LdN046 Lage Live, Vault7, Erdogan, ALG Q, Abgas-Skandal

Du bist noch kein Abonnent/+?
Hier erfährst Du mehr über Kuechenstud.io/+
Einloggen

| 32 Kommentare

Philip und Ulf auf der BühneFoto: Henning Krause

Hallo zusammen!

Hier nur in aller Kürze, weil schon sehr spät:

Zum ersten Geburtstag der Lage haben wir mal wieder ins Lage live gemacht, wieder in der Wikimedia.

Es war ein toller Abend, 1000 Dank an alle, die da warnen. Immer toll, Euch zu treffen, danke für die vielen Gespräche und Anregungen.

Links reichen wir nach.

Jetzt gilt erstmal: Hauptsache raus.

Gute Nacht!

Philip & Ulf

32 Kommentare

  1. Mal als nächtlicher, spontaner und angemüdeter Aufschlagkommentar zur Causa Wendt:
    – Kein Kommentar über einen Polizeigewerkschafter ohne die übliche Anmerkung, wie merkwürdig es ist, dass es Polizeigewerkschaften gibt, denn Polizisten sind Beamte ohne Streikrecht und keine Angestellten im öffentlichen Dienst. Ich finde das immer wieder ein wenig befremdlich, gleichzeitig stimme ich zu dass es wichtig ist dass auch sie (mindestens) einen Verband haben der ihre Interessen vertritt.
    – Die Praxis zu seiner Bezahlung und seinen Beförderungen ergibt sich daraus, dass er analog eines Personalvertreters behandelt wurde, ohne jemals als Personalvertreter gewählt worden zu sein. So wie ich das verstanden habe: Ein Personalvertreter der Polizei wird beispielsweise für 28 Stunden (je nach Stimmenanteil und vertretener Personalmenge) die Woche vom Dienst frei gestellt, um seiner Personalvertretungsarbeit nachkommen zu können, wird dafür aber normal bezahlt – und leistet die übrigen Stunden als Vollzeitbeschäftigter trotzdem ab. Wendt hat wohl nur den Teilzeitumfang, für den er dann komplett bezahlt wird, und macht sonst keine Polizeiarbeit. Absurd maßen die Argumentationen trotzdem an, wieso er als Personalvertreter behandelt wird, den das Personal nicht gewählt hat.
    Gleichzeitig ergibt sich aber aus dieser analogen Behandlung, wieso er befördert wurde, und das finde ich schlüssig: Wenn sich ein Beamter beispielsweise 10 Jahre im Personalrat engagiert und sonst nur wenige Stunden Dienst leistet, wird er für seine herausragende Polizeiarbeit sicherlich nicht befördert, während es ja besonders im Beamtensystem zu regelmäßigen Beförderungen kommt. Würde dieser nun nach 10 Jahren nicht wiedergewählt wären alle seine Kollegen, mit denen er den Dienst begonnen hat, mittlerweile mehr Lohn bekommen und er würde auf das Lohnniveau von vor 10 Jahren zurückfallen. Das ist weder gerecht noch ein Anreiz an die Belegschaft, sich in solchen Gremien zu engagieren. Daher finde ich es generell okay die Gehaltsstufen mit der Zeit anzuheben, als würde ein Personalvertreter weiter eine Normalkarriere in der Behörde durchlaufen – Leider trifft das auf Herrn Wendt nicht zu.
    – Eine wunderbar zugespitzte Aufarbeitung dieser Causa findet sich in der aktuellen “Fischer im Recht” Kolumne – und nach der letzten Talkshow, in der Wendt mal wieder mit all seinem Populismus und Hass auf “die Justiz” auffiel, während Fischer im selben Studio saß, gönne ich ihm diese Häme von Herzen: http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-03/sicherheit-raser-moerder-kommissare-fischer-im-recht

  2. An Philip:
    Ich habe Soziale Arbeit studiert und dabei auch ein wenig Einblick in die Eigenlogik von Arbeitsämtern und so bekommen. Ich würde daher in Bezug auf Weiterbildungsmaßnahmen davor warnen, die bewilligten und angebotenen Maßnahmen von Bundesagentur und Jobcenter – also im Bezug von ALG1 und ALG2 – so zu vermischen wie es mir bei denen Ausführungen vorkam. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Weiterbildungsmaßnahmen der Jobcenter eben jener Bullshit, über den du dich zu recht echauffiert hast, immer noch mal ein Bewerbungstraining oder sonstige eher sinnlos erscheinende Maßnahmen. Und zwar aus einem einfachen Kalkül: Jeder ALG2 Bezieher, der in einer Maßnahme “beschäftigt” ist, fällt aus der Arbeitslosenstatistik heraus. Entsprechend sind die Mitarbeiter in den Jobcentern dazu angehalten, diese Kurse zu vermitteln
    Ich würde die These aufstellen, dass die Bundesagentur da sehr anders mit ihren Klienten umgeht, sie haben weniger Macht- und Druckinstrumente in der Hand, sind nach allem was ich weiss in der Regel wohlwollender im Umgang mit ihrer Klientel und nicht so darauf angewiesen, ihre Klienten in Maßnahmen zu versenken.
    Ich würde daher anraten, in weiteren “Recherchen” zu dem Thema spezifisch nach Weiterbildungsmaßnahmen für Personen im ALG1 Bezug zu fragen und das nicht zu vermischen – Oder sogar (wenn der DLF für ein Stück dazu bezahlt ;D) einmal eine Gegenüberstellung zu machen, was man so angeboten bekommt.

