LdN050 Giftgas in Syrien, Atombomben in Nord Korea, R2G im Bund, Cybertruppe bei der Bundeswehr, schlechte Gesetze in Deutschland

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Liebe Lage-Gemeinde!

Ulf und Philip sprechen diese Woche über den US-Angriff auf einen Flugplatz der syrischen Armee, nachdem Dutzende Menschen bei einem Giftgasangriff gestorben waren. Darüber hinaus geht es um Atombomben in Nordkorea, die Rekrutierungs-Probleme bei der Cypertruppe der Bundeswehr sowie zwei schlechte Gesetze der Bundesregierung (WLAN-Haftung, Netzwerkdurchsetzungsgesetz). Schließlich: das strategische Dilemma der SPD im Bund – wenn sie mit der Perspektive Rot-Rot-Grün in den Wahlkampf zieht, droht sie genau die Stimmen aus der bürgerlichen Mitte zu verlieren, die sie für einen Wahlsieg braucht.

Erstmals gibt es auch eine Plus-Version der Lage mit einer kurzen Pre-Show – und ebenfalls zum ersten Mal haben wir die Sendung für unsere Unterstützer*innen live gestreamt.

Schickt uns auch weiter Fotos von dem, was Ihr seht wenn Ihr die Lage hört.

team (AT) lagedernation.org

Zu sehen sind die Bilder im Fotoalbum bzw. auf unserer LageKarte.

Ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche wünschen euch

Philip und Ulf

Hausmitteilung

Syrien

Datenschutz in den USA: Provider können jetzt auswerten, welche Webseiten ihre Kunden aufrufen

Perspektive R2G – Wahlkampf-Dilemma für die SPD

Cypertruppe des Bundeswehr hat Rekrutierungs-Probleme

Nordkorea

Netzwerkdurchsetzungsgesetz und WLAN-Haftung

NSU-Morde

Rundfunklizenz nicht für Audio-Livestreams

Korrektur

Kreditkarten

176 Kommentare

  1. Zum Thema Giftgasangriff.
    Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein wenig erschrocken bin, mit welcher Selbstverständlichkeit Phillip einfach so nebenbei erwähnt hat, dass Assad 2013 ja schonmal Giftgas benutzt hat, denn der damalige Einsatz kann bis heute nicht zugeordnet werden. Es gibt etliche Untersuchungen und Gutachten unter anderem vom MIT die zum Ergebnis gekommen sind, dass es rein von der Reichweite der Raketen gar nicht möglich gewesen sein kann, dass die Regierungstruppen dafür verantwortlich sind.
    Es gibt dazu eine herausragend gute Die Anstalt Folge die das ganze Thema sehr gut darstellt. Am besten die ganze Folge gucken aber ab 14:50 wird das Giftgas behandelt.
    https://www.youtube.com/watch?v=kQr37Mb0CKQ

    Des weiteren ist folgender Wikipediaartikel sehr zu empfehlen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Giftgasangriffe_von_Ghuta

  2. Auch ich muss sagen dass beim Thema naher Osten mal wieder die Propagandafalle bei euch zugeschlagen hat. (Wie auch bei den Russenhacks)

    1. Sarin kann es nicht gewesen sein, weil sons alle Hlfer ebenfalls umgefallen wären. Oder der Kameramann von Reuters – immerhin die größte Nachrichtenagentur der Welt – hat die Bilder woanders gedreht.
    2. Gerade die Türken stehen im Verdacht 2013 das 2013’er Sarin produziert und an dortige Rebellengruppen abgegeben zu haben.
    3. Ich empfehle dazu Markus Lanz (via Fefe), wo sich auch Michael Lüders entsprechend äußert.

    Für mich persönlich kommen hier als am wahrscheinlichsten (in der Reihenfolge) die Terroristen von Nusri/IS, die Türkei als Wiederholungstäter oder sogar der Mossad in Frage. Getreu dem Motto “Wem nützt es?”. Assad hat doch gar kein Interresse daran – jetzt wo das Land langsam wieder zur Ruhe kommt und er nur noch zwei Fronten hat – sich wieder mit den USA und RUS auseinander zu setzen. Der Mann weiß was welche Folgen welche Handlung für ihn hat.

    • Sehr interessant, Al Nussra hat also etwas davon, wenn die Amerikaner sich in diesen Konflikt einmischen, und am Ende sogar das Land besetzen? Und die Türkei auch? In meinen Augen erweisen sich Herrn Lüders Äußerungen als Verschwörungsgeschwurbel höchster Kajüte ohne Belege oder gar Beweise. Passt irgendwie zum Niveau von Herrn Lanz.
      Fakt ist und bleibt: Es wird Giftgas eingesetzt. Leidtragende ist die einfache syrische Bevölkerung. Assad ist, unabhängig davon, ob er ursächlich den Angriff veranlasst hat, als Regierungschef für seine Bevölkerung verantwortlich. Fakt ist, er hat es nicht im Griff. Russland im Übrigen auch nicht. Folge: Es fehlt dem syrischen Regime sowie der russischen Schutzmacht jegliche Legitimation weiter in Syrien Verantwortung zu übernehmen. Das ist die Grundlage, von der aus eine weitere Diskussion erst anfängt.

      • 8. April 201713:22
        Montezuma

        Oh ja genau, und die Schweden scheinen ihre Lage auch nicht im Griff zu haben, dann lasst uns mal schnell Stockholm bombardieren und schauen, ob es dann besser wird. Wenn nicht, bombardieren wir noch Göteborg, wenn dann immer noch nicht weniger Zivilisten sterben müssen wir gezwungener Maßen einmarschieren, denn dann hat die schwedische Regierung wirklich jegliche Legitimation verloren.

        • Was soll denn bitteschön dieser Vergleich? Willst Du damit sagen, es ist nicht auszuschließen, dass die schwedische Regierung hinter dem Attentat steht? Außerdem: Es geht nicht ums Bombardieren, sondern um die Frage, wer die Verantwortung trägt.

      • Sehr interessant, “Assad” hat also etwas davon, wenn die Amerikaner sich in diesen Konflikt einmischen, und am Ende sogar das Land besetzen? Und die Türkei auch? [lol]

        Ich denke mal, dass Assad auch genau weiß, wenn er Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzt, sich die westlichen Mächte noch mehr einmischen, worauf er wahrscheinlich kein Bock hat… Ich finde es einfach nur erschreckend, dass sofort alle mit dem Finger zeigen bevor das Ganze untersucht wird.

        • Timo, wenn Du schon zitierst, dann bitte korrekt.

        • Im Übrigen zeige ich gerade nicht mit dem Finger. Bitte genau lesen und verstehen!

          • “Fakt ist, er hat es nicht im Griff. Russland im Übrigen auch nicht. Folge: Es fehlt dem syrischen Regime sowie der russischen Schutzmacht jegliche Legitimation weiter in Syrien Verantwortung zu übernehmen. Das ist die Grundlage, von der aus eine weitere Diskussion erst anfängt.”

            warum haben sie es nicht im griff, weil permanent alle irgendwie intervenieren, der westen wie der osten. man kann in diesem konflikt keine seite ergreifen, wie im podcast auch gesagt wurde.

            • “warum haben sie es nicht im griff[…]” Ok, dem Fakt stimmst Du also zu. Dann haben wir ja schon mal eine Grundlage. “weil permanent alle irgendwie intervenieren, der westen wie der osten.” Da stimme ich teilweise zu. Ja, die Situation ist verfahren. Das Assadregime hat sich aber sehendes Auge in den Schlamassel reinmanövriert, als es anfing die Demonstrationen gewaltsam niederzuschlagen (übrigens nicht unbedingt die Visitenkate demokratischer, menschenfreundlicher Regierungen). An Glaubwürdigkeit gewinnt man mit solchen Aktionen auch nicht unbedingt. Inzwischen ist die Situation sehr verfahren. Abstellen lässt sich das m.E. nur mit einem Eingriff von Außen. Und ja, man kann und muss darüber streiten, wer das sein soll und wie vorgegangen werden soll. Zugucken und Nichts tun macht für die Menschen dort alles nur schlimmer.

              • Ja stimme dir zu.
                Russland ist nun mal da, weil Assad gefragt hat, rechtlich gesehen also die einzigen die dort sein sollten. was der westen dort macht ist mir nicht ganz klar, da die verschiedenen gruppen dort alle was anderes wollen. wer wem waffen liefert und/oder die situation destabilisert, ist nun mal sowohl den amis als auch den russen zu zumuten, und dass die amis das schon zu genüge getan haben, zeigt die geschichte…

                ich will für keine seite partei ergreifen, ich weiß einfach zu wenig über den gesamten konflikt, wie wahrscheinlich 90% der menschen, die darüber diskutieren. mich nervt nur einfach, dass aus unserer perspektive immer alles cool ist, aber wenn andere aktionen vornehmen wird es immer aufs schärfste verurteilt..

                • Naja, ich denke Russland ist dort engagiert, weil es handfeste eigene Interessen in der Region verfolgt, und nicht weil sie nur so aus Nettigkeit und Höflichkeit einem in Klemme geratenen Diktator rauszuhauen.
                  Ich stimme Dir zu, dass die Art, wie die Amis agieren, um keinen Deut besser ist. Aber das ist ja genau mein Punkt: Wenn es wirklich darum ginge, der Bevölkerung zu helfen und zwar den Amerikanern wie den Russen, hätten sie sich schon längst verständigen können – optimalerweise unter Einbeziehung Irans, der Türkei, den Kurden und den übrigen arabischen Anrainern. Den Russen oder gar Assad wohlwollend die Unschuldsvermutung zukommen zu lassen, halte ich jedoch für vollkommen abwegig. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wie man einerseits (in vielen Punkten vollkommen zu Recht) Mr. Trump als unglaubwürdig verteufelt und andererseits einem Diktator und und einer autokratischen Möchte-Gern-Großmacht vollkommene Nachsicht zukommen lässt.
                  Und was die Perspektive angeht: Wir haben nur unsere. Mit einem guten und fairen Dialog lassen sich die eigenen Standpunkte der andere Seite vermitteln. das Ganze kommt dann zu einem guten Ergebnis, wenn beide Seiten den anderen Standpunkt anerkennen – das bedeutet ja nicht, dass man ihn aufgeben muss. Mein Eindruck zur Zeit ist aber eher der, dass in der internationalen Politik dieser Gedanke eher in Vergessenheit gerät. Das sieht man auch daran, dass die UNO schon seit langem nicht mehr Rolle spielt, die sie vielleicht noch in den 90ern innehatte.

      • >> Sehr interessant, Al Nussra hat also etwas davon, wenn die Amerikaner sich in diesen Konflikt einmischen, und am Ende sogar das Land besetzen? Und die Türkei auch? <<

        Die Türkei, Syrien und der Irak sind bekanntlich Nachbarn. Im Süden der Türkei hat Erdogan die Kurden, die sich mit der PKK verbrüdert haben stehen und diese will er beseitigt wissen. Derzeit findet im Irak sogar eine Abspaltung von Kurdistan statt. Für die Türken ein absoluter Alptraum. Ebenso für Al Nuzsra und IS, die in der Syrisch-irakischen Grenzregion das Kalifat ausgerufen haben und gegen alles Kämpfen. Die Türkei hätte 2013 sehr gerne dort aufgeräumt, und die Kurden ausgelöscht.

      • Nachklapp: “Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach Angaben seines Chefs Gerhard Schindler Erkenntnisse darüber, dass die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak Senfgas gegen Kurden eingesetzt hat. «Es stammt entweder aus alten Beständen von Saddam Hussein, oder die Islamisten haben es geschafft, nach der Einnahme der Universität von Mosul mit den dort vorhandenen Chemie-Laboren selbst Giftgas zu produzieren», sagte Schindler am Montag laut der «Bild»-Zeitung.”

        Quelle: https://www.nzz.ch/international/naher-osten-und-nordafrika/senfgas-einsatz-im-irak-bestaetigt-1.18609009

        • wenn man auch noch mal den angriff der koalition auf die zivilisten in den kontext nimmt, kommt der giftgas angriff hier “ganz gut gelegen”. schiebt die aufmerksamtkeit natuerlich vollkommen davon weg, und wurde im podcast leider auch nicht behandelt…

    • Herr Lüders hat übrigens grade ein neues Buch zu dem Komplex in Syrien geschrieben, sehr empfehlenswert. Vielleicht wäre das grade ein guter Zeitpunkt um ihn mal als Experten für eine der kommenden Lagen einzuladen ;)

    • 9. April 201715:08
      Hans Wurst

      “1. Sarin kann es nicht gewesen sein, weil sons alle Hlfer ebenfalls umgefallen wären. Oder der Kameramann von Reuters – immerhin die größte Nachrichtenagentur der Welt – hat die Bilder woanders gedreht.”

      Nein, so einfach ist es nicht.

      Sarin ist im Gegensatz zu z.B. VX deutlich flüchtiger und empfindlicher gegen Zersetzung (Hydrolyse und untergeordnet auch Oxidation).
      Wie schnell sich Sarin verflüchtigt oder zersetzt hängt von Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit/-richtung ab.
      Deshalb wird auch der Nachweis, ob es sich um Sarin handelte oder nicht i.d.R. zum Einen durch die Befunde an eventuellen Opfern und zum Anderen durch Analyse der gefundenen Zersetzungsprodukte am Ort des Einsatzes geführt, eben gerade weil es als “nicht seßhaft” eingestuft wird.

      Bei “seßhaften” Stoffen wie z.B. VX kann teilweise noch Tage/Wochen später die eigentliche Substanz nachgewiesen werden, bei Sarin nicht.

      HW

  3. Sollte der Westen in Syrien aktiv werden: Ulf hatte sie schöne Frage gestellt, ob das Deutschland von heute sich gegen das damalige Dritte Reich mit militärischen Mitteln gestellt hätte. Mit Euer Diskussion dazu bin etwas unzufrieden. Natürlich muss man sich überlegen, wie es nach einer Intervention oder gar einer Besetzung eines Landes weitergeht. Natürlich braucht man dazu eine breite Allianz von Verbündeten, die sich hierzu koordinieren müssen. Und vor allem: Natürlich ist das sauschwer! Aber nur weil es schwer ist kann man doch nicht sagen, dass man dann lieber nichts unternimmt. Denn schwer und kompliziert war es schon ab den 1920er mindestens genauso. Aber irgendwann es gab einen politischen Willen bei allen Beteiligten und der Wert der Diplomatie galt dort noch etwas, wo es über die bloße Spionage hinausging. Der Fokus fehlte mir in der Eurer Diskussion. Bei mir kam an, dass es besser ist, nichts zu riskieren, weil es schwer ist. Ist es nicht eher so, dass es so schwer ist, weil niemand etwas wagt? Im Ergebnis haben die aktuellen Hitlers dieser Welt nichts zu befürchten, und schon gar nicht von Deutschland.

    • ich glaube, da hast Du uns falsch verstanden … wir haben denke ich beide noch keine endgültige Meinung dazu, ob man (TM) in Syrien intervenieren sollte und ggf. wie. Ich finde nur, dass der Vergleich mit ’39 ein schöner Denkanstoß ist: Es gibt meiner Ansicht nach auch “gute” Interventionen, so wie beispielsweise die Kriegserklärungen an Deutschland nach der Invasion Polens. Und es gibt Situationen, wo die Nicht-Anwendung militärischer Gewalt der größere Fehler ist als eine Intervention. Richtig ist aber natürlich auch, dass die letzten US-Interventionen nicht gerade Musterbeispiele sind.

      • Alles gut. Dass ihr noch keine klare Meinung dazu hattet, war der Punkt, der mich etwas unbefriedigt zurückgelassen hat. Wahrscheinlich deshalb, weil die Fragestellung an Grundlegendes in unserer Gesellschaft rührt. Wie Du schreibst finde ich ja auch, dass der Vergleich mit ’39 so wichtig ist. Irgendwer hat mal gesagt, dass wer aus der Geschichte nicht lernt, verdammt ist, sie zu wiederholen.

