LdN008 Burka-frei bis Bremen

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| 39 Kommentare

Liebe Hörerinnen, liebe Hörer,

die achte Folge steht im Zeichen von drei Themen, die wir ausführlich besprechen: der geplante Atommüll-Deal zwischen Bundesregierung und Atom-Industrie, die Anti-Islam-Haltung der AfD sowie die Initiative der Bundesregierung, Elektro-Autos zu fördern, bei der nicht schlecht geschummelt wird. Im Interview der Woche haben wir diesmal die Islamwissenschaftlerin Miriam Seyffarth zu Gast, die gerade zwei Jahre in Saudi-Arabien gelebt.

Ein schönes Wochenende wünschen Philip und Ulf

Hausmitteilung

Atomenergie-Konzerne sollen aus der Haftung für atomaren Abfall entlassen werden

Islam vs. Islamismus – Interview mit Miriam Seyffarth (_@noujoum)

Subventionen für Elektro-Autos geplant

39 Kommentare

  1. Hallo,

    danke für den Podcast. Zu der Diskussion um Verschleierung im öffentlichen Dienst: Ich habe vor einigen Wochen eine Studienexkursion zum Berliner Landgericht gemacht und wir haben dort mit der Pressesprecherin, selbst Juristin, gesprochen. Sie sagte, dass für sie und die Kollegen eine Richterin mit einer religiös begründeten Kopfbedeckung (auch Hidschab) undenkbar wäre. Ich weiß nicht, ob es sich dabei um eine feste Regel oder um ihre persönliche Meinung handelt. Sie hat auf jeden Fall damit argumentiert, dass Staatsbedienstete im sekulären Staat gar keine Religionszeichen tragen sollten. Dem stimme ich zu. Ich finde ein Verbot von Zeichen der Religionszugehörigkeit, also Kopftuch, Kreuz etc., im öffentlichen Dienst nachvollziehbar. Anwältinnen hingegen, die nicht den Staat repräsentieren, können sich da ja frei ausleben (ob hier Einschränkungen bei Vollverschleierung gemacht werden sollen, ist eine andere Frage).

    Findet ihr nicht, dass eine stärkere Trennung von Staat und Religion sinnvoll ist?

    Zum Hinweis von “d.load” bzgl. des Downloads der Audiodateien: An einem Rechner mit Windows 7 und Chrome funktioniert der Download gerade gar nicht bei mir.

  2. Dann muss ich hier ein drefaches Danke loswerden, alle mit einem gewissen Aha-Erlebnis verbunden.

    1) Danke an Jens Kubiziel, der diesen Podcast auf datenkanal.org verlinkt hatte, das hat das “drüberstolpern” (1. Aha-Effekt) über dieses Format durchaus vereinfacht.

    2) Danke an Ulf und Philip für dieses Format, das Sprecherteam passt hervorragend zusammen, und trotz (wegen?) der relativen Kürze des Formats und der unaufgeregten Einblicke aus der Sicht eines Juristen (2. Aha-Erlebnis) hat es sehr hohen Informationsgehalt.

    3) Und für diese Folge noch ein Dank an Miriam für ebenfalls unaufgeregte Ansichten aus den beiden Perspektiven einer Wissenschaftlerin und einer Person, die das Leben in einem streng islamischen Land kennen gelernt hat.

    Wo das dritte “Aha-Erlebnis” bleibt? Nun ja, das war bei Miriam ein “Na sowas, die Stimme kenne ich doch” ….

    …. aus Film Funk, Fernsehen und von (Einleitungen zu) Vorträgen des Chaos Communication Congress …”

    (womit ich -sofern ich denn richtig liegen sollte- hoffentlich kein Staatsgeheimnis verraten habe)

  3. Ich weiß schon warum ich nicht Jura sondern Maschinenbau studiert habe ;-)

    Mich würde interessieren wie Miriam aufgrund ihrer Erfahrungen in islamischen Ländern diesen Gewissenskonflikt einschätzt. Ist das praktisch überhaupt ein Problem oder nur theoretisch?

