwindigkeiten (200 km/h und mehr) unterwegs sind, sodass hier doch große Kräfte und Energien wirken können. Lösung hierfür wäre eine Reduktion der Geschwindigkeit, allerdings führt dies wieder zu Verspätungen, die ja nie vorkommen dürfen.
    Früher waren die Problematiken auch schon vorhanden, allerdings gab es damals weniger Strecken die mit hohen Geschwindigkeiten befahrbar waren und es waren weniger Züge unterwegs und damit die Reserve größer.
    Zu dem Problem der Weichenstörungen: Neben dem Festfrieren der Weichen ist auch das Blockieren der Mechanik durch herabfallende Eisbrocken eine Ursache. Selbst die beste Weichenheizung braucht Zeit diese Eisbrocken zu beseitigen, solange ist die Weiche gestört. Das Problem denke ich, ist vor allem durch mehr Personal an den großen Knotenpunkten, die Störungen schnell beheben können lösbar. Heizungen mit Propangas können im 21. Jahrhundert aber wirklich keine Lösung mehr sein.
    Zum Thema ETCS und ICE 1: Auch hier denke ich, dass das Alter der Züge durchaus herausfordernd ist. Allerdings gibt es bei einem Teil der Flotte, die in die Schweiz fahren können, bereits seit Jahren ein ähnliches System, das scheinbar problemlos funktioniert. Die Testfahrten auf der VDE 8 wurden bestimmt nicht mit allen Zügen durchgeführt, sodass wenn es stimmt, was die Bahn veröffentlicht, Probleme auf den einzelnen Zügen unentdeckt blieben. Diese sollten dann aber innerhalb kurzer Zeit behebbar sein. Die Bahn entschied sich im Dezember 2013 zur Umrüstung der ICE 1, nachdem die Auslieferung der ICE 4, die für das VDE 8 geplant waren und sind, sich wegen einer Bestelländerung um ein Jahr verzögerte und damit Stand heute noch nicht in ausreichender Stückzahl vorhanden sind. Die Umrüstung war jedoch erst dieses Jahr abgeschlossen.
    Insgesamt liegen die Probleme der Bahn allerdings an anderer Stelle. Es ist ohne Probleme möglich einen besseren Bahnverkehr auf die Schiene zu stellen. Dies müsste allerdings politisch und gesellschaftlich gewollt sein, um die Infrastruktur besser Instand zuhalten oder auszubauen. Geplante Projekte werden aber sowohl durch Klagen oder endlose Diskussionen durch Anwohner, „Naturschützer“ und/oder selbst Gemeinden (Beispiel Fürth oder Bamberg) zum Teil um Jahre verzögert oder ganz verhindert. Solange hier im Autoland Deutschland kein Umdenken einsetzt, ist hier keine Besserung zu erwarten. Des Weiteren muss die Bahn, da sie ein Unternehmen in Staatsbesitz ist, vieles europaweit ausschreiben, sodass die Beschaffung doch länger dauern kann und meist ist der Preis das ausschlagende Kriterium, auch wenn die Funktion möglicherweise nur auf dem Papier existiert.
    Soweit der Roman zum Thema Bahn. Doch länger geworden als erwartet und bei weiten nicht abschließend behandelt. Auch ist die Leistung bei der Inbetriebnahme echt nicht akzeptabel.
    Ich hätte aber auch noch ein bisschen Kritik an der Themenauswahl. Wenn ich mich recht erinnere habt ihr weder den Rücktritt des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislav Tillich noch die jetzige Wahl von Michael Kretschmer als Nachfolger thematisiert. Obwohl das auf den ersten Blick Landespolitik ist, sind dies dann die Nachwirkungen der Bundestagswahl, bei der die CDU in Sachsen erdrutschartige Verluste von ca. 15% erlitten hatte und von der AfD als stärkste Kraft abgelöst wurde. Außerdem würde hierdurch die SPD Lastigkeit ein bisschen reduziert werden.
    Ich wünsche euch noch eine schöne Adventszeit,
    Max
    P.S. Die Werbung am Anfang war etwas laut, aber bei dem Inhalt kann man ja Einflussnahme auf den Inhalt ausschließen 😉

  29. Muss leider 2 Kommentare loswerden… Schonmal sorry für den Rant

    tl;dr: Wenn schon Werbung, dann bitte so dass es mich potentiell interessieren könnte (aka nicht-tagesaktuell); wenn ihr Geld wollt liefert die Qualität dafür.

    1.) Werbung gut und schön. Ich sehe ein, dass ihr einiges an Zeit aufwendet und das auch irgendwie “vergütet” bekommen möchtet/müsst. Ich hab auch prinzipiell nichts gegen Werbefinanzierung, aber die Arroganz mit der ihr über andere Firmen und Geschäftsmodelle (vlg. Google/Apple von vor ein paar Folgen) herzieht verändert meinen Anspruch an euch schon ein bisschen. Wenn ihr der Meinung seid nicht gut genug zu sein, als dass Leute für euren Content zahlen würden, dann müsst ihr halt Werbung schalten, das ist sicherlich die verlässlichere Quelle von Geld.
    Aber ist es dann wirklich zu viel verlangt, dass ihr Werbung schaltet, die die Hörer zumindest potentiell interessieren könnte? Sprich, zumindest mal Podcast- statt Radiowerbung. Auch wenn Kaufhof das scheinbar nicht bekannt ist, aber Podcasts sind nicht live. Vielleicht könntet ihr die drauf hinweisen, dass sie ihr Geld nicht weiter verschwenden muessen.
    Es gilt hier das gleiche wie bei Google. Ich habe nichts dagegen, dass ich Werbung gezeigt bekomme, die darauf abgestimmt ist, was ich gesucht habe. Das erhöht die Chance, dass es sie mir nicht nur auf den Wecker geht. Aber ich habe ein Problem damit, wenn man mir Werbung zeigt die mich nicht mal interessiert/nicht mehr relevant sein kann.

    2.) Die Qualität eurer Sendung hat massiv abgenommen. Mitte des Jahres war ich fast soweit zu sagen, okay ihr liefert mir soviel Mehrwert (im Sinne von “Dinge die ich nicht selbst googeln muss”), dass ich euch dafür entlohnen möchte. Ich bin sehr froh es nicht gemacht zu haben. Seit den 2 Wochen vor der Bundestagswahl sind eure Podcasts kaum ertragbar. (Auch wenn es immer noch einen net-positiv Informationsgehalt hat).
    Merkel/Die CDU ist nicht Schuld, dass die SPD nicht in der Lage ist simpleste Entscheidungen zu treffen. Eine Mietpreisbremse führt nicht zu mehr Wohnungen. Sondierungsgespräche sind keine Koalitionsgespräche. Unternehmen haben keine moralische Verantwortung, solange Vorstände haftbar sind. Steuerrechtsänderungen sind Aufgabe der Politik. Bayern ist das einzige Land was es geschafft hat prophylaktisch mehr Lehrer einzustellen vor der Flüchtlingskrise.
    Könnt ihr bitte aufhören Inhalt zwischen objektiv falschen Tatsachen und subjektiv hart gefärbter Meinung zu machen? Dann fange ich vielleicht auch wieder an Die Lage als Informations- und nicht als Propagandatool zu betrachten. Momentan seid ihr etwa die Anfänge des Talk-Radios.

    • Zu deinem zweiten Punkt: warum findest du, dass die Qualität der Sendung abnimmt, nur weil wir offenkundig einige Thesen vertreten, die du nicht teilen kannst?

      • Ihr hattet angefangen als “wir erklären die politische Landschaft und die aktuelle politische Lage in Deutschland”. Das ist die Sendung die ich hören wollte, vorzugsweise mit Zahlen unterlegt und einigermassen verlässlich im Inhalt. Bei euch sehe ich mittlerweile nichts mehr davon. Es gibt praktisch keine Trennung zwischen Informationsteil (wo es objektive Fakten gibt, die ihr mittlerweile fast häufiger falsch als richtig liefert) und Meinungsmache (wenn mans bösartig ausdrücken will auch gerne Propaganda).

        Sicherlich vertretet ihr Positionen die ich nicht halte, das war einer der Gründe warum ich euch gerne gehört habe und immer noch höre. Aber für Thesen, würde ich sagen, reicht es nicht mehr, dafür müssten die logisch begründet sein und nicht einfach nur in den Wind geredet werden. Ihr widersprecht euch mittlerweile innerhalb einer einzelnen Sendung, falls das neu für dich sein sollte hoer dir nochmal den Beitrag zu KoKo an. Wenn ihr den Podcast auf Stammtischniveau halten wollt, könnt ihr das natürlich gerne tun, aber Qualität ist nunmal was anderes.

      • Podcast auf Stammtischniveau? Seriously? Und natürlich widersprechen wir einander, das nennt sich Diskussion. Ehrlich gesagt hören wir meistens die Kritik, dass wir uns zu einig seien. Und es gibt auch Themen – wie die KoKo – wo wir einfach noch keine feste Meinung haben und das Für und Wider abwägen.

      • Btw der Antwortbutton taucht zumindest im Safari nicht unter der letzten Antwort auf sondern unter der letzten nicht voll eingerückten. Wenn das Absicht ist, ist es eher irritierend :)

      • Üblicherweise gibt es zumindest eine Begründung warum Dinge gelöscht werden und ein Hinweis darauf, dass es mal eine Nachricht gab. Aber wenn ihr das als euren Privatbereich betrachtet (again: was ihr jederzeit dürft, aber dann dürft ihr euch halt auch nicht beschweren, dass ihr kein Geld für bekommt) dürft ihr auch schalten und walten wie ihr wollt.

      • Bingo. Wir lassen uns hier beispielsweise stets sachlich kritisieren, aber nicht beschimpfen.

      • Bin ich ganz bei euch, mir ist aber nicht klar wie ich das getan habe. Was ich getan habe war folgendes:
        1) Erklärt was ich mit “stammtischniveau” meinte und ins besondere, dass ich schon auf Stammtischen war bei denen weniger sachlich falsche Argumente kamen als bei euch im Podcast
        2) Aufgezählt was, imo, sachlich falsch war und was, wieder imo, bestenfalls stark verkürzt und verzerrt war.

        Wie gesagt: Wenn es dir zu doof ist dich mit mir auseinanderzusetzen ist das natürlich dein gutes Recht. Aber der anständige Weg dazu waere gewesen zu sagen: “Das ist mir zu unsachlich, ich werde nicht weiter drauf eingehen.” In meinen Augen haltet ihr euch für eine ziemlich tolle Nachrichtensendung, die ihr halt (leider) nicht (mehr) seid. Ihr könnt diese Kritik annehmen oder ablehnen, aufzeigen, dass sie sachlich falsch ist, etwas ändern oder ignorieren. Das ist euer Bier, meine Absicht war es nicht euch persönlich anzugreifen, aber durchaus die Qualität eurer Sendung zu kritisieren.

  30. Zum Thema “Wirtschaft brummt, den meisten Deutschen geht es gut, die CDU kümmert sich nicht um die Abgehängten” hier ein interessanter Artikel mit einer Außenperspektive:

    Timothy Garton Ash “It’s the Kultur, Stupid”
    “http://www.nybooks.com/articles/2017/12/07/germany-alt-right-kultur-stupid/”

    “Unlike in Britain and America, economic factors play only a small part here. It’s not just that Germany as a whole is doing well economically. In a 2016 poll, four out of five AfD voters described their personal economic situation as “good” or “very good.” This is not a party of the economically “left behind.” It gathers the discontented from every walk of life, but those who predominate in its ranks are educated, middle-class men. A leading CDU politician told me that the angry protest letters he gets from defectors to the Alternative will typically be from a doctor, businessman, lawyer, or professor. This strong presence of the educated upper middle class distinguishes German populism from many other populisms.”

    Ich weiß auch nicht, was das konkrete für deutsche Politik bedeutet oder bedeuten sollte. Aber ich glaube die Analyse “Die ökonomisch Abgehängten sind das Problem – irgendwie müssen wir die erreichen und mitnehmen, sonst machen die uns unsere schöne Demokratie kaput” trifft es nicht. (Das ist natürlich überspitzt – ich unterstelle euch nicht diese Meinung. Aber irgendwie schwingt das in vielem mit, was ich so zum Thema Populismus und AfD höre und lese.)

  31. Der NATO-Partner Türkei hetzt zur genozidalen Vernichtung aller Juden auf* und die deutschen Medien schweigen dazu. Warum zieht man nicht den deutschen Botschafter aus der Türkei ab? Wann ist die Grenze überschritten? Ist Antisemitismus in Deutschland wieder salonfähig geworden?

    *”(…) Jene, die meinen, die Stadt (Jerusalem) zu besitzen, werden keinen Baum finden, hinter dem sie sich verstecken können.” (Zitat aus einer Rede von Erdogan diesen Monat)

    Das ist eine Anspielung auf folgende Hadithe:

    “Die letzte Stunde wird nicht schlagen, bis die Muslime die Juden bekämpfen und töten, sodass die Juden sich hinter Steinen und Bäume verstecken. Die Steine oder Bäume sagen jedoch: O, Muslim! O, Diener Gottes, ein Jude versteckt sich hinter mir. Komm und töte ihn!”

  32. Stichwort Extra-Content für Abonnenten: wie wäre es mit regelmäßigen AMA-Sendungen (ask me anything) bei denen Abonnenten im Voraus Fragen einsenden können, die ihr dann beantwortet? Ich persönlich bin zum Beispiel immer begeistert, wenn Ulf sein juristisches Hintergrundwissen zum besten gibt und mich würden auch seine Sichtweise auf Themen interessieren, die vielleicht nicht unbedingt tagespolitisch relevant sind. Eine solche Sendung wäre bestimmt für Fans der Sendung sehr spannend, aber nicht-Abonnenten würde nichts relevantes (im tagespolitischen Sinne) entgehen.
    Sam Harris macht das so https://www.samharris.org/ask_me_anything

  33. Thema Werbung (Kommentar Nr. X):
    Hatte mich schon sehr geärgert/ war traurig bei der Ankündigung das Ihr Werbung machen wollt, und wurde vertröstet, dass Ihr das schon nicht schlimm macht.
    Aber es wurde noch viel schlimmer als gedacht. :( Grauslich, wie im Radio. In Zukunft werden bestimmt noch mehrer solcher Clips zu einem Block zusammengepackt wo dann jemand ständig SEITENBACHER SEITENBACHER in meine Ohren schreit. Das geht wirklich zu weit. Es gibt einen guten Grund dass ich seit Jahren kein Radio und nur noch Podcasts höre, wenn Ihr jetzt auf Radio machen wollt, steig ich aus. (zugegeben bei Radio ist mehr kaputt als nur die Werbung, schlimmer ist noch der Zeitzwang auf 30/60 Minuten mit Nachrichten+Verkehrsdurchsagen aber eben auch Werbung. Aber was nicht ist kann ja noch kommen? *hoffentlich nicht*)

    Naja, also ich hoffe Ihr überlegt euch das nochmal und bekommt (jetzt erst recht) einfach genügend Spender zusammen dass Ihr dieses grausige Werbe Expirement für gescheitert erklären und damit aufhören könnt.

    Thema Spenden:
    Ich persönlich würde euch gerne etwas Spenden aber 5€ im Monat für einen einzigen Podcast finde ich krass überzogen. Ich höre an die 20 Podcasts regelmäßig und wenn ich jedem nen 5er hinlegen würde wäre Podcast eine unerhört teure angelegenheit. (davon abgesehen habe ich keine Kreditkarte und auch keine Lust mir nur dafür eine zuzulegen weil euer dienstleister nichts anderes gebacken kriegt.)

    Dauerauftrag ist wohl das mittel der Wahl bisher, aber ehrlich gesagt finde ich das recht ungelenk und unflexibel mit hoher Einsteigerhürde. Geht, aber ideal is anders.

    Liberapay.com (wurde zuletzt in der Freakshow erwähnt) scheint mir eine echte Alternative zu sein, seit Flattr quasi tot ist. Ich hab mich da angemeldet und erstmal 120€ hinüberwiesen (mein podcast budget für alle zusammen, ist momentan 10€/Monat) und kann dann ganz einfach auswählen welchen personen ich wieviel pro woche/monat davon zukommen lassen möchte. Flexibel jederzeit anpassbar und open source (die sind eine non-profit Organisation in Frankreich und leben selbst nur von Spenden (also _nicht_ von den Spenden an andere wie Patreon)) und die Gebühren sind enorm günstig (nur was mangopay verlangt 0,058% bei überweisung bzw 59cent bei lastschrift) so dass ich mir wenn’s gut läuft einfach Jährlich mein Jahresbudget per Lastschrift ziehen lasse. Set+forget, bei gleichzeitig komfortabler Kontrolle über die Verteilung meiner Spenden an die verschiedenen Podcasts)
    Habt Ihr Lust euch da anzumelden um meine Spende empfangen zu können? (kost nix, tut nicht weh, und ich wäre zufriedener :D)

    Sonst alles schick mit der Lage. Weiter so.

    • Nachtrag: Das wichtigste hab ich natürlich vergessen: Könntet Ihr bitte die Werbung ans Ende einer Kapitelmarke packen anstatt an den Anfang?
      Das würde überspringen leichter machen und für alle erträglicher.

      Exakt 30sec Werbung wären auch ok, dann würde ein klick auf +30sec das Herz schonen (Stress ist ungesund. Werbung verursacht mir Stress ;)

  34. Zum Thema: KoKo

    Ich denke eine KoKo ist sehr nahe an dem Modell, dass ihr für Jamaika immer gefordert habt. Jede Partei bringt wichtige Punkte ihrer Politik ein und kann diese auch umsetzten, ohne dass zu jedem Thema ein Kompromiss gefunden werden muss. Das Modell KoKo hat zusätzlich noch die Möglichkeit, Themen die man sich gegenseitig nicht freigeben möchte, dem Parlament zu überlassen. Für mich ist die KoKo im Gegensatz zur Duldung eine echte Alternative zur GroKo!

  35. Nochmal was “schönes” zur Mietpreisbremse, die ist wegen eines Formfehlers in München leider garnicht wirksam:

    https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5464945&s=mietpreisbremse/

  36. Habe mich köstlich über die Werbung amüsiert. Selten etwas auf so vielen Ebenen Deplatziertes in einem Podcast gehört. Herrlich!

    (Bin kein Hater oder Troll. Ich höre so gut wie jede Lage und jede Menge anderes zeug, und habe an und für sich überhaupt nichts gegen Werbung in einem Podcast. Aber in dieser Ausführung habe ich das noch nicht erlebt.)