  4. 8. April 201711:35
    Montezuma

    Ich muss mich leider den Kommentaren und der Kritik oben anschließen (Thema Syrien). Ihr sagt zwar ganz richtig, dass es noch keine Beweise dafür gibt wer diese Scheußlichkeit verschuldet hat, geht dann in den folgenden Anmerkungen und Spekulationen ganz einfach davon aus, dass Assad der Schuldige war und rätselt, was für ein Unmensch er sein muss. Das ist in meinen Augen ebenso falsch wie ohne Beweise die Theorien zu verbreiten, dass die CIA oder MIT oder FSB oder sonstige inoffiziellen Truppen die Verantwortlich sind und darüber nachzudenken welche Unmenschen im Weißen Haus oder im Kreml sitzen müssen, um solch eine Tat zu befehlen. Und ist Assad als Täter wirklich so naheliegend? Die ganze Welt ist empört, jegliche Möglichkeiten, dass eine Lösung mit ihm gefunden wird rückt in weite Ferne, Rebellen bekommen mehr Zulauf usw.. Man muss diesen Menschen schon für sehr dumm halten. Ich meine, vielleicht ist er es auch oder es gibt noch verborgene andere Beweggründe so zu handeln, was alles Spekulation wäre. Offensichtlich scheint mir das Motiv allerdings nicht und ich würde erwarten, dass man zweimal darüber nachdenkt.

  5. Meiner Meinung nacht handelt die USA wie immer illegal in Syrien! Egal wer den Gasangriff zu verantworten hat es kann keine miltärische Gegenmaßnahme helfen. Es sterben IMMER die falschen. Zudem ist nach Kapitel 1, Artikel 2 Absatz 4 der Uno Charter der heißt: “Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.” [uno.org] jedliches Aggieren anderer Staaten illegal und damit auch der Einsatz deutscher Aufklärer in Syrien!

  6. 8. April 201711:39
    Tim Birnbaum

    In Syrien wollen einflussreiche Geister wie auch Trumps Schwieg3rsohn die Hamas ümd den Schiitischen Iran aus der Bedrohung um Israel herum haben auch mit allen Mitteln und auch mit Türkischen false Flag Gas Op3rationen und Al kaida nusra. Obama ist das zu dumm gewesen, deswegen hat er 2013 heftig auch von Hillery Kritik bekommen

  7. Zu Syrien:
    Das ist ja schon fast ein Skandal was ihr da behautet…
    1. Es deutet mittlerweile zu 99% darauf hin das Asad NICHT für den Giftgas Anschlag von 2012 verantwortlich ist.
    Nur aus diesem Grunde ist Obama da nicht eingeritten. Das haben damals schon die US Geheimdienste heraus gefunden… Alle Anzeichen deuten in Sachen Giftgas von 2012 auf die Türkei hin. (Guckt euch z.B. mal die 15min von Heern Lüders bei Markus Lanz an). Ich frag mich wirklich langsam ob das bei euch einfach nur Unwissenheit oder schon Vorsatz ist…
    2. Es macht im übrigen überhaupt garkeinen Sinn das Assad jetzt noch einen Giftgas Angriff befielt weil, er diesen Krieg bereits gewonnen hat. Es fehlt lediglich noch eine Provinz für den Gesamtsieg. Warum zum Teufel sollte er jetzt noch fünf vor zwölf die internationale Gemeinschaft gegen sich aufbringen? So dämlich ist kein Mensch. Asad ist immerhin Arzt und hat in Lodon studiert, sich dort zum Augenarzt ausbilden lassen und ist nicht aus irgendeiner Höhle gekrochen…

    • Pardon, aber eine Meinung dazu, wie plausibel es ist, dass Assad für einen Gasangriff verantwortlich ist, dürfen wir schon noch äußern, oder? Skandalös finde ich das nicht, zumal wir ja ausdrücklich darauf hinweisen, dass es eben noch keine Beweise gibt.

      • Sorry, wollte da keinem zu nahe treten. Ist ja euer Podcast…
        Wer weiß vielleicht will Assad ja auch den 3.Weltkrieg

        • wir freuen uns ja, wenn Du anderer Meinung bist und das auch schreibst … nur muss man denke ich mit dem Wort “skandalös” etwas vorsichtiger sein.

      • Die Meinung dürft ihr sehr gerne äußern. Skandalös ist das nicht. Aber undifferenziert, ahnungslos und passt nicht zum sonst recht qualitativen Anspruch, den ihr sonst erreicht.

        • Nein, ganz im Gegenteil. Die Skeptiker hier gehen aus meiner Perspektive eher der gezielten Desinformation interessierter Kreise auf den Leim, die – wie auch die Trump-Regierung – der Wahrheit an sich den Krieg erklärt haben. Es gibt zwar keine mathematischen Beweise für die Verantwortung des Assad-Regimes, aber eben auch keine vernünftigen Zweifel mehr. Unter journalistischer Verantwortung verstehe ich auch, dass man in solchen Situationen Klartext redet.

          • Vernünftige Zweifel sind a) der zweifelhafte Nutzen für Assad
            b) der große Nutzen für die Gegner von Assad
            c) die “Indizien” kommen aus der gleichen Quelle die in Deutschland Bundestagsabgeordneten hinterher spioniert

            Man könnte noch mehr anführen, aber das sollte erstmal reichen.

            • Das sind alles natürlich interessante Ideen, die aber ihrerseits letztlich Glaubensfrage sind: Der Nutzen für Assad könnte beispielsweise darin bestehen, die Bevölkerung zu terrorisieren, um die von Rebellen besetzten Gebiete unregierbar zu machen bzw. dort eine humanitäre Krise auszulösen, die man dann wieder den Rebellen vorwerfen kann. Der Himmel weiß, wie Assad tickt.

              Die Argumente für eine Assad-Verantwortung sind m.E. aber nahezu zwingend, insbesondere die Tatsache, dass es sich um einen Luftangriff handelte. Wer soll die Flugzeuge denn sonst geschickt haben – wenn nicht Assad (oder schlimmstenfalls die russische Luftwaffe)?

              • Das ist eine interessante Theorie, jedoch nicht stichhaltiger wie viele andere Vorschläge wer es gewesen sein könnte. Die Frage ist wohl wem soll man Glauben, den USA und ihren Verbündeten, die alles und jeden betrügen, wenn es um ihren Vorteil geht, oder den Russen und ihren Verbündeten, die genau das selbe tun.

                Klartext würde wohl bedeuten zu beleuchten aus welchem Grund die USA/Russland dort unten wiedermal einen unnötigen Krieg angezettelt hat.

                Btw. Luftangriff: Mein Vater ist jetzt in Rente und hat letztes Jahr im Keller ein Flugzeug gebaut, dass für den Transport von 1 Person und etwas Gepäck ausgelegt ist.

                Gruß Tim

  8. Ulfs Analyse des Saarlandergebnisses und die Projektion auf die Bundesebene kann ich immer noch nicht nachvollziehen. RRG hatte im Saarland von den Prozenten her die Mehrheit (46,44 %). Dass es nicht geklappt hat, lag an dem Wegfall der grünen Stimmen durch das Nichterreichen der Fünfprozenthürde. Die CDU hatte nur 40,72 Prozent. Dass das jetzt ein großer Stimmungsumschwung sein soll, seh ich nicht, eher an einem Einzelproblem der Grünen (chaotischer Landesverband), was sich auf Bundesebene aber vermutlich nicht so drastisch wiederholen wird. Daraus dann gleich eine negative Prognose auf die Bundestagswahl zu machen, ist sicherlich nicht sinnvoll. Alleine schon, dass die 40 % nur 200.000 Menschen sind und es die städtischen Strukturen im Saarland kaum gibt, spricht dagegen. Selbst wenn die NRW-Wahl schlecht für Rot-Grün ausfallen sollte, ist das dann eher bundeslandbezogen, denn Kraft hat durchweg enttäuscht und die Minister der Koalition sind alle schwächlich unterwegs, insbesondere der Innenminister Jäger. Vermutlich wird das Wahlergebnis sehr knapp werden, denn die CDU hat auch keinen Gegenentwurf und ständiges Rumgemecker ist auch für die Wähler nicht ansprechend.

    Die Bundestagswahl wird übrigens nicht ohne Grund hinter die Sommerferien gelegt, da gibts meist den schönen Sommer und Urlaub und schon ist der ganze Mist vom kalten Frühjahr vergessen. Die Wahlergebnisse zeigen übrigens gut, dass die Bürger durchaus zur BTW anders wählen als bei einer LTW. Insoweit sind die Unkenrufe völlig unangebracht und nur dass ein paar Journalisten inzwischen nicht mehr ständig über Martin Schulz schreiben, sagt noch lange nichts, wie sich der Wahlkampf entwickelt.

  9. Diesen Artikel der FAZ möchten ich gerne noch hinter schieben, für alle die ihn noch nicht gelesen haben… Wichtig um überhaupt die Hintergründe des Konflikts zu verstehen.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html

  10. Zur unübersichtlichen Lage in Syrien gab es von Quarks & Co ein recht gutes Video (leider find ich das gerade nur auf facebook zum verlinken) https://www.facebook.com/QuarksundCo/videos/vb.399241730563/10158284395955564/?type=2&theater

    Zur Kreditkarte würde ich mich freuen, wenn es eine Möglichkeit gäbe, das auch ohne zu schaffen.
    Man sollte dabei auch bedenken, dass der “Besitz” mehrerer Konten, auf denen jeweils nicht viel Geld ist, einem eine schlechtere Schufa Bewertung einbrigen kann. Wäre es möglich zu sagen, dass ihr Jahresabo händisch ausstellt? Also man überweist euch das Geld und ihr schaltet es bei euch frei?

    • Ist mir bereits passiert, dass ich ein schlechtes SCHUFA-Scoring einfuhr. Hing damit zusammen, dass eine Bank ohne meine Zustimmung eine Mitteilung über eine Kontoeröffnung machte und diese hinterher zurückzog, da ich mit deren Konditionen nicht einverstanden war. Das kam bei der SCHUFA so an, dass mir die Bank kein Konto geben wollte. Drückte meinen Scorewert von 97 auf unter 80. Nachfragen und Beschwerden prallen an der SCHUFA direkt ab. Wenn man dagegen nicht gerichtlich vorgeht, rühren die sich nicht. Seitdem, wo auch immer SCHUFA-Abfrage drauf steht, reagiere ich ablehnend. Aber Fidor ist (noch) ohne Schufa-Abfrage, jedenfalls solange man ein pures Debit-Konto (Haben-Konto) führt. Das könnte sich dann ändern, wenn sie ihre Kreditkarte von einer Debit-Karte in eine echte Kreditkarte (mit Kreditlinie also) umwandeln. Dann spätestens ist die SCHUFA-Abfrage wieder dabei.
      Ansonsten kontrolliere ich regelmäßig, also jedes Quartal, was die SCHUFA mit meinem Score-Wert macht. Und einmal pro Jahr rufe ich kostenlos meine Daten nach BDSG ab.

  11. Zum Begriff “Bulle” lohnt es sich übrigens auch mal, den entsprechenden Abschnitt der Wikipedia zu lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Polizeivollzugsbeamter#Der_Ausdruck_.E2.80.9EBulle.E2.80.9C

  12. Wer sich die vergangenen Jahre mit klugem Blick mit Syrien beschäftigt hat, dem wäre aufgefallen, dass das Regime immer dann besonders hart einen möglichen Status quo hinwegbombt, wenn seine Gegner gerade dem Verhandlungstisch wieder näher rücken. Russische Friedensverhandlungen ohne nennenswerte Opposition in Astana? Assad hält die Füße still und gibt sich gutmütig. Friedensverhandlungen mit den Rebellen in Genf bzw. Brüssel? Bäm. Assad will keine Friedensverhandlungen, sondern dass der Bürgerkrieg weitergeht und er die verbliebenen Rebellen ausmerzen kann. Eine Eskalation der Gewaltspirale ist ganz in seinem Sinne.

    Die Faktenlage ist eindeutig: Es war ein Luftangriff, bei dem die Chemiewaffen verschossen wurden. Der IS verfügt weder über die passenden Flugzeuge noch über das Know-How, den Kampfstoff in hochkomplexe Gefechtskörper zu bringen. Die syrische Opposition hat keine Luftwaffe. Es können nur syrische oder russische Kampfflugzeuge gewesen sein. Und deren Piloten kämpfen derzeit für ein gemeinsames Ziel: Die Stabilisierung des Assad-Regimes.

    Die russische Propaganda-Saat geht auf. Hauptsache, Zweifel streuen. So unübersichtlich ist die Informationslage gar nicht: Die alternative russische Erklärung für die Giftgas-Opfer kann nicht stimmen. Wenn sich Zweifel darauf beschränken, aus 3000 Kilometern Entfernung alles besser zu wissen, dann solltet Ihr eventuell Herrn Augstein zum Kaffee einladen. Mittlerweile sind wir so weit, dass wir sogar die (russische) Identität der Schützen kennen, die einst mit ihren BUK-Raketen einen niederländischen Passagierjet vom Himmel geholt haben. Konsequenzen hat dieses barbarische Kriegsverbrechen mit fast 300 getöteten Zivilisten nicht mehr. Und am wenigsten drängen darauf jetzt jene, die selbst nach der relativ klaren Faktenlage im Sommer 2014 auf eine “intensive Untersuchung” gedrungen haben. Was ist denn die Alternative? Eine Untersuchung, deren Ergebnis in zwei Jahren vorliegt und dann auch wieder fröhlich angezweifelt wird. In der Zwischenzeit morden Assad und Putin munter weiter. Alles, was russische Staatsmedien derzeit tun müssen, ist Andeutungen über den Dritten Weltkrieg zu veröffentlichen. Dann läuft die deutsche Friedensbewegung wie von selbst vor Hass auf den Westen heiß. Das Drollige an diesen friedensbewegten Leutchen: Sie halten nie denjenigen für schuldig, der die Drohung eines neuen Weltkriegs auf den Tisch legt, sondern aus Prinzip immer nur die eigenen Volksvertreter. Auf solch eine neurotische Elitenkritik muss man erstmal kommen. Ich frag mich, wie weit es mit der Demokratie bei solchen Kandidaten ist, wenn die Autokraten und Vergaser so toll finden.

    • 8. April 201716:12
      Contenance

      Zu runde Geschichten machen mich misstrauisch. Wenn die Fakten dann auch noch so schnell auftauchen wie hier, dann klingeln bei mir die Alarmsirenen. Wag the Dog …. ;)

      Ich klau hier einfach mal die Talking Points von Gilbert:
      – Interesting timing.
      – Super-powerful visual persuasion designed for Trump in particular.
      – Suspiciously well-documented event for a place with no real press.
      – No motive for Assad to use gas to kill a few dozen people at the cost of his entire regime. It wouldn’t be a popular move with Putin either.
      – The type of attack no U.S. president can ignore and come away intact.
      – A setup that looks suspiciously similar to the false WMD stories that sparked the Iraq war.
      [Quelle: http://blog.dilbert.com/post/159264981001/the-syrian-gas-attack-persuasion%5D

      Einfach mal daran denken, wie oft wir mit falschen Geschichten aus Krisenregionen an der Nase herumgeführt wurden und wie oft diese Geschichten als unverrückbaren Fakten dargestellt worden sind …

      • zu dem letzten Punkt: Es macht schon einen Unterschied, ob als “Beweis” für WMDs pixelige Luftbilder vorgelegt werden, die letztlich irgendwas zeigen könnten – oder ob es dutzende Tote gibt, die eindeutig an Giftgas gestorben sind.

  13. Hier nochmal eine andere Perspektive auf Nordkorea.
    3min kann man auch mal aus der Sicht sehen… ;-)

    https://youtu.be/Yp951E-YWx0

  14. Zu CyberCyber gab’s ja vor Jahren schon Alternativlos 25: https://alternativlos.org/25/
    Daraus der freundliche Hinweis: (Bundeswehr-)Soldaten müssen im Einsatz Uniform tragen – sie müssen also theoretisch beim Nordkorea-Hack eine saubere Atrributierung hinterlassen. Sonst wird das völkerrechtlich *sehr* kompliziert.

  15. 8. April 201715:35
    Stephan enttäuscht

    Alter! Fidorbank Werbung? Ich hatte eine Kreditkarte bei Fidor. Die wurde ständig missbraucht, also fanden falsche Abbuchungen statt – und Fidor sagte dazu: Pech. Bei Mastercard oder Visa kann man Abbuchungen widersprechen, bei der Fidor Bank nicht. Die sagten mir mehrfach, sie können mir nicht helfen und das Geld war weg. Ein Jahr später habe ich nochmal Kontakt aufgenommen und Fidor hat mir wieder schriftlich bestätigt, dass sie bei missbräuchlichen Abbuchungen nicht helfen.

