LdN013 Refugee-Rechte, Ende der Energiewende, Gießkannen fürs Milchvieh

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Liebe Hörerinnen und Hörer,

Folge Nr. 13 der Lage der Nation knüpft in vielfältiger Weise an frühere Folgen an: Wir sprechen mit Prof. Dr. Nora Markard über die “Refugee Law Clinic” an der Universität Hamburg und die lassen uns die (völker) rechtliche Situation von Geflüchteten genauer erklären. Philip hat mit Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ausführlich über den Bund-Länder-Kompromiss zur Energiewende gesprochen. Und das Team der Lage wirft gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen der deutschen Milchwirtschaft.

Viel Spaß mit der Lage der Nation wünschen euch Philip und Ulf

Hausmitteilung

Interview mit Prof. Dr. Nora Markard, Uni Hamburg

Ende der Energiewende? Interview mit Prof. Dr. Claudia Kemfert

Planwirtschaft im Kuhstall: warum der Markt für Milch versagt

Störerhaftung – ein kleines bißchen abgeschafft

26 Kommentare

  1. Wieder ein schöner Podcast :)

    Das mit der Milch ist schon ein Problem, die deutsche Bauernschaft wurde seit dem 3. Reich praktisch staatlich ausgehalten, es wurde eigene Versorgungssysteme (Rentenversicherung der Landwirte) geschaffen, usw. Mit der weiteren Professionalisierung haben sich vor allem die Milchbetriebe auf Erweiterung der Produktionskapazität konzentriert, was riesige Milchmengen bei entsprechenden Futterkosten zur Folge hatte. Man kann dann nicht einfach die Produktion drosseln, die Kühe produzieren abartig viel Milch und die muss einfach raus. Verkleinerung kommt für die heutigen Landwirte auch nicht in Frage, denn in der Wirtschaft gewinnt man mit dem Skalierungseffekt. Sieht man ja beispielsweise in Brandenburg, wo dann Schweinestelle mit Hunderten Schweine von irgendwelchen niederländischen Investoren dank dem schwachen deutschen Baurecht genehmigt werden.

    Dazu kommt noch die ungesunde Konzentration der Verwertungsgenossenschaften. Eigentlich sollte es dadurch ja sogar mehr Marktmacht für die Bauern geben, aber irgendwie funktioniert der Markt nicht. Ob dann “noch mehr Markt” in Form von Wegfall der garantierten Preise hilft? Für eine Marktbereinigung vielleicht, aber das ist politisch eigentlich nicht gewollt, oder? Oder will man Bauern lieber Strom ernten lassen als tierische Produkte? Wir brauchen zwar nicht wie im Kalten Krieg eine Vollversorgung durch die Bauern, aber heimische Landwirtschaft einfach so verkommen zu lassen, wird wohl den meisten Deutschen auch nicht gefallen.

    Zur Refugee Law Clinic: Tolles Projekt und tolles Interview. Hab die Nora vorletzten Freitag auch mal kennenlernen dürfen, sehr charmant :)

    Zum Kommentar von Philipp in Sachen seiner DLF-Beschäftigung musste ich etwas schmunzeln. Selbstständig sein, gar Unternehmer sein, und dann Krankengeld und Urlaub vom “Auftraggeber” zu bekommen, das passt ja nun gar nicht. Ob sich diese Aussage durchhalten lässt, wenn die DRV mal prüft? ;) Gerade in dieser Branche dürften die meisten “Freien” bei solchen Tarifbedingungen dann doch in einem Beschäftigungsverhältnis stehen…

  2. Grossartiger Podcast, vielen Dank für eure Mühe. Besonders schön auch die Kapitelmarken, die perfekt mit Downcast funktionieren. Freue mich auf die nächsten Sendungen.

  3. Nur ein kleiner Kritikpunkt zum sonst sehr schönen Podcast: Ich finde es schade, dass ihr in Gesprächen mit Gästen dazu neigt, ihnen ins Wort zu fallen. Ich glaube nicht, dass ihr dadurch Zeit spart (falls das das Ziel sein sollte) und es macht einen ziemlich hektischen Eindruck.
    Und bitte gewöhnt euch nicht zu viele Fußballfloskeln an ;)

  4. Ich will es kurz machen. Ich danke euch herzlich für diesen Podcast. Ulfs und Philipps Arbeit verfolge ich seit längerem und freue mich, euch zusammen zu hören. Nachdem ihr eure Aussprache von Erdogan gefixt habt, verbleibt mir nur eure vorgebliche Unterstützung von Kapitelmarken zu kritisieren. [Castro](http://supertop.co/castro/) und Pocketcasts (http://www.shiftyjelly.com/pocketcasts) zeigen eure Kapitel nicht an. Was ist denn da los? Ich möchte euch bitten, da mal zu investigieren.

  5. Prima, ich hör das gerne hier. Was ich besonders mag, sind die einspieler./skype schalten. Das hebt ab. Vielen dank. Eins noch, wenn lage der nation, dann wäre kultur doch auch nation. (Der staat gegen fritz bauer) Sprich kulturnation und staatsnation. Sport wäre natürlich auch ein thema, interessiert mich jetzt nicht so, religion ist natürlich drin, macht ihr auch gut, finde ich.

  6. Zur Frage, ob man mit Populismus und Halbwahrheiten der AfD entgegentreten kann: Gibt’s doch längst; nennt sich Die Linke. Wenn ihr die Aussagen einzelner AfD-Politiker als “die AfD sagt…” wiedergebt, könnte man das ja auch mit einzelnen Linke-Politikern machen. Und da sind ebenfalls viele, die sich vom Grundgesetz nichts vorschreiben lassen. These: Der aktuelle Aufstieg des Rechtspopulismus wurde ermöglich durch jahrelangen Linkspopulismus (von allen etablierten Parteien, einschließlich CDU).

    Zu Linkspopulismus vs Rechtspopulismus in der FAZ http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueber-populismus-der-nur-die-reaktion-auf-einen-mangel-an-opposition-ist-14257646.html?printPagedArticle=true und hier im Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-dem-parteitag-der-linken-so-nah-sind-sich-links-und-rechts/13660188.html

    Zu Halbwahrheiten und Panikmache (vgl. eure “Meinungen” zu Glyphosat) in der Süddeutschen http://www.sueddeutsche.de/politik/aengste-der-verbraucher-wer-industriekritisch-sein-will-muss-nicht-allen-fortschritt-verhindern-1.3006767 , in der FAZ http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/vw-abgasskandal/deutsche-umwelthilfe-die-diesel-hasser-14246048.html?printPagedArticle=true und nochmals in der FAZ http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/angst-als-mittel-einer-erfolgreichen-kampagne-14244323.html?printPagedArticle=true

    Zur ständigen Skandalisierung durch vermeintlich Gutmeinende: http://www.tagesschau.de/kommentar/ttip-229.html

    Würden sich alle an die Fakten halten und sachlich argumentieren, dann ließe sich die AfD natürlich entlarven: Sie fiele schon durch ihre unsägliche Stimmungsmache negativ auf und würde wahrscheinlich gar nicht ernst genommen werden. Aber solange links genauso unsachlich gebrüllt wird, solange auf der Seite der “Guten” ebenfalls Maximalforderungen auf Halbwahrheiten gestützt werden, solange wird sich auch die AfD auf der “anderen” (?) Seite halten können. Bezüglich Populismus und Stimmungsmache hat sich unsere Schmerzgrenze extrem verschoben, da sich inzwischen niemand mehr auf die Realität beruft, sondern nur auf irgendwelche ideologischen Einfälle. Erst, wenn überall verbal abgerüstet wird und die Rückkehr zu Wissenschaft und Rationalität beginnt, werden sich die Wogen glätten – und die AfD endlich ALLEN so unangenehm auffallen, wie sie es den sensibleren Beobachtern jetzt schon tut.

    • Viele Medienkonsumenten sind durch linke Populisten und NGOs (also grüne Populisten) so sehr ans Zuspitzen und Vereinfachen gewöhnt, dass es ihnen bei der AfD (und anderen Rechtspopulisten) gar nicht mehr auffällt. Permanent werden Fakten zurechtgebogen oder verdreht, wird die Wissenschaft ignoriert, werden sachliche Argumente unter den Teppich gekehrt – ist doch klar, dass der durchschnittliche Bürger da gar nicht mehr aufhorcht und die simplen Menschenfänger hinterfragt. Wer eine große Portion Moral und Ideologie in sein Repertoire aufnimmt, kann eigentlich alles behaupten, ohne entlarvt zu werden. (Nur die jüngsten Beispiele sind die Kampagnen gegen Glyphosat und TTIP.)

      • Sind moralische Argumente schlecht? Gerade gegenüber der AfD würde ich eigentlich rein moralisch argumentieren. Es wäre unmoralisch Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen, quasi die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Nehmen wir nur mal an, wir müssten aus Deutschland fliehen, was würden wir dann über so ein Verhalten denken, wenn wir selber auf Hilfe angewiesen sind? Da ist es für mich irrelevant, ob es durch Flüchtlinge vermehrt zu Straftaten kommt. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre mehrere Wochen unter widrigen und lebensgefährlichen Bedingungen auf der Flucht und sitze jetzt seit mehreren Monaten mit 50-100 anderen Flüchtlingen auf engstem Raum ohne klare Zukunftsperspektive fest, dann wundert mich eher, dass es nicht täglich Schlagzeilen von Massenschlägereien gibt. Und dabei habe ich noch nicht einmal die verschiedenen kulturellen Hintergründe der Flüchtlinge betrachtet. Die einzige Behauptung, der man hier entgegentreten müsste, ist das alle Flüchtlinge nur Kriminelle wären. Oder auch, wie wollte man die Einschränkung von Muslimen in ihrer freien Glaubensausübung rechtfertigen, solange diese mit unseren Gesetzen in Einklang steht? Ich verurteile niemanden dafür, dass er/sie Angst hat, sei die Angst nun begründet oder unbegründet. Problematisch wird es aber, wenn man es zulässt, dass diese Angst das eigene Verhalten dominiert, insbesondere wenn man dadurch die Freiheit anderer einschränkt.

