LdN071 Wahl Niedersachsen, Iran-Deal, WPA2-KRACK, Wahl Österreich, Somalia

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| 121 Kommentare

Liebe Freundinnen und Freunde,

diese Woche widemen wir uns ausführlicher Trumps Attacken auf den Atom-Deal mit dem Iran. Wir schauen uns die Wahlen in Niedersachsen und Österreich an sprechen über die Preiserhöhung bei der Bahn.

Am Ende gehen wir noch die Ergebnisse unserer Hörerbefragung durch.

Viel Spaß und eine schöne Woche!

Schickt uns auch weiter Fotos von dem, was Ihr seht, wenn Ihr die Lage hört:

team (AT) lagedernation.org

Zu sehen sind die Bilder im Fotoalbum bzw. auf unserer LageKarte und bei Instagram.

Philip und Ulf

 

Vocer Innovation Day

Sondierungsgespräche

Bahn erhöht die Preise

Terror in Mogadischu

WPA2 kaputt

Atom-Abkommen mit Iran

Feedback: Einwanderungsrecht

Hausmitteilung

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121 Kommentare

  1. Ich möchte nochmal etwas, das ihr zuwenig angeschnitten habt beim Thema Einwanderung hervorheben: Gerade diese “nichts zu tun haben” Situation bei Menschen, die auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten, zusammen mit dem isoliertsein in Aufnahmezentren erzeugt die absolut verheerenden Zustände für diese Personen. Oft können sie überhaupt froh sein, in der Nähe einer Stadt untergebracht zu sein und nicht nur mit einem Bus der einmal am Tag fährt Anbindung an irgendwelche Orte zu haben. Dann ist es ihnen verboten zu arbeiten, sie sind alleine ohne ihre Familien, haben meistens kein Internet in den Einrichtungen und damit auch keinen Kontakt zur Verwandschaft. Sie sind oft in Containern zusammengefercht und haben einfach den ganzen Tag nichts zu tun. Ihr habt gesagt das provoziert dann Leute (die sich vielleicht auf der anderen Seite für einen Arbeitgeber ausbeuten müssen), aber ich will doch nochmal betonen, dass das absolut keine vorteilhafte Situation für diese (meistens junge Männer) ist. Ich kenne viele, die sich danach sehnen einfach mal für zwei Wochen Urlaub von diesen Camps machen zu können und vielleicht gar etwas sinnvolles tun zu dürfen. Und damit auch mal eine Ablenkung von der ständigen wartenden Angst des abgeschoben werdens zu erhalten.
    Und ja klar, diese Menschen werden sich wehren dagegen abgeschoben zu werden, der Vorschlag ihnen doch die Rückreise mit Geld zu versüßen greift irgendwie nicht meiner Meinung nach, denn was vielen ja immer auch nicht bewusst ist: Das sind nicht “arme Schlucker” die da übers Mittelmeer fliehen, eine solche Flucht kostet die Menschen um die 10.000 Euro! Während wir mit unserem Pass einfach mal für vielleicht 300 Euro hin und zurück fliegen können…

    • Die den letzten zwei Jahren gab es in der Presse einige Berichte über die Situation von abgelehnten Asylbewerbern (und anderen “Illegalen”), die sich sehr wohl darüber bewusst sind, dass ihre Geschichte in Deutschland kein Happy End haben wird. Ohne Möglichkeit einer legalen Arbeit nachzugehen oder eine Ausbildung zu starten hängen sie herum, schlagen sich mit Schwarzarbeit und (Klein-)Kriminialität durch, verfallen Drogen und Gewalt. Endloser Nachschub für Organisierte Kriminalität und die staatlichen Stellen bekommen diese Menschen einfach nicht aus dem Land.

      In fast allen diesen Reportagen würden diese gescheiterten Glücksritter eigentlich wieder in ihre Heimat zurückkehren wollen, aber sie können dort nicht mit “leeren Händen” auftauchen.

  2. Somalia: Viel zu selten befassen wir uns mit den Dingen, die an den anderen Enden der Welt abgehen – und viel zu selten sehen wir, welch wahnsinniges Glück wir haben, als wir in Deutschland geboren wurden.

    • So unterschiedlich können Wahrnehmungen sein. In meinen Augen beschäftigt sich die Politik zu 90 Prozent mit auswärtigen Angelegenheiten, sei es in der Türkei, in der Ukraine oder Griechenland oder den USA etc.

      • Das sind ja auch total präsente Länder, da Deutschland ein Interesse an der politischen Lage dort hat. Aber sich spontan dazu zu äußern, wie das Leben und die politische Lage in Somalia, Nigeria, Indonesien, Kolumbien oder Ghana aussieht, dürfte vielen von uns schwer fallen. Ich mein ja nur – das ist kein unerheblich kleiner Teil der Weltbevölkerung.

  3. @Günter

    Zu Herrn Glaser
    Ist es nicht der Kardinalsfehler, von einer Religionskritik auf Menschenfeindlichkeit zu schließen? Wie weit ist es gekommen, dass man eine Religion nicht ablehnen kann, ohne mindestens als Troll bezeichnet zu werden? Ich könnte diese Einstellung noch verstehen, wenn es um den Buddhismus o. ä. gehen würde. Aber die Korrelation zwischen dem Islam und negativen Erfahrungen sind doch wohl unstreitig vorhanden. Warum sollte hier die Diskussion unmöglich sein? Solche Tabus bewirken nur ein erstarken der religiösen Fanatiker.

    Immer wenn etwas wie Terror passiert, dann schreien alle z. B. Je suis Charlie, aber wenn dann der Mut gefragt ist, knicken 95% schnell ein. Traut sich noch jemand solche Karikaturen zu drucken?

    Und das ist des Pudels Kern. Wenn ich dann noch solche Relativierungen höre wie: im Straßenverkehr sterben x Personen, da ist das alles kein Grund zur Sorge, dann stimmt etwas mit dem Problembewusstein nicht mehr.

    Eine Gefahr gibt es noch darüber hinaus: wenn so etwas indiskutabel ist, aber vorhanden, dann treten irgendwann richtig radikale Kräfte auf, die auch nicht mehr lange diskutieren. Das sollte doch nun wirklich nicht das Ziel sein.

    Um die Problematik noch mal lebensnah darzustellen: schaut mal bei eurer örtlichen Polizei vorbei und dann die Steckbriefe an. Es ist erschreckend, wie viele junge Leute für den IS kämpfen und gesucht werden. Dabei geht es nicht um irgendwelche Leute in Berlin, sondern um kleine Orte.

    • Ist es nicht der Kardinalsfehler, von einer Religionskritik auf Menschenfeindlichkeit zu schließen?

      Es ist eben nicht nur eine Religionskritik, sondern eine Religionskritik plus Handlungsempfehlung. Der letztere Teil lässt auf Menschenfeindlichkeit schließen.

      Wenn ich dann noch solche Relativierungen höre wie: im Straßenverkehr sterben x Personen, da ist das alles kein Grund zur Sorge, dann stimmt etwas mit dem Problembewusstein nicht mehr.

      Der Sinn der Relativierung ist nicht zu sagen, es gibt keinen Grund zur Sorge, sondern die individuelle Bedrohung realistischer einschätzen zu können und ob man tatsächlich bereit ist irgendwelche Einschränkungen hinzunehmen oder aufzuerlegen, um dieses Lebensrisiko zu mindern.

      Ich wüsste, nicht wer bestreiten würde, dass die Taten als solche besorgniserregend sind. Auch ist es schlimm, wenn unsere Gesellschaft sich aus Angst beschränkt. Das nährt sich allerdings aus dem Terror und man sollte nie vergessen, die Tat entfaltet unmittelbare Terrorwirkung, aber es sind Medien, die den Terror erzeugen. Nicht das insbesondere die Massenmedien eine große Wahl haben, solange der Konsument nach dieser Terrorisierung verlangt und man bei Auslassung oder nur zurückhaltender Berichterstattung sofort als Lügenpresse tituliert wird, müssen wir hinnehmen, dass “äußere” Täter unsere Gesellschaft terrorisieren können. Bei “inneren” Tätern juckt es freilich nur betroffene Minderheiten nicht “uns”.

      Um die Problematik noch mal lebensnah darzustellen: schaut mal bei eurer örtlichen Polizei vorbei und dann die Steckbriefe an. Es ist erschreckend, wie viele junge Leute für den IS kämpfen und gesucht werden. Dabei geht es nicht um irgendwelche Leute in Berlin, sondern um kleine Orte.

      Das Problem ist diese kleine Gruppe wird eben nicht vom Islam zusammengehalten sondern von radikalem Islamismus, wenn es überhaupt so tief geht. Die allermeisten Menschen in Europa, die eine Verbindung zum islamischen Kulturkreis haben, mögen unter anderem durch den Islam auf interkulturelle Barrieren stoßen, manche davon vielleicht auch Integrationshemnisse, aber das endet nicht in Gewalttaten.

      Was bringt es also beim Islam ansetzen? Du hast eine besondere Hinwendung zur Gewalt identifizert? Glückwunsch! Wie ich mal hier vor einem Jahr geschrieben habe: Jede Ideologie kann trivial zur Rechtfertigung benutzt werden. Und in jede komplexere Ideologie kann man eine halbwegs konsistente Rechtfertigung für Gewalt einbetten.

      Wenn du mich fragst, der Schlüssel ist nicht, dass der Islam eine singulär gefährliche Ideologie ist, sondern die wahrgenommene Fremdheit der Täter. Die gehören doch eigentlich nicht hier her. Da muss man doch etwas machen können.

  4. IT Security vs Visa Karten: Auch wenn das nur kurz Thema war, ist es eigentlich immens wichtig und ich will auch nur einen kurzen Kommentar dazu geben. Das Prinzip der Visa Karten ist eben gerade Beispiel dafür wie IT Security NICHT laufen darf. Denn hier greift ein monopolisierenden Prinzip, das nichts mit Sicherheit zu tun hat.
    Wie ihr selbst festgestelt habt, gibt es bei Visa Karten immer wieder viel Betrug. Liegt das daran, dass die nicht sicherer gemacht werden kann? Nein, sicherlich nicht. Es ist natürlich sicherheitstechnisch absoluter Unsinn, alle Daten die zu einer Kreditkarte Sicherheit suggerieren sollen (also die Nummer, das Ablaufdatum, evtl den Namen und dann noch diesen Sicherheitscode) auf ein und die gleiche Karte zu drucken. Hat jemand die Karte, hat er*sie alle nötigen Infos um das Kreditkonto zu belasten. Also nicht einmal eine 4stellige Pin die man als Benutzer*in einer Kreditkarte im Kopf haben muss.
    Also warum wird der Sicherheitscode auch auf die Karte gedruckt? Warum ist das nicht eine Pin wie bei einer Giro Karte? Da würde dann einer relativ sicheren zwei Faktor Sicherung entsprechen (etwas haben – die Karte, etwas wissen – den Code). Die einleuchtendste These für diesen absoluten Sicherheitsfail ist meiner Meinung nach ganz einfach: es ist bequem. Und es ist bei allen großen Kreditkartenfirmen so.

    Was ist aber wenn man als kleiner Mitspieler in der Kredikartenbranche mitmischen will? Dann hat man nicht die notwendige Größe und das Kapital um Betrug abzufedern, dann könnte man auf die revolutionäre Idee kommen den Pin nicht auf die Karte zu drucken um die Sicherheit ihres Produktes zu erhöhen. Aber das würde ja für die Benutzer*innen bedeuten, eine Einfachheit und Bequemlichkeit der Kreditkarte zu verlieren. So werden Monopole gestärkt, aber NICHT die Sicherheit des Produkts.

    Bei einer Kreditkarte ist das ziemlich egal, da kann man das sogar in Gewissen Sinne billigend hinnehmen. Denn das was man verlieren kann ist nur Geld, ein absolut virtuelles Ding was dann problemlos durch die Kreditfirmen ersetzt werden kann. Also egal wie aufwändig das sein sollte im ENdeffekt, Geld hat keinerlei persönlichen Wert.

    Aber das nun übertragen auf die IT Sicherheit: sind meine persönlichen Daten in fremden Händen, ist mein Smarthouse gehackt, hab ich keinen Zugriff mehr auf mein Emailkonto. Wird über die Schwachstelle eine IoT vielleicht noch viel mehr bei mir abgesaugt. Dann geht es da um viel viel mehr als Geld das mir einfach ersetzt wird. Dann geht es da um meine Daten und damit inzwischen um mein perönliches Leben.

