LdN064 G20-Gipfel in Hamburg, Sponsoring

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| 121 Kommentare

Liebe Freundinnen und Freunde,

aufgrund der Ereignisse rund um den G20_Gipfel in Hamburg, unterbrechen wir unsere Sommerpause für eine Sonder-Lage.

Ausserdem gibt es am Ende noch die Bitte, Euch an einer Umfrage zu beteiligen. Denn wir planen, nach der Sommerpause, ab und an mal Werbung einzubauen. Das Plus-Abo bleibt werbefrei.

Mit dieser Ausgabe verabschiedet sich die Lage dann aber wirklich in die Sommerpause. Wir melden uns wieder am 8. September, rechtzeitig zur Bundestagswahl. Eventuell gibt es zwischendrin noch etwas, aber das können wir noch nicht versprechen. Wir wünschen Euch einen schönen Sommer!

Vielen Dank für Eure Arbeit im Lagezentrum. Wir sprechen gegen Ende der Sendung darüber.

Schickt uns auch weiter Fotos von dem, was Ihr seht, wenn Ihr die Lage hört:

team (AT) lagedernation.org

Zu sehen sind die Bilder im Fotoalbum bzw. auf unserer LageKarte.

Philip und Ulf


G20 in Hamburg


Sponsoring und Umfrage

Hausmitteilung

121 Kommentare

  1. Hi,

    bezüglich der Fakten Zusammenfassung am Anfang:

    Der Molotov-Cocktail Wurf aus der Polizei Pressekonferenz ist inzwischen umstritten. Siehe z.B.: https://t.co/mie6zrIJp4

    Aus meiner Sicht interessant, da dies als Hauptgrund für den SEK Einsatz angeführt wurde.

    • Hi, in der Tat ist das umstritten, und alle in den betreffenden Haus verhafteten Personen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß – weil die Staatsanwaltschaft keine Haftbefehle beantragt hat.

      Es ist auf jeden Fall eine spannende Frage, warum die Polizei die Krawalle in der Schanze über Stunden hat laufen lassen.

    • Das sagt doch alles: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g20-sek-einsatz-im-schanzenviertel-dann-herrschte-absolute-stille-a-1157522.html

      Vergleich aus dem Interview eines SEK Manns. Also entweder war’s so richtig schlimm oder wohl doch nicht.

      “Nach dem, was ich gesehen habe, war das kein Demonstrationsgeschehen mehr. Das war deutlich weiter fortgeschritten. Solche Gewalt habe ich als Polizist, und ich bin schon über 30 Jahre Polizist, noch nie erlebt…Die Ausgangslage war die, dass wir damit rechnen mussten, auch auf mit Schusswaffen bewaffnete Straftäter zu treffen. Dementsprechend war unser Vorgehen extrem robust auf Eigensicherung, aber auch auf hohe Dynamik ausgelegt. Das heißt, der Schusswaffengebrauch war für uns freigegeben, wir haben Ablenkungspyrotechnik in den Gebäuden eingesetzt und geschlossene Türen mittels Schusswaffen mit spezieller Munition geöffnet. Alle, die wir angetroffen haben, haben wir sofort auf den Boden gelegt, g”

      “Es hat überhaupt keine Gegenwehr gegeben. Wir haben in den ersten beiden Gebäuden auf dem Dach Straftäter stellen können, die sich, als sie uns sahen, sofort ergeben haben. Insgesamt haben wir sechs oder sieben Häuser durchsucht. Es gab nach meiner Erinnerung 13 Festnahmen…. Nachdem wir das erste Haus durchsucht hatten, war es mein Gefühl, dass absolute Stille im Schanzenviertel vorherrschte. Wir haben keine Steinwürfe mehr wahrnehmen können. Wir haben keine Randalierer mehr feststellen können. Die ganze Situation hat sich – auch in der Nachbetrachtung – mit unserem Einsatz äußerst beruhigt. Auf jeden Fall war die Dynamik der Straftäter absolut raus.”

      Das hier ist weder die RAF noch Startbahn West. Sorry.

    • Ich würde es begrüßen mehr darüber zu Diskutieren, ob es sein darf, dass sich die Polizei immer mehr zu einem gesellschaftlichen Akteur entwickelt der sich über die Pressefreiheit, das Demonstrationsrecht oder verschiedene Gerichtsentscheide hinwegsetzt.

      • Das scheint mir ebenfalls die wesentlich spannendere Frage zu sein als etwa, ob aus Krawallen gelangweilter Jugendlicher tatsächlich die Konsequenzen gezogen werden sollten, mehr gegen (weitgehend fiktiven) “Linksextremismus” zu tun.

    • Ähnlich verhält es sich mit den Zahlen der Verletzten Polizisten.

      https://www.buzzfeed.com/marcusengert/bei-g20-protesten-weniger-polizisten-verletzt-als-gemeldet?utm_term=.ar44WkJpon#.lavZeL7lWv

      Es ist zwar Buzzfeed, aber ich jetzt erstmal rein rational und logisch keine Anhaltspunkte die korrigierten Zahlen anzuzweifeln. Warum das aber zuerst dort erscheint und nicht ein Qualitätsmedium auf die Idee kommt da mal zu hinterfragen ist echt mal einen Gedanken wert.

  2. Ich möchte hier mal etwas Kritik am Konzept des Lagezentrums üben. wie ihr selber sagt, soll die Lage ein journalistisches Produkt sein und journalistischen Ansprüchen genügen. Die journalistische Arbeit bezahlt zu bekommen stand ja, wie im Podcast am Ende erwähnt, von Anfang an als Ziel mit im Raum. Finde ich gut! Wer Zeit und Mittel hat ordentlich zu arbeiten produziert bessere Inhalte. Euer Lagezentrum macht aber genau das Gegenteil. Ihr fordert, dass Inhalte schon so aufgearbeitet sind, dass sie in kurzer Zeit erfass- und überprüfbar sind. Ihr externalisiert Recherchearbeit an Freiwillige und zwar auf einer dediziert dafür genutzten Platform. Dass das hinter einer Paywall steht und als “Vorzug” verkauft wird finde ich gibt dem einen unangenehmen Nebemgeschmack. Ich finde dass externe Autoren bezahlt gehören, schließlich machen sie das gleiche wie ihr.
    Ein anderes Podcast Projekt “Auf ein Bier” ist komplett spendenfinaziert (ohne Werbung, ca. 17k auf Patreon monatlich) und die bezahlen inzwischen die Leute, die für sie zuarbeiten (Schneiden, Website, Recherche…)
    tl;dr Recherchearbeit ist auch journalistische Arbeit und sollte bezahlt werden. Von Freiwilligen unentgeltlich Vorarbeit zu “verlangen” entwertet journalistisches Arbeiten für Menschen, die damit ihren Lebensunterhalt erarbeiten müssen. Selber damit Geld zu verdienen ist dann außerdem etwas fragwürdig.

  3. 13. Juli 201715:29
    Dave Bowman

    “Letztes Wochenende wurde Hamburg von Linksextremisten terrorisiert. Ich habe mir die “Welcome to hell”-Demo Donnerstag Abend angesehen und hatte schon da ernsthaft Angst. Vor meinen Augen haben sich Menschen vermummt, vor mir flogen Rauchbomben, neben mir fuhr der Wagen der Veranstalter. Der Redner auf diesem schrie “Schweinesystem” ins Mikro, rief zum “unversöhnlichen Zeichen des Widerstands” auf. Mich schauderte, mir war klar, dass das nicht gut ausgehen würde. Das Ausmaß, was dann folgte, hat mich dennoch geschockt. Marodierende Linksextremisten des “Schwarzen Blocks” in Hamburg. Videos, in denen sie Autos anzünden, Geschäfte plündern. Rohe, nackte Gewalt. Ich dachte, ebenso naiv wie damals in anderen Kontexten, dass nun doch die Linke insgesamt so entsetzt sei, dass sie gewiss thematisieren werde, was da eigentlich schief läuft in einem Teil ihres Denkmilieus. Dass sie sich davon ebenso abgrenzen werden wie ich und viele andere das seit Jahren gegenüber Rechtsradikalen, also selbst Leuten unterhalb der Extremismusschwelle, tun. Und wenn schon nicht das, dass sie doch nicht irgendwelche Ablenkungsmanöver starten werden. Ich wurde massiv eines Besseren belehrt und das wiegt umso schwerer, als es dieses Mal eben nicht um eine Doktorarbeit oder Verschwendungssucht eines Bischofs, sondern um brutale Gewalt geht.

    Klare Statements von Linken gegen dem linken Terror in Hamburg sind bis heute in der Minderzahl, auch wenn sie erfreulicherweise zunehmen. Lieber lenkt man die Aufmerksamkeit auf das angebliche Fehlverhalten der Polizei, das es im Einzelfall sicherlich gegeben haben mag, aber doch nicht flächendeckend. Und schon gar nicht kann ein solches die Gewalt rechtfertigen, die sich gegen Autos und Läden richtete und sicherlich nicht wenige Menschen in finanzielle Nöte gestürzt hat. Aber das wird nahezu ausgeblendet. Schuld ist für viele Linke stattdessen vornehmlich die Polizei oder der Umstand, dass G20 in Hamburg stattfand. Oder es wird das Augenmerk auf die wenigen Rechtsextremen gelenkt, die sich in die Schar der linken Gewalttäter eingereiht hatten. Oder man richtet den Fokus auf die in der Tat harte Fragen aufwerfende Einschränkung der Pressefreiheit beim G20-Gipfel. Das Bittere daran ist, dass all das genau viele derjenigen Leute machen, die in Sachen Guttenberg und Tebartz Tacheles sprachen. Ihr Verhalten erinnert, das wollen sie sicherlich nicht hören, an die Scheinheiligkeit der Rechtskatholiken, die gerne linkes Fehlverhalten ansprechen, bei denen man aber nur ganz wenige empörte Äußerungen zum gewalttätigen Mob in Heidenau, Freital und Meißen findet.

    https://causa.tagesspiegel.de/kolumnen/liane-bednarz/wer-politische-doppelmoral-an-den-tag-legt-verliert-egal-ob-konservativ-oder-links.html

    • Ich kann den Kommentar nicht nachvollziehen. Ich lese allüberall harsche Kritik an den Gewalttaten, und öffentlich gebilligt hat sie meines Wissens noch niemand.

      Warum jetzt über Fehler der Polizei geredet wird, und auch geredet werden muss, und zwar meines Erachtens vor allem geredet werden muss: Es ist UNSERE Polizei, die in Namen unseres Gemeinwesens handelt – aber es sind nicht unsere Gewalttäter. Außerdem wird polizeiliches Fehlverhalten doch nicht dadurch irgendwie weniger gravierend, weil irgendwelche Spinner Straftaten begehen.

      Und auch politisch ist es wesentlich spannender, sich über die Polizei Gedanken zu machen, weil man ihr Handeln relativ gut beeinflussen kann, wenn man es denn will. Das Verhalten der bunt gemischten Krawall-Truppe hingegen lässt sich kaum steuern, schon weil es da keine “Kommando-Zentrale” gibt.

      • 13. Juli 201716:42
        Stefan H.