        Ich denke schon, dass Politik gerade die Frage aushandeln sollte, in welcher Welt wir überhaupt leben wollen. Und das ist halt eine Frage nach Werten und Grundsätzen, wo die Wissenschaft höchstens den Rahmen der Möglichkeiten vorgibt, aber in dem kann man sich erstmal demokratisch frei bewegen. Für die konkrete/effiziente Realisierung kann man dann natürlich, sofern vorhanden, wissenschaftliche Erkenntnis zu rate ziehen, aber man sollte sich da auch die Grenzen und Unsicherheiten vor Auge führen, insbesondere da es um die Zukunft und menschliches Verhalten geht. Es würde wohl kein ernstzunehmender Wissenschaftler für sich in Anspruch nehmen, die absolute Wahrheit zu kennen, sondern er hat halt einen bestimmten Bereich mit bestimmten Methoden untersucht und dabei folgendes herausgefunden. Modellierung ist bei allen nicht-trivialen Zusammenhängen fehlerbehaftet und Stichproben-Studien können immer eine Minderheit übersehen, die zB besonders sensibel auf einen Wirkstoff reagiert.

        Ich denke durchaus, das man TTIP ablehnen kann, alleine schon wenn man sagt, dass man Investoren-Schiedsgerichte ablehnt, entweder weil man keine Paralleljustiz will oder weil man die Demokratie nicht schwächen will indem man Investoren zusätzliche Rechtsmittel gibt.

  7. zum thema afd und dystopie:

    mich stört diese art umgang mit der afd va deswegen, als dass ihr damit darüberhinweggeht, dass die afd vermutlich ein bleibendes phänomen ist. stellt man dies so fest, ergibt sich daraus weniger die frage nach dem umgang mit der afd, denn der wird je nach parteilager und lage in der afd ohnehin jeweils anders sein. es geht vielmehr darum, ob das vorhandensein einer afd der demokratie wirklich abträglich ist oder nicht gar zuträglich.

    denn nach all den jahren des konsens, der ja auch im journalistischen bereich zuletzt sehr viel unmut hervorrief, kann nicht einmal mehr merkel verhindern, dass sie sich klar positionieren muss. zudem ist die afd auch eine benchmark für das, was man als undemokratisch ansehen könnte, sie defniniert damit demokratie. ein part den es im deutschen parteiensystem bisher nicht gab. mir scheint das nicht so verkehrt, in zeiten, in denen wir uns gerne gegenseitig eine postdemokratische phase bekunden.

    damit man mich nun nicht falsch versteht: ich bin kein freund der afd, ich verstehe lediglich, warum leute die afd wählen. (ich kann da nur auf mich selbst verlinken .. http://denktagebuch.de/2016/03/vergesst-die-afd-ich-bin-das-problem/). und man kann das ja alles negativ sehen, aber es gibt an der geschichte auch positive aspekte… wie schlimm es im zweifel wird, liegt nicht zuletzt am umgang der öffentlichkeit mit dem phänomen. es ist leider auch umgekehrt so, dass die öffentlichkeit widerum die afd konstitutiert, die sich als gegensystemisch präsentiert, also von der grundlage her keine mehrheiten anstreben kann.

    der kurze satz dazu wäre: eine demokratie muss das aushalten können und es ist, mit blick auf europa, eher eine ausnahme gewesen, dass wir keine afd hatten. das problem momentan ist eher, dass die afd überproportional viel aufmerksamkeit bekommt.

    als am wochenende der großartige analyse-artikel von friederike haupt über gauland in der faz erschien, haben sich beispielsweise nicht wenige kommentatoren auf “die radikalisierung” von gauland konzentriert. dabei hatte die autorin auch einige interessante nebenaspekte herausgearbeitet… wie beispielsweise, dass gauland mit seinen sprüchen in elsterwerda glänzte, aber in cottbus keinen applaus bekam. es war nicht das publikum… diese differenzen sind mE viel mehr wert herausgearbeitet zu werden, denn sie zeigen die struktur und das wirken der afd auf, die dadurch entzaubert wird.

    speziell den aspekt der dystopie möchte ich noch kurz ausleuchten, denn mir scheint hier auch eine wahrnehmungdifferenz zwischen uns zu bestehen und das ist mE auch nicht uninteressant. mich persönlich interessiert deutschland immer nur am rande. das heißt ich bekomme die hiesigen themen mit, aber vertiefe mich nicht in sie und schaue mir ansonsten viel mehr das ausland an.

    wenn ich mir eure ängste in sachen afd anschaue, sehe ich zwar die gefahr, ich will die nicht abstreiten, sehe aber durchaus auch die unterschiede zu regimen, die wirklich krass sind. ein hinweis gab es am WE im weltspiegel:

    Bericht Tschetschenien: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/tschetschenien-der-eiserne-griff-von-ramsan-kadyrow-100.html

    Interview zu Tschetschenien: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/tschetschenien-104.html

    wir haben in deutschland eine sehr große imaginative stärke, dinge mit dem dritten reich gleichzusetzen oder sie dahingehend zu befürchten. wir brauchen aber nur in die gegenwart schauen, um uns der realen unterschiede zu vergegenwärtigen. das sollten wir viel öfter tun… denn wir sind sehr weit weg von der dystopie.

    mfg
    mh

  8. Zur Situation der Milchbauern finde ich greift eure Analyse, dass es an der Planwirtschaft durch Genossenschaften und Subventionen liegt, etwas zu kurz auch wenn ich Ulfs Ansicht teile, dass breite Subventionen gar nichts bringen sondern zielgerichtet vorgegangen werden müsste.

    ***IANAF-Hinweis: ich bin kein Bauer und auch sonst nur interessierter Bürger, ist also nur mein persönlicher Wissensstand aus “den Medien” und Lebenserfahrung und daher mit Vorsicht zu genießen.***

    Die Situation ist die, dass es eigentlich seit Jahrzehnten eine Überproduktion von Milch gibt. Das hat natürlich zu einem Preisverfall geführt und schon Mitte der Neunziger (davor kann ich es nicht aus eigener Erfahrung schildern) haben in meinem Heimatort in Schleswig-Holstein unter anderem deshalb viele Milchbauern ihr Geschäft aufgegeben und ihr Land an die übrig gebliebenen Bauern verpachtet oder es wurden Neubaugebiete erschlossen und sie haben viel Geld für den Verkauf als Baugrund bekommen (anderer Hauptgrund war Generationswechsel). Der Preisverfall kam unter anderem auch daher, dass die Molkereien immer mehr dem Konkurrenzdruck ausgesetzt waren da Milch kein lokales Produkt mehr war und auch mit Aufkommen der Discounter aggressiver verhandelt und die Molkereien gegeneinander ausgespielt wurden. Während genossenschaftliche Molkereien vorher also eine Art regionales Monopol hatten und dadurch der Milchpreis die Kosten der Bauern für die Produktion wiederspiegelte sahen sich jetzt die vielen regionalen Molkereien den großen Abnehmern gegenüber die durch die fehlende gemeinsame Verhandlungsstrategie der Molkereien den Preis immer weiter drücken konnten. Im nachhinein könnte man natürlich sagen, dass wenn jetzt das Verhältnis von Bauer zu Molkerei auch marktwirtschaftlich organisiert wäre, dann könnten die Bauern ja an die Molkerei verkaufen, die ihnen den besten Preis bietet und dadurch gäbe es eine Marktkonzentration und wir hätten dann vielleicht vier Molkereien die eine bessere Position im Markt hätten. Da bei Frischmilch aber auch der Transport ein Problem ist und man langfristige Verträge eingehen möchte (die Milch-Produktionsmengen ist wie ihr schon richtig gesagt habt nicht sehr flexibel) kann man auch vermuten dass sich vielleicht ein Oligopol gebildet hätte und der Preiskampf dann nicht zwischen Einzelhandel und Molkerei sondern zwischen Molkerei und Bauer stattgefunden hätte bei dem die Molkerei den Preis diktieren kann und dann das Endergebnis vielleicht ähnlich aussähe.

    Wenn nun die Situation eigentlich schon sehr lange gegen die Wand fährt, warum eskaliert es denn eigentlich erst jetzt so richtig? Das liegt in der Tat an einer (in großen Teilen verfehlten) Subventionspolitik.

