LdN069 Steinmeier-Rede, Einwanderungsgesetz, Katalonien, Martin Schulz, USA

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Liebe Freundinnen und Freunde,

endlich wieder in unserem Rhythmus kommt die neue Lage online.

Wir analysieren die Steinmeier-Rede, stellen die Plänen für ein Einwanderungsgesetz vor, geben ein Update zu Katalonien und sprechen über die Zukunft von Martin Schulz.

Viel Spaß und eine schöne Woche!

Schickt uns auch weiter Fotos von dem, was Ihr seht, wenn Ihr die Lage hört:

team (AT) lagedernation.org

Zu sehen sind die Bilder im Fotoalbum bzw. auf unserer LageKarte und bei Instagram.

Philip und Ulf


Steinmeiers Rede

Einwanderungsgesetz

USA: Gun rights

Katalonien

Friedensnobelpreis 2017

Martin Schulz

EU will, dass Staaten Steuern kassieren

 

Programmhinweis

Hausmitteilung

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Und seit Juni 2017 findet ihr die Lage der Nation in der deutschen Wikipedia.

75 Kommentare

  1. Der YouTube-Link führt leider nur zu älteren Folgen. Muss momentan auf YouTube-Version warten, da kein Speicherplatz mehr auf dem Handy vorhanden ist, während Videogucken bzw. -hören im Browser noch geht.

    • Du musst die Lage doch nicht auf YouTube hören, das kannst du auch einfach auf dieser Seite ;)

      • Funktioniert leider nicht. Im BlackberryOS-Browser sehe ich zwar, dass es einen eingebetteten Player zu geben scheint, doch das angebotene Format dort nicht unterstützt wird. Im Browser meines Android-Geräts lassen sich üblicherweise mehr eingebettete Player nutzen, jedoch wird euer Player auch nach Aktivieren von JavaScript für die kuechenstud.io-Domain gar nicht erst geladen. Kann es sein, dass euer Player von einer anderen (Sub-)Domain kommt, für die ich dann im Browser auf dem Android-Gerät JavaScript aktivieren müsste?

        Verschiedene Lösungen drängen sich also auf:

        -ihr verwendet einen kompatibleren eingebetteten Player, der auch für ältere Plattformen funktioniert
        -Freischalten von JavaScript für die betroffene Domain (leider wird nicht kommuniziert, welche das ist, sodass gewiss einige Leute gar nicht wissen werden, dass es überhaupt einen eingebetteten Player auf eurer Seite gibt)
        -Verfügbarkeit auf YouTube oder anderer nutzbarer Seite herstellen
        -Löschen von Dateien auf meinen Geräten, damit ich die Audiodatei einfach so herunterladen kann (offenkundig ist diese Option aus Gründen an letzter Stelle aufgeführt)

      • Ah, mit Bezug auf meinen aktuell noch unveröffentlichten, da wohl noch Moderation befindlichen, Kommentar sehe ich gerade, dass ich fälschlicherweise “kuechenstud.io” für JavaScript freigegeben hatte, statt “www.kuechenstud.io”. Habe ich korrigiert, und jetzt lädt auch euer Player. Demnoch wäre ein Player, der auch ohne diese Maßnahme läuft, vielleicht für eure Seite überlegenswert. Problem für den Moment aber erstmal gelöst.

    • Lage 69 ist jetzt aber auch auf Youtube.

      https://youtu.be/FQZ0AjmnFt8

    • 7. Oktober 201723:31
      Robert Landwehr

      Die Lage ist auch kostenlos auf Spotify… (da bin ich darauf gekommen)
      Mittlerweile nutze ich auf dem Handy zum Hören die App: “Overcast”

  2. 7. Oktober 201710:17
    Trolli Schmittlauch

    Kleiner leicht erschrockener Sprachhinweis:
    Ulf redete davon, dass das „Fremdheitsgefühl total abgekoppelt von tatsächlicher Überfremdung“ sei. Inhaltlich habe ich gar kein Problem mit der Aussage, möchte aber darauf hinweisen, dass “Überfremdung” ein rechter verschwörungstheoretischer Kampfbegriff ist und es daher keine „tatsächliche Überfremdung“ geben kann.
    Ich wage zu behaupten, dass ihr vor 2 Jahren diesen Begriff nicht verwendet hättet und bin etwas erschrocken, dass dieser Begriff mittlerweile so weit normalisiert scheint.

  3. Ich möchte einmal kritisch anmerken, dass die Kondolenzbekundungen für Frau Tempel am Beginn schon ein stückweit durch Philip’s Story über die Cola-Kiste konterkariert wurden. An solchen Stellen würde ich sehr empfehlen, dann direkt weiterzumachen, weil das aus meiner Sicht wirklich in keinem Verhältnis steht – unbenommen dessen, dass Philip das auch gesagt hat.

    • War verzichtbar, das stimmt.

    • die Colakiste war ehrlich gesagt von mir, nicht von Philipp… in der Sache hatte Philipp das Thema schon gewechselt, von der Kondolenz-Bekundung zu der Frage, was für eine Kraft so ein Sturm hat. Die Colakisten-Geschichte bezog sich nur darauf.

      • Hallo,
        Aus den Informationen am Abend hatte ich vom Tod von Silke Tempel erfahren. Ihrer Familie und Freunden will ich meine Anteilnahme ausdrücken. Ich empfand sie als angenehme und engagierte Gesprächspartnerin als sie vor ein paar Monaten in der Lage interviewt wurde.

  4. Macht es Sinn die Besteuerung der Unternehmen in den einzelnen Laendern der EU an das BIP pro Kopf zu binden?
    Ist in dem Sinne gemeint, dass es einen Referenzsteuersatz mit einem gewissen BIP/Kopf gibt und die Abweichung im BIP nach oben oder unten dann entsprechend die Besteuerung nach oben oder unten verschiebt.

  5. 7. Oktober 201712:21
    HerrTaschenbier

    Fürs Wochenende:
    https://fyyd.de/search/sylke%20tempel/0

    Ich fand die echt gut :-( …

  6. “Wer in Deutschland Heimat sucht, kann nicht sagen: “Das ist Eure Geschichte, nicht meine.” – Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

    Die passende Antwort an Migranten oder Kinder von Migranten, die bei der letzten Wahl dachten, sie sein plötzlich dazu verpflichtet, völkische oder nationalistische Parteien wählen zu müssen, um die deutsche Identität zu retten.

  7. Leider kann ich die Zuversicht, die ihr geäußert habt zu den Reformen nach dem Attentat in Las Vegas nicht teilen.
    Von wegen “[…] die Hölle friert ein […]”. Zu euerm Beitrag angeblicher Reformen und der Bereitschaft der NRA irgendwas zu ändern: die tageszeitung vom 03.20.17, Nach dem Massaker in Las Vegas- Normaler Typ, normaler Wahnsinn, vom Dorothea Hahn

    http://www.taz.de/!5451287/

  8. Zu:
    “Wer in Deutschland Heimat sucht, kann nicht sagen: “Das ist Eure Geschichte, nicht meine.” – Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident
    Ihr hattet diskutiert in wieweit dies von Immigranten, Flüchtlingen zu antizipieren sei?
    Nun ich glaube, das ist ganz einfach eine Frage der Solidarität. Die, deren Eltern im dritten Reich mitgespielt oder auch mitgelitten hatten, haben heute die Konsequenzen (negative und weniger negative) zu tragen. Das ist unsere Solidarität gegenüber unseren Eltern und äußert sich bspw. in einer Senisbilität für rechtsgerichtet, faschistische Strömungen und evtl. auch in einer Abwehr oder einem Widerstand gegen dieselbigen.
    Ich glaube nun Steini fordert mit seinen Worten genau diese Solidarität ein. Versteht ihr ungefähr den Gedanken? (Es gibt noch andere Konsequenzen, die solidarisch zu tragen sind und ihre Wurzeln in der deutschen Vergangenheit haben.)

    • Wer keinen Bezug zur Nazizeit und ihren unmittelbaren Folgen hat, der wird, sofern dem öffentlichen Diskurs folgend, sich auf ewig in Deutschland ‘fremd’ fühlen. Das wäre wie sich durch die englischsprachige Literatur nach 1800 zu lesen, aber noch nie von Shakespeare gehört zu haben.

      Insofern würde ich schon zustimmen, dass man nicht so recht ‘deutsch’ sein kann, ohne zum Dritten Reich innerlich Position bezogen zu haben.

  9. Zu der Steinmeier-Rede, von der ich nur die von euch eingespielten Originaltöne kenne, habe ich erstaunlich viel zu sagen:

    a. Die verbreiteteste Form der Diskriminierung, die von muslimischen Migranten ausgeht, ist Antisemitismus. Praktisch gesprochen, ist der Aufruf, lernt von unserem schrecklichen Beispiel, eigentlich nicht fehlgeleitet. Möglicherweise war er sogar darauf gemünzt?

    b. Interessanterweise klammert ihr in eurer Betrachtung sozusagen selbst reflexhaft die ehemaligen DDR-Bürger aus. Die Erfahrung der NS-Diktatur mag konstitutiv für den Aufbau der Bundesrepublik gewesen sein. Aber die Deutsche Demokratische Republik hat sich ganz anders verstanden. Grob gesagt war ihr Selbstbild ein Staat von Antifaschisten, die zu den ersten Opfern der Nationalsozialisten gehörten, damit alles richtig gemacht hatten und ihre Strukturen deshalb auch nicht gegen diese innere Gefahr absichern mussten (abgesehen davon, dass sie nicht über die Freiheit dazu verfügten). Wenn man so auf das Grundgesetz und andere “demokratische” Institutionen als identitätsstiftend abstellt, fallen die Erfahrungen der Menschen aus der DDR völlig weg.