  3. 13. März 20178:55
    Frank Elsner

    Zum Fall Wendt noch der Hinweis auf ein Gespräch mit Markus Beckedahl zur Frage “Wie viel Überwachung brauchen wir?” im Deutschlandradio Kultur. Das Audio ist (noch) verfügbar als http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2017/01/14/wie_finden_wir_eine_balance_zwischen_sicherheit_und_drk_20170114_0906_ad497770.mp3

  4. Dieselgate war sozusagen mein Lieblingsaufreger der vergangenen Woche und wird mich mindestens bis zur nächsten Bundestagswahl beschäftigen. Schön, dass Ihr das Thema noch mal aufgegriffen habt, denn meiner Meinung nach gibt es hier sehr wohl ein Regierungsversagen (was ihr auch so seht) und viel zu milde Reaktionen aus Medien, Opposition und Öffentlichkeit.

    Der Deutschlandfunk Hintergrund “Podcast” (den ich ohne Euch nicht kennen würde) hat zu dem Thema in der letzten Woche ein paar Punkte geliefert, die mir bis dahin unbekannt waren und die mich so richtig in Fahrt gebracht haben:

    – Axel Friedrich, Leiter der Abteilung Verkehr im Umweltbundesamt von 1994 bis 2008, zeigt auf, dass Abschalteinrichtung (auf dem Prüfstand sauber, auf der Straße nicht) bei Dieseln schon lange bekannt sind. Schon 1999 hat man sie (auch damals mit Hilfe von U.S.-Behörden) bei LKW gefunden, auch in Deutschland. Schon damals gab es in den USA teure Konsequenzen, hier nicht.

    – “Nach Berechnungen der europäischen Umweltbehörde starben in Deutschland allein im Jahr 2012 10.400 Menschen an der hohen Konzentration von Stickoxiden in der Luft.”

    – Seit mindestens 10 Jahren liegen Studien vor, die zeigen, dass Diesel auf der Straße höhere NOx-Emissionen ausstoßen, als auf dem Prüfstand. 2007 durch die Forschungsstelle der Europäischen Kommission JRC. 2008 durch den TÜV Nord (im Auftrag des Umweltbundesamtes)

    – Schon 2011 haben Dokumente eines VW-Whistleblowers belegt, dass es bei VW eine Abschaltvorrichtung gibt. Die Bundesregierung (welches Ministerium, geht aus dem Bericht nicht hervor) hat reagiert, das sei alles bekannt.

    Und getan hat man nichts. Und die Kanzlerin hat 2015 aus der Presse davon erfahren.

    http://www.deutschlandfunk.de/merkel-vor-abgas-untersuchungsausschuss-verschleppt.724.de.html?dram:article_id=380716

  5. Ich würde gerne mal einen Kommentar von Euch zum folgenden Thema hören:
    Ihr hattet es schon ein bisschen angesprochen, dass Wikileaks einer Agenda folgt, die vor allem auf Verunsicherung setzt. Glaubt Ihr, dass Wikileaks (v.a. in der Person Assange) eine Pro-Trump Agenda fährt?
    Mir kam der Gedanke, nachdem zuerst Wikileaks die Clinton-Emails im Wahlkampf geleakt hat, die an sich nicht so viel Sprengkraft hatten, aber zur richtigen Zeit kamen, um Trump noch weiter zu stärken. Jetzt kommen die CIA Leaks, die wiederum Wasser auf Trumps Mühlen des Streits mit den Diensten sind. Obwohl die Inhalte der Leaks nie an sich so interessant sind, kommen sie strategisch immer wieder zu Zeitpunkten, an denen Menschen wie Trump davon profitieren.
    Eine andere Lesart wäre, dass Assange einfach alles tut, um Obamas Partei, den Demokraten, zu schaden, einfach weil sie es im Grunde sind, wegen derer er in einer Botschaft fest sitzt. Und dann ist es Assange egal, ob Trump davon profitiert, solange Demokraten darunter leiden.
    Vielleicht könnt Ihr ja eine kurze Einschätzung dazu geben, inwiefern Wikileaks noch die Whistleblower-Platform ist, die wir uns wünschen und inwiefern sie eine eigene, angreifbare Agenda verfolgt, die Menschen wie Trump hilft, Macht zu verfestigen.

  6. Hallo,

    vielen Dank für Eure guttuende Genaugkeit und Tiefgründigkeit in der Diskussion aktueller politischer Themen. Ihr nehmt oft die “Einfache-Welt-Bilder” analytisch auseinander, mit denen uns politische Vertreter einlullen oder auch anheizen wollen. Diese Kompetenz Eurer Sendung schätze ich sehr.