    Aus Angst dass die heimische Milchproduktion durch solche im Ausland ersetzt werden könnte und Lobbyarbeit hat die EWG 1964 erst mal grundsätzliche Subventionen eingeführt und die Überproduktion eigentlich erst so richtig in Gang gesetzt (“Marktordnung für Milch und Milcherzeugnisse”). Konkret sah das neben Exportsubventionen so aus, dass die EG Milch zu einem garantierten Abnahmepreis, dem sogenannten Interventionspreis[1], abgenommen hat. Das sorgte einerseits dafür, dass der Milchpreis nicht unter einen politisch festgelegten Wert fallen konnte, aber auch dazu, dass wenn bei fallenden Preisen die Marge für die Bauern sank, sie einfach die Produktionsmenge erhöhen konnten um ihren Ertrag stabil zu halten und diese dann zum Interventionspreis an die EG verkaufen konnten. Da kommen dann die Butterberge ins Spiel, die ihr erwähnt habt. Der Interventionspreis wurde übrigens mittlerweile so weit abgesenkt, dass das kein Problem mehr darstellt, aber auch irgendwie den Sinn dieser Maßnahme in Frage stellt. Der einzige Zweck ist nun nur noch extreme Schwankungen auf dem Weltmarkt abzufangen wobei man das, wie ihr gesagt habt, vielleicht auch mit Termingeschäften machen könnte.

    Dann wurde das Problem der Überproduktion erkannt und in der EG wurde dann 1984 zusätzlich die Milchquote[2] eingeführt. Wie ihr richtig gesagt habt, regelt die wie viel Milch ein Land produzieren darf. In Deutschland wurde diese Quote auf die einzelnen Betriebe runtergebrochen und Betriebe, die mehr Milch produzierten als vorgegeben mussten eine Strafabgabe zahlen. Zusätzlich wurde in Deutschland dann auch noch ähnlich wie bei den CO₂-Zertifikaten eine Milchquotenbörse eingerichtet wo Betriebe die ihre Quote nicht ausschöpften diese an andere Betriebe verpachten konnten. Dies sollte insbesondere kleinere Betriebe fördern und gleichzeitig eine gewisse Flexibilität erlauben. Das Problem war aber, dass die Strafabgabe die ein Betrieb je Liter Überproduktion zu zahlen hatte, sich nach der Superabgabe richtete, die Deutschland insgesamt zu zahlen hatte. Das heißt aber, dass wenn ein Betrieb zu viel produzierte während ein anderer seine Quote nicht ausschöpfte Deutschland nicht so viel Superabgabe zahlen musste und damit auch die einzelnen Betriebe die zu viel produzierten keine oder nur eine geringe Strafe zahlen mussten. Damit fiel die Strafe oft geringer aus als der Pachtpreis an der Börse und damit lief dieser Ausgleich an der Börse völlig ins Leere.

    Jetzt kann man sich natürlich fragen: Wenn ein großer Betrieb zusätzlich eine Strafe zahlen muss (auch wenn die relativ gering ist) dann sind ja seine Produktionskosten höher als bei kleinen Betrieben und damit würde ja alle am Besten fahren wenn sie genau ihre Quote produzieren und die kleinen Betriebe würden gestärkt. Wo ist dann eigentlich das Problem und warum gibt es überhaupt Großbetriebe?

    Tatsächlich habe ich mich letztes Jahr mit einem Bauern über die Situation unterhalten und tatsächlich ist es so, dass die reinen Produktionskosten relativ gleichmäßig skalieren, da haben also Großbetriebe keinen Vorteil. Die Molkereien zahlen Großbetrieben aber bessere Preise für ihre Milch weil sie geringere Transport-und-Verwaltungskosten haben. Ein anderes Problem ist, dass sich die Europäische Milchquote am Verbrauch orientiert, um die Butterberge verursacht durch den Interventionspreis zu reduzieren, und nicht versucht den Preis zu beeinflussen. Im Gegenteil wurde darauf geachtet den Preis nicht zu sehr in die Höhe zu treiben (das war 2007 mal der Fall). In Kombination mit dem abgesenkten Interventionspreis sorgt das also dafür, dass der Preis den die Bauern für den Liter Milch bekommen teilweise niedriger ist als ihre Produktionskosten. Milchproduktion in Kleinbetrieben ist also schon seit Jahren kein gutes Geschäft und wird hauptsächlich weiter geführt weil ja viel Kapital in den Tieren gebunden ist (Milchkühe sind kein besonders gutes Fleisch, weil zu alt, und wer sollte denn die Kühe lebend kaufen wenn alle aussteigen wollen und keiner investiert) und ein Ausstieg meistens auch das Ende des Betriebs bedeutet, da viele Höfe nicht so divers aufgestellt sind, die anderen Bereiche der Agrarwirtschaft ja meistens auch keine Goldgruben sind und man dann erst mal investieren muss. Bio wäre eine Möglichkeit, aber bringt viele Veränderungen mit sich, auf die man sich auch erst mal einstellen muss und die sehr weitreichende Konsequenzen haben. Das fängt bei dem Raumbedarf an, geht über veränderte Gesundheitskonzepte und Aufzucht, bis zur Futterproduktion und damit auch den Anbau und den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Außerdem muss man dann auch in der Regel zu einer spezialisierten Molkerei wechseln. Der Wechsel zu Bio ist also eine Investition die man dann erst mal finanzieren muss, und wie wir auch wissen war das seit 2008 auch nicht mehr so einfach. Insbesondere ist das für die angeschlagenen Betriebe ein Problem weil die Bank ja genau denen nicht besonders gerne Geld leiht.

    Dann kam 2010 der große Milchboom in China. Daraufhin wurde die Milchquote abgeschafft weil man ja den Hals nicht voll genug bekommen konnte. Der Wechsel zu Bio stellte sich gar nicht mehr. Die Chinesen wollten ja hauptsächlich keine Schadstoffe in ihrer Milch und dem Milchpulver für ihre Säuglinge haben und vertrauten deshalb nicht der eigenen Milchwirtschaft. Da zählte nur Made in Europe – ob das zusätzlich noch Bio war, war egal. Die Abschaffung der Quote trat aber erst 2015 in Kraft und bis dahin ist die Nachfrage aus China gesunken: Einerseits weil die Asiaten in der Regel laktose-intolerant sind und somit eigentlich keine Milch vertragen, andererseits weil Milch dort ein Luxusgut ist und eines der ersten Dinge die man bei angespannter wirtschaftlicher Lage einspart und weil soweit ich weiß auch die Produktionskapazität in China sowie die Qualität erhöht wurde.

    Nach dem Fall der Quote haben natürlich alle noch mehr produziert, insbesondere die Großbetriebe die nun ja nicht mehr durch die Strafzahlungen gebremst werden. Das drückt den Preis so in den Keller dass es für alle Betriebe völlig unrentabel ist Milch zu produzieren. Der Bauer mit dem ich mich unterhalten hatte sagte, dass er im Moment (das war letzten Herbst) jeden Monat einen vierstelligen Verlust macht (als Nicht-Großbetrieb). Das ist im Moment einfach nur ein Hinauszögern und Hoffen, dass man am Ende übrig bleibt und die anderen schneller Pleite sind als man selbst. Die Großen bekommen noch leicht bessere Konditionen bei den Molkereien und haben vielleicht einen größeren Kreditrahmen, aber auch für die ist es ein Verlustgeschäft. Und in der angespannten Situation hat erst recht keiner die Mittel von konventionell auf Bio zu wechseln auch wenn das langfristig vielleicht besser wäre. Das würde das Gesamtproblem auch nur bedingt lösen, weil ja die Nachfragen nach Bio-Milch zwar höher ist als bei konventioneller, aber der Gesamtbedarf an Milch ist ja beschränkt. Da hat man also nur den Vorteil, dass durch den erhöhten Platzbedarf vielleicht der Ertrag pro Betrieb etwas sinkt, aber generell würde dann immer noch zu viel Milch produziert und dann einfach die Bio-Milch billiger werden.

    Insgesamt kann man zusammenfassen, dass das Gesundschrumpfen des Milchmarktes (das seit Jahren im Gange ist, durch den Export nach China kurz unterbrochen, und insgesamt durch die Subventions- und Quotenpolitik gebremst wurde), jetzt halt auf einen Schlag passiert. Das ist natürlich für die Branche eine große Katastrophe und man kann nur hoffen, dass die Situation nicht so lange anhält, denn da hängen ja Schicksale von ganzen Familien dran. Die derzeitige Politik hilft da in der Tat kein bisschen weiter. Insbesondere denke ich dass es keine Vision gibt, wie man denn gerne die Landwirtschaft in diesem Land gestalten möchte und ohne die, kann man keine Förderungen gestalten, die die Agrarwirtschaft in diese Richtung entwickeln. Alles was in dem Bereich passiert ist Gefälligkeitspolitik.

    Der Deutschlandfunk hatte vor kurzem auch einen Hintergrund anlässlich des Milchgipfels, den ich sehr empfehlen kann (wie eigentlich alles aus dem DLF Hintergrund) [3].

    An dieser Stelle möchte ich mich bei Philip und Ulf für den Podcast bedanken. Auch wenn ihr an der einen oder anderen Stelle die Lage der Nation aus meiner Sicht in manchem Detail etwas unzutreffend darstellt, so gebt ihr immer wieder interessante Denkanstöße und dazu ist dieses Internet schließlich eigentlich da.