    Also, tl:dr, der Vergleich von IT Security mit Kredikarten zeigt nicht wie es funktionieren kann, sondern wie genau es nicht laufen darf. Denn die Visakarten Security basiert nur auf Monopolisierung die sich nicht um den virtuellen Wert von eld scheren muss.

    • Spannende Einschätzung, danke!

    • Die Security bei Kreditkarten ist der Bequemlichkeit geschuldet. In den USA würden sich solche Dinge wie PIN einfach nicht durchsetzen. Es funktioniert erstaunlicherweise recht gut wie es ist. Natürlich zahlt letzten Endes der Kunde durch höhere Gebühren/Zinsen, etc. das höhere Risiko. Aber dem Großteil scheint es das Wert zu sein.
      Es gab mal die Initiative Kreditkarten mit einem Passbild zu versehen. Wieder verworfen. Ist am Automaten ja auch irrelevant. Ich weiß noch, wie ich in USA gestaunt habe, als ich erstmals mit Kreditkarte getankt habe und die Karte nur durch den Schlitz ziehen musste. Anfangs ein mulmiges Gefühl, irgendwann gewöhnt man sich daran.
      Selbst wenn eine Gesellschaft den Fuß in die Tür bekäme, die Karten mit höherer Sicherheit anbietet. Ich glaube nicht, dass sie erfolgreich wären. Letzten Endes habe ich mehr Stress mir die PIN zu merken, ohne merklichen Gewinn, denn das Risiko ohne PIN ist für mich

      • Auch in Deutschland ist der Umgang mit Kreditkarten recht lax. Bei einer Hotelzimmer-Reservierung (es war ein kleineres Hotel) wurde ich per Email gebeten doch vorher meine Kreditkartendaten zu hinterlegen. Ich habe dann gefragt wie ich das tun soll, denn ein gesichertes Webportal gab es nicht. Antwort: ich solle die Informationen in eine Email schreiben. Unverschlüsselt, versteht sich. Ich habe die Daten dann telefonisch übermittelt.

        Am Ende zahlen alle Nutzer einfach mit den Gebühren eine Versicherung im Falle des Verlusts bzw. bei betrügerischen Abbuchungen. Scheint zu funktionieren.

  5. Danke, dass Ihr immer auch an Menschen denkt, denen es finanziell nicht so gut geht – das wird in der digitalen Welt gern vergessen. Bei der Wlan-Geschichte wart Ihr für digitale Fußgänger ein wenig zu schnell beim Reden; meine Frau hat den Podcast unterbrochen und ich musste Erklärungen nachliefern, so weit ich das konnte. “Vocer” habt Ihr nicht erklärt – ich weiß jedenfalls nicht, was das ist. Zur Frankreich-Folge: Lea hat es wirklich gut gemacht. Trotzdem hätte ich wenigstens einen Hinweis auf die Jugendlichen und die Vorstädte und ihre Probleme gehört – dass der neue Präsident mit einem Programm der Reform angetreten ist (und dafür auch gewählt wurde!), hat schon seine Gründe. Offenbar sind Franzo/sinnen auch nur Deutsche: Wollen, dass alles anders (und besser) wird, aber mit den Folgen tun sie sich schwer, wenn es nicht einfach nur schöner, besser und leichter wird. Meine Sorge ist, dass wir immer unfähiger werden, uns auch nur momentan einzuschränken, damit man Neues probieren kann bzw. einer anderen Gruppe der Bevölkerung helfen kann. Und je mehr man die Menschen befragt, umso schwerer wird es: In Berlin wollen alle bezahlbare Wohnungen, nur sollen die nicht in ihrer Aussicht stehen…

  6. Hallo! Ich bin großer Fan der Lage der Nation – und WEIBLICH, altersmäßig noch knapp U40. Umso schockierender war für mich die Vorstellung der Lage-Umfrage – nur 16 Prozent Frauen hören euch? Ihr habt diesen Umstand völlig unkommentiert stehen gelassen…während ich beim Zuhören fast vom Stuhl gekippt bin. Klar, die Umfrage ist nicht repräsentativ, aber diese Zahl kommt mir doch sehr, sehr klein vor und das schockt mich. Ist ja schließlich kein Handwerker- oder Automobil-Podcast. Ich selber bin durch die Itunes-Charts auf euch aufmerksam geworden und empfehle euch beständig weiter! Warum hören nur so wenige Frauen zu? Sagt das etwas aus über “uns”? Und was? Sind wir endgültig wieder mitten drin im “Backlash” – ein Blick zu YouTube und Konsorten lässt einen leider fast schon dran glauben, wo die Frauen sich die Haare schön und keine Gedanken zum aktuellen Gesellschaftsgeschehen machen :-(

    • Ich habe mich mit der Theorie getröstet, dass Frauen einfach weniger stark den Impuls verspürt haben, sich (via Umfrage) zu Wort zu melden … das ist leider selbst bei sehr engagierten, selbstbewussten Frauen immer noch ein Thema. Wenn man auf die Homepage der GFF schaut (https://freiheitsrechte.org/) treten dort beispielsweise nur wenige weibliche Mitglieder in Erscheinung, obwohl wir deutlich mehr haben. Die anderen waren aus dem einen oder anderen Grund zu schüchtern.

      • dass Frauen einfach weniger stark den Impuls verspürt haben, sich (via Umfrage) zu Wort zu melden … das ist leider selbst bei sehr engagierten, selbstbewussten Frauen immer noch ein Thema.

        Bei einer anonymen Umfrage?

      • ja, es geht ja um den Impuls, sich überhaupt zu äußern … wenn man das dann noch öffentlich tun soll wird es natürlich noch schwieriger.

    • Vielleicht sind viele Frauen einfach nur schlauer. Die ganze Diskussion und das politische Geschäft ändern ohnehin nichts. Es ist im Grunde Zeitverschwendung und kostet nur Nerven. Da kann man sich genauso gut nicht damit befassen.

    • Frauen interessieren sich halt nicht für Politik. Das sieht man ja schon an Frau Merkel. Die ist einfach nur gern Bundeskanzlerin *zwinker*

    • Warum sollte man darauf eingehen? Muss man jetzt ezwingen, dass mehr weibliche Hörer kommen?
      Vielleicht sind die Geschlechter doch unterschiedlicher als mancher denkt oder wahrhaben will.

  7. Hallo ihr Beiden,

    danke für die tolle Sendung. Ich hätte eine Frage, die ihr vielleicht in der kommenden Folge beantworten könntet. Gerade schaue ich mir die konstituierende Sitzung des Bundestages an. Stand der Dinge ist das Albrecht Glaser nicht Bundestagsvize für die AFD wird.

    Könntet ihr vielleicht auf dieses Thema und die Problematik seiner Wahl das nächste Mal eingehen? Begründung der anderen Parteien ist ja, dass sich Herr Glaser gegen das Grundgesetz gestellt hat mit seiner Aussage zur Religionsfreiheit.

    Hier nochmal die Äußerung:
    “Wir sind nicht gegen die Religionsfreiheit. Der Islam ist eine Konstruktion, die selbst die Religionsfreiheit nicht kennt und die sie nicht respektiert. Und die da, wo sie das Sagen hat, jede Art von Religionsfreiheit im Keim erstickt. Und wer so mit einem Grundrecht umgeht, dem muss man das Grundrecht entziehen.”
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-10/albrecht-glaser-afd-bundestag-vizepraesident-ablehnung

    Vielleicht könnte Ulf das mal verfassungsrechtlich einbetten. Für wen gelten die Grundrechte? Inwiefern wäre es für die Religionsfreiheit relevant, ob der Islam wirklich eine rein politische Ideologie wäre? Wie politisch dürfen Religionen sein?

    Wenn man sehr wohlwollend ist, kann man in der Äußerung Glasers ja auch einen Kommentar zur möglichen Verwirkung von Grundrechten lesen. Ist das Konstrukt einer Verwirkung von Grundrechten im konkreten Fall ein juristisch vertretbares? Wie verhält sich das zu Art. 18 GG in dem die Religionsfreiheit nicht genannt ist (warum eigentlich?) und was ist eigentlich die Funktion und praktische Relevanz dieses Artikels?

    Auch wenn ich denke, dass hier vor allem Parteipolitik betrieben wird, würde mich die Einbettung der Thematik in einen größeren Kontext interessieren.

    • Danke, sehr gute Anregung – genau in diese Richtung dachte ich auch schon, als ich den Glaser-O-Ton hörte. Da wird eine Menge Wind gemacht.

    • Vielleicht unterliegt Herr Glaser einfach dem Missverständnis, dass das Grundrecht auf Religionsfreiheit ein Grundrecht der Religionsgemeinschaft ist. Es ist ein Grundrecht des (Nicht)Gläubigen. Aber vielleicht will er allen Erstens die Religionsfreiheit des Einzelnen für die vermeintliche Haltung der Religion, der er oder sie angehört, “in Regress nehmen”. Damit würde er sich wohl gegen das Grundgesetz stellen.

      Meines Erachtens hat Herr Glaser auch in anderer Hinsicht unrecht, man sollte gegen das Konstrukt der Religionsfreiheit im Grundgesetz sein.

    • Natürlich ist der Islam eine Religion und somit von der Religionsfreiheit dem Wortlaut nach geschützt.

      Davon unabhängig ist die Frage, ob man diesen Artikel nicht ändern kann. Unabänderlich ist nach herrschender Meinung nur das, was von Art. 79 Abs. 3 GG geschützt wird. Darunter fällt nicht die Religionsfreiheit. Somit kann man die Religionsfreiheit wohl ändern.

      • Das ist natürlich wahr, wenn auch banal. Die Religionsfreiheit kann wie auch nahezu alle anderen Grundrechte abgeschafft werden. Die Frage ist doch, warum sollte man das tun?

        Vor allem: Was ist am Islam besonders missbräuchlich? Auch die katholische Kirche erfüllt längst nicht alle Anforderungen (bsp. Gleichberechtigung der Geschlechter), die das Grundgesetz aufstellt.

      • Da sollten sich die Dogmatiker äußern. Ich vertrete da einen pragmatischen und empirischen Ansatz. Die Frage ist, wo die Gesellschaft mit dem Christentum hingekommen ist und wie es in Gesellschaften aussieht, wo der Islam die dominante Religion ist.

        In der christlichen Welt ist nicht alles Spitze, aber es ist ok.

        Nun lässt sich seit Jahren eine Zunahme des Islam in quantitativer Hinsicht feststellen und damit einher gehend gibt es Veränderungen.

        Warum sollte man das nur einseitig betrachten dürfen?

      • Warum muss immer an irgendeinem Punkt über die unbestrittenen blutigen Aspekte des Islams, irgendjemand über die katholische Kirche sprechen? Dieser whataboutism geht so dermaßen am Thema vorbei. (Und v.a. wenn schon Ablenken und Relativieren, warum dann nicht mal mit der Evsngelischen Kirche. Denn gerade im Lutherjahr könnte man sich auch mal den protestantischen Hassprediger widmen. Das wäre auch ein gutes Thema für die nächste Lage. )
        Der Islam ist nicht nur, aber auch eine Ideologie. Das Land, in dem die Endstufe der Islamisierung gelebt wird, in Saudi Arabien, kann man sehen, wenn der Islam als Ideologie die Macht hat.
        Glasers Statement ist hart, es müssen auch nicht alle teilen. Meines Erachtens ist es unproblematisch.

      • @Frank

        Noch in den 60ern und 70ern konnte man die meisten Regionen, die wir heute nur noch mit bärtigen Halsabschneidern in Verbindung bringen, problemlos im Minirock und mit Whisky-Flasche durchqueren. Islamisch geprägt waren diese Gegenden damals wie heute.
        Islamisch geprägt ist auch Albanien, dessen Hauptstadt Tirana laut CNN eines der buntesten Nachtleben Europas aufweist.

        Es sind zuallererst politische und ethnische Konflikte, die weite Teile der islamischen Welt zugrunde richten. In diesen Trümmerfeldern gedeiht dann unter anderem auch religiöser Fanatismus.