    Noch was zur Burka, Niquab und Kopftuch im öffentlichen Dienst bzw. bei Lehrauftrag: Insbesondere bei der Lehrtätigkeit an Schulen haben meiner persönlichen Auffassung nach weder vorgenannte Kopfbedeckung noch ein Kruzifix an der Wand oder am Hals oder eine Käppi auf dem Kopf etwas zu suchen. In einer Schule werden Kinder oder Heranwachsende ausgebildet und sind in jüngeren Jahren leicht beeinflussbar. So wie ein Designer seine Arbeitsumgebung eher schlicht und grau hält, um sich nicht ablenken zu lassen, so sollte auch der/die Schüler/in nicht durch öffentlich zur Schau gestellte Glaubens- oder Lebensauffassungsbekenntnis-Accessoires verwirrt werden. Die Wände in Schulen werden ja auch eher in beruhigenden Farben gestrichen.
    An weiterbildenden Schulen, Privatschulen oder der Hochschule wäre mir das gleich – dann sollte die Persönlichkeit ausreichend gefestigt sein, so dass vom Punk, über Freak, Hippie, Guru bis zum Mönch als Dozent alles erlaubt sein sollte.

  4. Ich wollte noch zwei Dinge loswerden zur Vollständigkeit:

    1.: Ja, die Ladestecker sind europaweit genormt https://de.wikipedia.org/wiki/IEC_62196_Typ_2
    2.: Ja, Tesla hat einen Store in Berlin. Das ist jetzt aber nichts Besonderes, in München gibt es den seit 2009 inclusive Servicewerkstatt. Gibt mittlerweile recht viele Orte wo das Tesla Emblem drüberhängt https://www.teslamotors.com/de_DE/findus/list

    Alles in Allem fand ich das Kapitel Elektromobilität etwas dünn, da hätte ich euch mehr Recherche zugetraut. Da war mir auch zuviel “ich glaube” und “etwa” drin, besonders bei Modellen, Reichweiten und Preisen. Ich höre euch während der Arbeit, darum kann ich das im Nachhinein nicht vollständig aufschlüsseln. Vielleicht schaffe ich die Folge nochmal, dann kann ich das noch erweitern. Ihr wurdet im Übrigen im Aufwachen Podcast empfohlen, so bin ich bei euch gelandet.

  5. Glückwunsch zu Eurer Sendung! Nachdem ich jahrelang LNP gehört habe, finde ich Euren etwas allgemeineren Bezug zur “Lage der Nation” sehr erfrischend und bereichernd. Ich höre Euch jetzt regelmäßig seit Sendung #3.
    Ich fand die Diskussion zum Islam/Islamismus richtig interessant, hätte dazu aber noch eine Frage: In jedwelcher Glaubensrichtung steht zumeist die Religion und das Befolgen ihrer Regeln an oberster Stelle. Ohne Kenntnis über stark konservative Auslegungsrichtungen des Islam zu besitzen stelle ich mir jedoch die Frage wie damit umgegangen werden soll wenn sich z. B. Regeln der Scharia den Regeln unseres Staates/Grundgesetzes widersprechen? Der Gläubige befindet sich dann in einem Zielkonflikt: Entweder er weicht vom Regelwerk seines Glaubens ab oder er tut selbiges mit dem des Staates in dem er lebt. Erfahrungsgemäß wird eher letzteres eintreten. Ein friedliches Miteinander kann aber nur mit klaren für alle geltende Regeln funktionieren, die auch von allen befolgt werden. Diskussionen über das Praktizieren des Glaubens sind meiner persönlichen Erfahrung nach immer verlorene Liebesmüh – diese sind schwer sachlich zu führen, da am Ende immer der Glaube an etwas steht was (natur-)wissenschaftlich nicht zu erklären ist steht.
    Ich bin selbst aus der Kirche ausgetreten, weil ich zu der Überzeugung gelangt bin, dass der oftmals verblendeten Sicht von Fundamentalisten mit sachlichen Diskussionen nicht entgegenzukommen ist. Historisch gesehen sind die meisten Menschen auf dieser Welt auch durch Religionskriege gestorben und tun dies weiterhin, da der Mensch leider nicht lernfähig ist, wie wir immer wieder merken. Insofern finde ich grundsätzlich den Laizismus gut und (überlebens-)wichtig.

    • Danke für den Beitrag! Das Thema “Religionsgebote vs. staatliches Recht” ist wirklich sehr komplex, und nicht umsonst gibt es viele Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zu solchen Konstellationen – und übrigens auch zu nicht-religiös motivierten Gewissenskonflikten, die das Grundgesetz in bestimmten Kontexten auch anerkennt (etwa bei der Wehrdienst-Verweigerung).