        Das klingt im ersten Moment gut, zeigt aber doch die Verdrängungsreaktion, das Narrativ das sich im Linken Milieu gerade durchsetzt:
        Den Gewalttätern wird einfach das Linkssein abgesprochen (braucht man plötzlich eine Aufnahmeprüfung um sich auf linke Ideen berufen zu können?) und schon ist Linksextremismus wieder ein ‘aufgebauschtes Problem’ und man kann sich in Ruhe an realen und angeblichen Verfehlungen der Polizei abarbeiten. Kaum ist der Kopf im Sand, schon ist das Problem gelöst. Herrlich ist sie, die linke Politik.

      • Das hat mit linker Politik nichts zu tun, sondern eher mit einem nüchternen Blick auf die Menschen, die tatsächlich verantwortlich waren: klar, einige Autonome haben angefangen und mitgemischt, aber wie der Berliner Anwalt Jan Oelbermann ausdrücklich bestätigte: Die Leute in der Gefangenen-Sammelstelle waren eben gerade keine “Linken” oder “Linksextremen”, sondern ganz normale unpolitische Studenten.

        Das eigentliche Problem ist doch, dass die BILD und konservative Politiker nun versuchen, aus den Event-Krawallen in HH ein allgemeines Problem mit Linksextremismus zu konstruieren.

      • 13. Juli 201723:36
        Dave Bowman

        Der Hauptkommissar in der recht amüsanten gestrigen Maischberger-Sendung hat zwei für mich interessante Dinge gesagt:

        1. Der Redner zum Auftakt der WtH-Demo (No Justice, no peace – fight the police!”) war tatsächlich wie vermutet Rotflorist Andreas Blechschmidt.

        2. Blechschmidt sei im Vorfeld rumgereist um die Störstrategie zu planen. Das sei alles dokumentiert.

        Wer sich ein wenig in die linksautonome Gedankenwelt der Rotfloristen einhören will, kann dies anhand der nachfolgenden Audiomitschnitte tun, die wohl bei einem Vorbereitungstreffen zum G20-Widerstand in der Roten Flora entstanden sind:
        https://youtu.be/IUNsoRxzP_M
        https://youtu.be/eThqrLRJdg8
        https://youtu.be/wYrf280BNW0
        https://youtu.be/aSxkxwJ1lEo

      • 16. Juli 201717:43
        Stefan H.

        Wie unterscheiden sich den Linke und Linksextremisten von ‘ganz normalen Studenten’? Sind sie etwa abnormal? Haben diese normalen Studenten nicht den linken Gesinnungstest bestanden und sind deswegen definitiv nicht links? Fragen über Fragen die man sich stellen sollte wenn man den Narrativ ‘Die Gewalttäter waren keine Linken’ aufrechterhalten will.

      • Erde an Stefan: nix links, nix Politik, einfach nur Studenten, die auf eine bizarre Art “Party” gemacht haben.

      • Wieso spielst du eigentlich die “Gewalt” und das Fehlverhalten der Polizei andauernd herunter? Die Jungs werden dafür bezahlt UNS zu schützen und nicht dafür Leute rumzuschubsten, zu pöbeln und Krawall anzufangen.

        Gruß Tim

      • 13. Juli 201719:10
        Stefan H.

        Waren es Polizisten oder Linksextremisten die Brandschatzenden durch die Straßen gezogen sind? Die Polizei hat höchstens Schuld daran nicht schnell und hart genug eingegriffen zu haben, an den geplünderten Geschäften und ausgebrannten Autos sind einzig und allein die Linksextremisten schuld. Und diese Schuld sollte benannt und aufgearbeitet werden sonst endet der nächste Gipfel genauso.

      • >> an den geplünderten Geschäften und ausgebrannten Autos sind einzig und allein die Linksextremisten schuld.<<

        Falsch. Falsch. Falsch.

      • 13. Juli 201719:42
        Stefan H.

        Das dritte ‘Falsch’ hat mich letztendlich total von deiner Position überzeugt.

      • Erst einmal ware es sicher nicht nur alleine linke Extremisten die da randaliert haben. Die Pauschalierung ist einfach falsch. Da waren auch Gewalttouristen, Nazis, Skinheads, erlebnisorientierte Krawallmacher und einfach spontan entschlossene Anwohner unter der Menge.

        Zum anderen ist die Polizei natürlich auch Schuld, weil sie erst dafür gesorgt hat, dass die Gruppen unkontrolliert durch die Straßen ziehen konnten. Das ist ihr immerhin auch durch diverse Lehrkräfte mit jahrzehntelanger Erfahrung im aktiven Polizeidienst bescheinigt worden.

      • Du hast Recht, die Schuld und “Verbrechen” der Polizei müssen tatsächlich benannt und aufbereitet werden, wenn der nächste Gipfel nicht genauso enden soll. Aber daran hast du scheinbar kein Interesse du jammerst lieber über das Resultat dieser Vergehen rum anstatt das Übel an der Wurzel zu packen.

        Also frage ich dich nochmal, wieso versuchst du die Vergehen der Polizei zu relativieren und herunter zu spielen? Darüber sollte ausschließlich diskutiert werden, der Rest ist doch nur ein Ergebnis dieser “Verbrechen”.

        Gruß Tim

      • 16. Juli 201721:16
        Stefan H.

        Wie oft muß ich noch fragen: Wird eine friedliche Demo alleine deswegen zum brandschatzenden Mob nur weil die Polizei diese Demo (zu früh) auflöst? Ich für meinen Teil ginge nicht mit Vermummung und Brandbeschleuniger auf Demos wenn ich wirklich vorhätte nur Plakate hochzuhalten. Aber vielleicht kenne ich die linke Szene wirklich so schlecht. Vielleicht hasst sie ja den Staat wirklich so sehr, dass sie bei der kleinsten Provokation schon glaubt das Recht zu haben die Exekutive dieses Staates Gewalttätig anzugreifen.

      • Die meisten Leute, die da randaliert haben, waren überhaupt nicht auf ner Demo und haben auch nix mit der linken Szene zu tun … das haben wir doch alles schon x-fach diskutiert. So langsam überschreitet das echt die Grenze zur Trollerei, bitte bleibt doch bei den Fakten.

      • Sieh an, du lenkst noch immer ab… :)

        Warum fragst du mich Zeugs worauf du die Antwort kennst? Verbrecher sind Verbrecher, darüber braucht man nicht zu diskutieren. Aber Polizisten die mit Gewalt die Freiheitsrechte von Bürgern verletzten, die sie schützen sollen, darüber müssen wir sehr wohl diskutieren. Die “Lügen”, die unsere Polizei/Politdarsteller zum Rechtfertigen benutzt haben sind in meinen Augen auch ein Problem.

        Gruß Tim

      • 18. Juli 201720:09
        Stefanie J.

        Vielleicht hat sie, diese homogene linke Szene – bleiben wir bei dieser verfehlten Vorstellung -, ja die Erfahrung gemacht, dass die Polizei sich nicht viel um die Rechte der Demonstrierenden / Bürger schert und geht deshalb pro forma zur Eigensicherung über. Kann man kritisieren, kann man aber auch logisch finden. Wenn dich die Exekutive des Staates angreift, obwohl du nichts verbrochen hast außer von deinem Demonstrationsrecht Gebrauch zu machen und das nicht das erste Mal ist, sondern allein an dem Wochenende zig Mal passiert, was machst du dann?! Dich der Einschüchterung beugen oder dich wappnen?!

      • 22. Juli 201721:53
        Stefanie J.

        1. Anwalt muss man sich leisten können. Und nur so nebenbei: Auch Anwälte haben in Hamburg beim Versuch ihr Demonstrationsrecht und das der anderen zu verteidigen einstecken müssen.
        2. Wo habe ich was von Autos geschrieben?! Hübsche Trollstrategie einfach das Thema zu wechseln. Wenn du dich aber darüber informieren möchtest, was für ein Pech man haben kann, wenn man nicht in der vermummten Masse untergeht oder untergehen will, und wieviel der Rechtsstaat wert ist, kann man sich ja mal mit den Fällen von Josef S. oder Lothar König auseinandersetzen.

      • Und genau deshalb MUSS über die massiven Fehler der Polizei so ausführlich diskutiert werden: weil sie zu einer Delegitimierung des Staates führen, der sein Gewaltmonopol missbraucht – und darauf berufen sich dann auch Gewalttäter. Sicher nicht zu Recht, aber leider zu erwarten. Das Gewaltmonopol kann und darf nicht vor allem mit dem Knüppel durchgesetzt werden, sondern braucht zu seiner Akzeptanz unbestreitbare Legitimität.

      • Du vermischt hier durchweg 2 Themen. Die Randalierer im Schanzenviertel und die Gewalt der Polizei gegen *andere* und vor allem *friedliche* Menschen. Nach der W2H-Demo wurden bei uns dutzende Menschen (bunt gekleidet) versorgt, die Platzwunden bis schwere Knochenbrüche hatten. Zu dem Zeitpunkt war in der Schanze noch kein Stein geflogen.

        Möchtest du hier argumentieren, dass sie es nicht besser verdient haben und das die Polizei (straffrei) beliebig Unschuldige schädigen darf? Ich denke mal nicht. Aus dem Grund wird hier (auch) über Polizeigewalt geredet.

      • 13. Juli 201723:21
        Dave Bowman

        Man sollte sich, m. E., in diesen Tagen nicht hinstellen und einseitig ablenken auf Polizeigewalt und wilde false-flag-Aktionen bezüglich G20 und Hamburg. Andersrum gilt das genauso: ein “Heyhey, Polizei, alles geil gemacht!” verhindert eine differenzierte Betrachtung.

        Fest steht für mich: es gab unverhältnismäßige Aktionen seitens einiger Polizisten. Demgegenüber steht aber eine Masse an Leuten, die “Hamburg brennen sehen wollte” (aus dem Aufruf der Roten Flora). Das waren keine unverhältnismäßigen Aktionen einiger Demonstranten, gerade wenn man sich die sinnlose Wut am Altonaer Freitag ins Gedächtnis ruft. Daraus ergibt sich schon rein logisch eine andere Gewichtung: die Polizei kam nicht nach Hamburg, um auf friedliche Demonstranten einzuknüppeln. Zumindest die, die im Rahmen von WelcometoHell anreisten, ging es allerdings nicht um friedlichen Protest. Daher sind das ganz klar linke Krawalle und linke Gewalt. Dem muss sich die SPD (gerade als DIE Regierungspartei Hamburgs) verantwortungsvoll stellen.

        Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Es ist weder links noch rechts. Ich kann mich als SPD genauso dafür stark machen wie andere. Damit fordert man keinen Polizeistaat oder will die Verfassung schleifen. Und man fällt damit natürlich auch nicht auf das begrenzt intelligente Getöse der Union rein, wenn man es tut. Es ist staatsbürgerliche Verantwortung, es zu tun.

        Man sollte sich daneben fragen, ob man durch Empörung über das Getöse diesem Getöse nicht noch mehr Aufmerksamkeit verschafft.

        Ruhig und nüchtern die Gewalt – in alle Richtungen – analysieren und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen, das steht jetzt an. Und dazu gehört eben auch eine mögliche Schließung der Roten Flora (sollte hier die Organisation der Randale abgelaufen sein), genauso wie mögliche Verurteilungen wegen Polizeigewalt (sollten einzelne Beamten ihre Kompetenzen überschritten haben).

