LdN065 Wahlkampf, TV-Duell, Nordkorea, Mobilitätsfond, G20, Dunkle Anzeigen

Du bist noch kein Abonnent/+?
Hier erfährst Du mehr über
Kuechenstud.io/+
Einloggen

| 140 Kommentare

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Sommerpause ist beendet und wir widmen uns ausführlich dem Wahlkampf.

Es gibt noch ein paar Karten für die “Lage Live” zur Bundestagswahl:

Schickt uns auch weiter Fotos von dem, was Ihr seht, wenn Ihr die Lage hört:

team (AT) lagedernation.org

Zu sehen sind die Bilder im Fotoalbum bzw. auf unserer LageKarte.

Philip und Ulf


Wahlkampf


Nordkorea


Facebook

Verabschiedung

Hausmitteilung

140 Kommentare

  1. Bezüglich Wahlwerbung im Internet gab es im SWR neulich eine Diskussionssendung “Stimmenfang im Neuland” [1]. Ganz interessant fand ich da den Ansatz der Grünen die all ihre Facebook Target Ads zusätzlich auf ihrer Webseite für alle transparent machen [2].

    [1] https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/swr2-forum-stimmenfang-im-neuland/-/id=660214/did=19952482/nid=660214/uwb2ic/index.html
    [2] https://www.gruene.de/ueber-uns/2017/online-marketing-transparent.html

  2. Zum Thema Wut.
    Ist es nicht irgendwie verständlich, wenn man sich folgende Zahlen anschaut.
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/alterssicherung-jeder-zweite-beschaeftigte-verdient-zu-wenig-fuer-die-rente-1.3309350
    Man muss sich das mal vor Augen halten. 52% der Beschäftigten sehen auf jedem Rentenbescheid, dass sie im Alter arm sein werden. Wie würdet ihr euch fühlen? Hättet ihr noch Vertrauen in die etablierten Parteien?
    (wobei ich damit weder eine AfD-Wahl, Beleidigungen usw. rechtfertigen will)

    • guter Punkt … das ist ja auch eine Entwertung der Lebensleistung, wenn man keine vernünftige Rente bekommt.

      • Manchmal frage ich ich schon welchen Wahrheitsgehalt solche Zahlen haben. Wie passt dies z.B. zur Aussage (Quelle habe ich nicht zur Hand) die Zahl der von Armut betroffenen Rentner läge zur Zeit bei 3 Prozent? Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, wie wir sagen wir in 20 Jahren auf über 50% kommen sollen? Selbst wenn ich andere “Finanzierungsquellen” annehme…

  3. Moin wertes Lage Team,

    Ich finde euren Podcast sehr informativ, spannend, unterhaltsam und freue mich immer auf eine neue Ausgabe. Dank euch habe ich schon oft einen neuen, differenzierten Blick auf Themen bekommen die ich sonst eher einseitig betrachtet hätte.

    Mit diesem Kommentar wollte euch einfach mal, vollkommen wertefrei, die Begriffe schreiben welche ich googlen musste, da ich diese nicht verstanden habe:

    1. Afon Terrible
    2. Insinuieren
    3. “law and order Politik”
    4. Kausal
    5.Irodieren

    Zu meiner Person: Ich habe einen Realschulabschluss und mein Fachabitur nach meiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann nachgeholt. Da ihr nun schon 65 Episoden stark seid und ihr mit Sicherheit ein ziemlich großes Publikum aufgebaut habt möchte ich euch einfach mal direktes Feedback geben. Ich bin mir sicher dass es noch mehr Zuhörer gibt die ähnliche “Probleme” (klingt zu böse, mir fällt kein besseres Wort ein) haben.

    Kann sein dass euch diese Begriffe vielleicht total selbsterklärend vorkommen, ich hatte meine Probleme damit. Mir ist schon klar dass im hitzigen Monolog gerne Worte vorkommen die im Akademischen Gebrauch selbstverständlich sind. Aber da ihr zu zweit seid könntet ihr ja vielleicht aufeinander acht geben (so dass der imaginäre 15 jährige Sohnemann auch mitkommt). Wie gesagt, ich möchte das nicht werten sondern nur mein persönliches Feedback zurückgeben. Ich werde euch so oder so weiterhören. Ihr macht eine tolle Arbeit, bitte weiter so! :)

  4. Interessant wie Ihr die FDP feiert.

    Könnt Ihr mir erklären, was an dieser Partei inhaltlich oder personell anders ist als vor 2013?
    Ich meine, beides hattet Ihr ja angesprochen und groß gelobt.

    Der einzige Unterschied für mich ist, dass zu Gelb noch Magenta und Blau gekommen ist. Mehr nicht.
    Inhaltlich sind es 1:1 die gleichen marktliberalen Forderungen ohne jeden sozialliberalen Anspruch.
    Personell sieht es etwas anders aus, zwar hat sich mit Kubicki und Lindner nichts geändert, aber die einzige Person weswegen die FDP prinzipiell wählbar war, Frau Leutheusser-Schnarrenberger, ist nun nicht mehr mit dabei.

    Also, könnt ihr mir erklären, welche Forderungen und Inhalte der Partei neu und begrüßenswert sind, welche Personen die heute an der Spitze stehen neu sind und warum es unbedingt eine neoliberale einthemen, einmann Partei braucht?

    Gruß
    Fabian

    • Wir haben uns bei der FDP ausdrücklich NICHT auf die Inhalte bezogen, sondern auf die Effektivität des Wahlkampfes an sich.

      • Schade das Wahlkampf und Inhalte zwei paar Schuhe sind.

        Des Weiteren habt Ihr den Wahlkampf ausdrücklich wegen neuen Inhalten und Personen gelobt. ;-)

      • Nein, wir haben ausdrücklich nicht die Person Christian Lindners gelobt, sondern wir haben nur gesagt, dass es als Wahlkampf-Instrument gut funktioniert, ihn als eine Art Messias zu präsentieren.

      • Dann habe ich euch falsch verstanden.

        Das es funktioniert, dem stimme ich euch zu.
        Ich dachte, verstand aber, dass es auch bei euch funktioniert. ;-)

  5. Hallo, schön dass ihr wieder da seid!
    ich war gerade ganz schön verdutzt, wie lockerflockig ihr über die Möglichkeit eines Regime-change in Nordkorea geredet habt. MMn wäre dies einer der größten Katastrophen die überhaupt passieren kann. Man sieht ja in Süd-Amerika, Mittleren Osten, Afghanistan, Irak, Iran usw. wieviel millionen Menschenleben das kostet, Landstriche verwüstet und in den Bürgerkrieg versenkt und somit für Jahrzehnte unbewohnbar macht.
    Dabei regt mich dieser mind-set so auf, den ich leider nach Reflexion bei mir auch manchmal entdecke ( eher im Unterbewusst sein). Wenn jemand sagt: “Jetzt wäre eigentlich eine gute Zeit eine Atombombe auf Washington D.C. zu werfen, vielleicht erwischen wir ein paar böse Menschen!”, da würde hoffentlich ein Aufschrei aufkommen und man bekäme häftigen Wiederspruch. Obwohl die Folgen wahrscheinlich ähnlich schlimm wären, wie beim Regime-change in Nordkorea, aber über den kann man mal nachdenken.
    Warum wird Nordkorea überhaupt noch als Feind aufgebaut und sanktioniert? Warum nicht deren Wirtschaft aufbauen und in die Weltgemeischaft einbeziehen? Dann haben die gar kein Grund mehr vor dem Rest der Welt Angst zu haben und irgend jemanden zu drohen. Die Nordkoreaner scheinen das zu wollen. Hier noch ein spanneder Artikel dazu
    https://theintercept.com/2017/09/05/north-korea-says-it-might-negotiate-on-nuclear-weapons-but-the-washington-post-isnt-reporting-that/

    Gruß Tobias

    • Ich vermute, Korea ist für die meisten Deutschen trotz Atombombe einfach weit weg? Soll ja sogar Podcaster geben, die nicht wissen, wie man Seoul richtig ausspricht. ;-)
      Ich wohne in Taiwan und bin vielleicht etwas übersensibel, habe in den letzten Wochen aber schon zwei mal vom Atomkrieg geträumt. Nicht lustig.
      Aber zur Frage “Warum wird Nordkorea überhaupt noch als Feind aufgebaut und sanktioniert?” hätte ich spontan ca. 50 Antworten parat. Wie die ihre Bevölkerung behandeln, dagegen sind die WM Baustellen in Katar das reinste Schlaraffenland!

      • “Wie die ihre Bevölkerung behandeln, dagegen sind die WM Baustellen in Katar das reinste Schlaraffenland!”

        Das wäre also die rechtfertigung für einen eingriff von aussen? Na dann fangen wir aber mal lieber bei den saudis an würde ich sagen.

        Nein. Grundsätzlich geht uns das treiben in anderen länden einen feuchten dreck an. Wir sollten endlich aufhören unsere westlichen werte in die ganze welt exportieren zu wollen. Veränderung in einem land muss immer aus diesem selbst entstehen. Wenn es dem volk so arg dreckig geht dann wird es früher oder später seine regierung zum teufel jagen. Hat in anderen staaten ja schließlich auch geklappt, ohne eingriff von aussen.

        Die führung von nord-korea ist, entgegen der hiesigen presse, nicht geisteskrank oder ähnliches. Sie sind ebenso berechnend wie jede andere regierung. Auch ist sich die führung durchaus bewußt das wenn sie tatsächlich einen (atomaren) erstschlag gegen irgend ein land starten würden dies so ziemlich das letze wäre was von diesem land zu ”hören” wäre.
        Nord-koreas führung will, so meine ansicht, ihre fucking atombombe ausschließlich als versicherung. Denn wenn es irgendwann mal soweit sein sollte das china nicht mehr an ihrer seite steht kannst du die tage zählen bis die usa dort einreisen.

  6. 10. September 201712:33
    Puddingpulver

    Hallo,

    zu den Rechtspopulisten (Wut-Bürgern) in Europa fand ich die letzte Sendung de philosophischen Radios ganz gut. Nicht jede Position kann ich nachvollziehen, aber es gibt auch mal einen anderen Blick auf das Thema.

    http://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/146/1469497/wdr5dasphilosophischeradio_2017-09-08_demokratiegefaehrdendrechtspopulismus_wdr5.mp3
    Das Gespräch führen Wolfgang Merkel, Politikwissenschaftler und Moderator Jürgen Wiebicke.

  7. Es war zwar kein Kernthema der Sendung, aber zum Thema Briefwahl wollte ich doch noch etwas schreiben. In meinen Augen sollte aus mehreren Gründen die Briefwahl die absolute Notlösung bleiben.

    Erstens: Die Manipulationsmöglichkeiten sind im Vergleich zur Urnenwahl zu groß. Natürlich kann ich auch daheim mich in eine Ecke verziehen und dort wählen, aber viel realistischer erscheint mir, dass die Wahl am Abendbrottisch im Familienfreis stattfindet, wo man schief angesehen wird, wenn man darauf besteht, dass jetzt bitte niemand hinguckt. Im Wahllokal habe ich nicht nur die Möglichkeit, es bleibt mir gar nichts Anderes übrig, als geheim zu wählen.

    Zweitens: Die Sicherheit ist aus ähnlichen Gründen bei der Briefwahl deutlich weniger gegeben. Erst einmal muss ich die Unterlagen erhalten. Sollten sie nicht ankommen, ist die Frage, ob ich dann nicht einfach mit den Schultern zucke, bevor ich den ganzen Ärger auf mich nehme, sie noch einmal anzufordern. Gleiches gilt für die Rücksendung ans Rathaus. In meinem Bekanntenkreis hat in den letzten Jahren die Zahl verloren gegangener Briefe massiv zugenommen. So etwas Wichtiges wie meine Wahlentscheidung möchte ich einem so unzuverlässigen Dienst nicht anvertrauen. Eine Alternative ist für mich allenfalls das Briefwahllokal im Rathaus, in dem ich schon Wochen vor der Wahl abstimmen kann. Hier bekomme ich meine Unterlagen selbst in die Hand und werfe sie auch selbst in die Urne. Was danach passiert, weiß ich allerdings nicht. Ich bin ja am Wahlabend erklärtermaßen nicht da. Damit wären wir beim nächsten Punkt.

    Drittens: Die Transparenz ist weniger gegeben. Bei der Urnenwahl kann ich vom Verschließen am Morgen über die Auszählung am Abend bis zum Einpacken der ausgezählten Stimmzettel jeden einzelnen Schritt beobachten. Ich kann mich ständig vergewissern, ob sich alle im Wahllokal an die Regeln halten. Bei der Briefwahl gibt es jede Menge Schritte, die ich nicht überwachen kann. Ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal, ob und wo die Auszählung der Briefwahlunterlagen öffentlich erfolgt.

    Viertens: Verschwörungsmodus an. Wenn die Briefwahl irgendwann einmal zum De-Facto-Standard wird, gibt es kein Argument mehr gegen die Online-Wahl. Ist doch eh alles das Gleiche und viel bequemer. Was man von der für die Schnellmeldungen genutzten Software halten kann, hat der CCC erst vor wenigen Tagen dargelegt. Ich bezweifle, dass Onlinewahl-Software von besserer Qualität wäre. Das in Verbindung mit den kürzlich beschlossenen Gesetzen, die staatliche Einbrüche auf privat genutzten Rechnern deutlich erleichtern, hinterlässt bei mir kein gutes Gefühl. Verschwörungsmodus aus.

    • Fünftens: Wenn es uns die Demokratie nicht mal Wert ist, unsren Arsch ins Wahllokal zu bewegen, dann ist das doch schon auch irgendwie ein Zeichen, wie wenig man sich dafür interessiert. Ich kann mich auch gerade gar nicht erinnern, ob bei vorherigen Wahlen, schon einmal alle Parteien für die Briefwahl geworben haben.

    • Es geht mir bei der Briefwahl nicht darum, dass ich geheim wählen kann/muss.
      Es geht mir darum, dass ich nicht sehen kann, dass andere es tun!

      Ansonsten ist die angesprochene Urnenwahl im Bürgerbüro in meinen Augen eine völlig legitime (und sogar bessere) Alternative zur Briefwahl.
      Und dass ich die Auszählung nicht beobachten kann, weil ich am Wahltag nicht da bin, ist ja mein Problem.

      Dass ausgerechnet “Alte und Kranke” die Briefwahl zugestanden bekommen natürlich insofern bedenklich, als dass gerade Alte (im Pflegeheim) wohl am anfälligsten für die Beeinflussung durch Dritte sind.

    • Hallo,

      zum dritten Punkt kann ich vielleicht etwas Aufklärung beitragen, mehr zur Briefwahl mache ich dann nochmal getrennt. In unserer (nicht ganz so kleinen) Gemeinde ist der interne Ablauf der Briefwahl ähnlich dem im echten Wahllokal. Die ankommenden Briefe werden den Wahlbezirken zugeordnet, geöffnet, die eidesstattliche Versicherung geprüft und im Wählerverzeichnis wird der Wähler “abgestrichen”. Der Umschlag mit dem Stimmzetter wird natürlich nicht geöffnet und in die versiegelte Wahlurne des entsprechenden Briefwahlbezirkes geworfen. Soweit ich mich erinnere ist dieser Vorgang nicht explizit geheim, theoretisch kann also jeder Bürger da vorbeikommen und sich das ansehen. Allerdings findet dieser Vorgang in irgendeinem großen Raum der Verwaltung statt, so dass das Ganze nicht unbedingt leicht zu finden ist. Am Wahltag werden die Urnen, wie die im Wahllokal auch, um 18:00 Uhr geöffnet und von eigens eingerichteten Briefwahlvorständen ausgezählt. Dieser Vorgan ist dann selbstverständlich wieder öffentlich, das logistische Problem dorthin zu kommen bleibt natürlich.

  8. Ich wollte mal kurz mit einer persönlichen (mehr oder weniger) Anekdoten das Briefwahlproblem unterfüttern:

    Mein Opa ist seit Ewigkeiten, ich schätze seit ca. 60 Jahren, Mitglied der CDU und meiner Ansicht nach Demokrat durch und durch (damals nicht in die HJ gegangen bspw.). Dennoch hat er mir mal erzählt, dass er vor einigen Jahren die Briefwahlunterlagen meiner Mutter gefunden hatte, welche sie nicht richtig verschlossen hatte und er bemerkte dann, dass sie “das Kreuz nicht bei der richtigen Partei” gemacht hatte (ich vermute die Grünen :D). Er hat die Unterlagen dann kurzerhand weggeworfen. Natürlich war das damals auch die Schuld meiner Mutter, weil sie dir Unterlagen nicht richtig in den Umschlag gemacht hatte und diesen nicht verschlossen hat. Dennoch denk ich, dass das befürchtete Problem durchaus real ist, gerade weil mein Opa ansonsten sonst immer so demokratische Tugenden vertritt. Wie groß es allerdings ist und wie das im Verhältnis zu den befürchteten NichtwählerInnen steht, weiß ich auch nicht. Ich wollte nur aufzeigen, dass es nicht nur alte Menschen gibt (wie euer Beispiel war), die hier beeinflusst werden können oder was auch immer, sondern dass die Gruppe der Menschen, die unter Einfluss eines Menschen in ihrem Haushalt stehen mit Sicherheit größer ist.

