LdN047 Wahl in Holland, Merkel bei Trump, Gesetz gegen Hate-Speech, Kopftuch-Urteil

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| 102 Kommentare

Liebe Freunde!

Wir haben diese Woche einen Gast im Kuechenstud.io: Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift Internationale Politik, herausgegeben von der Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Wir sprechen über die Wahlen in Holland und die Folgen für Populismus in Europa, Merkel besucht Trump und Heiko Maas legt ein mieses Gesetz gegen Hate-Speech vor. Zum Schluss – ohne Sylke – sprechen wir noch über das Kopftuch-Urteil des Europäischen Gerichtshofs.

Wahl in Holland

Erdogan in Deutschland

Trump


Gesetz gegen Hate Speech

Kopftuch-Urteil


Verabschiedung

102 Kommentare

  1. Zur Einordnung von und den teils impliziten Anschuldigungen gegenüber Snowden gab es vor kurzem einen spannenden Podcast von einem ehemaligen hochrangigen Mitarbeiter der Obama-Administration. https://www.youtube.com/watch?v=BBnXD28gBqw Ich finde das auch eine gute Möglichkeit, sich nochmal ein wenig differenziertere Gedanken über den Gast Glenn Greenwald und seine Haltungen und Argumentationen zu machen, ich hab da bei den Aussagen von Frau Tempel doch ziemlich gestutzt.

    • +1
      Sylke Tempel hat einen guten Eindruck gemacht. War zunächst erfreut über ihre klare Linie und gute Sachkenntnis. Aber bei ihrem Kommentar zu Greenwald / Snowden bin ich sehr stutzig geworden. Ich weiß nicht, welche technische Expertise Frau Tempel hat, aber bisher scheinen mir die Aussagen von Herrn Snowden äußerst Glaubhaft. Gerade Snowdens Aussagen in der letzten Intercepted Folge “Snowden vs Trump:
      https://theintercept.com/2017/03/15/intercepted-podcast-snowden-vs-trump/

      Snowden berichtet über die verdachts-unabhängige, gesetzeswidrige Überwachung durch Geheimdienste weltweit. Nicht nur NSA, der BND bückt sich ja auch ganz schön tief, um fließig Daten illegal durchzuleiten. An diesen Aussagen habe ich bisher keinen Grund auch nur ein klein wenig zu Zweifeln. Glenn Greenwald hat auch bisher konsistente Brichte abgeliefert.

      Warum werden beide Diskreditiert?

      Frau Tempel spricht davon, dass Snowden nun schon 2 Jahre raus ist, aus dem Betrieb und führt dies als Beleg an, dass Snowden nichts über aktuelle Vorgänge wisse.

      Mir ist die Logik dieses Arguments völlig schleierhaft. Snowden berichtet weiter über die Massenüberwachung. Und wenn diese statt findet, hat der olle Trump am Ende gar nicht so unrecht, dass seine Campaign abgehört wurde. Aber auf diese Frage läßt sich Frau Tempel nicht ein. Seltsam.

      Das Trump Irre ist, steht außer Frage und dass die Beschuldigung Obama hätte das angeordnet, absurd ist ebenfalls.

      Dennoch griff mir an dieser sehr wichtigen Stelle die Debatte zu kurz. Und warum eben Greenwald / Snowden diskreditiert werden auf diese massive und eigentümliche weise, hat mich stark irritiert.

      Vielleicht könnten ihr darauf in der nächsten Sendung nochmal eingehen? Auch auf die Frage wie das mit Demokratie und Vollüberwachung durch Geheimdienste so gehen soll. Oder ist das in Politologenkreisen einfach hingenommen? Geheimdienste hören halt voll ab. Cool. Wenn es ein anderer macht ist es aber eine massive Straftat? Die Logik will einfach nicht in meinen Kopf.

      • Mein erster Eindruck von Frau Tempel war auch gut. Aber nach einer Dreiviertel Stunde hören kommt mir einfach zu wenig neues, intelligentes, komplexes. Nix, was ich nicht schon gehört habe oder mir selber ausdenken kann. Ihre klare, wenig selbstkritische Linie klingt zu sehr nach Medien 2016.

    • 20. März 20179:00
      Christian1313

      Ich fand ihren Kommentar zu Snowden sehr gut.

      Jemand der seit zwei Jahren weg vom Schuss ist, noch über aktuelle Themen zu befragen ist sinnlos.
      Er könnte allenfalls auskunft geben, wie es damals gemacht worden wäre usw.

      • Das mag bei Details stimmen, jedoch geht es hier um generelle Konzepte, die zeitlos sind. Und gerade was diese generelle Funktionsweise solcher Techniken angeht ist und bleibt er Experte. Zumal ich denke, dass jeder der grob Ahnung von der Materie hat ihm da zustimmen dürfte.

        Fand Frau Tempel sonst sehr gut, aber bei dem Teil lag sie leider komplett falsch.

    • Ich fand den Kommentar von Frau Tempel zu Snowden/Greenwald sehr gut.

      Zu empfehlen wäre der etwas ältere Artikel, der den Snowden/Greenberg/Assange Mythos in einem etwas anderen Licht erscheinen lässt.

      Snowden, Greenwald, and Assange hardly subscribe to identical beliefs, and differ in their levels of sophistication. They have held, at one time or another, a crazy-quilt assortment of views, some of them blatantly contradictory. But from an incoherent swirl of ideas, a common outlook emerges. The outlook is neither a clear-cut doctrine nor a philosophy, but something closer to a political impulse that might be described, to borrow from the historian Richard Hofstadter, as paranoid libertarianism. Where liberals, let alone right-wingers, have portrayed the leakers as truth-telling comrades intent on protecting the state and the Constitution from authoritarian malefactors, that’s hardly their goal. In fact, the leakers despise the modern liberal state, and they want to wound it.

      https://newrepublic.com/article/116253/edward-snowden-glenn-greenwald-julian-assange-what-they-believe

      • “Besonders nahe steht Wilentz der Familie Clinton. So sagte er 1998 im House Judiciary Committee bei den Anhörungen um das Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton zu dessen Gunsten aus. 2008 schaltete er sich als Fürsprecher Hillary Clintons in den innerparteilichen Kampf um die Präsidentschaftskandidatur ein und wetterte unter anderem in Beiträgen in Newsweek und der Huffington Post gegen die Kampagne ihres Konkurrenten Barack Obama.” -Wikipedia

        Natürlich ist er gegen Whistleblower…

      • Ich finde es unredlich Assange und Snowden in einem Atemzug zu nennen. Assange fährt eine Kampagne gegen die USA und hält nur sehr wenig von diesem Land. Snowden hingegen hat sich wegen seines Gewissens gegen eine Karriere bei der NSA entschieden. NSA-Mitarbeiter konnten Trump abhören, genau wie jeden anderen Bürger in den USA. Obama hatte natürlich Besseres zutun als diese Überwachung anzuordnen. Aber er hätte sie auch nicht verhindern können.

  2. Also diese Folge muss ich dann wohl leider als euren vorläufigen Tiefpunkt bezeichnen. Dieses neoliberal-atlantische Geschwurbel von Frau Tempel fast die ganze Zeit durchweg unkritisch dastehen zu lassen – das hatte ich von euch nicht erwartet.

    Die Äußerung in der vergangenen Folge, dass Merkel eine “große Europäerin” ist, fand ich ja schon schräg genug. Wie äußert sich das? Was muss man dafür machen? Reicht die kritiklose Unterstützung der Regierung Orban in Ungarn? Die neoliberale Rosskur in Griechenland politisch zu verantworten? Das Austeritätsdiktat für Südeuropa? Das Nicht-Kritisieren der Regierungskoalition in Lettland an der Faschisten beteiligt sind? Was qualifiziert jemanden dazu, ein “großer Europäer” zu sein? Aber diese Folge war nochmal eine deutliche Kurve nach unten.

    Bezeichnend, dass euer Gast den neoliberalen Banker Macron als frische Alternative preist, schließlich will er eine Art ‘Agenda 2010’ – und wie wir wissen hilft genug von der falschen Medizin irgendwann ja bestimmt. Wäre mal interessant, wenn ihr in einer der nächsten Folgen das Programm von Macron thematisieren würdet:

    http://www.lemonde.fr/election-presidentielle-2017/article/2017/03/02/education-chomage-retraite-securite-les-principaux-points-du-programme-de-macron_5088187_4854003.html

    Ich sage nur Abbau von 120.000 Stellen im öffentlichen Dienst, Befreiung der Unternehmen von Lohnzusatzleistungen, Senkung der Unternehmenssteuern, Einführung von Repressionsmechanismen gegenüber Erwerbslosen (bei Ablehnung von Arbeitsangeboten), Erhöhung des Verteidigungsetat auf 2 Prozent des BIP und Erhöhung der Kapazität der Gefängnisse. Ein tolles Programm hat der Mann da!