        Es gilt: Keine Stadt, die verantwortungsvoll geführt wird, kann Orte dulden, von denen aus möglicherweise logistisch Krawalle und Randale organisiert und orchestriert werden. Und dabei ist das völlig egal, ob das ein rechtsextremer Gasthof oder ein linksextremes “Kulturzentrum” ist. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Gasthof/ das Kulturzentrum monatlich einen Radlflohmarkt veranstaltet. Der hat vor dem übergeordneten Interesse der Sicherheit der Bürger zurückzustehen.

        Die SPD verabschiedet sich mitnichten von ihren Grundsätzen, wenn sie eine Kommandozentrale für Krawall und Randale schließt. Die Partei vertritt die Bürger dieser Stadt, mit 45% sogar mit hoher Zustimmung. Sie vertritt nicht die Rote Flora, gewaltbegeisterte Subkulturen oder ist deren Schutzmacht.

        Sowohl Otto Wels – gegen Rechtsextreme (NSDAP) – als auch Helmut Schmidt – gegen Linksextreme (RAF) – haben gezeigt, wo unser Kompass ist.

        Den sollten wir jetzt nicht verlieren.

      • >> Es gilt: Keine Stadt, die verantwortungsvoll geführt wird, kann Orte dulden, von denen aus möglicherweise logistisch Krawalle und Randale organisiert und orchestriert werden.

        Muss sie aber. Orte sind unpolitisch und auch nicht als kriminell zu verurteilen. Personen die rechtskräftig verurteilt sind wegen Anstiftung oder Beihilfe zu Straftaten werden bestraft und ggf aus dem Verkehr gezogen.

        So simpel kann das eigentlich sein.

      • Sorry, aber der Vergleich mit der RAF hinkt doppelt: Zum einen ist Randale als Event wie in HH nicht mit dem politischen Terror der RAF zu vergleichen. Zum anderen zeichnet sich der Umgang mit der RAF durch krasse Grenzüberschreitungen des Staates aus (Isolationshaft, Kontaktsperre), die unnötigerweise eine Sympathisanten-Szene geschaffen haben, die der RAF überhaupt erst das Überleben gesichert hat. Wenn man draus etwas lernen will, dann doch wohl, dass staatliche Überreaktionen wie in den 70ern kontraproduktiv sind.

  4. Was mir hier und überall anders zu kurz kommt:

    Gewalt ist in allen Gesellschaften eine absolut unabwendbare Notwendigkeit!

    Gerade die militärische Konfliktforschung bestätigt das seit Jahrzehnten. Eine gewaltfreie Gesellschaft ist eine religiöse Ideologie die mit den realen Lebenswelten nichts zu tun hat und bitte umgehend nach Candyland gehört. Aber gerade in Deutschland haben viele ein extremes Problem damit das zu akzeptieren. Ich erinnere die Reaktionen auf die Rede von Bundespräsident Gauck auf der Münchener Sicherheitskonferenz.

    Beispielsweise berichtet dpa über die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) 2001 in Saarbrücken: “Gewalt in der Wirklichkeit erregt Abscheu. Gewalt auf dem Fernsehschirm, der Kinoleinwand, in Büchern und anderen Printmedien ist höchst populär. Diese Popularität legt die Vermutung nahe, dass erstere Abscheu nicht echt ist, sondern ein möglicherweise vordergründiges Resultat von Moralpädagogik und Meinungskonformismus. Psychoanalytiker verweisen mit Nachdruck auf die menschliche Aggressivität und machen damit deutlich, dass Gewalt konstitutiver Bestandteil menschlicher Zivilisation ist.”

    Vor einigen Jahren gab es zwei Brüder die sich dem IS angeschlossen haben. In der Nachbetrachtung gab es diverse Aussagen von Eltern, Schule, Behörden etc. die alle absolutes Unverständnis bekundet haben. Das wundert mich nicht. Aus konfliktpsychologischer Sicht jedoch, fehlte den beiden einfach die Verfügbarkeit von Gewalt zur Austragung von Konflikten. Alle Hochkulturen der letzten Jahrtauende, insbesondere Europa, haben sich immer durch Gewalt weiterentwickelt. Oftmals war sie sogar gewollt und wurde gelenkt, man denke nur an das alte Rom. Und die Verfügbarkeit von gelenkter und gewollter Gewalt, erhöht das soziale Kapital einer Gesellschaft und damit den Zusammenhalt und die Stabilität des politischen Systems.

    Quellen:
    ariva de/forum/warum-keine-gewaltfreie-gesellschaft-moeglich-ist-87282
    heise de/tp/features/Gewalt-ist-eine-Loesung-leider-3425195.html
    wissenschaft-und-frieden de/seite.php?artikelID=0958
    his-online de/forschung/9300/forschungsgruppe-nachkriegszeiten/

    • Zivilisierte leben ihre gewalttätigen Tendenzen durch sportliche Wettkämpfe aus. Fortgeschrittenere transformieren diese archaischen Triebe durch diverse Formen der Meditation in ein ausgeglichenes Gemüt. Fortgeschritten zivilisierte Gesellschaften bieten einen Rahmen und fördern Strukturen, die derartige Aktivitäten weiter verbreiten. Ritualisierte gesteuerte Gewalt halte ich für ein überkommenes Weltbild von Leuten, denen der richtige weg zu steinig ist.

      • Genau da haben wir es: “Der richtige Weg”. Wer legt fest was richtig und was falsch ist? Diese Ansichten (“Ich stehe moralisch über dir… blabla”) führt zur massenhaften Vernichtung von sozialem Kapital. Wer beständig anderen Leuten anhand moralischer und anderer fiktionaler Wunschvorstellungen erklärt er sei ein schlechter Mensch und er würde etwas falsch machen, grenzt diese aus und radikalisiert damit ganze Gesellschaftsschichten. Das wurde auch in einem Feature des DLF zum Thema Polpulismus sehr schön dargestellt.

      • Ich bin lediglich der Meinung, dass Gewalt nur in einem Rahmen ausgelebt werden darf, der anderen nicht schadet.

      • Ich bin der festen Überzeugung dass das aus oben genannten tatsächlichen Gründen eine Illusion ist von der man sich verabschieden sollte und Gewalt tatsächlich ein Notwendigkeit ist.

      • Besonders wenn man selbst Opfer davon wird

      • 14. Juli 201710:37
        Dave Bowman

        Diese Küchenpsychologie ist wirklich der absurdeste Versuch die Ausschreitungen zu rechtfertigen. Ich möchte daran erinnern, dass 99% der Demonstranten friedlich waren und keinen Drang verspürten Läden zu plündern und Autos in Brand zu setzen.

        Aber die Bundeswehr sucht händeringend neue Soldaten. Für wen die Ausübung von Gewalt gegenüber Schwächeren eine Notwendigkeit ist, wird dort sicher Gleichgesinnte finden.

      • Wir sind uns einig, dass gewalttätige Tendenzen in jedem stecken können.
        Notwendigkeit drückt ganz gut aus, dass aus einer Notlage heraus Gewalt entsteht. Gegen alle denkbaren Notlagen kann jedoch etwas unternommen werden. Menschen werden nur dann gewalttätig, wenn sie keine anderen Möglichkeiten mehr sehen. Entsprechend ist Gewaltprävenzion prinzipiell immer möglich. Es müssen nur die Rahmenbedingungen gegeben sein. Niemand außer Sozio- oder Psychopathen hat Freude daran Gewalt auszuüben oder zu erfahren.

    • 14. Juli 201711:05
      Sebastian

      Vielen Dank für diesen interessanten Ansatz! -Spannend…

  5. Hier ist die Stellungnahme einiger Geschäftstreibender aus dem Schanzenviertel zu den Ereignissen am Wochenende:

    +++ STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE +++

    Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.
    In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.

    Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.
    Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.
    Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.
    Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde.
    Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.
    Tagelang.
    Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.

    Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben.
    Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen.
    Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido-Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo.
    Es waren betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht nachvollziehbar.
    Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit Diebesgut das Weite suchten.
    Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen, die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten.
    Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel – durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn brach.
    Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.

    Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung an dem Tag viele Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen, die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“ Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen, obwohl das Haus bewohnt ist.
    Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche Aktion zu welcher Reaktion geführt hat.
    Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.
    Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück.
    Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat.
    Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können, scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein.
    Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an politischem Weitblick absehbar gewesen.
    Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten.
    Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.

    Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss auch gesagt werden:
    Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem Viertel, die um die Welt gingen.
    Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt.
    Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten.
    Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen.
    Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben.
    Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.

    Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste.
    An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu knapsen haben.

    Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört.
    Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.

    In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.

    Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel

    BISTRO CARMAGNOLE
    CANTINA POPULAR
    DIE DRUCKEREI – SPIELZEUGLADEN SCHANZENVIERTEL
    ZARDOZ SCHALLPLATTEN
    EIS SCHMIDT
    JIM BURRITO’S
    TIP TOP KIOSK
    JEWELBERRY
    SPIELPLATZ BASCHU e.V.
    MONO CONCEPT STORE
    BLUME 1000 & EINE ART
    JUNGBLUTH PIERCING & TATTOO
    SCHMITT FOXY FOOD

    https://www.facebook.com/BistroCarmagnole/posts/1451018668300206

  6. moinsen,
    ich habe gerade den Film “Gipfelstürmer” gesehen, der noch mal eine ganz neue Perspektive einbringt, nämlich die bewusste Delegitimierung der friedlichen Proteste:
    http://programm.ard.de/?sendung=281116097670178, gibt es noch auf https://www.youtube.com/watch?v=52kOAulA0LY
    Der Film hat 2002 den Deutschen Fernsehpreis als Beste Dokumentation gewonnen.
    (http://www.deutscher-fernsehpreis.de/…/preistraeger-2002/)

  7. Die geschilderten Einsatzbedingungen der Polizisten kenne ich so selber nur sehr gut aus der Festivalsecurity. Kein Essen, kein Schlaf und tausende potentielle Gewalttätige und infolgedessen dutzende bis hunderte Konflikte. Dazu noch noch oft ehrenamtliche oder unausgebildete Securities. Vielleicht such ich mir die richtigen Festivals aus (hint: fast alle “links”), aber offensive Gewalt eines Kollegen hab ich in einer hohen 2-stelligen Anzahl von Einsätzen nur einmal erlebt – und der flog dann auch direkt.

    Warum soll ich diese Ansprüche denn bitte nicht an *die Mehrheit der ausgebildeten, bezahlten* Polizeikräfte stellen? Denn wie eine Minderheit sahen mir die offensiv gewalttätigen Beamten eher nicht aus. Und wer wegen 20h Arbeit meint ein hirnloser Prügelaffe zu werden hat nix im Dienst zu suchen und ganz sicher nicht mein Mitleid. Entweder man redet über falsche Ausbildung oder falsche Befehle, aber die Horrorshow aus Hamburg lässt sich nicht mit mangelnder Gemütlichkeit wegentschuldigen.

    • 13. Juli 201719:37
      Christian

      Du siehst deinen Job als Security auf einem Konzert halt so, dass du alle Zuschauer schützt dadurch dass du aggresive bzw. gewalttätige Leute zu “neutralisierst”.

      Die Polizei sieht die Demonstaration aber als Ganzes als Gegner. Das wäre so als wenn du alle Zuschauer als Gewalttäter ansiehst. Die Polizei hat die Aufgabe die politischen Gäste zu schützen. Das ist ihre Clientel. Und so sieht das dann eben auch aus. Wenn randalierende Truppen von Idioten durch Stadt-Viertel ziehen, in denen sich keine Politiker aufhalten, dann lässt man sie eben gewähren. Bürger werden drangsaliert, ihr Eigentum zerstört und im schlimmsten Fall müssen sie um ihre Gesundheit fürchten, nur ist die Polizei eben dann nicht da weil sie die herrschende Klasse schützen muss.