    Nur nebenbei, der Zweite Weltkrieg ist auch der Gründungsmythos der USA als Supermacht und versorgt sie mit dem Gegennarrativ, Schutzpatron der Freiheit, zur Lesart des Imperiums.

    c. Natürlich muss ich einstreuen, dass Deutsch eine lausige Kategorie ist. Als jemand, der zusätzlich nicht gläubig ist, erinnert mich das immer daran, wie wir als Gesellschaft aufgerufen sind Konstrukte zu respektieren, deren reale Existenz viele Menschen in Abrede stellen. Es ist relativ traurig, wenn “Deutschsein” der Hauptbezugspunkt der eigenen Identität ist. (Aber vermutlich ist das sowieso bei fast niemandem der Fall.)

    d. Obwohl es nicht unbedingt der schlimmste Fehler ist, fällt man daher auf eine extrem verengte Sichtweise herein, wenn man sich so wie Frank-Walter Steinmeier auf den Begriff “Heimat” einlässt. In Wirklichkeit ist Heimat mindestens ebenso individuell wie eine gruppenbezogene Erfahrung und in dieser gruppenbezogenen Qualität um ein vielfaches pluralistischer als “deutsch”.

    Dieses ganze Gerede von der Heimat, “eigenes Land nicht mehr verstehen” usw. ist weitgehend Unsinn. Was diese Leute erfahren, ist etwas anderes, nämlich Entwertung im wahrsten Sinne des Wortes. Etwas, das sie ehemals als Wert angesehen haben, ist aus Sicht der Mehrheitsgesellschaft keiner mehr. Sei es irgendeine illiberale Haltung, die reformiert wurde, oder ein Selbstbild, das zerschlagen wurde.

    Es mag Menschen geben, die durch Migration tatsächlich aus ihrer persönlichen Heimat verdrängt wurden, aber viel häufiger passiert das durch andere Deutsche: Man wird aus dem Heimatstadtviertel gepreist, weil durch Zuzug von Deutschen aus wohlhabenderen Landesteilen ein Milieuaustausch stattfindet und die Mieten steigen. Man verlässt seinen Heimatort, weil die deutschen Nachbarn mit ihrem Wahlverhalten einen Rechtsruck ausgelöst haben und man sich nicht mehr sicher fühlt. Oder man muss sein Lieblingscafé wechseln, weil dort deutsche Hipster nur noch Englisch sprechen. Geht man mal von der schon relativ abstrakten nationalen Identität als Deutscher runter auf die greifbarere regionale Identität und schaut sich im Rest des Landes um, dann sieht man doch überall andere Menschen, denen man sich als Deutscher in der Theorie nahe fühlen müsste, für die man aber eigentlich nur ein Stereotyp übrig hat und sie in der Regel nicht leiden kann: Zu arrogant, zu rückständig, zu rechts, zu multikulti usw.

    e. Ich kann hier AFD-Wählern Postnationalismus als Lösung anbieten: Denn dann kann man auch sagen, was im Dritten Reich geschehen ist, wurde zwar von Deutschen angerichtet, aber was man daraus lernen, kann, ist keine Lektion über die Deutschen, sondern ein Lektion darüber zu was Menschen fähig sind.

    • Deine Kritik an der Verwendung des Begriffs Heimat ist nachvollziehbar, erscheint mir aber gleichzeitig Fehl am Platze.

      Was ist damit gewonnen, wenn am Ende nur ‘die Falschen’ dieses schöne deutsche Wort benutzen? Das ähnelt dann der für Frau Özguz nicht auffindbaren deutschen Kultur.

      • Ich plädiere nicht dafür den Begriff fallenzulassen. Im Gegenteil ich würde ihn der Mystifizierung entziehen, indem man seine Vielschichtigkeit und seine auf die Deutschen bezogene fehlende Universalität verdeutlicht. Da gibt es viele Möglichkeiten, um ein Beispiel zu nennen: Man könnte Kontraste von Heimaterfahrung aufzeigen, auf dem Land oder in der Stadt aufgewachsen, in der BRD oder in der DDR, in Hamburg oder in München, an der niederländischen Grenze oder an der tschechischen.

  10. Wenn eure Kinder positiv und negativ bewertete Aspekte der eigenen Persönlichkeit nicht reflektieren und als Einheit empfinden können, wartet nicht darauf, dass sie Erwachsene sind, das ist ein Entwicklungsdefizit.

  11. Inwiefern sind Pflegefachkräfte nicht besonders hoch qualifiziert? Der Pflegeberuf ist in Deutschland mit einer mindestens dreijährigen Ausbildung verbunden (in einer Vielzahl europäischer und nicht europäischer Länder sogar verpflichtend mit einem Studium). Eine fachgerechte Pflege durch gut ausgebildete Fachkräfte ist in Deutschland hinsichtlich des demografischen Wandels auch mehr wichtig. Insofern finde ich den Kommentar zum Qualifikationslevel von Pflegekräften in Bezug auf die Zuwanderung von Fachkräften anmaßend und außerdem schlichtweg falsch.

    • Insofern, als dass Du zum Beispiel als Psychotherapeut ein paar Jahre Psychologie studieren und dann eine mehrjährige Ausbildung mit diversen Therapien absolvieren musst.

      • 8. Oktober 201721:39
        Simon Wüllhorst

        Das Beispiel der Ausbildung zum Psychotherapeuten ist aber wohl nicht der Maßstab an dem sich eine Fachkraft messen kann. Typischerweise wird doch jemand als Fachkraft bezeichnet, der mindestens eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat. Und genau das ist, wie bereits von Carolin erwähnt, bei den Pflegeberufen der Fall.

        Sicherlich (hoffentlich) war Wahl der Pflegeberufe als Beispiel für “Niederqualifizierte” einfach nur ein der Spontanität der Situation geschuldetes schlechtes (und falsches) Beispiel. Allerdings ist es umso ärgerlicher, als dass Pflegende sehr häufig mit diesen Vorurteilen konfrontiert werden. Sätze wie “Ach, ihr macht noch mehr als fremde Ärsche abwischen?” hat wohl schon jeder Pfleger zu Genüge gehört.

        Auch wenn es nur eine Erwähnung in einem Nebensatz war, würde ich mich daher freuen, wenn ihr das in der nächsten Folge einmal kurz richtig stellen könntet.

        Ansonsten: Ihr macht einen tollen Job. Ich freue mich immer, wenn mein Podcast-Client aufblinkt und mir sagt, dass ihr beiden eine neue Einschätzung zur Lage der Nation habt. :)

      • Das würde bedeuten,dass alles unter “paar Jahre studieren”mit dem Begriff “Niederqualifizierte” abgetan werden kann.

        Entschuldigung,das ist inakzeptabel und arrogant.
        So spaltet man doch nur die Gesellschaft.
        Die AfD zu verurteilen ist richtig und wichtig aber man sollte sich auch mal an die eigene Nase fassen.

    • Ich sehe die Förderung des Zuzugs von Pflegekräften etwas kritisch. Denn soweit ich das mitbekomme, sind diese Berufe vor allem so unterbesetzt, weil sie in Deutschland (und anderswo) schlecht bezahlt und wenig geachtet werden. Immigration statt angemessener Bezahlung? Erinnert mich an die mexikanischen Kellner ohne Aufenthaltserlaubnis in den USA…
      Gruß,
      Matthias

    • Also ich hab die Folge der Lage eigentlich gar nicht angehört aber in den Kommentaren dann selbigen zur Qualifikation der Pflege gelesen und mir jetzt die Stelle doch noch abgehört.
      Ich bin seit über 16 Jahren examinierter Krankenpfleger und arbeite genau solange auf einer chrirugischen Intensivstation, habe dann noch eine zwei jährige Fachweiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästheise und Intensivmedizin gemacht, des weiteren eine ein jährige zum Praxisanleiter. Ich bin mit zuständig für das Wundmanagment und die Hygiene auf unserer Station, hab jahrelang die Fortbildungen unserer Station organisiert und auch selbst gehalten, ganz zu schweigen von tausend gelesenen Seiten in Fachbüchern und Zeitschriften + dutzende besuchte Fachkongresse.
      Damit bin ich also nicht hoch qualifiziert? Nur weil ich nicht studiert habe? Sauber!
      Aber da sieht man mal das selbst so Leute wie ihr nicht vor Stereotypen gefeilt seit.
      Schwarzwaldklinik und Schwester Stefanie haben wohl zu nachhaltig das Bild der Pflege geprägt.
      Euch ist wohl noch nicht zu Ohren gekommen daß es seit mindestens 20 Jahren immer mehr studierte Pflegende gibt, auch mit Doktor und sogar Professor Titel?
      Und die aus dem Ausland sind sogar fast alle studiert, denn eine Pflegeausbildung ohne Studium gibt es nur noch in der BRD und in Österreich (zumindest in Europa)!!!
      Also wenn ihr in Zukunft ein Beispiel für niedrig Qualifizierte Berufe sucht dann laßt euch mal was anderes einfallen.
      Ich muß jetzt leider Schluß machen, Pause ist vorbei und das Kleinkind mit dem Schädelhirntrauma und die junge Polytraumatisierte Person die leider eine Querschnittslähmung hat brauchen meine “nicht besonders hoch qualifiziert” Aufmerksamkeit.