    Als Sylke Tempel (übrigens ehemalige Gastautorin von ‘Die Achse des Guten’) den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Mattis, den Öloligarchen Tillerson und den “Christian Supremacist” Pence als die “Erwachsenen” in der Trump-Regierung darstellte, wurde mir fast schlecht.

    Selbstverständlich hat Tempel auch noch zwei Mal gegen die Linke ausgeteilt, auch wenn das nicht das Thema war. Da sieht man mal, was bei den bürgerlichen Neoliberalen die wahre Angst ist.

    Bei Snowden und Greenwald habt ihr wenigstens etwas Contra gegeben. Das war schon gut – aber leider zu wenig für diese unterirdische Folge.

    • Sehr guter Kommentar. Ich kann mich dem nur anschließen.

    • Zustimmung.

    • Also ich finde ja die Frau hat vielfacher hinsicht jede menge Fragen beantwortet.

    • 18. März 201717:32
      Tim Birnbaum

      ..dann möchte ich noch hinzufügen, das diese Frau (wie ich auch z. T) einen jüdischen Background hat, (allerdings habe ich nicht Judaisrik studiert) und sich deswegen bishin für Zensur und verschärfte Sicherheitsgesetze einsetzt – weil Sie mit Leuten zu tun hat die(historische)Angst haben und allen anderen deswegen meinen, also auch ihren nicht Feinden in die Freiheit Eingreifen zu dürfen/müssen. Wer nicht für uns ist ist gegen uns ” Die Achse des Guten” Warum haben solche Leute Einfluss Geld+Schuld?

      • Was hat der Background der Frau mit ihren Ansichten zu tun? Mit so etwas schürt man doch nur Ressentiments. Weg von der Person und hin zu ihren Argumenten.

      • Was hat der Background der Frau mit ihren Ansichten zu tun? Also was hat ihre Mitgliedschaft in der “Atlantikbrücke – Ihr Backround damit zu tun, das sie außenpolitisch atlantisch orientiert ist und für Solidarität mit Israel plädiert? Warum mag sie eigentlich nicht Herrn Snowden? Ach ist doch zu kompliziert

    • Zustimmung. Gegenthese: Wenn man in Frankreich jetzt eine Agenda 2010 nachholt, die traditionell noch viel stärkeren Gewerkschaften als in Deutschland entmachtet, Minijobs und unsichere Beschäftigung und Entwurzelung an den Arbeitsmärkten vorantreibt, Löhne drückt etc pp – DANN hat Marine Le Pen gewonnen. Denn im Gegensatz zur AfD ist der Front National in der Sozialpolitik nicht neoliberal aufgestellt, sondern verspricht eben das was den Franzosen in der Agenda genommen würde. Und das, wo die Situation in den Bonlieus heute schon fatal ist.

    • Hier möchte ich gerne komplett zustimmen. Ich sehe die Agenda 2010 als historischen Tiefpunkt der SPD und ganz Deutschlands. Durch das Schaffen einer perspektivlosen, armen Bevölkerungsschicht mit Hartz 4 hat man in Deutschland erst die AFD stark gemacht. Meine Angst ist, dass neoliberale Politik irgendwann zu so viel sozialem Sprengstoff führt, dass die politische Situation noch schlimmer wird, als sie heute schon ist.

      Dass durch Automatisierung und “künstliche Intelligenz” Arbeitsplätze wegfallen werden, ist unvermeidbar, aber hier muss eine Regierung durch gute Sozialleistungen und Weiterbildungsmöglichkeiten, Umschulungen, Zweitstudium kostenfrei und ähnliche Dinge gegensteuern. Was vom Arbeitsamt / Jobcenter im Moment da geboten wird in diesem Bereich ist lächerlich.

      Frau Tempel vertritt hier sehr gefährliche, neoliberale Ansichten in eurer Folge und ich finde es sehr schade, dass ihr da nicht in eine Diskussion eingestiegen seid.

    • Bin der gleichen Meinung. Ich finde es gut wenn mal andere Positionen zu Wort kommen, aber Frau Tempel und Ihren neoliberalen Thesen so unkritisch eine Plattform zu bieten ist m.M. nicht gut. Ich fand Ihre Positionen zum Teil oberflächlich und einseitig. Da hätte ich gern mehr Diskussion gehabt. Die Agenda 2010 ein Erfolg? Für wen? Die Industrie? Auch wenn ich den Podcast gerne höre, um meine eigene Blase zu durchbrechen, einen neoliberalen Kuschelpodcast über Politik brauche ich nicht.

  3. 18. März 20176:39
    Tim Birnbaum

    was macht die nochmal als Beruf? [redigiert, Philip] habe fast keinen Talk ohne Sie gesehen. Sie macht doch Establischment PR und nicht Berichterstattung für gewöhnliche Leser. Wenn man solche Leute gewähren lässt bekommt man so ein Lonnysystem wie in den ISS und wer das meiste Geld kann Wahlen kaufen

    • 18. März 201713:34
      Tim Birnbaum

      warum redigierst Du, das Sie in der Atlantikbrücke ist? Und bei Wolfsohn studiert hat?

      • 18. März 201717:17
        Tim Birnbaum

        Laut Wikipedia ist Sie sogar dessen “Wissenschaftliche” Mitarbeiterin gewesen. Wolfsohn setzt sich sehr stark für Israel unktitische Politik auch im Zusammenhang mit Terrorbekämpfung und Metadaten ein insbesondere beim NSA Skandal ist er mir unangenehm aufgefallen. Jeder kann in soll seine Meinung frei
        äußern. Aber man sollte als Journalist auch dazusagen, welche Färbung oder Lobby jemand vertritt, hier wird das von Dir sogar (euphemisch) wegredigiert. In den USA wäre mit Sicherheit jemand, wie Tempel als AIPAC nah vorgegellt worden. Aber hier ist sich in ARD ZDF illner, Maischberger, Will, Hart aber Fair Lanz und phönixrunden und jetzt noch bei Euch, ohne das mal ihr Atlantikbrückenhintergrund kritisch beleuchtet wird. Wenn dann Ulf auch mal die andere Seite von Maas Maßstab für Internetinthaltskontrolle beleuchtet, ist sie sofort weg – weil die komplette Stunde hat sie ja nicht Zeit? Vielleicht sollte man sich auch mal, warum das (Entwurf)Gesetz so schlecht ist mit der Hypothese nähern, das es aufgrund von Lobbyismus von Internationalen/Nationalen Politikberatungen und deren Druck zu sowas kommt. Es kollidiert der Wunsch von Minderheitslobbys Hetze durch löschen zu unterbinden mit dem Berechtigten Interesse von Geschädigten Antragsdelikte gegen die eigene Person strafzuverfolgen wegen “overblocking”. Am Ende setzt sich dann das eher demokratiefindlichere parternalistische mehr löschen gegenüber dem freien,liberaleren Ideen von Gesellschaft durch?

      • Was auch immer der Hintergrund einer Person ist, warum sich damit auseinandersetzten nicht mit den Argument die sie gebracht hat?
        Argumentum ad hominem ist und bleibt sehr, sehr schlechter Diskussionstil.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem

  4. Zum Handshake:
    Ich sehe viel mehr den Konflik zwischen Trump und den Presseleuten – als zwischen Merkel und Trump – da die Aufforderung zum Handshake von der Presse ausging.
    Vielleicht hätte sich Trump anders entschieden, wenn Merkel den Wunsch zum Handshake selbst geäußert hätte.

    https://www.youtube.com/watch?v=uLfukuEutIU

  5. 18. März 201712:04
    Bruce Mangee

    Ich hab aufgehört zuzuhören, als euer Gast ungestört von Wettbewerbsfähigkeit und Agenda 2010 IN DEN NIEDERLANDEN faseln durfte. Ich bin da leider makronom.de geschädigt und reagiere auf unkommentiert neoliberale Missionierungsversuche allergisch.

    Ok, dachte ich mir, springe einfach zum nächsten Kapitel …. und zum nächsten … noch eins weiter … die Frau wurde ich nicht los. So schnell war noch nie eine ‘Lage der Nation’ vorbei.

    Interessant, dass euer Gast bei mir dieselbe ‘allergische Reaktion’ ausgelöst habt, wie es sonst nur die Tagesthemen können.
    Wenn ihr das nächste mal wieder einen Gast der neoliberalen Glaubensgemeinschaft mit Missionierungsdrang einladet, einfach Vorwarnen ….

    • Traurig wie aggresiv mancher reagiert, wenn an der eigenen Filterblase auch nur gekratzt wird.
      Ich für meinen Teil bin politisch sicher nicht auf einer Linie mit den Podcastenden und trotzdem höre ich mir den Podcast gerne an, weil er fundierte Ansichten bringt. Und freue mich besonders wenn sich getraut wird auch mal andere Perspektiven zu öffnen, auch auf das Risiko hin Zuhörer in ihrer Filterblase zu stören.