  8. Zum Thema Werbung: Macht ruhig. Hab Vertrauen darin, dass ihr dieses Mittel sorgsam einsetzt.

    Zum Thema der Sendung: Es ist völlig irrelevant welche politische Gesinnung Gewalttäter haben. Wenn es Organisationsstrukturen gibt, die diese Gewalttaten unterstützen oder fördern, gehört dem nachgegangen. In einem geordneten Rechtsstaatlichen Verfahren.
    Im Falle einer Demo, gehören von Seiten der Ordnungshüter Mittel eingesetzt, die im Vorfeld deeskalierend wirken, während der Demonstration ebenso. Auch hier wieder völlig unabhängig davon, welche politische Gesinnung vertreten ist. Wenn eine Lage eskaliert, dürfen immer nur die mildesten der wirksamen Mittel eingesetzt werden. In diesen Punkten hat die Polizei in Hamburg kein gutes Bild abgegeben.

    • “Wenn es Organisationsstrukturen gibt, die diese Gewalttaten unterstützen oder fördern, gehört dem nachgegangen.”

      Die gibt es eher nicht. Zumindest nicht vergleichbar mit anderen Szenen. Zumal viele derer die dort marodierend durch die Straßen gezogen sind, die Taktik “Schwarzer Block” angewand haben: Partner finden, konzentriert und schnell zuschlagen, sofort wieder auflösen. Wenn sich drei Gruppen mit fünf bis fünfzehn Personen so durch eine Stadt wie Hamburg bewegen, können sie schnell eine dreistellige Zahl Polizeikräfte binden.

  9. Moin!

    Eure Umfrage habe ich mitgemacht. Zum Glück habe in der Liste meiner Podcasts auch 4000Hertz genannt, denn dorthin hat mich der letzte Button der Umfrage weitergeleitet.
    Bezüglich Werbung und Sponsoring empfehle ich “Pod save America”. Wenn ihr Sponsoren findet, die sich so lustig vergackeiern lassen wie dort, seid ihr ganz vorne!

    Die einzige Legitimation des staatlichen Gewaltmonopols liegt darin, dass sich die Exekutive, vulgo: Polizei, STRIKT an Recht und Gesetz hält. Das beginnt bereits beim (nicht) Parken im Halteverbot zum Brötchenholen. Erst wenn ich MEINER Polizei trauen kann, werde ich ihr auch helfen…

    Herr Dudde muss nicht abberufen werden. Er wurde meines Wissens für G20 aus dem Ruhestand reaktiviert und kehrt nun in diesen zurück. Praktisch.

    Hätte man den Schwarze Block bei der “Wellcome to hell” ernsthaft abtrennen wollen, hätte man die Demo bis in die Helgoländer Allee gelassen und hinter der Brücke Seewartenstraße zugegriffen. Das wäre ein Engpass gewesen auf dessen beiden Seiten genug Raum für Sichzurückziehende gewesen wäre. Ich bin Hamburger, ich kenne die Location.

    Es sind über ein Dutzend Wasserwerfer WaWe10000 im Einsatz, die speziell gepanzert sind und schräge Dächer gegen Molotows haben. Es sind diverse gepanzerte Räumfahrzeuge im Einsatz, die bei CNN sehr richig als “riot control units” bezeichnet wurden. Mit dem Equipment ist man nicht in der Lage, wenigstens über die drei Hauptzugänge einzudringen, Feuer zu löschen, Barrikaden kaputt zu machen, eventorientierte Jungerwachsene zwischendurch zu duschen und meinetwegen erstmal wieder rauszufahren? Dieses war nun wirklich DIE Stelle, an der man den Einsatzkräften “unschöne Szenen” noch am ehesten nachgesehen hätte. Die Stadt quoll vor Polizei über. Die WaWes standen in unmittelbarer Nähe, trieben sogar noch Leute vom Pferdemarkt Richtung Schulterblatt. Die Schanze und ihre BewohnerInnen wurden der Legende vom Linksterrorismus geopfert.

    Wie lange werden eigentlich die Funkmitschnitte der Einsatzkräfte gespeichert? Ich frag nur mal so…

    Respekt für die Erklärung der Gewerbetreibenden. Brillant zusammengefasst.

    • >>Wie lange werden eigentlich die Funkmitschnitte der Einsatzkräfte gespeichert?<<

      Das kommt auf die Behörde und das jeweilige Bundesland an… Aber üblicherweise werden Funksprüche nur auf den Hauptkanälen der rückwärtigen Führungskräfte (ab Abschnittsleiter) aufgezeichnet. Den Funkverkehr der Einsatzstellen mit den Gruppen- und Zugführern zeichnet man meist nicht auf. Aber generell ist zu sagen: Es gab in Hamburg Probleme mit dem digitalen Polizeifunk (Tetra) und es ist sowieso fraglich ob es viele brauchbare Aufzeichnungen gibt.

    • Um zu Herr Dudde noch etwas zu ergänzen: Er ist bekannt gewesen für diese harte Linie. Er war auch für einige andere Großdemos verantwortlich. Einige davon wurden nachträglich unverhältnismäßig und somit rechtswidrig eingestuft. Das hat schon einen faden Beigeschmack

  10. Ihr habt zu recht angemerkt, dass vom bunten Protest zu wenig berichtet wurde. Leider findet sich aber auch in eurer Linkliste kein einziger Hinweis darauf… oder?

    Eine Linkrubrik mit positiven Beispielen, die man dann gezielt in seiner Timeline streuen kann wäre toll.

    Ich spende gleich mal einen Link:

    https://1000gestalten.de

    Tolle Aktion!

  11. Sorry Leute, aber ihr berichtet schon wieder nur oberflächlich bzw. sachlich falsch:
    Ab ca. Min. 53:00 behauptet Ulf, dass 32 Journalisten durch den Sicherheitscheck gefallen seien und ihnen deshalb die Akkreditierung entzogen wurde.
    Das ist sachlich falsch. Den “Sicherheitscheck” durch das BKA bzw. andere Behörden hatten die Betroffenen ja bestanden, sonst hätten sie erst gar keine Akkreditierung bekommen (die bekommt man nach Prüfung durch das BPA UND BKA o.ä.).
    Lt. Sprecher Seibert, hat sich am Donnerstag abend eine andere “Lage” ergeben (was immer das heißt), sodass diesen Personen die Akkreditierung DANN entzogen werden sollte.
    Das ist doch der Grund, warum die ganze Sache stinkt. Erst hatten die Betroffenen alle erforderlichen Überprüfungen erfolgreich bestanden und dann hat sich eine andere “Lage” ergeben?

  12. Sorry Jungs aber eure Umfrage ist kaputt. 404 nach Auswahl des Bundeslandes.

  13. Vielen Dank für die ausgewogene Analyse der komplizierten Gemengelage beim G20.
    Allerdings sollte man erwähnen, dass Heiko Maas der “Rock gegen Links” durch die Bild in den Mund gelegt wurde. Er hat im Grunde nur gesellschaftliches Engagement gegen politisch motivierte Gewalt gefordert. Leider wurde das von vielen Medien ebenso wiederholt, so dass ich lange von einem Zitat ausgegangen bin.
    siehe dazu: http://www.bildblog.de/91097/fordert-heiko-maas-wirklich-rock-gegen-links/

  14. Zum Thema Weltbild der Autonomen und der IL.
    Ich finde, dass ihr in der Erläuterung der Weltsicht dieser Gruppierungen ziemlich daneben gelegen habt. Die radikale Linke insgesamt zeichnet sich doch durch einen bunten Strauß an Analysen aus und Ansichten wie die Dimitroff-These sind dort schon seit langer Zeit umtstritten. Vielleicht solltet ihr mal ein Interview mit den Pressesprecher_innen von der IL oder …Umsganze führen, die erklären euch das gerne.

  15. 14. Juli 201710:59
    The Dirkness

    Die Herren,

    Vielen Dank, etwa so habe ich die ganze Sache bisher auch betrachtet und werde das auch weiterhin so etwa weiter tun, falls nichts wesentlich neues hinzu kommt. Insbesondere die Problematik, das Geschehen als linke Gewalt dazustellen, obschon sehr viele der Gewalttäter eben Krawalltouristen waren/sind. (Das habe ich bei etlichen vergleichbaren Terminen beobachten können: diverse 1. Maie [ :-) ] in Berlin allen voran.)

    Was mir allerdings fehlt, ist Eure politische Ausdeutung. Zunächst mal widerspricht die Austragung in Hamburg einer ‘summit policy’, nach der derartige Gipfel aus Sicherheitsgründen eben eher in abgelegene Gebiete auszutragen sind. Alle Beteiligten dürften von Anfang an geahnt haben, dass es beträchtliche Probleme geben wird.

    Die Kosten dürften weit höher liegen, als die derzeit rumgereichten Schätzungen von 100-130 Millionen. G8 Heiligendamm hat bereits 100 Millionen gekostet. (Übrigens wurden dort Bundeswehrgerät nebst Bedienern sowie wohl 1.100 Soldaten eingesetzt. In Hamburg nun wurden österreichische Spezialkräfte eingesetzt. Da würden mich auch mal die rechtlichen Einschätzungen interessieren.)

    Dass Angela Merkel nun in der letzten Zeit ( #wahlkampf ) jede Gelegenheit nutzt, sich mit hochkarätigen Staatschefs sehen und ablichten zu lassen, dürfte jeder mitbekommen haben. Mir fällt spontan wirklich niemand ein, der irgendwas in dieser ganzen Geschichte gewonnen haben könnte – außer eben Frau Merkel. Hinzu kommt: Wenn die Politik die Deutungshoheit übernimmt, mit Darstellung wie von Dir, Ulf, schon gesagt bis hin zu Vergleichen mit Terroristen – nun, dann kann ich da weitere Sicherheitsgesetze dranzuhängen versuchen, ich so in meinem Nebenjob als Thomas de Maziere-Stuntman.

    Und auch den massiven und in meinen Augen durchaus berechtigten, gewaltfreien*, Protest kann man mal betrachten. Die Zustände in Hamburg als “bürgerkriegsartig” zu beschreiben, geht mir auch zu weit, dennoch kann man den o.g. Protest auch mal als Bürgerkrieg oder eher Klassenkampf denken. Wie radikal die verschiedenen Protestgruppen auch sein mögen, es eint sie, meiner bescheidenen Meinung nach, das Gefühl der Ungerechtigkeit, der sie sich ausgesetzt sehen und die sie hier öffentlich ausgedrückt haben. Wie gesagt, Gewalt hilft da niemandem und ist nicht zu rechtfertigen. Dennoch muss man sich die Sache mit der Gewalt einmal genauer ansehen. Wir können die genannte Ungerechtigkeit auch als strukturelle Gewalt verstehen. Der versammelte Protest übt in den jeweiligen Weltbildern die Gegengewalt aus, sie versuchen, diese strukturelle Gewalt zu brechen.

    *Tja, und wer ohne Gewalt ist, der werfe den ersten Stein. :-)

    Ich gebe zu, dass einige Gedanken den Rahmen Eures Podcasts sprengen würden, doch wenigstens die rechtliche Einschätzung der “Cobra” aus Österreich und der Bundeswehr-Beteiligung damals in Heiligendamm. Und eben Eure Einschätzung, wie man das vlt auch politisch deuten kann.