    Pflegt bitte diese Genauigkeit weiter. Bei konservativen oder ‘populistischen’ Positionen vermisse ich sie hin und wieder. Z.B. hieß es in der letzten Sendung: “Die empfundene Sicherheitslage hat ÜBERHAUPT NICHTS mit der Realität zu tun”. Es ging zwar um das Thema Mord, aber bleibt bitte genau. Die von euch geäußerte These wird schließlich auch häufig auf Kriminalität im Allgemeinen angewandt.
    Nun sagt die jüngste Kriminalitätsstatistik aus NRW, dass die – besonders Angst erzeugenden – Fälle von Vergewaltigungen und schwerer sexueller Belästigung um ca. 24% innerhalb eines Jahres zugenommen haben.
    Ich habe Angst, dass meiner Familie z.B. an einem Bahnhof so etwas passiert und ich nicht helfen kann. Durch so eine Aussage fühle ich mich, als hätte mir jemand gesagt, dass ich ein Dummkopf bin.

  7. 13. März 201713:21
    Hans Wurst

    Fürs Protokoll:

    “Der bunthaarige Typ, der TV-B-Gone gemacht hat …..”

    https://en.wikipedia.org/wiki/Mitch_Altman

    HW

  8. “1000 Dank an alle, die da warnen” Ja, dank für die regelmäßige Warnung!

  9. Hallo liebe Lage,
    ich bin schockiert über eure Aussage bei 57 min 26 sec.
    Ein Nazi-Vergleich mit Angela Merkel ist nicht schon schlimm genug, sondern genauso schlimm, wie ein Nazi-Vergleich mit den Holländern.
    Weiterhin muss ich sagen, dass eure weiteren Aussagen es nicht besser machen. Ich bestreite, dass der Nazi-Vergleich auch nur Ansatzweise gerechtfertigt ist, aber auch ein Opfer der Nazis kann zum Täter werden.
    Die Methoden der Nazis sind weder an ein Land noch an eine Staatsangehörigkeit gebunden.
    Weiterhin muss ich sagen, dass nicht “wir” Rotterdam bombardiert haben, sondern die Nazis bzw. die Deutschen von damals. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht geboren. Ich habe weder Wehrdienst geleitetet noch die Nazipartei gewählt.
    Es sind auch nicht die Amerikaner, die die Bombe geworden haben. Es sind auch nicht die Mexikaner Verbrecher und Vergewaltiger.
    Mit freundlichen Grüßen
    Eurer Fan

  10. Ich kenne persönlich einen Fall, der einen Bildungsgutschein bekommen hat und dann nur einmal die Woche dort hingeht und sich für eine Stunde beraten lässt. Damit wird er schon aus der Statistik rausgerechnet. Das finde ich skandalös. Desweiteren weiss ich davon, dass man in solchen “Maßnahmen” von einem Praktikum ins Nächste geschickt wird. Die Betriebe haben engen Kontakt mit den Maßnahmen und die Praktikanten geben sich die Klinke in die Hand. Außerdem finde ich es nicht sehr zielführend, Betriebe mit Eingliederungsgeldern zu ködern, die Leute solange da arbeiten zu lassen und dann den Nächsten zu nehmen, wenn die Zuschüsse enden. Wer das System nicht versteht, sieht sich dann als Versager und landet früher oder später in einer Depression -> weitere Kosten!.

  11. Abgasskandal:

    Eine gute Doku zum Thema Abgasskandal hat Phoenix kürzlich veröffentlicht („Das Märchen vom sauberen Auto“): http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/1192245

    Eigentlich zeigen ALLE mir bekannten unabhängigen Tests aus der Vergangenheit, dass geltende Grenzwerte bei Dieselfahrzeugen um ein Vielfaches überschritten werden. Unter einer bestimmten Temperatur (oft wohl bereits, wenn die Außentemperatur unter +17°C fällt) wird der Dieselrußpartikelfilter von der Fahrzeugsoftware einfach abgeschaltet. Das Ganze entspricht auch noch geltendem Recht, da andernfalls ja Schaden für den Motor droht.

    Tatsächlich droht Schaden für den Motor, außerdem bedeutet ein Dieselrußpartikelfilter Kraftstoffmehrverbrauch. Deswegen bieten viele Werkstätten an, diesen komplett zu deaktivieren. Kostenpunkt ca. 300 €. Das Führen des Fahrzeuges im Straßenverkehr ist dann zwar nicht mehr zulässig, aber wer prüft das? Wie man hört fällt es bei der Hauptuntersuchung nicht auf, da dort wohl keine Tests unter Realbedingungen durchgeführt werden.

    Letztendlich verwundert das aber alles nicht, wenn man sieht, dass ein ehemaliger CDU-Verkehrsminister (Mathias Wissmann, 1998 bis 2002), nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2007, direkt Präsident des Verbandes der Automobilindustrie wird (außerdem auch noch Vizepräsident des Lobbyverbandes Pro Mobilität und Partner im Büro der internationalen Rechtsanwaltssozietät WilmerHale mit dem Schwerpunkt „(…) Deregulierung von (…) Industriezweigen“). https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Wissmann

    Und das wiederum passt leider in das Bild, dass ich von einer Vielzahl an Politikern mittlerweile habe. „Gazprom-Schröder“, „IngDiba-Steinbrück“ und „GoldmanSachs-Barroso“ sind ja nur die Spitze des Eisbergs, aber ich drifte auf ein anderes Thema ab.