    Also FINGER WEG VON FIDOR!

    Ich habe gehört, dass Philip sagte, ihr bekommt kein Geld für die Aussage, aber wenn die speziell die Fidor Bank bewerbt und andere Anbieter unter den Tisch kehrt, dann bitte fachlich korrekt..! Ich bemängle nicht, dass Ihr nicht von Problemen bei Fidor wisst, aber hebt die bitte nicht als die Einzigen hervor, die kostenlose Kreditkarten anbieten. Ich kenne mindestens 4 große Anbieter.

    • Welche kannst Du denn empfehlen?

    • 9. April 201719:32
      Andre Wilfer

      Grunde genommen kann jeder mit einem Internetanschluss Problemlos eine Kreditkarte bestellen, zu den Konditionen, wie es einen am besten passt. Angebote gibt es bereits zu genüge.

      Ich finde es merkwürdig, dass die beiden überhaupt ein Angebot für die Zuhörer vorschlagen, weil jeder kann überhaupt sehr einfach selber suchen und es ist nicht die Aufgabe von den beiden uns ein Angebot zu präsentieren.

  16. Ich muss sagen, dass ich es etwas ettäuscht darüber war, wie sehr ihr eure gesamte Bewertung der Lage in Syrien auf die Annahme gestützt habt, dass es sich bei dem Giftgas um Sarin handelt, ohne dass ihr diese Annahme selbst hinterfragt habt.
    Gerade da ihr diese Annahme selbst ausschließlich auf eine unbewiesene Aussage der Türkei stützt und es daher alles andere als selbstverständlich ist, dies sofort für bare Münze zu nehmen.
    Da diese These auch nur einseitig von Ulf aufgestellt wurde, hätte ich mir da mehr kritisches Hinterfragen von Philip gewünscht, unabhängig davon, ob sie nun stimmt, oder nicht.

    • Als Nachtrag:
      Im ARD Brennpunkt vom 7. zum Thema wies Angela Kane übrigens darauf hin, dass nur der Typ des Nervengases, es handelt sich um ein Organophosphat, bestimmt werden konnte, jedoch nicht, ob es sich um Sarin handelt.
      Sie zweifelte außerdem daran, ob das türkische Labor überhaupt die nötige Einrichtung besitzt um das nachzuweisen.
      Das heißt, dass es zum Zeitpunkt eurer Sendung kein gesicherter Fakt war, dass es sich um Sarin handelt.

      http://www.daserste.de/information/nachrichten-wetter/brennpunkt/videosextern/us-luftangriff-in-syrien-102.html (Ab 8:16)

      • Danke für den Link.

        Weißt du, ob sich an dieser Einschätzung in den Tagen danach prinzipiell etwas verändert hat? Ein Großteil der Berichterstattung hat sich ja auf Sarin festgelegt.

        • unabhängig davon, ob man “Angela Kane” (wer immer das sein mag) nun glauben will oder nicht: Welches Gas es nun war – WHO CARES? Ich wundere mich schon seit der Sendung darüber, mit welchem Eifer uns hier einzelne Kommentatoren Kommafehler nachweisen wollen … dass ein Nervengas und damit ein geächteter Kampfstoff eingesetzt wurde ist doch in jedem Fall klar. Und dass dafür mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Assads Luftwaffe verantwortlich ist scheint mir ebenfalls Fakt zu sein – gerade nach den vielen wachsweichen Zweifeln, die sich in der hiesigen Diskussion finden.

          Für mich persönlich ist die Diskussion zu dieser Sendung eher ein Ansporn, den Trumps und Putins dieser Welt entgegenzuwirken, die der Wahrheit an sich den Krieg erklärt haben, indem wir klar sagen, wovon wir überzeugt sind (und warum).

          • Angela Kane ist eine hochrangige deutsche UN-Funktionärin gewesen. Sie hat 2013 wegen dem Chemiewaffeneinsatz in Ghuta mit der syrischen Regierung verhandelt. Sagen die doch auch in dem Beitrag, oder?

            Wenn es eine andere Phosphorsäureester-Verbindung ist, unterscheiden sich auch die Eigenschaften wie etwa die Volatilität, um die es dem anderen Kommentator ging. Natürlich sehe ich, dass der Detailgrad für euren Podcast, der sich ja nicht nur um eine einzelne Nachricht dreht, vielleicht zu hoch ist. Aber wenn es wirklich unklar ist, um welchen Kampfstoff es sich handelt, willst du das dann nicht auch in den Medien so vermittelt sehen?

            Ich bin ja mit einem allgemeinen Kommentar zur Medienberichterstattung eingestiegen, der nicht auf euren Podcast gemünzt war. Wenn ich (aus dem Gedächtnis) eine Manöverkritik äußern sollte, dann folgende: Ihr seid in der Tat mit der Aussage eingestiegen, das müsste untersucht werden und ist im Prinzip noch offen. Danach hast mehr du als Philip, meine ich, die offene Frage aber für dich entschieden und von diesem Stand bewertet. Ich denke an der Stelle sollte man, sozusagen im Sinne der Funkdisziplin, dann explizit sagen, okay es ist offen aus Sicht einer offiziellen Untersuchung aber für mich ist es im Prinzip nicht mehr offen und deshalb gehe ich jetzt in der Bewertung von dieser oder jener Sichtweise aus.

            Ich habe das Gefühl, das würde dann anders aufgenommen, obwohl sicherlich auch Gegenargumente kämen. Kann aber auch sein, das es nüscht bringt… :)

  17. Es ist falsch, dass Provider in den USA nun Nutzerdaten verkaufen dürfen.

    Was passiert ist: Nachdem Trump die Wahl gewonnen hat, hat Obamas Regierung am 2. Dezember 2016 noch eine neue Verordnung zur Privatsphäre im Internet erlassen. Bis dato wurden Provider gemeinsam mit den Webseitenbetreibern von der Federal Trade Commission reguliert. Die neue Verordnung stufte Provider als “Common Carriers” gemäß Communications Act ein, verschob die Zuständigkeit zur Federal Communications Commission (FCC) und definierte die Privacy-Regeln für Provider neu.

    Die Federal Trade Commission (FTC) protestierte gegen den Verlust ihrer Zuständigkeit und verwies darauf, dass sie das doch super gemacht hätten. FTC-Chefin Maureen Ohlhausen (von Obama ernannt): “This change to the oversight of ISP privacy practices matters because the FTC is the primary privacy and data protection agency in the U.S., and probably the most active enforcer of privacy laws in the world. We have brought more than 150 privacy and data security related enforcement actions, including actions against ISPs and against some of the biggest companies in the Internet ecosystem.”

    Die neue Verordnung trat größtenteils am 3. Januar 2017 in Kraft, in Teilen auch erst später.

    Die Republikaner haben nun die Verordnung mit Hilfe des neuen US-Kongresses wieder aufgehoben. Ihrer Meinung nach sollte die Regulierung von Webseiten und ISPs in einer Hand bleiben – wie gehabt bei der FTC. Interessengruppen haben nun das Gerücht gestreut, dass angeblich alles, was der Text der neuen Verordnung verbot, nun erlaubt sei. Viele Medien haben das so aufgegriffen und leider auch ihr. Das ist natürlich Fake News. Stattdessen wird einfach der vorherige Zustand wiederhergestellt. Das Internet bleibt genau so, wie wir es bis zum 2. Januar dieses Jahres kennen und lieben gelernt haben.

    Und der Verkauf von Nutzerdaten für Provider ist sowieso schon durch Gesetz verboten, 47 U.S. Code §222: https://www.law.cornell.edu/uscode/text/47/222

    Obama-Verordnung vom 2. Dezember 2016: https://www.federalregister.gov/documents/2016/12/02/2016-28006/protecting-the-privacy-of-customers-of-broadband-and-other-telecommunications-services

    Statement Maureen Ohlhausen: https://www.ftc.gov/system/files/documents/public_statements/942823/160331gmuspeech1.pdf

    • Ich bin unterwegs und kann das jetzt gerade nicht nachrecherchieren, aber Dein Kommentar erscheint mir zum Punkt “Verkauf von Nutzerdaten” nicht plausibel: Wenn es tatsächlich so wäre, dass die Provider jetzt nicht weitgehend nach Belieben mit den Daten ihrer Kunden umspringen können, warum sollten sie dann über Monate und mit Millionen-Aufwand dafür lobbyiert haben? Schon rein ökonomisch macht das nur Sinn, wenn sie die Daten auch versilbern dürfen. Ansonsten stimmt es natürlich, dass es jetzt nicht einfach gar keine Grenzen mehr gibt, aber die Zugangsanbieter fallen schon in ein regulatorischen Loch: Die FTC darf nicht mehr regulieren, weil es um “common carrier” geht, und die Regulierung der FCC wurde gekippt.

      • Ich schätze mal: Die Provider haben lobbyiert, weil ihnen die Neuregelung nicht passt und sie die alte Regelung bevorzugen. Wenn die alte Regelung finanziell günstiger für die Provider ist, dann ergibt das auch wirtschaftlich Sinn. Die Tatsache des Lobbyierens gegen die Neuregelung allein ist also kein Beleg dafür, dass die Provider jetzt alle Nutzerdaten verkaufen dürfen.

        “Die Zugangsanbieter fallen schon in ein regulatorischen Loch: Die FTC darf nicht mehr regulieren, weil es um ‘common carrier’ geht, und die Regulierung der FCC wurde gekippt.” Genau das ist nicht richtig. Die Einordnung der Provider als common carrier war Teil der Verordnung vom 2. Dezember 2016. Der Kongress hat die Verordnung für nichtig erklärt: “That Congress disapproves the rule submitted by (…) and such rule shall have no force or effect.” https://www.congress.gov/bill/115th-congress/senate-joint-resolution/34/text

        Das heißt, dass der vorherige Zustand wiederhergestellt ist. Es gibt kein regulatorisches Loch.

  18. 8. April 201719:21
    aermacchi

    Hey ihr

    Glückwunsch zur 50. Folge. Diese Art Podcast ist einer der wichtigsten obwohl es auch wünschenswert wäre wenn ihr etwas “Konkurenz” bekommen würdet, mehr Meinungen schaden im politischen Diskurs glaube ich nicht. Im Zusammenhang damit fände ich es fiar wenn ihr Ulfs Mitgliedschaft in der SPD zumindest in den Shownotes erwähnt.

    Zum Thema Kreditkarten: Es gibt an vielen größeren Tankstellen pre-paid Kreditkarten. Die kosten einmalig etwa <10€ plus das aufzuladene Geld.

    • Zum Thema SPD: Wir haben das ausführlich in der Lage diskutiert, und es findet sich auf meiner Homepage und in meiner Twitter Bio. Außerdem erwähnen wir es immer wieder mal im Podcast. Wir werden aber nicht “offiziell” darauf hinweisen, also zB nicht in den Shownotes, einfach weil uns das mit Sicherheit als Schleichwerbung für die SPD ausgelegt würde. Außerdem kommt die SPD bei uns eh ganz sicher nicht zu gut weg … eher im Gegenteil, an den “eigenen Leuten” reibt man sich halt besonders.

  19. Zum Thema SPD und “Abfluss” aus der Mitte, wenn die SPD mit RRG wirbt.
    Ein Slogan von Herrn Schulz und der SPD sollte sein: “Die Mitte der Gesellschaft mit der Linken versöhnen”.
    Zumindest fallen mir spontan einige Ängste ein, die Menschen aus der Mitte vor den Visionen der Linken haben.
    Und politisch hat gerade die SPD noch einiges von dem Scherbenhaufen aufzukehren, der in den Jahren mit Schröder und auch durch die Trennung von Lafontaine aufgetürmt wurde.

  20. Hallo Philipp und Ulf:
    als ein begeisterter Hörer der ersten Stunde muss ich sagen, daß ich über eure Auseinandersetzung mit Syrien sehr erschrocken bin. Es ist für mich der gleiche Tenor aller Mainstream- Medien (Print, TV, Radio) und der nervt mich doch gewaltig. Daher hatte ich mir von euch eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema erhofft. Klar, es gibt keine einfache Lösung, die würde ich von euch auch nicht erwarten, doch es gibt deutlich mehr Erkenntnisse zu dieser Thematik, die aber in den allermeisten Medien nicht auftauchen – und die jedoch auch deutlich machen, um was es geht in diesem Konflikt.
    Immer nur zu sagen, Assad ist der Böse und WIR (die sog. westliche Wertegemeinschaft) sind die Guten und müssen Syrien von diesem Tyrannen befreien, ist zu simpel. Es geht in Syrien ganz klar um zwei Belange. Das ist zum einen der geostrategische Aspekt (das hatte Phillip sehr richtig benannt), nämlich die Erdgasvorkommen und die dazugehörige Erdgaspipeline von Katar für den europäischen Markt. Syrien ist seit vielen Jahren ein Freund von Russland und unterstützt demnach die Bemühungen Russlands für eine Pipeline durch Syrien (die sog. Schiitische-Russiche Pipeline). Zudem haben die Russen, und das ist der zweite Punkt, eine Militärbasis in Syrien, die sie sich nicht nehmen lassen wollen. Und das Imperium USA zusammen mit Deutschland, Frankreich und GB hat ein Interesse an der Suniten-Pipeline und dann weiter ein Interesse daran, Assad zu stürzen. Dafür werden “Rebellen” bewaffnet und mit Luftaufklärung (von Deutschland) unterstützt, welche Ziele angegriffen werden sollen. Es geht um einen Regimechange in Syrien, der von westlichen Interessen gesteuert wird (wie bereits beim Iran, Irak, Chile, usw.).
    Selbstverständlich verurteile ich das Vorgehen Assads auf das Schärfste, sollte erwiesen werden, daß die Giftgasangriffe von ihm kamen und die von Assad ausgerichtete militärische Gewalt gegen das eigene Volk sind Gräueltaten! Doch die andere Seite immer wieder auzusparen und Angriffe des Imperiums öffenltich zu loben ohne deren aggressive Kriegsführung zu verurteilen ist schändlich. Krieg und militärische Konflikte sind immer falsch und wenn wir nicht darüber debattieren, weshalb Russland eine solche Politik betreibt und welchen Nutzen wir in Europa davon haben, dann wird sich in der öffentlichen Meinung auch nichts ändern. Doch dafür müssen auch andere Leute gehört werden, die, für viele, unpopuläre Meinungen vertreten.
    Um sich ein weiteres Bild vom Konflikt in Syrien zu machen und einen weiteren Ansichtspunkt zu bekommen empfehle ich den Vortrag von Dr. Daniele Ganser zu diesem Thema. (Es gibt einen sehr ausführlichen Vortrag aus Bautzen https://www.youtube.com/watch?v=Ijk0Y1VdXsI und ein Telefongespräch mit KenFM der diesen Aspekt herausgreift von dem ich hier spreche. Diesen habe ich hier verlinkt: https://www.youtube.com/watch?v=0jpLZb0cxDI).
    Nochmals: Das Thema ist verdammt kompliziert und es geht mir darum zu behaupten, wie er zu beenden ist, doch verschiedene Sichtweisen zu erlangen um ein umfangreicheres Bild zu erhalten ist enorm wichtig. Denn dieses Bild wird von den deutschen Medien weitgehend ausgespart und nicht erwähnt. Wir bleiben bei unserer gemachten Meinung: die Russen und Assad sind Böse und wir sind die Guten und dürfen intervenieren, weil die den Krieg befeuern und es uns ja immer nur um die Menschenrecht geht. Welch ein Hohn!
    Ich arbeite als Multiplikator in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und versuche meinen Teilnehmenden immer wieder zu zeigen, daß es nicht nur eine Wahrheit gibt und wir und uns unterschiedliche Meinungen stellen müssen. Auch wenn sie uns nicht gefallen. Ich empfehle bei jedem meiner Seminare euern Podcast meinen Teilnehmenden, weil ich davon sehr überzeugt bin.
    Ich höre euren Podcast sehr gerne und freue mich jede Woche darauf, eurem Gespräch zu lauschen. TOP!! Und so gern würde ich manchmal direkt mitdiskutieren :). Leider kann ich mir derzeit euer Plus- Angebot nicht leisten, spende aber weiterhin immer wieder wenn es geht.