        Aber was hat das mit dem Glauben zu tun, dem ein alewitischer Dönerverkäufer in Bottrop anhängt? Soviel wie die religiösen Vorstellung der Lord’s Resistance Army (lohnt sich, deren Historie mal zu googeln und dann den IS danebenzuhalten) mit denen von Frau Käßmann.

      • Vielen Dank für den engagierten Kommentar und die viele Mühe beim Dekonstruieren der Trollerei in diesem Thread!

        Gleichwohl staune ich immer wieder, wie viele Menschen die “Islamkritik” des AfD-Dunstkreises inhaltlich noch ernst nehmen, obwohl sie doch nicht viel mehr ist als leidlich intellektuell oder gar “besorgt” verbrämte Ausländerfeindlichkeit. Der letzte Kommentar belegt diese These mustergültig, wenn auch ohne diese Konsequenz so deutlich zu ziehen.

      • @Günter
        Du siehst einfach den riesen rosa Elephanten im Raum nicht oder besser, Du willst ihn nicht sehen. Es geht nicht um das Nehmen von Freiheit, sondern den Schutz der Freiheit.

      • Ich finde es nicht sinnvoll unsere Gesellschaften noch als christlich zu begreifen, weil sie eine ganz andere ideologische Formation darstellen. Aber sprechen wir meinethalben von “christlichen” Staaten: Durch ihre Dominanz in den letzten Jahrhunderten ist es eine isolierte Betrachtung des Schicksals der sogenannten islamischen Welt von unseren Staaten vollkommen unpraktikabel. Von der imperialistischen Politik gegenüber dem Osmanischen Reich über die kurze “christlich”-koloniale Phase des Nahen Ostens, die Unterstützung des letzten großen “christlichen” Kolonialprojekts Israel, bis zu den politischen Allianzen und Interventionen zur Sicherung der Öl-Extraktion seit dem Übergang koloniale/postkoloniale Ära und insbesondere die US-Saudi-Arabische-Allianz zur Stärkung des islamischen Extremismus vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, kann man die jüngere Geschichte der Region schlichtweg nicht ohne den “christlichen” Einfluss schreiben. Genauso wie es im Übrigen unsinnig wäre, die europäische Geschichte als christlich oder neuerdings judeo-christlich isoliert vom Islam zu begreifen.

      • @Julian

        Warum hälst du Saudi-Arabien für die “Endstufe des Islam” und nicht die Islaminterpretation von deren Todfeinden in Teheran? Oder das Alewitentum? Oder die Drusen? Oder das, was Ditib in Deutschland vertritt? Warum repräsentiert nicht Navid Kermani die “Endstufe des Islam”?

      • Das Problem ist nicht der Islam, es ist die monotheistische Religion an sich. Auch Europa hat sich erst wirklich zivilisiert als die Aufklärung das Christentum in seine Schranken gewiesen hat. Davor war es hier nicht besser als in Afghanistan heute.
        Aber in Afghanistan und Iran zeigt sich auch, dass der Weg in die Aufklärung keine Zwangsläufige Einbahnstraße ist, sondern der Weg zu religiösem Fundamentalismus jederzeit wieder eingeschlagen werden kann.
        Aber auch Europa ist davor nicht gefeit. Man hält Gene und Atome für Teufelszeug, hat Angst vor der Klimawandelapokalypse und zahlt dafür brav Ablass und Strom kommt aus der Steckdose. Und jene Politiker welche die Demokratie verteidigen sollen, überbieten sich in billigsten Populismus, Paternalismus und Wählerbeschimpfung anstatt den Wähler als aufgeklärten Bürger ernst zu nehmen.

      • @Günter: Natürlich hast du recht und es gibt diverse Strömungen in Islam. Wahrscheinlich war mein Kommentar auch unvollständig. Ich habe jedoch von der Endstufe der Islamisierung gesprochen – unter anderem deshalb, weil Saudi Arabien das Land ist, mit der längsten politischen Islamgeschichte.
        @lageleute: Nicht alles, was gegen eine gewisse Meinung geht, ist gleich „Getrolle“. Hier hat niemand getrollt.
        Manche Meinungen gefallen mir besser, andere weniger. Aber alle sind gleichwertig. So solltet ihr es auch handhaben. Das Troll-Argument ist oft genug ein Totachlagargument. Man wertet den vermeintlichen Troll ab – so muss man sich nicht mit den Argumenten auseinandersetzen.
        Zum Dunstkreis der AfD. Mir ist es völlig egal, wer oder wo jemand/ etwas vernünftiges sagt. Und ja, selten, aber manchmal sagen auch Afd Politiker etwas sinnvolles.

      • @ Frank:
        Korrekt, die Religionsfreiheit ist nicht von Art. 79 III GG geschützt. Allerdings müssen auch verfassungsändernde Gesetze ihrerseits natürlich verfassungsgemäß sein, und es liesse sich vermutlich argumentieren ob eine Abschaffung der Religionsfreiheit nicht gegen die Menschenwürde (konkret gegen den höchstrichterlich definierten Wert- und Achtungsanspruch) verstösst, da Religion sehr tief in der Identität eines Individuums verwurzelt ist bzw. sein kann oder diese sogar maßgeblich definiert.

      • @ Julian

        Kurz nochmal zum Thema Whatabouterism: Es war nicht die Absicht meiner Frage entsprechendes Unrecht religiösen islamischen Terrors und Unrechts gegen den der katholischen Kirche aufzurechnen. Whatabouterism ist gerade online durchaus eine nervige Angelegenheit und insofern kann ich die Kritik verstehen.

        Die Frage zielte eher darauf ab: Was macht man mit Religionen, die nicht die selben Maßstäbe normativen Ansprüche erfüllen, wie das Grundgesetz? Gehört es nicht zur Freiheit der Religionen als Minderheit nicht eins zu ein die normativne Anforderungen des GG zu erfüllen? Falls man dem nicht zustimmen und wenn man da (durchaus vertretbar, wenn auch begründungspflichtig) hart durchgreift, dann muss man das universal für alle Religionen machen, die bsp. nicht die Gleichberechtigung der Geschlechter fördern wie die katholische Kirche. Möchte man nicht universal vorgehen, dann muss man begründen, was an dem Islam jetzt besonders verwerflich und missbräuchlich sein soll.

        “Manche Meinungen gefallen mir besser, andere weniger. Aber alle sind gleichwertig. So solltet ihr es auch handhaben.”

        Ich glaube das ist ein großen Missverständnis. Alle Meinungen sind sicherlich gleich schützenswert in der Möglichkeit ihrer Äußerung. Soweit sie aber Geltung für Andere beantspruchen sind Meinungen abhängig von der Qualität ihrer Gründe und damit nicht gleichwertig. Was ohne Begründung behauptet wird, kann auch ohne Begründung verworfen werden. Wer es dagegen relativistisch hält, wird es recht schwer darin haben Ernst genommen zu werden.

      • @Logos:
        Zunächst freue ich mich, dass du einen der größten Kirchenkritiker und bis zuletzt Islamkritiker zitierst, Christopher Hitchens (was ohne Beweise behauptet wird …)
        Und es ist natürlich whataboutism. Die Gräueltaten der Kirchen liegen im wesentlichen Jahrhunderte zurück. Der Islam ist in seiner Gewaltonanie gerade auf dem Höhepunkt. Der normative Standpunkt ist, wie du richtig sagst, das hier und jetzt , das Grundgesetz. Und dieses wird sogar von moderaten Kräften regelmäßig konterkariert. Hier ist es Zeit mit aller Härte dies anzusprechen und zu verteidigen.
        Zum 2. Teil: Das Problem vieler Linken ist das Moralinsaure, was man auch bei den beiden Moderatoren herausliest. Es wird nicht verstanden, dass man auf Argumente der Afd eingegangen wird, weil das eh Alls braune sind. Da kann ich nur sagen: Gott sei dank sind nicht Alle so, sonst hätte die AfD nickt 13 sondern 25 %
        Es geht immer und immer öfter um moralisierung – und dabei um doppelte Standarts.

      • @Julian

        Trollerei sehe ich hier auch nicht.

        Aber kurz zurück zum Ausgangspunkt: dem Herrn Glaser

        Jemanden, der so wenig durchdachte, im Wesentlichen auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit reduzierbare Angriffe auf eine in Deutschland von Millionen Mitbürgern praktizierte Religion vom Stapel lässt, ist nicht für ein herausgehobenes Amt geeignet. Die AfD will mit dieser Nominierung halt das parlamentarische Äquivalent zu einer Wirtshausschlägerei inszenieren. Wohlwissend, dass es allein der Eklat ist, der dieser Partei mediale Relevanz verleiht. Sad!

      • @Andi Rechtstechnisch würde ich dem Ansatz widersprechen.
        Zunächst mal wegen des Grundsatzes, lex specialis derogat legi generali. Wenn es ein spezielles Grundrecht gibt, dann spricht einiges dafür, im Umkehrschluss diesen speziellen Teil als nicht von der Würde erfasst anzusehen. Darüber hinaus wäre eine Abschaffung natürlich nur in Bezug auf das forum externum möglich. Was jemand innerlich glaubt, spielt natürlich keine Rolle und ist Privatsache.
        Aber andererseits bringt das BVerfG in seiner juristischen Allmacht auch immer wieder dogmatisch nicht nachvollziehbare Urteile hervor, so könnte es auch hier sein.

    • Der Glaser ist schon ein prima Aushängeschild für seine Partei. Es ist bedauerlich, dass so ein geistiger Müll nun im Parlament eine Stimme hat.

      • Was nicht die freiheitlich demokratische Grundordnung betrifft (Demokratieprinzip, Rechtsstaatsprinzip und Menschenwürde) darf diskutiert werden, auch wenn das vielen nicht schmeckt. Die Religionsfreiheit ist da ein gutes Beispiel. Ob Beschneidung von Kleinkinder oder die Schächtung von Tieren, all das sollte nicht unter dem Deckmantel einer Religion als indiskutabel hingestellt werden. Schaut euch mal an, wie eine Kuh mit halb abgeschnittenem Kopf da leidet, aber es dient natürlich alles der freien Religion.

      • @Frank

        Nun weiß ich endlich, um was es Herrn Glaser geht: Vorhäute und die Schlachtung von Rindviechern. Danke für die Aufklärung.

  8. Hallo Ulf, Hallo Philip,

    ich verfolge eure Sendung jetzt schon seit einigen Monaten und höre euren Podcast wirklich gerne. In den letzten beiden Wochen sind mir allerdings zwei Dinge aufgestoßen.

    Zum Einen das Thema mit Anis Amri. Ihr hattet über die Ermittlungen in diesem Fall gesprochen und zurecht darauf hingewiesen, dass dort Beweismittel gelöscht worden sind. Ich persönlich finde, dass das ganze zum Himmel stinkt. Wenn man sich verschiedene Anschläge anschaut, z.B. 9/11, 07.01.15 (Paris), 14.07.16 (Nizza), 13.11.16 (Paris) oder eben am 19. Dezember 2016 in Berlin, so fällt doch auf, dass bei allen Anschlägen die Ausweispapiere zum Tatort mitgenommen worden sind und dann dort zurückgelassen. Warum macht man das? Damit man möglichst schnell gefunden wird? In Berlin wurde dieser Ausweis erst mehrere Tage später in der LKW-Kabine gefunden, nachdem diese zunächst versiegelt worden war. Warum sucht man nicht sofort nach allen erdenklichen Spuren am Tatort, um keine Zeit zu verlieren und den Täter schnellstmöglich zu finden? Und natürlich gibt es keine Täter, die es zu befragen gibt, weil alle sofort erschossen wurden. Ganz ehrlich, logisch erklären kann ich mir das nicht. Wenn dann noch Beweise verloren gehen, dann sagt mir mein Menschenverstand, dass dort was nicht stimmt. Und wenn ihr dann sagt, es müsse was an der “Fehlerkultur” verbessert werden, dann stößt es mir auf.

    Zum anderen hattet ihr in eurer neusten Ausgabe den Spiegel als “Sturmgeschütz der Demokratie” bezeichnet. Ich sehe den Spiegel mittlerweile nur noch als Teil des Systems. Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden und der Spiegel ist Teil davon. Wenn man sich das Thema Terrorismus anschaut, dann fällt doch auf, dass gerade 9/11 immer noch nicht richtig aufgearbeitet wurde. Die Kritik betrifft nicht nur den Spiegel, sondern alle Massenmedien. Um nur ein Beispiel zu nennen, sind 3000 US-amerikanische Architekten (http://www.ae911truth.org) der Auffassung, dass der Einsturz von WTC7 am 11.09.01 wahrscheinlich durch deine Sprengung verursacht wurde. Durch eine Sprengung, nicht durch ein Feuer! Warum wird so etwas nicht in den Medien oder von Politikern diskutiert? Von einem “Sturmgeschütz der Demokratie” sollte man mehr erwarten, oder?