    Viele Grüße
    Michael

    [1]: http://www.meine-milch.de/milkipedia/referenzpreis-interventionspreis
    [2]: https://de.wikipedia.org/wiki/Milchquote
    [3]: http://www.deutschlandfunk.de/sinkender-milchpreis-die-not-der-saechsischen-milchbauern.724.de.html?dram:article_id=351333

      • zu ergänzen wäre noch:

        es lohnt ein blick auf die milchproduktion in europa und im speziellen auf deutschland.

        http://www.agrarheute.com/wissen/quotenende-soviel-mehr-milch-produzieren-eu-laender

        “Deutschland als größtes Milcherzeugerland der EU lieferte mit 31,87 Millionen Tonnen 3,8 Prozent mehr Milch als im Vorjahr.”

        man hat sich hier schlichtweg verspekuliert. sinkende nachfrage in china, wegfallende kunden in russland (wegen der gegensanktionen) und auch das geschäft mit afrika läuft nicht mehr so dolle.

        hinzu kommt, dass der niedrige preispunkt bei “normal”-milch verhindert, dass die kunden auf bio-milch umsteigen. was mir zudem in der öffentlichen debatte etwas kurz kommt: das überangebot ist auch eine belastung von tier und umwelt, die nun (mal wieder) mit subventionen gefördert wird. auch wenn die subventionen eher marginal sind.

        p.s.: auf 6 monate hin kann man wohl auch wieder eine quote einführen .. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/086/1808646.pdf

  9. Bezüglich der Absicherung unterscheidet man genaz allgemein zwischen Optionen und Forwards/Futures. Bei einer Option kaufst/verkaufst du ein Recht, etwas in der Zukunft zu kaufen/zu verkaufen. Das heißt, ein Bauer könnte sich eine PUT-Option kaufen und somit besitzt er ein Recht, eine bestimmte Menge Milch zu einem festen Preis zu verkaufen. Wenn der Milchpreis fällt, übt er die Option aus und hat einen festen Preis. Steigt der Milchpreis, lässt er die Option verfallen und hat dafür eine Art Versicherungsprämie bezahlt. Dafür verkauft er die Milch zu Marktpreisen. Insgesamt hat er sich damit gegen fallende Preise versichert und nimmt steigende Preise mit.

    Bei Forwards/Futures verpflichten sich beide Seiten auf einen festen Abnahmepreis in der Zukunft. Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, muss die Milch (oder das zugrunde liegende Gut) zu dem vereinbarten Preis geliefert/abgenommen werden. Forwards/Futures haben keine expliziten Preis, da Rechte und Pflichten gleich verteilt sind.

  10. Hallo Philip,

    du musst bei einigen Themen bitte auch eine zweite Meinung zu Wort kommen lassen. Die DIW-Dame hat nämlich – für mich als Elektrotechniker – teilweise hochgradig gefährlichen PR-Müll abgelassen der nicht ohne Widerrede stehen gelassen werden darf. Und nein, ich arbeite nicht für einen Stromkonzern oder ähnliche, sondern in einem Sachverständigenbüro und verdiene mit Technologiefolgenabschätzung, genauer mit Risikobeurteilungen und Gefährdungsbeurteilungen von elektrotechnsichen Produkten aller Art mein Geld.

    Zum ersten: Der niedrige Börsenpreis für Energie kommt doch gerade durch die erneuerbaren Energien. Wir haben in Deutschland inzwischen kaum noch Tage an denen Energie importiert wird, sondern es wird fast ausschließlich exportiert. Da aber andere Länder im europäischen Verbundnetz ebenfalls massen an Energie produzieren kommt es an den Strombörsen zu den Effekten die bei der Milch fehlen: Der deutsche EEG-Strom muss billig werden und wird quasi “verramscht”. Während der europäische Westen mit Krenenergie und der europäische Osten mit Kohlestrom gegen halten.

    Die wirtschaftliche Unterdeckung wird nun mit der EEG-Umlage “aufgefüllt”. Damit das nicht mehr pauschal und mittels Gießkannenprinzip passiert, benötigen wir die Ausschreibungen. Denn wer einen weniger Windhöffigen Standort hat braucht eben mehr Beihilfen als eine Betreiber mit einer höheren Windhöffigkeit. Damit müssen sich die EEG-Betreiber den Marktgesetzen anpassen. Man streicht ihnen quasi die Milchquote. Da es für Energie jedoch keine Andienungspflicht gibt, wird der Markt das problemlos regeln. Und was auch oft vergessen wird: Hätte Deutschland weiter gemacht wie bisher, hätte die Europäische Komission eine Beihilfeverfahren eingeleitet und unsere Nachbarländer hätten sich vom Verbundnetz verabschiedet! Und dass der böse Kohlestrom die Netze “verstopft” so dass der gute Wind- und Solarstrom nicht mehr “durchkommt” ist physikalischer Humbug.

    Zum Netzausbau – und das ist der gefährliche PR-Müll, den ich meine: Die Journalisten und Umweltverbände (DLF Umwelt und Verbraucher *hust*) reden meistens von den deutschen Übertragungsnetzen (die von Tennet, Amprion, 50hertz und TransnetBW) mit Spannungen von 110, 220 und 380 kV betrieben werden. Manchmal fällt auch das Wort Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) um “den Windstrom un den Süden und den Solarstrom in den Norden” zu leiten. Alles schön und gut. Es werden dabei jedoch nahezu immer zwei elementar wichtige Dinge vergessen:

    1. Deutschland ist keine elektrotechnische Insel (im Gegensatz zu GB)
    2. Die Verteilernetze auf Ortsebene mit 20 und 0,4 kV.

    Deutschland ist eines der wichtigsten Länder in Europa für den Transit. Was für die Wasserstraßen, die Schiene und die Autobahnen gilt, gilt auch für Energie wie Gas und Strom. Es gibt Länder mit viel Solarenergie (Toll im Sommerhalbjahr) Lämder mit viel Windenergie (Toll im Winterhalbjahr und den Übergang) unn Länder mit viel Wasserkraft (Nowegen hat immer genug Energie) und etwas Bioenergie hat ebenfalls fast jeder (führt aber zu Maiswüsten mit anderen PRoblemen, frag mal die Jäger).

    Bis auf Wasserkraft und Bioenergie sind Solar- und Windkraft bisher nicht ausreichend grundlastfähig und stellen auch nur sehr Bedingt Regelenergie bereit (Fraunhofer arbeitet daran, ja…). Das machen in der Praxis nach wie vor die konventionellen Kraftwerke. Trotzdem ist unser Netz in europa insgesamt zur Zeit recht labil und die Netzfrequenz die bisher sehr stabil war, kommt seit einigen Jahren nicht mehr richtig zur Ruhe. Das liegt am 10 Minuten Handelstakt der Strombörsen (Lasten werden zu- und abgeschaltet) und auch daran dass die wichtigen Energietrassen öfter zu- und abgeschaltet werden müssen. Das wird irgendwann zum Kollaps führen.

    Einen ersten Eindruck gab es schon mehrfach in den vergangenen Jahren. Redet mal mit den Mitarbeitern der Netzleittellen wie eng es manchmal tatsächlich ist. Und ja, auch wenn die Versorgungsqalität nach Sttistik der BNA und des VDE in Deutschland zunimmt, steigt die Zahl der Versorgungsunterbrechungen, auch wenn diese in der Dauer kürzer werden. Hinzu kommen die Probleme unserer Nachbarn. Nochmal: Physik in der Energieversorgung hört nicht an der Landesgrenze auf! Unsere NAchbarn haben den Stand von Deutschland im Jahr ~2000 (Westeuropa), teilweise auch den Stand aus ~1990 (Osteuropa).

    Die örtliche Versorgung ist ebenso ein Knackpunkt. Die meisten Verteilernetze der Verteilernetzbetreiber (Stadtwerke und klassische Stromkonzerne) bestehen seit den 1960er Jahren und sind keine echten Netze mit vielen Knoten, sondern viele Parallelstrecken mit vielen Stichstraßen. Auch was in den 1980 und den 1990er Jahren errichtet wurde ist nicht viel besser. Die Netzplaner sind damals von einem Bruchteil der Leistung je Haushalt ausgegangen. Beispiel: Bis 1976 mussten die meisten Hausanschlüsse gamäß technischer Anschlussbedingungen lediglich 25 Ampere liefern, danach bis 2000 40 Ampere, heute 63 Ampere. Das gilt für Neuanlagen! 70 Prozent aller Elektroinstallationen in Deutschland sind älter als 35 Jahre, normativ ist jedoch für die verwendeten Komponenten (Für den Laien: Leitungen und Sicherungen) nach 15 bis 20 Jahren Schluss! Eine längere Lebensdauer müssen die Hersteller nicht berücksichtigen. Um jedem Haushalt mindestens eine anständige Ladesäule zur Verfügung zu stellen benötigen wir mindesten 125 Ampere. Mal zum Vergleich: Ein Herd benötigt bei Vollgas aller vier Platten und des Backofens ca. 10 Aampere, ein Durchlauferhitzer ca. 20 Ampere, eine ordentliche Ladesäule 40 bis 60 Ampere, bzw. Supercharger auch mal 160 Ampere. Gemäß Sanierungstakt erreichen wir das dann in etwa im Jahr 2060…2080.

    Auch für die Steuerung von Angebot- und Nachfrage via intelligentem Lastmanagement ist eine Vorraussetzung. Damit sind jedoch nicht nur die “abschlatbaren Lasten” der Industrie, sondern auch die elektronischen Haushaltszähler mit Schnittstelle zum Verteilernetzbetrieber gemeint die die Waschmaschine von Oma Erna einschalten können etc.. Ja, das ist (abgesehen von der Spionagefunktion) eine super Sache.