    Herzliche Grüße und ich freue mich auf die nächsten Wochen!
    Mika

    • Ich bin recht erschrocken über die non-chalante, vielleicht fahrlässige, Art und Weise wie die beiden Hosts die gegebenen Unwissenheiten über den Giftgasangriff als Basis für weitere Überlegungen und Schlußfolgerungen hernehmen. Als ich dann hier in den Kommentaren ankam, sah ich, dass es nicht nur mir so ging.

      Mika, vielen Dank für die Links und die zusätzlichen Informationen.
      Ich wünsche mir ein nochmaliges Aufgreifen des Themas und einen breiteren Betrachtungsansatz durch Philipp und Ulf.

      • Sehr gern und ich hoffe auch, daß das Thema in einer der nächsten Lagen wieder auftaucht.

        • Hallo Mika,
          eigentlich möchte ich gar nicht wirklich inhaltlich auf deinen Beitrag eingehen, sondern eher zu deinen Links etwas einwerfen, vor allem da du in der politischen Bildungsarbeit aktiv zu sein scheinst.
          Ich finde, die Person Ganser sollte man mit etwas Vorsicht genießen. Einige Vorträge von ihm habe ich gesehen, den du konkret verlinkst, allerdings nicht. Das problematische meiner Meinung ist, dass er einige Sachen gut begründet vorträgt, um dann andere mit etwas zweifelhafter Quellenlage nachzuschieben, die dann ebenfalls plausibel dastehen.
          Gerade die Pro-Putin, Anti-Amerika Einstellung, die in der politischen Querfront gerne geteilt wird, spiegelt sich auch in den Veranstaltern des von dir verlinkten Ganser Vortrags wieder (“Veranstaltet wurde dieser Abend von dem “Bautzener Frieden”, der Bürgerbewegung “Wir Sind Deutschland”, […]”). Hauptsache man hat ein gemeinsames Feindbild gegen das man arbeiten kann.

          Inhaltlich geht Ganser sehr selektiv mit seinen Quellen um, um seine Nachricht zu verkaufen. Als konkrete Beispiele fallen mir noch ein:

          – sein Lieblingsthema 9/11, in dem er gerne das unvollständige Berichtsheft der US Regierung zitiert, aber nicht erwähnt, dass es davon seit mehreren Jahren eine neue Version gibt, die genau seine Angriffspunkte adressieren.
          – Zur politischen Lage in Syrien vermischt er die Rebellengruppen im Bezug darauf, wer durch wen gefördert wird, was die Lage falsch darstellt. Für genaue Details ist das zu lange her, aber das lässt sich ja selber recherchieren.

          Auch dass er weiterhin das Universitätslogo benutzt, obwohl diese ihm das untersagt hat, spricht nicht ganz für seine Glaubwürdigkeit.
          Ganser spricht weiterhin bei jeder Gelegenheit für die er bezahlt wird (im mittleren 4 Stelligen Bereich pro Auftritt), u.A. auch auf der Anti-Zensur-Koalition (politische Querfront). Auf Wikipedia nachzulesen, hat er sich danach von ebenfalls eingeladen Holocaust Leugnern distanziert, mit Verweis, dass er die Personen nicht kannte. Wenn man sich allerdings sein Vortrag dort anschaut, ergibt sich der Eindruck, dass er sich im Vorfeld sehr wohl mit den Rednern beschäftigt hat.

          Alles in allem finde ich, dass man mit Vorträgen aus dem Spektrum sehr aufpassen muss, da sich dort schnell eine eigene Filterblase auftut, in der gerne falsche Aussagen geteilt werden. Nochmal, in einigen Punkten kann man ihm durchaus gut zustimmen, sollte das aber sehr differenziert und kritisch tun. Da du hier auf der Website schreibst, gehe ich davon aus, dass du das noch tust, allerdings wollte ich die Links nicht alleine so stehen lassen :-)
          Viele Grüße

  21. Korrektur zu meinem Kommentar im vorletzten Absatz:
    Nochmals: Das Thema ist verdammt kompliziert und es geht mir NICHT darum zu behaupten, wie er zu beenden ist, doch verschiedene Sichtweisen zu erlangen um ein umfangreicheres Bild zu erhalten ist enorm wichtig.
    Sorry!

    • “Assad ist der Böse und WIR (die sog. westliche Wertegemeinschaft) sind die Guten ”

      Also ich habe den Postast auch gehört, aber in der Version, die ich runtergeladen hab, kam das nicht vor.

      “Zudem haben die Russen, und das ist der zweite Punkt, eine Militärbasis in Syrien, die sie sich nicht nehmen lassen wollen. ”

      Aha, dann sind sie genauso drauf wie – wie nennst sie noch gleich -das Imperium :-). Kannst Du mir verraten, wozu die Russen gefühlte 2000 km vor Ihrer Grenze ein Militärbasis brauchen? Bitte nicht antworten, die Amis machen ja auch.

      “und Angriffe des Imperiums öffenltich zu loben ohne deren aggressive Kriegsführung zu verurteilen ist schändlich. “

      Genau das wurde im Podcast ja gerade nicht getan. Ich finde eher z.B. Dein Vokabular “Imperium” zeugt nicht gerade von unbefangener Neutralität.

      • Kannst Du mir verraten, wozu die Russen gefühlte 2000 km vor Ihrer Grenze ein Militärbasis brauchen?

        Um einen ganzjährig eisfreien Hafen jenseits des Bosporus zu unterhalten.

        • Versteh ich nicht. Ist das gesetztes Recht Russlands? So wie die Annexion der Krim?

          • Hat Russland Tartus annektiert?

            • Alles gut. Dass ihr noch keine klare Meinung dazu hattet, war der Punkt, der mich etwas unbefriedigt zurückgelassen hat. Wahrscheinlich deshalb, weil die Fragestellung an Grundlegendes in unserer Gesellschaft rührt. Wie Du schreibst finde ich ja auch, dass der Vergleich mit ’39 so wichtig ist. Irgendwer hat mal gesagt, dass wer aus der Geschichte nicht lernt, verdammt ist, sie zu wiederholen.

            • Nö, die Krim.

      • Du hast Recht, ich bin nicht neutral in diesem Zusammenhang :). Denn für mich sind die USA ein Imperium, welches stetig dabei ist, dieses, vor allem mit Nachschub von Rohstoffen, zu sichern und zwar militärisch.
        Und meine Kritik am “Lob der Luftangriffe der USA” bezog sich nicht allein auf den Podcast, da hast du natürlich recht, sondern auf die allgemeine politische Haltung unserer und anderer Regierungen.
        Im Podacst wurde mir der Konflikt einfach nicht ausreichend differenziert dargestellt.
        Schönen Sonntag!

        • Wir haben keine Luftangriffe gelobt. Wir haben von ihnen berichtet, und wir haben eine Diskussion darüber geführt, ob sie richtig waren. Nur weil wir nicht explizit Deine Meinung vertreten, heißt das nicht, dass wir unbedingt der Gegenmeinung wären.

          Wir sind uns nur beide recht sicher, dass der Gas-Angriff der syrischen Armee zuzurechnen ist.

          • Ich habe auch nicht euch gemeint mit Lob für die Luftangriffe, sondern die Mehrzahl von Regierungen, die sich wohlwollend dazu geäußert haben. Entschuldigung, wenn es anders von euch aufgenommen wurde. Und ich wollte gar nicht, daß ihr meine Meinung hier widerspiegelt, sondern daß mir für eure Diskussion nur die Fakten der Mainstream- Medien als Meinungsbild zur Verfügung standen. Und ich bin mir auch sicher, daß der Angriff der syrischen Armee zuzuschreiben ist, doch so lange ich es nicht beweisen kann, kann ich keine fremden Ländern bombardieren, nur weil ich mir sicher bin.

  22. Der Teil zu Syrien war mal wieder ein neuer Tiefpunkt des Podcasts – sehr schade. Aber da wurde ja hier schon viel angemerkt.

    Mich als Historiker hat aber auch die eigenartige Erzählung vom “gerechten Krieg” aufschrecken lassen. Inwiefern war der Zweite Weltkrieg ein “gerechter Krieg”? Von wem? Frankreich und Großbritannien sind in den Krieg eingetreten, da ihr Vertragspartner Polen überrannt wurde (unternahmen dann aber nahezu nichts – siehe der so genannte “Sitzkrieg” im Westen 1939/1940), die Sowjetunion wurde 1941 angegriffen, ebenso eine Kolonie der USA (Hawaii) im selben Jahr. Alle Großmächte auf alliierter Seite traten also bei, da sie, ihre Alliierten bzw. ihre Kolonien angegriffen wurden. Was ist daran gerecht?

    Zum Mythos des “gerechten Krieges” auf US-Seite sei übrigens dieses Buch empfohlen:

    http://www.lorimer.ca/adults/Book/1033/The-Myth-of-the-Good-War.html

    • Alle Großmächte auf alliierter Seite traten also bei, da sie, ihre Alliierten bzw. ihre Kolonien angegriffen wurden. Was ist daran gerecht?

      Völkerrechtlich betrachtet darf man sich selbstverständlich militärisch verteidigen, wenn man angegriffen wird. Also jedenfalls für die UdSSR und die USA stellt sich die Frage nach der Gerechtigkeit des Kriegseintritts nicht ernsthaft.

      Was UK und F angeht lässt sich die Frage schon interessanter diskutieren, ob der Kriegseintritt “gerecht” war. Der Verweis auf die Bündnisverpflichtung gegenüber Polen greift aber zu kurz: Wesentliches Motiv war auch, dass das Deutsche Reich eine offen expansionistische Politik verfolgte (Österreich, Sudetenland) und die Invasion in Polen einfach eine zu viel war. Außerdem ging es auch um die Glaubwürdigkeit, weil Polen als Staat ja erst nach dem 1. Weltkrieg wieder neu geschaffen wurde und UK und F seit 1919 als Garanten für diesen Staat auftraten. Sie hätten sich schlicht lächerlich gemacht, wenn sie die Invasion einfach hingenommen hätten.

  23. Die Diskussion bezüglich Syrien hat mich enttäuscht. Tretet doch mal einen Schritt zurück und stellt die Frage, warum nach einhelliger Meinung der “Talking Heads” der Tod von ca. 80 Personen in einem Krieg mit gut einer halben Million Toten und 10 Mio Vertriebenen nun für die USA ein Grund zum Handeln sein sollte. Die Diskussion als solche ist doch absurd. Giftgas strengstens verboten, alle übrigen Tötungsarten sind uns aber recht?

    Wenn man nicht mal in einem Podcast wie eurem die immer gleiche Tretmühle verlassen kann, wozu ist das Format dann gut?

  24. Assad ist, unabhängig davon, ob er ursächlich den Angriff veranlasst hat, als Regierungschef für seine Bevölkerung verantwortlich. Fakt ist, er hat es nicht im Griff. Russland im Übrigen auch nicht. Folge: Es fehlt dem syrischen Regime sowie der russischen Schutzmacht jegliche Legitimation weiter in Syrien Verantwortung zu übernehmen.

    Du versteht, dass diesem Standard folgend Assad auch für die Taten des Islamischen Staat, der al-Nusra-Front etc., sowie für die Opfer und Zerstörungen durch Luftschläge der US-Amerikaner, Türken und Israelis verantwortlich ist?

    • Lass uns mal überlegen: gesetzt den Fall, Herr Assad hätte im aufkommenden arabischen Frühling den Weg für Reformen frei gemacht… Oder: Herr Assad hätte im aufkommenden bewaffneten Konflikt statt Russland die UNO um Hilfe gebeten…
      Also ich komme zum Schluss: Ja, auch für die von Dir aufgezählten Punkte trägt der Herr die volle Verantwortung.

      • Also im Gegensatz zu den Golfstaaten, den USA, Frankreich, Großbritannien, der Türkei die Material nach Syrien geschleust sowie sonstige Unterstützung geleistet haben und damit nachdem der Aufstand — zugegebenermaßen äußerst brutal — niedergeschlagen worden war, den Bürgerkrieg erst angefacht haben.

        • Selbst oder besser erst recht wenn die Propaganda stimmte, dass der arme Diktator von außen destabilisiert wurde, hätte er erst recht im arabischen Frühling besonnener reagieren müssen.

          • Welche Propaganda? Die westlichen Staaten haben ihre Unterstützung offen erklärt. Dass die Türkei Waffenlieferungen nach Syrien durchgelassen hat, ist dokumentiert. Darauf dass etwa die Saudis den Islamischen Staat mitfinanziert haben, gibt es diverse Hinweise. Und das Engagement dieses und anderer Golfstaaten in Syrien hielt ich im großen Spiel (Stellvertreterkonflikte mit dem Iran) bisher für unkontrovers. Und wenn wir über regionale Destabilisierungen reden, dann sollte man diejenige nicht unerwähnt lassen, die das Nachbarland Syriens zu einem Tummelplatz für Dschihadisten hat, der Irakkrieg und die folgende Besatzung.

      • Gegenfrage: Hat erst denn deiner Meinung nach sein Land noch im Griff?

        • Offensichtlich nur in Teilen. Allerdings verstehe ich nicht, worauf du hinaus willst.

        • Kannst du mal kurz erläutern wieso das relevant ist?

        • Mich interessiert, wie Du Assad legitimierst. Bei mir kommt an, dass Du (und viele andere, die hier posten) Assad als Opfer sehen. Fast als wäre er ein demokratisch gewähltes, rechtsstaatlich legitimiertes Regierungsoberhaupt. Mir ist diese Sicht zu einfach.

          • Ob Assad ein Opfer ist, sehe ich als völlig nebensächliche Frage an. Er ist sicherlich das Ziel einer Kampagne, die über die Opposition in seinem Land hinausgeht. Bashar Assad ist gewählt, über die Qualität der Wahlen weiß zu wenig, überwältigend frei werden die nicht sein, und er ist das Regierungsoberhaupt der international anerkannten Regierung von Syrien. Wüsste auch nicht, dass irgendein Land auf der Welt jemand anders in Syrien offiziell anerkannt.

            Ich denke, dass der Mann vor über einer Dekade noch ein guter Partner der USA war, der Terrorverdächtige für sie foltern ließ, genügt als Eindruck, von ihm und von den USA.

          • Ist das relevant? Macht es ein mögliches Verbrechen besser, wenn es durch ein Person begangen wurde, die eine “demokratische” Legitimation besitzt?

            Wer hat den Vorteil? Dass ist immer die Frage, die man sich in unserer Zeit stellen muß. Mit der Antwort darauf wird man häufiger ins schwarze Treffen als mit alternativen ähnlich einfachen Aufklärungsmethoden.

            Gruß ticaki

            • Man “muss” schonmal gar nix. Mich interessiert nicht, wer einen Vorteil hat und schließe daraus schon gar nicht mit Gewissheit, dass damit der Verantwortliche ermittelt ist. Wie gesagt, so einfach ist es gerade nicht.

              • Wer redet hier von Gewissheit. Ich weiß nicht wer es war und ich legitimiere ganz sicher weder die USA die dort Leben vernichtet, noch Russland die das selbe tun. Man kann auch einfach ALLE Akteure verurteilen.

                Hör auf über Menschlichkeit, Freiheit und Gerechtigkeit zu schreiben, denn ich kann nicht glauben, dass nach 60 Jahren Kriege um Ressourcen und Macht, die USA plötzlich anfangen aus moralischen gerechtfertigten Gründen eine Krieg zu führen. (Da Russland in unserem Kulturkreis und meinem Jahrgang per Definition böse ist, stellt sich dort die Frage nicht)

                Gruß Tim

  25. Zur Frage: Warum unterstützt Russland Syrien?

    Philip’s Antwort hierauf: (1) Das habe etwas mit “geostrategischen Überlegungen” zu tun (2) Syrien sei nun mal Russland’s stronghold im Nahen Osten… Weiter ließe sich als Begründung Folgendes anführen:

    Schon während des kalten Krieges positionierte sich das damals neuerdings unabhängige Syrien in der Gefolgschaft der Sowjet-Union. So erlernte Assad Senior das Kampfjet-Fliegen in Russland und bezog von dortens nach seinem Coup auch allerhand Waffen. Vatern erlaubte Assad den Sowjets auch die Eröffnung einer Marinebasis in Tartus, heute die einzige russische Marinebasis im Nahen Osten. Daher folgende Annahme: Schon der “Default-Modus” Russlands war auf die Unterstützung Syriens gerichtet. Hätte sich Russland zu irgendeinem Zeitpunkt von Syrien abgewendet, hätte dies leicht als Fügung Russlands gegenüber Forderungen der NATO-Mächte bzw. der USA aufgefasst werden können. Insofern ließe sich der Syrien-Konflikt auch als Verhärtung bereits vorhandener Fronten zwischen Ost und West begreifen.