    Ich würde mich nicht als Verschwörungstheoretiker bezeichnen, ich betrachte mir die Fakten und mache mir ein eigenes Bild. Ich habe leider zusehends die Auffassung, dass viele Fakten in den Massenmedien einfach weggelassen werden oder einseitig berichtet werden (Thema Russland und Syrien). Von dem Format “Lage der Nation” hatte ich schon erwartet, dass ihr die Themen etwas intensiver betrachtet und mehr Pluralität reinbringt. Ich glaube, es hat einen Grund, dass alle Medien zu bestimmten Themen schweigen und wahrscheinlich nehmt ihr euch da nicht aus.

    Grüße
    Marco

    • Mit dem Sturmgeschütz der Demokratie, das war früher mal, aber Du musst auch bedenken, dass Demokratie ja auch persönlich definiert werden kann (siehe oben bei demokratischen Parteien), insofern ändert sich dann je nach Begriffsbestimmung quasi die Munition.

      Ich habe das Abonnement des Spiegel nach Jahren beendet, als Sarazzin in einem Bericht aufs Übelste unter der Gürtellinie beleidigt wurde, mit Anspielungen auf seine Behinderung.

    • Ich bin ehrlich gesagt dankbar, dass sich die Beiden nicht mit den ganzen kilometerlangen Blogeinträgen der truther und infowarrior Bewegung auseinandersetzen. Ich bin mir recht sicher, dass ich vor einigen Jahren etwas im Spiegel zu alternativen Erklärungsmustern von 9/11 gelesen habe. Totgeschwiegen werden diese Alternativtheorien also nicht.

      “Der Grund” warum “die Massenmedien” und wahrscheinlich auch Philip und Ulf sich nicht so im Detail damit auseinandersetzen, ist weniger eine verschwörerische Absicht, wie du das hier andeutest. Vielmehr überzeugen die Argumente nicht, sodass diese Ansichten zu Recht eher als Verschwörungstheorien gebrandmarkt sind. Die alternativen Medien (irgendwelche Hinterzimmerblogspots) von denen du dir mehr Pluralität erhoffst, haben ja selten eine bessere empirische Grundlage (wie auch?). Sie interpretieren nur das bestehende Wissen mehr in ihrem Sinne und projizieren dann in die berüchtigte cui-bono Frage ihre eigenen Überzeugungen und Ängst rein. Kann man machen und für überzeugend halten. Muss man aber eben auch nicht

      “Wenn man sich verschiedene Anschläge anschaut, z.B. 9/11, 07.01.15 (Paris), 14.07.16 (Nizza), 13.11.16 (Paris) oder eben am 19. Dezember 2016 in Berlin, so fällt doch auf, dass bei allen Anschlägen die Ausweispapiere zum Tatort mitgenommen worden sind und dann dort zurückgelassen. Warum macht man das? ”

      Diese Frage ist natürlich auch ein Klassiker. Warum sind diese Märtyer nur so doof und lassen ihre Ausweise rumliegen? Das muss doch quasi ein Insidejob gewesen sein. Ein Selbstmordattentäter ist aber kein Verbrecher, der sich mit seiner Beute aus dem Staub machen will. Ein Märtyrer möchte, dass die Mitgläubigen und Ungläubigen wissen, dass er sich der heiligen Sachen geopfert hat. Schließlich zeigt das den Grad seiner Gläubigkeit. Wer ein Attentat überlebt zeigt dagegen gegenüber seinen Mitgläubigen eher wie unentschlossen war. Außerdem besteht der Vorteil, dass die entsprechende Terrororganisation die Tat dann für sich reklamieren kann.

      • Die Argumente zu 9/11 überzeugen nicht? Die Theorie, dass 19 Attentäter mit Teppichmesseen bewaffnet gleich vier Flugzeuge entführen, koordiniert von jemand aus einer afghanischen Höhle überzeugt mich aber auch nicht. Osama wurde schon am Tag des Anschlag als „der“ Schuldige ausgemacht, es gibt ja niemand anderen, der so was machen kann. Wie erklärt man sich die Finanzspekulation zu dem Fluglinien, bei den im Vorfeld ungewöhnlich viel Put-Optionen z.B. auf Amerika Airlines gekauft wurden. Warum wird das nicht weiter untersucht? Folge dem Geld führt doch meist zum Ziel. Warum hat an diesem Tag die Flugabwehr nicht gegriffen, also die Flugzeuge abgeschossen? Den Einsturz des dritten Gebäudes habe ich schon erwähnt.
        Es gibt do viele Ungereimtheiten, wahrscheinlich lassen sich viele Dinge erklären, dafür müsste es halt mal untersucht werden. Ach ja, der Untersuchungsbericht zum 11.09. hat weniger gekostet, als die Untersuchung der Affäre des vorherigen Präsidenten zu Monica Lewinski. Osama war schuld, alle haben einen neues schönes Feindbild, damit das Volk auch schön beim Krieg mitmacht. Bis heute glauben wir das und bis heute reicht es, dass irgendwelche verrückten 11 Leute auf dem Weihnachtsmarkt töten, um höhere Miltitärausgaben und Auslandseinsätze zu rechtfertigen.

      • Marco, Deutschland ist seit Ewigkeiten mit Militär in Afghanistan dabei. Und inzwischen auch schon ein paar Jahre in Afrika. Nie war zur Legitimation dieser Einsätze (Kosten in Höhe von zig Mrd, über 30 Tote Soldaten, zigfach mehr Verwundete und Traumatisierte) notwendig, irgendwo im Land ein paar Leute totzufahren.

  9. Regierungsauftrag: Eine sinnentleerte Worthülse. Es ist zwar im Allgemeinen plausibel anzunehmen, dass jemand, der durch eine Partei repräsentiert werden will, sie auch gerne an der Regierung sehen würde. Aber solange eine Partei nicht mehr als die Hälfte der Wählerstimmen errungen hat, gibt es immer noch einen höheren Anteil von Wählern, die andere Parteien bevorzugt haben. Warum soll diese Gegenmehrheit keinen “Regierungsauftrag” repräsentieren, nur weil darin die Partei mit dem höchsten Stimmanteil fehlt?

    Neuwahlen: Irgendwie scheint ihr etwas gegen die Vorstellung von Minderheitsregierungen zu haben. Aber auf Landesebene gibt es dafür nun wirklich Präzedenzfälle.

    Friedensdiplomatie: Die Erpressung eines Staates würde ich eher nicht als herausragendes Beispiel von Friedensdiplomatie bezeichnen. Zumal es im Falle des Iran umstritten ist, ob man wirklich ein Atomwaffenprogramm oder nur ein Urananreichungsprogramm (abstellend auf dessen Signalwirkung) verfolgt hat.

  10. Bezüglich der CRACK-Attacke ein paar Anmerkungen:

    0. Handshake und Crypto:
    – Der Handshake funktioniert *eigentlich*; über das Passwort wird nichts bekannt und man kann sich auch erstmal nicht als andere Partei ausgeben. Auch der ausgehandelte Sitzungsschlüssel bleibt geheim. Das Problem ist bloß, dass man den Client dazu bringen kann, unterschiedliche Daten mit dem gleichen Schlüssel und Parametern zu verschlüsseln – das führt je nach Verfahren zum GAU oder Super-GAU… das ist ein Implementierungsfehler, der durch den Standard provoziert wird.
    – Das Erneuerungsintervall des WPA-Session-Keys liegt so im Minutenbereich… 10min sind recht üblich. AFAIK kann ein Angreifer allerdings jederzeit einen erneuten Handshake auslösen.

    1. TLS funktioniert eigentlich auch, wenn man Pakete einschleusen kann; genau das ist ja Sinn und Zweck von TLS: Vertraulichkeit *und* Integrität der Daten auch bei Umgebungen wie öffentliche WLANs und fremde Anschlüsse… OpenVPN basiert bspw. auch auf TLS.
    (Es gibt natürlich so Sachen wie Downgrade-Attacken und Certificate-Spoofing, aber ersteres ist bei vernünftiger Konfiguration nicht relevant – kaputtkonfigurieren kann man immer^^ – und bei letzterem bewegt man sich schon auf einem Niveau, wo noch ganz andere Sachen möglich sind… vielleicht übersehe ich hier was, aber mir ist nicht ganz klar, worauf @vieuxrenard hinaus will)

    2. Das größte Problem im Zusammenhang mit CRACK sind zum einen unverschlüsselte Internetverbindungen da die vor Ort trivial mitgehört werden können und u.U. sogar übernommen werden können: wenn ein Angreifer die richtigen Daten (TCP-SYN-Packets) mitschneidet, kann er u.U. Daten von *seinem Internetzugang aus* in die Verbindung einschleusen.
    Und zum anderen haben wir das generelle Problem, dass das lokale Netzwerk oft als vertrauenswürdig betrachtet wird und deshalb die Kommunikation nicht richtig abgesichert ist; bspw. IoT-Gerätschaften aber auch klassische Netzwerkgeschichten wie LAN-Drucker oder lokales File-Sharing sind oft gar nicht oder nur ungenügend geschützt…

    • Zu 0: Laut der Beschreibung bei Heise beruht die Attacke darauf, dass man die WLAN-Stationen veranlassen kann, einen Known Plaintext mit XOR zu “verschlüsseln” … daraus kann man den Session Key ableiten. Das Paper der ursprünglichen Autoren habe ich aber nicht gelesen.

      Zu 1: ich will auf ARP-Spoofing als Grundlage einer MITM-Attacke heraus.

      • Bezüglich 0.: Das meinte ich mit “unterschiedliche Daten mit dem gleichen Schlüssel und Parametern zu verschlüsseln”; da ja die gleiche Schlüssel/Nonce-Kombination mehrfach für unterschiedliche Daten verwendet wird…

        Bezüglich 1.: Aber das bringt ja erstmal gar nichts, sofern dein Gegenüber sich nicht als Server authentifizieren kann… Und jede Online-Banking-Seite (und erfreulich viele andere Shop-Seiten), die mir spontan eigefallen sind benutzen Extended-Validation-Certificates (und an die kommt ein normaler Angreifer wirklich nicht so einfach ran) kombiniert mit HSTS (d.h., wenn der Computer die Seite *einmal* per HTTPS aufgerufen hat, erwartet er ab jetzt *immer* eine HTTPS-Verbindung).
        D.h. sofern man auf das Grüne Schloss achtet, kann ein normaler Angreifer den Verbindungsaufbau nicht ohne weiteres hijacken…

        Und sobald die Verbindung steht, bringt ARP-Spoofing auch nichts, da man so weder an den Inhalt der Daten rankommt noch gefälschte Pakete einschmuggeln oder Pakete mehrfach versenden kann.

        Vielleicht als tl;dr: Solange der Serverbetreiber keinen Scheiß baut und man selber ein aktuelles System verwendet und auf das grüne Schloss achtet, kann man sich auf TLS eigentlich verlassen.
        Aber natürlich haben Sie insofern Recht als dass es Situationen geben kann, in denen eine TLS-Verbindung nicht ganz sicher ist…

  11. Zum Thema Atom-Deal
    Danke für die Infos zum Atom-Deal. Ich habe eine etwas generellere Frage zum Thema Aufrüstung und Atommächte.

    Wer entscheidet eigentlich darüber welcher Staat Atomwaffen besitzen darf und welcher nicht?

    Also Warum können die USA dem Iran, oder Korea das einfach so verbieten – oder von mir aus auch: Warum kann die „Weltgemeinschaft“ es überhaupt irgendeinem Land verbieten?
    Was wäre wenn … Polen oder k.A. Island morgen entscheiden würden, „Wir wollen nun die Bombe“. Würden dann auch alle mit dem Finger drauf zeigen und sagen: „Ihr nicht!“?
    Woher kommt die Legitimation?

    Grüße und vielen Dank.
    A.