    Und noch ein Ausblick auf die Lage des Planeten:
    Die Abgasproblematik bei Diesefahrzeugen ist ein politischer Skandal, aber global betrachtet zu vernachlässigen. Wenn man die Gesamtemenge an Treibhausgasen betrachtet, die von Dieselfahrzeugen – aufgrund abgeschalteter Filtersysteme – ausgestoßen werden, ist es nur ein winziger Bruchteil dessen, was überhaupt ausgestoßen wird. Allein der internationale Frachtschiffverkehr verursacht mehr Treibhausgase, als ganz Deutschland zusammen (nicht nur Verkehr, sondern insgesamt). Bei einem einzelnen Frachtschiff sind es gerne mal 300.000 Tonnen pro Jahr. Tendenz weiter steigend (ohne absehbares Ende).
    Es wäre also wünschenswert, dass alle die sich jetzt aufregen, anfangen zu überlegen, ob ein Produkt, das sie kaufen, wirklich aus China (in sechs Einzellieferungen) via Containerschiff geliefert werden muss (sorry für die Anspielung ;)).

    Und noch ein Nachtrag zur SPD-Mitgliedschaft von Ulf:
    Ich hatte ja gestern gesagt, dass ich diese Entscheidung nicht gut fand. Ich nehme euch als journalistisches Format war, von dem ich mir halt wünsche, möglichst unabhängig zu sein. Ich habe zwar bisher keine Auswirkungen auf die Lage festgestellt, aber nichtsdestotrotz ist es – zumindest bei mir – so, dass Ulf’s Mitgliedschaft bei sämtlichen SPD-Themen die von euch behandelt werden, im Hinterkopf ist. Es muss ja nicht vorsätzlich sein, dass er evtl. bei manchen Punkten zu wohlwollend über die SPD spricht, aber ich gehe mal davon aus, dass man als SPD-Mitglied viel mit Meinungen und Ansichten der Partei konfrontiert wird und diese zwangsläufig in manchen Themen übernimmt (also auch eine Art Filterblase, wenn auch logischerweise bei weitem nicht so drastisch wie beim Thema Facebook und co). Zusammengefasst befürchte ich, dass ein gewisses Maß an Objektivität verloren geht, auch wenn in sehr geringem Ausmaß und ungewollt/ unbewusst. Genauso kann es natürlich sei, dass er – gerade um das zu verhindern – besonders streng mit der SPD ins Gericht geht.

    Natürlich möchte ich auch nicht bestreiten, dass er ganz allgemein betrachtet mit gutem Beispiel voran geht und den ein oder anderen dazu bewegt sich ebenfalls einzubringen. Bei mir hätte es jedenfalls fast geklappt, würde die Linke nicht so hohe Monatsbeiträge einfordern.

    Auf jeden Fall gut und wichtig, dass ihr transparent damit umgeht.

    Beste Grüße und vielen Dank für einen unterhaltsamen Abend. Ich fand es cool mal kurz persönlich mit euch in Gespräch zu kommen.

    Benny

  12. Zur Causa Wendt: wäre schön, wenn ihr nochmal die (il)legalen Nebentätigkeiten in der kommenden Sendung aufgreifen würdet. Meines Sachstandes nach waren die sonstigen Einkünfte die er sich verschafft hat auch am Dienstrecht vorbei.

  13. Ich muß mal was zu den Langzeitarbeitslosen loswerden, da handelt es sich zum überwiegendem Großteil um Krankheiten (körperlich wie seelisch). Oft sind chronisch Kranke zu krank zum arbeiten, aber noch “zu gesund” um eine Erwerbslosenrente zu bekommen. Die Rentenversicherungen beurteilen Kranke nach Lust und Laune, man kann 10 Amtsärzte/Vertrauensärzte/Rehaärzte/Fachärzte haben, die einen für arbeitsunfähig halten und dann entscheidet der angestellte Gutachter der Rentenversicherung man sei quasi gesund und sollte seinem Arbeitgeber nicht wegen Rentenansprüchen belästigen.

    Der Sozialstaat sollte doch gerade für chronisch Kranke da sein, wie selbst ein neoliberaler sagen würde, “für diejenigen die krank sind und nichts dafür können” – aber gerade die werden langfristig unter Druck gesetzt – denen sanktioniert man die Miete gnadenlos auf Null wenn man einmal wegen einer Depression einen Termin verpaßt – da wird das Sozialstaatsprinzip bei den Schwächsten gebrochen, vorsätzlich.

    Früher gab es Sozialämter und es hat die Hälfte der heutigen Sozialausgaben gekostet, da hat man nicht jeden verzweifelten Einzelfall mit aller Kraft drangsaliert, da war klar von wem offensichtlich nichts mehr zu erwarten war und die hat man in Ruhe gelassen, ohne Druck und ohne Sanktion. Das Geld was man da spart kann man bei denen sinnvoll ausgeben die eine Qualifizierung wollen – wer nicht in den Job will den kann man sowieso nicht dazu zwingen.