    Einer meiner Kunden entwickelt Zähler als OEM. Das ist Technik aus den 80 Jahren hochmodern verpackt mit BSI-Zertifikat zur Kommunikation mit dem Verteilernetzbetreiber. Die Kommunikation von Zähler und Waschmaschine erfolgt jedoch – nur mal nebenbei – über eine Kommunikation die früher als EiB, bzw. heute als KNX bekannt ist (etwas abgewandelt als universelles “Europäisches Haushaltsprotokoll”). Das Protokoll arbeitet mit 9600 Baud und einer wahnsinnigen Verschlüsselung von 48 Bit. Und auch die anderen Protokolle die eine Kommunikation ermöglichen sollen (BacNET, etc.) sind eher der technologischen Steinzeit zuzuordnen.

    Will man 100 Prozent erneuerbare Energien, den Netzausbau schleifen lassen, 100 Prozent Elektromobilität (Man beachte die Verbote von Verbrennungsmotoren in den Niederlanden, Norwegen und Indien), regelbare Lasten im Haushalt, etc. müssen wir uns dringend mit unseren Nachbarn in Europa verständigen (die werden langsam stinkig) und auch um grundlastfähige Energieerzeugungsanlagen kümmern! Und zu einem solchen Konzept gehören Speicher (Tesla Powerwall & Co) für jeden Haushalt, die Elektromobilität sinnvoll in die Netze einzubinden, Windgas (wird auch blockiert) und eben die Reform des EEG.

    • Vielen Dank für deinen Beitrag.
      Auch mir sind einge Stellen im Interview mit Frau Kemfert aufgefallen, die in mir das Gefühl auslösen, Frau Kemfert sei daran interessiert, ihre Meinung als Information zu verkaufen. (Wenn ich den Wikipedia-Artikel lese, verstärkt sich dieser Eindruck leider.)

      Auch wenn Lars dies schon erwähnt hat: Besonders verwirrt war ich, dass Kohlestrom die Leitungen verstopfen und den Preis drücken soll.
      Wie Frau Kempfert selbst sagt, ist beides ein Problem von Überangebot. Wer da jetzt zu Unrecht jemandem das Leben schwer macht, ist wohl (politische) Ansichtssache. (In anderen Bereichen nennt man das übrigens Marktwirtschaft.) Und dass ein Kraftwerksbetreiber seinen Laden jetzt nicht dicht macht, weil das vielleicht gerade der Allgemeinheit hilft, ist wohl auch klar.

      Besonders schön finde ich auch, dass es “nicht nachvollziehbar” sei, warum die Regierung diese Änderungen berät. Für mich ist das sehr leicht nachzuvollziehen (und der Begriff fällt ja auch): Lobbyismus! Ich gehe davon aus, dass da gerade einige Vorstandsposten à la Schröder oder Pofalla versprochen werden.

      (Das wirkt jetzt alles viel gemeckert, aber bitte fasst das als konstruktive Kritik auf. Ich bin nämlich von Eurem Format sehr begeistert.)

    • Hallo Lars.

      Du möchtest eine zweite Meinung und es scheint du willst sie beitragen. Du erklärst erstmal das Deine Meinung qualifiziert sei und legst los. Mein Problem ist nun, dass ich nicht erkennen kann was Deine Meinung ist bzw. was Du überhaupt sagen willst. Ich hab meine Anmerkungen und Fragen unten detailierter aufgeschrieben. Das soll kein bashing oder sowas sein. Mich interessiert ernsthaft ob ich vieleicht einfach nicht verstehe was Du meinst und würde mich freuen wenn Du das auflöst.

      Im zeiten Abschnitt stellst Du fest das durch EE Zubau ein Überangebot erzeugt wurde. Dadurch bekommen teurere Formen der Stromerzeugung in und ausserhalb Deutschlands Konkurenzdruck. Soweit so klar. Das stellt Niemand in Abrede. Im dritten Abschnitt komme ich stark ins schwimmen. Die Aussagen die Du in den Raum wirfst scheinen mir konfus und unzusammenhängend:

      “Die “wirtschlaftliche Unterdeckung” wird mit EEG aufgeüllt”
      Das ist das Prinzip von Subventionen.

      “Damit das nicht mehr pauschal und mittels Gießkannenprinzip passiert, benötigen wir die Ausschreibungen. Denn wer einen weniger Windhöffigen Standort hat braucht eben mehr Beihilfen als eine Betreiber mit einer höheren Windhöffigkeit.”

      EEG Subventionen bezogen sich bisher immer die produzierten KWh. Ein Anreiz bessere Standorte zu finden war also immer schon impliziert. Schlechte Standorte kriegen keine größere Förderung. Genaugenommen kriegen sie geringere Förderung, da sie ja weniger KWh produzieren. Wo ist das Gießkannenprinzip von dem Du sprichst? Und warum braucht es Ausschreibungen um diese zu verhindern? Und wie würden Ausschreibungen das tun?

      “Damit müssen sich die EEG-Betreiber den Marktgesetzen anpassen.”

      Welche Aspekte der Marktgesetzte meinst Du jetzt? Das EEG ist eine Subvention und somit per Definition ein (hier temporärer) Schutz vor Marktgesetzten. Wenn Du bestimmte marktwirtschaftliche Aspekte zu kurz gekommen siehst – welche sind das?

      “Man streicht ihnen quasi die Milchquote.”

      Ich verstehe den Vergleich nicht. Die Milchquoten waren maximale Mengen bis zu denen es Subventionen gab. Solche maximalen Mengen gab es so bisher nicht beim Wind. Mit der neuen Reglung sollen sie nicht gestrichen sondern gerade eingeführt werden.

      “Da es für Energie jedoch keine Andienungspflicht gibt, wird der Markt das problemlos regeln.”

      Was soll der Markt hier regeln? Bin nicht sicher was Du exakt mit Andiehnungspflicht meinst aber bisher gab es im EEG die Abnahmeverpflichtung der Stromnetzbetreiber. Insofern würde ich sagen gab es sie doch. Aber sie soll jetzt gestrichten werden.

      “Und was auch oft vergessen wird: Hätte Deutschland weiter gemacht wie bisher, hätte die Europäische Komission eine Beihilfeverfahren eingeleitet und unsere Nachbarländer hätten sich vom Verbundnetz verabschiedet!”

      Die EU hatte schon ein solches Verfahren. Dabei ging es nicht um das EEG an sich als illegale Beihilfe sondern spezifisch um die in 2012 geänderten, erweiterten Umlagebefreiungen für die deutsche Industrie. Wieso sollten die noch eines anstregen und in Bezug auf welchen Aspekt des EEGs? Und warum haben die das nicht schon in den vorangegangenen 16 Jahren gemacht? Und warum würden unsere Nachbarn aus dem Verbundnetz aussteigen wollen? Es bringt Ihnen bessere Preise und größere Stabilität. Es scheint mir unlogisch da aussteigen zu wollen.

      “Und dass der böse Kohlestrom die Netze “verstopft” so dass der gute Wind- und Solarstrom nicht mehr “durchkommt” ist physikalischer Humbug.”

      Was ist physikalischer Humbug? Das Netze überlastet sein können wenn zuviel eingespeist wird? Und warum machst Du dich über guten und bösen Strom lustig? Das Argument ist – wenn es zuviel Strom im Netz gibt sollte vieleicht zuerst der Kohlestrom entfernt werden. Das ist der Sinn der Übung Energiewende. Ich sehe keinen physikalischen Konflikt in diesem Argument.

      Dann kommt der ganze Teil über Netze. Du stellst ein paar Fakten und Allgemeinplätze in den Raum vergisst aber Du erklären was Frau Kempfert jetzt überhaupt falsch dargestellt hat und was Dein Punkt bei dem Ganzen ist. Dann der Teil über die Anbindung der Haushalte bei dem mir fehlt was das mit Deiner Aussage zu tun hat.

      Lieben Gruß
      Der andere Philipp

      • Hallo der andere Philipp,
        Hallo Philip

        ich versuche meine Gedanken noch ein wenig zu ergänzen und vorab ein paar kurze Thesen zu formulieren:

        1. Frau Kempfert hat viel (politische) Meinung, aber wie es mir scheint wenig (technische) Ahnung. Vielleicht kann sie ja mal etwas zu ihrer Qualifikation sagen. Auch wenn es für die Gesundheit aller Lebewesen und das Klima wichtig ist alles Fossile und die Kernenergie so schnell wie möglich durch regenerative Energien zu ersetzen, müssen zunächst die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Diese fehlen einfach noch, bzw. sind auch ungleich verteilt. Deswegen ist es zunächst einmal erforderlich den Ausbau zu verlangsamen.

        2. Unsere Nachbarn sehen die Energiepolitik Deutschlands teilweise sehr kritisch. Insbesondere das östliche und das südöstliche Europa möchte noch nicht auf regenerative Energien setzen, sondern plant fleißig den Ausbau der Kohle- und Atomenergie. Dort möchte man auch keine schnell abschaltbaren Lasten und keine Gaskraftwerke oder einen weiteren Netzausbau. Man hat in den letzten Jahren schon offen damit gedroht die Leitungen nach Westeuropa abzuschalten. Auch in Spanien werden fleißig Verhinderungsgesetze erlassen, Anlagen beschlagnahmt(!), etc.