  6. Wie schwierig es ist Inhalte aus sozialen Netzwerken löschen zu lassen ist letzten Samstag wieder klar geworden:

    Hertha Spieler Marvin Plattenhardt posiert nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund im VIP Bereich mit einer ihm unbekannten Person. Kurz darauf postet die Berliner AFD Fraktion dieses Bild auf Twitter. Umgehend fordert Plattenhardt via Twitter die Löschung des Fotos. Die AFD verweigert sich und kündigt stattdessen an am Montag Kontakt zu Hertha BSC aufzunehmen (warum auch immer?). Am Montag beantragt der Verein dann eine einstweilige Verfügung, die dazu führt, dass die AFD erst am Donnerstag dazu gezwungen ist das Foto zu löschen. Somit war das Foto für ganze fünf Tage(!!!!) im Netz wobei der Fall doch klar ist und jedem einleuchten sollte, dass ein öffentlich gepostetes Foto von einem zu löschen ist, wenn man das denn wünscht.

    Dass die AFD sich nun diskriminiert sieht nun in Person von Fraktionssprecher Ronald Gläser mit einer Gegenklage droht, setzt dem ganzen noch mal die Krone auf.

    • Hi Felix,

      mir durch deine Schilderung nicht klar, zu welchem Zweck das Foto geschossen und von der AfD veröffentlicht wurde. Es scheint mir aber kein besonders gutes Beispiel für die Löschproblematik zu sein, da sich, wenn ich es richtig verstehe, der Hertha-Spieler bewusst auf ein Foto mit der ihm unbekannten Person eingelassen hat. Es kommt jetzt sicher sehr auf den Kontext des AfD-Tweets an, aber wenn er (als prominente Person) dem Foto zustimmt, muss er erstmal davon ausgehen, dass es im Internet veröffentlicht wird.

      Hast du einen Link zu einem Artikel oder so, der den Fall behandelt?

    • 21. März 201722:37
      Averell Dalton

      Fünf Tage ist doch ziemlich schnell(!!!!!). Ich finde der Fall Plattenhardt zeigt , dass die sozialen Netzwerke eben keine “rechtsfreien Räume sind”, sondern man seine Rechte sehr wohl schnell und effektiv durchsetzen kann.

  7. 18. März 201713:29
    Wurzelbier

    Ganz kleine Korrektur: es war die Rede von Prozentpunkten, es handelte sich aber um die Anzahl der Sitze. Wilders hat also nur 13 % bekommen, nicht 20 usw.

  8. Hallo,
    ich muss leider eine kleine Korrektur über die Wahl der Niederlande, weil sonst wieder ein falsches Bild ensteht.

    VVD 21,3% (und nicht 30%, Sie haben 30 Sitze im Parlament gewonnen)
    PVV 13,1% (und nicht 20%, Sie haben 20 Sitze im Parlament gewonnen)
    CDA 12,5%
    D66 12,0%
    SP 9,2%
    GL 8,9%
    PvdA 5,7%
    CU 3,4%
    PvdD 3,1%

    Somit ist das Bild, Niederlange hat deutlich rechts gewählt als in Rest Europa, falsch. Das ist das gefährliche, wenn man Zahlen falsch wiedergibt. Fehler passieren und ich mag Euren Podcast.
    Grüße Rwerter

    • sorry, wir hatten die Zahlen von ZEIT online … für einen Korrespondenten in den Niederlanden reicht es leider noch nicht ;)

      • Hi Ulf,

        heißt das, bei ZEIT Online standen falsche Angaben, oder heißt es, dass ihr die Zahlen falsch übernommen habt?

        Meiner Meinung nach ist es (unabhängig davon, wo ihr die Zahlen hernehmt) eure Verantwortung, die richtigen Zahlen zu zitieren. Und dass dabei mal ein Fehler passiert, finde ich vollkommen menschlich und auch nicht weiter schlimm – das Verwechseln von “Sitzen” und “Prozenten” kann zweifelsohne jedem mal passieren. Das Wichtige ist mMn aber, dass man dazu steht und klar sagt, dass man einen Fehler gemacht hat, und nicht den Anschein erweckt, als wolle man den Fehler eventuell jemand anderem zuschieben.

        Aus deiner Antwort geht für mich leider nicht klar hervor, ob du dazu stehst oder den Fehler eigentlich auf ZEIT Online abwälzen willst, denn ich kann der Information “sorry, wir hatten die Zahlen von ZEIT online” in der Hinsicht keinen Informationsgehalt entnehmen – es ist mMn egal, woher die Zahlen habt und ob sie da korrekt sind – oder siehst du das anders?

        Ein klareres Bekenntnis wäre mir hier lieber gewesen (und ein ebensolches mit der Korrektur der Zahlen würde ich mir für die nächste Sendung wünschen).

  9. Liebe Leute,

    es ist bemerkenswert, länglich über den (nun gestoppten?) Aufstieg der Rechtspopulisten zu diskutieren, aber dabei nicht auf den zugrendeliegenden wirtschaftlichen Langzeitrend einzugehen: https://tinyurl.com/k3eebwh

  10. 18. März 201714:32
    Kein Name angegeben

    Alle genannten Zahlen sind Sitze, nicht Prozente. Gert Wilders Partei hat lediglich 13% der Stimmen gewinnen können.

    • sorry, wir hatten die Zahlen von ZEIT online … für einen Korrespondenten in den Niederlanden reicht es leider noch nicht ;)

      • Dafür braucht es keinen Korrespondenten, eine gute Allgemeinbildung ist ausreichend. Mit 20% hätte Wilders ja viel besser abgeschnitten als in den letzten Umfragen vor der Wahl vorausgesagt. Und die Gefahr, dass er Ministerpräsident werden könnte, bestand nie. Dafür hätte er 51% der Stimmen gebraucht.

  11. Weil das in den Kommentaren im Moment in meinen Augen etwas unterrepräsentiert ist, will ich mich an der Stelle mal positiv über die Beteiligung von Frau Tempel äußern.

    Ich habe zwar auch bei ein paar Aussagen schlucken müssen, aber ich hatte nicht den Eindruck – den ich hier aus den bisherigen Kommentaren gewinnen würde, wenn ich die Ausgabe nicht selbst gehört hätte – dass sie am laufenden Band kontroverses oder abwegiges Geschwätz von sich gegeben hätte.
    Mag sein, dass sie das Establishment unterstützt – und wenn? Ich hatte bislang bei aller angebrachten Kritik am politischen Geschehen nicht den Eindruck (Achtung, ein bisschen Polemik voraus), dass die Lage der Nation dem politischen Umsturz von links oder rechts verpflichtet ist.

    Von daher: Herzlichen Dank für dieser Lage, und dass ihr euch auch traut, jemanden länger als 10 Minuten reden zu lassen, der vielleicht keine 90%ige Deckungsgleichheit mit euren politischen Ansichten an den Tag legt.

    • 18. März 201717:45
      Tim Birnbaum

      vielleicht ist die Frau selbst sehr reaktionär in ihrer Vorstellung von Sicherheitspolitik und Erziehung zu politischer Haltung

      • Schon möglich. Ich kenn sie bislang nicht, kann gut sein, dass Kritik an ihrer Haltung durchaus angebrach ist.
        Was ich hier aber mehrfach gelesen habe, ist die Niedermachung von dem, was sie *in der Sendung* gesagt hat. Und das sehe ich ehrlich gesagt nicht annähernd in diesem Ausmaß.

      • Zuspruch. Vielleicht hätte eine etwas genauere Vita am Anfang oder eine politische Selbstverortung oder so am Anfang etwas geholfen, denn dann weiss man wie man Aussagen einzuordnen hat und wird nicht so schnell emotional, weil das nicht das ist was man sonst von der Lage gewöhnt ist. Der Anfang klang – für mich ganz subjektiv – sehr nach “hier ist jemand sehr neutrales, der etwas sehr neutrales mit herausgibt und den politikwissenschaftlichen Konsens beisteuern will”. Die beiläufigen Schüsse gegen “die Linken” habe ich geschluckt, die Aussagen zum Neoliberalismus als Heilmittel haben mich dann doch stutzig gemacht und nach dem – wie gesagt, subjektiv empfundenen- reflexhaften Schuss gegen Snowden und Greenwald haben dann letztendlich dazu geführt, dass ich sie erstmal gegooglet hab um für mich einen Einordnungshorizont zu haben, wie ich ihre Aussagen zu verstehen habe.