      Das BVerfG ist bei solchen Konflikten sehr streng bei der Frage, ob es sich denn auch wirklich um ein (wenigstens subjektiv) zwingendes Gebot handelt, das dem Einzelnen keinen Spielraum lässt, das staatliche Recht einzuhalten, vgl. die Gewissens-Definition hier:

      http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv012045.html

      “Als eine Gewissensentscheidung ist somit jede ernste sittliche, d. h. an den Kategorien von “Gut” und “Böse” orientierte Entscheidung anzusehen, die der Einzelne in einer bestimmten Lage als für sich bindend und unbedingt verpflichtend innerlich erfährt, so daß er gegen sie nicht ohne ernste Gewissensnot handeln könnte. [Die Rechtsanwendung] darf dem Phänomen “Gewissen” nur so weit nachgehen, als sie mit den ihr zu Gebote stehenden Erkenntnismitteln zu prüfen hat, ob, was sich nach außen als Gewissensentscheidung kundgibt, wirklich den Charakter eines unabweisbaren, den Ernst eines die ganze Persönlichkeit ergreifenden sittlichen Gebots, einer inneren Warnung vor dem Bösen und eines unmittelbaren Anrufs zum Guten, trägt. … Die richterliche Prüfungsbefugnis geht jedenfalls nicht so weit, daß die – einmal als solche erkannte – Gewissensentscheidung in irgendeinem Sinn, etwa als “irrig”, “falsch”, “richtig”, bewertet werden dürfte. Die Frage, wie es zu der Gewissensentscheidung gekommen ist, d. h. vor allem, welche geistigen Einflüsse auf das Gewissen gewirkt haben, ist nur zulässig, soweit davon die Feststellung abhängt, ob wirklich eine “Gewissens”-Entscheidung vorliegt.”

      • Ist hierbei nicht entscheidend, welche Konfiguration man im Verhältnis zwischen Staatswesen und Religion/Kirche wählt?

        Sobald beides getrennt wird (Säkularisierung/Laizismus), wird man weniger Probleme in der Anwendung der verschiedenen Regeln und Auslegungen haben.

        Wenn beides zusammen fällt (bestimmter religiöser Führer = Staatsoberhaupt für alle), wird es zwangsläufig zu Schwierigkeiten kommen – seien nun Moslems, Christen, Hindus und diese wiederum in allen möglichen “Geschmacksrichtungen” – betroffen…

  6. Wer sich wie ich erst einmal mit den Begriffen zu “Islam vs. Islamismus” vertraut machen möchte, der sei auf meine Zusammenfassung aus öffentlichen Quellen wie Wikipedia, der Bundeszentrale für politische Bildung und Dokumentationen in ARTE , BBC und ZDF hingewiesen:
    http://christianmeier.info/2016/3/Islam(ismus).pdf

  7. Zu den denkwürdigen Zitaten im Entwurf des Parteiprogramms der AfD habe ich hier eine sehr schöne Sammlung gefunden: http://ohren-nahrung.de/wordpress/?p=438

  8. 60.000 EUR netto für ein Auto – klang bei Euch als wäre das wenig. imho 60K für ne Karre, Alter – Jahreswagen! Fiesta-Größe, Diesel 10k km, bekommt man für unter 15k. 60.000 Euro netto, Status oder habt ihr alle im Lotto gewonnen? ;)

    • Sollte auf keinen Fall so klingen. Ist unfassbar viel Geld, zumal für ein Auto.

      • Ich dachte schon ich sei der Einzige, der so denkt. :) E-Autos, die um die 30.000 Euro kosten und eine Reichweite von 130 km haben, sind mehr Gadget denn Nutzding

      • Um da mal was gerade zu rücken: Die Justiz wird in D so schlecht bezahlt wie sonst in Europa nur noch in Rumänien … ich hatte jahrelang gar kein Auto, für mein aktuelles habe ich 300 (in Worten: dreihundert) Euro bezahlt. Wenn ich Freunde frage, was sie denken, was ein Richter so verdient, dann liegen sie meist so bei 5.000 bis 6.000 Euro netto. Die Wahrheit ist: etwa die Hälfte. Gegenüber prekär arbeitenden Künstlern, Journalisten etc ist das eine Menge Geld, angesichts der langen Ausbildung und der Gehälter in anderen juristischen Berufen aber kaum konkurrenzfähig. Das kann man echt nur noch aus Idealismus machen (oder wegen relativ entspannt genehmigter Elternzeiten).

