LdN040 Schulz, Trump, Bezahlen per NFC, Darknet

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| 77 Kommentare

Liebe Freundinnen und Freunde der Lage,

diese Woche steht ganz im Zeichen zweier großer Themen – der Entscheidung der K-Frage bei der SPD und der T-Frage in Washington: Gibt es einen präsidentiellen Trump, oder setzt sich das Fegefeuer der Eitelkeiten nahtlos fort, das wir im Wahlkampf bestaunen durften? Daneben stellen wir euch die aktuellen Fortschritte beim berührungslosen Bezahlen und einen sehenswerten Film in der ARD-Mediathek vor.

Ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche wünschen euch

Philip und Ulf

Hausmitteilung

SPD entscheidet K-Frage

Trumps erste Tage

Bezahlen per NFC

Darknet-Doku in der ARD

Verabschiedung

77 Kommentare

  1. Hi Philip, hi Ulf! Möglichwerweise schon etwas zu spät (neue Folge ist schon draußen) wollte ich noch eine Anmerkung zu Trumps Fixierung mit den Inaugurationsbesucherzahlen machen. Warum ist ihm das so wichtig? Einen Hinweis könnte Elias Canettis Untersuchungen zu Masse und Macht geben. Er schreibt in einem Aufsatz über Hitler und Speer: “Das stärkste Mittel zur Erregung der Masse ist die Vorspiegelung ihres Wachstums. Solange die Masse ihre Zunahme spürt, braucht sie nicht zu zerfallen. Je höher die Zahl, die man ihr als erreichbar nennt, umso tiefer ist sie von sich selbst beeindruckt.” Trump ist wie alle irrationalen, undemokratischen Herrscher auf die Vorstellung angewiesen, die Masse stünden hinter ihm. Ich glaube das ist der Grund für seine Paranoia bzgl. der Besucherzahlen. LG, David

  2. Ich würde mir für die nächsten Folgen noch etwas mehr Hintergründe zum amerikanischen Regierungssystem wünschen, ich denke Ulf ist da genau der richtige Ansprechpartner.

    Zum Beispiel wie eigentlich die Exekutive jenseits des Präsidenten funktioniert – in der letzten Wochen wurde ja viel über die Position des/der Attorney General spekuliert, aber wenig über die tatsächliche Rolle. Wortwörtlich würde ich erstmal an so etwas wie den Generalbundesanwalt denken, aber tatsächlich scheint es sich ja (auch) um das Justizministerium zu handeln.
    Wie sieht es mit anderen Ministerien aus, gibt es überhaupt ein Kabinett nach deutschem Verständnis? Und wie steht das National Security Council dazu?
    Bei den Executive Orders wäre auch noch interessant, in welchem Rahmen das Parlament diese aufheben kann. Ich denke mal nicht so einfach, sonst wäre die Orders von Obama bestimmt nicht mehr in Kraft. Andererseits wird gerade ja vom Parlament verlangt, etwas gegen den Muslim Ban zu unternehmen.

  3. Zu Wahl eines Minderheitenkanzlers
    Nur zum um das auch komplett richtig zu stellen. Findet sich bei der Wahl des Kanzlers im ersten Wahlgang keine Mehrheit, hat der Bundestag 14 Tage Zeit sich in beliebig vielen Wahlen, also auch mehr als zwei auf einen Kandidaten festzulegen. Dieser wird jetzt vom Bundestag vorgeschlagen und muss mit absoluter Mehrheit gewählt werden. Nach diesen 14 Tagen wird noch einmal gewählt. Wird der mögliche Kanzler wieder mit weniger als 50% der Stimmen gewählt (also nur mit einer absoluten Mehrheit), hat der Bundespräsident die Wahl ob er den Kanzler zu einem Minderheitskanzler ernennt, oder den Bundestag auflöst und somit Neuwahlen erzwingt.
    Ansonsten auf diesem Weg einmal vielen Dank für den schönen Podcast

  4. Zu den T-Shirts: Schaut doch mal, ob ihr mit Manomama (http://www.manomama.de/) zusammenarbeiten könnt. Die Sina Trinkwalder, die den Laden aufgebaut hat, ist ja auch keine Unbekannte und geht sehr offen damit um, wo ihre Stoffe & co herkommen.

  5. Welche Möglichkeiten haben die Demokraten den von Trump vorgeschlagenen Kandidaten für den Supreme Court zu blockieren?

    Bleibt zu hoffen, dass Anthony Kennedy, Ruth Bader Ginsburg und Stephen Breyer die nächsten Jahre gesundheitlich fit genug bleiben, um eine weitere Nominierung durch Trump zu verhindern.