      • +1 – Stimme David zu

  12. #kulturellgrundbeleidigt

  13. 18. März 201718:41
    Eberhard Ernst

    Diese Folge mit Frau Temple mit ihrem wieder anderen Blickwinkel fand ich äußerst interessant und anregend! Großes Lob!!!!
    Die o.g Kommentare sind teilweise schlicht politische Meinungen.
    Ich hoffe auf Wiederholung!!
    E. Ernst

  14. Ich finde, Sylke Tempel hat die Folge bereichert, war eine gute Abwechslung. In Ansätzen kann ich aber auch die Kritik in den Kommentaren nachvollziehen. Da habt Ihr Euch vielleicht von der Gewandtheit (die ich übrigens sehr unterhaltsam fand) etwas blenden lassen und Sylke Tempels Statements zu wenig hinterfragt.
    Aber man kann ja auch nicht in der Kürze der Sendung jeden Nebensatz ausdiskutieren, und die Lage ist zudem kein Debatten-Format und soll bitte auch nicht nur einen linken Konsens bedienen! Insofern: Alles bestens. Ihr macht ja auch immer den selbstkritischen Nachklapp in der Folgesendung.
    Es ist Euch hoch anzurechnen, dass Ihr die Lage macht und Euch damit ja auch oft genug selbst in die Schusslinie begebt. Darum bedauere ich den unwirschen Ton einiger Kommentare.
    Und es ist auch fragwürdig, wenn man erwartet, dass die Lage einen immer bei den eigenen politischen Vorstellungen abholt. Wie langweilig wäre das!

  15. Eine sehr schöne Folge! Anders als die Mitkommentatoren würd ich Frau Tempel gerne öfter hören – ob man sie wohl überzeugen kann, häufiger dabei zu sein? Das waren mal andere Sichtweisen von jemandem außerhalb der Bubble – was nicht heißen soll, dass ich eure Meinungen nicht hören will. ;)

    • Sie hat sich bei uns offenbar sehr wohl gefühlt und angeboten, gelegentlich wieder dabei zu sein. Ich finde das eine gute Idee – schon um der Breite der Perspektiven willen.

      • Ich finde es generell eine gute Idee, noch eine Person mehr in die Diskussion einzubeziehen, das funktioniert ja z.B. bei slate – political gabfest auch sehr gut. Gerne wieder!

      • Dann aber auch regelmäßig Diether Dehm bitte! (nicht ganz ernst gemeint)

    • Das fände ich persönlich schade. Ich kann mich dem vorigen Kommentar von Carlos nur anschließen: In einigen Punkten fand ich den Input von Frau Tempel bereichernd und ihre anderen Sichtweisen durchaus hilfreich. Abgesehen davon kann ich mich den kritischen Kommentaren bzgl. ihr allerdings nur anschließen, was ihre eher neoliberalistischen Ansichten und ihre Meinung zu Snowden & Greenwald angeht. Und ich stimme dem Kommentar von David zu: Auch ich erwartete nach dem Beginn des Gesprächs neutraleren Input, als ich ihn im Endeffekt gehört habe.

      Insgesamt fände ich es schade, wenn sie *regelmäßig* in eurem Podcast ihre neoliberalen Ansichten ohne große Widerrede verbreiten dürfte.

      • Ist es wirklich so schlimm wenn gelegentlich mal an der eigenen Filterblase gekratzt wird?

  16. Ich fand das Gespräch mit Frau Tempel sehr bereichernd, sie hat zu vielen Dingen nochmal eine interessante und durchaus fundierte Perspektive mitgebracht. Gerade in der Analyse zur Situation in Frankreich und den Niederlanden fand ich das sehr hilfreich. Ich stimme jetzt auch nicht allen im Nebensatz fallen gelassenen Äußerungen (Agenda 2010 usw.) unbedingt zu, aber ich würde entgegen obiger Kommentare nicht von euch fordern, da jedes mal reinzuspringen. Das ist nicht eure Aufgabe, dann kommt ja überhaupt kein fruchtbares Gespräch mehr zustande und ich behaupte gerade ihr könnt euren Zuhörern zutrauen da ein bisschen mitzudenken und die Analyse- und Meinungsebene zu trennen. Zumal es im Kern auch nicht um die empört beklagten Punkte ging und ein bisschen Diversität immer gut tut. Also bei Zeiten gerne wieder!

  17. Ist das.. der Teil für Werbung?

    :D funny.

  18. Ich habe bisher durchaus Positives aus dem EUGH- Urteil zu religiösen Symbolen rausgehört: Eine Gleichbehandlung aller religiöser Symbole.

    Exkurs:
    Ich als Atheist finde alle religiösen Symbole gleich störend oder stehe ihnen gleichgültig gegenüber. Für mich ist ein Kreuz oder eine Kippa ähnlich ein Symbol der für mich sinnfreien Unterwerfung wie ein Kopftuch und ein Kopftuch kann für mich ebenso nur ein Stück Stoff / Fahsionaccesiore sein wie eine Kippa oder ein Kreuz. Ich diskriminiere da nicht.

    Zurück zum Thema
    Eben das tut meiner Lesart nach der Gesetzgeber wenn etwa Baden – Württemberg Kopftücher für RichterInnen verbieten will, andere religiöse Symbole aber nicht. Ich finde, das geht nicht. Entweder alle oder keins. Deshalb habe ich das Urteil (als jur. Laie) durchaus positiv aufgenommen. Ulf hat komplett im Gegenzug eine Diskriminierung der Muslime rausgelesen. Hier bin ich an einer Einordnung dann doch interessiert.

    • Also ich betrachte mich auch als Atheist/Agnostiker. Aber genau aus diesem Grund stören mich Kleidungsstücke oder Bartmoden der anderen gerade nicht. Für mich bleibt das nämlich Mode. Das ist für mich dasselbe wie die berühmten weißen Socken und Badelatschen der Deutschen – nämlich ein Klischee! Die Zuschreibung, dass es sich bei einer Nonnenkutte um ein religiöses Symbol handelt, passiert leider zu oft auch in den Köpfen der anderen. Muss man als nicht-reliöser Mensch ja nicht mitmachen. Da kann man locker bleiben. Andernfalls wäre das ja nur eine Anerkennung des religiösen Ausdrucks. Den Gefallen mache ich diesen Leuten aber nicht, bzw. machte mich das genauso religiös, nur ohne Religion.

      • Ich kann hier der “Lage-Meinung” 0,0 folgen. Wir leben in einem säkularen Land. Jeder sollte frei darüber entscheiden können, welche weltanschaulichen Symbole in seinem Unternehmen zur Schau gestellt werden dürfen und welche nicht – und nein, ich mache hier keinen Unterschied zwischen einem Kopftuch und dem Kreuz um den Hals. Ich bin sehr für Religionsfreiheit – diese muss das Recht zur Freiheit von Religion beinhalten. Warum sollen hier möglichst große Hürden für die Säkularen oder weltanschaulich Neutralen sein? Religion ja, aber bitte Zuhause, im Privaten! Insgesamt eine äußerst einseitige Betrachtung zur Gunsten von religiösen Menschen. Eine Einseitigkeit, die ich so von der Lage nicht gewohnt bin. Keine Anregung: Vielleicht auch mal in den “Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland” werfen, statt immer nur die armen Religiösen zu glorifizieren. http://www.glaeserne-waende.de/media/2015/08/Glaeserne-Waende-2015-web.pdf

  19. Zunächst fand ich Frau Tempel als Bereicherung. Allerdings hat sie sich für mich im 9. Kapitel anschließend retrospektiv völlig disqualifiziert. Frau Tempel kommentiert Snowden und seine Aussagen im Intercept-Podcast ohne seine Aussagen überhaupt zu kennen, sie zu verstehen oder sie richtig einordnen zu können.

    Dass Frau Tempel dennoch ein so schnelles und in Anbetracht des Interview-Kontextes von Snowden absolut nicht haltbares Urteil abgibt sagt für mich sehr viel über sie aus. Leider musste ich dadurch all die vorerst interessant klingenden Meinungen nochmals kritisch sehen. Wenn Frau Tempel so schnell und vorurteilsbehaftet über andere Zusammenhänge und Themen urteilt wie über die Snowden-Aussage, dann hat sie in meinen Augen leider jegliche Glaubhaftigkeit verloren.

    Ich finde es schade, dass ihr Zwei im Podcast da nicht mehr Kontra gegeben habt.

    • Möchte mich insbesondere dieser Kritik anschließen. Nicht die neoliberale Perspektive als Ergänzung zur Lage war mein Problem mit eurer Gästin, sondern deren unsachliche Diskussion – ein Argument, das Frau Tempel zwar nicht kennt aber das von Snowden kommt, könne ja gar nicht stimmen. Mal ein konstruktiver Vorschlag: vielleicht wolltet ihr einfach nur gastfreundlich sein und habt deshalb nicht häufiger Kontra gegeben. Kann ich total verstehen. Aber eine meinungsstarke und redegewandte Journalistin wie Frau Tempel müsst ihr dann doch nicht unkritischer behandeln als einander.