    • Du warst also auch nicht bei Galeria Kaufhof am Samstag? ;-)

      Aber die Einbindung passt irgendwie zu Kaufhof. Die haben es ja nicht so mit modernen Medien und wirken in Zeiten von Amazon wie aus der Zeit gefallen.

      • Leider machen die das auch im Nature Podcast so… Sagt einiges über die Welt: Entweder sagt ihnen niemand, dass sie ihr Geld verschwenden oder sie stört es nicht, dass sie ihr Geld verschwenden.

  37. Die Werbediskussion würde ja hier schon ausführlich geführt, aber ich kann meine 5ct dazu nicht zurückhalten:
    Ich hasse Werbung. Werbung ist meiner Meinung nach absolut unredlich. Sie ist immer hochmanipulativ und begünstigt große Firmen die sich Werbekampagnen leisten können vor Kleinunternehmen.

    Ich werde euch auch gerne mit Werbung weiterhören, aber meinen Dauerauftrag mit Kleispende (weniger als KS+) werde ich zurücknehmen. Ich kann es nicht mit meinen Prinzipien vereinbaren für etwas Werbegetragenes zu Spenden. Da geht für mich der Community Aspekt verloren und den habe ich in der Podcastlandschaft immer sehr geschätzt.

    • Mein Gott, gehts auch ne Nummer kleiner?
      Die Alternative ist, dass du aus deinen kleinspenden große machst. Dann braucht es keine Werbung. So einfach ist das

      • Hallo Julian.
        In meinen Augen: Wo er recht hat hat er recht.
        Ich fand die zwei Werbejingles sehr übergriffig.
        Ich unterstütze die Lage sehr gerne finanziell und tue dies bis jetzt monatlich per Überweisung.
        Aber die geforderten 5 € / Monat sind mir einfach zu viel Geld. Nicht das ich mir dies bei einem Podcast nicht leisten könnte, aber im Vergleich zur Maße an den anderen Medien die ich im Monat so konsumiere, passt meiner bescheidenen Meinung nach der Betrag nicht.
        Natürlich kann man hier Quantität nicht mit Qualität vergleichen und die Entscheidung muss auch hier jeder selber treffen, was ich für mich getan habe.
        Falls ihr ein werbefreien feed für ca. 2 € / Monat anbieten würdet, wäre ich auch gerne wieder per Überweisung mit dabei.

      • Grüß dich, Jochen

        Ja. Ich verstehe das schon. Allerdings ist das subjektive „ist mir zu viel“ kein wirklicher objektiver Maßstab für die Lage, die Preise festzulegen – vielleicht erinnerst dich an die Folge, in der das finanzielle besprochen wurde. Das war von den Zahlen eher ernüchternd.
        Man kann auf Dauer eben nicht alles haben. Kostenlos oder geringere Beiträge und keine Werbung.
        Und ganz ehrlich: Es geht um 30 Sekunden bei mehr als 60 Minuten.. wirklich äußerst überschaubar

      • Hallo Julian,
        Das alles ist natürlich nur meine Meinung.
        Aber wenn ich das zusammenfasse, Spende ich im Monat ca 10€ an verschiedene Podcasts via Überweisung, nochmal so viel via Patreon. Dazu kommen noch mal so 5€ unregelmäßig an Open Source Projekte. Als Student kann und will ich mir da auch nicht mehr leisten. LdN bekommt davon 2€ im Monat. Für ein Plus Abo müsste ich diesen Betrag verdoppeln.

        Was mich aber eher Stört ist die Goodiefication. Ich will auch extra keine 5€ für Werbefreiheit ausgeben und dadurch eine zwei Klassen Podcast Landschaft betreten.
        Klar kann man Podcast Werbefinanziert machen, aber für mich schließt sich das mit Kleinspenden aus. Genau so will ich ja auch keine Werbung im Öffentlich Rechtlichen haben.

        Ich hoffe ich sag jetzt nicht alles doppelt. Das ist nicht meine größte Stärke :-D

    • Auch wenn ich Deine Meinung nicht teile ist das eine weit verbreitete und legitime Ansicht.

      Habt ihr schon mal über Patreon oder vergleichbare Dienstleister nachgedacht? Dann könntet ihr eine Summe festlegen (Stretch Goal) ab der ihr den Podcast werbefrei anbieten könnt. Und je mehr Geld dann regelmäßig jeden Monat kommt, desto mehr Zeit könnt ihr in das Projekt stecken und dafür weniger arbeiten (keine Ahnung wie flexibel da eure Arbeitsverträge sind).

    • Ich kann Jonathaen gut verstehen.

      Werbung ist eine Beleidigung für die Hirnwindungen, die nach Qualitätsinfos gieren.
      Dabei finde ich es egal, ob die Werbung selbst irgendwelchen Qualitätskriterien genügt oder nicht.

      Ich zahle gerne für werbefreie Qualitätsinfos, sei es DLF oder andere ÖR-Sender per Rundfunkbeitrag oder per freiwilliger Spende an Jung&Naiv oder Logbuch Netzpolitik zum Beispiel.

      Für LdN hatte ich bisher 1 €/Monat gespendet. Das fand ich eigentlich angemessen, wenn ich dies mit der “Flatrate” (aka Rundfunkbeitrag) von 17,50 Euro vergleiche, die mir das Podcast Universum der ÖRen Sender (da reicht mir schon der DLF) eröffnet.

      Nun bekomme ich für meine 1€ Spende aber eben nicht mehr nur den LdN Qualitätspodcast, sondern halt auch Werbung … Werbung die ich hasse.
      Ich habe mich daher nun entschieden, das Plusabo abzuschließen. Auch wenn sich für mich im Vergleich zum Rundfunkbeitrag, die 4,99 € pro Monat für LdN als zu hoch anfühlen. Ja, mir ist klar, dass der Vergleich unfair ist, weil ja jeder Haushalt den Rundfunkbeitrag zahlen MUSS und die 4,99 € nur deswegen so hoch sind, weil zu viele Hörer überhaupt keine Anerkennung an Ulf und Philip geben wollen. Diese “Geiz-ist-geil” Einstellung dieser Hörer ist das eigentlich Bedauernswerte an der Situation, nicht der Versuch von Ulf und Philip ein paar Euros zusätzlich zu bekommen.

      • Danke. Außerdem ist die Werbung – wie das ganze Projekt der Lage der Nation – natürlich “work in progress”. Wir lesen eure Rückmeldungen und werden versuchen, den Podcast so weiterzuentwickeln, dass möglichst viele glücklich damit sind.

  38. Das ist mein erster Kommentar hier und ich finde es schade dass ich durch Werbung getrigert wurde hier zu schreiben und nicht durch etwas bei dem ich inhaltlich beitragen kann.

    Ich empfinde die Podcast episode als eine der schlimmsten die ich in den letzten paar Jahren gehört habe.
    Also aus technischer sich.
    Beim ersten werbeblock habe ich mich gefühlt als würde mir jemand mit einem nassen kalten Lumpen ins gesicht schlagen!
    Beim einspieler von Merkel habe ich den Schluss nicht mehr verstanden dass würde es plötzlich sehr leise.

    Mir kommt es gerade so vor als macht ihr gerade mit eurem Podcast das was ihr Mehdorn vowerft… Ihr wollt möglichst viel Gewinn aus eurem Podcast ziehen vernachlässigt aber Infrastruktur.

    So spätestens jetzt verlasse ich den Kontext dieser Sendung, ich gehe jetzt davon aus dass ihr, auch wenn ihr Experimente macht, keine Qualitätskontrolle habt bevor ihr den Podcast veröffentlicht. Sonst wäre euch das in dieser Episode mit der Werbung aufgefallen oder auch die Geschichte in der Sommerpause ala so den Rest nur noch für Abonnenten…

    Wenn ihr die Kapazität nicht habt das selbst zu machen, könntet ihr ja auch Hörer bitten dies für euch zu machen, ich bin überzeugt es würden sich genug finden.

    Und dann noch etwas nicht Technisches.
    “Das muss man mal sagen” empfinde ich als eine sehr nervente Floskel.

    Das kommt jetzt alles etwas negativ rüber, bitte seht es aber als Kompliment, den wenn ich eure Sendung nicht sehr schätzen würde, würde ich mir nicht die Zeit nehmen euch das zu schreiben sondern gleich deaobonieren.

    • Ich sehe die kleinen technischen Schwächen der Folge. Aber wir HABEN die Folge nach dem Rendern bei Auphonic probegehört, und wir fanden, dass diese kleinen Problemchen es nicht rechtfertigen, sie neu rendern zu lassen und die Folge zwei Stunden später einzustellen. Wir vernachlässigen also nicht die Infrastruktur – allenfalls wägen wir vielleicht anders ab als Du. Die Paywall im Sommer war eh kein Infrastruktur-Problem.

      Abgesehen davon bin ich auch dafür, dass Philip die Folge erst rendern lässt und dann die Werbung reinkopiert, denn dann hat man mehr Kontrolle über den Höreindruck. Das ist aber leider auch nicht ganz trivial, denn man will ja nicht, dass sich die Kapitelmarken verschieben etc.

  39. Ich finde euer Modell mit der Werbung vollkommen legit. Zumindest solange ihr nicht euer Format so anpasst und einengt, dass ihr möglichst vielen Werbepartnern gefallt. Das wird die Zeit zeigen.

    Aber konkret zu dieser Folge: Ich hatte noch Philip im Ohr: https://youtu.be/QIAMWzuI4ns?t=1641
    “Wir tragen das vor”. Warum ist das jetzt doch anders und dann gleich so grauenvoll und “billig”? Warum passt die Werbung Null in den Kontext des Podcasts? Warum gibts dafür keine Kapitelmarke?

  40. Wie kommt ihr eigentlich darauf, dass es 70% aller Deutschen so gut gehen würde, dass es ihnen reicht wenn die CDU nichts am Status Quo ändert und nur ein bisschen die Sicherheit erhöht ? Ich kenne so viele Hochschulabsolventen, die keinen unbefristeten Job finden und deswegen auch keine bezahlbare Wohnung. Welcher Vermieter tut sich das an, wenn er die Wahl hat? Die Reallöhne der unteren 40% sind seit den 1990ern gesunken, die Anzahl Tafeln ist rasant angestiegen und Automatisierung sowie Digitalisierung schmälern die Berufschancen von Menschen ohne abgeschlossenes Studium.

    Das ist vielleicht etwas weit her geholt, aber dieser Wandel stellt auch das Wort Maskulinität in Frage. Wenn männliche Stärke auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gefragt ist sondern sogenannte Soft skills, steckt der Mann dann nicht in der Krise? Wie soll er eine Familie ernähren wenn die Frau mehr als er selber verdient? Ungebildete Männer werden zu Versagern, weil sie ihre Kraft nicht mehr produktiv nutzen können. Erklärt das vielleicht auch, warum so viele Männer in den USA Trump bzw. diese Woche Roy Moore gewählt haben? Weil es keine positiven, männlichen Vorbilder mehr gibt geht man den Populisten auf den Leim, die einem Honig um den Mund schmieren. Wäre der erste schwarze Präsident leichter zu ertragen gewesen, wenn er nicht so ein guter Präsident gewesen wäre? Weil es bewiesen hat, dass es keine Überlegenheit der Weißen gibt und ein Schwarzer den Job genauso gut machen kann. Aber stellt das nicht die gesamte Geschichte der USA in Frage, wenn Schwarze genauso gut sind wie Weißen? Kann man dann noch stolz sein auf sein Land, wenn es dank der Ausbeutung gleichwertiger Menschen errichtet wurde? Müsste man sich dann nicht genauso schämen, wie Deutschland für die Nazi-Jahre?

    • Diese aufgeworfenen Erklärungsthesen sind absurde Phantasien und wirklich weit hergeholt.

      • Billshit Bingo vom Feinsten

        (persönliche Angriffe bringen die Diskussion nicht voran – bitte sachlich bleiben)

      • Bei so starken Gegenargumenten gebe ich mich geschlagen und werde Trump und co. nicht mehr als Populisten bezeichnen in Zukunft.

      • Kleiner Lesetipp, um die Thesen besser verstehen zu können:

        “We Were Eight Years in Power: An American Tragedy”

        von Ta-Nehisi Coates.

  41. Ich frage mich manchmal, ob Ulf auch so opportunistisch wäre, wenn er erstmal „oben angekommen“ wäre. Grüße an die Wannabe-Jeanne D‘Arc der Jusos aus der bayerischen Pampa, die im SPD-Bundesvorstand gestern natürlich FÜR Gespräche zur Neuauflage der GroKo votierte! Erst öffentlich wettern “Eines ist für mich glasklar – es darf keine neue große Koalition geben!”, dann intern buckeln. Prinzipientreue ist was feines. Ich finde es selber sehr traurig, dass mir inzwischen jeglicher Glaube daran fehlt, dass die „Führungsspitze“ der SPD diese Sondierungen im Zweifelsfall tatsächlich scheitern lassen würde.

    • Opportunistisch? Du meinst vermutlich idealistisch?

      • Ich merke gerade, dass ich das gestern Abend schlecht formuliert habe. Es war nicht gemeint, dass Du jetzt opportunistisch wärest , sondern ob Du auch so opportunistisch wärest wie Johanna Uekermann wenn Du im Bundesvorstand wärest.

  42. Also ich muss euer Werbeformat ausdrücklich loben.
    Natürlich “reißt das raus” und das stört wahrscheinlich niemanden so sehr wie die Werbetreibenden, aber das ist auch der Sinn der Sache.
    Gerade US-Podcasts sind sich leider oft nicht zu schade Werbung und Inhalt gerade noch durch ein “Let’s talk about our sponsor” zu trennen.
    Bei euch kann man den journalistischen Ethos noch klar ausmachen. Dafür Daumen hoch.

    PS: Auch bzgl. des Werbeinhalts kann ich die Kritik von anderen hier nur eingeschränkt nachvollziehen. Brauchen LdN-Hörer keine Pfannen und Parfüms?

    • “Let’s talk about our sponsors” => Ich suche mein Handy und druecke den +15 Button.
      Aber gut, dass kann ich verstehen, dass man das als Werber nicht möchte. Was halt an Inkompetenz nicht zu übertreffen ist, ist dass es “nur heute”-Werbung ist.

  43. Sehr guter Beitrag zur Bahn, ich verstehe nicht warum das Thema von vielen so schön geredet wird. Personal, Betriebsabläufe und Infrastruktur hinkt da einfach hinter jedem Fortschritt hinterher. JA, es hat sich ein wenig nach der Privatisierung gebessert, aber in 21 Jahren darf man einfach mehr erwarten.

    Mein Insiderwissen bildet sich auf eine 2,5 jährige Ausbildung bei der DB-Netz (Leit und Sicherungstechnik) um die Jahrtausendwende (Höhepunkt der mehdornschen Börsensparwut).
    Ich habe die ein oder andere Weiche im Winter entstört und dabei gelernt es ist technologisch eigentlich unmöglich zu lösen, weder mit Strom noch mit Gasheizung . Es geht ständig was kaputt, schließlich sind die Dinger der Witterung und tonnenschweren Zügen bzw. deren Erschütterungen ausgesetzt. Viele Weichen haben auch gar keine Heizung, die werden im Winter einfach per Hand gängig gemacht — und das ist auch die bewährteste Methode ABER eben super Personal intensiv. Und da wird ein Schuh drauß: früher gab es auf einer “Strecke” (2 Gleiße, ~30 km, S-Bahn/Regionalbahn/wenig Fernverkehr) etwa 15 festangestellte Vollzeitkräfte die sich um die Instandhaltung kümmerten. Heute sind das 3 Leute (von 16 bis 7 Uhr einer) die sich um 3! solche Strecken kümmern. Allerdings auch nur noch um die anspruchsvollere Technik d.h. in der Regel elektro/mechanisches in und um Stellwerk/Signale/Weichen. Sachen wie Schneeschaufeln wurden outgesourced und zwar an etwas spezialisiertere Hausmeisterfirmen die nun Bahnübergänge und Weichen enteisen. Diese halten aber auch nicht hunderte 450€ Kräfte 24/7 auf Abruf sondern unterliegen natürlich dem Wettbewerb, d.h. möglichst wenig und schlecht qualifiziertes/zuverlässiges Personal.

    Meiner Meinung nach hat die Bahn 5 Probleme:

    1. Infrastruktur wurde massiv zurückgebaut. Zugefrorene Weichen/liegengebliebene Züge sind gar kein so großes Problem wenn man mehrere Gleiße zur Verfügung hätte.

    2. Infrastruktur ist überaltet. Mechanische Stellwerke mit Seilzügen und Signale mit Gaslampen sind keine Seltenheit in D. Ich selbst habe noch (elektronische) Stellwerke aus den 50ern repariert. Mittlerweile wird zwar viel digital nachgerüstet, allerdings übernimmt die Enstörung und Intstandhaltung dort meist der Hersteller. Zu meiner Zeit hat das selten kurzfristig und zuverlässig funktioniert, ob sich das mittlerweile geändert hat kann ich nicht einschätzen.

    3. Personal ist überaltet und Mangel. Als ich die Bahn verlassen habe lag der Alterdurchschnitt bei der DB-Netz bei 56. Das war zu Zeiten des Ausbildungspaktes unter Rot-Grün, da wurde für ein Jahr 4 Leute mehr als sonst ausgebildet. Aus meinem Ausbildungsjahrgang wurde von 10 Azubis, keiner Betriebsintern übernommen. Obwohl Pressewirksam mit mehr Ausbildungsplätzen und Übernahmegarantie geworben wurde. Diese Garantie beschränkte sich allerdings auf die Bahn-Holding und dazu zählt – Überraschung – die DB-Zeitarbeit. Dort wären wir auch alle untergekommen, bei selber Tätigkeit und 200€ weniger als im dritten Lehrjahr…
    Das ist der vielbeschworene Fachkräftemangel bzw Kräfte-die-für-möglichst-wenig-Geld-arbeiten Mangel in Deutschland.

    4. Es wird nicht investiert. Und nein, ich lasse S21 oder VD8 Fotoprojekte und Lärmschutzwände nicht gelten. Ich spreche von der riesigen Investitionlücke im Regionalverkehr/Elektrifizierung von Strecken/Wagenmaterial/Gleißen usw. Die parallelen zum Glaßfaserausbau sind da: Einige wenige Strecken (zwischen den Metropolen) werden schnell gemacht. Und immer mehr Pendler aus dem ländlichen Raum zwängen sich durch das alte Kupfer.