  9. Hallo,

    ich wollte noch einmal ein kurzes Feedback geben, nachdem ich nur den Ausschnitt zum “Plus-Content” gehört habe. Die Entscheidung, die ihr getroffen habt, finde ich super.
    Ich wollte schon länger eine Überweisung einrichten und muss sagen, dass mich das Plus-Abo eher daran gehindert hatte. Zum einen weil ich bis jetzt noch keine Kreditkarte besitze und zum anderen weil mir nicht klar war, welche Inhalte ich verpasse, wenn ich nur eine Überweisung einrichte.
    Nach eurer jetzigen Entscheidung wird der Dauerauftrag also zeitnah eingerichtet. Toll das ihr so kritikfähig seid und danke für die Lage.

    • Will mich da anschließen.
      Und damit ihr euch nicht wundert, dass eure Kuechenstudio+ Kunden wieder weniger werden: Werde nun mein Abo kündigen und wie vorher per Überweisung spenden!

  10. Vielen Dank für die Entscheidung zum Plus-Content! Toll, dass das Feedback bei euch angekommen ist.
    Ich denke Pre- und Post-Show und eine potenzielle Werbefreiheit sind gute Plus-Inhalte, die normale Nutzer nicht einschränken und von einer Diskussion ausschließen.
    Euer Podcast lebt von einer breiten Hörerschaft und einer diskussionfreudigen Community.
    Da ich mir ein Abo als Student nicht gerade einfach leisten kann freue ich mich umso mehr über die Entscheidung. So fällt es einem dann auch leichter euch per Überweisung im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen.
    Vielen Dank für eure Arbeit und den tollen Podcast, habe ihn den Sommer über vermisst!

  11. Ich wundere mich auch – ich kam jetzt erst zum Weiterhören – dass Ihr die FDP als liberales Gegengewicht im Bundestag haben wollt.

    Warum aber?
    Was nützt einem bei Bürgerrechtsfragen eine marktliberale Partei?
    Wäre da eine sozialliberale Partei nicht besser?
    Ich weiß, dass es mode ist die Linke als antiliberal darzustellen, das ist sie jedoch nur bei marktliberalen Themen. In Bürgerrechtsfragen vertritt sie als einzige Partei liberale Positionen, auch im nächsten Parlament.

    Die FDP nennt sich zwar liberal, das ist sie jedoch nicht, weil eben besagter sozialliberaler Aspekt fehlt. Klar wirbt sie damit, aber im Parlament stimmt sie regelmäßig dagegen. Über die “homoehe” wurde schon früher abgestimmt und die FDP stimmte fast geschlossen dagegen. Dies ist nur eines von vielen Beispielen. Doppelpass wäre ein weiteres.
    Diese Partei schmiert sich zwar soziale Themen auf die Fahne, damit sie sich “liberal” nennen kann, das ist sie aber schon lange nicht mehr. Nicht erst, aber erst Recht als Frau Leutheusser-Schnarrenberger nicht mehr aktiv dabei ist. Das ist auch der Grund, warum die Partei zu Recht aus dem BTag flog und das ist der Grund warum deren Wiedereinzug nur wegen neuer Farben nicht zu erklären ist.

    MdB und Mitglied der Linksfraktion Frank Tempel hat sich als Cop innere Sicherheit als Thema auf die Fahne geschrieben. An ihm könnt ihr meine Aussagen prüfen.
    Mit seinen Forderungen geht er weiter, als die FDP. Das ist deshalb so, weil er A) nicht mit der Union schmusen will und B) er nicht nur das kritisiert, was “der wirtschaft schaden” könnte.
    http://gera.otz.de/web/gera/startseite/detail/-/specific/Bundestagsabgeordneter-Frank-Tempel-fordert-Strategiewechsel-bei-innerer-Sicherh-1946638113

    https://www.frank-tempel.de/nc/aktuell/detail/news/linksjugend-solid-thueringen-im-interview-mit-frank-tempel/

    http://www.sicherheit-forschung.de/forschungsforum/steuerungskreis/tempel/index.html

    Gruß
    Fabian

  12. Zur Briefwahl:

    Ich bin 42 und habe dieses Jahr zum ersten Mal in meinem Leben die Briefwahl nutzen müssen. Bisher war ich bei jeder Wahl in der Kabine, Oberbürgermeister, Kommunal, Landes- und Bundestagswahl. Nur eine Stichwahl zum OB ließ ich vor Jahren einmal aus, die Wahl war zwischen Pes und Cholera.

    Dieses mal muß ich aber von der Briefwahl gebrauch machen, weil der Bundeswahlleiter den Termin auf den Tag legte, wo in Berlin der Marathon statt finden wird. Und der Lauf stand schon seit Monaten fest.

    Ich wäre gerne wieder mit meinem Sohn zur Wahl geschritten und mein Kreuz gemacht.

  13. Herzlichen Dank für dieses Format. Ich bin sowohl inhaltlich als auch formal sehr begeistert über diese Sendung. Die “Lage der Nation” wird sicher nicht mehr aus meinem Blickfeld verschwindet.
    Eine Frage, die sich mir im Punkt Internetwahlwerbung sofort gestellt hat, ist, warum die Parteien in Deutschland die von Euch genannten Instrumente (noch) nicht (oder nur begrenzt) nutzen. Handelt es sich dabei um (eine) reflektierte Entscheidung(en), oder liegt es eher daran, dass die Instrumente (bisher) unbekannt sind? Gibt es dazu auch schon Untersuchungen, bzw. fundierte Vermutungen/Einschätzungen?

    • Man muss davon ausgehen, dass dieses Werbeformat allen Akteuren bekannt ist. Es wurde im US-Wahlkampf stark genutzt, wird von Facebook beworben und die Social Media Leute bei den Parteien werden das kennen. Warum Dark Ads offenbar bisher eher zaghaft eingesetzt wurden, weiß ich nicht.

  14. Thema Briefwahl.

    Nicht berücksichtigt wurde die Situation in Familien, in denen das Patriarchat herrscht. Die wahlberechtigten Familienmitglieder werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht frei wählen können. Dies trifft m. E. auf die meisten Familien zu, die der Kultur des Islam zuzurechnen sind.

    Gruß R.

    • Woher nimmst Du denn Deine Einschätzung zum Thema islamische Kultur? Hast Du da einen Link für uns?

    • 11. September 20178:13
      Christian1313

      Das kann genauso gut auch in christlich geprägten Haushalten passieren.

      Ausserdem ist anekdotisch Evidenz nur bei der Analyse von AFD Wählern erlaubt.

      • Hier wird wieder einmal reflexhaft versucht, die Probleme, die die islamische Kultur mit sich bringt, zu relativieren. Nicht zuletzt solche Verhaltensweisen haben dazu geführt, daß die AFD jetzt in erheblicher Stärke in den Bundestag einziehen wird.

        Es ging hier aber um die Frage, ob die überbordernde Ausweitung der Briefwahl das Prinzip einer freien und geheimen Wahl nicht konterkariert.
        Die in diesem Podcast angeführten Bedenken von Philip Banse werden von mir geteilt.

        R.

  15. Noch was zur Briefwahl,

    ich lebe derzeit im Ausland und war herbe enttäuscht das mir lediglich die Option der Briefwahl offensteht. Ich hatte mich drauf gefreut am 24. meine Stimme in eine Urne zu werfen zur Botschaft hätte ich es nicht weit gehabt. Aber geht nicht. Ich habe nur die Möglichkeit in meinen “Heimat” Wahlbezirk fahren und dort ein Urnen-Wahl machen. Meine Hauptkritik ist das mir zum einen das “Erlebnis” Wählen gehen fehlt und zum anderen bin ich mir nicht sicher ob meine Stimme überhaupt ankommt was wenn der mit der Post verloren geht.

  16. Moin,

    Thema Briefwahl:
    Die Kritik an der Briefwahl teile ich, aber ich kann auch Ulfs Argumente nachvollziehen. Ich bin selbst fast immer Briefwähler.
    Was mir bei der Kritik an der Briefwahl immer fehlt ist der Hinweis, dass man seine Briefwahl bei der Gemeindebehörde direkt durchführen kann. Das ist ein “normales” Wahllokal in den Räumen der Gemeinde mit Wahlkabine und Urne, nur das man anstatt des Stimmzettels die Briefwahlunterlagen bekommt. Damit geht man in die Wahlkabine, füllt diese aus und wirft sie in eine Wahlurne.
    Ich denke, dass mit diesem Verfahren alle Anforderungen an eine demokratische Wahl erfüllt sind.

    Was ich aber nicht verstehe, ist das bei Kritik an der Briefwahl (fast) nie auf diese Möglichkeit der Briefwahl hingewiesen wird.
    Ich kenne leider keine Zahlen, wie viele Menschen diese Art der Briefwahl nutzen und konnte auf die schnelle auch keine finden, aber gerade für “convenience” Briefwähler wie mich, ist dies eine adäquate Lösung und immer wenn ich diese Möglichkeit genutzt habe waren auch andere Wähler im Wahllokal.
    Die einfache Gleichung: Briefwahl=Wahl zuhause=problematisch stimmt so zumindest nicht.

    Liebe Grüße und schön, dass ihr aus der Sommerpause zurück seid.

    • 11. September 20178:17
      Christian1313

      Was ich nur schade finde ist das die Briefwahlstellen in den Gemeinden nur zu Zeiten besetzt sind an denen ich arbeite. Ich muss dieses Jahr auch briefwählen, da ich mich an in einem anderen Bundesland aufhalten werde.

  17. 11. September 20172:41
    Hass im Netz!!!

    Ich fand das ein sehr interessanten Punkt von Philip: Hass würde von Wut kommen und Wut wäre wiederum Ausdruck dessen dass man sich ohnmächtig fühle mich irgendwie aktiv was machen zu können.

    Der vielleicht vermeintliche Beleidiger der von Ulf mehr oder weniger als erfolgloser promovierter Chemiker gedoxt wurde der laut Xing seit 2007 einen Karriereknick haben soll – hat dann ein Brief mit ihr A********** verfasst.

    Also ich finde beides lächerlich sich über A******** als Beleidigung aufzuregen, als auch deswegen Strafanzeige zu stellen und das als Hass zu bezeichnen. Das ist sowas wie eine peinliche Nachbarschaftsstreitigkeit. Im Übrigen scheint mir das nicht strafbar zu sein, weil es sich bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte um eine nicht überschaubare Gruppe handelt mit über 30 Mitgliedern. (kleine Anmerkung dazu die Aufmachung der Seite ist teilweise sehr selbstreferenziell, selbstdarstellerisch mit Lebensläufen Abschlüssen und perfekten Fotos).

    Den Eindruck den ich bisher nicht abschließend gewonnen habe bezüglich Netzdebattenkultur möchte ich mal umreißen, es gibt die Formel von Erik Schmidt the Internet is only in different raume” two worlds, one is interfearing and controling the other one. Dann gibt es da noch einen Adam Curtis, der soziale Netzwerke und Internetkultur damit umreißt, das es eigentlich ein Rückschritt ins Mittelalter sei: Der früher im Dorf sich nicht an die Gemeinde. angepasst hatte wurde außerhalb der Stadtmauer verbannt. Letzteres ist sehr treffend für Herr Maas Internetkommunikations Agenda.

    Bezüglich des promovierten Chemikers, man bekommt jetzt auch nicht mehr die Zahnpasta in die Tube zurück. Mich würde schon interessieren was er inhaltlich von sich gegeben hat – das war ja bisher nur Kritik an der Person mutmaßlich geringen Einkommen abgeschlossen mit” dummes Zeug” ohne darauf einzugehen.

    Ich würde mich freuen was hat man da zu verlieren? Auch würde es glaube ich dem Podcast gut tun, wenn man mal nur als Beispiel Niels Ruf der mit Kançlerkandidat Somuncu den Podcast Tischgespräche betreibt einladen würde anstelle sich auf Sylke Tempel und Peter Altmaier zu beschränken.
    Also auch mal hinter” die Stadtmauern” zu blicken

    • “Mich würde schon interessieren was er inhaltlich von sich gegeben hat – das war ja bisher nur Kritik an der Person mutmaßlich geringen Einkommen abgeschlossen mit” dummes Zeug” ohne darauf einzugehen.”

      Mich nicht. So ein Verhalten disqualifiziert sich selbst. Wer auf XING ist, kann als erwachsen gelten und trägt Verantwortung für sein Verhalten. Mich interessieren Menschen mit Meinungen und nicht die Kommunikationsgestörten.

      Mich nervt das ständige Genöhle, dass man doch bitte für Menschen Verständnis haben soll, die völlig unzivilisiert andere für Ihre eigene Situation verantwortlich machen wollen.

      • 12. September 20171:19
        Hass im Netz!!!

        Dann soll er also doch hinter den Stadtmauern bleiben? Was bringt dann diese
        “Hintergrundinformation” ohne Inhalt?

      • 12. September 20171:26
        Hass im Netz!!!

        bzw wenn du das Genöhle nicht vom Pöbel/ armen Teufel erträgst kannst du ja die Ohren zuhalten und laut lalalalalalalalala rufen

      • Nö, wie wärs mit erst mal Rausch ausschlafen. Dann klappt das mit den Inhalten auch besser.

      • Das mit den Lala-Singen macht doch derjenige der beleidigend und herabwürdigend durchs Netz pöbelt. Sich auf andere Poitionen einzulassen sieht anders aus. Da stimmst Du mir sicher zu.

      • 12. September 201713:10
        Hass im Netz!!!

        Ich gehe einfach davon aus, wie dieser probierte Chemiker von Ulf avisiert wurde gab es auch inhaltliche bestimmte zutreffende Kritik die ihm auf die Palme gebracht hat und deswegen wurde das im Potcast ausgespart.

        Sonst macht man sich nicht solche Mühe da hinterher zu recherchieren ob der Lebenslauf von dem Typen 2007 aufhört. Aber man verliert meine Ansicht nach nicht wenn man darauf inhaltlich eingeht.

        Man begibt sich dann auf das vermeintlich niedrigere Niveau dieses promovierten Chemikers, dazu kann einen keiner zwingen. Aber andererseits bestätigt man doch genau das an Stereotypen der Gegenseite ich stehe sozial höher und bin ignorant und sich für meine Verhältnisse überempörend über ” A******** als harte Beleidigung aufzuregen und von Hass zu sprechen hat auch irgendwie was aristokratisches, dass ich wir beim SPD-Mitglied und Verfassungsrichter nicht wünsche, empfehle wegen dieser Wirkung mal die YouTube Serie dislike. Setzt natürlich voraus dass man über sich selbst lachen kann – denn Beleidigung mit meistend dann verletzend wenn sie zutreffen.

        Ich habe keinen Bock auf so eine gesellschaftliche Entwicklung wie im Film Demolition Man, die sich wirklich abzeichnet.

      • Das ist nun wirklich hart an der Grenze zur Trollerei – bitte achte in Zukunft darauf, nicht derart aggressiv unbegründete Vorwürfe zu erheben.

        Nein, die Mails enthielten keine nennenswerten Inhalte, sondern nur “Ausländer raus” in etwas gesetzteren Worten. Dazu kann man inhaltlich nichts Sinnvolles sagen.

        Und ich finde es auch nicht aristokratisch, eine Anrede als “Arschlöcher” beleidigend zu finden. Das ist eine strafbare Formalbeleidigung. Ich weiß nicht, in welchen Kreisen Du so verkehrst, aber das ist für mich nicht normal.

      • 12. September 201715:28
        Hass im Netz!!!

        ..wegen der Kreise, in denen ich mich bewege es sind vorwiegend niederer – die im Mittelalter hinter der Stadtmauer gelebt hätten.

  18. 11. September 20178:55
    Hans Günther

    Kleine Korrektur: Kohl war von 1982 – 1998 Kanzler.

  19. Erstaunlich oft fällt in euren Erläuterungen zu den Parteien und ihren Wahlkämpfen das Wort “Vision”. Auch in anderen Medien ist dieses Wort in den normalen Wortschatz übergegangen. Dabei sind für mich “Visionen” etwas Metaphysisches. Etwas dass man durch einen Rauschzustand oder Meditation erleben kann. Oder etwas Religiöses als göttliche Erscheinung.

    Ist das wirklich das richtige Wort für den Sachverhalt? Wäre nicht “Konzept” besser geeignet? Vielleicht fallen anderen Zuhören hier noch bessere Alternativen ein.

    P.S. Im Fussball gibt es eine ähnliche obstruse Verwendung eines fachfremden Begriffs, hier wird seit einigen Jahren das Wort “Philosophie” verwendet, wenn ein Trainer eine andere Taktik bzw. Einstellung zum Spiel einführt. Jeder Philosoph würde sich wohl im Grabe umdrehen bei dieser Verwendung des Wortes.

    • Wahlkampf funktioniert nicht (nur) über den Kopf. Konzepte begeistern nicht. Deswegen braucht es durchaus etwas “metaphysisches”, etwas großes, noch nicht konkretes, um Leute mitzureißen, denke ich. Und davon bietet Schulz außer Europa leider nicht viel.

  20. Zum Thema Briefwahl:
    Ich kann die Kritik an der Briefwahl durchaus verstehen. Nur leben wir Menschen nicht alle in der Selben Situation und im selben Umfeld. In meinem Umfeld z.B. ist der Anteil an Nichtwählern leider sehr groß, was auch bedeutet, das sie bei Verabredungen diesen Termin nicht berücksichtigen.
    Mir selber ist es früher durchaus schon mal passiert, das ich übers Wochenende nicht zu Hause war und am Sonntag erst zu spät daran gedacht hatte das ja Wahlen waren und deshalb nicht wählen konnte (glücklicherweise ging die Wahl dann in meinem Sinne aus).