      Vieles an der Folge war interessant, das möchte ich auch sagen, und ich hab mich sehr gefreut, dass ihr auch mal wieder ausführlichrr über unsere europäischen Nachbarn gesprochen habt und nicht nur über die USA…

  20. ab Min 50 Sec 25, “Ich erzähl Dir mal den Unterschied zwischen Kommission und Rat.” Ich denke – da kann man fast so weit gehen und sagen, das die Netzworkerin Silke Tempel – einen leicht debilen Moment hatte – zumal es offenbart, mit welcher Leichtigkeit Sie über ein fundamentales Problem der Legitimation der EU das aufgeklärten Bürgern bekannt ist hinweggeht: https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratiedefizit_der_Europ%C3%A4ischen_Union#Institutionelles_Demokratiedefizit

    ( Exkursgefahr: Man könnte das auch noch weiter ausführen und pointieren, das EU-Parlament dürfte nicht Parlament heißen, weil es nicht wie jedes andere Parlament Gesetzesinitiativrecht hat “Die Anstalt” —> https://www.youtube.com/watch?v=PB1tQHofs_Y )

    Ich denke, Silke Tempel in sowas, wie dem dt. CFR tätig, ist erwachsen und EU- aufgeklärt genug zu wissen, das sie mit solch subtilen Spitzen den Hass im Netz schürt. Ich finde, wenn jemand der Abi hat aber eher im Arbeiter Milieu behaftet ist daraufhin “Volksverdummung” “Verarsche” oder “Arschloch” in Kommentaren darunter schreibt, darf das bei aller Strafrechtlichen Relevanz nicht gesperrt oder gelöscht werden.

    • “Ich finde, wenn jemand der Abi hat aber eher im Arbeiter Milieu behaftet ist daraufhin “Volksverdummung” “Verarsche” oder “Arschloch” in Kommentaren darunter schreibt, darf das bei aller Strafrechtlichen Relevanz nicht gesperrt oder gelöscht werden.”

      Aha. Du sagst also, dass das Gesetz mit zweierlei Maß messen sollte. Sehr interessant.

      • ja, der ohne Abi sollte das nicht tun, sonst ist es profane aufgeschnappte und weitergegebene Hetze, kein zusammenfassendes herabsetzendes inhaltliches Werturteil ist – sondern das muss betreut werden, durch Moderation und sperren (siehe z.B. Antisemitismus).

      • Ich verstehe nur nicht, was das mit dem Abi zu tun hat.

  21. Ich fand Frau Tempel eine wirkliche Bereicherung Eures bis dahin eh schon gelungenen Podcasts. Insbesondere Ihre Unterscheidung zwischen Würde und Stolz hat mich zum Nachdenken angeregt. Die hier teilweise geäußerten Adjektive in den Kommentaren von “reaktionär” bis “neoliberal” kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Da habe ich doch den Eindruck, dass hier Stimmung gemacht wird. Vielleicht ladet Ihr Frau Tempel noch einmal ein, wenn es um die AfD oder FDP oder deren im Ausland existierenden Pendants geht.

    • Tempels Ausführungen zu Sicherheitspolitik und mehr Geld für Nato und Überwachung ist widerlich reaktionär. Also eine bittere Tatsache. Das was sie über Snowden absetzt ist Hetze aus irgendwelchen Transatlantischen Logen, weitergegebenes Geschwafel von Millionen Geld-Amerikanern mit Security Clearence – die Angst haben – das ihre Privilegien durch Leaks beschnitten werden und sie auch teil der Hungergames werden, weil die Mittelschicht da ja abgeschafft wurde.

  22. Herzlichen Glückwunsch zu einer der bislang interessantesten Folgen. Frau Tempel war ein frischer Wind in der Besprechung der politischen Weltlage. Sie hat mir neue Einsichten zu vielen Themen gegeben und überzeugend ihren Standpunkt vertreten. Vielen Dank für den Mut Meinungspluralismus zu zulassen. Ich fühle mich nach dieser Folge gut informiert und diesmal zusätzlich Intellektuell herausgefordert. Beste Grüße

  23. Danke für die interessante Folge!

    Beim Gast hatte ich von den ersten Bemerkungen an den Eindruck, dass sie mit einer gewissen Agenda bei Euch ist. Kann mir vorstellen, dass Sie Euch damit erwas überrascht haben könnte. Bei ihrer zu ihrer Bemerkung zu Snowden habt Ihr das ja nicht durchgehen lassen, wahrscheinlich, weil Ihr in der Sache auch keine extra Vorbereitung gebraucht habt. Kann mir vorstellen, dass sich eine andere Vorbereitung auf den Gast gut gemacht hätte; so bleibt bei mir ein Gefühl, dass sie ziemlich ungehindert eine recht partikuläre Weltsicht in die Sendung bringen konnte. Da würde mich glatt interessieren, wie der Kontakt zu ihr zustande gekommen ist…

    Zum Referentenentwurf Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Nach Eurem Beitrag fühlt man sich ja gebrieft wie ein Staatssekretär! Macht viel Spaß, zuzuhören und Euren Podcast einzigartig. Danke!

  24. hallo lage der nation,
    so wie viele andere finde ich auch das dies die allerschlechteste folge war die ich gehört hatte. Das Ihr den Snowden (der meiner meinung nach und wahrscheinlich jeden geradeausdenkenden unter 40 der held unserer generation ist) noch gerettet habt vor der nato pressevertreterin, rettet euch paar ehrenpunkte, aber alles andere war als würde man die massenmedien direkt lesen/hören.
    Meiner meinung nach ist Frau Tempel ein sprachrohr für rechte neoliberale kriegstreiberische Politik und sollte uberall ausgebuht werden.

    Was sie hier mit frankreich als beispiel sagt ist, das man löhne senken sollte gewerkschaften abschaffen soziale system schwächen um konkurenzfähig zu werden. was aber als nächstes bedeuten würde das auch wir den mindestlohn senken, hartz 4 sätze verringern und kundigungschutz abschaffen… um konkurenzfähig zu bleiben, was wiederrum bedeutet das frankreich… und so weiter. statisch gehts uns deutschen gut, nur das die klufft noch nie grösser war zwischen arm und reich hat die frau tempel in ihrer lugenpressemanier vergessen zu erwähnen.

  25. Tolle Folge! Die Dame darf gern regelmäßig teilnehmen, ein großer Mehrwert für die Sendung!

  26. 20. März 201711:37
    Jakob Trepel

    Moin,
    tolle Folge wie immer! Vielen Dank. Ich habe nur eine Frage. Ich habe nun doch die ein oder andere Minute gesucht wo ich denn das Bild zur Lagekarte hochladen kann, habe aber einfach nichts gefunden. Vielleicht stelle ich mich auch einfach nur zu blöd an. Vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen.
    Grüße Jakob

  27. Hallo ihr Beiden,

    ich muss leider auch nochmal was zu dieser Folge loswerden. Ich bin politisch bei weitem nicht mit euch auf der gleichen Wellenlänge und in einem Großteil der Themen doch anderer Meinung. Dennoch macht es mir Spaß, die Lage der Nation jede Woche zu hören, weil ihr deutlich reflektierter mit Themen umgeht und argumentativ ansprecht, als es viele sonstige liberale Medien tun. So seit ihr die perfekte Möglichkeit aus der eher linken Filterblase auszusteigen, ohne sich dauernd an den Kopf schütteln zu müssen. Diese Dame, die ihr eingeladen hattet, hat meiner Meinung alles zerstört, was euch ausmacht. Nicht nur dass sie sich als Gast den gesamten Podcast zu eigen gemacht hat und in jedes Thema (s. Snowden) reingecrasht ist und ihre eigene Meinung als die maxime dargestellt hat, sie hat außerdem einen Wust als unreflektierten Aussagen getroffen. Zum Beispiel der Vorwurf der Linken, sie würden Erdogan-kritisch sein, aber für einen besseren Dialog mit Putin einstehen, als nicht zusammenpassend zu werten, ist ein Desaster. Man kann zu Putin durchaus kritisch stehen, aber diese beiden in einen Topf zu werfen, OHNE auch nur mal zu überlegen, warum dies zwei völlig unterschiedliche Aspekte sein könnten, hätte ich nicht von euch gedacht, die ihr doch sonst immer versucht, alle Seiten zu erklären. Die eindeutig Establishment-freundliche “Journalistin” predigt also abwegiges “mit zweierlei Maß messen” der Linkspartei, scheint aber dennoch ein großer Fan der Staaten zu sein, die sich ja jährlich entscheiden, in Länder einzumarschieren, um diese angeblich zu retten und gleichzeitig die guten Geschäfte mit einem Saudi-Arabien zu erhalten. Wer macht hier Politik, die nicht zusammen passt? Und wer trifft Aussagen, die nicht im Verhältnis stehen?
    Auch die völlig wirren Aussagen, der arme Snowden müsse in Moskau leben und leider nicht in Brasilien… Hallo?? Manmanman. Auch wie sie Trump ach so genau psychologisch analysiert…. Sie hat eben diese von oben herab Manier an den Tag gelegt, die doch für die katastrophalen Erfolge der Rechten stehen, die wir in Europa sehen. Kein bisschen Reflektion, kein bisschen Selbstkritik und die eigene Aussage als das einzig Richtige. Eben genau das, wo ihr meiner Meinung nach ein Fels in der Brandung seit, eben dies nicht zu tun, sondern auch Menschen mit anderer Meinung abzuholen und die andere Meinung glaubhaft zu argumentieren. Diese Folge war leider reines Kopfschütteln.