    • E-Autos sind das neue Bio. Entsprechend sind die Preise und die Käuferschicht. Mit so einem Auto kann man deutlicher als mit einer Tomate zeigen, das einem die Welt ganz, ganz doll am Herzen liegt. Und dem Plebs wird dann vorgehalten, nicht nur Ramsch zu essen, sondern auch die Umwelt zu verpessten. Ja, Status.

      • Man kann nun über den Bio-Standard sagen was man will- Anforderungen zu lasch, viel Papierkram der kleine Bauern ausgrenzt usw., aber wenn einem der Planet am Herzen liegt, oder die eigene Gesundheit, oder die Machtbegrenzung von Agrarkonzernen, dann halte ich das nicht für ein Thema dem man mit Zynismus begegnen sollte. Bio ist kein Status, das ist das absolute Minimum für Standards in der Landwirtschaft. Alles was schlechter ist gehört nicht auf den Teller.
        Elektromobilität ist ebenso kein Status. Der Unwillen des VDA und die konservative deutsche Autofahrermentalität sprengen da eben die Konkurrenzmöglichkeiten alternativer Antriebskonzepte. Die Preise werden sich in den nächsten 10 Jahren stark angleichen, Tesla plant mit der Megafactory die Preise pro Kilowattstunde zu halbieren, es gibt erste Erfolge bei der Zyklenfestigkeit von Akkus, Norwegen verbietet bei schlechter Luftqualität den Betrieb von Dieselfahrzeugen und wird das ausweiten (man hört von Gesprächen den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ganz zu verbieten ab 2025), kurzum: Es tut sich was. Die Welt verändert sich, und die Wege der Mobilität auch.

      • Mein Kommentar richtete sich nicht gegen recht schaffende Biobauern (sofern es die noch gibt), sondern gegen viele Käufer von Biowaren, deren Konsumentscheidungen sehr wohl zur Distinktion dienen. Leute, die glauben den Planeten grün kaufen zu können. Und E-Autos passen hervorragend zu dieser Geisteshaltung.

      • Du spielst auf die Gruppe der Lohas an (lifestyle of health and sustainability) die im Buch “Ende der Märchenstunde” von Kathrin Hartmann ausführlich erklärt werden. Der Grundsatz über Konsum die Welt oder Konzernen verändern zu wollen ist sowieso problematisch weil kein Konsum meistens besser ist als sogenannter nachhaltiger. Dennoch ist ein vollständig auf erneuerbaren Energien aufgebautes Verkehrswesen der logische nächste Schritt. Auch wenn es von Erzeugung über Transport zu Lagerung und Lastspitzenabfederung noch viel zu tun ist. Bei den letzten beiden lassen sich Heimspeicher wie Elektroautos übrigens sehr gut einbinden, ebenso wie Fahrzeugakkus die ihren ersten Lebenszyklus hinter sich haben (unter 80% Kapazität fallen).

    • In Fiesta-Größe gibt’s den Zeo von Renault dann bald dank gerade verlängerter Sonderaktion für 22-5-4=13k neu.
      Fast schon schade, dass wir mit Carsharing so gut zurechtkommen…

  9. Wenn man sieht wie in letzter Zeit bekannt geworden schlecht die Abgasreinigung heutiger Autos funktioniert, denke ich schon, dass Elektroautos eine postitve Auswirkung auf die Luftqualität in den Städten haben könnten.

    • klar, aber ob sich auch die CO2 Bilanz verbessert ist eine andere Frage – das hängt vor allem davon ab, wie der Strom gewonnen wird.

      • Ich kann mir gut vorstellen, dass die Zielkunden für E-Autos auch besonders häufig Ökostrom beziehen.

  10. Kernkraftlasten: Also ich kenne die Geschichte der Kernenergie in Deutschland nicht, aber es scheint mir etwas zu wohlwollend zu sein, bei Entscheidungen zum Nachteil des Steuerzahlers nur ordnungspolitisches Ungeschick zu vermuten.

    Burka und Ausfüllung öffentlicher Ämter: Ich finde der Fokus sollte weniger auf der Bedeutung der Burka (oder anderer religiöser Zeichen) liegen und stattdessen darauf inwiefern es eine Beeinträchtigung der ausgeübten Funktion gibt. Mit Hinblick auf die Isolationsfunktion der Kleidung kann man da berechtigte Zweifel haben. Aber mich würde ja interessieren, wie man in Deutschland mit Burkaträgern im Zeugenstand umgehen würde.