        3. Die wirtschaftliche Entwicklung der Anlagen ist im Vergleich mit anderen Technologien absolute spitze. Die Produktionskosten, die Wartungskosten etc. sind massiv gesunken, teilweise können die EEG-Anlagen auch 30 Jahre am Netz bleiben, statt nur 20. Hinzu kommt die verbesserte Effizienz. Das macht einen wirtschaftlichen Betrieb auch mit weniger Subvention möglich.

        4. Bei der Deckung des Energiebedarfs gibt es seit 2014 Tage in denen die regenerative Erzeugung über 90 Prozent liegt, Im Jahresschnitt bei derzeit 32 Prozent. Nachts allerdings nur bei ungefähr 3 bis 7 Prozent. Um das auszugleichen brauchen wir Speicherlösungen. Jedoch nicht nur Batterien, sondern auch weitere Techniken wie z. B. Windgas.

        Ich versuche jetzt noch einmal etwas ausführlicher zu werden.

        Ich habe aus Meiner Perspektive keine Meinung zum Sachverhalt insgesamt geäußert, sondern nur zu Frau Kempfert. Der Rest sind zunächst nur nüchterne technische Sachverhalte zu denen ich mich äußere. Manchmal ist es für mich als Techniker schwierig mich dem Laien gegenüber deutlich auszudrücken, weil ich vergesse dass der Laie nicht unbedingt alle Zusammenhänge die unerwähnt bleiben kennt. Ich bitte das zu entschuldigen. Ebenso bin ich Berufsbedenkenträger. Ich möchte auf Gefahren und Risiken aufmerksam machen, die andere vielleicht so nicht voraus sehen. Vielleicht auch, weil sie politische Ziele haben die aus den eigenen Ideologien stammen und dabei aber die Praxis vergessen bzw. einfach keine Ahnung davon haben. Das ist ja nicht schlimm, nicht jeder kann technisch ausgebildet sein.

        [Zitat]
        Ich hab meine Anmerkungen und Fragen unten detailierter aufgeschrieben. Das soll kein bashing oder sowas sein. Mich interessiert ernsthaft ob ich vieleicht einfach nicht verstehe was Du meinst und würde mich freuen wenn Du das auflöst.

        Im zweiten Abschnitt stellst Du fest das durch EE Zubau ein Überangebot erzeugt wurde. Dadurch bekommen teurere Formen der Stromerzeugung in und ausserhalb Deutschlands Konkurenzdruck. Soweit so klar. Das stellt Niemand in Abrede. Im dritten Abschnitt komme ich stark ins schwimmen. Die Aussagen die Du in den Raum wirfst scheinen mir konfus und unzusammenhängend:

        “Die “wirtschlaftliche Unterdeckung” wird mit EEG aufgeüllt”
        Das ist das Prinzip von Subventionen.
        [/Zitat]

        Richtig. Und diese werden jetzt moderat gesenkt. Wie bereits bei der Solarenergie sind alle Techniken der EE insgesamt inzwischen so etabliert und am Markt in verschiedenen Varianten und Preisklassen vertreten dass eine Anschubfinanzierung zusätzlich zur “subventionellen Steuerung der Ausbauziele” nicht mehr notwendig ist.

        [Zitat]
        EEG Subventionen bezogen sich bisher immer die produzierten KWh. Ein Anreiz bessere Standorte zu finden war also immer schon impliziert. Schlechte Standorte kriegen keine größere Förderung. Genaugenommen kriegen sie geringere Förderung, da sie ja weniger KWh produzieren. Wo ist das Gießkannenprinzip von dem Du sprichst? Und warum braucht es Ausschreibungen um diese zu verhindern? Und wie würden Ausschreibungen das tun?
        [/Zitat]

        Bezogen auf die nominale ausgezahlte Summe hast du absolut Recht. Wenn ich als Betreiber einer Windmühle jedoch einen sehr guten Standort erwische bekomme ich die EEG-Umlage und habe unter Umständen eine Rendite von 20 oder sogar 30 Prozent wenn es gut läuft. Manchmal sogar mehr, wenn ich z. B. meinen Eigenen Grund und Boden nutzen kann. Hier bei uns in der Eifel wurden zuletzt 48.000 Euro pro Anlage und Jahr aufgerufen – nach oben offen. Ebenso gibt es aber auch andere Standorte an denen die Deckung vorne und hinten nicht ausreicht oder wo es andere Schwierigkeiten gibt. Die jetzt beschlossenen Änderungen werden dazu führen dass in den südlichen Bundesländern neben Solar- und Biogas auch Windenergieanlagen entstehen können. Denn der Investitionsdruck bei den Projektgesellschaften ist nach wie vor da.

        Bayern, in letzter Zeit gerne als Sau durch die EEG-Landschaft getrieben – ist übrigens neben BW und BB Vorreiter in der Solarenergie und besitzt alleine 25 Prozent aller Biogasanlagen in Deutschland! Die 10h Regel verhindert WEA nicht, sie erhöht jedoch die Akzeptanz in der Bevölkerung. Denn wer will die Dinger (ehrlicherweise) schon 800 Meter vor der Tür stehen haben?

        Jetzt kommt der Schulterschluss: Mit der neuen EEG-Umlage, auf Ausschreibungen basierend, sollen die Betreiber nur noch so viel Geld bekommen, dass es gerade noch so für den prognostizierten, wirtschaftlichen Betrieb ausreicht. Damit kann sich kein Investor mehr “die Taschen auf Kosten der Stromkunden voll machen” und der Gesetzgeber kann grundsätzlich auch weniger gute Standorte mit etwas mehr Umlage fördern. Entweder bis der EEG-Topf leer ist – obwohl diese Monat für Monat Geld anhäuft – oder das Ausbauziel erreicht ist. Schlussendlich ist das Ziel dass die Summen, die umverteilt werden sinken und der Verbraucher entlastet wird. Dass damit die Rendite der Investoren sinkt, ist logisch und deswegen wird auch um jeden Cent gekämpft. Immerhin geht es hier am Ende um Milliardenbeträge und höhere Investitionskosten. Nicht umsonst waren selbst die seriösesten Banken bereit Kredite für EEG-Anlagen mit gerade einmal fünf Prozent Eigenkapital zu geben. Jeder Häuslebauer muss gerade einmal 35 +/- 5 Prozent Eigenkapital besitzen…

        [Zitat]
        “Damit müssen sich die EEG-Betreiber den Marktgesetzen anpassen.”
        ## Welche Aspekte der Marktgesetzte meinst Du jetzt? Das EEG ist eine Subvention und somit per Definition ein (hier temporärer) Schutz vor Marktgesetzten. Wenn Du bestimmte marktwirtschaftliche Aspekte zu kurz gekommen siehst – welche sind das?
        [/Zitat]

        Die marktwirtschaftlichen Aspekte der subventionslosen Strompreise als Konkurrenzprodukt. Wir sind an einem gewissen Teufelskreis angelangt: Es gibt Tage da deckt Deutschland seinen Energiebedarf zu 90 Prozent und mehr aus erneuerbaren Energien, kann sie jedoch nicht selbst abnehmen weil konventionelle Kraftwerke am Netz bleiben müssen um die Netzstabilität zu gewährleisten. Also wird der Strom europaweit an den Strombörsen angeboten.

        Wenn die Anbieter von Kohle 25 Euro je Megawattstunde haben möchte, kommt der Kernenergieanbieter mit 23 Euro und der Windmühlenbesitzer sagt prima, ich will nur 19 Euro, wird es für die konventionellen Kraftwerke schwierig – insbesondere wenn sie noch nicht abgeschrieben sind. Das wiederum steigert die Kosten und der Verbraucher merkt nichts vom sinkenden Strompreis.

        Die Preise die er da anbietet kann der EE-Erzeuger aber nur wegen der sehr hohen Subventionen anbieten. Diese sind gleich geblieben, bzw. um diverse Effekte bereinigt sogar schon vor dem EEG 2012 gestiegen, während die Kosten für Planung, Errichtung und die Anlagen selbst seit mit der 2000er Jahre gesunken sind. Dazu kommt die unglaubliche Effizienzsteigerung der Anlagen. Und das trifft auf alle EEG-Anlagen zu, nicht nur die Windmühlen. Das führt dazu dass die netzstabilisierenden Gaskraftwerke – die derzeit technisch notwendiger sind als je zuvor – sich nicht mehr selbst finanzieren können und nun auch mit Abermillionen Euro Steuergeld subventioniert werden müssen. Das kann nicht das Ziel des EE-Ausbaus sein.

        [Zitat]
        “Man streicht ihnen quasi die Milchquote.”
        Ich verstehe den Vergleich nicht. Die Milchquoten waren maximale Mengen bis zu denen es Subventionen gab. Solche maximalen Mengen gab es so bisher nicht beim Wind. Mit der neuen Reglung sollen sie nicht gestrichen sondern gerade eingeführt werden.

        “Da es für Energie jedoch keine Andienungspflicht gibt, wird der Markt das problemlos regeln.”
        Was soll der Markt hier regeln? Bin nicht sicher was Du exakt mit Andiehnungspflicht meinst aber bisher gab es im EEG die Abnahmeverpflichtung der Stromnetzbetreiber. Insofern würde ich sagen gab es sie doch. Aber sie soll jetzt gestrichten werden.
        [/Zitat]

        Die Molkerei muss die Milch nehmen und bezahlen, egal ob sie diese oder ein Milchprodukt an den Mann bringt oder in den Abfluss kippt bzw. entsorgt. Das gleiche gilt für die Netzbetreiber. Die Netzbetreiber sind noch dazu verpflichtet die Energie abzunehmen und zu vergüten, auch wenn sie die Energie selbst günstiger herstellen können. Kann die Energie gar nicht abgenommen und eingespeist werden, bekommt der Betreiber der EEG-Anlage 90 Prozent der Vergütung, obwohl seine Anlage abgeschaltet ist.