    Macht ansonsten Bitte weiter so!

    Viele Grüße aus Köln

  28. Zum Thema Kampf gegen ‘Hatespeech’ :
    Entscheiden ob ein Inhalt rechtswidrig ist kann nur ein Richter. Alles andere endet in Willkür und Bequemlichkeit. Beispiel Hakenkreuz: Dieses Symbol kann sowohl Teil von rechtswidrigen Inhalten sein, wird aber auch in Medien verwendet die sich eindeutig dem Kampf gegen den Nationalsozialismus verschrieben haben. Wie man so immer hört haben die Zensoren bei Facebook nur wenige Sekunden Zeit zu entscheiden und da das Gesetz eindeutig Overblocking favorisiert, wird gelöscht. Schlimmer noch könnte Facebook seine Bilderkennungssoftware nutzen und einfach jede Darstellung schon beim Upload ausfiltern. Will man das wirklich? Nein das Problem, und das habt ihr im Podcast richtig benannt, sind die Menschen hinter den Veröffentlichungen. Es mag weniger Öffentlichkeitswirksam sein und auch wesentlich teurer, aber hier müssen sich Staatsanwälte und Gerichte einfach mal konsequent einsetzen und die wenigen aber allzu lauten Verbreiter rechtswidriger Inhalte mit den Konsequenzen aus dem Strafgesetzbuch bekannt machen. Damit wäre man auch den Verdacht los auf den großen Plattformen eine Zensurinfrastruktur schaffen zu wollen, die auf Zuruf unbequeme Inhalte aus dem digitalen Diskurs entfernt. Den unsere Medienlandschaft hat auch schon so manche Fakenews produziert (von euch sehr höflich umschrieben mit der zu schnellen Drehzahl).

  29. Zu den außenpolitischen Themen :
    Einen großartigen Gast habt ihr da eingeladen. Ich war erst skeptisch ob ihre Aussagen zur politischen Neutralität mehr sind als Plattitüden, aber sie hat eine sehr ausgewogene Position die nicht in das übliche Schwarz-Weiss Denken verfällt und vor allem stets angenehm fundiert Argumentierte. Vor allem hatte sie keine Scheu auch Säulenheilige wie Snowden realistisch einzuordnen.

  30. Zum Thema Kopftücher:
    Ich fand es hier merkwürdig, dass ihr religösen Menschen in einigen Situationen Intoleranz gegenüber anderen Religionen zugesteht (Kopftuch im jüdischen Metzger), von den gleichen Menschen und insbesondere auch Atheisten in einem anderen Zusammenhang aber absolute Toleranz fordert. Ist es nicht wirklich egal ob mir eine Frau mit Kopftuch ein Steak oder einen Hotelzimmerschlüssel reicht?
    Im übrigen sind Kleidungsvorschriften in den meisten Bereichen mit Kundenkontakt üblich, und dabei steht die Funktion der Person, nicht die Person selbst, innerhalb des Unternehmens gegenüber den Kunden absolut im Vordergrund. Hier weltanschaulich neutral aufzutreten, sollte im Interesse wirklich jeden Unternehmens außerhalb der Kirchen selbst sein. In den entsprechenden Bereichen bekommen dann Männer die sich weigern einen Anzug zu tragen genauso ein Problem bei der Jobsuche wie eine Frau die sich weigert ihr Kopftuch abzulegen – das hat dann aber nicht mit Antiislamismus zu tun.

  31. Ich fand Frau Tempel hatte teilweise gute Ideen, insgesamt aber hat sie meiner Meinung nach (besonders im Vergleich zu euch beiden) relativ faktenlos “Gefühle” von sich gegeben, besonders bei der Wahl in Holland. Mehrwert für mich = null. Nächstes Mal bitte wieder mehr auf Fakten konzentrieren!

  32. Ernsthaft: ich war kurz davor in Tränen auszubrechen. Warum? Nun, da hat ein Mensch im Sommer 2013 quasi über Nacht sein Leben weggeworfen, um der Weltbevölkerung einen enormen Dienst zu erweisen. Und zwar JEDEM EINZELNEN VON UNS. Ist aufgrund von diversen bekannten Umständen in Moskau gestrandet und bis jetzt dort nicht weggekommen. Man muss sich nur mal für einen Moment in die Lage dieser Person versetzen, nur für einen verdammten Moment.

    Frau Tempel fällt jetzt nichts Besseres ein als ihm Nähe zum russischen Geheimdienst anzudichten und zu in­si­nu­ie­ren er hätte seine Dokumente im Wesentlichen da 1:1 durchgereicht, obwohl klar dokumentiert ist mit welchem großen Verantwortungsbewusstsein hier die NSA-Daten an die Presse übergeben wurden. Die gleiche Rhetorik hatte unlängst der Präsident des Verfassungsschutzes im NSAUA vorgebracht – ohne jegliche Beweise wurde hier von höchster Stelle eine Rufschädigung Snowdens durchgeführt. Nochmal, eine Frechheit, wenn man sich die Leistung Snowdens vor Augen führt. Eine Leistung, von der übrigens auch die Journalisten enorm profitiert haben und sei es nur, dass sie jetzt wissen, dass sie verschlüsselt kommunzieren *müssen*, da auch ihre Kommunikation jederzeit abgegriffen werden kann. Philip und Ulf haben da zum Glück etwas relativiert, aber ich hätte mir da noch deutlichere Worte gewünscht.

  33. Zunächst möchte ich die Lage außerordentlich loben. Ich finde eure Sichten und Diskussionen sehr erfrischend und ich freue mich jede Woche auf die Lage.

    Frau Tempel hat auch bei mir einen neoliberalen und zu unkritisch transatlantischen Eindruck hinterlassen. Nachdem hier schon viel geschrieben wurde, möchte ich auf die Aussage Frau Tempels eingehen die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik sei neutral, da das Auswärtige Amt nicht die Hauptfinanzierung leiste.

    Mit Blick auf die Homepage (https://dgap.org/de/gesellschaft/foerderer/foerdererkreis) wird deutlich, dass sich die DGAP über Arbeitgeberverbände, Banken und Rüstungsunternehmen finanziert.
    Eine kurze Internetrecherche deutet außerdem bzw. folgerichtig darauf hin, dass die DGAP für mehr internationale Verantwortung Deutschlands (also Kriegseinsätze) eintritt.
    Die DGAP ist also nicht neutral, sondern eine Lobbyorganisation.

    Wenn ich mir etwas wünschen dürfte: Ladet gerne weiterhin Gäste ein, aber seid kritischer bei der Vorstellung von und in der Diskussion mit Gästen.

    PS: Ich möchte euch darin bestärken, die Tassen wirklich ein paar Euro günstiger zu machen. Werde mir dann gerne eine kaufen.

  34. Ich finde, dass Frau Tempel die Diskussion wesentlich bereichert hat und sie ein sehr kompetenter Gast war. Auch ihre Anmerkungen zu Snowden fand ich nachvollziehbar.

  35. In Bezug auf Snowden und Greenwald:

    “PodSaveTheWorld” brachte letztens einen sehr kritischen Podcast mit Glenn Greenwald raus.Interessant ist, dass die Pocaster ehemalige Mitarbeiter der Obama-Administration sind.Einblicke ins Weiße Haus garantiert.
    Sehr hörenswert.

  36. Hallo,

    ich muss sagen, diese Folge lässt einen gemischten Eindruck zurück. Einerseits finde ich es gut, wenn ihr Gäste gewinnt, die auch mal gerne eigene Meinungen vertreten. Meinetwegen auch neoliberal und transatlantisch. Was mich aber stört, ist die Tatsache, dass ihr das nicht kritisch hinterfragt, was euer Gast so von sich gibt.
    Da erzählt ihr erst noch was von der kulturellen liberalen Elite, die den Populisten in die Hände spielt, weil sie die Probleme der Mehrheit einfach ignoriert und drei Sätze später kann Frau Tempel unwidersprochen eine Agenda 2010 für Frankreich fordern. Es ist halt verdammt einfach, Flexibilisierung (ohne Absicherung) zu fordern, wenn man selber bestens vernetzt ist und sich nicht als Leiharbeiter im Callcenter durchkämpft.

    Leider hat eure Sendung bei solchen Themen immer schon eine gewisse Schlagseite: klassisch-liberal, bürgerrechtlich. Sozio-ökonomische Themen greift ihr nur am Rande auf. Ich finde das schade, denn die Lage der Nation dürfte für die meisten Menschen in der Hauptsache ökonomisch betrachtet werden. Grundsätzlich finde ich das nicht mal schlimm, wenn ihr aus eurer beruflichen Tätigkeit halt Schwerpunkte habt – dann sollte man die eigene Brille jedoch klar benennen.