    Herzlichen Dank und Schönen Urlaub!

  16. 14. Juli 201712:08
    Dokumentar

    Sehr sehenswert um einen Eindruck der Polizeiaktionen zu bekommen, hier sind schon viele Beispiele in Videos und Berichten gesammelt und es werden mehr:

    https://g20-doku.org

  17. Hallo Philip, Hallo Ulf,

    ich schätze euren Podcast sehr. Das lieber mal vorne weg.

    Ich selber war vom 02.07.-09.07.2017 in Hamburg und musste mich die erste halbe Stunde eurer Folge wirklich zwingen, den Podcast durch zu hören. Ich habe 4 Folgen aus Hamburg gemacht um zu berichten wie ich die Tage in Hamburg erlebe.

    http://diehorst.de/g20hh-spezial/

    Vom ersten Tag an hat die Polizei auf Provokation und Einschüchterung gesetzt. Vieles bekommt man nicht mit wenn man nicht vor Ort ist und das ist ein Blick der mir bei eurer Folge komplett fehlt. Auf die erste Räumung am Neuen Pferdemarkt geht ihr gar nicht ein. Ich habe einen Einsatz erlebt, der friedlichen Demonstranten mit einer permanenten Aggression gegenüber stand. Und das weit vor den ersten Krawallen.
    Es wurden Wasserwerfer auf “Zuschauer” gerichtet und zum Einsatz gebracht, die an den Landungsbrücken auf dem Dach der Bahnstation sassen, (welches leicht von einem Park zugänglich ist) ohne dass diese irgendetwas runter geworfen haben. Das ist nur eine von vielen Vorfällen.
    Ich habe seit Dienstag keine Demo oder Aktion erlebt, in der die Polizei nicht versucht hat Leute einzuschüchtern.

    Was ich auch beobachten konnte ist eine große Solidarität der Demonstranten. Menschen die sich gegenseitig unterstützt und geschützt haben und sich nicht haben einschüchtern lassen. Dabei rede ich jetzt nur von den Menschen die ihren Protest friedlich auf die Straße gebracht haben. Es gab so viele tolle Aktionen und Ideen, kreativ und mit viel Spass, das geht jetzt leider alles unter.

    Am Anfang eurer Folge sammelt ihr die Fakten und sprecht doch davon, dass Molotow-Coktails auf die Polizei geworfen wurde. Bereits seit Sonntag gibt es daran Zweifel und seit gestern endlich auch einen Bericht in der Mopo dazu. (Habt ihr ja schon in den Kommentaren.)

    Ich habe eure Folge zu Ende gehört und bin auch froh darüber, dass es einen Podcast gibt, der das ganze mit etwas Abstand betrachtet.

    Also, bei aller Kritik von mir, danke für die Folge und dass ihr das Thema aufbereitet habt.

    Viele Grüße
    Daniela

    • Danke Daniela, dass du dir die Mühe gemacht hast. Das ist eine sehr interessante Perspektive! Ich denke, wir konnten die so nicht annehmen, weil wir ja selber nicht vor Ort waren. So pointierte Kritik ist aus zweiter Hand einfach sehr schwer zu üben. Umso besser, dass Du Deine Podcast-Folgen aufgenommen hast!

  18. 14. Juli 201713:33
    Profiamateur

    Liebes Lage-Team,

    nachdem der G20 Gipfel so aus dem Ruder gelaufen ist, konnte ich mir kaum vorstellen, dass Ihr dies unkommentiert stehen lassen würdet. Herzlichen Dank, dass Ihr die Hoffnung erfüllt habt.

    Zu einem Thema stimme ich Euch uneingeschränkt zu: es kann keine Rechtfertigung für Gewalt geben. Weder link, rechts, mitte oder auch Religion.

  19. Aufgrund der regen Beteiligung wurde die Umfrage bereits beendet? Schreibt mir diese Umfrageseite am Schluß, nachdem ich den ganzen Scheiß beantwortet habe? ist das euer Ernst?

  20. danke für die aufarbeitung.

    mfg
    mh

  21. Zu eurem letzten Punkt noch ein Zitat aus den Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling:

    “Ob Links- oder Rechtsextremismus – da sehe ich keinen Unterschied.”
    “Doch, doch”, ruft das Känguru. “Die einen zünden Ausländer an, die anderen Autos. Und Autos anzünden ist schlimmer, denn es hätte auch mein Auto sein können. Ausländer besitze ich keine.” :-)

  22. Danke für eure Analyse.
    Ich komme zu dem Schluss, dass diese Art von Ausschreitungen weniger als politisches als vielmehr als massenpsychologisches Phänomen diskutiert und verstanden werden sollten.

  23. Zum Thema “Gipfel nach Elmau oder Heiligendamm” bitte beachten: Die genannten Orte hatten G8-Gipfel. G20 ist massiv größer. Das bräuchte dann nen größeren Ort mit mehr Übernachtungsplätzen, für mehr Teilnehmer und mehr Journalisten. Manche Touristenorte bieten da womöglich genug Plätze, aber die Wahl ist begrenzt.

    Elmau hatte zudem bis München herein spürbare Auswirkungen, da verschiedene Delegationsmitglieder in die Stadt wollten, der US Vizepräsident unbedingt in einer gelben Halle Tennis spielen wollte (so der Chef des Münchner Straßenbau Amtes, der da kurzfristig Halteverbote etc. auf der Route einrichten müsste) und An- und Abreisen über den Flughafen koordiniert werden mussten. (Natürlich kein Vergleich zu brennenden Autos etc. In Hamburg, Punkt ist nur: In Pampas legen löst nicht alles)

    Wenn man argumentiert, dass es G20 insgesamt nicht braucht oder anders aussehen sollte ist dies womöglich hinfällig, aber all the things equal ist das nicht die Lösung und die Option zur friedlichen(!) Demo direkt daneben erachte ich als wichtig (daher darf das nicht nur in China und Saudi Arabien statt finden)

  24. Hallo liebe “Lage”,

    danke für diesen erneuten interessanten Podcast. Ich habe die Umfrage sehr ausführlich beantwortet und mich mehr als 10 min damit beschäftigt um am Ende zu erfahren, dass diese bereits geschlossen worden ist… Habe mich sehr darüber geärgert. Das geht leider gar nicht. Bitte die Umfrage aus dem Netz nehmen. Danke.

    Grüße aus Neuseeland

    • Das ist sehr unglücklich gestaltet, aber Deine Angaben werden gewertet und sind angekommen. Ich habe die Agentur auf diesen Design-Fehler hingewiesen. Danke, dass Du mitgemacht hast.

  25. 15. Juli 20177:12
    Holger Frey

    Zum Thema Werbung: Die erste Reaktion auf Werbung in (deutschen) Podcasts fällt bei mir negativ aus, da mir dabei sofort Radiowerbung à la “Carglas” in den Sinn kommt. Als positives Beispiel für den Umgang mit Werbung würde ich gerne den “Accidental Tech Podcast” in den Raum werfen: Zum einen kann man dank Kapitelmarken die Werbung überspringen, dabei wird nach der “Sprungmarke” noch Mals der Name des Sponsors genannt. Zum Anderen wird die Werbung selbst vorgelesen bzw. vorgetragen, wodurch man nicht aus dem akustischen “Hörfluss” gerissen wird.
    Nach über 60 Folgen LdN habt ihr mein Vertrauen – macht ruhig ;-)

    Als erstes kam mir Radiowerbung wie “Seitenbacher” und “Carglas” in den Sinn was ich schrecklich fände, aber ich vertrau

    • kann mich dem Ansatz nur anschliessen
      als ich bei der Umfrag zu den ‘Themen, die sie interessieren’ etwas lustlos zB Bier angeklickt habe, dachte ich, oh weh, hoffentlich kumpelt mich dann nicht bald Kloppo an.
      Ixhg kann mich eigentlich an keine produzierte Werbung erinnern, die mich nicht abgeturned hätte.
      In den Podcasts von viertausendhertz wurde am Anfang die Werbung von den Sprechern selbst vorgetragen, was ich deutlich angenehmer finde.
      Diese Form ist ja uU auch für Firmen interessant, die es sich nicht leisten können, Clipos produzieren zu lassen, wodurch man dann auch mal Produkte ausserhalb des üblichen Spektrums angeboten bekommt.
      Ich könnte mir sogar vorstellen, dem Produktanbieter Raum für ein Gespräch anzubietet. Mir ist durachaus bewußt, dass man damit die Grenze zum redaktionellen Beitrag verzerrt/verwässert. Aber wenn ich dabei tatsächlich inhaltliche Argumente für ein Produkt erhalte (ist ja nicht aussgeschlossen, dass ein Produkt tatsächlich interessant ist), ist mir das lieber, als einen emotionalisrenden Soundbrei anhören zu müssen.
      gruss
      a

  26. Zur Diskussion über das Verhalten der Polizei bzw. der Führung der Polizei finde ich sehr lesenswert die Perspektive eines Berliner Polizisten, der in Hamburg im Einsatz war. http://vionville.blogspot.de/2017/07/G20-Polizistensicht.html?utm_content=bufferd3bd4&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer

    Er reagiert auch auf die wirklich unfassbare Äußerung von Scholz,: „Polizeigewalt hat es nicht gegeben, das ist eine Denunziation, die ich entschieden zurückweise.“ (zitiert nach Tagesspiegel 14.7: http://www.tagesspiegel.de/politik/hamburgs-buergermeister-scholz-zu-g20-polizeigewalt-hat-es-nicht-gegeben/20061624.html)

  27. Wegen verletzten PolizistInnen. Das ist leider schon immer so eine ganz fiese Medienstrategie der Polizei gewesen. Die Zahl von 500 verletzten PolizistInnen hört sich gewaltig an. Aber was steckt dahinter? Natürlich sind die Leute angehalten, jede noch so kleine Schramme zu melden. Woher diese kommt und wie sie verursacht wurde ist nicht festgehalten. Darunter zählen naämlich auch stolpern und andere Selbstverletzungen, Kreislaufkollaps durch langes Herumstehen, Pfefferspray von den eigenen Leuten oder von einem selbst etc. etc. Hinter dieser Zahl steckt auf jeden Fall NICHT, 500 PolizistInnen wurden von DemonstrantInnen verletzt!

    Ich weiß, dass es dazu mal eine kleine Anfrage im Parlament gab, leider find ich es nicht mehr. Dabei kam heraus, dass 80 von 90 Verletzten durch das eigene Pfefferspray und Hitze entstanden.

    Es gab auch einen Fall, wo der Polizist angegeben hat, dass er nach einer Auseinandersetzung eine schwere Kehlkopfverletzung erlitten hätte und nich sprechen könne und man ihn dann kurz danach aber telefonierend auf einem Video gesehen hat.