  12. Ich kann euer „Gebashe“ gegen Waffen leider nicht nachvollziehen. Waffen muss man nicht gut finden, aber jedem muss doch einleuchten, dass ein Waffenverbot genauso wenig bringt. Ich möchte euch mal zeigen, wieso das so ist.

    1) Das zugrunde liegende Argument ist doch, dass wenn Waffen in der USA verboten wären, der Amoklauf so hätte nicht stattfinden können. Für mich ist das immer noch gültige Argument, dass nicht Waffen Menschen umbringen, sondern Menschen Menschen umbringen.

    In Nizza und am Berliner Breitscheidplatz haben Terroristen keine Schusswaffen gebraucht um Menschen zu töten. Sie haben Alltagsgegenstände wie z.B. Autos verwendet. Ok, nun kann man sagen, man verbietet Autos die nicht autonom fahren. Dann hätte der Typ eine Bombe gebaut (siehe Anschlag auf den BVB Bus). Oder er hätte Lebensmittel vergiften können (siehe Erpressung von den Discountern von vor 1-2 Wochen).

    2) Nur weil man Waffen illegalisiert bedeutet es nicht, dass es gleich keine Waffen mehr gibt. Zweifellos haben wir in Deutschland eins der schärfsten Waffengesetze der Welt. Dennoch zeigt z.B. der Amoklauf am OEZ ganz klar, dass es dennoch kein Problem ist, sich eine Schusswaffe zu besorgen, wenn man es möchte.

    Insbesondere deutsche Gerichte machen oft den Fehler und sagen, dass man keine Waffen braucht um sich gegen die Waffen zu wehren, da Waffen ja verboten sind.

    3) Die Forderung nach einem Waffenverbot bzw. schärferen Waffengesetzen hat ansich eine Voraussetzung. Und zwar setzt man damit voraus, dass der Staat immer „Gut“ ist. Denn ein Waffenverbot bedeutet ja nicht, dass gleich alle Waffen weg sind. Sondern dass es immer noch Leute gibt, die für den Staat arbeiten, die dennoch eine Waffe tragen.

    Ein Waffenverbot bedeutet gleichzeitig, dass der Bürger sich im Zweifelsfall nicht mehr gegen den Staat wehren kann. Ich möchte nur daran erinnern, dass das Grundgesetz geschaffen wurde, um den Bürger vor dem Staat zu schützen – nicht umgekehrt.

    • Dem möchte ich entschieden widersprechen.

      Die ganz grundlegende Eigenschaft jeder Sicherheitsmaßnahme liegt zunächst einmal darin, den erforderlichen Aufwand für die Umgehung der Sicherheitsmaßnahme zu erhöhen, den ein Angreifer aufrbingen muss. Das gilt bei Waffenbesitz wie auch für fast alles andere.

      Ist eine Schusswaffe nicht legl zu erwerben, muss zunächst ein illegaler Bezugsweg ermittelt werden, was ggf. nicht so einfach ist, wenn sich der Angreifer nicht geschickt anstellt und zudem die Ergreifung bereits bei bzw. vor Erwerb der Waffe ermöglicht, wenn Starfverfolgungsbehörden dies bemerken.

      Eine weitere wichtige Eigenschaft von Schusswaffen ist es, dass diese es erlauben, relativ einfach und relativ schnell viele Menschen zu töten, was bei anderen von dir genannten als Waffen einsetzbaren Gegenständen eher nicht bzw. nicht in diesem Maße möglich ist. Wieso sollte es also nicht wünschenswert sein, den Schaden gering zu halten, auch wenn die Tat ggf. nicht zu verhindern sein mag (was diskutabel ist).

      Siehst du es denn ernsthaft als wünschenswert an, dass die zur “Abwehr” der Staatsgewalt nötige Bewaffnung in Bürgerhand ist? Eine Gruppe, die über die nötigen Mittel verfügt, “im Notfall” den Staat zu stürzen, ist so ziemlich das letzte, was ich hier gerne sehen würde.
      Und bezogen auf das Individuum ist der Gedanke, sich gegen den Staat wehren zu können, einfach lächerlich, da hilft auch die beste Bewaffnung nicht.

      Die Wehrhaftigkeit gegen den Staat sollte in der demokratischen Partizipation gesucht werden, nicht in der Ansammlung von Waffen zur Verteidigung gegen einen potentiell ungerechtfertigten Einsatz der Staatsgewalt.

      Gerade der dritte Punkt klingt in meinen Ohren wie ein typischer talking point der Verteidiger des Rechts auf Waffenbesitz aus den USA. Für ein wie auch immer geartetes Recht auf Waffenbesitz mag es Gründe geben, aber gerade das ist alles andere als ein guter.

      • Okay, dann möchte ich mal deine Antwort auseinander nehmen.

        Zunächst schreibst du, dass die Sicherheitsmaßnahme einen höheren Aufwand bedeutet. Das ist soweit richtig. Nur zeigt z.B. der Amoklauf von OEZ gerade dass es absolut kein Problem ist, sich Schusswaffen zu besorgen. Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und wenn man noch ein paar Euros drauf wirft, ist der Weg auch nicht mehr so steinig!

        Dann schreibst du, dass man mit Schusswaffen relativ einfach relativ viele Menschen töten kann. Am Anfang möchte ich nur mal einen Vergleich machen. Las Vegas: 34 Schusswaffen und zig Munition und Vorbereitung (denn nur die Waffen schaffen sich nicht ins Hotelzimmer) – 59 Tote. LKW-Anschlag in Nizza – 86 Tote. Benötigt wurde nur ein geklauter LKW. Somit ist dein Gegenargument schon mal falsch. Hinzu kommt, dass Waffen nun mal bedient werden müssen.

        Zum Thema: “Siehst du es denn ernsthaft als wünschenswert an, dass die zur “Abwehr” der Staatsgewalt nötige Bewaffnung in Bürgerhand ist?”

        Siehst du es nicht als wünschenswert an? Gerade bei der deutschen Vergangenheit muss man doch sagen können, dass wenn der Staat etwas absolut falsches macht man sich gegen ihn auflehnen muss. Gerade das beschreibt ja das Widerstandsrecht in unserem Grundgesetz. Da z.B. in Deutschland aber praktisch nur der Staat Waffen besitzt, kann sich auch niemand gegen den Staat auflehnen.

        Inwiefern du jetzt ein Individuum meinst, verstehe ich in dem Zusammenhang nicht, da es kein Individuum sein muss, sondern z.B. eine Gruppe.

        Können wir uns heute wirklich mit demokratischen Mitteln gegen den Staat wehren? In der Theorie schon, die Praxis zeigt jedoch etwas ganz anderes. Insbesondere wenn man die EU noch dazu nimmt. Ja, wir haben theoretisch eine Gewaltenteilung. Diese existiert aber faktisch nur auf dem Papier. Und die Leute, die eigentlich die Interesse der Bürger in der Politik vertreten sollen, vertreten eher die Interessen von großen Unternehmen.

        Wie gut andere demokratische Mittel, wie z.B. eine Demonstration, funktionieren hat die große TTIP Demo in Berlin gezeigt. Tausende Menschen gingen an dem Tag auf die Straße, doch die Regierung hat es ganz einfach ignoriert.

        Es gibt aber auch Probleme im Kleinen, bei denen sich die Bürger zwar mit rechtsstaatlichen Mitteln wehren können, jedoch das Kind bereits vorher durch die Vollstreckung des Staates in den Brunnen gefallen und nicht mehr hoch zu holen ist.

      • Man kann keinesfalls davon sprechen, dass es absolut kein Problem ist, Waffen zu beschaffen. In Frankreich wurden z.B. nach Angaben der Ermittler Terroranschläge verhindert, weil Waffen erst von Händlern im Ausland beschafft werden mussten und eben nicht vor Ort einfach verfügbar waren.
        Je schwieriger man es potentiellen Angreifern macht, sich Waffen zu beschaffen, desto mehr Möglichkeiten erhalten auch die Sicherheitsbehörden, diese vorher dingfest zu machen. Und das ist doch definitiv ein Zugewinn an Sicherheit.

        Du kannst außerdem nicht einfach zwei Anschläge vergleichen, nur die Tatmittel und Todesopfer beachten und das dann als grundsätzliche Aussage zur Einfachheit der Nutzung der Tatmittel verallgemeinern. Es ignoriert, dass der konkrete Tötungsakt bei Nutzung einer Schusswaffe in einer kleinen Handgeste liegt, die aus großer Distanz zum Opfer ausgeführt werden kann und nicht einmal erfordert, dass sich der Täter selbst in akute Gefahr begibt. Ferner entkräftigt deine Aussage, dass es mit Fahrzeugen auch möglich ist, einfach und schnell viele Menschen zu töten, diese Eigenschaft von Schusswaffen doch in keinster Weise. Was soll also falsch an dieser Aussage sein?

        Schlussendlich möchte ich zum Komplex Waffenbesitz und Sicherheitsgewinn durch dessen Regulierung noch anmerken, dass bei weitem nicht jeder Straftäter ein fanatischer Extremist ist, der unter allen Umständen so viele Menschen wie möglich töten will. Viel Kriminalität ereignet sich spontan, weil ggf. Mittel und Gelegenheit vorhanden sind. Auch ist garnicht jeder Täter dazu bereit oder physisch in der Lage, auf andere Tatwaffen, etwa Messer, auszuweichen. Wenn man ständig nur über Terrorismus redet, verliert man aus den Augen, dass ein Großteil der Kriminalität damit nichts zu tun hat.