    Außerdem Folgendes: Als repressiver, autokratischer, etc… Staat dürfte Russland die Neuigkeiten vom arabischen Frühling mit Bestürzung vernommen haben. Assad Junior hingegen zeigte sich standhaft und schlug die Revolution im eigenen Lande brutal nieder. Bedenkt man die – aus russischer Perspektive ggf. bestehende – Gefahr eines blowback/spillover von Syrien aus auf islamistische Netzwerke bzw. Unabhängigkeitsbestrebungen im Norden des Kaukasus, so verdient das Assad-Regime schon aus diesem Grund Unterstützung. Als angenehmer Nebeneffekt lenkt das Ganze außerdem weiterhin erfolgreich vom #clusterfuck in der Ukraine ab.

    Zuletzt: Russland, jedenfalls aber Putin als ehemaliger Offizier des KGB verarbeitet scheinbar immer noch das Trauma des Zerfalls der Sowjet-Union. Für ihn heißt Traumabewältigung das Verschaffen Russlands zu altem Ruhm und Glanze. Das wiederum bedeutet Mitmischen, Säbel-Rasseln, und auch das In-den-Schlagzeilen-Stehen. Hauptsache, man wird – wie noch zu Zeiten des kalten Krieges – ernst genommen.

    An dieser Stelle ein ernst gemeintes Dankeschön an Philip und Ulf – Hätte Ulf Philip nicht implizit als Russlandkenner ausgegeben und hätte Philip daraufhin nicht so dermaßen lapidar geantwortet, hätte ich mir auch keine eigenen Gedanken darüber gemacht bzw. selbst einmal nachgeschaut.

    • 9. April 201713:27
      Christian1313

      Der Punkt hat mit auch weh getan beim zuhören. […]

      Wir freuen uns über sachliche Kritik. Für Pöbeleien ist hier aber kein Platz. Bitte in Zukunft beachten. ^u

  26. 8. April 201723:26
    Dave Bowman

    Jetzt zeigt sich tatsächlich wie gefährlich ein emotional und impulsiv handelnder US-Präsident sein kann. Dem muss man wahrscheinlich nur die richtigen Youtube-Filmchen zeigen und er drückt den roten Knopf.

    Erinnern wir uns:

    Den größten Giftgasangriff in Syrien gab es 2013 mit über 1.000 Toten, ebenfalls im Vorfeld einer Syrien-Konferenz. Auch da wussten westliche Politik und unsere Medien sofort: Assad war’s. Ohne Beweise. Und trommelten geschlossen für einen US-Angriff, schließlich sei damit ja die berühmte rote Linie überschritten, die Obama ein Jahr zuvor gezogen hatte.

    Doch Obama reagierte besonnen und holte nicht zum Schlag aus. Und das erwies sich als richtig: Später stellte sich heraus, der verheerende Giftgasangriff auf syrische Zivilisten war eine False-Flag-Operation der syrischen Rebellen, um die Stimmung gegen Assad aufzuheizen – mit freundlicher Unterstützung des türkischen Geheimdienstes. Denn auch unser Verbündeter Erdogan verfolgt seine ganz eigenen Interessen in Syrien.

    Die türkischen Journalisten, die diesen Skandal aufdeckten, wurden von Erdogan natürlich als Landesverräter gebrandtmarkt, mussten fliehen oder sitzen im Knast. Heute gibt es solche Journalisten nicht mehr in der Türkei.

  27. Erinnert sich noch einer an Joschka Fischer vor der UN https://www.youtube.com/watch?v=CpuN-yM1sZU

    Kennt jemand Collin Powell https://www.youtube.com/watch?v=jV5Ggfn9PYM

    Jetzt meldet sich Botschafter Boliviens, der in der Uno zur Syrienfrage ein paar Dinge zu sagen hat https://www.youtube.com/watch?v=dJdu0OZ9hr8#t=7m45s

  28. Ich glaube, der Ansatz “das Deutschland von heute wäre nicht gegen das Deutschland von 1939 in den Krieg gezogen” ist nicht wirklich instruktiv. Nichts gegen fiktive historische Szenarien, aber wenn man hypothetisch gegen sich selbst in den Krieg zieht, hat man den Bogen vielleicht doch überspannt. ;)

    Ein anderer Punkt: Das Deutsche Reich hat sich nun wahrlich genug zuzuschreiben, aber die Nachkriegsordnung haben die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs geschaffen. In dieser gibt es einen klaren Mechanismus für das Vorgehen gegen staatliche Akteure. Die Weltgemeinschaft vertreten durch den UNO-Sicherheitsrat kann ein solches Vorgehen autorisieren und nur dann darf gehandelt werden. Aber die Siegermächte haben mit ihrem Festhalten an bestimmten Privilegien auch das Dilemma geschaffen, in dem wir uns heute befinden. Eine Welt, wo China seine schützende Hand über Nordkorea, Russland über Syrien und die USA über Israel halten kann und sie so eine Lösung dieser Konflikte behindern, womöglich sogar auf Dauer verhindern. Gleichzeitig eine Welt, wo aus der Blockade durch einzelne Mächte eine moralische Pflicht zum ungedeckten Handeln hergeleitet wird, die den zivilisierenden Impetus der Charta aushebelt.

    Gut, dass Ulf auch nochmal an Jugoslawien erinnert hat. Der Denkansatz, würde das heutige Deutschland Hitler Widerstand leisten, kam in der Tat damals auf, war aber nur Teil eines Arguments. Es fehlt der andere Teil, dass Slobodan Milošević ein neuer Hitler ist und Vernichtungslager betreibt. Nur das waren Propagandalügen. Und so stellt sich die Frage, ist Assad ein neuer Hitler mit genozidalen Ambitionen für ein Groß-Syrien, quasi ein Prüfstein für den deutschen Mut sich selbst in der Geschichte entgegenzutreten, oder ist er der Erbe eines brutalen Regimes, das die Macht der eigenen Minderheit erhalten will, und kämpft gegen zum Teil nicht weniger brutale Aufständische, die die Machtverhältnisse im Land umwälzen wollen und darin von äußeren Interessen, viele davon nicht mit westlichen deckungsgleich, intensiv unterstützt werden. Letzteres bedeutet für mich, dass man anstatt sich in Selbstbezwingungsphantasien zu ergehen, vielleicht lieber auf die Gegenwart und die konkrete Situation schauen sollte.

    • Bei der Frage geht es nicht um Assad oder Hitler oder “Selbstbezwingungsphantasien”. Stattdessen geht es darum, was die westlichen Gesellschaften insbesondere Deutschland bereit sind aufs Spiel zu setzen, um eine Region, die brennt, wie momentan der nahe Osten, von Gewalt und Willkür zu befreien. Der Aufwand wäre für alle mit enormen Kosten verbunden, und mit Menschenleben zu bezahlen. ich sehe nicht, dass das irgendjemand hier will. Genau um diesen Willen geht es bei der Frage. Die nächste Frage, die sich dann daran anschließt, wie die Alternative aussieht? Die Antwort darauf sehen wir zum Teil ja schon: Flüchtlingsströme, faule Deals mit Autokraten wie Erdogan, Spaltung der eigenen Gesellschaft, etc.

      • um eine Region, die brennt, wie momentan der nahe Osten, von Gewalt und Willkür zu befreien.

        Entschuldige, das ist doch ein hemmungslos naives Ziel. Dafür müsste man die israelische Besatzung beenden. Syrien und Jemen befrieden. Den islamischen Staat im Irak besiegen. Vermutlich Syrien und den Irak zerschlagen, und kleine Staaten für die verschiedenen Volksgruppen schaffen. Den türkischen Kampf gegen die Kurden in Ostanatolien beenden und dort Autonomie durchsetzen. Achja erstmal die Türkei vor der vollendeten Umwandlung in eine Diktatur bewahren. Möglicherweise die ägyptische, iranische und die saudische Regierung stürzen, jedenfalls in den beiden letzteren Ländern den politischen Einfluss religiöser Kräfte deutlich zurückdrehen. Vielleicht noch ein paar andere Golfstaaten umkrempeln, Katar zum Beispiel. Beim dauerhaften Erhalt des Friedens in der Region hätte es geholfen, wenn wir in der Lage gewesen wären, den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Schade eigentlich.

        Und warum wollen wir eigentlich in Syrien anfangen? Warum nicht zuerst das furchtbare Leiden im Jemen beenden? Den Palästinensern nach Jahrzehnten die Würde eines eigenen Staates geben? Oder den Kurden in der Türkei helfen? Klar, weil die syrischen Flüchtlinge bei uns gelandet sind. Auch bei der “Alternative” zählst du die Folgen für uns selbst auf, nicht etwa, dass das Sterben und die Unterdrückung im Nahen Osten weitergeht.

        Aber sprechen wir hier überhaupt von Selbstlosigkeit von Opferbereitschaft für andere oder von der Erwägung einer anderen Strategie? Vielleicht sollten wir unsere wehrfähigen Menschen in den Nahen Osten schicken, wo sie im schlechtesten Fall sterben oder verletzt werden, im besten Fall dort nur viele andere Menschen auf dem Weg zum Frieden töten. Machen wir uns nichts vor, darauf läuft es hinaus, aber wenn es denn hilft… Du hast allerdings völlig recht, weder will ich in den Krieg in den Nahen Osten noch irgendwelche meiner Angehörigen dorthin verlieren.

        Der Denkansatz vom Ausgangspunkt der Diskussion greift so oder so zu kurz. Die Alliierten haben gegen die Achsenmächte nicht aus Selbstlosigkeit gekämpft, auch nicht weil es die bessere unter frei wählbaren Strategien war. Teilweise hatten sie keine andere Möglichkeit, teilweise diente es ihren Zielen. Und ja zu einem gewissen Anteil spielte auch die Idee einer Verantwortung dafür, dass die Welt vom Faschismus befreit wird, eine Rolle. Aber wir sprechen über die Motive von Kollektiven nicht von einzelnen Menschen und das im Ansatz postulierte Vakuum existiert so ganz sicher nicht.

        • Dir mag das Ziel naiv erscheinen. Aber nochmal: Darum geht es nicht. Es geht um zwei Alternativen: Entweder – Oder.
          Stillhalten, Weggucken, den jetzt bequemen Weg gehen. Die Suppe später auslöffeln.
          Oder: Kopfzerbrechen, schwierige und fragwürdige Kompromisse und Entscheidungen zu treffen, Fehler machen.

          • Das eigentliche Argument ist doch militärische Interventionen können Konflikte lösen. Der Rest ist eine emotionalisierende Verpackung, die auf Schockwert abstellt. Dem Argument widerspreche ich nicht. Ich bin nur sehr skeptisch, dass das die beste oder oft überhaupt eine Option darstellt.

            Zu den “Fehlern” gehören Kriegsverbrechen. Die Alliierten haben schreckliche Kriegsverbrechen im Kampf gegen die Achsenmächte begangen. Mit Folgen, die bis heute nachwirken. Der Luftkrieg ist jenseits eines sehr engen operativen Rahmens ein Kriegsverbrechen. Wäre es nur nach dem Verhalten der Wehrmacht gegangen, wäre der Luftkrieg nach dem Zweiten Weltkrieg geächtet worden. Stattdessen gilt er als legitim, das Mittel der Wahl für die USA (Kollateralschäden), Russland (keine Rücksicht auf Zivilisten) oder eben Syrien (Mord am eigenen Volk).

            Aber, das ist mein eigentlicher Punkt, am Ende kommt es bei einer militärischen Intervention auf die Details an. Um zum Beispiel überhaupt in Syrien operativ tätig zu werden, wären wir etwa auf die Türken — bekämpfen die Kurden in Rojava — oder die USA — haben unter Trump gerade erst die blutverschmierten Samthandschuhe ausgezogen und die Rate ziviler Opfer deutlich erhöht — angewiesen.

          • Ah, aber du hattest “schwierige und fragwürdige Kompromisse” ja angemahnt. Nur die gibt es auf der anderen Seite deiner Alternative auch. Zum Beispiel: Mehr deutsche Waffen in die Region verkaufen, um die deutsche Rüstungsindustrie gesund zu halten.

    • 9. April 201720:24
      Stefan H.

      Man kann die Frage immer so weit einengen, dass man zum Schluss kommt: Nein, das ist kein neuer Hitler, also können wir die Hände pazifisch in den Schoß legen und jene anblaffen die es nicht tun.
      Aber immer dran denken: Das ganze Ausmaß des Holocaust kam auch erst nach dem Krieg ans Licht.

      • Sage ich ja, der Ansatz ist nicht instruktiv. Letztlich Effekthascherei.

        Übrigens würde ich nicht so ganz zustimmen: Sicherlich das volle Ausmaß wird im Prinzip heute noch erforscht, aber man wusste während des Krieges schon sehr viel, genug um Handlungsbedarf zu erkennen, siehe hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Auschwitz_bombing_debate Weshalb es auch die Einschätzung gibt, die Alliierten hätten angesichts ihrer Erkenntnisse viel zu wenig getan. Wir müssten ihre Handlungsbereitschaft also noch übertreffen.

        • 10. April 20179:55
          Stefan H.

          Aus dem Selbstverständnis Deutschlands auf keinen Fall einen zweiten Holocaust zuzulassen muss sich tatsächlich ein höherer Anspruch ergeben als nur auf unmittelbare militärische Bedrohung zu reagieren. Im Gegenteil müsste Deutschland sogar an der Seite der USA Weltpolizei spielen und in den Konflikt in Syrien militärisch eingreifen um den Krieg so schnell wie möglich zu beenden.
          Im übrigen finde ich es allgemein befremdlich das ein erschossener oder durch eine Explosion zerfetzter Zivilist International weniger Aufhebens erzeugt als ein durch Giftgas getöteter. Für den Betroffenen können alle Todesarten langsam, schmerzhaft und grausam ablaufen.

          • Naja, vielleicht als Weltpolizei eher die USA verhaften. Das mit der Weltpolizei ist ein reines Public Relations-Konstrukt. Es geht immer um Interessen. Deshalb gibt es so wenige Interventionen da, wo es nichts zu holen oder zu viel zu verlieren gibt. Und Syrien gehörte im Prinzip in diese Kategorie. Erst durch die Flüchtlinge hat sich wirklich etwas daran verändert.

  29. Muss mich den meisten Kommentaren hier anschließen: Euer Syrien-Slot war leider nicht gut, an einigen Stellen bin ich zusammengezuckt. Wenn ihr schon selbst sagt, dass ihr den Überbklck verloren habt, dann holt euch bitte ein oder zwei Experten zu dem Thema.

    • An welcher Stelle bist Du warum zusammengezuckt? Das bringt doch so niemandem etwas, wir lernen nichts und können auch nichts erklären oder korrigieren.

  30. Mich stört an der gegenwärtigen Darstellung des Giftgasangriffs in den meisten Medien nicht, dass man eine Zuschreibung der Tat zur syrischen Regierung als wahrscheinlich darstellt. Im Gegenteil die Regierungstruppen sind zweifellos Kandidaten für den Angriff, konkrete andere Parteien wurde bisher nicht als Verantwortliche präsentiert und selbst dem russischen Alternativszenario folgend waren die syrischen Luftstreitkräfte präsent, haben Angriffe geflogen und damit den Austritt des Gases sogar verursacht, eine Beteiligung also schon eingeräumt.