    Türkei und Völkermord an den Armeniern: Kein Widerspruch hier sollte ein anderer Umgang herrschen. Aber wie so oft, ist das hohe Ross nicht angebracht: In Osteuropa wurde die Verstrickung in den Holocaust oft noch nicht aufgearbeitet. Ich denke da etwa an die Diskussionen, die es um historischen Antisemitismus und Beteiligung an der Judenverfolgung in den letzen Jahren in Polen gab, vom erstarkten konservativen Lager immer wieder als antinationale Stimmungsmache abgetan. Und der Umgang mit dem Holocaust gehört zwar zum “Markenkern” des modernen Deutschlands aber beim Völkermord an den Herero und Nama hat unsere Regierung auch lange herumlaviert, um ihn nicht als solchen bezeichnen zu müssen.

    Abgesehen davon, sollte man nicht unbedingt davon ausgehen, dass Erdoğan wirklich in die EU will. Ich denke eher er vertritt das Ziel hauptsächlich, weil es für die eigene Bevölkerung noch immer wichtig ist. Ich denke sogar, er hat gute Gründe nicht in die EU zu wollen.

    Ich bewundere nach wie vor die dem Anschein nach ironiefreie Präsentation des “abschließend erörtert”.

  11. Im Gespräch hat Miriam erwähnt, dass über 90% der Moslems (gemeint war denke ich weltweit) nicht dem Islamismus anhängen. Mir erscheint das plausibel, würde mich aber dennoch über Hinweise zu entsprechenden Artikeln/Übersichten/etc. freuen.

  12. Mal eine technische Sache: Ich finde den Download von Audio-Dateien auf eurer Seite etwas umständlich. Der Download-Button im Audioplayer lädt einen weiteren Player in sich selbst, wo man über die rechte Maustaste die Option hat die Datei zu speichern. Der Download-Button am Ende eines Beitrags springt zu einer leeren Seite mit Audioplayer. Dort gelangt man über “Seite speichern” zur eigentlichen Datei.

    Bei den Kollegen der Metaebene dagegen öffnet der Download Button ein PopUp worüber man die Datei sofort auf seinem Rechner speichern kann. Gibt es eine Möglichkeit das evl. zu übernehmen?

  13. 1. Mai 2016 um 9:52 Uhr
    Zündiger Muhschauer

    Glückwunsch zur Sendung, euer Gast Miriam war genau von der Sorte, die ich mir gewünscht hatte.

  14. Ich habe bei Seminaren im arabischen Raum immer wieder erlebt, dass Frauen Niqab bzw. Burka tragen. Wie ihr schon sagt, ist das für uns Europäer recht gewöhnungsbedürftig und mir war hin und wieder unklar, wie ich mich der Person gegenüber verhalten sollte. Jedoch stellte ich im Umgang mit den alle Seminarteilnehmern (gemischt Männer und Frauen), dass es da kaum Unterschiede zu deutschen Seminaren gab. Das heißt, die Frau diskutierte sowohl mit mir als Leiter wie auch mit den Teilnehmern und es gab keine offensichtlichen Einschränkungen.

    Im Umgang mit Flüchtlingen in D stelle ich fest, dass es einige tiefgläubige Moslems gibt, die eine starke Trennung von Mann und Frau leben. Bisher war es einfacher, die Männer zu überzeugen, sich mit Frauen zu unterhalten, die Hand zu geben etc. als andersrum. Nach meiner Erfahrung tun sich Frauen viel schwerer, Kontakt mit fremden Männern zu suchen. Aber: Nie hatte ich den Eindruck, dass die Ehemänner ihre Frauen in irgendeiner Weise unterdrücken. Vielmehr ermutigten die ihre Frauen eher sich an die deutschen Umgangsnormen anzupassen.