        [Zitat]
        “Und was auch oft vergessen wird: Hätte Deutschland weiter gemacht wie bisher, hätte die Europäische Kommission eine Beihilfeverfahren eingeleitet und unsere Nachbarländer hätten sich vom Verbundnetz verabschiedet!”
        Die EU hatte schon ein solches Verfahren. Dabei ging es nicht um das EEG an sich als illegale Beihilfe sondern spezifisch um die in 2012 geänderten, erweiterten Umlagebefreiungen für die deutsche Industrie. Wieso sollten die noch eines anstrengen und in Bezug auf welchen Aspekt des EEGs? Und warum haben die das nicht schon in den vorangegangenen 16 Jahren gemacht? Und warum würden unsere Nachbarn aus dem Verbundnetz aussteigen wollen? Es bringt Ihnen bessere Preise und größere Stabilität. Es scheint mir unlogisch da aussteigen zu wollen.
        [/Zitat]

        Die Kommission ist auf Druck der anderen europäischen Staaten unabhängig vom Beihilfeverfahren an Deutschland heran getreten und hat eine Verlangsamung gefordert. Sie sieht die Integration unserer Nachbarn im Verbundnetz in Gefahr. Dieser Konflikt schwelt schon seit Jahren und mündete erst kürzlich in dem Vorschlag, Deutschland in Strompreiszonen einzuteilen.

        Die Stabilität der Netze ist laut meinen Kunden (die z. B. eigene Transformatoren haben die direkt an der 20kV Mittelspannung angeschlossen sind) mit jedem Jahr Ausbau der erneuerbaren Energien gesunken. Das ist durch über Jahre gesammelte Messreihen von Netzqualitätsmessungen belegbar. Denn mit den EE kamen die Strombörsen. Dort werden Strommengen in relativ kleinen Margen minutenweise gehandelt und eingespeist, was für die Netzleitstellen sehr viel nachregeln erforderlich macht um die Netzfrequenz stabil zu halten.

        Das sieht man in der Praxis an der sich im Strombörsenhandelstakt ändernden und dann kurzzeitig schwankenden Netzfrequenz. Ein großes Kraftwerk ist nicht in der Lage entsprechend schnell auf Schwankungen zu reagieren, Das Anfahren dauert je nach Typ und Turbinengröße 4 bis 12 Stunden. Selbst wenn ich eine 1200 MW Turbine aus 10 Prozent vorhalte, dauert das ein bisschen. Also macht man die Regelung mit vielen relativ kleinen Gaskraftwerken. Diese sind jedoch entsprechend teuer im Bau und Betrieb – und bei unseren Nachbarn waren diese in den letzten Jahren auch gar nicht in der Anzahl erforderlich wie bei uns. Deswegen werden diese nach wie vor in verhältnismäßig nur sehr geringen Zahlen vorgehalten. Und es besteht auch gar kein Interesse daran das zu ändern. Das macht unsere Energiewende für das Ausland teuer und deren Netze durch den Verbund ebenfalls instabil. Als Ausnahme kann man GB anführen. Diese machen nicht beim europäischen Verbundnetz mit und sind zumindest stromtechnisch auf der Insel der Glückseeligen.

        [Zitat]
        “Und dass der böse Kohlestrom die Netze “verstopft” so dass der gute Wind- und Solarstrom nicht mehr “durchkommt” ist physikalischer Humbug.”
        Was ist physikalischer Humbug? Das Netze überlastet sein können wenn zuviel eingespeist wird? Und warum machst Du dich über guten und bösen Strom lustig? Das Argument ist – wenn es zuviel Strom im Netz gibt sollte vieleicht zuerst der Kohlestrom entfernt werden. Das ist der Sinn der Übung Energiewende. Ich sehe keinen physikalischen Konflikt in diesem Argument.

        Dann kommt der ganze Teil über Netze. Du stellst ein paar Fakten und Allgemeinplätze in den Raum vergisst aber Du erklären was Frau Kempfert jetzt überhaupt falsch dargestellt hat und was Dein Punkt bei dem Ganzen ist. Dann der Teil über die Anbindung der Haushalte bei dem mir fehlt was das mit Deiner Aussage zu tun hat.
        [/Zitat]

        Der physikalische Konflikt (Humbug) liegt dabei in der Tatsache dass es der Steckdose in der Wand vollkommen egal ist ob da nun Atomenergie oder Windenergie ankommt. Und dem Übertragungsnetz auch erst einmal. Wichtig sind im Kern zwei Punkte: Der Energieerhaltungssatz und das ohmsche Gesetz. Elektrische Energie wird effektiv da “verbraucht” wo sie “erzeugt” wird. Wenn der nächste Erzeuger ein Kohlekraftwerk ist, dann kommt die Energie von dort, auch wenn ich meinen Strom bei Greenpeace bezahle und noch einmal etwas weiter eine Windenergieanlage steht (Bilanzkreise). Kann die Energie jedoch nicht dort erzeugt werden wo sie verbraucht wird, muss ich sie übertragen.

        Aber von vorne: Unsere Netze sind gewachsene Konstrukte, wie z. B. auch die Telefonnetze der Telekom. Hier mal Glasfaser, dort mal Kupfer, hier mal 20 Meter Stichleitungen, dort mal 200 Meter Stichleitungen, dann mal 600 Meter Ringleitungen, usw.

        Ähnlich wirr (und natürlich ohne Glasfaser^^) sieht es bei unseren Stromnetzen aus. Das war jedoch im Netz der konventionellen Energien mit zentraler Erzeugung kein Problem. Das Netz war in Zonen eingeteilt, die wiederum in Unterzonen, die wiederum… Von 380.000 Volt ab dem Kraftwerk über 220.000, 110.000 Volt Überland auf 20.000 Volt im Ortsnetz und dann runter auf 230/400 Volt in der Straßenzugebene. Man wusste wo welche Kapazitäten benötigt wurden und wo diese als Kraftwerksleistung zur Verfügung stand.

        Die Hochspannungsebenen des Netzes sind darauf ausgelegt die Energie zwischen einzelnen Netzzonen zu transportieren. Heute haben wie vier mit jeweils eigenem Betreiber. Die Übertragung der Energie macht man natürlich nicht nur mit einer Leitung, sondern mit mehreren parallel. Im Ruhrgebiet sind das traditionell ein paar mehr Kraftwerke und Leitungen, in Brandenburg ein paar weniger Leitungen gewesen. Zusätzlich haben wir unser Hochspannungsnetz mit denen der Nachbarn verbunden. Als die Netze in den 1950 Jahren entstanden und dann sukzessive in mehreren Schritten den 1970er Jahren und nach der Wende vervollständigt wurden, waren die geplanten Übertragungskapazitäten für alle Netzbereiche darauf ausgelegt selbst bei Volllast noch Ausfälle von Erzeugungsanlagen in der Nähe und Überkapazitäten anderer entfernterer Anlagen zu übertragen.

        In den letzten Jahren ist jedoch viel passiert. Der Verbrauch ist insgesamt gestiegen, viele netzstabilisierende Großkraftwerke sind vom Netz gegangen, und die Erzeugung wurde wetterbedingt betrachtet eher zentralisiert. Wenn ordentlich Wind weht wird im Norden mehr (Wind-) Energie erzeugt, als verbraucht werden kann. Damit sind wir beim Energieerhaltungssatz – den muss ich jetzt allerdings etwas vergewaltigen… Wenn ich mehr Energie in ein System hineingebe als ich herausnehme, dann funktioniert das mathematisch nicht. Mein Taschenrechner sagt Error oder spuckt komische Zahlen aus. So ist es auch bei den regionalen Netzen.

        In Neufünfland, beim Netzbetreiber 50Hertz, ist es nun so dass dort vom Mauerfall profitiert wurde. Dort stehen insbesondere in BB viele Solaranlagen und Windmühlen die mehr Energie liefern als dort verbraucht werden kann, allerdings war man auch mit dem Netzausbau schon weiter und kommt dort auch besser voran. Ergebnis: Dort sind die Kapazitäten für 50 Prozent erneuerbare Energien im Netz. Das hat er zumindest in einem Interview gesagt und als Reaktion darauf haben die anderen Übertragungsnetzbetreiber, die Energieversorger und die Polen „getobt“.

        Die Windenergieanlagen sind alle an das regionale 20.000 Volt Netz angeschlossen. Habe ich als Verteilernetzbetreiber ein energieautarkes Dorf was 30 oder 300 mal so viel Energie erzeugt wie es verbraucht, muss der Überschuss aus dem Netz heraus. Wohin also mit der Energie? Und wie? Die bisherige Lösung: In die nächste Netzebene umspannen und via 110 und 220 kV und dann ggf. auch in die 380 kV Ebene. An diesen Kapazitäten hapert es mittlerweile. Es gibt in diversen lokalen Netzgebieten teilweise mehr installierte Leistung als abgenommen oder übertragen werden kann. Und bis zur Strommarktliberalisierung hat man auch kaum in die Netze investiert (Münster, Schneechaos, Thomasstahl). Inzwischen gibt es zwar seit einigen Jahren Netzentwicklungspläne die von der Bundesnetzagentur aufgestellt, genehmigt und kontrolliert werden, gleichzeitig machen die Bürger vor Ort nun jedoch Druck gegen diesen Netzausbau. Das macht die Sache natürlich nicht unbedingt schneller. Das sind dann sehr häufig sogar Menschen die selber Geld in einer Energiegenossenschaft haben oder Grund und Boden an eine Projektgesellschaft verpachtet haben und sich wundern warum ihre Anlage steht. Das interessiert jedoch nicht viele, weil die Anlagen durch die Abnahmeverpflichtung trotzdem Geld verdient.