    Zu den “Maßnahmen”, da wird über Chöre, Kochkurse, Antirauchergruppen und Wandergruppen alles mögliche angeboten, wobei es ja kein echtes “Angebot” ist, es ist Pflicht und wer sich weigert kommt schnell zur Null-Sanktion. Wenn man diesen ganzen Quatsch konsequent streichen würde, dann könnte man Sanktionen vergessen, man könnte sogar den ALG2-Satz erhöhen.

    Was auch immer die SPD am ALG1 ändert, die im ALG2 bekommen dadurch nicht einen Euro mehr und gerade die im ALG2 sind echt arm dran. Mal 1 Jahr ALG2 kann man überlegen, aber 10 Jahre chronisch krank auf dem Niveau zu leben, mit all dem Druck und Zwang, ist unter aller Sau.

  14. 14. März 20178:40
    Steffen R.

    Hallo zusammen,

    erstmal ein besonderer Dank dafür, dass ihr trotz der vielen gegensätzigen Kommentare im Kern bei eurer Aussage der letzten Folge bleibt, dass alzu vorschnelle Verbote von Auftritten türkischer Politiker sowohl taktisch als auch in der Sache mehr als fragwürdig bleiben. Mir fehlt hier aber ein elementarer Argumentationsstrang: Wir befinden uns offenkundig in einer Kriese der hart erkämpften parlamentarischen Demokratien. Antidemokratische Denkmuster, Praktiken und “Persönlichkeiten” setzen sich mit jedem Erfolg mehr und mehr auch im Mainstream fest, vermeindlich sicher geglaubte gesellschaftliche Grundsätze und Mechanismen bröckeln. Wie kann hier eine Antwort darin bestehen, mit repressiven MItteln wie Auftrittsverboten Wasser auf die populistischen Mühlen zu gießen? Was bewirkt dies in der Außenwirkung? Das Trumpsche Protofeindbild des korrupten, elitären Demokraten, der “Demokratie” nur dann selektiv anwendet, wenn es seinen Interessen dient wird bestätigt. Wir geben indirekt zu, dass wir nicht an die Kraft unserer eigenen demokratischen Grundsätze glauben, wenn wir ängstlich nach Verboten rufen sobald oppositionelle Stimmen laut werden. Ob es hier nun um deutsche oder ausländische Politiker geht sollte nebensächlich sein, sofern die demokratische Idee nicht auf nationaler, sondern auf globalpolitischer Ebene gedacht wird. Zu den Kritikern der letzten Sendung: Bitte denkt erstmal darüber nach was ihr eigentlich für Werte verteidigen wollt, bevor ihr “zu den Waffen” ruft.

  15. 14. März 201711:12
    smarty-pants

    Bzgl. Heiko Mass und Smart Homes:
    Ich fand eure Häme über seine Äußerung etwas unberechtigt. Gesetzliche Regelungen wären zwar mittlerweile wünschenswert, aber das hätte Herr Mass auf einer Industrie Veranstaltung nicht sagen können. Mit Sicherheit wären Vorwürfe gekommen, die ihm Technologie- und Innovationsfeindlichkeit vorwerfen. Das kann sich ein Politiker nicht leisten.

    Insofern hat er einfach nur eine neutrale Antwort gegeben, die wahrscheinlich näher an der Realität ist, als Anbieter von Smart-Home-Tech wahr haben wollen. Ich glaube dt. Verbraucher sind viel zu kostenbewusst und skeptisch, um sich schnell veraltende, relativ nutzlose Technik ins Häusle zu bauen. Und obendrein auch noch Datenschutzprobleme an der Backe? Wer will das?

  16. Postet bitte noch die Links. Bin an dem Feinstaub Massgerät interessiert.

  17. http://www.newsbud.com/2017/03/14/newsbud-members-exclusive-report-cia-hacking-revelations-the-murder-of-michael-hastings/

    Hier mal ein Fall zum Thema Autos hacken…..Ob das nur ‘Theorie’ ist oder nicht, anschauen lohnt sich mal.

    • Fall Hastings ist neben NSU-Zeugensterben und Gladio einer der Horrorfälle, die immer mal schnell vergessen werden und in 3 Monaten wieder aus den Medien sind. Auch der Fall Barnaby Jack, der Herzschrittmacher Hacker ist in dem Zusammenhang interessant.

  18. Fall Wendt: Er ist ja befördert worden ohne dort tatsächlich zu arbeiten – als Beamter braucht man zwingend dazu Beurteilungen, wer hat die denn gefälscht?

    Ich sehe das übrigens anders: Wer für andere sprechen will, braucht Kompetenz und ein Mandat und keinen pseudo Paten – der sich sagt, och der Arme hat zu wenige Stimmen bekommt keine Freistellung, dann zahlen wir ihm dafür fake Arbeitsstunden und er “spricht für unsere Arbeitnehmer” dann auf Pöbels Kosten im Sinne von divede et impera.