  12. Erst einmal danke für den tollen Podcast! Ich höre ihn sehr gerne und habe heute zum ersten Mal etwas Kritik.

    Anmerkung zum Iran:
    # TL;DR:
    * es ist schon ziemlich fragwürdig, warum der Iran Trägerraketen für Nuklearsprengköpfe entwickelt, wenn er doch gleichzeitig angeblich keine Nuklearsprengköpfe entwickelt; es ist richtig, dass das Abkommen entsprechen Trägersysteme nicht verbietet; deshalb sind die Raketensysteme aber nicht irrelevant; vielmehr ist das ein Problem/Fehler im Abkommen
    * nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes beschafft der Iran immer noch illegal proliferationsrelevante Güter in Deutschland; die Zahl hat jedoch stark abgenommen
    * es existieren auch andere Interpretation bezüglich Nordkorea; mit Nordkorea gab es schließlich ein Atomabkommen, das aber offensichtlich gescheitert ist

    # Raketenprogramm
    Zum Raketenprogramm des Irans gab es einen interessanten Beitrag im NPR, Kurzfassung: die Entwicklung von Raketensystem und deren Tests verstoßen nicht gegen das Atomabkommen. Der einzige militärische Zweck eines solchen Raketensystems besteht allerdings darin, als Trägersystem für Nuklearwaffen zu dienen. Die USA wollten daher ein Verbot für den Bau solcher Raketensysteme in das Abkommen aufnehmen; sie konnten sich aber nicht durchsetzen. [ http://www.npr.org/sections/parallels/2017/02/03/513229839/did-irans-ballistic-missile-test-violate-a-u-n-resolution ]
    Dementsprechend finde ich es auch etwas naiv, diese Informationen als völlig irrelevant einzustufen. Mir stellen sich folgende Fragen:
    * Hat der Iran wirklich sein Ziel aufgegeben Nuklearwaffen zu entwickeln? Wenn ja, warum entwickelt er dann entsprechende Trägersysteme? Ich stimme Trump nur sehr ungern zu, aber vor diesem Hintergrund hat er vielleicht gar nicht so unrecht, wenn er dem Iran vorwirft, dass dieser „den Geist des Abkommens verletze“. Ein zugegebenermaßen etwas schräges Beispiel: Ich will verhindern, dass jemand Hanf anbaut. Dann ist es eine sehr sinnvolle Maßnahme, seine Wohnung jede Woche auf Hanfpflanzen zu kontrollieren. Wenn er aber gleichzeitig große Mengen an Gewächshaus Equipment kauft, sollte mich das vielleicht trotz der Kontrolle stutzig machen.
    * Besteht hier nicht eine massive Lücke im Abkommen? Und wenn das so ist, sollten dann nicht auch europäische Staatschefs sich mit diesem Problem beschäftigen?
    Fairerweise muss ich sagen, dass ich erst mal auch keine praktische Alternative zum Atomabkommen sehe; außerdem glaube ich nicht, dass Trump irgendwie sinnvoll/planvoll handelt. Dennoch kommt mir bei der Berichterstattung Kritik am Abkommen zu kurz. Es geht schließlich nicht darum, das Abkommen um des Abkommen Willens einzuhalten; es geht darum die nukleare Bewaffnung des Irans zu verhindern. Und wenn das Abkommen dieses Ziel nicht erreicht, dann ist das ein Problem. Und wenn wir es Trump überlassen auf dieses Problem hinzuweisen, ist das selbst ein noch viel größeres Problem.
    # Verfassungsschutz
    Ganz interessant sind auch die Erkenntnisse des deutschen Verfassungsschutzes; dieser überwacht nämlich die Versuche des Irans in Deutschland an Komponenten zukommen, die im weitesten Sinne für den Bau von Nuklearwaffen verwendet werden können. Deren Beschaffung ist dem Iran auch weiterhin verboten.
    2015 und 2016 hat der Iran noch massiv versucht entsprechende Güter in Deutschland zu beschaffen [http://www.tagesspiegel.de/politik/thueringens-verfassungsschutzchef-kramer-wir-sollten-dem-iran-keine-zugestaendnisse-mehr-machen/13920336.html].
    Im letzten Jahr ist seine Beschaffungstätigkeit laut dem Verfassungsschutz NRW deutlich zurückgegangen; dennoch hat er mindestens 32 Versuch unternommen und ist weiterhin Hauptziel der Proliferationsabwehr:
    „Aus der Einigung im Nuklearkonflikt zwischen den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats und Deutschland sowie dem Iran resultierte mit dem „Implementation Day“ im Januar 2016 die Lockerung der Sanktionen gegen den Iran. In der Folge war ein starker Rückgang entsprechender iranischer Beschaffungsversuche zu verzeichnen. Dieser spiegelt sich in den vorliegenden Fallzahlen wider. So konnte die Spionageabwehr im Berichtsjahr 32 Beschaffungsversuche beobachten, die definitiv oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zugunsten eines Proliferationsprogramms unternommen wurden. Diese Zahl stellt einen signifikanten Rückgang der in NordrheinWestfalen identifizierten sensiblen Einkaufsbemühungen gegenüber dem bis dahin bestehenden Höchstwert aus dem Jahr 2015 (141) dar. Der Iran stellt dennoch weiterhin den Bearbeitungsschwerpunkt in der Proliferationsabwehr dar. Die Nachfrage nach relevanten Gütern für die iranischen Raketenprogramme bildet die überwiegende Mehrheit der hier bekannt gewordenen Fälle. Daneben wurden beispielsweise erneut mehrere pakistanische Beschaffungsversuche festgestellt. In der überwiegenden Zahl der Fälle erfolgte keine Auslieferung der jeweiligen Waren, da der Verfassungsschutz die betroffenen Unternehmen rechtzeitig warnen konnte oder bereits sensibilisierte Firmen verdächtige Anfragen als solche erkannten und nicht bedienten.“
    [http://www.mik.nrw.de/fileadmin/user_upload/Redakteure/Verfassungsschutz/Dokumente/VS-Berichte/VSB-2016_Internet.pdf].
    Der Bundesverfassungsschutz bescheinigte dagegen explizit, dass sich der Iran an das Abkommen halte; er liefert aber keine Zahlen:
    „Das BfV konnte im Jahr 2016 einen deutlichen Rückgang von Anhaltspunkten für proliferationsrelevante Beschaffungsversuche des Iran für sein Nuklearprogramm feststellen. Solche Anhaltspunkte ergeben sich, wenn das methodische Vorgehen zur Beschaffung von Gütern, deren Einsatzmöglichkeit auch in einem Nuklearprogramm und/oder vorliegende Erkenntnisse zum Endempfänger beziehungsweise zur anfragenden auf einen potenziellen proliferationsrelevanten Beschaffungshintergrund hindeuten. Soweit eine Verifizierung der Anhaltspunkte möglich war, erbrachte diese keinen Beweis für einen Verstoß gegen den „Joint Comprehensive Plan of Action“. Das BfV beobachtet weiterhin, ob sich dieser Trend fortsetzt und der Iran die im Juli 2015 geschlossene Vereinbarung insoweit konsequent und nachhaltig einhält. Im Bereich Trägertechnologie/Raketenprogramm, der nicht von den Regelungen des „Joint Comprehensive Plan of Action“ umfasst wird, blieb die Zahl der Anhaltspunkte für proliferationsrelevante Beschaffungsversuche auf nahezu gleichem Niveau.“ [https://www.ve
    rfassungsschutz.de/embed/vsbericht-2016.pdf].
    Hier fände ich es schon interessant, mehr über die konkreten Zahlen im Bund und in anderen Bundesländern zu erfahren. Ich meine, es gibt zwar einen deutlichen Rückgang, aber es ist schon seltsam, dass der Iran offensichtlich weiter versucht in Deutschland illegal Nukleartechnik einzukaufen.

    # Nordkorea
    Schließlich noch ein Satz zu Nordkorea; hier kann man die Geschichte nämlich auch umgekehrt interpretieren: es wurde vor Jahren versucht, die nukleare Bewaffnung Nordkoreas mittels eines internationalen Abkommens zu verhindern. Inzwischen hat Nordkorea Nuklearwaffen TROTZ des Abkommens. Das jetzige Abkommen mit dem Iran könnte also genauso nutzlos sein, wie das alte Abkommen mit Nordkorea.
    Ich habe mich nicht genau mit dem Abkommen mit Nordkorea beschäftigt; deshalb kann ich auch nicht sagen welche Interpretation die sinnvollere ist. Ich will aber doch erwähnt haben, dass es diese andere Sichtweise gibt.

  13. Die Folge war wie immer interessant anzuhören und gerade die Analyse der Reichweite des WPA2-Bugs fand ich sehr interessant anzuhören. Die Warnung des BSI war wohl wirklich etwas übertrieben. Man sollte allerdings auf jeden Fall Vorsicht in fremden WLANs wie an Flughäfen, in Hotels oder im ICE walten lassen. Wer weiß, ob da auch alles richtig gepatcht wird?

    Sehr spät nachträglich möchte ich mich hier für die Folge “LdN Sommerinterview 3: Diana Kinnert” bedanken. Nach dem aus meiner Sicht wirklich erschütternden Ergebnis der Bundestagswahl habe ich mich an diese Folge erinnert und habe dann beschlossen aktiv etwas gegen die vielen Stimmen im rechten Spektrum zu tun. Also habe ich mich bei den Grünen als Parteimitglied angemeldet. Philip und Diana haben mir durch diese Folge eben diese Möglichkeit aufzeigt. Da in meiner Familie und in meinem Bekanntenkreis so gut wie niemand meines Wissens nach sonst Mitglied einer Partei ist, wäre ich da wohl sonst nicht so bald darauf gekommen. Bin mal gespannt, wie meine Mutter darauf reagiert, wenn ich ihr beim nächsten Besuch davon erzähle – Zum Glück ist das Erbe schon geklärt :D

    Macht weiter so!

    • Glückwunsch zum Partei-Eintritt! Freut mich sehr, wenn wir Dich dazu (mit) motiviert haben.

      • Dass die Motivation für das Eintreten in bestimmte Parteien ein Motiv der Lage ist, war mir so nicht klar.

      • wir haben sicher schon 10x für das Engagement in demokratischen Parteien geworben …

      • Gibt es aktuell Parteien die undemokratisch sind in die man eintreten kann?

      • Ich glaube nicht, dass der Eintritt in der CSU bon euch beglückwünscht würde xD
        Daher schrieb ich „bestimmte Parteien“

      • Ich persönlich habe auch nichts dagegen, wenn jemand in die CxU eintritt. Der von der CDU nominierte und auch in der Partei recht aktive Richter hier am Berliner VerfGH ist beispielsweise einer der brillantesten Juristen, mit denen ich bisher zusammenarbeiten durfte (auch wenn wir oft nicht einer Meinung sind), und ein wertefundiertes Engagement in einer C-Partei ist eine ehrenwerte persönliche Entscheidung. Meine persönliche Definition von “demokratischen Parteien” endet am rechten Ende der Skala aber mit der Union.

      • Hand aufs Herz: Hättest du dich über einen CSU Beitritt ebenso gefreut? Nein. und da ist auch die Erfahrung mit deinem Kollegen nebensächlich.
        Ferner: dir ist schon bewusst, dass Demokratie relativ wenig mit deinen oder meinen persönlichen Empfindungen zu tun haben. Wenn deine persönliche Definition jedoch darüber hinausgehen, würde mich sehr interessieren, warum der demokratische Diskurs rechts der CDU aufhören sollte. Bei einer solchen absoluten Aussage genügen keine Allgemeinplätze über die AfD und auch nicht das Aufzählen mancher Mitglieder. Fun fact: Man kann auch rechts von der Union sein und die AfD trotzdem scheisse finden.
        Ich bin in manchen Punkten rechts neben der CDU, was bei dem Linksschwenk der Partei gar nicht schwierig ist. Bin ich nun automatisch jenseits der Demokratie?
        Ich finde das ein ziemlich schlimmes Menschenbild, ein genuin linkes zwar. aber schwer bedenklich

      • @Julian:
        Der demokratische Bereich des politischen Spektrums hört da auf, wo eine Partei (oder eine Person) grundsätzlich nicht zu Kompromissen mit anderen Parteien bereit ist, also die eigene Auffassung absolut setzt. An dem Punkt sind wir im radikalen Bereich des Spektrums. Eine Stufe weiter ist dann der extreme Bereich, der erreicht wird wenn eine Partei/Person bereit ist, für die Durchsetzung der eigenen Auffassung auch Gewalt anzuwenden.