    5. Personalführung: die Halbstaatlichkeit hat nicht wirklich für Effizienz gesorgt. Amtsschimmel, Bürokratie und Klüngelpolitik sind feste Institutionen. Da nehme ich auch die Gewerkschaften und Betriebsräte nicht aus (vor 10 Jahren, siehe Kausa Transnet/Norbert Hansen)

    Lösungen?
    – Bahnpolitik (irgendwie macht die keiner mehr)
    – Die Bahn mit ähnlich viel Geld bewerfen wie Autohersteller/-fahrer, Autobahnen und (Regional-) Flughäfen
    – Die Bahn von der Dividende für Schäuble zur Infrastruktur aufwerten

    • Danke Matthias – sehr richtig!

      Und grade dein Punkt 3 macht mich so traurig: ich bin selber promovierte Informatikerin und Eisenbahningeneurin und liebe meinen Job über alles – nie im Leben möchte ich nochmal etwas anderes machen. Und gleichzeitig: nie im Leben käme ich auf die Idee, zur Deutschen Bahn zu gehen.

      Das haben Philip und Ulf ja auch benannt: ein Problem mit dem Image-Verlust ist, dass die Bahn als Arbeitgeber einfach nicht die Talente anzieht, die sie bräuchte. Und das ist tragisch.
      Zumal, wenn man die technischen Herausforderungen und die technischen Verantwortlichen bei der Bahn ein bisschen kennt: das sind teilweise unglaublich gute Leute die sich mit hoch-spannenden Problemen befassen und wirklich was bewirken in der Welt. Da müssten eigentlich die besten Absolventen der EU Schlange stehen, um an diese Jobs zu kommen!!!

      Dass die statt dessen reihenweise zu den Autobauern gehen ist tragisch. Und das liegt nicht nur am Geld, das liegt eben auch am Image…

  44. Ich hoffe sehr das ihr an der Implementierung der Werbung noch wesentlich arbeitet. Ich wollte den Podcast am Freitagabend zum einschlafen hören und stand nach der Werbung buchstäblich im Bett. Dass ihr mich so erscheckt, hätte ich euch nicht zu getraut! Ich hoffe nicht dass ihr mit der Taktik der Werbetreibenden, die Hörer zu erstrecken nicht konform geht. Ich finde eine ruhig vorgelesene Werbung akzeptabel, am besten ohne Musik.
    Wenn solche Art der Werbung wie jetzt wirklich sein muss, bitte ich euch wenigstens ein Jingel zu basteln das langsam über (2-3 Sekunden) auf die darauffolgende Lautstärke vorbereitet.

  45. Ich habe eigentlich nix gegen Werbung. Auch wenn ich seit einer Woche Abonnent bin.
    Aber das war wirklich krass. Ich weiß ja nicht, was die Kaufhoffritzen denken, aber das ging doch komplett an die falsche Zielgruppe. Entweder die Marketingfritzen haben sich noch nicht schlau gemacht, was ein Podcast/euer Podcast ist und wer ihn hört, oder jemand der Entscheider mag euch und wollt euch einfach was Gutes tun.
    Nun noch eine Frage, wie komme ich mit AntennaPod an den Podcast ohne Werbung?
    An der Stelle bin ich wohl zu doof.

  46. Stichwort Werbung.
    Die Frage ist doch: habt Ihr hier ein Hobby oder ein Business am laufen? Im letzteren Fall muss Geld verdient werden, sonst ist es kein Business sondern ein Hobby.
    Schade ist, dass es scheinbar als Hobby nicht zu gehen scheint. Das lässt mich traurig in die Zukunft blicken…. wird das jetzt zum Standard beim Podcasten? Wird Podcasten dadurch professioneller oder nur kommerzieller?

    Euer Format höre ich liebend gern, freue mich regelrecht jeden Samstag darauf. Macht weiter so, probiert alles aus und tut was Ihr nicht lassen könnt.
    Jens

  47. Zum Thema Werbung:
    Wie kann man über ein so nebensächliches Thema so viel diskutieren? Natürlich brauchen die Jungs die Einnahmen bei der ganzen Arbeit, die die Lage macht.
    Wo steht denn eigentlich geschrieben, dass die Werbung mehr oder weniger passen sollte? Davon abgesehen, dass mehr Hörer zu Kaufhof gehen, als Cryptowährungen zu horten.
    Kurz: Die Werbung ist null störend. Wer sich von den paar Sekunden irritieren lässt, der sollte vllt mal einige Dinge abklären lassen ;)

    @ Mirtpreisbremse: Ich weiß nicht, wie oft ich noch gegen ökonomische Ahnungslosigkeit argumentieren muss. Es gibt so gut wie keinen Ökonom, auch kaum tendenziell linkere Keynesianer, die Höchstpreise fordern. Gregory Mankiw, Neokeysianer, hat das in seinem tollen Standardwerk „Grundzüge der Volkswirtschaft“ schön skizziert. Es gibt kein Beispiel, in denen eine Mietpreisbremse einen positiven Effekt hatte – im Gegenteil. Ein greifender Höchspreis führt zu weniger Investition und Rationierungen. Ein ebenfalls zu beobachtender Effekt ist, dass Eigentümer im Zweifel lieber in ihre Wohnungen ziehen, obwohl sie eine andere Wahl hatten. Eine greifende Mietpreisbremse manifestiert eher den Mietpreis. Mehr Angebot wäre das Gebot der Stunde, was man mit diversen Maßnahmen erreichen kann.
    http://www.makro.uni-jena.de/wmakmedia/lehre/VWL/slides_VWL.pdf

    Höchstmieten senken also die Bautätigkeiten und steigern die Nachfrage nach Wohnraum. Familien, die sich verkleinern haben keinen ( preislichen)Anreiz, in kleinere Buden umzuziehen und Wohnraum freizumachen. Hier schafft der Staat zusätzliche Probleme, statt die vorhandenen zu lösen. Oder wie formulierte es der Ökonom Röpke: „Eine Mietpreisbremse ist die Versteinerung der Wohnverhältnisse“
    Schmunzeln musste ich dann auch, als ihr sinniertet, dass die Union nur Politik für die erfolgreichen 70% macht, nicht aber für den Rest. Gerade eine Partei, die sich gegen eine greifende Mietpreisbremse einsetzt und für höhere Investitionen durch Bürokratieabbau, degressivere Abschreibung etc was teilweise Boris Palmer fordert) macht eben genau für diese 30% Politik. Das ganze ist von euch sehr s/w gedacht: Mehr „Sozialpolitik“ ist nicht automatisch „gut“ für sozial schwache, wie das der Mietpreisdeckel schön zeigt.
    Dann wurds richtig komisch:Norbert Blüm als „soziales Gewissen“ der Union zu verkaufen, ist zwar unheimlich populär, aber auch genau so falsch – so falsch wie in Deutschland der Fürther Henry Kissinger, Verantwortlich für die Ermordung des chilenischen General René Schneider uvm. regelmäßig als toller Realpolitiker und Diplomat gelobt wird. Blüm, wir erinnern uns, hat schon Fake News produziert, als es das Wort noch nicht gab („Die Rente ist sicher“) heute tritt er noch auf, wenn er ein neues Buch veröffentlicht, oder es gegen Israel geht, des Expolitikers liebstes Hobby. Keine Ahnung, was ihr mit Gewissen meint.

    @ Feedback: Ich muss mich eurem Lob anschließen. Die Diskussion hier ist definitiv das bereicherndste. Um so mehr freue ich mich auf die Kommentare, die ihr dann vorlest. Schade, dass ihr das dieses Mal ausgelassen habt.
    Ganz ehrlich: wenn ihr zu jeder Folge neben, sagen wir 5 Minuten, zusätzlich 20 Minuten ausführliches Feedback für Abozahler anbietet, würde ich mich für ein Abo begeistern. Ich habe da so den Sasha Lobo Podcast im Kopf. Denkt das vielleicht mal durch. Allgemein würde ich mir in dem Feedback mehr Meinungen wünschen, die nicht eure Meinung untermalen – eben wie es Lobo tut.

    • 16. Dezember 2017 um 20:06 Uhr
      Joerg-Martin Backhaus

      Die Idee, für die PlusAbonnenten einen Debattencast a la Lobo zu machen, hat Charme! Fände ich auch gut. Und würde viel Wertschätzung zurückfließen lassen bzw. Motivation erzeugen, sich noch differenzierter einzubringen.

    • @Mietpreise: vermutlich wäre es bei völlig freiem Spiel der Marktkräfte tatsächlich nicht nötig, die Mietpreise zu deckeln – dann nämlich, wenn sich wegen hoher Preise Neubauten sehr lohnen und dann das Angebot an Wohnungen binnen kürzester Frist so stark erhöhen würde, dass die Preise wieder sinken. Das Problem ist nur, dass auf den real existierenden Mietmärkten unserer Großstädte alle möglichen Zwänge dazu führen, dass man nur sehr begrenzt neuen Wohnraum schaffen kann. Daher bleibt die Hoffnung auf einen Preisverfall dort auf Jahrzehnte hinaus illusorisch.

      Dann stellt sich die Frage, wie man ein ebenso knappes wie existenzielles Gut fair verteilt. Und ein Preiswettlauf scheint mir kein gerechter Weg zur Verteilung der knappen Ressourcen „Zuhause“ zu sein.

      • Genau hier sehe ich ein Grundproblem der Argumentation. Wohnungen sind keine Güter, die der Staat zu verteilen hat, alleine schon deswegen, weil sie in der Regel nicht dem Staat gehört.
        Ferner hat der Staat schlicht nicht die Kompetenz, eine solche Verteilung „fair“ zu gestalten. Man muss sich in dem Zusammenhang auch fragen, wie fair Enteignungen sind, was bei einer konsequenten Verteilung unumgänglich wäre.
        Man muss sich grundsätzlich die Frage stellen, ob man mehr Anreize schafft, eben nicht in die Stadt zu ziehen. Ein Anteiz wäre ein Gleichgewichtspreis, der durch die Mietpreisbremse konterkariert wird. Aber sicher nicht alleine: Kommunalpolitik und Landespolitik ist gefragt, dass sie es schaffen, ihre Dörfer attraktiver für Investitionen zu machen. Ein wunder Punkt ist da sicherlich die hohen Grunderwerbsteuersätze – gerne im Vergleich zu Unionsregierten Ländern bei Sozi Regierungen höher
        Ökonomische Gesetze sind eben nicht zu leugnen. Viele Städte sind nicht mehr erweiterbarer- der Raum ist knapp. Studenten wollen Nähe der Uni leben, obwohl es oft Alternativen gäbe. Und zu guter letzt hat man Flüchtlinge nicht nur überhaupt ins Land gelassen, sondern sie häufig in überhitzte Gebiete gepferrcht. Oder konkreter: für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass Berlin in der Hochzeit Zehntausende Flüchtlinge zumindest mittelfristig einquartiere. Das ist eine klare Prioritätenfrage.

    • @Julian

      Die starre Obergrenze, die du hier kritisierst, steht gar nicht zur Debatte. Die Mietpreisbremse kappt bei Neuvermietung von Bestandsimmobilien die Miethöhe bei 110% der ortsüblichen Vergleichsmiete. Da die zugrundeliegenden Mietpreisspiegel regelmäßig aktualisiert werden, wird diese Referenzmiete auch steigen. Nur, sofern Vermieter gezwungen sind, sich an Recht und Gesetz zu halten, nicht mehr so schnell, wie das heute der Fall ist. Der Anstieg der Mietpreise wird also gebremst.

      Und da selbst ein “freier” Immobilienmarkt locker 10 Jahre braucht, um auf ein deutlich gestiegenes Preisniveau mit Angebotsausweitung zu reagieren, geht von einem rapiden Preisanstieg innerhalb weniger Jahre null ökonomisch sinnvolle Signalwirkung aus. Das ist einfach noch etwas mehr Rahm, den sich die Kaste der Besitzenden in den Metropolregionen nun abschöpfen können. Das ist gleichbedeutend mit noch etwas mehr Umverteilung von unten nach oben. Was auch bedeutet: Geld weg von denen, die zwangsläufig gleich wieder ausgeben und so die Wirtschaft am Laufen halten, hin zu denen, die es nun bei Nullzinsen auf der Bank bunkern.

      • @ Günter:
        Beim aktuellen Höchstpreis ist es wie bei einem Mindestpreis, der unterhalb des Gleichgewichts liegt: Er ist wirkungslos und nur ein Bürokratiemonster.
        Eine Studie am Beispiel des Heidelberger Wohnungsmarktes kam zum Ergebnis, dass die negativen Befürchtungen ausblieben – aber auch die positiv erhofften. Würde der Preis überhalb des Schnittpunktes liegen, hätte er Auswirkungen – eben die, die ich oben nannte.
        Ein weiteres Problem des Wohnungsbau ist es, dass es keine verfügbaren Handwerker gibt. Ich habe nur einiger Zeit für einen Immobilienbauer gearbeitet, der in Ost-Berlin investierte und die Wohnungen zum Verkauf für Fremdnutzer anbot. Da standen wir regelmäßig vor der Herausforderung, überhaupt die Handwerker zu finden

      • @Julian

        Wenn es nicht genug freie Kapazitäten am Bau gibt (neben den ganzen anderen Hürden, die einer massiven Ausweitung des Wohbraumangebots entgegen stehen), welche makroökonomische Sinnhaftigkeit hat dann ein weiterer Anstieg der Rendite von Mietwohnungen? Erklär das mal!

        Oder ist das bei dir einfach ein Glaubenssatz, dass eine erzielbare Rendite immer gerechtfertigt ist. Auch wenn es effektiv eine Monopolrente ist. Sollte dem so sein, dann müsstest du auch dafür plädieren, dass (privatwirtschaftliche) Wasserversorger ihre Preise solange erhöhen dürfen, bis die Kunden anfangen sich eigene Brunnen zu bauen. Oder die Konkurrenz eigene Leitungen verlegt. Welch ein Wahnsinn!

      • @ Günter Warum soll ein Anstieg von Rendite „Sinn ergeben“ müssen ? Das ist doch arg moralisierend, Rendite sei etwas Böses.
        Aus Volks ökonomischer Sicht hat ein Unternehmen zwei Ziele. Produkte zur Verfügung zu stellen und Arbeitsplätze generieren. Und bei beiden Dingen ist Rendite höchst hilfreich.
        Selbst wenn es in dem Fall auch Privatmenschen profitieren, so what ? Einkommen aus Vermietung und Verpachtung wird versteuert – und mehr Geld bedeutet mehr Unsatzsteuer. Gerade Linke mögen doch gerne viel Steuern. Die müssten sich doch über mehr Rendite freuen.
        Von einem Monopol sind wir hierbei weit entfernt. Aber wenn wir das Rad weiter spinnen wollen gibt es gute Gründe private Monopole staatlicher vorzuziehen, wenn man „Kapitalismus und Freiheit“ mal lesen mag – aber anderes Thema

      • @Julian

        Ich glaube, du bist intelligenter als das, was du da gerade schreibst. Die Höhe der erzielbaren Rendite für eine Ware oder Dienstleistung in einer Marktwirtschaft hat die Funktion eines Signals: Rendite niedriger als risikoadäquat wäre=Überversorgung/Angebot zu diesen Herstellungskosten nicht gewünscht, risikoadäquat Rendite=alles prima, weiter so, Rendite höher als risikoadäquat=Knappheit/Monopolsituation

        Letzteres motiviert in einem funktionierenden Markt weitere Anbieter zum Markteintritt, was letztlich die erzielbare Rendite auf das risikoadäquate Niveau runterdrückt. Die (funktionierende) Marktwirtschaft MINIMIERT also die erzielbare Rendite.

        Der Wohnungsmarkt ist aber ein höchst unperfekter Markt. Der Anstieg der starke Mietrenditen kann binnen kurzer Frist gar nicht die marktwirtschaftskonforme Reaktion in Gestalt einer massiven Angebotsausweitung nach sich ziehen. Das Signal geht also weitgehend ins Leere. Würde es sich um den Markt für antike Kuckucksuhren handeln, so könnte sagen: so what? Aber bei Wohnraum sprechen wir von einem existentiellen Bedürfnis, das locker ein Drittel des Haushaltseinkommens auffressen kann. Der Preis für Wohnraum ist der wichtigste Preis in unserer Gesellschaft.

      • @Günter

        (Pöbeleien entfernt … bitte achte endlich mal auf angemessene Umgangsformen, ich habe keine Zeit, ständig Deine Kommentare zu bearbeiten)

        Jeder Markt ist imperfekt – der eine mehr und der andere weniger. Ein idealer Markt ist so utopisch wie der neue Mensch, an dem die Linken seit 100 Jahren (es war ein Oktober ;)) basteln und regelmäßig scheitern.
        Daher führt „mehr Markt“, wie du schreibst (korrekter wäre die Formulierung „besserer Markt“ ) auch unter Umständen zu mehr Rendite. Denn in s/w mag es sich leichter fotografieren; in der Argumentation- gerade in einer Wissenschaft die mit so vielen Annahmen arbeiten muss, wird man da nicht weiter kommen.
        Wenn du mal die Branche von der anderen Seite kennen lernst, stößt du auf diverse, vom Staat erschaffene Probleme
        – irrwitzige Unweltvorschriften ( bei Elben Projekt wurde eine Echsenart entdeckt die für einen fünfstelligen Betrag umgesiedelt werden muss
        – irrwitzige Dämmungsvirschriftem ( hat zur Folge dass die Häuser hübsch abfackeln
        – Hohe Grunderwerbsteuer gerade in Struktursvhwachen Bundesländern
        – absurde Dokumentation wegen der Mietpreisbremse
        Etc etc
        All das spiegelt sich im Kaufpreis und damit im Miezpreis wider.
        Und wenn du sagst 1/3 (ist sogar gut mehr) geben die Leute für wohnen aus, dann musst du auch sagen, dass die Deutschen Vice Weltmeister sind, was die Energiekosten angeht. Anderes Thema, aber auch ein Aspekt

      • Witzig. Wenn ihr schon „Pöbeleien“ zensiert, dann doch auch die von Günter, denn mein erster Satz war teilweise sogar Wortlaut.
        Irres Verständnis von Debatte!