        Bezüglich der Staatsgewalt sehe ich es eben nicht als wünschenswert an, dass eine zum Umsturz bereite und ausgerüstete Gruppe irgendwo sitzt und jederzeit entscheiden kann, dass der Staat weg muss. So ein Szenario stellt in meinen Augen eine viel zu große Gefahrenquelle dar, da du ja nicht wissen kannst, was für Leute das sind und wie die denken. Dagegen hat die Staatsgewalt doch Legitimation durch den Wahlakt, eine solche Gruppe aber hätte keine. Denn wer soll bitte entscheiden, wann nun das Recht auf Widerstand tatsächlich greift? Hört man da einigen Menschen zu, kann einem schon Angst und Bange werden.
        Mein Punkt ist eben, dass der Einzelne sich nicht effektiv wehren kann, und eine entsprechende Gruppe an sich schon gefährlich ist und zudem in keinster Weise legitimiert ist. Solange also Deutschland nicht zur Diktatur wird, sind solche Gedankenspiele fehl am Platz. Und dass Detuschland nicht zur Diktatur wird, ist die Aufgabe aller Bürger.

      • 9. Oktober 20170:30
        Mathias B.

        @Jemand – 8. Oktober 201712:01
        Doch, man kann sehr wohl davon sprechen, dass bei einem gewissen Ehrgeiz und etwas finanziellem Aufwand man sich problemlos Waffen beschaffen kann. Wie gesagt, der Amokläufer vom OEZ konnte das – nur mal so als Beispiel.

        Wer davon spricht, dass das Töten mit einer Schusswaffe in einer “kleinen Handgeste liegt, die aus großer Distanz zum Opfer ausgeführt werden kann und nicht einmal erfordert, dass sich der Täter selbst in akute Gefahr begibt”, der hat mindestens ein gefährliches Halbwissen und geht ebenso davon aus, dass Videoüberwachung Selbstmordattentäter stoppt. Ein kurzes Einlenken mit einem Fahrzeug um mal über den belebten Fußweg zu fahren ist dagegen tatsächlich eine kleine Handgeste bei der sich der Täter ebensowenig in eine Gefahr begibt.

        Dann hätten wir noch das Thema der spontanen Kriminalität – was das auch immer heißen soll. Wenn jetzt der klassische Raub oder ein Einbruch dazu zählt… Bei solchen Straftaten hat der Täter die Situation in der Regel im Griff. Wenn ein Täter davon ausgeht, dass er eine Gegenwehr mit Schusswaffen erwarten muss, dann überlegt er sich zwei Mal, ob er die Tat tatsächlich begeht.

        Die Argumentation, dass der Täter dann selbst einen Zugriff auf eine Schusswaffe hätte, ist dagegen Blödsinn, da entsprechende Leute eh in Kreisen verkehren, in denen sie leicht an entsprechende Waffen rankommen.

        @”Auch ist garnicht jeder Täter dazu bereit oder physisch in der Lage, auf andere Tatwaffen, etwa Messer, auszuweichen.” – WTF??? Also das Argument ist ja völliger Humbug! “Ja, ich möchte Amoklaufen, da ich aber keinen Zugriff auf Schusswaffen habe, lasse ich es sein! Mit einem Messer hat man so viel Arbeit. Und dann das ganze Blut. Nö, Kein Bock!” – Und der Staat so: “Wir haben erfolgreich einen Amoklauf verhindert!” *facepalm*

        @”Solange also Deutschland nicht zur Diktatur wird, sind solche Gedankenspiele fehl am Platz. Und dass Detuschland nicht zur Diktatur wird, ist die Aufgabe aller Bürger.”

        Und genau aus diesem Grund brauchen wir auch eine Gedankenpolizei, die kontrolliert, dass die Bürger stets das richtige denken. Ich frage mich nur, wie die Bürger dafür sorgen können, dass das Land nicht zu einer Diktatur wird. Sicherlich würdest du jetzt die “Wahlen” anführen. Nur hat sich in den letzten Wahlen irgendwie keine Partei an die Wahlversprechen gehalten, die gemacht wurden. Und wie man sehr gut an der aktuellen Wahl sehen konnte, haben wir eh ein Einheitsbrei bei dem es egal ist, wen man wählt – Hauptsache ist, man wählt nicht die AfD, da es das Dogma gibt: AfD = Böse….

      • Lieber Mathias,

        leider habe ich nicht das Gefühl, dass diese Unterhaltung besonders fruchtbar ist. Du wiederholst, dass ein Täter mit genug Geld und Ehrgeiz problemlos Waffen beschaffen kann, gehst aber überhaupt nicht auf meinen Einwand ein, dass in der Erschwernis der Beschaffung auch eine erhöhte Chance der Ergreifung des Täters liegt etc.

        Zudem halte ich deine Behauptung, das Fahren in eine Menschenmenge mit einem Auto sei gleichsam ungefährlich für den Täter wie das Abgeben eines Schusses auf Distanz, für absolut lächerlich.

        Auch deine Einschätzung von Kriminellen als Menschen, die grundsätzlich in irgendwelchen Kreisen verkehren würden, in denen die Beschaffung von Waffen kein Problem sei, wirkt doch arg vereinfachend. Vielleicht sollte man hier besser von Menschen sprechend, die Straftaten begehen. Nicht jede Kriminalität ist organisiert, gut gelpant oder durchdacht. Täter und Motive sind überaus vielfältig. Deswegen habe ich ja davor gewarnt, hier einseitig den Blick auf Teroristen zu lenken.

        Der Punkt ist dabei der, dass Taten spontan oder von langer Hand geplant sein können, aus einer Gefühlregung heraus oder aus kühler Berechnung begangen werden, von gut oder überhaupt nicht organisierten Tätern etc.
        Das muss man bei der Frage nach Waffenbesitz stets im Blick haben.

        Auch bei deiner Erwiderung bezüglich eines Messers als alternativer Tatwaffe ignorierst du wider völlig, dass ich hier explizit nicht nur von Terrorismus rede. Ich habe geradezu das Gefühl, du biegst dir meine Position so zu Recht, wie sie dir passt.
        Darüber hinaus ist es doch geradezu offensichtlich, dass nicht jeder Krimineller ein potentieller Messerstecher ist. Eine Schusswaffe unterscheidet sich durch ein Messer doch gerade dadurch, dass die körperliche Stärke des Täters eben keine Rolle mehr spielt, von der Gefahr des Überwältigtwerdens und dem Potential des angerichteten Schadens ganz zu schweigen.

        Der letzte Absatz bezüglich der “Gedankenpolizei”, Parteien und AfD wirkt ziemlich wirr auf mich und entfernt sich auch zu weit von der eigentlichen Frage des Waffenbesitzes. Dazu wäre ein eigener Thread geboten, aber definitiv nicht mit mir.

        Von weiteren Antworten werde ich vermutlich absehen, da ich, wie eingangs erwähnt, nicht das Gefühl habe, dass es sich hier um eine offene Diskussion handelt. Vielleicht solltest du mit einer anderen Einstellung an das Kommentarschreiben herangehen, als die Antworten anderer auseinandernehmen zu wollen, das ist für alle Teilnehmer wesentlich angenehmer.

    • Ich möchte einmal wissen, woher der Kinderglaube stammt, dass Zivilisten einem ‘bösen’ Staat mittels ein paar Schusswaffen die Stirn bieten könnten. Welches Szenario haben Leute, die sowas vertreten, im Kopf? Sturm auf die Bastille?

      • Das ist Teil der amerikanischen DNA: dass die Regierung in eine “tyranny” abgleiten könne und man dann zu den Waffen greifen müsse, um die Freiheit wiederherzustellen. Das historische Vorbild ist der Aufstand gegen die britische Kolonialregierung mit der Declaration of Independence 1776, also der Gründungsmythos der USA.

      • Nimm z.B. mal die deutsche Geschichte und drehe die Uhr ein paar Jahre zurück. Eventuell entdeckst du da einen Zeitpunkt, an dem etwas schief gelaufen ist. Einen Zeitpunkt an dem sich das Volk hätte gegen die Regierung stellen können. Nicht als einzelne Attentäter, sondern in der Gemeinschaft.

        Was gefunden?

      • Mathias, “das Volk” kann sich in modernem Gesellschaften nur dadurch einer bösartigen Regierung entgegenstellen, indem es im zivilen Bereich schlicht die Kooperation verweigert. Nach ein paar Tagen Generalstreik inklusive Lahmlegung der öffentlichen Infrastruktur ist jede Regierung am Ende.

        Versammeln sich dagegen ein paar hundert oder auch tausend wackere Bürger mit ihren Flinten, dann reichen ein paar Profis mit militärischem Gerät, um den Aufstand niederzuschlagen. Ein gewisser Oberst Klein (inzwischen General geworden) weiß, wie das läuft. Da müsste man in der Bevölkerung wenigstens schultergestütze Panzer- und Flugabwehrwaffen bereithalten, um der Staatsgewalt im Ansatz widerstehen zu können. In Afghanistan sind so Teile des Volkes tatsächlich in der Lage, sich der Autorität der Behörden zu entziehen. Das übertrage nun auf die Verhältnisse in Deutschland …

        Deine Argumente sind lachhaft und ich gehe davon, dass du letztlich einfach Waffen in deinen Händen gut findest und dir jede Ausrede dafür recht ist.