        Auf der rechten Seite beginnt mit der AfD der radikale Bereich, auf der linken Seite läuft die Grenze durch die Linkspartei (die parteiinterne “Kommunistische Plattform” ist jenseits davon).

      • Ich finde der Begriff “demokratisch” eignet sich durch seine Überfrachtung nicht zur Beschreibung. (Und das sage ich nicht nur, weil ich ihn anders verwende.)

        Die Definition “grundsätzlich nicht zu Kompromissen bereit” halte ich einerseits für eine Art Strohmann-Argument. Jede Partei hat Spielraum für Kompromisse. Kann mir keiner erzählen, dass die AFD nicht zu einem Kompromiss bereit wäre, wenn man ihr bei einem ihrer Kerninhalte ein hinreichend unmoralisches Angebot macht. Andererseits, wenn eine Partei nichts anderes tut als einen Stimmblock zu besetzen, bis sie eine eigene Mehrheit hat oder die anderen Parteien sich ihrer Position anschließen, was soll daran nicht mehr “demokratisch” sein? Es ist vielleicht nicht konstruktiv im Sinne des Parlamentarismus. Aber eine Pflicht zur Konstruktivität auch noch in das Pflichtenheft aufzunehmen, ist genau die Art von begrifflicher Überfrachtung der “demokratisch” ständig unterliegt.

  14. Ich hab diese Sendung noch nicht gehört, aber einen allgemeinen Kommentar und weil ihr das in der letzten Sendung nochmal speziell angesprochen habt, dass die Leute hier gerne kommentieren können mal eine Meinung dazu:

    Es ist wirklich schön, dass man hier inhaltlich noch soviel und qualitativ gut diskutieren kann. Aber ich finde die Kommentarspalte technisch und visuell sehr unübersichtlich und unattraktiv wie auch die ganze Seite. Ich hoffe ich trete da nun niemandem zu nahe, da es auch dem Theme-Namen nach zu urteilen selbst gebaut ist, aber ich glaube vor allem ein etwas überischtlicherer Kommentarbereich könnte schon noch ein paar Kommentatoren mehr anziehen. Das Grau in Grau der Seite ist schon wirklich sehr sehr steril, aber nicht in einem minimalistischen sondern unschönen Sinne. Das wundert mich, wo es doch fünf Millionen verschiedene WordPress Themes gibt.
    Technisch fände ich es übrigens noch großartig, wenn man seinen Kommentar zu jedem Thema zuweisen könnte, so könnte ich beispielsweise die Themen die mich nicht interessieren ausblenden oder die Kommentare zu bestimmten Themenbereichen zusammenhängend lesen und diskutieren anstatt beim von oben nach unten lesen immer zu wechseln.

    • Der Kommentarbereich hat eindeutig noch Luft nach oben.

      • Zum Beispiel wäre es auch schön, wenn man einem “Thread” auf der Spur bleiben könnte, wenn mich z.B. interessiert wie die Diskussion zu einem Thema weitergeht. Aber derzeit gibt es ja noch nicht mal einen Feed für die Kommentare im allgemeinen.

        Also ja Luft nach oben ist ne gute Formulierung, hier könnte glaub ich einiges getan werden um die Kommentierumgebung zu verbessern. Kenn mich da allerdings auch nicht aus, was WordPress da für Plugins zu bietet.

        Und vielleicht könnte man die Email-angeben Pflicht auch mal ausstellen, auch wenn man da irgendwas eintragen kann, macht nicht wirklich sinn…

  15. Grüße,

    auch ich höre die Lage zu Ende. Immerhin sind am Ende die Feedbacks, die ich mit das interessanteste finde. Und da die Feedbacks nur dann Sinn machen, wenn man die letzte Folge gehört hat, ergibt sich gewissermaßen ein Kreislauf des ständigen Hörens. Clever ;)

    Eine kritische Anmerkung habe ich dann doch noch und zwar zum Thema Iran.
    Ich finde es ziemlich erstaunlich, dass man 15 Minuten über das Wiener Abkommen plaudern kann ohne dass, bis auf einmal zu Beginn, Israel genannt wird. Israel hat ein existenzielles Interesse, dass der Iran keine Atombombe besitzt, da die iranische Führung Israel feindlich gegenüber steht.
    Viele werden jetzt sagen: “Ach ja, das war doch damals unter Ahmadinedschad. Rohani ist dagegen gemäßigt.”
    Dazu muss man wissen, dass sich die Menschrechtslage seit der “Gemäßigte” an der Macht ist , verschlechtert hat ( http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/menschenrechtslage-im-iran-hat-sich-unter-rohani-verschlechtert-15134018.html)
    Zum anderen ist die Bezeichnung “gemäßigt” eine ziemlich verlogene Angelegenheit. Denn das Gemäßigtsein beschränkt sich – ähnlich wie bei Hamas und Fatah- auf innere und äußere Kommunikation. Während Fatah und in dem Sinne auch Rohani nach außen sich “gemäßigt”geben, sprechen sie zu den eigenen Anhängern ähnlich radikal wie das Original.
    (http://www.mena-watch.com/mit-wem-rohani-ueber-die-vernichtung-israels-plaudert/)
    Ich hätte erwartet, dass sich die Lage auch mit der Sicht der Israelis auseinandergesetzt. Das ist im übrigen nicht nur die Schuld der Praktikantin, sondern auch der beiden Herren. Denn zum Ende dieses Beitrages werden Länder aufgezählt, die für das Abkommen sind bzw gegen eine Aussetzung. Israel wird nicht einmal erwähnt. Und ja, auch ihr anderer Meinung seid. Sehr viele stehen dem Deal sehr kritisch gegenüber. (http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Donald-Trump-greift-den-Iran-an-Kritik-aus-Russland-Lob-aus-Israel-id42778691.html)
    Mit Recht. Denn im Gegensatz zum Beitrag bin ich nicht der Meinung, dass der Deal die iranische Atombombe verhindert. Sie werden leidiglich 10 Jahre kontrolliert, vorausgesetzt, sie halten sich an den Deal. Danach kann der Iran wie belieb an der Bombe bauen. Und auch hier möchte ich euch widersprechen. . 10 Jahre sind im islamischen Fundamentalismus keine wirklich lange Zeit. Gesetz dem Fall, wie gesagt, sie halten sich an den Deal und umgehen ihn nicht.
    Denn auch dafür gibt es Hinweise. So ist nach einem Bericht von Fox News die Rede, dass Iraner in Somalia Uran abbauen- für den Iran. (http://www.foxnews.com/politics/2017/08/31/al-qaeda-affiliate-mining-uranium-to-send-to-iran-somali-official-warns-us-ambassador.html)
    Und bevor die Quellenkritik nun hereinprasselt, Foxnews sind ultrarechts etc… mag sein. Und trotzdem gab es in den letzten 10 Jahren immer wieder Berichte, auch in sog. Deutschen Qualitätsmedien, dass der Iran in Somalia wegen Uran aktiv ist.
    Der Deal ist also nicht so einhellig und hoch gelobt, wie es bei euch dargestellt wurde.. Die Vorbehalte wurden vom iranischen Vice President Saheli letzte Woche bestätigt. In 5 Tagen könne der Iran und ihre Atomtechniker Uran auf 20% anreichern. ( http://www.hispantv.com/noticias/energia-nuclear/356553/iran-enriquecer-uranio-acuerdo-trump)
    Ein paar grundsätzliche Worte zum Schluss. Deutschland ist Weltmeister des Erinnerns und Gedenken an den 2. Weltkrieg, was sicherlich historisch geboten ist. In meinen Augen wird jedoch, indem man so viel Kraft und Zeit in das Gedenken an tote Juden verschwendet, die lebenden vernachlässigt. Irgendwer sagte mal sinngemäß: “ Je länger das dritte Reich zurück liegt, desto größer wird der Widerstand dagegen”.
    Buchenwald wird nicht wieder eröffnet. Die Nazis werden auch nicht mehr in Polen einmaschieren. Aber heute gibt es andere, die annektieren. Andere, die KZ errichten. Wenn man aus dem dritten Reich etwas gelernt hat, dann, dass Appeasement gescheitert ist. Die europäische Appeasementpolitik machte Hitler erst möglich. Mein Eindruck ist, dass heute wieder die Appeaser am Ruder sind.

    • Kurzer Nachtrag: Nirgendwo steht, dass das Sixh der Iran verpflichtet, keine Atombombe zu bauen. In der Wikipedia ist hierzu zu lesen, der Iran habe für die nächsten 10 Jahre der Kontrolle über ihr Atomprogramm zugestimmt. Das isr ein großer Unterschied. (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Iranisches_Atomprogramm)
      Bis auf Medien und leider auch die Lage behauptet niemand, dass dies der Fall wäre. Nicht einmal das das AA.
      Für mich geht diese Behauptung schwer in Richtung Fake News

      • Die Kontrollen haben aber eindeutig das Ziel, den Iran an der Entwicklung einer Atombombe zu hindern. Dass er das versprochen habe behaupten wir gar nicht.

      • Ab Minute 43 wird gesagt: „ ok der Iran darf atomar forschen, aber sie dürfen sich keine Waffen bauen“
        Das ist einfach falsch.
        Ich könnte ziemlich kleinlich sein und noch ein paar Zitate herauspicken. Darum geht es ja nicht
        Und was das Ziel des Abkommens ist, ist nicht entscheidend. Entscheidend ist viel mehr, was drin steht. Und hier gibt es keine Verpflichtungserklärung, dass der Iran auf Atomwaffen verzichtet. Es ist lediglich eine begrenzte Zeit an Kontrollen, die, wie beschrieben, umgehen werden können.
        Aber darum geht es mir weniger.
        Viel wichtiger finde ich meinen ersten Beitrag. Warum habt ihr die Sicht von Israel komplett ausgespart? Tel Aviv ist einer der wichtigsten Akteure in diesem Konflikt. Und dort sitzen auch die Kritiker des Deals. Schade, dass diese Menschen kein Gehör fanden

      • @Julian

        Du reitest ein totes Pferd. Der Iran hat sich bereits vor 47 Jahren dazu verpflichtet, auf den Besitz von Kernwaffen zu verzichten (Ratifizierung Atomwaffensperrvertrag). Offizielle Linie des Iran ist seit Jahr und Tag, dass das Atomprogramm rein ziviler Natur ist und nur böse Imperialisten, Zionisten und vergleichbare Teufelsanbeter auf den Gedanken kommen könnte, die lauteren Absichten Teherans in Zweifel zu ziehen. Mit Kusshand unterschreiben die dir noch 20 Abkommen, dass sie auf Kernwaffen verzichten. Allein sich einem internationalen Kontrollregime zu unterwerfen, das ist eine ganz andere Geschichte.

    • 1. Selbst wenn man Deal für schlecht hält, muss man sich doch des gewaltigen diplomatischen Kollateralschadens bewusst sein, wenn die USA nun ohne zwingenden Grund aussteigen. Die global geeinte Front gegen das iranische Atomprogramm wird man dann nicht wieder herstellen können.

      2. Die USA sind kriegsmüde und befindet sich in einer tiefen politischen Krise. Das weiß man auch in Teheran. Die Drohung, zur Not das Atomprogramm (und mit ihm große Teile der iranischen Streitkräfte) mittels Einsatz von Militär zu vernichten, ist jedoch das einzig verbliebene wirksame Druckmittel, sobald Russland und China auch trotz des Atomprogramms wieder Geschäfte mit Iran machen würden.

      3. Hier mit der Menschenrechtslage zu argumentieren ist entweder naiv oder unredlich. Keine der relevanten Parteien interessiert sich für die Einhaltung von Menschenrechten im Iran.