      • @Julian

        Du baust da lauter Strohmänner auf. Die Gestehungskosten für Wohnraum stehen in keinem ursächlichen Zusammenhang zu den geforderten Mieten. Wenn ich am Markt 12 Euro/m2 erzielen kann, dann nehme ich die mit. Ob die Gestehungskosten nun 3 Euro/m2 oder 9 Euro/m2 sind. Zudem sind die effektiven Baukosten inklusive Finanzierung in den letzten Jahren sogar gesunken. Bei Baukosten von 1500 Euro/m2 hatte ein Investor vor nicht allzu langer Zeit jährlich gut 60 Euro pro m2 allein an Zinskosten zu zahlen. Heute dagegen verursachen Baukosten von 2500 Euro keine 50 Euro jährliche Zinskosten mehr.

        Was natürlich massiv gestiegen ist, das sind die Grundstückspreise. Aber das ist die Folge des Anstiegs der Mieten, nicht die Ursache. Wenn ich weiß, dass ein Investor am Standort X 14 Euro/m2 für Neubau aufrufen kann statt der 11 Euro/m2 von vor ein paar Jahren, dann verlange ich beim Verkauf des Grundstücks natürlich entsprechend mehr.

        Nochmal: Es gibt keinen gescheiten Grund, bei offenkundigem Marktversagen nicht einzugreifen. Schon mal gar nicht, wenn man in anderen Bereichen der Wirtschaft wie ein Luchs aufpasst, um die Herausbildung von Monopolen, etc. zu unterbinden.

      • P.S. bezüglich “irrer Dämmvorschriften” schau dir mal diese Grafik an: https://static3-seekingalpha-com.cdn.ampproject.org/ii/w1200/s/static3.seekingalpha.com/uploads/2017/9/26/saupload_oil-discoveries7-17.jpg
        Das sind die weltweiten Ölfunde in jedem Jahr. Der aktuelle Verbrauch liegt bei über 20 Mrd Barrel pro Jahr, also bei mehr als dem Doppelten der neu gefundenen Menge.
        Für Gas und Öl sieht’s genauso aus. Wer seinen Kindern und Enkeln etwas Gutes tun will, der vererbt ihnen besser keine ungedämmte Hütte.

      • @günni
        Das mit den Strohmännern gebe ich gerne zurück.
        Am Ende des Tages ist jedes Marktversagen ein Staatsversagen, weil der Staat als ordoökonomische Kraft die Regeln für die Marktteilnehmer festlegt.
        Ich bin immer wieder überrascht, wie tendenziell linke Menschen moralisch flexibel argumentieren. Der Staat ist zb böse und sollte sich zurückziehen, was zb Sicherheit angeht – Sicherheit sei der Antagonist von Freiheit (eine ganz besonders stärkt Schwanz weiß Sicht). Aber wenn es um die Ökonomik geht, eine Disziplin wo sich linke nun nicht gerade mit Kompetenz bekleckern, soll der Staat nicht nur die Regeln vorgeben und kontrollieren, was notwendig ist, sondern aktiv eingreifen und den Markt manipulieren. Zum Thema Mietpreisbremse kann ich mich nur wiederholen: das ist sozialistische Mottenkiste – kaum ein Ökonom ist dafür ( wo es beim Mindestlohn noch Exoten gibt)
        Wissenschaftlich ist das Thema gescheitert. Sei es in New York oder ob Muc in den 70zigern. (Vgl. Mankiw/Tayler, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre)
        Ein stimmigeres Argument, wenn schon der Staat, wäre doch, dass der wieder Staat aktiv zum Marktteilnehmer wird und selbst baut u vermietet, wenn er der Meinung ist, dass es der Situation angemessen ist. Bin ich zwar kein Fan von, aber wenigstens ist das Argument logisch.
        Zum Link von dir, mei, wenn man halt zu erst von der Atomenergie aussteigt und dann aus der Kohle, sich wundert, warum die Ökobilanz durch die Decke geht und die Preise, dem ist nicht zu helfen.
        Und noch weniger ist den Toten zu helfen, die aufgrund der Dämmstoffe, die als Brandbeschleuniger fungieren, verbrannten, wie es vor ein paar Tagen in London passierte.
        Was nach Fukoshima niemand sagen durfte – und wenn doch, kam das Gutmenschendiktat, verlauten heute immer mehr: Erst aus der Kernenergie auszusteigen und dann aus der Kohle ist ökonomisch ohnehin irre, aber auch ökologisch Schwachsinn. Das ist aber nun wirklich ein anders Thema

      • Günter,

        wen willst Du mit der Mietpreisbremse schützen? Die alleinerziehende Mutter oder den Arbeiter in prekärem Verhältnis? Oder denjenigen der eigentlich solvent ist, aber aufgrund seines Nachnamens bei einigen Vermietern aussortiert wird?

        Wenn ein Vermieter 20 €/qm erzielen kann, aber nur 12 €/qm nehmen darf, führt das doch dazu, dass er extrem viele Interessenten hat. Er wird doch immer den solventesten nehmen, z.B. einen Beamten oder jemanden, der auch locker die 20 €/qm zahlen könnte.

        Haben da die Personengruppen, die Du schützen möchtest, nicht ohnehin schlechte Karten – Mietpreisbremse hin oder her.

        Die Mieten steigen in Großstädten. Das mag man doof oder schlimm finden, aber der Staat kann da maximal verschlimmbessern.

        Die Ursache ist doch eine ganz andere: Kaufen ist einfach viel zu teuer geworden. Das hat viele Gründe. Ein wesentlicher ist der seit Jahren währende Niedrigzins. Meiner Meinung nach ist das eine Folge der Eurokrise. Man hätte an den ursprünglichen Eurokriterien festhalten sollen, und z.B. Griechenland nicht weiter Geld leihen sollen. Ich rede jetzt über den Zeitpunkt vor Rettungspaket 1. Das Geld war damals schon weg. Es wäre richtig gewesen, Griechenland einen Teil der Schulden zu erlassen, gleichzeitiger Austritt aus dem Euro. Die Währung muss stabil sein. Das mit Durchziehen der schwachen Euroländer lässt sich ja nur mit billigem Geld bewerkstelligen. Solche Zinsen waren wir von Zeiten der starken DM nicht gewohnt.

        Ich möchte betonen, dass ich auf keinen Fall zurück zur DM möchte. Aber ein stabilerer Euro wäre durchaus wünschenswert. Und das geht nur mit starken Ländern. Eine guter Vorschlagg war damals von Lucke, wirtschaftlich schwachen Länder in einen Südeuro auszugliedern und den Rest im Euro zu halten (Nordeuro). Naja, er wollte unbedingt an die Macht, hat mit den Rechten geflirtet die dann die Partei übernommen haben und jetzt ist die AFD leider die bekannte unwählbare Einthemen-Partei geworden.

        Ich komme vom Thema ab. Hohe Mietpreise gibt es in Metropolen anderer Länder auch, z.B. Paris. Kaufpreise liegen da zwischen 8 und 10 k€/qm. Und irgendwie klappt es da auch.

        Muss denn unbedingt jeder z.B. in Berlin, Hamburg oder München wohnen? Reicht es nicht auch, in einem Vorort zum halben Preis? Das regelt doch der Markt einigermaßen selbst. Nochmal: nicht immer schön, aber wesentlich besser und effektiver, als wenn der Staat da verschlimmbessert. Gerade Berlin: Ich höre von vielen Seiten, dass die Gehälter da echt mies sein sollen. Quelle: Diverse Dienstleister, die Callcenter aufgrund der niedrigen Gehälter nach Berlin verlagert haben. Als nicht Berliner habe ich immer den Eindruck, dass Berlin vor allem hip ist, aber man dort nicht unbedingt Geld verdienen kann und dass in Hamburg und München die Gehälter wesentlich höher sind. Vielleicht kann da ein Berliner was zu sagen.

    • @Julian
      Mal wieder ein sehr guter Kommentar. Das mit Norbert Blüm als soziales Gewissen ist wirklich lachhaft. Er war ein Wolf im Schafspelz. Er wirkte wie der liebe Opa, hatte es aber faustdick hinter den Ohren. Angefangen bei der Rentenfrage bis hin zu seinen Reisen mit den Enkeln nach Afrika. Es war wirklich nicht schön, diesen selbstgefälligen Selbstdarsteller bei seinen Auftritten zu beobachten.

      Passend auch die Kritik an Kissinger.

      Die Meinung zur Werbung kann ich auch unterschreiben. Wie man sich über so kurze Blöcke so aufregen kann…

  48. Zu Ulfs Vorschlag, man solle im Bundestag mehr geheim abstimmen, damit eine Minderheitsregierung bessere Chancen hätte: Dem möchte ich aus tiefstem Herzen widersprechen. Und zwar wegen der Transparenz. Als Wähler möchte ich (insbesondere für die Erststimmenvergabe) schon wissen, wie meine WahlkreiskandidatInnen (wenn sie vorher schon MdB waren) zuvor abgestimmt haben. Es hat schon seinen Grund, das nur Personenwahlen geheim sind.

    • Guter Punkt! Es hat alles sein Für und Wider. Wobei ich es spannend fände, wenn man es wenigstens als Option einführen würde, meinetwegen bei Gewissensfragen.

  49. 16. Dezember 2017 um 19:18 Uhr
    Joerg-Martin Backhaus

    Danke für die neue Lage !
    – Der erste Werbeblock war für mich recht ungewohnt. Da würde es mir helfen, wenn ihr selber den Werbeblock mit euren ruhigen Stimmen ankündigen würdet, dann könnte ich mich auf diesen krassen Stilwechsel besser einstellen. Ein “Willkommen zurück” würde sich manchen “Werbevergräzten” wieder freundlich zurück ins Boot holen. Während des Blocks hat schon irgendwie das Gefühl, den falschen Sender zu hören – aber das kriegt ihr sicher noch hin bzw. wir gewöhnen uns halt dran…
    – Das Thema Bahn fand ich etwas zu deutschlandzentriert. Wenn man die Fehlleistungen der Bahn bewertet, wäre es doch sehr interessant, wie es die konkurrierenden System Shinkansen und TGV machen, bzw. welche Problem Winterwetterlagen dort auslösen. Seiten wie http://www.hochgeschwindigkeitszuege.com/news-und-infos/ice-gegen-tgv-und-shinkansen.php geben einen ganz guten Überblick und zeigen eben auch die technischen Unterschiede, die man – finde ich – nicht einfach so wegwischen kann.
    Euren gefühlte höhere Winterresistenz vor 30 bzw. 40 Jahren “Alle reden vom Wetter” führte IMHO ziemlich unsachlich in die Irre, denn die technischen Herausforderungen sind bei Hochgeschwindigkeit einfach ungleich höher, als bei 200 km/h Spitze – auch hier hätte ein Systemvergleich die Bewertung erheblich glaubwürdiger gemacht.
    In diesem Zusammenhang Danke an die engagierten Kommentare der technisch versierten Bahnkenner – zu denen ich trotz Ingenieurstudium nicht gehöre !

  50. Es ist interessant zu sehen, wie die Werbung hier aussieht. Ich stimme zar grundsätzlich zu, dass so ein Radiospot überhaupt nicht zur Sendung passt und arg abgetrennt wirkt, aber es ist mir tausendmal lieber, als wenn Philip und Ulf selbst irgendein Produkt anpreisen oder ein Werbeskript vorlesen oder was auch immer.
    Ich verstehe auch garnicht, warum sich Werbung in das Gesamtproddukt einfügen sollte, wenn sie doch inhaltlich nichts damit zu tun hat und auch nicht haben sollte. Ich sehe euch mit der strikten Trennung von Werbung und readktionellen Inhalten definitiv auf dem richtigen Weg.

  51. Die Werbung! Zu cool! Mir ist vor Lachen fast der Gouda im Hals stecken geblieben. Ihr seid genial!
    Die ist so unzeit- und unklientelgemäss, dass man einfach mindestens schmunzeln muss. Etwa so wie über die Tratschheftchen beim Friseur, bei denen man sich immer fragt: Nimmt die eigentlich irgendjemand ernst? Gut, dass die Werbung ebenso kurz wie schrill ist. Bevor man “WTF???” denken kann ist’s schon wieder vorbei.
    Im Ernst: Ich kann’s gut ignorieren und hoffe ihr bekommt gut Geld dafür. Dann ist jeder glücklich und es tut niemandem weh. Macht weiter so, dann spende ich auch nächstes Jahr gerne wieder!

  52. Hallo Ihr beiden, das ist mein erster Kommentar hier. Bin 37 höre seit Jahren Podcasts, Euren fast seit Anfang an. Pro Woche etwa 15 Stunden… nur so zur Einordnung für Euch.

    Anlass ist die Werbung. Ich fand die Werbung furchtbar. Sowohl inhaltlich, stilistisch, als auch von der Lautstärke. Mich hat es komplett rausgerissen. Das “Werbung” davor habe ich nicht mal gehört fühlte sich an wie:

    interessanter Podcast … interessanter Podcast … interessanter Podcast … BAM! WERBUNG !!!! WEEEERBUUUUNG!!!!!!! ….. wtf was war das? worum ging es eben überhaupt?

    Und die Alternative lautet übrigens nicht, Werbung ertragen oder Plus Abo. Die Alternative lautet Werbung erträglich machen oder de-abonnieren. Ich mag Euren Podcast und gönne Euch Millionäre zu werden, aber wenn das so weiter geht, bin ich in ein, zwei Folgen weg. Meine ungehörte Podcast-Liste ist lang genug. Ich sehe ehrlich gesagt auch keine Notwendigkeit darin, dass Podcasten jetzt ein Beruf sein muss, der Menschen ganz oder teilweise Ihr Leben finanzieren muss. Wenn nicht dann eben nicht, gibt ja kein Grundrecht auf den Beruf des Profi-Podcasters. Genauso gibt es kein Hörer-Recht auf ständigen Content. Gibts halt nur noch eine Folge im Monat, dafür dann in angenehmer Form. Andererseits gibt es viel Angebot und viel Nachfrage, wenn Ihr einen Teil der Hörer verliert, dafür aber Kohle scheffelt, ist es ja irgendwie auch ok für alle Beteiligten und allen Recht machen kann man es ja sowieso nie.

    So genug Rant. Alles andere an Eurem Podcast finde ich gut und weil ich es hier ein paar Mal gelesen habe… das Thema SPD Nähe/Färbung. Ihr seid grundsätzlich eher links der CDU und das ist auch gut so. Ich höre Podcasts WEIL sie Meinung und politische Färbung haben. Der Anspruch Journalismus solle “neutral” sein (was auch immer das sein soll) ist totaler Blödsinn und am Ende unmöglich. Macht diesbezüglich genau so weiter.

  53. Hallo,

    Ich möchte einen Themenvorschlag machen (daher ist der Kommentar etwas lang), weil es auch aus meiner Sicht aktuell ist, hinsichtlich der grünen Forderungen nach Kohleausstieg im Bundestagswahlkampf, BUND-Protesten gegen Kohlekraftwerke vor kurzem, Klimacamp Erkelenz, und den Jamaika-Koalitionsverhandlungen, die zum Teil auch daran gescheitert sind.

    Ich habe das schon 3-4 Wochen im Hinterkopf, und bin nicht dazu gekommen bisher einen Kommentar zu verfassen (da ich auch mehrere Punkte ansprechen wollte), aber ich denke es ist weiterhin aktuell.

    Das Thema “Energiewende vs. Klimaschutz”. Ich denke das wird für die weitere Energiepolitik (Kohleausstieg) wichtig sein zu diskutieren und auch ein informierteres Bewusstsein zu schaffen.

    Ich denke in der öffentlichen Diskussion werden diese Begriffe nahezu synonym verwendet und damit impliziert, dass sie weitgehend miteinander korrelieren.

    Ich möchte dazu ein paar Stichworte nennen und Impulse geben

    a) Ich denke sie korrelieren nicht nur nicht miteinander sondern stehen sich in der aktuellen technologischen Situation entgegen.

    Erst mal legen wir die Zahlen der CO2-Emissionen zu Grunde (das wird jetzt nichts neues sein), dazu zitiere ich die Wikipedia Zusammenfassung einer Studie der Ruhr-Universität Bochum.

    “Nach einem ganzheitlichen Vergleich der Ruhr-Universität Bochum von 2007[23] beträgt der CO2-Ausstoß bei der Kernenergie 10–30 g/kWh. Im Vergleich dazu erzeugen Kohlekraftwerke 750–1200 g/kWh, GuD-Kraftwerke 400–550 g/kWh, Photovoltaik 50–100 g/kWh, Windenergie und Wasserkraft 10–40 g/kWh und Solarthermie in Afrika 10–14 g/kWh. ”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk#Kohlendioxidbilanz

    Primärquelle: CO2-Emissionen der Stromerzeugung – Ein ganzheitlicher Vergleich verschiedener Techniken. (PDF-Datei; 1,6 MB) Fachzeitschrift BWK Bd. 59 (2007) Nr. 10, abgerufen am 16. Mai 2012.

    http://www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur_dateien/geu_dateien/FB4-Internetseiten/CO2-Emissionen%20der%20Stromerzeugung_01.pdf

    Danach ist klar, dass für den Klimaschutz (=CO2 Reduktion) fossile Träger wie Kohle und Gas abgebaut werden müssen. (Wie gesagt, das ist offensichtlich.)

    b) Aufgrund der Naturkatastrophe in Japan 2011 (Tsunami mit ~20000 Opfern) und dem damit verbundenen Austritt von Radioaktivität aus dem Kernkraftwerk Fukushima, wurde in Deutschland vermehrt dafür geworben den Ausstieg aus der Kernkraft zu beschleunigen und ihm höchste Priorität vor allen anderen Aspekten der Energiepolitik zu geben, und in der Folge wurde das auch politisch umgesetzt. Das ist die aktuelle Situation in der wir uns wiederfinden.

    In welchem Sinne stehen sich Klimaschutz und Energiewende entgegen?

    Oberflächlich mag es erscheinen, dass “böser Atomstrom” weg und dafür “sauberer CO2 armer erneuerbarer Strom rein” kommt. So wie es technologisch aber aussieht, ist das (noch für einige Zeit) nicht der Fall.