    Nun gibt es zum G20 auch eine Analyse, ich weiß noch nicht wie belastbar die Quelle ist, aber trotzdem sollte man sich das mal anschauen: https://www.buzzfeed.com/marcusengert/bei-g20-protesten-weniger-polizisten-verletzt-als-gemeldet Um es mal gleich zu sagen: viele waren gleich wieder Diensttauglich, viele hatten Hitzeprobleme

    Ich möchte in dem Zusammenhang auch nochmal auf das eingehen was ihr gesagt habt: Es muss viel mehr in den Fokus rücken, wie die Bedingungen der Polizei sind. Was sie dazu bringt so gewalttätig auszurasten. Ich glaube dass der Gruppendruck und die übrigen Bedingungen extrem belastend sind und die Leute dadurch so rechtswidrig handeln wie sie es tun. Und dennoch spüren sie den vollen Rechtsstaat hinter, wann passiert es schonmal das ein Polizist wirklich eine Strafe zu erwarten hat? So gut wie nie, trotz deutlichster Beweise.

  28. Ich persönlich bin unangenehm Berührt von dem Vorhaben Werbung in der Lage zu machen. Ich mag die Lage. (Vielen Dank dafür!) Ich verstehe dass Ihr Geld verdienen wollt für die Arbeit, die Ihr in die Lage steckt, finde aber Werbung grundsätzlich unehrlich. (Ausnahmen bestätigen die Regel?)
    Produkttests finde ich gut, wenn sich etwas überprüfbar als besser/zwecktauglicher herausstellt, dann ist das doch in Ordnung und ausreichend. Und diese kann ich mir selbst suchen wenn ich überlege welches Produkt einer Kategorie ich kaufen möchte.
    Wenn die Macher einer Antiagingcreme aber unüberprüfbare Behauptungen aufstellen und dazu gegen Geld noch einen Platz in der Lage bekommen, dann wird mir übel und die Glaubwürdigkeit der ganzen Lage meines Erachtens nach heruntergesetzt. (Kategorie Gesundheit: Die Lage vor 120 Jahren hätte vielleicht Werbung für das Hustenmittel Heroin gemacht und vor 60 Jahren für das Beruhigungsmittel Contergan?)
    Das ich die Werbung abschalten kann durch ein plus Abo finde ich auch nicht ausreichend, da jeder Neuankömmling und alle die weniger Geld zur Verfügung haben, weiterhin diesen Behauptungen ausgesetzt werden. (Der Wikipedia artikel “Werbekritik” bietet sich an und dass gerade die, die weniger Geld haben sich dem aussetzen müssen finde ich bedenklich)

    Viel Besser fände ich eine klare Ansage wieviel Geld Ihr euch für die Produktion der Lage wünscht, und entsprechend wievele Plus Abonnenten Ihr noch braucht um das zu erreichen. Mit dem Versprechen von Werbung abzusehen, sobald Ihr diese Anzahl an Plus Abonnenten habt.
    Dann würde ich gerne auch abonnieren, nur um andere vor Werbung zu schützen. So aber nicht. So überlege ich mir ob ich mir die Lage dann wirklich noch weiter anhören möchte.

    • Warten wir doch erst einmal ab, was wir letztlich überhaupt machen. So dankbar wir für die freiwilligen Spenden sind – so wie bisher können wir die Lage mittelfristig nicht weiter produzieren.

      • 16. Juli 201721:47
        Christian

        > So dankbar wir für die freiwilligen Spenden sind – so wie bisher können wir die Lage mittelfristig nicht weiter produzieren.

        Das klingt so als wenn ihr von vornherei die Lage als “bezahlte” Arbeit neben dem Job angelegt habt. Das habe ich leider bei vielen Podcasts in letzter Zeit bemerkt. Es fängt an als eine Art Hobby, und irgendwann will man dann doch “finanziell Plus” damit machen. Mit deiner Aussage setzt du indirekt uns Zuhörer die Pistole auf die Brust, nach dem Motto: “Zahlt oder wir stellen den Podcast ein.” Irgendwie ein unschönes Gefühl.

        Versteht mich nicht falsch, ich kann das menschlich natürlich verstehen. Aber “Werbung” ist ein Begriff den ich mit blinkenden Ad’s auf Webseiten und nervender wiederholenden Jingles verbinde. Schaut doch mal ob patreon.com was für euch wäre (vielleicht gibt es sowas auch EU basiert).

      • Wie gesagt, warte doch einfach erst mal ab was wir tun. Und falls es Dir wirklich unerträglich erscheinen sollte kannst Du die Werbung überspringen oder ein Plus Abo abschließen.

      • 20. Juli 201711:11
        Julius Schmid

        Hallo,
        ich kenne aus anderen Bereichen auch den Übergang von Hobby zu Beruf und finde jeder der etwas leistet soll dafür bezahlt werden.

        Dennoch möchte ich meinem Vorredner beipflichten, das ich Werbung wirklich eher als letzte Möglichkeit sehe, weil ich das Format Podcast eben gerade wegen seiner Werbefreiheit schätze. (Bei allen die ich höre ist das so.)

        Wäre es nicht als Zwischenschritt denkbar, dass ihr mal sagt, was finanziert werden müsste und wo wir stehen. Vielleicht reicht es dann ja ohne Zwang. Und wenn es dann nicht reicht macht ihr Werbung?

        Ich probiere als Konsument immer zu schätzen was eine angemessene Spende ist, aber wo es schon scheitert ist Spendet jeder 2. jeder 10. oder jeder 100. Hörer?

        Jochen Schumacher vom Jagdfunk hat z.B. ca 6 Folgen lang gesagt es reicht noch nicht, es reicht noch nicht und irgendwann war es dann wohl OK.

        Mir kann es egal sein. Klick mir ein Plusabo, aber ich finde es stellt sowohl dem Format als auch DER HÖRERSCHAFT, kein gutes Zeugnis aus, wenn eine angemessene Finanzierung ohne äußere Zwänge (Werbung und Plusabo) nicht möglich ist.

        Liebe Grüße
        Julius

  29. Ich finde es erschreckend wie Ihr Linksterrorismus relativiert.

    Ihr nennt zwar immer die täglichen Anschläge auf Ausländer und/oder Flüchtlinge, aber ohne konkrete Statistiken zu liefern.

    Das es keine Anschläge auf den Staat oder andere politische Feinde der Linken seit der RAF gab ist purer Hohn!

    Ich empfehle ich Euch mal die folgende Seite zu verfolgen:

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/218207

    Hier rühmen sich Linksterroristen regelmäßig mit Ihren Taten, die es nicht immer in die überregionale Presse schafft.

    Insgesamt bin ich von dem in dieser Folge präsentierten Apologismus.

    Sehr Schade!

    • Wir relativieren überhaupt nichts, wir stellen nur fest, dass die Ausschreitungen in Hamburg mit Links-Terrorismus nicht das geringste zu tun haben. Bitte geht nicht der Propaganda von ganz rechts auf den Leim, die jetzt zum großen Halali auf eine fiktive Gefahr bläst.

      • Kannst du gerne noch zig mal schreiben, glaubwürdiger wird es dadurch auch nicht.

    • 16. Juli 201721:50
      Christian

      Du solltest mit dem Begriff Terrorismus nicht so leichtfertig umgehen. Er wird leider sehr inflationär verwendet. Was in HH passiert ist war eine Menge, aber bestimmt kein Terrorismus. Das Geschehen dort mit der RAF zu vergleichen ist völlig fehl am Platz.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Terrorismus

  30. Sehr lesenswert, der Bericht eines Polizisten (endlich mal eine Meinung aus dem “Black Block”)

    https://vionville.blogspot.de/2017/07/G20-Polizistensicht.html

  31. “Aufgrund der regen Teilnahme ist diese Umfrage bereits beendet. Vielen Dank für Ihr Interesse!”

    Ist irgendwie nicht so toll, wenn dieser Hinweis erst nach beendingung der Umfrage kommt.

    • Hi, schau doch mal weiter oben, die Daten werden gespeichert, nur die Meldung ist unglücklich.

      • Entweder es liegt ein Fehler vor, oder die Umfrage wurde beendet.

        Nach dem Klick auf den Link bekomme ich unmittelbar den folgenden Text zu sehen:

        “Vielen herzlichen Dank für Ihr Interesse an der Teilnahme der Umfrage. Leider ist die Umfrage bereits beendet. Wir würden uns freuen, wenn Sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind.”

        Zur Werbung generell: Ich halte nicht viel davon. Wenn ich ein gutes Beispiel nennen sollte, dann “Smarter every Day”. Das ist ein Youtube Kanal und es wird ganz am Ende ein Produkt vorgestellt, dass der Macher tatsächlich auch nutzt und gut findet. Bspw. Audible oder eine Essenslieferung. Das ganze ist dann aber auch mit einem Benefit für den Zuschauer wie bspw. einem kostenlosen Hörbuch (Empfehlung des Machers) verbunden.

      • Ja, die Umfrage ist beendet.

      • Nichtmal eine Woche nach der Veröffentlichung des Podcasts? Wäre schön, wenn ihr solche Umfragen demnächst länger laufen lasst, damit auch die Spätzünder (bzw -hörer) eine Chance haben. :-(

      • Ist ein merkwürdiges System: Eine Agentur beauftragt eine andere Agentur mit der Umfrage. Gekauft werden Pakete (1000 Teilnehmer, 2000 Teilnehmer etc.) Wenn das verbraucht ist, ist die Umfrage zuende. Wir haben darauf kaum Einfluss.

  32. Da ihr in eurem Beitrag fast 10x das Wort Anarchie für eine chaotische, krawall-geprägte Situation verwendet und mir jedes Mal die Fußnägel aufrollen, hier ein kleine Begriffserklärung:
    Anarchie heißt erstmal nur dass es sich um eine Gesellschaft ohne Hierarchie handelt. Sehr wohl gibt es Regeln und Vereinbarungen, aber die Leute befolgen sie freiwillig, daher sprechen einige Leute bei der Anarchie von einer Form des Zusammenlebens mit der höchsten Ordnung. Es bringt uns nicht viel, wenn wir ihn für falsche Zusammenhänge verwenden und damit wundervolle Idee hinter dem Begriff in den Dreck ziehen.

    Selbst SPON hat hierfür mal einen dankbaren Artikel veröffentlicht: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/g20-gipfel-in-hamburg-nicht-alles-was-brennt-ist-anarchie-kolumne-stokowski-a-1157120.html

    • + 1
      Ich habe mit der Wortwahl auch an anderer Stelle meine Probleme gehabt. So redet Philip (glaube ich) von einem ‘flammenden Inferno’. Laut Wikipedia ist Inferno italienisch für Hölle, meint eine Feuersbrunst, einen Großbrand oder einen Feuersturm. Ich glaube, man kann sich bei Lichte betrachtet einig darüber sein, dass es in Hamburg keinen Großbrand gab. Es haben punktuell mehr oder minder große Haufen von offensichtlich Brennbarem gebrannt. Über die Bedeutung von Sprache brauche ich dann einen Journalisten bzw. Macher eines Podcasts mit journalistischem Anspruch nicht belehren. Ziel dieser Folge sollte, wenn ich das richtig verstehe, auch sein, die Debatte zu versachlichen. Dem steht eine überzogene Wortwahl entgegen.

      • Ich gehe da noch einen Schritt weiter.
        Ich kann hier keinen journalistischen Ansatz erkennen.

        Etwas ist passiert.
        Wir waren nicht dabei.
        Da steht was dazu und da auch.

        Wir denken,wir schätzen,es könnte,es sollte….

        Sorry,aber das ist ein einfaches Gespräch zwischen 2 Leuten mit Mikrofon.
        Nicht mehr und auch nicht weniger.

        Ich kann hier leider keinen Mehrwert erkennen.