    Mich stören zwei Aspekte: Erstens, dass man den Regierungen durchgehen lässt, dass sie sich in der Frage der Zuschreibung vage halten und dennoch auf einem klaren Mandat gegen die syrische Regierung bestehen. Wenn man etwa der Einschätzung der deutschen Regierung zuhört, sagen sie letztlich nichts anderes als, die Syrer sind grundsätzlich verantwortlich und es ist am wahrscheinlichsten, dass sie hinter dem Angriff stehen. Nicht etwa, wir beziehen Gewissheit aus geheimen Beweisen, die nicht offengelegt werden können. Versteht mich nicht falsch, solchen Beweisen würde ich dann aus Prinzip misstrauen, aber zumindestens würden sie damit Gewissheit behaupten. Stattdessen scheint die Haltung vorzuherrschen, Assad hat es “eh verdient”, dann kann man auch die gegenwärtige Empörung nutzen, egal ob Strafmaßnahmen die richtigen treffen oder nicht. Und das sollten Journalisten nicht goutieren.

    Wichtiger aber der zweite Aspekt: Eine Verantwortung der syrischen Regierung für den Angriff wird als widerspruchsfreies, naheliegendes Handeln dargestellt. Das war nun wirklich die erste Frage, die ich mir gestellt habe, als ich diese Nachricht gehört habe: Warum sollte Assad so einen Angriff befehlen?

    Es dürfte offensichtlich sein, dass der Einsatz strategisch ein absoluter Fehler ist, galt übrigens auch schon 2013. Assads Hauptinteresse sich international als einziger verlässlicher Partner für die Stabilisierung von Syrien darzustellen, wird damit vollkommen unterminiert. Worin liegt überhaupt der militärische Nutzen von Giftgas in einem Bürgerkrieg? Es wäre sicherlich möglich durch massiven Anwendung mit Opfernzahlen, die in die Zehntausende gehen, eine solche Demoralisierung des Gegners zu erzielen, dass man eine Kapitulation erzwingt. Es erscheint allerdings unwahrscheinlich, dass ein solches Verbrechen ungeahndet bliebe, russische Verbündete hin oder her. Ein punktueller Einsatz um gezielt Widerstand zu brechen, zur Abschreckung oder zur Terrorisierung des Gegners ist sicherlich denkbar, birgt aber auch schon das Risiko einer internationalen Reaktion, siehe 2013 Ghuta, siehe den jetzigen Fall.

    Nun kann man an dieser Stelle anführen, dass der syrischen Regierung der systematische Einsatz von Giftgas nach 2013 bereits vorgeworfen wird. Allerdings handelt es sich um Chlor, das nicht unter das Kontrollregime der OPCW fällt, unter anderem da eine Deklarierung nicht praktikabel ist. Die Zuschreibung ist auch hier umstritten und spätestes im Fall von Chlor ist durch die hohe Verfügbarkeit eine Verwendung auch durch die Regierungsgegner plausibel. Aber gerade wenn man es für gesetzt hält, dass die syrische Regierung mit dem Einsatz von Chlor über Jahre davongekommen ist, soweit ich weiß auch mit Deckung eines Vetos von Russland und China im Sicherheitsrat, warum sollten sie diese Tatik jetzt ändern und auf Mittel, die größere Aufmerksamkeit erregen, setzen?

    Das Problem ist, die terrorisierende Wirkung von Giftgas, und wie ihr sagt, ein sonstiges militärisches Ziel des Einsatzes war nicht erkennbar, bekommt man nur, wenn sich der Einsatz herumspricht. Aber wenn sich der Einsatz herumspricht, riskiert man genau das, was jetzt passiert ist. Dass die syrische Regierung die Tat begangen hat, ist mit Blick auf ihre Interessen also durchaus nicht naheliegend. Selbst wenn der Einsatz nachweislich von ganz oben befohlen wurde, würde ich auf der Klärung der offenkundigen Widersprüche bestehen. Und die Würdigung dieses Umstandes fehlt mir in der Berichterstattung.

    Ich kann für diese Auslassung, für die unkritische Akzeptanz der Zuschreibung, allerdings eine Erklärung anbieten: Assad ist böse. Ein böser Mensch befiehlt einen Giftgasangriff, weil es eine böse Tat ist. Und böse Menschen tun Böses. Nicht dass man sich diesen Gedankengang vor Augen führt, aber unbewusst wirkt genau das, und darin sehe ich einen beklagenswerten Zustand der Kritik.

    Noch drei andere Punkte:

    Die Verwendung von Giftgas in Ghuta 2013 konnte soweit ich weiß nicht eindeutig der syrischen Regierung zugeordnet werden.

    Alle chemischen Waffen, die Syrien angegeben hat, wurden laut OPCW vollständig zerstört. Man kann nicht sagen, dass nichts geschehen ist. Ob die Bestände vollständig angegeben wurden, ist natürlich eine andere Frage.

    Dass mit dem syrischen Regime die Abgabe des Giftgasarsenals ausgehandelt wurde, war doch eine Reaktion auf die Überschreitung der roten Linie.

    • Die erste Frage sollte nicht lauten ‘War es Assad oder Mossad?’ sondern schlicht ‘Ist das Geschehen relevant?’. Und letzteres ist zu verneinen, sofern der Bezugsrahmen der Bürgerkrieg in Syrien ist. Ob und von wem in Syrien 80 Menschen durch Giftgas getötet werden neben den hunderttausenden, die anders ums Leben gekommen sind, wird nur vor dem Hintergrund der westlichen Bauchnabelschau zu einer bedeutsamen Frage. Nachdem man dem Wüten in Syrien jahrelang relativ unbeteiligt zugeschaut hat (womöglich mit Guten Gründen), fühlt sich man sich nun genötigt ‘Handlungsfähigkeit’ zu beweisen. Wegen ein paar Dutzend Toten, die man ansonsten als Kollateralschaden abhakt, sobald es mal die eigen Präzisionsbomben sind, die übers Ziel hinausschießen.

      Ernsthaft: Als wichtigster Aspekt an dieser ganzen Geschichte erscheint mir die Frage, was ‘unsere’ Medien für relevant halten und was nicht.

      • An dem Argument ist etwas dran. Aber die Ächtung von Chemiewaffen, um ihren Einsatz nicht zu normalisieren, ist eben ein Ziel der internationalen Gemeinschaft, weshalb das auch die rote Linie von Präsident Obama war. Andererseits da seit Jahren über den Einsatz von Chlor berichtet wird, stellt sich zumindestens die Frage, warum es hier plötzlich so eine Aufmerksamkeit und die entsprechenden Bilder gab.

        Ob und von wem in Syrien 80 Menschen durch Giftgas getötet werden neben den hunderttausenden, die anders ums Leben gekommen sind, wird nur vor dem Hintergrund der westlichen Bauchnabelschau zu einer bedeutsamen Frage.

        Naja, und für deren Familie, Freunde …

  31. Ich habe im Gefühl, dass uns die Generationenungleichheit in Europa noch lange beschäftigen wird. In Bezug auf Deutschland, zwei Zahlen aus dem aktuellen Buch von Alexander Hagelüken (“Das gespaltene Land”): Wer heute jünger als 50 ist, wird am Ende seines Berufslebens weniger verdient haben als die Generation zuvor. Und: Das Risiko für Singles unter 35, unter die Armutsschwelle zu rutschen, liegt in Deutschland bei 40 Prozent. Das ist ungefähr das gleiche Armutsrisiko wie bei alleinerziehenden Müttern. Gleichzeitig verteilen die Volksparteien in der Rentenpolitik großzügig zugunsten der Babyboomer um. Das geht nicht mehr lange gut. Da hilft der Blick ins Nachbarland, wo es andere Probleme mit ähnlicher Generationendynamik gibt: In Frankreich würden zwei von fünf Erstwähler für Marine Le Pen stimmen.

    http://www.zeit.de/campus/2017-04/youth-france-front-national-louis-chauvel-interview

  32. 9. April 201712:02
    Christian

    Da scheint eure frühere Entscheidung, das Syrien-Fass gar nicht erst aufzumachen, eine sehr weise gewesen zu sein. Ich will daran weder detailliert Lob oder Kritik üben, dafür erscheint mir (als halbwegs interessiertem Bürger) die Lage doch seit langem schon eine absolut unübersichtliche zu sein – und ich sehe tatsächlich, angesichts des kritischen und reflexiven Anspruchs an, sowie der Nicht-Linearität von Berichterstattung unserer Tage, auch keine Möglichkeit, in irgendeiner Form befriedigend über das Thema zu berichten. Vielleicht gibt es auch journalistisch keinen wirklich guten Weg bzw. keine erfolgversprechende Vorgehensweise mehr angesichts dieser absolut verfahrenen Situation.

    Eine marginale Korrektur: die Tomahawk-Marschflugkörper – 60 wurden abgefeuert, einer fiel ins Meer – wurden nicht, wie bei euch erwähnt, von einem Flugzeugträger abgefeuert, sondern von zwei Lenkwaffenzerstörern (die sicherlich Teil einer Flugzeugträgerkampfgruppe sind, aber so weit reichen meine Kenntnisse dann doch nicht): der USS Porter und der USS Ross.

    Quelle:
    https://www.washingtonpost.com/news/checkpoint/wp/2017/04/06/why-the-navys-tomahawk-missiles-are-the-most-likely-option-for-a-strike-in-syria-against-assad/

    Und noch ein allgemeiner Hinweis, für die weitere Landtags- und Bundestagswahl-Berichterstattung: wenn ihr Umfragewerte (wie z.B. die Sonntagsfrage) zitiert und über Koalitionsmöglichkeiten sprecht, dann vergesst bitte das Kleingedruckte nicht – je nach Stichprobengröße und Prozentwert unterscheiden sich die Konfidenzintervalle, also umgangssprachlich der mögliche Fehler der Anteilswerte.

    O-Ton der Forschungsgruppe Wahlen ist z.B.: “Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte” (http://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/Politbarometer/).

    Stark vereinfacht: wenn der Anteil der CDU in der gezogenen Stichprobe z.B. 35 Prozent ist, entspricht das also mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, Pi mal Daumen, einem bundesweiten Anteil von 35 +/- 3 Prozent, also 32 bis 38 Prozent. Wenn die SPD nun z.B. mit 32 Prozent (+/- 3 Prozentpunkten) gelistet wird, kann man – selbst wenn alles andere an der Umfrage nach allen Regel der Kunst gemacht wurde! – einfach nicht sicher sagen, welche der beiden Parteien nun stärkste Kraft werden wird.

    Das wäre erst möglich, wenn sich die Intervalle nicht mehr überlappten, die CDU also z.B. 40 Prozent bekäme, denn dann gälte:
    CDU 40 +/- 3 Prozent (Stichprobe) -> 37 bis 43 Prozent (alle Wähler_innen),
    SPD 32 +/- 3 Prozent (Stichprobe) -> 29 bis 35 Prozent (alle Wähler_innen).

    Achja: wenn eine Partei (unter den gegebenen Umständen) mit 6 Prozent gelistet wird, erfüllt sie (wiederum über den Daumen gepeilt) ebensosehr oder ebensowenig die 5-Prozent-Hürde wie eine Partei mit 4 Prozent dies tut. Und auch geringe Veränderungen innerhalb des Intervalls im Laufe der Zeit… nunja, da kann man viel spekulieren, wenn der Tag lang ist.

    Es liegt nun an mathematischen und recht harten empirischen Umständen, dass es “nach den Regeln der Kunst” nicht besser geht – und ist weder Absicht, noch geistige Trägheit der Forschenden. Und: ja, das macht Berichterstattung über Wahlforschung etwas zäher, komplizierter und sehr viel weniger knackig und plakativ – aber mehr geben solche Zahlen eben nicht her. Es ist ja schließlich auch kein Wunder, dass wir uns alle paar Jahre den enormen Aufwand dieser Wahlen machen :)

  33. 9. April 201713:17
    Christian1313

    Bin gerade erst bei den ersten beiden Themen (Syrien, USA-Rpovider).
    Inhaltlich will ich gar nicht genau drauf eingehen.

    […]

    Wir freuen uns über sachliche Kritik. Für Pöbeleien ist hier aber kein Platz. Bitte in Zukunft beachten. ^u

  34. Hallo,

    nachdem ihr bereits eine Nato-Propagandistin (zumindest hat sie den Eindruck vermittelt) eingeladen hattet, kommt jetzt ein wirklich niederschmetternd unerträglicher Syrien-Slot. Fragt doch mal Herrn Lüders an und sprecht mit ihm, gerne auch sehr kritisch. Wäre denke ich äußerst hörenswert und denke, dass er sich zur Verfügung stellen würde.

    LG

    • Ich finde auch so dieses und jenes unerträglich, aber das bringt die Debatte hier nicht weiter … was konkret passt Dir denn nicht? Dass wir die RT-Märchen nur zitieren, uns ihnen aber nicht anschließen?

      Wenn ich Kommentare wie diesen lese, fürchte ich, wir haben die Relevanzschwelle überschritten, ab der einen Putins Troll-Armeen beglücken.

      Wohlgemerkt: Wir haben überhaupt nichts gegen faktengestützte Kritik, ganz im Gegenteil, aber die findet sich in Deinem Kommentar gerade nicht.

      • Ulf, ich kann Dir wirklich nur beipflichten. Ich hoffe, Ihr greift das Themen in den nächsten Folgen nochmal ausführlich auf. Und ich hoffe, dass Ihr Euch von der vielen negativen Kritik nicht einschüchtern lasst. Ihr habt seit jeher schon bewiesen, dass Ihr souverän mit Kritik umgehen könnt. Und das heißt konkret auch: Ihr seid – anders als viele andere Menschen – bereit, offen Selbstkritik zu üben und Fehler einzugestehen. Dafür, liebe ich Euren Podcast! Auf der anderen Seite bleibt Ihr aber auch standhaft, wenn Ihr wirklich von einer Sache überzeugt seid.
        Trotzdem kann es ja sein, dass man auch irgendwann eine gewisse Selbstzensur betreibt, wenn die negative Kritik zu groß wird. Also beispielsweise, dass man ein Thema einfach nicht mehr aufgreift, weil einem die großen Kontroversen zu heikel sind. Aber genau damit hätte die russische Propaganda ja ihr Ziel erreicht. Gerade weil Russland bestrebt ist, Zweifel und Unsicherheiten zu verbreiten, ist es wichtig, dass ein Format wie Eures einen nüchternen Überblick über die Sachlage verschafft.

  35. 9. April 201719:42
    Alexander R.

    Es hat mich sehr gefreut, dass Ihre auf meinen Kommentar bzgl. “Bullen” eingegangen seid. Ich denke, es ist wirklich ein regionaler Unterschied. In Bayern ist der Umgang mit der Polizei sicherlich ein Anderer als in Berlin.

    Gratuliere zu 50 Lagen!

  36. Schade, die Lage hat eine gute Gelegenheit verstreichen lassen wider den Stachel zu löcken. Wir wissen nicht, ob Assad 2013 in Ghouta Giftgas eingesetzt hat, es deutet viel auf eine türkisch / islamistische Beteiligung hin. Hingegen wissen wir genau, dass die Rebellen ob moderat oder radikal, 50 mal Gas eingesetzt hat. https://www.nytimes.com/2016/11/21/world/middleeast/isis-chemical-weapons-syria-iraq-mosul.html?_r=0

    Ladet doch für die nächste Lage einmal Lüders ein, wäre ein schöner Kontrapunkt zur Transatlantikerin Tempel.

    Gruss.