    Allerdings kann ich das Menschenbild das hinter der Kritik an der Briefwahl steht nicht verstehen. Es leben doch nicht alle Briefwähler in Familien in denen sie genötigt werden ihr Kreuz an einer bestimmten Stelle zu machen. Und die auf die das zutrifft, die werden sich wohl auch in der Kabine kaum trauen ihr Kreuz woanders zu machen, außerdem haben diese Menschen wirklich schwerwiegendere Probleme als keine geheime Briefwahl zu haben, denke ich.

    Meine Freundin z.B. ist auch leider(!) Nichtwählerin, bei der letzten Landtagswahl hab ich dann in ihrem Namen die Briefwahl beantragt, in der Hoffnung sie damit zum Wählen überreden zu können, wenn sie dafür nicht extra irgendwo hingehen muss.
    Als ihre Unterlagen dann da waren, wollte sie trotzdem nicht wählen (sie meint sie kennt sich nicht damit aus und wählt deswegen lieber nicht) und meinte das ich doch einfach das Kreuz in ihrem Namen machen solle. Ich hätte also die Möglichkeit zum Betrug gehabt. Natürlich habe ich das nicht gemacht, obwohl es wohl niemand hätte herausfinden können.

    Ich wähle, aus den oben genannten Gründen seit Jahren immer per Brief, ich werde in meiner Wahl dadurch in keiner weise beeinflusst und kann meine Entscheidung sogar deutlich besser und sorgfältiger überlegen. Briefwahlunterlagen beantragt man auch nicht aus Desinteresse an demokratischen Wahlen, wie hier jemand behauptet, sondern es ist eine ganz bewusste Entscheidung.
    Dabei nehme ich in kauf, das sich der Wahlkampf für mich, im vergleich zum “Urnenwähler”, etwas verkürzt.
    Ich frage mich ob der Demokratie wirklich geholfen wäre, wenn man das Recht auf Briefwahl einschränken würde, wenn die Wahlbeteiligung dadurch dann möglicherweise um 10-15 Prozent sinkt.

  21. Liebes Team der LdN.

    ich mache seit mehreren Wochen aktiv Wahlkampf für die Grünen in einer mittelgroßen Stadt und dem ländlichen Raum in Sachsen. Ich habe nach diversen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern auf der Straße folgendes dabei gelernt:

    – Briefwahl: Ohne die Option der Briefwahl würden manche, gerade junge Menschen wie Schülerinnen und Schüler, Studierende, Azubis den Gang zur Wahlurne aus Bequemlichkeit (anderer Termin, schlechtes Wetter, Ausflüge, Kater vom Feiern am Abend vorher) nicht machen, bei manchen habe ich sogar den Eindruck, sie würden die Wahl vergessen, weil sie sich selber gar nicht in diesem Entscheidungsprozess involviert sehen. Solange es keine Wahlpflicht gibt (die ich auch sehr befürworten würde), muss die Briefwahl so einfach und zugänglich wie möglich gestaltet werden.

    – Diesel-Gate: Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie wir auf der Straße oder in Podiumsdiskussionen angefeindet und angegriffen werde, weil wir ein Verbot von Dieselfahrzeugen mit nachweislicher Gesundheitsschädigung oder ein Ende des Verbrennungsmotors ab 2030 diskutieren bzw. zum Teil auch fordern. Menschen kommen gezielt auf uns zu um uns zu fragen, wie sie als Handwerker denn dann in die Innenstadt kommen oder Eltern Ihre Kinder zur Schule bringen sollen, oder ähnliche im Jetzt gelagerten Szenarien. Ein Gesetz, dass 2030 in Kraft treten könnte und eine Thematik, die von dem globalen Handeln multinationaler Unternehmen viel stärker beeinflusst wird als von unserer deutschen Gesetzgebung erzeugt 13 Jahre vorher schon soviel Angst, Verunsicherung und damit Unmut bei den Menschen hier im ländlichen Raum, die sowohl aus privater als aus beruflicher Sicht auf Mobilität angewiesen sind.

    Insgesamt muss ich leider auch feststellen, dass nur wenige Menschen hier eine positive Sicht der Zukunft haben und sich nicht vorstellen können, dass technologische bzw. ökonomische Fortschritte und Umbrüche, wie Elektromobilität, regenerative Energien oder ein bedingungsloses Grundeinkommen, sich am Ende, nach einer vielleicht etwas rumpeligen Einschwingphase positiv auf das persönliche und gesellschaftliche Leben auswirken können.

    PS: Danke für euren tollen Podcast!

    • danke für diesen “Frontbericht”!

    • “Insgesamt muss ich leider auch feststellen, dass nur wenige Menschen hier eine positive Sicht der Zukunft haben und sich nicht vorstellen können, dass technologische bzw. ökonomische Fortschritte und Umbrüche, wie Elektromobilität, regenerative Energien oder ein bedingungsloses Grundeinkommen, sich am Ende, nach einer vielleicht etwas rumpeligen Einschwingphase positiv auf das persönliche und gesellschaftliche Leben auswirken können.”
      Das liegt vielleicht daran, dass die Vertreter dieser Ideen diese nicht positiv Vermarkten sondern stets Angstkampagnen (Atomkraft GAU, Klimawandelkatastrophe, Tote durch Stickoxide, Massenarbeitlosigkeit durch Technologiewandel usw.) fahren. Und entsprechend die enormen Kosten mehr als Ablass für (eingebildete bzw. eingeredete) Sünden den als positive Investionen in die Zukunft wahrgenommen werden.
      Ein weiterer Aspekt ist sicherlich, dass hier viele Gesetze beschlossen werden, bevor die technologischen Vorraussetzungen überhaupt erfüllt sind. Dadurch entsteht der Eindruck, dass der Wandel hauptsächlich Ideologie- und nicht Vernunftgetrieben ist. Es gibt keinerlei klare Vorstellungen wie z.B. die notwendige Energiespeicherung in Zeiten von EEG Vollversorgung (und rede jetzt keiner von den Akkus der Elektroautos, ich brauche kein morgendliches Glücksspiel ob die Akkus voll genug sind um zur Arbeit zu kommen), konkrete Finanzierung und Definition der Zielgruppen (Wer ist ‘Bürger’?) beim Bürgergeld usw.
      Und wenn jetzt 2030 der Verbrennungsmotor verboten wird, haben Bürger die ihr Fahrzeug länger als eine Leasingperiode halten oder auf günstige Gebrauchtwagen angewiesen sind durchaus berechtigte Sorgen, dass in 13 Jahren ihre Individualmobilität unbezahlbar ist. Man merkt da vielen Befürwortern des Verbotes an, dass das Probleme sind die sie nicht betreffen: Wer hat den auch nicht 35000 für einen Tesla 3 übrig? Der soll doch bitte in den ÖPNV steigen, egal wie wenig dieser zu den persönlichen Mobilitätsbedürfnissen passt.

      • @Stefan H.: Sie haben leider Recht, dass wir viele zukunftsorientierte Themen nach außen hin über Angstthemen kommunizieren. Vielen Dank für die Anregung, ich nehme das mal für ein paar interne Diskussionen mit.

        Zu der Elektromobilität: Im Grünen Wahlprogramm wird für 2030 nicht der Verbrennungsmotor an sich verboten, sondern nur die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren. Das ist schon noch ein Unterschied, da niemandem das Auto von heute auf morgen weggenommen wird. Gleichzeitig gibt es eine Planungssicherheit für die Autohersteller. Die E-Mobilität hat, trotz ihrer noch offenen Fragen, so viele Vorteile, dass sie global gesehen kommen wird, egal ob wir in Deutschland das wollen oder nicht. Ein E-Auto ist soviel einfacher zu konzipieren, dass die Markteintrittsbarriere für neue Hersteller deutlich niedriger liegt als bei konventionellen Autos (oder LKW). Und dadurch wird die Frage, ob es bald nur noch oder größtenteils E-Autos gibt, nicht in den etablierten Herstellerländern wie Deutschland, Frankreich oder USA, sondern in den wachsenden Märkten (China, Indien, Brasilien, …) entschieden. Diese Länder haben nämlich keine Großindustrie zu verteidigen, sondern wollen das Bedürfnis nach wachsender Mobilität befriedigen, ohne ihre Umwelt noch weiter zu belasten oder sich von Rohstoffimporten abhängig zu machen. Gerade wenn die Rahmenbedingungen frühzeitig geregelt sind, bezweifle ich außerdem, dass ein Tesla 3-äquivalentes Auto (oder Nissan Leaf) in 13 Jahren noch 35000 EUR kostet.

      • “Die E-Mobilität hat, trotz ihrer noch offenen Fragen, so viele Vorteile, dass sie global gesehen kommen wird, egal ob wir in Deutschland das wollen oder nicht. Ein E-Auto ist soviel einfacher zu konzipieren, dass die Markteintrittsbarriere für neue Hersteller deutlich niedriger liegt als bei konventionellen Autos (oder LKW).”
        Wenn dem so ist, warum braucht es dann überhaupt ein Verbot? Wenn die E-Autos so viele Vorteile haben, dann werden sie sich von alleine durchsetzen. Ohne jedes Verbot, ohne jede Subvention. Und wenn die deutschen Autohersteller den Trend verpennen, hilft man ihnen auch nicht mit einem Verbot in 13 Jahren. Hier zeigt sich eine merkwürdige Mischung aus Staatsgläubigkeit und Marktgläubigkeit.
        Die Kombination kenne ich aber bereits aus dem EEG. An der riesigen Kugel Eis hat ganz Deutschland mit jeder Stromrechnung zu knabbern. Und dafür haben wir eine teure Parallelinfrastruktur bei der Stromerzeugung aufgebaut, deren CO2 Ersparnis in globaler Hinsicht weniger ist als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und der teure Strom ist sicherlich nicht hilfreich beim Aufbau der Elektromobilität.

  22. Beschäftigt Euch mal mit der Frage: “Wie wähle ich die große Koaltion ab?” Daraus ergeben sich spannende Konsequenzen.
    Denn die SPD scheitert gerade sprichwörtlich an sich selber. Das Hauptproblem ist imo, dass sie keine klare Koalitionsaussge machen will.
    Ich hab jetzt von mehreren(!) SPD-Mitgliedern (MITGLIEDERN wohlgemerkt, nicht Wählern) gehört, dass sie bewusst CDU wählen, weil sie a) keine Groko mehr wollen und b) damit ihrer Partei helfen wollen, indem sie diese in die Opposition zwingen, damit sie wieder an Profil gewinnt und 2021 eine Chance auf den Wahlsieht hat.

    Und DAS ist der Fehler den die SPD macht. Würde sie mal klare Kante zeigen und eine klare Ansage, machen in der sie der Groko eine Absage und der Linken eine Zusage erteilt, dann wären da sicher noch einige Prozent mehr drin. Aber dann müsste man ja die heißbegehrten Ministerpöstchen aufgeben.

    Ich weiß auch noch nicht was ich wählen soll, obwohl ich politisch genau weiß was ich will. Ich hasse es, taktisch zu wählen, aber ich will einfach keine Groko mehr, ich will wieder vernünftige Oppositionsarbeit sehen.
    Aber wie wählt man die Groko ab? Die größten Chancen hat man vermutlich leider indem man Merkel wählt. Denn zu Rot-Rot-Grün will die SPD leider keine Aussage machen. Wie will die SPD neue Wähler gewinnen, wenn nichtmal die eigenen Mitglieder für sie stimmen?
    – Fail!

    • Hi, danke für den Kommentar! Zu dem R2G-Argument: Im Saarland hatte die SPD vorsichtig mit der Option R2G-Wahlkampf gemacht. Das Ergebnis ist bekannt: Die CDU hat sehr erfolgreich mit der Angst vor einer Linksfront mobilisiert. Kann man es der SPD-Spitze im Bund verübeln, wenn sie das nicht noch einmal erleben will? Keine einfache Kommunikations-Situation.

      • Nein, nicht einfach… Aber wie unten bereits geschrieben, könnte die SPD zumindest sagen “Entweder stellen wir die Regierung oder wir gehen in die Opposition” und damit der Groko eine Absage erteilen. Darin besteht imo die einzige (verschwindend geringe) Chance die sie noch hat, die Wahl zu gewinnen.

        Ich hab lange hin und hergerechnet, aber so wie es momentan aussieht ist die SPD für jemanden, der eine Groko um jeden Preis verhindern will, die schlechteste Option:
        – Rot-Grün: dafür wird es niemals reichen
        – Ampel: selbst wenn es reicht… unwahrscheinlich, dass man sich einigt
        – Rot-Rot-Grün: wird knapp und dafür gibt es keine Zusage der SPD
        – SPD in der Opposition: dito

        Egal wie man es dreht und wendet: Wer SPD wählt, wählt die Groko!
        So sehr es mir widerstrebt, FDP zu wählen, aber das ist vermutlich die beste Option. Es reicht dann eventuell für Schwarz-Gelb, und man hat gleichzeitig noch die (unwahrscheinliche) Option für eine Ampel.
        Spannend wäre noch zu zu prüfen wie es im eigenen Wahlkreis aussieht. Wenn man nicht gerade in einer CDU-Hochburg lebt, lohnt es sich vielleicht hier nochmal zu prüfen, was man am besten wählt.

        Und DAS ist es, was mich an dieser Wahl so annervt… Man ist gezwungen, nicht mehr nach Inhalten, sondern taktisch zu wählen.

    • Aber wählt man eine Groko nicht besser dadurch ab, dass man die Parteien Nr. 3-5 stärkt?

      Und zur SPD: Ich vermute mal, dass der derzeitige “Wahlkampf” der SPD genau die klare Kante ist die man überhaupt zeigen kann. Man ist sich eben einig in sehr vielen Themen mit der CDU (natürlich gibt es Nuancen in denen man abweicht, aber das ist vernachlässigbar).

      • @ChristianE:
        > Man ist sich eben einig in sehr vielen Themen mit der CDU
        Auf gut Deutsch: Die SPD ist überflüssig!

        > natürlich gibt es Nuancen in denen man abweicht,
        > aber das ist vernachlässigbar
        Genau! Und deswegen wählt sie auch niemand!

        Die SPD muss weiter nach links rutschen (und ja, das schließt es mit ein, dass sie etwas extremer und kantiger wird und auch mit der Linkspartei koaliert).

        Aber selbst, wenn die SPD den Linken (momentan noch) keine feste Zusage gibt, so könnte sie wenigstens der CDU eine Absage erteilen. “Entweder wir stellen die Regierung, oder wir gehen in die Opposition!”

        Denn egal was passiert, nochmal vier Jahre Groko wird der SPD vermutlich das Genick brechen… siehe oben… sie macht sich gerade selber überflüssig.

        Alle Themen von linken Parteien (Atomausstieg, Ehe für alle, Mindestlohn, Migration), sind letztlich unter der CDU-Regierung entstanden (zumindest ist so die öffentliche Wahrnehmung). Warum noch SPD wählen, wenn das Programm sich nicht von dem der CDU unterscheidet? Wie schon in der Show gesagt: Bei Merkel wissen die Leute was sie haben, ist zwar nicht toll, aber viel falsch machen kann man da nicht!

    • **********
      Beschäftigt Euch mal mit der Frage: “Wie wähle ich die große Koaltion ab?” Daraus ergeben sich spannende Konsequenzen.
      ************
      –> Indem man weder SPD noch CDU wählt. Rein wahltaktisch könnte man FDP zu wählen, da dies die wahrscheinlichste Alternative zur GroKo ist.

      ************
      Denn die SPD scheitert gerade sprichwörtlich an sich selber. Das Hauptproblem ist imo, dass sie keine klare Koalitionsaussge machen will.
      *************

      –> Wenn die SPD sagt, sie will R2G, dann führt dies zu 2 Problemen (aus Sicht der SPD):

      1. Ihr springen ihr massiv Wähler ab. Nämlich Mitte-Links-Wähler denen Wagenknecht zu radikal ist. Nicht umsonst hat Merkel im Schlussplädoyer des Kanzlerduells gesagt, sie koaliert weder mit Linkspartei noch mit der AFD und hat Schulz gefragt, ob er dies ebenfalls von sich behaupten kann. Gemäßigte Wähler springen dann zur CDU über.

      2. Die Linkspartei ist eine Oppositionspartei. Es wird so energisch an den Zielen festgehalten, dass kein Kompromiss mit der SPD möglich ist. Wagenknecht betont immer wieder, dass sich die SPD komplett ändern müsse damit eine Koalition realistisch sei. Wenn Schulz jetzt bereits vorher sagt, er will mit der Linken Koalieren, schwächt das imho seine Verhandlungsposition im Falle einer möglichen Koalition erheblich.

  23. Ich muss jetzt doch noch einen Kommentar zum Thema G20 loswerden. Ich hab ihn mir während der eigentlichen Sendung dazu verkniffen. Damals war meine Reaktion auch: Seltsam, dass hier fast nur die Polizei in die Verantwortung genommen wird, und dass es hier so gedreht wird, also ob die Polizei grundsätzlich daran interessiert ist, keine Demos zu erlauben.

    Es gab während des G20 Gipfels etliche Demos, die alle vollständig friedlich verlaufen sind. Trotz großer Polizeipräsenz.