        So wirkt die Energiewende dann auch im kleinen: Wird in einem Netzbereich, sagen wir eine Straße mit 20 Häusern, maximal so viel Energie erzeugt wie verbraucht, hat der Trafo zum 20 kV Ortsnetz fast keine Arbeit. Das hatte man in der Anfangszeit der Photovoltaik. Das war alles wunderbar bis man gemerkt hat das in Netzbereichen mit viel Erzeugung durch Solar und wenig Abnahme durch Verbraucher die Netzfrequenz steigt. Dadurch ist die Gefahr gegeben dass das Netz dort und in benachbarten Bereichen zusammenbricht. Das Ganze ist als “50,2 Hertz Problem” bekannt geworden. Als Maßnahme hat der Gesetzgeber die Betreiber solcher Anlagen verpflichtet die Anlagen aus der Ferne abschaltbar zu machen. Das gilt für Windenergieanlagen ebenso.

        Und jetzt noch schnell eine kurze Rechnung zur Elektromobilität: Wenn du von heute auf morgen alle PKW (ohne Transporter, Busse und LKW) durch einen mittleren Tesla ersetzen würdest und einzig alleine durch EEG-Anlagen laden möchtest, müsstest du deren installierte Leistung vom jetzigen Stand aus um den Faktor 17,5 erhöhen. Bei BMW i3 ist es immerhin noch der Faktor 7,5. Das schafft keines unserer Netze. Sie sind zu alt und zu schwach. Die Kabel die in den Dörfern auf den Dachständern hängen oder in den Städten in der Erde liegen sind dafür gemacht einen Herd und einen kleinen Durchlauferhitzer pro Wohnung zu betreiben, bzw. wenn sie neuer sind auch einen großen Durchlauferhitzer und zwei Herde. Aber nicht die fünffache Leistung davon (Ladesäule bei Vollast).

        PS: Philip ich würde mich freuen wenn du als „Gegenredner“ jemanden von BBB einladen würdest. Ich bin dort zwar nur Leser des Energieblog, jedoch finde ich dort immer sehr sachlich-nüchterne Analysen. (Sind halt Juristen, Gruß auch an Ulf)

        beckerbuettnerheld.de/de/branchen/infrastruktur/erneuerbare-energien/

    • Vielen Dank. Ich habe mich mit Claudia Kemfert zu einem Feedback-Interview verabredet, in dem ich versuche, Eure wichtigsten Kritikpunkte darzulegen. Mehr dazu dann in der LdN014.

      • Wenn du dich mit Frau Kemfert verabredet hast und meine Anmerkungen nicht zu spät kommen, könntest du sie vielleicht fragen, was aus ihrer Sicht getan werden müsste? Bisher höre ich raus, was als EEG Reform geplant ist und warum das schlecht ist, aber auch ohne die geplante Reform wären wir im Bereich Energieversorgung ja nicht sorgenfrei oder?

        Wäre eine Reform des Emissionshandels ein geeignetes Mittel um fossile Kraftwerke unattraktiver zu machen indem man die Menge an verfügbaren Zertifikaten deutlich reduziert? Das sollte dann ja dazu führen, dass weniger Kohlestrom die Netze “verstopft”.

        Was ich aus dem Bereich Energieinformatik so mitbekomme, sind multimodale Energienetze (also die integrierte Betrachtung von Strom-, Gas- und Wärmenetz) und Power-to-X (x=Gas oder Heat) neben dem oben bereits erwähnten Lastmanagement ein heißes Thema. Speicher sind eher unbeliebt, weil man neben den hohen Investionskosten zum Beispiel auch bei einem effizienten Pumpspeicherkraftwerk ca 25% des zugeführten Stroms durch Wandlungsverluste verliert. Insofern ist meiner Ansicht nach ein leistungsfähiges Übertragungsnetz die günstigere Variante solange man Versorgungssicherheit gewährleisten will. (verglichen mit Personen, die mit riesigen Speichern eher autark leben wollen)

  11. 5. Juni 2016 um 1:17 Uhr
    Pflanzendrinks

    “Begeisterter Milchtrinker”… really? Abartig was da produziert wird.
    http://www.peta.de/themen/Milch

    • Du musst ja nicht … und klar, ich bevorzuge Bio.

    • Die Damen und Herren von Peta sind radikale Tierrechtler (sic!) die mit Tierschutz so viel zu tun haben, wie Volkswagen mit Antrieben aus regenerativen Energien. Ebenso werden dort bewusst Gesetze gebrochen um mit Straftaten Aufmerksamkeit zu erhaschen. Das dient maximal dem eignenen Geschäftsmodell und dazu anderen Menschen die eigene Religion/Ideologie aufzuzwingen – hat aber mit ehrlichem Tierschutz nichts zu tun.

      • Naja, mir hat in dem Milchbeitrag schon auch ein wenig die kritische Perspektive auf die Tatsache gefehlt, dass Milch nicht nur politisch übertrieben subventioniert, sondern auch seit Jahrzehnten im großen Stil mit teuren Kampagnen als gesundes Lebensmittel Nummer eins beworben wird, obwohl dies inzischen von diversen Studien widerlegt wurde.
        Die Milchindustrie hat hierzulande die Nahrungsmittelindustrie fest im Griff. Sie bezahlt eine riesige Anzahl von Ernährungsexperten, Ärzten und Forschern dafür, für Milchprodukte zu werben, und gab im Jahr 2010 in Deutschland 513,7 Millionen Euro für die Bewerbung von Molkereiprodukten aus. Nur Süßigkeiten werden mit 722,2 Millionen Euro noch stärker beworben.
        Auch ohne in irgendeiner Form radikal oder militant zu sein und einer Religion oder Ideologie anzuhängen, entscheiden sich immer mehr Menschen daher nicht nur für vegetarische sondern auch für vegane Lebensweise, weil eben auch “bio” nicht die Lösung für die ethischen und Umweltprobleme ist, wenn man genauer hinschaut.
        Dabei muss es ja kein Veganismus zu 100 Prozent sein, aber die Tatsache dass der Absatz und auch das Angebot an pflanzlichen Milchprodukten und Sojajoghurt steigt und steigt spricht wohl für sich – viele Menschen realisieren, dass Milch und Milchprodukte eine viel zu große Rolle in ihrem Alltag spielen und wollen das ändern.
        Daher sollte man über die Milchviehhaltung genauso so kritisch nachdenken wie über die Erzeugung von Schlachtvieh, und beides mindestens so gründlich wie über die Energiewende. Die Nutztierhaltung ist ein fetter Klimakiller! Und das wird erschreckenderweise weder in der Politik noch in den großen Umweltschutzorganisationen reflektiert. Und leider auch in der Lage der Nation nicht!

        Für alle die es interessiert hier ein Filmtipp: http://www.cowspiracy.com/

      • Ich glaube bei Lebensmitteln geht die Erziehung des Verbrauchers nur über den Geldbeutel. Andererseit möchte der Verbraucher sich von ein paar wenigen “Ökos” nicht bevormunden lassen was ich zu essen habe und was nicht. Das geht nach hinten los. Heute wird Tiernutzung und sie zu essen als Dogma gesehen. Darauf ist in den frühen 90 Jahren niemand gekommen, da gabe es noch in jedem Dorf einen Onkel der regelmäßig Hausschlachtungen gemacht hat. Da war der Stadtmensch auch noch nicht naturentfremdet. Ich für meinen Teil delegiere das Töten nicht, sondern ich jage und erlege mein Fleisch selbst. Unter anderem deswegen, weil auch ich finde das viel falsch läuft.

        Wenn nur noch die pestizidarme bäuerliche Landwirtschaft subventioniert würde und nicht mehr die industrielle Produktion mit Glyphosat & Co, kämen wir schon einen Schritt weiter. Vor allem aber, brauchen wir wieder mehr Lebensräume. Auf vier Fruchtfolgen muss drei Jahre Ruhe sein, mehr Feldgehölze, etc. All das wird mit der nächsten Agrarreform bereits kommen.

        Ethikprobleme im Umgang mit Tieren entstehen jedoch immer nur dort, wo die Wohlstandsmade dank Überproduktion überhaupt dazu in der Lage ist, Lebensmittel (Tiere) zu humanisieren. Aber Lidl, Aldi & Co üben da schon enormen Druck auf die Landwirte aus. In Bayern kaufen die Discounter fast gar nicht mehr zu, weil dort noch 50 Prozent Anbindehaltung bei den Kühen herrscht. Wenn wir jetzt an einen Punkt kommen an dem wir sagen können dass wir alle bewusster konsumieren, weniger wegschmeißen und insgesamt nicht mehr die Produktion, sondern der bäuerliche Naturschutz gefördert wird, sind wir auf einem richtigen weg.