    Die wegfallenden Kernkraftwerke haben “Grundlast-Charakteristik” (d.h. Kraftwerke die konstant zu jeder Zeit Energie liefern und nicht von externen Faktoren wie Wetter abhängig sind, also an den Bedarf angepasst und gesteuert werden können), die ersetzt werden muss, und dies geschieht nicht durch Energiequellen wie Wind- und Solarkraft alleine, sondern zusammen mit Speichertechnologien. Da es an den nötigen Speichertechnologien mangelt, die diesen Energieformen erlauben würde eine Grundlast zu ersetzen, findet stattdessen eine Erhöhung der Verbrennung von Kohlenstoff-basierten Trägern (Kohle, Gas, etc.) statt.

    Hier wird der Konflikt deutlich. Die Energiewende ist effektiv nicht eine Wende weg von CO2-Emissionen, sondern eine Wende weg von (CO2-armen) Kernkraftwerken (Weg von “Atommüll”) – und wegen Mangel an Speichertechnologien – eine Wende hin zu mehr CO2 Ausstoß (durch Kohlekraftwerke).

    Dazu habe ich eine Talksendung im WDR 5 Radio (Tagesgespräch – interessantes Format, verschiedenartige Themen, dort rufen Zuschauer an und stellen Ihre Meinungen und Ansichten dar, zusätzlich ist ein Experte im Studio der diese evtl. kommentiert, widerlegt oder ihnen Perspektive gibt) gehört, die das auch belegt.

    “Brauchen wir noch Braunkohle?” WDR 5 Tagesgespräch (46 Minuten)
    Gast: Ralf Bartels, Energie-Experte der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

    “Was halten Sie vom Braunkohleabbau? Warum hat er trotz der Umweltschädlichkeit noch so einen großen Anteil an der Stromversorgung? Reicht der anteilige Bezug aus alternativen Energiequellen aus? Oder muss die Energiewende konsequenter vollzogen werden? Sehen Sie den angekündigten zivilen Ungehorsam als geeigneten Protest für Klimaschutz?”

    https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/tagesgespraech/tg-fuenfundzwanzigster-august-100.html

    Der Gast bringt den letzten Punkt dort so auf den Punkt:

    (gekürzt, original bei ~18min) “In den 70ern haben wir so argumentiert: die Fossilen sind endlich, die erneuerbaren sind endlos […]. Wenn wir heute auf dieser Erde alle fossilen Energieträger verbrauchen würden, […] würde es uns sicherlich nicht gelingen die Erderwärmung auf 2C zu begrenzen in diesem Jahrhundert. Der Klimawandel ist auch heute, 2017, was viele Menschen mit Energiewende in Verbindung bringen. Dazwischen, 2011, war die Energiewende das Wort für den endgültigen Kernenergieausstieg aus der Kernenergie nach Fukushima.

    Und das war das letzte mal, dass wir uns ganz bewusst entschieden haben mehr fossile Energie einzusetzen. Denn das war klar, man kann nicht gleichzeitig aus Kernenergie und Kohle aussteigen.”

    Und das zeigt ein Problem vor dem Deutschland nun steht, wenn man einen Kohleanstieg anstreben möchte (nach meiner Meinung wünschenswert).

    c) Ich möchte eine eine Zustätzliche Podcast-Quelle zum technischen Hintergrund Stromnetze, Stabilität, Grundlast, etc, anbringen. Omega Tau, Wissenschaft- und Technik-Podcast, hat ein Interview mit Veit Hagenmeyer, Professor am KIT und ehemaliger Kraftwerksleiter, geführt indem ausführlich (92min) das Thema Stromnetz diskutiert wird. Es wird darauf eingegangen welche Rolle konventionelle Kraftwerke in der Stabilisierung der Netze spielen (Stichwort “Trägheit rotierende Massen” und “Netzfrequenz”), Stabilisierungscharakteristiken, die bei erneuerbaren Quellen und Dezentrale Versorgung fehlen, und wie dies ausgeglichen werden kann.

    http://omegataupodcast.net/246-stromnetze-ein-uberblick/ 246 – Stromnetze, ein Überblick, 30 Apr 2017, 92min

    d) Jamaika-Verhandlungen

    Ich habe kurz vor Scheitern der Jamaika-Verhandlungen dazu auch ein Interview im Deutschlandfunk gehört mit Pinkwart (NRW-Energieminister) von der FDP

    http://www.deutschlandfunk.de/energiewende-wir-brauchen-stabile-netze.694.de.html?dram:article_id=400677 (10 Minuten Interview, dort ist ein Transkript.)


    “Zerback: Noch mal ganz kurz zum Schluss Ihre Einschätzung, weil das Thema Klima und das Thema Kohle ja in den Sondierungsgesprächen ein ganz dicker Brocken ist. Heute Abend geht es wieder darum. Könnte Jamaika jetzt auf den letzten Metern daran noch scheitern?”

    “Pinkwart: Ich hoffe nicht, dass wir daran scheitern”

    Über den Ton in dem das Interview abgehalten wird, kann sich jeder selbst ein Bild in der Audioversion machen. Dort wird er bei der Erwähnung von Netzinstabilität (angedeutet) ausgelacht und der Aspekt wird als “Horrorszenario” abgetan. Es scheint wenig Bewusstsein für die von mir oben erwähnten Konflikte zu bestehen, “Kernausstieg und Kohleausstieg” bzw “Kernausstieg vs Kohleausstieg” (Atommüll vs. CO2).

    Für die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen wird seitdem weitestgehend die FDP verantwortlich gemacht, evtl. muss man das auch überdenken und auch die Grünen mit einbeziehen [die ja herausragend waren in der Forderung des schnellstmöglichen Kernausstiegs und nun feststellen, dass sich dadurch ein Kohleausstieg schwieriger gestaltet mit der aktuell vorhandenen technologischen Situation – evtl hätte man dort die Reihenfolge der Ausstiege besser bedenken müssen vor einigen Jahren? Zu erst Kohle und dann Atom? Das ist meine Meinung. CO2 in der Atmosphäre scheint mir doch etwas schwieriger kontrollierbar zu sein. ].

    ==========

    Ich schicke zusätzlich eine E-Mail aber ich denke evtl ist das auch in den Kommentaren gut aufgehoben.

    • Ich glaube, du überforderst das Format mit so einer techniklastigen, ins Detail gehenden Fragestellung. Da würde die erste Stunde allein dafür draufgehen, die technischen Begriffe und Grundlagen zu klären.

      Die Daten zur deutschen Stromerzeugung sind hier gut aufbereitet: https://www.energy-charts.de/index_de.htm
      Da kann sich ein jeder, sofern er/sie keine Angst vor Zahlen und deren grafischen Darstellung hat, selbst ein ganz gutes Bild machen.

      • @Luke
        Danke für die Mühe. Solche Kommentare, die ein Thema in der Tiefe behandeln, empfinde ich stets als Bereicherung.

      • Sehr interessant finde ich auch diese Grafik hier:
        https://www.energy-charts.de/power_de.htm?source=pumped-storage&week=50&year=2017

        Man beachte “Vianden 1” bis “Vianden 11”, die nen beträchtlichen Teil der Pumpspeicher-Kapazität im deutschen Stromnetz ausmachen. Allerdings liegt Vianden nicht in Deutschland, sondern in Luxemburg.

        Faszinierend, dass ein Land wie Deutschland auf das kleine Luxemburg angewiesen ist für einen derartig großen Teil seiner (viel zu geringen) Pumpspeicherkapazität.

      • Ich habe in der Zwischenzeit die letzte Podcast Folge gehört und da wird der Kohleausstieg als “nobrainer” bezeichnet, was es nach meiner Ansicht umso nötiger macht das Thema zu behandeln (nicht auf technischem Niveau aber qualitativ wie ich es oben mache).

        Wenn der Kohleausstieg nun mehr diskutiert werden soll (wird ja von den oben genannten Parteien auch zum Thema der Mainstream-Politik gemacht), dann muss das auch besprochen werden.

        Die Alternative ist, dass wir davon ausgehen, dass alle beteiligten überfordert sind und wir extreme Vereinfachungen machen wie “Kohleausstieg ist ein nobrainer” und die Energiepolitik auf Seiten der Opposition im Prinzip auf “Geh doch einfach endlich raus aus der Kohle? Kann ja nicht so schwer sein? Ansonsten stimmen wir über die nötigen Naturgesetze entsprechend im Parlament ab.”

        Wenn jahrelang der Kernausstieg diskutiert wird, dann ist denke ich auch niemand damit überfordert zu sehen, dass er den Kohleausstieg erschwert hat.

      • Des weiteren ist ansonsten die Nennung der Quellen oben eher so zu sehen, dass diejenigen, die sich eingehender damit befassen möchten die Möglichkeit haben das zu tun.

      • Ich weiss leider zudem nicht wie dein Link (energy-charts.de) den Konflikt …

        “2011, war die Energiewende das Wort für den endgültigen Kernenergieausstieg aus der Kernenergie nach Fukushima. Und das war das letzte mal, dass wir uns ganz bewusst entschieden haben mehr fossile Energie einzusetzen. Denn das war klar, man kann nicht gleichzeitig aus Kernenergie und Kohle aussteigen.”

        … beantwortet.

  54. Ich will in meiner Kritik wirklich sachlich bleiben, aber angesichts der wiederholt nicht differenzierten Betrachtungsweise der von der SPD vertretenen Inhalte, Ziele und Grundsätze bzw. ihrer Geschichte, und dieses Mal auch beinahe unsachlicher Kritik von Philip fällt mir das nicht leicht. Bitte schaut doch vor formelhafter Kritik einmal genauer hin.
    Meine These habe ich bereits im Blog zur letzten Folge dargelegt. Das Problem ist m.E. – ganz knapp heruntergebrochen – ein Kommunikationsproblem (u.a. resultierend aus einem hochgradigen Mangel an Selbstbewusstsein). Dass ihr euch jetzt mehr Basta-Politik wünscht ist mit Blick auf die SPD tatsächlich fast geschichtsvergessen! Gerade in solch heiklen Situationen muss man doch als Parteiführung, die ohnehin schon in Kritik steht jeden Rechtfertigungsgrund für Nicht-Basta-Politik haben…

    Gespannt bin ich, ob ihr die in Bezug auf die SPD angelegten Mastäbe so auch künftig und auf andere Parteien anwendet.

    Ebenso undifferenziert und beinahe lustig ist es dann aber auch der Merkel’schen-#fedidwgugl-CDU ein Mehr an Profil und inhaltlicher Konsitenz zu attestieren. Und das als Gegensatz zur SPD herauszuarbeiten geht doch völlig fehl…

    Ich höre Euch wirklich gerne! Aber in dem Punkt solltet ihr m.E. aufpassen nicht in ein im Allgemeinen sehr populäres SPD Bashing zu verfallen.

    • Ich stimme Marco zu. Die Erwartungshaltung und Kritik an der SPD finde in Teilen übertrieben und auch widersprüchlich.

      @Ulf, Philipp:
      Erst lästert ihr massiv über die Diskussion und das Ringer in der SPD um alternative Regierungsformen, um dann bei genauem hinschauen festzustellen, dass eine KoKo auch echte Vorteile bringen könnte. Ihr habt nur nicht zugegeben, dass eine KoKo sehr nahe an dem Modell ist, dass ihr für Jamaika immer gefordert und toll gefunden habt. Jede Partei bringt wichtige Punkte ihrer Politik ein und kann diese auch umsetzten, ohne dass zu jedem Thema ein Kompromiss gefunden werden muss.

  55. Ich war auch von Form und Inhalt der Werbung etwas überrascht: eine so überdrehte Stimme kenne ich nur vom synchronisieren teleshopping. Mir gefällt die Werbung bei pod save America am besten. Ob der ironisierung gibt es da auch keine mangelnde Trennung.

    Meine Erinnerung an den Jahrhundertwinter ist , dass ich mit meiner omi für die 100 Zugkilometer von Uelzen nach Hamburg vier Stunden gebraucht habe und sie dem Enkel etwa ein Dutzend mal seine schneeklamotten an- und ausgezogen hat, weil wir immer dachten, dass wir doch bald mal da sein müssen.

  56. Ich fand es befremdlich, wie ihr die CDU/CSU als “Pro Wirtschaft” hinstellt und im gleichen Atemzug, am Beispiel Bahn, aufzeigt, dass das nicht stimmt, ohne das in Kontrast zu setzen.

    Die Wirtschaftspolitik Deutschlands basiert zu großen Teilen auf Investments in veraltete Technologien und Absenken des Lohnniveaus. Die komplette deutsche Infrastruktur wird bewusst ans “Effizienzlimit” gefahren (Personal und Material). Wie soll da in “Extremsituationen” (Schneeflocken) auch adäquat reagiert werden? Mit welcher Reserve?

    Wären die “Konservativen” wirklich “pro Wirtschaft”, müssten sie beim Wechsel auf neue Technologien unterstützen, Migrations-Risiken abmildern aber vor allem Antreiben und Anreize setzten.

    So wie sie sich aktuell verhalten schützen sie nur das Kapital, nicht die Wirtschaft.

    Kleine Bemerkung noch zu der Blamage der Bahn und der Frage “Wie bekommt man mit so einer Außenwirkung brauchbares Personal”. Was habt ihr für ein verschrobenes Bild, wie in deutschen (groß) Unternehmen gearbeitet wird? Die Bahn zeigt, dass sie Marge über alles setzt und die Kundenzufriedenheit zweitrangig ist. Da wird sich aber der Werksverträgler der Telekom, VW (stellvertretend für alle KFZ Hersteller) und so aber sowas von “abgeschreckt” fühlen. Die Bahn bekommt ganz simpel dieses “Pro-Personal”: unbefristete Anstellung, garantierte 40H (max) Woche, Gehalt ein Bisschen über “Normal”.

    Das “Hoch-Qualifizerte” Personal (eg Ingenieure, Planung, etc) ködert man doch eher über die (technischen) Herausforderung. Davon hat die Bahn genug … Mit technisch inkompetenter Führung/Verwaltung kämpft man in jeder Firma. Der Satz “Das kann man halt in Excel nicht darstellen” dürfte bekannt vorkommen ;)

    • Danke für den Kommentar – klar, was man für “hilft der Wirtschaft HÄLT ist nicht notwendigerweise kluge Wirtschaftspolitik. Aber die Prioritäten der Union sind doch trotzdem klar, denke ich.

      Aber was anderes: Deine Bemerkungen zum Personal verstehe ich nicht. Bekommt die Bahn nun gute Leute oder nicht? Und was muss sie ggf ändern? Unterscheidet sie sich von anderen Großunternehmen oder nicht?

      • Aus Sicht der Mitarbeiter, unterscheidet sie sich nicht oder wenn dann eher im Positiven. (Zwangspausen, Kinderbetreuung, Sonderzulagen … zu mindestens beim Zugpersonal …)

        Mich z.B. schreckt dieses “Bahndebakel” nicht ab. Ich weiß nicht was im Hintergrund der zwei Züge alles “gezaubert” wurde, damit die überhaupt den Termin halten konnten. Ich kenne ähnliche Situationen aus meinem Beruflichen Alltag aber zu genüge. Das wirkt auf mich normal …

        Umgekehrt: Wenn sich ein Unternehmen mal so Präsentiert, dass Technische und Kundenbelange wichtiger sind als Wirtschaftliche, das wäre mal interessant. Aber wie das endet wissen auch alle. Die letzte Firma die den Ruf hatte von Ingenieuren geführt zu werden, wurde dann von Oracle platt gemacht (Sun Microsystems)

      • “Aber die Prioritäten der Union sind doch trotzdem klar, denke ich.” Sind sie das? Für mich nicht? Ich führe Zwangsweise ein sehr konservatives Leben (ansässig ins Stuttgart). Ich würde also direkt von Zuwendungen and die Autolobby profitieren. Auch die Mitpreisbremse juckt mich (gezwungenermaßen) nicht mehr… selbst wenn ich mal vergesse das ich nicht ausländerfeindlich bin und auf meine Grundrechte bestehe, kann ich nicht verstehen warum man diese Partei wählen sollte.

        Solange man nicht zu den oberen 10% der Deutschen gehört, haben die keinen Punkt auf der Agenda der einem nominell etwas bringt. Sei es nun Sicherheit oder Geld auf dem Konto. Nichts von dem was die Partei Bundespolitisch macht, macht meinem Verständiss nach langfristig Sinn (wenn man von Machterhalt und Spaltung der Gesellschaft absieht)

        Wichtig: ihr solltet unbedingt mal Bundes und LokalPolitik differenzieren. Ich arbeite mit einem
        CDUler (lokal gewählter Vertreter) zuzsammen. Mit diesem man debattiere ich gerne, der Vertritt komplett andere Positionen (und setzt diese auch durch) als im Bund vertreten werden. Das hat mir zum einen die Augen geöffnet, wie groß die Unterschiede in einer Partei seien können, zum anderen musste ich einige Positionen räumen, was CDUler anbelangt (das werfe ich ihn auch bei jeder Gelegenheit vor :D)

  57. Thema Bahn.
    Ihr wart hier schon auf einem sehr guten Weg.
    Die Probleme bei der Eisenbahn (die Deutsche Bahn ist ja hierzulande nicht als einziges Eisenbahnverkehrsunternehmen betroffen) hier in Deutschland, gerade bei Wetterlagen wie Sturm und Schnee, kann man an zwei Faktoren fest machen: Personalzahl und Fahrzeugtechnik.