    Was passiert, wenn die Polizei nicht präsent ist, konnte man ja in den Nächten im Schanzenviertel sehen. Brennende Barrikaden, geplünderte Geschäfte, Journalisten werden gezwungen, die Gegend zu verlassen. Tagsüber herrschte hier ein “Hipster- Party -Mob”, der mit Bierflasche, Sonnenbrille und Flipflop: Ganz Hamburg hasst die Polizei skandiert. Diese Leute, hinter denen sich die Chaoten vor der Polizei verstecken konnten, sind meiner Meinung nach genau so stark dafür zu Verantwortung zu zeihen, wie die eigentlichen Randalierer. Und nachts regierte das Chaos.
    Hätte jemand zu der Zeit einen Herzinfarkt, um mal keine monströsen menschlich verursachte Katastrophen zu erwähnen, wären die Rettungskräfte da nicht reingegangen.
    Zerstörte Infrastruktur, ausgerissene Straßenschilder, aufgebrochene Straßen, eingeschmissen Fensterscheiben und geplünderte Geschäfte. Natürlich nur die, die kein Schutzgeld gezahlt hatten. (Kaufte man ein Poster bei den Linken, für 20 Euro (bei der Höhe bin ich mir nicht mehr sicher), wird der Laden verschont, wenn das Poster im Fenster hängt).
    Das Problem war NICHT die Polizei, sondern der Mob, der aus ganz Europa nach Hamburg gekommen ist, um die Stadt zu verwüsten. Nur Naive können ernsthaft glauben, dass die “Welcome to Hell” Demo friedlich verlaufen sollte. Schon die Plakate, die zur Demo aufriefen zeigten ein brennendes Hamburg.

    Und so war die Lage dort, wo Polizei präsent war auch halbwegs sicher für Normalbürger. Dort wo der Mob durch die Straßen gelaufen ist, haben sich die Menschen nicht aus den Häusern getraut, Kleinwägen wurden angezündet, Scheiben eingeschmissen und Terror verbreitet. In manchen Straßen haben so viele Autos gebrannt, dass Hamburg wie ein Kriegsgebiet aussah, überall Rauchsäulen.

    Diese Seite der Geschichte habt ihr nicht erzählt, und das ist ein Problem, selbst wenn man davon ausgeht, dass die Polizei als Exekutive verantwortungsvoller handeln muss.

    Eure Vergleiche mit dem 1. Mai in Berlin sind in sich auch widersprüchlich. Erst soll sich die Hamburger Polizei an den 1. Mai Krawallen orientieren, wenn dann aber ein Landfriedensbrecher zu langer Haftstrafe verknackt wird, ist es auch wieder nicht ok. Obwohl das ja in Berlin, nach eurer Darstellung üblich war. Abgesehen davon, dass die Chaoten hier international organisiert waren, was beim 1. Mai in Berlin nicht der Fall ist.

    Meiner Meinung nach sind solche Haftstrafen absolut gerechtfertigt, um solche Katastrophentouristen aus Spanien, Italien, den Niederlanden, Polen, Österreich, der Schweiz und Russland in Zukunft zu verhindern.

    • Moin,
      zu der Schutzgeldgeschichte würde ich mich über eine Quelle freuen. Das klingt ja abartig.
      Zum Strafmaß als Abschreckung empfehle ich fast beliebige frühere Folgen, in denen Ulf nicht müde wird, zu erklären, dass nur die Wahrscheinlichkeit der Verurteilung einen abschreckenden Effekt hat, nicht das Strafmaß.
      Gruß,
      Matthias

    • @ Ulf und auch bezugnehmend hierzu:

      Es sind genau diese oben geschilderten Bilder, die Leute in den Köpfen haben wenn sie an G20 denken. Das ist der Trigger: G20 –> ach du sch****e, halb Hamburg hat gebrannt. Es ist diese nicht hinnehmbare Randale, die gefühlt um (fast) jeden Preis verhindert werden muss. Die Leute denken nicht an friedliche Demos sondern an eben diese heftigen, schockierenden Bilder, die sich mehr oder weniger direkt vor der Haustür abgespielt haben. Es gibt in der öffentlichen Wahrnehmung keinen Link zu einer friedlichen Demo.

      Man stelle sich jemanden vor, der genau diese Bilder im Kopf hat. Dann kommt die Polizei und versucht für Ordnung zu sorgen. Quasi wie eine Ersthelfer bei einem Verkehrsunfall. Dann ist es nicht fair, die Fehler der Polizei stärker zu thematisieren als die Randale, die ja das eigentliche Problem darstellt.

      Es ist klar geworden, dass Ihr keine grundsätzlichen Vorbehalte gegenüber der Polizei habt. Ebenso, dass Euch der ausführenden Polizist oder Polizistin eher leid tut und Ihr das Konzept dahinter kritisiert.

      Aber das eigentlich krasse, was da in HH passiert ist, sind nicht die Fehler in der Polizeiarbeit sondern die Randale. Deswegen begrüße ich auch die harte Strafe gegen den Randalierer aus NL.

      Ulf, deine Einordnung in rechts-links bzgl. der Kritik an der Polizeiarbeit bekräftige ich so wie du es erklärt hast. Ich würde mal behaupten, dass Linke grundsätzlich kritischer der Polizei gegenüberstehen als ein typischer der CSU-Wähler.

  24. Ein kurzer Aspekt der mir in der ganzen Debatte um den Diesel und Elektroautos aufgefallen ist.
    Das höchste der Gefühle zu dem sich die Parteien durchringen können ist das tauschen des Kraftstoffs. Also Diesel wird zu Elektro. Die Grünen wollen damit den Autostandort Deutschland sichern und Elektroautos mit viel Geld subventionieren.

    Was ich dabei vermisse ist eine Zukunftsperspektive. Langsam ist es an der Zeit zu erkennen, dass das Konzept des Individualverkehrs der Vergangenheit angehören sollte. Der ist nämlich vom Konzept her ineffizient. Man muss sich ja nur mal den Platzverbrauch in den Städten ansehen.

    Anstatt E-Autos zu unterstützen wo Geld zu denen fließt, die eh genug haben um sich sowas zu leisten wäre es besser in einem fahrscheinfreien ÖPNV für alle eingesetzt.

    • Ich gebe Dir Recht. Es fehlt eine Zukunftsperspektive. Eine Vorstellung davon, wie unsere Mobilität in den nächsten, sagen wir, 30 Jahren umgebaut werden kann, nicht nur aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes, sondern auch

      – um Räume in den Städten zu erhalten. Denn der PKW-Verkehr benötigt, wie Du richtig sagst, bei einer zunehmenden Verdichtung der Bevölkerung in den Städten schlicht zu viel Platz.
      – um schützenswerte Naturräume und Landschaften zu erhalten, statt sie dem Straßenbau zu opfern.
      – um individuelle Bewegungsfreiheit zu erhalten, oder sogar zu verbessern. Denn beispielsweise für ältere Menschen auf dem Land, die heutzutage ohne eigenes Fahrzeug die Wahl zwischen Taxi-Gebrauch (gemessen an der Rente zu teuer) und Busfahren (fährt zu selten und ist zu lange unterwegs) haben, ist noch viel Luft nach oben.
      – um Waren schnell und kostengünstig durchs Land zu transportieren

      Die Zukunft unserer Mobilität ist für mich ein zentrales soziales und wirtschaftliches Thema. Da wundert es mich, dass darüber so wenig debattiert und gestritten wird. Es reicht nicht aus, wenn die Grünen oder die Linke hier mit einzelnen Forderungen sticheln. Wir bräuchten einen viel weiter gehenden Dialog.

      Aber seit zwei Jahren streiten wir vor allem über Menschen auf der Flucht, und dann kommt lange Zeit nichts.

    • Ein Fahrscheinfreier ÖPNV bringt gar nichts wenn dieser so schlecht ausgebaut ist, dass er überhaupt gar nicht die Mobilitätsbedürfnisse erfüllt. Im Gegenteil Jahreskarten für den ÖPNV sind in der Regel bezahlbar und man braucht einfach viel Geld zum Ausbau.

  25. Zum Thema Wut:
    Kann es sein, dass auch, vielleicht sogar vor allem, ein Mangel an alternativen Konzepten für das gesellschaftliche Miteinander dazu führt, dass Menschen sich zu scheinbar anderen Konzepten hingezogen fühlen?
    Seit dem Ende der Sowjetunion ist das kapitalistische System in seiner immer extremer werdenden Ausprägung alternativlos, wie es so schön heißt. Das soll nun nicht heißen, dass man sich den sowjetischen Sozialismus zurück wünscht, aber es gibt ja nicht mal ernsthafte Versuche innerhalb der meisten deutschen Parteien, ein Konzept zu einer Gesellschaft zu erarbeiten, geschweige denn dafür zu kämpfen, welches den Menschen und seine Gesellschaft als wichtiger erkennt als das Kapital. Nicht mal die Grünen schaffen es, die Vorlage des Dieselskandals auch nur anzunehmen. Da sterben also offensichtlich viele Menschen an den Folgen des NOx-Ausstoßes und keiner schafft es damit glaubhaft zu fordern, das KFZ aus den Städten zu verbannen, wenigstens mittelfristig?
    Auch die SPD kann nicht glaubhaft machen, dass sie einen Plan hat, um die nächste Spekulationsblase zu verhindern (was wohl nur mit einem (kleinen) Systemwechsel plausibel wäre). Nicht mal die Regulierung der Banken wird glaubhaft vorangetrieben.
    Der ganze Wahlkampf scheint ein “Weiter so , aber mit Martin” zu sein. Das ist allerdings nicht erst bei dieser Wahl so, sondern lässt sich mindestens seit Schröder verfolgen. Seit dem hat sich weder das Personal noch das Programm signifikant geändert.

    Wenn nun also Menschen sehen, dass es keine anderen Konzepte gibt, was bleibt ihnen außer Wut? Das rechtfertigt natürlich weder Hass (ob nun im Netz oder auf der Straße) noch andere Aussetzer wie sie bei dem G20-Gipfel zu beobachten waren, noch das anzünden von Flüchtlingsunterkünften.
    Es ist natürlich auch keine Alternative, das alte System weiter zu unterstützen, oder sogar noch weiter in Richtung freier Marktwirtschaft zu befördern, aber dafür einen Schuldigen zu präsentieren.

    Es wäre meiner Meinung nach sehr erfrischend, wenn ein breiter Teil der Gesellschaft auch nur darüber diskutieren würde, was man sich eigentlich vorstellen kann, um die Gemeinschaft der Menschen weiter zu bringen und nicht nur das Kapital zu mehren.

  26. Co2 Emissionen E-Auto vs. Verbrenner//

    Es wird gern bei der Betrachtung der Lebenszyklus Verbräuche über den Strommix und die Energie zur Batterieproduktion geschimpft.
    hierzu:
    – der Strommix wird besser werden
    – die Emissionen bei der Produktion von fossilen Kraftstoffen werden hier meist nicht, oder unvollständig erfasst.
    https://www.eia.gov/dnav/pet/pet_pnp_capfuel_dcu_nus_a.htm
    – demgegenüber wird z.B. bei Tesla Co2 neutral produziert https://www.treehugger.com/renewable-energy/teslas-gigafactory-will-produce-much-renewable-energy-it-uses-net-zero-energy.html)
    – bei den aktuellen Zahlen an EVs ist das eh die falsche Diskussion
    – irgendwer muss jetzt die Prämie für mittelfristig günstigere Akkus zahlen (siehe 100tsd. Dächer>(über)Produktionskapazitäten in CN> erschwingliche PV für alle weltweit)

    und ja:
    – nicht einfach Verbrenner zu Stromern #Mobilitätswende
    aber eben auch:
    – Stromer als wichtiger Baustein der Energiewende #SmartGrid

    • Ging der Gast im ersten Sommerinterview nicht auf das Thema CO2 bei der Diesel- und Benzinproduktion ein? Er schien sich da auszukennen und attestierte Teslas trotzdem eine schlechtere Umweltbilanz als guten Benzinern. Sind halt Sportwagen.
      Die Geschichte mit den Solardächern nehme ich Tesla nicht ab. Die Fläche ist einfach viel zu klein für den Strombedarf.
      Und E-Autos als Bestandteil von Smart Grids sind ne schöne Idee, aber leider nicht realistisch, solang sich erstere im Privatbesitz befinden.

      • > Und E-Autos als Bestandteil von Smart Grids sind ne schöne Idee, aber leider nicht realistisch, solang sich erstere im Privatbesitz befinden.

        Warum das? Wenn es sich finanziell lohnt, werden auch private Akku-(Auto-)Besitzer gerne dazu beitragen, Speicherkapazitäten bereit zu stellen.

    • Teslas Gigafactory wird allerhöchstens den Fussabdruck der Batterien reduzieren, denn dort werden die Batterien nur zusammengebaut …

  27. Ich hätte gern Beispiele dafür gehört, dass die Linke (insbesondere Wagenknecht) am rechten Rand fischt.

      • Ich war auch ein wenig überrascht, dass Ihr diesen (mir einleuchtenden) Vorwurf nicht für erklärungsbedürftig haltet. Schließlich sehen sich Linke und AFD als sowas wie Erzfeinde.

      • Wagenknecht hatte sich mal extrem kritisch gegenüber dem Flüchtlingsstrom geäußert.

        Zudem ist das Ziel Klientel beider Parteien Personen, die sich als gesellschaftlich abgehängt mit wenig Perspektive fühlen, z.B. Langzeitarbeitslose oder Berufstätige im Niedriglohnsektor. Da gibt es Überschneidungen. Ebenso sehen sich beide Parteien als Alternative zu den konventioneller Parteien mit denen “sich eh nichts ändert”.

  28. Zum Thema “Dark Ads” ist es übrigens ganz interessant, dass die CSU vor einiger Zeit auf Facebook Slogans wie “Wir wollen keine Republik, in der linke Kräfte und der Multikulturalismus die Vorherrschaft haben” in russischer Sprache an User gerichtet hat, die dem russischen Staatssender RT folgen: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-03/csu-horst-seehofer-moskau-russlanddetusche-rt

  29. Nochmal zu Elektroautos bzw. Batterien.

    Das CO2 entsteht nicht direkt in der Produktion sondern bei der Gewinnung des Lithium für die Batterie. Das muss nur EIN einziges mal geschehen. Die Batterie kann dann genutzt werden solange wie gewollt. Und wenn Sie nach 20 Jahren nicht mehr die gleiche Lebensdauer hat wie neu kann man sie recyclen aber dabei ensteht auch KEIN CO2 mehr, das Lithium muss nicht mehr neu gewonnen werden!

    Bitte bitte informiert euch bevor ihr sowas in die Welt setzt!

    MFG Luick K.

    Quellen + Artikel:
    https://www.greentechmedia.com/articles/read/no-tesla-batteries-are-not-a-global-warming-disaster
    http://climatechangedispatch.com/we-pay-a-fortune-for-renewable-energy-when-we-should-be-exploiting-fossil-fuels/
    https://news.ycombinator.com/item?id=14608959
    https://medium.com/clean-energy-trust/no-tesla-batteries-are-not-a-global-warming-disaster-630c386122cb
    https://forums.tesla.com/forum/forums/battery-production-co2-emissions
    https://cleantechnica.com/2017/06/22/swedish-ev-battery-study-sucks/

    • Vielen Dank für deinen Kommentar. Aber soweit ich mich entsinnen kann haben wir auch nichts anderes behauptet, oder? Ich denke wir haben sinngemäß gesagt, dass man die CO2-Emissionen bei der Produktion eines Autos mit reinrechnen muss. Das ist ja auf jeden Fall richtig, oder?

      • Ja, dass stimmt.
        Aber mir geht es nicht um ein letztes allumfassendes Urteil das ihr festlegt. Es geht viel mehr um die Stimmung, die gegenüber Elektroautos gemacht wird. Und das war bei euch nicht:” Elektroautos sind eine willkommene Alternative” sondern: “Elektroautos sind eine künstlich hoch gehypte Illusion”.

        Versteht mich nicht falsch, ich hab nichts gegen faktenbasierte Kritik aber ihr setzt Elektroautos nicht auf eure Liste der Alternativen zum Verbrennungsmotor, was das Elektroauto aber ist.

        Ich wollte das nur nochmal anmerken. Denn mir als Hörer wurde dass so vermittelt und ich denke vielen anderen Hörern auch, ohne das sie das direkt mitbekommen.

        MFG

      • Ich denke, dass das ein Missverständnis ist, wir wollten durchaus nicht Elektroautos als Alternative grundsätzlich ausschließen. Wir hatten doch sogar einen O-Ton, wo jemand ein Hybrid-Auto explizit empfohlen hat.

      • Ja aber ein Hybrid ist kein Elektroauto.
        Ein Hybrid ist kein Vergleich zu den Technologien von Tesla & Co, die mit Elektroautos möglich sind.

        Naja, wenn das nur ich so empfunden hab ist es ja gut.

      • “Aber mir geht es nicht um ein letztes allumfassendes Urteil das ihr festlegt. Es geht viel mehr um die Stimmung, die gegenüber Elektroautos gemacht wird. Und das war bei euch nicht:” Elektroautos sind eine willkommene Alternative” sondern: “Elektroautos sind eine künstlich hoch gehypte Illusion”.”
        Auch wenn es Fans schwerfällt: Elektroautos mögen irgendwann die beste Option sein. Zum jetzigen Zeitpunkt sind sie in der Gesamtbetrachtung schlicht nicht die beste Wahl, was Preis/Leistung und Umweltaspekte angeht.