  15. Bzgl. der Dresdner Symphoniker hier noch ein Beitrag von Martin Sonneborn im Europäischen Parlament. Hat irgendwie was Wahres – wie Satire eben so ist.
    https://www.youtube.com/watch?v=kLZrQgY2Aas

  16. Zu der Sache mit Kopftuch/Niqab/Burka im öffentlichen Dienst gibt’s noch einen Aspekt, den ihr glaube ich nicht erwähnt habt: Beamte bzw. Angestellte im öD sind bei ihrer Arbeit Repräsentanten des Staates, und als solche muss ihre Persönlichkeit ein gutes Stück hinter ihre Tätigkeit zurücktreten, sprich sie müssen mir als Bürger weitestgehend austauschbar gegenübertreten. Bei Richtern und Staatsanwälten, die ungleich tiefer in das Leben der Bürgerinnen und Bürger eingreifen können als viele andere Staatsbedienstete, wird das ja durch die Robe noch einmal optisch besonders ausgedrückt. Nun sind auch Staatsdiener keine Staatsdrohnen, aber der Staat hat sich weltanschaulich neutral zu verhalten und hierbei ist natürlich auch der Empfängerhorizont zu beachten.

    Die Frage ist jetzt natürlich, wie weit das geht. Ich schätze mal, dass es bei Burka und Niqab in der Tat einen breiten Konsens gibt, dass dies dem allgemeinen Eindruck nach die Persönlichkeit über die Tätigkeit stellt. (Ausserdem kommt sicherlich noch dazu, dass es zwischenmenschlich halt schnell schwierig ist wenn ich die Mimik meines Gegenübers nicht sehen kann.) Ob es bei Hijab, Kippa, Kreuzanhänger o.ä. auch noch so ist erscheint mir jedenfalls bislang umstritten.

    Oh, und weil einer (ich glaube Ulf) als Beispiel für nicht mehr beachtete biblische Vorschriften wieder “Auge um Auge” nannte will ich nochmal kurz erwähnen, dass die Bibel dies als Sinnbild für Verhältnismässigkeit (und nicht für Rache) verwendet; und da hoffe ich doch stark, dass die nicht aus der Mode gekommen ist… ;)

  17. “Atomindustrie kauft sich frei” Aha. Wovon eigentlich?

    Stellen wir uns vor, eine Baufirma soll für jemanden ein Haus bauen. Die Firma legt einen Plan vor, der wird abgenickt. Der Bau des Hauses beginnt, der Rohbau ist fertig und der Bauherr sagt: Hör sofort auf zu bauen. Ihr müsst das Haus immernoch bauen, aber ich weiß noch nicht, wie das Haus aussehen soll.

    Daraufhin beginnt ein Streit, in dem der Bauherr über Jahrzehnte der Baufirma vorwirft, immernoch kein Haus gebaut zu haben, aber gleichzeitig über genausoviele Jahrzehnte nie gesagt hat, wie denn nun sein Haus aussehen soll.

    Genau so sieht das Problem mit dem “Atommüll” aus. Seit Jahrzehnten ist die Gesellschaft (bzw. die Politik die sie vertritt) in Annahmeverzug. Mein ganzes Leben über hat nie irgendwer definiert, worin denn die Verpflichtung der “Atomindustrie” bestehen soll. Angebote gab es genug (Brokdorf, Gorleben etc.) alle wurden durch Proteste abgelehnt.

    Das ganze läuft mein ganzes Leben lang nach dem Motto “Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass” – mit unglaublich viel Gejohle und Vorwürfen, ohne jemals an den Punkt einer konstruktiven Diskussion zu kommen. Wobei über Jahrzehnte nun sehr offensichtlich geworden ist, dass es der Antiatomkraftbewegung von Anfang an um die Verhinderung jeder konstruktiven Diskussion ging.

    • Die Baufirma hat allerdings über die Jahrzehnte vom Bauherrn dauerhaft gutes Geld kassiert, obwohl sie nichts mehr gebaut hat. Nur der Vollständigkeit wegen.

    • Ein wichtiges Detail ist aber auch, dass die Atomkraftwerke vor der Liberalisierung mehr oder weniger in staatlichem Besitz wahren (Bundesbahn und Stadtwerke). Bei der Privatisierung wurde versäumt (oder um einen Verkauf zu ermöglichen verzichtet) die Kosten für die Entsorgung auf die Unternehmen zu übertragen.

      Natürlich müssen wir mit Atommüll irgendwie umgehen. Und eine Endlagerung ohne vorherige Wiederaufarbeitung und Weiterverwendung ist eine unelegante Lösung.
      Eine Wiederaufarbeitung und ein Endlager kann aber als Argument für die weitere Nutzung der Atomkraft dienen. Was Protest, gegen einzelne Anlagen, vor dem Abschalten des letzten Leistungsreaktors, aus einer position der Fundamentalkritik, (ganz gleich wie Irrational diese ist) wichtig macht.