  37. 10. April 20179:25
    Profiamateur

    In der Vergangenheit habe ich LdN eigentlich als ausgewogenes Medium geschätzt. Mit dieser Folge habt Ihr euch aber m.E. gewaltig in die Nesseln gesetzt:

    1. Zum Thema “es handelt sich um Sarin”
    Sarin ist ein Kontaktgift, das auch durch die Aufnahme über die Haut funktioniert. Somit hätte ein Großteil der Helfer, der die Betroffenen ohne Schutzanzug angefasst hat, ebenfalls sterben müssen.
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sarin

    2. Zum Thema der Verlässlichkeit von Anschuldigungen aus der Türkei
    Bereits 2014 sind Informationen geleakt, dass die Staatsführung der Türkei False Flag Operationen in Syrien (zum damaligen Zeitpunkt) geplant hat, um ein aktives Eingreifen in den Krieg zu rechtfertigen.
    Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Tuerkei-Verbot-der-Berichterstattung-ueber-False-Flag-Leak-3364555.html
    Könnte dies nicht auch in der Hinsicht kritisch hinterfragt werden, ob möglicherweise Sarin aus türkischen Militärbeständen für diesen Giftgasangriff verantwortlich war? Ich weiß es nicht. Genauso wenig, wie ich einen Giftgasangriff Syriens ausschließen kann. Dazu kommen m.E. glaubwürdige Anschuldigungen von Seymour Hersh, dem Journalisten, der Watergate aufgedeckt hat. Er beschuldigt die Türkei, hinter dem Giftgasangriff in Syrien in 2013 zu stecken-
    Quelle: https://www.lrb.co.uk/v36/n08/seymour-m-hersh/the-red-line-and-the-rat-line
    weitere Quelle: http://www.washingtonsblog.com/2014/04/nato-member-conducts-false-flag-terror-try-whip-war.html

    3. Glaubwürdigkeit von Anschuldigungen der USA:
    Hierzu nur mal eine kurze Auswahl von False Flag Operationen der USA, mit denen Kriege provoziert oder politische Umstürze realisiert werden sollten:
    – Aufstand in Tibet: https://de.wikipedia.org/wiki/Tenzin_Gyatso
    – Bombenanschläge in Italien: https://en.wikipedia.org/wiki/Strategy_of_tension
    – Putsch im Iran (einer von mehreren Versuchen, siehe dazu auch Iran Contra): http://www.nytimes.com/library/world/mideast/041600iran-cia-index.html
    – Schweinebucht: http://www.nytimes.com/library/world/mideast/041600iran-cia-index.html
    – Operation Northwood: http://nsarchive.gwu.edu/news/20010430/northwoods.pdf
    – Beschuldigung Iraks, für 9/11 verantwortlich zu sein: http://www.washingtonsblog.com/2012/10/5-hours-after-the-911-attacks-donald-rumsfeld-said-my-interest-is-to-hit-saddam-he-also-said-go-massive-sweep-it-all-up-things-related-and-not-and-at-2.html
    – 1. Golfkrieg und die Brutkastenlüge: https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge

    4. Cui Bono
    Gerade von einem Richter hätte ich erwartet, dass er sich mal die Frage nach dem Cui Bono stellt. Wer könnte durch den Giftgasangriff etwas gewinnen. Und was könnte Assad dadurch gewinnen, was er nicht mit konventionellen Waffen und russischer Unterstützung bekommen könnte.

    • Danke für die Hinweise.

      @Sarin: ja, Kontaktgift, aber leicht flüchtig und chemisch instabil, daher schon nach kürzester Zeit nicht mehr vorhanden. Steht im selben Artikel.

      @Türkei: klar, heikle Quelle, deswegen haben wir ausdrücklich erwähnt, woher wir diese Info haben. Hier aber m.E. plausibel wg. der Befunde an den Opfern.

      @USA: auch klar, dass die USA sich schon oft genug Desinformation verschiedenster Art geleistet haben.

      @cui bono: stimmt, darauf hätten wir noch eingehen sollen. Es gibt viele denkbare Vorteile für Assad, aber die Frage sollten wir noch einmal ausführlicher besprechen, die hatte ich mir nur bei der Vorbereitung der Sendung gestellt.

      • 10. April 201716:09
        Profiamateur

        Die Türkei ist nicht nur eine heikle Quelle, sondern das Land steht selbst im Verdacht, die ersten Giftgasangriffe in 2013 inszeniert zu haben. Dadurch bekommt es noch eine ganz andere Bedeutung. Die Türkei sind im Zusammenhang mit dem Syrienkrieg inzwischen schon mindestens 2 Mal mit False Flag Überlegungen oder Durchführungen aufgefallen. Neben dem oben erwähnten Giftgasangriff gab es auch ein Leak, nachdem die Türkei einen False Flag Angriff auf die Exklave am Grabmahl von Suleiman Schah durchführen wollte, um so einen Eingriff in den Krieg rechtfertigen zu können. http://derstandard.at/2000006585363/Ankaras-Vorposten-in-Syrien-unter-Druck

        Möglicherweise gibt es viel mehr Motive für Assad, den Giftgasangriff durchzuführen, als mir aufgefallen sind. Im Beitrag kommt bei 3:29 die Aussage “Damit stehen die Russen ziemlich alleine dar. Der Rest der Welt […] sieht eher das Assad Regime verantwortlich…” Hierdurch suggeriert Ihr eine Sicherheit der Aussage, die die aktuelle Faktenlage nicht ansatzweise hergibt.

        Das mit dem Sarin habe ich überlesen, danke für den Hinweis.

      • Es gibt viele denkbare Vorteile für Assad,

        Na, da bin ich mal gespannt auf die nächste Folge. Ich denke das Geschehen, wenn das syrische Militär verantwortlich ist, war nicht im Interesse von Assad. Was mir als Auflösung aber plausibel erscheinen würde, dass er seinen Militärapparat nicht voll unter Kontrolle hat. In einer Bürgerkriegssituation durchaus nicht untypisch.

        Ich sehe das übrigens als weiteres Problem in der Analyse. Ähnlich wie bei Putin gibt es bei Assad eine fragwürdige Vermutung über maximale Responsivität der untergeordneten Strukturen gegenüber der Führung. Autokratische Systeme mögen nicht pluralistisch sein. Das bedeutet aber nicht, dass sie uniform sind und die Macht tatsächlich nur bei der Führungsfigur konzentriert ist.

      • 11. April 201711:31
        Profiamateur

        @vieuxrenard: ich habe nochmal ein wenig zu Sarin recherchiert und gemerkt, dass man sich allein auf Wikipedia nicht unbedingt verlassen sollte. Laut OPCW dauert es einige Tage, bis die Gegend dekontaminiert ist, der Boden kann für Wochen kontaminiert bleiben.
        https://www.opcw.org/protection/types-of-chemical-agent/nerve-agents/
        Zur Info: Sarin wird hier mit der Abkürzung GB benannt.

        Vor dem Hintergrund sollte man die Annahme, dass es sich um Sarin handelt, vielleicht doch hinterfragen.

        • “Dekontaminiert” ist aber was anderes als “nicht mehr so krass verseucht, dass ein Journalist zwingend sofort tot zusammenbricht” … mit anderen Worten: Das mag sein, ist aber kein Argument gegen den Einsatz von Sarin im konkreten Fall.

        • Meinst du das hier?

          In general, we may assume that an area exposed to G-agents decontaminates itself within a few days. However, V-agents may remain on the ground for several weeks because of their greater stability with respect to water and their much lower volatility.

          Die Aussage im zweiten Satz zum Boden bezieht sich nicht auf die G-Gruppe (“G-agents”), zu der Sarin gehört. Und zum ersten Satz: Wenn du weiter oben schaust wird Sarin als “volatile” bezeichnet, während zum Beispiel bei Soman “moderately” und Cyclosarin “low” steht. Mit anderen Worten von der Gruppe zu der Sarin gehört, kann man annehmen, dass die stabilsten Verbindungen nach einigen Tagen verschwunden sind. Das ist aber keine Aussage über Sarin selbst. Soweit ich das nachgelesen habe, ist es sehr flüchtig.

  38. 10. April 201712:10
    Marco Herack

    da wir über herrn lüders vor allem wissen, dass er lügt, http://www.deutschlandfunk.de/giftgas-einsatz-in-syrien-duendar-distanziert-sich-von.2849.de.html?drn:news_id=731462 wundern mich die hiesigen kommentare doch sehr.

    lüders hat auch schon iS ostukraine gelogen. siehe die behauptung, dort würden 500 blackwater-söldner kämpfen.

    mfg
    mh

    • Für mich sehen die wenigen, aber extrem einseitig kritischen Kommentare hier und die ausschließliche Empfehlung des hochproblematischen Experten Lüders nach einer konzertierten Aktion einer Troll-Armee aus … zumal die meisten Kommentatoren früher noch nie hier kommentiert hatten. Fake News von RT & Co haben eben auch in D schon eine gewisse Verbreitung. Da müssen wir cool bleiben und Kurs halten.

      • 10. April 201712:58
        Marco Herack

        ja, danach sieht es aus. ist aber noch die harmlose variante. :D

        mfg
        mh

      • Immer eine Trollarmee am Werk zu vermuten, ist aber auch nicht unproblematisch. Ich vermute eher Michael Lüders Auftritt war Wasser auf die Mühlen derjenigen, die mit der Mainstreaminterpretation unzufrieden sind. Und Neukommentatoren schlagen auch immer dann auf, wenn man sich eine andere Haltung von euch erwartet hätte und jetzt dieser Enttäuschung darüber Ausdruck verleiht.

        • 10. April 201713:22
          Marco Herack

          @andré:

          die trolle sind ja gerne mal echte menschen, mit einer überzeugung. das ding ist halt.. lüders lügt und die neukommentatoren wollen ihn hören. knickt man da nun ein und verschafft dem lügner gehör oder setzt sich mit der thematik auseinander und stellt die fragezeichen da?

          ich denke letzteres ist sinnvoller und das sehe ich in der folge abgebildet. kann man mehr machen? sicher, immer. aber auch wenn es hier nur enttäuschte sein sollten… offensichtlich wollen die ja lediglich ihre meinung hören und nicht den fall an sich diskutieren…

          ansonsten steht diese meinung ja nun hier, im kontrast zur sendung. ich glaube, da wurde recht wenig moderiert.

          mfg
          mh

          • Ja, der Feld-, Wald- und Wiesentroll. Unter Trollarmee verstehe ich ein koordiniertes Vorgehen bis hin zu bezahlter Propaganda. Und Ulf vermutet ja eine “konzertierte Aktion”.

            Und da er Lüders bereits als “hochproblematisch” einschätzt, wäre es geradezu fahrlässig mit ihm ein Gespräch zu führen, wenn man sich selbst nicht auf dem Gebiet auskennt. Michael Lüders ist seiner Biographie nach ein wirklicher Nahostexperte. Anscheinend misstraut er der westlichen Selbstinszenierung und Propaganda. Das geht mir nicht anders. Scheint er sehr empfänglich für Gegennarrative, unter denen sich unverweigerlich auch Propaganda von anderer Seite findet? Den Eindruck hatte ich. Ob wir da aber schon bei Lügen sind oder nur bei mangelnder Sorgfalt, ist eben die Frage. Da würde ich mal seine Antwort auf die Kritik abwarten, wenn er sich denn dazu äußert.

            offensichtlich wollen die ja lediglich ihre meinung hören und nicht den fall an sich diskutieren…

            Ich denke es geht noch etwas tiefer. Man möchte durchaus das eigene Bauchgefühl fundiert wissen, bloß nichts was dem widerspricht. Und da Ulf und Philip selbst zugeben, dort zu wenig Einblick zu haben, besteht quasi die Hoffnung auf Bekehrung. :D

            • die trollarmeen sind meist “nur” verstärker. es gibt dann die bekannten verschwörungsseiten, die sachdienliche hinweise darauf liefern, wo man seiner meinung mal gehör verschaffen sollte. daher ist es mE schwierig das eine vom anderen zu trennen.. die übergänge sind fließend geworden.

              was lüders betrifft: mir ist nicht bekannt, dass er sich für aussagen zur ostukraine mal entschuldigt hat oder sie zurücknahm. es scheint mir eher so, dass es das in kauf nimmt und darüber eben auch seine bücher verkauft. ein geschäftsmann wie er im buche steht. er klappert auch immer brav alle reizworte ab, die ihn im entsprechenden spektrum positionieren.

              mfg
              mh

              • es gibt dann die bekannten verschwörungsseiten, die sachdienliche hinweise darauf liefern, wo man seiner meinung mal gehör verschaffen sollte.

                Hast du einen Beispiellink zu so einer Aufforderung? Würde ich mir ja gerne mal ansehen. Idealerweise nicht zum klicken, sonst haben sie kuechstud.io tatsächlich demnächst auf der Liste.

                • ein standardbeispiel ist die zusammenarbeit von propag andasc hau und publiku mskonfe renz. beides entsprechend suchmaschinbar.

                  bei ersterem ist man versucht es hetzblog zu nennen, auf dem zweiteres, mit einem versucht seriösem anstrich und teilw. ex-journalisten betrieben, immer wieder stattfindet und beworben wird. das ist eine art abgestuftes verfahren…

                  du kannst von dort aus weitergehen und feststellen, dass zweitere erst kürzlich ein neues portal, rub ikon news, in die welt gestellt haben (wird auch von ersteren beworben). ein blick in den beirat zeigt dann, wie erfolgreich man sich in den letzten jahren als glaubwürdige quelle für zumindest “den halben rand” positionieren konnte. es wird dann stück für stück “seriöser” und am ende stehen dann leute wie lüders, die bei lanz sitzen und von diesem explizit empfohlen werden.

                  das ist eine mischung aus direkten und indirekten netzwerken, die sich im internet durch meinung und äußern finden. was genau damit gemeint ist, ergibt sich vielleicht ohne genaue erklärung aus den jahreslisten bei ersteren. aufklärer des jahres.

                  mfg
                  mh

                  • p.s. zweitere sind eine verteilstelle für beschwerden ggü. den öffentlich-rechtlichen. wenn dort geblasen wird, stürmen die truppen per email und twitter los.

                  • Danke. Das Forum ist mir vor Jahren schonmal über den Weg gelaufen. Die haben glaube ich mal mit Kritik an der öffentlich-rechtlichen Ukraine-Berichterstattung angefangen, die durchaus berechtigt war. Die Strategie zu informieren und dann zu Kommentar, Beschwerde usw. aufzurufen ist legitim. (Typisch etwa im netzpolitischen Bereich.) Zumal das hier, wenn ich das richtig sehe offen geschieht.

                    Wenn man sich mehrschichtig aufstellt, um den Kern der eigenen Meinung zu verschleiern und nur die anschlussfähigen Anteile als Köder auszulegen, ist das schon etwas anderes. Ist eben die Frage, ob das im Fall von dem Forum und dem Blog so geschieht.

                    Nur letztlich unterscheiden sich diese Strukturen dann doch nicht wirklich von allen anderen Kommunikationsnetzen. Ich denke, indirekte Netzwerke bauen meistens auf Affinität auf, selten auf versteckten Verbindungen. Tatsächlich hatte ich eher sowas wie ein Maskulisten-Forum erwartet, wo man sich verabredet einen feministischen Blog plattzumachen.

                    Und das meine ich damit, dass es problematisch ist eine Trollarmee zu vermuten, wo sich vielleicht nur ein gutes altes Mem durch das Netz verbreitet, getragen etwa von einem allgemeinen Misstrauen gegen bestimmte Autoritäten. Meinethalben soll man an die Trollarmee denken, ich würde es halt nicht sagen. Denn am Ende kommt es auf die Qualität der Inhalte an, ob die jetzt ein “Profitroll” anliefert oder einfach jemand, der sich durch diese Meinungen angezogen fühlt und dann auf kategorisch begründete Ablehnung stößt. Wenn man natürlich eine konzertierte Aktion nachweisen kann: Immer her damit.

                    • enttäuschte erwartungshaltung ist nun aber auch nicht gerade eine form von evidenz. ;o)

                      mfg
                      mh

                    • Ich weiß nicht genau, was du meinst. Aber um es nochmal zu bekräftigen: Es wäre ganz nett, wenn man irgendwo nachvollziehen könnte, wie so eine Kampagne in einem durch Obskurität vermeintlich abgeschotteten Bereich koordiniert wird. Aber daraus, dass du da kein Beispiel hast, ziehe ich keinen Schluss.

                      Vielmehr: Wenn ich bei einem Politikblog ein Aufregerthema lese und dann massenhaft Menschen dem Aufruf nachkommen einen Abgeordneten anzurufen oder das Fefe-Botnetz einen Server plättet, dann sind das typische Ausprägungen von Viralität auch wenn es für den Betroffenen wie eine Trollarmee aussehen mag. Nun kann man sagen, wenn Leute durch bestimmte Netzpräsenzen mit Falschmeldungen desinformiert, aufgeputscht und losgeschickt werden, werden sie quasi zu Trollen umfunktioniert und missbraucht. Nur das wissen diejenigen ja nicht, wenn man ihnen dann sagt, du bist ein Troll, sagen die alles klar Lügenpresse. Dazu ist die Frage, ob diejenigen, die die Falschmeldungen verbreiten, diese selbst dafür halten. Jedes Nachrichtenmedium überträgt zu einem gewissen Anteil irgendwelche Propaganda, dem kann man sich gar nicht entziehen, insofern wird man auch immer Ansätze für Kritik finden. Wenn man nur genug kritische Geister idealerweise mit gewissen Ressentiments hat, braucht der russische Zahlmeister (etc. etc.) nicht mal das Portemonnaie öffnen. Also der Inhalt ist jedenfalls beim aufschlagenden Kommentator meines Erachtens das Entscheidende.