      • @Stefan H. Hast du mit nicht zugehört? Mein ganzer Kommentar dreht sich darum dass Elektroautos genau diese beste Wahl sind

    • “Und wenn Sie nach 20 Jahren nicht mehr die gleiche Lebensdauer hat wie neu kann man sie recyclen aber dabei ensteht auch KEIN CO2 mehr, das Lithium muss nicht mehr neu gewonnen werden!”
      Im Hochleistungsbereich (also Autos) halten die Batterien keine 20 Jahre (bei akzeptablen Reichweitenverlust). Weiterhin kostet auch Recyling Energie und läuft auch nicht mit 100% Effizienz.

      • Um die Elefanten aus dem Raum zu kriegen: ja, jede Form von Individualverkehr belastet die Umwelt ungemein. Nein, Elektroautos lösen nicht die Probleme in den Städten, ganz und gar nicht. Und wenn man nicht daheim laden kann sieht es ganz finster aus.

        Aber zur Umweltbilanz gibt es einiges zu sagen:

        Zur Lebensdauer der Akkus: Die Autohersteller geben eine Garantie auf 70-80% bei oft 8 Jahren und/oder 160000-200000km an. Das dürfte einem Autoleben entsprechen, gerade wenn man sich anschaut was bei der Kilometerleistung von modernen Verbrennern noch übrig ist bzw. was dort für Reperaturen fällig werden. Und die Hersteller würden so eine Garantie nicht geben wenn sie nicht überzeugt wären das sie selten bis nie zahlen müssten.

        Dazu gibt es ein second life für solche Akkus im Bereich Heimspeicher, es fehlen für umfassendes Recycling aber schlicht und ergreifend Akkus die man recyclen könnte.

        Auch sollte man sich anschauen wie groß der Anteil an der weltweiten Akkuproduktion ist der in Elektrofahrzeuge geht. Spoiler: WEIT weniger als man denkt, iirc war es ein einstelliger Prozentanteil. Der Rest geht in Handies, Notebooks usw.

        Aussagen in der Art von “Elektroauto ist schlimmer als ein Verbrenner” beruhen oft auf mehreren falschen Annahmen:

        – die “Schwedenstudie”, auf die sich die Focus und Co berufen, zieht da explizit keine Vergleiche. Wen da Details interessieren kann sich im Elektrify BW Podcast von Jana und Jerome informieren
        – Man vergleicht gern den größten Tesla mit kleinen Verbrennern
        – Man ignoriert das viele E-Auto Hersteller wert auf umweltverträgliche und CO2 neutrale Produktion setzen, wie BMW beim i3, Tesla bei der Giga Factory
        – Man ignoriert gerne den CO2 Rucksack der Produktion von Verbrennungsautos, und setzt einfach “CO2 bei der Akkuproduktion und Stromproduktion gegen CO2 Ausstoß der Verbrenner” an
        – Man ignoriert beim CO2 Ausstoß der Verbrenner den CO2 Ausstoß der Ölförderung und in den Raffinerien
        – Man ignoriert Akku-Recycling und Weiterbenutzung in anderer Funktion
        – Man setzt immer den bösen deutschen Strommix bei e-Autos an, und ignoriert das fast alle Ladesäulen und viele private Ladepunkte mit Ökostrom betrieben werden.
        – Andere Pluspunkte wie weniger Feinstaub (Bremsen!) oder Lärm werden ignoriert

        Man kann die Liste lang und breit weiterführen, aber einer der Kernpunkte ist ja: mit einem e-Auto kann ich die Umweltbilanz direkt beeinflussen, beispielsweise in dem ich nur die Akkukapazität kaufe die ich wirklich brauche, oder in dem ich entscheide ob ich Graustrom, Ökostrom oder im Idealfall Solarstrom vom eigenen Dach “tanke”.

      • “Man kann die Liste lang und breit weiterführen, aber einer der Kernpunkte ist ja: mit einem e-Auto kann ich die Umweltbilanz direkt beeinflussen, beispielsweise in dem ich nur die Akkukapazität kaufe die ich wirklich brauche, oder in dem ich entscheide ob ich Graustrom, Ökostrom oder im Idealfall Solarstrom vom eigenen Dach “tanke”.”
        Das mag für Einzelne durchaus gelten, wir reden hier aber von einer kompletten Transformation des Individualverkehrs mit über 40 Millionen Autos, welche, möglichst bei Nacht natürlich, geladen werden wollen. Das reicht die Dachfläche in Deutschland nicht aus (insbesondere da halt Nachts wenig Sonne scheint). Da reicht auch die Energieversorgung Deutschlands zum derzeitigen Zeitpunkt nicht aus. Und was die Erneuerbaren angeht ist da gar nicht mehr so viel Luft nach oben. Solarzellen sind schon per se ungeeeignet (wegen Tageszeitabhängigkeit), aber auch Windkraft kann auf dem Land durch die (imho sehr sinnvollen) Abstandsregelungen kaum noch ausgebaut werden. Auch auf Nord- und Ostsee kann man nicht so viele Windräder aufstellen um Deutschland mit Ökostrom jederzeit durchzuversorgen. Man muss das große Bild im Auge behalten und nicht einzelne Enthusiasten.

      • Das Recycling ist aber Effizienter als jeder Ölwechsel. Und der ist öfters fellig als eine Batterie erneuert werden muss.

  30. Hallo ihr beiden,

    zum Thema Hass und Wahlkampf wundert mich immer, auch bei euch, dass hier wenig zwischen West und Ostdeutschland unterschieden wird. Denn das Phänomen geht ja offensichtlich von Ostdeutschland aus.

    Wir ihr richtig bemerkt, ist die Grundlage die des nicht gehört werdens. Die Frage lautet also, ob das Real ist oder nur eingebildet. Zwar gibt Philipp einen Hinweis auf das Gefühl, ich habe es nicht überhört… aber: Ostdeutschland hat keine Lobby in Gesamtdeutschland. Es gibt dort den MDR und die SuperILLU als große Medienhäuser. In gesamtdeutschen Debatten wird über den Ossi geredet aber nicht mit ihm. Lange Zeit konnte die Linkspartei das auffangen. Sie gab Hilfestellung in Lebensfragen und kümmerte sich um die Menschen. Doch durch die erhöhte Partizipation der Linken wurde auch sichtbar, dass die Partei nicht zu einer Änderung der Lage beitragen kann.

    Über die Wunden der Einheit sprechen wir dabei noch gar nicht.. Interessant ist zudem, dass wenn an die Leute reden lässt… sie meist recht schnell ihre Sprüche gegenüber den Ausländern lassen und sich über soziale Probleme beschweren. Da geht es im Kern um gefühlte Ungerechtigkeiten.

    Das Ganze hat seine Ursprünge in den Hartz IV-Reformen. Alle demokratischen Mittel, die damals genutzt wurden, haben nicht zu spürbaren Veränderungen geführt. Schlimmer noch, die Demos haben damals die Wirkungslosigkeit der Demokratie im Osten spürbar werden lassen, wenn man sich in einer Minderheit befindet. Nur waren im Osten von den Reformen übermäßig viele Menschen betroffen.

    Man hörte ihnen nach einer Weile nicht mehr zu.. Man ignorierte die Demos. Und dann entdeckten die Menschen, dass man ihnen plötzlich wieder zuhört, wenn sie Ausländer beschimpfen. Und die Wut gegen Flüchtlinge, für die plötzlich das Geld da ist, das man den Prekären zuvor verweigerte… heizt die Wut an. Auch in der Finanzkrise war plötzlich sehr viel Geld da… für die Reichen, die Banker.

    Das Wahrnehmungsproblem, die fehlenden Erklärungen, das Regieren nur in Notlagen… führt dann zur AfD, die es übersetzt und transformiert. Die aber offensichtlich auch im Kern nicht das Vertritt, was die Menschen wollen… aber, wie auch Donald Trump, verspricht sie zumindest das Establishment zu zerschlagen. Die Gegenseite, die diese Leute als Nazis brandmarkt, führt aber auch zu dieser Identitätsfindung… denn da heißt es dann plötzlich: “Dann bin ich halt ein Nazi für euch.. ich weiß ja für mich, dass ich keiner bin. Euch bin ich ja eh egal.”

    Es geht da nicht nur um Wutablass… es geht auch um ein neues Ernstnehmen der Bürger. Ein Erklären dessen, was sonst nur Verwaltung ist.

    P.S.: Merkel macht einen simplen Personenwahlkampf. Es geht um sie, nicht um die CDU. So wie das auch Lindner macht. Da ist es doch nicht wunderlich, wenn der Mob dann zu Merkels Veranstaltungen geht und “hau ab!” ruft. Das eine bedingt das andere.

    mfg
    mh welcome back

  31. @philipp: in der wahlkabine ist man so alleine, dass man auch ein unerlaubtes foto des abstimmens machen kann.

    mfg
    mh

  32. Auch von mir ein herzliches Willkommen zurück! Keine Ahnung, wie oft ich im August den Podcast Player aktualisiert habe, obwohl ich wusste, dass Ihr erst im September weiter macht.
    Sagt mal, bin ich hier der einzige, bei dem die O-Töne an der falschen Stelle kamen? Tierisch nervig! Kann mir kaum vorstellen, dass das an meinem Player (Podcast Addict, Android) liegt. Auch die lange Störung durch Philips Frau im letzten Interview hättet Ihr schneiden sollen. Ich finde, sowas geht nicht, wenn Ihr die Lage professionalisieren wollt. Für nen guten Euro pro Folge erwarte ich ununterbrochenes Hörvergnügen.
    Wo ich schon bei technischem Feedback bin: Ich habe die Lage eben nicht auf der Küchenstudio Homepage gefunden. Oder ist das normal, wenn man als + Abonnent eingeloggt ist?
    GroKo/FDP: Mir gefällt sehr viel, was Lindner erzählt, z.B. zur VDS. Aber ich erinner mich auch an die MwSt. für Hoteliers (und bekomm jedes mal so’n Hals, wenn ich daran denke). Daher bereitet es mir Bauchschmerzen, wenn Ihr Euch Schwarzgelb wünscht, nur damit die SPD wieder zu sich findet. Nach 7 Jahren Schröder dachte ich auch, viel schlimmer wird’s nicht mehr. Und war dann echt geschockt, wie viel CDU und FDP in vier Jahrem kaputt gemacht haben. Das wünsch ich Deutschland nicht wieder!
    Gruß,
    Matthias

  33. Ich würde mich in der nächsten Folge sehr über eine Einschätzung der Situaltion im Mittelmeer freuen. Insbesondere über die Aktivitäten der sogenannten Lybischen Küstenwache, der Ausweitung der SAR Zone in interantionale Gewässer, dem Bedrohen und Kriminalisieren von NGOs und dem Zusammenspiel mit der EU. Mehr zu dem Thema anbei:

    http://www.independent.co.uk/news/world/europe/refugee-crisis-deaths-mediterranean-libyan-coastguard-uk-eu-support-stop-shooting-charities-a7756156.html

    http://www.middleeasteye.net/news/uk-funds-indefinite-and-indiscriminate-detention-refugees-lybia-report-1936409762

    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/09/10/un-hochkommissar-kritisiert-eu-fluechtlingspolitik-scharf/

  34. Zur Mobilitätstransformation:
    Das Hauptproblem ist der ländliche Raum. Einerseits wird dort niemand auf sein Auto verzichten wenn nicht etwa 20h / Tag und 7 d / Woche ein Bus im halbstunden Takt zur Verfügung steht. Auch müsste das Netz so engmaschig sein, dass die Fahrzeit sich, verglichen mit dem Auto, nur unwesentlich verlängert. Andererseits würden diese vielen benötigten Busse wohl die meiste Zeit leer bzw. fast leer fahren und sind damit noch schädlicher als der Individualverkehr (übrigens stammt Feinstaub großteils von Reifen bzw. Bremsenabrieb und fällt damit auch bei E-Autos an (http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/feinstaub-motoren-luftverschmutzung-reifen-abrieb-bremsen)). Carsharing ist dabei auch nur eine Scheinoption, den unter der Woche gleichen sich die Fahrzeiten der Autos sehr (Pendler werden das bestätigen), so dass die Synergieeffekte gering sind. Der mangelnde Ausbau auf dem Land führt aber andererseits auch dazu, dass man in der Stadt nicht unbedingt auf sein Auto verzichten kann, schließlich hat man da draußen ja vielleicht Freunde / Verwandte / Veranstaltungen / Kunden.
    Einziger Ausweg sind vielleicht die aufkommenden autonomen Fahrzeuge, die on-demand im ÖPNV eingesetzt, maximale Mobilität bei minimaler Anzahl Fahrzeugen ermöglichen. Aber da geht noch mindestens ein oder zwei Jahrzehnte ins Land bevor in jedem Dorf so ein Service zur Verfügung steht (die dort gekauften Busse müssen ja auch erst abgeschrieben werden). Es hilft dabei nichts wenn im hippen Berlin das ganze früher stattfindet.

  35. Zu Nordkorea:
    Obamas Quasi-Tatenlosigkeit in den vergangenen 8 Jahren hat der jetzigen US-Administration eigentlich alle Optionen verbaut. Man hätte viel früher und stärker auf den Patron China einwirken müssen. Jetzt ist es zu spät. Da könnte auch eine Präsidentin Hillary nicht mehr machen als ein Trump jetzt tun kann.

  36. Zum Thema Dark Posts:

    Ganz so einfach wie Beschrieben funktioniert das mit dem Targeting bei den Dark Posts oder Dark Ads nicht. Es ist richtig, dass die Anzeigen quasi unsichtbar und nur für den eigestellten Zeitraum an die eigestellte Zielgruppe ausgespielt werden. Aber die Zielgruppe lässt sich im benannten Szenario (SPD spielt AFD-Anhängern in Sachsen einen Dark Posts mit der Aussage “Ausländer raus” an) nicht auf diese spezifische Zielgruppe herunterbrechen.
    Warum: Facebook geht beim Targeting nicht nur danach, welche Seiten Personen gelikt haben oder welche Themen sie selbst posten, sondern auch danach, mit welchen Posts und Themen sie interagieren (heißt liken oder reagieren und natürlich kommentieren). Darüber hinaus gibt es noch andere Parameter wie Browserverlauf, Geo-Daten etc., die auch eine rolle spielen. Aber gerade beim Punkt Interaktionen stelle ich mir das oben genannte Szenario doch eher schwierig vor. So wird doch in politische Diskussion am liebsten dann eine Meinung kundgetan, wenn man etwas gegen den Post auszusetzen hat. Sympathisanten von Parteien liken die Seiten anderer Parteien, um mitzubekommen, wann sie endlich wieder einen kritischen Kommentar loswerden können.
    Für die Dark Posts heißt das im Prinzip, dass ich durch gutes Targeting natürlich am ehesten die Zielgruppe erreiche, die ich eingestellt habe, aber eben nicht nur – da mischen sich dann auch wieder Fürsprecher beider Seiten unter. Das macht es zumindest schwierig, Wahlkampfthemen für die ein oder andere Zielgruppe komplett losgelöst voneinander darzustellen.
    Mehr Sinn würde es machen, einzelne Themen vermehrt Personen ausspielen zu lassen, die sich mit dem jeweiligen Thema am ehesten identifizieren können. Beispielsweise könnte man das Thema Miete in Ballungsräumen auszuspielen, in denen es wenige Wohnungen gibt und wo die Mietpreise explodieren.

    Interessant an dem beschriebenen Projekt und am sammeln der Browserdaten von Nutzern ist jedoch, dass – anders als in den USA – die Sozialen Medien in diesem Wahlkampf fast überhaupt keine Rolle spielen. Qualität und Quantität der Wahlwerbung im Social Web hätte ich bei vielen Parteien anders erwartet.

  37. Hallo, schön, dass die Sommerpause endlich vorbei ist.
    Thema Nordkorea. Lass uns doch mal davon ausgehen, das die Machtelite in Nordkorea gerade nicht wahnsinnig ist. Dann wird – finde ich – der Fall ganz klar: Nordkorea will die Amis an den Verhandlungstisch zwingen. Natürlich werden sie keine Bombe auf San Francisco abwerfen, die Antwort wäre ja ganz klar das Ende des Regimes. Andererseits werden sie auch “stark” in die Verhandlungen gehen wollen, um dort auch eigene Positionen, z.B. und insbesondere ihr eigenes Überleben als Regime mit Nachdruck zu vertreten zu können.
    Das bedeutet: Es sind die Amerikaner, die diesen Konflikt sofort beenden können, indem sie Nordkorea Gespräche anbieten. Es fragt sich nur, ob sie das auch wollen.

    • Was sollen den ausgerechnet die USA dort aushandeln? Das Nordkorea aufhört den Süden regelmäßig mit Kriegsdrohungen zu überziehen?

      • Na, lass doch mal die Nordkoreaner hören, was sie möchten. Ich könnte mir vorstellen, dass sie für einen Friedensvertrag im Gegenzug z.B die Aufhebung der Sanktionen etc. fordern.

    • Ist die Frage, was Nordkorea will. Und warum dieser Wunsch nicht bekannt ist. Den hätten sie ja auch ohne konkreten Verhandlungspartner schon mal leaken können.

      • Wie soll der bekannt sein, wenn sie nicht mit einander reden. Genau das ist doch der Punkt. Es geht darum, die Amerikaner zu Reden zu bringen – und zwar auf der diplomatischen Bühne und nicht über Regierungssprecher oder das Staatsfernsehen.