  33. Eine Meldung eines Anwohners bei Felix, nach dem Update:

    https://blog.fefe.de/?ts=a7958093

    Schrecklich. Ich würde aktiv verteidigen.

  34. moin!

    zu “inferno” und “anarchie” wurde ja hier bereits was gesagt: +1

    ich habe jetzt mal grob weitere unsauberheiten mit circa-zeitstempeln notiert:

    9.20 schlachtrufe der brandstifter waren nicht “antifascista” sondern “anticapitalista”
    10.06 – budnikowski-besitzer war nicht vor ort, sondern wurde herantelefoniert (sagte er in nem interviewvideo am folgetag)
    10.20 – molotowcocktails waren ausschließlich von der polizei behauptet (ihr sprecht kurz darauf von “fakten zusammentragen”…), weder anwohner, noch schanzenbesucher berichten davon – die mopo hat nen experten, der sagt: “sieht aus wie böller” – auch auf twitter gabs videovergleiche angeblicher vs. echter molli
    14.20 – elmau war g7/g8 – weniger teilnehmerländer +++ g20-kommunique beinhaltet (im kleingedruckten) auch änderungen der energieversorgung
    mehrfach gebraucht “anarchie” – es war eher auflösung der öffentlichen ordnung – anarchie ist ein definierter begriff!

  35. 17. Juli 20178:44
    Kristian Köhntopp

    https://twitter.com/KatharinaKoenig/status/886662149866651648

    Im Licht der G20 Krawalle ist das hier unschön, weil es klar zeigt, wie mit zweierlei Maß gemessen wird

  36. Meines Erachtens stand die Diskussion zu dem Thema in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Geschehen und mir ist nicht klar, warum sie so aus dem Ruder gelaufen ist. Außer eben der These, die ich schon in den Kommentaren zur letzten Sendung geäußert habe, dass ein Medium wie Spiegel Online als “Betroffene” die Relevanz übermäßig angehoben hat. Dabei scheint es mir aus drei Gründen eigentlich wenig Anlass das zu diskutieren, was hauptsächlich diskutiert wurde:

    1. Die meisten Auseinandersetzungen waren aus der Kombination von Ort, Ereignis und Polizeistrategie erwartbar. Und es ist nicht so, dass jetzt nur hinterher alle schlauer sind, das wurde vorhergesagt.

    2. Die Ausschreitungen, die so nicht unbedingt erwartbar waren, werden weitgehend abgelehnt. Da mag es ein paar Leute geben, die das partiell verteidigen, mit denen kann man sich streiten. Dass diese Bewertung darüberhinaus zu einem Streitpunkt werden konnte, hing wohl mit der Unterdrückung von Kontextualisierung als Teil der Kommunikationsstrategie zusammen.

    3. Es gibt eine enge und lange Verbindung von Gewalt mit linker Ideologie. Sie hat den gleichen Grund wie bei rechten Ideologien. Ich spreche nicht davon, dass letztere als Teil ihrer Ideologie ein Recht auf Gewalt, zum Beispiel körperliche Übergriffe durch den Familienvorstand, postulieren, sondern von der politischen Motivation Gewalt auszuüben. Wenn das bestehende System eine Durchsetzung der eigenen Ideologie (wahrgenommen) unmöglich macht, ist die Wahrscheinlichkeit größer auf Gewalt zurückzugreifen. In der Vergangenheit reichte das bis zur militärischen Übernahme des Staates. Insofern hat das linke Spektrum aus historischer Perspektive enorm abgerüstet. Das hängt auch mit den bei uns als Grundrechte geschützten Einflussmöglichkeiten zusammen, Grundrechte wie etwa Versammlungsfreiheit.

    Kleinigkeiten:

    Es wurde schon angesprochen, aber auch nochmal von mir: Ihr meint nicht Anarchie sondern Anomie. Wenn ich daneben stehen muss, während jemand mein Geschäft plündert oder in der Nähe meiner Wohnung rumzündelt, dann bin ich nicht frei von Herrschaft. Im Gegenteil dann werde ich vom Mob beherrscht.

    Kostenfrage: Die erste Erwägung müssen die Kosten für die Bürger sein. Das erwarte ich jedenfalls von den Repräsentanten der Einwohner einer Stadt.

    Widerspruch bei der Einschätzung der Abhilfe: Diese Urszene, die ihr beschrieben habt: Der Ruf der leeren Flasche. Ich würde darauf bestehen eine sozial gerechtere Gesellschaft, dafür ist die Verteilung von Wohlstand zentral, hilft Menschen dabei, dem Ruf zu widerstehen.

    Ich spreche niemandem, der am Freitag abend unmittelbar betroffen war, ab, dieses Erleben mit eigenen Vorstellungen von Bürgerkrieg zu verbinden, aber die Verwendung so einer Beschreibung durch die Medien ist kritikwürdig. Zum Vergleich am 7. Juli sind über 20 Soldaten in Rafah bei einem Angriff gestorben, der zu einem Sinai-Konflikt gezählt wird, von dem die meisten Deutschen vermutlich noch nichtmal gehört haben. Auch in Bagdad sind Menschen bei Anschlägen gestorben.

    Relevanter und damit wirksamerer Werbung will man sich genau nicht aussetzen. ;)

  37. 17. Juli 201715:02
    Till Rumohr

    Werbung/Monetarisierung von Podcasts:

    in US Podcasts von NPR, CNN über Slate bis Crooked Media geht man sehr unterschiedlich mit Werbebotschaften um.

    negativ/
    Gestandene Journalisten verlesen Wort für Wort einen externen Werbetext, man hat dann Mitleid und zweifelt am Fortbestehen des Abendlandes…
    (z.B. Goldman Sachs> Slate Money)

    neutral/
    die ganz Großen müssen das nicht und kündigen lediglich die Werbepause an, es folgt dann ein produzierter Werbeclip.
    (z.B. CNN Axe Files)

    positiv/innovativ/
    die Protagonisten des Podcasts bringen die Werbebotschaft zunächst verlesen ein und gehen dann augenzwinkernd und improvisierend auf die Message ein, wobei klar bleibt, dass sie sich nicht korrumpieren lassen.
    (z.B. Harrys.com> Slate Cultural Gabfest)

    beste Form/
    die ehemaligen Obama Redenschreiber von Crooked Media, die regelmäßig die mittelmäßige ad-copy auseinandernehmen und sich über die Vorteile schweißabführender Bestellunterwäsche lustig machen. Schlaue Werbekunden gehen damit locker um und geben gar ganz freie Hand.
    (z.B. Tommy John Underwear > Pod Save America)

    Das letzte Beispiel wird sicherlich nicht in jedem Podcastformat funktionieren, jedoch ist es jedem Podcast zu wünschen, eine lockere Form im Umgangit Werbung zu finden.

    • 17. Juli 201718:12
      Hans Günther

      Lustig finde ich auch immer die gelesene Werbung von Bill Burr.
      Da sind laut seiner Aussage auch schon einige Partner abgesprungen, da er die Werbebotschaft nicht ganz ernst rüber bringt.

  38. Dudde muss nicht zurücktreten, sein Ruhestand steht schon lange geplant. So hat man sich quasi das bauernopfer für die harte Linie schon vorher aufgebaut.

  39. Werbung für alle außer +Abo’s
    Mir ist schon bewusst, dass gute Beiträge Kosten verursachen. Warum allerdings wieder alle die kein
    +Abo geklickt haben verstehen ich nicht. Ich habe einen Dauerauftrag eingerichtet und von meiner
    Spende gehen 100% an euch. Also ist doch mein finanzielle Beitrag zum Podcast besser als der von
    Leuten mit Paypal etc. Schon allein der ganzen Gebühren die im Vorfeld abgezogen werden.
    Tim Pritlove hatte sich in zwei seiner Freak Show Sendungen zum Thema Spenden Flattr etc. geäußert. Vielleicht kann er euch ja bei diesem Thema unterstützen.

  40. Hallo zusammen,
    Ein Aspekt bei der G20 Demo ging mir etwas unter und ist auch kaum noch in den Medien präsent, dazu würde ich mir aber von euch eine Einschätzung wünschen. Ihr hattet selbst darauf Bezug genommen, dass die Polizei den Gerichtsentscheid zu G20-Protest-Camp nicht befolgt hat und Schlafzelte abgeräumt hat. Im Nachgang ist wohl eine entsprechende Gerichtsentscheidung ergangen, die dieses Vorgehen legitimiert hat.

    Ich finde es nicht hinnehmbar, wenn sich die Exekutive über Entscheidungen der Judikative hinwegsetzt. Allerdings finde ich dazu keinen ordentlich aufbereiteten Artikel. War jetzt doch nicht alles so wild und die Medien haben zu früh berichtet, oder interessiert das inzwischen keinen mehr?

    Bericht auf SPON: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hamburg-entenwerder-gericht-erlaubt-uebernachten-in-g20-protestcamp-doch-a-1156115.html

    Viele Grüße

  41. Liebes Lage -Team,

    ich bin slate-plus Mitglied (Kostenpunkt 5$/Monat) und bekomme dafür werbefreies Streaming und in regelmäßigen Abständen (kurzen) extra content. Das ist, finde ich, ein guter Deal und muss nicht zu Mehrarbeit auf eurer Seite führen. Die reguläre Folge ohne Plus Mitgliedschaft könnte einfach um ein (kleineres) Thema gekürzt werden: es dürfte angesichts der bei euch z.T. stark variierenden Dauer der Sendung kein Problem sein, immer noch eine etwa einstündige Folge für Hörer ohne Plus Mitgliedschaft freizuschalten.

    Für eine Plus-Mitgliedschaft für euch recherchieren “zu dürfen”, finde ich als Konzept seltsam, denn das ist in meinen Augen gerade kein “Plus”. Mir ist bewusst, dass die Vorbereitung für die wöchentliche Lage viel Zeit in Anspruch nimmt und halte eine freiwillige finanzielle Unterstützung durch eure Hörer für eine gute Idee. Allerdings sollte das nicht mit “extra Arbeit” “belohnt” werden: einerseits kann ich als Unterstützer hierdurch nicht den Inhalt der Lage beeinflussen (bspw. Themen, die mir am Herzen liegen Gehör verschaffen), andererseits verliert die Lage an Reiz, wenn ich mir die Informationen schon selbst beschafft habe. Ganz im Gegenteil wäre es doch sinnvoll, dass Hörer die euch nicht finanziell unterstützen (können) euch wenigstens durch Recherchen Arbeit ersparen.

    Viele Grüße und eine schöne Sommerpause euch 2!

  42. 20. Juli 201712:32
    FranziEis

    Hallo,

    Umfrage wird bei mir als schon abgeschlossen dargestellt? Ist das evtl. ein Fehler?