    Für mich persönlich ist ein Arbeitslosengeld Q (auch wenn ich als Beamter niemals in Verlegenheit kommen muss, es zu beziehen), genauso wie unsere Kranken- und Rentenversicherung wichtiger als die Frage, wie schnell soziale Netzwerke Postings löschen müssen. Um es an einem aktuellen Thema festzumachen: Trump redet ja nicht nur Unsinn, sondern beschwert sich auch zu Recht über die Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands – gerade dazu erleben wir momentan einen regelrechten Ökonomen-Streit im Sachverständigenrat.

    Da hätte ich mir gewünscht, ihr geht auf so was ein, statt euch an Trumps Infantilität abzuarbeiten…

  37. Ich hab die Folge jetzt bis zum Ende des Kapitel “Niederlande: Lehren für Frankreich” gehört. Und gerade dieses Kapitel ist wirklich nur schwer zu ertragen. Ja, Frau Tempel kennt sich in Frankreich ein wenig aus, aber sie vertritt eben auch klare wirtschaftsliberale Positionen. Höhepunkt war der , dass Frankreich Probleme hätte weil es seine Wettbewerbsfähigkeit verloren hätte. Grandios auch der Hinweis darauf, dass es unter Mitterand Unternehmensverstaatlichungen gegeben hätte – Leute das war die erste Amtszeit von Mitterand. Ab 1984 gab es auch unter Mitterand eine neoliberale Wende in Frankreich.
    Anschließend redet sie die sozialen Probleme in Frankreich klein – man könne ja denen den es wirklich schlecht gehe ja wirklich noch helfen.
    Bestimmte Themen lässt sie dann komplett aus – Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich? Fehlanzeige. Die Bilanz von Hollande – Fehlanzeige. Dabei ist der als explizit linker zum Präsidenten gewählt worden und hat so gut wie nichts seiner Versprechen eingelöst (erinnert sich noch jemand an den Spitzensteuersatz von 75 Prozent?) und hat ein Land im Ausnahmezustand hinterlassen.
    Nun kann man von mir aus auch solche Positionen vertreten, allerdings kann ich mir auch am Sonntag den Presseclub angucken, da bleibt so etwas auch unwidersprochen stehen.
    So, und jetzt höre ich mir den Rest auch noch an und ärger mich…

    • Gesagt, getan. Frau Tempel kommt wirklich noch mit einigen Argumenten (eher gefühlte Wahrheiten) die ich äußerst seltsam, finde und bei denen ich mir Widerspruch gewünscht hätte. Vor allem weil ich ihre Position nicht teile, aber auch weil man ihr so vielleicht die Möglichkeit gegeben hätte ihren Standpunkt noch besser zu begründen.
      Zum Beispiel sagt sie, dass Die Linke (die Großbuchstaben hat man deutlich gehört ;) ) würde fordern mit Putin zu reden, aber bei Erdogan sei sie dagegen. Das ist ein eher lustiges Argument im Zusammenhang mit Wahlkampfauftritten Erdogans, denn niemand hat ernsthaft gefordert nicht mehr mit Erdogan zu reden oder Putin in Deutschland Wahlkampf machen zu lassen. Da baut sie schlicht einen Papkameraden auf und legt ihn dann um – nun ja.

      Ein anderer Punkt war, dass sie von einer Loyalitätspflicht der Bürger gegenüber dem Staat gesprochen hat. Ich meine, dass kam nicht so ganz deutlich aber sie sprach von Loyalität. Ich will es mal zuspitzen: das ist im Kern eine nationalistische Position die davon ausgeht, dass die Bürger eines Staates diesem Staat verpflichtet sind. Meiner Vorstellung von Staatsbürgerschaft widerspricht das doch erheblich – auch das blieb aber einfach stehen.

      Für den Teil mit Snowden bekommt ihr ein übrigens ein Lob. Da wird es mal eine interessante Kontroverse und ihr widersprecht Frau Tempel. Leider merkt man da sehr schnell, dass sie da nicht wirklich gute Argumente hat um zu begründen warum Snowden sich nicht zu Überwachung äußern sollte. Es bleibt nur ihr Punkt übrig, dass auch Snowden nicht wissen kann, ob konkret Trump von Obama abgehört wurde. Sie widerspricht gar nicht wirklich der These, dass es Massenüberwachung gäbe die wahrscheinlich auch Trump betraf.

      Mein Fazit zu dem Versuch sich jemanden als Gast in die Sendung zu holen: gut gemeint, aber ausbaufähig. Versteht mich nicht falsch – man kann auch Frau Tempel wieder einladen, dann würde ich mir aber wünschen sie stärker zu fordern. Entweder indem sie die Sendung mit zusätzlichen Fakten bereichert oder aber indem sie wie in dieser Sendung waren eher Einschätzungen beiträgt, die man dann aber bitte auch diskutiert und nicht einfach stehen lässt.

    • 23. März 20179:10
      esprit perdu

      Sind Sie Frankreich Experte oder wenigstens gut informiert? Mich würde interessieren, inwiefern die schlechte Situation in FR durch den in der Sendung beschriebenen Klüngel von Eliteschülern/innen ausgelöst wurde. Bzw. ob diese Gruppe von Leuten einen wirklich so immensen Einfluss hat.

      • Weder ich würde mich weder als das eine noch als das andere bezeichnen. Dass sich die wirtschaftliche und politische Elite sich in Frankreich aber aus relativ wenigen, elitären Schulen rekrutiert ist aber bekannt. Ich hab zumindest nie etwas anderes gehört. Ob das nun ursächlich für diese Zustände ist, da bin ich wirklich überfragt.

  38. 21. März 201723:41
    Averell Dalton

    Beim Thema rechtswidrige Inhalte auf sozialen Netzwerken, werden meiner Meinung nach zwei Dinge vermischt. Die Löschung von rechtswidrigen Inhalten und Strafverfolgung.

    Soweit die Strafverfolgung tatsächlich vorwiegend an der mangelnden Auskunft von Facebook scheitert, bin ich auch dafür, Facebook mit Bußgeldandrohung zur Auskunft zu verpflichten. Auch wenn man nicht vergessen sollte, dass eine IP-Adresse nicht zu einem Täter führt, sondern erst mal nur zu einem Anschlussinhaber. Eine Störerhaftung kennt das Strafrecht (zum Glück) ja nicht. Außerdem müsste es doch im Rahmen von strafrechtlichen Ermittlung schon jetzt möglich sein, Facebook auch in Irland zur Herausgabe von IP-Adressen zu zwingen. Grundsätzlich würde mich mal interessieren, wie groß das Problem überhaupt ist. Also sprich, wie viele strafrechtlich relevante Posts wurden von Facebook (trotz Meldung) nicht gelöscht und wie viele Anfragen zu IP-Adressen von mutmaßlichen Straftätern blieben unbeantwortet. Gibt es hierzu Zahlen?

    Beim Thema löschen rechtswidriger Inhalte bin ich noch skeptischer. Wer bestimmt was rechtswidrig und was offensichtlich rechtswidrig ist? Bei Bußgeldnormen stellt sich auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Gilt das beispielsweise auch, wenn offensichtlich urheberrechtlich geschützte Inhalte nicht innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden? Außerdem wozu braucht man den Staat beim löschen von Bildrechts-, Urheberrechtsverstößen oder ehrverletzenden Äußerungen? Diese Rechte kann man schon jetzt effektiv durchsetzen, wenn man das möchte und es einem die Anstrengung Wert ist. Auch Fakenews oder rechte Hetze bekommt man damit nicht in Griff. Beides ist in dem meisten Fällen nicht rechtswidrig. Ich finde das ist alles sehr unausgegoren und führt, wie ihr schon gesagt habe, bestenfalls zum Overblocking.

  39. 22. März 20171:19
    Dein Name

    Ich bin verwundert das ihr das Kopftuch so klar den religiösen Symbolen zu ordnet. Ich bin nun kein Islamwissenschaftler. Allerdings denke ich, mit dem Ansatz das Kopftuch nicht wegen der Religion sondern viel mehr aus Tradition zu tragen, könnte man gute Chancen vor einem Gericht haben. Die Auslegungen dessen was eine Frau tragen sollte weicht ja schon in hauptsächlich islamischen Ländern stark voneinander ab. Das reicht ja von kein Tuch bis Burka.

  40. Hallo Leute,

    die aktuelle Lage hat mir nicht wirklich gefallen. Die Idee jemanden einzuladen ist gut und es ist im Grunde auch egal wen ihr einladet, solange die Person eine Diskussion bereichert. Jedoch hat mich der Einheitsbrei in der aktuellen Folge nicht wirklich begeistert. Frau Tempel hat einige streitbaren Argumente und Thesen vorgebracht und ich hätte mir gewünscht das einer von euch beiden Gegenargumente liefert und das nicht einfach schluckt.