    • 7. Oktober 201723:49
      Robert Landwehr

      Widerspruch.
      Jeder juristische Schritt gegen die allgemeine Verfügbarkeit von Waffen hilft unnötige Schussopfer zu vermeiden, und wenn es nur die Kinder sind, die mit der heimlich gefunden Waffe spielen.
      Ein generelles Verbot von Schusswaffen für Normal-Bürger würde analog dem bekannten Beispiel von Australien sehr wohl was helfen. Das ist schon fast legendär, wie dort die Mass-Shootings auf quasi NULL runtergegangen sind. => https://www.srf.ch/news/international/wie-australien-die-amoklaeufe-gestoppt-hat

      • Jeder juristische Schritt gegen die allgemeine Verfügbarkeit von Autos hilft unnötige Verkehrstote zu vermeiden, und wenn es nur die Kinder sind, die auf die Straße laufen.

        Dennoch sind Autos nicht verboten.
        Der von dir verlinkte Artikel ist sehr tendenziös geschrieben. Ja, tatsächlich sind “gun related” Straftaten zurückgegangen. Die Anzahl der Verbrechen ist jedoch nicht gefallen. Stattdessen ist die Anzahl anderer Straftaten hochgegangen – womit auch zu rechnen war.
        http://thefederalist.com/2015/09/03/the-australian-gun-ban-conceit/

      • Der Mehrwert von Kraftfahrzeugen ist aber ungleich viel höher als der von Schusswaffen. Für Schusswaffen spricht höchstens noch der Sport- und Freizeitaspekt, den man sogar weitgehend ohne Individualwaffenbesitz realisieren kann. Waffen sind zum Verletzen von Lebenwesen geschaffen, Autos nicht.

  13. Wir haben diese besondere Verantwortung weil wie die Sprache verstehen. Die Sportpalastrede können wir ohne jede Hürde verstehen und begreifen .

  14. Themenvorschlag: Kurzmeldung Butterpreise – warum sind sie gestiegen?

    http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/steigender-butterpreis-drei-gruende-fuer-die-butter-rally/20148646.html

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/butter-preis-warum-ist-butter-so-teuer-wie-nie-a-1166242.html

    Steht im Zusammenhang mit den Milchbauern und Preisen, über die ihr berichtet habt (LdN013)

    Liebe Grüße
    Heinz

  15. Wie Renan das gesagt hat: eine Nation wird ausgemacht sowohl von den Sachen an den die Leute sich entscheiden sich zu erinnern als von den Sachen die sie vergessen. (Habe ich das auf Deutsch gut gebutchered?)

    Also es scheint mir selbstverständlich dass Leute die Teil Deutschlands werden möchten auch diese Geschichte annehmen müssen. Und die Leute die diese Geschichte verleugnen, könnt ihr von mir gerne abschieben.

  16. 8. Oktober 20170:01
    Robert Landwehr

    Ich möchte Euch zu dieser Lage gratulieren. Die letzten beiden Male, waren etwas umkonkret und “zerfahren” (BWT: ich bin Fan).
    Die Aufarbeitung der Rede von FWS war echt gut und die Überleitung in die Diskussion eines Flüchtlingsgesetz fand ich auch toll. Etwas kurz kam die etwas “durchscheinende” Diskussion zur Mindestgrenze. Ich fände es toll, wenn ihr mal die Mindestgrenze auch aus der Pro-Sicht ansehen könntet. (die Mehrheit der Deutschen ist für die Mindestgrenze, die müssen aber nach Bayern umziehen oder undemokratisch die AFD wählen.)
    PS: Wolltet ihr nicht Fake News machen? Dazu: kennt Ihr den super-aktuellen Vortrag von Prof. Christoph Neuberger bei der “Bayerische Akademie der Wissenschaften”?

  17. “Gnade der späten Geburt” stammt von Günter Gaus, nicht von Kohl.

    Bettina Gaus dazu:
    “Im Zusammenhang mit der Bitburg-Kontroverse erinnerte man sich daran, dass Kohl im Jahr zuvor in der israelischen Knesset von der „Gnade der späten Geburt“ gesprochen hatte. Was von Kritikern als Versuch gewertet worden war, sich aus der historischen Verantwortung zu stehlen. Die Wendung stammte übrigens gar nicht von ihm. Sein Redenschreiber hatte bei meinem Vater abgeschrieben, dem Diplomaten und Publizisten Günter Gaus. Ihn hat das bis zu seinem Tod 2004 geschmerzt – er fühlte sich von Kohl intellektuell missbraucht.

    Mein Vater schrieb: „Wäre ich nicht 1929 geboren worden, sondern zehn Jahre früher – wie hätte ich mich denn verhalten als Scherge in Bergen-Belsen? Oder, dieses Entsetzen drang etwas später in mein Bewusstsein, an der Rampe in ­Auschwitz? Könnte ich meine Hand für mich ins Feuer legen? Helmut Kohl hat das Wort von der Gnade der späten Geburt in einer Rede in Israel benutzt, als sei es von ihm nicht nur entlehnt, sondern auch falsch verstanden und als Teil eines Ablasszettels missbraucht.“ Die Metapher sollte stattdessen „in streng lutherischem Sinne eine Gnade bezeichnen, die keine Schuld tilgt, die nicht erworben werden kann, sondern unverdient gewährt wird“.”

    http://www.taz.de/!5421741/

  18. 8. Oktober 20176:51
    Liesa Sauerhammer

    Deutschland hat aufgrund seiner Geschichte vor allem die Verantwortung für Menschenrechte, Freiheit und Gleichheit auf der ganzen Welt einzustehen. Dieses unreflektierte Whitewashing des israelischen Apartheid-Staates in den deutschen Medien und in der deutschen Politik macht uns zum Spielball einer religiösen rechtsextremen israelischen Regierung und damit extrem unglaubwürdig gegenüber muslimischen Mitbürgern, Einwanderen und Flüchtlingen. Kritik am israelischen Staat muss möglich sein ohne als Antisemit abgestempelt zu werden. Dann hätte Deutschland tatsächlich einen großen Schritt in Richtung “aus der Geschichte lernen” und für das Grundgesetz eintreten gemacht. Dazu die aktuelle Situation:
    https://al-shabaka.org/briefs/rethinking-definition-apartheid-not-just-political-regime/
    https://al-shabaka.org/briefs/jerusalem-israels-little-known-master-plans/
    https://www.telesurtv.net/english/amp/english/news/Israel-Says-Will-Annex-Palestinian-Territories-Uprooting-Over-100000-Palestinians–20171003-0031.html

    • 8. Oktober 20178:44
      Fabian_2017

      Es ist faszinierend, dass hier direkt der Nahost-Konflikt thematisiert wird, obwohl die besprochene Rede damit nichts zu tun hat und die Themen nur sehr indirekt mit Israel Berührung haben. Der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis ist zweifellos komplex. Man kann Israel jedoch nicht als “Apartheid”-Staat bezeichnen, da die Definition von “Apartheid” hier überhaupt nicht erfüllt ist. Die angefügten sehr einseitigen bis verschwörungstheoretischen Quellen vermögen daran auch nichts zu ändern. Das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel ist aus bekannten Gründen ein besonderes. Dieses spezielle Verhältnis ist eine besondere Manifestation der hier schon diskutierten historischen Verantwortung. Im Übrigen kritisiert die Bundesregierung z.B. den Siedlungsbau regelmäßig und dies geschieht auch ohne Antisemitismusvorwürfe. Wie bei so vielen Dingen kommt es eben auch hier auf den Ton an. Ein “Whitewashing” findet in den deutschen Medien mit Sicherheit nicht statt. Viel eher beschäftigen diese sich teilweise schon obsessiv mit dem Konflikt. Unsinnig finde ich auch die Schlussfolgerung, durch ordentlich Kritik an Israel könnte man etwas aus der Geschichte lernen, leben dort doch viele Holocaust-Überlebende und deren Nachfahren – so gesehen ein direktes Resultat der Geschichte. Eintreten für das Grundgesetz kann man international ebenso nicht, denn das gilt nur in Deutschland. Trotz werteorientierter Außenpolitik taugt das GG auch nicht als Maßstab für die ganze Welt. Ansonsten ist der Text ein Paradebeispiel für die Argumentation exzessiver “Israelkritiker”.

      • 12. Oktober 201722:05
        Liesa Sauerhammer

        Ich möchte mit meinem Beitrag an dieser Stelle zu der stattfindenden Wertediskussion “was bedeutet es Deutscher zu sein” beisteuern, dass ein kopfloses Unterstützen eines Staates aus historischen Gründen ungeachtet der aktuellen Politik nicht meinem Verständnis einer wertegesteuerten Außenpolitik entspricht. Ich nehme deshalb Bezug auf Israel, da Israel in dieser Wertediskussion an prominenter Stelle immer wieder genannt wird. Deshalb muss man der Vollständigkeit zuliebe und gegen selektive Wahrnehmung antretend auch den Nahostkonflikt erwähnen. Die Besetzung palästinensischen Bodens hat darüberhinaus nicht erst mit dem zweiten Weltkrieg begonnen.
        Man muss annehmen, dass diese Art der einseitigen Wertediskussion in Deutschland, bei der ein Teil der Wirklichkeit ausgeblendet wird, in weiten Teilen der arabisch-muslimischen Bevölkerung auf Unverständnis stößt, da diese mit genau diesem Teil der Wirklichkeit aufgewachsen sind, mit der Erinnerung an die unrechtmäßige Vertreibung und Verfolgung der palästinensischen Bevölkerung und der völkerrechtswidrigen Besetzung und Kontrolle der palästinensischen Gebiete. Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass Israel jeden Tag Menschenrechtsverletzungen begeht, weil u.a. von deutscher Seite nicht genügend Druck ausgeübt wird.
        Ich begrüße die derzeitige Wertediskussion aus tiefem Herzen. Gleichzeitig muss aber auch der Raum gegeben werden, manche Werte kritisch und konstruktiv zu hinterfragen.