  19. hi,
    ich habe einen interessanten Heise Security Artikel gelesen, der mein Bild von 0days etwas geradegerückt hat. Dieser Artikel bezieht sich auf zwei unabhängige Studien. Bisher dachte ich 0days sind eher kurzlebig und und es werden quasi täglich Neue gefunden. Richtig ist aber eher das Gegenteil: Die 0days sind im Durchschnitt 7 Jahre (!) lebendig und von der Anzahl niedrig zweistellig pro Jahr (!). Zusätzlich werden die Lücken eher durch Zufall per Refactoring geschlossen als per Security Patches. Das fand ich doch sehr interessant. Da macht ein 0days-Marktplatz (so traurig es auch ist) fast schon Sinn.
    Der Artikel: https://www.heise.de/security/artikel/Vom-Leben-und-Sterben-der-0days-3651392.html?wt_mc=rss.security.beitrag.atom
    viele Grüße und weiter so !!
    Stefan

  20. Ihr hattet im ersten Teil Android-Updates angesprochen:

    Philips Kommentar (22:56-23:48) möchte ich gern etwas widersprechen: Dem ironischen “Also wenn SmartHome-Systeme genauso funktionieren wie Smartphones, dann lass ich meine Tür gleich offen” stimme ich voll zu – Smartphones sind ganz sicher nicht ein Beispiel für eine sichere Plattform und die Sicherheits-Update-Situation für Android-Phones ist sehr zersplittert und nicht gerade vorbildlich, um es vorsichtig zu sagen. Dass du allerdings die alten Android-Versionen bzgl. der Sicherheit pauschal basht, ist mir dann doch etwas zu doll über den Kamm geschoren:

    Erstmal die reine Sicht auf die Sicherheitslücken des **Core-Android-OS** (die “Theorie”): Ja, es ist richtig, dass viele Android-Geräte da draußen 2 Versionsnummern unter der aktuellen Version liegen, aber das heißt nicht, dass sie nicht weiterhin mit Sicherheitsupdates versorgt werden! Denn:

    Es gibt in der Regel jedes Jahr eine neue Android-Version und alte Android-Versionen erhalten dann zwar nicht die neuen Features (ist bei Windows und wohl beim iPhone auch nicht anders?!), werden mittlerweile aber immerhin mind. 2-3 Jahre (wenn nicht länger) mit Sicherheitsupdates versorgt. Aktuell erhalten z.B. immer noch monatlich die Android-Versionen 4.4.4 (released: Juni 14 [1]), 5 (Nov/Dez 14), 6 (Okt 15), 7 (Aug 16) Sicherheitspatches! [2] [3, Strg+F “4.4.4”] Und das Ende für 4.4.4 ist noch nicht angekündigt und das für 5 wird dementsprechend auch noch etwas länger auf sich warten lassen.

    Jetzt schauen wir uns nochmal die Verteilung von Android-Versionen [4] an: Da haben wir 87,4 % aller Geräte mit Android-Versionen >= 4.4, die also rein theoretisch noch Security-Updates erhalten können. Dass eine Mehrheit auf Version 5 oder niedriger und damit 2 oder mehr Versionen zurück ist und daher automatisch inhärent unsicher wäre, wie von dir behauptet, stimmt also nicht. Es ist eben erstmal keine automatische Sicherheitslücke, zwei OS-Versionen zurück zu sein (bei Microsoft ist das auch nicht anders: Windows 7 ist auch zwei Versionen zurück und bekommt keine neuen Features, wird allerdings bis 2020 mit Sicherheitsupdates versorgt. Was übrigens keine Werbung für das proprietäre, trackende Windows-OS sein soll – ich bevorzuge und empfehle allen freie Betriebssysteme (Linux u.Ä.), wo immer es geht!).
    [Im Übrigen habe ich keine Ahnung, wie das bei iPhones ist, welche OS-Versionsverteilung da vorherrscht, wie viel Prozent von iPhones rumgetragen werden, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten und ob das vom Core-OS her gesehen signifikant anders ist. Das wisst ihr sicher besser…]

    Das war die Theorie zum Core-OS Android, jetzt zur Realität der herum”laufenden” **Geräte**: In the wild ist es tatsächlich so, dass viele Android-**Geräte** unsicher sind. Das liegt aber nicht daran, dass Google für die darauf laufenden Android-Versionen keine Sicherheitsupdates mehr veröffentlicht (das tun sie ja eben doch – und zwar monatlich), und damit nicht an den zurückhinkenden Android-Versionen, sondern daran, dass die Geräte-Hersteller die Sicherheitsupdates nicht einspielen.

    Ulf hat das vorher (5:12-6:07) sogar schon ziemlich gut erklärt: Google liefert zwar die Sicherheits-Updates und -Patches aus, aber die meisten Android-Smartphone-Hersteller haben den Android-Code für ihre Smartphones (meist mehr als weniger) angepasst und vermeiden dann den dadurch aufwändiger werdenden Prozess des Einspielens der Android-Sicherheitsupdates in ihr angepasstes System und den damit verbundenen Aufwand des langjährigen Supports. Manche scheren sich auch einfach (unabhängig vom Aufwand) gar nicht um Sicherheitsupdates für ihre Nutzer, wenn sie einmal ihr Smartphone verkauft haben – Hauptsache, sie haben es verkaufen und das Geld einheimsen können. Das kennen wir ja von anderen technischen Geräten auch schon gut (z.B. insbesondere Internet of Things-Geräte).