  38. Ich lese überall, dass es ziemlich eindeutig ist, dass die CDU die Wahl gewinnt. 2016 habe ich den Wahlkampf in der USA verfolgt und da war die führende Meinung, dass die Demokraten haushoch gewinnen werden. Man kann beide Wahlkämpfe nicht vergleichen, aber ich bin mir nicht sicher ob man sich so festlegen sollte. Vo rallem auch, weil es das Signal sendet “dann brauchst du auch nicht zu wählen, wenn das eh klar ist”.

    Gibt es eigentlich Erkenntnisse über Wahl- bzw. Meinungsbeeinflussung via Social Media, Wikileaks etc. wie es im Brexit/USA/France Wahlkampf vorkam? Was wird dagegen unternommen? Wie berichten RT und Sputnik?

    Ich glaube nicht, das wir am Morgen nach der Wahl aufwachen werden und von der blauen Alternative regiert werden, aber mir erscheint das alles zu ruhig.

    Persönlich hatte ich überlegt zum ersten Mal für die Bundeskanzlerin zu stimmen. Einmal aus Protest gegen die “Merkel muss weg” Idioten und ich finde es respektabel, dass sie sich nicht aus der Verantwortung zieht und vielleicht die Flüchtlingsgeschichte noch in positive Bahnen lenkt. Ich hadere aber mit den ganzen Rest der CDU, die ich alle für absolut untragbar halte. Im eigenen Wahlkreis und Bundesweit.
    Ideologisch sah ich mich über die Jahre immer links. Nächstes Jahr werd ich 40 und rückblickend muss ich sagen, dass das Georges Clemenceau Zitat immer wahrer wird: “Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.”

  39. Elektroauto: Die Lösung können nicht die fahrenden Handyakkus sein. Ein Schuh wird aus der Elektromobilität erst in Kombination mit der Elektrolyse, Stichwort Brennstoffzelle. Das ermöglicht ökologische Energiegewinnung per Wind und Sonne, gerne auch lokal erzeugt. Das Ganze läuft mit Null Emissionen. Und die Technik ist bekannt. Offensichtlich aber nicht gewollt.

  40. Hallo,

    schön, dass es jetzt weitergeht. Man bemerkt halt erst was einem fehlt, wenn es nicht mehr da ist.

    Erst mal eine technische Frage/Anregung: Prüft mal bitte die Möglichkeit das Forum irgendwie thematisch zu ordnen. Ich empfinde neben Euren sachlichen und anregenden Analysen die Diskussion der Hörerschaft im Forum als einen entscheidenden Mehrwert der Lage, weil man hier m.E.n. auf sehr sachlichem Niveau argumentiert und so ein Bild vom Meinungsbild der Hörer erhält. Mir fällt es aber schwer zu bestimmten für mich interessanten Themen dem Diskussionsfaden zu finden und zu verfolgen. Das hinderte mich bis jetzt stark daran an der Diskussion mitzuwirken, weil ich immer erst alles lesen musste um dann festzustellen, dass irgendwo jemand meine Gedanken schon angerissen hat etc. und ich meine Gedanken dann erst mal neu sortieren oder im schlimmsten Fall meinen Entwurf nochmal überarbeiten müsste. Vielleicht kann ma ja eine den Kapiteln entsprechende Gliederung vorgeben?

    Thema Briefwahl:

    Ich sehe die Briefwahl nicht ganz so entspannt wie Ulf, sondern bin da eher auf Philips Seite. Die geheime Wahl ist die eine Sache, da könnte man noch argumentieren, dass ich mich in der Regel mit meinen Familienangehörigen ja ohnehin darüber unterhalte, was ich wählen werden. Wenn auch die an anderer Stelle geäußerten Unterstellungen gegenüber islamischen Familien absoluter Unfug ist, das Argument der “Dominanz eines Familienmitglieds” ist aber nicht von der Hand zu weisen. Auch ein “ich hab’ das schon mal für Dich ausgefüllt” kann ich mir in einigen Fällen gut vorstellen. Besonders kritisch ist das Ganze vor allem, wenn man sieht, dass z.B. Alten- und Pflegeheime gern geschlossen Briefwahl beantragen. Inwieweit hier vor dem gemeinsamen Ausfüllen des Stimmzettels im Speiseraum nochmal die Vorzüge von Partei XYZ dargestellt werden kann wirklich keiner kontrollieren. Solche Berichte habe ich leider von Pflegekräften durchaus schon gehört. Dazu muss ich nach meiner Einschätzung leider feststellen, dass das von Ulf, Philip und sicher den meisten Zuhörern unterstellte Bewusstsein der Wähler über die Wichtigkeit der Wahl bei den meisten “normalen” Leuten nicht pauschal vorausgesetzt werden darf. Auch diese, gefühlt zunehmende, Gleichgültigkeit gegenüber der Wahl und dem Ergebnis manifestiert sich m.E.n. in der zunehmende Zahl von Briefwählern. Nach dem Motto: …was soll ich mir dieses Wahlkampfgesabbel bis zum Ende anhören. Ist doch eh Wurscht, da kann ich auch jetzt gleich mein Kreuz machen…

    Noch ein Aspekt zum Thema Briefwahl, die Kosten und deren potentielle Folgen. Man muss sich bewusst machen dass die Verantwortlichen da im Prinzip zwei komplett parallele Infrastrukturen einrichten und finanzieren müssen. Wir gehen hier im Moment auf etwa 35% Anteil der Briefwähler hin, soweit ich das mitbekommen habe werden derzeit für 100% der Wähler Wahlunterlagen für die “Live”-Wahl bestellt, gedruckt und natürlich auch bezahlt. Wegen der Entwicklung der nächsten Jahre wurden dazu dann nochmal für 40% der Wähler Briefwahlunterlagen beschafft. Sollte der Trend zur Briefwahl weiter zunehmen wird man irgendwann auch hier 100% vorhalten. Und es sind nicht nur die Stimmzettel etc, sondern auch die Wahlvorstände etc, die doppelt vorgehalten und bezahlt werden muss. Das ist jetzt nicht schlimm, wenn sich die Gesellschaft einig ist, dass diese Möglichkeit existieren soll. Wichtig wäre es nur, dass vor allem die politisch Verantwortlichen sich dessen bewusst sind und nicht, wie schon an verschiedenen Stellen angedeutet, dem Reflex erliegen diese teure “Hobby” irgendwann durch eine online-Wahl zu ersetzen. Schließlich ist ja “Digital first und Bedenken second” ;-)

    Thema Hass/Wut:

    Warum die Gleichgültigkeit vieler zunehmend in Wut umschlägt, hat sicher vielfältige Gründe. Ich lebe im Raum Dresden und damit recht nah dran am Wutzentrum. Vielleicht kann man am Beispiel der Elektromobilität/dem Umbau der Mobilität den grundsätzlichen Effekt ganz gut nachvollziehen. In Fortsetzung Eurer Diskussion über die Wertschätzung der ostdeutschen Lebensleistung muss man dazu auch mal die Realität in der ostdeutschen Fläche sehen. – Da ist nichts. Gar nichts mehr. Tot. Das ist das, was der DLF diese Woche als “verlorene Landschaften” vorstellen wird. Über viele verschiedene Entscheidungen ist nach der Wende eine Situtaion entstanden wo es einige wenige Leuchttürme (Großstädte) gibt und ab der Stadtgrenze geht es steil bergab. Keine wirtschaftliche Entwicklung in der ländlichen Region, Schulen werden geschlossen, der Bus fährt nur noch 2-mal am Tag, der Laden im Dorf schließt und seit einigen Jahren reißen auch noch (von den Großstädtern geschützte) Wölfe die Schafe der Bauern. Für die meisten Leute wurde gefühlt alles immer schlechter. Das war alles aber kein dramatisches Problem, solange die Menschen sich durch Arbeit ein eigenes Auskommen und damit persönliche Sicherheit schaffen können. Dafür nehmen die Jüngeren die Last des regelmäßigen Pendelns auf sich. Wer die A4/A72 am Sonntag bzw. Freitag kennt, weiß was ich meine. Neben der Tatsache, dass dadurch die Region immer weiter entvölkert wird weil die Kinder irgendwann ganz wegbleiben und später die Großeltern nachziehen entsteht ein Gefühl, dass die Mobilität die zwingende Voraussetzung für das Überleben ist. Damit sehen die Betroffenen die Abkehr vom Verbrenner nicht rational, sondern empfinden das als persönlichen Angriff und als direkte Bedrohung des eigenen Status. Ihr habt in der Sendung den Prius als “bestes Elektroauto” benannt (war das eigentlich der Werbeblock ? ;-). Der liegt mit etwas über 28 T€ Einstiegspreis in einem Bereich der für die Vielzahl der Leute absolut nicht finanzierbar ist. Wenn selbst Dresden nur ein ICE-Verbindung habt und im Dorf der Bus seit 3 Jahren gar nicht mehr fährt, wer glaubt denn dann einer Aussage “Wir werden den ÖPNV ausbauen.” Mit genau dem gleichen Argument wurde damals der Bus gestrichen, man wollte zwar noch ein Projekt zu Ruftaxis machen, das konnte dann aber nicht mehr finaziert werden…Und so entsteht bei vielen Leuten der Eindruck immer mehr in eine statusbedrohende Ecke gedrängt zu werden.

    Rein rational werden viele der Wutbürger den Argumenten pro Mobilitätswandel rechtgeben, sie glauben aber nicht mehr daran, dass die politisch Verantwortlichen es schaffen werden diese Veränderungen so zu gestalten, dass ihre persönliche dadurch nicht schlechter wird. Ich kann im Moment niemanden sehen, der hier _glaubwürde_ Konzepte bzw. – wie ihr es genannt habt – Visionen vorgelegt hat. Die viel diskutierte Homogenität der Parteien unterstützt das noch. Wenn alle sich nur in Nuancen unterscheiden wird das Extrem gewählt um einen abweichenden Standpunkt zu demonstrieren. Tritt Partei A mit der Aussage an “Wir wollen XX Mrd. für einen Ausbau des ÖBNV einsetzen und bis 20YY jedes Dorf größer N Einwohner im 20 Minutentakt anbinden.” und Partei B sagt “wir fördern mit XX Mrd. den elektromobilen Individualverkehr” kann man seine abweichende Meinung im Spektrum der gemäßigten kundtun. Nach der Wahl von Trump war eine der Analysen, dass das Establishment die Leute auf dem flachen Land vergessen hat. Ehrlich gesagt, wir müssen in D aufpassen, dass es nicht ganau dazu kommt. Selbst in der Lage kann man diesen Effekt immer wieder hören. 1 GBit Internet, ÖPNV, gleichgeschlechtliche Partnerschaft, Außenpolitik etc. – viele der Themen die jetzt im Wahlkampf diskutiert werden finden in der Lebenswirklichkeit der meisten Leute schlicht nicht statt. Die müssen Samstagmorgen 10 km zum nächsten Bäcker fahren oder warten bis der Lieferwagen zwischen 11 und 12 im Dorf hält. Wo wird die Post die Zustellhäufigkeit zuerst reduzieren, in Berlin oder Bischofswerda? Leute in solchen Lebenslagen fühlen sich durch die politische Elite nicht mehr repräsentiert. Das kann man schön an der sächsischen CDU festmachen, die mit Abstand mitgliederstärkste Partei. Die haben etwa 10000 Mitglieder, das entspricht in Sachsen 0,25% der Bevölkerung. Wie nah können die an den Problemen sein? Wie lang braucht die Oma vom Land um mit einem Problem bei ihrem Abgeordneten zu sein? Wird sie das tun oder wird sie nur vor sich hin schimpfen? Mit den Flüchlingen, der EU-Krise und Pegida/AfD sind zu dieser Gemengelage Katalysatoren gekommen, die den Leuten seit langem wieder mal das Gefühl geben Veränderungen bewirken zu können. Und da ist erst mal egal, ob das im Zweifel gegen das System und vielleicht auch sich selbst geht. Hauptsache erst mal wieder das Gefühl zu haben, Wirkung entfalten zu können – bemerkt zu werden.

    Ich gebe Euch recht, wenn es die Politik nicht schafft mit diesen Leuten offen und ehrlich zu reden sowie _ernstzunehmende_ Alternativen anzubieten, wird sich das Problem verstetigen. Leider kann ich im aktuellen Wahlkampf keinerlei Hinweise entdecken, das sich auch nur irgendjemand auf diesen harten Weg begeben wird. Und dann weiß ich nicht, über welche Koalitionen wir in 4 Jahren diskutieren werden.

    • Scrolle mich gerade seit einer halben Stunde durch lauter spannende und anregende Kommentare & Diskussionen und kann die Anregung mit der Gliederung nur unterstützen. :)

  41. Habe gestern gesehen, dass Herr Buermeyer den Aufruf ders “Gesprächskreises aus Wissenschauft und Zivilgesellschaft” unterschrieben hat (Heise berichtete).
    So gut der Aufruf inhaltich auch klingt, muss man mMn. anerkennen, dass der “Gesprächskreis aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft” die Gegner sind. Sie ziehen einem mit dem Rundfunkbeitrag das Geld mMn. ungerechtfertigt aus der Tasche.
    Warum erstaunt mich das? Die Lage hat ja scheinbar die Intention, Geld mit dem Podcast zu verdienen. Was ich insgesamt grundsätzlich schlecht finde, aber das ist ein anderes Thema.
    Aber es muss Herrn Buermeyer doch klar sein, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann. Oder anders gesagt: Jeder Euro, den der Rundfunkbeitrag verschlingt, kommt sicher nicht der Lage der Nation zugute.
    Es gibt noch eine weitere Facette: Ich höre die Lage, weil ich mich eben von den ÖR unabhängig informieren will.
    Daher bin ich der Meinung kommt der Rundfunkbeitrag den Gegnern zugute und verringert die Vielfalt der Anbieter, da jeder Konsument entsprechend weniger Geld zur Verfügung hat, um andere andere Anbieter zu unterstützen.
    Insofern hätte ich erwartet, dass die größte Anstrengung des LDN Teams sein muss, den Rundfunkbeitrag zu verringern bzw. zu bekämpfen, um damit freies Budget zu schaffen, und sich selbst z. B. mit einem stetigen Geldfluss zu versorgen.
    Es gäbe noch eine andere Interpretation dieser Unterschrift: Es wäre denkbar, dass die LDN den Versorgungsauftrag erweitern will, um auch private Podcasts daraus zu finanzieren. Das wäre dann der Ansatz: Wo ein Trog ist, da finden sich Schweine. Damit würde die LDN aber die einzige Rechtfertigung verlieren, warum ich sie überhaupt höre, nämlich die Unabhängigkeit vom ÖR.

    • Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich dabei nicht an die eigene Tasche gedacht habe, sondern jedenfalls in diesem Fall das Gemeinwohl über meine eigenen Einkommenschancen stelle? Die Art und Weise, wie in dem Kommentar praktisch nur egoistische Motive als denkbar durchgehechelt werden, hat mich ehrlich gesagt ziemlich irritiert. So ticke ich jedenfalls nicht.

      Der ör Rundfunk ist einer der wesentlichen Faktoren, die uns vor Trumpistan in schwarz-rot-gold schützen, und daher unbedingt zu erhalten und zu stärken, von mir aus um fast jeden Preis. Dass im ör System auch eine Menge Geld verbrannt wird ist nicht zu bestreiten, aber das ändert nichts am Wert des Systems als solchem.

      • 12. September 201714:13
        Hass im Netz!!!

        Ob Trumpistan oder Obamas Präsidentschaft, das ist letztendlich auf Leute wie Michal Kosinski zurückzuführen, nicht auf FOX News.

        Und die öffentlichen sind auch kein gegen Programm zu RTL. Die Zuschauer im öffentlichen Programm sind über 60 im Durchschnitt, da wird nur noch Oma Erna als Zuschauer an der Stange gehalten und Sigmund Gottliebs Pensionsfont – unter 40 keine Chance gilt selbst für das vermeintliche Gesicht Ingo
        Zamperoni/ Markus Lanz.

        Die Mehrheit der Gelder fließt wirklich in die Altersversorgung Nachwuchs wird durchgehend prekär beschäftigt, sowas kann man auch sozialpolitisch einfach nicht unterstützen.

        Über die AfD wird glaube ich nur Anne Will ausgeklammert ohne irgendwelche subtilen Elemente sehr tendenziös berichtet – was einfach taktisch sehr einfältig /dumm daher kommt ist oder dann doch wiederrum auf die vermeintliche Trump Methode des Einmassierens zurückgreift.

        Auch kritisiere ich ganz scharf den Impetus man dürfte (mit dem Pöbel) die Zuwanderungspolitik nicht reden das stärke die AfD und das wurde im Podcast auch von euch erwähnt bezüglich des Kanzlerduells.

        Ich habe die Meinung dass darüber geredet werden muss weil es mich als nicht Vielflieger nicht Einkommens Kosmopoliten betrifft. Ich habe in meiner Umgebung Sozialkapital investiert, dass mir niedere Jobs sichert – Menschen leben und konkurrieren nun mal in Gruppen. Es gibt ethnische Konzentration auf dem Arbeits und Mietmarkt. Reiche und ihr profitieren, meine Kaufkraft bezüglich Lebensmittel und Wohnen sinkt ehrlich bis zu 10 % obwohl Unterhaltungselektronik der andere Kram immer billiger wird. Ich würde auch gerne “über den Dingen stehen” bin aber mitten drin. Ich verstehe den Biodeutschen, dem von oben gesagt wird – psch, psch – gell sich bestimmt nicht für Rassisch Überlegen hält damit die Folge doch die AfD zu wählen um über seine Probleme reden zu können.