    LG

  43. Hi! Grundsätzlich habe ich nichts gegen Sponsoring, ich würde nur drei Dinge anmerken:
    a) Ich halte euch beide für reflektierte und aufmerksame Menschen, aber unterschätzt nicht die unterbewusst immer mitarbeitende Selbstzensur die Sponsoring mit sich bringt. Ich glaube man integriert die angenommene Position des Sponsor automatisch in sein Über-Ich und zensiert sich dann selber ohne das man das dann selber merkt. Sollte ich sowas mal bemerken, weise ich euch gerne daraufhin :-)
    b) Ich würde mir einen transparente Umgang mit euren Einnahmen aus mehrere Finanzierungsquellen wünschen. Nüchtern betrachtet sollten ihr beiden nicht mehr als 1,5-2 Tagessätze pro Folge einstreichen. Die dürfen dann auch gerne fair und übertariflich sein, aber schon irgendwie mit Maß. Ich persönlich habe keine Ahnung, wie eure Reichweite ist, aber mit dem Plus-Angebot, Spende, Flattr und Werbung kommt ja dann vielleicht doch schon einiges zusammen. Nicht dass ich euch das nicht gönnen würde, aber mehr als ca. 400 Euro pro Kopf pro Folge fände ich anderen Journalisten gegenüber unfair. Vielleicht habt ihr jetzt Tränen in den Augen und sagt: Schön wär’s, aber was weiß ich schon???
    c) Zukunftsmusik, aber: Ich denke schon lange über eine Reformartion der GEZ-Gebühren nach. Was müsste man tun, damit man als Podcast / Blog eine Fair Share davon bekommen könnte?
    Beste Grüße,
    David

    P.S.: Die Umfrage ist schon offline?

  44. 22. Juli 20172:40
    Hannah Acker

    Olaf Scholz:
    – hat G20 in Hamburg zugestimmt. Nach Genua kann niemand mehr behaupten von der Härte der Krawalle überrascht gewesen zu sein. Auch nach G20 findet er G20 in Hamburg weiterhin richtig und wichtig.
    – steht völlig, nahezu blind, hinter der Polizei, behauptet es gab keine Polizeigewalt und verbittet sich jede Kritik an der Polizei: “Ich sage ausdrücklich, dass ich jede Kritik an den Aktivitäten der Polizei, an der Leitung der Polizistinnen und Polizisten entschieden zurückweise. Die haben alles richtig gemacht und einen heldenhaften Einsatz zu Stande gebracht.”
    – hat in kauf genommen, das G20 den kompletten Stadtkern still gelegt hat. Praktisch jede Kreuzung gesperrt, der ÖPNV lahm gelegt und der Zugang zur Hafencity komplett gesperrt war. Soviel zu “Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist.”.

    Erklärt mir doch bitte warum ihr findet, dass Scholz nicht zurücktreten muss. Wenn schon nicht für G20 in Hamburg, warum dann nicht wenigstens für seine verbalen Entgleisungen danach?

  45. Lage der Nation mit Werbung ist scheiße!

    Warum?
    1.) Wie oben schon beschrieben trifft das die Leute, die sich kein Plus-Abo leisten können. (Sei es aus finanziellen Gründen, oder weil keine Kreditkarte O.o)
    2.) Werbung macht abhängig! Da kann man noch so oft sagen “Wir machen nur Sachen, die auch passen, oder so..” Trotzdem setzt man dadurch auf “Geld das eine Agenda verfolgt” – Ganz im Gegensatz zu freiwilligen Spenden.
    3.) Sorry, aber in letzter Zeit ist die Recherche nicht grade sonderlich tiefgreifend und die Analysen leider viel zu oft oberflächlich. Wenn nicht grade ein Thema im persönlichen Schwerpunkt auf der Tagesordnung steht, kommt auch selten mehr Tiefe als bei einer SpOn-Meldung. Und für “aus dem Nähkästchen und der Alltagserfahrung” plaudern, sollte man sich nicht “für journalistische Recherche” bezahlen lassen wollen.
    4.) Ihr habt mit Lage+ schon ein Bezahlmodell neben freiwilligen Spenden etabliert, das kostenfrei-Nutzer explizit ausschließt. Hier wird schon Content eingestellt, der ja offensichtlich vorhanden ist und aufgearbeitet wurde, aber nur exklusiv vertickt wird und somit den “finanziell ärmeren” Teil eurer Hörer nicht erreicht. Auch das ist irgendwie schon unschön.
    5.) Bei euren beiden Berufen, gehe ich nicht von existenzbedrohenden Geldsorgen aus. Das jetzt auch noch Werbe-finanziert zu betreiben lässt mich etwas am Idealismus zweifeln. Das kann durchaus mein Problem sein, aber ich dachte nicht das die LdN als Nebenberuf fungiert, sondern eher als ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit.
    6.) Schon der Parteieintritt hat (meine subjektive) Glaubwürdigkeit in der Bewertung politischer Entscheidungen und Entscheidungsprozesse nicht sonderlich gut getan. Jetzt profitorientierten Unternehmen ebenfalls eine Plattform zu bieten vergrößert nicht grade euren Aktionsradius und den Mut Meinung zu äußern.
    6.) Wenn jetzt das Podcastuniversium den Kapitalismus als netten Förderer entdeckt, frage ich mich wo noch ernsthafter Diskurs stattfinden kann. Leider sehe ich das als einen Anfang einer Entwicklung in der nur noch ALG-II Empfänger “ehrliches und ungeschminktes” Podcast machen können, weil die eh nix einnehmen dürfen?
    7.) Wenn ihr das Geld wirklich so nötig habt um die Lage weiter zu produzieren, dann macht das doch bitte so transparent wie möglich: Wie teuer ist die Produktion einer Lage? Welche Kosten für Server, Aufnahme, Schnitt, etc. Wenn die Leute sehen das ihr draufzahlt erhöht sich mit Sicherheit die Bereitschaft der Spende. Aber nur gutgläubig zu erwarten das alle Hörer freiwillig den nächsten Schritt der Kommerzialisierung mitlaufen ist unfair. Vielleicht seid ihr ja schon LdN-Millionäre, who knows?! ;-)

    Auch wenn das viel Kritik war höre ich die Lage gerne, auch wenn ich mir schon jetzt mehr Mut zur Meinung wünschen würde.

    • Wie oben schon beschrieben trifft das die Leute, die sich kein Plus-Abo leisten können.

      Sorry, aber das ist ein vorgeschobenes Argument: ein Plus-Abo kostet so viel wie ein großes Pils. Für die Leute ohne KK finden wir eine Lösung (schreibt uns eine Mail an team @ lagedernation.org).

      2.) Werbung macht abhängig!

      kann ich ausschließen – obwohl ich Mitglied der SPD bin (wenn auch ohne jede Funktion) kommt die Partei bei uns sicher nicht besser weg als andere, oft bin ich eher überkritisch, weil es eben der “eigene” Laden ist.

      3.) Sorry, aber in letzter Zeit ist die Recherche nicht grade sonderlich tiefgreifend und die Analysen leider viel zu oft oberflächlich.

      Es kann ja jede(r) für sich entscheiden, ob ihm/ihr die Lage ein Pils im Monat für ein Plus-Abo wert ist, dann ist die Werbung raus.

      4.) Ihr habt mit Lage+ schon ein Bezahlmodell neben freiwilligen Spenden etabliert, das kostenfrei-Nutzer explizit ausschließt. Hier wird schon Content eingestellt, der ja offensichtlich vorhanden ist und aufgearbeitet wurde, aber nur exklusiv vertickt wird und somit den “finanziell ärmeren” Teil eurer Hörer nicht erreicht.

      Das erreicht den Teil nicht, der kein Plus-Abo abschließt, warum auch immer. “Armut” dürfte aber angesichts des geringen Preises in den seltensten Fällen wirklich ein Grund sein (sonst schreibt uns bitte, auch dafür finden wir eine Lösung).

      5.) Bei euren beiden Berufen, gehe ich nicht von existenzbedrohenden Geldsorgen aus.

      Irrtum. Geldsorgen wäre wohl übertrieben, aber die Berliner Justiz liegt europaweit ganz hinten bei den Gehältern, knapp vor Ländern wie Rumänien und Bulgarien. Kollegen in anderen Staaten oder Anwälte bekommen ein Mehrfaches. Ich arbeite also schon in meinem Beruf zu einem guten Teil pro bono. Für die GFF engagiere ich mich außerdem komplett ehrenamtlich. Irgendwann isses auch mal gut mit Ehrenämtern für Gotteslohn … ich finde die Missachtung geistiger Arbeit, die hier anklingt, ehrlich gesagt völlig unverständlich. Niemand würde von einem Zahlarzt oder einem Maler verlangen, er könne seinen Job doch einfach für lau machen. Wiese sollen wir komplett ohne Gegenleistung podcasten?

      6.) Schon der Parteieintritt hat (meine subjektive) Glaubwürdigkeit in der Bewertung politischer Entscheidungen und Entscheidungsprozesse nicht sonderlich gut getan.

      Das ist eine irritierend naive Sicht: Jeder hat eine politische Meinung. Ich sage durch die öffentliche Angabe, in welcher Partei ich bin, aber ganz offen wo ich stehe. Das kann dann jeder bei dem einpreisen was ich in der Lage zum Besten gebe. Ich finde das eher transparenter als wenn Journos zwar eng mit Parteien sympathisieren, aber formell parteilos sind.

      6.) Wenn jetzt das Podcastuniversium den Kapitalismus als netten Förderer entdeckt, frage ich mich wo noch ernsthafter Diskurs stattfinden kann.

      Ich habe nicht vor, mir den Mund verbieten zu lassen …

      7.) Wenn ihr das Geld wirklich so nötig habt um die Lage weiter zu produzieren, dann macht das doch bitte so transparent wie möglich: Wie teuer ist die Produktion einer Lage? Welche Kosten für Server, Aufnahme, Schnitt, etc.

      Es geht nicht um Kostendeckung, sondern darum, dass auch wir beiden unsere Arbeitskraft und -zeit nur einmal einsetzen können. Philip insbesondere kann Woche für Woche weniger für andere Auftraggeber arbeiten, weil wir die Lage machen.

      Auch wenn das viel Kritik war höre ich die Lage gerne, auch wenn ich mir schon jetzt mehr Mut zur Meinung wünschen würde.

      Wir werden uns alle Mühe geben!

  46. eventuell wurde hier in den kommentaren bereits darauf hingewiesen (bin zu faul alle durchzulesen):
    leider benutzen Ulf und Philip den begriff “Anarchie” hier falsch, sind wohl dem allgemeinen neusprech auf dem leim gegangen. daher: https://de.wikipedia.org/wiki/Anarchie {achtung wikipedia, aber immerhin}, oder besser noch https://www.youtube.com/watch?v=xgnl3OyyHeA)

    • eventuell wurde hier in den kommentaren bereits darauf hingewiesen (bin zu faul alle durchzulesen):

      Ein paar Mal ja. Durchlesen wäre sicherlich zu viel des Guten, aber ich verwende in so einem Fall die Suchfunktion. Hat mich allerdings nicht davon abgehalten es auch nochmal anzusprechen. ;)

  47. Zum Punkt es gäbe keine Anschläge auf Organe des Staates, bzw seien diese schon “ewig” her:

    3 Sachen aus dem letztem Jahr nur hier in Magdeburg. Ich nehme mal an, dass es bundesweit auch andere Fälle gab, die 3 hier waren mir nur aus der lokalen Presse bekannt:

    https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/lka-eingeschaltet-brandanschlag-auf-bundespolizei
    http://www.mz-web.de/magdeburg/in-innenstadt-von-magdeburg-brandanschlag-auf-landeskommando-der-bundeswehr–25352598
    https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/verspaetungen-brandanschlaege-auf-bahnanlagen

  48. Wär’s eigentlich grundsätzlich denkbar, dass ihr mal n validen RSS-Feed bereitstellt oder habt ihr da eher keine Lust drauf? Das macht hier nämlich ganz schön Probleme.

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