    1966, als das Plakat “Alle reden vom Wetter, wir nicht” heraus kam, waren bei der Deutschen Bundesbahn rund 450.000 Mitarbeiter beschäftigt.
    Viele Bahnhöfe, ob groß ob klein, waren mit Personal besetzt.
    Fahrdienstleiter, Güterabfertigung, Bahnmeisterei etc..
    Kam es also zu starkem Schneefall, wurden diese Mitarbeiter vor Ort rausgeschickt, um Weichen zu kehren, Bahnsteige zu räumen und so weiter, was natürlich dazu führte das die Strecken meistens geräumt waren, noch bevor es der Reisende überhaupt hätte merken können.
    Heute stehen dem noch ca. 200.000 Mitarbeiter (aller EVU) gegenüber.
    Personal sucht man meist hunderte Streckenkilometer vergeblich.
    Die Güterabfertigungen gibt es nicht mehr, keine Fahrkartenschalter, Faahrdienstleiter sind sehr zentralisiert, Bahnmeistereien ausgedünnt.
    Natürlich dauert es im Zweifelsfall sehr lange, bis mal jemand vor Ort ist um beispielsweise die ausgefallene Weichenheizung zu reparieren.
    Stichwort Weichenheizung, selbstverständlich ist eine Gasbefeuerte Weichenheizung effektiver als eine die mit Wärmeinduktion arbeitet. Gas hat aber nunmal den Nachteil das es Gas ist, ich höre hier die Umweltverbände aufschreien wöllte man wieder flächendeckend Gasbefeuerte Weichenheizungen verbauen :)

    Fahrzeuge.
    Auf dem Plakat von 1966 ist eine wunderschöne E10, heute Br. 110, zu sehen.
    Reihenschluss-Fahrmotoren, mechanisches Stellwerk, mechanische Richtungswender und und und.
    Eine Lokomotive, an der man vergebliche eine Platine sucht und an der man noch selber “etwas machen” konnte. Sicherungen tauschen, Hilsschaltungen bauen, Relais und Schütze unterkeilen oder mal einen beherzten Tritt an der richtigen Stelle das Fahrzeug wieder zum laufen brachte.
    Was die Fahrzeugindustrie heute auf die Schienen stellt, sieht schon ganz anders aus.
    Vollgestopft bis unters Dach mit einer Vielzahl an elektronischen Systemen.
    Angefangen von der Klimaanlage und ihrer Steuerung, einer rechnergestützten Steuerung des Fahrzeuges und so weiter.
    Und wie bei einem modernen Auto lässt sich durch den Lokführer kaum noch etwas machen.
    “Aus und wieder einschalten”, vielleicht mal die Sicherungen überprüfen.
    Aber wenn der Rechner streikt, ist Schicht im Schacht.
    Die Eisenbahnunternehmen sind also auf verlässliche Fahrzeuge angewiesen.
    GIbt es aber nicht. Oder kaum.
    Neue Fahrzeuge, egal ob Lokomotive, Triebfahrzeug, ob Elektrisch- oder Dieselbetrieben, kommen schon ab Werk mit einer Vielzahl von Problemen und Einschränkungen.
    Es sind Bananenprodukte, sie reifen beim Kunden. Wenn sie denn reifen,
    Wir haben 10, 15 Jahre alte Fahrzeuge am fahren, deren Software teils immernoch fehlerbehaftet ist und es zu den immer gleichen Störungen kommt, ohne das die Industrie hier abhilfe schafft (weshalb ich mich beim Thema Autonomes Fahren bei der Bahn immer wieder belache, schafft die Industrie es ja kaum vernünftige Fahrzeug auf den Markt zu bringen)

    Das alle ist letztendlich eine Frage des Geldes. Personal kostet Geld, Infrastruktur kostet Geld, vernünftige und ausgiebig getestete Fahrzeuge kosten Geld.
    Geld, dass kaum einer bezahlen möchte und schon gar nicht der “Hauptzahlmeister” in diesem Spiel, nämlich derjenige der 100% der Anteile an der Deutschen Bahn und damit auch der Infrastruktur etc. hält…

    • Entschuldige Tim, aber da muss ich dir ganz vehement widersprechen.

      Dein Text klingt nach der üblichen Forderung nach Rückkehr der Bundesbahn wie sie vor 30 Jahren war. Frei nach dem Motto: früher war alles besser. Nur blendet die meisten dabei aus, dass dem gar nicht so war. Das betrifft im übrigen auch die so oft angesprochene Werbung “Alle reden vom Wetter, wir nicht”. Damals war die Bahn weder mega pünktlich noch waren die Fahrzeuge ausgereift. Es hat halt nur nicht jeder zwei Stunden verspäteter ICE im Internet die Runde gemacht. Dazu kam unfreundlichen Personal bei dem der Fahrgast höchstens Bittsteller war und altes Wagenmaterial. Aber all das wird gerne vergessen.

      Heute haben wir einen Hochgeschwindigkeitsverkehr mit Klimatisierten Zügen, wir haben Fahrgastrechte und immer und überall Informationen über Abfahrtzeiten und Verspätungen, wir haben einen Taktfahrplan und deutlich freundlicheres Personal.

      Wo ich dir hingegen Recht gebe ist die Tatsache, das die Eisenbahn in Deutschland ganz dringend mehr Investitionen brauch und zwar nicht nur in Leuchtturmprojekten wie Stuttgart 21 oder 2. Stammstrecke in München sondern in der gesamten Fläche. Das Schienennetz platzt aus allen Nähten, die eingesetzte Technik ist uralt (Wenn sich die Technik zum autonomen Fahren genauso schnell durchsetzt wie andere Technik bei der Eisenbahn können wir noch Generationen von Lokführer ausbilden) und die eingesetzten Fahrzeuge sind oft älter als die Lokführer die sie fahren. Aber das ist vor allem ein Thema für die Politik und nicht für die einzelnen Bahnunternehmen.

      Also hört bitte auf der Bundesbahn hinterher zu weinen, hört mit diesen undifferenzierten Bahn-gebashe auf und kämpft für eine ordentliche Finanzierung und Organisationen der Eisenbahn in Deutschland.

      An das Lage der Nation Team: Wenn ihr Fragen zur Eisenbahn habt, dann wendet euch doch bitte an Leute wie den Tim auf twitter anstatt “Experten” von irgendwelchen Verbänden oder Hochschulen zu fragen.

      • Ich möchte dir nicht grundsätzlich widersprechen, aber von welchem Personal redest du da? Fahr sehr selten mit dem Zug und habe beim letzten mal 2 x 2 Stunden genau 1 Bahnmitarbeiter kurz gesehen der neutral war. Ich empfand den hohen Lärmpegel der Maschine als sehr störend und das mangelnde Platzangebot als unbequem.

  58. Thema Bahn: ganz ehrlich ich bin gerade in Sibirien unterwegs und bei dem Statement des Bahnexperten musste ich laut lachen. Hier sind es aktuell im Schnitt -20 Grad, Schnee ohne Ende, ich bin knapp 5000 km Zug gefahren und alle Verbindungen waren auf die Minute pünktlich. Also den Bullshit wie ihr schon gesagt habt kann er sich gerne schenken.
    Mein nächstes Ziel ist Japan. Sapporo meterhoch Schnee und Sorry der Shinkansen kommt auch damit klar. Den ganzen Winter.
    P.S.: Ich finde das bißchen Werbung absolut NICHT störend. Macht weiter so.

  59. Thema Bahn: ganz ehrlich ich bin gerade in Sibirien unterwegs und bei dem Statement des Bahnexperten musste ich laut lachen. Hier sind es aktuell im Schnitt -20 Grad, Schnee ohne Ende, ich bin knapp 5000 km Zug gefahren und alle Verbindungen waren auf die Minute pünktlich. Also den Bullshit wie ihr schon gesagt habt kann er sich gerne schenken.
    Mein nächstes Ziel ist Japan. Sapporo meterhoch Schnee und Sorry der Shinkansen kommt auch damit klar. Den ganzen Winter.

    • 17. Dezember 2017 um 16:53 Uhr
      Anna-Lena Baecker

      Wie schnell fährt man denn in Sibirien so?

      • Im Schnitt 140 km die Stunde aber wie gesagt dafür bisher jeder Zug auf die Minute pünktlich egal ob St. Petersburg, Irkutsk oder Severobaikalsk.

    • Sicher kann man Züge Bauen die bei jedem Wetter perfekt fahren. Aber wenn dann noch andere Punkte auf die Anforderungsliste kommen wird das ganze schon schwieriger.
      Wie laut sind die Sibirischen Züge zum Beispiel?
      Sind sie behindertengerecht?
      Wie hoch sind die Vibrationen im Zug?
      Was für Servicezeiten werden bei den Bahnhöfen benötigt?
      Und so weiter. Einen Zug von der Komplexität eines ICE´s zu bauen ist wirklich alles andere als trivial.

    • Bei Thema Bahnfahren neigen wir alle zum Bike-Shedding ;)
      https://en.wikipedia.org/wiki/Law_of_triviality
      Ich kann mir schon vorstellen, dass die Bahner da recht haben mit Schnee/Geröll bei bidirektionalem Zugbetrieb; der ICE ist eben keine Transsib. Und der Shinkansen mit deutschen Fahrgästen würde auch gut Verspätung anhäufen – Kooperatives Aus- und Einsteigen ist hierzulande schon zuviel verlangt. Abgesehen davon: Cuz Japan.
      Aber der Bahn fehlt auch der Wille zum Tor. Kennt hier jemand noch: Der Fahrplan ist Gesetz! http://museum.zib.de/sgml_internet/img.php?img=p0000370&width=600

  60. Hallo!
    Auch von mir erstmal Lob für Euren wahnsinnig interessanten Podcast — ich nehme immer viel mit.

    Zur Bahn-Diskussion möchte ich mal eine Anmerkungen machen, weil zwei Dinge zusammen kommen:
    1. Habe ich eine Zeit lang an einer dem Bahn-Vorstand zugeordneten Stelle innerhalb der Bahn gearbeitet, weshalb Einblicke in die vielfältigen Baustellen des Unternehmens bekommen habe.
    2. Beschäftige ich mich wissenschaftlich mit dem Thema der ‘Finanzialisierung’ und was die zunehmende Durchsetzung von ökonomischen Logiken in unterschiedlichsten Felder bedeutet.

    Ihr habt völlig zurecht darauf hingewiesen, dass die Bahn ‘kaputtgespart’ wird. Was aber etwas unterbelichtet bleibt ( ähnlich wie bei der Diskussion zum Gesundheitswesen), sind die tiefgreifenden, langfristigen Veränderungen, die das mit sich bringt.

    Beispiel Ausbildung/Personal: es gibt eine Reihe von Berufen, die in Deutschland praktisch nur von der Bahn ausgebildet werden, etwa Zugdisponenten. Diese können im Fall von Verspätungen maßgeblich dafür sorgen, dass der Zugverkehr, -anschlüsse immerhin im Ansatz erhalten wird. Hier gab es lange Zeit ‘aus Kostengründen’ einen Ausbildungs- und Einstellungsstopp, was dazu führt, dass diese Positionen heute strukturell unterbesetzt sind. Die Auswirkungen kann man sich vorstellen. Das gleiche Problem bei Fahrdienstleistern. Das wurde 2013 am Beispiel des Mainzer Bahnhofs prominent diskutiert: http://www.zeit.de/reisen/2013-08/mainz-bahn-ausfaelle

    Beispiel veraltete Technik: besagte Disponenten und Fahrdienstleister sitzen in baufälligen Gebäuden und vor Technik, die praktisch mit der ersten Welle der elektronischen Steuerung (60er, 70er) gebaut wurden. Teilweise werden die Züge mit analogen, Plastikfiguren hin und her geschoben, um den Überblick zu bekommen. Erneuerungen werden verschoben, weil die Kosten zu hoch sind.

    Es könnten zahllose weitere Beispiele folgen, von denen sicherlich jede/r Bahnmitarbeiter/in stundenlang berichten könnte.

    Der Punkt ist: Diese Rationalisierungen wurden vor Jahren eingeführt, um die Bahn auf Rendite zu trimmen, um für potentiellen (im Falle des Börsengangs) Shareholdern attraktiv zu sein. Die Logik ist hier denkbar kurzfristig und dort liegt das Problem. Die Auswirkungen zeigen sich nicht direkt, sondern erst langfristig und die volkswirtschaftlichen Kosten, um diese kurzfristigen Kostensenkungen zu begleichen, stehen in keinem Verhältnis. Die herrschende Logik der Kostensekungen und anhaltenden Rationalisierung hat sich auch nach Mehdorn nicht geändert, denn die Entscheidung als Wirtschaftsunternehmen zu agieren ist so weitreichend und ‘systemisch’, dass sie strukturell weiter getragen wird.

    Das Problem zeigt sich bei einer Vielzahl von Infrastrukturen (wie auch dem Gesundheitssystem). Da ein Charakter von Infrastrukturen ist, dass man sie erst bemerkt, wenn sie ausfallen (wenn alles läuft, redet keiner drüber — ist selbstverständlich), werden die Auswirkungen erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Die Behebung würde ein ganz grundsätzliches Umdenken erforden – wie Ihr es etwa andeutet, hin zu mehr Zuverlässigkeit. Das wurde jedoch langfristiges Denken erfordern, was den wirtschaftlichen Rationalitäten jedoch zuwider läuft (vereinfacht gesagt).

    Daher ist meine Anmerkung keine Kritik, sondern ich möchte auf die Tiefe des Problems hinweisen, welche Auswirkungen die rücksichts- und gedankenlose Durchsetzung von ökonomischen Logiken, speziell der Finanzialisierung (vereinfacht: die Anpassung an Finanzmarktansprüche), mit sich bringen. Es äußert sich übrigens auch darin, dass Ökonomen inzwischen als Experten für alle Bereiche angesehen werden, obwohl sie nur eine ganz spezifische Perspektive vertreten.

    Diese Entwicklungen tangieren verschiedenste Bereiche des öffentlichen Lebens und mir fehlt die Abstrahierung, dass diese Probleme einen gemeinsamen Nenner haben.

    • Herzlichen Dank für diesen ausführlichen Kommentar aus der Insider-Perspektive. Du sprichst mir wirklich aus der Seele, nur dass es bei mir häufig ein Bauchgefühl ist, während Du die Fakten dazu lieferst.

    • Figuren auf einem Kartentisch hin- und herschieben? Oh mein Gott! Das ist ungefähr das technologische Niveau, mit dem schon Caesar den Überblick über Germanien behielt. Statt handgeschnitzten Figuren verwendet man aber heute Plastikzüge. Das ist der Effizienzgewinn, den die Bahn aus 2000 Jahren Technikgeschichte zieht? Cool!

      Warum lassen Politiker von SPD oder den Grünen für ihre Wahlplakate nicht mal zwischen diesen Bahnbeschäftigten und ihren Plastikzügen ablichten? “Liebe Leute, das kommt dabei raus, wenn ihr schwarze Nullen wählt.”
      Dies an allen Bahnhöfen Deutschlands plakatiert und ich wäre auf die Resonanz gespannt.

    • Es tut mir Leid, aber das ist zum Teil schlicht falsch. Sowohl Zugdisponeneten wie auch Fahrdienstleiter werden händeringend gesucht und sie werden auch eingestellt. Es gibt keinen Einstellungsstopp.
      Beachten Sie etwa das hier:
      https://karriere.deutschebahn.com/de/de/jobs/schueler/ausbildung/fahrdienstleiter/
      Ich bin Mitarbeiter der Deutschen Bahn, DB Netz und ich denke, ich kann das beurteilen.
      Wir finden halt die Leute nur kaum noch. Probleme sind das eher mäßige Einkommen, Schichtdienste und geringe Aufstiegschancen.

      • Ok. Es hieß, es gab einen Einstellungsstopp. Vergangenheit, da habe ich nicht genau gelesen. Aber da wurde schon relativ früh umgeschwenkt, so etwa seit 10 Jahren. Dass der Beruf des Eisenbahners nicht so besonders angesehen ist, das hat diese Lage schon richtig herausgearbeitet. Das hilft nicht unbedingt bei der Personalsuche. Darum sind eben auch große Arbeitgeberkampagnen in den Medien erforderlich, was über das Image der Bahn als Arbeitgeber schon auch alles sagt.

    • Danke für diesen Einblick. Anstatt solche Dinge der Daseinsversorgung in staatliche Hand zu geben, zählen nur die Börsenkurse. Der irre Glaube an die Privatisierung hat schon viel Schaden angerichtet und wenig gebracht. Das Pendel muss hier unbedingt wieder in Richtung Staatsauftrag. Ob Berliner Flughafen oder dieses Projekt. Vor lauter Ausschreibungspflichten, die über die EU gekommen sind, kommt kaum noch was Vernünftiges zustande. All die Dinge, die 1980 funktioniert haben, hat man aus unvernünftigigen Gründen abgeschafft, sei es der Meisterzwang oder in vielen Bereichen das Beamtentum.

      • Genau, man muss nämlich weiter zurückgehen als nur zu Hartmut Mehdorn. Was wir hier erleben, das sind direkte Auswirkungen der Bahnreform von 1994.
        Das ist ein Fass, das die Lage mal aufmachen könnte.
        DB Fernverkehr ist ein Unternehmen, das Gewinn machen soll und diesen Gewinn an den DB-Konzern abführen soll. Dieses Geld wurde und wird für Kauf von Unternehmen im Verkehrs- und Logistikbereich gesteckt, zumeist im Ausland, die auch nicht nur mit Schienenverkehr zu tun haben.
        Beispiele sind die Käufe von DB Schenker (Logistik) und DB Arriva (Ausland, auch sehr viel Busbetrieb).
        Das bindet Kapital, z.B. kostete Arriva rund drei Milliarden. Genauso wird Managementarbeit an so etwas gebunden.
        Der Konzern investiert also in fachfremde Aktivitäten und wird regulatorisch überhaupt nicht gestoppt, z.B. durch die Bundesvertreter im Aufsichtsrat.

        Von DB Fernnverkehr kann man unter diesen Umständen kaum erwarten, dass es sich primär um zuverlässigen Bahnbetrieb im Fernverkehr in Deutschland kümmert. Da steht eben nicht die Daseisvorsorge mit Zuverlässigkeit und Kapazität im Mittelpunkt, sondern die Gewinnmaximierung.
        Da wundern solche Pannen eigentlich nicht mehr.

  61. Ich finde die Werbung in dieser Form („quietschende Werbe Stimme“ mit „euphorischer“ Ansprechhaltung) wirklich nervig bis belästigend.

    Ich würde eine von Euch gesprochene Variante deutlich bevorzugen. Idealerweise auch halbwegs indiziert (wie bei ATP).

  62. Erstmal Danke für den Podcast!
    @Werbung
    Eure Werbung wirft mich richtig aus dem Podcast raus. Ich erlebe dort diesen TV-Effekt, zu laut zu nervig und sind wir für die richtige Zielgruppe? Werbung ist schon ok und ich will Euch die Einnahmen nicht neiden, ich bitte nur um Werbung die mich nicht verschreckt.

    @Die Bahn kommt aka Früher war alles besser
    Ich habe die “Schneekatastrophe” vom 78/79 ein wenig anders erlebt. 2 Wochen lief in Schleswig-Holstein nichts, auch nicht die Bahn. Mein Vater war damals Pendler (Barmstedt-Elmshorn-Hamburg)
    und aufgrund des Wetters kam er 2 Wochen nicht nach Hause.
    Damals hat auch die Bahn vom Wetter geredet ;)
    Zumal die Werbung aus dem Jahr 1966 ist
    https://de.wikipedia.org/wiki/Alle_reden_vom_Wetter._Wir_nicht.