    • Aus der deutschen Geschichte eine besondere Pflicht zur Kritik an Israel abzuleiten, das ist schon perfide.

      Dessen ungeachtet: Einen Landstrich mit den eigenen Leuten zu besiedeln, während die angestammte Bevölkerung verdrängt und drangsaliert wird, das ist ein Verbrechen. Dies auch so zu benennen, wäre ein Beitrag zur Redlichkeit. Man braucht aber nicht glauben, dass es davon irgendjemandem in den palästinensischen Gebieten besser ginge.

  19. Zu der Steinmeyer Rede, ich bin nicht der Meinung das “die Deutschen” eine besondere Verantwortung haben. Ich sehe das so, kein Deutscher, Franzose, Brite oder sonst wer, greift zur “Mistgabel” fährt über die Landesgrenze und bringt jemanden ums Leben… Das passiert ausschließlich durch Politik/Wirachafts Eliten die mit Hilfe von Macht und Medien die Bevölkerung dazu zwingen fremde Menschen zu töten um dadurch deren Einfluss und Macht zu steigern. Wenn jetzt gesagt wird, “Wir müssen da immer wieder dran erinnern, damit sowas schreckliches nie wieder passiert” dann kann ich da nur noch müde drüber lachen… WEIL, es ist längst wieder passiert #Jugoslawien, Schröder und Fischer haben mit Lügen und Hilfe der Medien Deuachland in einen Angriffskrieg geführt. Streng genommen müssten die beiden jetzt vom Internationalen Gerichtshof zum Tode verurteilt werden. (Ich wieß das wird nie geschehen und viele werden das nicht verstehen, das ich das hier schreibe), aber würde man gleiches Maß an alle anlegen wäre das die Konsequenz… Also nochmal, es ist niemals die Bevölkerung die Kriege anzettelt, immer nur Eliten. Ein weiters Argument, was war die Alternative für die Menschen damals? Wenn man sich dem Kriegsdienst verweigerte wurde man erschossen und die Familie deportiert. Deswegen haben die alle mitgemacht, nicht weil sie das so toll fanden. “Ja aber die haben ja die NSDAP gewählt” Ja in den 90ern haben auch viele die grünen gewählt und was draus geworden ist haben wir ja gesehen… Dann habe ich mir Gedanken gemacht zu “Großbritannien” war ein Opferstaat”. Ich bin ganz klar der Meinung nein, waren sie nicht. Weil: Großbritannien hatte um 1938 die halbe Welt mit Gewalt besetzt und geknechtet, sie waren der Größe Täter zu der Zeit. Genauso wie Frankreich, die große Teile Afrikas besetzt hielten. Dann ein weiters Arrgument, Großbritannien und Frankreich haben dem Deutschen Reich den krieg erklärt und nicht anders herum. Also kann da von Opfer keine Rede sein. Die allgemeine Arrgumentation lautet demnach, es ist ok wenn du von Afrika bis Indien Menschen abschlachtest und Länder besetzt, aber wenn du als “weiße Rasse” eine andere “weiße Rasse” angreist ist die “rote Linie” überschritten. Ich will jetzt hier nicht die Nazi Verbrechen schön reden, bin aber der Meinung, so schwarz weiß wie es immer dargestellt wird, war es nicht…

    • @André:
      Die Beteiligung von Deutschland am Eingreifen in den Jugoslawien-Konflikt ist doch deutlich etwas anderes, als Hitlers Angriffs- und Vernichtungskrieg. Unter anderem wurde das Eingreifen auch genau mit der historischen Verantwortung Deutschlands begründet. Ist das Eingreifen zwingend gewesen? Vielleicht nicht. Hätte man es besser machen können? Bestimmt auch. Wie du selber gesagt hast, die Welt ist nicht schwarz weiß. Aber wegen des Eingreifens Deutschlands die Todesstrafe für Schröder und Fischer zu fordern … ich bitte dich, darüber noch mal nachzudenken.
      Ja, Eliten unterdrücken gelegentlich die Bevölkerung. Aber trotzdem hat nicht Hitler mit fünf seiner Kumpels die deutsche Bevölkerung mit vorgehaltener Waffe gezwungen alle Gräultaten zu begehen. Auch Eliten benötigen einen gewissen Anteil der Bevölkerung, der sie zur Macht führt und dort hält. Manche, bestimmt nicht alle, haben diese Taten gerne und voller Überzeugung begangen.
      Deutschland als Täter und Großbritannien und Frankreich als Opfer darzustellen bezieht sich auf den Kontext des zweiten Weltkriegs. Ja, in anderen Kontexten waren die Länder vielleicht auch Täter. Ja, Hitler war vielleicht auch tierlieb und hat seinem Hund einen besonders großen Knochen gegeben, nachdem er den Angriffsbefehl auf Polen gegeben hat. Manchmal macht es keinen Sinn, Kontexte zu verlassen und Taten miteinander zu verrechnen. Die Taten von England und Frankreich als Kolonialherren hier aufzuführen, würde nur Sinn geben, wenn beispielsweise Hitler damit den Krieg begründet hätte. Ich glaube, niemand sieht Großbritannien und Frankreich bezüglich der Kolonialherrschaft in einer Opferrolle. Das ändert aber nichts an Deutschland als ursächlichen Täter im zweiten Weltkrieg.
      Es freut mich, dass du die Verbrechen der Nazis nicht schön reden möchtest. Vielleicht solltest du sie auch weniger relativieren, damit diese Aussage überzeugender ist.

      • Ich will nichts relativieren… Man muss den Dreck allerdings etwas gerechter verteilen. Es ging ja um die „Opfer Rolle“ ich kann nicht den größten Globalen Feldzug nach „Alexander“ und „Rom“ führen. Mich dann aber im Nachhinein als Opfer/Held/Retter der Welt darstellen. Und irgendwie fällt auch immer unter den Tisch das die Briten und Amerikaner Hitler erst aufgerüstet haben. Was sich ja als das Konzept für die kommenden Jahrzehnte durchgesetzt hat. Diktatoren aufbauen, aufrüsten, dann vernichten…

        Was Schröder angeht hat er ja selber zugegeben das er ein Kriesgsverbrecher ist. das hab ich mir ja nicht ausgedacht. (Das Video geht 45sec.) Und die Strafen für so ein Verbrechen hab ich auch nicht aufgestellt. https://m.youtube.com/watch?v=ydLINQBOF1U

    • “Großbritannien und Frankreich haben dem Deutschen Reich den krieg erklärt und nicht anders herum.”
      Ja, am 3. 9. 39, zwei Tage nachdem Angriff Deutschlands auf Polen – aufgrund einer von Beiden öffentlich abgegebenen Garantieerklärung für die Unabhängigkeit Polens. AFAIK nennt sich sowas “Bündnisverpflichtung”.

      • Das ist ja mein Argument. Die Führen selber in der halbe Welt Krieg, bekommen dann mit, die Deutschen wollen Polen den Krieg erklären und dann heisst es „das geht aber garnicht“. Natürlich geht das nicht! Aber wenn ich selber zu der Zeit der größte Aggressor der Geschichte bin (vielleicht nach Rom) fällt es mir schwer da ne Opfer Rolle zu sehen. Ich betrachte die Geschichte halt als Ganzes und nicht losgelöst vom Kontext. Mir ist klar warum man das allgemein so macht, weil die Geschichte halt von den Sieger geschrieben wird… und da kann man sich im gesamten Kontext nicht als strahlender Held verkaufen. (Mal ganz davon abgesehen wer Hitler überhaupt so hochherüstet hat)