  6. Zum Thema Trump-Inauguration und Global Warming: in der aktuellen Folge “This American Life” (eine sehr gute Radiosendung/Podcast vom NPR) hat eine Mitarbeiterin des Departments of Energy anonym zu dem Thema berichtet. Nach der Wahl haben sie und ihre Kollegen aus allen Projekten jegliche Referenz zum Thema “Global Warming” entfernt, in der Hoffnung, dass diese Projekte dann weiterlaufen. Die meisten Projekte haben ja nicht nur ein Ziel. Sie hat aus Vorsicht keine tatsächlichen Projekte benannt, aber so könnte beispielsweise ein Satellit zur Erforschung von globaler Erwärmung auch ein einfacher Wettersatellit sein; ein Projekt zu alternativen Energien in erster Linie dazu dienen, Arbeitsplätze zu schaffen. Ebenso wären die Mitarbeiter, die weiterhin in dem Department beschäftigt sind, durchaus in der Lage, Projekte weiterzuführen und unerwünschte Änderungen einen laaaangen bürokratischen Prozess zu unterwerfen.

    Hier die Referenz dazu: http://tal.fm/608 ab Minute 54:28.

    Die gesamte Folge mit dem bezeichnenden Titel “The Revolution Starts At Noon” ist insgesamt sehr empfehlenswert. Er werden dabei verschiedene Blickwinkel gezeigt, z.B. ein Geschwisterpärchen, dass unter DACA registriert ist und nach 12 Jahren in den USA in die alte Heimat fährt, um zu sehen, ob es eine Möglichkeit gäbe, dort zu leben, wenn Trump DACA aussetzt. Auch ein Border Patrol Agent kommt zu Wort und erzählt, dass die Grenzzäune, die über 700 Meilen der Grenze bereits abdecken, keine Wirkung zeigen, sondern nur den Effekt haben, dass sich meterhohe Leiterstapel an der Grenze ansammeln.

    Also, wie gesagt, die Folge sei hiermit allen ans Herz gelegt. This American Life hat auch vor und nach der Wahl einige sehr gute Folgen zu dem Thema veröffentlicht.

    Toller Podcast, macht weiter so!
    Vielen Dank und viele Grüße
    Janine

  7. Ich würde nicht sagen, dass die SPD Bilanz in der momentanen großen Koalition so schlecht ist: immerhin haben sie die Herzensangelegenheiten Mindestlohn und Frauenquote in Vorständen früh umgesetzt, da können die Unionsparteien wesentlich weniger Punkten (autobahnmaut haha). Aber sowas ist für die nächste Wahl eh egal, da zählen Ansagen für die Zukunft, nicht Erfolge der Vergangenheit.

    Eure Diskussion der Trumpthemen ist leider schon am Dienstag von den Ereignissen überholt worden. Und auch ich beginne mich zu fragen, ob es wirklich nur narzisstische trottelei ist, oder ob da nicht doch von den einflüsterern (Bannon?) langfristige anti-demokratische Pläne verfolgt werden.

  8. Wie kommt ihr darauf, dass AfD-Wähler nichts mehr hätten außer ihr Vaterland? Die tagesthemen haben letztens mal AfD-Wähler auf dem Land in BaWü besucht. Da war unter anderem ein attraktiver Familienvater in einem Haus zu sehen, für das man in einer Großstadt töten würde.

    Diese Fehleinschätzung könnte fatal sein, weil solche Wähler keine Sozialleistungen brauchen. Wenn man jetzt also höhere Steuern und Transferleistungen verspricht, treibt man diese Leute erst Recht in die Hände der AfD.

    Gab da auch mal eine Studie. AfD-Wähler unterscheiden sich diametral von NPD-Wählern was ihre finanzielle Situation angeht:

    “Über 31 Prozent derjenigen, die eine Parteipräferenz für die NPD angeben, befinden sich im einkommensärmsten Fünftel, nur 4 Prozent im obersten Fünftel.

    Denn Sorgen um ihre eigene wirtschaftliche Lage haben die AfD-nahen Befragten kaum: Mit einem Anteil von über einem Drittel im obersten Einkommensfünftel bewegen sich die AfD-Sympathisanten eher im Feld von Union und Grünen. Nur unter den FDP-Befürwortern kommen deutlich mehr Befragte aus dem reichsten Fünftel der Bevölkerung. Das Bildungsniveau der AfD-Anhänger ist entsprechend überdurchschnittlich und weniger als 10 Prozent machen sich große Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation.”

    http://www.iwkoeln.de/studien/iw-kurzberichte/beitrag/parteipraeferenz-und-einkommen-die-afd-eine-partei-der-besserverdienenden-280617