  63. Nur ein kurzer Einwurf von Rand zur Werbung.
    Zunächst: Macht ruhig Werbung, ist völlig ok. So wird das Produkt von allen bezahlt, und nicht nur von ein paar wenigen. Und ganz ehrlich: Mir sind produzierte Spots deutlich lieber als Native Advertising oder so ein Mist. Es gibt in meinen Augen nur einen Podcast der es hinbekommt die drei Dinge Inhaltliche Nähe, redaktionelle Trennung von Inhalt und eben ein natives Erscheinungsbild unter einen Hut zu bekommen. Das sind die Münchner von Bits und so. In allen anderen Beispielen (deutsch wie international) bleibt irgendwas davon auf der Strecke, meist sogar mehreres.
    Gerade in internationalen Formaten ist dann oft nach dem Sponsor noch die Rede von der allgemeinen Dienstleistung, und dann verschwimmen die Grenzen so sehr. Klar sind jetzt bei euch auch zwei der drei Dinge auf der Strecke geblieben. Aber ehrlich gesagt waren das dir beiden Sachen die mir bei Werbung sowieso egal sind, und das selber vorlesen des Werbetextes hat noch ganz andere Probleme.
    Einzig die Lautstärke. Beim ersten Mal hören ist mir das auch nicht so störend aufgefallen, da war ich auf dem Weg zur Arbeit, ich hab jetzt aber für den Kommentar extra nochmal zurück gespult, und in etwas ruhigerer Umgebung kam mir der Spot doch lauter vor, vor allem, weil das „Werbung“ davor sehr leise war. Im Vergleich zum Rest hat es gepasst.

    Sorry, falls dem Kommentar ein wenig der rote Faden fehlt. Ich fahre gerade zur Arbeit, und bin noch etwas müde.
    Und wann bekomme ich jetzt Rabatt bei Kaufhof?

    • Ja, der 1. Trenner wurde von Auphonic etwas verschluckt. Dachte, da man das Wort „Werbung“ noch hört, ists ok. Die Funktion, dass der Trenner auch auf Lautheit dessen, was kommt, vorbereitet, war mir nicht so klar. Jetzt schon. Rabatt: Klar. Wie alle anderen auch.

  64. Hallo!
    Vielen Dank erstmal für die interessante Sendung.
    Ich habe dann aber doch eine Kleinigkeit zu bemängeln: Im Zusammenhang mit der Senatswahl in Alabama habt ihr zweimal erwähnt, dass vor der Wahl im Prinzip jeder Republikaner gegen Roy Moore gestanden habe, außer einem, nämlich Donald Trump.
    Zunächst einmal ist das faktisch nicht korrekt. Und ich beziehe mich dabei nicht auf die Extremisten in der Partei, wie Moore selbst einer ist. Ich beziehe mich vielmehr auf die Tatsache, dass zwar viele Republikaner zunächst öffentlich erklärt hatten, dass sie Moore für unwählbar halten, jedoch die meisten von diesen Politikern diese Position schnell wieder aufgegeben haben, nachdem Moore die republican primaries gegen Jeff Flake gewonnen hatte. Entsprechend hat das Republican National Committee Moore vor der Wahl offiziell unterstützt, nachdem es diese Unterstützung zunächst auf Grundlage des Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung für kurze Zeit zurückgezogen hatte (https://www.theguardian.com/us-news/2017/dec/04/roy-moore-republican-national-committee).
    Die Mehrzahl der Republikanischen Politiker stellt also ethische Bedenken entweder hinter extremer Ideologie oder – wahrscheinlich in der Mehrzahl der Fälle – unverblümtem politischen Machtkalkül zurück.
    Dabei geht es nicht nur darum, das Moore möglicherweise Minderjährige sexuell missbraucht hat, was ja erst noch zu erweisen ist. Sondern Moore ist ein Mann, der noch in diesem Jahr beispielsweise behauptet hat, dass 9/11 eine Strafe Gottes für das Amerikanische Volk gewesen und im Alten Testament an zwei verschiedenen Stellen prophezeit worden sei. Und er meint dies nicht metaphorisch, sondern absolut wörtlich.
    Diese Sachlage macht meiner Meinung nach klar deutlich, dass nicht Donald Trump, sondern das Republikanische Establishment und sein offener Opportunismus die eigentliche Gefahr darstellen. Trump ist in seiner Inkompetenz zumindest berechen- und vor allem beobachtbar. Viel gefährlicher ist allerdings, was an ernsthafter regressiver Politik im Hintergrund betrieben wird. Diese Einsicht bleibt bei dem ständigen Trump-Zirkus leider oft unbeachtet.

  65. Galeria Kaufhof?😃
    Hätte ja gedacht ihr macht eher Werbung für ein crypto-messenger oder ein interessantes politisches Hörbuch auf audible.
    Neee, diese Galeria Radiowerbung passt überhaupt nicht zu euch beiden und der Lage.

  66. Zu “die Leute können nicht mehr wegziehen”. Es gab in den letzten 10 Jahren zwei Krisen in Deutschland die von außen gekommen sind, über deren Kosten und Marktauswirkung die Politik sich tot schweigt, weil die untere Mittelschicht und Unterschicht dadurch heftig belastet worden sind.

    Vor die Finanzkrise und die Flüchtlingskriese. Niemand weiß ob die Bürgschaft für Griechenland irgendwann fällig wird und wie hoch tatsächlich die Kosten für die Flüchtlinge sind.

    Wahrscheinlich ist wirklich das Einstehen der Bundesregierung im ersten Moment alternativelos und richtig gewesen. Entscheidend ist aber etwas ganz anderes.

    Es ist meiner Meinung nach unerlässlich dass die Kosten transparent gemacht werden, voraussetzung damit man sie gerecht verteilen kann.

    In der Folge auf die Finanzkrise sind zwei Sachen geschehen einmal Niedrigzinspolitik und Verkauf von kommunalen Immobilien in fast allen Großstädten um Sozialhilfe aus den kommunalen Haushalten mit weg berechnen Gewerbesteuereinnahmen bezahlen zu können (auch Die Linke in Berlin hat Sozialwohnungen an Blackrock verkauft).

    Durch Migration und Flucht von über einer Millionen Menschen über mehrere Jahre hat sich wie in Spanien zuvor nicht nur in der Wohnungsmarkt verknappt und vor allen Dingen untere und mittlere Einkommen stark belastet.

    Da muss ganz ehrlich mit der AFD gesprochen werden, das gewisse Kosten entstanden sind und man noch mehr Kosten aufwenden wird für die Zukunft von Menschen ohne Ausbildung und die Integration der Leute sowie Schaffung von neuen Stellen im Staatssektor.

    Fast mehr Geld muss aufgewendet werden um in Ballungsgebieten Entspannung durch fahrscheinloses fahren ungefähr 50 € pro Kopf pro Ja in Großstädten Entspannung in der Luftbelastung und Förderung von pendeln geschaffen wird. Die Basel 4 Regeln müssen für Leute, die Familie noch gründen können verbessert werden und Grundstücke etwas entfernt von der Innenstadt mit 10 Minuten Bus Taktung Anschluss attraktiv werden.

    Für jüngere Leute muss endlich debattiert werden, was mit der großen Mehrheit die ca. 2000 € verdient und hinterher etwas weniger als 4000 € Rente bekommt passiert.

    Von den Mandatsträgern und die 7 oder 8 € Hartz IV Erhöhung beschlossen haben sich aber die Diäten um mehr als 1000 € und letzte Woche selbst erhöht haben darf kein Arsch mehr im Parlament abstimmen Und das einen Nachfolger übertragen. Das sind fast Abgeordnete der ehemaligen großen Koalition und die FDP die nicht für die Erhöhung der Hartz IV Sätze zu verantworten ist darf die Hälfte sich mit schämen.

    Wenn das nicht irgendwie debattiert wird, fürchte ich, dass es immer mehr zu Individualisierung und Aufspaltung von politischen Lagern gibt und der Riss dann mehr oder weniger durch die Generationen geht.

  67. Ich finde euren Podcast großartig und die Themenauswahl auch dieses Mal gelungen.
    Aber: Mir ist da aktuell zu viel Parteifärbung/Meinung dabei. Klar, ihr übt Kritik an der SPD Parteiführung und lobt keine Personalien. Aber nur als Beispiele sinngemäß „Die Mietpreisbremse müsste so und so“ und „Um das schlimmste bei der CDU zu verhindern“, da ist für mich als Parteiabgehöriger weder CDU noch SPD, der sich gut in den Beschlusslagen auskennt, zu viel SPD Programm drinnen. Das hat nichts mit der Themenauswahl zu tun, gerade über die SPD zu sprechen, ist sehr richtig. Ich habe das Gefühl früher war da mehr Vogelperspektive und weniger Politikberater am Werk.
    Trotzdem danke für den wöchentlichen Überblick!

    • Sehe ich auch so. Es fehlt am journalistischen Abstand zu den Positionen der SPD.

      • Hi Arno, es ist ein bißchen schwierig mit dem Abstand, wenn man eine Position teilt ;)

        Ich denke aber, es macht die Lage gerade aus, dass wir einerseits die Fakten darstellen, dann aber auch Position beziehen. Ich kann also beispielsweise (hoffentlich korrekt) darstellen, was die CDU will. Ich kann es dann aber nicht abfeiern, wenn ich es anders sehe.

        Und andererseits werde ich keine SPD-These unterstützen, WEIL es eine SPD-These ist, sondern nur, wenn ich sie auch teile. Und es gibt ja auch genügend Positionen in der real existierenden SPD-Politik, namentlich in der GroKo, die ich in der Lage sehr deutlich kritisiert habe.

      • Ulf, klar kannst du uns deine Meinung sagen. Aber: z.B. Thema Mietpreisbremse, wo wir hier schon dabei sind, hast du nur gesagt, warum sie notwendig sei und warum sie nicht funktioniere, aber ich sehe euch hier in der Pflicht die Gegenargumente zur Mietpreisbremse eben auch darzustellen. Dass für dich das Pro überwiegt, kannst du dann ja sagen. Es wird aber sehr sehr oft nur eine Argumentenseite dargestellt.

      • Stimmt, wir sollten konsequenter Gegenargumente anführen – das macht absolut Sinn. Danke für den Hinweis. Wobei wir das bei der Mietpreisbremse sogar gemacht haben (Union will sie nicht, damit die Mieten hoch bleiben und mehr gebaut wird).

      • Genau. Aber man kann das auch positiver/neutraler erläutern, in diesem Fall z.B. dass das eigentliche Problem der Wohnraummangel in Städten ist und dieser nicht durch gleichbleibende Mieten gelöst wird, sondern durch mehr Wohnraum. Bei euch klingt das so wie “Die CDU will nur die Vermieter stärken, weil das ist eine Klientelpartei. Basta.”

      • sehe ich in diesem Falle auch so ;) Aber Du hast natürlich den Punkt, dass die Argumente beider Seiten immer vorkommen sollten. Das nehme ich mal mit und will versuchen, mich darum zu bemühen, bei den Fakten zu jedem Thema wirklich beide/alle Seiten vorzustellen, auch wenn ich sie eher abwegig finde, das ist schon wichtig.

    • Hinter den Kulissen?
      Für mich als Höhrer ist es total interessant, außerhalb der Mainstream Medien eine Meinung, einen Standpunkt, zu hören. Der Kampf gegen die Filterblase!
      In diesem Zusammenhang würde mich, sagen wir mal, der Meta-Banse interessieren. Beschreib doch mal bitte, wenn Du Lust hast, Philipp, wie man als “fester freier” beim DLF trotzdem seine Neutralität waren kann, wenn man so klar Stellung bezieht, wie Du und Ulf das tut.
      Es ist quasi der Blick hinter die Kulissen, der vielleicht auch für andere Hörer und Hörerinnen interessant wäre.

      • Mich würde auch ein wenig Eigenwerbung, was DLF angeht, freuen. Ich höre mir großer Lust Deutschland DFunk, würde aber gerne mal wissen, wann ein Beitrag von oder mit Philipp gesendet wird

  68. Vieles wurde bei der Bahn kaputt gespart und wird nach wie vor schlecht gemanagt. Ich teile die Kritik zur Inbetriebnahme der VDE auch zu 100%.
    Doch warum geschieht in den meisten Berichterstattungen eine so seltsame Einordnung dieser Thematik und es werden Forderungen laut, die niemand von einem anderen Verkehrsmittel erwarten würden? Wenn letzten Sonntag 330 Flüge am Frankfurter Flughafen ausgefallen sind, oder Autobahnen für Stunden gesperrt werden, hat es eben geschneit oder es war halt glatt. Aber wehe die Bahn kommt 15 Minuten zu spät – bei einer Fahrzeit von 4 Stunden.
    Ich finde eine sehr gut funktionierende Bahn sollte das Ziel sein und nicht der Maßstab, an dem sie unter den aktuellen politischen Bedingungen gemessen wird.

    • Ich schreibe Kommentar zum Thema “Bahn” mal hier drunter, damit das thematisch ein bisschen geordnet bleibt.

      Mag sein, dass es auch schon in den 30 Jahren Züge gab, die mit 200km/h gefahren sind – aber die sind garantiert mit ner sehr viel geringeren Taktzahl gefahren, sind nicht mit dieser Geschwindigkeit durch so viele Tunnels gefahren, und es sind sich ziemlich sicher auch nicht zwei solcher Züge in entgegengesetzter Fahrrichtung auf dem Nachbargleis begegnet.

      Schon die Ein- und Ausfahrt von Tunnels macht aufgrund des plötzlichen Druckunterschieds wohl ernsthafte Probleme, weswegen da spezielle “Hutzen” hingebaut wurden, die durch ihre Geometrie dafür sorgen sollen, dass die Luft an der Stelle verwirbelt wird, um den “Knall” zu reduzieren:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Tunnelknall
      https://inside.bahn.de/infografik-bahn-tunnelknall/

      Beachte auch, dass insbesondere zwei heutige Sicherheitsmaßnahmen gegen andere Probleme (“feste Fahrbahn”, damit kein Schotter aufgewirbelt werden kann, und “eingleisige Tunnelröhre”, um Zugkollisionen im Tunnel zu verhindern und bei Bränden nen sicheren Fluchtweg und Zugang für die Rettungskräfte zu haben) das Problem “Tunnelknall” noch verstärken.

      Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass durch dieses Phänomen ne komplette Tür aus nem Zug herausgerissen wurde:
      https://www.welt.de/vermischtes/article7263442/Tuer-abgerissen-Im-ICE-war-eine-Schraube-locker.html
      http://noe.orf.at/news/stories/2799243/
      https://kurier.at/chronik/herausgerissene-tuere-probleme-auf-der-westbahn-nun-auch-bei-den-oebb/5.400.454

      Natürlich wird das Problem nicht kleiner, wenn einem auch noch ein anderer Zug (und das muss nicht unbedingt ein ICE sein) entgegen kommt.

      Und natürlich kommt sowas nicht nur mit Zugtüren, sondern eben aus mit Eisbrocken vor:
      http://www.hessenschau.de/panorama/eisbrocken-demolieren-intercity-im-landrueckentunnel,eisbrocken-beschaedigt-ic-100.html

      Deswegen halte ich auch die Begründung der Bahn, warum sie dieses Wochenende die Höchstgeschwindigkeit auf 200km/h gedrosselt haben, für glaubwürdig.
      https://web.archive.org/web/20171216085712/https://www.bahn.de/p/view/home/info/sonderkommunikation-winter.shtml

      (hab das mal vorsorglich über archive.org gesichert, weil die URL nicht so aussieht, als ob der Artikel auf der Seite der Bahn in ein paar Monaten noch online wäre)

      Und ja, natürlich gibt es technische Lösungen für diese Probleme – aber die kosten halt Geld. Schon heute beschweren sich die Leute über die hohen Ticketpreise, und die deutsche Politik ist ja offensichtlich auch nicht bereit, auch nur annähernd soviel Geld in die den Schienenverkehr zu investieren, wie das z.B. Österreich oder die Schweiz tun.

      • Ne Möglichkeit, ein Posting einige Minuten nach dem Abschicken nochmal editieren zu können, um zumindest die gröbsten Tippfehler zu korrigieren, wäre übrigens sehr willkommen. :-)

    • Danke Tobi – genau richtig!

      Und wenn ich hier noch ergänzen darf: Natürlich war die VDE8-Eröffnung ein Reinfall und natürlich gibt es unglaublich viel, was man an der Bahn kritisieren kann und muss.

      ABER die Bahn ist trotz allem das zuverlässigste und vor allem das *sicherste* Verkehrsmittel, das wir in Deutschland haben. Es sterben in Deutschland im Jahr mehr als 3.000 (!!!) Menschen im Autoverkehr. Und das sind nur die Toten; dazu kommen nochmal x-tausend Verletze und für den Rest ihres Lebens Beeinträchtige. Bei Zugunglücken kommen in den meisten Jahren höchstens vereinzelt Menschen zu Schaden. (In Bad Aibling sind zuletzt 11 Menschen gestorben und das war nach Bahn-Maßstab eine riesige Katastrophe.)
      Das liegt vor allem daran, dass das System auf Sicherheit ausgelegt ist um im Zweifelsfale die Züge halt stehen bleiben bzw. nur langsam fahren. Wenn man sich das vor Augen hält, nehme ich hier und da gerne mal eine Stunde Verspätung im ICE in Kauf – es gibt ja meistens auch Kaffee und ich kann in Ruhe etwas lesen und dabei die Beine ausstrecken. :-)

      • Die Bahn ist ein wunderbares Verkehrsmittel – wir kritisieren nur, dass sie in D so unfassbar schlecht gemanagt wird – von der Politik wie von der DB AG – dass sie ihr Potential nicht ausspielen kann.

      • Ich fand “Opa Ulfs” Bahnrant auch etwas übertrieben, undifferenziert und einen Bruch mit dem sonstigen Sendungsniveau. Die direkte Bewertung des Einspielers als Bahnpropaganda, das mit dem Schnellzug in den 30gern und dem Thema Flamme/beheizbare Weichen hätte auch als Satire über das Aufregen über die Bahn gut funktioniert.

        Meiner meinung nach ist “Potential nicht ausspielen” != “unfassbar schlecht”.

        Dennoch macht weiter so – so wie sonst :). Vielen Dank für eure Arbeit!