    Dein letzter Satz, Ulf, war mir dann allerdings auch zu pauschal: “… so quasi ideologisch betrachtet ist Android echt das bessere System im Vergleich zu iPhones, aber was die Sicherheit angeht, kann man das nicht empfehlen.” Denn einige Hersteller bessern sich, was das Updaten angeht, und es gibt durchaus Hersteller, die die monatlichen Android-Security-Updates auch monatlich einspielen. Und die ganzen Nexus-Devices erhalten die natürlich auch.

    Ich würde hier also darum bitten, nicht undifferenziert alle alten Android-Versionen zu bashen, denn Sicherheitsupdates für diese existieren vergleichbar wie bei anderen Betriebssystemen (iOS, Windows, Linux) auch. Und ich bin sehr glücklich mit meinem gerooteten Google- und (soweit wie geht) Tracking-freien nackten Android-Smartphone mit freiem open-source Betriebssystem ohne die proprietären Google- oder Apple-Komponenten (also all die “ideologischen” Vorteile, die Ulf so ansprach), das mit Android 5 läuft, aber von einem Hersteller ist, der monatlich die Android-Sicherheitsupdates innerhalb von <= 2 Wochen einspielt!

    Ich hoffe, euch damit ein bisschen Hintergrund zu Android geben zu können, der euch vielleicht noch nicht so geläufig war. Wie gesagt: Bei Kritik an Smartphones, IoT etc. gehe ich definitiv mit, aber bitte dann auch die Aspekte kritisieren, die kritikwürdig sind, und nicht Pauschalkritik an den falschen Stellen anbringen.

    Besten Gruß und weiter so mit eurem super hörenswerten Podcast!

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Android-Versionen
    [2] https://source.android.com/security/overview/updates-resources.html#notifying_partners
    [3] https://source.android.com/security/bulletin/2017-03-01.html
    [4] https://developer.android.com/about/dashboards/index.html

  21. 16. März 201713:42
    SchwuppSchwupp

    Die Bayern ändern das Wahlrecht, in den Niederlanden erhält die Partei 50+ vier Sitze, daher eine kurze Frage:

    Wie steht ihr dazu, dass jeder fünfte Deutsche weder wählen darf noch seine Eltern für ihn abstimmen dürfen- und warum wird dies so selten thematisiert?

  22. Joho also ich wollte da mal was zur Arbeitsamt thematik beitragen und erfragen, ich habe letztes jahr 3 Monate lang, zwischen 405-420 euro verdient , Miete ist bei mir 220 und meine Krankenkasse will je monat 170 euro von mir haben wenn ich zur Krankenkasse gehe sagen mir die, das ich mich Arbeitslos melden soll, aber ganz ehrlich das ist mir zu dumm und ich habe auch meinen stolz, deswegen habe ich sogesehn jetzt einen 3/4-monat umsonst gearbeitet, da ich keinen bock habe die Formulare auszufüllen und ewig zu warten nur damit ich versichert bin, versteht mich bitte nicht falsch ich möchte kein ALG, aufstocker Gehalt oder was auch immer haben ich bin Künstler und brauche nicht viel aber warum, kann mich die Krankenkasse dazu zwingen mich Arbeitslos zu melden anstatt einen angepassten Beitrag zu fordern denn wenn der Staat das eh übernimmt, kann die Krankenkassen doch einfach auf Beiträge ab einem gewissen Gehalt verzichten oder gehen da die Vorstandsgehälter verloren?
    Meine Frage ist jetzt was kann ich machen das dieser Vorgang geändert wird, damit die Versicherungen sich mit dem Arbeitsamt auseinander setzen, anstatt ich und müssen sich die Krankenkassen an §17 des SGB 1 halten.

    Ps: Ich brauch ja nicht viel aber Führerschein machen oder mal eine Reise ist halt schwierig und wenn ich zum Zahnarzt müsste aber ich meine Beiträge noch nicht nachgezahlt habe kann der mir nur die zähne ziehen aber Löcher provisorisch verschließen geht nicht, da ich meine Zähne aber gerne behalten möchte und ich nicht mal eben ca 600 Euro am start habe dauert das halt und wenn ich glück habe werden nochmal 500 euro fällig weil das loch in der Zeit so schlimm geworden ist das ich eine Krone brauche.