  20. Sollten Deutsche mit Migrationshintergrund sich mit der deutschen Geschichte identifizieren? Unbedingt, denn unser Staat ist das Produkt dieser Geschichte. Werden das alle tun? Wohl kaum, es identifizieren sich ja auch nicht alle Biodeutschen mit der Geschichte. Aber bei vielen gelingen kann es doch. Viele meiner deutsch-türkischen oder deutsch-iranischen Freunde treten für das aus der deutschen Geschichte gewachsene „nie wieder“ ein und empfinden auch die den vielen Biodeutschen typische Scham, wenn es um die deutsche Vergangenheit geht.
    Ich finde, dass man in Gesprächen durchaus auch betonen kann, dass die deutsche Geschichte die Geschichte aller Deutschen ist, wenn sich jemand, egal welcher Herkunft, von der Geschichte nicht angesprochen fühlt. Tatsächlich beobachte ich in sozialen Medien jedoch das Gegenteil: Äußern sich Politiker mit Migrationshintergrund zu „nie wieder“, wird ihnen Heuchelei vorgeworfen.
    Weiter, als z. B. ein Einfordern in Gesprächen, würde ich nicht gehen. Ich erinnere daran, wie Baden-Württemberg vor ein paar Jahren mit der Frage: „Ihr Sohn kommt nach Hause und sagt, er sei homosexuell. Wie reagieren Sie?“, versucht hat, eine Verfassungstreue zu überprüfen. Solche Test zur Einbürgerung dann mit Fragen wie: „Ihr Sohn sagt, er mache keine Klassenfahrt zu einem ‚Denkmal der Schande‘. Wie reagieren Sie?“, durchzuführen, halte ich für nicht zielführend.
    Das man sich mit einer anderen Geschichte identifizieren kann, erlebe ich gerade am eigenen Leib, denn seit ein paar Jahren arbeite ich in der Türkei. Atatürk, und vieles mehr, gehört inzwischen zu meiner türkischen Seele. Meine deutsche Geschichte habe ich dadurch aber nicht abgelegt. Und so ist es meine deutsche Geschichte, die mich dazu bringt, nicht unreflektiert einer Führerfigur nachzulaufen, sondern sehr auf die Inhalte zu achten, mit denen ich „meine“ Atatürk-Geschichte fülle. (Man könnte diesen Satz so verstehen, dass ich ein „Nachlaufen“ allen Türken unterstelle. Dem ist nicht so.) Über meine deutsche Sichtweise auf „meinen“ Atatürk tausche ich mich mit Türken, denen ich im Alltag begegne, aus und so entsteht eine Win-Win-Situation.
    Ich finde es daher bedenklich, dass wir die Geschichte der Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, praktisch völlig ignorieren. Die Geschichte, die die Menschen mitbringen, kann auch für Deutschland eine Bereicherung sein. Aber auch die Migration selbst sollte bei einem Bevölkerungsanteil von 20 – 25 % an Menschen mit Migrationshintergrund berücksichtigt werden. Für viele Menschen ist sie identitätsstiftend und dieser Teil der deutschen Geschichte wird völlig ignoriert. Mit Migration meine ich nicht die Reise in Zielland, sondern der oft Jahre dauernde Vorgang des Heimat werdens.
    Wie von Philip und Ulf thematisiert, wenden sich manche Menschen einem Nationalismus zu, weil sie sich ihrer Geschichten beraubt fühlen. Das gleiche dürfte für manche Menschen mit Migrationshintergrund gelten, von denen dann einige im religiösen Fanatismus ihre Identität suchen.
    Ein Gefühl für die Geschichte eines Landes wird nicht vererbt sondern durch viele Begegnungspunkte im Alltag vermittelt. Für die Vermittlung unsere Geschichte, die zu dem „nie wieder“ führt, läuft es inzwischen recht gut. Gedenkstätten, Fernseh-Dokumentationen und Stolpersteine stoßen einen immer wieder mit der Nase drauf. Erkennt man die verloren gefühlten Geschichten der Menschen oder die Migration als Bestandteil der deutschen Geschichte an, müssen auch Wege gefunden werden, Begegnungspunkte im Alltag zu schaffen.

  21. Steinmeiers Forderung Migranten sollen sich zu unserer Geschichte bekennen, war vermutlich darauf bezogen, dass viele Migranten aus muslimischen Ländern antisemitisch/anti Israel eingestellt sind.

    Warum gerade Ostdeutsche so enttäuscht von Merkel waren, ist meiner Meinung nach das “Wir schaffen das!” mit dem Bezug auf Flüchtlinge. Und zwar dieses Mütterliche Versorgende was da mitschwingt und das sich viele Ostdeutsche wünschen, es nach der Wende aber nicht bekamen und ausgerechnet der Flüchtling das jetzt bekommt. Da entsteht Neid und Frust und das Gefühl weniger als ein Flüchtling wert zu sein.

  22. Liebe Lageristen,

    danke für die tolle Folge wie immer! Bei eurer Disskussion zum Thema Einwanderungsgesetz konnte für Zuhörer der Eindruck entstehen, als sei es derzeit für gutausgebildete Leute nicht möglich nach Deutschland einzuwandern und als ob so ein Gesetz so eine Möglichkeit erst neu schaffen würde (Ulf zum Beispiel zum Einwanderungsgesetz: “Für die Fachkräfte, also ich sag jetzt mal den gutausgebildeten Inder, ist es natürlich sehr attraktiv, und das wird sicherlich auch für die deutsche Wirtschaft große Vorteile haben wenn dann eben gut ausgebildete Leute ins Land kommen können.”)

    Ich engagiere mich in einem Online-Hilfeforum für Leute die nach Deutschland immigrieren wollen und berate da regelmäßig Leute über die Möglichkeiten und helfe über bürokratische Hürden entlang des Weges. Der Möglichkeiten gibt es viele, die Hürden sind gering und die meisten Leute in meinem Umfeld sind überrascht, wenn ich erzähle, wie einfach es ist, nach Deutschland zu immigrieren. Innerhalb der EU kann natürlich jeder komment, die Regeln betreffen alle Ausländer von Nicht-EU-Staaten. Eins vorweg: Deutschkenntnisse werden von niemandem verlangt.

    1) Mit Vorrangprüfung

    Wer ein beliebiges Jobangebot hat kann nach Deutschland immigrieren, wenn die Bundesagentur für Arbeit zustimmt. Diese prüft dazu, wie der Arbeitsmarkt in dem Bereich aussieht und ob es nicht auch genug qualifizierte Bewerber in Deutschland gibt, die diese Stelle annehmen können. Besonders leicht ist das etwa für alle Jobs für die ein englischer Muttersprachler gesucht wird (z.B. auch Au-Pair-Jobs oder Kindergartenbetreuung).

    2.) Ohne Vorrangprüfung

    Für viele Bereiche ist die individuelle Vorrangprüfung abgeschafft und Zuwanderer können direkt immigrieren sobald sie ein Jobangebot haben.

    2.1) Fertig ausgebildete Fachkräfte

    Es gibt eine seitenlange Liste mit Ausbildungsberufen die von der Vorrangprüfung ausgenommen sind. Wer hier einen Jobangebot hat, darf rein. Darunter etwa Altenpfleger, Krankenpfleger, Hebammen, Softwareentwickler, Kfz-Mechaniker, Maurer, Klempner, Schweißer, Elektrotechniker, Zimmerer: https://www3.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mta4/~edisp/l6019022dstbai447048.pdf

    2.2) Möchtegern-Fachkräfte

    Wer keine Berufsausbildung hat, kann nach Deutschland immigrieren, sobald ein Ausbildungsplatzangebot für einen der oben genannten Mangelberufe vorliegt https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__17.html

    2.3) Gutbezahlte Jobs (“Blue Card”)

    Akademiker können einwandern wenn sie 50.800 Euro brutto im Jahr verdienen. Eine niedrigere Schwelle gilt für Berufe in der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie Ärztinnen und Ärzte, dort reicht ein Einkommen von 39.624 Euro. http://www.make-it-in-germany.com/de/fuer-fachkraefte/visum/arten-von-visa#visum-zum-arbeiten

    2.4) Freiberufler

    Wer als Freiberufler immigrieren will, braucht 2-3 Empfehlungsschreiben von potentiellen Auftraggebern, in denen diese die Absicht kundtun, den Freiberufler in Zukunft mit Aufträgen versorgen zu wollen. In Berlin ist das eine überdurchschnittlich populäre Visa-Kategorie.

    Erfahrungsbericht von einem Stand-Up-Comedian: https://www.youtube.com/watch?v=cWHtkAUTAcc

    Social-Media-Beraterin: http://blog.cloudpeeps.com/how-to-get-the-berlin-freelance-visa/

    Designerin: https://medium.com/@imcatnoone/how-to-get-your-german-freelance-visa-without-losing-your-sanity-8fa68b39431a

    Klappt auch mit Auftragebern außerhalb Deutschlands: https://www.bemytravelmuse.com/how-to-get-german-freelance-visa/

    2.5) Forscher

    Arbeitsplatzangebot für die Forschung an einer Universität oder Forschungseinrichtung; https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__20.html

    2.6) Visum zur Arbeitsplatzsuche

    Wer einen ausländischen Hochschulabschluss hat kann zur Arbeitssuche für 6 Monate nach Deutschland kommen – der Job selbst muss dann in eine der vorgenannten Kategorien fallen: http://www.make-it-in-germany.com/de/fuer-fachkraefte/visum/arten-von-visa#visum-zur-arbeitsplatzsuche

    3) Studium

    Die andere große Einwanderungsmöglichkeit ist das Studium. Wer einen beliebigen Studienplatz an irgendeiner deutschen Uni hat, egal für welches Fach, darf einwandern. Verlangt für ein Visum wird der Nachweis, das erste Jahr in Deutschland finanzieren zu können (8820 Euro auf einem Konto oder Elternbürgschaft etc). Jobben neben dem Studium ist erlaubt. http://www.make-it-in-germany.com/de/fuer-fachkraefte/visum/arten-von-visa#visum-zum-studieren

    Nach dem Abschluss (Bachelor reicht) steht der deutsche Arbeitsmarkt offen. Absolventen haben 18 Monate Zeit, einen Job zu finden. Bedingungen: Der Job muss den Lebensunterhalt sichern (Teilzeit ist auch ok, so lange kein Hartz-IV-Anspruch entsteht) und der Qualifikation entsprechen. http://www.make-it-in-germany.com/de/fuer-fachkraefte/ausbildung-lernen/studium/studium-in-deutschland-und-dann/aufenthaltstitel

    Und wie geht es weiter?

    Nach 5 Jahren mit Job kann man die Niederlassungserlaubnis beantragen. Das heißt man kann auch in Deutschland bleiben wenn man den Job verliert und man kann jeden Job annehmen, alle bisherigen Kriterien entfallen. Voraussetzung ist, dass man Deutsch spricht. Dies ist das erste Mal, dass der Immigrant dieser Voraussetzung begegnet. Level B1 reicht aus, zur Verdeutlichung hier die Sprachfähigkeit einer Amerikanerin, die gerade B1 bestanden hat: https://www.youtube.com/watch?v=kjwXakOCkg0&feature=youtu.be&t=2m43s

    Bei einem Blue-Card-Job geht es schneller: Niederlassungserlaubnis gibt es nach 1 Jahr und 9 Monaten mit Deutschkenntnissen, nach 2 Jahren und 9 Monaten ohne Deutschkenntnisse.