    • es gibt an der stelle sicher noch einiges nachzutragen. obama hat explizit alle anderen politischen probleme mit dem iran ausgeklammert, als er den iran-deal geschlossen hat. weder hat er sich um den terroristischen projekte des irans gekümmert, noch um dessen drohende aufrüstung. es gab keine dual-nationals, die der iran für den deal freilassen musste. kein krieg in syrien oder im jemen, den er beenden musste und es gab auch keine anforderungen gen demokratisierung. man hat sogar zugeschaut, wie sich der iran mit al qaida in afghanistan zusammenschloss. momentan schauen wir zu, wie die usa unter trump ihr größtes pfand ggü. dem iran im irak fallen lassen, die kurden. etc.pp

      obama hat den deal in der annahme geschlossen, dass sich anschließend die moderaten kräfte durchsetzen können, weil sie vom wirtschaftswachstum profitieren, das durch ein aufheben der sanktionen ausgelöst werden soll.

      und das muss man durchaus hinterfragen, denn die realität des deals zeigt eine eskalation in sachen qatar ebenso wie in sachen aufrüstung beim iran. zeitgleich zum deal, hat obama das us-bündnis mit saudi arabien in frage gestellt. im us-senat bildete sich eine zunehmende opposition für deren versorgung mit waffen. in das thema gehört syrien ebenso rein wie jemen. saudi arabien selbst hat finanzielle probleme, aufgrund des niedrigen ölpreises. in der folge all dieser sorgen, fühlt man sich dort vom iran bedroht.. obama hat mit dem iran-deal also eine verschärfung der kriege herausgefordert und einen direkten krieg zwischen den beiden staaten wahrscheinlicher werden lassen.

      aus westlicher sicht ist ansonsten noch die frage, wie moderat die moderaten im iran sind. aus unserer sicht sind die mE ebenfalls als erzkonservativ anzusehen.

      ob man den deal nun schlecht findet oder nicht, ist da weniger die frage… sondern ob er sinnvoll ist oder nicht. bloß weil trump den deal für schlecht hält, wird er dadurch ja nicht umbedingt gut.

      btw. über das thema russland reden wir in bezug auf den deal ja auch kaum.. aber auch hier wären noch ein paar fragezeichen, die man sichtbar machen sollte.

      mfg
      mh

  16. Weiß jemand, warum sich die FDP in Niedersachsen derart ziert. Auf Bundesebene verstehe ich ja, dass manche Positionen unüberbrückbar sein können. Aber in einem Bundesland? Die Politikfelder, in denen die Länder autonom handeln können, lassen meines Erachtens Kompromisse zwischen allen Parteien zu. Und im Bundesrat enthält man sich halt bei strittigen Themen. Also, wo ist das Problem der FDP?

    • Die Grünen zieren sich ebenfalls in Niedersachsen, mit CDU und FDP zu koalieren. Bzw. Es wurde bereits sogar ausgeschlossen.
      Ich finde diese ganze Ausschliesserei albern. Gerade auf Landesebene, wie du richtig sagst, können die Hürden gar nicht so hoch sein. Denn die wirklich harten Themen sind im Bund: Europa, Außenpolitik, Steuern, Migration. Da kann es hacken. aber doch nicht bei Polizei und Bildung (ich vereinfache)
      Sowohl Ampel als auch Jamaika sollten für beide Parteien kein Tabu sein

      • Die Grünen haben ja noch ein legitimes beef mit der CDU aufgrund des “Umdrehens” dieser einen Abgeordneten. Aber grundsätzlich stimme ich zu.

  17. Ganz klar war der Podcast “Proof of Concept” für die Lage der Nation. Ich habe wirklich gehofft, dass nach diesem Podcast Ulf Buermeyer wieder zu Gast sein wird. Als ich dann mitbekam, dass der Lage-Podcast aufgesetzt wird, habe ich mich richtig gefreut.

    Bin auch der Meinung, dass Bahnfahren in Deutschland sehr ausbaufähig ist. Dabei muss man gar nicht mal auf die entlegensten Randgebiete schauen. In meiner unmittelbaren Umgebung sieht es trotz mittelgroßer Städte recht mau aus. Nordhorn beispielsweise ist eine Kreisstadt, die mit 50.000 Einwohner keinen Bahnhof hat. Die drei größten Städte meines Kreises (70.000, 46.000, 40.000) sind nicht miteinander verbunden. Besitzen nur kleine Stichstrecken in die nächsten Zentren. Auch wenn ich Hochgeschwindigkeitszüge super finde, würde ich mir auch einen Stärkung in der Fläche wünschen.

    • Das mit der Bahn in der Fläche ist Sache der lokalen Politik. Regional- und Nahverkehr wird in der Regel vom Bundesland bestellt. Im Falle von Nordhorn ist laut Wikipedia eine Reaktivierung für 2018 geplant.

  18. Gibt es überhaupt Leute, die Podcasts mittendrin abbrechen? Wieso abonniert man Sendungen, die einen nicht interessieren?

    • Eine Aufmerksamkeitsspanne von 60 bis 90 Minuten ist ehrlich gesagt in Zeiten von Social Media und Push Notifications absolut außergewöhnlich. Wir haben uns sehr gefreut, dass praktisch alle Hörerinnen und Hörer “dran bleiben”.

      • M.E. wurde gefragt, ob man den Podcast ganz hört und nicht, ob man in am Stück durch hört. Oder habe ich das falsch in Erinnerung?

        Ich höre ihn immer ganz, allerdings gesplittet, da ich im Auto höre und die Fahrt zur Arbeit kürzer ist. :)

      • *Hand heb*

        Beim Altmaier-Interview bin ich irgendwann ausgestiegen. Das war aber auch der einzige derartige Vorfall.

  19. Danke für die informative Sendung. Lea hat es besser gemacht und das war schon gut, insbesondere die Pausen zwischen dem Vortrag.

    Zum Thema Österreich :
    Die Österreicher sind beneidenswert. Herr Kurz hat das richtige Format für die Probleme, die es zu lösen gilt und denkt wie Trump zuerst an Diejenigen, die schon länger dort leben. Für mich beruhigend, dass es immer mehr Länder gibt, die an die Interessen der Normalbürger denken und nicht zuerst an die restliche Welt oder die Unternehmen.

    Zum Thema Asylzentren;
    Was der Kriminologe Pfeiffer in Bezug auf die Ausreiseproblematik vertritt, ist ja recht abenteuerlich. Also soll es zu Ende gedacht bedeuten : jemand kommt hier illegal an und wird ausgewiesen. Man lässt ihn seine Familie holen und zahlt deutsches Steuergeld, damit er wieder geht? Was passiert denn, wenn er nochmal nach Deutschland kommt? Gibt’s dann wieder Geld?

    In diesem Zusammenhang fiel mir der Beitrag von Jean Pütz ein, den er auf YouTube veröffentlicht hat, zum Thema Einwanderung. Wenn schon solche durch und durch Grüne sich derart kritisch äußern, dann stimmt doch die Verhältnismäßigkeit generell vielleicht nicht mehr.

    https://youtu.be/hCLe1GdpTVk

    • Die Familie nachzuholen ist nur für Menschen möglich (sofern der Nachzug nicht ohnehin zeitweise ausgesetzt ist), die einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben. Also nicht für Asylbewerber/Flüchtlinge während des Aufnahmeverfahrens und schon gar nicht für ausreisepflichtige Personen.

      Aber die Frage darf doch erlaubt sein, wie man Menschen, die man loswerden will, am effektivsten aus dem Land bekommt. Sind wir bereit, die Ausstattung von Sicherheitsbehörden, Haftanstalten und Gerichte massiv hochzufahren, um illegale Einwanderer zu jagen, zu inhaftieren, die zahllosen Einsprüche abzuurteilen, etc. Und wenn man dazu bereit ist, wie rechtfertigt man, dass diese zusätzlichen Ressourcen nicht verwendet werden, um “echte” Kriminalität zu bekämpfen? Es ist ja nicht so, dass in Deutschland jeder Menschenhändler, Einbrecher, Gewalttäter, Mafiosi Geldwäscher, Hehler, Wirrschaftskriminelle den heißen Atem der Strafverfolgung im Nacken spürt.

      Genau aus diesem Grund gibt es ja die “Rückkehrhilfe”: http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-1079175.html
      Ich vermute, dass man bald auch die Staaten in Nordafrika dafür bezahlen wird, ihre Staatsbürger zügig zurückzunehmen, anstatt die Verfahren längstmöglich zu verschleppen.

      • @Günter:

        Inhaltlich richtig, aber es sollte m.E. für Flüchtlinge kein weiterer Anreiz gesetzt werden (Einreisegeld), nach Europa bzw. Deutschland zu kommen.

        Sicherlich kann man das rein ökonomisch betrachten – und m.E. ist das durchaus sinnvoll – aber dann sollte man auch schauen, ob dies zu weiterer Einwanderung führt und welche Kosten dagegen gerechnet werden müssten.

        Ein anderer Aspekt ist, dass ein Ausreisegeld politisch sicherlich kaum zu verkaufen wäre. Dann schon eher Geld für die Staaten in Nordafrika.

      • @Bernd

        Sich nach Europa schmuggeln zu lassen, kostet laut Medienberichten roundabout 5.000 Euro pro Nase. Natürlich kann man den Leuten nun nicht 15.000 Euro Ausreisegeld anbieten. Klar. Aber ein paar Mark dürfen es schon sein. Und wenn man die Ausreisenden erkennungsdienstlich erfasst, lässt sich auch sicherstellen, dass die gleiche Person nicht mehrmals die Beihilfe abstaubt.

      • erkennungsdienstliche Erfassung: Wie ist das überhaupt aktuell? Werden aktuelle Fingerabdrücke aufgenommen? Offenkundig sind ja nicht immer sämtliche Papiere vorhanden.

      • @Bernd

        Hier: https://de.m.wikipedia.org/wiki/EURODAC

        Und hier: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-10/europaeische-union-daten-einreise-drittstaaten-terrorbekaempfung

        Wobei die Frage ist, ob das auch in allen EU-Staaten zu 100% umgesetzt wird. Insbesondere wenn das nicht aus einem EU-Topf sondern den jeweiligen Staatshaushalten zu finanzieren ist.

    • Bei Pfeiffers Vorschlag habe ich auch gestutzt. Was isr das für eine Rechtsauffassung, dass man Menschen Geld gibt, damit sie das Land verlassen, in dem sie sich rechtswidrig aufhalten?

      • Steuerkriminelle werden doch ben falls gekördert, sofern sie kooperativ sind (Selbstanzeige) und in aufwendigen Gerichtsprozessen, bei denen den Beschuldigten manche Vergehen nur mit unverhältnismäßigem Aufwand nachgewiesen werden können, sind Deals an der Tagesordnung.

        Was kostet eine Abschiebung, bei der der Betroffene nicht kooperiert? Allein jemanden für 10 Tage in Haft zu nehmen, bis der Flieger bereit steht, kostet mehr als 1000 Euro. Dazu noch der Personaleinsatz für Fahndung, in Gewahrsam nehmen und Eskorte bis ins Herkunftsland. Laß das mal 10.000 Euro pro Fall sein. Noch viel teurer wird es, wenn jemand erst noch den Rechtsweg ausschöpft und solange auf Sozialleistungen angewiesen ist.

      • Es geht auch nicht darum, ob die Heimreiseprämie “gerecht” oder “verdient” ist, sondern darum, dass sie in vielen Situationen das kostengünstigste Mittel sein kann, Menschen außer Landes zu schaffen, die ohnehin keine Bleibeperspektive haben.

      • Geschickter wäre freilich, wenn sie ihren Antrag erst gar nicht in Deutschland stellen– sondern gar nicht oder wenn überhaupt im Ausland

      • @Julian
        Natürlich wäre das geschickt. Darum hat Island auch kein so großes Problem mit illegaler Einwanderung. Aber einen Burggraben um Deutschland zu ziehen, das wird schwierig. Selbst Zäune, Stacheldraht, Selbstschussanlagen und scharfe Hunde sind innerhalb der EU als Grenzbefestigung aus der Mode gekommen. Ergo: Es kommen Menschen ohne (legale) Bleibeperspektive ins Land. Je nach globalgalaktischer Lage mal ein paar tausend pro Jahr, wenn es dumm kommt und ein paar an die EU grenzenden Länder ihre Tore öffnen, dann auch zehn- oder gar hunderttausende. Diese Situation muss man managen – so gut es eben geht.

        Alternative: Man sagt, dass illegale Einwanderung das allerallerallergößte Übel von allen auf dieser Welt ist und unbedingt, auf jeden Fall, um jeden Preis verhindert werden muss. Also weg mit dem freien Personen- und Güterverkehr. Eine 5-Meter-Mauer um Deutschland ziehen, ein paar zehntausend Grenzschützer anheuern, Drohnen einkaufen und wer sich dann noch über die Grenze schleicht, dem wird nach einmaligem deutlichen Warnruf ins Bein geschossen. Wahlweise in Brust-, Nasen- oder Stirnbein. So wie das diese Nazienkelin von der AfD gefordert hat.