                    • was du suchst, ist eine smoking gun, wie man das so schön nennt. um die zu finden kannst du bücher über und interviews mit ehemaligen KGB und FSB-Agenten lesen. du kannst du dir studien reinziehen oder dich an die unten von mir verlinkten informationen wenden. es existieren erfahrungsberichte und ein wust an beispielen, die natürlich alle nur rein zufällig in eine richtung zeigen.

                      was du aber verlangst, ist das aufzeigen einer person, die aktiv dazu auffordert etwas zu tun. nun, ich überwache niemanden per video und da du mit deinen beispielen eigentlich den unterschied zwischen verstärkenden maßnahmen und aktiven maßnahmen von selbst verstehen müsstest, denn natürlich findet man sich durch affinität.. kann diese aber eben auch fördern, ist mir nicht so ganz klar was genau du eigentlich sagen möchtest.

                      ich finde es durchaus interessant, wie man 950 90%ter mit dem hinweis auf einen fehlenden 100%ter wegwischen möchte.. zumal in russland gar nicht abgestritten wird, dass die methoden eingesetzt werden.. die gehören dort zum lehrplan an den militär-unis. man streitet nur eben immer den einzelfall ab. :o)

                      mfg
                      mh

                    • Ich bezweifle nicht, dass Russland und andere Staaten diese Form von verdeckter Propaganda betreiben. Wie du sagst, geben sie das zum Teil zu.

                      Ich will auch nicht in Abrede stellen, dass solche lose verbundenen Internetpräsenzen wie die, die du genannt hast, möglicherweise als ein Reputabilitätsfilter für bestimmte Ideen oder Themen fungieren können. Ob sie intentional so gebaut und noch dazu etwa von Russland finanziert oder zumindestens organisiert werden, kann ich vom bloßen Draufschauen eben nicht sagen. Und selbst da gestehe ich dir zu, dass du das im Zweifelsfall besser einschätzen kannst, wenn du dich damit beschäftigst hast.

                      Schließlich habe ich nichts gegen Verschwörungstheorien. Denn Verschwörungen sind Teil des sozialen Gefüges. Nur weiß ich eben auch ein Kardinalfehler, den man machen kann, ist die Aktionen aller Leute, die man einem bestimmten Meinungsspektrum zuordnet als Teil einer Verschwörung zu betrachten. Ganz analog zu dem, was ich in einem Kommentar weiter oben über die “maximale Responsivität [..] untergeordnete[r] Strukturen” gesagt habe.

                      Insofern war meine Replik auf Ulfs Vermutung einer “konzertierten Aktion einer Troll-Armee” eine rein taktische Überlegung zum Umgang mit so einem Eindruck.

                      Hinter allem eine einzige Verschwörung zu sehen, ist eben ein bisschen so, wie wenn man an Gott glaubt.

      • Trollarmee? Also, ich lese normaler Weise nur die Kommentare hier, aber die “Berichterstattung” über den Syrienkonflikt hat mich so aufgeregt, dass ich nicht weiter hören konnte und trieb mich zu einem Kommentar. Ich denke mal es ging vielen Leuten so, deswegen auch die Menge an kritischen Kommentaren.
        Zur Popularität des Lüders-Kommentars bei Lanz hat bestimmt auch Fefe mit seinen Blogpost einen Beitrag geleistet, übrigens auch interessante Posts zum Thema Sarin
        http://blog.fefe.de/?ts=a6156656,
        http://blog.fefe.de/?ts=a6156791,
        lässt die ganze Sache ziemlich komplex aussehen.
        Ich denke eure innenpolitische Einschätzung der Lage ist bei Weiten kritischer und fundierter (klarer Weise) als die außenpolitische. Eben auch teilweise konträr zur MS-Berichterstattung, z.B. Thema Gesetzgebung, Verfassungsschutz usw.. Da wird die Aussage von De Maiziere oder Herrn Maas hinterfragt und mittels interessanter Hintergrundinfos diskutiert. Also, es wäre spannend eine andere Perspektive auch außenpolitisch einzubringen, um somit der „Kriegspropaganda“ und den “Kriegstreibern” (i.M. speziell in den USA
        https://www.youtube.com/watch?v=BR6e9CUMbwU
        http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-der-militaerschlag-gegen-syrien-krieg-geht-immer-kommentar-a-1142636.html ) etwas entgegen zu setzen.
        Das ist es was m.E. nach euren Podcast so wertvoll macht.
        Also, danke für eure Arbeit und (zum größten Teil) weiter so.

  39. 10. April 201713:08
    Marco Herack

    zum thema infokrieg erlaube ich mir mal einen hinweis auf meine einführungen zum thema:

    1. http://denktagebuch.de/2015/04/im-gespraech-mit-golineh-atai/

    2. http://foreigntimes.de/2017/01/12/foreign-times001-geopolitisches-hacking/

    für eine regelmäßige beobachtung empfiehlt sich zudem coda story

    3. https://codastory.com/disinformation-crisis

    wer das ganze etwas wissenschaftlicher mag, es gibt derweil ein “journal of infowar”. leider etwas teuer.

    4. https://www.jinfowar.com/

    generell gibt es in russsichen anrainerstaaten dazu ein recht umfangreiches research.

    mfg
    mh

  40. Russia Today veröffentlicht derweil Videomaterial aus der Umgebung der angegriffenen Shayrat Air Base: https://www.rt.com/news/384144-syria-village-tomahawks-strike-aftermath/

    Da wird gesagt einige der Tomahawks hätten die umliegenden Siedlungen getroffen. RT hatte ja schonmal berichtet, dass überhaupt nur 23 von den 59 Raketen ihre Ziele getroffen haben. Sind Cruise Missiles tatsächlich immer noch so unpräzise oder ist das unglaubwürdig?

    Die Videoaufnahmen der Schäden sind jetzt nicht sehr beeindruckend, waren sie aber bei der Luftwaffenbasis auch schon nicht. Man sollte sich das Ganze mal auf einer Karte anschauen, das namensgebende Shayrat ist vom Flugfeld tatsächlich nur einen halben Kilometer entfernt. Die Basis liegt zwischen mehreren solcher kleiner Siedlungen.

  41. Dieses Statement vom US-Verteidigungsminister klingt für mich aber auch wie eine astreine Kriegslüge:

    https://www.defense.gov/News/News-Releases/News-Release-View/Article/1146758/

    The assessment of the Department of Defense is that the strike resulted in the damage or destruction of fuel and ammunition sites, air defense capabilities, and 20 percent of Syria’s operational aircraft.

    Meinen sie das ernst? Was ich nach kurzem suchen gefunden habe, auf Shayrat soll die 50th Air Brigade stationiert sein. Ich weiß nur nicht, wie groß die ist. Man würde denken sie müssten < 59 Flugzeuge getroffen haben, wenn gleichzeitig andere Installationen zerstört wurden (deutlich darunter wenn wie Russia Today behauptet nur 23 Raketen tatsächlich Ziele getroffen haben). Bei 50 Flugzeugen wären sie bei etwas über 10% (die Luftwaffe soll unter 500 Flugzeugen haben). Ist also die Hälfte davon fluguntauglich?

    • Das hier ist von einer Firma, die Dienstleistungen rund um Satellitenbildauswertung verkauft. Sie wollten sich wohl mit einer Analyse des US-Angriffs profilieren. Ich weiß nicht wie verlässlich diese Analyse ist, da sie auf einem Vorher/Nachher-Vergleich beruht, ist es vermutlich einigermaßen korrekt: http://www.imagesatintl.com/us-strike-syria/

      Insgesamt werden 44 Angriffspunkte ausgemacht. Davon sind nur 15 verstärkte Unterstände für Flugzeuge, allerdings sind die wohl gepaart, nicht ganz klar ob alle. Sie sagen hier “13 double hardened aircraft shelters (HAS) got 23 hits”.

      Das stellt RTs Zahl von nur 23 Treffern in Frage, obwohl die Behauptung dennoch stimmen könnte, wenn die Flugzeuge aus den Unterständen herausgefahren wurden. Das wurde meines Erachtens auch berichtet und da die Russen glücklicherweise vorgewarnt wurden, wäre das vielleicht zu erwarten. Dann hätten die Raketen die Unterstände getroffen, aber nicht die Flugzeuge, was dann wiederum das russische Verteidungsministerium als verfehltes Ziel zählen konnte. Eine Analyse bezüglich etwaig getroffener umliegender Siedlungen hat diese Firma nicht angestellt.

      Gut gehen wir davon 15 Unterstände bedeutet 30 Flugzeuge und alle wurden auch tatsächlich getroffen. Laut Wikipedia-Artikel zur Syrian Arab Air Force hat sie 461 Flugzeuge (witzigerweise ist der Artikel in diesem Moment vandalisiert und Zahl auf 100 heruntergesetzt worden, aber das entspricht nicht der angegeben Quelle). 30 von 461 wären 6.5% von allen Flugzeugen. Das sind nur dann 20% der einsatzfähigen Flugzeuge, wenn 2/3 der Flotte es momentan nicht sind. Und das nimmt an, dass an dem Standort nur einsatzfähige Flugzeuge vorhanden sind, was man bei 2/3 Ausfall nicht erwarten würde.

      Obwohl sich Ausfälle während Dauerbelastungen wie in Kriegseinsätzen schnell häufen, habe ich doch das Gefühl, das mein erster Eindruck einer durchschnittlichen Kriegslüge sich hier bestätigt. Freilich eine kosmetische Lüge, um besser dazustehen, und ziemlich harmlos im Vergleich zu einer möglichen Lüge über einen Giftgaseinsatz.

  42. Hallo Ulf und Philip,

    herzlichen Glückwunsch zur 50. Folge!

    Wäre es sinnvoll, die Einnahmen, die mit der Lage in Verbindung stehen (Amazon etc.), transparent aufzuschlüsseln?

    Folgenden Lage-Brauch könnte ich mir vorstellen: Sobald von Leuten wie Trump, Assad oder Erdoğan gesprochen wird, sollte zumindest eine positive Eigenschaft genannt werden. Das wäre ein Ansatz zur Ausgewogenheit und ein Beitrag zur Differenzierung – gegen eine (pauschale) Dämonisierung.

    Vielen Dank und (ansonsten) weiter so!

  43. Hier noch ein – wie ich finde – gut recherchierter Artikel bei Spiegel Online, der einen ausgezeichneten Überblick über den Giftgasangriff in Syrien verschafft. Er erklärt, was bisher feststeht und geht auch ausführlich auf die Verschwörungstheorien im Netz (und da auch explizit auf die Verbindnungen zwischen den einzelnen Websites) und auf die Behauptungen von Lüders ein.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-die-indizien-die-verschwoerungstheorien-die-fakten-zum-giftgasangriff-a-1143009.html

    • Ja, man sieht die Schwäche der russischen Gegendarstellung scheint schon in der Zeitleiste der Ereignisse zu liegen. Wenn ich das richtig sehe, wurde unstrittig vor dem Angriffszeitpunkt, den die Russen angeben, über Giftgas berichtet. Wenn man so einen Angriff inszenieren wollte, würde man das ja nicht tun, bevor die syrischen Flugzeuge auftauchen.

    • 12. April 201722:04
      Dave Bowman

      Vorsicht: Einer der Autoren ist Christoph Sydow. Der lügt dir das Blaue vom Himmel herunter, um seine Agenda durchzuziehen.

      Beispiel gefällig?
      https://youtu.be/UnVuNHejKVs

      • Anscheinend erwartest du, dass man die “Lügen” von Christoph Sydow anhand seines eigenen Videos unweigerlich erkennt? Ich wäre jetzt eher geneigt, die Aussagen dieser Frau Bartlett für fehlgeleitet bis bewusst irreführend zu halten. :D

  44. “So versuchte die russische Propaganda, die Stimmung in Deutschland nach dem Syrien-Angriff zu vergiften”

    http://www.huffingtonpost.de/2017/04/10/russische-propaganda_n_15913900.html?utm_hp_ref=germany

    Ich bin von der Effizienz der russischen Propaganda immer wieder auf’s neue fasziniert.

  45. Ich will die neuste Folge von Intercepted empfehlen “The Emperor’s New Cruise Missiles”: https://theintercept.com/2017/04/12/intercepted-podcast-the-emperors-new-cruise-missiles/

    Man wird feststellen, dass Jeremy Scahill die Schuldfrage offen lässt. Tatsächlich kommt in der ersten halben Stunde mit Dennis Kucinich jemand zu Wort, der sowohl für Bashar al-Assad durchaus eingenommen ist, als auch nicht an die Schuld der syrischen Regierung an dem Giftgaseinsatz glaubt. Ehrlich gesagt nicht der effektivste Fürsprecher dieser Seite. Dieses Vorgehen muss man auch im Kontext des Diskurses in den USA verstehen: Die Mainstream-Medien und die meisten politischen Akteure haben sich nicht nur unkritisch sondern durchweg zustimmend bis lobpreisend für den Vergeltungsschlag, den Donald Trump angeordnet hat, geäußert. Während abweichende Meinungen stark sanktioniert wurden und solche Überlegungen wie die vermutliche Verfassungswidrigkeit des Angriffs aufgrund fehlender Autorisierung durch den Kongress völlig unter den Tisch fielen.

    Was mir allerdings besonders auffällt: Scahill geht in dieser Intercepted-Folge exakt meine beiden Kritikpunkte an der Medienberichterstattung an. Also sich kritisch äußern gegenüber einer unzureichenden Darlegung wie die Regierung zu dem Schluss kommt, Assads Militär sei verantwortlich, und einem Verzicht auf eine tiefere Untersuchung bevor gehandelt wird. Und die Frage, ob es Sinn ergibt, dass Assad den Einsatz von Giftgas befohlen hat. Eins-plus mit Sternchen für Intercepted also aus meiner Warte.

    Die Frage wird im zweiten Segment besprochen. Die Überlegungen überzeugen mich nicht alle. Insbesondere die Idee, dass Assad einen Keil zwischen Russen und US-Amerikaner treiben wollte, damit sie nicht zu einer Einigung kommen, die ihn ausschließt. Dass er als Juniorpartner im Bündnis die Russen in eine solche unkomfortable Lage manövriert und sich als Ergebnis davon fester im Sattel wähnt, scheint mir eher abwägig. Aber es wird auch die Frage angesprochen, wie total die Kontrolle Assads über seinen Machtapparat tatsächlich ist. Das hatte ich wiederum auch angedacht.

    Das letzte Segment ist ebenfalls sehr interessant. Hier kommt ein Kanadier syrischer Herkunft zu Wort, der im letzten Jahrzehnt mit dem extraordinary rendition-Programm des CIA nach Syrien verschleppt und dort gefoltert wurde. Eine ungewöhnliche Perspektive, um die bemüht sich Intercepted ja immer wieder.

    • 13. April 20179:51
      Montezuma

      Ja die Folge ist sehr aufschlussreich. Die machen wirklich eine herausragende Arbeit derzeit, auch mit The Intercept. Da kann man den Fernseher abschalten.

  46. Sehr schön, wieder mal. Danke sehr.
    Eine Anmerkung zum Thema “Respekt für Politiker”: in meinen Augen ist es etwas ungerecht und, ehrlich gesagt, arrogant zu unterstellen, diese Ablehnung beruhe im wesentlichen darauf, dass keiner mehr Kompromisse und langwierige Prozesse mehr akzeptiere. Das infantilisiert die Menschen.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich selbst Hybris, Inkompetenz und Faulheit tolerieren könnte, normale menschliche Fehler ohnehin, wenn es ein grundsätzliches Gefühl gäbe, dass immer und jederzeit im Interesse der Gesellschaft gehandelt würde.

    Das Beispiel mit der Störerhaftung beschreibt ja schon ganz gut das Gegenteil. Und wenn es um Dinge wie Sozial-, Gesundheits oder Sicherheitspolitik geht, sind die Auswirkungen ja noch viel extremer.

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