    Einbürgerung nach 8 Jahren mit Job, wer einen Integrationskurs macht darf schon nach 7 Jahren. http://www.bamf.de/DE/Willkommen/Einbuergerung/InDeutschland/indeutschland-node.html

    • Hi Tom, herzlichen Dank für Deine ausführliche Liste, darauf werden wir noch einmal ausdrücklich hinweisen!

    • Wow! Danke für die ausführliche Liste! Und für das Video von dem Berliner Comedian – meine deutsch lernende Freundin hat sich köstlich amüsiert!
      Darf ich fragen, wo man das Forum findet, in dem Du hilfst?
      Zum eigentlichen Thema: Das Einwanderungsgesetz wäre also noch mehr Symbolpolitik, als im Podcast vermutet. Hoffen wir, das Symbol nimmt AfD, CSU und Co. etwas Wind aus den Segeln.
      Gruß,
      Matthias

    • Hallo und vielen Dank an Phillip und Ulf für diese wieder sehr interessante LdN-Ausgabe und an Tom für die ausführliche Darstellung der Zugangswege nach Deutschland. Auch ich arbeite im Themenfeld der Zuwanderung und möchte eine Kleinigkeit ergänzen:
      Ich habe die Diskussion über ein Einwanderungsgesetz immer dahingehend verstanden, dass es nicht zwingend darum geht, vermeintlich nicht vorhandene Zugangswege zu schaffen. Dass das nicht stimmt, hat Tom gut aufgezeigt.
      Ich habe es hingegen immer so gesehen, dass ein Einwanderungsgesetz zwei Ziele hat:
      a) Die auch ohne ein solches Gesetz mögliche Einwanderung nach Deutschland zu strukturieren und die Wege, auf denen man einwandern kann, einfacher und auch aus dem Ausland betrachtet nachvollziehbarer zu gestalten. Dazu gehört auch, flexibel definieren zu können, welche Einwanderung gerade bevorzugt wird. Wenn man beruflich mit der Materie befasst ist, dann mag man mit fortschreitender Expertise das Gefühl haben, dass es gar nicht so kompliziert ist (sagen das eigentlich auch Steuer-Expert*innen irgendwann vom Steuerrecht??), aber für den Menschen mit Einwanderungsabsicht wirkt es m.E. alles andere als durchschaubar und “kundenfreundlich”. Unter dem Link (http://ikiss.kreis-rz.intern/media/custom/327_8915_1.PDF?1503922938) findet sich eine aktuelle Übersicht zum Asyl- und Aufenthaltsrecht. Da nur zweites hier Thema ist, empfehle ich die Lektüre von S. 23ff. “Rechtsgrundlagen für die verschiedenen Aufenthaltstitel” als praktisches Beispiel.
      b) Weiteres Ziel eines Einwanderungsgesetzes ist die auch rechtliche Verankerung des bereits aus meiner Sicht bestehenden Faktums, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Dies ist m.E. dringend notwendig, um den Staat und die Sozialsysteme langfristig zu erhalten. Bezug nehmend auf meine Aussage in a) wäre es “kundenfreundlich”, wenn sich die BRD durch ein Einwanderungsgesetz auch “offiziell” als Einwanderungsland ausweist (ja, das muss dann auch mit Leben gefüllt werden, ich weiß das. Das bloße Verabschieden eines Gleichstellungsgesetzes führt auch nicht automatisch zur Verwirklichung von Gleichstellung, aber es ist m.E. ein erster notwendiger Schritt).

      Dass es sicherlich auch hier entgegengesetzte Meinungen, insb. zu meinen in b) gemachten Aussagen gibt, ist mir klar und darüber wünsche ich mir eine politische Auseinandersetzung.

    • Hallo Tom, danke für die Details oben.
      Ich würde noch gerne wissen, ob die Möglichkeiten nach Deutschland einzuwandern auch für Flüchtlinge gilt, die schon hier sind und Asyl beantragt haben aber bestimmten Kriterien erfüllen.
      Für mich heißt das doch, dass ein Flüchtling, der eine Ausbildung in einem Mangelberuf angefangen hat, nicht abgeschoben werden kann, sondern ein Aufenthaltsgenehmigung für die Zeit der Ausbildung + 1 Jahr Jobsuche bekommen kann.
      Oder gelten für Asylsuchende andere Bedingungen?

  23. Wer das Fremdheitsgefühl verstehen möchte, sollte einmal für eine Stunde dutch Bad Godesberg laufen.

  24. Hallo,

    vielleicht bin ich etwas spät dran, aber ich wollte doch noch etwas zum Thema Nazivergangenheit loswerden.
    Wenn sich jemand entschließt, Deutscher zu werden, dann muss sich diese Person auch mit der NS-Zeit auseinandersetzen. Das ist Bestandteil der Integrationskurse. Selbstverständlich haben wir Leute, die das NS-Regime nicht miterlebt haben keine individuelle Schuld daran. Allerdings sollten wir alle(nicht nur wir Deutschen) dafür Sorge tragen, dass sich so etwas nicht wiederholt, ganz egal wo auf der Welt.
    Bei der Gelegenheit sollte man in den Nachrichten aufhören Dinge zu sagen, wie “ein Deutscher afghanischer Herkunft”. Entweder jemand ist deutscher Staatsbürger oder nicht! Es gibt keine Staatsbürgerschaft zweiter Klasse.
    Und zum Schluss, wenn jemand einen deutschen Pass besitzt, ist diese Person deutscher Staatsbürger, egal ob von GEburt oder durch Einbürgerung.

  25. Nur kurz zum Thema “späte Geburt” im Zusammenhang mit “Deutschsein und Deutschwerden”.
    Ich lege jedem nahe, der sich mit dieser Thematik beschäftigt, den Konsalik auf dem Nachttischen
    für einen Moment zur Seite zu legen und sich hiermit zu beschäftigen:

    Timothy Snyder, Black Earth

    Und nein, ich bin weit entfernt von der AfD.
    Im Gegenteil, ich versuche gerade mühevoll, meine deutsche Staatsangehörigkeit loszuwerden.

    • Also ich bin nicht gerade überzeugt von Timothy Snyders Thesen, aber inwiefern setzt dich deine Empfehlung seines Buches mit alternativen historischen Deutungen dem Verdacht aus der AFD nahe zu stehen?

      • Ich schließe mich an: Was hat dieses Buch mit der AfD zu tun. Deren Wählern würde ich eher das jüngste Werk von Douglas Murray ans Herz legen. Europa überrannt von fortpflanzungsfreudigen Islamisten – da können sich unsere besorgten Bürger wohlig gruseln.

  26. Ist einigerrmassen schwierig, hierzu eine kurze und verstänliche Antwort zu geben.
    Ich versuch’s trotzdem und gebe mir alle Mühe, dies halbwegs verständlich und
    politisch neutral zu erklären.

    Die ganze Geschichte mit den Juden, welche meiner Ansicht nach nun schon seit hunderten von
    Jahren schon so abläuft, hat mit der jeweils aktuellen gesellschaftlichen Situation genau gar nichts
    zu tun.

    Sie sind halt im Monent – auf der historischen Zeitlinie gesehen- die Sündenböcke; in etwa
    so wie gerade aktuell die sogenannten Islamisten.

    Sprich, die gesellschaftliche / soziologische / politische / you name it Gruppe ist einfach in der momentanen “prekären” Situation – wobei zu definieren wäre, für wen die Situation prekär ist-, der Sündenbock.

    So, und nun lange Rede, kurzer Sinn.
    Die für mich wichtigste Erkenntnis aus diesem Buch ist diese:

    Die ganze Geschichte mit der Judenverfolgung /Judenvernichtung hat unzweifelft stattgefunden.
    Meine Landsleure haben in der Zeit des Naziregimes unvergleichbar viel dazu beigetragen.
    Diese Tatsache kann und darf auch in keinster Weise verharmlost werden.

    Aber es ist gemäss Snyder so, dass offenbar dieser “Effekt” auch bei anderen, den Juden abgeneigten “Ethien” zu trage gekommen ist,

    Und hier nun der Zirkelschluss zur AfD.

    Die anderen haben es ja auch gemacht, und die waren noch schlimmer als wir.

    • Die anderen haben es ja auch gemacht, und die waren noch schlimmer als wir.

      In der historischen Gesamtschau so schlimm wie wir möglicherweise. Aber schlimmer? Liest du diese Bewertung bei Snyder heraus?

  27. Moin!

    Ich teile eure Einschätzung, dass der Spiegel-Artikel über Martin Schulz sehr lesenswert und spannend ist. Er wurde in weiten Teilen der weiteren Presse auch sehr gelobt.

    Was sagt ihr aber z.B. zu dieser kritischen Meinung von den NachDenkSeiten?
    –> http://www.nachdenkseiten.de/?p=40516

    Die Kritik lautet, dass es sich um postpolitischen Journalismus handele. Beklagt wird, dass auf 17 Seiten Markus Feldenkirchen mehr oder weniger keine Inhalte liefere. Es finde keine Auseinandersetzung mit Themen statt.
    Nun war dieser Artikel vielleicht auch eher dazu gedacht, den Menschen Schulz und das System einer Partei und eines Wahlkampfes darzustellen. Dahingehend finde ich den Feldenkirchen-Artikel weiterhin gelungen.

    Ganz unbegründet finde ich die NachDenkSeiten-Kritik dennoch nicht.

    Viele Grüße
    René

    • Danke für den Hinweis. Habs mal ins Pad gepackt, denke, dass wir dazu was sagen werden. Ich finde aber, die Einlassungen von Feldenkirchen im aktuellen gedruckten Spiegel könnten eine Antwort auf die Kritik sein.

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