  20. Inhaltlich wie immer eine fundiert recherchierte und gewohnt kurzweilige “Lage”.
    Tontechnisch aber ungewohnt schwach: Ulf klingt super, Philip jedoch durchgehend sehr dumpf.
    Ihr sagt in der Preshow, dass ihr dieses Mal beide mit dem iPhone gearbeitet habt, und aus einer früheren Show weiß ich, dass Philip das neueste Modell benutzt.
    Könnt ihr sagen, woran die dumpfe Tonqualität lag?
    Als Abonnent möchte ich noch sagen, dass ich die Preshows immer super finde. Es gibt sie nicht immer, aber gerade diese Specials sind das, was mich – über die Unterstützung eurer Arbeit hinaus – besonders motiviert, Abonnent zu sein.

    • Hi, danke für das Feedback! Dann werden wir darauf achten, dass wir die Preshow nicht vernachlässigen.

      Wir haben die iPhones übrigens nur für den Internet-Zugang benutzt, nicht als Mikrofone, daran kann es also nicht liegen.

    • Kann sein, dass mein Mik falsch ausgerichtet war. Achte ich nächste Mal drauf.

      • Ist insofern dubios, als Du bei mir ja super klangst …

      • Ich muss alles zurücknehmen. Ich habe die aktuelle Ausgabe tatsächlich das erste Mal an meiner Mini-Anlage auf dem Schreibtisch gehört. Sonst immer über mein Smartphone (da in der Regel über Kopfhörer).
        An dieser Mini-Anlage gibt es “DBB” (Dynamic Bass Boost). Das war eingeschaltet, ist sonst immer aus. Bei Philip macht das seine Stimme fürchterlich dumpf. Wenn Ulf spricht, verändert es den Ton nur unmerklich.
        Mir ist mein Fehler aufgefallen, als ich eben nach einem Skype-Gespräch über das USB-Headset weitergehört habe. Da war plötzlich wieder alles okay.
        Philip, du klingst also nicht anders als gewöhnlich. Habe auch in andere “Lage”-Sendungen hineingehört. Falscher Alarm also. Wieder etwas gelernt. Sorry.

      • Ok, danke für das Update.

  21. Zum Thema Bahn: Eine für Verbraucher unsichtbare Stellschraube ist der Anteil der Sparpreise. Der Preis für die Sparpreis-Tickets mag zwar gleich bleiben, wenn aber weniger günstige Tickets verfügbar sind steigt für mich als Bahnreisenden der Preis deutlich. (Selbst am ersten Tag, wo ich für das neue Jahr Tickets buchen konnte, waren für Sonntags auf meiner Strecke nur teurere Tickets verfügbar.) Daher greift eine Diskussion, die nur die Preisänderungen anschaut, zu kurz.

  22. Zum WPA Krack bzw IT Sicherheit allgemein:
    Ich wurde angenehm überrascht bei eurer durchaus fundierten Sicht. Ganz anders noch vor einigen Monaten als ihr alle Softwareentwickler (insbesondere MS) in alle Ewigkeit dazu verdammen wolltet Sicherheitspatches für jedes je veröffentlichte Produkte auszuliefern um Cryptotrojaner zu verhindern, sind die Ideen mit vom Hersteller garantierten Produktlebensdauern sehr viel realistischer. Und werden auch von MS schon umgesetzt ;). Die Frage dabei ist aber eine andere: Man stelle in den üblichen Elektronikmarkt zwei technisch identische Smartphones und eines ist 20€ teurer, dafür mit 4 Jahren garantierten Patches und Updates. Ich denke die Mehrheit der Kunden wird sich zwanzig Euro sparen. Sonst wären die Google-eigenen Smartphones die immer als erstes Updates bekommen, ein viel größerer Renner. Aber auch für jeden anderen Gerätetyp gibt es Markenhersteller die bekanntermaßen lange Unterstützung bieten. Nur interessiert das so gut wie niemanden, besonders nicht wenn es mehr kostet.
    Die Idee mit dem Fond für Schäden durch Sicherheitslücken kann im übrigen durchaus funktionieren, wenn dieser seine Beiträge nicht pauschal sondern wie eine Autoversicherung berechnet. Also in Abhängigkeit von den Gerätetypen, Updatepolitik und vergangenen Unfällen. Nur müsste der Fond wirklich für jedes in Deutschland kaufbare Gerät verpflichtend sein, sonst kauft der Durchschnittskunde doch wieder das billige Gerät ohne Fond oder Updates.
    Das Hauptproblem ist doch, die mangelnde Sensibilität für IT Sicherheit in der Bevölkerung. Da muss angesetzt, durch Breite, fundierte Information ohne Aluhut und NSA Panikmache. Dann kommt die Forderung nach dauerhaft abgesicherten Produkten ganz von alleine – auch ohne gut gemeinte aber schlecht gemachte staatliche Eingriffe, die wieder mal darauf hinauslaufen den vermeintlich dummen Bürger vor sich selbst zu schützen. Leider fehlt dem CCC die Medienmacht einer Greenpeace.

    • Das für IT Sicherheit wenig bis gar kein geld zur Verfügung gestellt wird sieht man allerdings nicht nur bei Privatpersonen, sondern auch bei vielen Firmen. Man lebt mit der Einstellung “Uns wird schon nichts passieren”, und reagiert meist erst dann, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Hier muss definitiv ein Umdenken stattfinden. Allerdings hoffe ich nicht dass es erst zum GAU kommen muss.

      • Das eine kommt ja vom anderen. Wenn der Chef privat keinerlei Wert auf IT Sicherheit legt, wird sich die IT Abteilung im Unternehmen auch schwer tun, alle notwendigen Mittel zur Absicherung von diesem Chef genehmigt zu bekommen.

    • [QUOTE]
      Sonst wären die Google-eigenen Smartphones die immer als erstes Updates bekommen, ein viel größerer Renner. Aber auch für jeden anderen Gerätetyp gibt es Markenhersteller die bekanntermaßen lange Unterstützung bieten.
      [UNQUOTE]

      Die Nexus-Produkte sind preisleistungsmäßig der Hammer gewesen und erhalten zudem in der Tat sofortige Updates. Zudem hat man keine Hersteller-Apps, die man nicht deinstallieren kann.

      Nur kommen die Updates leider nicht sehr lang. Google committet sich auf 2 Jahre nach Erscheinung des Smartphones, Sicherheitsupdates für 3 Jahre. Das finde ich mehr als frech. Wenn man aktuelle Firmware haben möchte, dann wird man gezwungen, sich ein neues Handy zu kaufen auch wenn das alte noch mehr als gut in Schuss ist.

      Man bedenke auch, dass sich die wenigsten ein Handy sofort beim Erscheinen kaufen, sondern z.B. auch mal 12 – 18 Monate danach.

      http://www.connect.de/news/google-nexus-pixel-update-sicherheit-support-termine-3197160.html

  23. Zum Thema Iran-Deal und dem mehrfach geäußerten “welche Konsequenzen hätte das in Hinblick auf Nordkorea”.

    Ihr schaut da auf exakt die richtige Stelle aber historisch gesehen in der falschen Reihenfolge.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Rahmenabkommen

    Einen Deal mit Nordkorea gab es schon, er ist in einer Weise gescheitert, die der jetzigen Art und Weise, wie der Iran-Deal scheitern könnte, ziemlich ähnlich sieht (Bush redet bei der UN von der Achse des Bösen, Trump bei der UN über den schlechten Deal mit Iran) und die Entwicklungen in Nordkorea nach 2003 (Ausweisung der IAEA-Inspektoren und Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag) sind die Vorlage, was dann passieren könnte.

    Das ganze Theater läuft also (mal wieder) frei nach dem Motto: “Wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt sie zu wiederholen”.

    HW

    • Nachtrag:

      Wer des Englischen mächtig ist, sollte sich vielleicht besser den Artikel aus der englischen WP zum Thema “Agreed Framework” ansehen, der ist deutlich ausführlicher.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Agreed_Framework

      Und wo wir gerade bei “wer des Englischen mächtig ist” sind noch eine zum Thema Iran bzw. Nordkorea passende Lese-/Hörempfehlung, der “Arms Control Wonk”-Blog bzw. Podcast.

      http://www.armscontrolwonk.com/

      HW

    • Zum Iran-Deal noch ein paar Ergänzungen:

      Die Republikaner liefen von Anfang an Sturm gegen die Einigung, ohne eine Alternative bieten zu können. Dies ging so weit, dass sich die republikanischen Senatoren an der amtierenden US-Regierung vorbei an dem Iran wendeten, um den Deal zu unterminieren: http://www.reuters.com/article/us-iran-nuclear-congress-idUSKBN0M516X20150309
      Ein ‘Win’ für Obama sollte um jeden Preis verhindert werden. Das Problem ist halt, dass Trump den Käse wirklich glaubt, der eigentlich nur als Wahlkampfmunition gedacht war, und nun danach handelt.

      Zusätzlich muss beachtet werden, dass die USA ihr Sanktionensregime auf jedes Unternehmen mit Geschäftsverbindung in die USA anwenden. Da so gut wie jedes größere Unternehmen außerhalb von China und Russland auch in den USA vertreten ist, muss effektiv die ganze (westliche) Welt von dem USA verhängte Sanktionen mittragen. Ansonsten würden beispielsweise Siemens, Deutsche Bank, Airbus, etc. in den USA mit massiven Strafen belegt. In der Regel ist das kein so großes Problem, da sich Deutschland, Frankreich, UK, Japan, etc. immer der US-Position anschließen. Was passiert aber, wenn die USA nun den Iran-Deal aufkündigen, die EU-Staaten sich aber dem verweigern wollen? Man müsste den USA mit massiver wirtschaftlicher Vergeltung drohen, sollten diese EU-Unternehmen dafür bestrafen, weiterhin mit dem Iran Geschäfte zu machen. Das wäre das Ende “des Westens”.

      • P.S.

        Den Iran an den Verhandlungstisch zu zwingen, das war überhaupt nur möglich, weil auch Russland und China kein Interesse an einer zusätzlichen Atommacht haben (zumal Saudiarabien als Gegenspieler Irans nachziehen würde). Daran, den Iran komplett in die Knie zu zwingen und so als Gegengewicht zu den USA und deren Verbündeten auszuschalten, hat man in Moskau und Peking aber auch kein Interesse. Der Deal musste daher auf die Kernwaffenentwicklung beschränkt werden, um eine vereinte Front gegenüber dem Iran aufrechterhalten zu können.
        Dem Iran auch noch die Raketenentwicklung zu verbieten, das wäre natürlich für den Westen am besten gewesen, war als Verhandlungsziel aber nicht realistisch.

      • [QUOTE]
        Zusätzlich muss beachtet werden, dass die USA ihr Sanktionensregime auf jedes Unternehmen mit Geschäftsverbindung in die USA anwenden. Da so gut wie jedes größere Unternehmen außerhalb von China und Russland auch in den USA vertreten ist, muss effektiv die ganze (westliche) Welt von dem USA verhängte Sanktionen mittragen. Ansonsten würden beispielsweise Siemens, Deutsche Bank, Airbus, etc. in den USA mit massiven Strafen belegt.
        [UNQUOTE]

        Das war mir so nicht bewusst. Das ist echt heftig! Danke für die Info!

      • @Bernd

        Zu der Möglichkeit der wirtschaftlichen “Exkommunikation” durch die USA hier ein Artikel aus der FAZ vom letzten Jahr: http://www.faz.net/aktuell/politik/deutscher-auf-usa-terrorliste-wegen-exporten-nach-iran-14552747.html

      • Thx. Interessanter Artikel.

  24. Zum Phänomen Sebastian Kurz noch ein Hinweis: http://diepresse.com/home/innenpolitik/nationalratswahl/5275456/100-Experten-auf-der-Bundesliste-von-Sebastian-Kurz

    Die Kandidatenliste mit 50% Frauen und ausschließlich Neueinsteigern zu bestzen, das ist schon ein starkes Symbol für einen Neustart der ÖVP, jenseits von rechten Sprüchen. Wichtiger sind natürlich die Direktkandidaten, aber dennoch.