    Beim Wählerbild hätte man halt nachfragen können, was der Unterschied zu konservativen Wähler wäre und ups… dann wären fast alle Angst Argumente rausgefallen. Sie vergleicht AFD und Linke wobei ich da abgesehen von dem ausgegrenzt sein, keine Verbindung sehe. Sie hat eine starke Abneigung gegen Russland. Sie scheint Snowden als Verräter anzusehen. Ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen sind ebenfalls sehr streitbar.

    Also kurz: Bitte nächste Mal mehr “streiten”.

    Zu dem Arbeitgeber Burka Fall:
    Ein Kunde darf engstirnig, intolerant, rassistisch und religiös verblendet sein. Wieso soll ich als Unternehmer nicht auch solche Kunden bedienen dürfen? Bei der Diskussion fällt mir halt immer auf, dass mit verschiedenen Maßen gemessen wird und zwar von beiden Seiten. Wenn eine Kopfbedeckung in bestimmten Bereichen unerwünscht ist, ist es halt so. Eine Sondererlaubnis oder Sonderverbot halte ich beides für gleich schlecht. Burka ist erlaubt, dann auch Baseballkappen, Cowboyhütte, Wollmütze usw.

    Zum Doppelpass:
    Sehe ich das richtig, diese Personen haben ausschließlich Vorteile durch einen doppelten Pass?

    Gruß Tim

  41. Also ein, zwei Dinge:
    1) like und AfD sind sich nahe? bitte? was soll das denn?
    2) Frankreich fehlt bloß noch so eine tolle agenda2010 wie uns? Was?
    3) Trump is der typische Schulhofbully bla bla bla… was ist das denn für eine Analyse?
    4) Edward snowden hat behauptet weit oben zu sein? was ist das denn? hat die Frau irgendwas mitgekriegt?

    Aber beim behinderten da seid ihr laut und haut dazwischen, und hinterfragt jede Aussage?
    Meine Güte, da hab ich echt keine Zeit für.

  42. https://dgap.org/de/gesellschaft/foerderer

    Diese dgap hat keine Informationen wie sie sich finanziert.
    Das wenige was sich findet sind die üblichen verdächtigen aus der Wirtschaft. Bis zum Beweis des Gegenteils in Form eines Finazierungsreports des Vereins ist das für mich eine Lobbyverabstaltung der Wirtschaft die Politik zu ihren Gunsten lenken will
    Nicht ein neutraler Verein wie in der Einführung behauptet.

    Fr. Tempel ist eine clevere Frau, mit geschulter Rethorik. Ingesamt war ihre Teilnahme eine Bereicherung, wenn auch immer wieder nmal ervig, wenn es nicht ums Tjema ging ( Snowden, Querfront, Frankreichs StrukturReform, Putin ….)

    Allerdings sind es Leute wie sie, die zum aktuellen Zustand in Deutschland beigetragen haben indem sie für eine neoliberale Agenda agitieren
    Einem Zustand der Europa kurz vor die Spaltung führt, wenn Deutschland in gerdazu ubertrumpfschem Irrsinn als Niedriglohnland Europas Arbeitlosigkeit exportiert und Importfehlbeträge, euphemistisch als Exportüberschuss bezeichnet.

    Frankreich wird geradezu gezwungen aus der EU raus zu gehen um mit eigener Währung abzuwerten und dem egoistischen Vorgehen Deutschlands etwas entgegensetzen zu können.
    Dabei riskiert Deutschland 70 Jahre Frieden und Wohlstand in Europa für nichts als etwas mehr Geld für wenige jahre/hahrzehnte.
    Und nun soll Frankreich wie Deutschland Strukturreformen machen.

    Es wird ja schon lustig wenn GB als großer Importeur deutscher Waren wegfällt.
    Wenn nun aber mit Frankreich die Nr. 2 mit > 100 Mrd wegbricht, weil dort alle sparen dann viel Spaß Deutschland.

    Oh, sorry ich bin abgeschweift.

  43. Ich möchte mich einigen Kommentatoren anschließen, die die fehlende kritische Kommentierung von Frau Tempels Äußerungen kritisiert haben. Von einer Frau, die sich professionell mit Außenpolitik befasst, hatte ich mehr erwartet als die m.E. größtenteils banale Rekapitulation gegenwärtiger außenpolitischer Positionen. Underwhelming. Ob z.B. die französische Arbeiterschaft, dessen Reformbedarf unbestritten ist, von einer nachholenden Agenda 2010-Politik profitieren würde, darüber kann erbittert gestritten werden. Es sei denn man befürwortet eine weiteren Zusammenbruch der südfranzösischen Subsistenzwirtschaft …
    Ich hoffe, dass die Zeitschrift da ausgewogener und politisch unabhängiger berichtet, werde mir da mal eine Ausgabe besorgen
    Ich bin ein großer Fan eures Podcast, aber das Sich-Gegenseitig-Auf-Die-Schulter-Klopfen von drei Angehörigen der liberalen, weißen, oberen Mittelschicht hat mich nach 30 Minuten zum Abschalten gebracht. Ich schätze sehr die analytische Schärfe und die Sachkenntnis von Ulf und den abwägenden, sich nie ganz festlegenden Stil von Philipp. Beides habe ich in der ersten Hälfte dieser Folge leider vermisst.
    tl;dr: Der Gast tat der Sendung nicht gut. Vielleicht mal über eine diesbezügliche Strategie nachdenken.

  44. Traurige Episode und passt leider absolut in die Entwicklung ähnlicher Podcastformate. Immer mehr, wie weiter oben betitelte, “neo-liberaler” – ich nenne das faschistisch- Inhalte, die niemand hinterfragt.. Bei euch beiden kommt immer wieder viel mehr Humanismus durch, warum traut ihr euch das vor dem Tempel nicht?

  45. 23. März 201717:08
    Andreas Säger

    Wow. Da habt Ihr Euch aber eine waschechte Transatlantikerin eingetreten. An Frau Tempel stimmt wirklich alles, was man an Clichees so im Kopf hat. Herkunft, Bildungsweg, Aussehen, Rethorik. Alles erste Sahne.
    Wie sie plötzlich aus der Deckung kommt, sobald bestimmte Personen oder Sachverhalte angesprochen werden, wie sie “unseren” echten Journalismus von falschem Populismus abgrenzt, wie sie sofort von Erdogan auf Putin zu sprechen kommt, wie sie bei aller Kritik an rechten Populisten die Querfront mit den Linken nicht zu erwähnen vergisst, wie sie geradezu ins Mikrophon jauchzt wenn sie ihre Freundin und Kanzlerin ins Gespräch bringt, das ist Offline-Trollerei der gehobenen Sorte. Herzlichen Glückwunsch zu diesem erlesenen Studiogast. Solche Leute kommen halt auch mit der Tür ins Haus sobald man eine gewisse Reichweite erlangt hat.

  46. Frau Tempel spricht einerseits die sozialen Probleme in Frankreich an, andererseits zeigt sie sich aber offen für eine französische Agenda 2010. Wer würde denn die ganzen Werkverträge unterzeichnen und sich mit ein paar Euro pro Stunde abspeisen lassen? Doch nicht diejenigen, die an den Elite-Schulen unterrichtet wurden. Die Sozialkürzungen und ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse würden vor allem die Menschen in den Banlieus treffen und die alten Leute. Und wer würde von der sozialen Spaltung profitieren? Marine Le Pen. Benoît Hamon, der Kandidat der Sozialisten, fordert ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Aber die SPD fabuliert lieber darüber was Macron und Schulz alles erreichen könnten, wenn sie ihre Wahlen gewinnen. Was bedeutet das aber für den Rest Europas wenn Deutschland und Frankreich ihre Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität noch einmal deutlich erhöhen können? Wird dann neben den Waren auch Arbeitslosigkeit in die Länder Südeuropas exportiert? Und was passiert, wenn die irgendwann nicht mehr mitmachen wollen beim Projekt Euro?

  47. Die Lage zu hören ist immer ein Gewinn, mit der hervorragenden Sylke Tempel zu Gast war diese Folge jedoch ein echtes Highlight. Schade, dass sie früher gehen musste, es wäre sicher eine interessante Schlussrunde geworden.

    Wenn Gäste mit so profundem Wissen die Sendung bereichern, ist dies ein Experiment, das von Zeit zu Zeit gerne wiederholt werden sollte. Großes Lob für euren Podcast und ganz besonders für diese Folge!

  48. Ich wollte nur einmal kurz fallenlassen, wie begeistert ich von Eurer Gesprächspartnerin in dieser Episode war (und auch nach dem Hören noch bin). Wahnsinnig kompetent, dabei sehr sympathisch und sagt mit einer beeindruckenden Gelassenheit sehr schlaue Dinge. Tatsächlich eine Aufwertung der Lage – hätte nicht erwartet, dass das überhaupt geht.

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