    Abschließend sei gesagt wenn du dir vom Arbeitsamt/Jobcenter Mitarbeiter die Frage gefallen lassen musst wieso, du dich nur um einen Job selbständig bewerben konntest, obwohl du dafür angeblich nicht qualifiziert bist ( es ging jetzt nicht um einen Beruf wofür ich einen Hochschulabschluß brauche, war glaube ich Immobilienmarkler) und ich habe einen Realschulabschluß und man Maßtbtriebe als Vorschlag zugeschickt bekommt wenn man gerne bio-dynamischer-landwirt(demeter….bio halt ) werden möchte, stellt glaube ich gut dar was für ein Problem viele Menschen mit diesem Amt haben.
    Es sollte eigentlich Pflicht für jeden Politiker sein mal einen ALG Antrag auzufüllen damit diese wissen welche Politik sie da mit gutheißen und vlt bekommt ja Schäuble oder Gabriel mal eine neue blickwinkel auf gewisse misstände wenn er 1-2 h auf seinen Bearbeiter wartet nun gut das war es jetzt auch von mir die 600 000 Euro Jahresgehalt von Claus Kleber erarbeiten sich ja nicht von selbst deswegen verbleibe ich mit freundlichen Grüßen.

    Hochachtungsvoll Ich

  23. 17. März 20170:00
    Averell Dalton

    Kann eure Aussagen zu den Weiterbildungsmaßnahmen nur unterstützen. Insbesondere der Punkt, dass sich mehr um die Menschen als Menschen gekümmert werden sollte, kommt mir in der Debatte oft zu kurz. In vielen Fällen geht es hier um biographische Schicksale, die ganze Familien betreffen. Solche Probleme lassen sich nicht mit einem Bewerbungscoaching lösen. Die Mehrkosten, die eine kompetente und intensive Betreuung verursachen, sollte es der Gesellschaft wert sein. Zumal es langfristig volkswirtschaftlich wahrscheinlich sogar günstiger wäre.

    Ein Aspekt habe ihr meiner Meinung nach aber vergessen. Die “Weiterbildungs-Industrie” bringt nicht wenigen (SPD nahen) Organisationen und Personen ein erträgliches Einkommen. Schulz betreibt hier also durchaus auch Klientelpolitik.

  24. Zur Haftung bei Sicherheitslücken in Software habt ihr eine wichtige Sache übersehen:

    Eine große Menge an gängiger Software ist open source und nicht profitgerichtet. Zwar gibt es in diesem Bereich generell schon ein höheres Sicherheitsbewusstsein (mehr Leute die über den Code gucken und mehr Leute die fixes beitragen können) als es bei Apple und Microsoft der Fall ist, wo erst viel passieren muss bis nach langer Zeit Sicherheitslücken behoben werden, aber was mache ich als jemand der anderen Software frei bereitstellt, die dann in Produktion eingesetzt wird (es gibt riesige Projekte die darunter Fallen), die evtl. Sicherheitslücken enthält (ich glaube kürzlich war OpenSSL ein Beispiel). Soll ich dann haften? Hemmt das die freie Entwicklung? Macht das das Internet zu einem Mega Appstore wo nur noch signierte Software vertrieben werden kann.

    Ihr macht euch lustig über Heiko Maas, zu recht, aber da gibt es evtl. auch noch ein paar Dinge die für euch im Internet “Neuland” sind.

  25. Die GdP ist nur dem Namen nach eine Gewerkschaft. So wie die Deutsche Demokratische Republik “demokratisch” war. Die GdP ist durch ihre Zugehörigkeit zum DGB nichts anderes als der verlängerte Arm der Sozialdemokratie, der die Massen der Polizeibeamten in vermeintlich geordnete Bahnen kanalisieren soll. Mir sind keine Stellungnahmen der GdP bekannt, die sich gegen eklatante politische Missstände richten oder eine nachhaltige Besserung der für Polizeibeamte geltenden Umstände fordern. Wendt und die DPolG hingegen vertreten die Interessen der Mitglieder tatsächlich und lautstark. Das erwartet auch jeder Mitgliedsbeiträge zahlende Beamter von seiner beruflichen Interessenvertretung.

  26. Zu dieselgate noch zwei zusätzliche factoids: die Stickoxidreduktion wird ja über Abgasrückführung gemacht. Und in der Tat ist das so, dass da bei zu niedriger Temperatur salpetersäure entsteht, die zu korrosion und irgendwann zu durchrosten und teurer reperatur (vierstelliger eurobetrag) führen würde. Daher kann man das Argument nicht ganz so einfach von der Hand weisen, wie ihr das getan habt. Wo da die Grenze ist, kann man sicher diskutieren, aber es ist keine reine schutzbehauptung der Industrie.
    Das zweite ist die Bremerkung, dass CO2 zünd NOx-Reduktion zwei unterschiedliche Dinge sind, man darf sie nicht vermischen, und bei dieselgate geht es um letzteres. Es sind sogar zwei komplementäre Ziele, es ist plausibel, dass durch die Bank bei NOx beschissen wurde, um bei CO2 besser dastehen zu können. Da muss man nämlich opfern, wenn man nicht bescheisst. Ich habe jedenfalls noch kein anderes Argument gehört, warum das alle machen, für die einpsparung eines blöden plastikteils und etwas harnstoff bindet man sich doch nicht diese Probleme auf.

  27. Hallo, bei mir ist eine kleine Frage aufgetreten.
    Ulf hat gesagt, dass Staatsvertreter in ihrer Amtsträgerschaft sich nicht auf Grundrechte berufen können. Wo ist denn hier der Unterschied zur Funktionsträgertheorie des BND?
    Liebe Grüße,
    Felix

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.