        Dort scheint es wirklich eine Lösung zu geben und wenn man sich Amerika an den 60ern soziologisch anschaut haben die niedrigeren Einkommen immer für Immigrationskosten hergehalten.

        ..auch dass sich die
        Obdachlosenzahlen verdoppelt haben darüber spricht man einfach gar nicht.

        Es würde aber wirklich eine alternative Lösung geben die ist auch mal in der Vergangenheit geben hat und zwar nach der sogenannten Grund und Boden Reform nach dem Zweiten Weltkrieg, den Schlesischen Vertriebenen wurde zu der Zeit 10.000 DM bereitgestellt und den anderen Bundesbürgern abgezogen oder auf Grundstücks Hypothek eingetragen. Sowas könnte man Europäisch überdenken. Die aufgenommenen Flüchtlinge kosten Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ca. 30 Milliarden im Jahr/ 30.000 pro Person. man könnte anstelle von Geld drucken eine europäische MigrationsVermögensabgabe von 0,525% ab 30.000 € einführen, die Banken neben Kapitalertragsteuer zum Einzug verpflichten und mit den von der EU Zweck bereitgestellten Geld könnte beispielsweise Berlin Sozialwohnungen von Blackrock zurückkaufen – und somit nicht nur Flüchtlinge sondern auch achote Unter und Mittelschicht durch die Markt Folgen entlasten.

  42. Liebe Lage.
    Ich bin Linker. Ich gehöre auch dieser Partei an die LINKE heißt. Wir sind immer und überall internationalistisch. Die Überwindung von Grenzen und Staaten gehört zu unserer DNA. Ich möchte euch bitten, schickt mir einen Link eines Audio oder Video, in dem zu erkennen ist, das Sahra Wagenknecht am rechten Rand fischt. Zeigt mir Aussagen von ihr, aus denen hervorgeht, das sie “andere” für was auch immer verantwortlich macht. Ich will das endlich mal von jemandem gezeigt bekommen. Viele reden so über Wagenknecht. Aber niemand konnte mir bisher zeigen was gemeint ist.
    Ich habe eher den Eindruck das ist ein sich selbst verselbständigendes Bild was gerade Journalisten als Beweis anführen.

    Bitte helft mir zu verstehen. Die Adressaten meiner Frage sind ganz klar Hr. Buermayer und Hr. Banse. Sie meine Herren, haben die These auch in den Raum gestellt.

    Herzlichen Dank!

    Timo Gorf

  43. Ihr habt während des Podcasts behauptet, dass die CO2 Bilanz eines Atomkraftwerks über die Lebenszeit kaum besser sei als die eines fossilen Kraftwerks. Habt ihr dazu zufällig belastbare Quellen?

    • Das hat mich auch sehr verwundert. Ich bin bisher davon ausgegangen, dass sich die Kritik an AKW im Wesentlichen auf die Endlagerung des Atommülls und im Weiteren auf die Gefahr eines GAUs während des Betriebs beschränkt.

      • Ich halte das auch für falsch. CO2-mäßig sind Atomkraftwerke vermutlich sogar ziemlich ideal.
        Es steht außer Frage, dass AKWs eine große Umweltsauerei sind, das Problem ist hier aber nicht CO2, sondern die alten Brennstäbe.

        Man kann die Umweltdebatte nicht nur auf CO2 reduzieren, wie dieses Bepiel eindrucksvoll zeigt.

    • Hierzu gibt es eine anerkannte und häufig zitierte Studie des Öko-Instituts von 2007:

      https://www.oeko.de/oekodoc/318/2007-008-de.pdf

      Hinweis des Umweltbundesamtes (wo der Link leider fehlerhaft ist): https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/ist-atomstrom-wirklich-co2-frei

      Ein beispielhafter Artikel, der die Studie zitiert: http://www.focus.de/wissen/klima/tid-13427/atomkraft-die-co2-luege_aid_372528.html

      “Im Zuge der Bereitstellung von Atomstrom, so errechnete das Öko-Institut 2007, fallen für deutsche AKW 31 Gramm des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) pro Kilowattstunde (kWh) an, in russischen sogar über 60 Gramm.”

      • 19. September 20179:39
        Michaja Pehl

        “[D]ie CO2 Bilanz eines Atomkraftwerks [ist] über die Lebenszeit kaum besser sei als die eines fossilen Kraftwerks.”

        “Hierzu gibt es eine anerkannte und häufig zitierte Studie des Öko-Instituts von 2007”
        “Im Zuge der Bereitstellung von Atomstrom, so errechnete das Öko-Institut 2007, fallen für deutsche AKW 31 Gramm des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) pro Kilowattstunde (kWh) an, in russischen sogar über 60 Gramm.”

        Erstens sind die 31 g/kWh um einen Faktor 23 bis 37 geringer als die 700–1100 g/kWh fossiler Kraftwerke (siehe Tabelle 3 der verlinkten Studie). Die Aussage aus dem Podcast ist grober Unfug.
        Zweitens sind die Emissionen von der selben Größenordnung wie die erneuerbarer Energien (22–89 g/kWh).
        Drittens hängen diese Emissionen maßgeblich vom Strommix ab, mit dem das Uran anfbereitet wird. In Frankreich – wo vier Fünftel des Stroms in Kernkraftwerken produziert wird, fallen nur 7 g/kWh an (Tabelle 2, ebenda).
        Die CO2-Emissionen sind kein Entscheidungskriterium, nach dem erneuerbare Energien der Kernkraft vorzuziehen wären.

  44. 12. September 201718:26
    Matthias Rathje

    Wisst ihr schon, dass die Einspieler mit dem Verkehrs/Autoexperten Martin Schmidt etwa 42 – 37 Minuten vor Ende der +Version zuerst über eurem Gespräch liegen und danach gar nicht zu hören sind? (Ich habe die Folge am Sonntag geladen, heute gelöscht, erneut geladen, der Fehler besteht nach wie vor).
    Gruß
    Matthias Rathje

    • 13. September 201717:15
      Matthias Rathje

      Bei 1:07:34 und 1:08:29 liegen bei der +Lage (geladen am 12.9.) jeweils zwei Töne übereinander, bei 1:12:16 ist der Einspieler nur extrem leise zu hören.
      Außerdem habe ich unter der +Lage einen entsprechenden Kommentar geschrieben, der seitdem (drei Tage) auf ‘Freischaltung’ wartet – Ihr könnt ihn also offensichtlich gar nicht sehen. Allerdings stehen dort auch keinerlei andere Kommentare.
      Gruß
      Matthias Rathje

  45. Moin liebe Lage-Herren,

    in meinem Freundeskreis habt ihr euch zu einer Instanz avanciert. Gerne wird in Diskussionen auf euch verwiesen, im Urlaub werdet ihr auch gemeinsam angehört, ebenso am Wochenende zum Frühstück. Ihr macht mit Herzblut eine tolle, kostenfreie Arbeit!! Große Klasse. Vielen Dank dafür. Ich bin auch schon gespannt, was für Werbung bald zu hören ist. Ich möchte darauf hinweise, dass ich die Werbung als eine positive Neuerung sehe, wenn sie denn dann kommt und werde euch selbstverständlich erhalten bleiben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Heinz

  46. Zum Thema Briefwahl möchte ich noch zwei Argumente pro Briefwahl ins Feld bringen – eins auf der eher persönlichen Ebene und ein prinzipielles.

    – Je nach Wahllokal ist es schlicht unangenehm, die Wahl dort durchzuführen. Verrauchte Kneipen, in denen man von den Alkis, die am Tresen ihr Frühstücksbier genießen, doof angeglotzt wird zum Beispiel. Nein, das ist keine Dramatisierung, sondern persönliche Erfahrung. Lässt sich natürlich nicht verallgemeinern, ist aber auch nur ein Beispiel.

    – Viel wichtiger: Der Wahlkampf wird tendenziell immer schmutziger, je näher der Wahltermin rückt. Briefwahl – oder die “verfrühte” Wahl im Rathaus – ist ein Mittel, sich vom Einfluss der zu erwartenden unlauteren Methoden der finalen Wahlkampftage, z.B. sensationalisierende “Enthüllungen” über Parteien oder Kandidaten, frei zu machen.
    Wer sich seine Wahlentscheidung z.B. anhand der Wahlprogramme gründlich überlegt und sich nicht erst spontan am offiziellen Wahltermin entscheidet, sollte diese Entscheidung dann auch umsetzen und sich nicht der Gefahr aussetzen, durch Lug und Trug in der finalen Wahlkampfphase verunsichert zu werden.

  47. Hallo zusammen,

    da euer part über Nordkorea doch ein wenig dünn war, hier ein paar meiner Meinung nach sehr gute Beiträge zu diesem Thema:
    Die Cover Story des Atlantic, Ausgabe Juli/August in der die verschiedensten Optionen/Szenarien äußerst differenziert und detailliert beschrieben werden:

    https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2017/07/the-worst-problem-on-earth/528717/

    Der Vox Worldly Podcast vom 07.09. Hier wird vor allem auf die wirtschaftliche Situation in Nordkorea eingegangen, die meiner Meinung nach nicht sonderlich bekannt sind:

    https://www.stitcher.com/podcast/vox/worldly

  48. Hallo Lageteam,

    2 technische Fragen/Hinweise. Ist es gewollt, dass auf “kuechenstud.io” der Link zur Lage fehlt aber der direkte Zugang über “kuechenstud.io/lagedernation” funktioniert? Oder ist da was kaputt? Zudem kann man ab der dritten Gliederungsebene im Moment nicht mehr auf Kommentare antworten. Ist das gewollt um die Hierarchie flach zu halten?

    Grüße
    KS

  49. Liebes Lage-Team,
    es gibt ja immer Dinge, wo man sich zu Wort melden möchte, weil man es völlig anders sieht. Als wahrscheinlich ziemlich alter Sack, der den kalten Krieg als Kind und Jugendlicher miterlebt hat, kann ich nur sagen, es ist egal, ob die Volksrepublik Korea und ihr zum Übergewicht neigender Führer eine Wasserstoffbombe hat oder nicht. Als mögliches Ziel ist man nur einmal tot. Und Abschreckung funktioniert mit der Drohung, nicht mit dem Einsatz. Da der Einsatz immer einen Gegenschlag nach sich zieht. Ich bin mir sicher, dass die nordkoreanischen Machthaber mit genügend Vernunft gesegnet sind, was ich mir bei derzeitigen amerikanischen Gegenstück nicht sicher bin. Der, soweit ich mich erinnere, bei der Amtseinführung kurz nach Erhalt der Atomcodes meinte, das der Einsatz von Atomwaffen wohl nicht wirklich eine gute Idee sei. Insofern sollte man sich den eigenen Ängsten und denen der Nachrichten nicht hingeben. Eine Erfahrung des kalten Krieges ist, dass die größten atomaren Gefahren nach der Kubakrise immer von Fehlern und Fehleinschätzungen ausgingen und am Ende ein Offizier stand, der trotz Befehl die Welt nicht einfach auslöschen konnte. also auf die Vernunft setzen.
    zum Thema Briefwahl – doch man sollte den Gedanken der möglichen Einflussmaßnahme stärker ins Licht rücken, denn dann könnte man den benutzen, um genau den Widersinn aufzudecken, der wohl einige behinderte Menschen trifft, die Hilfe benötigen und somit nicht allein in die Wahlkabine und selbst den Wahlzettel ausfüllen können. Die dürfen wohl nicht wählen, weil eine mögliche Einflussnahme durch die Hilfspersonen (ulf und seine Oma) nicht ausgeschlossen werden kann.
    zum Dieselskandal ein paar Stichpunkte:
    – ich meine mal gehört zu haben, daß die Diesel von LKWs und Bussen weit weniger problematisch sind, da diese weiterentwickelt sind als Diesel für Pkws. grundsätzlich ein Problem sind wohl Baumaschinen, die wohl keinerlei Emissionsvorgaben unterworfen sind.
    – ebenso meine ich mich zu erinnern, daß e-busse mit einer den diesel-bussen vergleichbaren Größe aufgrund ihrer geringen Laufzeit noch nicht wirklich eine einsetzbare Alternative sind.
    – die alleinige Fokussierung auf e-antriebe könnte den blick auf die Entwicklung anderer alternativer Antriebe ablenken und zum Nachteil werden. auch weil notwendige Rohstoffe wie zum beispiel seltene Erden nciht ausreichender Menge zur Verfügung stehen. zumindest wenn man eine weltweite E-Mobilisierung sich als Ziel nimmt. und alles andere wäre auf lange Sicht doch ziemlich kurzsichtig.
    Zum Schluß eine Frage an Ulf – in der berechtigten Welle der Entrüstung von Gaulands Deportationsvorstellungen von deutschen Staatsbürgern ging ein bißchen unter, dass Frau Weidel, neben vielem anderen, einen individualisierten Rechtsanspruch auf Asyl in frage stellte. abgesehen, daß ich mir nicht vorstellen kann, wie man das umsetzen sollte, hänge ich an dem Gedanken individualisierter Rechtsanspruch, der doch ein Grundsatz des Rechtstaats ist. Stichpunkte wären da individuelle Schuld oder auch Anspruch auf irgendetwas. Vielleicht könntet ihr ja die Programmatik der Afd mal auf deren Rechtspolitik hin besprechen. Denn Weidels Worte schienen mir doch starker Tobak zu sein.

    • Kleiner Einwurf: eBusse kann man auch als oBusse betreiben. Man elektrifiziert die Strecke wie ein Straßenbahnnetz, und schon hat man keine Reichweitenbegrenzung mehr (passende Busse gibt es auch mit Baterie, so daß sie Lücken im Netz überbrücken können). Wer sich das mal ansehen will, kann das in Solingen, Eberswalde oder Esslingen tun.

  50. Der Podcast hat sich wie eine Zeitreise ins Jahr 2009 angefühlt. Damals war ich auch der Meinung der SPD würden vier Jahre in der Opposition gut tun und mit der FDP käme neuer Wind in die Bundesregierung. Leider ist es so, dass sich die Ansichten der FDP seitdem kaum verändert haben. Ja, Lindner macht einen sehr guten Wahlkampf. Aber ihm deswegen gleich die Vizekanzlerschaft zu wünschen? Was hat denn die FDP aus Finanzkrise, Griechenland, Brexit und Trump gelernt? Die beten doch immer noch die Lehren von Milton Friedmann nach und ignorieren Ökonomen wie Stiglitz, Atkinson, Milanovic und Piketty. Ebenfalls fehlt mir der Glaube daran, dass es noch einen linken Flügel in der SPD gibt, der klassische sozialdemokratische Politik machen will. Leute wie Olaf Scholz, der jegliche Verantwortung der Politik für den Niedriglohnsektor in Deutschland abstreitet, suchen ihre Wähler in der Mitte. Nach dem Motto, die Abgehängten bleiben am Wahlsonntag eh zu Hause. Und die AfD-Wähler, die noch was zu verlieren haben, trauen der SPD einfach nicht zu einen anderen Kurs als Frau Merkel zu fahren. Auf die wirken FDP und Linke, je nach sozialer Herkunft, deutlich attraktiver.

    Ich wünsche mir Schwarz-Grün, aber eine GroKo würde ich nach den Erfahrungen von 2009 bis 2013 jederzeit Schwarz-Gelb vorziehen. Leider fürchte ich, dass Merkel anders als Kohl auch nach 16 Jahren noch beliebt genug ist um Wahlen zu gewinnen. Und für eine Politikerin ist sie ja noch relativ jung und wäre im Jahr 2025 nur ein Jahr älter als Hillary Clinton bei ihrer Amtseinführung dieses Jahr, hätte sie die Wahlen gewonnen.

  51. Hallo zusammen,

    Ich höre die Lage jetzt seit Anfang des Jahres und finde die Sendung sehr informativ und freu mich immer auf die nächste Ausgabe.

    Zur aktuellen Sendung hätte ich zwei Anmerkungen.

    Zum einen kann ich zwar verstehen daß Ulf über persönliche Haß Nachrichten welche von irgendwelchen Familienvätern und ansonsten unscheinbaren Bürgern kommen irritiert ist.
    Aber man sollte doch nicht vergessen daß es im dritten Reich auch nur wenige Sadisten waren welche die Verbrechen begangen haben sondern meist von Menschen die daheim auch “ganz normale” Familienväter und Nachbarn waren.
    Warum sollte sich das ändern? So einen Evolutionssprung kann nicht einmal die Aufarbeitung des Holocausts hervorbringen.

    Zum andern zum Thema Briefwahl: Ich wähle selbst seit Jahren nur per Brief, einfach deshalb weil mir meine Stimme zu wertvoll ist um sie mir von irgend einem fiesen Virus, einem gebrochen Bein oder sonstigem wegnehmen zu lassen!
    Klar, das mit dem geheimen und freien wählen ist ggf. nicht 100% in Ordnung, aber ein bißchen Verlust ist immer. Und wie ich vor kurzem mal gelesen habe kann es ja eh sein daß wenn noch mehr Leute per Brief wählen sich das Bundesverfassungsgericht damit beschäftigen muß da selbiges die Briefwahl ja wohl nicht unbegrenzt erlaubt.