      • Das Traurige ist ja, dass es Realsatire ist …

      • Ich konnte den Podcast leider erst vor kurzem hören und fand auch diesen wieder sehr interessant.
        Zum Thema DB und einigen der geschilderten Probleme denke ich, dass sie durch die Unternehmensform der AG und der daraus resultierenden Organisation, sowie der im Schwerpunkt finanziell orientierten Entscheidungen resultieren.
        Dazu kommt natürlich wer die Aktien hält und damit mehr oder weniger Einfluß nimmt.

        Hintergrund meiner Annahme ist, meine Erfahrung als ex Mitarbeiter in einer sehr großen AG. Da fehlte es auch an vielen Stellen und alles wurde mit finanziellen Gründen abgetan.

  69. Ich höre in der Woche ca. 15-20h Podcasts, darunter mindestens 1/3 amerikanische Formate, die mit Werbung ja bekanntermaßen deutlich freizügiger umgehen. Doch selbst bei den “großen”, wie NPR ‘Up First’ oder NY Times ‘The Daily,’ habe ich so einen offensichtlich fürs Radio produzierten Werbespot wie hier noch nicht gehört. An die Wand komprimierte Dynamik und schreckliche Jingles in einem “ausproduzierten” Spot sind mir bis heute in Podcasts fremd gewesen. Als ich das in dieser LdN-Folge gehört habe, hat sich mir der Magen umgedreht.

    Es ist wirklich bedauerlich, dass ihr euch gegen “Native Advertising” entschieden habt, das in dieser Hinsicht sehr verkannt wird. Werbespots im Duktus (oder wenigstens Produktionsstil) des Formats betten sich viel besser und qualitativ angemessen in den Rest einer Folge ein. Radiospots, die um meine Aufmerksamkeit buhlen wie sonst nur die Popup-Ads im Web der 2000er Jahre sind einfach schlechter Stil und nehmen mir die Lust am Format.

    “Kannste doch skippen!”, “Zahl doch für Plus!”, yadda, yadda – Das ist nicht der Punkt, hier geht es um mehr. Aber auch das wird wahrscheinlich verkannt.

    • Wir haben uns nicht für oder gegen native entschieden, es ist nur diesmal eben ein vorproduzierter Spot.

    • Und ich habe lieber einen echten Werbespott, als dass ich Ulf darüber schwadronieren höre, dass er jetzt seine Rasierklingen per Post bekommt und seine neue Hypothek am iPad abschließen kann.

      Aber die Lautstärke sollte unverändert bleiben.

      • Klar, denn Parfum von Armani ist viel besser als Rasierer von Harry’s; besonders, weil eine Konservenstimme sich darüber auslässt!

        Genau diese Logik entzieht sich völlig meinem Verständnis. Das funktioniert ähnlich gut wie “Retweets are not Endorsements” – gar nicht. Nur, weil der Text nicht von Ulf gelesen und mit einem Jingle hinterlegt ist, heißt das nicht, dass sich Ulf und Philip den Inhalt nicht zu eigen machen oder inhärent unterstützen. Was in der Lage gespielt wird ist Teil der Lage mit allen positiven und negativen Konotationen. Und dann hab ich lieber eine vertraute Stimme (auch dafür höre ich Podcasts!) statt einer Konserve. Das kann auch jemand anderes aus dem Team sein (Lea, Ciara?) aber es sollte eben einheitlich und vertraut sein.

      • Und diese Logik kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist es ein ziemlicher Unterschied, ob Ulf ein Produkt persönlich anpreißt oder ein Einspielen mit Werbung kommt.

        Und Native Advertising ist auch nur Schleichwerbung, neu verpackt. Genau wie Influencer Marketing lediglich Celebrity Endorsement ist, aber wenn man die Fans darüber nicht informiert, dass es Werbung ist, dann ist es effektiver.

    • Ich hab schallend gelacht über die Werbung… und war mir ganz sicher, dass das nur ein Witz sein könnte: “so liebe Hörer… das jetzt mal nur als Gegenbeispiel für das, was wir vorhaben…” Die Auflösung kam dann aber leider nicht. Klar, ihr wollt Einnahmen haben, verstehe ich. Braucht jeder, der eine Miete zu zahlen hat. Aber dämliche Werbung passt einfach so schlecht zur Qualität eurer Sendung. Was kommt als nächstes? Zukunft des Landes besprechen zwischen zwei Packungen Pfanni Knödel? “Erntefrischer Wirsing heute im Angebot? Das Kilo nur 1.98!”. Plus Abo, ich weiß. Steht mir als nur-Spender ohne Kreditkarte leider nicht zur Verfügung. Vielleicht wirds mit Gewohnheit besser.

    • Hörer wie Dich braucht kein Mensch. Hast doch genug andere Podcasts.

      Ich finde z.B. die vorgelesene Werbung beim SZ-Podcast “Das Thema” viel nerviger als so ein einmaliger, kurzer Spot. Der ist schlimmstenfalls lächerlich. Aber absolut kein Grund sich aufzuregen als wäre man zahlender Gast in einem 5-Sterne-Hotel und nicht bloß jemand, der für lau einen Podcast hört.

    • Da kann ich mich Jan nur anschließen. Ich höre auch diverse ausländische Formate (UK, USA) wo Werbung “nativ” eingesprochen wird. Ebenso verfolge ich diverse YT-Kanäle wo dies so gemacht wird. Oft wird hier mit einem ganz eigenen Charme vorgetragen, es passt zum Fluß der Sendung und man hat, zumindest bei den Formaten die ich konsumiere, auch immer das Gefühl es werden nur Produkte/Dienste beworben, die auch wirklich selbst genutzt und für gut befunden werden.

      Es macht für mich genau den Unterschied ob man einfach irgendwas nimmt und sagt “wir haben mit dem Inhalt nix zu tun, da kommt jetzt einfach eine Werbeblock”, oder ob eben Produkte genannt werden, die man auch selber nutzt oder es zumindest so aussehen lässt. Zumal gefühlt auch ein totaler Bruch durch so einen schlecht gemachten Jingle entsteht.

      So hat es einen ähnlichen Geschmack wie bei Werbung auf Websites mit nervigen Popups, wo der Werbeinhalt einfach einem Contentanbieter überlassen wird und sich daraus auch gerne mal Kontroversen ergeben. Zumindest ist hier aber die Sicherheit durch die Jingles nicht gefährdet…

      Aber ich kann auch hier nur wieder fragen: Warum ist es scheinbar nur in Deutschland so ein riesen Problem? Fehlen hier die Werbenden die Podcasts als Medium noch nicht genug anerkennen? Liegt es an der allgemeinen, durchaus löblichen, Einstellung hier immer unabhängig sein zu wollen? Liegt es daran, dass Podcaster in den USA/UK oftmals Freiberufler sind und nur noch Podcasts machen, Ihr (und andere) das hier aber nebenbei betreiben und so eher anderweitige Verdienstausfälle kompensiert werden müssen?

      Ich sehe vollkommen ein das Ihr für eure Arbeit auch entlohnt werden soilt und habe daher per se auch nichts gegen Werbung zu eurer Unterstützung. Gegen ein plus Abo habe ich mich schlichtweg entschieden da man vor lauter Abos/Überweisungen etc. die Übersicht verliert. Von daher muss ich halt die Werbung hinnehmen. Hier hätte ich aber einfach gedacht dass ihr doch etwas überlegter bei der Auswahl vorgeht. So lange wie das ganze Thema hier diskutiert wurde und dann kommt genau mit dem ersten Spot so etwas dabei rum?

      Finde ich dann doch etwas schade und wird eurer sonstigen Qualität absolut nicht gerecht.

      PS:
      Bei Wrint auch eine nette Diskussion bzgl. Patreon etc. vs SEPA (https://wrint.de/2017/09/13/patreonsteady-vs-sepa/ ) und hier gehöre ich eben auch zum Lager: es ist einfacher/sinnvoller monatlich auf eine Plattform X € zu legen die dann verteilt werden, also hier 5 €, da 5 €, dort 5 € usw.

  70. Werbung ja, ok. Aber Galeria Kaufhof? In so einem typischen Radiojingle?
    Ich dachte, ihr passt die Werbung in Inhalt und auch Vortragsweise eurem Stil an. Kenn ich so aus anderen Podcasts.
    Find ich ein bisschen schade, erinnert mich an diverse Radiosender, die man sonst nur für den Verkehrsfunk hört.
    Vielleicht könnt ihr das ja nochmal überdenken.
    Vielen Dank, bin sonst eine treue Zuhörerin!

    • Hallo,

      dem schließe ich mich an. Aber als meinen ersten Kommentar möchte ich euch beide und das Team natürlich zunächst mit Lob überschütten für diesen von Anfang interessanten Polit-Podcast. Weiter so!

      Übrigens bin ich über Heise und den DLF auf euch gestoßen.

      Rückmeldung zur Werbung:
      Ich war total verwirrt und habe ersteinmal gedacht, ich hätte aus versehen ein youtube-video gestartet und den Lage-Podcast unterbrochen. Habe ich euch missverstanten, dass ihr die Werbung nur bringt, wenn ihr das Produkt auch verantworten könnt? Kaufhof kann Kunden gebrauchen, von daher sehe ich sogar eine Moral darin :-)

      Ich war einfach nur überrascht.

      Allerdings muss auch ich kritisieren, dass es akustisch und stilistisch schreckliche Werbung war!

      Natürlich ist es OK, wenn ihr Werbung bringt. Es wäre für mich nur ein nogo, wenn es Werbung für Finanzjongleure wie Dt. Bank oder Waffenhändler gäbe.

      Ansonsten muss gute Arbeit entlohnt werden. Und leider ist Werbung eben ein Weg dahin.

      Viel Erfolg! Vielleicht sehen wir uns in Hannover.

  71. Ich habe eine Karte für die “Lage Live” am 21.12. in Berlin über, weil meine Begleitung abgesagt hat. Hat jemand Interesse?

  72. Danke für den zeitnahen Upload, die Werbung geht für mich i.O.
    Ähm, war der Vorname im Titel Absicht (für “Knete”-Jones) oder hat er ein h zuviel?
    Falls die Funding-Kohle gemeint war, schlage ich alternativ die Schreibweise “Dow” vor… :o)

  73. Zur “Kooperationskoalition” mit SPD-Minstern: Wie bringt man nicht durch einen Koalitionsvertrag eingenordete Ministerien mit der Richtlinienkompetenz der Kanzlerin zusammen? In den Ministerien findet ja ein Großteil der Vorbereitung von Gesetzen statt. Dort kann aber eigentlich nichts stattfinden, was gegen die Vorgaben des Regierungschefs geht. Jeder Minister agiert letztlich nur von Kanzlers Gnaden. Schwer vorstellbar, dass in einem SPD-geführten nun an Gesetzen gebastelt wird, mit denen das CDU-geführte Kanzleramt nicht einverstanden ist.

    • Die Frage wäre wohl dann auch, wenn man Minderheitsregierung machen will, warum da ausgerechnet die CDU den Kanzler stellen soll.

      Rot-grün mit wechselnden Mehrheiten geht doch auch und wäre wohl eher glaubwürdiger als ne CDU-geführte Regierung, die mangels politischer Bündnisfähigkeit jetzt sich wie ein Ertrinkener jeden sucht, um weiterzuregieren…

      Je länger keine neue Regierung gebildet wird, desto eher bin ich für Neuwahlen. Vielleicht würde sich da auch das Merkel-Problem der CDU auch schneller lösen als man denkt…

  74. Werbung ist ja ok, Aber doch bitte von der Lautstärke so anpassen, dass es einem nicht das Trommelfell zerfetzt..

    • Dachte, das hätten wir getan :/

      • kann es sein, dass die Lage der Nation jetzt der absolut einzige Content auf spotify ist, der Werbung schaltet nachdem man dort bereits eine Premium Mitgliedschaft abgeschlossen hat ? Oder zahlt spotify nichts an die Lage ?

      • keine Ahnung, wie andere Podcasts das machen … die werbefreie Version gibt es auf jeden Fall via Küchenstudio plus.

      • Nope, wenn ihr Musik da drinne habt, wird die automatisch als sehr viel lauter als Stimmen wahrgenommen, auch wenn der Maximalpregel vielleicht gleich ist.

        Zwei weitere Bitten habe ich noch: Bitte eine Sekunde Pause davor oder danach, damit man gedanklich umschalten kann.

        Und bitte keine Werbung für “heute” oder “morgen” – normalerweise höre ich euren Podcast erst Montags morgens auf dem Arbeitsweg (nur habe ich ab heute Urlaub *g* ).

      • Die Inhalte bestimmen wir nicht – wir halten ganz bewusst die Trennung zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung strikt ein.

      • Also die “Trennung zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung”, kann doch kein Argument sein in einem Qualitätspodcast einen Spot auf dem Niveau von “2 Pfund Hack 3,59€” abzuspielen. Heißt diese Trennung, dass ihr den Inhalt der Werbung überhaupt nicht prüft? Wäre das nicht der Gipfel der Geldmacherrei? Würdet ihr auch Werbung für moralisch fragwürdige Produkte (z.B. Alkopops) machen? Ich hoffe sehr Ihr habt da einen Auswahlprozess. Falls es den gibt, ist mir unverständlich wie Ihr diese Spots ihn haben passieren können. Einfach der Qualität wegen.

      • Ich gehe davon aus, dass die beiden nicht mit Absicht doofe Werbung laufen lassen. Etwas besseres als Kaufhof scheint ihnen also nicht angeboten worden zu sein. Vielleicht wird es das nächste Mal ja BVG.

        Wem das nicht zusagt, der soll halt für den Content zahlen.

      • Also erstens spielen andere Podcasts auf Spotify auch weiterhin ihre Werbung ab und ich denke auch nicht das LdN von Spotify Geld bekommt.
        Ich war dennoch etwas überrascht von dieser “billigen Werbung”, da ihr ja meintet ihr wollt es in den Podcast integrieren und vielleicht selbst vorlesen, wie in anderen Podcasts häufig zu hören. Aber so lange es der Lage hilft bin ich einverstanden..

      • Ich fand die Werbung auch sehr laut und habe mich beide Male erschrocken. Ich finde auch diese Art der Radiowerbung doof und fände es besser, wenn ihr die Werbung selber einsprechen würdet. Aber ich habe gerade gelesen, dass ihr redaktionelle Inhalte und Werbung trennen wollt. Das finde ich nachvollziehbar.

        Konkrekte Verbesserungsvorschläge:
        – Etwas leiser
        – Den Marker (“Und jetzt Werbung”) von euch eingesprochen.
        – Davor und danach eine kleine Pause.

    • Die Werbung geht gar nicht. Ich verstehe dieses ganze Geld Ding nicht. Ihr habt doch beide gute Jobs, warum könnt ihr das dann nicht weiterhin ohne Werbung machen. Dieses Herumgereite auf dem Abo Ding. Und 5€ Abo finde ich ehrlich gesagt ganz schön happig. Ich höre euch gerne und finde es immer super interessant. Aber gezwungen Geld zu zahlen, mag ich nicht. Ich bin dann jetzt leider raus. Ist mir zu kommerziell. Freiwilligen Spendenbetrag würde ich gut finden. Schade. Trotzdem alles Gute für euch.

      • Hi Julia, Du möchtest im Schnitt 80 Minuten Lage pro Woche nicht mehr hören, weil es in dieser Folge 2 x 15 Sekunden Werbung gab? Das kann ja nicht Dein Ernst sein.

      • Ehrlich, dagegen möchte ich etwas sagen: Wer so ein hochwertiges Produkt macht wie die “Lage der Nation” der sollte damit auch Geld verdienen!
        Meine Meinung: wenn es Werbekunden gibt, dann gehört das anerkannt. Herzlichen Glückwunsch zum Erfolg!
        Kann es sein, dass hier nur Neid deutlich wird? Das erleben gerade zur Zeit auch viele Blogger, deren Leser nicht einsehen, dass sie ihre Blogs eben auch kommerziell verwerten, eben mit Werbung.

      • Ich muss sagen, dass es mir da wie Julia geht. Das Bestehen darauf, mit dem Podcast Geld zu verdienen, irritiert mich auch. Und es geht ja nicht um 2×15 Sekunden, sondern darum, dass die Werbung 1. furchtbar schlecht ist und 2. für Podcasthörer absolut irrelevant ist. Wenn ihr die Sendung theoretisch am Donnerstag aufnehmt, am Freitag ins Netz stellt und ich die Samstags höre, wann ist denn dann “heute” das Sonderangebot gültig?
        Auch ich bin nicht gern gezwungen, mich von Werbung freizukaufen, wie ihr sagt, und sehe mich auch nur ungern als euer Kunde, sondern lieber als Hörer. Daher überlege ich auch, ob ich mir noch weitere Sendungen anhören werde.

      • @Julia
        Deine Anspruchshaltung kann ich echt nicht nachvollziehen…Du möchtest wöchentlich unterhalten und mit aktuellen Informationen beglückt werden, ohne dafür zu bezahlen. Das ist ja schon eine relativ egoistische Sichtweise der Dinge, aber gut, kann man haben…
        Aber Du gönnst es den Machern der Inhalte noch nicht mal, wenn sie von anderen Menschen oder Firmen für ihre Arbeit bezahlt werden?!?
        Das ist purer Neid und für mich absolut nicht nachvollziehbar.
        Und von wegen freiwillige Spendenmöglichkeit würdest Du gut finden…die gabs und gibts ja, aber da solche Leute wie Du einfach mal alles kostenlos haben wollen und die freiwilligen Spenden nicht ausgereicht haben, gibt es jetzt eben Werbung, die den Podcast finanziert…

        @Alexandra
        Was ist denn irritierend daran, mit dem, was man gerne tut, Geld verdienen zu wollen – hast Du Dir extra einen Job ausgesucht, den Du hasst, damit Du bloß keinen Spaß beim Geld verdienen hast?
        Mich irritieren eher Überlegungen, die darauf abzielen, dass man mit etwas, was einem Spaß macht, kein Geld verdienen sollte/darf…

        Und Du musst Dich von der Werbung nicht freikaufen – dann hörst Du sie Dir eben an – wie im Fernsehen und Radio auch, ich kapiere die Diskussion hier echt nicht…als ob Werbung jetzt irgendwie ne neue Erfindung ist und noch nie genervt hat…

        Und dann auf der anderen Seite aber hoch personalisierte Werbung verlangen, die komplett auf das eigene Konsumverhalten abgestimmt ist, damit man nicht so genervt davon wird…also echt…daher überlege ich auch, ob ich noch weiter in den Kommentaren lesen werde…