    Machte weiter so und liebe Grüße

    Tobias

  52. Warum gibt es keinen Link mehr zum Lage-der-Nation-Podcast auf der kuechenstud.io-Seite?

  53. Hallo “Lageteam”,

    mein Name ist Uwe und ich bin einer, der hoffentlich vielen, vielen und regelmäßigen HörerInnen Eurer “Lage der Nation”. Als solcher mag ich besonders Euren offenen, objektiven, kompetenten und auf die Sache bezogenen Diskurs der wichtigen politischen Themen, ohne dabei den Eindruck zu vermitteln, die HörerInnen mit einer ferngesteuerten Meinung missionieren zu wollen. Das ist leider selten geworden. Daher mein “Chapeau!” an Euch und die Bitte bzw. Hoffnung, von diesem Ansatz nicht abzurücken bzw. sich nicht abrücken zu lassen.

    Zur Sache….. In der letzten Sendung (Nr. 065) fand ich sehr spannend, dass Ihr das Thema “Briefwahl” mit aufgenommen habt. Mir selber ist bereits schon seit Wochen aufgefallen, dass zur anstehenden Wahl die Stimmenabgabe als Briefwahl massiver beworben wird, als je zu vor. Eure These, die Hippster damit abholen zu wollen, bereitete mir ein langanhaltendes Schmunzeln. Ganz bei Euch bin ich, wenn es darum geht, von einer Briefwahl nach Möglichkeit abzusehen und besser ganz klassisch ins Wahllokal zu gehen. Jedoch erschien mir dabei, dass Ihr einen weiteren, berechtigten Grund vorsichtig umschifft. Den, dass Briefwahl auf dem einfachsten Weg zu Wahlbetrug einlädt.
    Während im Wahllokal, nach Abgabeschluss, die Stimmzettel von mehreren Beteiligten und unter Aufsicht von Wahlbeobachtern ausgezählt werden, sind die Briefwahlstimmen genau diesem Personenkreis bei Aufbewahrung, Sicherung und Auszählung nicht zugänglich.

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ? Ganz und gar nicht.
    Ein erschreckender Fall bei der letzten Kommunalwahl in Sachsen Anhalt unterstreicht diese Brisanz und gibt dahingehenden Bedenken fundierte Grundlage.
    Keine Behauptung ohne Quelle. Daher hier:
    http://www.mdr.de/investigativ/briefwahl-affaere-stendal-wahlbetrug-100.html

    Ich denke, dass Transparenz im Briefwahlverfahren, nach Einwurf in den Briefkasten seitens der zuständigen Wahlkommissionen nicht öffentlich dargestellt und demonstriert wird. Das es nahezu keine Aktionen und Maßnahmen gibt, die Wähler wieder mit Vertrauen zur Briefwahl abzuholen – besonders nach o.g. Vorfällen. Stattdessen wird dafür massiv auf allen erdenklichen Plattformen und über alle erdenklichen Medien geworben, was unweigerlich eine breitbändige Skepsis in den Köpfen entstehen lässt, die sich dann die Kaste der Verschwörungstheoretiker zu Nutze macht.

    Es hilft meiner Meinung nach nicht, wenn die Politik Vorfälle wie aus Sachsen Anhalt tot zu schweigen, um später die BürgerInnen wiederum zu animieren , auf dem Gras, welches irgendwann darüber gewachsen ist, ihren Bürgerpflichten nachzukommen.
    Wo ist hier die Außenwirkung der Politik Fehler einzugestehen und Handlungsweisen zu entwickeln, die das Vertrauen der BürgerInnen reanimiert und den Verschwörungstheoretikern jegliche Grundlagen entziehen ? Ich kann sie jedenfalls momentan nicht sehen. Schade.

    Herzliche Grüße,
    Uwe

  54. Hallo Lageleute,

    besprecht ihr in der nächsten Sendung das Thema um den Richter der wegen Beeinflussung seiner Tätigkeit klagt? Würd ich natürlich vor allem von Ulf gerne ein paar Worte zu hören.

    Gruß

  55. Lieber Philip, lieber Ulf,

    ich höre euch seit langem und freue mich sehr über euren Erfolg. Zum frischen Start nach der Sommerpause, möchte ich euch aber auch eine kleine Kritik mit auf den Weg geben.

    Mir ist immer wieder aufgefallen, dass ihr euch kaum Mühe gebt, fremdsprachige (genauer sagt: nicht-westeuropäische) Namen korrekt auszusprechen. Geht es um einen Menschen mit einem solchen Namen, kommt ihr regelmäßig ins Stocken und Stottern, und schiebt dann manchmal noch ein „wenn ich das jetzt richtig ausgesprochen habe“ hinterher.

    Ich finde, das geht nicht. Mit der Reichweite — die ihr euch verdient habt — kommt auch die Verantwortung. Ihr leistet so viel Rechercheaufwand, da könnt ihr auch mal kurz nachschlagen oder -telefonieren, wie man einen Namen korrekt ausspricht. Alles andere würdet ihr ja auch nicht ungeprüft ausplaudern und hoffen, dass es irgendwie halbwegs stimmt.

    Das geht vielleicht nicht immer immer — aber dass Ulf nichtmal Deniz Yücel richtig aussprechen konnte, darüber habe ich mich schon geärgert. (Auch weil Philip richtig lag, und ihr euch offenbar nicht daran gestört habt, munter weiter mit zwei Versionen zu plaudern, statt euch darauf zu verständigen, welche denn korrekt ist).

    Da entfaltet sich eine — implizit rassistische — kulturelle Hierarchie: Wer „Knotschi“ zu „Gnocchi“ sagt macht sich zum Gespött der Bildungsbürger und ein Fußballkommentator der „Ronaldin-ho“ sagt, brächte es vermutlich mit allerlei Häme auf die 1 der Bild. Aber mit Namen und Wörtern von “alles östlich der Oder” kann man in Deutschland umspringen wie man lustig ist, es interessiert keine Sau. Das finde ich echt das falsche Signal im derzeitigen gesellschaftlichen Klima.

    Hinzu kommt, dass ich euch ohnehin manchmal als nicht besonders rassismussensibel erlebe. Ich erinnere mich z.B. an eine Aussage von Ulf, in der es um Trumps Grenzwall ging, und er sagte: „…Mexikaner…, also das sind jetzt natürlich nicht alles Mexikaner, aber ich sage jetzt einfach mal Mexikaner.“ Das mag vll haarspalterisch erscheinen — aber ich finds grenzwertig. So legt ihr den vielen Schülerinnen und Schülern, über deren Zuhörerschaft ihr euch regelmäßig freut, jedenfalls nicht gerade Differenzierung nahe.

    Ich weiß ihr meints nicht böse, und ich weiß auch, dass ihr frei sprecht und man nicht jeder Satz druckreif aus euch rauskommen kann. Aber ich würde euch bitten, dass ihr in Zukunft ein bisschen mehr darauf acht gebt. Das Format „zwei männliche weiße Akademiker erklären euch die politische Lage“ ist ohnehin ein bisschen heikel (womit ich nicht sage: per se schlecht) und da habt ihr einfach eine besondere Verantwortung kritisch zu reflektieren, wie ihr sprecht.

    Ansonsten: Ich freue mich sehr auf die neue Saison!!!

    Alles Gute,

    Dennis

    • Die öffentlich rechtlichen haben übrigens ein extra eingerichtetes Aussprache Archiv auf das Phillip bestimmt Zugriff hat :) http://www.ard.de/home/die-ard/fakten/abc-der-ard/ARD_Aussprachedatenbank____AusspracheDatenBank__ADB__der_ARD/563650/index.html

      oder ist das vielleicht auch öffentlich einsehbar? Und wenn nicht, warum eigentlich nicht? Fänd ich mal interessant.

    • Idealerweise wird Yücel richtig ausgesprochen. Allerdings habe ich beim Podcast hören keine falsche Aussprache bemerkt bzw. in nicht darüber gestolpert.

      Deine anderen beiden genannten Punkten sind für mich persönlich ein gutes Beispiel für übertriebene political correctness, insbesondere wenn der Vorwurf von implizitem Rassismus gemacht wird. Wenn Du es als “nicht ideal” oder ähnliches bezeichnen würdest, wäre das auch anders, aber implizit rassistisch? Seriously??

      Mexikaner: Das Problem aus Sicht konservativer US-Amerikaner sind Südamerikaner, die über die Grenze kommen. Dies sind nun mal aufgrund der geographischen Situation weitestgehend Mexikaner. Philipp erwähnt auch, dass es nicht alles Mexikaner sind, aber er spricht aufgrund dessen, dass es fast nur Mexikaner sind von Mexikanern. Und genau über den Satz stolperst Du offenbar. Was hättest Du denn als besser empfunden? Dass die einzelnen weitern Länder aufgezählt werden?

      Die zwei männlichen weißen Akademiker hatten doch auch schon mal eine Dame zu Gast. Zuletzt gab es ein Interview mit Diana Kinnert…

      • Lieber Bernd,

        implizit rassistisch ist nicht das falsche Aussprechen eines einzelnen Namens.

        Was ich implizit rassistisch genannt habe, ist eine kulturelle Hierarchie, in der manche Sprachen und Länder “was gelten”, es also zur guten deutschen Kinderstube gehört, dass man “Giacomo Puccini” richtig aussprechen kann, während die meisten Deutschen auch nach über 50 Jahren deutsch-türkischer Einwanderungsgeschichte in den seltensten Fällen Interesse zeigen, elementare Ausspracheregeln des Türkischen zu lernen. Ähnliches scheint mir für polnische, kroatische, und andere Namen zu gelten, die viele Menschen in Deutschland tragen.

        Es ist ja keine große Sache.. Einfach ein kleines Zeichen des Respekts, wenn man sich die kleine Mühe macht und nachschlägt, wie man es richtig ausspricht. Ich finde, man schätzt andere Menschen damit einfach Wert, wenn man ihnen vermittelt: es ist mir nicht vollkommen egal, wie man deinen Namen ausspricht.

  56. Ich bin seit mehreren Jahren Wahlhelfer. Briefwahl ist problematisch, weil es der einfachste Angriffsvektor für eine Wahlmanipulation von außen ist. Wie Ihr ganz richtig sagt, ist bei der Briefwahl für den Angreifer gesichert, dass die gewünschte Stimme auf dem Zettel angekreuzt ist. Mehr dazu hier:

    http://www.hanno.de/blog/2013/wahl-ausweispflicht-und-wahlfalschung/

    http://www.hanno.de/blog/2013/wahlmanipulation/

    Es gab in der Vergangenheit schon mehrere Fälle von Wahlmanipulation, wo der Angreifer in großem Stil Briefwahlstimmen beeinflussen konnte.

    Möchte betonen, dass diese Angreifer jeweils von außen kamen und der Angriff aus dem illegalen Zugriff auf gültige Briefwahlunterlagen bestand. Also nicht die Wahlhelfer bzw Auszähler oder die zuständigen Behörden die bereits abgegeben Stimmen verändert hatten.

    Es gibt seitens der AfD leider gerade den massiven verschwörungstheoretischen Versuch, uns Wahlhelfer zu diskreditieren und eine geplante Wahlfälschung bei der Auszählung zu unterstellen.

    • Nachtrag: Wenn von Wahlmanipulation gesprochen wird, denken die meisten immer an die große Verschwörung durch die Eliten, wo die Kanzlerin und ihre Schergen die willigen Wahlhelfer beauftragen, missliebige Stimmzettel bei der Auszählung in den Müll zu werfen.

      Wenn man genauer hinguckt, sind die tatsächlichen Fälle alle eher jämmerlich.

      Das hat eher den Level von einem kleinen Lokalpolitiker, der um seinen Posten bangt und dann gegen Freibier die Briefwahlunterlagen von seinen Angestellten oder Kaninchenzüchtervereinsfreunden einsammelt. Das ist nicht die große Verschwörung, aber natürlich trotzdem illegal.

  57. Es wurde gesagt, dass Kernkraftwerke bei einer ganzheitlichen Betrachtung der CO2-Bilanz so schlecht wie Kohlekraftwerke abschneiden.

    Das ist nicht der Fall, im Gegentil, tatsächlich schneiden selbst “erneuerbare Energien” (Wind und Photovoltaik) schlechter ab als Kernkraftwerke.

    Quelle:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk#Kohlendioxidbilanz

    Nach einem ganzheitlichen Vergleich der Ruhr-Universität Bochum von 2007[23] beträgt der CO2-Ausstoß bei der Kernenergie 10–30 g/kWh. Im Vergleich dazu erzeugen Kohlekraftwerke 750–1200 g/kWh, GuD-Kraftwerke 400–550 g/kWh, Photovoltaik 50–100 g/kWh, Windenergie und Wasserkraft 10–40 g/kWh und Solarthermie in Afrika 10–14 g/kWh.

    http://www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur_dateien/geu_dateien/FB4-Internetseiten/CO2-Emissionen%20der%20Stromerzeugung_01.pdf

  58. bzgl. Dark Ads.

    Wo ist der Unterschied zu Briefen die die Parteien versenden. Das können sie auch gezielt an bestimmte Nutzergruppen tun und auf Grund des Postgeheimnisses, wäre es dort auch nicht sehr transparent.

    • Richtig. Aber das sind Zettel, die fliegen irgendwo rum, können auch von anderen gelesen werden, während DarkAds viel flüchtiger sind und nicht als Werbung gekennzeichnet und damit intransparenter. Ausserdem dürfte per Post das Targeting nicht so genau und granular sein wie bei Facebook.

  59. Es wurde gesagt, dass Kernkraftwerke bei einer ganzheitlichen Betrachtung der CO2 Bilanz so schlecht wie Kohlekraftwerke abschneiden.

    Das ist nach einer Studie der Ruhr-Universität Bochum von 2007 nicht der Fall, tatsächlich Schneiden selbst “erneuerbare Energien” (Wind und Photovoltaik) schlechter ab als Kernkraftwerke.

    Quelle:

    Studie: http://www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur_dateien/geu_dateien/FB4-Internetseiten/CO2-Emissionen%20der%20Stromerzeugung_01.pdf

    Und Wikipedia Artikel der die Studie nennt https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk#Kohlendioxidbilanz

    Nach einem ganzheitlichen Vergleich der Ruhr-Universität Bochum von 2007[23] beträgt der CO2-Ausstoß bei der Kernenergie 10–30 g/kWh. Im Vergleich dazu erzeugen Kohlekraftwerke 750–1200 g/kWh, GuD-Kraftwerke 400–550 g/kWh, Photovoltaik 50–100 g/kWh, Windenergie und Wasserkraft 10–40 g/kWh und Solarthermie in Afrika 10–14 g/kWh.

  60. Da ich eine Woche hinter der Diskussion bin, versuche ich es kurz zu halten:

    1) Irgendwo sagt ihr sinngemäß, da gibt es nur Große Koalition oder Neuwahlen. Nein, es gibt auch Minderheitsregierungen. In unserem Repräsentativsystem sind nur zwei der klassischen drei Gewalten unabhängig. Die legislative Mehrheit ist effektiv der Exekutive gegenüber weisungsgebunden, jedenfalls in allen Belangen, die in der Öffentlichkeit ein größeres Interesse genießen. Mit einer Minderheitenregierung käme mal zur Abwechselung der Gesetzgeber zum Zuge.

    2a) Ich stimme Philip zu, was die Briefwahl angeht. Das für mich ausschlaggebende Argument wurde aber nicht genannt: Die Kontrolle der Integrität der Wahl oder umgekehrt ihre Robustheit gegenüber Manipulation. Bei der Präsenzwahl können in jedem einzelnen Wahllokal Wahlbeobachter über den gesamten Tag die Durchführung der Wahl kontrollieren, insbesondere kann der Weg der Stimmzettel von Beginn bis Ende nachvollzogen werden. Bei der Briefwahl (egal ob über den Postweg oder als vorzeitige Stimmabgabe) ist das nicht möglich. Ich denke eine Wahl, die vorallem als Briefwahl durchgeführt wird, gefährdet die Anforderungen der gleichen Wahl. Ich weiß nicht, inwiefern Manipulationsanfälligkeit gegen die Verfassung verstößt, vermutlich nicht.

    2b) Der statistisch wahrscheinliche Wegfall von Stimmen durch Präsenzwahl wäre nur dann ein Gegenargument, wenn ein Großteil der Wähler Briefwahl nutzen würde. Denn unter denjenigen, die am Wahltag durch irgendwelche Umstände ihre Stimme tatsächlich nicht abgeben können, werden sehr viele Personen sein, die das nicht antizipieren und dementsprechend nicht durch Briefwahl vorgesorgt haben. Zumindestens diejenigen, die absehbar aus objektiven und nicht rein persönlichen Gründen nicht teilnehmen können, haben im allgemeinen die Möglichkeit einen Nachweis beizubringen, falls man da mal eine Schranke einziehen möchte.

    2c) Im übrigen wäre ich aber dafür, die fehlende Wahlbeteiligung und die Stimmanteile der Parteien unterhalb der Fünfprozenthürde in das Ergebnis einzubeziehen und die Bundestagssitze entsprechend leer zu lassen. Damit würde eine Nichtteilnahme an der Wahl gezählt. Zusätzlich würden Minderheitsregierungen wahrscheinlicher (siehe den ersten Punkt) und die Wirkung von Fehlentscheidungen des Wählers in Kombination mit niedriger Wahlbeteiligung oder Schwellunterschreitung durch Kleinparteien könnten abdämpft werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.